Der Monat Mai über die letzten 240 Jahre: Keine CO2-Treibhaus­wirkung erkennbar

Grafik 1: Keine Maierwärmung seit 1881. Der rote Temperaturkurvenverlauf zeigt das übliche Auf und Ab mit leicht wärmeren und kälteren Phasen. Unten rechts die ins Diagramm eingeblendete CO2-Konzentrationsgrafik vom Mouna Loa von 1958 bis April 2021. (ständig steigend)

Anmerkung zu Grafik 1: Der DWD hat in den letzten Jahren einige Maiwerte vor 1940 um ein Zehntel nach unten korrigiert, also kälter gemacht, z.B. 1889 von 15,9 auf 15,8°C. Außerdem: Vor dreißig Jahren erfolgte ein Temperatursprung um etwa 0,7 Grad auf ein wärmeres Plateau.

Zu Beginn der Betrachtung, vor 141 Maijahren war der Mai sogar leicht wärmer wie die letzten 3 Jahre. Berücksichtigen müsste man außerdem, dass damals der Schnitt aus ganz anderen Messstationen gebildet wurde als heute, die Wetterstationen standen an viel kälteren Plätzen. Das Kaiserreich war ein gänzlich anderes Deutschland. Weitgehend unverändert blieb die Sprache und die Namen der Ortschaften. Einzel stehende Klöster in der Landschaft, singuläre Groß-Gutshöfe oder Wetterstationen bei Forsthäusern am Waldrand gibt es nicht mehr. Die Wetterstationen stehen heute bevorzugt dort, wo die Menschen leben oder arbeiten, also in Wärmeinseln bei Flughäfen, in Gewerbegebieten, am Stadtrand oder bereits in der Siedlung, weil sie von der Bebauung eingeholt und eingemauert wurden. Wichtig: Die Wetterstationen stehen heute an wärmeren Plätzen, die Temperaturdaten sind nicht direkt vergleichbar. Auch der Charakter der ursprünglicheren Landschaft hat sich wärmend verändert: großflächige Trockenlegungen, die industrielle Land- und Forstwirtschaft, Windräder, Freifotovoltaikanlagen und der Straßenbau durchziehen die Natur. Jede Straße ist bei Sonnenbestrahlung ein Wärmeband in der Landschaft.

Zudem lag der Messreihenbeginn des DWD im Jahre 1881 in einem leichten Kältetal. Das zeigt uns die nächste Grafik, die 100 Jahre weiter zurückreichende DWD-Wetterstation auf dem Hohenpeißenberg. Obwohl sich der ursprüngliche Standort durch Wechsel nach 1936 wärmend verändert hat, ist die Kältedepression – das Wellental – um 1881 deutlich erkennbar.

Beispiel Hohenpeißenberg: Messbeginn 100 Jahre früher.

Der Standort der Wetterstation war bis 1936 am direkten Anbau zur Klosterkirche, und zwar an der Nordwand, damals ganzjährig unbeheizt. Seit gut 50 Jahren steht die DWD-Station in einem neuen DWD-Zentrum, frei stehend und somit den 220 bis 230 Mai-Sonnenstunden ausgesetzt, allerdings in einer international genormten Wetterhütte mit entsprechenden Strahlungsabschirmungen. Mai 2021: 8,3°C

Abb. 2: Auffallend: 1) Der Mai wurde in den 240 Jahren nicht wärmer. 2) Die wirklichen warmen Maimonate liegen lange zurück, die meisten sind vor 1881, dem Beginn der DWD-Messreihe. 3) Die Jahre um 1881, dem DWD-Messbeginn befinden sich in einer leichten Kältedelle.

Frage an die Leserschaft: Wie würde der Maiverlauf aussehen, wenn die Station HPB nicht von der Nordwand der Klosterkirche an den heutigen sonnenscheinreichen Standort versetzt worden wäre? Der leichte Maitemperatursprung um 1990 auf ein höheres Plateau wäre allerdings geblieben.

Doch nun zurück zu Grafik 1, den DWD-Deutschlandtemperaturen. Je näher wir auf der Zeitachse der Gegenwart kommen, desto mehr ähnelt sich das damalige Kaiserreich dem heutigen Zustand an, die Wärmeinsel- und Standortunterschiede zu heute verringern sich.

Abb. 3a: Die Maitemperaturen Deutschlands zeigen seit 1915 überhaupt keine Erwärmung mehr. In der Mitte des letzten Jahrhunderts waren die Maimonate vier Jahrzehnte lang kälter, – um 1950 eine ähnliche Kältedelle wie um 1881 – momentan sind wir wieder auf einem leicht höheren Niveau, das 1992 begann. Mit CO2 hat der Verlauf nichts zu tun, denn dieses lebensnotwendige Gas hat im gesamten Zeitraum kontinuierlich zugenommen. Für 1915, dem Grafikbeginn wird die Konzentration auf 290 bis 300 ppm geschätzt.

Abb. 3b Die CO2-Konzentration hat in den zurückliegenden Jahrzehnten kontinuierlich zugenommen. Den Temperaturen des Monats Mai ist das egal.

Die gleichzeitig leichte Zunahme der DWD Maitemperaturen ab 1955 – siehe Grafik 3a -aus der Kältedepression heraus ist eine reine Zufallskorrelation mit dem Verlauf der Grafik 3b, da die polynome Trendlinie bei 3a anstatt des Temperatursprunges um 1990 einen Linienverlauf wählt und den kleinen Temperatursprung im Jahre 1992 fließend übergeht. Die letzten 30 Jahre bis heute sind dann gegenläufig.

Die Sonne bringt es an Tag – mehr Sonnenschein bedeutet mehr Wärme

Einen wesentlichen Einfluss auf die Lufttemperaturen, besonders im Sommerhalbjahr, hat die Sonnenscheindauer, welche in Deutschland in den meisten Monaten während der vergangenen Jahrzehnte zunahm. Damit ist auch der kleine Mai-Temperatursprung im Zeitraum 1988 bis 1992 erklärbar. Er ist natürlichen Ursprungs, denn CO2 ist nicht für die Zunahme der Sonnenstunden verantwortlich, was allerdings auch niemand der CO2-Treifhauseffektgläubigen behauptet. Halten wir fest: Die Sonnenstunden brachten damals die zusätzliche Maiwärme. So war der Mai 2018 mit über 250 Sonnenstunden sehr sonnenscheinreich. Die letzten 3 Maien dagegen eher sonnenscheinarm, 2021 registriert der DWD 165 Stunden (Normal 200). Dafür lagen die Niederschläge mit 140% deutlich über dem Vergleichszeitraum 1991 bis 2020

Von weiterem Interesse dürfte sein, wie sich die Maitemperaturen seit 1992 innerhalb der Grenzen der heutigen Bundesrepublik und innerhalb des letzten leicht höheren Temperaturniveaus verhalten. Das zeigen uns die nächsten Grafiken

Abb.4: Seit 1992 gehen die Maitemperaturen laut DWD wieder leicht, wenn auch nicht signifikant zurück. Die letzten 3 Jahre ordnen sich wieder in die Kältedepression um 1950 und 1881 ein.

Selbstverständlich sinken die Maitemperaturen bei wärmeinselarmen Station viel stärker. Als Beispiel nehmen wir Rosenheim in Oberbayern, die Wetterstation liegt nördlich in den Innwiesen, also bereits eine ländliche Station ebenso wie Zeitz, Buchen im Odenwald, Schneifelforsthaus oder Amtsberg..

Abb.5a: Wärmeinselarme Stationen wie Rosenheim kühlten in den letzten 3 Jahrzehnten viel stärker ab als die mehrheitlich Wärmeinsel beeinflussten DWD-Stationen. In Rosenheim wurde der Mai deutlich über 2 Grad kälter.

Gründe des Mai-Temperatur-Rückganges seit 1992: die kälter werdenden Eisheiligen.

Abb. 5b: Wir haben im Team, Baritz/Kowatsch/Seifert nicht wenige DWD-Stationen untersucht. Interessant war, dass die fünf Tage vor den Eisheiligen und die fünf Tage nach Eisheilgen leicht wärmer sind. Die rapide seit 30 Jahren kälter werdenden fünf Tage vom 11. bis 15. ziehen den Maigesamtschnitt aller Wetterstationen nach unten. (lt.Trendlinie bei Rosenheim knapp 4 Grad)

Die Eisheiligen werden kälter, eigentlich so richtig erst ab 1996, eine Tatsache die der DWD und auch der Artikel in Wikipedia überhaupt noch nicht registriert hat, siehe DWD-Erklärung vom letzten Jahr. „Eisheiligen machen kaum noch Angst“ , letzter Abschnitt. Zitat: „ In den vergangenen Jahren sind die Eisheiligen oft ganz ausgeblieben. Manchmal kam es zu Kaltlufteinbrüchen bereits Anfang Mai oder erst Ende Mai. Fröste traten jedoch auch dann immer seltener auf. Gelegentlich wurden die Eisheiligen bei Tageshöchstwerten von über 25 Grad Celsius sogar zu „Schweißheiligen“. Deshalb ist die Frage berechtigt, ob man eigentlich noch von einer echten Singularität sprechen kann. Viele Experten führen die Veränderungen auch auf den Klimawandel zurück,…“

Unglaublich wie der ungenannte Pressereferent des DWD sein eigenes Haus blamiert. Im Schnitt sind die Eisheiligen in den letzten 30 Jahren in Deutschland laut Trendlinie knapp um 3 Grad kälter geworden, während im gleichen Zeitraum die CO2-Konzentrationen um circa 55 ppm gestiegen sind.

Zurück zum Gesamtmonat Mai: Weiter oben haben wir erwähnt, dass die Maitemperaturen der DWD-Stationen nach dem Kriege in einem kleinen Temperaturwellental lagen und ab 1988 bis 1992 der Anstieg auf ein leicht höheres Niveau erfolgte, seitdem aber wieder abkühlen. Interessant sind nun wärmeinselarmen Stationen, in deren Umgebung sich seit 40 Jahren kaum etwas verändert hat wie Amtsberg am Fuße des Erzgebirges. Die Natur und Umwelt in der Umgebung blieb dieselbe und damit intakt. Die Wetterstation steht dort am selben Fleck in einer gleich bleibenden Umgebung, leider besteht sie erst seit 1981 und der Maiverlauf ist folgender: Keine Spur irgendeiner CO2-Treibhauserwärmung in den letzten 40 Jahren.

Abb. 6: Keine Spur irgendeiner Treibhauserwärmung bei der wärmeinselarmen Station Amtsberg, im Gegenteil, der Mai wurde bereits seit 1981, dem Bestehen der Station wieder kälter.

Nun zeigt der DWD aber gerne seine Maigrafik seit 1881 und blendet alle unsere bisher im Artikel genannten Argumente aus. https://www.dwd.de/DE/leistungen/zeitreihen/zeitreihen.html

Abb. 7: Seit 1881, also seit 140 Jahren sind die Maitemperaturen bei den DWD-Stationen leicht gestiegen. Der Anstieg der Trendlinie in der DWD-Grafik seit 1881 hat 3 Gründe

  1. Die Jahre um 1881 lagen in einem Kältewellental
  2. Die Wetterstationen standen im Kaiserreich an kälteren Orten im Vergleich zu den heutigen DWD-Stationen. (zusätzliche WI-Effekte)
  3. Der DWD hat in den letzten Jahren einige Werte im linken Teil seiner Grafik (1881- 1940) um ein Zehntel kälter gemacht. (hat unbedeutende Auswirkungen)

Außerdem vergleicht der DWD mit den Jahren 1961- 1990, die 12,1 C, die noch größtenteils zur Kältedepression gehören, siehe Grafik 1

Der wachsende Wärmeinseleffekt in den Zeitreihen.

Besonders nach dem Krieg, also seit 76 Jahren hat sich Deutschland wesentlich verändert, in der Einwohnerzahl, durch die Bebauung in die freie Natur hinein, sowie eine Trockenlegung ganzer Landschaften. Überall greift der Mensch wärmend in die Natur ein und die hoch stehende Maisonne heizt die Bebauung tagsüber stark auf, während die einstige Feuchtwiese nicht über 20°C hinauskam und nachts stark abkühlte. Aus einst kleinen Wärmeinseln sind seit 1945 riesige zusammenhängende Wärmeregionen entstanden. Allein im Heimatort des Artikelverfassers hat sich seit 1950 die Einwohnerzahl verdoppelt, die bebaute Fläche verzehnfacht und der Energieverbrauch mindestens verhundertfacht. Da fast alle Klimastationen des DWD inzwischen in den Wärmeregionen stehen, (15% der Deutschlandfläche) einsame Forsthäuser am Waldrand mit Wetterstation gibt es nicht mehr- messen die heutigen Thermometer diese schleichende Wärmeinselerwärmung ganzer Regionen innerhalb der letzten Jahrzehnte mit. Wissenschaftlich richtig ist somit nur die Aussage, dass die Thermometer an den heutigen Standorten höhere Temperaturen messen als bei den ländlicheren Standorten vor über 100 Jahren.0

Ausschließlich durch den sich ständig vergrößernden Wärmeinseleffekt bei den DWD-Messstationen wirkt der Mensch an der Erwärmung mit. Nicht CO2 ist der anthropogene Anteil der Erwärmung, sondern die stetig wachsende Wärmeinselerwärmung. Es handelt sich um einen wissenschaftlichen Irrtum.

Eine Wetterstation in den USA: Schön wäre es, wenn es noch eine Wetterstation gäbe, die genauso unverändert in einer gleich gebliebenen Umgebung steht wie vor 140 Jahren. Wir haben eine gefunden, allerdings nicht in Deutschland, sondern in den USA. Die Dale Enterprise Weather Station in Virginia. Bei einer Farm werden am selben ländlichen Standort von der gleichen Familie bereits seit 5 Generationen die Temperaturen erfasst. Allerdings wächst der einstige Kleinort Harrisonburg, inzwischen eine Stadt, immer weiter auf die Farm zu. Dale Enterprise ist die älteste Klimastation in Virginia und die drittälteste seit damals noch messende Station in den USA. Jedoch die einzige am selben fast unverändert gebliebenen Standort. Jedoch führt inzwischen ein vierspuriger Highway an der Farm vorbei. Zusätzliche Sonnenstunden im Mai wirken sich auch in den USA sofort erwärmend aus.

Abb. 8: Keinerlei Erwärmung des US-Wetterstation Dale-Enterprise seit 1880 beim Monat Mai. Leider hat auch diese Station in den letzten 100 Jahren einen leichte WI-effekt entwickelt, der vom Thermometer mitgemessen wird. Sonst wäre die Trendlinie deutlicher fallend. Vor allem lag 1880 in keiner Kältedelle wie Deutschland damals.

Wir fragen uns: Würde der Maiverlauf in Deutschland vielleicht ähnlich aussehen seit 1880, wenn Deutschland so geblieben wäre wie 1880 und alle DWD-Stationen auch noch in denselben kälteren Umgebungen von einstmals stehen würden? Oder würde sich eine noch viel deutlicher sinkende Maitrendlinie für das heutige Deutschland ergeben?

Wir halten fest:

Die globalen CO2-Konzentrationen steigen, der Mai wird nicht wärmer. Zwischen den Temperaturverläufen des Monats Mai und dem CO2-Anstieg besteht keinerlei Zusammenhang.

Der Monat Mai zeigt: Die CO2-Erwärmungslehre ist eine Irrlehre. (Grafik 8)

Wie der Mai sich weiterentwickelt wissen wir nicht, wir wissen auch nicht, ob die Landschaftszerstörung durch Bebauung und Trockenlegung und damit die Ausweitung der Wärmeregionen im selben Maße sich fortsetzen wird. Ein Umdenken in der Bevölkerung deutet sich an, nicht aber bei den Bürgermeistern mit mehrheitlich bebauungs- und flächenversiegelnden Gemeinderäten.

Info: der Versiegelungsflächenzähler, Straßen und Häuser zusammen: 50 217 km², das sind etwa 15% an der Gesamtfläche Deutschlands. https://www.dr-frank-schroeter.de/Bodenverbrauch/Aktueller_Stand.htm

Das Klima wandelt sich immer. Das hat natürliche und menschengemachte Gründe. Kampf dem Klimawandel durch eine CO2-Steuer ändert nichts. Es handelt sich eigentlich um eine Ablass-Steuer zur Gewissens-Beruhigung, vergleichbar mit dem Ablasshandel im Mittelalter. Die großflächige Zerstörung und Trockenlegung einstiger Naturlandschaften sind der menschenverursachende Klimatreiber. Verstärkter Natur- und Umweltschutz ist zu fordern, sauberes Wasser, saubere Luft und unvergiftete Böden.

 




Die Union of Concerned Scientists versucht, Steve Koonin zu „versenken“

Zu schade, dass ihre Analyse von der ursprünglichen Inhaltsanalyse-Expertin Kimberly Neuendorf vor Gericht in Stücke gerissen wurde, die schrieb:

[Oreskes‘ Analyse] stützt die Schlussfolgerungen der Studie nicht, weil ihre Analyse eine Reihe von grundlegenden Fehlern aufweist. Der Inhaltsanalyse von S&O fehlt es an Zuverlässigkeit, Validität, Objektivität, Verallgemeinerbarkeit und Replizierbarkeit. „ (May, 2020c, S. 169).

Peter Frumhoff von der Union of Concerned Scientists war einer der Hauptorganisatoren der ExxonKnew-Kampagne und bezahlte sogar die Reisekosten der Generalstaatsanwälte der Bundesstaaten, die an den verschiedenen Kampagnentreffen und Ankündigungen teilnahmen. Seitdem stecken sie bis zum Hals in diesen Kampagnen gegen die freie Meinungsäußerung. Sie sind keine netten Leute.

Jetzt geben sie Benjamin Santer eine Stimme, dem „Fingerabdruck“-Mann, der weithin für seine Last-Minute-Änderungen an Kapitel 8 des zweiten IPCC-Berichts (SAR) von 1995 kritisiert wurde. Er und John Houghton erzwangen eine Last-Minute-Änderung der Schlussfolgerungen von Kapitel 8, nachdem das Team des Kapitels die Schlussfolgerung gebilligt hatte, dass „bisher keine Studie sowohl eine signifikante Klimaveränderung festgestellt als auch diese Veränderung ganz oder teilweise positiv auf anthropogene Ursachen zurückgeführt hat.“ Unter politischem Druck, wahrscheinlich von Vizepräsident Al Gore, kehrten sie den wissenschaftlichen Befund um und änderten die Schlussfolgerung in:

Die Bilanz der Beweise deutet auf einen erkennbaren menschlichen Einfluss auf das globale Klima hin.“ (IPCC, 1996, S. 4)

Diese politische Änderung eines wissenschaftlichen Dokuments führte zu einem enormen Aufruhr in der wissenschaftlichen Gemeinschaft und befleckte für immer den Ruf des IPCC für wissenschaftliche Integrität. Mehr über diesen beschämenden Vorfall können Sie hier nachlesen.

Jetzt geht Santer gegen Koonins Buch vor, und zwar in einem UCS-Website-Blogpost mit dem Titel: „Climate Denialism Has No Place at Lawrence Livermore National Laboratory.“ Sie können es in voller Länge hier lesen. Sie erinnern sich vielleicht, dass Santer an Koonins APS-Workshop zum Klimawandel teilgenommen hat, über den ich hier geschrieben habe. In diesem Workshop fand ich, dass Santer seine Position gut verteidigt hat. Es ist klar, dass er und Koonin in Fragen des Klimawandels nicht einer Meinung sind, aber beide haben sich bei diesem Treffen gut benommen und die Themen als Fachleute diskutiert.

Santer hat sich allerdings verändert. Sein Essay auf der UCS-Website ist nicht professionell. Aus irgendeinem Grund scheint er zu denken, dass weil Koonin nicht den Titel „Klimawissenschaftler“ annimmt, es ihm nicht erlaubt ist, sich zum Thema zu äußern. Wir werden uns daran erinnern, dass Koonin über 250 begutachtete Artikel geschrieben hat, die laut Google Scholar über 14.000 mal erwähnt worden waren. Er war auch Wissenschaftsberater im Energie-Ministerium der Obama-Regierung. Befinden sich die einzigen Gesalbten nur in der kleinen Gruppe der selbsternannten „Klimawissenschaftler“, die über das Klima sprechen dürfen? Wie kommt man in diese geschätzte Priesterschaft? Wenn man Santers Aufsatz liest, könnte man meinen, sie seien von Gott berufen.

Wie die meisten in der „Seid-Still-Kultur“ sagt Santer: „Freie Meinungsäußerung ist wichtig“, aber der Text seines Beitrags legt nahe, dass nur seiner kleinen Gemeinschaft freie Meinungsäußerung in Bezug auf die Klimawissenschaft erlaubt ist. Er scheint entschlossen, sie Koonin zu verweigern. Sorry Benjamin, freie Meinungsäußerung funktioniert nur, wenn jeder sie hat.

Works Cited

IPCC. (1996). SAR, Climate Change 1995, The Science of Climate Change. Cambridge: Cambridge University Press. Retrieved from https://www.ipcc.ch/site/assets/uploads/2018/02/ipcc_sar_wg_I_full_report.pdf

May, A. (2020c). Politics and Climate Change: A History. Springfield, Missouri: American Freedom Publications. link

Link: https://andymaypetrophysicist.com/2021/05/24/the-union-of-concerned-scientists-tries-to-cancel-steve-koonin/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

 




Annalena Baerbock ist und bleibt die ausge­wiesene Fachperson für Strom­netze und Speicher­technologie

Mich kritisiert eigentlich nur die AfD und das mit einer Falschbehauptung“

Anmerkung: Frau Baerbock hat wie inzwischen in vielen Videos glossiert deutliche Sprechprobleme. Die Mängel in der Transkription sind deshalb kein Versehen des Autors, sondern der Versuch, ihren ohne Punkt und Komma abgespulten Redeschwall möglichst getreu wiederzugeben.

In der Fragerunde bei Maischberger [1] stellte Frau Baerbock erst einmal klar, wie entsetzlich sie die Kritik an ihrer „Netz als Speicher“-Aussage empfand und von wem sie solche Ungeheuerlichkeit vor allem bekomme:
[1] Baerbock ab 4:19: … aber was ich schon krass finde ist diese Art von Shitstorm. Wo über Face-News … Und dieses Argument was Sie (Herr Thel [2]) jetzt vorbringen: Der Speicher ist am Netz, das kenne ich schon seit drei Jahren von der AfD sehr sehr deutlich betrieben. Ich habe bei einer Deutschlandpunkt-Sendung im Radio, als es um die Frage Energie und dass nicht immer die Sonne scheint und so gesagt, dass natürlich in Zukunft der gesamte Energiemarkt, das gesamte Energiemarktdesign neu gedacht werden muss.

Das war allerdings keine Antwort auf ihre damalige Speicheraussage und schon gar nicht eine Gegenargumentation auf die „krasse“ Kritik dazu.

Grundlast durch „Kühlung“ stabilisieren nach Baerbock

Stattdessen fügte sie neue Theorien zur Grundlast und Kühlungstemperaturänderung als „Energieerzeuger“ an:
[1] Baerbock: Da gibt es nicht mehr Atomkraftwerke und Kohlekraftwerke die laufen durch, sondern wir haben volatile Energie. Das heißt, Wind ist nur wenn Wind weht logischerweise, Sonne ist nur wenn Sonne scheint. Wir haben Grundlast durch Biomasse und wir haben und das ist neu – das ist auch interessant für Start-ups und Unternehmen zum Beispiel Rechenzentren und große Supermärkte, die dann als Energieerzeuger in den Markt rein kommen. Wenn eine Kühlung zum Beispiel bei einem riesengroßen Produzenten von -22 Grad in Zukunft dann auf 20 Grad, minus 20 Grad runterkühlt, dann ist das Hühnchen immer noch kalt, aber wir können an der Grundlast des Netz, und das war mein Punkt, so stabilisieren, dass sich im Netz die unterschiedlichen Akteure ausgleichen.

Wie „Rechenzentren und große Supermärkte“ mittels Baerbocks Grundlast-Theorie wirklich als Energieerzeuger „in den Markt rein kommen“, mögen diese entscheiden. Der Autor nimmt einfacher gnädig an, dass Frau Baerbock die (nicht nur) von der selbsternannten „Energieexpertin“, Frau Kemfert vertretene These des „intelligenten Netzes“ durch Verbraucher-Zwangsabschaltung nicht verstanden hat und Lastabschaltung mit „Einspeisung“ verwechselt und von Grundlast ebenfalls wenig bis keine Ahnung hat.

Bild 1 Deutschland, Ökoenergie-Einspeisungen vom 01.01.2021 – 30.03.2021. Quelle: Agorameter

Ein Präzisierungsversuch von ihr bringt keine weitere Klarheit, vor allem, nachdem sie dazu noch sagt, etwas nie behauptet zu haben:
[1] Baerbock: Verkürzt: Ja das Netz wird in Zukunft- (an Herrn Thel) sie verdrehen die Augen, aber so ist es – .In Zukunft wird das Netz auch eine Rolle bei der Speicherung spielen. Und weil Sie Speicher auch angesprochen haben.
Maischberger: Moment, ich halte mal ganz kurz fest: Es gibt diese Speicher, so wie das klingt, die gibt es noch nicht. Das ist ja der Punkt gewesen von Herrn Thel
Baerbock: Das habe ich ja nie behauptet
Herr Thel: Einwand: Im Parteiprogramm

Natürlich gibt es Speicher. Nur zahlt der Strom jedes Mal Abgaben …

Nun wird es richtig gruselig. Nach ihrer Überzeugung gibt es Speicher nur deshalb noch nicht, weil die Abgabenbelastung sie verhindert. „Vergessen“ wir dabei, dass diese laut Frau Baerbock vom Strom und nicht vom Stromverbraucher bezahlt würden:
Baerbock: Na ja, im Parteiprogramm … da geht es genau um den Punkt, das Energiemarktdesign neu reguliert werden muss. Wenn wir bei Speicher reden. Natürlich gibt es Speicher. Ich war bei zig Firmen, die Speicher herstellen.
Das Problem ist gerade, dass – und das ist politisch gewollt – von den Parteien die derzeit regieren … die sagen im Prinzip über Steuern reden wir gar nicht. Es gibt ne Doppelbelastung von Speichern. Das Problem ist derzeit: Diejenigen, die sie klugerweise erfunden haben wir speichern Strom. Wenn der Strom einmal in den Speicher reingeht, zahlt er alle Abgaben und Steuern. Und wenn er wieder rausgeht, zahlt er das auch. Es ist unwirtschaftlich. Kein logisch denkendes Unternehmen sagt, damit kann ich den Markt generieren.

Deshalb braucht man zur Lösung des Speicherproblems nur Gesetze zu ändern

Baerbock: Das heißt, wir müssen an diesen Punkt einfach die Gesetzgebung ändern. Und die ist nicht durch Zufall da, sondern ist bewusst da, damit Speicher derzeit nicht wettbewerbsfähig sind um alte, fossile Kraftwerke zu sichern. Das müssen wir ändern und das steht sehr knapp, aber auf den Punkt auch in unserem Wahlprogramm …
Wie oft, hat Frau Baerbock irgendwie „eine entfernte Ahnung“, nur das Thema selbst leider nicht verstanden. Zwar ist man immer noch weit entfernt von Speichern für Elektroenergie im erforderlichen, großen Maßstab [3] [4], von den Kosten gar nicht zu reden [6].
Aber man ist ja dabei, solche zu erforschen und irgendwann einmal im Großmaßstab entstehen zu lassen. Zumindest ein Teil der dazu zwingend erforderlichen, exorbitanten Subventionierung ist mit der „Wasserstoffstrategie“ ja schon geklärt und dass der Wasserstoff dann vorwiegend (auf Deutschlands Kosten) im weit entfernten Ausland hergestellt werden soll.

Ein kleiner Inflationsausgleich auf Trittins Eiskugel reicht

Beim CO2-Preis ist Frau Baerbock dann richtig kulant: Für die böse Industrie soll der Preis über den europäischen Emissionshandel Richtung 180 EUR/t gehen, weil die EU-Klimaziele angehoben wurden. Für Wärme und Verkehr reichen 60 EUR/t nach Entscheid des GRÜNEN-Vorstandes, damit die pendelnden Bürger auf dem Land mit kleinem Einkommen nicht (zu schnell) finanziell überfordert werden.

Für sie ist es klar: Wenn es in Deutschland keine Industrie mehr mit Wertschöpfung gibt, oder diese nur noch dank Subventionierungen wie in sozialistischen Ländern dahinvegetiert, zahlt der Staat jedem Bürger monatlich einfach 75 EUR [5] und alles bleibt beim gewohnten Alten. Ein bisschen Inflationsanpassung an Trittins 1-EUR-Eisbollen ist zwischenzeitlich ja mal erlaubt.

Wenn man über dem gesellschaftlichen Durchschnitt gleich drei Mal „was studiert“ hat (sicher nicht letzter Stand: Politikwissenschaften und öffentliches Recht, „Public International Law“, Doktorandin des Völkerrechts), ist man vollgestopft mit glänzendem Wissen.

Bald wird wohl der Dr. h.c. folgen. Und dann wäre es nicht mehr weit bis zur habilitationslosen Professur zu Ökoenergie-Stromnetzen. Beim DIW im Team der (habilitationslosen) Professorin für Wirtschaftswissenschaften und selbsternannten Fachfrau für Energie und Klima, C. Kemfert, ist sicher ein Platz frei, falls es weder mit der Kanzlerin, noch einem Ministerinnentitel kurzfristig etwas werden sollte.

Quellen

[1] Nebeneinkünfte, Kurzstreckenflüge, Waffenlieferungen: Annalena Baerbock | maischberger. die woche: YouTube

[2] Tichys Einblick 27.05.2021: Grüne Hybris: „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt.“

[3] EIKE 29.01.2020: Die Ökoenergie Speicher-Lösung ist so einfach. Es muss sie nur jemand bezahlen

[4] EIKE 22. August 2019: Wie man den Bürger als immer dümmer verkauft, oder ein Öko-Speichervolumen von 1.280 Haushalten wundersam auf 100.000 Haushalte erhöht

[5] RND 29.05.2021: Baerbock schlägt 75 Euro „Energiegeld“ vor

[6] EIKE 13.01.2019: GRÜNE Energieweisheit würde die Stromkosten um ca. 2,5 EUR/kWh erhöhen

 




Der Temperatur-CO2-Klima­zusammenhang: eine erkenntnis­theoretische Neube­wertung von Eisbohr­kernen

Die erkenntnistheoretische Schwäche der gegenwärtigen Simulationen rührt daher, dass sie sich auf keine unabhängigen Beweise für den Einfluss von Treibhausgasen auf das Klima über ausreichend lange Zeiträume stützen. Insbesondere kann die Gültigkeit der Modelle nicht nachgewiesen werden, solange zumindest die wichtigsten Merkmale der Klimaänderungen, nämlich die Glazial-Interglazial-Übergänge und die unterschiedliche Dauer der Interglaziale, unberücksichtigt bleiben. In ähnlicher Weise ist die konstante Zeitverzögerung von 7000 Jahren zwischen Temperatur- und CO2-Abnahme nach der Deglazialisierung ein weiteres wichtiges Merkmal, das verstanden werden muss. In diesem Licht betrachtet, sollte die aktuelle Klimadebatte als die jüngste der großen Kontroversen betrachtet werden, die den Marsch der Geowissenschaften unterbrochen haben, obwohl sie sich von den vorangegangenen durch ihre unterschiedlichsten sozialen, ökologischen, ökonomischen und politischen Verästelungen deutlich unterscheidet.

1 Introduction

Das vielleicht wichtigste Merkmal, das die Geschichte der Wissenschaft beweist, ist, wie Gedanken, die für sehr lange Zeiträume einhellig akzeptiert wurden, schließlich entschieden verworfen wurden. Unter unzähligen Beispielen sind zwei der berühmtesten die zentrale Position der Erde im Universum und die Theorie der vier Elemente (Feuer, Luft, Wasser und Erde), die sich durch den Austausch ihrer vier Qualitäten (heiß, kalt, trocken und nass) gegenseitig umwandeln. Beide Theorien blieben trotz früh aufgezeigter Mängel 2 Jahrtausende lang unangefochten. Für den Geozentrismus widersprach z. B. die 24-Stunden-Drehung der entferntesten Fixsterne um den Pol glatt der festen Regel, dass die siderischen Umlaufzeiten von den 27,3 Tagen des Mondes bis zu den 29,4 Jahren des Saturn mit der Entfernung der Himmelskörper von der Erde deutlich zunehmen. In ähnlicher Weise wurde die Vier-Elemente-Theorie bereits von Theophrastus (4.-3. Jh. v. Chr.) kritisiert, der darauf hinwies, dass das Feuer „ohne Brennstoff nicht bestehen kann. Daher scheint es töricht, vom Feuer als einer ersten Substanz und einem ursprünglichen Element zu sprechen.“

So robust und überzeugend sie auch erscheinen mögen, Theorien sind selten immun gegen verschiedene Arten von Fehlern, die mehr oder weniger schnell auftauchen und als Keimzelle für entweder eine umfassende Neuformulierung oder für eine vollständige Ablehnung dienen, wie zum Beispiel der Geozentrismus und die Vier-Elemente-Theorie. Unter der vernünftigen Prämisse, dass wir nicht schlauer sind als unsere Vorgänger, besteht ein faszinierendes Problem darin, herauszufinden, welche der gegenwärtig akzeptierten Theorien in der Zukunft in Vergessenheit geraten könnten, und Historiker untersuchen zu lassen, warum ihr Untergang nicht früher stattgefunden hat. Das Ziel besteht also darin, praktische oder theoretische Schwächen aufzuspüren und zu beurteilen, ob sie tatsächlich von Bedeutung sind oder nicht. Zu diesem Zweck sind erkenntnistheoretische Ansätze am wertvollsten, weil sie sich auf grundlegende Prinzipien konzentrieren, ohne sich in technische Details vertiefen zu müssen.

Eine These, der man folgen kann, ist, dass die anthropogenen Emissionen von CO2 und anderen Treibhausgasen, wie z. B. Methan, das Klima der Erde stark erwärmen. Da die CO2-Emissionen als der derzeit wichtigste Einflussfaktor auf das Klima gelten, denkt man über beispiellose Anstrengungen nach, wie man kohlenstofffreie Gesellschaften innerhalb weniger Jahrzehnte erreichen kann. In Anbetracht der großen sozialen, ökologischen, politischen und wirtschaftlichen Fragen, die ein solcher Übergang aufwirft, verdienen zwei Punkte besondere Aufmerksamkeit. Der erste betrifft die geochemischen Nachweise, die für die Treibhauswirkung von CO2 (und auch von CH4) über Zeiträume vorliegen, die lang genug sind, um große Klimazyklen zu umfassen. Der zweite befasst sich mit dem tatsächlichen heuristischen Wert von Klimasimulationen, der allgemein anerkannt zu sein scheint, ohne dass er wirklich tiefgreifend analysiert wurde. Beide Punkte sollen daher in der vorliegenden Studie aus erkenntnistheoretischer Sicht kritisch überprüft werden. Tatsächlich wird der verfolgte Ansatz durch die in beiden Punkten aufgezeigten gravierenden Schwächen gerechtfertigt, die insbesondere noch einmal verdeutlichen, warum Modelle, auf die man sich heute in vielen Bereichen der Wissenschaft und der öffentlichen Politik so ausgiebig verlässt, keinen wirklichen Beweiswert haben können.

3 Die Relation zwischen Temperatur und CO2

3.1 Die Eisbohrkern-Analysen

Die bis in eine Tiefe von 3310 m gebohrten Eiskerne der russischen Vostok-Station haben die ersten umfassenden Klima-Aufzeichnungen über die letzten 423.000 Jahre geliefert (Petit et al., 1999). Einschließlich des aktuellen Zyklus‘ wurden fünf große Zyklen von Vergletscherung und Deglaziation festgestellt. Die vier ältesten Zyklen dauerten jeweils von 87.000 bis 123.000 Jahre, während derer sich die Temperaturen in der Antarktis um etwa 10°C veränderten und die atmosphärischen CO2-Konzentrationen zwischen 180 und 300 ppmv (parts per million by volume; Abb. 1) schwankten, wobei die niedrigsten Werte die photosynthetische Aktivität zwar verlangsamten, aber nicht behinderten (Gerhart und Ward, 2010). Ein weiterer Datensatz, der bis 800.000 Jahre zurückreicht, wurde später am Standort Dome C des European Project for Ice Coring in Antarctica (EPICA), 560 km südlich von Vostok, gewonnen (Lüthi et al., 2008). Die beiden Analyseserien sind sich in ihrem Überlappungszeitraum sehr ähnlich. Zwischen 400.000 und 800.000 Jahre zeigt die Aufzeichnung von Dome C vier weitere Gletscherzyklen in einer Tiefe von 200 m. Möglicherweise aufgrund von Störungen und Umlagerungen des akkumulierten Eises zeigt das ältere Material jedoch Erwärmungs-/Abkühlungsepisoden in Form von breiteren Merkmalen. Obwohl diese zusätzlichen Zyklen für die Untersuchung von Übergängen zwischen glazialen und interglazialen Bedingungen wertvoll sind, werden sie hier nicht berücksichtigt, da ihre geringere Auflösung weitere Aussagen über die Temperatur-CO2-Beziehung verhindert.

Abbildung 1: Temperaturschwankungen (ΔT) als Ursache für die Änderungen der atmosphärischen CO2-Konzentrationen während der letzten 423.000 Jahre der Vostok-Aufzeichnung und ihre Kontrolle durch Milankovitch-Einstrahlungszyklen. Alle Daten aus Petit et al. (1999) sind in chronologischer Reihenfolge von links nach rechts aufgetragen, einschließlich der oben dargestellten Einstrahlungsschwankungen in Watt pro Quadratmeter (W/m²), die für einen Referenzwert Mitte Juni bei 65°N angegeben sind. Die dünnen vertikalen Balken betonen die Steilheit der Temperatur- und CO2-Anstiege zu Beginn der Zyklen, für die die jeweilige Dauer angegeben ist (Zyklus V wegen seines fehlenden Beginns ausgeschlossen). Die systematisch schmaleren Spitzen für die Temperaturen im Vergleich zu den CO2-Konzentrationen sind besonders gut am Anfang der Zyklen zu erkennen (wo zusammenhängende Temperatur-, CO2– und Einstrahlungsspitzen durch dicke horizontale Balken angezeigt werden) und durch die Temperatur- und CO2-Spitzen (signalisiert durch ausgefüllte Punkte), die mit den reduzierten Einstrahlungsänderungen der charakteristischen wiederkehrenden Milankovitch-Konfigurationen verbunden sind (Punkte in den Einstrahlungsplots, die genau an den Positionen der Temperatur-Doubletten platziert sind). Quelle

[Von der Übersetzung dieser Passagen wird abgesehen, da das hier Beschriebene oft schon anderweitig beschrieben ist. Auch bzgl. der danach besprochenen geochemischen Einflüsse wird auf das Original verwiesen. A. d. Übers.]

4 Erkenntnistheoretische Analyse

4.1 Die atmosphärische CO2-Konzentration: ein reiner Temperatureffekt?

Trotz der oben erwähnten Schlussfolgerung (iii) hat die bemerkenswerte Proportionalität zwischen den Amplituden der Anstiege der Temperaturen und der CO2-Konzentrationen zu Beginn der Glazial-Interglazial-Übergänge dazu geführt festzustellen, welcher dieser beiden Parameter den anderen kontrollierte (Petit et al., 1999). Für die starken Anfangsanstiege ist die Bestimmung einer Zeitdifferenz zwischen den beiden Beobachtungsreihen problematisch, insbesondere wegen der Zeit, die für den Eisporen-Einschluss benötigt wird. Weitere Analysen und Interpretationen haben ergeben, dass die CO2-Zunahmen weniger als 1 kyr hinter den anfänglichen Temperaturanstiegen zurückblieben (Fisher et al., 1999; Caillon et al., 2003; Vakulenko et al., 2004). Weitere Arbeiten weisen auf noch kürzere Zeitverzögerungen (Pedro et al., 2012) oder sogar auf eine praktische Synchronizität hin (Parrenin et al., 2013). Diese enge Kopplung steht in Übereinstimmung mit den schnellen Raten, mit denen sich das atmosphärische CO2 an Änderungen der Ozeanoberflächentemperatur anpasst, wie sie in einer Studie über den Zeitraum 1980-2011 beobachtet wurden (Humlum et al., 2013).

[Es folgt eine sehr technisch gehaltene und umfangreiche Beschreibung des Verfahrens, hinsichtlich der ebenfalls auf das Original verwiesen wird. Wichtiger erscheinen die Implikationen all dessen, weshalb jetzt gleich zu diesen Abschnitten übergegangen wird. A. d. Übers.]

Abbildung 2: Die bemerkenswerte Korrelation zwischen den Schwankungen der Temperatur und der atmosphärischen Methankonzentrationen in der Vostok-Aufzeichnung. Die Daten aus Petit et al. (1999) sind in chronologischer Reihenfolge von links nach rechts aufgetragen. Quelle

5 Implikationen

5.1 Das CO2-Phänomen

Korrelation impliziert in der Regel nicht zwangsläufig Kausalität. Ein Fehlen der Korrelation schließt dagegen jede Kausalität entschieden aus. Die von den Klimamodellen zugewiesene treibende Rolle des CO2 mit den gegenteiligen Schlussfolgerungen aus den Eiskerndaten in Einklang zu bringen, scheint daher mit erheblichen Schwierigkeiten behaftet zu sein. Die Eiskernergebnisse verlagern also die Beweislast für einen CO2-Einfluss auf die Temperatur auf die Befürworter des Rückkopplungsmechanismus und machen darüber hinaus jegliche Bestimmung der Klimasensitivität problematisch.

Aktuelle Klimamodelle sind in der Praxis nicht falsifizierbar im Sinne von Popper (1959), weil sie so komplex sind, so viele physikalische Parameter einbeziehen, auf so viele Daten für ihr Design und ihre Bewertung angewiesen sind, keine angemessenen Abschätzungen der Fehlerfortpflanzung haben und unter der Tatsache kranken, dass die Beobachtungen, die sie reproduzieren sollen, nicht nach Belieben verändert werden können, um ihre Reaktionen unter sehr unterschiedlichen Bedingungen zu überprüfen. Stattdessen wird behauptet, dass Modelle dank ihrer soliden physikalischen Grundlage zuverlässig sind, was durch die vorliegende Analyse nicht gestützt wird, während auch auf den subjektiven Begriff des Konsens‘ zurückgegriffen wird, um ihre Gültigkeit zu behaupten. Ob ein solcher Konsens vorliegt, muss hier nicht weiter diskutiert werden, da dieser Begriff epistemologisch irrelevant ist. Wie bereits angedeutet, ist die Geschichte der Wissenschaft nichts anderes als ein langer Spaziergang über den Friedhof, auf dem Ideen, die mit überwältigender Mehrheit akzeptiert wurden, nun in Frieden ruhen.

[Hervorhebungen vom Übersetzer]

Für das vorliegende Thema wurde der Punkt im späten 19. Jahrhundert und dann wieder in der Mitte des 20. Jahrhunderts bemerkenswert gut durch den Konsens veranschaulicht, der nacheinander für, dann gegen und schließlich wieder für die astronomische Steuerung von Eiszeiten erreicht wurde. Wie Imbrie und Palmer Imbrie (1979) für die letztgenannte Periode feststellten, „wurden während der 1930er und 1940er Jahre die meisten europäischen Geologen von der Milankovitch-Theorie überzeugt“ und „die Mehrheit der Wissenschaftler favorisierte noch bis 1950 die astronomische Theorie. Aber in den frühen 1950er Jahren kam es zu einer dramatischen Kehrtwende, denn bis 1955 wurde die astronomische Theorie von den meisten Geologen abgelehnt.“ Die Argumente gegen die astronomische Theorie wurden besonders stark, als die neue Technik der 14C-Datierung „ein Muster klimatischer Veränderungen offenbarte, das in fast jedem Punkt mit der astronomischen Theorie im Widerspruch stand.“ Kurz bevor Hays, Imbrie und Shackelton ihre bahnbrechende Studie veröffentlichten (Hays et al., 1976), war laut Imbrie und Palmer Imbrie „bis 1969 die Mehrheit der Wissenschaftler ausreichend beeindruckt von den Radiokohlenstoff-Beweisen gegen die Milankovitch-Theorie, um die Idee als ernsthaften Anwärter für die Auslösung von Eiszeiten zu eliminieren.“

Im Gegensatz zu Klimasimulationen ist die vorliegende Analyse offen für eine Falsifizierbarkeit, da ihr Trugschluss, falls vorhanden, eindeutig aufgezeigt werden könnte. In diesem Zusammenhang ist zu betonen, dass der hier verfolgte Ansatz alle für das Problem relevanten Faktoren mit entsprechender Gewichtung direkt integriert und völlig unabhängig ist von angenommenen physikalischen Mechanismen, vermuteten Wechselwirkungen zwischen Klimavariablen, Überlegungen zum CO2-Zyklus, statistischen Analysen ausgewählter, für das Problem als repräsentativ angenommener Datensätze und sonstigen Simulationsmerkmalen.

Eine Kardinalregel in der Wissenschaft ist es, eine Hypothese zu verwerfen, die den experimentellen Befunden, die sie erklären soll, eindeutig widerspricht, insbesondere wenn sie auch dem grundlegendsten Lehrsatz der Wissenschaft widerspricht, dem Prinzip des Nicht-Widerspruchs, das in den Worten von Aristoteles „das Sicherste von allem“ ist. Wenn die vorliegende Analyse nicht widerlegt werden kann, dann sollte man das Arrhen’sche Paradigma ablehnen und schlussfolgern, (i) dass Änderungen der Konzentration des atmosphärischen CO2 bis 300 ppm allenfalls geringe Auswirkungen auf die Temperaturen während der letzten 423.000 Jahre hatten, (ii) dass sich die Konzentration des atmosphärischen CO2 während dieser Periode einfach an die vorherrschenden Temperaturbedingungen an der Erdoberfläche angepasst hat, deren Schwankungen hauptsächlich durch Einstrahlungsänderungen während der Milankovitch-Zyklen bestimmt wurden, und (iii) dass signifikante Beiträge von CO2 und CH4 zu Temperaturänderungen an der Erdoberfläche durch direkte, unabhängige Beweise nicht belegt sind.

Die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass Temperaturanstiege entlang der Milankovitch-Zyklen durch steigende CO2-Konzentrationen ausgelöst worden sein könnten, ist in der Tat überraschend, da dies gegen die grundlegende Thermodynamik verstoßen würde. Wie seit den Arbeiten von Planck bekannt, stellt Strahlung nicht nur Energie, sondern auch Entropie dar. Unabhängig davon, auf welche Art und Weise die Strahlungsentropie auf die Erdoberfläche und die Atmosphäre übertragen wird oder von ihnen verloren geht, ist es eine grundlegende Tatsache, dass Temperatur und Entropie die intensiven bzw. extensiven konjugierten Variablen der thermischen Energie sind. Unter allen Umständen ist also jede Temperatur- (oder allgemeiner: Enthalpie-) Änderung eines Systems notwendigerweise mit einer Entropieänderung verbunden (siehe Richet, 2001). Dies ist eine andere Art zu sagen, dass Treibhausgase das Klima nur über thermische Änderungen beeinflussen können. Als solche würden sich ihre Auswirkungen in jeder Temperaturaufzeichnung manifestieren, die in dieser Hinsicht als Thermogramme in thermischen Analysen betrachtet werden müssen.

Natürlich könnte man alternativ behaupten, dass andere Faktoren als CO2-Temperatur-Wechselwirkungen an dem sehr komplexen Klimaproblem beteiligt sind; wenn dem so ist, wäre jedoch ein wichtiger Aspekt, dass Änderungen des atmosphärischen CO2-Gehalts von zehn oder sogar hunderten Teilen pro Million sicherlich nicht direkt auf das Eisvolumen oder Kipppunkte im Zusammenhang mit den Mustern der ozeanischen Zirkulation einwirken könnten, um nur ein wichtiges Merkmal zu nennen, sondern nur über thermische Änderungen wie oben beschrieben. Es bleibt also die Schlussfolgerung, dass es weder in Klimamodellen noch in der Umweltpolitik sinnvoll ist, den Auswirkungen von CO2 so viel Bedeutung beizumessen.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Bei Eisbohrkernen ist ein erster Schlüsselfaktor, der zuverlässige Abschätzungen der Temperaturen in Bezug auf die CO2– und CH4-Konzentrationen gewährleistet, die Bestimmung der drei Parameter für dieselben Eisfragmente bekannten Alters. Ein zweiter Faktor ist die Tatsache, dass die in den Polarregionen beobachteten Temperaturschwankungen von bis zu 12°C während der Klimazyklen viel größer sind als die 2-3°C, die die gesamte Erde betreffen, was die viel höhere Auflösung der polaren Aufzeichnungen erklärt. Und ein dritter Faktor sind die großen Zeitskalen dieser Beobachtungen, die mehr als 1000-mal länger sind als die der Klimasimulationen und der verfügbaren Messungen von atmosphärischen Temperaturen und Gaskonzentrationen. Von besonderer Bedeutung ist auch, dass die hier betrachteten 423.000 Jahre lang genug sind, um vier komplette Gletscherzyklen zu umfassen, für die kurzfristige Schwankungen vernachlässigt werden können, aber kurz genug, um nicht von anderen Faktoren beeinflusst zu werden, wie z.B. Änderungen der Kontinentalpositionen, die über sehr lange Zeitskalen eine wichtige Rolle spielen. Darüber hinaus ist das Fehlen von Korrelationen, die den CO2-Antrieb unterstützen, immun gegen die unvermeidlichen Verzerrungen, die entstehen, wenn nicht zusammenhängende Datensätze für verschiedene Parameter verwendet werden, insbesondere wenn einige indirekt aus Proxy-Studien abgeleitet werden oder wenn Untersuchungen sich mit kurzen Zeiträumen befassen.

In der Atmosphäre wurde die maximale CO2-Konzentration von 300 ppm, die in der Vostok-Aufzeichnung gefunden wurde, in den 1910er Jahren wieder erreicht. Die Hauptwirkung solch hoher Konzentrationen bestand lediglich darin, den zeitlichen Nachlauf des CO2 hinter den Temperaturvorsprüngen erheblich zu vergrößern, ohne signifikante Auswirkungen auf das Klima der Vergangenheit. Daher ist es zweifelhaft, dass eine signifikante globale Erwärmung durch menschliche Emissionen während des größten Teils des 20. Jahrhunderts als Folge des bis in die 1980er Jahre beobachteten zusätzlichen CO2-Anstiegs von 50 ppm verursacht worden sein könnte. In Anbetracht des Mangels an Beweisen für Rückkopplungsmechanismen, die besonders gut durch die CH4-Aufzeichnung demonstriert werden, bleibt in der Tat zu bestimmen, ab welchem Niveau, wenn überhaupt, die CO2-Konzentrationen beginnen würden, relevant zu werden und die schlimmen Folgen der aktuellen CO2-Konzentrationen zu bestimmen. Das Prinzip der Parsimonie deutet also darauf hin, dass die gegenwärtige Erwärmung nur eine der wiederkehrenden Schwankungen ist, die in den letzten beiden Klimazyklen deutlich als Spitzen aufgezeichnet wurden, die in der Vostok-Aufzeichnung (Abb. 1) noch nicht gemittelt wurden und erstaunlicherweise in Diskussionen über kurzfristige Temperaturschwankungen übersehen zu werden scheinen. Wie schon oft angemerkt, wäre es in der Tat eine willkürliche Annahme, dass ein so chaotisches und hochgradig heterogenes System wie die Erde, das durch komplexe Sätze gekoppelter nichtlinearer Gleichungen beschrieben werden muss, sich über lange Zeiträume immer gleichmäßig entwickeln würde.

Die wahrscheinlich ausführlichste geochemische Diskussion der Gletscherzyklen und der Klimaauswirkungen von CO2 wurde von Broecker (2018) veröffentlicht, der darauf hinwies, dass einige wichtige Merkmale des vergangenen Klimas nicht durch CO2-Variationen erklärt werden können. Broecker stellte dennoch fest, dass „die geologische Aufzeichnung ein starkes Argument dafür liefert, dass CO2 maßgeblich an vergangenen Klimaveränderungen beteiligt war“, und fügte hinzu, dass „wie die Aufzeichnung für die letzten 150.000 Jahre deutlich machen“, CO2 „nicht allein gewirkt hat“, weil Sonneneinstrahlungszyklen, Ozeanzirkulation oder Reorganisation und latitudinale Temperaturgradienten ebenfalls dazu beigetragen haben. Die anderen von Broecker genannten Faktoren sind zwar weniger wichtig als die Sonneneinstrahlungszyklen, müssen aber bei detaillierteren Darstellungen des Klimawandels sicherlich berücksichtigt werden. Insgesamt beruht die grundlegende Bedeutung der Antarktis-Aufzeichnungen jedoch auf der Tatsache, dass die Vergletscherungszyklen die auffälligsten Merkmale der Klimaveränderungen sind und dass die daraus resultierenden Meeresspiegelschwankungen notwendigerweise den gesamten Planeten betreffen. Von besonderem Interesse ist in diesem Zusammenhang die Synchronizität der Erwärmungs- und Abkühlungsepisoden, die über lange Zeitskalen zwischen Grönland und der Antarktis gefunden wurden (Pedro et al., 2011). Darüber hinaus deutet die bemerkenswerte Synchronität von Temperatur- und Methanvariationen auf das Fehlen größerer latitudinaler Zeitverzögerungen hin, da das Methanbudget weitgehend durch tropische Quellen und Senken (Loulergue et al., 2008) und nicht durch Wechselwirkungen mit dem Meerwasser (Reeburgh, 2007) gesteuert zu sein scheint.

5.2 Die Gefahr von Zirkelschlüssen

Petit (2013) behauptete, dass die verstärkende Rolle von CO2 auf den Klimawandel zuerst durch die Wostok-Analysen nachgewiesen wurde und fügte hinzu, dass diese Ergebnisse dann „sehr schnell vom IPCC berücksichtigt wurden, der kürzlich zu dem Schluss kam, dass menschliche Aktivitäten für die aktuelle Klimaerwärmung verantwortlich sind.“ Die Bedeutung der Wostok-Ergebnisse stand also im Mittelpunkt der aktuellen Debatte, auch wenn inzwischen allgemein betont wird, dass die globale Erwärmung stattdessen durch ein quantitatives Verständnis der physikalischen Mechanismen nachgewiesen wird, durch die Temperaturen und CO2-Konzentrationen in fortgeschrittenen Klimamodellen miteinander in Beziehung stehen.

Bezüglich ihrer Vostok-Analysen stellten Petit et al. (1999) fest, dass „Ergebnisse aus verschiedenen Klimasimulationen die Annahme nahelegen, dass Treibhausgase auf globaler Ebene signifikant (möglicherweise etwa die Hälfte, d. h. 2-3°C) zur global gemittelten glazial-interglazialen Temperaturänderung beigetragen haben.“ Dass diese Aussage durch die vorliegende Analyse eindeutig widerlegt wird, entkräftet wiederum die Klimasimulationen, aus denen sie abgeleitet wurde. Die CO2-Rückkopplung, die die Eiskernergebnisse angeblich zeigen, scheint also ein Beispiel für eine recht häufige Situation zu sein, in der eine vorgefasste Meinung über die Kausalität zu einer Fehlinterpretation der Daten geführt hat – vielleicht auch deshalb, weil diese Ergebnisse nicht als Funktion der Zeit, sondern der Tiefe aufgetragen wurden, was die Illusion hervorrufen kann, dass CO2-Spitzen systematisch den Temperaturspitzen vorausgehen. Diese Situation veranschaulicht die Gefahr, theoretische Konzepte auf ein sehr komplexes System zu übertragen, wenn die Beobachtungsunterstützung unvollständig ist oder wenn eine unabhängige, strenge Bewertung der Gültigkeit des Verfahrens fehlt. Mit anderen Worten: Die Interpretation der CO2– und Temperaturaufzeichnungen von Eiskernen im Lichte von Klimamodellen stellt einen falschen methodischen Sprung dar. Ironischerweise würde jede Behauptung, dass Modelle die berichtete Klimaentwicklung seit dem späten 20. Jahrhundert genau reproduzieren, eher ihre falsche Natur illustrieren und nicht ihre Gültigkeit beweisen, wenn die Temperaturanstiege dieser Periode nicht durch Erhöhungen der CO2-Konzentrationen verursacht werden.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Hinzu kommt eine große erkenntnistheoretische Schwäche der Klimamodelle, denn die Zeitskalen von maximal 150 Jahren, die sie mit direkten oder indirekten Beobachtungen berücksichtigen, sind im Vergleich zu denen der kürzesten Schwankungen, welche die Klima-Aufzeichnungen zeigen, ungeheuer kurz (Abb. 1). Die Situation ist analog zu den Versuchen, die grundlegende Physik der Gezeiten zu verstehen, indem man sich auf eine einzelne Kräuselung an der Wasseroberfläche konzentriert und nicht auf ganze Ebbe- und Flut-Zyklen mit variablen Amplituden. Die Verlässlichkeit von Klimamodellen sollte also daran gemessen werden, ob sie in der Lage sind, zumindest die Hauptmerkmale der letzten Gletscherzyklen, beginnend mit den scharfen Glazial-Interglazial-Übergängen, wiederzugeben. Angesichts der fundamentalen Rolle, die den Treibhausgasen zugewiesen wird, kann kein bestimmtes Modell als gültig angesehen werden, solange die Breitenunterschiede zwischen Temperatur- und CO2-Spitzen nicht quantitativ berücksichtigt werden.

Tatsächlich leiden die aktuellen Modelle an der zirkulären Natur der Argumentation hinter ihrem angenommenen Rückkopplungs-Mechanismus, wobei der vorhergesagte Einfluss von CO2 letztlich einfach mit den postulierten Effekten in einer Situation übereinstimmt, in der die anthropogenen Anstiege der CO2-Konzentrationen zufällig mit denen der Temperaturen einhergehen. In einer Art reductio ad absurdum würde sich eine ähnliche Situation ergeben, wenn man den beobachteten quantitativen Zusammenhang zwischen den jüngsten Anstiegen der atmosphärischen CO2-Gehalte und der geographischen Verschiebung des magnetischen Nordpols (Abb. 3) als Kausalitätsbeziehung interpretieren würde – was natürlich angesichts einer völligen physikalischen Unplausibilität nicht ernsthaft in Betracht gezogen werden kann!

Abbildung 3: Die stark beschleunigte Verschiebung des magnetischen Nordpols (nach Witze, 2019). Ähnliche Strecken wurden von 1900 bis 1980 und von 2000 bis 2020 zurückgelegt, die quantitativ (aber natürlich zufällig) in beiden Zeiträumen mit einem ∼40 ppm Anstieg der atmosphärischen CO2-Konzentration korrelieren (Hawaii Observatory, 2019).

In einer bekannten Aussage veranschaulichte der lateinische Schriftsteller Macrobius (fl. frühes 5. Jh. v. Chr.) vor langer Zeit eine solche Zirkularität, als er erklärte, warum der Ort der Erde im Zentrum der Welt liegt. Er behauptete, in einer Art und Weise, die an komplexe Rückkopplungen erinnert, dass „jene Gründe wahrhaft unumstößlich sind, die sich gegenseitig bestätigen, wobei der eine den anderen begründet und jeder aus dem anderen hervorgeht, wobei er niemals die Unterstützung des anderen aufgibt.“ Dann schloss Macrobius, dass „die Natur mit solchen Bindungen die Erde festgehalten hat: alle Dinge tendieren zu ihr hin, weil sie sich als Mitte nicht bewegt; wiederum bewegt sie sich nicht, weil sie unten ist; schließlich muss sie unten sein, weil alle Dinge zu ihr hin tendieren.“

5.3 Geowissenschaften – ein Fallgruben-Erzeuger

Für einen Geowissenschaftler ist die laufende Klimadebatte eine Erinnerung an die lange Reihe von Kontroversen, für die die Geologie besonders anfällig war (siehe Hallam, 1989). Die enorme Größe, die sehr langen Zeitskalen, die Komplexität und die große Anzahl von Parametern, die für das Erdsystem als Ganzes berücksichtigt werden müssen, haben mehr als einmal eminente Wissenschaftler, die sich zu sehr ihrer eigenen Physik verschrieben haben, eindeutig in die Irre geführt. Die immer wieder zu hörende Behauptung, die Wissenschaft habe das Klimaproblem endgültig gelöst, erinnert den Beobachter besonders an zwei berühmte Debatten. In Bezug auf die Bewegung der Kontinente hatte der sehr einflussreiche Mathematiker und theoretische Geophysiker Jeffreys (1929) recht, als er behauptete, dass bei einer starren Erde „säkulare Drift der Kontinente relativ zum Rest der Kruste, wie sie von Wegener und anderen behauptet wurde, nicht in Frage kommt.“ Aber er lag trotzdem ziemlich falsch, weil er keine Konvektion in einem hochviskosen Mantel vorstellte, die zur gleichen Zeit von Holmes (1928) als ein brauchbarer Prozess vorgeschlagen worden war.

Relevant ist auch der Höhepunkt der langen Kontroverse über das Alter der Erde am Ende des 19. Jahrhunderts. Damals wurde ein Alter von weniger als 100 Millionen Jahren scheinbar mit äußerster Strenge, d. h. ohne jegliche Anpassungsparameter, auf vier völlig unabhängige Arten nachgewiesen, nämlich aus der Abkühlungsgeschichte der Erde aus einem ursprünglich geschmolzenen Zustand, aus dem Alter der Sonne, wie es durch den ersten Hauptsatz der Thermodynamik eingeschränkt wird, aus der Zeit, die der Weltozean benötigt, um seinen Salzgehalt zu erlangen, und aus dem Zeitpunkt, zu dem sich der Mond von der Erde trennte, wie er aus astronomischen Überlegungen berechnet wird (siehe Richet, 2007). Tait (1885), ein bekannter Physiker und enger Freund Kelvins, veranschaulichte dann die Selbstsicherheit des Theoretikers, indem er behauptete: „Wir sagen: So viel zum Schlimmeren für die Geologie, wie sie gegenwärtig von ihren Hauptautoritäten verstanden wird, denn, wie Sie gleich sehen werden, machen es physikalische Überlegungen von verschiedenen unabhängigen Gesichtspunkten aus völlig unmöglich, dass mehr als zehn oder fünfzehn Millionen Jahre gewährt werden können.“

Vielleicht noch relevanter war der eindeutige Konsens, der in den 1890er Jahren erreicht wurde, als Geologen, die das Alter der Erde beurteilten, Wege fanden, die Anforderungen der Physiker zumindest teilweise zu erfüllen; indem sie ihre geschätzten Mächtigkeiten der stratigraphischen Säule und die durchschnittlichen Sedimentationsraten anpassten, kamen sie zu Altersangaben zwischen 26 und 100 Millionen Jahren. Die große Ironie der Situation bestand also darin, dass dieser Konsens, der spontan – d. h. ohne finanzielle Mittel, sozialen oder politischen Druck – erreicht wurde, um dem neu vorherrschenden physikalischen Paradigma zu entsprechen, nicht einmal zwei Jahrzehnte nach Taits Äußerung in Stücke zerbrach, als radioaktive Datierungen stattdessen auf ein Alter von Milliarden Jahren hinzuweisen begannen (siehe Richet, 2007).

Im Gegensatz zum Kontext früherer Debatten ist es unwahrscheinlich, dass neue grundlegende Prinzipien entdeckt werden müssen, um das Verständnis des Klimas zu verbessern. Wie die im Laufe der Jahre aufgezeigten Grenzen aktueller Klimamodelle zeigen (z. B. Lindzen, 1997; Christy et al., 2018; Lewis und Curry, 2018; McKitrick und Christy, 2020; Mitchell et al., 2020), geht es vielmehr darum festzustellen, welche der getroffenen Grundannahmen und verwendeten Rechenverfahren entweder zu grob oder gar falsch sind und welche Faktoren und Wechselwirkungen in den Simulationen weggelassen oder nicht richtig berücksichtigt wurden.

Die Frage ist keineswegs neu, wurden doch bereits verschiedene Vorschläge dazu gemacht. Ohne hier die Stichhaltigkeit solcher Ansätze diskutieren zu müssen, soll es genügen darauf hinzuweisen, (i) dass auf die ständig nacheilende Wirkung der CO2-Konzentrationen in Bezug auf die Änderungsrate des globalen Eises bereits hingewiesen wurde (z.B., Roe, 2006); (ii) dass der Strahlungsantrieb von CO2 und CH4 in klimatisch sensiblen Zonen und Breitengraden um ein Vielfaches kleiner ist als Änderungen der Sonneneinstrahlung (Soon, 2007); (iii) dass eine Verdopplung der gegenwärtigen Konzentrationen von CO2 und CH4 die Strahlungsantriebe um einige Prozent erhöhen würde, gemäß neueren Berechnungen, die für die fünf häufigsten Treibhausgase aus einem umfassenden Satz von über 333 000 Schwingungsbändern gemacht wurden (Van Wijngaarden und Happer, 2020); (iv) dass die üblicherweise angenommenen Treibhaus-Prozesse tatsächlich stark in Frage gestellt wurden (z. g., Chilingar et al., 2008; Allmendinger, 2017; Hertzberg et al., 2017; Nikolov und Zeller, 2017); (v) dass der Klimawandel aus dem fundamentalen thermodynamischen Blickwinkel der Entropieproduktion in der Atmosphäre wenig untersucht wurde (Delgado-Bonal, 2017); (vi) und dass das Gesamtbild auch in einer breiteren Perspektive umstritten ist (z. B. Hertzberg und Schreuder, 2016; Fleming, 2018; Frank, 2019). In Anlehnung an z. B. Blaauw (2017) wäre es besonders interessant zu prüfen, ob einfachere Modelle, die frei von Treibhausgaseffekten sind, verlässlichere Ergebnisse für längere Zeitspannen als die derzeit betrachteten liefern würden.

5.4 Auf dem Weg in eine neue Eiszeit?

Wie bereits erwähnt, ist ein wichtiges Merkmal, das im Hinblick auf die dynamischen Reaktionen berücksichtigt werden muss, die konstante Zeitverzögerung von 7000 Jahren zwischen den Temperatur- und CO2-Spitzen an den Interglazial-Glazial-Übergängen (Abb. 1). Sie ist viel länger als die Ausgleichszeiten für die CO2-Aufnahme durch den Weltozean, aber ihr konstanter Wert deutet auf Prozesse von einer allgemeinen Reproduzierbarkeit hin, die nicht zu erwarten gewesen wäre.

Im Hinblick auf die Milankovitch-Zyklen ist ein weiteres Problem von besonderer Bedeutung, eine quantitative Erklärung für die beobachteten 1:2-Verhältnisse der Temperaturspitzenbreiten zwischen Zyklus III und den Zyklen II und IV zu finden. Der aktuelle Übergang I in Abb. 1 ermöglichte die Erfindung des Ackerbaus und führte zu den Anfängen und der Ausbreitung der Zivilisation. Mit 13.000 Jahren ist die Halbwertsbreite seines Temperaturpeaks jedoch bereits viel größer als die 7000 Jahre des Zyklus‘ III und nähert sich den 15.000 bis 16.000 Jahren der Zyklen II und IV, was ernsthaft die Frage nach der nächsten Eiszeit aufwirft.

Als man begann, die Gültigkeit der Milankovitch-Zyklen anzuerkennen, ging man allgemein davon aus, dass die Temperaturen seit den späten 1930er Jahren abgenommen hatten (siehe Imbrie und Palmer Imbrie, 1979). Dass die Abkühlung viel länger dauerte als die Erwärmung in den großen Klimazyklen, stellte Kukla (1970), ein Autor, der ebenfalls ein Verfechter der Abkühlungsthese war, in seinen Lößstudien fest. So schlussfolgerten Kukla und Matthews (1972) aus sich ausdehnenden Schneebänken um die Baffin-Insel, aus der die Schifffahrt behindernden Eisspitze um Island oder aus dem Rückzug wärmeliebender Tiere nach Süden, dass „das natürliche Ende unserer warmen Epoche zweifellos nahe ist, wenn man eine geologische Zeitskala betrachtet.“

Im aktuellen Kontext der globalen Erwärmung werden solche Ängste vor einer neuen Eiszeit im Nachhinein sehr leichtfertig geäußert. Nach einem Modell, das auf einer Beziehung zwischen borealer Sommereinstrahlung und CO2-Konzentration basiert, würde die aktuelle Zwischeneiszeit wahrscheinlich noch 50 000 bis 100 000 Jahre andauern, abhängig von der Höhe der anthropogenen CO2-Emissionen (Ganopolski et al., 2016). Selbst wenn ein CO2-Antrieb angenommen wird, dann sollte die Zuverlässigkeit eines solchen Modells jedoch zunächst aus seiner Fähigkeit abgeleitet werden, die jeweiligen Dauer vergangener Eiszeiten quantitativ zu reproduzieren.

Solange eine solche Einschätzung fehlt, kann man stattdessen davon ausgehen, dass die hohe Sensitivität des Klimas gegenüber kleinen Merkmalen der Milankovitch-Zyklen (Abb. 1) es a priori unwahrscheinlich macht, dass die gegenwärtige Warmzeit wesentlich länger dauern sollte als die früheren. In dieser Hinsicht besteht der wichtige Unterschied zwischen heute und der Situation in den 1970er Jahren darin, dass die Abfolge von acht großen Gletscherzyklen während der letzten 800.000 Jahre so gut etabliert ist, dass die präzise Chronologie, die sich aus den Eiskernaufzeichnungen ergibt (Abb. 1), darauf hindeutet, dass ein Beginn der globalen Abkühlung in weniger als ein paar Jahrtausenden beobachtet werden könnte. Es ist zu erwarten, dass die Klimamodelle bis dahin den Grad an Zuverlässigkeit erreicht haben, der für genaue Vorhersagen erforderlich ist. Nichtsdestotrotz bleibt es dabei, dass die Bedrohung durch eine neue eintretende Eiszeit von außergewöhnlichem Ausmaß wäre, wie es bereits in den 1970er Jahren angedacht wurde, und die aktuellen Ängste vor einer globalen Erwärmung ziemlich unbedeutend aussehen lassen würde.

References

Allmendinger, T.: The refutation of the climate greenhouse theory and a proposal for a hopeful alternative, Environ. Pollut. Climate Change, 1, 19 pp., 2017.

Aristotle: Metaphysica [translation: Ross, W. D.: Metaphysics, in Aristotle Complete Works, edited by: Barnes, J., vol. II, Princeton University Press, Princeton, 1552–1728, 1984], 4th c. BCE.

Aristotle: Topica [translation: Pickard-Cambridge, W. A.: Topics, in: Aristotle Complete Works, edited by: Barnes, J., vol. I, Princeton University Press, Princeton, 166–277, 1984], 4th c. BCE.

Arrhenius, S. V.: On the influence of carbonic acid in the air upon the temperature of the ground, Phil. Mag., 41, 237–276, 1896.

Blaauw, H. J.: Global warming: Sun and water, Energy Environ., 28, 468–483, https://doi.org/10.1177/0958305X17695276, 2017.

Broecker, W. S.: Climate change: Are we on the brink of a pronounced global warming?, Science, 401, 460–463, 1975.

Broecker, W. S.: CO2: Earth’s climate driver, Geochem. Perspect., 7, 117–196, 2018.

Buffon, G.-L.: Leclerc, count of Histoire naturelle, Premier discours, English translation of the excerpt, p. 352, 1749.

Buizert, C., Cuffey, K. M., Severinghaus, J. P., Baggenstos, D., Fudge, T. J., Steig, E. J., Markle, B. R., Winstrup, M., Rhodes, R. H., Brook, E. J., Sowers, T. A., Clow, G. D., Cheng, H., Edwards, R. L., Sigl, M., McConnell, J. R., and Taylor, K. C.: The WAIS Divide deep ice core WD2014 chronology – Part 1: Methane synchronization (68–31 ka BP) and the gas age–ice age difference, Clim. Past, 11, 153–173, https://doi.org/10.5194/cp-11-153-2015, 2015.

Caillon, N., Severinghaus, J. P., Jouzel, J., Barnola, J.-M., Kang, J., and Lipenkov, V. Y.: 2003. Timing of atmospheric CO2 and Antarctic temperature changes across termination III, Science, 299, 1728–1731, 2003.

Chilingar, G. V., Sorokhtin, O. G., Khilyuk, L., and Gorfunkel, M. V.: Greenhouse gases and greenhouse effects, Environ. Geol., 58, 1207–1213, https://doi.org/10.1007/s00254-008-1615-3, 2008.

Christy, J. R., Spencer, R. W., Braswell, W. D., and Junod, R.: Examination of space-based bulk atmospheric temperatures used in climate research, Int. J. Rem. Sens., 39, 3580–3607, 2018.

Crucifix, M., Loutre, M. F., and Berger, A.: The climate response to the astronomical forcing, Space Sci. Rev., 125, 213–226, 2006.

Delgado-Bonal, A.: Entropy of radiation: the unseen side of light, Sci Rep., 7, 1642, https://doi.org/10.1038/s41598-017-01622-6, 2017.

Democritus: Testimony D.K. 68 B117/184a [translation: Taylor, C. C. W.: The Atomists Leucippus and Democritus: Fragments, A Text and Translation, Univ. Toronto Press, Toronto, 1999], 5th–4th c. BCE.

Edvardsson, S., Karlsson, K. G., and Engholm, M.: Accurate spin axes and solar system dynamics: Climatic variations for the Earth and Mars, Astron. Astroph., A384, 689–701, 2002.

EPICA: community members: Eight glacial cycles from an Antarctic ice core, Nature, 429, 623–628, 2004.

Fisher, H., Wahlen, M., Smith, J., Mastroianni, D., and Deck, B.: Ice core records of atmospheric CO2 around the last three glacial terminations, Science, 283, 1712–1714, 1999.

Fleming, R. J.: An updated review about carbon dioxide and climate change, Environ. Earth Sci., 77, 13 pp., 2018.

Fourier, J.: Mémoire sur les températures du globe terrestre et des espaces planétaires, Mém. Acad. Sci., 7, 569–604, 1827.

Frank, P.: Propagation of error and the reliability of global air temperature projections, Front. Earth Sci., 7, 223, https://doi.org/10.3389/feart.2019.0223, 2019.

Ganopolski, A., Winkelmann, R., and Schellnhuber, H. J.: Critical insolation-CO2 relation for diagnosing past and future glaciation, Nature, 529, 200–203, 2016.

Gerhart, L. M. and Ward, J. K.: Plant responses to low [CO2] of the past, New Physiol., 188, 624–695, 2010.

Gest, L., Parrenin, F., Chowdhry Beeman, J., Raynaud, D., Fudge, T. J., Buizert, C., and Brook, E. J.: Leads and lags between Antarctic temperature and carbon dioxide during the last deglaciation, Clim. Past Discuss. [preprint], https://doi.org/10.5194/cp-2017-71, 2017.

Hallam, A.: Great Geological Controversies, Oxford Univ. Press, Oxford, 1989.

Hawaii Observatory: Atmospheric CO2 at Mauna Loa Observatory, available at: https://www.esrl.noaa.gov/gmd/odop/mlo/ (last access: January 2021), 2020.

Hays, J. D., Imbrie, I., and Shackelton, N. J.: Variations in Earth’s orbit – pacemaker of ice ages, Science, 194, 1121–1132, 1976.

Hertzberg, M. and Schreuder, H.: Role of atmospheric carbon dioxide in climate changes, Energ. Environ., 27, 785–797, https://doi.org/10.1177/0958305X16674637, 2016.

Hertzberg, M., Siddons, A., and Schreuder, H.: Role of greenhouse gases in climate changes, Energ. Environ., 28, 530–539, https://doi.org/10.1177/0958305X17706177, 2017.

Holmes, A.: Radioactivity and Earth movements, Trans. Geol. Soc. Glasgow, 18, 559–606, 1931 [N. B. address delivered in 1928].

Humlum, O., Stordahl, K., and Solheim, J.-E.: The phase relation between atmospheric carbon dioxide and global temperature, Glob. Planet. Change, 100, 51–69, 2013.

Imbrie, J. and Palmer Imbrie, K.: Ice Ages. Solving the Mystery, p. 117, 119, 121 and 141, McMillan, London, 1979.

IPCC: Working group I: Contribution to the IPCC Fifth Assessement Report (AR5), Climate change, The Physical Science Basis, IPCC, Geneva, 2013.

Jeffreys, H.: The Earth, Its Origin, History and Physical Constitution, Cambridge, Cambridge Univ. Press, 2nd Edn., p. 305, 1929.

Jouzel, J., Alley, R. B., Cuffey, K. M., Dansgaard, W., Grootes, P., Hoffmann, G., Johnsen, S. J., Koster, R., Peel, D., Shuman, C. A., Stievenard, M., Stuiver, M., and White, J.: Validity of the temperature reconstruction from water isotopes in ice cores, J. Geophys. Res., 102, 26471–26487, 1997.

Kukla, G. J.: Correlation between loesses and deep-sea sediments, Geol. Fören. Stockholm Förh., 92, 148–180, 1970.

Kukla, G. J. and Matthews, R. K.: When will the present interglacial end?, Science, 178, 190–191, 1972.

Lane, C. S., Chorn, B. T., and Johnson, T. C.: Ash from Toba supereruption in Lake Malawi shows no volcanic winter in East Africa at 75 ka, P. Natl. Acad. Sci. USA, 110, 8025–8029, 2013.

Lee, C.-T., Jiang, H., Dasgupta, R., and Torres, M.: A framework for understanding whole-earth carbon cycling, in: Deep Carbon, Past to Present, edited by: Orcutt, B. N., Daniel, I., and Dasgupta, R., Cambridge Univ. Press, Cambridge, 313–357, 2019.

Lemieux-Dudon, B., Blayo, E., Petit, J.-R., Waelbroeck, C., Svensson, A., Ritz, C., Barnola, J.-M., Narcisi, B. M., and Parrenin, F.: Consistent dating for Antarctic and Greenland ice cores, Quaternary Sci. Rev., 29, 8–20, 2010.

Lewis, N. and Curry, J.: The impact of recent forcing and ocean uptake data on estimates of climate sensitivity, J. Clim., 31, 6051–6071, 2018.

Lindzen, R.: Can increasing carbon dioxide cause climate change?, P. Natl. Acad. Sci. USA, 94, 8335–8342, 1997.

Lorius, C., Jouzel, J., Raynaud, D., Hansen, J., and Le Treut, H.: The ice-core record: climate sensitivity and future greenhouse warming, Nature, 347, 139–145, 1990.

Loulergue, L., Schilt, A., Spahni, R., Masson-Delmotte, V., Blunier, T., Lemieux, B., Barnola, J.-M., Raynaud, D., Stocke, T. F., and Chappellaz, J.: Orbital and millennial-scale features of atmospheric CH4 over the past 800,000 years, Nature, 453, 383–386, 2008.

Lüthi, D., Le Floch, M., Bereiter, B., Blunier, T., Barnola, J.-M., Siegenthaler, U., Raynaud, D., Jouzel, J., Fische, H., Kawamura, K., and Stocker, T. F.: High-resolution carbon dioxide concentration record 650,000–800,000 years before present, Nature, 453, 379–382, 2008.

Macrobius: Commentarii in somnium Scipionis, book 9, Ch. XII [translation: Stahl, W. H.: Commentary on the Dream of Scipio, Columbia Univ. Press, New York, 1966], early 5th c. CE.

McKitrick, R. and Christy, J.: Pervasive warming bias in CIMIP6 tropospheric layers, Earth Space Sci., 7, e2020EA001281, https://doi.org/10.1029/2020EA001281, 2020.

Michard, G.: Can we explain atmospheric carbon dioxide oscillations during the past 400,000 years?, Geosciences, 340, 483–494, 2008.

Milankovitch, M.: Uber ein Problem der Warmeleitung und dessen Anwendung auf die Theorie des solaren Klimas, Z. Mathem. Phys., 62, 63–77, 1913.

Mitchell, D. M., Lo, Y. T. E., Servious, W. J. M., Haimberger, L., and Polvani, L.: The vertical profile of recent tropical temperature trends: Persistent model biases in the context of internal variability, Environm. Res. Lett., 15, 1040b4, https://doi.org/10.1088/1748-9326/ab9af7, 2020.

Mudelsee, M.: The phase relations among atmospheric CO2 content, temperature and global ice volume over the past 420 ka, Quaternary Sci. Rev., 20, 583–589, 2001.

Nikolov, N. and Zeller, K.: New insights on the physical nature of the atmospheric greenhouse effect deduced from an empirical planetary temperature model, Environ. Pollut. Clim. Change, 1, 1000112, 2017.

Parrenin, F., Masson-Delmotte, V., Köhler, P., Raynaud, D., Paillard, D., Schwander, J., Barbante, C., Landais, A., Wegner, A., and Jouzel, J.: Synchronous change of atmospheric CO2 and Antarctic temperature during the last deglacial warming, Science, 339, 1060–1063, 2013.

Pedro, J. B., van Ommen, T. D., Rasmussen, S. O., Morgan, V. I., Chappellaz, J., Moy, A. D., Masson-Delmotte, V., and Delmotte, M.: The last deglaciation: timing the bipolar seesaw, Clim. Past, 7, 671–683, https://doi.org/10.5194/cp-7-671-2011, 2011.

Pedro, J. B., Rasmussen, S. O., and van Ommen, T. D.: Tightened constraints on the time-lag between Antarctic temperature and CO2 during the last deglaciation, Clim. Past, 8, 1213–1221, https://doi.org/10.5194/cp-8-1213-2012, 2012.

Petit, J. R.: Interview by F. Cristofol, Jean-Robert Petit, une vie antarctique, available at: https://www.echosciences-grenoble.fr/articles/jean-robert-petit-une-vie-antarctique (last access: January 2021), 2013.

Petit, J.-R., Jouzel, J., Raynaud, D., Barkov, N. I., Barnola, J.-M., Basile, I., Bender, M., Chappellaz, J., Davisk, M., Delaygue, G., Delmotte, M., Kotlyakov, V. M., Legrand, M., Lipenkov, V. Y., Lorius, C., Pépin, L., Ritz, C., Saltzmank, E., and Stievenard, M.: Climate and atmospheric history of the past 420,000 years from the Vostok ice core, Antarctica, Nature, 399, 429–436, 1999.

Popper, K. R.: The Logic of Scientific Discovery, Hutchinson and Co, London, 1959.

Raynaud, D., Jouzel, J., Barnola, J. M., Chappelaz, J., Delmas, R. J., and Lorius, C.: The ice record of greenhouse gases, Science, 259, 926–934, 1993.

Reeburgh, W. S.: Oceanic methane biogeochemistry, Chem. Rev., 107, 486–513, 2007.

Richet, P.: The Physical Basis of Thermodynamics, chap. 1, Plenum Publishing, New York, 2001.

Richet, P.: A Natural History of Time, transl. from the French by J. Venerella, The Univ. Chicago Press, Chicago, 2007.

Roe, G.: In defense of Milankovitch, Geophys. Res. Lett., 33, L24703, https://doi.org/10.1029/2006GL027817, 2006.

Soon, W.: Implications of the secondary role of carbon dioxide and methane forcing in climate change: past, present, and future, Phys. Geogr., 28, 97–125, 2007.

Tait, P. G.: Lectures on Some Recent Advances in Physical Science, with a Special Lecture on Force, Macmillan, London, 169–170, 1885.

Theophrastus, De Igne: [translation: Coutant, V.: Theophrastus De Igne. A Post-Aristotelian View of the Nature of Fire, Royal Vangorcum Ltd, Assen, 1971], 4th–3rd c. BCE.

Tyndall, J.: On the absorption and radiation of heat by gases and vapours, and on the physical connection of radiation, absorption and conduction, Phil. Mag., 22, 169–194 and 273–285, 1861.

Vakulenko, N. V., Kotlyakov, M., Monin, A. S., and Sonechkin, D. M.: Evidence for the leading role of temperature variations relative to greenhouse gas concentration variations in the Vostok ice core record, Doklady Earth Sci., 396, 686–690, 2004.

Van Wijngaarden, W. A. and Happer, W.: Dependence of Earth’s thermal radiation on five most abundant greenhouse gases, arXiv [preprint], arXiv:2006.03098v1, 4 June 2020.

Witze, A.: Earth’s magnetic field is acting up, Nature, 565, 143–144, 2019

Link: https://wattsupwiththat.com/2021/05/27/the-temperature-co2-climate-connection-an-epistemological-reappraisal-of-ice-core-messages/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

 




Klima-Eilinfor­mation: Sehr kühler Frühling 2021 in Deutschland

Der Hauptanstieg der Frühlingstemperaturen in Deutschland fand schon bis zum Ende der 1940er Jahre statt. Nach einer 40ig-jährigen Abkühlungsphase stiegen die Frühlingstemperaturen ab den späten 1980er Jahren sprunghaft; seitdem gab es nur noch eine geringe Erwärmung.

Abbildung 1: Bei den Frühlingstemperaturen in Deutschland sind drei Entwicklungsphasen erkennbar: Eine merkliche Erwärmung um 1,1 K bis 1948, danach eine geringe Abkühlungsphase bis 1988 trotz stark steigender CO2-Konzentrationen; ab 1989 ein Klimasprung mit gehäuft sehr warmen Lenzen, gipfelnd in 2007 bei nur noch unwesentlicher Erwärmung. Diese DWD-Daten sind nicht WI-bereinigt; andernfalls wäre die Erwärmung geringer ausgefallen.

Weil in der Klimatologie stets die drei Monate März, April und Mai zum Frühling zusammengefasst werden, lohnt es sich, deren einzelne Entwicklung in der Zeit des „Neuzeit-Klimaoptimums“ ab 1988 genauer zu betrachten. Dabei zeigt sich, wie fragwürdig es ist, die stark steigenden CO2-Konzentrationen für die Temperaturentwicklung verantwortlich zu machen:

Abbildung 2: Temperaturverlauf der Lenzmonate im Deutschland-Mittel seit 1988. Nur der April wurde noch etwas wärmer, während sich die Märztemperaturen fast nicht änderten und der Mai leicht abkühlte. Keiner der Trends ist jedoch signifikant; und eine besorgniserregende, beschleunigte Klimaerwärmung ist nicht erkennbar. Die geringe Frühlingserwärmung seit den späten 1980ern erfolgte also nur auf Kosten des Aprils.

Eine der Hauptursachen der leicht gestiegenen Frühlingstemperaturen war die zunehmende Besonnung. Die geringe Besonnung der 1960er bis mittleren 1980er Jahre erklärt auch, warum es in dieser Phase leicht abkühlte. In Deutschland ist das Flächenmittel der Sonnenscheindauer leider erst seit 1951 verfügbar:

Abbildung 3: Leichte Lenz-Erwärmung in Deutschland seit 1951 bis 2020 auch dank höherer Besonnung (etwa 30% der Temperaturvariabilität werden von der Sonnenscheindauer bestimmt). Die Zunahme der Sonnenscheindauer hatte verschiedenste Ursachen, unter anderem die stark abnehmende Konzentration der Luftschadstoffe (SO2, Staub) und die Austrocknung Deutschlands durch Bebauung, Versiegelung und Meliorationen. Möglicherweise fördert auch die übertriebene Nutzung der Wind- und Solarenergie eine Bewölkungs- und Nebelabnahme, was mehr Besonnung nach sich zieht. Umrechnung der Sonnenscheindauer in Indexwerte, um sie anschaulicher mit den Lufttemperaturen in einer Grafik zu zeigen. Im Jahr 2021 stürzten die Lenz-Temperaturen unter anderem auch wegen der zu geringen Besonnung ab.

Neben der stärkeren Besonnung trugen auch verschiedenste Wärmeinsel-Effekte, die AMO-Warmphase sowie häufigere südliche Wetterlagen zur leichten Frühlingserwärmung in Deutschland bei, worauf hier nicht näher eingegangen werden soll.