Klimawandel: „Gnadenlose Details“…

Helmut Kuntz

…titelte am 5. August ein Leitkommentar der Nordbayerischen Nachrichten, ergänzt um einen Artikel „Die Zukunft ist unser freier Wille“ [1].
Bald (bis zum Erscheinen dieses Artikels ist er bereits veröffentlicht) wird der neue IPCC-Klimabericht veröffentlicht und im Oktober folgt der nächste Klimagipfel. Dazu gab es Unwetter und im Mittelmeerraum lodern (oft von Menschen entfachte [4]) Feuer, (auch +50 °C ist noch meilenweit von der Entzündungstemperatur für Gras und Holz entfernt) die außer Kontrolle geraten sind. Der richtige Zeitpunkt, um die Welt in allen Medien gleichzeitig (wieder) untergehen zu lassen.

Zum Thema

Sieht man in den „Stern“ oder den „Spiegel“, sind die Header der Nordbayerischen Nachrichten eher „schmalbrüstig“, doch inhaltlich und in der Verzerrung von Fakten nähern sich die Medien zunehmend an.
Wie öfters, wenn es die Redaktion der Lokalzeitung wieder so richtig „krachen“ lässt, bekommt sie eine Gegendarstellung des Autors, mit dem Hinweis, dass diese auch auf EIKE erscheinen wird.

Hinweis: In der folgenden Darstellung wurden zur besseren Gliederung und Verständlichkeit leichte Ergänzungen vorgenommen.
An die Lokalredaktion:
Ich lese: „Die Forschungseinrichtung Climate Service Center Germany (GERICS) sagt uns die Klimazukunft voraus
Wohl richtiger müsste man formulieren:
Eine ehemals von der Bundesregierung gegründete und inzwischen als selbständige GmbH firmierende, sich jedoch vorwiegend mit Aufträgen der öffentlichen Hand finanzierende Einrichtung von derzeit 70 Mitarbeiter*innen simuliert als Auftragsleistung rund um die Welt Klimaprojektionen. Gerade publizierte sie ein Simulationspaket für Deutschland, heruntergebrochen auf alle Landkreise.
Anbei ein Interview der Redaktion mit einem GERICS-Studienautor auf seiner Werbetour.

Was dieser mit-Studienautor berichtet, zeigt nichts Neues. Die öffentliche Hand schüttet viel Geld in jegliche Art von „Klimaforschung“. Und weil es am einfachsten ist und außer Computerleistung relativ wenig Aufwand erfordert, gleichzeitig in den Kommunen wohl enormer Bedarf besteht, wird auf der Bürger Kosten faktisch „an jeder Straßenecke mit Steckdose“ auf Teufel komm raus klimasimuliert.

Und so machen es inzwischen viele staatliche bis halbstaatliche Institute, vom DWD bis zum PIK, universitäre Lehrstühle und inzwischen auch ausgegliederte „StartUps“ wie dieses GERICS-Klimacenter.

Nun fragt man sich: Was sind dann die Unterschiede? Nun, einmal die Verwendung immer unwahrscheinlicherer Parametrierungen um möglichst viel Alarm zu erzeugen, sowie die unterschiedlichen „Ehrlichkeiten“, dies in der Publizierung wenigstens im Ansatz mitzuteilen, mit der Gefahr, bei zu viel „Ehrlichkeit“ – bedeutet, zu wenig Alarmismus – keine Forschungsmittel mehr zu bekommen.

Zur Aussage der Kommentatorin, es zeige Gnadenlose Details

Sieht man in die Simulationsstudien dieser Simulationsfirma GERICS, fällt auf: Im wahrscheinlichsten Szenario RCP2.6 passiert bis zum Jahr 2100 eigentlich gar nichts! Weder für Deutschland, noch für den Raum Nürnberg.

Es wird etwas wärmer und es gibt weniger Frosttage, doch sonst zeigen die Varianzen der vielen Klimaläufe dass es meistens um so viel weniger, wie mehr – in Summe also auch gegen Null – Differenz werden kann. Und es zeigt sich eine fast schon wahnsinnige Streuung, bei der man sich fragen muss, ob die Simulationsprogramme nicht eher Produkte zum Spielen, als für eine Forschung sind.

Vorab Grundsätzliches zu Klimasimulationen:

Bild 1 Thema Klimamodellierung. Aus einem Foliensatz des Autors

Allerdings ist das weniger eine Frage, sondern Fakt. Die Klimaprogramme sind so schlecht, dass man schon welche – und gerade neuere – zurückziehen musste (Zufügung: Sie aber trotzdem für den neuen IPCC-Bericht verwendete [5]):
26. September 2017, „kalte Sonne“: Start des neuen CESM2-Klimamodells in letzter Minute abgeblasen: Realität und Simulation wichen zu stark voneinander ab …

Bild 2 Thema Klimamodellierung. Aus einem Foliensatz des von mir

Jedenfalls ergeben die Kurvenscharen ähnliche Streubilder, wie die Wettersimulationen nach grob 7 Tagen: Sie beginnen zu oszillieren und liefern unbrauchbare Ergebnisse.

Doch selbst solche zeigen kein wirkliches Problem. Die DWD-Simulation der angeblich kritischen Sommertemperatur zeigt zwar schon aktuell eine Fehler- Spannweite von ca. 5 Grad, im Mittel aber bis zum Jahr 2100 eigentlich wenig weitere Veränderung.

Bild 3 DWD Klimaatlas, Deutschland: Sommertemperatur mit Simulation RCP2.6 bis 2100. Vom Autor ergänzt

Für den Raum Nürnberg simulierte GERICS im realistischen Szenario RCP2.6 für das Jahr 2100 im Mittel ca. +1 … 1,5 Grad.

Bild 4 Temperatur, Klimaprojektion 2100 für Nürnberg und Umgebung. Im Jahr 2100 ca. 1 … 1,5 Grad wärmer. Vom Autor ergänzt. Quelle: GERICS Klimaausblick

Die Hitzeperioden sind ebenfalls minimal erhöht. Zwischen 0 … 4,5 Tage mehr im Jahr 2100 werden wohl niemanden erschüttern.
GERICS Klimaausblick: Maximale Dauer von Hitzeperioden:
Zum Ende des Jahrhunderts liegen die simulierten, jährlichen Änderungen für RCP2.6 zwischen -0,1 und 4,5 Tagen pro Jahr.
Auch die 1 … 1,5 Grad simulierte Temperaturerhöhung im Jahr 2100 wird im Großraum Nürnberg mit Sicherheit niemand bemerken können.

Bild 5 DWD-Station Nürnberg. Tagesmaximum der Temperatur. Grafik vom Autor erstellt.

Sofern man mehr Wärme in unseren Breiten überhaupt als Problem bezeichnen möchte, was allerdings den Mortalitätsdaten widerspricht:
[Link] EIKE 22. Januar 2021: Die Hitzetoten des Dr. von Hirschhausen,
würde man zuallererst die teils schon extremen Wärmeinseleffekte beseitigen:

Stadtportal Nürnberg, Klimaschutz: Gemessene Klimaveränderungen in Nürnberg
… Die Bewohner der Innenstadtbereiche müssen dabei mit einer ungleich höheren Hitzebelastung leben, als Bewohner der Stadtrandlagen. Hier wird der sog. Wärmeinseleffekt sichtbar. So liegen im Sommer die Temperaturen an Wetterstationen in der Innenstadt im Mittel 2-3°C über den Stadtrand-Stationen. Allerdings können die Temperaturunterschiede im Tagesverlauf bis zu 10°C betragen, da sich die Luft nachts in der Stadt aufgrund der dichten Bebauung im Sommer nur sehr langsam abkühlt. So treten in der Innenstadt weitaus öfter Tropennächte (die Nachttemperaturen fallen nicht unter 20°C) auf, als beispielsweise in Stadtrandlagen. Während der 17-tägigen Hitzewelle vom 24. Juli bis 09. August 2018 kam es am Jakobsplatz z.B. insgesamt zu 13 Tropennächten, am Flughafen dagegen nur zu einer Tropennacht.

Man muss sich das einfach durch den Kopf gehen lassen:
Deutschland mit seinem 2 % CO2-Welt-Emissionsanteil „reduziert“ mit allen bisher beschlossenen – und Billiarden EUR kostenden – Reduzierungsmaßnahmen die Globaltemperatur im Jahr 2100 vielleicht um 0,016 … 0,052 °C !!!!,
der Wärmeinseleffekt in Nürnberg beträgt aktuell jedoch bereits bis zu +10 Grad.

Und da erzählt eine Redakteurin allen Ernstes: „ Wir müssen etwas tun: Nürnberg bemüht sich. Es gibt den „Klimafahrplan 2010 – 2050“. Die Stadt hat einen Klimaschutzbeauftragten, Projekte zur Energieeinsparung. Die Bürger steigen auf Fahrräder und Elektroautos um, Umweltschutz gehört zum Alltag. Und doch: Das reicht nicht für die große Kehrtwende in Deutschland … „

Noch unsinniger können Vorschläge wirklich nicht mehr sein. Allerdings entsprechen solche im Merkelland dem Zeitgeist und bezeugen die richtige, vorgeschriebene GRÜNE „Haltung“. Ich warte noch darauf, dass die Redaktion ihren Lesern die Idee der GRÜNEN (nicht nur) für ein Klimaministerium als bahnbrechenden Lösungsvorschlag vorstellt (Zufügung: Mit dem zwischenzeitlichen Wahlaufruf der Redaktion GRÜN zu wählen, ist es im Kern schon geschehen):
Achgut. 04.08.2021: Die Grünen: Heute retten sie Deutschland und morgen die ganze Welt
Tichys Einblick, 04.08.2021: Die Grünen treten gegen die Deutschen und die Realität an

Der Rest an GERICS Projizierungen ist so etwas von „banal“, dass man den künftigen Enkeln zurufen möchte: Ihr habt ja das gleiche, schlechte Wetter wie wir …
In der Zeitung hatte man aber wohl Angst, dies zu deutlich zu zeigen, weshalb in der Tabellierung die Minimumwerte weggelassen wurden, um nicht darzustellen, dass die wahrscheinlicheren Mittelwerte teilweise in der Gegend von Null herum pendeln. Man könnte genau so begründet folgern, dass die Redaktion bewusst Panik schüren möchte. Denn die positiven Maximalwerte sind nicht wahrscheinlicher als die negativen. Und am wahrscheinlichsten bleibt immer noch der Mittelwert.

Folgerung: Dass im Jahr 2100 die „Maximale Dauer von Hitzeperioden“ gegenüber heutzutage -0,1 Tage beträgt, ist genau so wahrscheinlich wie +5,5 Tage. Wobei beides kein Alarm ist und Billiarden EUR Ausgaben zur CO2-Verhinderung rechtfertigt (würde mancher wohl denken).

Bild 6 Darstellung Scenario RCP2.6 (und alle anderen Scenarien) im Zeitungsartikel. Nur die positiven Maximalwerte sind enthalten (Bild hier nachträglich zugefügt)

Deshalb der vollständige Auszug für das RCP2.6-Scenario aus der Studie anbei:

Bild 7 Klimaprojektion 2100 für Nürnberg und Umgebung (Teilbild). Quelle: GERICS Klimaausblick

Bild 8 Klimaprojektion 2100 für Nürnberg und Umgebung (Teilbild). Quelle: GERICS Klimaausblick

Der befragte Meteorologe weiß auf Nachfrage: „Der Klimawandel ist immer hochaktuell und wird es auch bleiben, weil sich die Extremereignisse einfach häufen …

Die Redakteurin ist mit der Bejahung ihrer Frage hoch zufrieden.
Entweder hat sie keine Ahnung, oder diese wäre die „falsche“ und sie sagt es deshalb nicht. Denn was der Meteorologe antwortet, möge ein geringer Teil seiner Simulationen ausspucken, doch leider ist es durch keinerlei Messdaten belegt. Diese zeigen das Gegenteil:
[Link] EIKE 08. Juni 2018: Die Suche nach dem Klimawandel geht weiter. Denn in Deutschland ist er nicht zu finden

Beispiel Nürnberg

Die Niederschlagsverläufe zeigen, dass sogar die schlimmen Tagesniederschläge eher abnehmen, wie es auch die Stadt Nürnberg selbst mitteilt:
Stadtportal Nürnberg Starkregenereignisse
Ebenso ist bislang kein signifikanter Trend einer Zunahme von Starkregenereignissen in Nürnberg zu erkennen. Die Analyse historischer Messdaten ergab, dass es im Schnitt zu weniger als einem Starkregenereignis (>15mm Niederschlag pro Stunde) pro Jahr kommt. Dennoch muss beachtet werden, dass für Nürnberg noch keine 30-jährigen Zeitreihen zu Starkregen vorliegen. Somit lassen sich noch keine Aussagen zu klimatischen Veränderungen treffen. 

Klar, dass das nicht sein darf und die Stadt Fürth sich deshalb für einiges Geld gerade gegen das, was in Wirklichkeit immer weniger wird versichert hat. Begründung in der Stadtratsvorlage dazu: „Starkregenereignisse haben zugenommen
Zufügung: Auf Nachfrage des Autors war die zuständige Abteilung der Stadt nicht in der Lage, eine Begründung zu liefern. „Geliefert“ wurden Grafiken der Münchner Rückversicherung, dass Unwetterschäden zunehmen.

Bild 9 DWD-Station Nürnberg, Tages- und Zwei-Tagesniederschlag seit 1936. Grafik vom Autor erstellt.

Bild 10 Thema: Wetterfolgen, die nicht Klimaprobleme, sondern Baumängel offenlegen. Auszug aus einem Foliensatz des Autors

Beispiele Deutschland

Im Deutschen Klima-Monitoringbericht von 2019 steht das Gegenteil.

Bild 11 Klima-Monitoringbericht 2019. Angaben zu Hochwasser: Seit einem Extrem 1993 rapid und stetig abnehmend

Bild 12 Klima-Monitoringbericht 2019. „Starkregen im Siedlungsbereich“: Kein Trend erkennbar. In Summe abnehmend

Ähnlich sieht es der Deutsche Wetterdienst in seinem Klimareport von 2020. Dort heißt es auf den Seiten 38-39:
„Für den Sommer lassen sich derzeit mit den vorhandenen Beobachtungsdaten und den bekannten Methoden keine Trends der Anzahl von Tagen mit hohen Niederschlagsmengen identifizieren. Hier dominiert eine kurz- und mittelfristige zyklische Variabilität.“

Gnadenlose Details

Wie die Redakteurin darauf kommt, solch banale (simulierte) Wetteränderungen im Jahr 2100 als „Gnadenlose Details“ zu titulieren, würde den Autor interessieren.
Aber klar, gemeint sind die RCP8.5 Projektionen. Und wirklich, bei solchen Projektionen muss mit Klimahüpfer- bis dpa-Klimaalarm-Pseudowissen, ergänzt um Lauterbachs Dauer-CovidKlimaalarm und Dr. Hirschhausen „Klimafieber“ vollgestopften Redakteur*innen Angst und Bange werden, obwohl man deren simulierten Schwachsinn eigentlich sofort erkennt.

Bild 13 Niederschlag: Klimaprojektion 2100 für Nürnberg und Umgebung. Quelle: GERICS Klimaausblick

Aus solchen „Berechnungen“ mit riesigen Streuungen und Oszillationen lässt sich für den Niederschlag um das Jahr 2100 ein Bereich zwischen +50 … -30 % finden. Es ist also für jeden passendes dabei ….

Bild 14 Deutschland, DWD Niederschlagsprojektion RCP8.5 zum Jahr 2100 und Wert aus GERICS Klimaausblick. Grafik vom Autor zusammengesetzt

Für das realistische Szenario RCP2.6 ändert sich dann am Wahrscheinlichsten – dem Mittelwert – nichts.

Bild 15 Deutschland, DWD Niederschlagsprojektion RCP2.6 zum Jahr 2100

Wie die Redakteurin dazu kommt, meint man zu ahnen, wenn man in ihrem in der Ausgabe folgenden Artikel „Die Zukunft ist unser freier Wille“ – einem Interview mit einem der GERICS Studienautoren – liest.
Wie immer bei der Redaktion, wenn es ums Klima oder Ökoenergie oder „Wenden“ geht: Die gleiche Meinung befragt die mit Sicherheit gleiche Aussage.

Es zeigt sich mit der Frage: „Aber das erste Scenario mit den hohen Emissionen ist doch realistischer“.
Warum ist das Szenario RCP8.5 mit Klimavertrag noch realistisch, gar realistischer? Weiß die Redakteurin, wie heftig derzeit um die CO2-Parameter CO2-Senkenfluss und CO2-Klimasensivität „gekämpft“ wird, sich das „CO2-Restbudget“ laufend erhöht und damit immer unkritischer wird, beziehungsweise schon unkritisch ist? Und dass sich sogar eher alarmistisch eingestellte Klimawissenschaftler gegen die Verwendung des unrealistischen – aber eben herrliche Extreme vorhersagenden – RCP8.5 Szenarios aussprechen:
[6] kaltesonne, 30. Dezember 2020: Hohes RCP 8.5-Emissionsszenario immer unwahrscheinlicher,
wobei nicht verschwiegen werden soll, dass sich viele „Klimawissenschaftler und mit der Klimahysterie florierenden Institute für das RCP8.5-Scenario aussprechen.

Zufügung: Inzwischen wird RCP8.5 wohl auf eine „obrige“ Anordnung hin amtlicherseits zunehmend verwendet, auch vom DWD in ihrem Viewer.

Bild 16 Thema: CO2-Forcing. Auszug aus einem Foliensatz des Autors

Bild 17 Thema: CO2-Budget. Auszug aus einem Foliensatz des Autors

Nichts davon findet sich im Artikel. Der befragte Meteorologe wird dazu nicht befragt und geht deshalb darauf bewusst nicht ein. Es würde seine vielen Simulationen ja in Frage stellen.

Dann kommt die obligatorische (indirekte) Zuweisung der jüngsten Hochwasser als Ereignis des Klimawandels:
Frage: „Angesichts der Hochwasserkatastrophe in diesem Juli im Westen Deutschlands sind die Vorhersagen zum Niederschlag besonders interessant“

Die wichtigste Frage wird dabei nicht gestellt: Wie will man mit Datensätzen, in denen Niederschlag grob ab 1950, mit genauen Daten erst seit dem Jahr 2000 beginnt, „Niederschlagszukunft“ kalibrieren und berechnen, wenn Niederschlagszyklen mindestens 100 Jahre betragen?

Vor allem: Warum ist ein Flutereignis im Jahr 2021 ein Ergebnis des „schlimmen Klimawandels“, wenn es dort ein mindestens gleich großes im Jahr 1910 und ein ca. zwei bis drei Mal so großes im Jahr 1804 gab?
Man kann dazu doch genau so treffsicher formulieren: Infolge des sich stetig wandelnden Klimas trat das dritte, hundertjährige Flutereignis nur mit der Dimension wie 1910 und nicht wie vor der Industrialisierung zwei bis drei Mal so stark auf. Wegen unbeschreiblichem Versagen aller Verantwortlichen und weil selbst für dieses, seit dem Mittelalter bekanntermaßen extrem gefährdete Tal, kein Geld für sinnvollen Hochwasserschutz bereitgestellt wurde, führte das aktuelle Hochwasser jedoch wie in lokalen Hochwasseranalysen vorhergesagt zu extremen Schäden an Menschen und Sachen.
[2] EIKE 30.07.2021: Einschläge des Klimawandels oder eher eklatantes Staats- und Behördenversagen?
[3]
EIKE: Flutkatastrophe: Totalversagen der Klimawandel-Propheten

Liest man dazu den nach der Katastrophe publizierten Hilferuf der betroffenen Bürgermeister, wird einem Angst und Bange vor so geballter und publizierter Inkompetenz (und unter Merkel verlotterter Infrastruktur):
AFP – Samstag, 7. August 2021: … Das Schreiben hatten auch 13 Ortsbürgermeister im Ahrtal unterzeichnet. Langfristig brauche es Sicherheit gegen künftige Hochwasser, ein gutes Frühwarnsystem und funktionierenden Katastrophenschutz.
Die Antwort des Meteorologen hätte mich brennend interessiert.

Zum Schluss sagte er noch etwas, zu dem man sich eine konkretisierende Nachfrage gewünscht hätte: „Und heute ist es angeblich zu spät und man kann angeblich nichts mehr tun. Das stimmt einfach nicht.“
Wollte er damit etwas ansprechen, was er sich direkt nicht zu sagen traute?

Meine Antwort lässt sich nachlesen:
[Link] EIKE 30.07.2021: Einschläge des Klimawandels oder eher eklatantes Staats- und Behördenversagen?

05.08.2021
Gruß
Der weiterhin renitente Leser
xxxx
Auch diese Kritik werde ich wohl in etwas redigierter Ausführung auf EIKE hinterlegen (Zufügung: Was hiermit erfolgt ist)

Die „Antwort“ der Redaktion:
Wenige Tage später ein Bericht „Franken trifft es in Bayern am Härtesten“,
über die gerade veröffentlichten Klimasimulationen des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LFU).
Wie gesagt, klimasimuliert wird inzwischen wirklich „an jeder Hausecke mit Stromanschluss“. (Nicht nur) deshalb gibt es wohl auch keine Zeit, Geld und Personal mehr für notwendige und sinnvolle Aufgaben, wie beispielsweise im 16. Merkeljahr, einen „funktionierenden Hochwasserschutz“, den sich wenigstens „langfristig“ Bürgermeister im vielleicht flutgefährdetsten Tal Deutschlands wünschen:
… Das Schreiben hatten auch 13 Ortsbürgermeister im Ahrtal unterzeichnet. Langfristig brauche es Sicherheit gegen künftige Hochwasser, ein gutes Frühwarnsystem und funktionierenden Katastrophenschutz.

Dann, mit der vorab-Veröffentlichung von Infos zum neuen IPCC-Klimaberichtes: dpa „Schlimmer als befürchtet?“,
die ungeschminkte Aufforderung der Redaktion, GRÜN zu wählen und dabei die offensichtlichen Mängel von deren Kanzlerkandidatin doch zu ignorieren:
Redaktionskommentar: Die Welt verlässt gerade ihre Klima-Komfortzone: „ … Wir sollten den Protestierenden in den Klima-Camps dafür ebenso dankbar sein wie Fridays for Future und Greta Thunberg … Über geschönte Texte und abgekupferte Lebensläufe dürfen wir uns ärgern. Aber angesichts des Klima-Horrorjahres, das wir gerade erleben, sind das Belanglosigkeiten. Viel wichtiger ist, dass nur die Parteien unsere Stimme bekommen, die dem Kampf gegen den Klimawandel höchste Priorität einräumen.“

Da darf unsere Umweltministerin nicht nachstehen: AFP, 09.08.2021: Schulze: „Der Planet schwebt in Lebensgefahr

Wie meilenweit solche Aussagen (und unsere Einheitsparteien) von jeglicher realistischen (und sinnvollen) Betrachtungsweise entfernt sind, zeigt die folgende Folie:

Bild 18 Thema: Klimawandel und sein Anteil an vielen Problemen unseres Planeten. Auszug aus einem Foliensatz des Autors

Bild 19 Swiss Re Datenviewer (Rückversicherer). Vergleich der Opferzahlen durch Erdbeben (gelb) und durch Wetterereignisse (blau)

Quellen

[1] FN vom 05.08.2021: Kommentar „Gnadenlose Details“ und Artikel „Die Zukunft ist unser freier Wille“ (Anmerkung: Im Netz: Klimawandel in der Stadt: „Wir müssen schlauer mit Energie umgehen“ – Nürnberg | Nordbayern)

[2] EIKE 30.07.2021: Einschläge des Klimawandels oder eher eklatantes Staats- und Behördenversagen?

[3] EIKE: Flutkatastrophe: Totalversagen der Klimawandel-Propheten

[4] Achgut, 08. August 2021: Griechenland: Brandstiftung für Windräder?

[5] Achgut, 09.08.2021: Vergangenheit immer kälter, IPCC-Bericht immer heißer
Im neuen Bericht des Weltklimarates (IPCC), der heute erscheint, wird die Vergangenheit kaltgeschrieben, womit sie viel besser in die politisch erhitzte Gegenwart passt. Eine erste Analyse.

[6] kaltesonne, 30. Dezember 2020: Hohes RCP 8.5-Emissionsszenario immer unwahrscheinlicher

 




Die EV-Aufladekarte benutzen

Willis Eschenbach

[Bemerkung: Alle im Original in Meilen angegebene Entfernungen werden hier bereits in Kilometer umgerechnet genannt.]

Die Leute reden immer wieder davon, dass Elektroautos immer billiger werden und mehr Menschen sie nutzen werden. Dabei wird jedoch übersehen, dass sie für lange Fahrten völlig unbrauchbar sind.

Die Klimasprecherin des britischen Premierministers Boris Johnson, Allegra Stratton, hat kürzlich die Katze aus dem Sack gelassen, als sie verriet, warum nicht einmal sie ein Elektroauto benutzt:

Netto-Null ist der Gleitpfad. Was wir schneller tun müssen – die Wissenschaft ist eindeutig – ist, unseren Kohlenstoffausstoß jetzt zu ändern, damit wir den Temperaturanstieg bis 2030 stoppen können“.

Sie erklärte, sie wolle nicht anhalten, um ihr Auto aufzuladen, wenn sie ältere Verwandte „300 oder 400 Kilometer entfernt“ besuche.

Sie behauptete, sie besuche ihre Familie im ganzen Vereinigten Königreich, darunter in Schottland, Nordwales, im Lake District und in Gloucester.

Aus diesem Grund, sagte sie: „Das sind alles Fahrten, bei denen ich denke, dass ich mindestens einen ziemlich langen Stopp zum Aufladen einlegen muss.“

(Ich muss zugeben, dass ich die weltfremde Idiotie eines jeden bewundere, der ernsthaft behauptet, dass wir „den Temperaturanstieg bis 2030 stoppen“ können. Hier ist der Grund, warum das unbegründeter Wahnsinn ist … aber ich schweife ab.)

Hier in Nowherica gelten 400 Kilometer als ein einfacher morgendlicher Arbeitsweg … eine Karte von Texas im Vergleich zu Europa zeigt, warum:

Also habe ich nachgedacht … wie lange würde ein Ladestopp sein, um weitere 400 km zu fahren? Ich fahre einen 2016 Ram Ecodiesel Pickup mit einer Reichweite von etwa 800 km, obwohl die neuen Modelle eine Reichweite von etwa 1500 km haben. Und ich kann ihn in etwa fünf Minuten an der Tankstelle für weitere 800 km „aufladen“.

Bei der Suche nach Informationen zu dieser Frage sehe ich, dass die betreffende Zahl „RPH“ heißt, was für „Range Per Hour“ steht. Damit wird angegeben, wie viele Kilometer Reichweite man pro Stunde Ladezeit erzielt. Ich finde eine Website mit dem Titel [übersetzt] ‚Wie lange dauert es ein Elektroauto aufzuladen?‚, auf der es heißt:

Die Reichweite pro Stunde hängt davon ab, wie effizient Ihr Auto ist. Kleine Elektroautos mit voller Batterie (z. B. Renault Zoe) sind am effizientesten und haben eine Reichweite von 50 km pro Stunde Aufladen bei einer Ladeleistung von 7 kW. Die größten Elektroautos mit Vollbatterie (z. B. Audi e-tron Quattro) sind schwerer und erreichen bei 7 kW eine Reichweite von etwa 30 km pro Stunde Aufladen.

HILFE! Das ist die Ladegeschwindigkeit der handelsüblichen Ladegeräte. Ich kann verstehen, warum die britische Klimasprecherin kein E-Auto fahren will. Wenn Sie anhalten, um Ihren Audi e-tron für weitere 400 km aufzuladen, werden Sie statt der fünf Minuten, die ich brauche, um meinen Diesel-Pickup aufzuladen, zwölfeinhalb Stunden dafür brauchen.

Aber keine Sorge, das ist kein Problem. Hier ist Edmund King, der Chef des britischen Automobilverbands. Er sagt, dass Autofahrer nach 300 km Fahrt eine Pause einlegen sollten.

„Fahrer, die lange Strecken zurücklegen, sollten regelmäßig Pausen einlegen, um die Sicherheit zu gewährleisten. Die Reichweitenangst wird mit mehr Ladestationen und einer verbesserten Reichweite der neuen Modelle weiter abnehmen“.

Nun, das macht durchaus Sinn. Einfach eine kurze Mittagspause von zehn Stunden einlegen, und schon ist man bereit für die nächsten 200 Meilen. Und Elon Musk, der Gewinner der olympischen Goldmedaille für die meisten Subventionen durch den US-Steuerzahler, vertritt in Bezug auf das neue Tesla Model S mit großer Reichweite genau dieselbe Ansicht:

Musk sagte, er sehe keinen Bedarf für ein Elektrofahrzeug mit einer Reichweite von mehr als 600 km:

Was wir sehen, ist, dass, sobald man eine Reichweite von mehr als 600 km hat, mehr Reichweite nicht wirklich wichtig ist. Es gibt so gut wie keine Fahrten über 600 km, bei denen der Fahrer nicht sowieso anhalten muss, um eine Toilette, etwas zu essen, einen Kaffee zu trinken usw.“.

Die Bemerkung wurde kritisiert, weil sie die Tatsache nicht berücksichtigt, dass eine Reichweite von 400 Meilen in kälteren Klimazonen und je nach Bedingungen eher 250-300 Meilen beträgt.

Ja, ich muss oft zehn Stunden lang anhalten, um auf die Toilette zu gehen, etwas zu essen und Kaffee zu trinken …

Nennen Sie mich verrückt, aber angesichts des Preises des Tesla Model S von 74.490 Dollar inklusive zehnstündiger Toilettenpausen werde ich wohl bei meinem Ram Ecodiesel bleiben.

Link: https://wattsupwiththat.com/2021/08/07/9382173/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Die Kosten des Aufhaltens der globalen Erwärmung

Daniel Sutter, Professor at Troy University

Im Jahr 2018 hat der Weltklimarat ein neues Ziel zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius festgelegt. Die Kosten und Folgen eines aggressiven Vorgehens gegen die globale Erwärmung übersteigen im Grunde das Vorstellungsvermögen. Jüngste Forschungen im Bereich der Nachhaltigkeit unterstreichen dies.

Schätzungen gehen davon aus, dass der Energieverbrauch, der mit der Vermeidung einer Erderwärmung von 1,5 Grad Celsius vereinbar ist, ohne auf Technologien mit negativen Emissionen zurückzugreifen, bei etwa 7.500 Kilowattstunden pro Person und Jahr liegt.  Die Amerikaner verbrauchen derzeit mehr als das Zehnfache dieses Wertes, so dass unser Energieverbrauch drastisch sinken müsste.

In einer neuen Veröffentlichung in Global Environmental Change (hier) wird untersucht, ob eine angemessene Lebensqualität bei niedrigem Energieverbrauch möglich ist.  Für die Untersuchung wurden sechs Lebensqualitätsmaße der Weltbank herangezogen: Lebenserwartung, Lebensmittelkonsum, sicheres Trinkwasser, sichere sanitäre Einrichtungen, Bildung und Armut. Für die sechs Messgrößen wurden akzeptable Werte festgelegt.  Die 29 der 106 untersuchten Länder, die alle sechs Lebensqualitätsziele erreichen, verbrauchen mindestens das Doppelte des Schwellenwerts für nachhaltige Energie.

Da eine angemessen funktionierende Wirtschaft zu viel Energie verbraucht, haben andere Forschungen einen niedrigen Energieverbrauch formuliert, der den menschlichen Bedürfnissen entspricht. Wie sähe ein energiearmes Leben aus? Zunächst einmal ein Ende des Individualverkehrs, nicht nur ein Umstieg auf Elektrofahrzeuge. Die Menschen werden sich auf öffentliche Verkehrsmittel und „aktiven“ Verkehr (z. B. zu Fuß) verlassen müssen.

Eine vierköpfige Familie könnte eine Wohnung von nicht mehr als 60 Quadratmetern haben, die 6 Stunden am Tag beleuchtet ist. Die Menschen könnten 9 Pfund neue Kleidung und weniger als 200 Pfund Wäsche pro Jahr haben. (Die Kleidung, die Menschen normalerweise tragen, wiegt etwa 2 Pfund.) Jede Familie darf einen Laptop und einen Kühlschrank besitzen; jeder, der 10 Jahre oder älter ist, erhält ein Mobiltelefon.

Die angestrebte Gesellschaft unterscheidet sich grundlegend von der unsrigen, und zwar nicht nur in Bezug auf den Energieverbrauch. Auf Märkten findet ein freiwilliger Austausch zwischen willigen Käufern und willigen Verkäufern statt. Jeder, der bereit ist zu zahlen, kann einen zweiten Kühlschrank kaufen, um Bier zu kühlen. In der Wirtschaft, die die globale Erwärmung aufhalten soll, werden uns die Nachhaltigkeitsexperten sagen, was wir haben können.

Die globale Erwärmung zu stoppen bedeutet auch, das Wachstum zu beenden: „Der Verzicht auf wirtschaftliches Wachstum jenseits eines moderaten Wohlstandsniveaus erscheint ökologisch notwendig.“ Ich halte dies für zutiefst unmoralisch. Die Menschen arbeiten und bringen Opfer, damit ihre Kinder und Enkelkinder ein besseres Leben haben können. Wirtschaftswachstum ermöglicht dieses bessere Leben.

Moderner Wohlstand ermöglicht eine hohe Lebensqualität. Man denke an die Lebenserwartung, die in den USA von weniger als 50 Jahren im Jahr 1900 auf heute fast 80 Jahre gestiegen ist. Die medizinische Forschung hat dazu beigetragen, dass es keine vorzeitigen Todesfälle aufgrund von Lungenentzündungen und Herzkrankheiten mehr gibt. Wir konnten es uns leisten, genügend Ärzte auszubilden, so dass sich einige auf die Erforschung von Krankheiten spezialisieren konnten. Der Wohlstand gab den medizinischen Forschern die nötigen Werkzeuge, Einrichtungen und Ressourcen.

Die medizinische Forschung wird die Gesundheit weiter verbessern, wenn das Wirtschaftswachstum anhält. Die Fähigkeit der Forscher, DNA zu analysieren, führt zu enormen Fortschritten. Durch Gen-Editierung wurde ein Fall von Sichelzellkrankheit geheilt. Erst kürzlich haben Forscher damit begonnen, den Alterungsprozess zu untersuchen, um zu sehen, ob er verhindert werden kann.

Gegen die Nachhaltigkeitsforschung können zahlreiche Kritikpunkte vorgebracht werden. Der oben erwähnte Schwellenwert für den Energieverbrauch berücksichtigt nicht die Unterschiede bei den Treibhausgasemissionen der verschiedenen Energieträger. Der Schwellenwert schließt unnötigerweise „Negativ-Emissions“-Technologien zur Entfernung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre aus. Und der Grenzwert von 1,5ºC für die Erwärmung ist letztlich ein politischer.

Die Neugestaltung der Gesellschaft steht in völligem Widerspruch zur erklärten Bereitschaft der Amerikaner, Geld für die Begrenzung der globalen Erwärmung auszugeben. Wie Bjorn Lomborg feststellt, „halten zwar mehr als drei Viertel aller Amerikaner den Klimawandel für eine Krise oder ein enormes Problem, aber eine Mehrheit war nicht bereit, auch nur 24 Dollar pro Jahr für dessen Behebung auszugeben.“ Wenn wir das moderne Leben nicht beenden wollen, um die globale Erwärmung zu bekämpfen, ist es jetzt an der Zeit, dies unseren gewählten Vertretern mitzuteilen.

Obwohl wir die Nachhaltigkeitsforschung als irrelevantes akademisches Geschreibsel abtun könnten, warnt die Antwort der Regierung auf COVID-19 davor.  Jahrelang plädierten einige Epidemiologen für den Einsatz nicht-pharmazeutischer Maßnahmen während einer Pandemie, obwohl sie davon ausgingen, dass solche Maßnahmen in den USA oder Europa niemals toleriert werden würden.  Unter den richtigen Umständen kann scheinbar irrelevante akademische Forschung unser Leben enorm verändern.

Dr. Daniel Sutter has been the Charles G. Koch Professor of Economics with the Manuel H. Johnson Center for Political Economy in Troy University’s Sorrell College of Business since 2011. He’s also a contributor to Heartland’s blog, the Freedom Pub.

[Originally posted on Alabama Today]

Link: https://blog.heartland.org/2021/07/the-cost-of-stopping-global-warming/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




EV-Verrücktheit wird immer größer

David Wojick

Die Menschen sind nicht begeistert vom Kauf von Elektrofahrzeugen, und es heißt, dass die Regierung Biden sich darauf vorbereitet, uns dazu zu zwingen. Der Trick besteht darin, die so genannten Fuel Economy Standards zu nutzen.

Angeblich sollen bis 2030 mindestens 40 % der verkauften Pkw und leichten Nutzfahrzeuge Elektrofahrzeuge sein. Dies ist Bidens Lieblingsziel, obwohl oder vielleicht gerade weil er dann nicht mehr Präsident sein wird.

Technisch gesehen handelt es sich um die Corporate Average Fuel Economy oder CAFE-Normen. Die Art und Weise, wie sie funktionieren, ist im Namen versteckt. Sie regeln nicht den durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch von Autos, die von Unternehmen genutzt werden, wie der Name „Corporate Average“ vermuten lässt. Nein, sie regeln den durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch von Autos, die von Unternehmen hergestellt werden.

Die Art und Weise, wie das funktioniert, wird gut versteckt sein. Anstatt Ihnen und mir zu sagen, was wir kaufen können, sagen sie den Autoherstellern, was sie herstellen dürfen. Ich denke mir das nicht aus.

Das Ergebnis ist eine Rationierung, und das schon seit vielen Jahren. Die Autohersteller schränken die Produktion von größeren Autos und Lastwagen mit höherem Kraftstoffverbrauch ein, um die Normen zu unterschreiten. In Wirklichkeit werden Dinge wie Leistung, Größe und Sicherheit rationiert. Ich habe sogar gehört, dass sie die Preise für große Autos anheben, um die Preise für kleine Autos zu senken. Das nennt man eine Quersubventionierung.

Es klingt also so, als ob die CAFE-Normen in weniger als einem Jahrzehnt gesenkt werden, bis 40 % der verkauften Fahrzeuge E-Fahrzeuge sind. Beachten Sie, dass die Fahrzeugpreise nicht Teil des CAFE-Standards sind, wer weiß also, wie sich dies auf die Preise auswirken wird.

Wie das tatsächlich funktionieren soll, ist ein wahrlich seltsames Rätsel. Die Menschen zum Kauf von Elektrofahrzeugen zu zwingen, ist nicht der Zweck der CAFE-Vorschriften, ganz im Gegenteil. Das klingt nach einem grünen Alptraum, der sich anbahnt.

Hoffentlich wird dieser Missbrauch der Effizienzstandards als illegal eingestuft. Falls dies jemals versucht wird. Im Moment ist das alles nur Gerede.

Aber wenn Sie das komisch finden, dann schauen Sie sich doch mal an, was die Briten für große Lkw planen. Sie schlagen vor, schwere Lkw über Oberleitungen elektrisch zu betreiben, zumindest auf den Hauptverkehrsstraßen. Das ist immer noch keine Erfindung. Kritiker nennen sie „Truck Trolleys“, und das aus gutem Grund.

Stellen Sie sich vor, es gäbe heiße Drähte über den fast 50.000 Meilen der Interstate Highways [Autobahnen], die genug Strom für all die großen Lastwagen liefern. Schwere Unfälle sind vorprogrammiert? Und was ist mit den Eisstürmen?

[Der Übersetzer hat solche Eisstürme während seiner Zeit in den USA selbst erlebt. Es sind flächendeckend bis zu 50 l/m² Regen gefallen – bei anhaltendem Frost! Das hält keine Überlandleitung aus. Da dies aber in jedem Winter im Nordosten der USA vorkommt, ist man darauf vorbereitet. Es gab nirgendwo längere Stromausfälle, obwohl Überlandleitungen in den USA gang und gäbe sind. Anm. d. Übers.]

Anscheinend werden die Leitungen nur über die langsamen Fahrspuren verlaufen, also vielleicht nur für 100.000 Meilen. Um auf der Überholspur zu überholen oder zu fahren, wird der Lkw abgeklemmt und erst wieder angeschlossen, wenn er auf die Langsamfahrspur zurückkehrt. Hoffentlich muss der Fahrer nicht mitmachen.

Ich vermute, dass sie die Lkw teilweise mit Batterien betreiben, auch wenn die großen Lastwagen die großen Straßen verlassen. Die Briten sind den Amerikanern in Sachen Klimaverrücktheit voraus, also können wir uns vielleicht auf diesen seltsamen Fall freuen.

Das Problem ist, dass ein Auto voller Menschen zwar leicht ist, ein oder zwei Anhänger voller Fracht aber sehr schwer sein können. Wir haben viele Tandemfahrzeuge mit zwei Anhängern im Einsatz. Große Frachter mit riesigen Batterien zu betreiben, funktioniert also nicht. Die Trucker können auch nicht stundenlang herumsitzen und darauf warten, dass ihre großen Trucks aufgeladen werden. Die grünen amerikanischen Regierungen müssen sich noch mit diesem verrückten Problem befassen.

In beiden Fällen, ob CAFE oder Lkw-Trolleys, wird kein Wort darüber verloren, woher der ganze Saft kommen soll. Wir sprechen hier von einer enormen Menge an neuen Stromerzeugungskapazitäten, die rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Die stark schwankende Wind- und Sonnenenergie reicht dafür nicht aus.

Wenn Sie glauben, dass subventionierte Wind- und Solarenergie unsinnig ist, dann warten Sie, bis man versucht, die Elektrifizierung des Auto- und LKW-Verkehrs zu erzwingen. Aus technischer Sicht ist das Jahr 2030 jetzt.

Die Verrücktheit bzgl. Elektrofahrzeugen wird immer größer.

Link: https://www.cfact.org/2021/08/02/ev-weirdness-looms-large/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Eine neue Krise für die Klima-Wissenschaft?

Steven Hayward, Power Line

Letzte Woche veröffentlichte Science einen bemerkenswerten Artikel – bemerkenswert, weil er implizit bestätigt, was Klima-„Skeptiker“ seit mindestens einem Jahrzehnt über Klimamodelle sagen, nämlich dass sie „zu heiß“ laufen.

Es sind nur noch wenige Wochen bis zu den beiden großen Klimatagungen des Jahres 2021. Das erste ist das UN-Treffen COP 26 in Glasgow im nächsten Monat, das von den üblichen Leuten (John Kerry usw.) als „die letzte Chance, den Planeten zu retten“ bezeichnet wird, weil alle 25 vorangegangenen „letzte Chance“-Treffen ein falscher Alarm waren. (Sie glauben, ich übertreibe? Sehen Sie sich die New York Times vom 30. Juni an: „Demokraten haben ein Jahr Zeit, um den Planeten zu retten“).

Der zweite ist die Veröffentlichung des nächsten umfassenden Berichts des IPCC, der in der Regel alle fünf bis sieben Jahre einen neuen 5.000-seitigen Bericht herausgibt, in dem der neueste Stand der „Wissenschaft“ des Klimawandels zusammengetragen und zusammengefasst wird. Es genügt zu sagen, dass sich seit dem ersten IPCC-Bericht vor fast 30 Jahren nicht viel geändert hat. Im nächsten Bericht könnte es jedoch einige kleine, subtile Änderungen geben.

Der letzte Bericht sollte eigentlich schon vor einem Jahr fertig sein, wurde aber durch Sie-wissen-schon-was verzögert. Es ist aber auch möglich, dass genügend Klimawissenschaftler in den Prozess involviert sind, die sich besorgt darüber zeigen, dass die Klimamodelle, die die politische Klasse benutzt, um Panik zu schüren, nicht richtig funktionieren, und dass sie diese ein wenig zurückschrauben wollen. Wenn dies der Fall sein sollte, werden diese subtilen Änderungen in der Betonung wahrscheinlich tief im vollständigen IPCC-Bericht vergraben sein, und die 25-seitige „Summary for Policymakers“, die der IPCC für den Medienkonsum erstellt, wird immer noch besagen, dass das Ende der Welt naht, wenn wir unsere Autoschlüssel nicht abgeben.

Ein Hinweis auf dieses Insider-Baseball-Drama kommt von einem unwahrscheinlichen Ort – der Zeitschrift Science, die so ziemlich in der Mitte des wissenschaftlichen Establishments angesiedelt ist, wie man nur sein kann. Letzte Woche veröffentlichte Science einen bemerkenswerten Artikel – bemerkenswert, weil er implizit bestätigt, was Klima-„Skeptiker“ seit mindestens einem Jahrzehnt über Klimamodelle sagen, nämlich dass sie „zu heiß“ laufen.

Der Artikel trägt den Titel „U.N. climate panel confronts implausibly hot forecasts of future warming“ (etwa: UN-Klimagremium konfrontiert mit unplausiblen Prognosen über die zukünftige Erwärmung) und ist ein echter Hammer:

Da die Klimawissenschaftler mit dieser alarmierenden Realität [einer sich erwärmenden Welt] konfrontiert sind, sind die Klimamodelle, die ihnen helfen, die Zukunft zu prognostizieren, ein wenig zu alarmistisch geworden. Viele der weltweit führenden Modelle prognostizieren jetzt Erwärmungsraten, die die meisten Wissenschaftler, einschließlich der Modellbauer selbst, für unplausibel schnell halten. Im Vorfeld des UN-Berichts haben sich die Wissenschaftler darum bemüht zu verstehen, was falsch gelaufen ist und wie man die Modelle, die in anderer Hinsicht leistungsfähiger und vertrauenswürdiger sind als ihre Vorgänger, in nützliche Anleitungen für politische Entscheidungsträger verwandeln kann. „Im Laufe des letzten Jahres ist klar geworden, dass wir dies nicht vermeiden können“, sagt Gavin Schmidt, Direktor des Goddard Institute for Space Studies der NASA.

[Hervorhebungen wie im Original]

In dem Bericht wird weiter ausgeführt, dass viele der schlimmsten Vorhersagen der Erwärmungsmodelle – mehr als 5 Grad Celsius – mit Sicherheit falsch sind, und es scheint, dass der nächste IPCC-Bericht die Spanne der möglichen Erwärmung im Jahr 2100 auf 2,6 bis 3,9 Grad Celsius eingrenzen wird, wobei diese Obergrenze von etwa 4,5 Grad Celsius, die in früheren IPCC-Bewertungen angegeben wurde, nach unten korrigiert wird. Sie können sicher sein, dass der neue IPCC-Bericht betonen wird, dass sich im Wesentlichen nichts geändert hat – dass selbst 3,9 Grad das Ende von allem sein werden. Aber Teile der Wissenschaftsgeschichte, auch wenn sie vorsichtig geschrieben sind, um die Erzählung nicht zu unterstreichen, sind wirklich verheerend für die „Gewissheit“ der Klimavorhersage, auf die man uns immer wieder einschwören will.

Der ganze Beitrag steht hier.

Link: https://www.thegwpf.com/a-new-crisis-for-climate-science/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE