Modelle auf Schrottniveau: Sogar kurzfristig liegen die Klima- und Wetter-Modellierer völlig falsch

Vorhersage von TWC ist ein hoffnungsloser Fall

Es stellt sich heraus, dass sich die Modelle auf dem Niveau einer Müllhalde befinden, wenn es um die Vorhersagegüte geht. Beispielsweise hat The Weather Channel (TWC) vor noch gar nicht so langer Zeit seine Winter-Prognose bis zum März veröffentlicht:

Das Gebiet der USA, das jetzt von einer der schlimmsten Kältewellen der letzten 100 Jahre heimgesucht wird, wurde tatsächlich als „weit über normal“ oder „deutlich über normal“ prognostiziert. Bis jetzt ist genau das Gegenteil passiert. Sie haben es nicht kommen sehen.

Wir müssen uns fragen, was man heutzutage braucht, um eine Lizenz zur Wettervorhersage zu erhalten, und wir müssen Mitleid mit den Unternehmen und Industrien haben, die sich auf diese verpfuschten Vorhersagen verlassen haben.*

[Siehe hierzu die Ergänzung am Ende dieses Beitrags!]

Dennoch sind dies die Art von Vorhersagen, auf die die Politiker bestehen und daher sofortige (kostspielige) Maßnahmen ergreifen müssen und rechtfertigen.

Das El Nino-Debakel des PIK

Ein weiteres Beispiel für kurz- bis mittelfristige Vorhersagen sind die El-Niño-Ereignisse, die globale Auswirkungen haben. Die Fähigkeit, diese Ereignisse genau vorherzusagen, wäre ein sehr wertvolles Werkzeug.

Und vor nicht allzu langer Zeit behauptete das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) in Deutschland, ein Modell entwickelt zu haben, das diese Ereignisse mit einer Wahrscheinlichkeit von 80% vorhersagen kann. In einer PIK-Pressemitteilung vom November 2019 rühmte sich das renommierte Forscherteam, ein neues, weitaus besseres Modell entwickelt zu haben, das in der Lage sei, ein El-Niño-Ereignis Ende 2020 ein Jahr im Voraus zu prognostizieren.

Jetzt, im Februar 2021, sind die Ergebnisse da und sie sind vernichtend: Die äquatoriale Pazifikregion 3.4 befindet sich in der Nähe von La-Nina-Bedingungen, also im völligen Widerspruch zu den warmen Prognosen des Potsdam-Instituts. Das „bahnbrechende“ PIK-Modell, das zum Teil von Prof. Hans-Joachim Schellnhuber entwickelt wurde, ist ein kompletter Fehlschlag und völlig falsch:

Die obige ECMWF-Grafik zeigt ENSO-Prognosen für den Zeitraum Juli 2020 bis Januar 2021 (viele dünne rote Linien) im Vergleich zu gemessenen SSTA im Nino-Gebiet 3.4 (blaue gestrichelte Linie).

Die ECMWF-Prognosen waren im Durchschnitt etwa ein Grad Celsius zu warm. Seit August 2020 gibt es La-Niña-Bedingungen mit Messwerten von -0,5°C Abweichung und kälter.

Müll-Modelle

„Das ‚bahnbrechende‘ PIK-Modell produzierte Modellmüll und brachte die deutsche ‚Klimawissenschaft‘ weltweit in Verruf. Zudem sieht es derzeit so aus, als wolle uns die kalte La Niña bis 2022 weiter abkühlen“, berichtet Schneefan hier [in deutscher Sprache]

Link: https://notrickszone.com/2021/02/19/junk-grade-models-even-short-term-climate-and-weather-modelers-get-it-all-wrong/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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Hier folgen jetzt noch ein paar Anmerkungen zum Thema Wettervorhersage/-prognose von einem Fachmann mit über 40 Jahren Erfahrung in diesem Bereich:

Ergänzung: Allgemeine Bemerkungen zu Vorhersagen und Prognosen

Dipl.-Met. Christian Freuer

Jeder erfahrene Synoptiker kann ohne weiteres allein aufgrund der aktuellen Meldungen (Boden-Wettermeldungen, Satellit, Radar, …) ziemlich exakte Prognosen für den aktuellen und immer noch recht genaue Prognosen für ein bis zwei Tage im Voraus erstellen. Für erwartete Tendenzen sind Modelle jedoch dienlich, wobei der Grenze zwischen „raten“ und „vorhersagen/prognostizieren“ immer mehr verschwimmt, je weiter man in die Zukunft schaut. Wenn man das als geschätztes Verhältnis ausdrückt, kommt man nach 72 Stunden (3 Tage) zu einem Verhältnis von etwa 70 zu 30, das ist schon eine recht große Unsicherheit. Nach 168 Stunden (7 Tage) schätzt der Autor dieses Verhältnis umgekehrt, also etwa auf 30 (Vorhersage) bis 70 (raten). Das variiert jedoch auch stark.

Hier hat der Autor schon ausführlicher zu diesem Problem Stellung genommen. Siehe am Ende jenes Beitrags.

Fazit: nach 7 Tagen (!) bleibt nur noch raten – da kann man sich leicht ausrechnen, wie die Prognosegüte nach 7 Jahren, um nicht zu sagen 70 Jahren aussieht – also bis etwa zum Ende dieses Jahrhunderts.

Außerdem ist es ein großer Unterschied, wie groß das Gebiet ist, für das man eine Prognose erstellen will. Ob es in Mitteleuropa (oder in den USA wie im obigen Beitrag) während der nächsten 7 Tage eine Witterungs-Änderung (nicht Wetter-Änderung!) gibt, ist noch ziemlich gut anhand von Modellsimulationen abzuschätzen (also im „large scale“). Je kleiner jedoch das Gebiet gemacht wird, umso mehr verkürzt sich der Zeitraum für halbwegs zuverlässige Prognosen. Ist das Gebiet sehr kleinräumig (im „meso-/small scale“), ist u. U. schon nach wenigen Stunden keine exakte Prognose mehr möglich. Jeder Prognostiker, der z. B. an einem heißen Sommertag morgens für den Nachmittag teils schwere Gewitter prognostizieren muss, kann davon ein Lied singen. Man weiß, dass es irgendwo in Süddeutschland zu solchen Ereignissen kommen wird, aber wo genau?

Sehr erfahrene Prognostiker können das aber anhand aktueller Meldungen tatsächlich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit über 50% abschätzen (Wahrscheinlichkeit ≤50% = raten). Dabei geht es darum, möglichst genau den Ort des ersten Auftretens einer solchen Entwicklung zu erkennen. Wenn die ersten Gewitter erst einmal entstanden sind, wird die Abschätzung der Verlagerung derselben wieder etwas einfacher.

Nun wird es auch in der numerischen Simulation kleinräumiger Starkniederschläge sicher noch Fortschritte geben. Der Autor ist vor 7 Jahren aus dem operationellen Dienst ausgeschieden und hat Weiterentwicklungen in diesem Bereich seitdem nicht mehr verfolgt.

Aber zurück zum Thema. Jahreszeiten-Prognosen sind derzeit nicht möglich und werden es nach Einschätzung des Autors auch nie sein. Das gilt zumindest für den numerischen Ansatz. Anders sieht es aus, wenn man statistische Verfahren zugrunde legt. Hierzu haben Kämpfe et al. schon viele Beiträge auf diesem Blog veröffentlicht, wobei gar nicht genug gewürdigt werden kann, wie Kämpfe et al. die Abschätzungen im Nachhinein auswerten wie zuletzt bzgl. des Winters 2019/2020 hier. Das werden sie sicher auch nach diesem Winter wieder tun.

Merke: Je kleiner das Gebiet, für das man eine Prognose erstellt, und je länger im Voraus eine solche erstellt wird, umso größer wird die Unsicherheit!

Und: Zumindest für den Kurzfristzeitraum gilt (im wörtlichen und übertragenen Sinne), was man sich heute fast schon abgewöhnt hat: Man sollte auch mal aus dem Fenster schauen! Draußen ist das Wetter, nicht im Bildschirm!

 




Klima-Versammlungen: Fake-Demokratie

Das bedeutet, dass es kein demokratisches Mandat dafür gibt, jede Regierungsentscheidung unter dem Aspekt des Klimas zu betrachten. Es gibt kein demokratisches Mandat dafür, Klimabelange zum Maßstab zu machen, nach dem alles in der Gesellschaft beurteilt, für mangelhaft befunden und dann zur Einhaltung gezwungen wird.

Gewählte Politiker sollten vermeintlich der Mechanismus sein, durch den die einfachen Menschen Einfluss auf die Regierungspolitik nehmen. Aber in den letzten Jahren haben die Politiker des gesamten politischen Spektrums den Faden verloren.

Die Stimme der menschlichen Wähler zu sein, die um Arbeitsplätze, sichere Wohnungen und gute Schulen kämpfen, ist so passé. Die selbsternannten und selbstbestimmten* Politiker haben beschlossen, dass ihre übergeordnete Verantwortung die Rettung des Planeten ist.

[*Unübersetzbares Wortspiel: Self-appointed and self anointed]

Aber diese Lockvogeltaktik ist nicht in Ordnung. Es ist nichts Bewundernswertes daran, den Wählern zu versprechen, ihr Leben zu verbessern, und sie dann zu verschaukeln, damit die Journalisten Sie als „Klima-Führer“ bezeichnen.

Die riesige Kluft zwischen dem, was die Menschen auf der Straße für wichtig halten, und dem, worüber die politische Klasse reden will, ist real. Sie hat sich über Jahrzehnte entwickelt und wird auch nicht verschwinden. Die Politiker haben daher das Bedürfnis, den Anschein öffentlicher Unterstützung für die drastischen Maßnahmen zu erwecken, auf denen ihre Träume von drastischer Emissionsreduktion beruhen.

In einem neu veröffentlichten Bericht mit dem Titel The UK Climate Assembly: Manufacturing Mandates erklärt Ben Pile, wie das funktioniert. 108 Mitglieder der Öffentlichkeit wurden rekrutiert, um an einem Konsultationsprozess teilzunehmen. Die absurde Prämisse scheint gewesen zu sein, dass in einer Nation mit 67 Millionen Menschen die Unterstützung einer Kerngruppe von 108 Personen ausreicht, um Regierungsmaßnahmen zu rechtfertigen.

Der Konsultationsprozess sollte ursprünglich vier Wochenenden umfassen, wurde aber wegen der Pandemie verlängert. Das ist ein weiteres Warnsignal. Menschen, die in der Lage und bereit sind, vier Wochenenden ihrer Zeit zu opfern, sind ungewöhnlich. Diese 108 Personen waren keineswegs eine Zufallsstichprobe der britischen Bürger.

Außerdem waren alle wichtigen Entscheidungen vorherbestimmt. Es gab keine Debatte darüber, ob der Klimawandel die Agenda der Regierung dominieren sollte. Das wurde einfach als gegeben hingenommen.

Es gab keine Debatte darüber, ob die Pläne der Regierung, „alle Sektoren der Wirtschaft und Gesellschaft“ dazu zu zwingen, bis zum Jahr 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, sinnvoll, machbar oder realistisch sind. Auch das wurde als selbstverständlich hingenommen.

Angepriesen als Gelegenheit, mit der Öffentlichkeit zu arbeiten, die Öffentlichkeit einzubeziehen und den Menschen ein Mitspracherecht bei der Gestaltung der Zukunft zu geben, war die Klima-Versammlung das Äquivalent dazu, 108 Menschen zu fragen, auf welchem Farbteller sie ihre Ration Brot und Wasser serviert haben möchten.

Das war vorgetäuschte Demokratie. Es war absoluter Fake.

Download Pile’s important report here

Link: https://nofrakkingconsensus.com/2021/02/08/climate-assemblies-faking-democracy/

Zu diesem Beitrag hat Donna Laframboise noch eine Ergänzung verfasst, die hier im Anschluss folgt:

9% Zustimmung: also machen wir es zur Politik der Regierung

<b>Donna Laframboise</b>
Strippenzieher der Klimaille machten „weniger Fleisch“ zu einem Schlüsselfaktor der Politik – trotz einer nur sehr geringen Zustimmung der Bevölkerung.

Es gibt eine seltsame neue Schöpfung da draußen. Bekannt als UK-Klimaversammlung [Climate Assembly], ist es eine aufwendige Fälschung – ein Prozess, bei dem Politiker, Bürokraten und Aktivisten versuchen, jeden zu überzeugen, dass die Öffentlichkeit drakonische Klimamaßnahmen unterstützt (siehe meinen Beitrag oben).

Ben Pile, der Autor eines Berichts über die jüngste Klimaversammlung in Großbritannien, hat das obige 8-minütige Video produziert. Er erklärt, dass die Klimaversammlung in kleinere Gruppen aufgeteilt wurde, als der Fleischkonsum diskutiert wurde. Nur 35 Personen – und nicht die volle Anzahl von 108 – befassten sich mit diesem Thema.

Diese 35 Personen hörten sich einseitige Präsentationen darüber an, dass rotes Fleisch nicht nur schlecht für die Gesundheit, sondern auch schlecht für den Planeten ist. Bei 2:42 Minuten im Video hören Sie, wie die Wissenschaftlerin Rosie Green, die sich auf „nachhaltige Ernährung“ spezialisiert hat, sie berät:

Wir wissen, dass rotes und verarbeitetes Fleisch mit einer Reihe von Gesundheitszuständen in Verbindung gebracht wird. So ist es mit Herzkrankheiten verbunden, es ist mit Schlaganfällen verbunden, es ist mit bestimmten Arten von Krebs verbunden, wie Darmkrebs, und es ist auch mit Diabetes verbunden.“

Given this tepid level of support it’s astonishing to read, on page 20 of the massive final report, that eating less meat is a Climate Assembly “key recommendation.” It’s astonishing to further read:

Später wurden diese 35 Personen gebeten, vier Ideen (aus einer längeren Liste) auszuwählen, von denen sie dachten, dass die Regierung sie „berücksichtigen“ sollte, wenn sie „Entscheidungen über Lebensmittel, Landwirtschaft und Landnutzung trifft.“ Weniger Fleisch zu essen war keine beliebte Wahl. Nur 29% stimmten dafür. Das bedeutet, dass es nur von 10 dieser 35 Personen unterstützt wurde.

Um es noch einmal zu wiederholen: Die meisten der 108 Mitglieder der Klimaversammlung wurden nicht zum Thema Fleischkonsum befragt. Zwei Drittel derjenigen, die gefragt wurden (25 von 35 Personen), unterstützten eine Reduzierung des Fleischkonsums als Mittel zur Bekämpfung des Klimawandels nicht. Nur 10 Personen taten dies – das sind gerade einmal 9% aller Mitglieder der Klimaversammlung.

[Hervorhebung im Original]

Angesichts dieser lauwarmen Unterstützung ist es erstaunlich, auf Seite 20 des umfangreichen Abschlussberichts zu lesen, dass weniger Fleisch zu essen eine „Schlüsselempfehlung“ der Klimaversammlung ist. Es ist noch erstaunlicher weiter zu lesen:

Die Mitglieder der Versammlung empfahlen…eine Änderung der Ernährung, um den Fleisch- und Milchkonsum um 20 bis 40 % zu reduzieren – die Versammlung betonte die Bedeutung der Bildung und sagte, dass diese Änderungen freiwillig und nicht zwingend sein sollten.

Wie bitte? Wie können 25 Personen, die nicht für weniger Fleisch sind, gegenüber 10 Personen, die dafür sind, zu einer allgemeinen Empfehlung führen, den Milch- und Käsekonsum fast zu halbieren?

Es wird noch schlimmer, denn Verzerrungen haben die Angewohnheit, immer verzerrter zu werden, und Übertreibungen werden immer übertriebener. Bei der 4:45-Minuten-Marke im Video erklärt Mike Thompson, ein Beamter des britischen Ausschusses für Klimawandel, schamlos:

Wow. Just wow. Does climate change render us incapable of distinguishing truth from lies?

Die Klimaversammlung sagte, dass sie mit einer 20- bis 40-prozentigen Reduktion des Fleischkonsums zufrieden wäre. Wir haben uns die Empfehlungen der Klimaversammlung sehr genau angeschaut… Falls man sich die Zeit nimmt, die Leute anzuleiten, ihnen zu erklären, warum die Veränderungen notwendig sind und was alles passieren muss, sind sie wirklich bereit zu handeln. (Fettdruck hinzugefügt)

Wow. Einfach nur wow. Macht uns der Klimawandel unfähig, die Wahrheit von der Lüge zu unterscheiden?

Link: https://nofrakkingconsensus.com/2021/02/10/9-support-lets-make-it-government-policy/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

Anmerkung des Übersetzers: Dies ist sicher nur ein kleiner Teilaspekt, der jedoch zeigt, wie die Klimaille wirklich tickt. Nach Ansicht des Übersetzers kann man das gar nicht oft genug darlegen!

 




Die politische Ökonomie von Massenhysterie und Panik

Das optimale Risikoniveau ist niemals null. Sonst würde morgens niemand aufstehen. Aber selbst im Bett zu bleiben ist riskant (Menschen sterben im Schlaf). Wenn man von zu Hause zur Arbeit fahren, ist das Risiko zu sterben ungleich Null. Wenn man von New York nach Los Angeles fliegt, ist das Risiko zu sterben ungleich Null. Wenn man eine verkehrsreiche Straße überquert, ist das Sterberisiko ungleich Null. Wenn man mit dem Fahrrad fährt, ist das Risiko zu sterben nicht Null.

Warum verhalten sich dann die meisten von uns in solchen Situationen so, als wäre das Risiko tatsächlich gleich Null? Die Antwort ist, weil es so gering ist, dass wir uns praktisch so verhalten können, falls es Null wäre, obwohl wir wissen, dass es das theoretisch nicht ist. Schließlich sterben jeden Tag Menschen bei Autounfällen und als Fußgänger, sie sterben auch, wenn auch viel seltener, bei Flugzeugunfällen, und einige von ihnen (Hunderte) kommen sogar jedes Jahr durch Blitzschlag ums Leben!

In den USA sterben jährlich sieben Menschen an der Beulenpest!

Dennoch haben wir nicht jeden Tag Angst davor, aus dem Haus zu gehen, weil wir von einem Auto oder einem Blitz getroffen werden könnten oder vom Fahrrad fallen und an einer Gehirnerschütterung sterben oder wie die Europäer des 14. Jahrhunderts enden, dezimiert durch die Pest. In den meisten alltäglichen Situationen sind Individuen gut darin, das Risikoniveau ihres eigenen Verhaltens zu managen.

Es ist jedoch viel interessanter zu untersuchen, was passiert, wenn das Risiko unklar ist, wenn die Informationen über relevante Umstände, die das Risikoniveau beeinflussen, höchst unsicher und unvollständig oder zumindest komplizierter einzuschätzen sind. In diesen Situationen neigt die menschliche Gesellschaft, besonders wenn die Politik ins Spiel kommt – und diese Politik ist eine demokratische -, fast wie von selbst dazu, schreckliche und selbstzerstörerische Entscheidungen zu treffen, die allesamt irrationale Panik und übermäßige Risikoaversion erzeugen und aufrechterhalten.

Die Menschen verhalten sich übermäßig ängstlich und tun viele dumme und irrationale Dinge, um die unnötige Angst, die sie empfinden, zu lindern. Es gibt mehrere psychologische und politische Mechanismen, die diese Dynamik erzeugen, die man als „die politische Ökonomie von Hysterie und Panik“ beschreiben könnte. Sie beinhaltet psychologische Mechanismen der Verzerrung durch Informations-Verfügbarkeit, der Handlungsverzerrung, der Broken-Window-Illusion sowie die weit verbreitete ethische Sichtweise des pathologischen Altruismus und die politische Dynamik der demokratischen Kurzsichtigkeit. All diese Faktoren verschwören sich oft auf unheilvolle Weise, um eine hysterische und irrationale Geisteshaltung gegenüber Risiken zu erzeugen, die zu äußerst irrationalen Entscheidungen führt.

[Alle Hervorhebungen im Original]

Beginnen wir mit der Verzerrung durch Informations-Verfügbarkeit. Sie kennen wahrscheinlich die Meinungsumfragen, die besagen, dass sich das Klima schneller verändert als je zuvor in der Geschichte und dass Naturkatastrophen stärker und häufiger werden; dass wir mehr Hurrikane, Dürren, Überschwemmungen und Erdbeben haben. Vielleicht gehören Sie selbst zu den Menschen, die das glauben. Doch es ist nicht wahr. Alle Berichte, die vom UN Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) und anderen „wissenschaftlichen“ Organisationen zusammengestellt wurden zeigen, dass die meisten Naturkatastrophen nicht stärker werden und teilweise sogar an Intensität abnehmen.

Warum glauben dann allzu viele Menschen genau das Gegenteil? Die Antwort ist, dass die Medien die Geschichten über Katastrophen jeden Tag obsessiv aufblähen und übertreiben. Im Zeitalter von Satellitenfernsehen und Internet gibt es kein globales Unglück oder keine Katastrophe, die nicht sofort für jeden sichtbar gemacht wird, der Zugang zu moderner Technik hat – Hurrikane, Erdbeben, Waldbrand – alles wird sofort gesendet und immer von dramatischen, oft katastrophalen Hiobsbotschaften und Bildern begleitet.

Vor hundert Jahren wäre ein großer Hurrikan in Florida in den Nachrichten auf Seite 2 oder 3 der New York Times zu finden gewesen – das wäre alles gewesen. Die Menschen in der direkt betroffenen Region würden leiden und darüber nachdenken, der Rest des Landes und der Welt würde einfach mit ihrem Leben weitermachen, als ob nichts passiert wäre. Wenn heute ein großer Hurrikan Florida bedroht, verfolgen die Meteorologen im Fernsehen zuerst fünf Tage im Voraus seine Verstärkung, Änderungen in seiner Bahn, Kategorisierungen (Kategorie 5, habt Angst, habt große Angst), alles gefolgt von den beängstigenden (Satelliten-!) Bildern des Auges des Sturms, und tun ihr Bestes, um alle in Angst und Schrecken zu versetzen.

Man kann heutzutage den Fernseher oder sogar soziale Netzwerke nicht einschalten, ohne mit der Angstmacherei über den Hurrikan bombardiert zu werden. Gouverneure und lokale Bürgermeister würden tagelang vor dem Hurrikan zur Freude der Medien alle evakuieren, was die Panik weiter anheizen würde. Die Medien würden eine Woche lang über kaum etwas anderes reden. Wenn der Sturm schließlich zuschlägt, würde Chris Cuomo von CNN im Regen stehen, um zu demonstrieren, wie zäh er ist und auch, wie beängstigend der Sturm ist. Das Gleiche gilt in unterschiedlichem Ausmaß für jede andere Katastrophe in jedem anderen Land: Sie wird sofort zu einer großen Nachricht und bleibt es für eine lange Zeit.

Es sollte also niemenden schockieren, dass die meisten Menschen denken, Katastrophen wie Hurrikane würden viel häufiger vorkommen und schlimmer werden als es tatsächlich der Fall ist. Es ist eine bekannte kognitive Illusion, für die jeder anfällig ist, Dinge, die direkt sichtbar und beobachtbar sind, für häufiger und in gewissem Sinne für realer zu halten als solche, die man weniger oft sieht. […]

Conclusion

Die durch Massenhysterie und Panik gekennzeichneten Situationen des kollektiven Wahnsinns sind in einer demokratischen Gesellschaft kaum vernünftig zu handhaben. Eine positive Rückkopplungsschleife zwischen der medialen „Berichterstattung“ über reale oder eingebildete Katastrophen, dem Gefühl des Schreckens, der Panik und dem Drang der Öffentlichkeit, etwas zu tun, und der Reaktion der Politiker, diese kollektive Forderung nach rituellem Handeln zu befriedigen, machen einen ruhigen und rationalen Umgang mit der Situation nahezu unmöglich.

Die Forderung nach Handeln erzeugt den Druck, nicht als schwach und unentschlossen seitens der Politiker wahrgenommen zu werden, während die Informationsasymmetrie zwischen den sichtbaren, konzentrierten und identifizierbaren Vorteilen des „Handelns“ und den verzögerten, spekulativen und stärker verteilten Kosten des Handelns eine irrationale und ineffektive, aber ritualisierte Politik viel wahrscheinlicher macht. Die Maßnahmen, die zur Bewältigung der Covid-19-Pandemie ergriffen wurden, veranschaulichen diese Wahrheiten sehr schmerzhaft.

Der ganze Beitrag steht hier.

Link: https://www.thegwpf.com/the-political-economy-of-mass-hysteria-panic/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

 




Ein neues Buch des Analysten Andy May: „Politics & Climate Science – A HISTORY“ – Eine Rezension

William Happer, the Princeton Cyrus Fogg Brackett Professor of Physics, emeritus
„Andy Mays Buch „ Politics and Climate Change, a History“ sollte Pflichtlektüre für jeden nachdenklichen Amerikaner sein, der das Beste für unser Land will. Die neue Biden-Administration hat den Klimawandel-Alarmismus zu einem wichtigen Teil ihrer Agenda gemacht. Dieses wunderbar recherchierte Buch verdeutlicht die schmutzige Realität des Klimawandel-Establishments, mit seinen machtgierigen Politikern, gierigen ‚Non-Profit-Organisationen‘ wie Greenpeace und beklagenswert falsch informierten Horden von wahren Gläubigen. Es gibt auch charmante Skizzen von vielen ehrlichen Wissenschaftlern, von Tyndall bis Revelle, die wichtige Beiträge zu unserem heutigen Verständnis des Klimas geleistet haben. Die Diskussionen über die Klimawissenschaft selbst sind im Allgemeinen genau, gut illustriert und kurz.“

Professor Frank Hansen, emeritus, Copenhagen University, Math and Physics:
„Das Einzige, was kristallklar wird, ist, dass die Wissenschaft nicht settled ist und die Debatte nicht vorbei ist.“

Politics and Climate Change: A History

Hier ist die Geschichte der politischen Korruption der Wissenschaft. Politiker kontrollieren heute die wissenschaftliche Forschung und Forschungsergebnisse. Sie finanzieren Projekte, die nach möglichen Katastrophen suchen. Wissenschaftler haben sich von der Hilfe für die Menschen zu Plots für Katastrophenfilme entwickelt.

Link: https://andymaypetrophysicist.com/

Auf dem Blog der Wissenschaftler-Gruppe um CLINTEL, von der auf diesem Blog auch schon die Rede war, findet sich eine sehr ausführliche Rezension, von der hier aber nur das Abstract übersetzt wird. Autor dieser Rezension ist Patrice Poyet:

Abstract der Rezension:
Dieses Buch ist ein Muss für jeden, der sich für die Geschichte dessen interessiert, was man Klimawissenschaft nennt, und für die Menschen, die dazu beigetragen haben, die vorherrschenden Gedanken unserer Zeit zu formen. Es beschreibt auch, wie die Machtkämpfe der verschiedenen einflussreichen Gruppen bestimmt haben, wo wir heute stehen.

Obwohl sich das Buch auf die Menschen konzentriert, die das bewirkt haben, versäumt es nicht, uns wann immer nötig an die zugrunde liegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse und Überlegungen zu erinnern, die bei rationalen Analysen und Entscheidungen in Klimaangelegenheiten vorherrschen – oder vielmehr vorherrschen sollten. Andy May zeigt auch das beträchtliche Maß an Ungewissheit auf, das nach 40 Jahren intensiver Forschung immer noch besteht, und räumt ein, dass einige Schlüsselvariablen für das Verständnis des Klimasystems heute leider nicht besser bekannt sind als vor 40 Jahren.

Die Wissenschaft ist wichtig, aber in der Historie geht es um Menschen, die etwas bewirken, und genau darum geht es in diesem ausgezeichneten Buch. Die Rolle all derer, die wichtige Beiträge leisteten, wird erzählt, die Wissenschaftler natürlich, aber vielleicht noch wichtiger, wie viele andere Akteure ins Spiel kamen. Das Buch endet mit einer Reflexion über die weitsichtige Analyse von Dwight D. Eisenhower, der voraussah, dass die öffentliche Politik zum Gefangenen einer wissenschaftlich-technologischen Elite geworden ist, die von der Finanzierung durch Bürokraten und Politiker kontrolliert wird. Andy May gibt einen faszinierenden Bericht über diesen wichtigen Teil der menschlichen Geschichte, der zweifellos die Zukunft unserer Zivilisationen prägen wird, und das nicht unbedingt zu dem größeren Wohl wie es seitens der Mächtigen kolportiert wird.

Das Buch besteht aus 8 Kapiteln, die in dieser Rezension alle ausführlich zusammen gefasst werden. Sie haben die folgenden Überschriften. Aus Zeitgründen wird hier auf deren Übersetzung verzichtet, aber es lohnt sich, hinein zu schauen. Für des Englischen nicht so mächtige Leser kann eine Übersetzungsmaschine (z. B. Linguee) gute Dienste leisten. – A. d. Übers.

Chapter 1: Politicians and Climate Change
Chapter 2: The News Media and Climate Change
Chapter 3: Non-profits and Climate Change
Chapter 4: Bureaucrats and Climate Change
Chapter 5: Lawsuits and Climate Change
Chapter 6: Facts and Theories
Chapter 7: The Beginning
Chapter 8: How much government involvement in research?
Politics & Climate Science – A HISTORY” by Andy May
Published by American Freedom Publications LLC, First Edition – October 31, 2020, respectively 978-1-63625-261-2
Hardback, 978-1-63625-262-9 Paperback, 978-1-63625-263-6 eBook Version, 342 pp.

Available at Amazon.com & Barnes and Noble

Patrice Poyet, Author of “The Rational Climate e-Book bei: https://patricepoyet.org

Also by Andy May: Climate Catastrophe! Science or Science Fiction?

Link: https://clintel.org/a-review-of-politics-climate-science-a-history-andy-mays-new-book/

Übersetzt und zusammengestellt von Chris Frey EIKE

 




Der Flaute-Winter 2021: Wenig Wind – warum?

Alle drei Wintermonate 2020/21 verliefen windschwach

Mangels geeigneter Winddaten (DWD-Flächenmittel gibt es monatsweise leider nur für Lufttemperaturen, Sonnenscheindauer und Niederschlagsmenge) lassen die Ergebnisse der deutschen Stromerzeugung gewisse Rückschlüsse auf die Windstärke zu, denn Deutschland möchte ja am liebsten ganz auf Fossile und Kernenergie verzichten, und hat in den letzten 30 Jahren den Ausbau der Windenergie massiv vorangetrieben – doch wenn der Wind einschläft, zeigt sich das ganze Dilemma der Deutschen Energiewende:

Abbildungen 1a bis c: Das hatte sich die Politik anders vorgestellt – Wind (hell blau-grau) und Sonne (kaum sichtbare, gelbliche Spitzen) sollten doch längst den meisten Strom erzeugen – aber das Wetter spielt nicht mit. Weder im Dezember 2020 (oben, 1a) noch im Januar 2021 (Mitte), noch im Februar 2021 (bis Monatsmitte vorliegend, unten) wehte über längere Zeiträume ausreichend Wind, der meist bloß kümmerliche 1 bis 15% des Stroms lieferte, selten mal deutlich über 20%. Da hätten auch doppelt so viele Windräder nicht geholfen – es fehlte an Wind, der sie antreiben könnte. Nur die verbliebenen Kohle- und Kernkraftwerke sowie neue Gaskraftwerke verhinderten massive Stromausfälle (Blackouts). Bildquellen energy-charts.info, ergänzt.

Die massiven physikalisch-meteorologisch-technisch-logistischen Probleme der Energiewende sollen hier nicht näher erläutert werden; Näheres unter anderem hier. Aber alle drei Abbildungen belegen das Fehlen langer, sehr windiger Phasen, wie es sie beispielsweise im Februar 2020 gegeben hatte. Das vom Autor gebildete Windmittel aus 25 DWD-Stationen in Norddeutschland ist nur bedingt repräsentativ, veranschaulicht aber ebenfalls die geringe Windstärke des endenden Winters 2021 sowie einen eher negativen Trend der winterlichen Windgeschwindigkeit, der sich so ähnlich auch in allen Jahreszeiten und folglich auch im Jahresmittel, zeigt:

Abbildung 2: Der Winter 2021 gehörte zu den windärmsten der letzten Jahrzehnte. Dabei wurde der Februar, dessen Daten noch nicht vorlagen, eher reichlich geschätzt; wahrscheinlich wird er noch windärmer ausfallen. Der Negativ-Trend ist wegen der großen Streuung nicht signifikant; doch der letzte, wirklich fast durchgängig sehr windige Winter liegt mit 2006/07 nun schon weit zurück.

Windschwache Winter der jüngeren Vergangenheit

Wegen des Fehlens verlässlicher Winddaten lassen sich windschwache Winter nur grob aus den NOAA-Datensätzen für den Zonal-und den Meridionalwind im 1000-hPa-Niveau erkennen. Diese sind immerhin seit Winter 1948/49 verfügbar. Für Norddeutschland erwiesen sich folgende Winter als deutlich windschwach: 1951/52, 1959/60, 1962/63, 1963/64, 1976/77, 1978/79, 1981/82, 1984/85, 2005/06, 2009/10, 2010/11 und 2012/13. Zeit- und gebietsweise windschwach waren auch noch die Winter 1995/96 und 1996/97. Hierbei geht es stets um das Wintermittel; einzelne, sehr windige oder gar stürmische Phasen gab es in jenen Wintern dennoch. Schon bei flüchtiger Betrachtung fällt aber auf: Es sind allesamt Winter, die entweder kalt oder normal temperiert waren, sehr milde fehlen. Warum das so ist, werden wir gleich noch sehen.

Windschwache Großwetterlagen

In erster Linie erweisen sich alle Hochdruckwetterlagen als meistens windschwach; besonders das Hochdruckgebiet über Mitteleuropa (HM) und die Hochdruckbrücke über Mitteleuropa (BM). Im Hochzentrum oder unter der Achse einer Hochdruckzone fehlt das für Wind erforderliche Luftdruck-Gefälle (es herrscht ein großer Abstand der Linien gleichen Luftdrucks, die in der Wetterkunde Isobaren genannt werden). Aber während bei sommerlichen Hochdrucklagen die Kraft der Sonne den Wind zumindest tagsüber teils merklich auffrischen lässt („Regionalwinde“ mit nachmittäglichem Maximum als Land-See-, Berg-Tal- oder Flurwind), ist ihre Kraft im Winter zu schwach. Und die bodennahe Kaltluft unter einer winterlichen Inversion kann selbst dann noch zur Flaute führen, wenn sich ein Tief schon genähert hat und der Wind in einigen hundert Metern Höhe längst wieder kräftig weht. Erst an den Rändern der Hochdruckgebiete kann man windigere Verhältnisse erwarten; mitunter kann es hier sogar stürmen. Zwei Wetterkarten-Beispiele verdeutlichen die winterlichen Verhältnisse bei Hochdruckwetter:

Abbildungen 3a und 3b: Schwache Brücke zwischen einem Atlantik- und einem Russland-Hoch am 2. Dezember 2020 19 Uhr mit Windstille über Deutschland; keine Isobaren, so begann der Flaute-Winter 2020/21 (3a, oben). Elf Jahre eher (1. Dezember 2010) begann der Winter gänzlich anders: Am Rande einer Hochdruckzone, welche vom Atlantik über Südskandinavien zum Baltikum reichte, blies bei deutlichen Minusgraden ein kräftiger Ostwind; es kam zu Schneeverwehungen; man erkennt viele Isobaren (unten, 3b). Bildquellen wetter3.de aus dem UKMO-Wetterkartenarchiv; ergänzt.

Aber die „richtige“ großräumige winterliche Sturmwetterlage geht meist mit westlichen Wetterlagen einher; diese hatten im aktuellen Winter Seltenheitswert; daher ein Beispiel aus dem stürmischen Februar 2020:

Abbildung 4: Südweststurm am 16. Februar 2020 (viele Isobaren über Deutschland). Bildquelle wetter3.de aus dem UKMO-Wetterkartenarchiv; ergänzt.

Nun wird auch klar, warum windarme Winter eher zu Kälte tendieren: Erstens fehlen die stürmischen Westlagen, welche die milde Atlantik-Luft nach Deutschland lenken (Warmluft-Advektion). Und zweitens kühlt sich ruhig lagernde Luft im Winter stets mehr oder weniger schnell ab (je nach Bewölkungsverhältnissen – je klarer und wasserdampfärmer die Winterluft, desto schneller deren Abkühlung). Letzteres ist oft bei „Hochdruckwetter“ der Fall. Wie wir gleich noch sehen werden, können jedoch auch winterliche Tiefdruckwetterlagen sehr windschwach verlaufen; das war eines der wesentlichen Merkmale des Winters 2020/21.

Besonderheiten der Winter-Witterung 2020/21

Eine längere, typische, windschwache Hochdruckwetterlage war nur während der Kältewelle um den 10. Februar zu beobachten (von Skandinavien nach Mitteleuropa ziehendes Hochdruckgebiet); auf diese soll hier nicht näher eingegangen werden. Aber warum verliefen auch Dezember und Januar, in welchen Kälte-Hochs fehlten, so windschwach? Die wesentliche Ursache findet sich in kleinen, mit Höhen-Kaltluft gefüllten Rand- und Teiltiefs, welche vom Atlantik und von Großbritannien immer wieder nach West- und Mitteleuropa zogen, sich hier abschwächten oder auflösten und dabei mehr oder weniger intensive Schnee- und Regenfälle auslösten, aber wegen ihrer geringen Stärke kaum noch Wind ermöglichten; zumal sich oft gleich mehrere dieser Tiefs in unserer Nähe befanden (zwischen zwei oder mehr Tiefs liegt ebenfalls eine nahezu windstille Zone). Schon Neujahr begann mit einer solchen Lage:

 

Ab Ende Januar kam dann noch die sich über Mitteleuropa bildende Luftmassengrenze hinzu. Kaltluft aus Nord bis Nordost traf auf sehr milde Süd- bis Südwestluft. Doch an einer solchen Grenzlinie heben sich die Geschwindigkeiten beider Luftmassen auf – es herrscht Flaute:

Abbildung 6: In einer schwachen Tiefdruckrinne treffen Warm- und Kaltluft aufeinander (Luftmassengrenze). Wenig Wind in weiten Teilen Deutschlands; Lage vom 4. Februar, Mittags. Bildquelle wetter3.de aus dem UKMO-Wetterkartenarchiv; ergänzt

Die langfristige Entwicklung der winterlichen Windstärke über Norddeutschland

Gewisse Rückschlüsse lassen die Daten des Amerikanischen Wetterdienstes (NOAA) über die Geschwindigkeiten des Zonalwindes (positive Werte bedeuten West-, negative Ostwind) und des Meridionalwindes (positive Werte Süd- und negative Nordwind) zu, welche seit Winter 1948/49 vorliegen. Addiert man die Beträge des Zonal- und Meridionalwindes, so erhält man eine Summe, welche brauchbare Rückschlüsse über die realen Werte der Windgeschwindigkeiten zulässt (je höher die Werte, desto windiger). Die folgende Grafik zeigt die Verhältnisse für die (bodennahe) 1000-hPa-Fläche über Norddeutschland und gleich eine der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Windgeschwindigkeit – die NAO:

Abbildung 7: Nicht nur kurz-, sondern auch langfristig ist der Wind ein wankelmütiger Geselle, seine Stärke schwankt stark. Schwächephasen kurz nach Mitte des 20. Jh. und um 2010 stehen windigere um 1990 und gegenwärtig gegenüber – doch ist der sehr windschwache Winter 2020/21 noch nicht in der Grafik enthalten. Man beachte aber, dass es sich hierbei erstens nicht um reale Windgeschwindigkeiten handelt – die Rechengröße kommt diesen aber relativ nahe. Zweitens wirkt das hier genutzte „endbetonte“ 11-jährige Gleitmittel zeitlich leicht verzerrend – die tatsächlichen, gemittelten Minima und Maxima traten etwas eher ein. Signifikant wurde diese „indirekte“ Windstärke von der NAO beeinflusst, was auch logisch ist: Die NAO als Maß für das Luftdruckgefälle zwischen Portugal und Island im weitesten Sinne beeinflusst die Intensität der Westströmung über dem Ostatlantik, welche oft (nicht immer!) bis nach Mitteleuropa reicht – und damit die Häufigkeit und die Stärke der Westwetterlagen in Mitteleuropa. Bei stark negativen NAO-Werten kann sich gar eine Ostströmung über dem Ostatlantik einstellen – damit ist dann keine Zufuhr milder Atlantikluft nach Deutschland mehr möglich. Original-NAO-Werte nach HURRELL durch Addition (+7) aufgewertet, um sie besser in der Grafik zu platzieren; der Trend wird davon nicht beeinflusst.

Ob nun künftig wieder eine Abnahme der Windgeschwindigkeit erfolgt (oder gar mit dem Winter 2020/21 bereits begonnen hat), hängt also entscheidend von der NAO ab. Diese tendierte seit dem „Klimasprung“ von 1988 zu überwiegend positiven Werten – von einer kurzen Schwächephase um 2010 einmal abgesehen. Doch wird das auch so bleiben? Logischer, aber nicht sicher vorhersehbar, wäre eine Abnahme in nächster Zukunft. Ob auch die AMO gewisse Einflüsse ausübt, soll hier nicht erläutert werden. Zwar ließen sich hier keine statistischen Zusammenhänge zur indirekten Windgeschwindigkeit finden; doch ist bekannt, dass die AMO die Häufigkeit der Süd- und Südwestlagen positiv beeinflusst; Letztere können sich im Winter mitunter zu Sturmlagen entwickeln.

Abbildung 8: Tageswerte der NAO seit Mitte Oktober 2020 bis zum 14. Februar 2021. Aufrecht stehende Balken bedeuten positive, nach unten zeigende negative NAO-Indexwerte. Nach deutlich positiven NAO-Werten im Spätherbst überwogen im Winter ganz eindeutig negative Werte, allerdings nur in moderaten Ausmaßen. Bildquelle: NOAA

Die langfristige Häufigkeitsentwicklung winterlicher Großwetterlagen

Zumindest die Großwetterlagen-Klassifikation nach HESS/BREZOWSKY lässt eine Rückverfolgung der Häufigkeitsverhältnisse bis Winter 1881/82 zu; die Objektive Wetterlagen-Klassifikation des DWD nur bis 1979/80. Freilich lassen sich daraus, wie schon die vorstehenden Wetterkarten-Beispiele zeigen, nur äußerst vage Rückschlüsse auf die Windgeschwindigkeiten ziehen. Aber wie wir schon sahen, ist die NAO hierfür ein guter Indikator; und auch diese lässt sich bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen:

Abbildung 9: Der langfristige, deutliche winterliche Temperaturanstieg in Deutschland ist größtenteils eine Folge leicht gestiegener NAO-Werte und deutlich gestiegener Westlagen-Häufigkeit, was auch mit mehr Winterwind einherging. Nach einer sehr milden, Westlagen-betonten Phase um 1910 folgte die Depression zur Mitte des 20. Jahrhunderts mit vielen Kaltwintern und ab 1988 („Klimasprung“) das aktuelle Optimum der Wintertemperaturen mit häufigen Stürmen (viele Westlagen). Winter 2020/21 noch nicht enthalten; Umrechnung aller Größen in Index-Werte zur besseren Darstellung in einer Grafik; auch hier „verzerrt“ das endbetonte Gleitmittel leicht.

Ein weiteres Indiz ist die langfristige Häufigkeitsentwicklung der zu Starkwind neigenden zyklonalen West-, Südwest- und Nordwestlagen im Verhältnis zu den (meist) schwachwindigen Hochdrucklagen:

Abbildung 10: Die merkliche, winterliche Häufigkeitsabnahme aller antizyklonalen (oberste Kurve), darunter aller HM- und BM-Lagen (unterste Kurve) gegenüber den zu Sturmlagen neigenden zyklonalen West-, Südwest- und Nordwestlagen (violette Kurve) ist deutlich erkennbar; Winter 2020/21 noch nicht enthalten.

Abschließend schauen wir uns die so genannten Unbestimmten Lagen der Objektiven Wetterlagen-Klassifikation des DWD an. Diese sind stets windarm. Nähere Erläuterungen zu diesen hier. Man erkennt einen nicht signifikanten Häufungstrend (in den übrigen Jahreszeiten und im Jahresmittel ist dieser deutlicher):

Abbildung 11: Bislang nur geringe Häufung unbestimmter (XX) Lagen im Winter. Nahezu alle Winter, die zu kalt oder wenigstens abschnittsweise kalt ausfielen, weisen eine überdurchschnittliche Anzahl dieser stets auch windarmen Lagen auf; einige sind markiert (Jahreszahl des jeweiligen Hochwinters). Im „aktuellen“ Winter 2020/21 waren bis zum 14. Februar schon 23 XX-Lagen zu verzeichnen – mehr als die durchschnittlich 15; ein paar könnten noch hinzukommen.

Fazit: Die winterliche Windstärke schwankt in unseren Breiten in längeren Perioden; sie wird stark von der NAO und der Häufigkeit und dem Charakter bestimmter Wetterlagen beeinflusst. Westwetterlagen begünstigen windiges Wetter, Hochdruck-, Zentraltief- und Grenzwetterlagen neigen zu Flauten, so wie auch im Winter 2020/21. In jüngster Vergangenheit überwog windig-mildes Westwetter, ob mit dem Flaute-Winter 2020/21 eine Trendwende beginnt, bleibt abzuwarten. Der Wind erweist sich sowohl lang- als auch kurzfristig als äußerst volatil, was seine Eignung als Hauptlieferant für Elektroenergie ernsthaft in Frage stellt. Denn seine Energieausbeute unterliegt dem Kubischen Gesetz – sie verachtfacht sich bei Verdoppelung und liefert nur noch ein Achtel an Energie bei Halbierung der Windgeschwindigkeit.