Zensoren der großen Netzwerke lassen ihre Muskeln spielen

Heute beherrschen große Technologie-Unternehmen den Markt der Informationen und der Online-Werbung in zunehmend skrupelloser Art und Weise um der Profite und des Einflusses auf die Gesellschaft willen. Es kommt immer wieder auf das Eine zurück: Macht.

Anfang des 20. Jahrhunderts kamen in der Öffentlichkeit Bedenken auf hinsichtlich monopolistischer Kontrolle vitaler Industrien, was neue Gesetze und Gerichtsurteile hervorrief, die Standard Oil und andere große Geschäftsimperien in viele kleinere Unternehmen aufteilte.

Anfang des 21. Jahrhunderts bedrohen Google (dem auch YouTube gehört), Twitter und Facebook neben vielen anderen großen Big Tech-Unternehmen das im First Amendment festgeschriebene Recht auf freie Meinungsäußerung und die freie Wahl der Lebensweise der Amerikaner. Google dominiert digitale Werbe-Plattformen und hat einen Anteil von über 90% am Suchmaschinen-Markt.

Das jüngste prominente Beispiel von Zensur war die Forderung von Google, dass die Websites The Federalist und ZeroHedge ihre Kommentarfunktion für die Öffentlichkeit schließen sollten, wurden doch dort Standpunkte beschrieben, denen Google nicht zustimmt, einschließlich Black Lives Matter. Bei einer Ablehnung dieses Ansinnens würde Google diese Sites von seiner Werbeplattform entfernen.

„Kommentare“ von Usern sind oftmals recht störend, aber es sind nicht die Standpunkte des Moderators. Da Google die Werbung im Web dominiert, waren die Sites hinsichtlich ihres „Ungehorsams“ finanziell verwundbar. Google strich dann tatsächlich ZeroHedge, während The Federalist artig seine Kommentarfunktion stilllegte.

Im April entfernte YouTube Videos von zwei Ärzten, welche die Wirksamkeit von ökonomischem Lockdown in Frage stellten zur Bekämpfung des Coronavirus‘ – eine Herausforderung, die immer noch besteht. Facebook beließ die Videos zwar an Ort und Stelle, drückte jedoch seinen eigenen Stempel der Zensur auf, z. B. in Gestalt der Entfernung gewisser Kampagnen-Werbespots, und man blockierte Bemühungen zur Organisierung von Protesten gegen Corona-Lockdowns.

Zensur seitens Big Tech ist so verbreitet geworden, dass man nicht mehr schockiert ist. Google, YouTube und Twitter entfernen missliebige Inhalte unter dem Baldachin von „Hass-Texten“ oder „Falschinformation“, was höchst subjektiv sein kann. Hass-Tiraden sind inakzeptabel, aber wie lange schon bemühte man dieses Etikett, um rein politische Standpunkte, religiöse Doktrinen oder wissenschaftliche Ergebnisse zum Schweigen zu bringen, welche von der Orthodoxie von Big Tech abweichen? Antwort: es ist bereits im Gange!

Der Richter William O. Douglas am Obersten Gerichtshof, ein überzeugter Linker und Befürworter der Freien Rede, schrieb im Jahre 1949 in der Mehrheitsmeinung von Terminello v. Chicago den berühmten Satz:

Eine Funktion der Freien Rede in unserem Regierungssystem ist die Einladung zu Streitgesprächen. Diesem hohen Ziel kann wohl am besten gedient sein, wenn man Bedingungen für Unruhe hervorruft, Unzufriedenheit mit den herrschenden Bedingungen erzeugt oder manch einen sogar verärgert. Sprache ist oftmals provokativ und herausfordernd.

Arthur Terminello, der Beklagte, hielt eine umstrittene Rede, in welcher auch engstirnige Äußerungen gegen jüdische Bürger enthalten waren. Richter Douglas stimmte ihm nicht zu; aber er bekräftigte die Rechte des Redners aus dem First Amendment, als das Gericht die „Bruch-des-Friendes“-Anordnung der Stadt Chicago gegen bestimmte Äußerungen verwarf.

Zensur sollte nicht weniger verboten werden, wenn ein monopolistisches Privatunternehmen im Cyberspace diese ausübt (anstatt einer staatlichen Stelle). Das gilt selbst dann, wenn dieses Unternehmen gesetzlich immun ist ob der Veröffentlichung irgendwelcher Inhalte. Die Waffe gegen Hassreden sollte nicht dem schlüpfrigen Vorgang der Zensur obliegen, welche unscharfe Grenzen hat, sondern mehr Reden, um Falschheiten zu begegnen und zu überwältigen.

Es ist schlimm genug, wenn eine prominente Zeitung wie die New York Times es ablehnt, etwas zu einem Thema zu veröffentlichen, was seinen oberflächlichen Reportern anstößig vorkommt. Aber die Times ist kein Medien-Monopolist; es gibt Myriaden anderer Optionen für den Zugang zu Nachrichten und Meinungen. Ich habe jedenfalls die Times schon vor langer Zeit als Lektüre gestrichen.

Bei Big Tech-Unternehmen ist es aber etwas Anderes. Das jüngste Powerplay von Google in Gestalt der Bedrohung von Websites fordert eine weitere Rote Karte. Es ist an der Zeit, dass dem Unternehmen das widerfährt, was mit Standard Oil passiert ist.

Wird die Regierung das Monopol von Google brechen oder dessen Immunität aufheben gegenüber Gerichtsverfahren wegen geposteter Inhalte? Das Justizministerium und Generalstaatsanwälte denken bereits darüber nach. Unterdessen spielt Google auf Zeit im politischen Sandkasten, verteidigen doch Kongressabgeordnete beider politischen Parteien das Unternehmen.

Falls eine Institution, eine Regierung oder ein monopolistisches Privatunternehmen die Rechte von Bürgern und Organisationen aus dem First Amendments beschneiden können und nichts dagegen unternommen wird, dann wird die Verfassung selbst zu einem Papiertiger, zu einer Abstraktion. Dann wird es noch hässlicher, vor allem, wenn man auf der falschen Seite der Leidenschaft einer Bewegung steht.

Autor: Peter Murphy, a CFACT analyst, has researched and advocated for a variety of policy issues, including education reform and fiscal policy, both in the non-profit sector and in government in the administration of former New York Gov. George Pataki. He previously wrote and edited The Chalkboard weblog for the NY Charter Schools Association, and has been published in numerous media outlets, including The Hill, New York Post, Washington Times and the Wall Street Journal.

Link: https://www.cfact.org/2020/06/19/big-tech-censors-flex-their-muscles/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Coronavirus: Wie man die Zahlen richtig liest

In dieser (sehr langen) Studie geht es um die Daten zur COVID-Epidemie weltweit*. Sie besteht hauptsächlich aus Graphiken – wie die oben Stehende – welche die Ergebnisse des Verhaltens des Virus‘ bis heute in verschiedenen Ländern zeigen. Es werden viele schöne Graphiken bzgl. eines höchst unschönen Subjektes gezeigt nebst einigen Interpretationen dieser Graphiken. … Obwohl ich mir erlaube, gelegentlich ein paar bittere Bemerkungen hinsichtlich der Politik fallen zu lassen, gehe ich auf diesen Punkt aber nicht näher ein. Dazu bedarf es eines langen weiteren Beitrags.

[*Der Länge wegen wird diese Übersetzung um einige Gebiete gekürzt. Anm. d. Übers.]
Unsere Welt in Daten

Alle Daten für diesen Beitrag stammen aus dieser Quelle. Sie enthält fast 25.000 Aufzeichnungen. Unsere Welt in Daten ist ein Projekt der Oxford Martin School an der Oxford University. Die Daten sind frei verfügbar, und ich finde sie extrem nützlich. Ich nutze für diesen Beitrag die Daten bis zum 18. Juni.


Darstellung

Es gibt mehrere Probleme hinsichtlich der Art und Weise, wie die Zahlen gemeldet wurden. Erstens sind die Aufzeichnungen nach Territorien aufgeschlüsselt, was bedeutet, dass von Offshore-Gebieten wie Gibraltar oder Puerto Rico erwartet wird, dass sie getrennt von ihrem Mutterland gemeldet werden. Dies ist jedoch nicht immer eingehalten worden. In den meisten Gebieten hat man erst am 20. März oder später mit der Meldung eigener Zahlen begonnen.

Zweitens begannen einige Länder erst zu berichten, als sie tatsächlich ihren ersten bestätigten Fall des Virus‘ hatten. Darüber hinaus gibt es in den frühen Stadien der Epidemie in vielen Ländern sporadisch fehlende Aufzeichnungen. Erst gegen Mitte März begannen alle Länder, explizit „keine neuen Fälle oder Todesfälle“ für diese Tage ohne einen neuen Fall oder einen Todesfall vorzulegen.

Drittens nehmen die nationalen Datenlieferanten recht häufig Adjustierungen ihrer Zahlen vor. Dies kann zu enormen eintägigen Spitzenwerten führen oder zu Tagen mit negativen neuen Fällen oder sogar zu negativen Todesfällen! Und die Zahlen einiger Länder haben mich veranlasst, mich am Kopf zu kratzen. Die französischen Zahlen zum Beispiel fliegen überall herum, seit ich die Epidemie verfolge. Die ecuadorianischen Zahlen ergeben überhaupt keinen Sinn. Und es gibt viele Fälle, bei denen es innerhalb weniger Tage zu einem plötzlichen Anstieg der neu bestätigten Fälle kommt. Das jüngste Beispiel war Schweden, wo ab dem 3. Juni ein enormer Anstieg der neuen Fälle zu verzeichnen war. Vermutlich aufgrund einer großen Anzahl verspäteter Testergebnisse?

Viertens melden nur einige der Länder – in der Regel die größeren – Zahlen der durchgeführten Tests. Und viele von ihnen melden Tests nur wöchentlich oder auf Ad-hoc-Basis.

Fünftens gab es Fälle, in denen die nationalen Datenlieferanten „die Geschichte neu schreiben“ und große Teile der Daten aus der Vergangenheit gesäubert und ersetzt haben. Anfang Juni zum Beispiel haben Großbritannien und die USA alle Daten zu Tests vor dem 26. April bzw. 12. Mai vernichtet. Ich vermute, dass dies auf einen Wechsel der Einheiten zurückzuführen sein könnte, z.B. von getesteten Personen zu durchgeführten Tests (was die Anzahl der aufgezeichneten Tests erhöhen würde).
Sechstens haben die Daten unsichtbare Verzerrungen. Verschiedene Länder haben unterschiedliche Definitionen dessen verwendet, was einen COVID-Todesfall ausmacht. Ein Tod durch COVID unterscheidet sich geringfügig von einem Tod mit COVID, hat jedoch eine andere Todesursache. Darüber hinaus wurden die Fälle in vielen Ländern aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit von Testausrüstungen stark unterschätzt.

Siebtens gibt es oft, aber nicht immer, einen wöchentlichen Zyklus in den Daten. In der Regel werden freitags und samstags mehr Fälle gemeldet, sonntags und montags weniger. Dieser wöchentliche Meldezyklus unterscheidet sich deutlich von dem 5- bis 6-tägigen „Wackeln“, das in den Rohdaten vieler Länder für neue Fälle sichtbar ist und bei dem die Talsohlen nicht immer mit dem Wochenende zusammenfallen.

Abgesehen davon sind die Zahlen aus Unsere Welt in Daten die besten, die ich habe, also werde ich sie verwenden. Aber um zu versuchen, einige der oben genannten Probleme zu umgehen, habe ich in den meisten meiner Diagramme Zahlen von täglichen Fällen und Todesfällen verwendet, die sich im Durchschnitt über 7 Tage erstrecken, von 3 Tagen vor dem angegebenen Datum bis 3 Tage danach.

Die perfekte Farr-Kurve?

Jetzt endlich ist es an der Zeit für ein paar hübsche Graphiken. Hier zunächst die kumulierten Fälle von Island:

Ist das nicht eine so schöne „Farr-Kurve“ (symmetrische Sigmoid-Kurve), wie man sie sich nur wünschen kann? 1840 analysierte William Farr eine damals aktuelle Pockenepidemie in England. Er zeigte, dass ein Diagramm der Todesfälle mit der Zeit sehr ähnlich aussah wie die Kurve einer normalen Wahrscheinlichkeitsverteilung, die auch als Glockenkurve bekannt ist. Die Farr-Kurve, in der die ansteigenden und abfallenden Phasen symmetrisch und von gleicher Länge sind, ist das Integral einer normalen Wahrscheinlichkeitsverteilung. Schauen wir uns also die (wöchentlich gemittelten) Tagesfälle (und auch die Todesfälle) Islands an.

Das sieht für mich ziemlich „normal“ aus, wenn auch nach oben hin etwas gezackt. So würde man nach meinem Verständnis erwarten, dass die tägliche Fallgrafik einer Epidemie aussieht, falls keinerlei Maßnahmen des öffentlichen Gesundheitswesens oder durch den Import neuer Fälle von außen diesen beeinflusst. Man beachte auch, wie in Island die Todesfälle in der Regel einige Wochen nach den Fallzahlen folgten.

Als nächstes die Schweiz:


Das ist ein weniger symmetrisches Beispiel für eine Sigmoidkurve. In der Schweiz ist das rechte Ende der Fallkurve etwas weniger als doppelt so lang wie das linke Ende. Die Fallkurven vieler Länder sind ähnlich, obwohl die rechten Enden in vielen Fällen deutlich länger sind als in der Schweiz.
Aber jetzt werfe ich eine besondere Kurve in den Ring: Iran.

Das sieht eher wie der Rücken eines Kamels als wie ein Berggipfel aus! Hier muss etwas anderes im Spiel sein. Die wahrscheinlichste Ursache für die zweite Spitze scheint der Massenandrang am Eid Al-Fitr-Feiertag gegen Ende Mai gewesen zu sein, als es in den meisten Provinzen noch keinen Lockdown gab.

Das Schlimmste vom Schlimmsten

Hier sind die schlimmsten Länder der Welt in Bezug auf die Todesfälle durch das Virus pro Million Einwohner (Stand: 17. Juni).

Man beachte, dass sich die Top Neun alle in Westeuropa befinden. Die USA und Kanada sind ebenso dabei wie drei südamerikanische Länder: Ecuador, Peru und Brasilien. Südamerika scheint sich schnell zu einem „Hot Spot“ für das Virus zu entwickeln. Abgesehen von Irland sind die übrigen Gebiete kleine Ableger von Ländern, die weiter oben auf der Liste stehen: Sint Maarten gehört zu den Niederlanden und Jersey, Isle of Man, Montserrat sowie Guernsey zu Großbritannien.

Im Gegensatz dazu sind hier die Länder mit den meisten bestätigten Fällen pro Million aufgeführt:

Die beiden Listen sind recht unterschiedlich, abgesehen davon, dass bei beiden San Marino und Andorra an der Spitze liegen. Sogar Italien, das „Aushängeschild“ der Epidemie, schafft es bei den Fällen pro Million nicht einmal in die Top 20! Warum die Listen so unterschiedlich sind, liegt auf der Hand: Länder, die mehr Tests durchführen, neigen dazu, mehr leichte und asymptomatische Fälle zu finden, die nicht zu mehr Todesfällen führen. Das scheint zum Beispiel in Bahrain der Fall zu sein, wo man über 400.000 Tests bei einer Bevölkerung von 1,7 Millionen Menschen durchgeführt hatte.

Westeuropa

Ich werde zunächst auf Westeuropa eingehen, da es das am stärksten betroffene Gebiet ist. Hier sind die Todesfälle pro Million:

Einige der hier aufgeführten kleinen Länder sind Inseln, die zu größeren Ländern gehören. Zum Beispiel gehört Guernsey zu UK und die Färöer-Inseln zu Dänemark. Die Außenposten von UK (Jersey, Guernsey und die Isle of Man) haben im Allgemeinen etwas besser abgeschnitten als das Vereinigte Königreich selbst. Abhängigkeiten, die weiter von den Mutterländern entfernt sind, haben noch besser abgeschnitten, wie Gibraltar und das dänische Territorium der Färöer-Inseln.

Von den verbleibenden kleinen Ländern hat Andorra, zwischen Frankreich und Spanien liegend, schlechter abgeschnitten als jedes der beiden Länder. Und San Marino (Binnenland innerhalb Italiens) hat am schlimmsten von allen gelitten. Aber diese beiden Katastrophengebiete sind Ausreißer. Tatsächlich haben kleine Länder, die an größere Länder wie Liechtenstein, Monaco und Luxemburg grenzen, oft besser abgeschnitten als ihre Nachbarn. Selbst der Vatikan fällt in diese Kategorie, trotz seines dritten Platzes bei den Fällen pro Million! Und kleine Inselstaaten wie Island und Malta haben von allen am besten abgeschnitten.

Unter den größeren Ländern ist Deutschland ein Sonderfall. Es hat weit weniger Todesfälle pro Million, als man erwarten würde, wenn man die Zahlen aus anderen europäischen Ländern vergleichbarer Größe zugrunde legt. Deutschland scheint Reisen und Kontakte der Infizierten besser zurückverfolgt zu haben als viele andere europäische Länder. Tatsächlich gehörten die Deutschen zu denjenigen, die die Österreicher auf den Infektionsherd im Tiroler Kurort Ischgl aufmerksam machten.

Um den Verlauf der Epidemie in jedem Land zu zeigen, habe ich die Gesamtzahl der Fälle pro Million Einwohner (bis zum 17. Juni) für jede der vier Ländergruppen von Süden nach Norden aufgetragen, wobei ich die Außengebiete Großbritanniens in die gleichen Gruppe wie das Vereinigte Königreich einbezog. Man beachte die Farr-Kurven! Es sieht so aus, als ob die Kurve umso symmetrischer ist, je kürzer die Dauer der Epidemie in einem Land ist:




In der letzten Grafik sieht man die isländische Farr-Kurve in hellblau, ebenso die zweite Hälfte einer Farr-Kurve (grau) auf den Färöer-Inseln. (Die erste Hälfte der Kurve fehlt, weil die Berichterstattung von den Färöern erst am 24. März begonnen hatte).

Die meisten Länder haben entweder fast alle eine Null-Linie in Bezug auf die Zahl der Fälle pro Million erreicht, oder sie haben einen Zustand erreicht, in dem die Zahl der neuen Fälle gegenüber ihrem Höchststand stark zurückgegangen und in etwa konstant geworden ist. Was die anderen Länder betrifft, so muss Portugal näher betrachtet werden. Großbritannien hat eindeutig „die Wende geschafft“, ist aber noch lange nicht am Nullpunkt angelangt. Auch Gibraltar könnte für einen genaueren Blick lohnend sein. Und Schweden… Ah, Schweden.

Abgesehen davon stimmen die auf www.worldometers.info für die ersten Juni-Tage angezeigten Zahlen neuer Fälle für Schweden nicht mit der Tabelle aus Unsere Welt in Daten überein; auch nicht mit der neuesten Version. Zum Beispiel erscheint ein Spitzenwert von 2214 neuen Fällen am 4. Juni in der letzteren, aber nicht in der ersteren, die nur 1.042 neue Fälle an diesem Tag anzeigt. Was ist da los?

Ein typisches Beispiel – Italien

Hier sind zwei Diagramme, die ich für Italien, das erste europäische Land, das ernsthaft von dem Virus betroffen ist, erstellt habe. Erstens, tägliche neue Fälle und Todesfälle, gemittelt über den Zeitraum von 7 Tagen. Diese Grafik ähnelt in ihrer Form der Schweizer Grafik, aber mit einem viel längeren rechten Ende:

Zweitens dachte ich die Verhältnisse zwischen Todesfällen und Fällen sowie Fällen und Tests im Verlauf der Epidemie zu untersuchen. Ich dachte, dass die Todesfälle pro Fall als Prozentsatz eine nützliche Metrik wäre, und zwar aus zwei Gründen. Erstens ist ein hohes Verhältnis von Todesfällen pro Gesamtzahl der Fälle über einen langen Zeitraum hinweg ein Symptom für ein schlechtes Gesundheitssystem, wenn nicht sogar für eine ungesunde Bevölkerung. Und zweitens ist eine Unterschätzung der Fallzahlen durch fehlende Tests ebenfalls ein Zeichen für ein schlechtes Gesundheitssystem. Und eine solche Unterschätzung führt zu einem Anstieg der Todesfälle pro Anzahl der Fälle.

Ich dachte auch, dass das Verhältnis der positiven Tests zu den Gesamttests („Fälle pro Test“) aufschlussreich sein könnte, und glücklicherweise haben die Italiener die ganze Zeit über täglich eine Anzahl von Tests zur Verfügung gestellt. In beiden Fällen berechne ich die Verhältnisse der kumulativen Zählungen über den gesamten Zeitraum, vom Beginn der Epidemie an. Das sollte eine natürliche „Glättung“ bewirken und Vergleiche zwischen den Ländern ermöglichen, auch wenn sich einige Testergebnisse erheblich verzögern.

Dieses Muster ist typisch für viele Länder. Seit Beginn der Epidemie steigen die bestätigten Fälle pro Test ziemlich stetig bis zu einem Höchststand an. Wenn das Virus Fuß fasst, wird es immer leichter, Menschen zu finden, die daran erkrankt sind. Der Höhepunkt tritt etwa zur gleichen Zeit ein wie der Höhepunkt der neuen Fälle pro Tag. Der Prozentsatz der Fälle pro Test beginnt dann zu sinken, auch wenn die Zahl der Tests immer noch zunimmt oder sogar rasch zunimmt, da die Tests nach und nach auf weniger anfällige Personengruppen ausgeweitet werden.

Was die Todesfälle pro Fall betrifft, so kann dieses Verhältnis anfangs hoch sein, da viele der allerersten diagnostizierten Patienten bereits im Sterben lagen. Aber danach steigt sie langsam an. In vielen Ländern, darunter auch in Italien, flacht sie schließlich ab. In einigen Ländern sinkt sie wieder, aber das ist eine andere Geschichte.

Der kranke Mann Europas – UK

Im 19. Jahrhundert wurde die Türkei von vielen als „der kranke Mann Europas“ bezeichnet. Seitdem wurde dieser Titel verschiedenen Ländern zu unterschiedlichen Zeiten verliehen. Aber im Zusammenhang mit COVID-19 denke ich, dass das Vereinigte Königreich diesen Spitznamen gerade jetzt verdient. Hier sind die wöchentlich gemittelten Fälle und Todesfälle:

Der Abschwung ist lang und kurvenreich, aber immerhin geht es abwärts. Man beachte, dass im Gegensatz zu Italien, wo der Höhepunkt der Todesfälle ein paar Tage nach dem Höhepunkt der neuen Fälle eintrat, hier die Todesfälle fast gleichzeitig auftraten. Das mag vielleicht daran liegen, dass ein höherer Anteil derjenigen, die sich im März mit dem Virus angesteckt hatten, am Ende schnell starb als diejenigen, die sich später angesteckt hatten. Und der Anstieg der Fälle Ende Mai könnte vielleicht durch das Feiertagswochenende erklärt werden.

Lassen Sie uns nun die Todesfälle pro Fall und die Fälle pro Test betrachten.

Hey, wo sind die ganzen Daten hin? In der Version der Tabellenkalkulation vom 1. Juni gab es Zahlen zu Tests in Großbritannien, die bis in den Januar zurückreichen. Am 17. Juni sind diese weg!

Interessanter ist jedoch das Verhältnis der Todesfälle pro Gesamtzahl der Fälle. Während sich dieses Verhältnis in Italien und in den meisten anderen westeuropäischen Ländern von unten her einer Konstante anzunähern scheint, wurde es im Vereinigten Königreich überschritten und stiegesf 16%, bevor sie wieder auf 14% zurückging. Dies deutet möglicherweise darauf hin, dass das Virus im Vereinigten Königreich mehr anfällige Personen – ältere Menschen und Menschen mit schweren Vorerkrankungen – gefunden hat als an anderen Orten. Oder vielleicht, dass das für einen Großteil des Vereinigten Königreichs ungewöhnlich warme Wetter während dieses Zeitraums die Letalität des Virus leicht gesenkt hat.

In der obigen Grafik der täglichen Fälle gibt es links in der Grafik ein Detail, das viel zu klein ist, um auf dieser Skala gesehen zu werden, nämlich den Beginn der Epidemie. Deshalb habe ich ein drittes Diagramm entworfen, um dies zu zeigen. Es zeigt das Verhältnis (wöchentlich gemittelt, um enorme frühe Spitzen zu vermeiden) der täglichen Fälle jeden Tag zum Vortag in Prozent. Die Excel-Formel wird ziemlich kompliziert, weil man Tage mit neuen Fällen neben Tagen ohne neue Fälle behandeln muss. Ich beschloss, einen Tag mit Fällen, der auf einen Tag ohne Fälle folgt, mit +100% und umgekehrt mit -100% zu bewerten. Hier ist das Ergebnis für UK:

Wie Sie sehen, hat es in UK zwei getrennte Phasen der Epidemie gegeben. Die erste begann Anfang Februar, kurz nachdem der erste Fall am 31. Januar gemeldet wurde. In dieser Phase gab es insgesamt 9 Fälle. Danach gab es den Rohdaten zufolge eine Zeit lang keine neuen Fälle, nämlich vom 14. bis einschließlich 23. Februar. Ende Februar tauchte ein neuer Ausschlag von Fällen auf, bis am 2. März die Gesamtzahl der Fälle an einem einzigen Tag um über 50% sprang, von 23 auf 36. Diesen Tag habe ich als „Anfangsdatum“ für UK festgelegt; ein Gedanke, auf den ich im nächsten Abschnitt eingehen werde.

Aber jetzt ein paar weitere interessante Grafiken aus Westeuropa. Erstens, Schweden:

Ich bin versucht, auf Hamlet’sche Art und Weise zu sagen, dass Schwedens Fallzahlen von „Spitze oder keine Spitze“ zu „Etwas ist faul im Staate Schweden“ gesprungen sind. Allerdings haben die Schweden ihre Tests in den letzten Wochen erheblich ausgeweitet, so dass ein Teil des jüngsten Anstiegs möglicherweise nur darauf zurückzuführen ist, dass ein höherer Anteil der leichten oder asymptomatischen Fälle gefunden wurde, die bereits vorhanden waren.

Als nächstes Portugal:

Den Portugiesen ging es gut, bis Anfang Mai. Seit Mitte Mai nehmen die neuen Fälle ziemlich linear zu. Nun begann Portugal am 4. Mai mit der Lockerung der Sperrmaßnahmen und der Wiedereröffnung kleiner Geschäfte. Und am 18. Mai gab es eine weitere Lockerung der Beschränkungen, einschließlich der Wiedereröffnung von Restaurants, Cafés und einigen Schulen. Es scheint plausibel, dass diese den anschließenden langsamen Anstieg neuer Fälle verursacht haben könnten.

In Gibraltar war die Pandemie in zwei, vielleicht drei Phasen verlaufen: Die erste derselben zeigte in etwa eine Glockenkurve. Es ist möglich, dass der jüngste neue Ausbruch einer Lockerung des Lockdowns geschuldet und insbesondere einer Wiederöffnung der Grenze für diejenigen, die in Spanien leben und in Gibraltar arbeiten.

Anfangstermine

Wenn die Epidemie in einem bestimmten Land nur eine Phase hinter sich hat, ist es recht einfach, ein Datum für den Ausbruch festzulegen. Dieses definiere ich als den ersten Tag nach dem allerersten Tag, an dem Fälle registriert worden waren, an dem die (rohe) neue Fallzahl um 50% oder mehr gegenüber dem Vortag ansteigt. In Italien zum Beispiel wurden die ersten drei Fälle am 31. Januar gemeldet. Am 22. Februar gab es dann 14 neue Fälle, und am 23. Februar weitere 62. Ich habe daher den 22. Februar als Beginn der italienischen Zählung festgelegt. Wenn das Land mehrere Phasen der Epidemie durchlaufen hat – wie Grossbritannien und Singapur – dann gibt es bei der Entscheidung, welche Phase den Ausbruch darstellt, ein Element der Beurteilung.

Nach dem Ausbruch steigt die Zahl der Fälle eine Zeit lang exponentiell an, manchmal verdoppelt sie sich in etwa 3 Tagen. Aber das dauert nicht länger als eine Woche; ein „Wackel“-Zyklus des Virus. Danach pendelt es sich in einen Zustand ein, in dem die tägliche Zunahme immer noch erheblich ist, aber im Allgemeinen abnimmt. Man kann dies in der obigen Grafik für das Vereinigte Königreich sehen.

Hier ist meine Liste der Anfangsdaten bis einschließlich 14. März:

  • 03 Jan: China (though there had been cases reported earlier)
  • 17 Jan: Thailand
  • 23 Jan: Japan
  • 25 Jan: Taiwan
  • 26 Jan: Australia, South Korea
  • 31 Jan: Vietnam
  • 21 Feb: Iran
  • 22 Feb: Italy, United States
  • 25 Feb: Bahrain, Kuwait
  • 26 Feb: Iraq, Oman, Spain
  • 27 Feb: Sweden
  • 28 Feb: Austria, France, Germany, Norway, Switzerland
  • 29 Feb: Georgia, Iceland, Israel, Netherlands, Romania, Singapore
  • 01 Mar : Algeria, Azerbaijan, Pakistan
  • 02 Mar : Belgium, Ecuador, Finland, Lebanon, Qatar, San Marino, United Kingdom
  • 03 Mar : Czech Republic, India, Russia
  • 04 Mar : Belarus, Denmark, Portugal
  • 05 Mar: Chile, Ireland, Malaysia
  • 06 Mar : Argentina, Botswana, Brazil, Canada, Estonia, Greece, Saudi Arabia, Slovenia
  • 07 Mar : Egypt, Hungary, Indonesia, Luxembourg, Macedonia, Palestine, Philippines, Poland
  • 08 Mar : Afghanistan, Latvia, Malta, Slovakia, South Africa, United Arab Emirates
  • 09 Mar : Bulgaria, Costa Rica, Maldives, Peru
  • 10 Mar : Albania, Dominican Republic, Somalia, Tunisia
  • 11 Mar : Lithuania, Moldova, Panama, Paraguay, Serbia
  • 12 Mar : Armenia, Brunei, Cyprus, Liechtenstein, Mexico, Morocco, Sri Lanka
  • 13 Mar : Cambodia, Congo, Croatia, Jamaica, Turkey, Ukraine
  • 14 Mar : Andorra, Bolivia, Senegal, Trinidad and Tobago

Nun, das ist interessant. Sieben Länder, alle in Asien mit Ausnahme Australiens, hatten das Virus im Januar. Dann wurde es etwa 3 Wochen lang ruhig, bis am 21. und 22. Februar die Epidemie in drei Ländern viral ausbrach (kein Wortspiel beabsichtigt): Iran, Italien und den USA. Dann zeigte es sich innerhalb von 10 Tagen im ganzen Nahen Osten und Westeuropa und innerhalb von drei Wochen überall auf der Welt.

Es gibt eine Lehrmeinung, die davon ausgeht, dass sich ein „italienischer Stamm“ des Virus‘ effektiver verbreitet und in den Ländern und US-Bundesstaaten, die er erreichte, mehr Todesfälle verursacht hat als der ursprüngliche „chinesische Stamm“. Aber das oben Gesagte legt mir nahe, dass die Unterscheidung, wenn es denn eine gibt, vielleicht zwischen dem „Februar-Stamm“ und dem „Januar-Stamm“ getroffen werden sollte. Die Februar-Stämme hätten genauso gut direkt aus China wie über Italien in die USA gelangen können. Vor allem, wenn man bedenkt, dass sie erstmals kurz nach dem Ende des (verlängerten) Frühlingsfestes in China aufgetreten waren.

Todesfälle pro Gesamtzahl der Fälle im Vergleich zum Datum des Beginns

Ich hielt einen Scatterplot von Todesfällen pro Million Menschen im Vergleich zum Anfangsdatum für aufschlussreich. In Anlehnung an den bekannten „Hockeyschläger“ nenne ich es den „Fußball-Stiefel“:

Dies zeigt in der Tat, dass fast alle der am schlimmsten betroffenen Länder innerhalb eines kurzen Zeitraums vom 21. Februar bis etwa 7. März erstmals „viral“ wurden. Oberflächlich betrachtet scheint es auch eine zweite Welle um die dritte Märzwoche herum gegeben zu haben. Aber die „Lasche“ des Stiefels – die Länder, die sowohl hohe Sterblichkeitsraten aufweisen als auch ein Auftreten um diese Zeit herum – sind allesamt Außengebiete. Es handelt sich also um ein Artefakt jener Länder, die erst zu diesem Zeitpunkt damit begonnen hatten, ihre Zahlen getrennt zu melden.

Interessanterweise haben alle Länder, die vor dem 21. Februar zum ersten Mal Fälle gemeldet hatten, sehr niedrige Sterbefälle pro Million. Darüber hinaus wurden bis zum 19. Februar außerhalb Chinas nur drei Todesfälle durch das Virus gemeldet: in Frankreich, Japan und auf den Philippinen. Zwei davon waren chinesische Staatsbürger; der dritte war gerade aus Wuhan zurückgekehrt. Die Hypothese, dass der Februar-Stamm des Virus leichter von Mensch zu Mensch übertragen werden konnte als der Januar-Stamm, oder dass der Februar-Stamm tödlicher war als der Januar-Stamm, kann meines Erachtens aufgrund dieser Beweise nicht ausgeschlossen werden.

Weltweite Gesamtzahl der Fälle und Todesfälle

Bevor ich mich jetzt Regionen und Ländern außerhalb Westeuropas zuwende, möchte ich die Graphik der Fälle und Todesfälle für die Welt als Ganzes zeigen:

Auf der linken Seite erkennt man, und zwar die erste Phase der Epidemie, getrennt von der zweiten durch einige Wochen relativer Ruhe, in der nur in China bedeutende neue Fälle auftraten. Auffallend ist auch die Ähnlichkeit der Fälle, die sich bis März und Anfang April zu einer Farr-Kurve entwickeln, und zwar auch wenn es sich um die täglichen Fälle handelt, nicht um die kumulativen Gesamtzahlen wie bei der isländischen Farr-Kurve!

Dennoch beginnt die Farr-Kurve im April von der Basis abzuweichen. Nachdem sie sich nahezu eingependelt hat, beginnt sie zu wackeln, um dann wieder anzusteigen. Ich frage mich, warum? Eine dritte Phase, vielleicht auf einer längeren Zeitskala als die ersten beiden? Wie wir etwas später sehen werden, ist genau das der Fall. Und zu den Ländern, die davon betroffen sind, gehören einige sehr große und bevölkerungsreiche Länder wie Indien, Pakistan, Bangladesch und Indonesien. Das ist potenziell besorgniserregend. Ich habe keine Ahnung, wie lange es dauern wird und wie weit es nach oben gehen wird.

Aber aus der Grafik der weltweiten Todesfälle pro Fall geht etwas Interessantes hervor:

Dieser signifikante Rückgang des Verhältnisses der (kumulativen) Todesfälle zu den Fällen seit Ende April könnte bedeuten, dass das Virus den größten Teil der anfälligen Menschen aus alternden westlichen Bevölkerungsgruppen befallen hat. Oder dass es schwächer wird. Oder dass es Orte wie das tropische Afrika erreicht, wo die Bedingungen – Hitze und Feuchtigkeit – seinem Überleben und seiner Ausbreitung nicht so förderlich sind. Oder dass die Einführung von Tests immer mehr milde Fälle findet, die nicht mit dem Tod enden. Welche? Ich weiß es nicht.

Da ich vorhin „Todesfälle pro Fall über einen langen Zeitraum“ als potenziell nützliche Metrik zur Beurteilung der Gesundheitssysteme der einzelnen Länder vorgeschlagen habe, werde ich auch die schlimmsten Todesfälle pro Fall im Verhältnis auflisten. Nicht vergessen: Wenn Ihr Land in dieser Tabelle weit oben steht, ist das ein schwarzer Fleck für sein Gesundheitssystem.


Nordamerika

Jetzt ist es an der Zeit, die übrige Welt zu betrachten. Ich habe die Welt willkürlich in neun Regionen eingeteilt: Westeuropa, Osteuropa, Nordamerika (Festland), die Westindischen Inseln [= Karibik], Südamerika, den Nahen Osten sowie Nordafrika, Asien und Australien mit Ozeanien. Beginnen möchte ich mit Nordamerika:


Das sieht nicht gut aus für meine amerikanischen Freunde. Hier die Fälle pro Tag für die USA:

Es sieht so aus, als ob es ein langer, langsamer Weg von der Hochebene herab sein könnte! Obwohl das leichter zu beurteilen wäre, wenn die Zahlen nach Staaten aufgeschlüsselt würden. Immerhin sind die USA in gewisser Weise 50 verschiedene Länder. Amerikanische Freunde könnten eine ähnliche Berechnung wie diese auf der Basis von Bundesstaaten durchführen, wenn die Daten verfügbar sind. Aber das Verhältnis der Todesfälle pro Gesamtzahl der Fälle ist weitaus niedriger als in Westeuropa, etwa 6%; das ist gut.

Kanada hingegen scheint auf dem Wege der Besserung zu sein.



[Die ganzen Verläufe für Süd- und Mittelamerika, aufgeschlüsselt nach Ländern, wird hier in der Übersetzung übersprungen.]
Osteuropa

Sprung zurück über den Atlantik und nach Osteuropa.Ich habe hier Russland mit einbezogen anstatt in Asien, weil die meisten Fälle in Russland im Großraum Moskau aufgetreten waren:

Zumindest bisher ist Osteuropa wesentlich weniger stark betroffen als Westeuropa. In Moldawien hingegen sind die täglichen Fälle oszillierend, aber im Aufwärtstrend, und in jüngster Zeit gab es einen sprunghaften Anstieg neuer Fälle, ein wenig wie in Schweden in kleinerem Maßstab. Es kann also sein, dass sich hier und vielleicht auch in einigen anderen osteuropäischen Ländern Probleme zusammenbrauen.


Hier die russischen Daten:

Es sieht so aus, als ob die täglichen neuen Fälle um Moskau ihren Spitze durchlaufen haben. Aber Russland ist ein großes Land, so dass man dort noch einen weiten Weg vor sich hat.

Naher Osten und Nordafrika sowie Afrika südlich der Sahara


[Auch diese Angaben werden hier übersprungen.]
Und so kommen wir nun zur Quelle all unserer Plagen: China:

Vielleicht gibt es hier nichts zu sehen? Abgesehen von einer riesigen Adjustierung am 13. Februar ist es einer Glockenkurve nicht unähnlich. Aber was ist mit den blauen Stellen weiter rechts? Sie sehen aus wie mehrere kleine Haufen, von denen jeder relativ schnell ausgelöscht wird. Das ist in der täglichen Wachstumskurve sehr deutlich zu erkennen.

Vielleicht haben die Chinesen jetzt ein hohes Maß an Immunität gegen dieses Virus? In diesem Fall könnten ihre jüngsten Fallzahlen sogar der Wahrheit entsprechen. Schade um die Übertragung von Mensch zu Mensch.

[Die Angaben für andere asiatische Gebiete sowie für Australien und Ozeanien werden hier ebenfalls übersprungen]

Wer hat gut und wer hat schlecht abgeschnitten?

In Asien haben mehrere Länder in der Nähe von China (und China selbst, wenn man ihren Zahlen glauben darf) gut daran getan, das Virus lokal einzudämmen. Sie müssen das, was sie von SARS gelernt haben, gut genutzt haben. Es liegt auf der Hand, dass der Schlüsselzeitpunkt für die Eindämmung eines Virus‘ wie diesem ganz am Anfang der Epidemie liegt. Die Rückverfolgung von Kontakten und die Isolierung scheinen die wichtigen Faktoren zu sein, um die Ausbreitung der ursprünglichen Infektionscluster zu stoppen. Wenn man diese erste Schlacht verliert, wird der Krieg lang und blutig sein.

Andererseits gibt es in mindestens zwei asiatischen Ländern, Indien und Bangladesch, nach wie vor einen erheblichen Anstieg der täglichen Neuerkrankungen. Indonesien hat den Höhepunkt noch nicht erreicht. Und alle drei Länder haben große Bevölkerungszahlen.

Einige Länder des Nahen Ostens, insbesondere in der Golfregion, haben ebenfalls gut abgeschnitten; auch hier ist dies wahrscheinlich auf ihre Erfahrungen mit MERS zurückzuführen. Pakistan, Saudi-Arabien, der Iran und das benachbarte Armenien geben Anlass zur Sorge. Nordafrika scheint jedoch relativ wenig betroffen zu sein, was vielleicht auf eine Kombination aus Hitze und geringer Bevölkerungsdichte zurückzuführen ist.

Afrika südlich der Sahara scheint Bedingungen zu bieten, die für das Virus nicht sehr günstig sind. Die meisten afrikanischen Länder kommen daher bisher relativ glimpflich davon, mit Ausnahme Südafrikas. Ich würde erwarten, dass dasselbe auch für das tropische Mittel- und Südamerika gilt. Damit bleiben als die anfälligsten Gebiete übrig: Europa (einschließlich Russland), Nordamerika nördlich der Tropen und Südamerika südlich davon.

Auf dem amerikanischen Kontinent sind die Länder, die derzeit Anlass zur Sorge geben, Mexiko, Chile, Brasilien, Ecuador und (ein wenig) Peru. In den USA haben die neuen Fälle ihren Höhepunkt erreicht, aber es liegt noch eine lange Zeitspanne vor ihnen.

In Osteuropa gibt es bisher generell weniger Fälle und Todesfälle als weiter westlich. Aber einige Länder, wie Moldawien, könnten einen steinigeren Weg nehmen als andere. Und Russland hat noch einen langen Weg vor sich.

In Westeuropa haben in allen Ländern außer Schweden die neuen Fälle inzwischen ihren Höhepunkt erreicht. Aber der Twitter-Feed der britischen Regierung (wie amateurhaft!) meldete am 18. Juni 1346 positive Tests. Und am Vortag wurden 1218 Fälle gezählt; mehr als doppelt so viele wie in Deutschland oder Italien am selben Tag. Es gibt noch viel zu tun.

In Westeuropa insgesamt haben die nordischen Länder, mit Ausnahme natürlich Schwedens, am besten gearbeitet. Die deutschsprachigen Länder sind die nächstbesten. Insbesondere Deutschland hat angesichts seiner Größe sehr gut abgeschnitten; wahrscheinlich aufgrund der relativ guten Kontaktverfolgung in der Anfangsphase der Epidemie. Die katholischen Länder im südlichen und westlichen Mitteleuropa, das Vereinigte Königreich und die Niederlande haben am schlechtesten abgeschnitten.

In zwei kleinen europäischen Ländern war es zur Katastrophe gekommen (San Marino, Andorra). Aber andere (Liechtenstein, Monaco, vielleicht sogar Luxemburg) waren erfolgreicher darin, das Virus in Schach zu halten als ihre Nachbarn. Kleine, geografisch nahe beieinander liegende Außengebiete (wie Jersey) haben tendenziell besser abgeschnitten als ihre Mutterländer, aber nicht enorm. Kleine, abgelegene Außengebiete (Färöer, Grönland, Gibraltar) und kleine Inselstaaten (Island, Malta) haben von allen am besten abgeschnitten.

Der relative Erfolg vieler kleiner Länder und die Katastrophen in anderen Ländern legen nahe, dass bei einem Virus wie diesem Eindämmungsmaßnahmen am besten in der Größenordnung von Zehn- oder höchstens Hunderttausenden von Menschen durchgeführt werden sollten. Das bedeutet Städte und Gemeinden, nicht große Länder oder gar US-Bundesstaaten. Ich glaube, die Österreicher haben es richtig gemacht, als sie das Skigebiet Ischgl unter Quarantäne gestellt haben.

Außerdem halte ich es nicht für sinnvoll, den normalen Alltag in Gebieten abzuschalten, in denen es nur wenige oder gar keine Fälle gibt. Auch nicht, Parks zu schließen. Wenn man will, dass die Menschen „soziale Distanz“ wahren – warum verbietet man ihnen dann genau die Räume, in denen sie eine Chance haben, von anderen Menschen wegzukommen? Es macht in der Tat auch keinen Sinn, symptomfreie Menschen, von denen keine Verbindung zu jemandem mit dem Virus bekannt ist und die nicht kürzlich von einem infizierten Ort zurückgekehrt sind, in die Isolation zu zwingen.

Zum Schluss: Wer wird den „Holzlöffel“ für das Land gewinnen, das am schlechtesten mit dem Virus fertig geworden ist? Zumindest in Westeuropa sind in diesem Rennen nur noch drei Pferde übrig: Belgien, Schweden und das Vereinigte Königreich.

Die nächste Frage ist, was passiert, wenn die Sperren aufgehoben werden? Das Beispiel Portugals deutet darauf hin, dass neue Fälle wieder zunehmen könnten, aber nicht katastrophal. Ich habe vor, ein paar Wochen zu warten und mir dann erneut anzusehen, was nach der Aufhebung der Sperren geschehen ist (wird)

Link: https://wattsupwiththat.com/2020/06/20/covid-19-understanding-the-numbers-coronavirus/
Übersetzt von Chris Frey EIKE [größtenteils mit dem Übersetzer Linguee]




Covid und Hurrikan: Anlass zum Nachdenken

Nehmen wir beispielsweise Hurrikane. Heutzutage werden mehr tropische Stürme klassifiziert als vor 70 Jahren. Nichtsdestotrotz war der Zeitraum vor 70 Jahren Schauplatz der drei Hurrikan-stärksten Jahrzehnte an der US-Küste. Heute werden mehr Stürme mitten im Nirgendwo [über dem Ozean] mit einer Bezeichnung versehen, weil wir sie jetzt einfach besser erkennen. Es ist so, wenn man mehr sieht, schenkt man dem auch mehr Aufmerksamkeit. Aber steigt auch die Anzahl schwerer, auf das Festland übergreifender Hurrikane? Nein! Bei COVID: FALLS MAN MEHR TESTET, DANN ZEIGEN SICH MEHR POSITIVA, FALLS ES SIE GIBT – was der Fall ist. Betrachtet man jedoch auf das Festland übertretende starke Hurrikane, dann waren es im Zeitraum 1931 bis 1960 fast 30. Aber seit dem Jahr 1991 (also in dem Zeitraum, in welchem es angeblich immer schlimmer werden soll) waren es 16 Übertritte. Nimmt man jetzt 1 oder 2 starke Hurrikane, dann sind es immer noch viel weniger als während der schlimmsten 30-Jahre-Periode.

Wenn man behauptet, dass heute alles viel schlimmer ist, dann leugnet man das Gestern.

Im Falle COVID – falls man nicht die entscheidende Graphik der Prozentzahl positiv Getesteter hat, dann denkt man natürlich, dass sich die Lage nicht verbessert. Sie verbessert sich, aber langsamer als die Infektionen abnehmen, jedoch sehen wir nicht alle Daten. Die Prozentzahl positiv Getesteter ist entscheidend.

Zurück zu den Wirbelstürmen. In den 1950er Jahren lag die durchschnittliche ACE/Sturm* bei über 10. Trotz der Katrinas, Ritas etc. konnten die letzten 30 Jahre im ACE-Index pro Dekade nicht mit den 1950er Jahren konkurrieren. Warum? Weil so viele Stürme, die es in den 1930er-1950er Jahren vielleicht nicht gegeben hat, jetzt mit mehr schwächeren Mitgliedern mitten im Nirgendwo erkennbar sind, trägt dies zur Gesamtzahl bei und senkt den ACE/Storm-Durchschnitt.

[*ACE/storm = Accumulated Cyclone Energy pro Sturm. Anm. d. Übers.]

Also noch einmal die Parallele zu COVID: wenn man mehr testet, muss man mehr sehen. Wenn man in Satellitenbildern jeden Cumuluswirbel betrachtet, sieht man mehr. Hätten wir also damals die Art der Abdeckung wie heute gehabt, könnten einige dieser Stürme über dem Wasser stärker gewesen sein. Was ist der Grund dafür? Man betrachte die Art und Weise, wie mehr Stürme im Zeitraum 1931 bis 1950 in der Nähe ihres Intensitätsmaximums auftraten im Vergleich zu Stürmen heute, die mit Ausnahme von Harvey und Michael in diesem Jahrzehnt AUSSERHALB IHRER SPITZE zuschlugen. Katrina und Rita waren bei ihrem Übertritt stark, befanden sich aber nicht dem Höhepunkt ihrer Entwicklung. Unter dem Strich, d.h. bei den Auswirkungen, sehen wir also die Hysterie um doom and gloom tropischer Wirbelstürmen ohne das Gesamtbild, man kann sich einbilden, dass es schlimmer denn je ist. Genauso ist es bei Tornados: starke bis sehr starke Tornados nehmen ab.

COVID-Hochrisikogebiete sind anfälliger für Ausbrüche, genau wie es Gebiete gibt, in denen es wahrscheinlicher zu Hurrikanen und Tornados kommt. Aber bedeutet das, dass Menschen, die nicht in diesen Gebieten leben, die gleichen Vorsorgemaßnahmen treffen müssen? Wir müssen diese regionalen COVID-Ausbrüche stoppen, aber wir wussten, dass wir es mit einem solchen Risiko zu tun hatten. Genauso ist es, wenn ein starker Hurrikan die Stadt Miami trifft, bedeutet das nicht, dass die Bewohner der Stadt Des Moines in Iowa sich genauso darauf vorbereiten sollten. Ein starker Tornado in den Großen Ebenen bedeutet nicht, dass es in anderen Gebieten zu genauso schweren Tornados kommt.

Der gemeinsame Nenner besteht für mich darin, hinter die Kulissen zu blicken und zu graben, um einigen Fehltritten entgegenzuwirken, mit denen ein Thema politisch zur Waffe gemacht werden soll. Als jemand, der sich an der Klimadebatte beteiligt hat, konnte ich nicht umhin, diese Ideen einmal vorzubringen.

Autor: Joe Bastardi is a pioneer in extreme weather and long-range forecasting. He is the author of “The Climate Chronicles: Inconvenient Revelations You Won’t Hear From Al Gore — and Others” which you can purchase at the CFACT bookstore.
Link: https://www.cfact.org/2020/06/17/covid-and-hurricane-points-to-ponder/
Übersetzt von Chris Frey EIKE




Eine unbequeme Wahrheit: Gores spektakulär falsche Prophezeiung bzgl. Schnee auf dem Kilimandscharo

Auf Seite 45 seines Buches aus dem Jahr 2006 schreibt Gore [übersetzt]: „Ein weiter Freund, Dr. Lonnie Thompson von der Ohio State University, ist der weltführende Experte bzgl. Berggletscher. Hier steht er im Jahre 2000 auf dem Gipfel des Kilimandscharo mit den beklagenswerten Resten seiner einst großen Gletscher. Er prophezeit, dass auch diese Reste während der nächsten 10 Jahre verschwinden werden. Dann heißt es nicht mehr ,der Schnee des Kilimandscharo’“.

Jedoch … die Website www.just-kilimanjaro.com berichtet, dass der schneebedeckte Gipfel weiterhin besteht mit „permanenten Gletschern, die seinen gesamten oberen Teil überdecken“ (hier).

Auch die Website www.deeperafrica.com berichtet von das ganze Jahr über vorhandenem Schnee. „Eis und Schnee gibt es das ganze Jahr über auf den oberen Teilen des Berges. Es gibt dort massive Gletscher, Eisfelder und sich auftürmende Eiswände, die unter der Äquatorsonne glänzen“, heißt es auf der Website.
Und schließlich, wie oben bereits erwähnt, die heutige 8-Tage-Prognose [vom 6. Juni bis 13. Juni]:

[Zum Bild: 28°F ≅ -2°C 33/34°F ≅ +1°C 19/22°F ≅ -6°C. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit (Mitte) bezieht sich auf heute und morgen. Die Zeile unten zeigt die erwähnte 8-Tage-Prognose. Bildquelle]

Klima-Alarmismus ist settled Wissenschaft, oder? Die Infragestellung der Behauptungen von Al Gore und anderen Klima-Alarmisten ist „Leugnung der Klimawissenschaft“ und „Angriff auf die Wissenschaft“, oder?

Wir auf diesem Blog werden sofort berichten, wenn das Korrektur-Statement von Al Gore mit Sicherheit sehr bald erscheint.

James Taylor is Director of the Arthur B. Robinson Center for Climate and Environmental Policy at The Heartland Institute. Taylor is the former managing editor (2001-2014) of Environment & Climate News, a national monthly publication devoted to sound science and free-market environmentalism.
Link: http://climaterealism.com/2020/06/an-inconvenient-truth-gore-spectacularly-wrong-on-snows-of-kilimanjaro/
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Und hier gleich noch eine unbequeme Wahrheit. Bei www.climaterealism.com findet man noch weitere. Anm. d. Übers.]

Noch eine unbequeme Wahrheit: Gores spektakulär falsche Prophezeiung bzgl. <i>Glacier National Park</i>

James Taylor

In seinem Buch aus dem Jahr 2006 An Inconvenient Truth posaunte Al Gore außerdem hinaus, dass es bis zum Jahre 2012 im Glacier National Park keine Gletscher mehr geben werde. „Unser heimischer Glacier National Park muss sehr bald umbenannt werden zu ,Der Park der ehemaligen Gletscher’“, schrieb Gore. Jedoch … wir befinden uns im Jahr 2020, und die Gletscher im Park sind üppig und vielfältig. Also noch eine grandios gescheiterte Prophezeiung von ihm.

Gegenwärtige Bedingungen im Park: Hier versucht man, die Going-to-the-Sun Road wieder zu öffnen. Bildquelle

Auf Seite 47 seines Buches schreibt Gore: „Ich bestieg den Gipfel des größten Gletschers in dem Park mit einer meiner Töchter im Jahre 1997. Die mich begleitenden Wissenschaftler sagten mir, dass sämtliche Gletscher des Parks innerhalb der nächsten 15 Jahre vollständig verschwinden werden“.

Jedoch … Caitlyn Florentine, eine Physikerin am Northern Rocky Mountain Science Center des U.S. Geological Survey, gab in einem Interview von Montana Public Radio Anfang des Jahres bekannt, dass 26 namentlich bezeichnete Gletscher im Park existieren, sogar noch 8 Jahre nach dem von Gore genannten Termin.

Gores Behauptung, dass die Gletscher bis zum Jahr 2012 verschwunden sein würden, war nicht die einzige alarmistische Prophezeiung, die sich als völlig falsch erwiesen hat. Die Betreiber des Parks stellten aufgrund jener Behauptungen Schilder auf des Inhalts, dass alle Gletscher bis 2020 verschwunden sein werden. Anfang dieses Jahres hat man versucht, all diese Hinweistafeln wieder zu entfernen, ohne dies jemandem zu sagen. Die Besucher bemerkten es trotzdem.

„Man nenne niemals einen Zeitpunkt für Untergangs-Prophezeiungen“, schrieb der Kolumnist James Delingpole in einem Kommentar zum Tarnkappenschild-Ersatzprogramm des Parkdienstes.

Das vielleicht eindrucksvollste Beispiel fehlender Glaubwürdigkeit oder Integrität der Klima-Alarmisten bietet die Website GlacierHub, welche die falsche Prophezeiung des Park Service‘ in diesem Jahr unter die Schlagzeile stellte [übersetzt] „Klima-Leugner schlagen zu!“ [Climate denialists pounce]. Ja, man liest richtig. Der Betreiber des Parks stellte im gesamten Park – auf Kosten der Steuerzahler – Schilder mit der Behauptung auf, dass es im Jahre 2020 keine Gletscher mehr geben werde. Klima-Realisten haben diese Behauptung von Anfang an in Frage gestellt und wurden darob als „Wissenschafts-Leugner“ gebrandmarkt. Der Termin verstrich, der Park Service lag erwiesen falsch, und die Klima-Realisten hatten vollkommen recht. Die Alarmisten reagieren darauf, indem sie die bestätigten Klima-Realisten „Leugner“ nennen.

Übrigens, das Earth Institute der Columbia University zeichnet GlacierHub aus mit der Einladung, sich der Website des Earth Institutes anzuschließen. Ethische, objektive, ordentliche Wissenschaft in Reinformat.

Wie auch immer, der Verlust sämtlicher Gletscher des Parks bis zum Jahr 2012 ist nichts als eine weitere alarmistische Prophezeiung, die sich als spektakulär falsch erwiesen hat. Wir hier bei Climate Realism erwarten schnellstens eine vollständige Korrektur und Entschuldigung von Al Gore und werden sofort melden, wenn diese erscheint.

James Taylor is Director of the Arthur B. Robinson Center for Climate and Environmental Policy at The Heartland Institute. Taylor is the former managing editor (2001-2014) of Environment & Climate News, a national monthly publication devoted to sound science and free-market environmentalism.
Link: http://climaterealism.com/2020/06/an-inconvenient-truth-gore-spectacularly-wrong-on-glacier-national-park/
Übersetzt von Chris Frey EIKE




Dass die zurück­liegende Trockenheit nicht mehr nur ein Wetter­phänomen …

Plötzlich belegen 10 Jahre Wetter ein Klima

Leider stand im langen Artikel [1] nicht, wo diese Statistiken zu finden sind. Vielleicht antwortet der Amtsleiter jedoch auf die Nachfrage des Autors. So lange diese Antwort nicht vorliegt, muss man sich mit den Daten anderer Ämter begnügen, um herauszufinden, was den Amtsleiter zu seiner Aussage bewogen hat.
Nachtrag: Nach Abgabe des Artikels kam die Antwort des Amtsleiters. Da diese Antwort seine Aussage neu darstellt und auch erklärt, ist sie am Ende des Artikels beigefügt.
Dabei soll nicht gesagt werden, dass der Niederschlag während der letzten Zehn Jahre nicht geringer wurde. Doch wie (bewusst) irreführend diese Argumentation im klimahistorischen Gesamtkontext zu sehen ist, sei anbei gezeigt.

Wie unwissend muss ein Redakteur sein, der den Unterschied zwischen 10 % und

90 % nicht bemerkt?

Der Redakteur der Nordbayerischen Nachrichten (Politikredakteur), welcher meinte, sich nach seinen anderen Redakteurskollegen endlich auch einmal mit dem Klima versuchen zu müssen, interviewte neben dem Amtsleiter der Wasserwirtschaftsbehörde auch den Chef der staatlichen Forstbetriebe Nürnberg, wohl überzeugt, dadurch fundierte Information über den schlimmen Klimawandel-Einflusses im Großraum Nürnberg zu erhalten.
Und diese Fachperson belegte ihm auch sofort mit konkreten Zahlen die extreme Trockenheit in Mittelfranken:
[1] Johannes Wurm, Chef des staatlichen Forstbetriebs Nürnberg. Von Januar bis einschließlich April seien schließlich gut 90 Prozent weniger Niederschläge als im sonst üblichen Durchschnitt gefallen …
Leider hat der Redakteur jedoch absolut keine Ahnung vom Thema. Sonst hätte ihm der platte Fehler auch dieser Aussage sofort auffallen müssen. Der Forstbetriebschef (oder war es vielleicht der Redakteur selbst beim Niederschreiben?) hat in seiner Aussage zwei Zahlen vertauscht:
In Nürnberg sind in diesem Zeitraum nicht 90 % weniger Niederschlag gefallen, sondern der Rest zu 100 %, also gerade einmal 10 % weniger. Das macht in der Aussage allerdings einen gewaltigen Unterschied. Ein Leser hat es im Kommentarteil erklärt:
Phileas schrieb am 16.06.2020, 07:10
Die Aussage des Experten „von Januar bis einschließlich April seien schließlich gut 90 Prozent weniger Niederschläge als im sonst üblichen Durchschnitt gefallen. Dieses Defizit ist lange noch nicht ausgeglichen“ ist so etwas von falsch, falscher geht es nicht. Wie man auf der Seite:“ Monats- und Jahreswerte für Nürnberg“ unschwer feststellen kann sind in diesem Zeitraum 92,5 (!) Prozent der sonst üblichen Niederschläge gefallen. Dies deckt sich in etwa auch mit meinen eigenen Messungen. Wenn ich der bis gestern Nachmittag auf dieser Wetterseite angegebene Niederschlagsmenge noch die von mir für heute Nacht gemessenen 3 Liter hinzuzähle sind wir momentan, 5,5 Monate in diesem Jahr, genau bei 100,5 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge. Also erstmal absolut normal. Es gibt heuer bis jetzt kein Niederschlagsdefizit in unserer Gegend.
Irgendwie habe ich den Eindruck, dass da manchmal gezielt Panik verbreitet werden soll. Wie kann der angebliche Experte sagen, dass von Januar bis April gut 90 Prozent weniger Niederschläge gefallen sind, wenn es tatsächlich nicht einmal weniger als 10 Prozent waren.

Beim Klimawandel ist Kenntnis in der Redaktion nicht erforderlich, da die „richtige“ Meinung ausreicht

Dabei „warnt“ der Autor die Redaktion der „Nordbayerischen Nachrichten“ schon fast regelmäßig vor ihren Eigentoren infolge ihrer sorgfältig „gepflegten“, fachlichen Unkenntnis zum Thema Klimawandel (und auch Ökoenergie), Beispiele:
EIKE 25. Mai 2020: [Link] Frühjahrstrockenheit mittels CO2-Reduktion bekämpfen. Wenn nicht gehandelt wird, hat die Durststrecke kein Ende
EIKE 08.06.2020: [Link] Corona ist vorbei. Nun hat uns der alltägliche Wahnsinn wieder
Und ganz konkret auch vor den „lokalen“ Förstern und deren (bewusst?) mangelhaften Klimakenntnissen:
EIKE 25. April 2020: [Link] Wenn Medien immer nur Personen mit der gleichen Meinung fragen, können sie (und diese Personen) nie gescheiter werden
Zwischenzeitlich hat es sich etwas eingespielt, dabei zwischen lokalen Klimamanager*innen und Förstern von Stadt und Land abzuwechseln. Das suggeriert Meinungsvielfalt, obwohl der Autor versichern kann, dass die Antworten der von den Medien ausgesuchten immer auf das Gleiche hinauslaufen: Ja, es kann nur der Klimawandel sein, zumindest scheint es ein deutliches Indiz dafür …

Dabei steht es sogar beim Umweltbundesamt, dass der Niederschlag zunimmt

[3] Umweltbundesamt 20.03.2020: Trends der Niederschlagshöhe
Seit 1881 hat die mittlere jährliche Niederschlagsmenge in Deutschland um rund 10 Prozent zugenommen. Dabei verteilt sich dieser Anstieg nicht gleichmäßig auf die Jahreszeiten. Vielmehr sind insbesondere die Winter deutlich nasser geworden, während die Niederschläge im Sommer geringfügig zurückgegangen sind.
Die Zeitreihe der jährlichen Niederschläge in Deutschland (Gebietsmittel) zeigt einen leichten Anstieg, der mit einer Irrtumswahrscheinlichkeit von 5 %-Niveau statistisch signifikant ist. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen ist, dass bis etwa 1920 nur selten überdurchschnittlich niederschlagsreiche Jahre aufgetreten sind.
Deutlich stärker noch als bei der Temperatur ist dieser
Trend nicht gleichmäßig in allen Jahreszeiten ausgeprägt. Er beruht im Wesentlichen darauf, dass die Winterniederschläge um über 25 % zugenommen haben. Frühling und Herbst zeigen ebenfalls eine leichte, aber im Gegensatz zum Winter nicht signifikante Zunahme, während die Niederschläge im Sommer geringfügig zurückgegangen sind …

Statistiken der Wasserwirtschaftsbehörden

Sind wie der Autor schon sagte, ihm nicht bekannt. Eine Internetsuche danach blieb leider erfolglos. Über einen Link einer der regionalen Wasserwirtschaftsbehörden fand sich allerdings ein ganz aktuelles Dokument, welches vielleicht so etwas sein könnte:
[2] Bayerisches Landesamt für Umwelt, April 2020: Das Bayerische Klimaprojektionsensemble Audit und Ensemblebildung
Wie es schon der Name verrät, findet sich darin allerdings keine Statusdarstellung anhand von Messwerten, sondern – modern nach „Merkel“ ausgedrückt -, ist es die Sammlung einer Klima-Simulationsorgie.
Und das Ergebnis ganz kurz gefasst lautet (rein persönliche Meinung des Autors und durch keine Simulation erhärtet): Die Niederschlagssimulationen für Bayern sind grottenschlecht und können weder den aktuellen Status und sicher auch nicht die Zukunft abbilden. Man macht es aber trotzdem, weil es heute eben üblich ist (und gut bezahlt wird). Um „genauer“ zu werden, lässt man die zu offensichtlich falschen Simulationen weg und verwendet selbstverständlich nur die „richtigen“.
Die folgenden Diagramme zeigen daraus eine „Niederschlagszukunft“ für die Alpen. Erst einmal fällt auf, dass der Niederschlag in Zukunft auch im Frühling zunehmen soll.
Personen mit Ahnung von Statistik erkennen zusätzlich, dass es sich bei den Simulationsergebnissen um Punktwolken handelt. Das ist ein Beleg, dass zwischen den Simulationsergebnissen kein innerer Zusammenhang herrscht, genauer: Die Ergebnisse sind regellos und zufällig, also ohne statistischen Aussagewert. Jeder kann sich das „gewünschte“ Ergebnis heraussuchen und jedes „Ergebnis“ hat die gleiche Wahrscheinlichkeit richtig, oder falsch zu sein.

Bild 1 [2] Abb. 9: Beispiel für ein Thermopluviogramm der Änderungssignale für den Naturraum der Alpen in der mittleren Zukunft. Die Auswirkung einer Reduktion um 11 Projektionen wird anhand der Farbunterscheidung visualisiert

Das Gleiche gilt auch für die folgenden Simulationsläufe. Es überrascht, dass das extremste CO2-Emissionsszenario rcp8.5 zur Simulation verwendet wurde (der DWD verwendet in seinem Klimaviewer das Szenario A1B, welches eher mit dem IPCC-Scenario rcp2.5 vergleichbar ist).
Obwohl das Bayerische Landesamt für Umwelt auf ihrer Homepage zum Thema „Emissionsszenarien“ [Link] mitteilt: Ein großer Teil der zur Verfügung stehenden und derzeit am Bayerischen Landesamt für Umwelt betrachteten Klimaprojektionen basieren überwiegend auf dem Emissionsszenario A1B …
verwenden die Ersteller von Auftragsprojekten wohl „gerne“ das Extremszenario rcp8.5.
Das macht eigentlich nur (noch) das PIK, um regelmäßig den Weltuntergang vorzuführen. Inzwischen gilt dieses auch offiziell als unseriös, da übertrieben. In Bayern scheint die Verwendung dieses Extremszenarios trotzdem üblich zu sein, zumindest, wenn „Klimazukunft“ in Zusammenarbeit mit der Uni München erstellt wird, denn auch in der von dieser mit erstellten Pilotstudie „Klimawirkungskarten Bayern“ des Landesamtes für Umwelt wird auf Basis dieses extremsten Szenarios simuliert.

Bild 2 [2] Abb. 17: Streudiagramm der 21 Klimaprojektionen nach ihrer Bewertung durch das Audit in den vier Großlandschaften

Wie weit weg von der Wirklichkeit Niederschlagssimulationen bereits aktuell mit ihren Ergebnissen liegen, zeigen die folgenden Grafiken mit Messwert-/Simulationsvergleichen aus dem Dokument.

Bild 3 [2] Abb. 11: Gegenüberstellung des mittleren Niederschlagsjahresgangs der Projektion HadGEM2ES_r1i1p1_CLMcom-CCLM4-8-17_v1 (rote Kurven) im Vergleich zum Referenzdatensatz KliRef2014 (schwarze Kurven) in den vier bayerischen Naturräumen

Im Dokument wird es auch zugegeben:
[2] … Durch die beiden Modellfamilien (ESD und RCM) wird somit ein sehr breites Spektrum an Änderungssignalen aufgespannt. Dies erschwert eine klare Aussage insbesondere über das zukünftige Niederschlagsverhalten. Am deutlichsten ist die sommerliche Niederschlagsabnahme ausgeprägt, die im Einklang zu Ergebnissen früherer Studien auf Basis von SRES A1B-Projektionen aber auch zu Beobachtungen in anderen Regionen in Deutschland steht (HÜBENER ET AL. 2017a). Weiterhin lässt sich deutlich eine Tendenz zur winterlichen Niederschlagszunahme für Nordbayern ableiten. Für den Süden ist aufgrund der enormen Schwankung des Änderungssignals keine konkrete Aussage möglich.
Und in einem früheren Dokument direkt als Handlungshinweis herausgestellt:
[4] … Zudem wurde im Laufe des Jahres 2018 eine Methode zur Qualitätsprüfung von Klimaprojektionen am LfU entwickelt und angewendet. Mithilfe dieses Audits wurden gravierende Schwächen (z. B. inverse Jahresgänge des Niederschlags) der Projektionen 10 und 11 entdeckt. In-sofern wird von einer Verwendung der Klimawirkungskarten als Planungsgrundlage abgeraten. Vielmehr sollten die Karten als Anregung für vertiefende Untersuchungen und die Pilotstudie zur Erprobung und Bewertung der eingesetzten Methoden dienen …
Im DWD-Klimaviewer sieht man die eklatanten Mängel der Niederschlags-Klimasimulationen augenscheinlicher. Obwohl darin ein Standardszenario Verwendung findet, erfassen nur ganz, ganz wenige Simulationsläufe den aktuellen Niederschlag. Im Jahr 2100 werden ihn einige aber vielleicht trotzdem „erfolgreich“ vorhergesagt haben, denn bei dieser Streuung „trifft“ möglicherweise irgendeine der vielen Simulationsläufe – obwohl man selbst da nicht so ganz sicher sein kann …

Bild 4 Screenshot vom DWD-Klimaviewer


Bild 5 Screenshot vom DWD-Klimaviewer


Bild 6 Screenshot vom DWD-Klimaviewer


In einem Bundesland wird der Bürger darüber auch informiert:
Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie Niederschlag: [Link] Zeitliche Trends
… Der lineare Trend zeigt für den Sommer –16 % und für die übrigen drei Jahreszeiten +17 % (Frühling) bzw. +12 % (Herbst und Winter). Man sollte diese Trends aber keinesfalls überbewerten: Alle hier aufgeführten Niederschlagstrends sind wegen der sehr großen Variabilität des Niederschlags nicht signifikant (auf dem 95%-Niveau) …
Interessant ist in dem Dokument die Aussage zur (simulierten) zukünftigen Trockenheit für Nordbayern, dass es dort keine Änderungen geben soll: [4] Beeinträchtigung wasserabhängiger Biotope durch Trockenheit

Bild 7 [4]

Die letzten 10 Jahre Niederschlag

Zur Erinnerung. Der Amtsleiter erklärte dem Redakteur, warum die gerade vergangene Frühjahrstrockenheit ein Zeichen des Klimawandels wäre: „Dass die zurückliegende Trockenheit nicht mehr nur ein Wetterphänomen, sondern Folge der Klimaveränderung ist, dafür sprechen die Statistiken der Wasserwirtschaftsbehörden. „Wir haben seit zehn Jahren ein Niederschlagsdefizit“, sagt Amtsleiter Fitzthum …
Es verwundert, warum von diesem „Klimafachmann“ ein kurzer Zeitraum von gerade einmal zehn Jahren angezogen wird, wo beim Niederschlag wegen dessen extremer Variabilität nicht einmal der 30-jährige, meteorologische Zeitraum für Trendaussagen ausreicht:
EIKE 03. Mai 2020: [Link] Wie der Bund Naturschutz Bayern vor der schlimmen Frühjahrstrockenheit rettet
Die folgenden Bilder zeigen jedoch, warum genau dieser, vollkommen unübliche Zeitraum gewählt wurde: Seit ca. 2005 zeigt der Niederschlag eine Abnahme.

Bild 8 Bayern, Jahresniederschlag (Daten von Bild 6). Grafik vom Autor anhand der DWD-Daten erstellt


Allerdings stellt sich die Frage, welche Verbindung diese Abnahme mit der globalen CO2-Emission haben soll.
Würde dies stimmen, dann hätte sich der Niederschlag vorher über 100 Jahre lang nach der „falschen“ CO2-Regel verhalten. Und nun, infolge weiteren Emissionsanstiegs durch „Besinnen“ auf die angeblich „richtige“, ausgerechnet den Niederschlag zu Beginn des „Klimawandels“ , mit dem damals geringem CO2-Anteil erreicht.
Unplausibler kann eine Argumentation kaum sein.

Bild 9 Bayern, Jahresniederschlag und CO2-Konzentration vom Autor übereinander kopiert


Stellt man den Mittelwert des Niederschlags auf den meteorologischen Zeitraum von Dreißig Jahren, sieht man es noch deutlicher:

Bild 10 Bayern, Jahresniederschlag und 30-jähriger Mittelwert


Nun gibt es zum Glück gerade im (angeblich) austrocknenden Mittelfranken eine sehr lange Niederschlagsreihe. Und diese zeigt geradezu lehrbuchgemäß, wie konsequent der behördliche „Klimafachmann“ des Wasserwirtschaftsamtes den kenntnis- und arglosen Redakteur mit seiner Aussage „über den Tisch“ gezogen hat:
Seit dem Beginn der langen Messreihe gibt es viele, viele Beispiele vergleichbarer, zyklisch niederschlagsreduzierender 10-Jahres-Zeiträume. Nur den angeblichen Beleg, dass ausgerechnet der aktuelle eine Auswirkung und Tendenz unserer CO2-Emission sein soll, findet sich nicht.

Bild 11 Niederschlag Bamberg seit 1879. Grafik vom Autor anhand der DWD-Daten erstellt


Vielleicht ging der Behördenleiter davon aus, im Einflussbereich der sich inzwischen ideologisch eng an der „Alpenprawda“ orientierenden, Nordbayerischen Nachrichten gäbe es keine(n) Leser mehr, dem es auffallen würde.

Der Klimawandel macht dumm

Der Autor hat schon länger vermutet, seitdem man in Deutschland als herausragend intelligent angesehen wird, sofern man Megawatt als Megabyte, Kobalt als Kobolde und Stromnetze als Stromspeicher bezeichnet, oder den zweithöchsten Strompreis der Welt als eine Kostenminderung dank dem billigen Ökostrom erklärt [6]. Er konnte es aber trotz seiner vielen EIKE-Publizierungen als Laie nie ausreichend, wissenschaftlich fundiert belegen.
Mit ausreichender Geduld kann man jedoch sicher sein, dass die enormen Klimawandeleinfluss-Forschungsmittel irgendwann zu jedem Problem rund um den Globus eine wissenschaftlich abgesicherte Expertise generieren.
So geschah es auch und wurde nun von einer Gruppe vorwiegend in der Klimawandelforschung zu findenden, herausragenden Wissenschaftlern in einer bahnbrechenden Publikation beschrieben:
[5] Der Klimawandel könnte uns mehr schaden, als wir vielleicht ahnen. Forscher glauben, dass uns eine „Verdummung“ der Menschheit bevorsteht
Ein Forscherteam der Universität von Colorado Boulder, der Colorado School of Public Health und der Universität von Pennsylvania deutet an, dass wir uns im Rahmen des
Klimawandels nicht nur wegen eines möglichen Weltuntergangs Sorgen machen sollten. Stattdessen könnten wir aufgrund der veränderten Umweltbedingungen immer dümmer werden.
Was uns anstelle eines Weltuntergangs, der von vielen Forschern, aber auch Persönlichkeiten wie Elon Musk bereits ab dem Jahr 2050 vorhergesagt wird, bevorstehen soll, ist erstaunlich. Den Forschern
zufolge sollen erhöhte Level an CO2 in der Erdatmosphäre zu kognitiven Beeinträchtigungen beim Menschen führen.
… Es gibt bereits Nachweise dafür, dass zu viel CO2 in der Luft zu kognitiven Problemen führen und die Fähigkeit zur Konzentration und zu Lernen senken kann. Frische Luft kann diesen Effekt aufheben, jedoch wird diese im Rahmen des Klimawandels immer knapper werden. Laut den Forschern könnte das zu eine „Verdummung“ der Menschheit führen
… Neben den neuen Erkenntnissen bleibt aber auch die Möglichkeit eines Weltuntergangs durch den Klimwandel ein Zukunftsszenario, dem keiner freudig entgegensieht.

Die Recherchen des Autors lassen vermutet, dass dieser wirklich schlimme und scheinbar nicht umkehrbare Klimawandeleinfluss bereits viel früher, als es diese Wissenschaftler terminieren und dazu noch mit einem Kipppunkt, der bereits eingetreten ist …
Nachtrag und Richtigstellung zur Aussage des Amtsleiters
Nach Abgabe des Artikels kam die Antwort des Amtsleiters vom Nürnberger Wasserwirtschaftsamt auf die Nachfrage zu seinen im Zeitungsartikel angegebenen – und hier heftig kritisierten – Aussagen. Da diese Antwort den Sachverhalt neu darstellt, anbei die Information (Auszüge):
Laut dem Amtsleiter wurde dem Redakteur der Sachverhalt erklärt, dass die letzten Zehn Jahre der Niederschlag abnimmt (Zitierung): … Grundlage meiner Aussage sind die Aufzeichnungen an Niederschlagsmessstationen in unserem Amtsgebiet. Diese ergeben z.B. für die Messstation Buch in Nürnberg für die Zeit 01.01.2010 bis 31.12.2019 einen Gesamtniederschlag von ca. 5978 mm. Im Vergleich zu langjährigen Mittelwerten von ca. 640 mm pro Jahr (1961 – 90: 644 mm, 1981 – 2010: 637 mm) bedeutet das ein Defizit von über 400 mm in zehn Jahren. An anderen Stationen fällt die Differenz noch deutlich negativer aus und beträgt bis zum Eineinhalbfachen des durchschnittlichen Jahresniederschlags. Diese Defizite spüren wir mittlerweile vor allem im Bodenwasserhaushalt …
Zu der weiterführenden – und speziell kritisierten – Aussage im Zeitungsartikel „Dass die zurückliegende Trockenheit nicht mehr nur ein Wetterphänomen, sondern Folge der Klimaveränderung ist“, kam der Hinweis:
„ … Sie deuten an, dass man mit solchen Auswirkungen allein noch nicht den Klimawandel belegen kann, was ich auch nicht getan habe. Von mir stammt die reine Tatsachenfeststellung: „Wir haben seit zehn Jahren ein Niederschlagsdefizit“.
Die Bewertung: „Dass die zurückliegende Trockenheit nicht mehr nur ein Wetterphänomen, sondern Folge der Klimaveränderung ist, dafür sprechen die Statistiken der Wasserwirtschaftsbehörden“ wurde vom Redakteur vorgenommen. Im Artikel ist insofern das erste Anführungszeichen, das ich gelb markiert habe, irreführend. Lässt man es weg, ist der Text zutreffender … „

Damit bleibt die Kritik am Redakteur „hängen“, der aus der nicht konsequent genug eingegrenzten Aussage zum Niederschlagsdefizit wohl eigenmächtig den Klimawandel dazu fabuliert hat, um seinem Artikel die vom GRÜNEN Zeitgeist geforderte Richtung zu geben.
Quellen
[1] nordbayern 16.06.2020: Experten: Regen ist für Felder und Wald „Rettung im letzten Moment
hans-peter.kastenhuber@pressenetz.de
[2] Bayerisches Landesamt für Umwelt April 2020 Das Bayerische Klimaprojektionsensemble Audit und Ensemblebildung
[3] Umweltbundesamt 20.03.2020: Trends der Niederschlagshöhe
[4] Bayerisches Landesamt für Umwelt: Pilotstudie „Klimawirkungskarten Bayern“
[5] FUTURE ZONE 24.12.2019: Der Klimawandel macht uns dumm – Studie zeigt Erschreckendes
[6] EIKE 08.06.2020: Corona ist vorbei. Nun hat uns der alltägliche Wahnsinn wieder