Ältere Menschen starben 2020 in Deutschland mit COVID-19 später als 2016 bis 2019 ohne COVID-19.

In seinem Artikel „Die Maskenpflicht wird immer zweifelhafter.“ stellt Dr. med. Ziegler – eher am Rande – (hier) fest, „ … mit einem Durchschnittsalter der Verstorbenen von 80 Jahren oder darüber ist COVID eine natürliche Todesursache, man stirbt daran in der Regel aus Altersschwäche“.

Randbemerkung zu den Masken

Zunächst aber eine Randbemerkung zu seinem eigentlichem Thema: Nicht nur er begründet die Unwirksamkeit der Masken u.a. mit der Größe des einzelnen Virions von unter 0,1 Mikrometer Durchmesser, deren Eindringen selbst durch die aufwendigeren Masken nicht verhindert würde. Das ist zwar richtig aber insofern nicht ganz stichhaltig, als die Infektionswahrscheinlichkeit proportional der Anzahl der eingedrungen Virionen ist. Grundsätzlich werden sie nicht als einzelne Viruspartikel transportiert sondern in Tröpfchen bzw. Aerosolen. Ihre Anzahl in denselben ist wiederum in etwa proportional dem Volumen des Trägers, Tröpfchen oder Aerosol. Mit den gemessenen mittleren Durchmessern aus Abb. 1 ist dieses Volumenverhältnis ca. 2 Millionen zu Eins (Tröpfchen: d=520 μm zu Aerosol: d=4 μm). Damit dürfte der überwiegende Anteil der Infektionen über Tröpfchen verlaufen.

Abbildung 1: Gemessene Größenverteilungen von Aerosolen und Tröpfchen bei Husten (Quadrate) und normalem Sprechen (Kreise). https://doi.org/10.1101/2020.07.16.20155572

Dieser dominierende Übertragungsweg wird auch durch weniger aufwendige Masken behindert, allerdings nicht so sehr durch das Zurückhalten der Tröpfchen und Aerosole. Ihre Schutzwirkung besteht vor allem in der Abbremsung der ausgestoßenen Teilchen, deren räumliche Ausbreitung dadurch auf ca. 40 bis 50 cm reduziert wird gegenüber sonst ca. 150. Ihre Anzahl wird dagegen kaum mehr als um 30% verringert. Schuld sind die Undichtigkeiten an den Rändern, durch die insgesamt gut 70% entweichen – allerdings eben abgebremst. Eine Randbedingung für geschlossene Räume bleibt aber – mit oder ohne Masken – zu beachten, dass nämlich ausreichende Frischluftzufuhr die Akkumulation von Aerosolen mit ihrer geringeren Sedimentationsgeschwindigkeit verhindert. Soweit die Randbemerkung.

Datenbasis

Wie zuvor schon (hier) begründet, sind statistische Daten zu Todesfällen – ohne jede Berücksichtigung der Todesursache – die mit Abstand solideste quantitative Information, die zu den gesundheitlichen Folgen einer Epidemie erhoben werden kann. Für die z. Zt. erhobenen und meist unkritisch weiter verbreiteten Zahlen von „Covid-19 Opfern“ gilt das schon nicht mehr. Die Verursachung des Todes durch SARS-CoV-2 wird in aller Regel ohne ausreichende pathologische Untersuchung getroffen und auf dem Totenschein so bescheinigt allein auf Grund der Tatsache, dass der Verstorbene – auch – klinische COVID-19 Symptome zeigte. Das RKI hatte sogar ausdrücklich gerügt, wo Kliniken diese Verursacherfrage mittels dieses wichtigen Instruments der medizinischen Qualitätssicherung hatten klären wollen. Als ‘harte‘ Angabe kann also nur die Tatsache gelten, dass ein Patient mit Covid-19 verstarb. Der Bruchteil derer, die nicht nur mit sondern an Covid-19 d.h. hauptursächlich wegen der Infektion mit SARS-CoV-2 verstorben sind, wird nur mit großer Unsicherheit feststellbar sein, so dass solche Angaben keine verlässlichen Schlussfolgerungen erlauben.

Als Quelle wurden wieder Daten des Statistischen Bundesamtes (DeStatis, hier) und von STATISTA (hier) ausgewertet. DeStatis stellt die Altersverteilung der bundesrepublikanischen Sterbefälle zur Verfügung. STATISTA verbreitet neben unzähligen anderen statistischen Daten die vom RKI aufbereiteten Zahlen von Sterbefällen mit Covid-19 Symptomatik. Beide Quellen bieten Klassifizierung auch nach Alter und Geschlecht an. Zuverlässigere Quellen sind mir nicht bekannt.

Altersverteilung der Sterbefälle mit Covid-19

Für seine Einstufung von COVID-19 als „natürliche Todesursache“ verweist Dr. Ziegler auf eine aktuell vom RKI publizierte Altersverteilung der Sterbefälle mit COVID-19 Diagnose, wie sie von STATISTA (siehe oben) mit dem Stand vom 17.11.2020 verbreitet wurde. Als erfahrenem Arzt genügte ihm offensichtlich der Blick auf die dort als Balkendiagramm dargestellte Häufigkeitsverteilung von Frauen und Männern in Abhängigkeit vom Sterbealter. Abbildung 2, links zeigt dieses Balkendiagramm.

Dem weniger Erfahrenen bestätigt das rechte Feld in Abb. 2 die Aussage, daß das mittlere Sterbealter mit COVID-19 (im Median) für Männer mit etwas über 81 und für Frauen mit etwas über 85 Jahren sich von einer ‘normalen‘ Alterssterblichkeit nicht unterscheiden lässt.

Abbildung 2: Altersverteilungen der Sterbefälle mit COVID-19 in Deutschland. Links als differentielle, rechts als integrale Häufigkeitsverteilung. Quelle: https://tinyurl.com/yyzgkomj

Altersverteilung der Sterbefälle mit und ohne Covid-19

Nachdem die Gesamtsterblichkeit der COVID-19 Wellen des Jahres 2020 gemessen an den Grippewellen der vorhergehenden Jahre deutlich bis erheblich geringer ausfällt (hier), sollte doch wenigsten der stellenweise als dramatisch beklagte Verlust an Lebenszeit in den Altentagesstätten und bei den alten Mitbürgern überhaupt sich in der Altersverteilung der COVID-19 Sterbefälle bemerkbar mache.

Zur Prüfung dieser Vermutung bietet sich der Vergleich an mit den Daten der Altersverteilungen der Gesamtsterblichkeit, d.h. ohne Berücksichtigung von Todesursachen, die das Statistische Bundesamt für die Jahre 2016 bis 2019 in einer Sonderauswertung (siehe oben) am 20.11.2020 bereitstellte. Für die Jahre 2016 bis 2019 kann postuliert werden, dass COVID-19 als Todesursache keinen Betrag zur Sterblichkeit in diesen Jahren geliefert hat. Somit sollten ein Vergleich der Altersverteilungen der Sterbefälle, die den Kurven in der Abb. 2, rechts entsprechen, unter Umständen die Behauptung Dr. Zieglers widerlegen können. Die mit Covid-19 Verstorbenen verstarben möglicherweise doch verfrüht!

Als Vergleichswert wurde für jede Altersklasse in den DeStatis Tabellen der arithmetische Mittelwert der jährlichen Gesamtsterblichkeit in den Referenz-Jahren 2016 bis 2019 gebildet (notiert als <2016-2109> in den Abbildungen 3 bis 6). Die Altersverteilung dieser Mittelwerte stellt insofern eine ‘normale‘ Referenzkurve dar, als SARS-CoV-2 in diesen Jahren nichts zur Sterblichkeit hat beitragen können und auch die Gesundheitsbehörden diese Jahre als ‘normal‘ bewerteten. Auch sind keinerlei der in 2020 für die Eingrenzung der SARS-CoV-2 als unverzichtbar postulierten Katstrophenschutzmaßnahmen zuvor jemals nur angedacht, geschweige denn verhängt worden.

Abbildung 3: Vergleich der Altersverteilung der weiblichen Sterbefälle mit COVID-19 (grüne Kurve) mit der Altersverteilung des Mittelwerts aller weiblichen Sterbefälle der Jahre 2016-2019 in DE (ockergelbe Linie). Gestrichelte Linien markieren die Schätzung eines Medianwerts des Sterbealters.

Die detailliertere Darstellung in Abb. 3 bestätigt Dr. Zieglers Beurteilung, dass die Alterssterblichkeit mit Covid-19 nicht schlimmer ausfiel als in den Referenzjahren. Tendenziell scheinen Frauen mit Covid-19 sogar später als in den Referenzjahren zu sterben. Was in Abb. 3 bei den Frauen nur tendenziell so erscheint, das ist bei Männer in Abb. 4 nicht mehr zu übersehen. Sie sterben in 2020 mit Covid-19 ca. 3 Jahre später, als die Männer in den 4 Jahren, als SARS-CoV-2 noch nicht in Europa angekommen waren.

Abbildung 4: Vergleich der Altersverteilung der männlichen Sterbefälle mit COVID-19 (grüne Kurve) mit der Altersverteilung des Mittelwerts aller männlichen Sterbefälle der Jahre 2016-2019 in DE (ockergelbe Linie). Gestrichelte Linien markieren die Schätzung eines Medianwerts des Sterbealters.

Die Fragestellung, ob Dr. Ziegler recht hatte, daß die Covid-19 Sterblichkeit von einer normalen Alterssterblichkeit nicht zu unterscheiden ist, war von der Alternativhypothese angeregt worden, dass sie eventuell doch wenigstens früher sterben, wenn schon rein zahlenmäßig in 2020 deutlich weniger Epidemie Opfer sterben als in üblichen Grippewellen. In Abb. 4 ist für Männer das Gegenteil einer solchen Tendenz zu erkennen. Hier verschiebt sich der Medianwert der Sterbealter mit Covid-19 um rund 3 volle Jahre von ca.78,3 auf 81,3 Jahre. Ein – nicht ernst gemeinter aber prinzipiell denkbarer – Vorschlag zur Deutung dieses Befundes wäre, dass Covid-19 überdurchschnittlich oft überdurchschnittlich Gesunde befällt, die ohne Covid-19 noch deutlich länger hätten leben können, so dass nur deren Überschuss Lebenserwartung durch Covid-19 ein wenig verringert würde. Bei Frauen fiele diese Wirkung deutlich geringer aus, weil diese sowieso schon deutlich älter als Männer werden.

Zur Verdeutlichung zeigt Abb. 5 den Kurvenverlauf, den man erwarten würde, wenn die Alternativhypothese zuträfe, dass Covid-19 das Sterbealter auffällig vorverlegt hätte – bei jeweils gleicher Gesamtopferzahl. Die in Abb. 3 und 4 gegebenen Kurvenverläufe zeigen genau das Gegenteil der unter der Alternativhypothese erwarteten Verläufe in Abb. 5.

Abbildung 5: Erwartete Verteilung der Sterbealter, wenn die Covid-19 Sterbealter durch gleichgewichtete gleitende Mittewertbildung der Altersklassen fiktiv auf frühere Sterbealter vorverlegt werden. Die minimal unterschiedlichen Gesamtzahlen entstehen durch Rundungsfehler.

Der Vollständigkeit halber sei ergänzt, dass die (noch vorläufige) Altersverteilung der Gesamtzahl der Sterbefälle in 2020, d.h. einschließlich der mit Covid-19 gemeldeten Sterbefälle, sich von dem entsprechenden Mittelwert der Jahre 2016 bis 2020 nicht unterscheidet. Jedenfalls nicht ausreichend dafür, um mit einer generellen Reduktion der Sterblichkeit in 2020 in den Altersklassen ab etwa 70 Jahren – aus welchen Gründen auch immer(!) – die beobachtete Reduktion bei den Covid-19 Fällen erklären zu können. Wie zuvor (hier) und (hier) gezeigt ist auch die Gesamtzahl der Todesfälle in 2020 bisher von denen der Jahre 2016 bis 2019 nicht zu unterscheiden – mit Ausnahme der Todesfälle in den typischen ‘Grippe-Wellen‘, die in 2020 unterdurchschnittlich ausfielen.

Abbildung 6: Altersverteilung der Sterbealter (i) ohne Covid-19, gemittelt in den Jahren 2016-2019 (Rauten, ockergelbe Kurven), (ii) in 2020 insgesamt (Quadrate, grüne gestrichelte Kurven) sowie (iii) nur mit Covid-19 (Kreise ,grüne durchgezogene Kurven). Werte für 2020 sind noch vorläufig.

Bewertung

Die Erwartung, dass Covid-19 wenigstens gemessen an der Größe der verlorenen Lebenserwartung die Gesellschaft als Ganzes bedrohen könnte, ist mit den hier ausgewerteten Daten nicht zu vereinbaren. Bei dieser Erwartung hätte der Vergleich mit der Altersverteilung von Sterbefällen ohne Covid-19 tendenziell wie in Abb. 5 ausfallen müssen. Wenn überhaupt eine Wirkung, so offenbaren die Daten in Abb. 3 und 4 die genau entgegengesetzte Wirkung. Die bisher 12804 mit Covid-19 in 2020 Verstorbenen haben länger gelebt als in den 4 Vergleichsjahren zuvor die ohne Covid-19 Verstorbenen. Für die Behauptung, dass SARS-CoV-2 auch im Hinblick auf die zur Verfügung stehende Lebenszeit keine messbare schädliche Wirkung entfaltet, reicht dieser qualitative Vergleich aus. Insofern hat Dr. Ziegler richtig gesehen.

Als Nebenbefund sei bemerkt, daß die in Abb. 3 und 4 sichtbare Verschiebung der Sterbefälle zu höheren Sterbealtern auch statistisch hoch signifikant ist. Der 2-Stichproben Kolmogorov-Smirnov Test für den Vergleich von empirischen Verteilungsfunktionen ergibt Testwerte, die noch weit über den kritischen Testgrößen bei einer zweiseitigen Irrtumswahrscheinlichkeit von 10-6 liegen(Tabelle 1).

Zu erinnern ist:

  1. Quellen für verlässlichere Daten kenne ich nicht.
  2. Vor allem soweit es 2020 betrifft sind die Daten vorläufig. Nur eine dramatische Verlaufsänderung der inzwischen auch schon wieder abflauenden Sterblichkeit könnte die Bewertung jedoch noch ändern.

  3. Die Daten gelten nur für Deutschland. Neben dem biologischen Gefährdungspotential eines Erregers ist für die Zahl der Sterbefälle und deren Altersverteilung sowohl der allgemeine Gesundheitszustand der befallenen Bevölkerung als auch die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems maßgebend. Ohne explizite Berücksichtigung dieser Faktoren sind Hinweise über dramatische Verläufe in anderen Ländern belanglos.

  4. Weder in der Gesamtzahl der bisher mit Covid-19 Verstorbenen noch in der verringerten Lebenszeit der Verstorbenen ist aus diesen Daten eine Bedrohung der Allgemeinheit zu erkennen.

  5. Die tatsächliche Anzahl der Verstorbenen, für deren Tod Covid-19 die entscheidenden Ursache war, ist kleiner als die Zahl der von STATISTA weitergegebenen Todesfälle mit Erwähnung von Covid-19 auf dem Totenschein.

  6. Die Vermutung, daß die Schutzwirkung des am 23. März verhängten Lockdown die Ursache für diesen ‘glimpflichen‘ Verlauf darstellt, wird durch die Tatsache widerlegt, daß er deutlich nach dem Ende der exponentiellen Welle verhängt wurde. Auch das Ausbleiben einer auf den Lockdown folgenden weiteren Absenkung der effektiven Reproduktionszahl paßt schlecht zu dieser Erklärung.

Das immer tragische Sterben vergleichsweise weniger Einzelner in Deutschland kann insofern keine Rechtfertigung für drakonische Eingriffe in das Leben der Allgemeinheit liefern.




November­rückschau: Wirkte Kohlendioxid fast 70 Jahre lang abkühlend in Deutschland?

Inzwischen existiert der selbst ernannten Weltklimarat und das PIK Potsdam, die praktisch per Satzung festgeschrieben haben, dass CO2 der alleinige Hauptverursacher einer fortdauernden menschengemachten Erwärmung wäre. Und dass die CO2-Zunahme ausschließlich menschenerzeugt wäre, was auch bezweifelt werden darf. Den Kohlendioxidanstieg der Atmosphäre bestreitet niemand. Die Messung am Mouna LOA, nach der eigentlich alle anderen CO2-Messstationen der Welt geeicht sind, zeigt die erste Abbildung.

Abb. 1: Seit 1958, dem Messbeginn nimmt der CO2-Gehalt in der Atmosphäre zu. Derzeit um etwa 2 ppm pro Jahr. Aktueller Stand 2020: 418 ppm

Dieser CO2-Zunahme stellen wir die Deutschlandtemperaturen des Novembers der letzten 95 Jahre gegenüber:

Abb. 2: Neben extrem kalten Novembermonaten wie 1993 mit 0,37C im Schnitt gibt es wärmere wie 2015, wo uns der November mit Sonnenschein und milden Temperaturen verwöhnte. Vergleiche auch 1926 mit 2020: 6,1 zu 6,0°C. Also gleich. Wo ist die angeblich besorgniserregende Novembererwärmung der letzten 95 Jahre aufgrund des CO2-Anstieges um etwa 140 ppm?

Viele Klimawissenschaftler glauben aufgrund ihrer Berechnungen an eine schwache bis fast gar keine Wirkung des Treibhauseffektes, es gibt aber auch eine Minderheit an Angstrompetern, die sich selbst Klimafolgenwissenschaftler nennen, und diese taxieren die CO2-Klimasensitiviät in einen Größenbereich von 1,5 °C bis 4,5 °C aufgrund ihrer Computersimulationen und Szenarien. Also überdimensioniert hoch, um daraus ihre Angstprognosen entwickeln zu können. Versuchsbeweise: gar keine.

Dass auch ein großer Anteil des leichten Novemberanstieges vom menscherzeugten Wärmeinseleffekt bei den Stationen verursacht wird, soll hier zunächst außer Acht gelassen werden, genauso die Frage nach der Höhe des WI-Anteils. Wir gehen im Folgenden von der falschen Annahme aus als wären die Novemberreihen Deutschlands wissenschaftlich vergleichbar und die leichte Erhöhung würde ausschließlich durch vom Menschen verursachtes CO2 erzeugt.

Betrachten wir nun einzelne Zeitabschnitte der letzten 95 Novembermonate.

  1. Von 1926 bis 1993: 68 Jahre gleichmäßige leichte Abkühlung

Abb. 3: Von 1926 bis 1993 zeigen die Novembermonate einen leichten Temperaturrückgang, wobei 1993 ein ausgesprochen kalter November war. Ein Anzeichen für einen Temperaturwechsel

2. Seit 1994: Mit einem Temperatursprung setzte die Novembererwärmung ein.

Abb. 4: 1994 wurde der Monate November durch einen Temperatursprung angenehm wärmer und die Erwärmung setzte sich in den letzten 27 Jahren kontinuierlich fort.

Zwischenergebnis

Im Zeitraum 1926 bis 1993, also 68 November lang kühlte der Monat in Mitteleuropa ab. Ein Zeitraum, in welchem diverse Klimawissenschaftler eine neue kleine Eiszeit vorhersagten.

Dieser 68-jährige Abkühlungszeitraum zeigt bereits, dass CO2 nichts oder nur sehr wenig mit der Temperaturentwicklung zu tun haben kann.

Unsere Frage war: Wirkte Kohlendioxid im November zunächst 70 Jahre lang abkühlend?

Antwort: Nein, CO2 hat entweder gar keine Wirkung oder eine nur sehr untergeordnete Wirkung auf die Entwicklung der Novembertemperaturen in Deutschland.

Zum Wärmeinseleffekt: In beiden Zeitphasen der Betrachtung ist dieser bei den deutschen Wetterstationen gestiegen. Bei einer Herausrechnung des WI-effektes wäre die Trendlinie in Phase 1 etwas stärker fallend und in Phase 2 weniger steil ausgefallen wie…?

Ja wie wenn sich Deutschland seit 1926 überhaupt nicht verändert hätte. Von der leichten Gesamterwärmung des Betrachtungszeitraumes wäre wohl nichts übrig geblieben.

Leider gibt es diese Voraussetzung einer vergleichenden Temperaturbetrachtung in Deutschland nicht, wir haben lediglich eine Wetterstation in Virginia, in den USA gefunden, deren unmittelbare Standortumgebung in den letzten 100 Jahren fast unverändert blieb.

Abb. 5: Bei der Dale-Enterprise Wetterstation bei einer solitären Farm in Virginia/USA gibt es kaum einen Wärmeinseleffekt, da sich die Umgebung weniger verändert hat wie bei den deutschen Wetterstationen. Sogar über den gesamten Betrachtungszeitraum der letzten 95 Jahre wurde der Monat November leicht kälter. Der Temperatursprung 1994 fehlt.

Die fast wärmeinselfreie Wetterstation in Virginia zeigt, dass sich die Novembertemperaturen seit Anbeginn der Betrachtung immer noch abkühlen. CO2 hat dort keine Erwärmungswirkung und würde sogar seit 95 Jahren abkühlend wirken, wenn es denn eine Kausalität gäbe. Folglich hat auch die DWD Erwärmung über den gesamten Zeitraum 2 Gründe: a) den ständig steigenden WI-effekt und b) natürliche Ursachen an Klimaveränderungen.

Fazit: Will man den menschengemachten Anteil an der Erwärmung bekämpfen, dann müsste man die weitere Bebauung, Asphaltierung und Trockenlegung der Landschaft einstellen. Nur dann wären seriöse Temperaturvergleiche möglich. Leider stehen (fast) alle DWD-Wetterstationen da, wo es mehr oder weniger starke Eingriffe in die Landschaft gab und gibt (Flughäfen, Zersiedelung, neuerdings auch WI-Effekte in der freien Landschaft durch Wind- und Solarparks sowie den Ausbau der Stromnetze für die völlig vergeigte, teure, umweltschädliche Energiewende).

Derartiges Grundwissen einer soliden Langzeitmessung lernen die Studenten der naturwissenschaftlichen Fächer in den Anfangssemestern.

Temperatursprünge im November

Wie schon bei den Vormonaten, wollen wir uns den Verlauf der Novembertemperaturen in Deutschland seit dem Beginn regelmäßiger, flächendeckender Aufzeichnungen einmal näher ansehen. Gab es da Klimasprünge? Dieser Begriff ist zwar nicht exakt statistisch oder klimatologisch definiert – aber markante Sprünge, welche eine mindestens 25ig-jährige, einigermaßen konstante Klimaphase zugunsten einer neuen, mindestens ebenso langen ablösen und somit von mindestens einer Generation erlebt werden, können als solche gelten:

Abb. 6: Im November lassen sich drei markante Klimaphasen finden. Eine erste, recht kühle mit deutlichem Abkühlungstrend bis 1925, dann eine mildere Phase zwischen 1926 und 1993, welche aber immer wieder einzelne, kältere November bei leichtem Abkühlungstrend aufwies. Letztlich die aktuelle, sehr milde Phase seit 1994 mit deutlichem Erwärmungstrend. Der November 2020 schaffte es aber bei weitem nicht unter die fünf wärmsten Novembermonate seit Aufzeichnungsbeginn. Die roten Balken markieren die arithmetischen Mittel der drei Phasen, deren Streuungen sich kaum unterscheiden. Nur auf Kosten der aktuellen, vermutlich nicht ewig andauernden Warmphase erwärmte sich der November seit 1881 in Deutschland merklich.

Nun lohnt es sich, die aktuelle, 1994 beginnende Warmphase einmal genauer zu betrachten; dazu verglichen wird deren Verlauf in Deutschland mit dem nicht weit entfernten Zentralengland:

Abb. 7: Seit 1994 hat sich der November in Deutschland erheblich erwärmt – in Zentralengland blieb diese Erwärmung trotz überall stark steigender CO2-Konzentrationen aus.

Aber wie ist nun dieses unterschiedliche Erwärmungsverhalten zu erklären? Wie schon öfters erläutert, beeinflusst die AMO die Häufigkeitsverhältnisse der Großwetterlagen und damit die Temperaturverhältnisse. Die aktuelle AMO-Warmphase führte zu häufigeren Süd- und Südwestlagen, welche aber nur deshalb erwärmend wirkten, weil Mitteleuropa auf der „warmen“ Vorderseite der Tiefs liegt. England, eher auf deren Rückseite liegend, konnte von deren Erwärmungswirkung nicht profitieren.

Wir hoffen, dass Deutschland noch recht lange von der warmen Vorderseite des Tiefs profitieren darf.




Erneuerbare und Kernkraft: Falsche Hoffnungen und unbegründete Ängste

Aber unter den verfügbaren alternativen Energiequellen lag der Schwerpunkt hauptsächlich auf den „erneuerbaren“ Energien, und nur selten wird in den Medien die Bedeutung der Kernenergie angesprochen. Hier werden wir analysieren, welche der beiden das Potenzial hat, uns die benötigte Energie zu liefern, und die überraschenden Fakten analysieren, über welche die Menschen zu informieren sich die Medien weigern.

Wind und Sonne sind die am häufigsten hervorgehobenen erneuerbaren Quellen. Die anderen erneuerbaren Quellen (wie Biomasse und Erdwärme) sind praktisch keine praktikablen Optionen für groß angelegte Stromerzeugungen weltweit und daher kaum von Interesse für ein großes Land, das es mit seiner Energieunabhängigkeit ernst meint. Aber selbst der Hype um Wind und Solar scheint jetzt unpraktikabel zu sein.

Ich bin in einer malerischen, mit Windmühlen übersäten Landschaft aufgewachsen. Das Konzept der Windenergie war mir vertraut. Solarenergie war keine Seltenheit, denn selbst in ländlichen Gegenden Indiens gab es Häuser, die mit Sonnenkollektoren ausgestattet waren.

Was ich nicht kannte, waren die sowohl mit Wind als auch mit Solar verbunden Probleme. Ich hörte zunehmend negative Rückmeldungen von meinen Freunden, deren Industriemaschinen aufgrund der intermittierenden Energieversorgung durch diese Windmühlen beeinträchtigt waren. Die Energie aus diesen Windmühlen bereitete den Verbrauchern und Energieunternehmen viel Kopfzerbrechen.

Das liegt daran, dass sowohl Wind als auch Sonne intermittierende Energiequellen sind. Sie sind nicht in der Lage – selbst mit Reservequellen – kontinuierlich Grundlaststrom in der gleichen Weise zu erzeugen, wie ein Kohle- oder ein Kernkraftwerk. Das bedeutet, dass ohne genügend Wind oder Sonnenlicht der Mangel an Strom aus diesen Quellen durch Energie aus konventionellen Quellen wie Wärme-, Kern- und Wasserkraftwerken ersetzt werden muss. Es gibt keinerlei Anzeichen, dass sich dies in naher Zukunft ändern wird.

Kernkraftwerke hingegen sind eine bewährte und zuverlässige Quelle der Stromerzeugung. Allerdings hat die Kernenergie in den letzten Jahrzehnten wegen der Unfälle von Fukushima und Tschernobyl und der anschließenden Behauptungen über ihren unsicheren Charakter in den Medien viel Negatives erfahren.

Doch die Realität sieht ganz anders aus als die öffentliche Wahrnehmung. Der Reaktorunfall von Tschernobyl ereignete sich zum Teil aufgrund der vorsätzlich missachteten Fehlerhaftigkeit eines Reaktors der Anlage. Auch die Medien haben die Auswirkungen des Unfalls überbewertet. Den UN zufolge sind nur zwei Arbeiter bei dem Unfall ums Leben gekommen.

Physiker der UCLA [= University of California, Los Angeles] sagen, dass in der Nähe von Tschernobyl geborene Kinder bei ihrer Geburt keine erkennbaren Anomalien aufwiesen. Der Umweltschützer Michael Shellenberger erinnert uns daran, dass „die Strahlung von Tschernobyl (Unfall in der Vergangenheit) höchstens 200 Menschen töten wird, während die Strahlung von Fukushima und Three Mile Island (andere große Nuklearunfälle) Null Menschen töten wird“.

Im Gegensatz zu Wind und Sonne wurde die Kernenergie in den Medien nur extrem einseitig dargestellt, obwohl sie den erneuerbaren Energien überlegen ist. Beispielsweise stoßen Kernkraftwerke pro erzeugter Energieeinheit 300 Mal weniger Giftmüll aus als die so genannte „saubere“ Sonnenenergie. Auch die Windenergie ist mit einer Giftmarke versehen.

Außerdem ist die Kernenergie eine ressourceneffiziente Energiequelle. Windparks benötigen bis zu 360 Mal mehr Landfläche, um die gleiche Menge an Elektrizität zu erzeugen wie eine Kernenergieanlage. Während Sonne und Wind für steigende Energiepreise berüchtigt sind, produzieren Kernkraftwerke Strom zu erschwinglichen Kosten und halten die Strompreise unter Kontrolle.

Erneuerbare Energien wurden auf der Grundlage einer versprochenen Zukunft auch dann noch gefördert, wenn sie nachweislich nicht in der Lage sind, zuverlässig grundlastfähigen Strom zu liefern, und obwohl es keine nicht-fossile Reservequelle gibt, die sie unterstützt, wenn sie nicht funktionieren. Im Gegensatz dazu wurde die Kernenergie aus Sicherheitsgründen auf eine schwarze Liste gesetzt, obwohl ein bewährter Sicherheitsstandard und kein größerer Verlust an Menschenleben durch die drei schweren Unfälle in der jüngsten Vergangenheit zu verzeichnen war.

Wenn es uns wirklich darum geht, unsere Energiequellen zu diversifizieren, Energie für unsere Gemeinschaften erschwinglich zu machen, eine stabile Energiequelle zu haben, die die boomende Wirtschaft unterstützen kann, dann ist es an der Zeit, falsche Ängste abzulegen und die Kernenergie einzuführen.

Autor: Vijay Raj Jayaraj (M.Sc., Environmental Science, University of East Anglia, England), is an Environmental Researcher based in New Delhi, India. He served as a Graduate Research Assistant at the University of British Columbia, Canada and has worked in the fields of Conservation, Climate change and Energy.

Link: https://www.cfact.org/2020/11/29/renewables-and-nuclear-false-hopes-and-unfounded-fears/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Kulturelle Anreize für die Installation von Wind und Solar

Genau hier bei Climate Etc. hat in der ersten der ausgezeichneten Analysen des „Planungsingenieurs“ (bei seiner Pensionierung stellte sich heraus, dass es sich um Russ Schussler handelt, den ehemaligen Vize-PP der Übertragungsplanung bei Georgia Transmission Corporations), lobenswerterweise die Beschränktheit der technischen Analysen mit seiner allerersten Zeile hervorgehoben: „Energie-Systemplaner haben nicht das Fachwissen oder die Kenntnisse, um sagen zu können, ob die Vorteile einer Reduktion der Kohlenstoffemissionen die Kosten wert sind oder nicht. Sie sollten jedoch als Experten respektiert werden, um ein besseres Verständnis für die Auswirkungen und Kosten solcher Programme zu erhalten“.

Wer verfügt also über dieses kritische Wissen und die Fachkenntnisse in Bezug auf die letztendlichen Kosten/Nutzen? Die Antwort wird höchstwahrscheinlich lauten: niemand, denn diese Frage ist nicht nur zutiefst umstritten, sie ist auch kulturell (wie auch technisch) umstritten. In der Tat, in dem Maße, wie das überwältigende öffentliche und behördliche Narrativ über den Klimawandel der Mainstream-Wissenschaft widerspricht, ganz zu schweigen von jeder skeptischen Wissenschaft, was auch bedeutet, dass es, insbesondere in einigen Nationen wie den USA, kulturelle Gegen-Narrative gibt. Daher werden Debatten über Politik, einschließlich des Einsatzes erneuerbarer Energien, nicht legitimerweise gelöst, weil der starke kulturelle Blickwinkel eine solche Debatte korrumpiert oder polarisiert oder einfach überlagert.

Schussler erkennt diesen Kulturstreit an, indem er in der Zeile nach dem obigen Zitat sagt: „Leider haben viele Nicht-Experten, getrieben von der Furcht vor AGW, viel getan, um kritische Fragen rund um die Kosten und Möglichkeiten erneuerbarer Energien und die Realitäten im Zusammenhang mit der Bereitstellung von elektrischer Energie zu vernebeln, zu verzerren und zu ignorieren“. Auch er kehrt ganz am Ende seines Beitrags zu diesem Thema zurück: „… ich glaube, die meisten Planer und Versorgungsunternehmen erkennen an, dass die Gesamtauswirkungen auf die Gesellschaft (sofern sie nicht zur Abwendung einer Umweltkatastrophe erforderlich sind) alles in allem äußerst schädlich wären. Ich hoffe, dass die Stimmen der besorgten Versorgungsexperten nicht durch den Lärm der ‚wahren Gläubigen‘ übertönt werden oder aufgrund falscher Anschuldigungen des Eigeninteresses ungläubig sind“. Sicherlich ist ‚wahrer Glaube‘ ein kulturelles Merkmal und kann oft zu ‚falschen Anschuldigungen‘ führen. Außerdem ist der Vorbehalt „es sei denn, er wird gebraucht“, oder subtiler ausgedrückt, „wie sehr er gebraucht wird“, ein wichtiger Punkt in dem oben erwähnten Streitfall. Ein offensichtliches Bedürfnis könnte teilweise oder ganz das Ergebnis eines emotionalen Glaubens sein, bei dem die „Angst vor [C]AGW“ eine wichtige Komponente ist.

Schusslers Titel, „Mythen und Realitäten der erneuerbaren Energien“, (Hervorhebung von mir), schließt das Element ein, das die technische Analyse hinsichtlich Charakter und Wirkung letztlich nicht untersuchen kann, denn Mythen sind kulturelle Phänomene. Andere zitieren Mythen als Motivation für Erneuerbare Energien, und David Archibald geht noch weiter, indem er dieses Element direkt als „religiös“ einordnet (Religionen sind nur eine Marke kultureller Einheiten). In einem kürzlich bei Jo Nova erschienenen Artikel über erneuerbare Energien (mit Schwerpunkt auf Wasserstoff) verwendet er religiös orientierte Begriffe wie „Gläubige“ und „Regierungsenzykliken“:

Kurz gesagt, der einzige Grund, warum man Solar- und Windkraft betrachtet ist, dass Sonnenkollektoren und Windturbinen mit Energie aus Kohle zu einem Preis von 0,04 Dollar pro kWh hergestellt werden und Strom zu 0,20 Dollar pro kWh produzieren… …Man kann Solar- und Windkraft nicht zur Herstellung von Solar- und Windkraftanlagen nutzen; als solche sind sie weder erneuerbar noch nachhaltig. Und sie werden sicherlich nicht fossile Brennstoffe ersetzen, wenn die fossilen Brennstoffe zur Neige gehen.

Sogar einige Linksradikale fanden das heraus und damit den Dokumentarfilm Planet of the Humans. Also müssen sich die Kleriker der Erderwärmung, die hierzulande [in Australien] von Alan Finkel angeführt werden, immer wieder neue Inhalte ausdenken, um ihre einfältigen Gläubigen zufrieden zu stellen… …Für Wasserstoff sollen riesige Summen ausgegeben werden. Die Sprache der Regierungsenzykliken suggeriert, dass Wasserstoff eine neue Energiequelle ist, die nur noch erschlossen werden muss, um eine wunderbare Zukunft zu garantieren“.

Unnötig zu sagen, dass Archibald diesen „religiösen“ Einfluss als überwältigend negativ betrachtet und als Teil seiner Schlussfolgerung hinzufügt: „Die globale Erwärmung führt nicht zum Bau von Waisenhäusern oder Krankenhäusern. Als Religion nützt sie überhaupt nichts“. Und andere behaupten ebenfalls eine kultische/religiöse Motivation. Doch unabhängig davon, ob man Kultur nur als einen trübenden/verzerrenden Einfluss oder als eine überwältigend negative Kraft betrachtet, werden technische Analysen, die den erneuerbaren Energien kritisch gegenüberstehen, unweigerlich ins Wanken geraten oder spekulativ werden, wenn es darum geht, kulturellen Einfluss zu demonstrieren (z.B. zwischen Nationen, die in erneuerbare Energien investieren). Um hier Fortschritte zu erzielen, ist ein alternativer Ansatz erforderlich.

Es gibt weniger kritische / optimistischere Analysen der „erneuerbaren“ Sonnen- oder Windenergie, die jedoch dazu tendieren, ein gewisses Maß an Einbußen bei der Erreichung rosigerer Endszenarien zu rechtfertigen, unter der Prämisse, dass dies notwendig ist, um eine ansonsten unvermeidliche und unmittelbar bevorstehende globale Katastrophe zu vermeiden (abgesehen von der äußerst optimistischen, in der alle Veränderungen scheinbar schmerzlos sind). Doch die Mainstream-Wissenschaft hält eine solche Rechtfertigung für unbegründet (ungeachtet des oben erwähnten Kulturstreits).

In der Zwischenzeit schreitet die Umsetzung von Solar- und Windenergie rasch voran, in einigen Ländern bereits seit Jahrzehnten. Ist diese globale Umsetzung also weitgehend auf pragmatische Erwägungen zurückzuführen, die mit der Mainstream-Wissenschaft im Einklang stehen? Schließlich produzieren diese Dinger tatsächlich Strom. Oder ist sie stattdessen weitgehend auf eine kulturelle Motivation zurückzuführen, die Sonnenkollektoren und Windturbinen als bloße Ikonen für die „säkulare Religion“ eines bestimmten und katastrophalen Klimawandels verbreitet? Und das unabhängig von den Kosten, seien sie nun steuerlicher oder ökologischer Natur. Diese Frage ist lösbar, da harte soziale Daten über die kulturelle Einstellung vieler Nationen zum Klimawandel es erlauben, die nationalen Motivationen auf den Einsatz erneuerbarer Energien abzubilden.

Kulturelle Einstellungen zum Klimawandel in nationalen Gesellschaften

Frühere Beiträge hier zeigen, dass eine unterstützende Haltung gegenüber dem Klimawandel (CC) in allen nationalen Gesellschaften eine duale und systemisch starke Beziehung zur Religiosität hat. Unterstützende Antworten bzgl. des CC in der Öffentlichkeit auf ungebundene Fragen der Klima-Umfrage korrelieren mit der nationalen Religiosität, während umgekehrt unterstützende Antworten bzgl. des CC auf realitätsgebundene Fragen nicht mit der nationalen Religiosität korrelieren. Realitätsgebundene Fragen zwingen die Umfrageteilnehmer dazu, andere Realitätsfragen im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu betrachten und zu vergleichen, indem sie typischerweise gebeten werden, das „wichtigste“ X aus einer größeren Liste von Y-Fragen zu benennen, von denen eine ein Thema des Klimawandels darstellt, oder buchstäblich nur „Klimawandel“. Unbeschränkte Fragen erzwingen eine solche vergleichende Wahl nicht. Unter Verwendung einiger Datenreihen aus den früheren Beiträgen fasst Diagramm 1 unten diese doppelte Beziehung zusammen. Für viele Nationen und gegen die nationale Religiosität aufgetragen, zeigt es die CC-unterstützenden öffentlichen Antworten, gemessen (und für die gestrichelten Linien intuitiv) für unterschiedliche Stärken sowohl der ungebundenen als auch der realitätsgebundenen Umfragen.

Die Stärke für die ungebundenen Fragen (blaue Linien) spiegelt wider, wie sehr diese auf die emotionalen und existentiellen Werte der Kultur des katastrophalen Klimawandels (CCCC) ausgerichtet sind und wie sehr dies auf das Persönliche abzielt. Eine andere Art, über diese Stärke nachzudenken ist, wie voreingenommen die Fragen auf den CCCC ausgerichtet sind, wobei der emotionale Inhalt ein Merkmal der Voreingenommenheit und nicht der Rationalität ist. Die Stärke für Fragen mit Realitätseinschränkungen (orangefarbene Linien) spiegelt die Enge der Einschränkung wider. Die Auswahl des „wichtigsten“ Einzelthemas von 12 ist beispielsweise eine stärkere Einschränkung der Realität, ein stärkerer Konflikt mit den anderen Themen, als beispielsweise die Auswahl der Top 3 von 12, die wiederum stärker ist als die Top 5 von 12. Tabelle 1 am Ende dieses Beitrags zeigt, welche tatsächlichen Fragen der Umfrage zum Klimawandel die Datenreihen generiert haben, die jede Zeile repräsentiert (jede Zeile wird nur als eigenständige Trendlinie dargestellt), zusammen mit den zugehörigen r/r²/p-Werten.

Die wichtigste Schlussfolgerung aus diesen Tendenzen lautet, dass – wie aus ihrer starken Beziehung zur Religiosität (einem rein kulturellen Phänomen) hervorgeht – die Einstellung zum Klimawandel in den verschiedenen Nationen ebenfalls kulturell geprägt ist. Tatsächlich sind sie das Nettoergebnis der Interaktion zwischen zwei Kulturen, d.h. CCCC und Religion. Das bedeutet also, dass sie nicht auf Rationalität (kulturelle Einstellungen sind emotional getrieben) oder auf etwas Physisches wie die Eigenschaften des Klimasystems oder die besonderen Klimabedingungen oder Klimaexpositionen von Nationen zurückzuführen sind oder auf Ansichten, die von der allgemeinen (oder einer anderen) Klimawissenschaft vertreten werden.

Mit Ausnahme einer historischen Koinzidenz (jährliche Sonnenscheindauer – siehe später) würden keine Angelegenheiten, die unter diese Kategorien fallen, eine systemische Beziehung zur Religiosität aufweisen. Und mit Sicherheit kann keine gleichzeitig Korrelation und Antikorrelation auftreten, die nur von der Art der gestellten Frage abhängt; dennoch ist dies bei kulturellen Antworten durchaus möglich. Diese Dualität wirft offensichtliche Widersprüche auf. Zum Beispiel treten maximale Klimabedenken (rechte Enden der blauen Trends in Grafik 1) in denselben Nationen auf wie minimale Unterstützung für Klimamaßnahmen / Priorität (rechte Enden der orangenen Trends). Aber solche offensichtlichen Widersprüche sind für kulturelle Ursachen nicht ungewöhnlich. Aus der vorherigen Serie bei Climate Etc. siehe: Apparent Paradoxes in the relationship of Climate ‘Concerns, Skepticism, Activism, and Priority’ explained by Religiosity [etwa: Scheinbare Paradoxe in der Beziehung von Klima-‚Sorgen, Skepsis, Aktivismus und Priorität‘, erklärt durch Religiosität].

Tatsächlich ist die Gesamtsituation komplexer als in Schaubild 1 dargestellt. Weitere Erläuterungen findet man in der unten verlinkten Zusammenfassungsdatei (und vor allem in Diagramm 2 dort, nicht im Hauptbeitrag), die durch weitere Reihen und Merkmale visualisiert wird, die dem obigen Diagramm 1 hinzugefügt wurden. Es bleibt jedoch die Schlussfolgerung, dass die Einstellung zum Klimawandel in den verschiedenen Ländern hauptsächlich kulturell bedingt ist, also weder von der Rationalität noch von physischen Faktoren abhängt. [Hinweis: Die beigefügte Zusammenfassung ist konzentrierter und leichter verständlich als die 3 oben verlinkten früheren Beiträge. Was die USA betrifft, siehe die Notiz ganz am Ende dieses Beitrags].

Motive für das Engagement für erneuerbare Energien untersuchen

Falls ein bestimmtes Thema von kulturellen Einstellungen dominiert wird, sollten Ausgaben und politische Unterstützung innerhalb dieser Domäne letztlich in diesen Einstellungen verwurzelt sein. Ausgehend von den oben genannten kulturellen Einstellungen zum Klimawandel müssen wir nun die Beziehungen über Nationen hinweg und zwischen denselben sowie dem tatsächlichen Einsatz erneuerbarer Energien untersuchen. Es ist nicht so, dass die Massenöffentlichkeit hinausstürmt und Windkraftanlagen mit ihren Kreditkarten kauft, im Verhältnis zu ihrer nationalen Einstellung. Das tatsächliche Engagement funktioniert über Eliten, die Politik machen. Doch die Grenzen einer solchen Politik sollten immer noch im Verhältnis zu den nationalen öffentlichen Einstellungen stehen (was nicht bedeutet, dass man sich in einem absoluten Sinne ausrichtet).

Die Kultur setzt sich dafür ein, unabhängig davon, ob eine Nation eine Demokratie ist oder nicht, oder im letzteren Fall, ob es sich tatsächlich um demokratische Prozesse handelt oder nicht (z.B. wurde im Vereinigten Königreich „Gesamt-Null bis 2050“ ohne eine parlamentarische Abstimmung und im Wesentlichen ohne Kostenberechnung oder Prüfung oder sinnvolle Opposition durchgewunken). Wie in der Einleitung oben ausgeführt, ist die primäre Rechtfertigung für erneuerbare Energien in der Tat der Klimawandel. Falls also die Kultur in diesem speziellen Politikbereich die Hauptrolle spielt, sollte der Einsatz erneuerbarer Energien pro Nation von der (kulturellen) Einstellung zum Klimawandel bestimmt werden. In diesem Fall müssen wir eine sehr starke Korrelation zwischen diesen beiden Aspekten sehen.

Aber welche der oben genannten Haltungen zum Klimawandel sind relevant, wenn man sie auf nationaler Ebene mit dem Engagement für erneuerbare Energien vergleicht? Da es zumindest einen gewissen Realitätsdruck auf den Einsatz erneuerbarer Energien gibt (weil alle Nationen über Budgets verfügen und um diese konkurrieren), sollte sich, wenn schon der Ausdruck der Politik für erneuerbare Energien hauptsächlich kultureller Natur ist, dies an einem realitätsbedingten (orangefarbenen) Trend orientieren und nicht an einem ungebundenen (blauen) Trend. Da zudem das Wissen der Öffentlichkeit und auch der Eliten/Behörden über erneuerbare Energien im Durchschnitt wahrscheinlich sehr gering ist, ist der Vorbehalt bestenfalls schwach (wenn die Nachteile des Einsatzes besser verstanden würden, dann wäre der Vorbehalt stärker).

Wir sollten uns also einen Vergleich mit den Einstellungsdaten aus der „WC“-Reihe in Graphik 1 ansehen. Diese stammen aus einer umfangreichen UN-Umfrage über politische Prioritäten in vielen Ländern, wobei der Stimmenanteil für „Maßnahmen gegen den Klimawandel“ die Y-Werte der Serie bildet. Nationen aus dieser Serie können mit denjenigen verglichen werden, die in großem Umfang Solaranlagen (40 Nationen), Windturbinen (ebenfalls 40, mit 5 Nationen, die von der Solarliste abweichen) einsetzen, sowie einen gemeinsamen Satz (von 35), die beide einsetzen.

Die Betrachtung des Engagements für Wind und Solar zusammen dürfte zu einem zuverlässigeren Ergebnis führen, da jede der beiden Arten von Technologien / Politik Eigenheiten aufweisen kann, die in gewisser Weise gegen den Trend verlaufen könnten, die aber im Durchschnitt eher über der Kombination von beiden liegen (obwohl wir damit beginnen können, jede Art nacheinander zu untersuchen). In der Praxis ist es höchst unwahrscheinlich, dass es keine oder eine vollständige Korrelation gibt. Politische Entscheidungen sind sehr selten zu 100 Prozent frei von kulturellen Faktoren, aber sie wären auch selten ganz und gar kulturell. Wir können also angemessene Schwellenwerte für den Test festlegen. Wenn das „r“ für die Korrelation des Engagements für erneuerbare Energien mit einer schwach eingeschränkten Klimapolitik ~0,33 oder weniger beträgt, dann können wir sagen, dass die Kultur (per o.a. in diesen Einstellungen) nicht dominiert. Liegt das r~0,66 oder höher, dann können wir sagen, dass die kulturelle Motivation das Engagement für erneuerbare Energien sehr wohl dominiert. Wenn der Wert dazwischen liegt, dann müssen wir wohl sehen, wo und wie wir über duale Modi nachdenken müssen.

Engagement für Windkraftanlagen in 40 Ländern

Präambel: 1] Aufgrund verschiedener Auswirkungen auf die sehr langfristige soziale Entwicklung ist bekannt, dass mit einigen Ausnahmen (die hier nicht thematisiert werden) das Pro-Kopf-BIP über Länder hinweg stark negativ mit der Religiosität korreliert (siehe Graphik 1 in der Xcel-Datendatei).

2] Wenn also der Einsatz von Windkraftanlagen tatsächlich durch eine Klimabewegung vom Typ „WC“ motiviert ist, die ihrerseits negativ mit Religiosität korreliert (siehe Graphik 1), dann sollte die nationale Religiosität, aufgetragen gegen die Pro-Kopf-Kapazität der Windkraftanlagen jeder Nation, eine Funktion des Leistungstyps ergeben. Das tut sie (siehe Diagramm F2 in der EXCEL-Datendatei).

3] Leistungsfunktionen sind schwieriger zu handhaben oder unsere Testschwellenwerte für „r“ (basierend auf linear) anzuwenden.

Eine Normierung der Pro-Kopf-Windenergieanlagenkapazität auf das Pro-Kopf-BIP (ich habe das spanische BIP als willkürlichen Standard verwendet) wird also den langfristigen Effekt der Religiosität auf die Gesellschaften und jede ungleiche Erfüllung der Motivation beseitigen (dieselbe Motivation, also ~Bruchteil des BIP, wird mehr Windenergieanlagen kaufen, wenn das BIP größer ist). Dies setzt also unsere Erwartung zurück auf eine lineare Funktion…

Graphik: Über die 40 Nationen hinweg zeigt der Stimmenanteil der UNO für „Maßnahmen gegen den Klimawandel“ (aus den „WC“-Daten) im Vergleich zum normalisierten Pro-Kopf-BIP (bis 2018) eine +ve-Korrelation zwischen der Kapazität von Windkraftanlagen und der Bevölkerung. Dies deutet darauf hin, dass Windturbinen signifikant durch eine kulturelle Einstellung zum Klimawandel vom Typ „WC“ motiviert sind:

Ein „r“ von 0,64 verfehlt knapp unsere Testschwelle für Dominanz; aber das ist erst die halbe Wahrheit. Und es sieht so aus, als gäbe es Eigenheiten in Bezug auf einzelne nationale Richtlinien für den Windeinsatz. So hat z.B. die Tschechische Republik trotz eines hohen Votums für „Maßnahmen gegen den Klimawandel“ sehr wenig. Und mit einem etwas geringeren Stimmenanteil scheint Portugal dennoch eine enorme Windkapazität zu haben. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mit steigender Motivation nach rechts, vor allem jenseits der grünen Linie, die Bandbreite der Ausprägung pro Windkraftanlagen zu wachsen scheint. Dies ist wahrscheinlich auf eine umfangreichere und gezieltere Politik im Bereich der erneuerbaren Energien zurückzuführen, die sich daher von der Begeisterung für Windkraftanlagen bis hin zu einem minimalen Einsatz ausbreitet, weil andere erneuerbare Energien stattdessen eine höhere Priorität erhalten oder nicht (z.B. Solar, Biomasse usw.). Um besser gegen die Auswirkungen gezielter Maßnahmen zu isolieren, können wir also die identische Analyse für den Einsatz der Solarenergie in den Mix aufnehmen.

Engagement für Solarenergie in 40 Ländern

Präambel: 1] Die äquivalenten Diagramme für F1 und F2 im Fall der Windkraftanlage sind F3 und F4 (siehe die Excel-Datei).

2] Bei der Solarenergie gibt es jedoch ein zusätzliches Problem, nämlich dass wir die MW, die jede Nation eingesetzt hat, entsprechend ihrer jährlichen Sonnenscheinstunden anpassen müssen. Andernfalls wird ein und dieselbe Ausgabe (wobei die Ausgabe der Motivation entspricht), daher die Bezeichnung MW, in verschiedenen Ländern pro Jahr unterschiedlich viel Strom produzieren. In Diagramm 4 wird also die eingesetzte Solarkapazität (auf Spanien) für die jährliche SonnenscheindauerP1 normalisiert.

Grafik: Über die 40 Nationen hinweg (5 davon verschieden vom Windturbinensatz) zeigt der Stimmenanteil der UNO für „Maßnahmen gegen den Klimawandel“ (aus den „WC“-Daten) im Vergleich zum BIP pro Kopf – normalisierte jährliche sonnenbereinigte Solarkapazität/Bevölkerung (bis 2018) – eine +ve Korrelation. Siehe Schaubild F7 in der Excel-Datendatei. Dieses Diagramm ist dem obigen Diagramm 2 sehr ähnlich, wobei rechts von der grünen Linie ein größerer Schwankungsbereich bei der Solarenergie zu erkennen ist. Allerdings sind innerhalb dieses Bereichs andere Nationen als in Diagramm 2 entweder hoch oder niedrig, da die Eigenheiten der Solarenergie anders sind als die der Windkraftanlagen.

Ein „r“ von 0,48 ist etwas niedriger als für Windturbinen allein; ein Großteil der Reduzierung scheint darauf zurückzuführen zu sein, dass Japan trotz nur geringerer Klimabedenken verrückt nach Solaranlagen geworden ist, während Schweden trotz sehr großer Klimabedenken sehr wenige Solaranlagen hat. Aber auch dies ist nur die Hälfte der Geschichte. Wenn wir die Ergebnisse für beide Technologien kombinieren, erhalten wir ein robusteres Bild der Motivation für erneuerbare Energien insgesamt.

Engagement für kombinierte Wind-/Solar-Erneuerbare Energien in 35 ( gewöhnlichen) Nationen

Über 35 Nationen hinweg zeigt Diagramm 3 unten den Stimmenanteil der UN für „Maßnahmen gegen den Klimawandel“ (aus den „WC“-Daten) im Vergleich zum BIP pro Kopf der Bevölkerung (bis 2018). Die Korrelation +ve hat sich verbessert. Das „r“ liegt nun bei 0,73 und übertrifft die obere Testschwelle um Einiges.

Die größere Streuung der Nationen an der RHS hat sich erheblich verringert (mit Ausnahme von Deutschland), was mit der erwarteten Gesamtmotivation für erneuerbare Energien übereinstimmt, die sich jedoch für eine bestimmte einzelne Nation viel stärker in Windturbinen als in Solaranlagen ausdrücken kann oder umgekehrt. Die Linse, mit der wir in erster Linie sehen konnten, dass die Einstellung zum Klimawandel kulturell bedingt ist, d.h. die Religiosität der Nationen, ist in Diagramm 3 farblich gekennzeichnet. Diese fällt von links nach rechts, wenn auch unscharf, weil neben einem zufälligen Rauschen auch eine kleine sekundäre Variable im Spiel ist, die sich auf die Religiosität, wie sie in dieser Ansicht zu sehen ist, auswirkt (siehe Postskript 2).

Diskussion

Ungeachtet eines gewissen Nutzens ist die Hauptmotivation für Wind- und Sonnenenergie kulturell geprägt. Daher ähneln ihre Anlagen eher Kirchen als Kraftwerken. Das bedeutet auch, dass der Einsatz erneuerbarer Energien pro Nation, genau wie die kulturelle Einstellung, in der sie verwurzelt ist, in direkter Gegenkorrelation zur Religiosität steht; siehe Postskriptum 2.

Es scheint zwar sehr intuitiv, dass sich die nationalen Einstellungen zu Maßnahmen gegen den Klimawandel mit der entsprechenden Bereitschaft für erneuerbare Energien decken würden, aber wenn man direkt auf die Halsschlagader zusteuert, wird man vielleicht nicht genau verstehen, wie genau man vergleichen soll (oder es wäre zumindest wahrscheinlicher, dass man dabei einen Fehler macht) oder was das Ergebnis tatsächlich bedeutet. Ohne den Nutzen des Gesamtbildes in Graphik 1 und der damit verbundenen kulturellen Bedeutung hätten wir zum Beispiel nicht gewusst, dass diese Einstellungen nicht der Rationalität geschuldet sind. Außerdem hätten wir am Ende vielleicht die Einstellungen aus einer ungebundenen Klimaumfrage verglichen und würden uns immer noch fragen, warum mehr Erneuerbare Energien mit dramatisch weniger Sorge um den Klimawandel korreliert. Und die Schritte in den obigen Präambeln bestätigen in nützlicher Weise die Rolle des Pro-Kopf-BIP und der Sonnenscheindauer.

Anmerkung: Ein weitverbreitetes öffentliches Wissen über Fragen der erneuerbaren Energien würde die politischen Zwänge verstärken und wahrscheinlich die Motivation von der „WM“-Linie in Schaubild 1 auf die „FC“-Linie absinken lassen. Anmerkung: Dieser Beitrag sagt weder etwas über den tatsächlichen physischen Klimawandel noch über die Mainstream-Wissenschaft hierzu aus (was den Erzählungen der CCCC widerspricht). Es geht nur um die Haltung der Öffentlichkeit und deren Haltung bzgl. der Politik für erneuerbare Energien.

Michael Shellenberger, der Umweltschützer, der sich unermüdlich für die Kernenergie als Lösung für unseren Energiebedarf einsetzt, sagt Folgendes über die Erneuerbaren Energien (und er spricht vor allem von Solar- und Windkraftanlagen): „Für mich stellt sich jetzt die Frage: Jetzt, da wir wissen, dass die erneuerbaren Energien den Planeten nicht retten können, werden wir zulassen, dass diese denselben weiter zerstören“? Eine Einsicht, die mit der Tatsache übereinstimmt, dass der „Zweck“ kultureller Erzählungen darin besteht, emotionales Engagement zu gewinnen, das wiederum nur dazu dient, die kulturelle Gruppe zusammenzuhalten; für diesen eigentlichen Zweck ist es irrelevant, dass die daraus resultierenden Handlungen ihren erklärten Zweck untergraben oder sogar umkehren können – es geschieht.

Im Klappentext zu seinem Buch „Apocalypse Never“ spricht Shellenberger auch über den Charakter des modernen Umweltschutzes, die Motivation dahinter, die zusammen mit vielem anderen den Einsatz erneuerbarer Energien antreibt (und auch einen Netto-Widerstand gegen die Kernkraft als „Lösung“): „Was steckt wirklich hinter dem Aufstieg des apokalyptischen Umweltschutzes? Es gibt mächtige finanzielle Interessen. Es gibt den Wunsch nach Status und Macht. Vor allem aber gibt es bei vermeintlich säkularen Menschen den Wunsch nach Transzendenz. Dieser spirituelle Impuls kann natürlich und gesund sein. Aber indem die neue Religion Angst ohne Liebe und Schuld ohne Erlösung predigt, versagt sie darin, unsere tiefsten psychologischen und existentiellen Bedürfnisse zu befriedigen“. Hervorhebung von mir.

Shellenberger bezeichnet die allgemeine Motivation zu Recht als kulturell. Er verwendet den Begriff „Religion“, wie viele andere auch, einfach deshalb, weil dies das bekannteste Beispiel für eine begrenzte kulturelle Einheit ist, zu der Menschen neigen. In Bezug auf eine „Klimakatastrophe“ im Allgemeinen stimmen die sozialen Daten völlig mit ihm überein, wie aus Graphik 1 hervorgeht (und ausführlicher an anderer Stelle, siehe die Zusammenfassung unten). Und wie oben gezeigt wurde, gilt dies auch für die spezifische Motivation hinter dem Einsatz erneuerbarer Energien.

Allerdings glaube ich, dass Shellenberger in einem Punkt Unrecht hat. Die Kultur des katastrophalen Klimas ist gerade deshalb so allgegenwärtig, weil sie wirklich tiefe psychologische Bedürfnisse befriedigt, die sich aus der Identifikation mit einer Gruppe durch emotionale und vorzugsweise existenzielle Erzählungen ergeben. Diese wiederum aktivieren tiefe psychische Mechanismen, die unsere Rationalität umgehen, sei es der Rat eines Planungsingenieurs oder irgendein anderer bloßer Grund, über welches Fachwissen, welche Erfahrung oder Analyse auch immer. Jeder oder jede Gruppe, die den gruppeninternen Erzählungen widerspricht oder sie sogar in Frage stellt, steht automatisch außerhalb der Gruppe und leistet so leidenschaftlichen Widerstand.

Postscript 1: Historischer Zufall und die Ironie bzgl. Solar

Durch den historischen Zufall, dass sich der Atheismus von Nordwesteuropa und damit von meist sehr wolkigen (im Jahresdurchschnitt) Ländern in typisch sonnigere Klimazonen ausbreitete, hat die jährliche Sonnenscheindauer der Länder eine recht ordentliche lineare Korrelation mit der nationalen Religiosität, wenn auch mit einigen größeren individuellen Ausnahmen. Siehe Schaubild F5 in der Datendatei, „r“ ist 0,56. Hinweis: Die jährliche Sonnenscheindauer pro Land ergibt sich aus den durchschnittlichen Messungen für 2 Städte (kleinere Länder) und 5 Städte (größere Länder, mit Ausnahme von 10 für Russland); siehe die Excel-Datendatei für Tabellen derselben, plus Originalquellen. Wenn also die nationalen Sonnenscheinstunden als Proxy für die nationale Religiosität in Diagramm F4 ersetzt werden, zeigt dies immer noch eine Funktion des Leistungstyps, siehe Diagramm F6 in der Datendatei. Ähnlich wie oben können wir dann dieses wrt BIP pro Kopf normalisieren und damit den einfachen Effekt der Kaufkraft (und auch ihre langfristige Beziehung zur Religiosität) entfernen. Dies zeigt die relative Priorität des Solareinsatzes (und damit die relative Motivation) für jede der Nationen.

Das Ergebnis dieser Operation, das in Graphik 4 unten dargestellt ist, zeigt eine bedeutende Ironie, die aus der kulturellen Motivation hinter den Erneuerbaren resultiert. Diese besteht darin, dass mit abnehmender jährlicher Sonnenscheindauer in den einzelnen Ländern mehr Länder sich dafür entscheiden, mehr Solar-MW pro Kopf einzusetzen – d.h. in genau den Regionen, in denen dies am wenigsten sinnvoll ist.

Die zunehmende Streuung der Nationen von rechts nach links im grünen Dreieck repräsentiert den gleichen zunehmenden Bereitschafts-Bereich in Solar, der auch in F7 zu sehen ist (siehe Datendatei), und ebenso für Windkraftanlagen in Diagramm 2 oben, der in beiden Fällen rechts von den grünen Linien deutlicher zu erkennen ist. Diese zunehmende Bandbreite ist auf eine zunehmende kulturelle Motivation für Erneuerbare Energien zurückzuführen, verbunden mit einer gezielten Politik, die für bestimmte Nationen bis zu einem gewissen Grad andere Optionen für Erneuerbare Energien gegenüber der Solarenergie bevorzugen kann.

Postskript 2: Pro-Erneuerbare-Engagement versus Religiosität

In Schaubild 1 wird die Religiosität als „Linse“ verwendet, die es uns erlaubt, zu „sehen“, dass die nationalen Einstellungen zum Klimawandel tatsächlich kulturell bedingt sind. Die beiden starken Kulturen interagieren miteinander, um die verschiedenen Tendenzen zu erzeugen, und insbesondere die Korrelation mit der Religiosität von den Klimawandel unterstützenden Antworten auf ungebundene Fragen, aber auch die Anti-Korrelation mit der Religiosität von Klimawandel unterstützenden Antworten auf realitätsgebundene Fragen ist sicherlich kaum anders zu erklären. Man würde nicht erwarten, dass diese Linse oder dieser Proxy selbst eine so robuste Korrelation mit der nationalen Verpflichtung zu erneuerbaren Energien hat wie die „WC“-Klimaeinstellung, aber es ist eine nützliche „Paritätsprüfung“, um dies grafisch darzustellen und zu zeigen, dass sie immer noch ziemlich stark sein sollte. Diagramm F9 in der Excel-Datendatei zeigt dies. „r“ liegt bei ~0,65 gegenüber der Rangliste „Renewables Commitment“ (komprimiert einige der Ausreißer ein wenig, insbesondere Deutschland) und ~0,6 gegenüber den tatsächlichen Werten. In der Praxis gibt es mehr als nur zusätzliche Zufälligkeit, wenn man durch diesen Proxy schaut.

Die Reihe der „schwächeren Merkmale“ in Graphik 1 (also „WC“ und „WA“) weisen aufgrund des Pro-Kopf-BIP jeder Nation im Verhältnis zu ihrer religiös-regionalen Gruppe eine gewisse systemische Trendvariabilität auf. Diese Variabilität wird in Diagramm F9 getreu wiedergegeben und ist darin farblich gekennzeichnet. Siehe auch die Diagramme F10 und F11, die die Übereinstimmung der Durchschnittswerte des Pro-Kopf-BIP der religiös-regionalen Gruppen zwischen den Reihen „WC“ und „Renewables Commitment“ zeigen. Eine vollständige Erklärung findet man in der Zusammenfassungsdatei, sowie einige „schwächere“ Klimaeinstellungsreihen als Volldaten-Visualisierungen, um den Roheffekt besser erkennen zu können. Eine Version der „WM“, bei der die gleichen 35 Nationen wie in Diagramm 3 verwendet werden, wobei sowohl das „hoch / niedrig-Renewables Commitment“ als auch das „hoch / niedrig“ der „GDP-per-religio-regional-group“ kodiert sind, findet man in Diagramm F8 in der Datendatei.

  1. Climate Survey Data-source: International 2019 YouGov climate-change attitudes survey.
  2. Climate Survey Data-source: European Perceptions of Climate Change (EPCC) 2016 survey.
  3. Climate Survey Data-source: UK government 2015 public attitudes tracker.
  4. Climate Survey Data-source: YouGov ‘What the world thinks’ (2016), composite with ‘Special Eurobarometer 459’ (2017).
  5. Climate Survey Data-source: The huge 2015 UN ‘My World’ poll with ~10 million participants across many nations.
  6. Climate Survey Data-source: Climate questions in the Reuters / University of Oxford ‘Digital News Report 2020’ survey.
  7. Original Excel chart: ‘3xy’ here (24 nations, x/y reversed, raw X scale, delete US & Vietnam rows).
  8. Original Excel chart: ‘1yx’ here (22 nations, debiased X scale), ‘2xy’ here (24 nations, x/y reversed, raw X scale, delete US & Vietnam rows).
  9. Original Excel chart: ‘F1yx’ here (22 nations, debiased X scale), ‘4xy’ here (24 nations, x/y reversed, raw X scale, delete US & Vietnam rows).
  10. Original Excel chart: See ‘3yx’ here (red crosses, and just left of chart, column G and J for data).
  11. Original Excel chart: See ‘F6’ here (and superimposed on other series, chart 3yx just to the left).
  12. Original Excel chart: See ‘4yx’ and ‘5yx’ here (4yx faith color-coded, 5yx religio-regional color-coded).
  13. Original Excel chart: Not on the Internet yet, see Footnote 9 in the attached Summary File below.

Link to Summary File regarding the generic relationship between national religiosities and attitudes to climate change: [SUMMARY Religiosity Predicts CC Beliefs 2]

Link zur Zusammenfassungs-Datei bzgl. der allgemeinen Beziehung zwischen nationalen Religiositäten und Einstellungen zum Klimawandel: [SUMMARY Religiosity Predicts CC Beliefs 2].

Anmerkung: die obige Datei enthält einen kurzen separaten Abschnitt über die Situation in den USA, wo es einen 4-Wege-Kultur-Gegensatz gibt (die zusätzlichen Akteure sind die Kulturen Republikaner / Konservative sowie Demokraten / Linke). Siehe Fußnote 14 in der Datei. In den anderen 59 erfassten Nationen gibt es einen einfacheren 2-Wege-Kulturgegensatz (d.h. religiöser Glaube sowie katastrophale Kultur des Klimawandels). Es gelten jedoch die gleichen Grundprinzipien, so dass der aus den 59 Nationen abgeleitete Rahmen einen gewissen Einblick in die Lage der USA ermöglicht. Ich werde dies vielleicht in einem späteren Beitrag näher ausführen. Außerhalb der USA stellt die Religiosität als Prädiktor der nationalen Einstellung zum Klimawandel alle netto-politischen Überlegungen in den Schatten. (Und nebenbei bemerkt ist innerhalb der Nationen in dieser Frage die Polarisierung aufgrund der politischen Zugehörigkeit viel geringer als in den USA; verschiedentlich in der Literatur wird die Situation in den USA als außergewöhnlich bezeichnet).

Link zum Excel Datafile: [Wind and Solar motivations Data]

Link: https://wattsupwiththat.com/2020/11/25/cultural-motivations-for-wind-and-solar-renewables-deployment/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Wassertempe­ratur der Ozeane: Aktuali­sierung

Die allgemeine Definition des Begriffs „Klima“ beschreibt eine insgesamte Änderung der Temperatur oder des Niederschlags über einen Zeitraum länger als 30 Jahre. 100 Jahre wären viel besser. In diesem Zeitmaßstab erlangen Wassertemperaturen immer größere Signifikanz.

Die Ozeane bedecken 71% der Erde und enthalten 99,93% der Wärmeenergie („Wärme“) an der Oberfläche. Hier definieren wir die Erdoberfläche als alles zwischen dem Meeresboden und dem oberen Ende der Atmosphäre, ~22 km. Diese Berechnung und die notwendigen Referenzen sind in dieser Tabellenkalkulation detailliert aufgeführt. Zur Veranschaulichung der gewaltigen Auswirkungen der Ozeane sollten wir berücksichtigen, dass die Ozeane der Erde mehr Wärmeenergie enthalten als auf der Oberfläche und in der Atmosphäre der Venus, wo die Temperatur 464°C beträgt. Tatsächlich enthalten die Ozeane der Erde viermal mehr thermische Energie als die Venusatmosphäre, und dennoch haben die Ozeane eine Durchschnittstemperatur von weniger als 5°C. Eine Tabelle mit dieser Berechnung und den notwendigen Referenzen kann hier heruntergeladen werden.

Wir haben immer noch keine genauen Informationen über den gesamten Ozean, aber wir haben viel mehr als im Jahr 2016. CSIRO zeigt hier einen schönen Datensatz von 2009 mit Temperaturdaten bis 5.500 Meter (Ridgeway, Dunn, & Wilken, 2002). Die Universität Hamburg hat hier mehrjährige Daten bis 6500 Meter, aber ich konnte ihre NetCDF-Dateien mit R nicht lesen. Ich habe beide R-NetCDF-Pakete (ncdf4 und RNetCDF) ausprobiert, und keines von beiden konnte ihre Dateien öffnen. Wenn jemand weiß, wie man diese Dateien lesen kann, lassen Sie es mich wissen. In der Zwischenzeit konnten die CSIRO NetCDF-Dateien problemlos geöffnet werden, und wir können mit ihren Daten arbeiten, auch wenn sie nur ein Jahr umfassen. Abbildung 1 ist die durchschnittliche globale CSIRO-Ozeantemperatur von der Oberfläche bis 5.500 Meter.

Abbildung 1: CSIRO 2009 globale Durchschnittstemperatur von der Oberfläche bis 5.500 Meter. Datenquelle: CSIRO.

Die Temperatur fällt auf ein Minimum von 1°C in ~4.250 Metern und beginnt dann zu steigen. Die Verteilung der Temperatur in 4.500 Metern Höhe ist in Abbildung 2 dargestellt.

Abbildung 2. CSIRO Meerestemperatur auf 4.500 Metern. Die weißen Flächen auf der Karte sind flacher als 4.500 Meter.

Bei diesen Temperaturen sind Anzeichen der thermohalinen Zirkulation zu erkennen. Es ist noch unklar, wie oft das Ozeanwasser vollständig umgewälzt wird. Unter Umwälzen verstehen wir die Zeit, die das Oberflächenwasser benötigt, um vollständig mit dem Tiefenwasser einen Kreislauf zu bilden und dann wieder an die Oberfläche zurückzukehren. Dieser Prozess dauert wahrscheinlich mindestens 1.000 Jahre. Es ist der wichtigste langfristige Wärmeaustauschprozess an der Erdoberfläche. Wenn die Erde also mehr Wärmeenergie von der Sonne oder CO2 – oder was auch immer die Erwärmung verursacht – erhält, dauert es tausend Jahre oder länger, bis sie durch die Ozeane zirkuliert. Abbildung 3 zeigt eine Karte, die die Wege zeigt, die das Wasser durch die Tiefsee nimmt.

Abbildung 3. Die Hauptwege, die das Tiefenwasser auf seinem Weg von der Oberfläche in die Tiefsee nimmt und dann tausend oder mehr Jahre später wieder auftaucht. Beachten Sie, dass sich die Antarktis in der Mitte der Karte befindet. Das liegt daran, dass sich alle Ozeane nur im Südlichen Ozean treffen, der die Antarktis umgibt. Quelle: Von Avsa – Wikimedia, CC BY-SA 3.0.

Wie wir in Abbildung 3 sehen können, sinkt Oberflächenwasser im Nordatlantik und im Südlichen Ozean in die Tiefe. Dann beginnt es, um die Welt zu reisen, durch alle Ozeane. Es steigt vor allem im Indischen Ozean, im Südlichen Ozean und im Pazifik wieder auf. Da sich das Tiefenwasser aus dem Atlantik heraus bewegt, aber hauptsächlich in den anderen Ozeanen aufsteigt, hat der Atlantik einen etwas niedrigeren Meeresspiegel als die anderen Ozeane. Siehe auch (Reid, 1961). Aufsteigendes Tiefenwasser ist weiter verbreitet als absinkendes Oberflächenwasser. Diese NASA-Website enthält eine gute Diskussion und Animation der thermohalinen Zirkulation.

Abbildung 2 zeigt einige gemischte Temperaturen im südlichen Atlantik, neben Südamerika und dem südlichen Afrika, was darauf hindeutet, dass dort ein gewisser Auftrieb stattfinden könnte. Der meiste Auftrieb scheint jedoch im Pazifik, im südlichen und im Indischen Ozean zu erfolgen.

Diskussion und Fehlerabschätzung

Leider reichen gute Daten zur Meerestemperatur nur bis ins Jahr 2004 zurück. Die uns vorliegenden Daten deuten darauf hin, dass sich die Ozeane mit einer Rate von 0,4°C pro Jahrhundert [in deutscher Übersetzung beim EIKE hier] erwärmen. Die Zykluszeit der Ozeane beträgt jedoch über 1.000 Jahre, und die Aufzechnung reicht nur etwa 15 Jahre zurück, so dass dies sehr spekulativ ist. Wenn sich die Ozeane jedoch wirklich nur um 0,4°C pro Jahrhundert erwärmen, scheint es sehr unwahrscheinlich, dass die Spekulationen über eine rasche und gefährliche Erwärmung der Atmosphäre Anlass zur Sorge geben.

Das Raster von Jamstec (Hosoda, Ohira, & Nakamura, 2008), das wir für den flacheren (< 2.000 m) Teil unserer Analyse verwendet haben, liefert uns eine Fehlerabschätzung. Es handelt sich um eine Schätzung des räumlichen Fehlers, der auch als Gitterfehler bezeichnet werden kann. Mit anderen Worten, haben wir genug Daten, um die Karte genau zu erstellen? Abbildung 4 ist eine Karte dieses Fehlers nach Jahr und Tiefe.

Abbildung 4. Jamstec-Gitterfehler in Grad C. Datenquelle: Jamstec.

Wie wir in Abbildung 4 sehen können, war der Fehler im Jahr 2001 recht hoch, bis eine Tiefe von etwa 1400 Metern erreicht wurde. Bis 2004 waren Tiefen unter 1.000 Meter in Ordnung. Wie Abbildung 1 zeigt, sind Tiefen unter 1.000 Meter sehr variabel, und es werden hohe Fehler erwartet. Diese flacheren Gewässer interagieren mit dem Oberflächenwetter, insbesondere in der so genannten „gemischten Schicht“. Die gemischte Schicht ist eine seichte Zone, in der Turbulenzen eine nahezu konstante Temperatur von der Ober- bis zur Unterseite der Schicht verursacht haben. Die Dicke der gemischten Schicht variiert je nach Jahreszeit und Gebiet, liegt aber im Durchschnitt bei etwa 60 Metern. Die Temperatur der gemischten Schicht spiegelt auf komplexe Weise die Oberflächentemperatur der letzten Wochen wider.

Unserer Ansicht nach ist der Versuch, das Ausmaß und die Geschwindigkeit der atmosphärischen Erwärmung nur aus Messungen der Meeresoberflächen- und der atmosphärischen Temperatur abzuleiten, töricht und zum Scheitern verurteilt. Der wahre „Kontrollknopf“ der langfristigen Temperaturveränderung sind die Ozeane. Sie regulieren die Oberflächentemperaturen durch ihre enorme Wärmekapazität. Allein die gemischte Schicht hat über 22 Mal die Wärmekapazität der gesamten Atmosphäre bis in eine Höhe von 22 km. Die Regulierung der atmosphärischen Temperaturen durch die Ozeane gibt uns auch viel Zeit, um festzustellen, ob die globale Erwärmung wirklich eine Bedrohung darstellt. Derzeit liegen uns nur etwa fünfzehn Jahre Daten über die Meerestemperaturen vor, aber in weiteren fünfzehn Jahren werden wir Daten über einen „klimatischen“ Zeitraum haben. Wenn der Erwärmungstrend der Ozeane im Jahr 2035 immer noch weniger als ein Grad pro Jahrhundert beträgt, haben wir sehr wenig Grund zur Sorge.

Ich habe R für die Berechnungen in den Abbildungen verwendet, aber Excel, um die Grafiken zu erstellen. Wenn Sie die Details meiner Berechnungen überprüfen möchten, können Sie meinen CSIRO R-Quellcode hier herunterladen.

Link: https://wattsupwiththat.com/2020/11/28/ocean-temperature-update/

Übersetzt von Chris Frey EIKE