In Memoriam S. Fred Singer (27. September 1924 bis 6. April 2020)

Zitat der Woche:

„Bei Fragen der Wissenschaft ist die Autorität Tausender nicht so viel wert wie die bescheidene Argumentation eines Individuums“. – Galileo [International Space Hall of Fame]

Das Haupt-Markenzeichen der Reise Fred Singers durch die physikalische Wissenschaft war endlose Neugier sowie die feste Überzeugung, dass physikalische Beweise (Daten) und nicht die Theorie das Maß aller Dinge sind, um Kontroversen in der Wissenschaft aufzulösen.

Im Alter von 16 Jahren nahm er sich die schwierigen Maxwell-Gleichungen vor, welche die Grundlage des Elektromagnetismus‘ bilden, deren sichtbarer Anteil das Licht ist. In seiner Promotion zum Ph.D. bei Princeton befasste er sich mit den damals noch kaum verstandenen kosmischen Strahlen. Sein Doktorvater war John Wheeler, der zusammen mit Niels Bohr daran gearbeitet hatte, die Kernfusion mittels Quantenmechanik zu erklären. (Alle Studenten bei Wheeler waren ein ganz außerordentlicher Kader, darunter der spätere Nobelpreisträger Richard Feynman).

Zuvor hatten Bohr und Albert Einstein im Bereich Quantenphysik einen berühmten Disput, nachdem Einstein den allgemein üblichen probabilistischen Standpunkt abgelehnt hatte, welcher präzise Prognosen unmöglich macht. Bohrs Ansichten wurden allgemein anerkannt, und die große Bewunderung, die beide jeweils füreinander hatten, blieb davon unberührt. Dies ist ein herausragendes Beispiel dafür, dass Wissenschaftler unterschiedliche Standpunkte öffentlich diskutieren – ohne die persönlichen Angriffe, die heute nur allzu oft vorherrschend sind.

Singer war ein Pionier bei der Erforschung des Weltalls, besonders bei den obersten Schichten der Atmosphäre. Er maß die Charakteristiken kosmischer Strahlung in der oberen Atmosphäre und entdeckte das hoch-atmosphärische Ozon sowie die äquatoriale ,Electrojet‘-Strömung, welche das geomagnetische Feld intensiviert. Er prognostizierte die geomagnetische Strahlung, die später von Van Allen auch entdeckt worden ist.

Ein Beispiel des umfassenden Wissens von Fred Singer als Wissenschaftler ist seine Konzeption, Definition und dann sein Eintreten für ein Verfahren an die mögliche Erforschung des Mars‘ durch den Menschen, indem er die Schwerkraft der Marsmonde Deimos und Phobos als Zwischenstation beim Abstieg zur Marsoberfläche und beim Aufstieg von der Marsoberfläche nutzt. Die geringere Schwerkraft der Monde reduziert die benötigten Treibstoffe und die damit verbundenen Kosten.

Singers Sorgen um Erde und Menschheit manifestierten sich, als er operationelle Systeme zur Datengewinnung einrichtete mittels Fernerkundung der Atmosphäre, der Ozeane und Landflächen sowie durch seine Führung als erster Direktor des National Weather Satellite Center.

Unter seinen über 400 technischen Veröffentlichungen und Monographien sowie über 200 Beiträge ist auch die Herausgabe des Buches „The Ocean in Human Affairs” (1990). Darin geht es darum, dass unser Planet der einzige im Sonnensystem mit Ozeanen aus flüssigem Wasser ist und vor allem darum, dass deren Bedeutung für Klima, Evolution und Konservierung von Lebensformen häufig übersehen wird.

Vor etwa 3,5 Millionen Jahren beispielsweise schloss sich im Zuge der Plattentektonik der Central American Seaway zwischen dem Atlantik und den Pazifik. Dadurch änderte sich die Ozean-Zirkulation, was möglicherweise zur gegenwärtigen Periode häufiger Vereisungen auf der Nordhemisphäre führte. Diese Perioden der Vereisung werden durch kurze Warmzeiten unterbrochen, in deren jüngster wir jetzt gerade leben.

Singer erkannte, dass nicht Kohlendioxid, sondern Wasserdampf das bedeutendste Treibhausgas ist, dessen Änderungen zu oft ignoriert werden. Ohne Treibhausgase wäre das Leben auf diesem Planeten ganz anders, wobei die meisten großen Landmassen des nachts gefrieren und komplexes Leben darauf fast unmöglich machen würden.

Singer glaubte fest daran, dass die Prinzipien des wissenschaftlichen Verfahrens auch bzgl. Umweltvorschriften angewendet werden müssen, vor allem bei der Fehlerbeseitigung. Im Jahre 1990 gründete er das Science and Environmental Policy Project (SEPP), um das wissenschaftliche Verfahren zur Evaluierung der Umwelt- und Energiepolitik anzuwenden. Eine Anzahl bedeutender Wissenschaftler sprang ihm bei diesen Bemühungen bei.

Schwer besorgt darüber, dass die UN eine verengte, einseitige Sichtweise der extrem komplexen Prozesse verbreitete, welche Wetter und Klima der Erde verändern bei gleichzeitiger Ignoranz der umfassenden, von Satelliten gemessenen Temperaturtrends gründete Singer im Jahre 2007 das Nongovernmental International Panel on Climate Change (NIPCC), um der Ansicht der UN entgegen zu treten, wonach menschliche Emissionen von Kohlendioxid das Klima kontrollieren.

Hunderte Wissenschaftler weltweit haben zu den NIPCC-Berichten beigetragen, was besonders für die jüngste Reihe von Veröffentlichungen gilt, als da wären Climate Change Reconsidered II; The Physical Science; Biological Impacts; Why Scientist Disagree about Global Warming und Fossil Fuels. Diese Berichte präsentieren extensive Daten, die belegen, dass zunehmende Konzentrationen von Kohlendioxid eine bedeutende Rolle spielen bei der Zunahme von Biodiversität und der beobachteten Ergrünung der Erde, wohingegen es kaum eine Rolle bzgl. der Änderungen der Temperatur des Planeten spielt.

Als ein Streiflicht, welches sein breites Interesse an der Zivilisation belegt, hielt Singer Vorträge über die antiken Sprachen des Nahen Ostens und zeigte Parallelen auf zu anderen antiken Sprachen wie griechisch, phönizisch und andere semantische Sprachen.

Jene, die ihn kannten, werden sich immer an seinen brillanten, wissbegierigen Geist und seine Menschlichkeit erinnern. Im Sommer 2019 unterzeichneten 150 hauptamtliche Wissenschaftler anlässlich seines 95. Geburtstages ein Dokument, in dem es u. A. heißt:

Wir, die Unterzeichneten, wollen unserer tief empfundene Dankbarkeit Ausdruck verleihen für deine außerordentliche führende Rolle im Bereich Klimawissenschaft viele Jahrzehnte lang. Wir stehen tief in deiner Schuld. Du warst für Viele von uns der ,Mentor‘. Von dir haben wir nicht nur Wissenschaft gelernt, sondern auch Geduld und Ausdauer im Umgang mit Anderen. Mit Lob, Zuneigung und Liebe sagen wir: Danke, Dr. Fred Singer!“

Science and Environmental Policy Project
Thomas P. Sheahen, Chairman
Ivan Bekey Vice Chairman
Kenneth A. Haapala, President
Howard C. Hayden, Executive Vice President
Donna Fitzpatrick Bethell, Secretary & Treasurer
Craig D. Idso, Director
David R. Legates, Director
Willie Wei-Hock Soon, Director
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Nachruf auf Fred Singer

Von seinem Freund William Happer
11. April 2020, Princeton, New Jersey

Fred Singer hat einen großartigen Kampf ausgefochten, ist seinen Weg gegangen und hat immer seinen Glauben behalten. Jetzt wird die Geschichte über ihn urteilen. Mit den Jahren bin ich sicher, dass Freds positive Beiträge an seine Generation immer breiter und mehr anerkannt werden.

Freds Weg durch das Leben war nicht einfach. Alles, was er erreichte, ist seiner eigenen Intelligenz und seinem unbeugsamen Geist geschuldet. Er hatte keine mächtige Familie oder mächtige Gönner hinter sich. Das hat ihn nie gestört, vielleicht weil er so viele Freunde gewann, die seine Courage bewunderten.

Obwohl er immer wieder ungerechten Angriffen ausgesetzt war, schien er nie irgendwelche Ressentiments zu hegen. Nur wenige von uns können auf die Art und Weise vergeben und vergessen wie Fred es getan hat.

Es scheint angemessen, diesen Nachruf auf Fred zu schließen mit dem, was ich ihm zu Ehren seines 90. Geburtstages geschrieben habe:

„Es ist mir eine Ehre, ein paar Worte anlässlich des 90. Geburtstages von Fred Singer zu schreiben. Fred ist ein guter Wissenschaftler, ein Mann mit großen Mut, unerschütterlichem Optimismus und enormer Energie“.

Als Jugendlicher ist Fred Singer vor der Nazi-Herrschaft in seinem Geburtsland Österreich geflohen. Zunächst fand er Unterschlupf in England. Während der 1940er Jahre kam er dann in seine Wahlheimat USA, um an der Princeton University zu promovieren. Dort erwarb er seinen Ph.D. in Physik mit Arbeiten über kosmische Strahlung. Sein Doktorvater John Wheeler war ein Schüler von Niels Bohr. Er leistete einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung der Wasserstoffbombe.

In Freds Dissertation ging es um kosmische Strahlen, welche die Erde aus den Tiefen des Weltraumes bombardieren. Und Fred hat sich ein Leben lang für Atmosphäre, Weltraum und -erkundung interessiert. Er half die ersten Erdbeobachtungs-Satelliten zu entwickeln einschließlich von Instrumenten zur Messung des atmosphärischen Ozons. Während der letzten Jahre konzentrierte er sich darauf, wie die Rate der Temperaturänderung mit der Höhe in der Atmosphäre abhängt. Für Klimamodelle ist dieser Bereich heikel, prophezeien diese doch viel mehr Erwärmung in der mittleren Troposphäre als tatsächlich beobachtet wird. Er veröffentlichte auch interessante Studien zum Ursprung der Monde von Erde und Mars. Nebenbei hat Fred Expertenwissen angesammelt hinsichtlich einer erstaunlichen Anzahl von Themen – „of shoes and ships and sealing wax, of cabbages and kings“. Bei einem Besuch von Princeton machte mich Fred mit seinem alten Freund Ephraim Isaac bekannt, einem ausgezeichneten Experten antiker semitischer Sprachen. Ephraim wurde in Äthiopien geboren und erwarb dort einen großen Teil seiner Bildung.

Wissenschaftler und Akademiker lieben es, sich ihrer coolen Objektivität zu rühmen, aber tatsächlich kann man für unabhängige Gedanken einen hohen Preis zahlen, worauf nur wenige vorbereitet sind. Plato zufolge war Sokrates die „Bremse“ [gadfly] des antiken Athens. Fred war eine effektive Bremse des wissenschaftlichen Establishments unserer Generation. Einige Jahre, nachdem ich Fred kennengelernt hatte, lud ich ihn während meiner Zeit als Direktor des Office of Energy Research im US-Energieministerium zu einem Vortrag über globale Erwärmung an der Princeton University ein. Nach der öffentlichen Ankündigung von Freds Vortrag kam ein Physik-Kollege und Nobelpreisträger in mein Büro und tadelte mich mit obszönen Worten, wobei ich überrascht war, dass er diese überhaupt kannte. Dies sorgte dafür, dass mein Ansehen des Kollegen zu Bruch ging, der fast nichts wusste über die Physik des Klimas, während gleichzeitig meine Achtung vor Fred stieg.

Viele Akademiker sind frustrierte „philosopher kings“ – verbittert, weil die Gesellschaft als Ganzes ihnen nicht die Reverenz erweist, die zu verdienen sie glauben. Vielleicht als Reaktion darauf schauen Viele nach innen und verbünden sich mit gleichgesinnten Akademikern, während sie der übrigen Gesellschaft mit Geringschätzung und sogar Hass begegnen. Gruppendenken ist bei verschiedenen Themen vorprogrammiert. Akademische Groupies verurteilen Fox News und preisen die New York Times. Sie sind sich sicher, dass der fortgesetzte Verbrauch fossiler Treibstoffe den Planeten zerstören wird. Es gibt kaum einen Akademiker, der auch nur einen Bruchteil davon versteht, was Fred über die Klimawissenschaft weiß, aber die Groupies schreien immer wieder mit größter Sicherheit heraus, dass Freds Standpunkte bzgl. Klima falsch sind. All ihre Freunde stimmen ihnen zu. Das erinnert mich an das Märchen von Hans Christian Andersen „Des Kaisers neue Kleider“: „Nicht nur waren ihre Farben und Muster ungewöhnlich fein, sondern die aus diesem Stoff hergestellten Kleidungsstücke hatten auch eine wunderbare Möglichkeit, für jeden unsichtbar zu werden, der für sein Amt ungeeignet oder ungewöhnlich dumm war“*. Wie viele andere von uns hatte Fred große Schwierigkeiten, die neuen Klima-Kleider zu erkennen, die geheiligtes Dogma für die Groupies sind. Er wurde übel angegriffen, weil er auf die Probleme des Klima-Dogmas hinwies. Zu seiner Ehre muss gesagt werden, dass er erfolgreich einen besonders verleumderischen Gefolgsmann von Al Gore wegen Rufschädigung verklagte. Ein Sprichwort aus seiner Heimat lautet „Viel Feind, viel Ehr’“.

[*Rückübersetzung aus dem Englischen mittels Linguee-Translator.]

Viele Jahre lag hat Fred seine Mitbürger über Entwicklungen in der Klimawissenschaft informiert, und zwar in Gestalt eines regelmäßigen Rundbriefes mit dem Titel „The Week That Was“. Ich freue mich immer wieder auf diesen Rundbrief, enthält er doch neue wissenschaftliche Erkenntnisse bzgl. Klima, politische Entwicklungen bzgl. Klimawandel sowie Kommentare von Fred selbst und seinem Mitherausgeber Ken Haapala. Es gibt viele gute Rundbriefe und Blogs bzgl. Klima, aber „The Week That Was“ ragt dabei besonders heraus wegen seiner Grundlage ordentlicher Wissenschaft [sound science]. Was sonst würde man von Fred erwarten, einem akademischen Enkelsohn von Niels Bohr?

Freds Leben wird sehr gut durch ein altes Volkslied zusammengefasst, welches immer wieder von tapferen Anti-Nazis in Deutschland angestimmt wurde:

Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten?
Sie fliehen vorbei, wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger erschießen,
Es bleibet dabei: die Gedanken sind frei.*
[*Originaltext des Volksliedes. Im englischen Original stand es auch in Deutsch, aber in einer fehlerhaften Übersetzung. Dort ist auch eine Übersetzung ins Englische beigefügt. Anm. d. Übers.]
Link: https://wattsupwiththat.com/2020/04/13/weekly-climate-and-energy-news-roundup-405-2/
Übersetzt von Chris Frey EIKE




Wurde schon 1912 vor dem schlimmen Klima­wandel gewarnt? Ein Zeitungs­artikel, doch zwei Interpre­tationen

Schon 1912 warnte ein Zeitungsartikel vor den Folgen der Kohleverbrennung für die Atmosphäre

Das stand kürzlich in der Überschrift zu einem Leitkommentar der Tageszeitung des Autors. Das widerspricht dem, was der Autor bisher über Aussagen zum Klimawandel aus diesem Zeitraum kannte. Und so machte ersich auf, darüber die Wahrheit herauszufinden.
Er mailte dazu an den Redakteur und bat um Nennung der Quelle:
Leitkommentar „Corona und das Klima“
… In dem Artikel steht: „Schon 1912 wurde in Zeitungsartikeln vor den Folgen der Kohleverbrennung für die Atmosphäre gewarnt“
Mir ist solches nicht bekannt. Bekannt ist mir lediglich, dass Arrhenius (der Entdecker eines möglichen CO
2-Effektes auf das Strahlungsband) und ein Zeitgenosse damals auf den Segen eines solchen Einflusses und der Erwärmung hinwiesen und deshalb für eine Verstärkung der CO2-Emission eintraten, anbei meine Information darüber:

Bild 1 Zur Anfrage zugefügte Information zur Darstellung des Klimawandels Anfang des 18. Jahrhunderts (aus einem Foliensatz des Autors)


Deshalb die Nachfrage, in welchem Artikel und mit welchem Inhalt 1912 das Gegenteil publiziert wurde.
Eine freundliche Antwort kam (gekürzt):
… vielen Dank für Ihre E-Mail. Wir freuen uns immer über Reaktionen auf unsere Berichterstattung, gerne auch kritische.
Über den von mir zitierten Zeitungsartikel von 1912 ist in den vergangenen Jahren schon immer mal wieder berichtet worden. Eine aus meiner Sicht ganz gute Zusammenfassung finden Sie unter folgendem Link auf das Online-Portal der Kollegen von Business Insider, übrigens ein bewusst wirtschaftsfreundliches Magazin:
https://www.businessinsider.de/wissenschaft/zeitungsartikel-von-1912-heute-wahr-2018-9/
……

Das wurde 1912 publiziert

Der direkte Link führt zu einer damaligen Zeitungsseite mit einer kurzen Meldung und als Kommentar dieser Homepage dazu einer Erklärung:
Busines Insider: Vor 106 Jahren wurde in einem Zeitungsartikel eine erschreckende Vorhersage gemacht, die sich längst bewahrheitet hat
… Am 14. August 1912 druckte eine Zeitung namens „The Rodney and Otamatea Times, Waitemata and Kaipara Gazette“ einen weitblickenden Artikel in der Rubrik „Wissenschaft“.
Die kurze Meldung warnte davor,
dass sich aufgrund der steigenden Nutzung fossiler Brennstoffe durch die Industrienationen die Erdatmosphäre verändern werde. „Kohleverbrauch verändert Klima“, lautete die kleine Zeile.
Als Beleg findet sich die besagte Zeitungsinfo aus dem Jahr 1912:

Bild 2 Zeitungsinformation aus dem Jahr 1912 bei „Business Insider“ Mit der folgenden Übersetzung:


Die Brennöfen der Welt verbrennen heute im Schnitt 2.000.000.000 Tonnen Kohle pro Jahr. Wenn sie bei der Verbrennung mit Sauerstoff reagiert, entstehen etwa 7.000.000.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid, die jährlich in die Atmosphäre entweichen. So wird die Luft zu einer effektiveren Decke für die Erde und erwärmt sie. Die Auswirkungen könnten in einigen Jahrhunderten immens sein.“
Es fällt auf, dass dieser kurze Artikel keinerlei Hintergrund benennt und seine kurze Aussage einfach so im Raum stehen lässt. Er auch gar nicht sagt, dass der Einfluss negativ gesehen wird (wie es die Homepage interpretiert).
Das kann nur bedeuten, dass davon ausgegangen wird, die Leser kennen den Hintergrund.
Und welchen die Leser damals kannten, erfährt man über einen weiteren Link.
Ein Artikel der Zeitschrift „Popular Mechanics Magazine“ (PMM) vom März 1912 Link beschreibt es:

Bild 3 Titel des PPM-Artikels von 1912

Was steht im Artikel des „Popular Mechanics Magazine“ von 1912

Die Einleitung ist eine lange Darstellung schlimmer Wetterereignisse – absolut vergleichbar den derzeitigen.

PPM-Artikel von 1912, Ausschnitt 3 Schlimme Wetter-Extremereignisse geschehen
Anmerkung: Damals gab es extreme Wetterkapriolen, wie verschiedene Hinterlegungen zeigen:
WIKIPEDIA 1912 United States cold wave
The 1912 United States cold wave was one of the coldest periods since 1870 in the northern United States, according to the U.S. National Weather Service. The cold wave started in November 1911 and finally ended in March 1912, with periodic interruptions by milder temperatures.
In the contiguous U.S., the average daily maximum temperature for 1912 was 61.97 °F (16.65 °C), which is the lowest ever recorded from 1895 through 2017. The year’s average daily temperature for the contiguous U.S. was 50.23°F (10.13°C), which is the second-lowest ever recorded during those years and slightly milder than 1917’s 50.06°F (10.03°C).
kaltesonne: … Tatsache ist aber, dass es sich bei dem Jahr 1911 tatsächlich um ein extrem heißes trockenes Jahr gehandelt hat. Eine Wetterstatistik bezeichnet es als das wärmste Jahr ab 1874 bis 1946. Schon im März wurden 25° C gemessen Im Juli waren es in Berlin schon 34 ° C und in Jena 39 °C. In Zürich wurden 42 Tage mit über 30 °C registriert. Am 28. Juni wurde in Berlin die Sitzung des preußischen Landtages wegen der Hitze abgesagt. Auch weite Teile der USA waren von dieser Hitzewelle betroffen. Die Auswirkungen auf die Landwirtschaft waren erheblich, aber  nicht so schlimm wie die im folgenden Jahr, dem s. g. Flutjahr. In 1912 regnete es vom 1. August bis Ende September fast täglich. Flüsse traten über die Ufer und die Ernte verdarb auf den Feldern, so dass auch jetzt noch Hunger und Teuerung herrschte …

Bild 3 Extremereignisse zur damaligen Zeit. Quelle: Internet-Vademecum und 3. 1. 9 Klima Berichte / Climate Reports



PPM-Artikel von 1912, Ausschnitt 4 So wurde das Wettergeschehen damals eingeordnet. „Es gibt keine klaren Hinweise, dass ein Trend zu wärmerem Klima vorliegen würde … Die mittlere Temperatur von 1911 ist gleich wie die von 1878 … “.
Damals war es kalt und die Extremwetter wurden der herrschenden Kälte als Ursache zugeordnet.

PPM-Artikel von 1912, Ausschnitt 5 Der Artikel erinnert daran, dass die Wetterereignisse im Klimavergleich nicht außergewöhnlich sind.

PPM-Artikel von 1912, Ausschnitt 6 Erklärung zu den Wetter-Extremereignissen und was daraus für die Zukunft abgeleitet werden kann: Wenn, dann eine ganz langsame Veränderung über tausende von Jahren.

PPM-Artikel von 1912, Ausschnitt 7 Hinweis, dass die Spitze der aktuellen Warmzeit wahrscheinlich noch nicht erreicht ist und es ganz langsam noch wärmer werden wird, allerdings erst über den Zeitraum mehrerer Tausend Jahre – unterbrochen durch kleine Schwankungen –, ergänzt mit dem Hinweis, dass danach eine neue Eiszeit kommt.

PPM-Artikel von 1912, Ausschnitt 8 Information über die Entdeckung von Arrhenius zum möglichen Einfluss von atmosphärischem CO2 (sofern der Anteil „zwei- bis drei Mal dem aktuellen entspricht) auf die globale Wärme.

PPM-Artikel von 1912, Ausschnitt 9 Fragestellung, ob der bisherige, anthropogene CO2-Eintrag einen Einfluss auf die Globaltemperatur hat, zum Schluss mit der ergänzenden Fragestellung, ob es nicht vielleicht wesentliche (natürliche) Vorgänge gibt, welche den (begrüßten, da wärmenden) CO2-Eintrag (unglücklicherweise) aus der Atmosphäre entfernen könnten.

PPM-Artikel von 1912, Ausschnitt 10 Der Hinweis, dass die aktuelle CO2-Emission so groß ist, dass sie eine Klimaauswirkung hat

PPM-Artikel von 1912, Ausschnitt 11 Am Schluss beglückwünscht der Artikel die Kohleminenarbeiter, dass sie durch ihre Kohleexploration mithelfen, den CO2-Eintrag so zu erhöhen, dass spätere Generationen ein milderes und sonnigeres Klima haben werden.

Das war der Text. Und was wollte uns dieser sagen?

Abschließend könnte man wohl davon ausgehen, dass dieser Artikel damals die Möglichkeit, durch anthropogene CO2-Emission die herrschende Kälte für kommende Generationen erwärmen zu können, begrüßt hat und auf keinen Fall für die Argumentation taugt: „Schon 1912 wurde in Zeitungsartikeln vor den Folgen der Kohleverbrennung für die Atmosphäre gewarnt“
Über diese „Befundung“ wurde der Redakteur informiert. Und es kam eine Antwort:
Der kurze Zeitungsartikel von 1912 stellt erst einmal fest, dass die Verbrennung von Kohle Folgen für die Erdatmosphäre hat, die immens sein können. Dass damit allerdings positive Folgen gemeint sind, ist allein Ihre Interpretation. Auf Basis dieser Ihrer eigenen Interpretation zu behaupten, alle heutigen Medien würden die damalige Aussage ins Gegenteil verdrehen, ist, verzeihen Sie, zumindest mutig und zeugt von einem vitalen Selbstbewusstsein

(Klima-)Theologie

Und damit liegt der Fall wie man ihn typisch von der Theologie kennt. Der Laie interpretiert die Texte linear, der Theologe macht eine Exegese. Die Ergebnisse könnten nicht unterschiedlicher sein.
Um den Versuch zu starten, es wenigstens in diesem Fall zu klären, anbei die Aufforderung an Leser mit guten Englischkenntnissen und etwas Engagement, den Artikel zu lesen und im Blog (möglichst kommentiert) zu hinterlegen, ob der Artikel die mögliche Erwärmung durch anthropogenes CO2 wie vom Autor angenommen begrüßt, oder ob er doch ein Beleg für eine schon 1912 publizierte Warnung vor der durch vom Menschen verursachten CO2-Emission ist.
Quellen
[1] Zeitungsartikel: PPM-Artikel, Remarkable Weather of 1912




Der europäische Kohlenstoff-Markt kollabiert

Das ist ein perfekter Sturm für den europäischen Kohlenstoff-Markt und könnte sehr gut zu einigen bohrenden Fragen Anlass geben über dessen Rolle in der Dekarbonisierungs-Strategie von Europa, wenn die COVID-19-Krise erst einmal vorüber ist“, sagte die Direktorin von IHS Markit Coralie Laurencin.

Das Emissions-Handelssystem der EU (ETS) ist eines der Hauptinstrumente Europas, um Energie-intensive Industrien sowie den Energiesektor davon zu überzeugen, zu einer weniger verschmutzenden Erzeugung überzugehen. Ein Preisanstieg im vorigen Jahr beispielsweise hat zur Schließung mehrerer Kohlekraftwerke auf dem gesamten Kontinent geführt sowie Anreize zum Übergang auf erneuerbare Energiequellen geschaffen.

Die Treiber hinter dem Preiskollaps sind der Analysten-Agentur zufolge eine reduzierte ökonomische Aktivität und geringere Energie-Nachfrage, ebenso wie weniger Luftverkehr, und das wird in diesem Jahr 2020 zu niedrigeren Emissionen in ganz Europa führen.

Der ganze Beitrag steht hier.
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Auf Wiedersehen Erneuerbare! Guten Tag billiges Öl!

The Daily Telegraph
Die derzeitige Doppel-Krise bzgl. Öl und COVID-19 haben die Zukunft von Erneuerbaren verdüstert.
Jubelt, ihr Klima-Aktivisten! Auf der ganzen Welt sinken die Treibhausgas-Emissionen!

Die Nachfrage nach Energie, bis vor Kurzem der Eckpfeiler der Globalisierung und von ökonomischem Wachstum, ist eingebrochen, haben doch fast alle Länder scharfe Restriktionen verordnet bzgl. des gesellschaftlichen Lebens, um der COVID-19-Krise zu begegnen.

Der Ölpreis ist praktisch zusammen gebrochen, hat er doch inzwischen ein seit Jahrzehnten nicht mehr erlebtes Niveau erreicht. Ursache sind die weltweiten Lockdowns. Sogar noch bevor das Öl von der jüngsten Krise erfasst worden ist, stand es bereits vor einer existenziellen Bedrohung durch neue Arten erneuerbarer Energie.

Der Verbrauch fossiler Treibstoffe erreichte im vorigen Jahr in UK einen neuen Tiefststand, weil das Land zunehmend nach sauberer Energie sucht, um sich selbst von der Abhängigkeit von Öl, Gas und Kohle zu befreien.

Energie aus Wasserkraftwerken oder Wind- und Solarparks war niemals billiger und üppiger verfügbar. Wer jetzt aber glaubt, dass dieser jüngste Zusammenbruch der letzte Nagel im Sarg für Öl ist, dem sei vergeben. So schnell geht das nicht, sagen Experten.

„Niedrige Öl- und Gaspreise werden Druck auf die Ökonomie von erneuerbaren Energiequellen ausüben, und ohne politische Unterstützung werden einige Erneuerbare, die jüngst eine stürmische Entwicklung hingelegt haben, darauf warten müssen, dass sich die Märkte erholen. Das bahnt den Weg für billige Kohlenwasserstoffe und fossile Treibstoffe“, sagt Reed Blakemore, stellvertretender Direktor des Global Energy Center beim Atlantischen Rat.

Der Doppelschlag von Covid-19 auf die Ökonomien der Welt und auf die öffentlichen Budgets wird wahrscheinlich auch die Aussichten für erneuerbare Energie sich eintrüben lassen.

Der ganze Beitrag steht hier.

Link: https://www.thegwpf.com/goodbye-renewable-energy-hello-cheap-oil/
Übersetzt von Chris Frey EIKE




Schicken wir einige Fake News bzgl. Corona und Energie in Quarantäne!

Unglücklicherweise sind andere Stories im Guardian eine bizarre Mischung vo Fakten, Fake News, Junk Science, Mutmaßungen und Unsinn. „Ist unsere Zerstörung der Natur verantwortlich für COVID-19?“ schrie jüngst eine Schlagzeile [übersetzt] hinaus. Darunter las man „Mit den zunehmenden globalen Verlusten von Habitaten und Biodiversität könnte der Ausbruch des Coronavirus‘ nur der Anfang von Massen-Pandemien sein“.

Der Artikel beginnt mit der tragischen Geschichte eines durch Ebola traumatisierten Dorfes in Gabun, westlich des Kongo an der afrikanischen Westküste. Die Dorfbewohner hatten sich die Krankheit nach dem Verzehr eines wild lebenden Schimpansen eingefangen. Viele starben.

Aber was dann folgte, war die Öko-Bekehrung direkt von Heiden, Propheten und anderen historischen religiösen Überlieferungen, welche jedes den Menschen widerfahrende Unheil den Sünden des Menschen gegen die Götter zuschreibt – oder in diesem Falle gegen Gaia. Eine vage „Anzahl von Forschern“ in der neuen akademischen „Disziplin“ „planetarische Gesundheit“ „glaubt“ jetzt, dass es die „Zerstörung der Biodiversität seitens der Menschen ist, welche die Bedingungen schafft für neue Viren und Krankheiten wie COVID-19“.

Menschen „fallen ein“ in Naturlandschaften, wo Tiere und Pflanzen leben, welche mit unbekannten Viren befallen sind, sagt ein vermeintlicher Experte. „Wir unterbrechen Ökosysteme und schütteln die Viren von ihren natürlichen Wirten“, meint er.

„Forschungen zeigen“, das der Ausbruch von Krankheiten, welche von Tieren auf den Menschen überspringen, „zunehmen“, heißt es weiter in dem Artikel. Während Tollwut und die Beulenpest „schon vor Jahrhunderten diesen Sprung vollzogen“, wird es jetzt noch viel schlimmer: Marburg, Mers, Nipah, SARS, Zika und West Nile zum Beispiel, aber auch die Asiatische Grippe und AIDS. Diese von Tieren stammenden [zoonotic] Krankheiten sind „zunehmend verbunden mit Umweltänderungen und menschlichem Verhalten“, wie etwa mit der Bevölkerungszunahme, Urbanisierung und der „Beeinträchtigung unberührter Wälder“, gibt ein anderer „Experte“ von sich.

Es klingt plausibel, besonders für Menschen mit begrenztem wissenschaftlichen, medizinischen oder analytischen Hintergrund. Es richtet sich definitiv an alle, welche Bergbau, Holzwirtschaft, Straßen und die Menschheit nicht mögen. Aber es ignoriert Historie und Realität und stützt sich auf anti-technologische Ideologien, welche behaupten, dass wir „gegen unsere Mutter Erde sündigen“.

Auch Malaria und das Dengue-Fieber werden erwähnt. Aber was ist mit Cholera, Polio, Pocken, Masern und überhaupt multiplen Heimsuchungen in verschiedenen Städten und Ländern über alle Zeiten sowie mit zahllosen Wiederholungen von Grippe? Wir wissen immer noch nicht, woher sie alle kommen – und viele Viren mutieren häufig, wobei sie unsere besten Bemühungen zu deren Beseitigung oder zum Entdecken von Impfstoffen oftmals zunichte machen – selbst heute noch.

Wir werden immer mit Krankheiten leben müssen. Sie werden aufkommen und mutieren sowie uns zusetzen, solange wir diesen wunderbaren Planeten bewohnen. Man darf niemals vergessen: es waren die von Vielen verabscheuten fossilen Treibstoffe, die es einem Großteil der Menschheit ermöglichten, Entbehrungen, Hunger und Krankheiten zu entkommen.

Man stelle sich einmal vor, wie es wäre, wenn üppiger, zuverlässiger und bezahlbarer Strom aus fossilen -, Kern- und Wasserkraftwerken ersetzt werden würde durch begrenzte, intermittente und vom Wetter abhängige sowie sündhaft teure Wind-, Solar- und Batterie-Energie. Die Auswirkungen auf unsere Gesundheit und unseren Lebensstandard wären entsetzlich. Man versuche mal sich vorzustellen, wie das Leben in afrikanischen Dörfern abläuft, wo Strom, sauberes Wasser, sanitäre Einrichtungen und Gesundheitsvorsorge immer noch praktisch nicht existent sind.

Man stelle sich einmal vor, wie unser Planet aussehen würde, wenn wir relativ wenige fossile und Kernkraftwerke ersetzen würden durch Millionen von Windturbinen, Milliarden von Solarpaneelen und Milliarden von Backup-Batterien, die sich über hunderte Millionen Acres ausbreiten. Wir müssten tausende Minen neu öffnen oder erweitern, um die Metalle und Mineralien zu gewinnen, die erforderlich sind, um all diese pseudo-erneuerbare Energie zu erzeugen.

Die Zerstörung von Ökosystemen und die Vernichtung von Biodiversität würde sich um mehrere Größenordnungen multiplizieren. Und der Übergang zu organischer Landwirtschaft würde die Fläche, die zur Ernährung der Menschheit gebraucht wird, mindestens verdoppeln.

Der Artikel im Guardian kritisiert dezent, aber hart die Jagd auf Schimpansen und andere Wildtiere. Aber warum machen afrikanische Dorfbewohner das? Das ist keine Geheimwissenschaft, sondern weil sie schlicht und ergreifend Hunger haben. Sie befinden sich ständig am Rand des Überlebens.

Und doch fordern die UN und EU-Agenturen ebenso wie öko-imperialistische Interessenverbände, Anti-Entwicklungsbanken und Campaigner den Ausstieg aus fossilen Treibstoffen, so dass die Afrikaner das Elend eines Lebens schon jetzt ohne Strom, sauberem Wasser und Gesundheitsvorsorge vervielfältigen – indem sie modernem Saatgut, Düngemitteln, Pestiziden und Traktoren den Rücken zuwenden.

Unsinn wie dieser – verkleidet als Journalismus und Wissenschaft – schädigt in ungeheurem Ausmaß die Energiepolitik, die Krankheitsvorsorge und Bildung aller Altersgruppen sowie die Gesundheit und den Lebensstandard, den alle Menschen verdienen.

Man muss sich fragen: Falls wir Restaurants und Parkanlagen versperren sowie Versammlungen von mehr als zehn Personen verbieten können – können wir dann nicht auch Unsinn über Krankheiten, Bergbau und die Zerstörung naturbelassener Ökosysteme in Quarantäne schicken, weil sie nicht ausreichend „saubere, grüne, erneuerbare, nachhaltige“ Wind-, Solar- und Batterie-Alternativen übernommen haben?

Falls wir Unsinn nicht in Quarantäne schicken können, können dann unsere Print- und Elektronik-Medien nicht zumindest davon Abstand nehmen, diesen Unsinn zu propagieren?

Autor: Paul Driessen is senior policy advisor for CFACT and author of Cracking Big Green and Eco-Imperialism: Green Power – Black Death
Link: https://www.cfact.org/2020/04/06/lets-quarantine-some-fake-corona-and-energy-news/
Übersetzt von Chris Frey EIKE




Betrug mit Kohlenstoff-Zertifikaten offenbart: Kohlenstoff-Märkte scheitern mit sinkendem CO2-Gehalt

Es stellt sich heraus, dass falls das Niveau der Kohlendioxid-Emissionen auf ein extrem tiefes Niveau sinkt, wie es derzeit der Fall ist, die emittierenden Unternehmen keinerlei Zertifikate mehr kaufen müssen als Ausgleich für jene Emissionen. Und falls niemand Kohlenstoff-Zertifikate kauft, dann stirbt der so genannte „Markt“ für Kohlestoff eben.

Moment mal! Geht es nicht bei dem gesamten Gedanken dieser Kohlenstoff-Zertifikate darum, CO2-Emissionen zu reduzieren, welche die Klima-Campaigner als schreckliche Verschmutzung brandmarken?

Und wie kann es dann dazu kommen, dass falls das ultimative Ziel der Nahe-Null-CO2-Emissionen erreicht wird, der so heiß begehrte Markt von Kohlenstoff-Zertifikaten zusammenbricht?

Einfache Antwort: Weil die Existenz dieser Märkte einen perversen Anreiz schafft.

Für den durchschnittlichen Klima-Campaigner besteht das Ziel eines solchen „Marktes“ darin, CO2-Emissionen so dicht wie möglich an Null heranzubringen. Aber für jene Unternehmen, die mit den Kohlenstoff-Zertifikaten das große Geld machen gilt, dass deren Profite in gleichem Ausmaß sinken wie die so genannte „Verschmutzung“. Sie haben nicht auf dem Schirm, diesen Geldzufluss demnächst aufzugeben.

Bis vor Kurzem waren Klima-Aktivisten sehr erfolgreich damit, Unternehmen und Regierungen davon zu überzeugen, dem Schema der „Kohlenstoff-Zertifikate“ zu folgen. Dies bedeutet im Wesentlichen, dass je mehr CO2 man erzeugt, man desto mehr Zertifikate kaufen muss. Die Kosten dafür sollen dann vermeintlich in Projekte erneuerbarer Energie usw. investiert werden.

Aber das wirkliche Ziel ist in keiner Weise die Reduktion von CO2-Emissionen. Das wirkliche Ziel ist Geld verdienen.

Welche guten, wenngleich fehlgeleiteten Absichten auch immer hinter der Klimapolitik nebst deren Maßnahmen standen – sie sind vollständig gekapert worden durch jene, welche nach immer neuen Möglichkeiten suchen, sich Geldquellen zu erschließen. Und das nicht auf dem Wege, Innovationen auf dem Kapitalismus freier Märkte zu fördern, sondern durch die Schaffung von Programmen wie dem Markt für Kohlenstoff-Zertifikate, welche die Einnahmen legitimer Geschäftszweige abschöpft und sie zu Unternehmen und Individuen umleitet mit den richtigen Verbindungen zur Regierung.

Man kann nicht geltend machen, Lösungen freier Märkte zu haben für etwas, das ein künstlicher Pseudo-Markt ist, der nur durch Vorschriften und Gesetze seitens der Regierung entstehen kann.

Und Kohlenstoff-Zertifikate, Kohlenstoff-Steuern, Kohlenstoff-Bepreisung, Kohlenstoff-Transfers – wie auch immer man das nennt, alles, auf das ess hinausläuft, sind Pseudo-Märkte.

Autor: CFACT, founded in 1985 by Craig Rucker and the late (truly great) David Rothbard, examines the relationship between human freedom, and issues of energy, environment, climate, economics, civil rights and more.
Link: https://www.cfact.org/2020/04/02/carbon-credit-scam-exposed-carbon-markets-fail-as-co%e2%82%82-declines/
Übersetzt von Chris Frey EIKE