NOAA-Satelliten­aufzeichnungen: zweitstärkster monatlicher Temperatur­rückgang seit Beginn der Satelliten-Ära

In der Version 6.0 beträgt die globale Temperaturanomalie der unteren Troposphäre (LT) für den Monat April 2020 +0,38°C. Im März waren es noch +0,48°C gewesen.

Die Temperaturanomalie der Nordhemisphäre sank von +0,96°C auf +0,43°C von Februar bis April, das ist der zweithöchste Rückgang innerhalb von zwei Monaten in der gesamten, seit 497 Monate langen Satelliten-Ära. Der stärkste derartige Rückgang war von Dezember 1987 bis Februar 1988 mit -0,69°C aufgetreten:

Der lineare Erwärmungstrend seit Januar 1979 ist inzwischen auf +0,14°C pro Dekade gestiegen (blieb jedoch statistisch unverändert bei +0,12°C pro Dekade über den global gemittelten Ozeanen und +0,18°C pro Dekade über dem global gemittelten Festland)

Verschiedene regionale LT-Abweichungen vom 30-Jahre-Mittel (1981 bis 2010) der letzten 6 Monate betragen:


Die globale Gitterpunkt-Anomalie von UAH für April 2020 sollte demnächst hier verfügbar sein.

Die globalen und regionalen monatlichen Anomalien für die verschiedenen atmosphärischen Schichten, die wir untersuchen, sollten demnächst auf folgenden Websites verfügbar sein:

Untere Troposphäre: http://vortex.nsstc.uah.edu/data/msu/v6.0/tlt/uahncdc_lt_6.0.txt
Mittlere Troposphäre: http://vortex.nsstc.uah.edu/data/msu/v6.0/tmt/uahncdc_mt_6.0.txt
Tropopause: http://vortex.nsstc.uah.edu/data/msu/v6.0/ttp/uahncdc_tp_6.0.txt
Untere Stratosphäre: http://vortex.nsstc.uah.edu/data/msu/v6.0/tls/uahncdc_ls_6.0.txt
Quelle: Dr. Roy Spencer
Vom Klimatologen von Alabama State Dr. John Christie:
Globaler Temperatur-Report: April 2020


Globaler Klimatrend seit dem 1. Dezember 1978: +0,135°C pro Dekade:

(Link)
April-Temperaturen (vorläufig):
Global composite temp.: +0,38°C above seasonal average
Northern Hemisphere: +0,43°C above seasonal average
Southern Hemisphere: +0,34°C above seasonal average
Tropics: +0,45°C above seasonal average
März-Temperaturen (Final):
Global composite temp.: +0.48°C above seasonal average
Northern Hemisphere: +0,61°C above seasonal average
Southern Hemisphere: +0,34°C above seasonal average
Tropics: +0,63°C above seasonal average

Anmerkungen zu den am 1. Mai 2020 veröffentlichten Daten (Version 6.0)

Die jahreszeitlich adjustierten Temperaturen sanken ein wenig in den Tropen und auf der Nordhemisphäre verglichen mit den März-Werten. Das führte zu einer globalen Temperaturabweichung vom Mittel um +0,38°C. Worauf wir schon im vorigen Monat hingewiesen hatten ist, dass dieser Rückgang teilweise der Abkühlung des mittleren Pazifiks geschuldet ist. Man erinnere sich daran, dass es in den letzten Monaten des Jahres 2019 zu einem schwachen, warmen El Nino gekommen war, was der Erwärmung der Atmosphäre ein paar Monate lang einen Schub gab, doch ist dieser Effekt inzwischen Vergangenheit. Der Rückgang um -0,53°C innerhalb von zwei Monaten auf der Nordhemisphäre ist selten und wurde nur einmal in der 497 langen Historie übertroffen, als sich nämlich die Atmosphäre zwischen dem Warm-El Nino-Ereignis im Jahre 1987 und der kalten La Nina 1989 abkühlte. Von Dezember 1987 bis Februar 1988 sank die Temperatur auf der Nordhemisphäre um 0,69°C.

Die Region mit der höchsten (warmen) Abweichung vom Mittel war ein großer Hot Spot im zentralen Russland im Gebiet von Krasnojarsk. Der Spitzenwert war nahe Vorogovo aufgetreten mit bemerkenswerten 6,4°C über dem Mittelwert. Wie üblich, wenn es an einer Stelle sehr warm ist, gibt es normalerweise eine ganze Reihe von kalten und warmen Regionen auf der gleichen geographischen Breite, was einen irgendwie stationären Zustand reflektiert. In diesem Monat zeigten sich drei Warmspitzen (zentrales Russland, Golf von Alaska und Europa) und drei Kaltgebieten dazwischen (Japanische See, Kanada und Westrussland). Bewegt man sich von der Warmspitze in Zentralrussland nach Osten zum kalten Gebiet in Kanada, zeigte sich die größte negative Abweichung vom Mittel nahe dem Prince Albert-Nationalpark in Saskatchewan mit einem Wert von 3,3°C.

Neben den oben erwähnten Gebieten war es auch in der Karibik, der östlichen Antarktis* und dem westlichen Australien wärmer als normal. Kälter als normal war es in den Südlichen Ozeanen.

[*Mir ist unklar, was mit „östlicher Antarktis“ gemeint ist. Am Südpol ist überall Norden, egal in welche Richtung man schaut. Anm. d. Übers.]

In den USA war es der kälteste April seit 1998, lag doch die Temperatur um 0,59°C unter dem jahreszeitlichen Mittel. Die April-Temperaturen in den USA weisen jedoch eine sehr große Bandbreite auf, die von -2,54°C im Jahre 1983 bis +2,08°C im Jahre 1981 reicht. In Alaska war es im April wärmer als normal, so dass die mittlere Temperaturabweichung in den 49 US-Staaten des Festlandes nicht so negativ ausfiel wie in den 48 zusammen hängenden Staaten, die -0,24°C betrug.

Die bemerkenswerte Wärme der unteren Stratosphäre in Verbindung mit den Aerosolen der Waldbrände in Australien im vorigen Jahr schwindet offensichtlich. Die globale Temperaturabweichung vom Mittel in dieser Schicht betrug im April 0,00°C, im März war es noch +0,32°C. Unabhängig davon war die April-Temperatur die höchste seit der vulkanisch induzierten Erwärmung im Jahre 1993 nach dem Pinatubo-Ausbruch im Jahre 1991.

Quelle: https://www.nsstc.uah.edu/climate/

Link: https://wattsupwiththat.com/2020/05/01/noaa-satellite-records-second-largest-2-month-temperature-drop-in-history/
Übersetzt von Chris Frey EIKE
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Ergänzung: In diesem Beitrag [einer deutschsprachigen Website] findet sich die folgende Graphik:

Abbildung: Der Vergleich der Analysen der globalen 2m-Temperaturen bis zum 29. (links) und 30.4.2020 (rechts) und der Prognosen bis zum 6. 5. (links) und bis zum 7.5.2020 (rechts) zeigt in der Prognose eine verschärfte Talfahrt vor allem auf der Südhalbkugel (blaue Linie), aber auch einen Rückgang global (schwarze Linie) und auf der Nordhalbkugel (rote Linie). Die Daten wurden mit dem wärmenden NASA/GISS-Faktor “adjusted” (verfälscht) und liegen in der unverfälschten Realität deutlich niedriger (siehe 0,28 K für Mai 2019 statt 0,5 K). Quelle: Globale 2m-TA


 




Wie man Virus-Panik in Klima­krisen-Panik umwandelt

Auffällig bei der Berichterstattung war das völlige Fehlen von Versuchen, die Pandemie mit dem vom Menschen verursachten Klimawandel in Verbindung zu bringen. Das war merkwürdig, wurde doch nahezu jede Tragödie der letzten 20 oder 30 Jahre irgendwie von den Medien mit der globalen Erwärmung verknüpft sowie als Rechtfertigung herbeigezogen, um schmerzhafte politische Vorschriften zur Reduktion von Treibhausgas-Emissionen zu erlassen.

Oh Mann, wie hat sich das inzwischen geändert! Etwa Ende März begann die Klimawandel-Kakophonie, fröhlich Wiederauferstehung zu feiern, und zwar in Gestalt von Vergleichen zwischen der rasch um sich greifenden Pandemie und ähnlich schrecklichen prophezeiten Konsequenzen des vermeintlich vom Menschen verursachten Klimawandels.

Sogar der Papst sprang auf den Klimazug auf, und zwar in einem über seine Konsequenzen hinausgehenden Interview, in welchem er sagte: „Ich weiß nicht, ob diese Pandemien die Rache der Natur sind, aber mit Sicherheit sind sie die Reaktion der Natur“. Und wer, so fragte der Papst, „erinnert sich noch daran, dass vor 18 Monaten ein Schiff den Nordpol überqueren konnte, weil alle Gletscher geschmolzen waren?“

Jemand sollte dem Papst klarmachen, dass paläoklimatischen Forschungen zufolge es mindestens 6000 Jahre her ist, seit das Nordpolargebiet zum Ende des Sommers eisfrei war und dass die Menschheit erheblich von der Wärme profitiert hatte. Aber hallo!, warum sollte man es Fakten gestatten, sich in den Weg einer guten Predigt zu stellen, mit der die Ängste der Massen geschürt werden können?

Einige Blogs und Kommentare, in welchen Klimawandel mit COVID-19 verglichen wird, scheinen lediglich nachzuplappern, was in einem Webinar vom 2. April zu hören war, durchgeführt von der „Society of Environmental Journalists“. An der Veranstaltung nahmen auch vier der bekanntesten „Ayatollahs des Alarmismus’“ teil.

Das über eine Stunde lange Webinar lief unter dem Titel „Covering Climate Change in Age of Coronavirus“ und war eine faszinierende Reise hinab in die Tiefen des Kaninchenlochs der Klimawandel-Berichterstattung.

Ein immer wiederkehrendes Thema in der Diskussion war der Komplex, zwischen beidem zu „unterscheiden“. Mit anderen Worten, im Falle der Pandemie gab es kaum Sorgen außerhalb Chinas, als das Problem erstmals in der Stadt Wuhan auftauchte. Erst als klar geworden war, dass das Coronavirus entweder vor unserer Tür stand oder bald hier eintreffen würde, begann sich die Öffentlichkeit dafür zu interessieren, und es kamen Befürchtungen auf.

Im Falle Klimawandel stimmten die Diskussionsteilnehmer darin überein, dass der Mehrheitsmeinung in der Öffentlichkeit zufolge die vermeintliche „existentielle Bedrohung“ des Klimawandels als ein fernes Problem erscheint und erst in vielen Jahrzehnten von heute an bedeutsam werden, aber keine wesentlichen Konsequenzen in absehbarer Zeit haben würde. Kathryn Hayhoe zufolge, die passenderweise Professorin der Politischen Wissenschaft an der Texas Tech University ist, „lautet die reale Frage, wie wir diese psychologische Distanz verringern können und die Auswirkungen hier und jetzt verdeutlichen, um das Problem zu beseitigen“.

Die Lösung des Problems schien dem Gremium zufolge darin zu bestehen, viel mehr über die Gefahren des Klimawandels zu schreiben. John Mecklin, leitender Herausgeber des Bulletin of the Atomic Scientist scheint zu befürworten sicherzustellen, dass man in Editorials immer wieder Einfluss auf die Gehirne nehmen muss, indem so genannte Experten „regelmäßig bei solchen Veranstaltungen zu Wort kommen, um diese wahrlich existentiellen Bedrohungen immer wieder zu erklären, welche die Zivilisation beenden können – und immer wieder muss darüber etwas geschrieben werden. Auf der Titelseite, auf der Homepage“.

Die Teilnehmer gerieten ziemlich in Begeisterung bei der Diskussion, wie man Katastrophen begegnen könnte, welche mit Sicherheit im kommenden Sommer auf uns zukommen werden in Gestalt von Hurrikanen, Tornados und Waldbränden – die allesamt von den Medien mit dem angeblichen Einfluss des Menschen auf das Klima in Verbindung gebracht werden können. Obwohl sich eigentlich niemand vor Freude über die Gelegenheit, künftige Katastrophen zu politisieren, die Hände rieb, war die Begeisterung des Gremiums offensichtlich.

Alice Hill zufolge, leitendes Mitglied im Council on Foreign Relations (CFR), „erwarten wir mehr Hurrikan-Aktivität, stärkere Hitze-Extreme und höhere Gefahr von Waldbränden. Wenn diese Ereignisse eintreten, sollte dies eine offensichtliche Gelegenheit sein“ und „es könnte noch ein paar zusätzliche ,Aufhänger‘ geben, wenn wir diese Tragödien die USA betreffen sehen zusätzlich zu der Pandemie“.

Getreu ihren Wurzeln im globalistischen, von Rockefeller finanzierten CFR erklärte sie weiter: „Angesichts dieser globalen Bedrohungen brauchen wir eine globale Planung.

Man mache sich keine Illusionen! Die Bemühungen in den Medien, während der kommenden Monate die Folgen des Coronavirus‘ mit Klimawandel in Verbindung zu bringen, werden sich verdoppeln. Man wird sogar noch stärker die Ängste hervorheben bzgl. aller und jeder Ereignisse, die halbwegs als außerhalb des Normalen liegend apostrophiert werden können.

Furcht mag der stärkste Motivator der Menschheit sein. Sie wurde sehr effektiv ausgeschlachtet von Einigen, welche zumindest daran interessiert sind, unsere Wirtschaft zu schädigen mittels Abstumpfen der Ausbreitung von COVID-19. Ihre Bemühungen sind eine Road Map zu „Lösungen“ des nicht existenten Problems eines vom Menschen verursachten Klimawandels.

[Originally posted at BPR]
Link: https://www.heartland.org/news-opinion/news/mutating-virus-panic-into-climate-crisis-scares
Übersetzt von Chris Frey EIKE




Immer mehr Aprilsonne über Deutschland – Fakten und Hintergründe

Zeitweise kalter Wind und eisige Nächte – die Schönheitsfehler im sonnigen April 2020
Trotz des vielen, wärmenden Sonnenscheins und des hohen Luftdrucks wird der April 2020 im Deutschland-Mittel bei weitem nicht so warm ausfallen, wie die Rekordmonate 2018, 2009 und 2007; so um die 10,3°C sind zu erwarten. Der Mittelwert kaschiert die in der oft klaren, trockenen, meist wolkenlosen Luft bitterkalten Nächte, und bei den häufigen, unter Hochdruckeinfluss erfolgenden Einbrüchen von Polar- oder Arktikluft aus Nord bis Nordost waren auch manche Tage trotz voller Sonne noch empfindlich kühl. Wieder einmal blieb die von der grünen Propaganda kolportierte Erwärmungswirkung des Kohlendioxids (CO2) aus. Den Verlauf der Nachttemperaturen an der DWD-Station Erfurt/Weimar zeigt folgende Grafik:

Abbildung 1: Verlauf der Tagesminima (°C) an der DWD-Station Erfurt/Weimar vom 29. März bis zum 26.April 2020. Antizyklonale Kaltfronten lenkten immer wieder trockene Nordluft nach Deutschland – und nur tagsüber wärmt eben die Sonne, das CO2 aber niemals. So folgten dem bitterkalten ersten April mit fast minus 8°C noch weitere Frostnächte; Bodenfrost trat fast durchgängig auf. Bildquelle wetteronline.de, ergänzt.


Ein Wetterkartenbeispiel verdeutlicht, warum dieser April teils empfindlich kühl, dürr und sonnenscheinreich verlief:

Abbildung 2: Wetterkarten-Ausschnitt vom 20. April 2020, 1 Uhr. Ein kräftiges Hochdruckgebiet über dem Nordmeer und Skandinavien lenkt trocken-kalte Festlandsluft aus Nordosten nach Deutschland. Dabei reichte hohes Geopotential (orange) von Nordafrika bis zum Nordmeer; entfernt erinnert seine Form an den griechischen Buchstaben Omega. Solche Lagen sind sehr stabil. Weil Deutschland meist knapp auf der Ostseite des „Omegas“ lag, herrschte zwar Hochdruckeinfluss vor, doch immer wieder konnte Kaltluft aus Norden „einsickern“. Quelle der Karte wetterzentrale.de; Ausschnitt.


Ob auch die weitgehende Einstellung des Flugverkehrs im Zuge der „Corona-Krise“ diesen sonnigen, nachtkalten April begünstigt hat? Seit Mitte März, dem Beginn der Corona-Krise, sind viel weniger Cirrus-Wolken über Mitteleuropa zu beobachten. Das könnte, muss aber nicht zwangsläufig zur Nachtkälte beigetragen und die ein oder andere Sonnenstunde mehr gebracht haben, bedarf aber noch weiterer Untersuchungen und ist gewiss nicht die Hauptursache der hohen Temperaturschwankungen und des Sonnenscheinreichtums.

Abbildung 3: Sonnenaufgang mit aus Kondensstreifen entstandenen Cirrus-Wolken, das war im April 2020 selten zu beobachten. Foto: Stefan Kämpfe


Die langfristige Entwicklung der April-Sonnenscheindauer
Im Gegensatz zu Lufttemperaturen und Niederschlägen, welche im Deutschland-Mittel (DWD) ab mindestens 1881 vorliegen, ist dies bei der Sonnenscheindauer erst seit 1951 der Fall. Aber schon dieser Datensatz zeigt die merkliche Zunahme der April-Sonnenstunden:

Abbildung 4: Eine merkliche Zunahme der Sonnenscheindauer ist eine wesentliche, aber nicht die alleinige Ursache für die steigenden April-Temperaturen; sie beeinflusste deren Variabilität aber zu immerhin einem Drittel. Eine weitere Ursache der April-Erwärmung ist eine Häufigkeitszunahme bestimmter Großwetterlagen. Werte für April 2020 geschätzt. Zur Darstellung in einer Grafik musste die Sonnenscheindauer in Indexwerte umgerechnet werden.


Bis immerhin 1893 zurück reicht der Datensatz aus Potsdam, welcher im Folgenden schwerpunktmäßig analysiert wird:

Abbildung 5: Fast Gleichklang zwischen der AMO, einem Index der Wassertemperatur im zentralen Nordatlantik, der Apriltemperaturen und der Sonnenscheindauer. Einer sehr sonnigen Mitte des 20. Jahrhunderts folgte eine Depression; aber nie seit Aufzeichnungsbeginn 1893 waren die Aprilmonate derart sonnig und warm, wie momentan. Der „Gleichklang“ legt einen Einfluss der AMO nahe. Zur Darstellung in einer Grafik mussten die sehr unterschiedlichen Größen in Indexwerte umgerechnet werden.


Sonnenscheindauer und Globalstrahlung
Zwar ist die Globalstrahlung, gemessen in J/cm², ein etwas genauerer Indikator für das Strahlungsklima eines Ortes oder einer Region, doch sind Daten hierfür noch viel rarer. In Potsdam liegt sie ab 1937 vor; anhand der engen Korrelation beider Messgrößen lässt sich die Brauchbarkeit der Sonnenscheindauer für weitere Untersuchungen nachweisen:

Abbildung 6: Globalstrahlung und Sonnenscheindauer korrelieren an der Station Potsdam derart eng, dass die Betrachtung der Sonnenscheindauer im Folgenden ausreicht. Zur Darstellung in einer Grafik mussten die sehr unterschiedlichen Größen in Indexwerte umgerechnet werden.


Die Entwicklung der Häufigkeitsverhältnisse der Großwetterlagen und die Zunahme der Sonnenscheindauer
In diesem Beitrag wurde schon ausführlich darüber berichtet, welche Telekonnektionen (Fernwirkungen) die Häufigkeitsverhältnisse der Großwetterlagen in Mitteleuropa und damit die dürre, fast stets zu sonnige Frühjahrswitterung begünstigt haben könnten; darauf soll hier nur am Rande eingegangen werden. In der Abbildung 5 ist die AMO zu sehen; hinzu kommen die stark nachlassende Sonnenaktivität, die NAO, die Ausdehnung des arktischen Meereises und die Temperatur- und Strömungsverhältnisse in der Stratosphäre sowie das ENSO-Phänomen. Bei allen Klagen über das momentane Extremwetter muss auf die schon immer vorhandene starke Neigung der Frühlingsmonate April und Mai zu Extremwetter im Jahresverlauf hingewiesen werden. Die Dominanz der Großwetterlagen mit nördlichem und östlichem Strömungsanteil im April 2020 erscheint vor diesem Hintergrund weitaus weniger dramatisch:

Abbildung 7: Langfristige Häufigkeiten der zwei Wetterlagen-Cluster Nord plus Ost sowie West plus Südwest plus Nordwest. Man erkennt sehr deutlich die „Vorliebe“ der Frühjahrsmonate für die unter bestimmten Voraussetzungen trocken-kalten, klaren, sonnigen Nord- und Ostwetterlagen – so wie im April 2020.


Doch welche Großwetterlagen begünstigen einen sonnigen April? Es sind alle so genannten antizyklonalen, also diejenigen, bei welchen Hochdruckeinfluss dominiert. Das DWD-Aprilmittel der Sonnenscheindauer wird hochsignifikant von der Häufigkeit dieser Wetterlagen beeinflusst:

Abbildung 8: Sehr enger Zusammenhang zwischen der Häufigkeit der antizyklonalen Großwetterlagen und der Sonnenscheindauer im April.


Diese „Hochdruckwetterlagen“ herrschten auch im von Polarluft dominierten April 2020 vor. Doch anders als noch im letzten Märzdrittel mit teils noch strengen Nachtfrösten und kalten Tagen erwärmte die Aprilsonne die Luft tagsüber stark. Am Beispiel von Potsdam lässt sich der wärmende Einfluss der Aprilsonne langfristig belegen:

Abbildung 9: In Potsdam, wo seit 1893 auf dem Telegrafenberg gemessen wird, beeinflusste die Sonnenscheindauer die Variabilität der Apriltemperaturen zu mehr als einem Drittel, das ist wegen des hohen Stichprobenumfangs signifikant. Einige herausragend sonnig-warme und trüb-kalte Aprilmonate sind markiert. Der April 2020 wird ähnlich sonnig, aber wegen des vielen Nordwetters weniger warm als die Rekordmonate 2007, 2009 und 2018 ausfallen. Freilich haben auch andere Faktoren, wie die Strömungsrichtung, Einfluss auf die Apriltemperaturen.


Anhand der Potsdam-Daten lässt sich sehr schön der langfristige Gleichklang zwischen der Häufigkeit der antizyklonalen Großwetterlagen, der Sonnenscheindauer und der relativen Luftfeuchtigkeit im April veranschaulichen; auf die Luftfeuchte werden wir später in anderem Zusammenhang nochmals zu sprechen kommen:

Abbildung 10: Fast Gleichklang zwischen der Häufigkeit der antizyklonalen Großwetterlagen im April und der Sonnenscheindauer; die Luftfeuchtigkeit verhält sich spiegelbildlich. Sehr enge, negative Korrelation zwischen Sonnenscheindauer und Luftfeuchte (Bestimmtheitsmaß größer als zwei Drittel). Die Relation zwischen Hochdrucklagen und Sonnenscheindauer ist bei dieser Einzelstation schwächer als beim DWD-Mittel, was außer an örtlichen Besonderheiten auch daran liegen könnte, dass die Klassifizierung der Wetterlagen mit den noch ungenauen Wetterkarten vor 1950 fehlerhafter war. Dennoch ist der Zusammenhang deutlich signifikant. Zur Darstellung in einer Grafik mussten die sehr unterschiedlichen Größen in Indexwerte umgerechnet werden.


Es bietet sich geradezu an, neben den Großwetterlagen den Luftdruckmittelwert des Aprils zu betrachten:

Abbildung 11: Der Luftdruck beeinflusste im April die Variabilität der Sonnenscheindauer mit 29,4% deutlich stärker, als die Häufigkeit der A-Lagen (20,2%); außerdem korreliert er sehr eng mit den Hochdrucklagen (Bestimmtheitsmaß über 56%). Ihre größte Häufigkeit hatten die antizyklonalen Wetterlagen zur Mitte des 20. Jahrhunderts, und anders als beim Luftdruck und der Sonnenscheindauer, blieb ihre Häufigkeitszunahme nach der Depression der 1970er Jahre gering. Zur Darstellung in einer Grafik mussten die sehr unterschiedlichen Größen in Indexwerte umgerechnet werden.


Die Diskrepanz zwischen ausbleibender Häufung von Hochdruckwetterlagen, aber merklich steigendem Luftdruck und höherer Sonnenscheindauer in den etwa letzten drei Jahrzehnten illustriert die nächste Grafik:

Abbildung 12: Seit 1988 blieb die Anzahl der antizyklonalen Großwetterlagen im April nahezu unverändert – aber Luftdruck und Sonnenscheindauer stiegen merklich an. Zur Darstellung in einer Grafik mussten die sehr unterschiedlichen Größen in Indexwerte umgerechnet werden.


Ob vielleicht der massive Ausbau der Windenergie in den letzten drei Jahrzehnten (er begann 1988) zum steigenden Luftdruck über Mitteleuropa und damit auch in Potsdam beitrug? Es zeigt sich folgender Zusammenhang:

Abbildung 13: Mit dem dekadenweisen Ausbau der Windenergie stiegen auch die Luftdruckwerte im April merklich. Der Luftdruck musste zur besseren Darstellung beider Größen in einer Grafik in Indexwerte umgerechnet werden; die wahren, in Potsdam nicht auf NN reduzierten Werte siehe in den grünen Säulen.


Die Vorläufigkeit dieser Untersuchungsergebnisse muss betont werden; auch sind die gefundenen Korrelationen zwischen Anzahl der Windenergieanlagen (WEA) und dem Luftdruck in Potsdam mit 0,27 sowie der WEA-Anzahl und der Sonnenscheindauer (0,39) nur grenzwertig signifikant – Korrelationen können ohnehin kausale Zusammenhänge nur andeuten. Aber ähnliche, in diesem Falle negative Relationen zeigen sich auch zur Windgeschwindigkeit; diese nahm im April ab. Ob vielleicht mehr Staudruck durch die zahlreichen WEA und weitere Baumaßnahmen den steigenden Luftdruck mit verursacht hat? Zu den klimatischen Wetterlagen-Indikatoren, welche einen dürren, sonnenscheinreicheren April in letzter Zeit begünstigt hatten, gehören auch das abnehmende Zonalwindmittel und die ansteigende Höhenlage der 500-hPa-Fläche über Deutschland; leider liegen Daten dafür erst seit 1948 vor; doch der April 2020 wird die gefundenen Trends weiter verstärken:

Abbildung 14: Am Gitterpunkt 50°N, 10°E, das entspricht etwa der Mitte Deutschlands, nahm der Zonalwind im April in den unteren Luftschichten merklich ab; negative Werte, wie 2019, bedeuten eine Dominanz von Ostwind.


Abbildung 15: In den letzten Jahren häuften sich Fälle mit einer großen Höhenlage der 500-hPa-Druckfläche über Deutschland im April; siehe dazu auch Abbildung 2.


Austrocknung der Landschaft durch Besiedlung und Nutzungsänderung – mehr Aprilsonnenschein
In zahlreichen Beiträgen zum Wärmeinseleffekt haben KOWATSCH/KÄMPFE/LEISTENSCHNEIDER die klimatischen Auswirkungen der zunehmenden Nutzungsänderungen in Deutschland beschrieben. Wohnungs-, Gewerbe- und Verkehrsanlagenbau, die Errichtung von Wind- und Solarparks, Meliorations- und Intensivierungsmaßnahmen in der Landwirtschaft, aber auch Flussbegradigungen und weitere Veränderungen führten zu einem starken Rückgang intakter, für Wasser aufnahmefähiger Böden und Vegetationsflächen. Halbwegs brauchbare Daten für Deutschland zum Flächenverbrauch liegen erst seit den frühen 1990er Jahren in Form der so genannten „Siedlungs- und Verkehrsfläche“ vor. Sie darf keinesfalls mit der absolut versiegelten Fläche verwechselt werden, für die es leider keine verlässlichen Daten gibt; sie zeigt aber doch den Trend zur massiven Landschaftsveränderung an. Die folgende Grafik kann daher lediglich andeuten, dass der massive Flächenverbrauch in Deutschland wesentlich mit zu trockenerer Luft und mehr Sonnenschein im April beigetragen hat:

Abbildung 16: Die ständig wachsende Siedlungs- und Verkehrsfläche in Deutschland, von etwa 39.000Km² im Jahr 1990 auf etwa 51.500Km² im Jahre 2019, ging mit einer steigenden April-Sonnenscheindauer bei sinkender relativer Luftfeuchtigkeit einher. Zur Darstellung in einer Grafik mussten die sehr unterschiedlichen Größen in Indexwerte umgerechnet werden.


Luftreinhaltung und Sonnenscheindauer
Die sehr medienwirksamen Klagen der Deutschen Umwelthilfe gegen die Feinstaubbelastung in deutschen Städten täuschen über die wahre Entwicklung hinweg – diese zeigt seit drei Jahrzehnten massive Rückgänge bei Emissionen und Immissionen aller Luftschadstoffe. Wie schon bei den Nutzungsänderungen, liegen verwertbare Daten zur Luftbelastung erst seit 1990 vor; bei den Immissionen gar erst seit 1995. Sowohl Emissions- als auch Immissionswerte sanken in den letzten drei Jahrzehnten also stark – unsere Luft wurde klarer, die Fernsicht größer, der Himmel blauer. Möglicherweise atmen wir heuer die sauberste Luft seit Beginn der Industrialisierung vor gut 150 Jahren. Die Summe der Emissionen von Staub, SO2 und NO2 betrug 2019 nur noch etwa 17% der 1990er Werte! Dabei verschwand der einst so dominante Luftschadstoff Schwefeldioxid (SO2) fast völlig aus unserer Luft. Aber der fehlende „Industriedunst“ hatte auch eine intensivere und längere Besonnung zur Folge, weil es erstens weniger Kondensationskeime für Wolken- und Nebelbildung gibt; und zweitens kann nun auch die tief stehende Morgen- und Abendsonne unverschleiert scheinen:

Abbildung 17: Der Ausstoß (Emission) der Hauptschadstoffe Staub, Schwefeldioxid und Stickstoffdioxid sank seit 1990 sehr stark (braune Kurve); ebenso die Luftbelastung (Immission) mit den Schadstoffen Staub und NO2 (violett, Daten erst seit 1995). Während die Emissionen in den vergangenen 30 Jahren um mehr als 80% sanken, ging die Luftbelastung, allerdings in einem kürzeren Zeitraum von nur 25 Jahren, um fast 50% zurück. Eine wesentliche Rolle bei der Luftbelastung, vor allem mit Staub, spielen jedoch auch die meteorologischen Bedingungen (Windrichtung, Luftmasse und Luftschichtung, Niederschläge). Zur Darstellung in einer Grafik mussten die sehr unterschiedlichen Größen in Indexwerte umgerechnet werden.




Zur Rettung der Wirtschaft müssen kostspielige Klima-Maßnahmen sofort aufgegeben werden!

In einer heute veröffentlichten neuen Studie [aus welcher Auszüge unten übersetzt werden, Anm. d. Übers.] zeigt Darwall, wie die zwangsweise Auferlegung einseitiger Klimapolitik auf Wirtschaft und Industrie verheerende Auswirkungen haben wird, wenn es um die wirtschaftliche Erholung von COVID-19 geht. Net Zero wird bis zu 60 mal teurer als die hypothetischen Klima-Vorteile, und Wähler in UK, Amerika und Australien stellen die wirtschaftliche Erholung vor die Umwelt. Das geht aus einer Umfrage von IPSOS Mori Poll hervor.

Der Report zeigt auf, dass die Kohlendioxid-Emissionen des Westens vor Ausbruch der Pandemie nur ein Viertel der globalen Emissionen ausmachten:

„Es ist ebenso naiv wie sinnlos zu denken, dass der Schwanz der Emissionen des Westens mit dem globalen Klima-Hund wackeln wird“, sagt Darwall.

Was viel wahrscheinlicher den Untergang von UN-Klimaverhandlungen bewirken wird, ist der tiefe Graben, der sich aufgrund des katastrophalen chinesischen Verhaltens bzgl. des COVID-19-Virus‘ aufgetan hat.

„Es ist kein Zufall, dass die UN-Klimagespräche in Gang kamen nach dem Ende des Kalten Krieges“, sagt Darwall. Die Abkühlung der Beziehungen zwischen den USA und China und das Wiederaufflammen geopolitischer Rivalitäten nach 30 Jahren werden wahrscheinlich zum Ende der globalen Klima-Agenda führen, ist sich Darwall sicher.

Der Report von Rupert Darwall ist jetzt von der GWPF veröffentlicht worden:

Link: https://www.thegwpf.com/costly-climate-policies-must-be-abandoned-to-save-economy/
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Das Damokles-Schwert für das Klima

Industrie, Null Kohlenstoff und der Antikapitalismus des IPCC

Rupert Darwall

Grundlagen:

Warum 1,5°C? Das gesteckte Ziel des im Jahre 1992 gegründeten UNFCCC ist es, eine gefährliche anthropogene Einmischung in das Klimasystem zu verhindern. Dies ist von Europäischen Regierungen in Gestalt einer Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf nicht mehr als 2°C vor der industriellen Ära definiert worden, was sofort Eingang in die UN-Klimatexte fand. Im Vorfeld der Klimakonferenz in Kopenhagen im Jahre 2009 behaupteten kleine Inselnationen, dass bei dem 2°C-Ziel ihre Häuser Gefahr liefen unterzugehen. Als Folge ihrer Lobbyarbeit spricht man im Paris-Abkommen 2015 von ,weitergehenden Bemühungen‘, den Temperaturanstieg auf 1,5°C über dem präindustriellen Niveau zu begrenzen.

Welcher wissenschaftliche Hintergrund steht hinter der Behauptung, dass kleine Inseln nur vor dem Untergang gerettet werden können, wenn die Temperatur um höchstens 1,5°C steigt? 1,5°C zur Rettung kleiner Inseln ist ein brillanter Terminus, der sich zu 100% als falsch herausstellt. Vor fast 200 Jahren schrieb Charles Darwin, dass sich Korallenatolle bilden infolge des langsamen Absinkens des Meeresgrundes. Sogar obwohl grüne Aktivisten – vom UN-Generalsekretär abwärts – fälschlich das Gegenteil behaupten, kommen heutige Forschungen zu dem Ergebnis, dass viele angeblich bedrohte Atolle ihre Landfläche vergrößert haben.

Warum jetzt? Im Paris-Abkommen war vom Erreichen des Net Zero-Zieles irgendwann in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts die Rede. Im Jahre 2018, drei Jahre nach der Pariser Klimakonferenz, veröffentlichte das IPCC seinen 1,5°C-Sonderreport. Das IPCC erklärte, dass Net Zero um das Jahr 2050 erreicht werden müsse und dass die Emissionen bis zum Jahr 2030 um 40% sinken müssen. Dieses Ultimatum des Jahres 2030 löste die gegenwärtige Welle intensivierten Klima-Alarms aus mit Floskeln wie ,12 Jahre, um den Planeten zu retten‘ – als ob ein globaler Temperaturanstieg um etwa 0,5°C vom gegenwärtigen Niveau eine planetarische Katastrophe herauf beschwören würde.

Auf welcher Grundlage ordnete das IPCC Net Zero bis zum Jahr 2050 an? In seinem vor vier Jahren veröffentlichten 5. Zustandsbericht (AR 5) erklärte das IPCC, dass ein 1,5°C-Kohlenstoff-Budget bereits weitgehend aufgebraucht sei. Daher musste das 1,5°C-Budget neu verpackt werden, um zu vermeiden, dass das neue, niedrigere Temperaturlimit obsolet wurde. Der Prozess der Revision des Kohlenstoff-Budgets zeigt, dass es sich dabei eher um Spiegelfechterei als um harte Wissenschaft handelt – mit viel Spielraum für subjektive Urteile und Entscheidungen.

Warum hat sich das IPCC entschlossen, einen Klima-Notstand auszurufen? Das IPCC sagt, dass Net Zero die Gelegenheit bietet für eine ,absichtliche gesellschaftliche Transformation‘. Tatsächlich macht das IPCC keinen Hehl aus seiner Überzeugung, dass Kapitalismus und wirtschaftliches Wachstum die Zukunft des Planeten gefährden.

Durch was möchte das IPCC den Kapitalismus ersetzen? Das Erreichen von Net Zero bis zum Jahr 2050 erfordert eine zwangsweise zentrale Planwirtschaft von oben nach unten im globalen Maßstab, welche Energie, Produktion, Konstruktion, Transportwesen, Landwirtschaft und Landverbrauch betrifft.

Wie viel wird das kosten? Das IPCC versucht, die Kosten unter den Teppich zu kehren und sagt lediglich, dass die Kosten bzgl. des 1,5°C-Zieles begrenzt seien. Die wenigen vom IPCC genannten Zahlen implizieren, dass die Kosten der politischen Maßnahmen zum Erreichen von Net Zero bis 2050 61 mal höher sein dürften als die geschätzten Klima-Vorteile, was zeigt, dass das 1,5°C-Ziel ein willkürliches Ziel ist, welches massiven politischen Overkill erfordert zu gewaltigen Summen Geldes auf Kosten des menschlichen Wohlergehens.

Welche wahrscheinlichen Auswirkungen wird das alles auf die Armen dieser Welt haben? Das IPCC räumt ein, dass drakonische Emissions-Reduktionen höhere Preise für Nahrungsmittel und Energie bedeuten, wobei Letzteres den Übergang zu sauberem Kochen verzögert und damit einen Hauptgrund vorzeitiger Todesfälle in Entwicklungsländern am Leben hält.

Gibt es überhaupt eine Chance, bis 2050 Net Zero zu erreichen? Egal was man in Europa und den USA macht – nein, es gibt keine Chance. In weniger als eineinhalb Jahrzehnten hat die Zunahme der Kohlendioxid-Emissionen in den Entwicklungsländern die gesamten Emissionen der USA und Europas zusammen überflügelt.

Warum sollten Unternehmen Net Zero anpeilen, wenn die Regierungen der Welt dieses Ziel meilenweit verfehlen? Einseitiges Anstreben von Net Zero wird Unternehmen, deren Anteilseigner und Beschäftigte sowie Verbraucher und lokale Gemeinden ärmer machen. Es gibt keine ökonomische, soziale oder ethische Rechtfertigung für Selbst-Verarmung, werden doch dadurch nur grüne Profithaie und die Konkurrenten des Westens begünstigt. Kapitalismus ist abhängig davon, dass Unternehmen Innovationen und Wettbewerb austragen. Investoren und die Gremien, welche erzwingen wollen, dass Unternehmen zu Werkzeugen der Politik werden, unterminieren die Antriebsenergie des Kapitalismus‘, also des einzigen Wirtschaftssystems, welches langfristig ökonomisches Wachstum sichert. Mit diesen Aktivitäten heben sie ein Grab aus für den Westen und ebnen der ökonomischen Führerschaft der aufsteigenden Mächte des Ostens den Weg.

Das Coronavirus und das 1,5°C-Ziel

Der Shutdown der gesamten globale Ökonomie ist der einzige Weg, ein Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Das sagte der ehemalige UN-Klimaboss Yvo de Boer im Vorfeld des Paris-Abkommens 2015. Jetzt können wir sehen, was ein globaler Shutdown bedeutet. Anders als irgendeine wirtschaftliche Erholung nach dem COVID-19-Lockdown erlaubt die Dekarbonisierung keinerlei Erholung; sie geht weiter und immer weiter, Jahr für Jahr, Jahrzehnt für Jahrzehnt. In einer rationalen Welt würden Regierungen ökonomisches Wachstum vor Dekarbonisierung stellen. Nichtsdestotrotz steht die Übernahme des 1,5°C-Zieles auf der Grundlage eines PR-Gags, nicht auf Vernunft oder Analyse. Zwei Faktoren jedoch dürften 1,5 Grad und Net Zero verschwinden lassen. Ersterer ist die Zunahme der Emissionen in nicht-westlichen Ländern, wie diese Graphik veranschaulicht:

Seit 1979 brauchte der Rest der Welt 33 Jahre für den Anstieg von Kohlendioxid-Emissionen um 63%, das beläuft sich im statistischen Mittel auf 1,6% pro Jahr.

Es gibt einen markanten Wendepunkt im Jahre 2002, nach welchem es nur 12 Jahre dauerte, bis die Emissionen des Restes der Welt um 77% stiegen – was sich auf eine Wachstumsrate von 4,9% pro Jahr beläuft – also auf ein Niveau, das dreimal so hoch ist wie das Niveau des Westens.

Der zweite Faktor ist die Rückkehr von Geopolitik. Mit seinem Verhalten bzgl. der Pandemie hat sich China – der weltgrößte Emittent von Treibhausgasen – selbst als arglistig betrügender Faktor erwiesen. Bei Großmacht-Ambitionen gibt es keinen Platz für einen multilateralen Prozess, welcher die Ökonomien der Teilnehmer nebst deren nationaler Sicherheit unterminiert. Irgendwann wird der Groschen fallen.

Summary

Das Geschäftsleben steht jetzt so an vorderster Front der Klima-Kriege wie nie zuvor. Unternehmen werden aufgefordert, ihre Geschäfts-Strategien den Zielen des Paris-Abkommens unterzuordnen. Der Finanzbereich wird zu der Waffe umfunktioniert, welche diese Forderung untermauert. In dieser Studie werden die Entwicklungen in den Zusammenhang gestellt mit der Fast-Sicherheit, dass Regierungen, die nominell Teilnehmer des Paris-Abkommens sind, keinerlei Absicht haben, ihre Treibhausgas-Emissionen bis Mitte dieses Jahrhunderts zu eliminieren – obwohl das IPCC genau das als erforderlich betrachtet, um einen Temperaturanstieg um mehr als 1,5°C über das vorindustrielle Niveau zu verhindern (Abschnitt 1).

Die Forderung zugrunde zu legen, dass sich das Geschäftsleben über Gesetze und Vorschriften hinwegsetzen soll, ist der Standpunkt, dass es die Rolle der Geschäfte ist, Gutes zu tun; im Endeffekt wie eine Wohltätigkeitsorganisation, die zufällig Profite erzielt. Dies ist ein ausgeprägtes Missverständnis der Funktionsweise des Kapitalismus‘. Dieser ist der unermüdliche Effekt von Wettbewerb und dem Imperativ zu Innovationen, welche die materiellen Umstände der Menschheit transformiert haben. Die Bindung von Unternehmen an die Fesseln der Anteilseigner und der Druck auf die Unternehmen, bzgl. Klimaschutz gegen die Interessen der Aktionäre zu handeln droht, dem Kapitalismus die Lebenskraft zu entziehen. Bereits in den 1940er Jahren sagte Joseph Schumpeter, dass die größte Bedrohung des Kapitalismus‘ aus dem Kapitalismus selbst kommt (Abschnitt 2).

Das Absenken des Zieles von 2°C auf 1,5°C trieb den Zeitplan zum Erreichen des Net Zero-Zieles. Dieses Absenken erfolgte aufgrund einer nachhaltigen Kampagne kleiner Inselnationen mit dem Narrativ, dass ihre Länder wahrscheinlich in de Wellen versinken werden. Genau wie die ikonische Drohung des Aussterbens der Eisbären stellt sich dies immer mehr als falsch heraus und als jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehrend (Abschnitt 3).

[Abschnitte 4 und 5 behandeln ausführlich die Begleiterscheinungen des 1,5°C-Zieles. In den Abschnitten 6, 7 und 8 geht es um Ideologie und die Ablehnung jeder Diskussion um die IPCC-Ziele.]

Conclusion: Die Coronavirus-Pandemie und das 1,5°C-Limit

Wir lernen jetzt gerade, was ein Shutdown der Weltwirtschaft wirklich bedeutet. In der Folge der Coronavirus-Pandemie wollen die meisten Regierungen eine V-förmige Erholung. Bei Dekarbonisierung ist es anders. Davon können sich Ökonomien niemals erholen.Da die Net Zero-Kosten ein Vielfaches der hypothetischen Klimavorteile ausmachen, wird eine aggressive Dekarbonisierung als Bremse für jede Erholung nach einer Pandemie wirken. Das IPCC stellt klar, dass das 1,5°C-Ziel eine fundamentale Umstrukturierung von Nachfrage und Versorgung global erfordert. Die Ökonomie wäre permanent geringer, die Menschen wären ärmer, und die riesigen, während der Pandemie aufgehäuften Schuldenberge würden immer schwerer wiegen.

Mit der globalen Ausbreitung des Virus‘ und hier vor allem auch in ärmere Länder tritt immer klarer hervor, dass es nur die reichen Länder sind, welche sich längere Lockdowns leisten können. Nur die reichen Länder können teure Gesundheitssysteme bezahlen, um gegen die Krankheit vorzugehen. Soziale Distanz ist für Wohlhabende erträglicher und bedeutet Härten für die Armen. In Städten wie New York, Chicago und Los Angeles wirkt COVID-19 auf die Minderheiten weitaus verheerender. Mit der Verlangsamung wirtschaftlichen Fortschritts lässt Klimapolitik die Verwundbarkeit gegenüber Pandemien zunehmen – vor allem bei den weniger Begüterten in reichen Ländern, und sie verringert die Optionen, damit in ärmeren Ländern umzugehen.

In einer rationalen Welt würde man dem Imperativ der ökonomischen Erholung und Wiederbeschaffung der im Shutdown verloren gegangenen Arbeitsplätze alles andere unterordnen. Natürlich wird es Regierungen geben – befeuert von grünen Aktivisten – die an eine Null-Kohlenstoff-Erholung glauben. Es gibt kaum einen Politiker, der so ehrlich ist, über die unvermeidlichen Kompromisse zu reden. Emanuel Macron ist einer davon. Niemand zögert, ,sehr tiefgreifende, brutale Entscheidungen zu treffen, wenn es um die Rettung von Leben geht‘ Macron sagte der Financial Times: „Gleiches gilt für das Klima-Risiko“. Länder, die sich dem verschreiben, werden tatsächlich geringeres Wachstum verzeichnen, und der Lebensstandard der Bürger wird entsprechend niedriger sein. Es wird Europas Abstieg in ökonomische und soziale Vergreisung beschleunigen, wenn der Kontinent sich aus dem Wettbewerb ökonomischen Wachstums im 21. Jahrhundert verabschiedet. Das sollte eigentlich ausreichend sein, um das 1,5°C-Ziel in die Tonne zu treten. Aber wie dieser Report belegt, hätte dieses 1,5°C-Ziel in einer rationalen Welt von Anfang an niemals gesetzt werden dürfen. Wenn es um Klimapolitik geht, ist die Vernunft auf der Strecke geblieben.

Es gibt jedoch noch einen anderen Faktor, der diesem Ziel entgegen steht, nämlich die internationalen Beziehungen. Artikel Drei fordert vom national bestimmten Beitrag einer jeder Partei, ein Fortschreiten über das Bisherige hinaus vorzulegen und die ,höchstmögliche Position‘ zu umreißen. Die nächste UN-Klimakonferenz wird die Effektivität des Paris-Geredes auf die Probe stellen und enthüllen, ob Paris genauso eine Totgeburt ist wie bisherige Klima-Abkommen. Adam Tooze von der Columbia University schreibt gerade an einer Historie internationaler Klimapolitik. Er geht so weit zu behaupten, dass COP26, geplant in Glasgow, ein ,Schlüsselereignis globaler Historie‘ sein wird. Die Konferenz würde der Dreh- und Angelpunkt sein, die zweite Runde national bestimmter Beiträge der Länder aufzuwerten, und sie würde zeigen, ob der Zeitplan des IPCC, die globalen Emissionen bis zum Jahr 2030 zu halbieren, realistisch oder nichts weiter als Schaumschlägerei ist. Dank der Pandemie ist die Konferenz verschoben worden.

Das Abkommen selbst ist ein flüchtiges geopolitisches Moment, welches vergangen ist. Dessen Ursprung war die Lektion, welche die Obama-Regierung aus dem Fiasko der Kopenhagen-Konferenz 2009 gelernt hatte: dass der Schlüssel zu einem neuen globalen Klima-Pakt in Peking lag. Die Aussichten auf ein Abkommen verbesserten sich, als Xi Jinping im Jahre 2012 an die Macht kam und signalisierte, dass die kommunistische Partei erkannt habe, dass die Chinesen sauberere Luft wollen. „Unsere Bürger lieben glühend das Leben“, sagte Xi im November 2012. „Sie wollen bessere Bildung, mehr stabile Arbeitsplätze, mehr Einkommen, größere soziale Sicherheit, bessere Gesundheitsvor- und -fürsorge, verbesserte Wohnbedingungen und eine bessere Umwelt“.

Bei seinem ersten Treffen als Präsident mit Barack Obama im Juni 2013 erklärte Xi sein neues Modell der Beziehungen großer Länder, wobei China mehr als auf gleicher Höhe mit den USA stehend behandelt wird. Intensivierte Gespräche führten im November 2014 in Peking zu einer gemeinsamen Erklärung zum Klimawandel. Die zwei Präsidenten wollten eng zusammen arbeiten und ,wesentliche Hindernisse aus dem Weg zu räumen, die einem erfolgreichen globalen Klima-Abkommen in Paris entgegen stehen‘. Auf einem Folgetreffen mit Xi stellte Obama fest: „Unsere Kooperation und unsere gemeinsamen Erklärungen waren entscheidend für das Zustandekommen des Paris-Abkommens“.

Obwohl als Klimaretter gefeiert, setzt China seinen Run auf Kohle mit voller Stärke fort. Eine Übersicht Kraftwerk für Kraftwerk von CoalSwarm im Jahre 2018 ergab, dass 259 GW neuer Kapazität in China in Entwicklung sind, vergleichbar mit der gesamten US-Flotte (266 GW). Sobald diese Kraftwerke in Betrieb genommen werden, wird Chinas Kohleerzeugung von gegenwärtig 993 GW um 25% steigen. Außerhalb Chinas ist das Land involviert in 240 Kohlekraftwerk-Projekten in 25 Ländern als Teil seiner Belt and Road Initiative.

Und jetzt ändert die Pandemie alles. Deren Konsequenzen abzusehen ist noch zu früh. Die Tatsache, dass das Coronavirus von China aus seinen Zug um die Welt begann, dass chinesische Bürokraten skrupellos Nachrichten bzgl. der Ausbreitung und der Infektiösität desselben unterdrückten, dass chinesische Funktionäre weiterhin Lügen verbreiten in Gestalt der Lancierung von Gerüchten einer amerikanischen Involvierung zu Beginn der Pandemie – all das bedeutet, dass dem kommunistischen Regime Chinas ab sofort mit tiefstem Misstrauen begegnet werden muss, sind doch dessen gute Absichten als ein zuverlässiger Partner durch das Virus zerschlagen worden.

Nach dem Abflauen der Pandemie wird es für die unmittelbaren Nachbarn Chinas eine doppelte Priorität geben: sie müssen sowohl ihre Ökonomien als ihre nationale Sicherheit stärken. Japan, die drittgrößte Ökonomie der Welt und – seinen Klima-Versprechungen zufolge – ein verdeckter Klimawandel-Agnostiker, wird seine Sicherheit bestimmt nicht aufs Spiel setzen durch die Übernahme von Net Zero. Andere Länder der Region wie Südkorea werden durch den UN-Klimaprozess nicht als ,entwickelt‘ eingestuft und entgehen daher der Überprüfung als primäre Emittenten.

Die stärksten Konsequenten all dessen werden die langfristigen Auswirkungen auf die chinesisch-amerikanischen Beziehungen sein. Wer auch immer die Wahlen zum Weißen Haus im November gewinnt – Xis Ambition eines neuen Modells von Beziehungen zwischen großen Ländern ist tot. Für Donald Trump ist das chinesische Verhalten die Rechtfertigung für die Ablehnung des früheren Zwei-Parteien-Konsens‘, dass ein Engagement mit China – etwas, dass Trump als ökonomisch und strategisch nachteilig für die USA einstuft – dessen Regime liberalisieren werde. Xis historische Umsetzung falsifiziert die Liberalisierungs-These der Globalisten.

Falls Trump wiedergewählt wird, kann eine offene Rivalität zwischen China und den USA sehr gut ein neues Paradigma internationaler Beziehungen definieren. Dies würde die UN-Klimagespräche von einer Kapitelüberschrift zu einer Fußnote der Geschichte degradieren. Es ist kein Zufall, dass das Globale-Erwärmung-Theater erst zum Ende des Kalten Krieges anfing und die UN-Klimawandel-Konvention nach dessen Ende in Erscheinung trat. Die Abschwächung geopolitischer Spannungen war eine Vorbedingung dafür, dass die UN-Klimagespräche Fahrt aufnehmen konnten. Genauso wird die Rückkehr dieser Spannungen die globale Erwärmung in den Hintergrund drängen. Wie mit dem Coronavirus heute hätte die Welt dann nämlich weitaus wichtigere Themenbereiche, über die sie sich Sorgen machen muss. 1981 war das letzte Jahr, in welchem die Kohlenstoff-Emissionen des Westens jene aus dem Rest der Welt übertrafen. Ab 1989 und seit dem Fall der Mauer in Berlin machen die Emissionen des Westens nur noch etwa 46% der globalen Emissionen aus. Bevor die Pandemie zuschlug, waren es etwa 25%. Der Schwanz der Dekarbonisierung im Westen wird nicht mit dem Schwanz des globalen Hundes wedeln. Zu versuchen, Net Zero zu erreichen, wäre in der Tat eine tiefgreifende und brutale Entscheidung – zugunsten des Verschwindens von der Weltbühne.

Das ganze PDF ist hier:

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Alarmisten und Medien konstruieren fälschlich eine Verbindung zwischen Coronavirus und Klima

Während des vorigen Monats haben Autoren bei Climate Realism wiederholt die Myriaden von Versuchen seitens von Klima-Alarmisten dokumentiert, bzgl. COVID-19 fälschlich Behauptungen aufzustellen, wonach der Klimawandel, angeblich vom Menschen verursacht, dafür sorgt, dass tödliche Pandemien immer häufiger auftreten und immer gravierender werden.

In einem Editorial für The Hill hat Vinod Thomas von der World Bank Group – eine Organisation, welche wiederholt entscheidende Energieprojekte in armen Entwicklungsländern im Namen des Kampfes gegen den Klimawandel verhindert hatte – geschrieben, „dass es einen Link gibt zu Pandemien wie COVID-19, weil in einer wärmeren Welt zusammen mit menschlichen Eingriffen in Wildnis-Habitate es für ein Virus viel einfacher ist, vom Tier auf den Menschen überzuspringen“.

Das Magazin Time wollte nun bei der Erfindung von Klima-Märchen nicht außen vor bleiben, und so hat Klima-Autor Justin Worland geschrieben: „Zwar habe ich keine Belege dafür, dass der Klimawandel diesem spezielle Virus dabei geholfen hat, vom Tier auf den Menschen überzuspringen, oder dass ein wärmerer Planet bei der Ausbreitung des Virus‘ geholfen hat. Es ist aber wohl ziemlich klar, dass grob gesagt der Klimawandel wahrscheinlich zu einem Aufwärtstrend bei zukünftigen Epidemien führt, verursacht durch Viren und andere Krankheitserrege“.

Die Journale Business Insider und Scientific American haben ebenfalls Artikel veröffentlicht, in denen eine angebliche Verbindung zwischen Klimawandel und Pandemie auf den Schild gehoben wird. Vor allem der Autor des Artikels im Business Insider, welcher den Titel trägt „Climate change is only going to make health crises like coronavirus more frequent and worse“, ist der Gründer eines Unternehmens, welches nach dem Prinzip Müll zu Energie als Low-Carbon-Methode im Vergleich zur konventionellen Energieerzeugung vermarktet.

Der Beitrag im Scinetific American wurde von dem WHO-Forscher Arthur Wyns verfasst. Seinen Artikel kann man getrost als Ablenkungsmanöver betrachten von der verheerenden Reaktion der WHO auf das Coronavirus, ein klassischer Fall dieser Art. Wyns zufolge sollen wir das Klima und nicht die WHO für die rasante Ausbreitung von COVID-19 verantwortlich machen. Die WHO hat den Ernst von COVID-19 selbst dann noch herunter gespielt, als schon Tausende Menschen in vielen Ländern infiziert worden und gestorben waren. Viel zu lange hatte es gedauert, bis die Organisation eine Pandemie ausgerufen hat.

Unter Hinzufügung von Beleidigungen zu dem Schaden agierte die WHO als Propagandaminister für die kommunistische Führung Chinas, nutzte sie doch die chinesischen Staatsmedien, um wiederholt die Reaktion des Landes auf die Pandemie zu loben, wobei die Tatsache heruntergespielt wurde, dass China der Ausgangspunkt des Virus‘ war und dass die Maßnahmen der Regierung bei der Ausbreitung desselben halfen. Die WHO wandte sich auch gegen die Schließung von Grenzen für Reisende aus China, was Amerika, Europa und den Rest der Welt öffnete für Überträger des Virus‘, die aus Wuhan geflohen waren. Auf widerliche Weise haben CNN und andere Anti-Trump-Medienportale in den USA Gleiches getan.

Jeder einzelne dieser Schreiberlinge hätte sich dessen bewusst sein sollen, dass jede angebliche Verbindung zwischen übertragbaren Krankheiten und Klimawandel Unsinn ist. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass übertragbare Krankheiten wie Grippe und COVID-19 bei kühlen und nassem Wetter im Herbst, Winter und Frühling viel häufiger auftreten als im Sommer bei Wärme und Trockenheit. Es ist Allgemeinwissen, dass die Grippesaison der Zeitraum von Herbst bis Frühjahr ist. Auch Erkältungen kommen im Sommer viel seltener vor, obwohl es sie natürlich auch dann gibt.

Historisch waren Kaltperioden mit Hunger durch Missernten und der rapiden Ausbreitung von Pandemien wie der Pest verbunden, welche während der Kleinen Eiszeit wild um sich gegriffen hatte. Im Gegensatz dazu waren wärmere Perioden dadurch gekennzeichnet, dass sich Pandemien typischerweise abschwächen, wenn gleich auch nicht völlig verschwinden, aber auch Hunger und Mangelernährung nehmen rapide ab. In Kapitel 7 des NIPCC-Reports mit dem Titel „Climate Change Reconsidered: Biological Impacts“ werden die Ergebnisse Dutzender begutachteter Studien vorgestellt, denen zufolge frühzeitige Todesfälle durch Krankheiten während kalter Perioden weitaus häufiger vorgekommen waren.

Im Jahre 2010 analysierte der BBC-Gesundheits-Korrespondent Clare Murphy die Sterblichkeit-Statistik des Statistikbüros von UK von 1950 bis 2007. Sein Ergebnis: „Für jedes Gran eines Temperaturrückgangs unter 18°C stiegen die Todesfälle in UK um fast 1,5%“.

Der Analyst im US-Innenministerium Indur Goklany kam in einer Studie über Statistiken von Todesfällen in den USA zu ähnliche Ergebnissen. Jener offiziellen Statistik zufolge sterben während der Monate Dezember bis März etwa 7200 Amerikaner pro Tag – im Vergleich zu 6400 Todesfällen pro Tag im übrigen Jahr.

In einem im Southern Medical Journal im Jahre 2004 veröffentlichten Artikel schrieben W. R. Keatinge und G. C. Donaldson: „Todesfälle mit Bezug zu Kälte sind weitaus zahlreicher als solche mit Bezug zu Wärme oder Hitze, und zwar in den USA, in Europa und fast allen Ländern außerhalb der Tropen, und fast alle Todesfälle sind auf allgemeine Krankheiten zurückzuführen, welche durch Kälte verstärkt werden“.

Im Gegensatz zu den Thesen der Angsterzeuger, welche einen Klima-Betrug vor sich her treiben, weist der überwältigende Großteil wissenschaftlicher Beweise darauf hin, dass es Kälte und nicht Wärme ist, die tötet. Folglich würde es in einer wärmeren Welt mit kürzeren und weniger strengen Wintern zu weniger vorzeitigen Todesfällen führen dürfte – ein Vorteil, der einen geringen Anstieg wärmebezogener Sterblichkeit überwiegen könnte.

Quellen: Climate Realism; Climate Realism; Climate Realism; Nongovernmental International Panel on Climate Change

Link: https://www.heartland.org/news-opinion/news/alarmists-media-falsely-link-coronavirus-to-climate

Übersetzt von Chris Frey EIKE