Der Terawatt-Heraus­forderung begegnen

Es ist kein von „unserem Schöpfer gestiftetes“ und auch nicht eines aus einer Verfassung oder einer UN-Charta hervorgehendes Menschenrecht. Wir haben keinen Anspruch darauf, es geschenkt zu bekommen. Aber es ist definitiv ein fundamentales Recht, Zugang zu dieser alles antreibenden Energiequelle zu haben; ein Recht für alle Menschen, um ihre Lebensumstände zu verbessern; und es darf niemandem der Zugang zu ausreichender, zuverlässiger und bezahlbarer Elektrizität verwehrt werden – nur aufgrund einer verlogenen Behauptung, dass der Stromverbrauch auf irgendeine Art und Weise Klima und Umwelt schädigen würde.

Man versuche, sich einmal vorzustellen, wie unsere Wohnungen, Schulen, die Gesundheitsvorsorge, das Geschäftsleben, die Gemeinde oder die Welt – unser Leben! – ohne diese großartige Energiequelle aussehen würde. Dann würde man Bryce aus vollem Herzen zustimmen.

In Kapitel 16 spricht Bryce von der „Terawatt-Herausforderung“ [the Terawatt Challenge]. Dieser Terminus wurde von Nobelpreisträger Richard Smalley geprägt, welcher postulierte, dass falls man allen Völkern der Welt ausreichend Strom zur Verfügung stellen würde, man großenteils die massiven Probleme wie Armut, verschmutzte Umwelt, verseuchtes Wasser und Nahrungsmittel-Verknappung eliminieren könnte. Bryce erklärt feierlich, dass unsere Welt von diesem Ziel immer noch weit entfernt ist. Aber wir können es erreichen.

Bryce erläutert die Historie der Nutzbarmachung von Strom, von Benjamin Franklin über Tesla, Edison und Westinghouse – bis hin zu dem weitaus weniger bekannten, aber genauso bedeutenden Pionier Frank Julian Sprague, der Motoren für elektrische Aufzüge (beim Bau von Wolkenkratzern unerlässlich) sowie die erste elektrische Eisenbahn der Nation entwickelte. Er illustriert, wie Franklin D. Roosevelt (FDR) bezahlbaren Strom ins ländliche Amerika brachte und den Bau massiver Staudämme überwachte, welche billigen Strom in jeden Winkel der USA brachten. Es war FDR, der im Jahre 1932 erklärte, dass „Strom nicht länger ein Luxus, sondern eine definitive Notwendigkeit“ ist.

Bryce konfrontiert uns dann mit der entsetzlichen Realität, dass etwa 3,3 Milliarden Menschen (45% der Menschheit!) heutzutage in Gebieten leben, wo der jährliche Pro-Kopf-Stromverbrauch weniger als 1000 kWh pro Jahr beträgt – das ist etwa die Menge, die sein heimischer Kühlschrank verbraucht. Diese Menschen überleben gerade noch so mit herausgezogenem Stecker.

Weitere 2,7 Milliarden Menschen (37%) hangeln sich durch ihr Leben in Low-Watt-Ländern. Nur 19% aller Menschen auf dem Planeten Erde leben in „High-Watt“-Ländern (Verbrauch über 4000 kWh pro Jahr) – die unterste Grenze, sagt Dr. Alan Pasternak, bei deren Unterschreiten Länder ihren Human Development Index nicht verbessern können.

Ein Haupthindernis ausreichender Stromversorgung für die Unplugged – und sogar die Low-Watt – Nationen ist also das Fehlen gesellschaftlicher Integrität, Kapitalanlagen und bezahlbare Energie. Und doch , um sicherzustellen, dass die gesamte Menschheit ihr volles Potential ausschöpfen kann – um Frauen aus endloser Schinderei zu erlösen und um es ihnen zu ermöglichen, ihre natürlichen Talente und ihr Können zu entwickeln – ist es erforderlich, dass das Menschenrecht für Strom anerkannt und realisiert wird.

Wie können wir dieses hochgesteckte, aber notwendige Ziel erreichen? Eine wesentliche Komponente gesellschaftlicher Integrität ist, dass Regierungen ihre gesetzgeberischen Kompetenzen nutzen. Die freiesten und wohlhabendsten Länder sind jene, deren Parteien an politischer und ökonomischer Macht teilhaben. In den ärmsten Ländern formen die Eliten die Gesellschaft zu ihrem eigenen Vorteil um auf Kosten der großen Masse ihrer Bevölkerung. Kapital – und Energie – sind viel leichter in einer freien Gesellschaft zu haben.

Um die Größe der Lücke zwischen Low-Watt- und High-Watt-Nationen zu illustrieren, zeichnet Bryce den kometenhaften Aufstieg der Gigantischen Fünf nach – Alphabet (Google), Amazon, Apple, Facebook und Microsoft – von denen jeder Einzelne mehr Strom in jedem Jahr verbraucht als viele Länder insgesamt verbrauchen. Finanzdienstleister, von Visa zu Bitcoin, haben ebenfalls gigantischen Strom-Hunger, ebenso wie die Marihuana-Industrie.

Diese Riesen wissen alle aus Erfahrung um die Kosten, die ihnen durch Stromausfälle entstehen – und ihren Kunden. Sowohl das Wetter als auch Sabotage gefährden das Stromnetz, aber die noch größere Bedrohung desselben ist die Dummheit jener, die glauben, dass Wind und Solar allein ausreichend Strom für eine High-Tech-Gesellschaft erzeugen können, geschweige denn für die Milliarden der Welt.

Bryce erläutert, wie vier Faktoren – Kosten, Speicherung, Größenordnung und Landverbrauch – die Erneuerbaren daran hindern, unsere Energieversorgung zu übernehmen. Strompreise in Ländern wie Deutschland schießen nach oben. Dort war man nach Fukushima in Panik geraten und hatte sich dran gemacht, alle Kernkraftwerke herunterzufahren. Ein Drittel der deutschen Industrie, darunter der Automobilsektor, sehen die steigenden Stromkosten als Bedrohung für ihre Existenz, schreibt Bryce.

Steigende Stromkosten folgten auch der Inkraftsetzung des Green Energy Act in Ontario, was wiederum zur politischen Schlappe der Liberal Party führte sowie zur Annullierung von 758 Verträgen bzgl. erneuerbarer Energie. Sogar in Kalifornien haben Menschenrechts-Aktivisten ein Gerichtsverfahren angestrengt und den Staat verklagt, weil die Klimapolitik des Staates Minderheiten und Verbraucher mit niedrigem Einkommen diskriminiert. Diese Klage befindet sich derzeit auf dem Weg durch die Instanzen.

Bryces Argumentation belegt, dass die Eliten, welche erneuerbare Energie durchpeitschen – genau wie Despoten in unterentwickelten Low-Watt-Ländern – die Armen und die Mittelklasse ignorieren und ländliche Gebiete behandeln, als ob diese unbewohnt oder einfach nur irrelevant sind – mit ihrer Verfolgung unerreichbarer Ziele, welche die Steuerzahler schwer belasten und zugleich die Zuverlässigkeit der Stromversorgung bedrohen.

Sollte beispielsweise Kalifornien der Vorschrift nach 80% Erneuerbare erreichen, wird dies einer massiven Ausweitung kostspieliger Energie-Speicherung bedürfen wegen der jahreszeitlichen Variabilität der Wind- und Solarstrom-Erzeugung. Das heutige Wachstum grüner Energie kann nicht einmal mit der jährlichen Zunahme der globale Strom-Nachfrage mithalten und schon gar nicht die gesamte konventionelle Energie ersetzen. Aber der letzte Nagel im Sarg der Erneuerbaren ist der Landverbrauch.

Bryce verweist auf zahlreiche Studien, welche zeigen, dass ein Gesamt-Windnetz bedeuten würde, dass Windparks ein Zehntel der gesamten Landfläche der Nation [= der USA] überziehen würden. Frustriert durch die Gleichgültigkeit urbaner Eliten gegenüber den Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen in ländlichen Gebieten und auf Habitate aller Art, bekämpfen ländliche Staaten Windparks mit verstärkter Kraft. Gigantische Solarpaneel-Felder stellen einen auch vor die Wahl zwischen verschwindenden Ökosystemen und „sauberer“ Energie, die tatsächlich hohe Verschmutzung mit sich bringt. Der Abbau von Metallen und Mineralien zur Herstellung dieser Erneuerbaren-Systeme wäre ebenfalls monumental.

Trotz der Opposition der Umwelt-Fundamentalisten wenden sich Entwicklungsländer rapide der Kernkraft zu als Treibstoff der Zukunft. Aber, wie Bryce anmerkt, es bedarf nationaler Verpflichtungen nach Art des New Deal, um sowohl über die politische Stabilität als auch finanzielle Rücklagen zu verfügen, um große Kernkraftwerke zu errichten und ökonomisch zu betreiben. High-Watt-Länder haben sich selbst exorbitante Kosten für Genehmigungen und Vorschriften auferlegt, was die Aussichten für Kernkraft erheblich limitiert.

Dank Fracking ist Erdgas üppig verfügbar und billig geworden. Es muss ein Hauptbestandteil bei der zukünftigen Stromerzeugung annehmen. Und doch verbieten die Regierungen in High-Watt-Ländern das Fracking, verbieten den Bau neuer Pipelines und verlangen sogar, dass Bürger ihre Gas verbrennenden Einrichtungen einmotten sollen.

Trotz all der Angriffe auf bezahlbare und zuverlässige Treibstoffe ist Bryce optimistisch hinsichtlich der Fähigkeit und des Willens der Welt, die Terawatt-Herausforderung anzunehmen und einer stromhungrigen Welt ebendiesen Strom zur Verfügung zu stellen ohne die Biosphäre zu zerstören. Tatsächlich ist es einem Fünftel der Welt innerhalb nur eines Jahrhunderts gelungen, von Kein-Strom zu High-Watt überzugehen, und weitere drei Achtel sind auf irgendeine Weise elektrifiziert worden – und deren Umwelt hat durchweg davon profitiert.

Die humanistische Reaktion auf die Terawatt-Herausforderung ist Bryce zufolge die Milliarden, die im Dunklen leben, zu ermächtigen, in das helle Licht von Modernität, Fortschritt sowie eines besseren, längeren und wohlhabenderen Lebens zu treten. Das wird gesellschaftliche Integrität erfordern sowie massive Infusionen von Kapital und die richtige Wahl der Treibstoffe. Bryce räumt ein, dass die Elektrifizierung der Welt dauern wird. Aber es kann – und muss! – gemacht werden.

Die regierungsamtliche Gesetzgebung ob dieses Vorhabens wurde zunehmend aufgebläht und korrupt. Wir müssen bedeutsam unsere Standards sowohl für fossilen Treibstoff als auch für Kernkraftwerke ändern, uns aufgeschlossen zeigen gegenüber technologischen Fortschritten, die Falschheit der Behauptungen vieler Umwelt-Fundamentalisten erkennen sowie die Tatsache, dass es enorme Kosten für Natur, Habitate, menschliche Gesundheit und Menschenrechte bedeuten würde, wenn man mehr dieser Kraftwerke nicht hat.

Duggan Flanakin is director of policy research for the Committee For A Constructive Tomorrow (www.CFACT.org) and author of many articles on energy, climate change and environmentalism.
Link: https://www.heartland.org/news-opinion/news/meeting-the-terawatt-challenge
Übersetzt von Chris Frey EIKE




L.A. Times auf frischer Tat ertappt: hat einen Fake Link konstruiert zwischen Klima, Dürre und Waldbränden

Die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA; der amerikanische Wetterdienst) berichtet hier und führt die Graphik unten als Beleg an, dass in Nordkalifornien derzeit eine „moderate Dürre“ herrscht und einer der wenigen Orte in den USA mit trockeneren Bedingungen als üblich ist, während in Südkalifornien „moderat nasse“ Umstände herrschen.


Hmmm … in einigen Gebieten ist es trocken, in anderen nass, in den meisten Gebieten aber normal. Das muss die Klima-Krise sein!

[Hervorhebung vom Übersetzer]

In Wirklichkeit herrscht in den USA nur in einem geringen Teil eine Dürre, wie hier sowie in der gleichen NOAA-Graphik oben gezeigt. Außerdem zeigt die Abhandlung „Climate at a Glance: Drought“, dass die Vereinigten Staaten den Aufzeichnungen zufolge die längste Periode in der aufgezeichneten Geschichte durchlaufen hat, ohne dass in mindestens 40 Prozent des Landes „sehr trockene“ Bedingungen herrschten, wobei die Dürre-Höhepunkte um 1978, 1954, 1930 und 1900 viel schlimmer waren als das, was die USA zu irgendeinem Zeitpunkt im 21. oder späten 20. erlebt haben.

In der gleichen Abhandlung wird genauso überzeugend dargelegt, dass die Dürre-Gebiete in den USA in den Jahren 2017 und 2019 die geringste Ausdehnung seit Beginn von Aufzeichnungen gehabt haben.

Sogar das IPCC räumt mit „hohem Vertrauen“ [high confidence] ein, dass die Niederschläge in Landgebieten der Mittleren Breiten auf der Nordhemisphäre während der letzten 70 Jahre zugenommen haben (einschließlich der USA), wohingegen das IPCC hinsichtlich irgendwelcher negativen Trends hierzu „geringes Vertrauen“ geltend machte.

Angesichts der schwach ausgeprägten Dürrelage und des Umstandes, dass Dürre der größte Einzel-Klimafaktor hinsichtlich Buschbränden ist, sollte es keine Überraschung sein, dass derartige Brände während der letzten Jahre eben nicht immer häufiger aufgetreten waren. In den wenigen Gebieten, in denen es zu besonders verheerenden Bränden gekommen war wie etwa in Kalifornien und Australien erklärt der Geologe Gregory Wrightstone sowie Senatorin Jennifer Fielder aus Montana, dass die Wurzel dieser Brände in schlechtem Land-Management seitens der Regierung in Gebieten zu finden ist, welche anfällig für Flächenbrände sind.

Vielleicht sind es all diese guten Nachrichten und wissenschaftlichen Belege, die Roth und die Times dazu bringen, ohne jeden wissenschaftlichen Beweis falsche Behauptungen zu erheben, um die für sie sehr einträgliche Klima-Angst am Leben zu halten.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

H. Sterling Burnett, Ph.D., is managing editor of Environment & Climate News and a research fellow for environment and energy policy at The Heartland Institute. Burnett worked at the National Center for Policy Analysis for 18 years, most recently as a senior fellow in charge of NCPA’s environmental policy program. He has held various positions in professional and public policy organizations, including serving as a member of the Environment and Natural Resources Task Force in the Texas Comptroller’s e-Texas commission.
Link: https://climaterealism.com/2020/05/la-times-caught-inventing-fake-link-between-climate-drought-and-fires/
Übersetzt von Chris Frey EIKE




Achtung, Leute! Der COVID-19-Notfall ist vorüber!

Das Virus selbst betrifft nur die wenigsten Menschen – es tötete maximal 0,1% der Bevölkerung in den am schwersten betroffenen Regionen. Ein Zehntel eines einzigen Prozentes*.

[*In den Nachrichten hören wir von Massensterben z. B. in New York. Dabei werden aber nie Prozentzahlen von der Gesamtbevölkerung genannt. Zu recherchieren, ob es hochgerechnet auf die USA also wirklich nur 0,1% sind, fehlt mir die Zeit. Andererseits muss man natürlich die Panikmache in den Mainstream-Medien hierzulande abziehen. – Anm. d. Übers.]

Nun gut, das sind nur die Todesfälle. Aber was ist mit den Einweisungen ins Krankenhaus? Nun, diese Zahl liegt in den am schwersten betroffenen Gebieten etwa drei mal so hoch, also etwa ein Drittel der Bevölkerung. Immer noch nicht einmal 1 Prozent.

Aber andererseits – über 30 Millionen Arbeiter in den USA sind arbeitslos. Das macht etwa 20% der Anzahl von Voll- und Teilzeitbeschäftigten aus. Und diese Arbeitsplatzverluste betreffen alle Haushalte, nicht nur die Arbeiter.

Und dabei sind noch nicht die Sterbefälle durch zunehmende Selbstmorde und verzögerte medizinische Behandlungen anderer Fälle enthalten – ebensowenig wie die Tatsache der Erwartung, dass etwa 20% der verloren gegangenen Arbeitsplätze nicht wieder geschaffen werden können. Und die Notrufe bei Hotlines mentaler Probleme schießen in den Himmel, häusliche Gewalt ebenso. Es ist höchste Ironie, dass wir Krankenhäuser und Ärzte haben, die vor dem Bankrott stehen, sowie Tausende Krankenschwestern, die beurlaubt werden, weil „nicht notwendige“ Behandlungen verboten sind. Und noch gar nicht zu erahnen sind die finanziellen Verluste, sowohl für die Wirtschaft als auch für die Regierungen.

Und in einem lehrbuchhaften Kreislauf haben wir Billionen über Billionen Dollars, die sich die Regierung geliehen hat, um einigen der Schäden zu begegnen, die ebendiese Regierung angerichtet hat … diese Lockdowns sind weit, weit destruktiver als das Virus. Der Schaden durch das Virus ist kurzfristiger Natur, aber wir und unsere Kinder werden noch Jahrzehnte für die Dummheit bezahlen müssen, die Ökonomie zur Strecke gebracht zu haben.

[An dieser Stelle findet sich im Original eine treffende Karikatur, die aber wegen des unklaren Copyrights hier nicht gezeigt werden kann. Anm. d. Übers.]

Man lasse mich ein Beispiel nennen. Das ist die gleiche Idiotie wie einer Mücke, die sich auf jemandes Hand gesetzt hat, mit einem Vorschlaghammer zu Leibe zu rücken.

Ergo: die erste Lektion des Ausnahmezustandes lautet: Man fahre niemals seine Ökonomie an die Wand, nur um ein paar Todesfälle mehr zu vermeiden. Es ist durchaus möglich, die Ausbreitung des Virus‘ aufzuhalten, ohne die Wirtschaft zum Entgleisen zu bringen.

Die nächste Lektion des Ausnahmezustandes lautet: Man sollte nie den Computermodellen zu viel Vertrauen schenken.

Lektion Nummer drei des Ausnahmezustandes: man sollte nie Ärzten als Ökonomie-Entscheidungsträger einsetzen. Vor allem nicht Dr. Fauci. Er lag hinsichtlich der meisten Aspekte dieses gesamten Prozesses falsch. Falls man jemanden ein Krankenhaus betreiben lassen will, sollte man allgemein keinen Arzt dazu küren.

Lektion Nummer vier: Die extreme Bedeutung des Eids des Hippokrates, von dem Dr. Fauci offenbar noch nie etwas gehört hat: „Primum non nocere“ mit der Bedeutung „Zuallererst, richte keinen Schaden an!“.

Lektion Nummer fünf: Man stelle die Kranken unter Quarantäne und schütze die Verwundbaren – aber man stelle NIEMALS die Gesunden unter Quarantäne. Das ist reine Verrücktheit.

Aber zurück zum COVID-19-Ausnahmezustand. Der von allen gefürchtete Ausnahmezustand wurde veranschaulicht durch die Realität in manchen Ländern, in denen das medizinische System durch die Anzahl der COVID-19-Fälle überfordert war. Ursache hierfür war der Umstand, dass die Fälle zu rasch auftraten – die höchste Zahl von Krankenhaus-Einweisungen und Todesfällen trat innerhalb von ein oder zwei Wochen auf. Zu Beginn der Pandemie führte diese Spitzenbelastung des medizinischen Systems in Italien dazu, dass es teilweise zusammengebrochen war.

Um diese Spitze zu umgehen und dafür zu sorgen, dass es das medizinische System nicht in die Knie zwingt, wurde in vielen Ländern beschlossen zu versuchen, die „Kurve abzuflachen“, um die Ausbreitung des Virus‘ zu verlangsamen. Erklärtes Ziel war, die Anzahl von Neu-Infektionen pro Tag zu senken, aber nicht die Gesamtzahl von Neu-Infektionen.

Abbildung 1: Der theoretische Effekt, die „Kurve abzuflachen“.

In dieser Hinsicht würde sich der scharfe Spitzenwert medizinischer Behandlungen tatsächlich abflachen und das medizinische System hoffentlich nicht überwältigt werden.

Und … hat das funktioniert? Das ist im Moment noch schwer zu beurteilen. Allerdings gibt es ein Beispiel eines modernen Landes, welches seiner Wirtschaft NICHT einem Shutdown aufgedrückt hat: Schweden. Wie ist es dort gelaufen? Hier der Vergleich:

Abbildung 2: Todesfälle pro 10 Millionen Menschen mit der Zeit in den am stärksten betroffenen Ländern

Wie man klar sieht, liegt Schweden ziemlich in der Mitte aller Verläufe – ein wenig besser als in UK oder der Schweiz, etwa gleich wie in den Niederlanden und Irland und etwas schlechter als in den USA und Frankreich.

Falls also die Lockdowns und die „Bleibt-zu-Hause“-Anordnungen irgendwelche Auswirkungen haben, kann man diese nicht am Beispiel Schweden erkennen.

Aber zurück zum Komplex, den Spitzenwert zu erniedrigen und die Kurve abzuflachen. Hier folgen die Ergebnisse aus einer Anzahl von Ländern. Ich beginne mit Schweden und den Niederlanden, da sich diese laut Abbildung 2 in gleicher Größenordnung bewegen. Ich habe das Complete Ensemble Empirical Mode Decomposition (CEEMD)-Verfahren angewendet, um die Fluktuationen durch Datenlücken an Wochenenden zu beseitigen. Mehr zum CEEMD-Verfahren gibt es hier und hier.

Abbildung 3: Tägliche Todesfälle. Die schwarz umrandete gelbe Linie ist das CEEMD-„Residuum“, also der Datenwert mit den entfernten wöchentlichen und anderen regelmäßig auftretenden Fluktuationen.


Abbildung 4: Wie Abbildung 3, nur für Schweden.


Der Verlauf in Deutschland sieht so aus:

[Es folgen die entsprechenden Verläufe für Belgien, Spanien, Italien, Frankreich, die Schweiz und UK, für die wegen der durchweg sehr ähnlichen Verläufe auf das Original verwiesen wird.]
Soviel zu den europäischen Ländern. In den USA ergibt sich folgender, den europäischen Nationen ähnelnder Verlauf:

Alle haben ihren Spitzenwert schon seit einem Monat hinter sich gelassen. Wie sieht es nun in den US-Staaten im Einzelnen aus?

Der Verlauf in New York City

Die Spitze in den Daten von New York kommt zustande durch eine Reihe von „übersehenen“ Todesfällen in Pflegeheimen, die alle an einem einzelnen Tag gemeldet wurden. Bizarrerweise hat Gouverneur Cuomo angeordnet, dass COVID-19-Patienten in Pflegeheimen aufgenommen werden müssen … wie man sich leicht vorstellen kann, wurden die absolut vorhersehbaren Todesfälle in Pflegeheimen verschwiegen, bis es nicht mehr ging.

(In passing, let me note that Georgia started loosening the lockdown on April 20th, and there’s no sign of a “second peak” of deaths.)
Those are the hardest-hit states. However, not all of the hardest-hit states are past their peak. Here are the two states of the hardest-hit that are not past their peak.

[Hier folgen die Verläufe aus vielen der am meisten betroffenen US-Staaten, für die ebenfalls auf das Original verwiesen wird. Das Gesamtbild ist ziemlich eindeutig. Aber es gibt auch wenige Ausnahmen. Anm. d. Übers.]

Im US-Bundesstaat Georgia wurde der Lockdown bereits ab dem 20. April gelockert, und doch zeigt sich keinerlei Anzeichen einer „zweiten Spitze“ von Todesfällen.

Soweit die am stärksten betroffenen US-Staaten. Allerdings haben nicht alle stärker betroffenen Staaten die Spitzen bereits hinter sich, wie der Verlauf in den Staaten Florida und Illinois zeigt:


Und bevor wir in eine Diskussion von all dem einsteigen, hier noch zu guter Letzt zwei Graphiken der weltweiten Todesfälle, eine mit und die andere ohne China. In der zweiten Graphik habe ich China weggelassen, weil a) die chinesischen Zahlen sehr hoch sind und b) ich den Zahlen von dort kein bisschen vertraue. Beim betrachten dieser beiden – hier folgenden – Graphiken stellt sich heraus, dass das Auslassen der Zahlen aus China kaum einen Unterschied macht:


Nun also, was können wir aus all dem folgern?

Und, am Wichtigsten ist: Falls die medizinische Versorgung an einigen Orten durch das Virus überfordert worden und der Notfall eingetreten war, dann ist der Höhepunkt des Ausnahmezustandes jetzt vorüber. Ja, es mag noch einige Regionen geben, welche den Höhepunkt noch nicht überschritten haben. Aber im Großen und Ganzen und vor allem für die am stärksten betroffenen Länder ebenso wie für die ganze Welt gilt, dass der Höhepunkt der Belastung der Gesundheitsdienste durch die Pandemie vor etwa einem Monat durchlaufen worden ist.

Und das bedeutet für jene Staaten und Länder, dass die Chance, die wir zur „Abflachung der Kurve“ hatten, VORÜBER ist. In den meisten Gebieten der Welt ist die Abflachung der Kurve Historie.

Und da man uns diese ganze Palette von Wohltaten auf der Grundlage der „Abflachung der Kurve“ aufgedrückt hatte und da die Möglichkeit der entsprechenden Einwirkung vorüber ist, sollte man die Restriktionen aufheben. Oder was ich schon seit Wochen predige: „Beendet den amerikanischen Lockdown jetzt sofort!“

Natürlich wollen die lokalen Klein-Tyrannen, welche im Zuge des „Ausnahmezustandes“ so enorm mehr Macht gewonnen haben, diesen Lockdown beibehalten. Also sagen sie jetzt, dass wir etwas Neues fürchten müsse, nämlich ein „Wiederaufleben“ oder eine „zweite Spitze“ … was mich betrifft, ich glaube, dass wir höchstens ansatzweise eine zweite Spitze erleben werden, wenn überhaupt eine – aus einem einfachen Grund:

Wie Schweden vorgeführt hat, lacht das Virus über unsere pathetischen „Bleibt-zu-Hause“-Anordnungen nach westlicher Art.

Zu viele Menschen in „wesentlichen“ Jobs, zu viele Dienstleister, zu viele Menschen in den Haushalten. Man kombiniere das mit einem sehr ansteckenden Virus, und derartige Anordnungen werden kaum etwas bewirken … und wenn das so ist, dann wird die Aufhebung dieser Anordnungen ebenfalls kaum etwas bewirken.

Mein Argument ist Folgendes: Die verschiedenen lokalen totalitären Herrscher erhalten ihre Macht durch den Ausnahmezustand. Aber der Notfall ist Vergangenheit, wir können die Kurve jetzt nicht mehr abflachen. Darüber sind wir hinaus, und das bedeutet, dass es keinen weiteren Notstand gibt. An dem Ausnahmezustand trotzdem festzuhalten ist unrechtmäßig und illegal. In manchen Fällen widerspricht es auch der Verfassung.


Bildinschrift: All jene, die nach einer Fortdauer des Shutdowns rufen, sollten bitte die folgenden Fragen beantworten:
1)Wie viele Kinder sollten hungern, damit man sich sicher fühlt?
2)Wie viele Familien müssen noch bankrott gehen, damit man sich sicher fühlt?
3)Wie viele Geschäftsinhaber sollten alles verlieren, für das sie gearbeitet haben, damit man sich sicher fühlt?
4)Wie viele Menschen müssen noch ihren Arbeitsplatz verliere, ihre Gesundheitsversicherung, ihre Lebens-Ersparnisse, damit man sich sicher fühlt?
Nennt die Anzahl der Menschen, welche eurer Meinung nach ihr Leben aufgeben sollen, damit IHR euch sicher fühlt!
Meine Empfehlungen sind Folgende:

● In allen Ländern, die ihren Höhepunkt bereits hinter sich gelassen haben, sollte man den Ausnahmezustand für beendet erklären und alles wieder öffnen, und man widerrufe sämtliche Notfall-Anordnungen! Diese sind nur für die Dauer des Ausnahmezustandes gültig.

● Man erhalten eine gewisse Anpassung sozialer Distanz aufrecht – auf freiwilliger Basis

● Es gibt in bestimmten Orten ein Aufflackern, sogar auch trotz aller Vorschriften. Es wird auch nach Widerruf derselben Aufflackerungen geben. Man gewöhne sich daran. Ein Aufflackern ist keine zweite Spitze.

● Die persönliche Vorsorge wie das Tragen von Masken oder regelmäßiges Händewaschen sollten beibehalten werden – auch auf freiwilliger Basis.

Ist der Höhepunkt der Pandemie-Todesfälle erst einmal überschritten, sollte man Testverfahren etablieren und Kontakte listen, um den Weg des Virus‘ zu verfolgen.

● Man teste einreisende Menschen. So weit ich weiß, werde ich öfter medizinisch untersucht als Menschen, die in die USA kommen.

● Man sollt genau die Zahle überwachen, um rechtzeitig zu erkennen, ob sich nicht doch eine Art „zweite Spitze“ entwickelt. Falls und wo es dazu kommt, dann sorge man in den Gebieten, in denen es Schwierigkeiten hinsichtlich der ersten Spitze gab, dafür, dass die Wirtschaft nicht getötet wird, und um alles in der Welt, man stelle die Kranken und nicht die Gesunden unter Quarantäne!

Man bewege den Risikogruppen dazu (Ältere Menschen mit Vorerkrankungen z. B.), sich selbst etwas zu isolieren bis zu einem noch bequemen Ausmaß, besonders wachsam Menschenansammlungen auszuweichen und an einem hohen Niveau der persönlichen Vorsorge festzuhalten.

Leute, die hässliche Realität lautet, dass jeder Tag, an dem wir noch an den jetzt sinnlosen lockdowns festhalten, für einen großen Teil der Bevölkerung einen weiteren Tag des Elends bedeutet. COVID-19 ist jetzt Teil der allgemeinen Virus-Landschaft. Holen wir uns die Macht von den Größenwahnsinnigen auf allen Ebenen der Regierung zurück, die derzeit noch eine Vorschrift nach der anderen anordnen und von uns Gehorsam erwarten.

MAN BEENDE JETZT DEN amerikanischen LOCKDOWN!

Link: https://wattsupwiththat.com/2020/05/13/attention-citizens-the-covid19-emergency-is-over/
Übersetzt von Chris Frey EIKE




2020 zum wieder­holten Mal sehr ungünstiger Frühling in Teilen Deutsch­lands – häuft sich Extrem­wetter? Teil 2

Teil 2: Einige aktuelle Besonderheiten und Folgen der Witterungsanomalien

Niederschlag: Wird es wirklich immer trockener?
Zwischen Mitte März und Ende April 2020 erlebten weite Teile Deutschlands zum wiederholten Male eine sehr regenarme Periode – Anlass genug, ähnlich wie in Teil1, einmal das lang- und kurzfristige Niederschlagsverhalten (das DWD-Flächenmittel ist ab 1881 verfügbar) zu betrachten:

Abbildungen 1a und 1b: Niederschlagsentwicklung aller meteorologischen Jahreszeiten im Deutschland-Mittel langfristig (ab 1881) und seit 1979. Nach einer Zunahme, die bis etwa zur Jahrtausendwende außer dem Sommer alle Jahreszeiten betraf, wurde es kurzfristig bislang nur im Frühjahr merklich trockener, was aus agrarwirtschaftlicher Sicht ungünstig ist, denn im April/Mai benötigen die meisten Kulturen besonders viel Wasser.


Wenngleich es also neuerdings im Frühling trockener wurde, ist das alleine noch kein Grund zur Besorgnis, denn der Trend ist nur mäßig und muss sich zukünftig nicht zwangsläufig fortsetzen; das gilt übrigens für alle Trends. Problematischer wird es aber, wenn man die Entwicklung der relativen Luftfeuchte, der Temperaturen und der Sonnenscheindauer in die Betrachtungen mit einbezieht.
Weniger Luftfeuchtigkeit – Menetekel der Austrocknung Deutschlands?
Leider konnten die Deutschland-Flächenmittel der relativen Luftfeuchte nur näherungsweise aus den aerologischen Daten der NOAA (amerikan. Wetterdienst) bis 1948 zurück ermittelt werden; sie zeigen für die drei Frühlingsmonate folgendes Bild:

Abbildung 2: Merkliche Abnahme der relativen Feuchte in allen Frühlingsmonaten. Im LJM 1948 bis 2020 betrug diese im März gut 84, im April knappe 80 und im Mai knappe 78%. Momentan sind es im April nur noch etwa 69%; kein anderer Monat zeigte einen derartigen Rückgang; doch auch von Juni bis September wurde die Luft merklich trockener.


Aber während sich die Rückgänge im März und Mai seit etwa 30 Jahren verlangsamten; beim Mai gar in leichte Zunahme verkehrten, setzte sich der April-Trend fast ungebremst fort; doch gilt für diese Trends das schon beim Niederschlag Gesagte.
Mehr Sonnenschein bedeutet mehr Wärme
Im gesamten Sommerhalbjahr, besonders aber im April, nahm die Besonnung über Deutschland merklich zu, was zweierlei förderte: Merkliche Erwärmung (die Temperaturvariabilität lässt sich, je nach Monat des Sommerhalbjahres, zu etwa 33 bis 73% mit der Sonnenscheindauer erklären) und die Austrocknung. Im April 2020 wurde mit etwa 292 Sonnenstunden im Deutschland-Mittel ein neuer Rekord verzeichnet; es genügt also, diesen und das ganze Sommerhalbjahr darzustellen; auch der Frühling 2020 wird wieder sehr sonnig ausfallen.

Abbildungen 3a und 3b: Merkliche Zunahme der April-Besonnung (oben) und auch im gesamten Sommerhalbjahr (April bis September) über Deutschland. Wegen der sehr unterschiedlichen Größen mussten beide in Indexwerte umgerechnet werden, um sie gemeinsam in einer Grafik zeigen zu können.


Mehr zu den Ursachen und Hintergründen dieser für Landwirte und Gärtner ungünstigen Entwicklung hier.
Mehr oder weniger Spätfröste im Frühling?
In den letzten Frühjahren gab es immer wieder Kälterückfälle mit Frösten in zumindest einem, 2020 in allen drei Frühlingsmonaten. Doch ein Blick auf die zumindest grob für Deutschland repräsentativen Daten von Potsdam zeigt folgende Entwicklung:

Abbildung 4: Deutliche, langfristige Abnahme der Zahl der Frosttage (Minimum in 2 Metern Höhe unter 0,0°C) im gesamten Frühling, im März (mittlere Kurve) und im April in Potsdam. Die Mai-Entwicklung wurde, weil nur ganz selten Frost auftrat, nicht dargestellt. Besonders viele Frostnächte gab es um die Mitte des 20. Jahrhunderts; ganz am Anfang und besonders am Ende traten sie seltener auf.


Ob also die ungünstigen, letzten Frühjahre schon einen Trend zum Schlechteren anzeigen, lässt sich (noch) nicht sagen.
Das Extremwetter und die Versäumnisse der Politik – ist die Lage hoffnungslos?
Unsere grünverbrämte Politik scheute seit 1990 weder Kosten noch Mühen, um mittels „CO2-Vermeidung“ den Klimawandel zu bekämpfen. Ob Öko-Steuern und Energiewende, ob Förderung der E-Mobilität oder von Bio-Kraftstoffen, ein Flop und Fehlschlag folgte dem andern; alles zu Lasten der Bürger und ohne Entlastung für die Umwelt. Einher ging dieser ganze Unfug mit einem Bauern-Bashing ohnegleichen – die Berufsbezeichnung Landwirt geriet zum Schimpfwort. Insektensterben und Klimawandel, Gift im Grundwasser, Feinstaub, Nitrate und alle möglichen Übel dieser Welt wurden und werden einem Berufsstand in die Schuhe geschoben, welcher durch überlange Arbeitszeiten, Preisverfall und EU-Bürokratie schon mehr als genug gestraft ist (Pharma- und Kosmetikindustrie oder der völlig überdimensionierte Dienstleistungssektor, besonders Freizeit- und Tourismusbranche, sind natürlich völlig unschuldig – und an den von den Gutmenschen bejubelten Windrädern verenden auch keine Insekten, Vögel oder Fledermäuse). Aber das Klima wandelt sich, völlig unbeeindruckt von Pamphleten oder Beschlüssen und diesem ganzen Polit-Zirkus, unbeirrt weiter. Unseren Politikern und Bürokraten ist wohl vor lauter Übereifer entgangen, dass Klimawandel als natürlicher Prozess schon immer markant in die Menschheitsgeschichte eingegriffen hat, wogegen nur intelligente Anpassung hilft. Was also wäre zu tun? Vielleicht hilft ja ein Blick nach Israel weiter – ein kleines, von arabischen Terroristen und Dürren stets bedrohtes Land hat es mit viel Fleiß und Intelligenz geschafft, sogar Obst und Gemüse von bester Qualität zu exportieren. Wir in Deutschland hätten da ungleich bessere Voraussetzungen – trotz der momentanen Dürren bleiben wir ein vergleichsweise regenreiches Land. Aber es kommt noch besser: Es wäre in Teilen Deutschlands, nämlich in Ostdeutschland, sogar schon eine Infrastruktur in Form vieler Kleinspeicher und Stauseen vorhanden, die zur Bewässerung genutzt werden könnten; außerdem ließe sich Talsperren-Wasser aus den regenreichen Gebirgen in trockenere Regionen leiten.

Abbildung 5: Kleinspeicher unweit von Kromsdorf bei Weimar; angelegt zu DDR-Zeiten und zur Bewässerung bis etwa 1990 genutzt. Nebenbei entstand ganz ohne grüne Ideologie ein Biotop mit Libellen und anderen Wasserinsekten, Fischen, Amphibien und Wasservögeln. Links im Bild die Staumauer. Foto: Stefan Kämpfe


Leider hat man im Globalisierungs- und Öko-Wahn der 1990er und 2000er Jahre die Bewässerungsanlagen abgebaut oder verfallen lassen. Zugegeben – eine Reaktivierung wäre nicht ganz billig und auch nur bei flankierenden Anpassungsmaßnahmen sinnvoll. Neben bezahlbarer Energie müsste der völlig unsinnige Energiepflanzen-Anbau, besonders der von Raps und Mais, zugunsten anspruchsloserer und nur wirklich benötigter Nahrungsmittel- und Futterpflanzen aufgegeben werden. Besonders der Anbau von mehr Leguminosen kann die Bodenfruchtbarkeit erhöhen und die Speicherfähigkeit der Böden verbessern; hinzu kommt wassersparende Bodenbearbeitung. Zur Senkung der Verdunstung müssen mehr Windschutzstreifen angelegt und die Kulturpflanzen selbst durch Nutzung der Gentechnik, wie etwa der neuen CRISPR/Cas-Methode, dürreresistenter gemacht werden. Satellitengestütztes Präzisions-Farming, das momentan in immer mehr Agrarbetriebe Einzug hält, wird den sparsamen Umgang mit Wasser, Dünger und Chemikalien weiter befördern. Die Lage ist also nicht hoffnungslos – nur müsste es irgendwie gelingen, die Politik endlich zur Vernunft zu bringen.
Große Temperatursprünge im Frühling 2020 – Auflösung des Rätsels aus Teil 1 und warum Totgesagte länger leben
Für das von den Poeten besungene milde, wonnige Frühlingswetter war, wie schon in den Vorjahren, auch 2020 fast kein Platz, statt dessen klirrend kalte Nächte, sonnig-staubige, heiße, windige Tage und kaum einmal ein warmer Frühlingsregen. Vergleicht man nur den Verlauf der Tiefsttemperaturen aus dem Winter mit denen im Frühling, so zeigt sich kaum eine Erwärmung; und die Zahl der Frostnächte war im Winter nur unwesentlich höher:

Abbildungen 6a und 6b: Temperatur-Minima am Flughafen Erfurt/Weimar in zwei gleich langen Zeiträumen 2020 – oben jeweils die 8 Wochen im Winter vom 5. Januar bis zum 1. März, unten im Frühling vom 17. März bis zum 12. Mai. Immer wieder kam es in diesem schlechten Frühling zu Einbrüchen trockener Polar- und Arktikluft; auch die seit Jahrzehnten fast vergessenen Eisheiligen meldeten sich mit etwa minus 3 Grad in Erfurt zurück. Bildquellen wetteronline.de, ergänzt.


Totgesagte leben offenbar länger – die Eisheiligen waren ja längst von den CO2-Gläubigen der Klimakirche entweiht worden – nun sind sie zurück; mit einem jähen Wettersturz von fast 22 auf knapp über 6 Grad in Erfurt und Schneefällen bis ins untere Bergland zogen sie ein.

Abbildung 7: Verlauf der Maximum-Temperaturen in Erfurt/Weimar vom 16. März bis zum 11. Mai 2020. Immer wieder kam es zu jähen Wetterstürzen, meist ohne oder mit nur wenig Regen; am drastischsten vom 10. auf den 11. Mai; darauf folgte dann die bitterkalte Frostnacht zum 12. Mai mit etwa minus 3 Grad bei einer Tageslänge wie Anfang August!


Ergebnisse: Das 21. Jahrhundert scheint wettermäßig deutlich rauer, extremer und ungünstiger zu verlaufen, als das vorherige Gunst-Jahrhundert. Unter anderem solar bedingt, aber auch durch menschliche Fehler wie Landschaftsverbrauch, Zersiedlung und falsche Energienutzung (Windkraft!) verstärkt, häufen sich Extremwetterereignisse. Klima lässt sich (leider!) nicht schützen – an Stelle unsinniger, teurer CO2-Einsparungsmaßnahmen müssen Anpassungsstrategien an diese neue Lage entwickelt werden, welche die negativen Auswirkungen zwar nicht kompensieren, aber deutlich abmildern können.




Deutschlands Kurs könnte des Ende des Klima-Geschreis signalisieren

Während viele Klimatologen glauben, dass irgendwie ungewöhnliche Dinge bzgl. des Wetters vor sich gehen, ist es alles andere als klar, ob diese Vorgänge außerhalb der normalen zyklischen Abläufe der Temperatur der Welt liegen, ob sie durch menschliche Aktivitäten beeinflusst sind, welcher Natur diese Änderungen sein können und mit welchem Ausmaß, oder ob sie überhaupt auftreten.

Die gesamte akademische und theoretische Allianz, welche dem Streben nach wirtschaftlichem Wachstum kritisch gegenüber stand, hat sich mit einem breiten Spektrum von Naturschützern zusammen getan. Das bedeutete, dass der Club of Rome und sogar Anhänger von John Kenneth Galbraith, der in seinem erfolgreichsten Werk „The Affluent Society“ [affluent = wohlhabend] in den 1950er Jahren gegen den vermeintlichen Konflikt zwischen lebhaftem Handel und der Umwelt wetterte, mit dem Sierra Club, Greenpeace und den Verfechtern der Entenjagd, Vogelbeobachtung und des Schmetterlingssammelns zusammen getan.

Es war der spontane und überwältigende Zusammenschluss der internationalen Linken, welche dieser Koalition Leben einhauchte – mittels Angriffen auf die meisten Energiequellen und von fossilen Treibstoffen angetriebenen Fortbewegungsarten. Das wurde zu einem Rammbock gegen fast die gesamte primäre und sekundäre Industrie gemacht.

Raffiniert improvisierten die Linken nach dem Zusammenbruch des internationalen Kommunismus‘, dem Ende des Kalten Krieges, dem Zerfall der Sowjetunion und der Hinwendung der Volksrepublik China zu ökonomischem Wachstum, erkannte sie doch, dass die effektivste Methode des Kampfes gegen Kapitalismus nicht mehr die revolutionäre Zersetzung westlicher Regierungen oder der Regierungen von Entwicklungsländern war (obwohl es Reste davon noch vor allem in Latein-Amerika gibt), sondern eine demonstrativ unpolitische Bewegung, welche den Kapitalismus unter dem Deckmantel der Rettung des Planeten attackierte und dies zu einer Rückkehr zu einem glücklichen Naturreservat machte.

Erst im vorigen Jahr waren wir alle dem Unsinn ausgesetzt, der Parodie, welche ein schwedischer Teenager von sich gab, die um die ganze Welt reiste in einer Segelyacht wohlhabender Individuen und die einer großen und gutgläubigen Zuhörerschaft, den Parlamenten, den UN wieder und immer wieder predigte, wie ach so geschädigt die Jugend der Welt ist bzgl. der verschmutzten Erde, welche deren Eltern verursacht haben und die sie ihnen hinterlassen werden.

Zukünftige Historiker werden fassungslos auf dieses Phänomen schauen, nämlich dass die Nationen des Westens Billionen Dollar für die Selbst-Verarmung ausgaben, um ineffiziente und gewaltig kostspielige alternative Energiequellen zu installieren, das Land mit Solarpaneelen und Windmühlen zu überziehen, wenn wir heute zurückschauen auf die Dutch Tulip Panic des 17. Jahrhunderts.

Indien folgt mit Eifer dem chinesischen Vorbild, ökonomisches Wachstum zur obersten Priorität zu erheben. Inder und Chinesen stellen fast 40% der Weltbevölkerung, und weder Indien noch China, genau wie Russland und die meisten anderen Nationen außerhalb des Westens, widmen den Klimawandel-Zeloten auch nur eine Spur Aufmerksamkeit. Vielmehr setzte sich China, der Welt größter Verschmutzer, an die Spitze der „G77“, also einem Block von 135 Ländern, welche nach Reparationen seitens der industriell fortschrittlichen Länder für die Verwüstung schreien, welche sie vermeintlich der Umwelt weltweit zugefügt haben (sogar Barack Obama scheute davor zurück, China Gelder zukommen zu lassen).

Deutschland ist die stärkste Macht in Europa und sollte eigentlich neben den USA und China die größte Macht der Welt sein. Ist es aber nicht! Aus einer komplizierten Mixtur von Gründen, die begraben sind im Nebel und den Waldweben teutonischer Historie schlafwandelt das Land politisch vor sich hin, alliiert mit jedermann und gefangen im Kokon einer ökonomischen Union, die es freundlich dominiert, und in einer defensiven Allianz unter Führung der USA, die derzeit keine wirklichen Feinde hat.

Der Staat, dessen Militarismus die Welt von 1870 bis 1945 zeitweise in Angst und Schrecken versetzt hatte, ist nun zu einer weichen linken Parodie eines Landes geworden, das sein fortschrittliches und effizientes Kernenergieprogramm eingestellt hat und sich gründlich in Energieabhängigkeit von Präsident Putins fadenscheinigem Russland begibt, das chronisch unzuverlässig ist (abgesehen von seiner Schurkerei und Doppelzüngigkeit).

Während das Land ziellos auf der Suche nach einer nationalen Bestimmung umherirrt, ist Deutschland politisch in Lager zerfallen. Die Christdemokraten und die Sozialdemokraten, die sich seit 1949 der Unterstützung von über 80% der Bevölkerung erfreut hatten, werden heute von kaum noch 50% gestützt. Die Sozialdemokraten fordern jetzt gemeinsame Anstrengungen bzgl. des Coronavirus‘ und Kohlenstoff-Emissionen, einer geisteskranken Vorlage, welche die Deutsche Regierung zu einem Vertreter national selbst auferlegter industrieller Armut machen würde.

Es gibt fünf kleinere Parteien, welche die extremen Linken, die extremen Rechten, die schwärmerischen Grünen, die liebenswürdigen Quasi-Anarchisten und die bürgerlichen Kleinunternehmer vertreten, von denen nur Letztere in der Regierung mit den größeren Parteien vorzeigbar sein können.

Das mächtige Deutschland, das Land von Bismarck, Adenauer und Kohl, mit der Kultur von Goethe und Beethoven und Thomas Mann, ist nach einer mahnenden Phrase von Richard Nixon zu einem „bemitleidenswerten, hilflosen Gigant“ geworden. Es wendet sich widerwillig dem Gedanken zu, dass man sich selbst zugefügte grüne Verletzungen nicht länger leisten kann. Falls Deutschland seinen Kurs in der Klimapolitik ändert, wird Europa bald folgen, und die ganze Bewegung pro De-Industrialisierung wird zerfallen.

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Übersetzt von Chris Frey EIKE