Erneuerbare und Kernkraft: Falsche Hoffnungen und unbegründete Ängste

Aber unter den verfügbaren alternativen Energiequellen lag der Schwerpunkt hauptsächlich auf den „erneuerbaren“ Energien, und nur selten wird in den Medien die Bedeutung der Kernenergie angesprochen. Hier werden wir analysieren, welche der beiden das Potenzial hat, uns die benötigte Energie zu liefern, und die überraschenden Fakten analysieren, über welche die Menschen zu informieren sich die Medien weigern.

Wind und Sonne sind die am häufigsten hervorgehobenen erneuerbaren Quellen. Die anderen erneuerbaren Quellen (wie Biomasse und Erdwärme) sind praktisch keine praktikablen Optionen für groß angelegte Stromerzeugungen weltweit und daher kaum von Interesse für ein großes Land, das es mit seiner Energieunabhängigkeit ernst meint. Aber selbst der Hype um Wind und Solar scheint jetzt unpraktikabel zu sein.

Ich bin in einer malerischen, mit Windmühlen übersäten Landschaft aufgewachsen. Das Konzept der Windenergie war mir vertraut. Solarenergie war keine Seltenheit, denn selbst in ländlichen Gegenden Indiens gab es Häuser, die mit Sonnenkollektoren ausgestattet waren.

Was ich nicht kannte, waren die sowohl mit Wind als auch mit Solar verbunden Probleme. Ich hörte zunehmend negative Rückmeldungen von meinen Freunden, deren Industriemaschinen aufgrund der intermittierenden Energieversorgung durch diese Windmühlen beeinträchtigt waren. Die Energie aus diesen Windmühlen bereitete den Verbrauchern und Energieunternehmen viel Kopfzerbrechen.

Das liegt daran, dass sowohl Wind als auch Sonne intermittierende Energiequellen sind. Sie sind nicht in der Lage – selbst mit Reservequellen – kontinuierlich Grundlaststrom in der gleichen Weise zu erzeugen, wie ein Kohle- oder ein Kernkraftwerk. Das bedeutet, dass ohne genügend Wind oder Sonnenlicht der Mangel an Strom aus diesen Quellen durch Energie aus konventionellen Quellen wie Wärme-, Kern- und Wasserkraftwerken ersetzt werden muss. Es gibt keinerlei Anzeichen, dass sich dies in naher Zukunft ändern wird.

Kernkraftwerke hingegen sind eine bewährte und zuverlässige Quelle der Stromerzeugung. Allerdings hat die Kernenergie in den letzten Jahrzehnten wegen der Unfälle von Fukushima und Tschernobyl und der anschließenden Behauptungen über ihren unsicheren Charakter in den Medien viel Negatives erfahren.

Doch die Realität sieht ganz anders aus als die öffentliche Wahrnehmung. Der Reaktorunfall von Tschernobyl ereignete sich zum Teil aufgrund der vorsätzlich missachteten Fehlerhaftigkeit eines Reaktors der Anlage. Auch die Medien haben die Auswirkungen des Unfalls überbewertet. Den UN zufolge sind nur zwei Arbeiter bei dem Unfall ums Leben gekommen.

Physiker der UCLA [= University of California, Los Angeles] sagen, dass in der Nähe von Tschernobyl geborene Kinder bei ihrer Geburt keine erkennbaren Anomalien aufwiesen. Der Umweltschützer Michael Shellenberger erinnert uns daran, dass „die Strahlung von Tschernobyl (Unfall in der Vergangenheit) höchstens 200 Menschen töten wird, während die Strahlung von Fukushima und Three Mile Island (andere große Nuklearunfälle) Null Menschen töten wird“.

Im Gegensatz zu Wind und Sonne wurde die Kernenergie in den Medien nur extrem einseitig dargestellt, obwohl sie den erneuerbaren Energien überlegen ist. Beispielsweise stoßen Kernkraftwerke pro erzeugter Energieeinheit 300 Mal weniger Giftmüll aus als die so genannte „saubere“ Sonnenenergie. Auch die Windenergie ist mit einer Giftmarke versehen.

Außerdem ist die Kernenergie eine ressourceneffiziente Energiequelle. Windparks benötigen bis zu 360 Mal mehr Landfläche, um die gleiche Menge an Elektrizität zu erzeugen wie eine Kernenergieanlage. Während Sonne und Wind für steigende Energiepreise berüchtigt sind, produzieren Kernkraftwerke Strom zu erschwinglichen Kosten und halten die Strompreise unter Kontrolle.

Erneuerbare Energien wurden auf der Grundlage einer versprochenen Zukunft auch dann noch gefördert, wenn sie nachweislich nicht in der Lage sind, zuverlässig grundlastfähigen Strom zu liefern, und obwohl es keine nicht-fossile Reservequelle gibt, die sie unterstützt, wenn sie nicht funktionieren. Im Gegensatz dazu wurde die Kernenergie aus Sicherheitsgründen auf eine schwarze Liste gesetzt, obwohl ein bewährter Sicherheitsstandard und kein größerer Verlust an Menschenleben durch die drei schweren Unfälle in der jüngsten Vergangenheit zu verzeichnen war.

Wenn es uns wirklich darum geht, unsere Energiequellen zu diversifizieren, Energie für unsere Gemeinschaften erschwinglich zu machen, eine stabile Energiequelle zu haben, die die boomende Wirtschaft unterstützen kann, dann ist es an der Zeit, falsche Ängste abzulegen und die Kernenergie einzuführen.

Autor: Vijay Raj Jayaraj (M.Sc., Environmental Science, University of East Anglia, England), is an Environmental Researcher based in New Delhi, India. He served as a Graduate Research Assistant at the University of British Columbia, Canada and has worked in the fields of Conservation, Climate change and Energy.

Link: https://www.cfact.org/2020/11/29/renewables-and-nuclear-false-hopes-and-unfounded-fears/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Kulturelle Anreize für die Installation von Wind und Solar

Genau hier bei Climate Etc. hat in der ersten der ausgezeichneten Analysen des „Planungsingenieurs“ (bei seiner Pensionierung stellte sich heraus, dass es sich um Russ Schussler handelt, den ehemaligen Vize-PP der Übertragungsplanung bei Georgia Transmission Corporations), lobenswerterweise die Beschränktheit der technischen Analysen mit seiner allerersten Zeile hervorgehoben: „Energie-Systemplaner haben nicht das Fachwissen oder die Kenntnisse, um sagen zu können, ob die Vorteile einer Reduktion der Kohlenstoffemissionen die Kosten wert sind oder nicht. Sie sollten jedoch als Experten respektiert werden, um ein besseres Verständnis für die Auswirkungen und Kosten solcher Programme zu erhalten“.

Wer verfügt also über dieses kritische Wissen und die Fachkenntnisse in Bezug auf die letztendlichen Kosten/Nutzen? Die Antwort wird höchstwahrscheinlich lauten: niemand, denn diese Frage ist nicht nur zutiefst umstritten, sie ist auch kulturell (wie auch technisch) umstritten. In der Tat, in dem Maße, wie das überwältigende öffentliche und behördliche Narrativ über den Klimawandel der Mainstream-Wissenschaft widerspricht, ganz zu schweigen von jeder skeptischen Wissenschaft, was auch bedeutet, dass es, insbesondere in einigen Nationen wie den USA, kulturelle Gegen-Narrative gibt. Daher werden Debatten über Politik, einschließlich des Einsatzes erneuerbarer Energien, nicht legitimerweise gelöst, weil der starke kulturelle Blickwinkel eine solche Debatte korrumpiert oder polarisiert oder einfach überlagert.

Schussler erkennt diesen Kulturstreit an, indem er in der Zeile nach dem obigen Zitat sagt: „Leider haben viele Nicht-Experten, getrieben von der Furcht vor AGW, viel getan, um kritische Fragen rund um die Kosten und Möglichkeiten erneuerbarer Energien und die Realitäten im Zusammenhang mit der Bereitstellung von elektrischer Energie zu vernebeln, zu verzerren und zu ignorieren“. Auch er kehrt ganz am Ende seines Beitrags zu diesem Thema zurück: „… ich glaube, die meisten Planer und Versorgungsunternehmen erkennen an, dass die Gesamtauswirkungen auf die Gesellschaft (sofern sie nicht zur Abwendung einer Umweltkatastrophe erforderlich sind) alles in allem äußerst schädlich wären. Ich hoffe, dass die Stimmen der besorgten Versorgungsexperten nicht durch den Lärm der ‚wahren Gläubigen‘ übertönt werden oder aufgrund falscher Anschuldigungen des Eigeninteresses ungläubig sind“. Sicherlich ist ‚wahrer Glaube‘ ein kulturelles Merkmal und kann oft zu ‚falschen Anschuldigungen‘ führen. Außerdem ist der Vorbehalt „es sei denn, er wird gebraucht“, oder subtiler ausgedrückt, „wie sehr er gebraucht wird“, ein wichtiger Punkt in dem oben erwähnten Streitfall. Ein offensichtliches Bedürfnis könnte teilweise oder ganz das Ergebnis eines emotionalen Glaubens sein, bei dem die „Angst vor [C]AGW“ eine wichtige Komponente ist.

Schusslers Titel, „Mythen und Realitäten der erneuerbaren Energien“, (Hervorhebung von mir), schließt das Element ein, das die technische Analyse hinsichtlich Charakter und Wirkung letztlich nicht untersuchen kann, denn Mythen sind kulturelle Phänomene. Andere zitieren Mythen als Motivation für Erneuerbare Energien, und David Archibald geht noch weiter, indem er dieses Element direkt als „religiös“ einordnet (Religionen sind nur eine Marke kultureller Einheiten). In einem kürzlich bei Jo Nova erschienenen Artikel über erneuerbare Energien (mit Schwerpunkt auf Wasserstoff) verwendet er religiös orientierte Begriffe wie „Gläubige“ und „Regierungsenzykliken“:

Kurz gesagt, der einzige Grund, warum man Solar- und Windkraft betrachtet ist, dass Sonnenkollektoren und Windturbinen mit Energie aus Kohle zu einem Preis von 0,04 Dollar pro kWh hergestellt werden und Strom zu 0,20 Dollar pro kWh produzieren… …Man kann Solar- und Windkraft nicht zur Herstellung von Solar- und Windkraftanlagen nutzen; als solche sind sie weder erneuerbar noch nachhaltig. Und sie werden sicherlich nicht fossile Brennstoffe ersetzen, wenn die fossilen Brennstoffe zur Neige gehen.

Sogar einige Linksradikale fanden das heraus und damit den Dokumentarfilm Planet of the Humans. Also müssen sich die Kleriker der Erderwärmung, die hierzulande [in Australien] von Alan Finkel angeführt werden, immer wieder neue Inhalte ausdenken, um ihre einfältigen Gläubigen zufrieden zu stellen… …Für Wasserstoff sollen riesige Summen ausgegeben werden. Die Sprache der Regierungsenzykliken suggeriert, dass Wasserstoff eine neue Energiequelle ist, die nur noch erschlossen werden muss, um eine wunderbare Zukunft zu garantieren“.

Unnötig zu sagen, dass Archibald diesen „religiösen“ Einfluss als überwältigend negativ betrachtet und als Teil seiner Schlussfolgerung hinzufügt: „Die globale Erwärmung führt nicht zum Bau von Waisenhäusern oder Krankenhäusern. Als Religion nützt sie überhaupt nichts“. Und andere behaupten ebenfalls eine kultische/religiöse Motivation. Doch unabhängig davon, ob man Kultur nur als einen trübenden/verzerrenden Einfluss oder als eine überwältigend negative Kraft betrachtet, werden technische Analysen, die den erneuerbaren Energien kritisch gegenüberstehen, unweigerlich ins Wanken geraten oder spekulativ werden, wenn es darum geht, kulturellen Einfluss zu demonstrieren (z.B. zwischen Nationen, die in erneuerbare Energien investieren). Um hier Fortschritte zu erzielen, ist ein alternativer Ansatz erforderlich.

Es gibt weniger kritische / optimistischere Analysen der „erneuerbaren“ Sonnen- oder Windenergie, die jedoch dazu tendieren, ein gewisses Maß an Einbußen bei der Erreichung rosigerer Endszenarien zu rechtfertigen, unter der Prämisse, dass dies notwendig ist, um eine ansonsten unvermeidliche und unmittelbar bevorstehende globale Katastrophe zu vermeiden (abgesehen von der äußerst optimistischen, in der alle Veränderungen scheinbar schmerzlos sind). Doch die Mainstream-Wissenschaft hält eine solche Rechtfertigung für unbegründet (ungeachtet des oben erwähnten Kulturstreits).

In der Zwischenzeit schreitet die Umsetzung von Solar- und Windenergie rasch voran, in einigen Ländern bereits seit Jahrzehnten. Ist diese globale Umsetzung also weitgehend auf pragmatische Erwägungen zurückzuführen, die mit der Mainstream-Wissenschaft im Einklang stehen? Schließlich produzieren diese Dinger tatsächlich Strom. Oder ist sie stattdessen weitgehend auf eine kulturelle Motivation zurückzuführen, die Sonnenkollektoren und Windturbinen als bloße Ikonen für die „säkulare Religion“ eines bestimmten und katastrophalen Klimawandels verbreitet? Und das unabhängig von den Kosten, seien sie nun steuerlicher oder ökologischer Natur. Diese Frage ist lösbar, da harte soziale Daten über die kulturelle Einstellung vieler Nationen zum Klimawandel es erlauben, die nationalen Motivationen auf den Einsatz erneuerbarer Energien abzubilden.

Kulturelle Einstellungen zum Klimawandel in nationalen Gesellschaften

Frühere Beiträge hier zeigen, dass eine unterstützende Haltung gegenüber dem Klimawandel (CC) in allen nationalen Gesellschaften eine duale und systemisch starke Beziehung zur Religiosität hat. Unterstützende Antworten bzgl. des CC in der Öffentlichkeit auf ungebundene Fragen der Klima-Umfrage korrelieren mit der nationalen Religiosität, während umgekehrt unterstützende Antworten bzgl. des CC auf realitätsgebundene Fragen nicht mit der nationalen Religiosität korrelieren. Realitätsgebundene Fragen zwingen die Umfrageteilnehmer dazu, andere Realitätsfragen im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu betrachten und zu vergleichen, indem sie typischerweise gebeten werden, das „wichtigste“ X aus einer größeren Liste von Y-Fragen zu benennen, von denen eine ein Thema des Klimawandels darstellt, oder buchstäblich nur „Klimawandel“. Unbeschränkte Fragen erzwingen eine solche vergleichende Wahl nicht. Unter Verwendung einiger Datenreihen aus den früheren Beiträgen fasst Diagramm 1 unten diese doppelte Beziehung zusammen. Für viele Nationen und gegen die nationale Religiosität aufgetragen, zeigt es die CC-unterstützenden öffentlichen Antworten, gemessen (und für die gestrichelten Linien intuitiv) für unterschiedliche Stärken sowohl der ungebundenen als auch der realitätsgebundenen Umfragen.

Die Stärke für die ungebundenen Fragen (blaue Linien) spiegelt wider, wie sehr diese auf die emotionalen und existentiellen Werte der Kultur des katastrophalen Klimawandels (CCCC) ausgerichtet sind und wie sehr dies auf das Persönliche abzielt. Eine andere Art, über diese Stärke nachzudenken ist, wie voreingenommen die Fragen auf den CCCC ausgerichtet sind, wobei der emotionale Inhalt ein Merkmal der Voreingenommenheit und nicht der Rationalität ist. Die Stärke für Fragen mit Realitätseinschränkungen (orangefarbene Linien) spiegelt die Enge der Einschränkung wider. Die Auswahl des „wichtigsten“ Einzelthemas von 12 ist beispielsweise eine stärkere Einschränkung der Realität, ein stärkerer Konflikt mit den anderen Themen, als beispielsweise die Auswahl der Top 3 von 12, die wiederum stärker ist als die Top 5 von 12. Tabelle 1 am Ende dieses Beitrags zeigt, welche tatsächlichen Fragen der Umfrage zum Klimawandel die Datenreihen generiert haben, die jede Zeile repräsentiert (jede Zeile wird nur als eigenständige Trendlinie dargestellt), zusammen mit den zugehörigen r/r²/p-Werten.

Die wichtigste Schlussfolgerung aus diesen Tendenzen lautet, dass – wie aus ihrer starken Beziehung zur Religiosität (einem rein kulturellen Phänomen) hervorgeht – die Einstellung zum Klimawandel in den verschiedenen Nationen ebenfalls kulturell geprägt ist. Tatsächlich sind sie das Nettoergebnis der Interaktion zwischen zwei Kulturen, d.h. CCCC und Religion. Das bedeutet also, dass sie nicht auf Rationalität (kulturelle Einstellungen sind emotional getrieben) oder auf etwas Physisches wie die Eigenschaften des Klimasystems oder die besonderen Klimabedingungen oder Klimaexpositionen von Nationen zurückzuführen sind oder auf Ansichten, die von der allgemeinen (oder einer anderen) Klimawissenschaft vertreten werden.

Mit Ausnahme einer historischen Koinzidenz (jährliche Sonnenscheindauer – siehe später) würden keine Angelegenheiten, die unter diese Kategorien fallen, eine systemische Beziehung zur Religiosität aufweisen. Und mit Sicherheit kann keine gleichzeitig Korrelation und Antikorrelation auftreten, die nur von der Art der gestellten Frage abhängt; dennoch ist dies bei kulturellen Antworten durchaus möglich. Diese Dualität wirft offensichtliche Widersprüche auf. Zum Beispiel treten maximale Klimabedenken (rechte Enden der blauen Trends in Grafik 1) in denselben Nationen auf wie minimale Unterstützung für Klimamaßnahmen / Priorität (rechte Enden der orangenen Trends). Aber solche offensichtlichen Widersprüche sind für kulturelle Ursachen nicht ungewöhnlich. Aus der vorherigen Serie bei Climate Etc. siehe: Apparent Paradoxes in the relationship of Climate ‘Concerns, Skepticism, Activism, and Priority’ explained by Religiosity [etwa: Scheinbare Paradoxe in der Beziehung von Klima-‚Sorgen, Skepsis, Aktivismus und Priorität‘, erklärt durch Religiosität].

Tatsächlich ist die Gesamtsituation komplexer als in Schaubild 1 dargestellt. Weitere Erläuterungen findet man in der unten verlinkten Zusammenfassungsdatei (und vor allem in Diagramm 2 dort, nicht im Hauptbeitrag), die durch weitere Reihen und Merkmale visualisiert wird, die dem obigen Diagramm 1 hinzugefügt wurden. Es bleibt jedoch die Schlussfolgerung, dass die Einstellung zum Klimawandel in den verschiedenen Ländern hauptsächlich kulturell bedingt ist, also weder von der Rationalität noch von physischen Faktoren abhängt. [Hinweis: Die beigefügte Zusammenfassung ist konzentrierter und leichter verständlich als die 3 oben verlinkten früheren Beiträge. Was die USA betrifft, siehe die Notiz ganz am Ende dieses Beitrags].

Motive für das Engagement für erneuerbare Energien untersuchen

Falls ein bestimmtes Thema von kulturellen Einstellungen dominiert wird, sollten Ausgaben und politische Unterstützung innerhalb dieser Domäne letztlich in diesen Einstellungen verwurzelt sein. Ausgehend von den oben genannten kulturellen Einstellungen zum Klimawandel müssen wir nun die Beziehungen über Nationen hinweg und zwischen denselben sowie dem tatsächlichen Einsatz erneuerbarer Energien untersuchen. Es ist nicht so, dass die Massenöffentlichkeit hinausstürmt und Windkraftanlagen mit ihren Kreditkarten kauft, im Verhältnis zu ihrer nationalen Einstellung. Das tatsächliche Engagement funktioniert über Eliten, die Politik machen. Doch die Grenzen einer solchen Politik sollten immer noch im Verhältnis zu den nationalen öffentlichen Einstellungen stehen (was nicht bedeutet, dass man sich in einem absoluten Sinne ausrichtet).

Die Kultur setzt sich dafür ein, unabhängig davon, ob eine Nation eine Demokratie ist oder nicht, oder im letzteren Fall, ob es sich tatsächlich um demokratische Prozesse handelt oder nicht (z.B. wurde im Vereinigten Königreich „Gesamt-Null bis 2050“ ohne eine parlamentarische Abstimmung und im Wesentlichen ohne Kostenberechnung oder Prüfung oder sinnvolle Opposition durchgewunken). Wie in der Einleitung oben ausgeführt, ist die primäre Rechtfertigung für erneuerbare Energien in der Tat der Klimawandel. Falls also die Kultur in diesem speziellen Politikbereich die Hauptrolle spielt, sollte der Einsatz erneuerbarer Energien pro Nation von der (kulturellen) Einstellung zum Klimawandel bestimmt werden. In diesem Fall müssen wir eine sehr starke Korrelation zwischen diesen beiden Aspekten sehen.

Aber welche der oben genannten Haltungen zum Klimawandel sind relevant, wenn man sie auf nationaler Ebene mit dem Engagement für erneuerbare Energien vergleicht? Da es zumindest einen gewissen Realitätsdruck auf den Einsatz erneuerbarer Energien gibt (weil alle Nationen über Budgets verfügen und um diese konkurrieren), sollte sich, wenn schon der Ausdruck der Politik für erneuerbare Energien hauptsächlich kultureller Natur ist, dies an einem realitätsbedingten (orangefarbenen) Trend orientieren und nicht an einem ungebundenen (blauen) Trend. Da zudem das Wissen der Öffentlichkeit und auch der Eliten/Behörden über erneuerbare Energien im Durchschnitt wahrscheinlich sehr gering ist, ist der Vorbehalt bestenfalls schwach (wenn die Nachteile des Einsatzes besser verstanden würden, dann wäre der Vorbehalt stärker).

Wir sollten uns also einen Vergleich mit den Einstellungsdaten aus der „WC“-Reihe in Graphik 1 ansehen. Diese stammen aus einer umfangreichen UN-Umfrage über politische Prioritäten in vielen Ländern, wobei der Stimmenanteil für „Maßnahmen gegen den Klimawandel“ die Y-Werte der Serie bildet. Nationen aus dieser Serie können mit denjenigen verglichen werden, die in großem Umfang Solaranlagen (40 Nationen), Windturbinen (ebenfalls 40, mit 5 Nationen, die von der Solarliste abweichen) einsetzen, sowie einen gemeinsamen Satz (von 35), die beide einsetzen.

Die Betrachtung des Engagements für Wind und Solar zusammen dürfte zu einem zuverlässigeren Ergebnis führen, da jede der beiden Arten von Technologien / Politik Eigenheiten aufweisen kann, die in gewisser Weise gegen den Trend verlaufen könnten, die aber im Durchschnitt eher über der Kombination von beiden liegen (obwohl wir damit beginnen können, jede Art nacheinander zu untersuchen). In der Praxis ist es höchst unwahrscheinlich, dass es keine oder eine vollständige Korrelation gibt. Politische Entscheidungen sind sehr selten zu 100 Prozent frei von kulturellen Faktoren, aber sie wären auch selten ganz und gar kulturell. Wir können also angemessene Schwellenwerte für den Test festlegen. Wenn das „r“ für die Korrelation des Engagements für erneuerbare Energien mit einer schwach eingeschränkten Klimapolitik ~0,33 oder weniger beträgt, dann können wir sagen, dass die Kultur (per o.a. in diesen Einstellungen) nicht dominiert. Liegt das r~0,66 oder höher, dann können wir sagen, dass die kulturelle Motivation das Engagement für erneuerbare Energien sehr wohl dominiert. Wenn der Wert dazwischen liegt, dann müssen wir wohl sehen, wo und wie wir über duale Modi nachdenken müssen.

Engagement für Windkraftanlagen in 40 Ländern

Präambel: 1] Aufgrund verschiedener Auswirkungen auf die sehr langfristige soziale Entwicklung ist bekannt, dass mit einigen Ausnahmen (die hier nicht thematisiert werden) das Pro-Kopf-BIP über Länder hinweg stark negativ mit der Religiosität korreliert (siehe Graphik 1 in der Xcel-Datendatei).

2] Wenn also der Einsatz von Windkraftanlagen tatsächlich durch eine Klimabewegung vom Typ „WC“ motiviert ist, die ihrerseits negativ mit Religiosität korreliert (siehe Graphik 1), dann sollte die nationale Religiosität, aufgetragen gegen die Pro-Kopf-Kapazität der Windkraftanlagen jeder Nation, eine Funktion des Leistungstyps ergeben. Das tut sie (siehe Diagramm F2 in der EXCEL-Datendatei).

3] Leistungsfunktionen sind schwieriger zu handhaben oder unsere Testschwellenwerte für „r“ (basierend auf linear) anzuwenden.

Eine Normierung der Pro-Kopf-Windenergieanlagenkapazität auf das Pro-Kopf-BIP (ich habe das spanische BIP als willkürlichen Standard verwendet) wird also den langfristigen Effekt der Religiosität auf die Gesellschaften und jede ungleiche Erfüllung der Motivation beseitigen (dieselbe Motivation, also ~Bruchteil des BIP, wird mehr Windenergieanlagen kaufen, wenn das BIP größer ist). Dies setzt also unsere Erwartung zurück auf eine lineare Funktion…

Graphik: Über die 40 Nationen hinweg zeigt der Stimmenanteil der UNO für „Maßnahmen gegen den Klimawandel“ (aus den „WC“-Daten) im Vergleich zum normalisierten Pro-Kopf-BIP (bis 2018) eine +ve-Korrelation zwischen der Kapazität von Windkraftanlagen und der Bevölkerung. Dies deutet darauf hin, dass Windturbinen signifikant durch eine kulturelle Einstellung zum Klimawandel vom Typ „WC“ motiviert sind:

Ein „r“ von 0,64 verfehlt knapp unsere Testschwelle für Dominanz; aber das ist erst die halbe Wahrheit. Und es sieht so aus, als gäbe es Eigenheiten in Bezug auf einzelne nationale Richtlinien für den Windeinsatz. So hat z.B. die Tschechische Republik trotz eines hohen Votums für „Maßnahmen gegen den Klimawandel“ sehr wenig. Und mit einem etwas geringeren Stimmenanteil scheint Portugal dennoch eine enorme Windkapazität zu haben. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mit steigender Motivation nach rechts, vor allem jenseits der grünen Linie, die Bandbreite der Ausprägung pro Windkraftanlagen zu wachsen scheint. Dies ist wahrscheinlich auf eine umfangreichere und gezieltere Politik im Bereich der erneuerbaren Energien zurückzuführen, die sich daher von der Begeisterung für Windkraftanlagen bis hin zu einem minimalen Einsatz ausbreitet, weil andere erneuerbare Energien stattdessen eine höhere Priorität erhalten oder nicht (z.B. Solar, Biomasse usw.). Um besser gegen die Auswirkungen gezielter Maßnahmen zu isolieren, können wir also die identische Analyse für den Einsatz der Solarenergie in den Mix aufnehmen.

Engagement für Solarenergie in 40 Ländern

Präambel: 1] Die äquivalenten Diagramme für F1 und F2 im Fall der Windkraftanlage sind F3 und F4 (siehe die Excel-Datei).

2] Bei der Solarenergie gibt es jedoch ein zusätzliches Problem, nämlich dass wir die MW, die jede Nation eingesetzt hat, entsprechend ihrer jährlichen Sonnenscheinstunden anpassen müssen. Andernfalls wird ein und dieselbe Ausgabe (wobei die Ausgabe der Motivation entspricht), daher die Bezeichnung MW, in verschiedenen Ländern pro Jahr unterschiedlich viel Strom produzieren. In Diagramm 4 wird also die eingesetzte Solarkapazität (auf Spanien) für die jährliche SonnenscheindauerP1 normalisiert.

Grafik: Über die 40 Nationen hinweg (5 davon verschieden vom Windturbinensatz) zeigt der Stimmenanteil der UNO für „Maßnahmen gegen den Klimawandel“ (aus den „WC“-Daten) im Vergleich zum BIP pro Kopf – normalisierte jährliche sonnenbereinigte Solarkapazität/Bevölkerung (bis 2018) – eine +ve Korrelation. Siehe Schaubild F7 in der Excel-Datendatei. Dieses Diagramm ist dem obigen Diagramm 2 sehr ähnlich, wobei rechts von der grünen Linie ein größerer Schwankungsbereich bei der Solarenergie zu erkennen ist. Allerdings sind innerhalb dieses Bereichs andere Nationen als in Diagramm 2 entweder hoch oder niedrig, da die Eigenheiten der Solarenergie anders sind als die der Windkraftanlagen.

Ein „r“ von 0,48 ist etwas niedriger als für Windturbinen allein; ein Großteil der Reduzierung scheint darauf zurückzuführen zu sein, dass Japan trotz nur geringerer Klimabedenken verrückt nach Solaranlagen geworden ist, während Schweden trotz sehr großer Klimabedenken sehr wenige Solaranlagen hat. Aber auch dies ist nur die Hälfte der Geschichte. Wenn wir die Ergebnisse für beide Technologien kombinieren, erhalten wir ein robusteres Bild der Motivation für erneuerbare Energien insgesamt.

Engagement für kombinierte Wind-/Solar-Erneuerbare Energien in 35 ( gewöhnlichen) Nationen

Über 35 Nationen hinweg zeigt Diagramm 3 unten den Stimmenanteil der UN für „Maßnahmen gegen den Klimawandel“ (aus den „WC“-Daten) im Vergleich zum BIP pro Kopf der Bevölkerung (bis 2018). Die Korrelation +ve hat sich verbessert. Das „r“ liegt nun bei 0,73 und übertrifft die obere Testschwelle um Einiges.

Die größere Streuung der Nationen an der RHS hat sich erheblich verringert (mit Ausnahme von Deutschland), was mit der erwarteten Gesamtmotivation für erneuerbare Energien übereinstimmt, die sich jedoch für eine bestimmte einzelne Nation viel stärker in Windturbinen als in Solaranlagen ausdrücken kann oder umgekehrt. Die Linse, mit der wir in erster Linie sehen konnten, dass die Einstellung zum Klimawandel kulturell bedingt ist, d.h. die Religiosität der Nationen, ist in Diagramm 3 farblich gekennzeichnet. Diese fällt von links nach rechts, wenn auch unscharf, weil neben einem zufälligen Rauschen auch eine kleine sekundäre Variable im Spiel ist, die sich auf die Religiosität, wie sie in dieser Ansicht zu sehen ist, auswirkt (siehe Postskript 2).

Diskussion

Ungeachtet eines gewissen Nutzens ist die Hauptmotivation für Wind- und Sonnenenergie kulturell geprägt. Daher ähneln ihre Anlagen eher Kirchen als Kraftwerken. Das bedeutet auch, dass der Einsatz erneuerbarer Energien pro Nation, genau wie die kulturelle Einstellung, in der sie verwurzelt ist, in direkter Gegenkorrelation zur Religiosität steht; siehe Postskriptum 2.

Es scheint zwar sehr intuitiv, dass sich die nationalen Einstellungen zu Maßnahmen gegen den Klimawandel mit der entsprechenden Bereitschaft für erneuerbare Energien decken würden, aber wenn man direkt auf die Halsschlagader zusteuert, wird man vielleicht nicht genau verstehen, wie genau man vergleichen soll (oder es wäre zumindest wahrscheinlicher, dass man dabei einen Fehler macht) oder was das Ergebnis tatsächlich bedeutet. Ohne den Nutzen des Gesamtbildes in Graphik 1 und der damit verbundenen kulturellen Bedeutung hätten wir zum Beispiel nicht gewusst, dass diese Einstellungen nicht der Rationalität geschuldet sind. Außerdem hätten wir am Ende vielleicht die Einstellungen aus einer ungebundenen Klimaumfrage verglichen und würden uns immer noch fragen, warum mehr Erneuerbare Energien mit dramatisch weniger Sorge um den Klimawandel korreliert. Und die Schritte in den obigen Präambeln bestätigen in nützlicher Weise die Rolle des Pro-Kopf-BIP und der Sonnenscheindauer.

Anmerkung: Ein weitverbreitetes öffentliches Wissen über Fragen der erneuerbaren Energien würde die politischen Zwänge verstärken und wahrscheinlich die Motivation von der „WM“-Linie in Schaubild 1 auf die „FC“-Linie absinken lassen. Anmerkung: Dieser Beitrag sagt weder etwas über den tatsächlichen physischen Klimawandel noch über die Mainstream-Wissenschaft hierzu aus (was den Erzählungen der CCCC widerspricht). Es geht nur um die Haltung der Öffentlichkeit und deren Haltung bzgl. der Politik für erneuerbare Energien.

Michael Shellenberger, der Umweltschützer, der sich unermüdlich für die Kernenergie als Lösung für unseren Energiebedarf einsetzt, sagt Folgendes über die Erneuerbaren Energien (und er spricht vor allem von Solar- und Windkraftanlagen): „Für mich stellt sich jetzt die Frage: Jetzt, da wir wissen, dass die erneuerbaren Energien den Planeten nicht retten können, werden wir zulassen, dass diese denselben weiter zerstören“? Eine Einsicht, die mit der Tatsache übereinstimmt, dass der „Zweck“ kultureller Erzählungen darin besteht, emotionales Engagement zu gewinnen, das wiederum nur dazu dient, die kulturelle Gruppe zusammenzuhalten; für diesen eigentlichen Zweck ist es irrelevant, dass die daraus resultierenden Handlungen ihren erklärten Zweck untergraben oder sogar umkehren können – es geschieht.

Im Klappentext zu seinem Buch „Apocalypse Never“ spricht Shellenberger auch über den Charakter des modernen Umweltschutzes, die Motivation dahinter, die zusammen mit vielem anderen den Einsatz erneuerbarer Energien antreibt (und auch einen Netto-Widerstand gegen die Kernkraft als „Lösung“): „Was steckt wirklich hinter dem Aufstieg des apokalyptischen Umweltschutzes? Es gibt mächtige finanzielle Interessen. Es gibt den Wunsch nach Status und Macht. Vor allem aber gibt es bei vermeintlich säkularen Menschen den Wunsch nach Transzendenz. Dieser spirituelle Impuls kann natürlich und gesund sein. Aber indem die neue Religion Angst ohne Liebe und Schuld ohne Erlösung predigt, versagt sie darin, unsere tiefsten psychologischen und existentiellen Bedürfnisse zu befriedigen“. Hervorhebung von mir.

Shellenberger bezeichnet die allgemeine Motivation zu Recht als kulturell. Er verwendet den Begriff „Religion“, wie viele andere auch, einfach deshalb, weil dies das bekannteste Beispiel für eine begrenzte kulturelle Einheit ist, zu der Menschen neigen. In Bezug auf eine „Klimakatastrophe“ im Allgemeinen stimmen die sozialen Daten völlig mit ihm überein, wie aus Graphik 1 hervorgeht (und ausführlicher an anderer Stelle, siehe die Zusammenfassung unten). Und wie oben gezeigt wurde, gilt dies auch für die spezifische Motivation hinter dem Einsatz erneuerbarer Energien.

Allerdings glaube ich, dass Shellenberger in einem Punkt Unrecht hat. Die Kultur des katastrophalen Klimas ist gerade deshalb so allgegenwärtig, weil sie wirklich tiefe psychologische Bedürfnisse befriedigt, die sich aus der Identifikation mit einer Gruppe durch emotionale und vorzugsweise existenzielle Erzählungen ergeben. Diese wiederum aktivieren tiefe psychische Mechanismen, die unsere Rationalität umgehen, sei es der Rat eines Planungsingenieurs oder irgendein anderer bloßer Grund, über welches Fachwissen, welche Erfahrung oder Analyse auch immer. Jeder oder jede Gruppe, die den gruppeninternen Erzählungen widerspricht oder sie sogar in Frage stellt, steht automatisch außerhalb der Gruppe und leistet so leidenschaftlichen Widerstand.

Postscript 1: Historischer Zufall und die Ironie bzgl. Solar

Durch den historischen Zufall, dass sich der Atheismus von Nordwesteuropa und damit von meist sehr wolkigen (im Jahresdurchschnitt) Ländern in typisch sonnigere Klimazonen ausbreitete, hat die jährliche Sonnenscheindauer der Länder eine recht ordentliche lineare Korrelation mit der nationalen Religiosität, wenn auch mit einigen größeren individuellen Ausnahmen. Siehe Schaubild F5 in der Datendatei, „r“ ist 0,56. Hinweis: Die jährliche Sonnenscheindauer pro Land ergibt sich aus den durchschnittlichen Messungen für 2 Städte (kleinere Länder) und 5 Städte (größere Länder, mit Ausnahme von 10 für Russland); siehe die Excel-Datendatei für Tabellen derselben, plus Originalquellen. Wenn also die nationalen Sonnenscheinstunden als Proxy für die nationale Religiosität in Diagramm F4 ersetzt werden, zeigt dies immer noch eine Funktion des Leistungstyps, siehe Diagramm F6 in der Datendatei. Ähnlich wie oben können wir dann dieses wrt BIP pro Kopf normalisieren und damit den einfachen Effekt der Kaufkraft (und auch ihre langfristige Beziehung zur Religiosität) entfernen. Dies zeigt die relative Priorität des Solareinsatzes (und damit die relative Motivation) für jede der Nationen.

Das Ergebnis dieser Operation, das in Graphik 4 unten dargestellt ist, zeigt eine bedeutende Ironie, die aus der kulturellen Motivation hinter den Erneuerbaren resultiert. Diese besteht darin, dass mit abnehmender jährlicher Sonnenscheindauer in den einzelnen Ländern mehr Länder sich dafür entscheiden, mehr Solar-MW pro Kopf einzusetzen – d.h. in genau den Regionen, in denen dies am wenigsten sinnvoll ist.

Die zunehmende Streuung der Nationen von rechts nach links im grünen Dreieck repräsentiert den gleichen zunehmenden Bereitschafts-Bereich in Solar, der auch in F7 zu sehen ist (siehe Datendatei), und ebenso für Windkraftanlagen in Diagramm 2 oben, der in beiden Fällen rechts von den grünen Linien deutlicher zu erkennen ist. Diese zunehmende Bandbreite ist auf eine zunehmende kulturelle Motivation für Erneuerbare Energien zurückzuführen, verbunden mit einer gezielten Politik, die für bestimmte Nationen bis zu einem gewissen Grad andere Optionen für Erneuerbare Energien gegenüber der Solarenergie bevorzugen kann.

Postskript 2: Pro-Erneuerbare-Engagement versus Religiosität

In Schaubild 1 wird die Religiosität als „Linse“ verwendet, die es uns erlaubt, zu „sehen“, dass die nationalen Einstellungen zum Klimawandel tatsächlich kulturell bedingt sind. Die beiden starken Kulturen interagieren miteinander, um die verschiedenen Tendenzen zu erzeugen, und insbesondere die Korrelation mit der Religiosität von den Klimawandel unterstützenden Antworten auf ungebundene Fragen, aber auch die Anti-Korrelation mit der Religiosität von Klimawandel unterstützenden Antworten auf realitätsgebundene Fragen ist sicherlich kaum anders zu erklären. Man würde nicht erwarten, dass diese Linse oder dieser Proxy selbst eine so robuste Korrelation mit der nationalen Verpflichtung zu erneuerbaren Energien hat wie die „WC“-Klimaeinstellung, aber es ist eine nützliche „Paritätsprüfung“, um dies grafisch darzustellen und zu zeigen, dass sie immer noch ziemlich stark sein sollte. Diagramm F9 in der Excel-Datendatei zeigt dies. „r“ liegt bei ~0,65 gegenüber der Rangliste „Renewables Commitment“ (komprimiert einige der Ausreißer ein wenig, insbesondere Deutschland) und ~0,6 gegenüber den tatsächlichen Werten. In der Praxis gibt es mehr als nur zusätzliche Zufälligkeit, wenn man durch diesen Proxy schaut.

Die Reihe der „schwächeren Merkmale“ in Graphik 1 (also „WC“ und „WA“) weisen aufgrund des Pro-Kopf-BIP jeder Nation im Verhältnis zu ihrer religiös-regionalen Gruppe eine gewisse systemische Trendvariabilität auf. Diese Variabilität wird in Diagramm F9 getreu wiedergegeben und ist darin farblich gekennzeichnet. Siehe auch die Diagramme F10 und F11, die die Übereinstimmung der Durchschnittswerte des Pro-Kopf-BIP der religiös-regionalen Gruppen zwischen den Reihen „WC“ und „Renewables Commitment“ zeigen. Eine vollständige Erklärung findet man in der Zusammenfassungsdatei, sowie einige „schwächere“ Klimaeinstellungsreihen als Volldaten-Visualisierungen, um den Roheffekt besser erkennen zu können. Eine Version der „WM“, bei der die gleichen 35 Nationen wie in Diagramm 3 verwendet werden, wobei sowohl das „hoch / niedrig-Renewables Commitment“ als auch das „hoch / niedrig“ der „GDP-per-religio-regional-group“ kodiert sind, findet man in Diagramm F8 in der Datendatei.

  1. Climate Survey Data-source: International 2019 YouGov climate-change attitudes survey.
  2. Climate Survey Data-source: European Perceptions of Climate Change (EPCC) 2016 survey.
  3. Climate Survey Data-source: UK government 2015 public attitudes tracker.
  4. Climate Survey Data-source: YouGov ‘What the world thinks’ (2016), composite with ‘Special Eurobarometer 459’ (2017).
  5. Climate Survey Data-source: The huge 2015 UN ‘My World’ poll with ~10 million participants across many nations.
  6. Climate Survey Data-source: Climate questions in the Reuters / University of Oxford ‘Digital News Report 2020’ survey.
  7. Original Excel chart: ‘3xy’ here (24 nations, x/y reversed, raw X scale, delete US & Vietnam rows).
  8. Original Excel chart: ‘1yx’ here (22 nations, debiased X scale), ‘2xy’ here (24 nations, x/y reversed, raw X scale, delete US & Vietnam rows).
  9. Original Excel chart: ‘F1yx’ here (22 nations, debiased X scale), ‘4xy’ here (24 nations, x/y reversed, raw X scale, delete US & Vietnam rows).
  10. Original Excel chart: See ‘3yx’ here (red crosses, and just left of chart, column G and J for data).
  11. Original Excel chart: See ‘F6’ here (and superimposed on other series, chart 3yx just to the left).
  12. Original Excel chart: See ‘4yx’ and ‘5yx’ here (4yx faith color-coded, 5yx religio-regional color-coded).
  13. Original Excel chart: Not on the Internet yet, see Footnote 9 in the attached Summary File below.

Link to Summary File regarding the generic relationship between national religiosities and attitudes to climate change: [SUMMARY Religiosity Predicts CC Beliefs 2]

Link zur Zusammenfassungs-Datei bzgl. der allgemeinen Beziehung zwischen nationalen Religiositäten und Einstellungen zum Klimawandel: [SUMMARY Religiosity Predicts CC Beliefs 2].

Anmerkung: die obige Datei enthält einen kurzen separaten Abschnitt über die Situation in den USA, wo es einen 4-Wege-Kultur-Gegensatz gibt (die zusätzlichen Akteure sind die Kulturen Republikaner / Konservative sowie Demokraten / Linke). Siehe Fußnote 14 in der Datei. In den anderen 59 erfassten Nationen gibt es einen einfacheren 2-Wege-Kulturgegensatz (d.h. religiöser Glaube sowie katastrophale Kultur des Klimawandels). Es gelten jedoch die gleichen Grundprinzipien, so dass der aus den 59 Nationen abgeleitete Rahmen einen gewissen Einblick in die Lage der USA ermöglicht. Ich werde dies vielleicht in einem späteren Beitrag näher ausführen. Außerhalb der USA stellt die Religiosität als Prädiktor der nationalen Einstellung zum Klimawandel alle netto-politischen Überlegungen in den Schatten. (Und nebenbei bemerkt ist innerhalb der Nationen in dieser Frage die Polarisierung aufgrund der politischen Zugehörigkeit viel geringer als in den USA; verschiedentlich in der Literatur wird die Situation in den USA als außergewöhnlich bezeichnet).

Link zum Excel Datafile: [Wind and Solar motivations Data]

Link: https://wattsupwiththat.com/2020/11/25/cultural-motivations-for-wind-and-solar-renewables-deployment/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Wassertempe­ratur der Ozeane: Aktuali­sierung

Die allgemeine Definition des Begriffs „Klima“ beschreibt eine insgesamte Änderung der Temperatur oder des Niederschlags über einen Zeitraum länger als 30 Jahre. 100 Jahre wären viel besser. In diesem Zeitmaßstab erlangen Wassertemperaturen immer größere Signifikanz.

Die Ozeane bedecken 71% der Erde und enthalten 99,93% der Wärmeenergie („Wärme“) an der Oberfläche. Hier definieren wir die Erdoberfläche als alles zwischen dem Meeresboden und dem oberen Ende der Atmosphäre, ~22 km. Diese Berechnung und die notwendigen Referenzen sind in dieser Tabellenkalkulation detailliert aufgeführt. Zur Veranschaulichung der gewaltigen Auswirkungen der Ozeane sollten wir berücksichtigen, dass die Ozeane der Erde mehr Wärmeenergie enthalten als auf der Oberfläche und in der Atmosphäre der Venus, wo die Temperatur 464°C beträgt. Tatsächlich enthalten die Ozeane der Erde viermal mehr thermische Energie als die Venusatmosphäre, und dennoch haben die Ozeane eine Durchschnittstemperatur von weniger als 5°C. Eine Tabelle mit dieser Berechnung und den notwendigen Referenzen kann hier heruntergeladen werden.

Wir haben immer noch keine genauen Informationen über den gesamten Ozean, aber wir haben viel mehr als im Jahr 2016. CSIRO zeigt hier einen schönen Datensatz von 2009 mit Temperaturdaten bis 5.500 Meter (Ridgeway, Dunn, & Wilken, 2002). Die Universität Hamburg hat hier mehrjährige Daten bis 6500 Meter, aber ich konnte ihre NetCDF-Dateien mit R nicht lesen. Ich habe beide R-NetCDF-Pakete (ncdf4 und RNetCDF) ausprobiert, und keines von beiden konnte ihre Dateien öffnen. Wenn jemand weiß, wie man diese Dateien lesen kann, lassen Sie es mich wissen. In der Zwischenzeit konnten die CSIRO NetCDF-Dateien problemlos geöffnet werden, und wir können mit ihren Daten arbeiten, auch wenn sie nur ein Jahr umfassen. Abbildung 1 ist die durchschnittliche globale CSIRO-Ozeantemperatur von der Oberfläche bis 5.500 Meter.

Abbildung 1: CSIRO 2009 globale Durchschnittstemperatur von der Oberfläche bis 5.500 Meter. Datenquelle: CSIRO.

Die Temperatur fällt auf ein Minimum von 1°C in ~4.250 Metern und beginnt dann zu steigen. Die Verteilung der Temperatur in 4.500 Metern Höhe ist in Abbildung 2 dargestellt.

Abbildung 2. CSIRO Meerestemperatur auf 4.500 Metern. Die weißen Flächen auf der Karte sind flacher als 4.500 Meter.

Bei diesen Temperaturen sind Anzeichen der thermohalinen Zirkulation zu erkennen. Es ist noch unklar, wie oft das Ozeanwasser vollständig umgewälzt wird. Unter Umwälzen verstehen wir die Zeit, die das Oberflächenwasser benötigt, um vollständig mit dem Tiefenwasser einen Kreislauf zu bilden und dann wieder an die Oberfläche zurückzukehren. Dieser Prozess dauert wahrscheinlich mindestens 1.000 Jahre. Es ist der wichtigste langfristige Wärmeaustauschprozess an der Erdoberfläche. Wenn die Erde also mehr Wärmeenergie von der Sonne oder CO2 – oder was auch immer die Erwärmung verursacht – erhält, dauert es tausend Jahre oder länger, bis sie durch die Ozeane zirkuliert. Abbildung 3 zeigt eine Karte, die die Wege zeigt, die das Wasser durch die Tiefsee nimmt.

Abbildung 3. Die Hauptwege, die das Tiefenwasser auf seinem Weg von der Oberfläche in die Tiefsee nimmt und dann tausend oder mehr Jahre später wieder auftaucht. Beachten Sie, dass sich die Antarktis in der Mitte der Karte befindet. Das liegt daran, dass sich alle Ozeane nur im Südlichen Ozean treffen, der die Antarktis umgibt. Quelle: Von Avsa – Wikimedia, CC BY-SA 3.0.

Wie wir in Abbildung 3 sehen können, sinkt Oberflächenwasser im Nordatlantik und im Südlichen Ozean in die Tiefe. Dann beginnt es, um die Welt zu reisen, durch alle Ozeane. Es steigt vor allem im Indischen Ozean, im Südlichen Ozean und im Pazifik wieder auf. Da sich das Tiefenwasser aus dem Atlantik heraus bewegt, aber hauptsächlich in den anderen Ozeanen aufsteigt, hat der Atlantik einen etwas niedrigeren Meeresspiegel als die anderen Ozeane. Siehe auch (Reid, 1961). Aufsteigendes Tiefenwasser ist weiter verbreitet als absinkendes Oberflächenwasser. Diese NASA-Website enthält eine gute Diskussion und Animation der thermohalinen Zirkulation.

Abbildung 2 zeigt einige gemischte Temperaturen im südlichen Atlantik, neben Südamerika und dem südlichen Afrika, was darauf hindeutet, dass dort ein gewisser Auftrieb stattfinden könnte. Der meiste Auftrieb scheint jedoch im Pazifik, im südlichen und im Indischen Ozean zu erfolgen.

Diskussion und Fehlerabschätzung

Leider reichen gute Daten zur Meerestemperatur nur bis ins Jahr 2004 zurück. Die uns vorliegenden Daten deuten darauf hin, dass sich die Ozeane mit einer Rate von 0,4°C pro Jahrhundert [in deutscher Übersetzung beim EIKE hier] erwärmen. Die Zykluszeit der Ozeane beträgt jedoch über 1.000 Jahre, und die Aufzechnung reicht nur etwa 15 Jahre zurück, so dass dies sehr spekulativ ist. Wenn sich die Ozeane jedoch wirklich nur um 0,4°C pro Jahrhundert erwärmen, scheint es sehr unwahrscheinlich, dass die Spekulationen über eine rasche und gefährliche Erwärmung der Atmosphäre Anlass zur Sorge geben.

Das Raster von Jamstec (Hosoda, Ohira, & Nakamura, 2008), das wir für den flacheren (< 2.000 m) Teil unserer Analyse verwendet haben, liefert uns eine Fehlerabschätzung. Es handelt sich um eine Schätzung des räumlichen Fehlers, der auch als Gitterfehler bezeichnet werden kann. Mit anderen Worten, haben wir genug Daten, um die Karte genau zu erstellen? Abbildung 4 ist eine Karte dieses Fehlers nach Jahr und Tiefe.

Abbildung 4. Jamstec-Gitterfehler in Grad C. Datenquelle: Jamstec.

Wie wir in Abbildung 4 sehen können, war der Fehler im Jahr 2001 recht hoch, bis eine Tiefe von etwa 1400 Metern erreicht wurde. Bis 2004 waren Tiefen unter 1.000 Meter in Ordnung. Wie Abbildung 1 zeigt, sind Tiefen unter 1.000 Meter sehr variabel, und es werden hohe Fehler erwartet. Diese flacheren Gewässer interagieren mit dem Oberflächenwetter, insbesondere in der so genannten „gemischten Schicht“. Die gemischte Schicht ist eine seichte Zone, in der Turbulenzen eine nahezu konstante Temperatur von der Ober- bis zur Unterseite der Schicht verursacht haben. Die Dicke der gemischten Schicht variiert je nach Jahreszeit und Gebiet, liegt aber im Durchschnitt bei etwa 60 Metern. Die Temperatur der gemischten Schicht spiegelt auf komplexe Weise die Oberflächentemperatur der letzten Wochen wider.

Unserer Ansicht nach ist der Versuch, das Ausmaß und die Geschwindigkeit der atmosphärischen Erwärmung nur aus Messungen der Meeresoberflächen- und der atmosphärischen Temperatur abzuleiten, töricht und zum Scheitern verurteilt. Der wahre „Kontrollknopf“ der langfristigen Temperaturveränderung sind die Ozeane. Sie regulieren die Oberflächentemperaturen durch ihre enorme Wärmekapazität. Allein die gemischte Schicht hat über 22 Mal die Wärmekapazität der gesamten Atmosphäre bis in eine Höhe von 22 km. Die Regulierung der atmosphärischen Temperaturen durch die Ozeane gibt uns auch viel Zeit, um festzustellen, ob die globale Erwärmung wirklich eine Bedrohung darstellt. Derzeit liegen uns nur etwa fünfzehn Jahre Daten über die Meerestemperaturen vor, aber in weiteren fünfzehn Jahren werden wir Daten über einen „klimatischen“ Zeitraum haben. Wenn der Erwärmungstrend der Ozeane im Jahr 2035 immer noch weniger als ein Grad pro Jahrhundert beträgt, haben wir sehr wenig Grund zur Sorge.

Ich habe R für die Berechnungen in den Abbildungen verwendet, aber Excel, um die Grafiken zu erstellen. Wenn Sie die Details meiner Berechnungen überprüfen möchten, können Sie meinen CSIRO R-Quellcode hier herunterladen.

Link: https://wattsupwiththat.com/2020/11/28/ocean-temperature-update/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Bewertung der diesjährigen Wetterbe­dingungen in den Tropen der Nord­hemisphäre

Ich sage das jetzt, weil es in meinem Buch „The Weaponization of Weaponization of Weather in the Phony Climate War“ (Die Mobilisierung von Wetter als Waffe im Pseudo-Klimakrieg) einige Kapitel über die Covid-Klimaverknüpfungsstrategie gibt, von der ich wusste, dass sie zum Einsatz kommen würde, als wir das Ende der Covid-Situation erreichten. Aber der Punkt ist, dass diese Leute uns global über das Unheil und die Düsternis nachdenken machen wollen, die der Klimawandel ihrer Meinung nach darstellt.

1) Ja, wir hatten die meisten benannten Stürme im Atlantik. Ich war bei den Namen insgesamt unterdurchschnittlich. Ich hatte. 20 vor der Saison. Aber wir werden weiter unten herausfinden, was in einem Namen steckt, und in diesem Fall gibt es eine Geschichte hinter dem, womit Sie bombardiert werden, die Ihnen nicht erzählt wird. Wo haben wir das bloß schon mal gesehen?

2) Ja, es war das Jahr mit den größten Auswirkungen an der US-Küste (keine Überraschung, da wir ab April eine große Sache daraus gemacht haben).

Sehen Sie sich diese Auswirkungsprognose vom 7. April an. WO SIE GEHEN WÜRDEN, NICHT NUR ZAHLEN*. Niemand sonst hat dies getan, ich bin seit 2014 für Kunden da und wir zeigen es.

[*Dem Übersetzer ist nicht ganz klar, was Bastardi hiermit meint. Vermutung: Er will ausdrücken, dass er nicht nur Zahlen verbreitet, sondern auch gebietsmäßig festlegt, wo es am stärksten wird. Bastardi ist Wettervorhersage-Dienstleister und hat viele Kunden. Anm. d. Übers.]

Nun schauen Sie sich an, was passiert ist. Die Zahlen sind die Phasen der MJO, in denen diese einschlugen, um zu zeigen, dass wir durch die korrekte Vorhersage, dass wir in bestimmten Phasen für die Saison sein würden, die größten Auswirkungen auf die Saison hätten*.

[*Gleiches gilt für diesen Absatz. Vermutung: Die Zahlen geben die Anzahl der Ereignisse an, woraus Bastardi schließt, dass seine korrekte Vorhersage geholfen hat]

3) Der ACE-Index bei. 180 innerhalb unserer ACE-Reihe ab März! Der 10. höchste jemals verzeichnete Wert

Was ist der ACE-Index? Nun, während ich die von mir entwickelte Leistungs- und Wirkungsskala für viel anschaulicher halte, ist der ACE ein weitaus besseres Maß für die Wetterereignisse in den Tropen als die Anzahl der Stürme.

Hier ist eine nette Lektüre dazu.

4)Here is where it gets interesting: and what is being hidden from the public as the weaponization of this for climate change would be neutralized with these facts: The ACE/Storm. Was 6. ranking LAST, DEAD LAST, way back in Last, as far as ACE/Storm in an active season. In fact how bad was it? The AVERAGE ACE/STORM in the other 21 hyper active seasons was 12.! The closest to this year was another mega name year 2005, but that was a respectable 9. That 6 per/storm is in the bottom 25% for any year!

4) Hier wird es interessant: Was der Öffentlichkeit vorenthalten wird ist, dass die Mobilisierung der Stürme als Waffe bzgl. Klimawandel durch diese Fakten neutralisiert wird: Das Verhältnis von ACE pro Sturm* lag an 6. Stelle. Wie schlimm war das nun eigentlich? Das durchschnittliche Verhältnis ACE pro Sturm in den anderen 21 sehr aktiven Jahren lag bei 12! Das Jahr mit der zweithöchsten Zahl von Namen nach diesem Jahr war 2005 mit einem beachtlichen Wert von 9! Diese Zahl 6pro Sturm gehört zu den niedrigsten 25% für jedes Jahr*.

[*Weil dieser Abschnitt sehr frei übersetzt ist, bleibt er oben im Original stehen. Bastardi liebt es offenbar, seine Beiträge recht kryptisch abzufassen. – ACE = Accumulated Cyclone Energy. Unter dem Link oben findet man es ausführlich und m. E. auch nicht tendenziös. Anm. d. Übers.]

Die offensichtliche Schlussfolgerung für jeden objektiven Beobachter lautet: Einige dieser Stürme hätten gar nicht mit Namen versehen werden dürfen oder wären in den vergangenen Jahren nicht benannt worden. Das bedeutet mehr, aber schwächere Stürme. Es ist absolut erstaunlich, dass der ACE/pro Sturm heuer nur halb so groß ist wie der Durchschnitts aller anderen Fälle.

Nebenbei bemerkt: Wir haben gerade ein Jahrzehnt abgeschlossen, in dem wir hinsichtlich der stärksten Ereignisse auf der Saffir-Simpson-Skala seit über 100 Jahren am NIEDRIGSTEN lagen!

Aber es wird noch schlimmer, bis hin zum Hype, sozusagen. Das völlige Ignorieren der mangelnden Aktivität im Pazifikbecken. Ich höre immer wieder global dies und global das, was natürlich nur dann zutrifft, wenn man die Tatsache ignoriert, dass das Gebiet Nummer eins für den ACE so weit unter der Norm lag.

Aber bzgl. der „Waffe“ Stürme wird es noch schlimmer: Ignoriert wird die fehlende Aktivität im Pazifischen Becken. Man hört alles Mögliche über die globale Sturmaktivität, doch gilt das nur, wenn man die Tatsache ignoriert, dass das Gebiet Nummer eins bzgl. des ACE so erheblich unter normal lag: Westpazifik 52%, Ostpazifik 56%.

Zusammen bei beiden liegt der Wert normalerweise bei 426, dieses Jahr wurden 226 verzeichnet. Ergo: Das Becken mit einem vier mal so hohen Durchschnitt wie der Atlantik wurde nur 53% des Normalwertes erreicht. Für die Nordhemisphäre insgesamt war es 80%. Folglich lag der ACE trotz der starken Saison im Atlantik GLOBAL UNTER dem Mittelwert.

Es steht also außer Frage, dass die Auswirkungen der westlichen Hemisphäre eine riesige Blase heißer Luft ist, über den man sprechen sollte. Aber wenn Sie die Perspektive und das Gesamtbild wollen, gibt es viel, was der Idee widerspricht, dass dies ein Beispiel für eine Art atmosphärische Apokalypse ist. Die Natur findet einen Weg, die Dinge auszugleichen, egal wie viel Geld wir aus unserer wirtschaftlichen Lebensader abziehen wollen, um sie zu verändern.

Natürlich scheint die Medaille, die heute umgedreht wird, wenn es darum geht, Ideen voranzutreiben, immer in eine Richtung zu gehen, nämlich Hysterie zu schüren. Kommt Ihnen das bekannt vor?

Autor: Joe Bastardi is a pioneer in extreme weather and long-range forecasting. He is the author of “The Climate Chronicles: Inconvenient Revelations You Won’t Hear From Al Gore — and Others” which you can purchase at the CFACT bookstore. His new book The Weaponization of Weather in the Phony Climate war can be found here: www.phonyclimatewar.com

Link: https://www.cfact.org/2020/11/27/summing-up-the-northern-hemisphere-tropical-season/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Winter 2020/21 – darf es diesmal etwas kälter sein?

1. Die Bauernregeln

2020 verlief der September relativ warm. In solchen Fällen könnte die Regel „Ist der September gelind, bleibt der Winter ein Kind.“ zutreffen. Allerdings zählte dieser September nicht zu den 15 wärmsten in Deutschland; daher ist Vorsicht geboten; zumal sein Luftdruck wegen einer intensiven Tiefdruckphase in der letzten Dekade nur leicht überdurchschnittlich war.

Ist Martini trüb und feucht, wird gewiss der Winter leicht.“ Um den 10.11.2020 herrschte im Tiefland meist mildes, trübes, trockenes Wetter; am Nordrand der Berge, auf diesen und im Westen war es aber teils sonnig. Wegen der Kalenderreform von 1583 (10 Tage Verschiebung aller Lostage) ist auch die Witterung um den 20.11. beachtenswert, welche trüb-feucht war. „Elisabeth (19.11., diesmal wolkig, Regenschauer, fast normale Temperaturen) sagt an, was der Winter für ein Mann“. „Wie’s Wetter an Kathrein (25.11., diesmal nach Nachtfrost fast normal temperiert, trocken, stellenweise sonnig), so wird es auch im Januar sein.“ Solche Regeln haben nur einen sehr groben Wahrheitswert. Insgesamt trafen auf das Unglücksjahr 2020 auffallend wenige Bauernregeln zu; diese wenigen deuten nur vage auf einen milden bis normalen Winter hin.

[Ausführlich auf das Thema Bauernregeln geht dieser Beitrag ein.]

2. La Nina oder El Nono – was bedeutet das?

Bislang herrschen im Herbst 2020 im tropischen Südost- Pazifik einschließlich der Südamerikanischen Küste deutlich zu niedrige Meeresoberflächentemperaturen; deutliche Merkmale für „La Nina“. Die Aussichten Richtung Winter sind aber noch unklar. Direkte Auswirkungen auf die Winterwitterung in Deutschland lassen sich aus El Nino- oder La Nina-Ereignissen ohnehin kaum ableiten; deshalb sind auch alle im Netz kursierenden Meldungen, es werde „wegen La Nina einen sehr kalten Winter in Deutschland geben“, unseriös!

3. Nachlassende Sonnenaktivität – Menetekel der Abkühlung

Direkte Sonnen- und Infrarotstrahlung schwanken nur wenig, umso mehr aber das solare Magnetfeld, die Teilchenstrahlung („Solarwind“, verantwortlich u.a. für Polarlichter), die Radiostrahlung und die von der oberen Erdatmosphäre weitgehend absorbierte kurzwellige Strahlung (Röntgen, kurzwelliges UV). Sie beeinflussen Wetter und Klima wesentlich; allerdings besteht noch Forschungsbedarf. Die Sonnenfleckenanzahl bildet die Sonnenaktivität grob ab; je mehr Sonnenflecken, desto höher die Sonnenaktivität. Die Sonnenaktivität wirkt auf verschiedenen Zeitskalen; hierzu wird intensiv geforscht. Im Jahr 2019 war die Fleckenzahl sehr gering; oftmals blieb die Sonne völlig fleckenlos, was Kältewellen in den kommenden Monaten begünstigen könnte, aber nicht zwangsläufig muss.

Dem noch intensiven 23. folgte der schwache 24. SCHWABE- Zyklus; und aktuell beginnt der ebenfalls sehr schwache 25. SCHWABE-Zyklus; im November 2020 zeigten sich aber erstmals wieder recht zahlreiche Sonnenflecken.

Das Minimum zwischen den Zyklen 24 und 25 trat also zwischen Herbst 2019 und Frühherbst 2020 ein und zog sich damit sehr lange hin. Das solare Verhalten ähnelt damit dem des DALTON-Minimums im frühen 19. Jahrhundert; einer Kaltphase, die aber auch durch eine ungewöhnlich hohe vulkanische Tätigkeit begünstigt wurde (u.a. Tambora-Ausbruch). Der Winter 2020/21 ist der siebente nach dem Maximum des SCHWABE-Zyklus. Die 12 Vergleichswinter seit 1881/82 liegen mit etwa +0,1°C etwas unter dem Wintermittel des gesamten Zeitraumes 1881/82 bis 2019/20, das etwa 0,3°C beträgt. Von diesen 12 Vergleichswintern waren die von 1889/90, 1899/1900, 1923/24, 1953/54, 1985/86 und 1995/96 deutlich, aber nicht herausragend, zu kalt, zwei Winter waren etwa normal, vier zu mild, darunter 1974/75 und 2007/08 extrem mild. Betrachtet man alle Winter nach ihrem Rang im SCHWABE-Zyklus, so verliefen der sechste und der neunte nach dem Zyklus-Maximum im DWD-Deutschlandmittel am mildesten; freilich ist der „Vorhersagewert“ wegen des geringen Stichprobenumfangs mit Vorsicht zu genießen:

Sehr kalte Winter treten bevorzugt zum Minimum des Schwabe-Zyklus oder 1 bis 2 Jahre nach diesem auf; letztmalig 2009/10, davor 1995/96 und 1996/97 sowie 1986/87. Dreizehn der zwanzig kältesten Winter nach 1945 in Deutschland traten in der Nähe des Sonnenminimums auf, nur sieben in der Nähe des Maximums. Hier zeigt sich schon eine gewisse Verzögerung, mit der die Wintertemperaturen der solaren Aktivität folgen.

In den kommenden Jahrzehnten sinkt die Sonnenaktivität aber vermutlich weiter (neues Dalton- oder Maunder-Minimum), was weltweit abkühlend wirkt und in Mitteleuropa Meridionale Lagen (im Winter oft kalt) begünstigt. Das träge Klimasystem reagiert nur mit Verzögerungen von etwa 10 bis 30 Jahren auf die schon nach 1990 beginnende tendenzielle Abschwächung der Sonnenaktivität, so dass sich negative Auswirkungen erst ab den 2020er Jahren deutlicher zeigen werden. Vermutlich gab es deswegen bereits in den letzten 23 Jahren zwar noch eine Erwärmung in Deutschland; in Zentralengland kühlte es sich dagegen trotz der stark steigenden CO2-Konzentrationen schon leicht ab:

Insgesamt lässt die geringe Sonnenaktivität 2020 eher einen normalen bis zu kalten Winter erwarten.

4. Die Zirkulationsverhältnisse: Mehr Winter als in den Vorjahren?

Westliche Luftströmungen (Zonale Großwetterlagen) bringen milde Atlantikluft nach Deutschland, nördliche und vor allem östliche Kaltluft. Bei Süd- und Zentralhochlagen muss ein starker Wind die bodennah aus Ost einsickernde oder vor Ort immer wieder neu entstehende Kaltluftschicht vertreiben, ansonsten können auch sie im Tiefland bitterkalt sein, während es auf den Berggipfeln sehr mild ist. Der Zusammenhang zwischen der Häufigkeit der Luftströmungen mit Westanteil (Großwettertypen W, SW und NW) sowie den Wintertemperaturen in Deutschland ist sehr eng (folgende Grafik):

Für längerfristige Vorhersagen muss man die Zirkulationsverhältnisse vorhersehen können, was kaum möglich ist. Im Herbst 2020 war die Zonalzirkulation zwischen etwa dem 10.September und dem 20. Oktober fast völlig zusammengebrochen, nach kurzer Beschleunigung ab dem 3. November dann ebenfalls meist schwach entwickelt, was ein versteckter Hinweis auf einen Kaltwinter ist. Ob die seit der Jahrtausendwende zu beobachtende leichte Abnahme der Westlagenhäufigkeit in diesem Jahr eine Rolle spielt, ist mehr als fraglich. Die seit 2018 gehäuften Zirkulationsstörungen, welche auch 2020 die Westdrift zeitweise schwächten oder gar blockierten, machen gewisse Hoffnungen auf zeitweise winterliches Wetter. Wegen der aktuell herrschenden Westwind-Phase der QBO (Erklärung siehe Punkt 7) muss eine spätere Zonalisierung mit milden Westlagen leider jedoch in Betracht gezogen werden.

5. Die mittelfristigen Modelle: Kühlerer Dezember als in den Vorjahren?

Die verbesserte Kurzfrist-Vorhersagegüte (etwa 1 bis 4 Tage im Voraus) resultierte aus der Entwicklung und Verfeinerung numerischer Modelle, basierend auf Gleichungen der Thermodynamik, in Verbindung mit immer schnelleren Computern sowie mehr und besseren Mess- oder Beobachtungsdaten per Satelliten und Automaten. Für längerfristige Vorhersagen dienen sogenannte Ensemble-Modelle, bei denen man die Ergebnisse mehrerer Modell-Läufe (gerechnet mit leicht variierten Anfangsparametern) mittelt. Sie liefern keine detaillierten Vorhersagen, doch gute Abschätzungen der Luftdruckverhältnisse für etwa eine Woche im Voraus und vage für bis zu 15 Tagen. Die Ensemble-Vorhersagekarte des NOAA (USA- Wetterdienst) vom 25.11. für den 10.12.2020 zeigt tiefen Luftdruck von Island zum Eismeer, hohen Luftdruck über Iberien und westlich davon. Interessant ist der tiefe Luftdruck im östlichen Mittelmeer; er könnte die Westdrift schwächen (Quelle: NOAA). Sollte das so eintreten (noch sehr unsicher), so würde über Mitteleuropa eine mäßige, eher milde Westströmung herrschen, nach tiefem Winter sieht das zwar nicht aus, aber zumindest zeitweise könnte subpolare Meeresluft für Flockenwirbel im Bergland und vielleicht gar für nassen Schnee und häufigere Nachtfröste im Tiefland sorgen:

Allerdings zeigten die einzelnen Modell-Läufe des GFS, es gibt deren je 30 für jeden Startzeitpunkt, seit etwa dem 20.11. vermehrt Fälle, in denen zumindest zeitweise entweder hoher Luftdruck über dem nördlichen Mitteleuropa und Skandinavien herrschen soll, oder es zu einer mehr oder weniger deutlichen Troglage über Mitteleuropa und dem Mittelmeer kommt; Beides eröffnet Chancen für zumindest teilweise winterliche Verhältnisse; hier zwei Beispiele (Quelle):

Die obere Karte ähnelt einer Troglage über Mitteleuropa; Schnee wäre möglich, besonders im Bergland. Die untere Karte zeigt ein Hoch über Nordwest-Russland mit Keil nach Skandinavien, was Kälte und vielleicht auch etwas Schnee bedeutet. Leider zeigen aber auch noch einige Modell-Läufe in diesem stets extrem unsicheren „Glaskugel-Bereich“ mildes Westwetter; immerhin verlief aber der Monatswechsel Nov./Dez. recht kalt; so dass man sich größere Hoffnungen auf einen mehr oder weniger winterlichen Dezember, vielleicht gar mit der ein oder anderen „Weißen Überraschung“ bis ins Flachland, machen kann.

6. Die aktuelle Tendenz der Wintertemperaturen in Deutschland

Trends erlauben nie Rückschlüsse auf den Einzelfall und keine Extrapolation in die Zukunft. Die Wintertemperaturen entwickelten sich in den letzten gut 30 Jahren folgendermaßen:

Trotz der sehr milden Winter 2013/14, 2015/16, 2018/19 und 2019/20 sowie kontinuierlich steigender CO2-Konzentration (obere, grüne Linie) stieg das Wintermittel seit 33 Jahren als einziges Jahreszeitenmittel kaum noch, weil die schon erwähnte nachlassende Sonnenaktivität und schwächere Zonalzirkulation bereits Wirkung zeigen. Und die DWD-Daten sind nicht wärmeinselbereinigt. Einen deutlicher fallenden Trend zeigt die wärmeinselarme Station Amtsberg/Erzgebirge:

Aber die „richtige“ Kälte dürfte indes wegen der Trägheit des Klimasystems erst in wenigen Jahren bis Jahrzehnten zuschlagen („Kleine Eiszeit“). Die seit einigen Jahren wieder leicht steigende Zahl von Nebeltagen weist gleichfalls auf eine sehr langsam beginnende Abkühlung hin.

7. Die Nordatlantische Oszillation (NAO), die AMO, die QBO und der Polarwirbel – verderben uns QBO-Westwindphase und Polarwirbel mal wieder den Winter?

Der NAO-Index ist ein Maß für die Intensität der Westströmung über dem Ostatlantik im Vergleich zum Langjährigen Mittel. Positive NAO-Werte bedeuten häufigere und intensivere, im Winter eher milde Westwetterlagen. Bei negativen NAO-Werten schwächt sich die Intensität der Zonalströmung ab, bei stark negativen Werten kann sie gar in eine Ostströmung umschlagen oder meridional verlaufen. Im Juli und bis Mitte Oktober überwogen negative, danach und im August/September positive NAO-Werte bei merklichen Schwankungen (Quelle):

Mitunter verändert sich die NAO sprunghaft (schwere Vorhersagbarkeit). Die AMO (ein Maß für die Wassertemperaturschwankungen im zentralen Nordatlantik) beendet vermutlich bald ihre Warmphase. Ein kompletter AMO-Zyklus dauerte seit Beginn regelmäßiger Messungen meist etwa 50 bis 80 Jahre, somit ist in naher Zukunft ein Wechsel in die Kaltphase möglich. Mehr zum Zusammenhang von AMO, NAO und den Temperaturverhältnissen in Deutschland unter anderem hier.

AMO-Warmphasen erhöhen die Wahrscheinlichkeit für einen kalten Winter nur leicht, weil diese Konstellation kalte, nordöstliche Strömungen („Wintermonsun“) begünstigen könnte. Und die sogenannte QBO (Windverhältnisse in der unteren Stratosphäre der Tropen, die etwa alle 2,2 Jahre zwischen West und Ost pendeln), wechselte im Herbst fast in allen Schichten zur Westwind-Phase, was eher für eine Begünstigung der milden Westlagen spricht. In diesem Zusammenhang lohnt noch ein Blick auf die mögliche Entwicklung des Polarwirbels. Ein ungestörter, sehr kalter Polarwirbel im 10-hPa-Niveau (gut 25 Km Höhe, Stratosphäre) ist kreisrund und in der Arktis extrem kalt, was Westwetterlagen begünstigt, welche in Deutschland mild sind. Für den 11. Dezember wird ein Polarwirbel vorhergesagt, der relativ gut entwickelt und nur leicht gestört ist; in seinem Zentrum östlich von Grönland sollen so um die minus 84°C herrschen – leider ein wichtiges Vorzeichen für eher milde Dezember-Witterung in Mitteleuropa (Quelle: Französischer Wetterdienst):

NAO, QBO, AMO und das Verhalten des Polarwirbels deuten also auf einen eher milden bis sehr milden Winter hin.

8. Verursacht das angeblich verschwindende Arktische Meereis kältere Winter? Für die relativ kalten Winter 2009/10 und 2012/13 wurde das schwindende arktische Meereis, speziell im September, verantwortlich gemacht. Mit etwa 3,9 Millionen Km² gab es im Septembermittel 2020 nur eine etwas größere Eisfläche, als zum bisherigen Negativ-Rekordmittel von 3,57 Millionen Km² (Sept. 2012) (Daten: NSIDC, National Snow and Ice Data Center der USA). Bei AMO-Warmphasen wird mehr Wärme in die europäische Arktis eingetragen. Die minimale Eisausdehnung und die geringere Westlagenhäufigkeit der 2000er Jahre „passen“ gut zum AMO-Maximum. Genaueres Zahlenmaterial zur Eisausdehnung liegt leider erst seit 1979 vor (Einführung der flächendeckenden, satellitengestützten Überwachung). Zumindest in diesem relativ kurzen Zeitraum von gut 40 Jahren bestand ein signifikanter Zusammenhang zwischen der AMO und der Fläche des winterlichen Arktis-Meereises:

Ähnlich wie in den 1930er Jahren, als während der damaligen AMO-Warmphase ebenfalls ein Meereisrückgang sowie vor allem ein starkes Abschmelzen der Grönland-Gletscher herrschte. Näheres dazu hier. Die These „weniger Arktiseis – mehr Winterkälte in Deutschland“ ist unhaltbar; tatsächlich gibt es nur einen geringen, nicht signifikanten Zusammenhang:

Auch bei Betrachtung anderer Bezugszeiträume besteht keine signifikante Korrelation. Die aktuelle Meereisbedeckung im Vergleich zu den Vorjahren auf der Nordhalbkugel kann man hier abrufen. Laut einer Fehlprognose von Al Gore sollte der Nordpol schon im Spätsommer 2013 eisfrei sein. Näheres hier. Im Herbst 2020 setzte das Eiswachstum relativ spät und erst verhalten, ab Mitte Oktober dann beschleunigt ein, zeitweise gab es weniger Eisflächen, als im Herbst 2012; die starke Eiszunahme im Spätherbst könnte den Temperaturgegensatz zwischen niederen und hohen Breiten aber verstärken und milde Westlagen im Frühwinter begünstigen. Insgesamt hat das komplizierte, wenig erforschte Zusammenspiel zwischen Meeresströmungen, AMO, Meereis und Großwetterlagen wahrscheinlich großen Einfluss auf die Witterungsverhältnisse. Die Ausdehnung der Schneebedeckung im Spätherbst (Okt/Nov) in Eurasien hat ebenfalls keine eindeutigen Auswirkungen auf die deutsche Winterwitterung. So bedeckte der Schnee in den Spätherbsten 1968, 70, 72, 76, 93, 2002, 09, 14,15 und 16 auf der größten zusammenhängenden Landmasse der Erde eine deutlich überdurchschnittliche Fläche, doch nur die 3 Winter 1968/69, 2002/03 und 2009/10 waren danach zu kalt, während die anderen 7 zu mild ausfielen; letztmalig der von 2016/17, trotz des kalten Januars. Eine große Überraschung bot dieser Analyseteil trotzdem. Im Herbst und Winter wächst nämlich die mit Schnee bedeckte Fläche Eurasiens; nur im Frühling und Sommer nimmt sie ab. Sollte es Dank des „Klimawandels“ nicht immer weniger Schneeflächen in allen Jahreszeiten geben?? Und die wahre Ursache für die Abnahme im Frühjahr/Sommer ist nicht das CO2, sondern vermutlich mehr Sonnenschein (siehe folgende Abbildung):

9. Analogfälle (ähnliche Witterung wie 2019)

Bei dieser Methode werden die dem Winter vorangehenden Monate hinsichtlich ihres Witterungsverlaufs untersucht. Betrachtet man alle mehr oder weniger zu kalten Winter der vergangenen 4 Jahrzehnte inklusive solcher, die bei milder Gesamtwitterung mindestens eine mehrwöchige Kälteperiode aufwiesen, so gingen diesen Wintern bis auf die Ausnahme von 2011 Herbste voraus, die schon mindestens einen auffälligen Kälteeinbruch hatten. Dabei war nur selten der Herbst insgesamt zu kalt, aber er wies dann mindestens einen zu kalten Monat oder wenigstens eine markante Kaltphase auf (November 1978, 1980, 1981, 1984, 1985, September 1986, September 1990, November 1993, November 1995, September 1996, September/Oktober 2002, November 2005, September 2008, Oktober 2009, November 2010, Oktober 2012, 2015, Oktober/November 2016, September 2017). Schneite es bereits im Oktober stellenweise bis ins Flachland (2002, 2009, 2012 und 2015), so war in den ersten 3 Fällen der gesamte Winter zu kalt; 2015/16 kam es nur im Januar besonders in Nordostdeutschland zu längeren, winterlichen Phasen. Vor den meisten fast durchgängig milden Wintern (1973/74,1974/75,1987/88,1988/89,1989/90, 2006/07, 2007/08, 2013/14, 2014/15) waren die Herbste entweder rau, gemäßigt oder extrem mild; markante Kälteeinbrüche fehlten jedoch oder waren, so wie auch 2020, nur undeutlich und kurz (November 1988 und 1989). Das Witterungsverhalten im September/Oktober 2020 (Sept. zu trocken und zu warm, Oktober zu mild und zu nass) deutet eher auf einen mehr oder weniger milden Winter hin.

Zu warmen Sommern folgen meist zu milde Winter (positiver Zusammenhang). Für seriöse Vorhersagen ist diese Beziehung allein freilich viel zu schwach. Zwischen den Herbst- und Wintertemperaturen findet sich sogar ein etwas deutlicherer positiver Zusammenhang; der insgesamt recht milde Herbst 2020 deutet also eher auf einen milden Winter hin. Bei Betrachtung des Deutschland-Temperaturmittels aus den meteorologischen Jahreszeiten Sommer und Herbst zusammen ergibt sich ein bemerkenswerter Zusammenhang; besonders, wenn man nur diejenigen Zeiträume betrachtet, in denen das zu hohe Temperaturmittel von Juni bis November die einfache Standardabweichung von1881 bis 2019 erreicht oder überschreitet:

Von den 19 Fällen mit deutlich zu hohem Sommer- und Herbstmittel folgten also nur zwei zu kalte Winter; die übrigen 16 waren allesamt mehr oder weniger deutlich zu mild. Betrachtet man von diesen 19 Fällen nur die 8, bei denen auch der Sommer und der Herbst für sich ihre einfache Temperatur-Standardabweichung erreichten oder überschritten (pink markiert), so waren sogar alle ihnen folgenden Winter zu mild, darunter die extrem milden 2006/07 und 2019/20. Aber der Spätsommer 2020 (August und September) liefert dazu widersprüchliche Hinweise. Er stellte nach der Objektiven Wetterlagen-Klassifikation des DWD (seit 1979 verfügbar) mit 31 Tagen einen neuen Häufigkeitsrekord der Unbestimmten Wetterlagen (solche ohne eindeutige Anströmrichtung, als XX-Lagen bezeichnet) auf. Ähnlichen Spätsommern folgten in der Vergangenheit tendenziell kalte Frühwinter; zum Februar besteht keinerlei Zusammenhang:

Vage in die andere Richtung weist die Sonnenscheindauer des vorangehenden Frühlings und Sommers. War sie, wie auch 2020, zu hoch, so folgt tendenziell eher ein milder Winter. Lohnender ist ein Blick auf die mittlere Höhenlage der 500-hPa-Fläche über Deutschland. Lag diese im Jahresmittel, so wie auch 2020 zu erwarten, höher als im Langjährigen Mittel, so deutet das mit erhöhter Wahrscheinlichkeit auf einen Mildwinter hin, besonders dann, wenn diese zu hohe Lage zwischen Januar und September auftrat, was, mit Ausnahme des Junis, auch 2020 zutraf. In den Fällen, bei denen das Höhenlage-Mittel von Januar bis September die einfache Standardabweichung des Zeitraumes von 1948 bis 2019 überschritt, das war erstmals 1989 und insgesamt zwölfmal zu verzeichnen, waren 11 der Folgewinter, vor allem der Januar, mehr oder weniger deutlich zu mild, nur der von 2002/03 zu kalt. Und 2020 war das Geopotential dieses Zeitraumes mit etwa 5653 gpdm so hoch, wie noch nie. Auch die deutlich zu geringe Anzahl der Wetterlagen mit nördlichem Strömungsanteil (dafür zu viele südliche) zwischen Juli und September 2020 ist ein gewisser Hinweis auf einen eher milden Winter. Insgesamt deutet sich nach den Analogfällen bei extremer Widersprüchlichkeit der Signale also eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen bestenfalls normalen, wahrscheinlicher viel zu milden Winter an, aber vielleicht trotzdem mit einer längeren Kaltphase oder einem einzelnen, kalten Monat.

10. Die Hurrikan-Aktivität (Nordatlantik) und Zyklonen-Aktivität (nördlicher Indik)

Mit gewissen Abstrichen (mangelnde Beobachtungsmöglichkeiten vor Einführung der Satellitentechnik) ist die jährliche Anzahl der Tropischen Wirbelstürme im Nordatlantik (Hurrikane) und der Zyklone (nördlicher Indischer Ozean) etwa bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt. Die verheerenden, meist wenige Tage bis selten länger als zwei Wochen existierenden Hurrikane gelangen nie nach Mitteleuropa. Aber sie beeinflussen unsere Witterung. Sie schwächen bei bestimmten Zugbahnen das Azorenhoch oder kommen bei Einbeziehung in die Westdrift als normale Tiefs nach Europa, wo sie im Spätsommer/Herbst mitunter einen markanten Witterungsumschwung einleiten. Auch die Anzahl der im nördlichen Indischen Ozean jährlich vorkommenden Wirbelstürme (Zyklone) könnte einen gewissen Einfluss auf unsere Winterwitterung haben; es gibt von 1890 bis 2018 eine leicht negative Korrelation (tendenziell kältere Winter, wenn dort viele Zyklone auftraten). Im Mittel von 1851 bis 2017 sind gut 5 Hurrikane pro Jahr (die Saison beginnt meist erst zwischen Mai und Juli, doch 2016 gab es schon im Januar einen Hurrikan, und endet spätestens Anfang Dezember) aufgetreten. Erreichte ihre Zahl mindestens 10 (1870, 1878, 1886, 1887, 1893, 1916, 1933, 1950, 1969, 1995, 1998, 2005, 2012 und 2017), so waren von den 14 Folgewintern 11 zu kalt, und nur 3 (1998/99, 1950/51 und 2017/18, da aber kalter Februar!) zu mild. Bei fast all diesen Fällen brachte allerdings schon der Spätherbst markante Kältewellen; selbst vor zwei der milden Wintern waren diese zu beobachten; besonders markant 1998, und 2017 war der September zu kalt. Bei deutlich übernormaler Hurrikan-Anzahl besteht eine erhöhte Neigung zur Bildung winterlicher Hochdruckgebiete zwischen Grönland und Skandinavien. In diesem Jahr gab es bislang schon 13 Hurrikane und damit erheblich zu viele, bloß vor dem Kaltwinter 2005/06 gab es mit 15 Hurrikanen noch mehr, was für einen kalten Winter spricht. Von den bisher 15 Fällen mit mindestens 10 Hurrikanen pro Saison waren 10 Folge-Winter mehr oder weniger kalt, darunter die von 1916/17, 1969/70, 1995/96 und 2010/11; zwei normal und drei zu mild, letztmalig 2017/18. Aber diese fünf normalen bis wärmeren Winter wiesen stets wenigstens kältere Abschnitte oder gar einen zu kalten Monat auf; letztmalig den Februar 2018. Im Indischen Ozean war die Zyklon-Aktivität 2020 aber deutlich unterdurchschnittlich, was aber nur vage auf einen Mildwinter hindeutet. Die Wirbelsturm-Aktivität gibt diesmal also eher Hinweise auf einen Kaltwinter in Deutschland.

11. Die Langfrist- Vorhersagen einiger Institute, Wetterdienste und Privatpersonen:

UKMO-Metoffice (Großbritannien): Stand 11.11.2020 Winter (D, J, F) mit deutlich erhöhter Wahrscheinlichkeit in ganz Deutschland zu mild (folgende Karte):

Anmerkung: Hier wird nur die Metoffice- Karte mit der Wahrscheinlichkeit des Abweichens vom Median gezeigt. Es gibt zwei weitere. Diese Median-bezogene Wahrscheinlichkeitsaussage zeigt, wie die anderen Karten auch, eine sehr stark erhöhte Wahrscheinlichkeit für über dem Median liegende Wintertemperaturen besonders in Mittel- und Nordosteuropa sowie über dem Eismeer und Teilen des Mittelmeeres:

Die aktuellen Karten jederzeit hier

Meteo Schweiz Stand Nov. 2020: Je leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen normalen und einen zu milden Winter. Zusammen ergibt das eine Wahrscheinlichkeit von gut 80% für „normal“ bis „zu mild.“ Zu kalter Winter zu kaum 20% wahrscheinlich; normaler zu etwa 40%, milder etwas mehr. Die „doppelten T“ sind die Fehlerbalken; die Prognose gilt nur für die Nordostschweiz, ist aber auch für Süddeutschland repräsentativ:

ZAMG (Wetterdienst Österreichs) Stand Nov. 2020: Dezember mit je ganz leicht erhöhter Wahrscheinlichkeit normal oder mild; immerhin noch gut 25% Wahrscheinlichkeit für einen kalten Dezember. Im Januar 2021 erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für „normal“ oder „zu mild“ etwas; für Februar lag noch keine Aussage vor (Prognose hier)

LARS THIEME (langfristwetter.com) Vorhersage von Anfang November 2020: Dezember und Januar normal, Februar sehr mild. Winter daher insgesamt eher zu mild. Die Prognose bezieht sich vorrangig auf Mittel- und Nordostdeutschland; leider diesmal ohne „von-bis-Temperaturintervalle“ für die einzelnen Monate:

IRI (folgende Abbildung), Vorhersage vom Nov. 2020: Kaum Aussagen für Deutschland; lediglich in Südost-Sachsen und Süd-Bayern leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen zu kalten Winter; zu mild in weiten Teilen Nord- und Osteuropas:

DWD (Offenbach): In Deutschland 0,5 bis 2°C zu mild, je nach Ensemble-Auswahl, bezogen auf den DWD-Mittelwert der Jahre 2004 bis 2019, der ca. 1,4°C beträgt (Stand 11. Nov. 2020):

NASA (US-Weltraumbehörde) Karten vom November 2020: Dezember in Nordwestdeutschland normal, sonst etwa um 0,5°C zu mild, Januar normal, Februar deutlich zu mild; Winter insgesamt also überall zu mild:

CFSv2- Modell des NOAA (Wetterdienst der USA, folgende 3 Abbildungen, Eingabezeitraum 14. bis 24.11. 2020): Winter insgesamt etwa 1 bis 2 K zu mild. Dezember (oben) 0,5 bis 2 K, Januar (Mitte) 1 bis 3 K, Februar (unten) 0,5 bis 2 K zu mild. Die vorhergesagten Temperaturabweichungen beziehen sich auf die Mittelwerte der Periode 1981 bis 2010. Bemerkenswert ist, dass der Mildwinter von diesem Modell schon seit dem Sommer 2020 nahezu durchgängig vorhergesagt wird. Diese experimentellen, fast täglich aktualisierten, aber unsicheren Prognosen unter http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/people/wwang/cfsv2fcst/ (Europe T2m, ganz unten in der Menütabelle; E3 ist der aktuellste Eingabezeitraum):

Die Mehrzahl dieser experimentellen, nicht verlässlichen Langfristprognosen deutet also einen eher normalen bis deutlich zu milden Winter an.

Fazit: Eindeutige, verlässliche Anzeichen für einen Winter in die extrem kalte Richtung fehlen; für die extrem milde Richtung gibt es nur ganz wenige Signale. Die Prognosesignale waren selten so widersprüchlich und instabil; lassen aber Raum für mehr Kälte. Die Vorhersagen der Wetterdienste und Institute tendieren jedoch bei extrem großer Unsicherheit in Richtung eines normalen bis sehr milden Winters. Allerdings verdichten sich die Anzeichen für einen kälteren Dezember als in den Vorjahren, weil unter anderem zumindest anfangs die Westdrift blockiert und geschwächt ist. Insgesamt fällt der Winter 2020/21 nach momentanem Stand also bei enormer Unsicherheit fast normal aus und wird im Deutschland-Mittel auf minus 1,0 bis +3,0°C geschätzt (LJM 1991 bis 2020 +1,4°C). In den Kategorien „zu kalt“, „normal“ und „zu mild“ stellen sich die Wahrscheinlichkeiten des Winters 2020/21 folgendermaßen dar:

Die Schneesituation für Wintersport besonders in Lagen unter 1.000m bleibt zumindest in der ersten Dezemberdekade eher schlecht, weil eine ausreichende Schneeauflage fehlt und sehr ergiebige Schneefälle vorerst nicht sehr wahrscheinlich sind. Geschätzte Dezember- Monatsmitteltemperatur für Erfurt-Bindersleben (Mittel 1981- 2010 +0,5°C) minus 1,5 bis +2,5°C (fast normal). Für Jan/Feb. 2021 lässt sich noch kein Temperaturbereich schätzen; doch deuten viele Signale auf einen eher normalen bis milden Januar hin; Richtung Februar ist die Entwicklung noch völlig offen. Das Schneeaufkommen nach Mitte Dezember ist kaum vorhersehbar (langfristige Niederschlagsprognosen sind besonders unsicher; doch dürfte das enorme Niederschlagsdefizit der Dürregebiete in Ostdeutschland wohl nicht ausgeglichen werden). Zur Winterlänge fehlen bisher ebenfalls noch Hinweise. Die Hochwinterwitterung (Jan/Feb.) kann erst anhand des Witterungstrends zum Jahreswechsel etwas genauer abgeschätzt werden; momentan ist ein normaler bis milder Hochwinter etwas wahrscheinlicher, als ein durchgehend zu kalter. Wegen einer möglichen Westwindphase in der unteren Stratosphäre (QBO) sind mildere Phasen möglich. Sollte der Dezember aber tatsächlich eher kühl ausfallen, so erhöht das die Wahrscheinlichkeit für einen kalten Hochwinter 2021, besonders im Januar, zumindest etwas.

Dieses Fazit wurde aus 10% der Tendenz der Bauern- Regeln, 10% Sonnenaktivität, 20% Zirkulationsverhältnisse, 10% Mittelfrist- Modelle, 10% NAO, AMO,QBO, Polarwirbel, 15% Analogfälle, 10% Wirbelsturm-Aktivität und 15% der vorwiegenden Tendenz der Langfristprognosen gewichtet. Aktualisierung voraussichtlich Ende Dezember.