Hochsommer 2020 – nur verhalten warm und durchwachsen?

Was Bauern- und Wetterregeln vorhersehen
Die Regel „dem trockenen April ein nasser Sommer folgen will“ trifft nur dann überwiegend zu, wenn der April einen gegenüber dem langjährigen Mittel zu tiefen Luftdruck über Mitteleuropa aufwies – diesmal war der Luftdruck im April deutlich zu hoch. „Im Juni viel Donner, verkündet trüben Sommer“ kommt für den Hochsommer 2020 auch nur bedingt in Betracht. „Wenn schon im Winter wächst das Gras, wird der Sommer kühl und nass“ – das setzt voraus, dass die in extremen Mildwintern dominierenden Westlagen auch im Sommer vorherrschen; ansatzweise konnte man das in den Sommern 1989, 90, 98, 2000, 2007, 2008, 2014 und 2016 beobachten, die zwar insgesamt eher etwas zu warm, aber sehr durchwachsen verliefen. Auf die schon oft erwähnte „Siebenschläferregel“ soll noch kurz verwiesen werden. Grundsätzlich lässt sich aus dem Wetter eines einzelnen Tages niemals eine Prognose für längere Zeiträume treffen; und wegen einer Kalenderreform fällt der „Siebenschläfertag“ auch nicht auf den 27. Juni, sondern erst auf den 7. Juli. Besser zutreffend ist folgende Regel „ Charakter und Tendenz der Witterung zwischen dem 20. Juni und dem 10. Juli lassen grobe Rückschlüsse auf die Hochsommerwitterung der folgenden, keinesfalls genau sieben Wochen, zu. Bleibt oder wird es in diesem Zeitraum überwiegend trocken-warm, so dauert diese Witterung noch einige Wochen an, besonders im Juli. Selbiges gilt für feucht-kühle Witterung. Ein guter Hinweis für einen nass-kalten Juli ist ein deutlich zu tiefer Luftdruck im letzten Junidrittel über Skandinavien; besonders markant war das vor dem Kälte-Juli 2000 zu beobachten:

Abbildung 1: Wetterkarte vom 27. Juni 2000, 1 Uhr MEZ. Ein Tief über der Ostsee und Skandinavien lenkte für mehrere Tage sehr kühle Polarluft nach Deutschland; in den Nächten sanken die Temperaturen teils deutlich unter 5°C. Im folgenden, empfindlich kühlen Juli schlossen die Freibäder teilweise wochenlang. Bildquelle: wetterzentrale.de


Auch, wenn dieser tiefe Druck über Nordeuropa erst zum Monatswechsel oder in den ersten Julitagen auftritt, kann er sich mitunter über längere Zeiträume halten. Im „Siebenschläfer-Zeitraum“ 2020 überwog bislang mäßig warmes, wechselhaftes Wetter, und das dürfte sich auch in der ersten Juli-Dekade zunächst noch so fortsetzen.
Was die Modelle prophezeien
Das CFSv2 des NOAA (USA-Wetterdienst) deutet auf jeweils etwas zu warme Hochsommermonate hin (Bezugswert ist meist die CLINO-Periode 1981 bis 2010):

Abbildung 2: Keine übermäßige, sondern bloß moderate Juli-Wärme.


Abbildung 3: Auch im August nur leicht übernormale Temperaturen..


Die meisten Ensemble-Modelle, welche ganz grobe Abschätzungen der Witterung für bis zu 15 Tage im Voraus erlauben, sehen zunächst einen Fortbestand der unbeständigen, mäßig-feucht-warmen Witterung im ersten Juli-Drittel; gegen Ende könnte es besonders im südlichen und westlichen Mitteleuropa beständiger und wärmer werden:

Abbildung 4: Am Ende des „Siebenschläfer-Zeitraumes“ soll ein Azorenhochkeil bis ins westliche und südliche Mitteleuropa reichen – mäßig warmes bis warmes, eher trockenes Sommerwetter, am kühlsten an den Küsten, wäre die Folge. Andere Ensemble-Modelle, etwa das des GFS, sehen das per Stand vom 28. Juni ähnlich; doch ist das noch sehr unsicher.


Sonnenaktivität und Sommertemperaturen
Dieser Sommer 2020 ist der siebente nach dem Maximum des SCHWABE-Zyklus der Sonnenaktivität. Bildet man die Temperatur- und Niederschlagsmittel für Deutschland aller jeweils gleichrangigen Sommer ab dem Maximum dieses Sonnenflecken-Zyklus, so zeigen sich die siebenten Sommer eher durchschnittlich:

Abbildungen 5a und 5b: Die jeweils siebenten Sommer nach dem Maximum des SCHWABE-Zyklus verliefen eher durchschnittlich. Man beachte, dass hier auch schon der Juni enthalten ist (meteorolog. Sommer Juni bis Aug.), welcher auch 2020 diesem gemäßigten Typus ganz gut entsprach.


AMO und Sommertemperaturen
Die AMO beeinflusst im April und dann von Juni bis November die Variabilität der Lufttemperaturen in Deutschland positiv. Die Zusammenhänge sind freilich nur mäßig, überschreiten aber meist das Signifikanzniveau. Für den Sommer sehen sie so aus:

Abbildung 6: Tendenziell wärmere Sommer in AMO-Warmphasen (Mitte des 20. Jahrhunderts und momentan). Der positive Zusammenhang zeigt sich auch, wenn man die AMO-Mittelwerte des Frühlings mit den Temperaturen des Sommers korreliert; 2020 waren die AMO-Frühlingswerte sehr hoch.


Die AMO deutet also auf einen eher warmen Hochsommer hin; allerdings ist auch ihr Vorhersagewert nur mäßig.
Fazit: Der Sommer 2020 erreicht nicht die Qualität seiner Vorgänge, wird aber – gemessen am Mittelwert der Klimaperiode 1981 bis 2010, noch etwas zu warm und trotz gelegentlicher Schauer oder Gewitter keinesfalls unfreundlich ausfallen. Das enorme Regendefizit des Frühjahres wird (leider) nicht überall ausgeglichen, doch sollten die Mengen für wenigstens nur leicht unterdurchschnittliche Getreideerträge reichen; bei den Spätkulturen (Hackfrüchte, Obst) sind regional sogar gute Erträge möglich. Spannend ist die Frage, ob dieser verhaltene Sommer eine Stagnation oder gar eine Trendwende hin zu kühleren Sommern ankündigt, denn im etwa auf 50 Grad nördlicher Breite gelegenen Deutschland sind Sommertemperaturen von mehr als 21 bis 22°C im Flächenmittel wohl unrealistisch (der Rekord-Sommer 2003 erreichte knapp 19,7°C). Die Zunahme der stark erwärmenden Sonnenscheindauer ist fast schon ausgereizt; und eine weitere, deutliche Erwärmung der kühlen Randmeere Nord- und Ostsee erscheint unwahrscheinlich, ebenso werden wohl nie an allen 92 Sommertagen die stark erwärmenden Süd- oder Zentralhochlagen herrschen können. Und sollte die AMO ihre Warmphase demnächst beenden, was vermutet, aber nicht sicher vorhergesagt werden kann, ist eine sommerliche Abkühlung sehr wahrscheinlich, doch bleibt diese spannende Thematik künftigen Beiträgen vorbehalten.




Herr Maas verschenkt unser Geld und gewinnt damit viele (gierige) Freunde


Wohl nicht zufällig, denn Herr Maas gibt schon mal etwas von sich, über das er nicht nachdenkt, oder vielleicht einfach nur kindhaft ehrlich ist. Zum Beispiel die schonungslose – oder eher unbedachte – Bloßstellung einer der wichtigsten Aussagen unserer angeblich unfehlbaren Kanzlerin: Maas: [10] „Es ist relativ einfach, Grenzen zu schließen, sie wieder zu öffnen, ist deutlich schwieriger“

Berliner Konferenz zu Klima und Sicherheit

Für den Kampf gegen das sich nicht nach deutschen Vorgaben richtende Klima ist das Umweltministerium zuständig. Weil der Kampf dagegen aber nach „urdeutscher“ Sitte immer global sein muss, erforderter er zunehmend Ressourcen. Diese dürfen zum Thema jedoch nicht klüger sein, als unsere Umweltminister*innen. Zwar ist es wirklich nicht schwer, in der Berliner Politikrunde weitere mit dem gleich niedrigen, oder nicht vorhandenem Niveau an Ahnung vom Klimafach zu finden, doch muss dieses ja reisefreudig und gedankenlos kommunikativ sein. Und mit diesen Eigenschaften bot sich Minister Maas an.
Eine erste Gelegenheit, es zu zeigen, bot sich auf der „Berliner Konferenz zu Klima und Sicherheit“, welche zur Vorbereitung der Verteilung von Klima-Reparationszahlungen an (angeblich) Klimawandel-betroffene Staaten dient mit seiner Eröffnungsrede:
[2] Auswärtiges Amt 22.06.2020, Rede Minister Maas: … Der Klimawandel ist zu einem der wesentlichen Risiken für Frieden und Stabilität weltweit geworden. Vor diesem Hintergrund hat Deutschland beschlossen, die Folgen des Klimawandels für Frieden und Sicherheit ins Zentrum seiner Mitgliedschaft im VN Sicherheitsrat zu stellen. Ihn zu bekämpfen muss Teil seiner täglichen Arbeit werden.
… Während unseres Sicherheitsratsvorsitzes im Juli werden wir eine hochrangige Debatte zu diesem Thema ausrichten. Wir wollen Fortschritt erreichen, auch wenn einige der Mitglieder dem ausgesprochen ablehnend gegenüberstehen.
… Aber wir können auf die Unterstützung der deutlichen Mehrheit der Mitglieder des Sicherheitsrats zählen, dazu die der Freundesgruppe „Klima und Sicherheit“ und die der gesamten VN-Familie.
Wichtig ist auch: Wir können uns auf wissenschaftliche Erkenntnisse und unsere starke Partnerschaft mit der Zivilgesellschaft verlassen.
… Ein Ergebnis dieser Partnerschaft ist das
“Global Risk and Foresight Assessment”, das Deutschland heute vorstellen wird. Es handelt sich um einen aktuellen Bericht über Klima und Sicherheit, der von führenden wissenschaftlichen Einrichtungen erstellt wurde und Entscheidungsträgern konkrete Lösungsvorschläge an die Hand gibt.
… Wir hoffen, ihn zum globalen Referenzdokument der Zukunft zu machen. Ich freue mich auf Professor Edenhofers nähere Ausführungen zu diesem Vorhaben.

Hier soll nun nicht auf alle Inhalte dieser Konferenz eingegangen werden. Es wird nur gezeigt, dass auf solchen Konferenzen – sofern sie in Deutschland oder mit Deutschland stattfinden – alles (was deutsches Geld in fremde Kassen spült) erörtert wird, nur nicht das wichtigste Thema: Stimmen die deklarierten „Vulnerabilitäten“ überhaupt.

Wir können uns auf wissenschaftliche Erkenntnisse … verlassen

Sagte Herr Maas und sein Ministerium:
[1] Auswärtiges Amt: … Die Welt braucht angesichts der immer gravierenderen Klimawandelfolgen – etwa im Trockenkorridor von Zentralamerika, im Sahel oder in Afghanistan – dringend Lösungen. Das gilt vor allem dort, wo Dürren immer häufiger ganze Ernten zerstören und immer mehr Menschen unter zunehmender Wasserknappheit leiden …
Unterstützt wurde er dabei vom bekannten Institut zur Erzeugung von Klimaalarm(Simulationen): [3] „Das Überschreiten planetarer Grenzen wird zu Situationen führen, in denen es häufiger zu Auseinandersetzungen um Ressourcen kommt. Wir sehen diese Auswirkungen bereits jetzt, zum Beispiel in gefährdeten Regionen in der Sahelzone, wo Dürren zu Ernährungskrisen beitragen, die wiederum Unruhen auslösen können“, sagt der Erdsystemwissenschaftler Johan Rockström, der zusammen mit dem Ökonomen Ottmar Edenhofer das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung leitet.
Leider belegte Herr Maas damit, dass genau das (auch) ihn überhaupt nicht interessiert. Denn dann hätte er und sein Ministerium nicht die Klimaalarm-Simulationsfirma PIK und die Lobbyfirma aldepi mit der „Belegführung“ beauftragen dürfen. Bei wirklichem Interesse an Forschung hätte man Wert auf eine seriöse Darstellung unterschiedlicher Wissenschaftspositionen gesetzt. Mit ziemlicher Sicherheit wollte man genau das auf der Konferenz jedoch konsequent verhindern, wie es das Beispiel „Sahel“ exemplarisch zeigt.

… Sahelzone, wo Dürren zu Ernährungskrisen beitragen … “

Aus irgend einem Grund gilt in den Augen unserer „Klimaintelligenz“ der Sahel als das Beispiel einer vom Klimawandel besonders gebeutelten Gegend. Nicht, dass es in der Sahelzone wirklich massivste Probleme gäbe. Nur sind diese vorwiegend eine ganz typische Folge ungebremst weiter explodierender Überbevölkerung, unfähiger Regierungen und grausamer Kämpfen durch lokale und überregionale Einflüsse und wie so oft, von Religionen.
Doch zumindest in Deutschland darf es für solche Probleme nur noch eine Erklärung geben. Und so plappert es Herr Hubert Weiger (ehemaliger NGO-Vorstand) regelmäßig
[9] (auch noch in späteren Interviews) und wurde auch auf dieser Konferenz wieder vorgetragen. Laut Herrn Maas sogar anhand von „wissenschaftlichen Erkenntnissen“, welche extra für diese Konferenz in einem Paper zusammengetragen wurden:
[4] adelphi research: 10 INSIGHTS ON CLIMATE IMPACTS AND PEACE A summary of what we know
Einer Firma mit über 200 Mitarbeitern, deren einzige Geschäftsgrundlage (wie beim PIK) in der Meldung und (auftragsgemäßen) Bearbeitung von Alarmthemen, wie dem Klima besteht und da damit eine seriöse Geschäftsgrundlage kaum darstellbar ist, modern als „think tank“ tituliert:
… adelphi ist eine unabhängige Denkfabrik und führende Beratungseinrichtung für Klima, Umwelt und Entwicklung. Unser Auftrag ist die Stärkung von Global Governance durch Forschung, Beratung und Dialog. Wir bieten Regierungen, internationalen Organisationen, Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Akteuren maßgeschneiderte Lösungen für nachhaltige Entwicklung und unterstützen sie dabei, globalen Herausforderungen wirkungsvoll zu begegnen …
Im Kern ein Beleg, dass nicht nur „Flintenuschi“ bei Beraterverträgen desaströse Unfähigkeit an den Tag legte:
Entsprechend eng ist die Zusammenarbeit mit dem vergleichbar konsequent und ausschließlich auf Klimafolgen „forschendem“ – eher simulierendem – PIK.

Bild 1 Hinterlegung der das Dokument [4] erstellenden Institute (Screenshot daraus)

Wie inzwischen üblich, ist das zur Tagung herausgegebene, von Minister Maas so gelobte Dokument vorwiegend eine lange Listung von Erzählungen und Fabulierungen und hat mit „Wissenschaft“ wenig, bis nichts gemeinsam, auch wenn Herr Maas und sein Ministerium solches behaupten. Man kann auch umgekehrt betrachten: Wenn das heutige Wissenschaft sein soll, belegt es eher dessen Niedergang und die zu beobachtende Überbewertung von soziologisch-, ethisch,-politischem Geschwafel:
[3] Um diese Lücke zu schließen, hat das Auswärtige Amt ein Konsortium führender Forschungsinstitute aus Wissenschaft und Politik beauftragt, einen umfassenden Bericht zu Klima-Sicherheits-Risiken zu entwickeln, ein “Global Risk and Foresight Assessment”. Die Initiative, die gemeinsam von adelphi und dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) geleitet wird, bringt Klima-, Sozial- und Konfliktwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler zusammen, um kontextspezifische Dimensionen von Risiko und Resilienz zu identifizieren. Ziel ist, zeitnahe, relevante und effektive Antworten auf klimabedingte Sicherheitsherausforderungen zu gewährleisten.
Praktisch alle „Konkretisierungen“ sind nur mittels Zitierungen von Studien „dargelegt“. So können sich die Autoren sicher sein, dass wohl kaum jemand der an der Konferenz beteiligten Vertreter aus Politik und NGOs diese nachsieht und sich ein wirkliches Bild zum (in Wirklichkeit nicht vorhandenen Fach-) Inhalt macht:
Beispielhaft die Information zum Thema Sahel:
[4]resources and increasing resource competition are happening against a backdrop of a history of social, economic and political exclusion and marginalisation. A frequently cited example of this are farmerherder conflicts in the Sahel and East Africa (Mwiturubani & Van Wyk, 2010; Seter, Theisen & Schilling, 2018; USAID, 2018; Scheffran, Link & Schilling, 2019; Vivekananda et al., 2019).
… A recent report by the International Crisis Group on climate change and conflict in the Sahel found that the increasing availability of resources from development efforts had in some cases sharpened tensions over resources (ICG, 2020).
… By way of example, additional wells have repeatedly fuelled tensions in the Central Sahel as they heightened competition for land access (ICG, 2020).

Grobe Deepl-Übersetzung: Ressourcen und zunehmender Ressourcenwettbewerb finden vor dem Hintergrund einer Geschichte der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Ausgrenzung und Marginalisierung statt. Ein häufig angeführtes Beispiel dafür sind die Konflikte der Bauern in der Sahelzone und in Ostafrika (Mwiturubani & Van Wyk, 2010; Seter, Theisen & Schilling, 2018; USAID, 2018; Scheffran, Link & Schilling, 2019; Vivekananda et al., 2019).
… Ein kürzlich veröffentlichter Bericht der International Crisis Group zu Klimawandel und Konflikten in der Sahelzone stellte fest, dass die zunehmende Verfügbarkeit von Ressourcen aus Entwicklungsanstrengungen in einigen Fällen die Spannungen um Ressourcen verschärft hatte (ICG, 2020).
… Beispielsweise haben zusätzliche Brunnen wiederholt die Spannungen in der zentralen Sahelzone verschärft, da sie den Wettbewerb um den Zugang zu Land verschärften (ICG, 2020).

Der verschwurbelte Text sagt allerdings nirgens, dass der Sahel Klimawandel-bedingt leidet. Im Gegenteil listet er dafür einige andere, recht plausible Ursachen. Man fragt sich, wie Herr Maas damit zu seiner Aussage „ … der immer gravierenderen Klimawandelfolgen – etwa … im Sahel … “ kommt. Aber es wird noch schlimmer: Versteckt in einer nur in der Anlage des Kongressdokumentes hinterlegten Zitierung [5] steht explizit das Gegenteil des von ihm gesagten.
Zudem gibt es zum Sahel und dem dortigen – positiven – Einfluss des Klimawandels wirklich viele Studien. Und alle – sogar vom PIK [14] – weisen aus, dass gerade dort der (angeblich vom Menschen verursachte) Klimawandel segensreich mit mehr Niederschlag wirkt:
[Link] EIKE 24.12.2018: Entwicklungshilfeminister Müller sorgt dafür, dass Deutschland für fabulierten Klimawandel in Afrika (noch mehr) Reparationen bezahlt
[Link] EIKE 09. Juli 2018: Überbevölkerungsprobleme bekämpfen wir ganz aktiv – durch noch mehr CO2-Reduktion
[Link] EIKE 09.09.2017: Immer wieder muss der Tschad-See unter dem Klimawandel leiden, oder: Warum steht in Studien der GRÜNEN häufig so viel Falsches drin?
[Link] EIKE, 11.07.2017: Der dürregebeutelte Sahel wird grün – ein schlimmes Anzeichen des Klimawandels
Wie gesagt, auch in der Anlage des aldephi Konferenzdokuments:
Studie des PIK zum Sahelniederschlag der Zukunft: [5] Schewe, J. and Levermann, A., 2017. Non-linear intensification of Sahel rainfall as a possible dynamic response to future warming.
Abstract. Projections of the response of Sahel rainfall to future global warming diverge significantly. Meanwhile, paleoclimatic records suggest that Sahel rainfall is capable of abrupt transitions in response to gradual forcing. Here we present climate modeling evidence for the possibility of an abrupt intensification of Sahel rainfall under future climate change. Analyzing 30 coupled global climate model simulations, we identify seven models where central Sahel rainfall increases by 40 to 300 % over the 21st century, owing to a northward expansion of the West African monsoon domain.
Rainfall has partially recovered more recently (Lebel et al., 2009), a trend that has been attributed both to the direct radiative effect of anthropogenic greenhouse gases (Dong and Sutton, 2015) and to SST warming, especially in the Mediterranean (Park et al., 2016).
Grobe Deepl-Übersetzung: … Nichtlineare Intensivierung der Sahelregenfälle als mögliche dynamische Reaktion auf die künftige Erwärmung.
… Kurzfassung. Die Projektionen der Reaktion des Sahelregens auf die künftige globale Erwärmung gehen erheblich auseinander. Währenddessen deuten paläoklimatische Aufzeichnungen darauf hin, dass die Sahelregenfälle als Reaktion auf allmählichen Zwang zu abrupten Übergängen fähig sind. Hier präsentieren wir Klimamodellbeweise für die Möglichkeit einer abrupten
Intensivierung der Sahelregenfälle unter künftigen Klimaveränderungen. Bei der Analyse von 30 gekoppelten globalen Klimamodell-Simulationen identifizieren wir sieben Modelle, bei denen die Niederschläge in der zentralen Sahelzone im 21. Jahrhundert um 40 bis 300 % zunehmen, was auf eine Ausdehnung des westafrikanischen Monsungebiets nach Norden zurückzuführen ist.
Die Regenfälle haben sich in jüngerer Zeit teilweise erholt (Lebel et al., 2009), ein Trend, der sowohl auf den direkten Strahlungseffekt anthropogener Treibhausgase (Dong und Sutton, 2015) als auch auf die Erwärmung des SST, insbesondere im Mittelmeerraum, zurückgeführt wird (Park et al., 2016).
Obwohl es sich dabei (wie fast immer, wenn das PIK beteiligt ist), um eine reine Simulationsorgie handelt, „selbstverständlich“ durchgeführt mit dem Extremszenario rcp8.5, zeigen sowohl die darin gelisteten Messreihen, wie auch die Simulationen, dass der Niederschlag im Sahel aktuell zunimmt und weiter zunehmen wird.

Bild 2 [5] Figure 1. Past and future Sahel summer rainfall in CMIP5 coupled climate models. Blue bars show the change in central and eastern Sahel average summer rainfall (0–30 ◦ E, 10–20 ◦ N; July–September) by the end of the century (2071–2095) under RCP8.5 compared to the 1901–1999 average, as a fraction of that average. The seven models investigated in detail in this paper (Wet7 subset) are marked in bold. Filled triangles show the difference (drought minus non-drought) between the 1970–1989 drought period and the rest of the observational period(“non-drought”, 1901–1969 and 1990–2009), in mm day −1 . Open triangles show the same difference divided by the standard deviation of the non-drought period, in units of standard deviations. The solid and dashed horizontal lines show the respective observed values (CRU TS3.1; Harris et al., 2014). The orange circle indicates the median deviation from the observed drought–non-drought difference across the model ensemble; i.e., models shown to the left of this point are closer than average to the observed value

Bild 3 [5] Figure 3. Sahel summer rainfall in two model subsets and in observations. Shading shows the envelopes (minimum and maximum among models) of Sahel summer rainfall (0–30 ◦ E, 10–20 ◦ N; July– September) in the Wet7 subset (blue) and in 23 other CMIP5 models (grey) under historical forcing and the RCP8.5 greenhouse gas concentration scenario. Shown is the deviation from the 1900–1999 average, as a fraction of that average. The thick lines indicate the averages of each set of models. Data between 1850 and 1860 and between 2095 and 2100 were unavailable for some of the models; therefore, the grey line and shading only extend from 1860 to 2095. The inset shows the CRU TS3.1 observational data set covering 1901–2009 (red) and the corresponding portion of the MIROCESM-CHEM simulation (blue), in the same units as the other data but offset by 1.5 in the vertical for clarity.

Und trotzdem behauptet Maas in seiner Rede das Gegenteil, weil es angeblich bewiesen wäre.
Alleine durch diesen so offensichtlichen Fall einer allen Belegen zum Trotz behaupteten Falschaussage wird ersichtlich, dass auch Herr Maas, wie „sein“ Auswärtiges Amt Tatsachen konsequent ignorieren, wenn sie ihrer politischen Agenda widersprechen. Bei der Leitung des PIK ist es nicht eindeutig, ob diese ihrer eigenen Studie widersprach, oder gekonnt so darum herum fabulierte, damit man sofort an ihn als Ursache denkt, jedoch niemand behaupten kann, es wäre konkret so gesagt worden:
[3] „Das Überschreiten planetarer Grenzen wird zu Situationen führen, in denen es häufiger zu Auseinandersetzungen um Ressourcen kommt. Wir sehen diese Auswirkungen bereits jetzt, zum Beispiel in gefährdeten Regionen in der Sahelzone, wo Dürren zu Ernährungskrisen beitragen, die wiederum Unruhen auslösen können“, sagt der Erdsystemwissenschaftler Johan Rockström, der zusammen mit dem Ökonomen Ottmar Edenhofer das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung leitet.

Freundesgruppe „Klima und Sicherheit“

[1] Auswärtiges Amt: … Ende Juli wird die Bundesregierung Klima-Sicherheits-Risiken auf die Agenda des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen setzen. Dabei wird Deutschland von einer Freundesgruppe unterstützt, der mehr als 50 Staaten angehören. Darunter sind auch zahlreiche kleine Inselstaaten, die unmittelbar durch den fortschreitenden Meeresspiegelanstieg bedroht sind …
Man hat ganz schnell viele „Freunde“ um sich, sofern man diese aushält und viel Geld verschenkt. Angefangen hat dies die unselige, von fast „messianischem Wahnsinn“ getriebene, ehemalige Umweltministerin, Frau Hendricks (die mit dem Duktus einer Kindergartentante), welche sich schon damals stolz mit einem Klimaaktivisten der Marshall-Insel und seinem „Freundeskreis“ verbündete, um diese dabei zu unterstützen, ohne irgendwelche fundierten Begründungen von Deutschland Klimazahlungen einzufordern:
[11] EIKE 18.10.2016: Wie steht es um den Untergang der Marshall-Inseln?
Unser Maas führt diese „ausgebende Freundschaft“ nun weiter. Nur, dass er behauptet, es wären inzwischen Begründungen da. Dabei zeigt die „Freundesliste“ deutlich, dass sich darin im Wesentlichen „Empfängerstaaten“ von künftig (erwarteten) Klimafolgen-Reparationszahlungen zusammengeschlossen haben, um dumme, reiche westliche Staaten gemeinsam besser (dann hat man in den wichtigen UN-Gremien die Mehrheiten) und konsequenter „rupfen“ zu können:
[7] Vereinte Nationen: Freundesgruppe „Klima und Sicherheit“
… Zusammen mit dem Pazifikstaat Nauru hat Deutschland am 01.08.2018 offiziell die Freundesgruppe „Klima und Sicherheit“ in den Vereinten Nationen gegründet. Damit soll das Thema noch stärker als bisher auf die politische Tagesordnung in den Vereinten Nationen gerückt werden.
Unter den Gründungsmitgliedern der Freundesgruppe „Klima und Sicherheit“ befinden sich:
Asien/Pazifik: Bangladesch, Fidschi, Kiribati, Malediven, Marschallinseln, Mikronesien, Papua-Neuguinea, Palau, Salomonen, Samoa, Tonga, Tuvalu, Nauru (Ko-Vorsitz). Afrika: Ghana, Namibia, Seychellen, Lateinamerika/Karibik: Dominikanische Republik, Mexiko
Osteuropa: Polen, Ukraine
Westeuropa und andere: Belgien, Frankreich, Großbritannien, Neuseeland, Norwegen, Schweden, Deutschland (Ko-Vorsitz).

Damit dieses Verfahren in Zukunft auch sicher funktioniert, hat Frau Merkel extra den UN-Migrationspakt unterschrieben. Es erspart, an unserer Grenze „Asyl“ rufen zu müssen, es reicht zu sagen, dass einem das Wetter daheim Angst macht …

Belege brauchen wir nicht …

Zur Konferenz haben „wichtige Personen der Zeitgeschichte“ Videostatements aufgenommen. Als „High Level Statements“ sind sie angepriesen [Link]. Wie niedrig der „High-Level“ von Politikern ist, kennt man von unseren zur Genüge, die anderer Staaten machen jedoch keine Ausnahme.
Beispielhaft zeigt es das „High-Level“ Videostatement eines Ministers der Malediven:
Der Minister setzt einfach Behauptungen in den Raum – zum Beispiel von zwei Meter steigendem Meerespegel – und fordert dafür Geld. Er weiß ja, dass die Veranstaltung in einem Land stattfindet, deren Politiker damit brillieren, das Geld der Bürger in die Welt zu schütten. Entsprechend gilt das Nachdenken darüber als „ablehnend“: …
auch wenn einige der Mitglieder dem ausgesprochen ablehnend gegenüberstehen …

Bild 4 Videovortrag Malediven [6]

Zurück zum „High Level Video“ des Maltesischen Ministers.
Er beklagt sich ohne „mit der Wimper zu zucken“, darüber, dass Stranderosion, Frischwasser-„Contamianation“ (Eindringen von Salzwasser in Frischwasserreservoirs infolge zu hoher Wasserentnahmen und/oder Bausünden) und der Verlust von Fischbeständen (durch Überfischung) vom Klimawandel kämen und ergänzt dies dazu mit der Behauptung von „zwei Metern Pegelanstieg“.
Und wie bei den vielen Klimagipfeln fragt auch auf dem Kongress ganz bewusst niemand nach, mit welchen Daten er seine Behauptungen begründen könnte. Die von ihm genannten, zwei Meter Pegelanstieg stammen ausschließlich aus Simulationen und die anderen „Klimazerstörungen“ sind im Wesentlichen selbst verursacht:
[Link] EIKE 15.05.2018: Früher war hier der Strand
Die Malediven gehen mal unter, dann steigen sie wieder auf. Es hängt von der gerade amtierenden Regierung ab
[Link] EIKE 17.09.2015: Gehen die Südseeinseln wirklich wegen des Klimawandels unter, Teil 1 Die Malediven
WIKIPEDIA, Rubrik Malediven:
Die allermeisten Inseln „entsorgen“ ihren Müll im Meer. So gibt es auch keine Einrichtung, um das Altöl der zahlreichen Boote oder Generatoren zu entsorgen. Der Bauschutt von Hotelbauten landet ebenfalls meist im Meer.
-Umweltschutz ist auf den Malediven in der Praxis nicht vorhanden.
-Die meisten neuen Hotelinseln sind durch „landscaping“ in die gewünschte Form gebracht. Dies geschieht durch „Ausbaggern“ und Sandpumpen, was ungeheure Schäden an den Riffen hervorruft. Auch Privatflughäfen für einzelne Resortketten, zum Beispiel Maamingili im Süd-Ari-Atoll, werden durch Aufschütten des Riffdaches gewonnen. .. Außerhalb der Nationalparks nutzen die Menschen die Blöcke der
Korallenriffe jedoch auch weiterhin zum Hausbau. Zudem wird der industrielle Abbau der Riffe zur Landgewinnung (Erweiterung Flughafen, Hulumalé) weiterhin betrieben.
Die Malediven gehören zu den ärmsten Ländern der Welt. Der Tourismus hat viele Millionäre geschaffen. Durch die Preissteigerungen ist jedoch das Gros der Bevölkerung verarmt und an den Rand der Verelendung gebracht worden. Tausende Malediver bringen ihre Familien nach Indien, weil sie sich das Heimatland nicht mehr leisten können und die Kinder dort eine geregelte Schulausbildung bekommen.
-Gerade durch die hohe Anzahl von Staatsunternehmen, deren Führungskräfte oft innerhalb dieser Unternehmen und der Politik wechseln, sind Vetternwirtschaft und Korruption Tür und Tor geöffnet
Doch obwohl die Inseln angeblich schon untergehen (laut Meldung der französischen Presseagentur Agence France-Presse Jahr 1988 sind die Malediven im Jahr 2018 (damals „in 30 Jahren“) untergegangen. Demzufolge dürften es (heute) bereits keine Malediven mehr geben.
Trotzdem baut das Land gerade massiv seine Infrastruktur für den Tourimus aus: Es hat bereits 11 Flughäfen, darunter drei internationale Flughäfen. Die Regierung hat sowohl lokale als auch internationale Unternehmen damit beauftragt
, zusätzliche Inlandsflughäfen (fünf Stück) auf dem gesamten Archipel zu entwickeln, um den Tourismus anzukurbeln. Das Ziel: Sieben Millionen Touristen.
Wohl deshalb sind die Malediven im aldephi-Report [4] der Konferenz auch nicht gelistet.
Macht aber nichts, man weiß, was in Deutschland „gut“ ankommt (Hinweis: Diese Zitierung stammt nicht von dieser Umweltkonferenz): Thoriq Ibrahim, Minister für Umwelt und Energie der Malediven: „Länder wie Deutschland, die mit für den Klimawandel verantwortlich sind, sollten endlich damit anfangen, uns zu unterstützen.“

… Diese würden nur das Gegenteil vom Gesagten ausweisen

Seit dem Jahr 1998 verläuft der Seepegel bei den Malediven wie folgt:

Bild 5 Seepegelverlauf Malediven, Station PSMSL, GAN II. Vom Autor anhand der Daten erstellt


Die Regressionsgerade weist eine Steigung von 2,5 mm/pa aus und entspricht damit ungefähr der typischen Pegelangabe von ca. +15 … 25 cm im Jahr 2100

Bild 6 Seepegelverlauf Malediven, Station PSMSL, GAN II. Vom Autor anhand der Daten erstellt


Auch ganz aktuelle Studie zeigen, dass dort eine unnatürliche Steigerung in der wahren Natur nicht messbar ist:
[12] Alberti Boretti 19.02.2020: Relative sea-level rise and land subsidence in Oceania from tide gauge and satellite GPS
The Late Holocene sea level changes in the Maldives as described by [37] showed seven transgression peaks in the last 4000 years, with three peaks in the last millennium, and absolutely nothing unprecedented occurred during the last few decades. It was concluded that the Indian Ocean lacks any record of alarming sea level rise in recent decades [27].
Was das den Kongress im Wesentlichen mit seinen simulierten Daten „fütternde“ PIK nicht hemmt, anstelle des realistischen Pegels im Jahr 2100 von +10 … 25 cm einen Pegel von +2 … 12 m anzugeben, weil Simulierungen in ihrem Haus solchen Unsinn ausspucken konnten.

Bild 7 Meerespegel-Simulationsvarianten. Vom Autor anhand verschiedener Publikationen erstellt


Bild 8 Meerespegel-Simulationsvariante aus einer Studie unter Teilnahme des PIK. Beachten: Das kleine, blaue Rechteck ist in etwa maßstabsgetreu die Grafik von Bild 7


Dass die Vertreter solcher Inselstaaten es ausnutzen um „auf die Pauke“ zu hauen, wenn die Leiter solcher Blödstudien selbst am Kongress teilnehmen – sogar die Fachexpertisen der Veranstaltung stellen – und dabei ja schlecht gegen die Auswüchse ihres eigenen Hauses protestieren können, mag man ihnen nachsehen, einem dummen Außenminister der sich das „dankend“ anhört, bestätigt und dafür das Geld seiner Bürger verschenkt, aber nicht.
Historisch gesehen haben die Malediven derzeit sogar einen niedrigen Meerespegel, denn früher war er deutlich höher. Ein Minister von dort wird es aber sicher nicht sagen und unser(e) Minister wollen danach nicht fragen, sonst könnte man ja auf der wichtigen, internationalen Bühne einen „Freund“ verlieren.

Bild 9 [13] Fig. 4. Observed, documented and dated sea level changes during the last 500 years in the Indian Ocean. Top: the Maldives (Mörner, 2007). Middle: Bangladesh (Mörner, 2010c). Bottom: Goa, India (Mörner, 201 6). The agreement is striking

Als ob es für diesen Artikel geschrieben wäre, hat Thilo Spahl das Thema gerade wieder umfassend und anschaulich zusammengefasst:
[19] NOVO ARGUMENTE 24.06.2020: Wie schnell steigt eigentlich der Meeresspiegel?
… Eine aktuelle Analyse der verfügbaren Daten, die 30 Atolle im Pazifik und im Indischen Ozean mit zusammen 709 Inseln abdecken, zeigt, dass kein Atoll Landfläche verloren hat und dass 88,6 Prozent der Inseln entweder stabil blieben oder an Fläche zunahmen, während nur 11,4 Prozent schrumpften.
… Die Kipppunkt-Katastrophentheorie, auf der der gesamte derzeitige Alarmismus aufbaut, ist alles andere als ein wissenschaftlicher Konsens. Richard Betts, Leiter der Klimafolgenforschung am britischen Met Office Hadley Centre, bezeichnet es als „extrem unwahrscheinlich“, dass es bei zwei Grad Erwärmung zu einem Kippen kommen könnte, und erinnert ebenfalls daran, dass, selbst wenn es so wäre, die drastische Veränderung viele Jahrhunderte oder Jahrtausende brauchen würde …

Um wieviel höher Temperatur und Meerespegel während der letzten Eiszeiten ganz natürlich lagen, im folgenden Bild. Drastischer ist kaum vermittelbar, gegen welche natürliche „Windmühlen“ mit der CO2-Hysterie angegangen wird.

Bild 10 (Aktuelle Zeit links) [15] Fig. 1. Comparison of two methods to assess past EDC temperature based on EDC ice core dD. Green, conventional approach taking into account past changes in sea water isotopic composition and a constant isotope–temperature slope. Red (Jouzel et al., 2007), same as green but also including a correction for ice sheet elevation changes derived from the glaciological model used for the age scale, displayed in grey on the top panel (Parrenin et al., 2007b). Horizontal dashed lines show the average Holocene and Last Glacial Maximum levels. Vom Autor ergänzt

Bild 11 (Aktuelle Zeit rechts) [15] Figure 3 Tropical surface palaeotemperature anomalies calculated by the energybalance climate model, and sea surface temperatures (SSTs) inferred from the d18O data. Filled circles, model predictions; red and black lines, SSTs calculated assuming the existence of ice sheets of twice the present-day size at the peaks of icehouse climates, with sea water d18O scaled to -0.7½ SMOW at times with no ice caps. The palaeothermometer of ref. 30 is applied, assuming that the detrended baseline seawater d18O value is 0½ SMOW. Further explanations as in Fig. 1. Vom Autor ergänzt

Dummheit kann nur dort wachsen und gedeihen , wo sie „gepflegt“ wird

Unter unserer Regierung herrscht geradezu eine Sehnsucht, das Geld der schon länger hier lebenden Bürger in die Welt hinauszuschmeißen. Anders kann man es sich nicht mehr erklären, wie Herr Maas auf die Idee kommt, von Herrn Edenhofer inhaltliche Ausführungen zum Klima und seinem stetigen Wandel zu erhalten:
[2] Rede Minister Maas: … Es handelt sich um einen aktuellen Bericht über Klima und Sicherheit, der von führenden wissenschaftlichen Einrichtungen erstellt wurde und Entscheidungsträgern konkrete Lösungsvorschläge an die Hand gibt.
… Wir hoffen, ihn zum globalen Referenzdokument der Zukunft zu machen. Ich freue mich auf Professor Edenhofers nähere Ausführungen zu diesem Vorhaben.

Das Wesentliche, was von Herrn Edenhofer zu hören ist, ist sein Engagement als ökonomischer Aktivist, der die Welt als wiederholtes, GRÜN-sozialistisches Experiment auf Kosten der deutschen Steuerzahler verändern möchte:
NZZ am Sonntag, 14.11.2010: O. Edenhofer … Der Klimagipfel in Cancún Ende des Monats ist keine Klimakonferenz, sondern eine der größten Wirtschaftskonferenzen seit dem Zweiten Weltkrieg …
… Aber man muss klar sagen:
Wir verteilen durch die Klimapolitik de facto das Weltvermögen um. Dass die Besitzer von Kohle und Öl davon nicht begeistert sind, liegt auf der Hand. Man muss sich von der Illusion freimachen, dass internationale Klimapolitik Umweltpolitik ist. Das hat mit Umweltpolitik, mit Problemen wie Waldsterben oder Ozonloch, fast nichts mehr zu tun …

Bild 12


Unsere Umweltministerin die Idee übernommen: [17]Erst am 23. März 2018 hat Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) noch einmal mit Stolz in einer Rede auf das Programm hingewiesen, als sie unter anderem sagte: … Wir sind noch lange nicht am Ende des Weges. Vor uns liegen grundlegende Strukturveränderungen, oder wie es eben auch genannt wird, eine Große Transformation … “:
Hintergründe und Historien finden sich bei EPOCH TIMES 18. November 2019: Hoffmann: [17] „Wie dumm von mir!“ – Es geht nicht ums Klima, es geht um die totale Veränderung der Gesellschaft
Man wird sich aber daran gewöhnen müssen, dass „Klimawissenschaft“ von Politikern, Ökonomen und Soziologen, ergänzt mit Genderforschung und angeblich besonders begabten „Kinderforschern“, wie Greta, die Freitagshüpfer und zum Beispiel Luise Neugebauer übernommen wurde. Gerade solche junge, frische Klimakämpfer*innen wissen viel besser, wie man ohne Wissen „Wissenschaft“ macht.

Bild 13 Luisas Kenntnisse zum Klimawandel


Deshalb finden sich zumindest in Deutschland auch keine kritischen Studien oder Aussagen mehr zum Klima, wie es früher noch passieren konnte. Man stelle sich vor, ein Uni-Institut würde heute noch verkünden, dass weder die historischen CO2-Rekonstuktionen richtig sind – bzw. nicht richtig sein können -, noch die Klimasimulationen das vergangene Klima richtig rekonstruieren könnten (und damit das zukünftige ebenfalls nicht):
[16] Institut für Geologie, Mineralogie und Geophysik, Ruhr Universität, 44780 Bochum Dezember 2000, JaÂn Veizer, Yves Godderis & Louis M. FrancË ois: Evidence for decoupling of atmospheric CO2 and global climate during the Phanerozoic eon
… The d18O-based tropical palaeotemperatures disagree with palaeotemperatures predicted from atmospheric pCO2 …
Three possible implications of our endings are: (1)
the reconstructed past CO2 levels are (partially) incorrect;
(2) the role of pCO2 as the main driving force of past global (long-term) climate changes is questionable, at least during two of the four main cool climate modes of the Phanerozoic; and
(3) climate models, which include numerous parametrizations, are calibrated to the present (an interstadial in an icehouse climate),
and may thus be unable to reproduce correctly the past climate modes. We hope that our results will stimulate further work on these three issues …
Ganz selten gibt es davon „Ausrutscher“, wenn klimapolitisch noch ungenügend „geschulte“, übereifrige Jungspund-Wissenschaftler*innen Wahrheiten feststellen, diese nicht für sich behalten- und die Klinikaufsicht bei er Überwachung um solches zu verhindern, versagt. Dann kommt heraus, dass die AGW-Klimadoktrin „noch nie geschahen Klimaschwankungen so schnell und groß wie heutzutage“ nicht stimmen:
[Link] EIKE 21.02.2018: Und plötzlich wird die Zukunft glücklicher
Klimaschwankungen in Vergangenheit und Zukunft
Bislang ging man davon aus, dass die Temperaturen während der letzten Eiszeit extrem schwankten, und unsere gegenwärtige Warmzeit in der Regel nur sehr kleine Temperaturausschläge zeigte …
Das Team… hat durch einen Vergleich der grönländischen Daten mit denen aus Sedimenten verschiedener Meeresgebieten der Welt sowie aus Eisbohrkernen der Antarktis zeigen können, dass das Phänomen starker Temperaturschwankungen während einer Eiszeit keineswegs global gleichförmig auftrat, sondern regional unterschiedlich ausgeprägt war. In den Tropen etwa waren zum Höhepunkt der letzten Eiszeit die Temperaturschwankungen dreimal stärker ausgeprägt als heute, während die Eiskerne auf 70-fach höhere Schwankungen in Grönland hinweisen.
„Die Eisbohrkerne aus Grönland sind ohne Zweifel ein wichtiger Baustein, um das Klima vergangener Zeiten zu verstehen.
Gleichzeitig belegt unsere Studie, dass die für Grönland ermittelten Schlussfolgerungen nicht immer repräsentativ für die ganze Welt sind“,
AWI: … „Wenn wir dieser Idee weiter folgen, kommen wir zu dem Schluss, dass die Schwankungen langfristig mit der Erderwärmung weiter abnehmen“, sagt Rehfeld – einfach deshalb, weil der Temperaturunterschied zwischen dem sich erwärmenden Norden und den Tropen geringer wird …

Dafür braucht es die, welche es machen und die, welche es zulassen

Leider ist unser Maaß-Anzug nur das allgemeine Beispiel des typischen, Berliner „Betriebsunfalls“, der ungern – schon gar nicht für die schon länger hier lebenden – sein Gehirn einschaltet:

Bild 14 Das kommt heraus, wenn Maas in leichter Sprache denkt


Es ist auch nur eine andere Art von „zivilem Ungehorsam“, den inzwischen jeder (außer der brav seine Steuern zahlende Bürger) deklarieren darf, wenn ihm Gesetze nicht passen.

Bild 15


Es ist das Niveau der Zeit. Die SZ konnte allerdings zeigen dass solche „Halbstarkenkrawalle“ (wie gerade in Stuttgart) unter den länger hier Lebenden früher „kulturell üblich“ waren und nur in Vergessenheit gerieten. Vor allem hat sich damals – als es einheimisches Kulturgut war – niemand aufgeregt: SZ [18] … Eines ist allerdings grundlegend anders als in den 50er-Jahren: Damals war Gewalt viel stärker akzeptiert oder sogar als notwendig angesehen als heute ...
Die Neubürger führen uns teils von der Antifa geleitet also nur zu unseren kulturellen Wurzeln zurück. Wohl bald bekommen die, welche sich bei der Erinnerung an unser verschollenes Kulturgut besonders eifrig hervorgetan haben Ministerposten, was ja auch schon mal „Kulturgut“ war. Bis es so weit ist, bitte eine frohe Erwartungshaltung einnehmen: Katrin Göring Eckardt: „Unser Land wird sich ändern, und zwar drastisch. Und ich freue mich darauf!“
Quellen
[1] Auswärtiges Amt 22.06.2020 – Artikel: Wie umgehen mit den Auswirkungen des Klimawandels: Berliner Konferenz zu Klima und Sicherheit
[2] Auswärtiges Amt 22.06.2020: Rede von Außenminister Heiko Maas zur Eröffnung der Zweiten Berliner Konferenz zu Klima und Sicherheit
[3] idw Nachrichten 23. Juni 2020: Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsprojekte Berliner Konferenz zu Klima und Sicherheit gibt Startschuss für neue Risikoanalyse
[4] adelphi research: 10 INSIGHTS ON CLIMATE IMPACTS AND PEACE A summary of what we know
[5] Schewe, J. and Levermann, A., 2017. Non-linear intensification of Sahel rainfall as a possible dynamic response to future warming. Earth System Dynamics, 8(3), pp. 495-505.
[6] Berlin Climate and Security Conference 2020: High-Level Statements
[7] Vereinte Nationen: Deutschland gründet Freundesgruppe „Klima und Sicherheit“
[8] EIKE 24.12.2018: Entwicklungshilfeminister Müller sorgt dafür, dass Deutschland für fabulierten Klimawandel in Afrika (noch mehr) Reparationen bezahlt
[9] EIKE 17.01.2015: Klimarückblick 2015
[10] Tichys Einblick: Maas bei Maischberger: „Es ist relativ einfach, Grenzen zu schließen, sie wieder zu öffnen, ist deutlich schwieriger“
[11] EIKE 18.10.2016: Wie steht es um den Untergang der Marshall-Inseln?
[12] Alberti Boretti 19.02.2020: Relative sea-level rise and land subsidence in Oceania from tide gauge and satellite GPS
[13] Mörner August 2016: Sea level changes in the real world Models vs observational facts
[14] Sammlung Sahel
kaltesonne 18.12.2017: PIK: In Afrikas Sahelzone könnte es plötzlich viel mehr regnen
kaltesonne 28.8.2019: Migration aus Afrika: Es gibt Gründe für die Flucht aus dem Sahel. Das Klima ist keiner
kaltesonne 17.6.2017: Sauberere US-Luft und AMO+ steigern Regenfälle in der Sahelzone. Wetlands International warnt vor Wassermissmanagement
kaltesonne 13.6.2017: Klimaflüchtlinge? Afrika ist in den letzten 20 Jahren kräftig ergrünt
[15] V. Masson-Delmotte at al. 2010: EPICA Dome C record of glacial and interglacial intensities
[16] Institut für Geologie, Mineralogie und Geophysik, Ruhr Universität, 44780 Bochum Dezember 2000, JaÂn Veizer, Yves Godderis & Louis M. FrancË ois: Evidence for decoupling of atmospheric CO2 and global climate during the Phanerozoic eon
[17] EPOCH TIMES 18. November 2019: Hoffmann: „Wie dumm von mir!“ – Es geht nicht ums Klima, es geht um die totale Veränderung der Gesellschaft
[18] Süddeutsche Zeitung Ausgabe 146: Da hat sich was angestaut
[19] NOVO ARGUMENTE 24.06.2020: Wie schnell steigt eigentlich der Meeresspiegel?




Experimen­telle Über­prüfung des CO2-Treibhaus­effektes: Die falschen Klima-Propheten

Kurzfassung

Jean-Baptiste Joseph Fourier war der Erste, der 1827 eine Erwärmung der Atmosphäre durch CO2 postulierte. Viele Jahre später glaubten Hoimar von Ditfurth, Albert Arnold „Al“ Gore und Volker Quaschning, dass sie die Fourier-These experimentell nachgewiesen haben, da sie eine beträchtliche Lufterwärmung bei verschiedenen CO2-Experimenten beobachteten. Eine sorgfältige Überprüfung ihrer Experimente zeigt nun, dass hier die Öffentlichkeit manipuliert und getäuscht wird. Die Temperaturerhöhungen werden nicht durch den CO2-Treibhauseffekt, sondern durch die Abnahme der Wärmeleitung verursacht. Besonders starke Effekte erhält man, wenn CO2 als „Gas-See“ unter einer Luftschicht eingeleitet wird. Werden aber, wie in der Atmosphäre, Luft und CO2 gleichmäßig vermischt, bleibt die Erwärmung aus und unter besonderen Umständen kann sogar eine leichte Abkühlung auftreten.

Einleitung

Folgt man den etablierten Massenmedien ist der angeblich vom Menschen verursachte Klimawandel wissenschaftlich eindeutig bewiesen und benötigt keine weitere Forschung. Zunächst ein Widerspruch in sich, denn die Naturwissenschaft liefert keine absolute Wahrheiten, in Stein gemeißelte Gesetze, sondern nur Annahmen und Hypothesen. Selbst wenn sich eine These in der Praxis bewährt und allgemeine Anerkennung gefunden hat, ist eine kritische Überprüfung kein Sakrileg sondern unverzichtbare Pflicht eines jeden Wissenschaftlers. Denkverbote und Maulkörbe sind Methoden und typische Merkmale einer Diktatur, die die Wissenschaft zu einem unwürdigen Knecht der Mächtigen degradiert. Wie glaubwürdig ist eine Gesellschaft, die bunt sein möchte aber Meinungsvielfalt unterdrückt (hier).
Es ist sehr beunruhigend, dass sich beim Thema Klimawandel hauptsächlich nur ehemalige Institutsdirektoren, pensionierte Professoren und Forscher zu Wort melden und den Weltuntergangsszenarien widersprechen. Wenn nur Menschen Widerstand leisten, die sich keine Sorgen bezüglich ihrer Karriere, Reputation oder ihres Einkommens machen müssen. Wenn in Deutschland die ältere Generation von einem öffentlich rechtlichen Sender („Meine Oma ist `ne alte Umweltsau“) verspottet wird.
Für einen Außenstehenden ist es schwer bis unmöglich die Vorhersagen von Dürre, Hitze, Überschwemmungen und Artensterben zu überprüfen. Es sein denn, man stöbert in ur-alten Zeitungen und findet düstere Prophezeiungen in schöner Regelmäßigkeit wie z.B. die „ungewöhnliche“ Arktis-Erwärmung im Jahre 1924 und 1934 (hier, hier). Vielleicht sind es die Lebenserfahrungen der Älteren, dass sie dem Sensations-Journalismus nicht auf dem Leim gehen und eher gelassen reagieren.
Die Untergangsprognosen spaltet die Gesellschaft in Menschen, die alles glauben was die Medien produzieren und Menschen, die sich lieber selber eine eigene Meinung bilden. Meine experimentellen Untersuchungen richten sich an die letztere Gruppe. Auch wenn sich das komplexe Geschehen von Wetter und Klima im Labor nicht nachbilden lässt, einzelne Aspekte und Aussagen lassen sich durchaus überprüfen. Im folgenden Artikel geht es um spektakuläre Labor-Experimente prominenter Klima-Alarmisten, die kritisch hinterfragt werden sollen. Am Ende wird sich herausstellen warum ihre Experimente scheitern mussten und ihre Warnungen vor dem angeblich gefährlichen CO2 unbegründet sind.

1. Das Hoimar von Ditfurth Experiment

Man findet im Internet eine Reihe von einfachen Versuchen, die den CO2-Treibhauseffekt mit der Lufttemperatur verknüpfen. Danach soll sich CO2 wie eine Glasscheibe verhalten, die kurzwelliges Licht durchlässt, aber langwellige Wärmestrahlung absorbiert. Eine deutliche Erwärmung nach Zugabe von CO2 wurde als Beweis eines Treibhauseffektes erachtet. Die bekanntesten Versuche stammen von Al Gore (hier), Volker Quaschning (hier), und Hoimar von Ditfurth (hier). Sie haben einen sehr ähnlichen Versuchsaufbau und lassen sich wie folgt charakterisieren:
1. Eine Glühlampe bestrahlt von außen ein Gefäß (Simulation der Sonnenstrahlung).
2. Das Gefäß wird wahlweise mit normaler oder CO2-haltiger Luft gefüllt (Erd-Atmosphäre).
3. Eine Bodenfläche oder ein kugelförmiger Körper simuliert die Erdoberfläche.
Das wohl spektakulärste Experiment wurde 1978 von dem Autor und Fernsehmoderator Dr. Hoimar von Ditfurth† durchgeführt. Diese Vorführung verdient einige Superlative: Neben spektakulär ist es das größte und gefährlichste Experiment, mit dem stärksten Temperatur-Anstieg und den meisten physikalischen Rätseln.
Auf einer Bühne waren zwei große Zylinder mit den ungefähren Maßen 2 x 3 m aus durchsichtiger Plastikfolie aufgebaut. In jedem dieser Zylinder befand sich eine Testperson, die ein Thermometer beobachtete, aber nur in einem Zylinder wurde CO2 aus mehreren großen CO2-Flaschen sehr rasch von unten eingeleitet.
Der eigentliche Kern des Versuches waren zwei Bühnenscheinwerfer, die aus kürzester Entfernung, von oben in die offenen Zylinder hineinstrahlten und sie dadurch erwärmten.
Am Ende wurde festgestellt, dass der CO2-gefüllte Zylinder 11,3 °C wärmer war als der Vergleichszylinder.
Das YouTube-Video, das noch immer im Internet zugänglich ist, vermittelt eine Botschaft, die wegen ihrer Einfachheit auch von der breiten Öffentlichkeit leicht zu verstehen ist: „Seht her, CO2 kann unsere Erde um 11 °C oder vielleicht noch höher erwärmen, wenn ihr nicht sofort handelt.“ Aber stimmt diese Prophezeiung?
Die Experimente der prominenten Klima-Alarmisten sind reine Demonstrationen. Es fehlen detaillierte Beschreibungen, Angabe der CO2-Konzentrationen und Kontroll-Experimente. Zur Auswertung kommt lediglich eine Vorher-Nachher-Betrachtung. Diese Versäumnisse sollen durch eine gründliche Überprüfung nachgeholt werden.

2. Die Versuchsapparatur

Die Versuchsapparatur und erste Ergebnisse wurden bereits auf der alternativen 13. Klima-Konferenz (IKEK) in München November 2019 vorgestellt (hier).
In der Zwischenzeit wurde die Apparatur durch Einbau eines 7. Sensors „Tp. Boden“, der die Temperatur der Dom-Wand misst, erweitert. Dadurch lassen sich Luft- und Boden-Temperaturen miteinander vergleichen.


Die wichtigste Neuerung ist eine PE-Folie in Form von Blende 2 oberhalb der konischen Erweiterung der Röhre. PE hat den Vorteil, dass die Folie Wärmestrahlung durchlässt, aber den Versuchsraum gasdicht verschließt. Dadurch lassen sich vergleichende Experimente mit offener (Blende 1) und geschlossener Apparatur (Blende 2) durchführen.

2.1 Überprüfung des Ditfurth-Experimentes

Wie beim Ditfurth-Experiment wird die mit Luft gefüllte, offene Apparatur (Abb. 2, linkes Bild) mit einer 100 W Rotlicht-Reflektor-Lampe bestrahlt. Durch die Bestrahlung ist die Versuchs-Apparatur bis zu 10 °C wärmer als die Raum-Luft. Dabei entsteht eine ungewöhnliche Luftschichtung, mit warmer Luft unten und kälterer Luft oben (Abb. 3). Die Erklärung ist das Lambertsche Kosinusgesetz. Der Boden, obwohl am weitesten von der Lampe entfernt, erhält wegen seiner parallelen Ausrichtung zur Strahlungsquelle die größte Strahlungsdichte von der Rotlicht-Lampe. Alle anderen Flächen werden nur schräg angestrahlt und dadurch weniger erwärmt. Die Wärme breitet sich hauptsächlich durch Wärmeleitung aus, wie an der 4 °C Differenz zwischen Boden und Dom-Luft zu sehen ist (Abb. 3, Boden vs. Dom).
Nach einiger Zeit werden 23 L CO
2 innerhalb von 15 Minuten von unten in die Apparatur eingeleitet. Die Temperaturen in der Apparatur reagieren sofort auf das CO2, allerdings sehr unterschiedlich. Während sich Boden und Dom-Luft sofort erwärmen, zeigen die anderen Sensoren zunächst eine Abkühlung, um nach einer gewissen Verzögerung ebenfalls einen Anstieg zu vermelden (Abb. 3).
Nach einer Beobachtungszeit von 180 Minuten (Ruhephase) werden die Gase durch das „Einleitungsrohr“ im Boden wieder abgepumpt. Das Abpumpen war als Kontrolle gedacht, um nachzuweisen dass die Temperatur-Anstiege tatsächlich durch CO2 verursacht werden.
Eine Bestimmung der abgepumpten CO
2-Menge ergab, dass nur noch wenig CO2 von den ursprünglichen 23 Litern vorhanden war. Das meiste CO2 war während des Versuches aus der oben offenen Apparatur unbemerkt in den Laborraum entwichen (diffundiert). Der stetige Temperatur-Anstieg der Top-Position (gelbe Linie) zeigt diese Diffusion.

2.2 Das Argon-Kontroll-Experiment

Auf den ersten Blick sieht das vorherige CO2-Experiment wie eine Bestätigung der Ditfurth-Hypothese aus. Aber Zweifel ist die Mutter aller Wissenschaften und so muss auch dieses Ergebnis überprüft werden. Als alternatives Kontroll-Gas bietet sich Argon an. Argon ist wie CO2 ein schweres Gas aber kein Treibhausgas und sollte beim Einleiten in die Röhre keine Temperatur-Änderung verursachen. Der Kontroll-Versuch ist jedoch eine faustdicke Überraschung: Das IR-inaktive Argon verursacht exakt die gleichen Temperatur-Anstiege wie das Treibhausgas CO2 (Abb. 4).

2.3 Schlussfolgerungen

Das Edelgas Argon ist ein IR-inaktives Gas, das weder Wärmestrahlung absorbieren noch emittieren kann. Wenn CO2 und Argon den gleichen Erwärmungs-Effekt zeigen, muss man die Ursache außerhalb der Wärmestrahlung suchen. Schwere Gase haben eine kleinere spezifische Wärmeleitfähigkeit λ als Luft (die Tabelle in Abb. 4). Werden diese Gase in die Röhre eingeleitet, verringern sie den Wärmestrom innerhalb der Apparatur. Die schweren Gase wirken wie eine Isolierschicht. Somit lässt sich feststellen:
Das Ditfurth-Experiment zeigt nicht den Treibhauseffekt, sondern ist ein Phänomen schwerer Gase.
Diese erste Erkenntnis bestätigt die Skepsis von Helmut Krebs und Anthony Watts, die an den Ditfurth- und Al Gore-Experimenten, als Beweis des CO2-Treibhauseffektes, gezweifelt hatten (hier, S. 91,98).

3. Experimente in der geschlossenen Apparatur

3.1 Überprüfung des Ditfurth-Experimentes in der geschlossenen Apparatur

Da bei der ersten Untersuchung CO2 entweichen konnte, wurde der Versuch von Kap. 2 mit einer geschlossenen Apparatur wiederholt. Hierzu wurde Blende 2 mit Silicon-Gummi oberhalb der konischen Erweiterung eingeklebt. Blende 2 ist mit einer durchsichtigen PE-Folie (Schichtdicke: 11 µm) bespannt, die Wärmestrahlung durchlässt, aber den Austritt von CO2 verhindert (Abb. 1, das Bild in der Mitte). Überraschenderweise gingen bei diesem Versuch die Temperaturen bereits nach zwei Stunden wieder auf die Ausgangswerte zurück, obwohl gar nicht abgepumpt wurde (Abb. 5).

Das abweichende Verhalten lässt sich durch einen unterschiedlichen Verlauf der CO2-Diffusion bei einer offenen und geschlossenen Apparatur erklären. Beim CO2-Einleiten durch das untere Einleitungsrohr bildet sich im Dom ein CO2-„See“, vergleichbar mit einer Flüssigkeit, die in eine Schüssel gefüllt wird. (Für diese Art der Gasfüllung wurde die „Abdeckplatte“ im Dom installiert!) Das CO2 arbeitet sich danach langsam durch Diffusion nach oben aus. Dabei nähert sich das CO2 der Rotlichtlampe und wird hier stärker erwärmt als in den unteren Schichten, was den Aufstieg beschleunigt. Bei der offenen Apparatur führt das zu einem Entweichen von CO2, bei der geschlossenen aber zu einer Vermischung, Homogenisierung mit der Innenluft.
Der Homogenisierungs-Prozess verändert das Verhältnis von CO2-Wärmeleitung und CO2-Wärmestrahlung.
Die Wärmeleitung einer CO2-haltigen Schicht hängt von ihrer Zusammensetzung und der CO2-Konzentration ab (hier). Den größten Isoliereffekt hat das reine CO2 beim Einleiten in den Dom, wodurch die oberen Schichten weniger Wärme von dem wärmeren Boden bekommen. Beim Vermischen mit Luft verringert sich der Isoliereffekt mit abnehmender CO2-Konzentration. Das erklärt die entgegengesetzten Temperatur-Änderungen zwischen Boden- und Top-Position in den ersten Minuten kurz nach CO2-Einleitung.
Im Gegensatz dazu ist das Strahlungsvermögen von CO2 nicht von seiner Konzentration, sondern von der Anzahl der CO2-Moleküle abhängig. Der Homogenisierungs-Prozess verringert die CO2-Konzentration aber nicht die Anzahl der CO2-Moleküle.
Dieser Zusammenhang führt zu der Erkenntnis, dass der anfänglich starke Temperatur-Anstieg von 1 – 2 °C hauptsächlich durch ein Konzentrationsgefälle verursacht wird. Eine homogene CO2-Luft-Mischung führt dagegen nur zu einer geringen Erwärmung von 0,1 – 0,2 °C (Abb. 5).

3.2 CO2-Experiment mit beschleunigter Homogenisierung

Die These der internen Vermischung von CO2 und Luft ließ sich experimentell bestätigen. Nach Einleitung von CO2 wurde für 30 Minuten mit einer Aquarium-Pumpe das im Dom befindliche CO2 abgesaugt und in das obere Rohr wieder eingeleitet. Durch dieses Umpumpen wurde die Homogenisierung beschleunigt und die Temperaturen sanken deutlich schneller als beim vorherigen Versuch (Abb. 6 und Tab. 1).

3.3 Homogenisierungs-Versuche mit schweren Gasen

Weitere Homogenisierungs-Versuche mit unterschiedlichen Mengen CO2, Freon 134a und Argon ergaben immer die gleichen geringen Temperatur-Anstiege von 0,1 – 0,3 °C (Tab. 1). Auch ein CO2-Kontrollversuch mit einem farblosen 100 W Strahler (Abb. 2, rechtes Bild) führte zu keinem anderen Ergebnis.

3.4 Homogenisierungs-Experimente in Argon

In einer letzten Versuchsreihe wurde vor Zugabe von Treibhausgasen die Luft in der Apparatur (die Raumluft) durch Argon ausgetauscht. Durch diese Maßnahme sollte der Einfluss der Wärmeleitung verringert werden. Tatsächlich verursachten jetzt CO2 bzw. Freon 134a keine messbare Erwärmung der Luft in der Dom-Position, während es am Boden sogar zu einer Abkühlung kam (Tab. 2).

4. Fazit und Ursachensuche

Die Behauptungen von Al Gore, Ditfurth und Quaschning, den CO2-Treibhauseffekt durch eine Luft-Erwärmung nachgewiesen zu haben, sind falsch. Beseitigt man Sondereffekte, die durch die geringe spezifische Wärmeleitung schwerer Gase und durch einen Konzentrationsgradienten entstehen, bleibt von der postulierten Erwärmung nichts mehr übrig.
Aber warum funktionieren solche Experimente mit einer Bestrahlung von außen nicht? Um das zu verstehen, muss man sich die Bestrahlungs-Lampen, als Quelle der Energiezufuhr, genauer ansehen. Die Glaskolben der farblosen und der Rotlicht-Lampe erreichen Temperaturen von 115 °C bzw. 125 °C und produzieren dadurch, neben ihrem sichtbaren Licht, eine erhebliche Wärmestrahlung. Entscheidend ist nun, dass diese Wärmestrahlung den gleichen Wellenlängen-Bereich λ = 3 – 30 µm umfasst, der auch von Treibhausgasen benutzt wird.
Um die Bedeutung der Wärmestrahlung zu verstehen, müssen wir zunächst abschweifen und die Frage beantworten, was die Erde mit der Wärme macht, die sie von der Sonne bekommt.
Die Erde hat eine ganze Reihe von unterschiedlichen Möglichkeiten, Wärme horizontal und vertikal zu transportieren, was von der Meteorologie erforscht und vereinfacht als Wetter bezeichnet wird. Der größte Teil dieser Wärme landet in der Atmosphäre und nur ein sehr kleiner Teil (40 W/m2) wird direkt von der Erdoberfläche an das Weltall in Form von Wärmestrahlung abgegeben. Tatsächlich ist es die Atmosphäre (in rund 5 bis 10 km Höhe) und nicht die Erdoberfläche, die die Wärme der Sonne wieder entfernt, und zwar ausschließlich durch Wärmestrahlung (Ausstrahlung) von rund 200 W/m2 in Richtung Weltall, wenn man Kevin E. Trenberth Energieschema zugrunde legt (hier).
Stickstoff, Sauerstoff und Argon, die Hauptbestandteile der Atmosphäre, sind IR-inaktiv, d.h. sie können zwar Wärme speichern und transportieren, aber keine Wärmestrahlung aussenden. Diese Funktion und Fähigkeit besitzen nur Wolken, Aerosole und Treibhausgase. Ohne diese kleinen Partikel und die IR-aktiven Spurengase würde sich die obere Atmosphäre langfristig erwärmen, und nur in Bodennähe gebe es noch einen gewissen Wärmeaustausch durch Wärmeleitung. Dann gäbe es nur noch in Bodennähe einen gewissen Temperatur-Gradienten durch den Tag- und Nacht-Wechsel und zwischen dem Äquator und den Erdpolen.
Die Atmosphäre ist eine gewaltige Wärmekraftmaschine, die einen Teil ihrer Wärme in Arbeit umwandelt. Diese Arbeit ist der Antriebsmotor der planetarischen Zirkulation mit ihren Luftströmungen (Passatwinde, Polarwinde, Jetstreams) und den verschiedenen Strömungs-Zellen (Hadley, Ferrel, Walker) und der Hebeprozesse (Konvektion). Wie bei allen Wärmekraftmaschinen ist der Wirkungsgrad dieser Energie-Umwandlung von der Temperatur-Differenz zwischen den warmen und kalten Schichten der Atmosphäre abhängig. Bei einer nahezu isothermen Atmosphäre wäre das aber nicht mehr gegeben. Die Treibhausgase, die bisher nur als Hinderung der terrestrischen IR-Ausstrahlung gesehen werden (Treibhauseffekt) spielen hier eine unverzichtbare positive Rolle, da sie durch ihre IR-Strahlung die obere Atmosphäre abkühlen und so für den erforderlichen Temperatur-Unterschied sorgen.
Die IR-Strahlung der Treibhausgase hat allerdings keine Vorzugsrichtung, was zu zwei entgegengesetzten Effekten führt. Einerseits wird durch die Strahlung in Richtung Weltall (Ausstrahlung) die obere Atmosphäre abgekühlt und andererseits durch Strahlung in Richtung Erde (Gegenstrahlung) die Erdoberfläche erwärmt.
Ob und inwieweit zusätzliches CO2 zur Erwärmung der Troposphäre beiträgt, ist umstritten. Das IPCC hatte im zweiten Bericht „SAR“ unter Leitung von Ben Santer diese These als Ursache einer globalen, vom Menschen verursachten Erwärmung aufgestellt und als Beweis echte Messungen zwischen 1963 bis 1968 angeführt. Sehr peinlich, denn kurz darauf konnten Michaels und Knappenberger nachweisen, dass die troposphärischen „Hot Spot“ verschwinden, wenn der Gesamtzeitraum, der damals verfügbaren Daten von 1958 bis 1995 betrachtet wird. Die Autoren warfen dem IPCC Rosinenpicken und Datenmanipulation vor (hier).
Welche Rolle das CO2 für die Erderwärmung spielt ist ebenfalls heftig umstritten. Nach den Modell-Rechnungen könnte bei einer Verdopplung der CO2-Konzentration (CO2-Klimasensitivität) eine Erwärmung in einer Spanne zwischen 0,6 °C bis 4,5 °C auftreten (hier, hier, hier).
Diese beträchtliche Unstimmigkeit entsteht durch eine unterschiedliche Bewertung der Wolken-Wirkung und durch strittige Rückkopplungen. Wäre CO2 das einzige Treibhausgas der Atmosphäre, wäre die CO2-Klimasensitivität rund 1 °C (hier). Ein Wert, der weitgehend akzeptiert wird und keine ernsthaften Auswirkungen hätte. Der Streit zwischen „Alarmisten“ und „Skeptiker“ ist also nicht die Wirkung von reinem CO2 sondern die komplexen Wechselwirkungen und Überlagerungen der verschiedenen IR-aktiven Stoffe der Atmosphäre und vor allem die sogenannte CO2-Wasserdampf-Rückkopplung, die unterschiedlich bewertet werden. Dabei würde eine positive Rückkopplung die CO2-Klimasensitivität verstärken aber eine negative Rückkopplung die Wirkung von CO2 verringern.
Der Streit entbrannte an einer seltsam anmutende Theorie der Alarmisten, dass eine Erwärmung der Erdoberfläche (⅔ Wasser!) um 0,065 °C den Wolkenbedeckungsgrad um 1 % reduziert (
hier)!
Wie bitte, wärmeres Wasser = mehr Verdunstung = weniger Wolken? Die Alarmisten sind sich hier sicher, denn die Daten wurden aus dem ISCCP (
International Satellite Cloud Climatology Project) Beobachtungen der globalen Erwärmung gewonnen. Danach sind im Zeitraum von 1986 bis 2017 die Meeres-Oberflächen-Temperaturen (SST) von 19,1 °C auf 19,4 °C gestiegen und der Wolkenbedeckungsgrad von 72 % auf 67 % gesunken.
Hier zeigt sich das gleiche Dilemma wie beim Ditfurth-Experiment, Daten-Erfassung und Daten-Interpretation sind zwei völlig verschiedene Schuhe. So kann es nicht verwundern, dass kürzlich eine ganz andere Interpretation auftaucht, die sogar von einem negativen Feedback ausgeht, wenn man kürzere Zeiträume in den ISCCP-Daten zugrunde legt. M. Jonas hatte herausgefunden, dass der Wolkenbedeckungsgrad und SST-Erhöhung eine positive Korrelation zeigen, wenn man den Wolkenbedeckungsgrad 1 – 6 Monaten nach der gemessenen Wasser-Temperatur betrachtet (hier).
Sollte sich diese Einschätzung bewahrheiten, wäre der CO2-Treibhauseffekt als Klima-Killer erledigt und könnte wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen. Allen Regierungen, Geschäftsführern und Aktivisten sollte das eine Warnung sein. Ihre Rechtfertigung für die „Große Transformation“ und dem damit verbundenen Konsumverzicht hängt an einem seidenen Faden, der jederzeit reißen kann.
Doch nun zurück zu den Laborversuchen, hier überlagert die Wärmestrahlung der Lampen die CO2-Strahlung. Die Bestrahlung der Apparatur durch die externe Lampe hat die gleiche Richtung wie die CO2-Gegenstrahlung. Nach dem Planck’schen Gesetz erzeugt die Rotlicht-Lampe im Spektralbereich 14 – 16 µm (annähernd CO2-Bande bei 15 µm) bei einer Temperatur von 125 °C, eine Strahlungsdichte von rund 100 W/m2. Wieviel davon tatsächlich den Boden der Apparatur erreicht ist unklar, denn durch die kugelförmige Ausbreitung der Lampen-Strahlung verringert sich die Strahlungsdichte bevor sie in die Apparatur eintritt.
Das CO2 in der Gasphase absorbiert die IR-Strahlung der Lampe und sendet dafür eine eigene Strahlung aus, die bei der Luft-Temperatur von 23 °C im Wellenlängenbereich 14 – 16 µm maximal 43 W/m2 betragen kann. Wenn die absorbierte Lampen-Strahlung größer ist als die emittierte CO2-Strahlung, verringert sich die Bestrahlung des Bodens und er kühlt sich ab (Tab. 2). Dieser Vorgang ist vergleichbar mit einem IR-Spektrometer, bei dem die Schwächung eines IR-Strahls durch CO2 gemessen wird.
Aber warum gibt es keine Luft-Erwärmung, wenn das CO2 doch einen gewissen Teil der Lampen-Strahlung absorbiert hat? Die Antwort ist die Art und Weise wie CO2 IR-Strahlung emittiert. Betrachtet man die Strahlungsachse Lampe –Boden, dann haben wir zwei Flächen, Richtung Lampe und Richtung Boden, über die CO2 die absorbierte Energie wieder abgeben kann. Solange die absorbierte Energie der Lampen-Strahlung nicht die CO2-Ausstrahlung auf zwei Flächen übersteigt gibt es auch keine Luft-Erwärmung.
Ob eine Luft-Erwärmung auftritt oder nicht hängt also von der Intensität der Lampen-Strahlung und der Temperatur der CO2-Schicht ab, dem Verhältnis von Absorption und Emission. Das lässt sich sogar zeigen, wenn man sich die einzelnen Messpositionen von Boden bis Top ansieht.
Die IR-Strahlung der Lampe trifft zunächst auf das CO2 in der Top-Position, wodurch hier die Absorption ein Maximum hat und in Richtung Boden langsam zurückgeht. Im gleichen Maße verändert sich das Absorptions-Emissions-Verhältnis wodurch sich ein Temperatur-Gradient ausbildet und die oberen Messfühler (R1 bis Top) eine leichte Erwärmung aber der unterste (Boden) eine leichte Abkühlung registrieren (Tab. 1).
Fourier hat als erster formuliert, dass CO2 als Absorber zur Erwärmung der Atmosphäre beiträgt und damit eine fundamentale Verwirrung ausgelöst, die bis heute andauert. Offensichtlich wurden Al Gore & Co. von dieser Aussage verführt, den Treibhauseffekt durch Messung der Lufttemperaturen ermitteln zu wollen. Dabei wird übersehen, dass das atmosphärische CO2 nicht nur Absorber sondern auch IR-Strahler ist, also sowohl Abkühlung als auch Erwärmung verursachen kann.
Um den Beitrag von CO2 zur tatsächlichen Erwärmung der Atmosphäre wirklich zu verstehen, muss man eine Integration der Schwarzschild-Gleichung ds = – Iλ + Bλ (T) mit vielen tausend Linien und Koeffizienten über die gesamte Troposphäre/Stratosphäre durchführen. Dabei bezeichnet der erste Term auf der rechten Seite die Verringerung der Strahlungsintensität (Luft-Erwärmung durch Absorption der Boden-Strahlung und der Strahlung der oberen Schicht), während der zweite Term den Anstieg der Strahlungsintensität (Luft-Abkühlung) darstellt, der sich aus der IR-Emission innerhalb der Schicht ergibt (hier).
H. Harde hat diese Berechnungen in drei Klimazonen (Tropen, mittlere und hohen Breiten), für 228 Unterschichten und bis zu einer Höhe von 86 km unter Berücksichtigung der Wasserdampf –Überlagerung durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass sich CO2 viel stärker auf die Boden- als auf die Lufttemperatur auswirkt. Auch verursacht zusätzliches CO2 nur eine Luft-Erwärmung bis zu einer gewissen Höhe in der Atmosphäre (hier).
Die Lufttemperatur ist also nur ein schwacher Indikator des Treibhauseffektes und wird obendrein noch von der externen Bestrahlung, wie oben angegeben, überlagert. Alle Versuche, den Treibhauseffekt anhand der Lufttemperatur nachzuweisen sind also von vornherein fragwürdig oder zum Scheitern verurteilt.
Entscheidend für den CO2-Treibhauseffekt ist nicht die Lufttemperatur, sondern die IR-Strahlung, die von einer konkreten CO2-Menge bei einer bestimmten Temperatur ausgeht. Das ist eine gewisse Herausforderung, da es auf der Erde keinen Versuchs-Raum für das CO2 gibt, der nicht auch IR-Strahlung aussendet und damit die Messung erschwert, wenn nicht sogar unmöglich macht. Die Lösung ist eine Strahlungsmessung von warmem CO2 vor einem kalten Hintergrund. Man registriert dabei nicht die absolute CO2-Strahlung, sondern nur die Zunahme der gemeinsamen Strahlung.
Dieses Konzept hat den Vorteil, dass der erdnahe Treibhauseffekt, die Überlagerung von Wolken- und CO2-Strahlung, in einem Labor-Experiment realitätsnah simuliert wird. Die Zunahme der IR-Strahlung lässt sich mit einem Strahlungssensor (Wärmebildkamera) oder durch die Temperatur-Änderungen einer zusätzlichen schwarzen Fläche, die die Erdoberfläche simuliert, ermitteln.
Wird im letzteren Fall die Temperatur der schwarzen Fläche konstant gehalten und dafür ihre elektrische Heizung variiert, lässt sich die Strahlung der IR-aktiven Gase quantifizieren. Mit dieser Methode wurden die molaren Emissionsgrade εm verschiedener IR-aktiver Gase, als eine Kennziffer ihrer Strahlungsfähigkeit, ermittelt. Dabei erwies sich CO2 mit εm=0,043 als ein deutlich schwächerer IR-Strahler als Lachgas (εm=0,055). Nur Methan war mit εm=0,029 ein noch schwächerer IR-Strahler (hier). Demnach ist es unverständlich, dass das IPCC dem Methan ein angeblich 28-mal größeres Treibhauspotential als CO2 unterstellt.
Entgegen Fouriers Annahme war der Gasraum unauffällig und zeigte keinen signifikanten Temperaturanstieg. Möglicherweise war bei diesen Experimenten der Versuchsraum nicht ausreichend isoliert, um die schwachen Erwärmungs-Effekte der Luft, die nach den Modell-Rechnungen erwartet werden, auch tatsächlich messen zu können.
Einen direkten Nachweis der CO2-Strahlung gelang Christoph und Matthias Marvan, die mit einer Wärmebildkamera warmes CO2 vor einem kalten Hintergrund untersucht hatten (hier).
So wurde durch zwei unterschiedliche Messmethoden experimentell bestätigt, dass CO2 bei den üblichen Temperaturen der erdnahen Atmosphäre, eine messbare und quantifizierbare IR-Strahlung aussenden kann. Eine elektromagnetische Anregung durch eine externe Strahlungsquelle ist hierzu nicht notwendig. Aus den Versuchen kann geschlussfolgert werden, dass die CO2-Moleküle durch Zusammenstoß mit anderen Molekülen in einen angeregten Schwingungs- bzw. Rotationszustand übergehen und durch Abgabe eines Photons wieder in den ursprünglichen Grundzustand zurückfallen. Die erforderliche Energie für die CO2-IR-Strahlung stammt demnach aus der inneren Energie der Luftschicht, in der sich die CO2-Moleküle befinden. CO2 agiert in diesem Zyklus wie ein Katalysator bei chemischen Prozessen, wodurch seine Wirkung erheblich vergrößert wird. Dadurch können auch geringe Mengen CO2 die Wärmeströme der Atmosphäre beeinflussen.
Mit beiden Untersuchungsmethoden wurde nachgewiesen, dass zumindest der erdnahe CO2-Treibhauseffekt physikalisch möglich ist. Aber es wurde auch gezeigt, dass die IR-Strahlung der Wolken den Treibhauseffekt von CO2 erheblich verringert. Die Experimente bestätigen die Position der „Skeptiker“, die in Wasserdampf und Wolken eine Verringerung der CO2-Klimasensitivität sehen und den „Alarmisten“ eine maßlose Übertreibung einer angeblichen CO2-Gefahr vorwerfen.
Die englische Version gibt es hier als PDF:
Experimental review of the CO2 greenhouse effect




Ein Zeitungs­redakteur durch den Stadtwald ging um den Klimawandel persönlich zu sehen

Greta“-Intelligenz allerorten

Seit sich Schulstreik als Bildungs-Zukunftsmodell etablierte, führt die dadurch bewirkte Überintelligenz regelmäßig zu neuen Höhepunkten in der Darstellung von Fachwissen.

So werden in unserem Land politische „Führungskräfte“ oder „Intelligenz“ inzwischen gelobt (beziehungsweise gewählt), wenn sie Kobalt mit Kobolden, Gigawatt mit Gigabyt, Stromnetze als Stromspeicher, Molekülstau im Stromnetz, oder den zweithöchsten Strompreis der Welt als eine Kostenminderung dank dem billigen Ökostrom erklären und Corona Inkubationszeit verdoppelt sich alle zwei Tage, als besonders kompetente Fachaussagen von sich geben.

Da war es nur eine Frage der Zeit, bis solche besonders klugen zwar noch nicht – wie die große Greta – das unsichtbare CO2 direkt sehen können (obwohl Greenpeace es ganz perfide versteckt im Wasserdampf von Kühltürmen vermutet, weshalb dieser auf ihren Bildern meistens gefährlich rotgelb eingefärbt ist), aber immerhin schon die die detektivische Fähigkeit haben, dessen Auswirkungen im Alltag zu erkennen.

Früher war solches Erkennen des Klimawandels noch Spitzenkräften überlassen, wie einem Oberbürgermeister:
[Link] EIKE 16. März 2020: Auch ich kann den Klimawandel persönlich spüren
Dem Bayerischen Rundfunk, dem es immer wieder gelingt, Personen aufzuspüren, welche ihn zum Beispiel im starken Regen (er-)finden:
[Link] EIKE 03.07.2019: Wozu (gegenteilige) Messwerte betrachten? Den Klima­wandel fühlt doch jeder
Landwirt: … des is ja etz so, dass gerade die Starkregen wie mas die letzten Jahre etz ghabt hat, dass die scho extrem mehr wern … wie`s weiter wird, glaub i, woaß koaner ...
Oder einer Ministerin, welche ihn sogar mit ihren eigenen Händen greifen konnte:
[Link] EIKE 04.10.2016: Klimavertrag von Paris im Bundestag erreicht 100 % Zustimmung. Die DDR Volkskammer lässt grüßen
… Sintflutartige Regenfälle, extreme Dürreperioden oder frühlingshafte Temperaturen im Winter: Der anhaltende Klimawandel macht sich zunehmend auch in Bayern bemerkbar. Es ist höchste Zeit zu handeln – diese Auffassung teilt auch Umweltministerin Ulrike Scharf. Die Beispiele zeigen: Auch in Bayern ist der Klimawandel mit den Händen zu greifen …

Sowie nicht zu unterschätzen GRÜNEN Lobbyist*innen, wie die ehemalige GRÜNEN-(mit-)Vorsitzende und aktuelle Präsidentin des Bundesverbandes erneuerbare Energien, Simone Peter, welche auf Twitter regelmäßig ihre ganz besondere Klimaintelligenz (und extreme Lobbyarbeit) zur Schau stellt:

Bild 1 Antworttweed von Kachelmann auf eine Aussage von Frau S. Peter


Bild 2 Tweed von Frau S. Peter über eine ganz normale Flut an der Nordsee

Nicht, dass diese Art der Kommunikation nur auf Twitter beschränkt wäre. Die Nordbayerischen Nachrichten belegten mit Ihrer Ausgabe vom 22. 06. über zwei volle Klimawandel-Untergangsseiten „letzte Chance für den Planeten“, dass sie endgültig zum nordbayerischen Ableger der süddeutschen „Alpenprawda“ geworden sind.

Als wäre es abgestimmt, erklärte die SZ am Wochenende in „Weit über 2100 hinaus“ dass wir aktuell „bestimmen“, wie das Wetter in den kommenden 10.000 Jahre ausfallen wird „ … Vielleicht noch nie in der Geschichte hatte eine Generation so große Macht, den Verlauf der nächsten Jahrhunderte und Jahrtausende zu prägen … wird man sich in 2000 Jahren an uns erinnern, die den Meeresspiegelanstieg in Gang gesetzt haben ... „ Beleg: Natürlich vom PIK, der Fabrik zur Simulierung von Klimahysterie.

Und um zu zeigen, wie man es endlich geschafft hat, das unterirdische Niveau der SZ zu kopieren, erklärte der Chefredakteur der „Nürnberger Nachrichten“ (Studium Neuere Geschichte, Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Alte Geschichte) in seinem Leitartikel „Gestärkt aus der Krise“, was Greenpeace an „Flintenuschis“ Green-Deal auszusetzen hat, wie die ungebremste Ökoenergie-Weitersubventionierung zum Jobmotor würde, wenn, ja wenn die Subventionen nur endlos weiter fließen „ … wir brauchen eine funktionierende Energiewende (Anm.: über 20 Jahre nach deren Beginn) … Dass darin eine enorme Change für die Wirtschaft liegt, haben etliche Firmen längst erkannt. Sie warten auf Signale der Politik … es braucht Taten und eine zielgerichtete Förderpolitik ...“.

Selbst die längst widerlegten Anschuldigungen an Brasilien, als der besonders große „Regenwald-Verbrenner“ [5] werden nachgeplappert und als besonderes Highlight der von S. Peters im Tweed gemeldete „Sibirische Temperaturgau“ den Lesern ebenfalls erzählt: „ … In Sibirien ist es aktuell teils bis zu 30 Grad warm – an Orten, die sonst um diese Jahreszeit Temperaturen um den Nullpunkt ausweisen …
Zur medialen Veranschaulichung für die wohl als besonders dumm gehaltenen Leser ergänzend, ein ca. eine Drittel, Seite großes Bild schwimmender Eisschollen mit der Unterschrift: „
Hier ist die Erderwärmung konkret zu beobachten: In der Arktis schmelzen die Eismassen, das hat massive Auswirkungen auf den Meeresspiegel, die Ozeane und das Klima gesamt.“.

Klar, dass bei diesem Niveau auch die Ober-Freitagshüpferin, Luisa Neubauer als besonders kompetente Klima-Fachperson (Beschränkt auf ihr „Klimawissen“: CO2 = Klimagift und muss mit allen Mitteln und Kosten verhindert werden) umfangreich zu Wort kommt.

Allerdings muss man wohl noch froh sein, dass dieser geballte Unsinn aktuell wenigstens noch textlich und nicht bereits wie von „Wissenschaftlern“ gefordert, nach mittelalterlich bewährten Methoden mit der Todesstrafe für Leugner ausgetragen wird [6]. –doch zeigte Stuttgart gerade, dass die „moderne Partyjugend“ Zukunftsthemen zwecks „Beschleunigung“ inzwischen eher handgreiflich austrägt, beziehungsweise wie ehemals freudig erwünscht zwecks Verfahrensabkürzung lieber „täglich neu aushandelt“, wie es in Amerika unter langem und großem Jubel unserer Medien gerade beispielhaft vorgeführt wurde.

Bild 3 Screenshot von den MSN-Nachrichten am 23.06.2020


Im Gegensatz zu deren dummen Trump – dessen Wahl in Deutschland mit ziemlicher Sicherheit auf Anordnung von ganz oben rückgängig gemacht worden wäre – haben wir zur Lösung ja Merkels Bettvorleger Horst. Höflich bittet dieser nun um etwas, wobei nicht klar ist, ob er bestehende Gesetze meint (die unter seiner Mitverantwortung bisher nicht umgesetzt wurden):
faz:
Bei einem Besuch in Stuttgart hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) harte Strafen für die Randalierer vom Wochenende gefordert …
oder neue, die nun „entstehen“ sollen, nachdem in Berlin das Gegenteil als vorbeugendes Polizei-Rassimusvermutungs-Gesetz in Kraft trat und der Bundestag gerade eben entsprechende Maßnahmen ablehnte [3], Politiker sogar die gesicherte, staatliche Finanzierung solcher „Partygänger“ fordern [4].

Da wollen auch kleinere Lokalredakteure nicht immer nur hinten anstehen …

In der Zeitung führt es dazu, dass inzwischen zu praktisch Allem und Jedem reihum jemand aus der Redaktion einen Kommentar abgibt. Damit dabei nichts schief geht und eventuell widerrufen oder gar auf höhere Weisung neu gewählt werden muss, nach dem Motto: Was hat die „dpa“ vorgeschrieben; was erwartet die unfehlbare Merkel? Haben auch Habeck und Annalena ihren Segen dazu gegeben und auch wirklich nichts dagegen (beziehungsweise das Thema zum Glück wieder nicht verstanden)? Dann ist es etwas Gutes und darf – nein muss – befürwortet und den Lesern empfohlen werden.

Wenn Deutschland kämpft, dann immer engagiert bis zum bitteren Ende

Und so geht es weiter um den Endsieg im Kampf gegen das böse Klimagift CO2, mit dem Deutschland endlich zeigen möchte, wie man einen Krieg doch einmal gewinnt (und dabei seine Wirtschaft und Finanzen trotzdem ruiniert [2]).

Dieser von Deutschland und nun auch deren Vertreter*innen in der EU immer härter geführte Kampf verlangt inzwischen verstärkt Unterstützung an der Heimatfront, denn der Klimafeind ist leider bereits weit ins Land eingedrungen:
[1] Lokalausgabe der Nordbayerischen Nachrichten vom 18.06, Artikel: „CO2-Verbrauch deutlich gedrosselt“, Kommentar dazu: „Wir stecken schon mitten im Klimawandel“

In seinem Kommentar teilte ein Redakteur den Lesern mit, was das für die in der Heimat lebenden bedeutet: „Da ist es wichtig, dass jeder die dramatischen Veränderungen beim Klima begreift … die extrem heißen Tage, die trockenen Winter, das beschleunigte Absterben der Bäume … sondern dass wir schon mitten drin stecken …

Der Autor macht sich in solchen Fällen dann ab und zu die Mühe, der Redaktion und dem Kommentator eine Kritik zuzuleiten, wissend, dass dies subversiv ist und die Klimak(r)ampf-Fronten schwächen könnte. Er kann sich das leisten, da er als Rentner nicht mehr auf eine Karriere Rücksicht nehmen muss.

Gegenargumentation zur Kommentarinformation

Aufgedröselt zu den Stichworten bekam der Redakteur Information zu Daten aus der wahren Natur:

Zum Kommentarpunkt: „dass jeder die dramatischen Veränderungen beim Klima begreift
Dazu bitte ich um eine seriöse Quelle. Nirgendwo auf der Welt ist so etwas messbar. Und so steht es auch im IPCC AR5 Langbericht. Mit tatkräftigem „Einsatz“ von Deutschland – welches seit „Merkel“ nur noch fachlich absolut
dumme ahnungslose Umweltminister*innen „zulässt“ – wurde damals verhindert, dass diese Information in das Summary übernommen wurde. Im folgenden Artikel sind diese IPCC-AR5 Aussagen am Schluss als Original und Übersetzung angehängt:
[Link] EIKE, 20.06.2017: Gegen Klimaflüchtlinge helfen nur noch C. Juncker und der Pariser Klimavertrag Alternativ: Nicht der Klimawandel bedroht uns, sondern unsere Politiker
Meine jahrelangen Recherchen zum AGW-Klimawandel zeigen immer neu: Die einzigen „dramatischen“ Klimaveränderungen geschehen ausschließlich in Simulationen und dabei vor allem in solchen des deutschen PIK (dessen ca. 600 Mitarbeiter von einem Tag auf den anderen arbeitslos wären, wenn ihre Simulationen nicht immer neu die Welt untergehen lassen würden).
[Link] EIKE 08. Juni 2018: Die Suche nach dem Klimawandel geht weiter. Denn in Deutschland ist er nicht zu finden
[Link]  EIKE 14.09.2016: Frau Hendricks glaubt im Klimawahn, Klimapäpstin geworden zu sein und den Irrglauben ihrer Bürger verdammen zu dürfen Zu ihrem Gastbeitrag „Weit verbreiteter Irrglaube“ im Handelsblatt
Nicht einmal das Umweltbundesamt kann in Deutschland Klimawandel-bedingte Verschlimmerungen finden. Das gelingt nur unserer Umweltministerin, weil sie in deren Bericht nicht hineingesehen hat und stattdessen „ins Blaue“ fabuliert:
[Link] EIKE 27.11.2019: Deutscher Klima-Monitoringbericht 2019, S. Schulze spricht über alarmierende Befunde

Zum Kommentarpunkt: „die extrem heißen Tage“
hatte man schon in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts (die Zeit des berühmten „dust bowl in den USA“).
Zudem beträgt der Wärmeinseleffekt selbst kleiner Städte auch in Deutschland bereits 5 … 10 Grad. Damit ist es vollkommener Schwachsinn, die Globaltemperatur zum Jahr 2100 mit Billiarden EURO um vielleicht wenige Zehntel Grad reduzieren zu wollen, wenn lokale Maßnahmen vor Ort viel billiger und besser Wirkung zeigen würden.
Dass die Pleitestadt Nürnberg zur „Lösung“ nun mit viel Aufwand CO2-reduziert, ist nichts weiter, als eine fachliche Bankrotterklärung der Verantwortlichen

Zum Kommentarpunkt: „die trockenen Winter“
Wo hat der Kommentator diesen Unsinn her? Diese Aussage zeigt überdeutlich, dass auch nicht die Spur einer Ahnung zum Thema vorliegt, denn sie lässt sich mit einem Mausklick beim DWD-Klimaviewer verifizieren.
Die Winter sind seit Beginn des angeblichen AGW-Klimawandels signifikant viel feuchter geworden. Und die Klimasimulationen de DWD gehen davon aus, dass das so weitergeht. Anbei dazu die Grafik des Winterniederschlags vom DWD-Viewer. Wenn das nicht deutlich ist:

Bild 4 Grafik des DWD Kimaviewer über den Winterniederschlag, der angeblich immer geringer wird


Zum Kommentarpunkt: „das beschleunigte Absterben der Bäume“
Nur weil unsere lokalen Förster (auf Anfragen der NN) dies unisono immer neu behaupten, wird es nicht richtiger. Welchen geballten Unsinn diese den FN-Redakteuren regelmäßig erklären, wohl um zu zeigen, wie wichtig sie sind, können Sie gerne nachlesen (und mir widerlegen):
[Link] EIKE 25. April 2020: Wenn Medien immer nur Personen mit der gleichen Meinung fragen, können sie (und diese Personen) nie gescheiter werden
Unseren Wäldern geht es auch aktuell weit besser als in den Zeiten seit dem Hochmittelalter, als Deutschland fast völlig kahl war. Es ist einfach nur eine GRÜNE (und Förster-) Fabel, dass es dem Wald früher romantisch gut ging.
Alle Wald-Schadenserhebungen zeigen, wie gut es unseren Wäldern in Wirklichkeit geht. Nachdem nach dem 2. Weltkrieg notgedrungen bewusst ungeeignete, aber schnell wachsende Baumarten in den Fränkischen Sandboden pflanzte und heute die bereits früher die Wälder rund um Nürnberg in heute unvorstellbarem Ausmaß kahlfressenden Schädlinge wegen der „Natur“ nicht mehr bekämpfen darf, sowie Totholz „für den Borkenkäfer“ teils wegen GRÜNER Vorgaben liegen lassen muss, braucht man sich über einige Auswirkungen nicht zu wundern.
[Link] EIKE 29. Februar 2020: Den Bayerischen Wäldern geht es nur schlecht, weil die schlimmere Vergangenheit abgeschnitten wird
[Link] EIKE 16.11.2017: Der Waldzustand in Bayern ist schlechter, obwohl er besser wurde

Gegenfragen

-Belege bitte jemand, dass seit dem Vorliegen von Temperaturaufzeichnungen aktuell irgendwo schlechteres Wetter und Ernten vorliegen, als zur angeblich so „natürlichen“, vorindustriellen Kaltzeit, als heute unvorstellbare Natur-, Wetter-, und Erntekatastrophen gängige Ereignisse waren.
Meinen Recherchen nach gibt es weltweit keinen solchen Beleg, sondern ausschließlich Klimasimulationen, welche behaupten, in Zukunft würde es weniger werden:
[Link] EIKE 03. September 2019: GRÜNE, Bauern und Klimawandel: Im Jammern bilden sie eine Symbiose
[Link] EIKE 26.11.2016: Forscher des Weltklimarates IPCC rechnen, dass die globale Erwärmung 10 bis 50 % der jährlichen Ernte bedroht – Was steckt dahinter?

-Zeige bitte jemand eine Studie anhand von Messdaten, in welcher irgendwo auf der Welt eine mehr als trendnatürliche Klimaverschlimmerung bereits eingetreten ist
Meinen Recherchen nach gibt es weltweit keinen solchen Beleg. Alle! Aussagen zu mehr Extremen – und untergehenden Inseln – stammen ausschließlich aus Klimasimulationen

-Erkläre bitte jemand den Nutzen des Versuchs einer globalen Temperaturreduzierung um vielleicht – aber eher unwahrscheinlich – wenige Zehntel Grad im Jahr 2100 für viele, viele Billionen EUR, wenn der eigene Wärmeinseleffekt selbst kleiner Städte heute schon zwischen 5… 10 Grad, also das 10 … 100 Fache beträgt. Es gäbe nichts auf der Welt was effektiver wäre, als diese Übertemperaturen – dort wo diese wirklich stören – direkt preiswert vor Ort anzugehen.
EIKE 08.05.2018:
CO2-Zertifikatekosten: Wirkungsloser kann Klima­k(r)ampf nicht betrieben werden, doch alle Altparteien plädieren dafür

Die Antwort

Sehr geehrter Herr xxx,
vielen Dank für Ihre engagierte Zuschrift. Inhaltlich kann ich Ihnen allerdings nicht zustimmen, denn dass der Klimawandel auch bei uns angekommen ist, kann man nicht mehr ernsthaft bestreiten. Besonders eindrucksvoll/erschreckend fand ich persönlich einen Spaziergang durch den Reichswald, bei dem mich der Leiter der Bayerischen Staatsforsten/Forstamt Nürnberg auf die massiven Trockenschäden beim Nadelholz sowie den Käferbefall bei abgestorbenen Fichten aufmerksam gemacht hat. Daten des Nürnberger Umweltamts zur hiesigen Klimaentwicklung und Mitteilungen des hiesigen Bundes Naturschutz untermauern diese Eindrücke fachlich und sachlich.
Mit freundlichen Grüßen
xxx Lokalredaktion
Information des Autors: Anbei die aktuelle Hinterlegung des Nürnberger Umweltamtes zum Niederschlag:
Niederschlagsentwicklung: Anders als bei der Temperatur lässt sich beim Niederschlag bislang kein klarer Trend einer Klimaveränderung feststellen … Auch hinsichtlich der einzelnen Monate und Jahreszeiten lassen sich keine eindeutigen Trends feststellen. Die von den Klimamodellen prognostizierten trockneren Sommer und feuchteren Winter sind in den Messdaten bislang nur ansatzweise zu erkennen (leichte Zunahme im Januar, leichte Abnahme im Juni und August).

Starkregenereignisse: Ebenso ist bislang kein signifikanter Trend einer Zunahme von Starkregenereignissen in Nürnberg zu erkennen.

Und nochmals der Verlauf des Jahresniederschlags einer der längsten Klimamessreihen in Franken:

Bild 5 Verlauf des Jahresniederschlags der Messstation(en) Bamberg. Vom Autor anhand der DWD-Daten erstellt


Bild 6 Bayern, Jahresniederschlag und 30-jähriger Mittelwert

Die Steigerung

Man denkt sich manchmal, schlimmer kann es doch nicht mehr werden. Irgendwo findet doch alles einmal seine Grenze. Leider hatte Einstein auch darin recht behalten, dass es doch etwas gibt, was grenzenlos sein könnte:
THE EUROPEAN 18.06.2020:
Kinder klagen gegen Deutschland wegen Klimawandel
Junge Klimaaktivisten klagen gegen Deutschland: Die Bundesregierung mache zu wenig für den Klimaschutz und gefährde die Zukunft der jungen Generation. Vermutlich im Juni wird der Ausschuss für Kinderrechte darüber entscheiden, wie es weitergeht. Ein Beitrag von Juliane Kippenberg und Katharina Rall.
… Der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes selbst hat die schädlichen Auswirkungen der Klimakrise auf die Kinderrechte anerkannt, unter anderem in seiner Sondersitzung über Kinderrechte und Klimawandel in der Pazifikregion im März 2020 ..

Es empfiehlt sich, die Klageschrift anzusehen. Jeder, der sich rund um den Globus von einem Unwetterereignis betroffen fühlt, braucht nur zu erklären, dass dies nur aufgrund der bösen, westlichen Emissionen passieren konnte und seine „Betroffenheit“ ein sicherer Beleg für den von diesen verursachten Klimawandel ist. Es reicht auch, wenn man welche kennt, die welche kennen, wie die große GRETA, die sich natürlich ebenfalls unter den klagenden Kindern findet.

Frau Merkel „rannte“ damals auch geradezu nach Marokko, um den UN-Migrationspackt mit ihrer Unterschrift – und dem Geld der schon länger hier lebenden Bürger – zu „segnen“ und zu bestätigen, dass dies selbstverständlich rechtens sei.

Zur Erinnerung
Die schlimme Phase der Hexenverfolgung dauerte mehrere Hundert Jahre. Während der gesamten, langen Zeitdauer kam keine Hexenfachperson zu der Facherkenntnis, dass es gar keine Hexen gib. Aussagen von „Nicht-Fachpersonen“ wurden konsequent ignoriert (sofern diese solche Aussagen überhaupt überlebten).
Erst als es finanziell nicht mehr lukrativ war, Hexen aufzuspüren (die Betroffenen mussten ja alles, inclusive ihrer Foltern bezahlen bis auch der allerletzte Rest eventuellen Vermögens aufgebraucht, beziehungsweise unter den Hexenjäger-Fachpersonen und deren Unterstützer aufgeteilt war), wurde die Erkenntnis unter Protest „übernommen“. Allerdings nur, weil die Kirche(n) nicht mehr die Macht zur Durchsetzung ihrer „Fachexpertisen“ hatten.

Dass das Sehen und Entdecken von „Klimawandel“ lukrativ wurde, ist gerade zwanzig Jahre her. Und das Lukrativste – die CO2-Steuer und CO2-Folgeschäden-Strafzahlungen an „betroffene“ Länder, die in den UN-Gremien inzwischen die absoluten Entscheidungsmehrheiten haben – hat gerade erst richtig begonnen – parallel mit der Verdummung der jungen Generation durch das Freitagshüpfen …

So viel zum Versuch einer Vorhersage, wie lange dieser Spuk noch dauern kann.

Quellen

[1] Lokalausgabe der Nordbayerischen Nachrichten vom 18.06: „CO2-Verbrauch deutlich gedrosselt“, Kommentar „Wir stecken schon mitten im Klimawandel“

[2] EIKE 15.06.2020: Das anthropogene CO2-Emissions-Experiment
[3] Deutscher Bundestag: Breite Mehrheit gegen einen Anti­extremismus-Antrag der AfD
[4] Tichys Einblick: Stuttgart: Brutale Ausschreitungen – Antifa als Rädelsführer?
[5] EIKE 28. 08.2019: Zentraler Desinformations-Funk – Lügen gehen weiter: ZDF zu Klimawandel und Bränden im Amazonas
[6] Spiegel 04.01.2013: Radikales Professoren-Plädoyers „Todesstrafe für Leugner des Klimawandels“




Wo unser Wetter entsteht – Halbwahres und Halbgares von Sven Plöger in der ARD

Teil 1 – oberflächlich und unvollständig, eine Sendung verpasster Chancen
Dieser Teil begann durchaus verheißungsvoll. Sven Plöger erläuterte, warum das Wetter im Gebirge so viele Todesopfer forderte, erklärte die kühlende Wirkung der Eiger-Nordwand, die Entstehung von Stau und Föhn, Berg- und Talwind und die gefürchtete 5-b-Wetterlage sowie die Lawinen-Problematik. Anschaulich erläuterte er auch die Ursachen für die enorme floristische Artenvielfalt der Alpen und die extremen Wachstumsbedingungen der Pflanzen. Leider riss er diese Themen nur an und baute sie nicht aus; solch bekannte Phänomene wie Föhn-Wolken, Ora, Bise, Mistral, Schirokko, welche alle im Umfeld der Alpen stattfinden und von diesen beeinflusst werden, fanden keinerlei Erwähnung, auch fehlte die äußerst spannende Thematik der herbstlichen und winterlichen Inversionswetterlagen. Überhaupt glitt die Sendung nach etwa 25 Minuten ins Folkloristische, Banale, Halbwahre und Thesenhafte ab. Fürchtete Herr Plöger vielleicht, zu viel Faktenwissen könne man dem an seichte, öffentlich-rechtlich Unterhaltung gewöhnten Publikum nicht zumuten – obwohl doch immer so viel vom Bildungsauftrag die Rede ist? Reichlich Zeit widmete er den Schweizer Wetterschmöckern, die zwar nichts zur Wetterentstehung beitragen, sich dafür aber am schwierigen Thema der Langfristprognosen aufreiben – eigentlich ein Thema für eine extra Sendung. Sehr gewagt und reißerisch auch seine These, ohne Alpen würde unser mitteleuropäisches Klima dem von Nordamerika ähneln. Das ist eine ziemliche Übertreibung und bestenfalls eine Halbwahrheit. Zum Beweis des Gegenteils reicht schon ein Blick auf die Weltkarte aus: Das Mittelmeer, viel kleiner und weiter nördlich gelegen als der Golf von Mexiko und die Karibik, ist bei weitem keine so potente Wärmequelle, und um die unser Klima dominierenden Westwinde „abzuschaffen“, müsste sich von Spanien bis mindestens Schottland ein durchgehendes Hochgebirge als „Ersatz-Rockies“ erstrecken. Auch der Ural müsste deutlich verbreitert und etwas erhöht werden, um die Appalachen zu simulieren; weiterhin müssten Nordmeer, Nordsee und Ärmelkanal samt Golfstrom als winterliche Wärmequellen verschwinden, nur so könnten ähnlich eisige Winterstürme aus Nordwest bis Nord toben, wie in den Prärien Nordamerikas. Recht halbgar wirkt auch seine These, das unterschiedliche Klima auf der Alpennord- und Südseite habe die unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklung verursacht – Wohlstand im Norden, Armut und Siedlungsverfall im Süden. Das dürfte bestenfalls eine Nebenrolle gespielt haben – kurioserweise liefert Sven Plöger die wahre Erklärung gleich mit: Im Norden (Österreich) verhinderte ein anderes Erbrecht die Zerteilung der Ländereien und Höfe, und es wurde massiv in Infrastruktur sowie den Tourismus investiert. Dass das in Italien (Piemont) bei einer verantwortungsvolleren Politik auch möglich gewesen wäre, verschweigt er lieber – schließlich sollen die Fernsehzuschauer nicht nur brav ihre GEZ-Gebühren, sondern über die EU auch für das Missmanagement südlich der Alpen bezahlen. Summa summarum wieder einmal eine verpasste Chance für wirkliches Bildungsfernsehen – immerhin zeigten die ersten Sendeminuten, dass man Faktenwissen durchaus spannend und unterhaltsam vermitteln kann.
Teil 2 – viel längst Bekanntes zu den Folgen des Klimawandels
Wetter ist der augenblickliche physikalische Zustand der Atmosphäre eines Ortes, Klima über lange Zeiträume gemitteltes Wetter. Schon im Teil 1 werden beide miteinander vermengt, was sich nicht immer vermeiden lässt, aber der zweite Teil wird dem Hauptthema der Sendung „Wo unser Wetter entsteht“ gar nicht mehr gerecht. Immerhin trifft er den Untertitel „Wie der Klimawandel die Alpen verändert“ thematisch vergleichsweise objektiv, sachlich und ohne wesentliches ideologisches Geschwätz; das Wörtchen „aktuelle“ vor Klimawandel fehlte allerdings. Die behandelten Sachthemen sind freilich lange bekannt und schon oft gesendet worden – Gletscherschmelze und Wassertaschen, Berg- und Felsstürze, tauender Permafrost, Boden- und Vegetationsveränderungen sowie die Schmälerung der Wintersportmöglichkeiten. Wie wirkt sich der aktuelle Klimawandel auf die Häufigkeit und die Intensität der Stau- und Föhnwetterlagen sowie der Inversionslagen aus? Wie stark war die Zunahme der Sonnenscheindauer, was bewirkte diese Zunahme? Warum wurden die Winter in den Nord- und Zentralalpen seit den späten 1980er Jahren als einzige Jahreszeit nicht wärmer? Werden die Niederschläge, besonders im Sommer, wirklich extremer? Was er versäumte, soll hier zumindest teilweise nachgeholt werden:

Abbildung 1: Keine winterliche Erwärmung seit 1987/88, hier am Beispiel der Stationen Zugspitze und St. Bernhard gezeigt; Selbiges trifft auch auf weite Teile Österreichs besonders in den höheren Lagen zu. Ursache ist eine Häufigkeitszunahme der Tage mit nördlichem Strömungsanteil, was vermehrt höhenkalte Luft in den Alpenraum führte. Selbst der sehr milde Winter 2019/20 kehrte diesen Trend, der, wie alle Trends, nicht in die Zukunft extrapoliert werden darf, nicht um. Man kann aber annehmen, dass Wintersport über drei oder mehr Monate auch künftig in geeigneten Lagen (Nordhänge über 1500 Meter Höhe gibt es in den Alpen reichlich) meist möglich bleiben wird. Es sind wohl auch unsere gestiegenen, überzogenen Freizeit-Ansprüche (Skisport möglichst schon im Oktober und noch im Mai!), welche mit der schon lange vorhandenen Realität kollidieren!


Abbildung 2: Die tendenziell stark zunehmende Sonnenscheindauer (gelb) am Sonnblick in Österreich beeinflusste die dortige Variabilität der Lufttemperaturen (pink) selbst im Jahresmittel zu mehr als einem Drittel – Sven Plöger deutet diese Problematik kurz an. Seit 1887 nahm dort die jährliche Sonnenscheindauer um mehr als 230 Stunden zu – Ähnliches zeigt sich im gesamten Alpenraum. Die weitaus stärkste Erwärmungswirkung der Sonne findet im Sommerhalbjahr statt, doch im Gegensatz zum Flachland wirkt in den Hochlagen auch die Wintersonne zumindest leicht erwärmend – Dank der besonders klaren Bergluft, der Inversionslagen und der Südhänge, welche, anders als ebenes Gelände, gerade bei tiefem Sonnenstand viel Strahlung empfangen. In AMO-Warmphasen (momentan) ist es sonniger, außerdem trugen die Luftreinhaltemaßnahmen, geänderte Wetterlagenhäufigkeiten sowie die Austrocknung der Landschaft durch Melioration und Besiedlung zur stärkeren Besonnung bei. Weil Lufttemperatur und Sonnenscheindauer sehr unterschiedliche Größen sind, mussten sie zur Veranschaulichung in einer Grafik in Indexwerte umgerechnet werden.


Abbildung 3: Schwankende, aber keinesfalls merklich zu- oder abnehmende Sommerniederschläge in Bad Ischl (Österreich). Ähnlich sieht das an fast allen Alpen-Stationen aus. Und Starkregen oder Unwetter sind (leider schon immer!) ein wesentliches Merkmal des Alpenklimas; sie treten dort viel häufiger und intensiver auf, als im Flachland.


Sehr vorsichtig und kurz, aber deutlich vernehmbar, berichtet Sven Plöger von vergangenen Klimawandeln im Alpenraum, besonders beim Thema „Ötzi“ am Ende der Sendung. Freilich hätte gerade auch diese historisch so spannende Tatsache früherer Klimawandel etwas mehr Sendezeit verdient – es soll hier ebenfalls ergänzt werden:

Abbildung 4: Globaler Temperaturverlauf seit dem Ende der (vorerst) letzten Kaltzeit.


Abbildung 4 zeigt: Vor etwa 6500 Jahren wurden in unserer, noch anhaltenden Warmzeit, dem Holozän, die bislang höchsten Temperaturen erreicht, von denen der aktuelle Klimawandel noch weit entfernt ist. Die Alpengletscher waren damals noch kleiner als heute oder fehlten völlig; in Gletschereis eingeschlossene Baumstämme belegen diese Tatsache. „Ötzi“ wurde (vermutlich) durch eine Abkühlungsphase am Übergang zur Bronzezeit konserviert. Einer weiteren, markanten Warmphase folgten weitere Schwankungen, bis mit dem Beginn des „Römischen Optimums“ Hannibal noch im Herbst über die Alpen nach Italien einfallen konnte; Weinbau und Besiedlungstätigkeit breiteten sich aus. In der Abkühlungsphase des „Dunklen Zeitalters“ ab etwa 400 n. Chr. gingen Infrastruktur und Wissen der Römer weitgehend verloren; doch in der „Mittelalterlichen Warmzeit“ erlebten Mitteleuropa und der Alpenraum eine weitere kulturelle Blütezeit. Die „Kleine Eiszeit“ führte ab etwa 1300 zu vermehrten Unwettern und einem starken Gletscherwachstum. Noch vor kaum 200 Jahren wurde für das Anhalten der talwärts vorrückenden Gletscher gebetet, welche Siedlungs- und Nutzland bedrohten. Erst ab 1900 setzte dann der aktuelle Klimawandel ein.
Wir müssen erkennen – Klimawandel war und ist praktisch immer, doch nie passt er uns. Was in diesem insgesamt ganz passablen Teil 2 noch fehlte, war ein Hinweis auf die im 20. Jahrhundert ausufernde Bau- und Siedlungstätigkeit, welche erstens über den Wärmeinseleffekt nicht unwesentlich zum Klimawandel beiträgt, und zweitens die Wahrscheinlichkeit des Zusammentreffens von Naturkatastrophen und Menschen stark erhöht. Die Alpen sind (leider) das am stärksten zersiedelte und baulich veränderte Hochgebirge der Welt, was auch ohne Klimawandel zu Konflikten führt. Mit den Worten „ Die Alpen sind ein Hotspot des Klimawandels“ entlässt Sven Plöger den Fernsehzuschauer in den Montagabend. Doch die wirklich unbequeme, seit Jahrhunderten bekannte Wahrheit lautet: Hochgebirge sind aufgrund ihrer Geografie ein schwieriger, gefährlicher Siedlungs- und Wirtschaftsraum. Ihre Schönheit blendet uns, täuscht aber über ihre Gefahren hinweg. Unsere oberflächliche Freizeit- und Spaßgesellschaft vergisst das leider allzu oft – und jammert dann über den „bösen“ Klimawandel, wenn Lawinen, Bergstürze, Flutwellen oder Unwetter wieder einmal ihre Opfer gefordert haben.