Beschleunigung des Meeresspiegel-Anstiegs aus geologischer Perspektive

J08 und J14 zeigen, dass die Beschleunigung, so es eine solche überhaupt gibt, bereits vor 150 bis 200 Jahren begonnen hatte. Das ist konsistent mit dem Ende der neoglaciation und damit, dass es eine quasi-periodische Fluktuation im Rahmen eines ~60-jährigen Zyklus‘ gibt. CW06 und CW11 sprechen ebenfalls die Beschleunigung im 19. Jahrhundert an, aber auch eine Beschleunigung in jüngerer Zeit infolge der anthropogen verursachten globalen Erwärmung. Diese SLR-Beschleunigung ist im schlimmsten Falle unbedenklich.

Aus CW06: Falls diese Beschleunigung im 21. Jahrhundert aufgetreten war, läge der Meeresspiegel im Jahre 2100 um 310 ± 30 mm höher als im Jahre 1990. Das überlappt sich mit der zentralen Bandbreite der Projektionen im AR 3 (Church et al. 2001).

310 mm von 1990 bis 2100 wären weniger als 3 mm pro Jahr … nicht gerade eine große Beschleunigung:

Abbildung 1: Jevrejeva et al. (2014) in rot, Church & White (2011) in grün

CW11 liegt um etwa 100 mm niedriger als J14. Für den direkten Vergleich ist hier CW11 auf der sekundären Y-Achse eingezeichnet mit einem Abstand von 100 mm:

Abbildung 2: J14 im Vergleich zu CW11. 310 mm ist weniger als die Länge eines Estwing-Rock-Pick. Die grüne Kurve repräsentiert das 5-Jahre-Mittel von CW11, die rote Kurve entsprechend das von J14. Die Y-Achse von CW11 ist um 100 mm nach oben verschoben, um den Abstand zu J14 auszugleichen.

J14 beginnt 60 Jahre früher als CW11 und umfasst damit noch den sinkenden Meeresspiegel am Ende der neoglaciation und der Kleinen Eiszeit. Man erkennt, dass J14 und CW11 von 1880 bis 1930 und dann wieder ab 1993 ziemlich gut zusammen passen. Große Unterschiede zeigen sich aber von 1930 bis 1993. J14 zeigt eine Beschleunigung bis 3,2 mm pro Jahr von 1929 bis 1963, dann eine Verlangsamung bis weniger als 1 mm pro Jahr, wonach sich die Beschleunigung wieder auf 3,2 mm pro Jahr hochschraubt.

Abbildung 3: J14 im Vergleich mit CW11. Welche Kurve würde der Geologe betrachten? Schwarze Kurve = J14, grüne Kurve = CW11.

Bei CW11 fehlt diese quasi-periodische Fluktuation komplett.

Wer hat recht?

Es sind im Allgemeinen drei Faktoren, die den Meeresspiegel-Anstieg und das Sinken desselben steuern:

1. Wassertemperaturen und Änderungen des Salzgehaltes (sterisch)

2. Änderungen der Cryosphäre (glacio-eustatisch)

3. Änderungen der Konfiguration der Kontinente und Ozeanbecken (isostatisch)

Isostatische Prozesse sind nur relevant für global gemittelte SLR-Änderungen über Tausende bis Millionen Jahre und können hier ignoriert werden.

Wassertemperatur und Meeresspiegel

Wenn sich Wasser erwärmt, dehnt es sich aus, umgekehrt bei Abkühlung. Die mittlere Wassertemperatur global ist seit der kältesten Phase der Kleinen Eiszeit allgemein gestiegen, also seit dem 17. Jahrhundert. Während sich die Ozean-Oberfläche ziemlich rasch erwärmen und abkühlen kann, dauert dies in größeren Tiefen viel länger. Somit kann man eine Verzögerung des SLR nach einer Erwärmung erwarten.

J14 passt ziemlich gut zur Wassertemperatur, sofern man eine Verzögerung um 20 Jahre anbringt.

Abbildung 4: J14 im Vergleich mit HadSST3 (Wood For Trees). Die HadSST-X-Achse ist um 20 Jahre nach links verschoben.

J14 zufolge beschleunigte sich der SLR von 1,8 mm pro Jahr im Zeitraum 1882 bis 1915 auf 3,2 mm pro Jahr im Zeitraum 1929 bis 1963, etwa 20 Jahre nach Beginn der Erwärmungsperiode zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Danach sank der SLR auf weniger als 1 mm pro Jahr nach dem Beginn der Abkühlungsperiode Mitte des 20.Jahrhunderts.

Vermeer & Rahmstorff, 2009 folgerten, dass eine Verzögerung von über 10 Jahren zu erwarten ist bei einer Reaktion des Meeresspiegels auf Temperaturänderungen. Auch CW06 führte eine Verzögerung von ~20 Jahren zwischen den Änderungen der Temperatur und des SLR an.

Aus CW06: Zwischen 1930 und 1960 steigt der Meeresspiegel schneller als die quadratische Kurve mit einer Rate von etwa 2,5 mm pro Jahr. Dies folge (mit einer Verzögerung von 20 Jahren) der Periode eines stärkeren Temperaturanstiegs von 1910 bis 1940 (Folland et al., 2001).

J14 zeigt eine verzögerte Reaktion auf den ~60-jährigen Temperaturzyklus (quasi-periodische Fluktuation). CW11 zeigt dies nicht. Vielmehr fehlt bei CW11 vollständig die Abkühlung um die Mitte des 20. Jahrhunderts („die Eiszeit wird kommen“) nebst deren Auswirkung auf den SLR. Diese Abkühlung war so signifikant, dass sogar der Anstieg des atmosphärischen CO2-Gehaltes ausgebremst worden ist.

Abbildung 5: Trotz steigender Emissionen stabilisierte sich der atmosphärische CO2-Gehalt von 1940 bis 1955, wenn er nicht sogar rückläufig war (MacFarling-Meure et al., 2006, NOAA ESRL und CDIAC).

MacFarling-Meure schreiben dazu:

Die Stabilisierung der atmosphärischen CO2-Konzentration während der 1940er und 1950er Jahre ist ein bemerkenswertes Phänomen in den Eisbohrkernen. Die neuen Hoch-Dichte-Messungen bestätigen dieses Ergebnis und zeigen, dass sich die CO2-Konzentrationen von ~1940 bis 1955 bei 310 bis 312 ppm stabilisiert hatten. Der Gehalt der Zunahme-Raten von CH4 und N2O nahm während dieses Zeitraumes ebenfalls ab, obwohl die N2O-Variation vergleichbar ist mit der Messungenauigkeit. Eine Glättung infolge der im Eis eingeschlossenen Luft (über etwa 10 Jahre im DE08) entfernt die hochfrequenten Variationen aus der Aufzeichnung. Daher kann die wahre atmosphärische Variation größer sein als aus der Luft in dem Eisbohrkern hervorgeht. Selbst ein Rückgang der atmosphärischen CO2-Konzentration Mitte der 1940er Jahre ist konsistent mit den Aufzeichnungen des Law Dome Eiskerns, was eine große zusätzliche Senke von ~3,0 PgC pro Jahr belegt (Trudinger et al. 2002a). Die d13CO2-Aufzeichnung über diese Zeit zeigt, dass diese zusätzliche Senke zumeist ozeanischer Natur und nicht verursacht war von geringeren Emissionen fossiler Treibstoffe oder der terrestrischen Biosphäre. Die für diese Reaktion ursächlichen Prozesse sind immer noch unbekannt.

Die CO2-Stabilisierung erfolgte während einer Veränderung der persistenten El Nino- zu La Nina-Bedingungen. Dies fiel zusammen mit einer Warm-Kalt-Änderungsphase der PDO, mit sinkenden Temperaturen und einer sich fortschreitend abschwächenden nordatlantischen thermohalinen Zirkulation. Die kombinierten Auswirkungen dieser Faktoren auf den Spurengas-Haushalt sind derzeit noch nicht gut verstanden. Sie können bzgl. des atmosphärischen CO2-Gehaltes signifikant sein, falls Flüsse in Gebieten mit Aufnahme von Kohlenstoff wie etwa der Nordpazifik zunehmen oder falls Ausflüsse aus den Tropen unterdrückt sind.

MacFarling-Meure et al., 2006

Die quasi-periodischen Fluktuationen in J14 sind eindeutig konsistent mit den Ozean-Temperaturen.

Cryosphäre und Meeresspiegel

Es gibt auf der Erde so kalte Stellen, dass Wasser fest gefroren ist. Diese Gebiete mit Schnee oder Eis, in welchen die Temperatur zumindest teilweise pro Jahr unter den Gefrierpunkt liegt, bilden die Cryosphäre. Der Terminus „Cryosphäre“ hat seinen Ursprung im griechischen Wort „krios“, was Kälte bedeutet.

Eis und Schnee auf dem Festland sind ein Teil der Cryosphäre. Darin enthalten sind die größten Gebiete der Cryosphäre, die kontinentalen Eisschilde von Grönland und der Antarktis ebenso wie Eiskappen, Gletscher sowie Gebiete mit Schnee und Permafrost. Wenn kontinentales Eis auf das Meer hinaus fließt, bildet sich Schelfeis.

Der andere Teil der Cryosphäre wird gebildet durch das Eis, das sich in Wasser befindet. Das umfasst gefrorene Gebiete des Ozeans wie die Gewässer rund um Arktis und Antarktis. Auch gefrorene Flüsse und Seen gehören dazu, welche sich hauptsächlich in polaren Gebieten befinden.

Die Komponenten der Cryosphäre spielen eine bedeutende Rolle hinsichtlich des Klimas der Erde. Schnee und Eis reflektieren die Wärme von der Sonne und helfen so, die Temperatur unseres Planeten zu regulieren. Weil Polargebiete bzgl. Klimafluktuationen am empfindlichsten sind, kann die Cryosphäre einer der ersten Orte sein, an welchen Wissenschaftler globale Klimaänderungen zu bemerken in der Lage sind.

NOAA

Die Massenbilanz von Gletschern ist eine Möglichkeit, Änderungen der Cryosphäre messtechnisch zu erfassen. Ein Gletscher mit negativer Massenbilanz verliert mehr Eis, als er pro Jahr an Eis zunimmt, bei positiver Massenbilanz ist es umgekehrt.

Die globale Gletscher-Massenbilanz war negativ seit dem Ende der Vereisung zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Wenn Gletscher und Eisschilde negative Massenbilanzen aufweisen, findet ein großer Teil des Schmelzwassers seinen Weg in den Ozean, und der Meeresspiegel steigt. Während der meisten Zeit der letzten 150 Jahre sind mehr Gletscher geschrumpft (negative Massenbilanz) als gewachsen (positive Massenbilanz).

Eine andere Art, Gletschervorstöße und -rückzüge zu erfassen ist die Messung der Länge des Gletschers. Die Klima-Rekonstruktion nach Oerlemans (2005) wurde abgeleitet aus Änderungen der global erfassten Gletscherlänge. In der folgenden Graphik sind der atmosphärische CO2-Gehalt und die Temperaturen der Nordhemisphäre über Oerlemans Gletscherlänge gelegt:

Abbildung 6: 45% des Eisverlustes erfolgten vor dem Jahr 1900 mit einem atmosphärischen CO2-Gehalt noch unter 300 ppm. Bis 1975 waren 75% der Eismasse verloren gegangen. Nur 25% der Eismasse sind verloren gegangen, seit die Menschen vermeintlich zum Haupttreiber von Klimaänderungen geworden sind. Zur Zeit des „Die Eiszeit kommt“ (1975) waren 90% des Eises bereits verschwunden.

In dem extrem unwahrscheinlichen Fall, dass die Klimamodelle richtig sind, sind 90% der Eisverluste schon eingetreten, bevor ein anthropogener Fingerabdruck auszumachen ist.

Abbildung 7: Modifiziert nach IPCC AR4 und dem Cover der Ausgabe von Science News vom 1. März 1975 (hier).

Man erkennt, dass die quasi-periodische Fluktuation des 20. Jahrhunderts auch in den Oerlemann’schen Aufzeichnungen der Gletscherlänge präsent ist.

Abbildung 8: Kann man hier von „Übereinstimmung“ sprechen?

CW11 andererseits ist nicht einmal ansatzweise parallel…

Abbildung 9: CW11 mit der gleichen Skalierung wie in Abbildung 6.

Die quasi-periodischen Fluktuationen in J14 sind eindeutig konsistent mit Änderungen der Rate des Gletscher-Rückzugs. In CW11 ist das nicht der Fall.

Eine bizarre Behauptung in Church & White 2006:

Die Quadratur impliziert, dass die Anstiegsrate um das Jahr 1820 bei Null lag, als der Meeresspiegel um etwa 200 mm unter dem heutigen Niveau lag. Dieses Niveau ist konsistent mit Schätzungen aufgrund von Felsen-Einlagerungen in Tasmanien im Jahre 1840 und dem Höhepunkt der antiken römischen Aquarien. Dies impliziert praktisch keine langfristige mittlere Änderung des Meeresspiegels vom 1. bis zum 19. Jahrhundert.

CW06

Das ist einfach falsch.

Abbildung 10: Global der letzten 7000 Jahre ohne Fehlerbalken. J14 ist in rot darüber gelegt mit der gleichen Skalierung. Die Klima-Rekonstruktion der Nordhemisphäre nach Lundquist ist ebenfalls eingetragen. Die relativ großen Schwankungen des SLR während der letzten 2000 Jahre sind eindeutig konsistent mit den Jahrtausend-Klimazyklen des Holozäns.

Conclusion

Es ist ziemlich offensichtlich, dass Jevrejeva et al. (2014) konsistenter mit Änderungen von Klima und Cryosphäre sind als Church &White (2011) und sind damit auch mit höherer Wahrscheinlichkeit akkurat.

References

Brock, J.C.,  M. Palaseanu-Lovejoy, C.W. Wright, & A. Nayegandhi. (2008). “Patch-reef morphology as a proxy for Holocene sea-level variability, Northern Florida Keys, USA”. Coral Reefs. 27. 555-568. 10.1007/s00338-008-0370-y.

Church, J. A., and White, N. J. ( 2006). “A 20th century acceleration in global sea‐level rise”. Geophys. Res. Lett., 33, L01602, doi:10.1029/2005GL024826.

Church, J.A., White, N.J., 2011. “Sea-level rise from the late 19th to the early 21st Century”. Surv. Geophys. http://dx.doi.org/10.1007/s10712-011-9119-1.

Jevrejeva, S., J. C. Moore, A. Grinsted, and P. L. Woodworth (2008). “Recent global sea level acceleration started over 200 years ago?”. Geophys. Res. Lett., 35, L08715, doi:10.1029/2008GL033611.

Jevrejeva, S. , J.C. Moore, A. Grinsted, A.P. Matthews, G. Spada. 2014.  “Trends and acceleration in global and regional sea levels since 1807”.  Global and Planetary Change. %vol 113, 10.1016/j.gloplacha.2013.12.004 https://www.psmsl.org/products/reconstructions/jevrejevaetal2014.php

Ljungqvist, F.C. 2010. “A new reconstruction of temperature variability in the extra-tropical Northern Hemisphere during the last two millennia”. Geografiska Annaler: Physical Geography, Vol. 92 A(3), pp. 339-351, September 2010. DOI: 10.1111/j.1468-459.2010.00399.x

MacFarling-Meure, C., D. Etheridge, C. Trudinger, P. Steele, R. Langenfelds, T. van Ommen, A. Smith, and J. Elkins (2006). “Law Dome CO2, CH4 and N2O ice core records extended to 2000 years BP“. Geophys. Res. Lett., 33, L14810, doi:10.1029/2006GL026152.

Moberg, A., D.M. Sonechkin, K. Holmgren, N.M. Datsenko and W. Karlén. 2005.  “Highly variable Northern Hemisphere temperatures reconstructed from low- and high-resolution proxy data”. Nature, Vol. 433, No. 7026, pp. 613-617, 10 February 2005.

Nerem,  R. S.,  B. D. Beckley, J. T. Fasullo, B. D. Hamlington, D. Masters, G. T. Mitchum. “Climate-change–driven accelerated sea-level rise”. Proceedings of the National Academy of Sciences. Feb 2018, 115 (9) 2022-2025; DOI: 10.1073/pnas.1717312115

Oerlemans, J. “Extracting a climate signal from 169 glacier records”. Science (80-. ). 2005, 308, 675–677, doi:10.1126/science.1107046.

Siddall M, Rohling EJ, Almogi-Labin A, Hemleben C, Meischner D, Scmelzer I, Smeed DA (2003). “Sea-level fluctuations during the last glacial cycle”. Nature 423:853–858 LINK

Link: https://wattsupwiththat.com/2019/12/09/sea-level-rise-acceleration-jevrejeva-vs-church-white/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Der Fetisch Klimawandel – was man darüber wissen sollte

Der Begriff „Klimawandel“ ist irreführend – ein „stabiles“ Klima gab es nie

Wir erkennen: Als Menschheit werden wir uns immer an Klimawandel in beiderlei Richtungen anpassen müssen – oder wir sterben aus.

Wie stark beeinflusst der wichtigste Pflanzennährstoff CO2 das Klima?

Die Diskussion, ob oder wie stark atmosphärisches CO2 erwärmend wirkt, soll hier den Physikern überlassen bleiben. Aber vielleicht hilft ein Blick auf den Temperaturverlauf in Zentralengland, um zu erkennen, dass CO2 weder früher noch gegenwärtig der Hauptauslöser von Klimaschwankungen ist:

Abbildung 2: Ganz ohne steigende CO2-Werte erfolgte in Zentralengland in den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts eine Erwärmung um fast zwei Grad, und das neuzeitliche Temperaturmaximum könnte, trotz beschleunigter CO2-Zunahme, um 2010 überschritten worden sein; auch 2019 (noch nicht enthalten) wird mit etwa 10,4°C nicht herausragend warm ausfallen. Die Abkühlungsphase der 1970er Jahre fällt mit stark steigenden CO2-Werten zusammen. Wegen der sehr unterschiedlichen Größen Lufttemperatur und CO2-Konzentration musste Letztere zur besseren Veranschaulichung in Indexwerte umgerechnet werden; die CO2-Werte vor 1850 sind geschätzt; im vorindustriellen Zeitalter stiegen sie kaum.

Die Mär vom „ewigen“ Eis

Quelle). Warum? Im sehr warmen Erdmittelalter (Dinosaurier-Zeit) und bis weit in die Erdneuzeit gab es keine größeren Eismassen; sie bildeten sich an den Polen erst mit Beginn unserer heute noch immer andauernden Eiszeit aus; in der Antarktis wohl früher. Zudem verhält sich Eis plastisch – Gletscher fließen; ihr Eis bildet sich durch Schneefälle immer wieder neu. Klimaschwankungen ließen Gletscher immer wieder verschwinden; so könnten die Alpen (Baumstamm-Funde in Gletschereis) vor 7.000 Jahren eisfrei gewesen sein; auch die Island-Gletscher, deren Abtauen heuer so sehr beklagt wird, entstanden erst wieder bei einer Abkühlungsphase im jüngeren Holozän.

Mehr Flüchtlinge durch den Klimawandel?

Bei diesem Panik-Thema hilft vielleicht ein Blick in die Statistik:

Abbildung 3: Leichte Abnahme der Hungernden weltweit seit Beginn der 1990er Jahre. Quelle

Geht Venedig wegen des Klimawandels unter?

Quelle). Zweierlei erkennt der kritische Leser: Hochwasseraufzeichnungen gibt es erst seit 1923, und 1966 gab es eine möglicherweise noch etwas höhere Flut. Massentourismus, Bausünden und Verzögerungen beim Hochwasserschutz (die Fertigstellung des seit langem geplanten und im Bau befindlichen Moses-Projekts verzögert sich wegen Korruption) sind die Hauptursachen, warum Venedig im Gegensatz zu den wegen ähnlicher geografischer Bedingungen gleichfalls stark hochwassergefährdeten Städten London oder Hamburg immer wieder heimgesucht wird. Letztere investierten erfolgreich in Großprojekte zum Hochwasserschutz. Ja, der Meeresspiegel steigt, aber er tut das schon seit Jahrtausenden als Folge unserer anhaltenden Zwischeneiszeit, was sich sehr anschaulich am Beispiel der Nordsee zeigen lässt:

Abbildung 4: Tendenzieller Meeresspiegelanstieg an der deutschen Nordseeküste seit etwa 7.000 Jahren. Quelle

Mehr Extremwetter wegen des Klimawandels?

Mehr Stürme, mehr Unwetter, Überflutungen und Dürren… . Die dem Klimawandel angelasteten Vorwürfe sind lang – doch die Realität sieht anders aus:

Abbildung 5: Die Anzahl der schweren Hurrikane (tropische Wirbelstürme des Atlantiks) nahm in den vergangenen gut 60 Jahren trotz „Erderwärmung“ nicht zu.

Abbildung 6: Keine Häufung schwerer Sturmfluten an der deutschen Nordseeküste.

Abbildung 7: Die Sommerhalbjahre wurden in Deutschland nicht trockener – trotz Klimawandel.

 

Abbildungen 8a bis 8c: Bislang häuften sich weder extrem trockene Sommermonate (8a, oben), noch extrem nasse (8b, Mitte), noch Starkregenereignisse im Sommer – dramatische Auswirkungen des Klimawandels sind nicht erkennbar.

Bringt eine Klimaerwärmung auch Vorteile?

Die römischen Senatoren und Kaiser sahen damals allerdings von der Ausrufung eines Klimanotstandes ab – Greta fehlte eben.

Stefan Kämpfe, Diplomagraringenieur, unabhängiger Natur- und Klimaforscher




Aus dem jüngsten Rundbrief der GWPF: ,Klima‘-Ziele: EU immer mehr zerstritten

EurActiv

Der tschechische Premierminister Andrej Babiš hat mit seinem Veto gegen das Ziel von Europa gedroht, bis zum Jahr 2050 der erste Klima-neutrale Kontinent der Welt zu werden. Diese Stimme verstärkt den zunehmenden Chor der Unzufriedenen im Zuge der Vorbereitungen der EU-Führer auf hitzige Klima-Diskussionen auf einem Gipfeltreffen in Brüssel in der kommenden Woche.

In einem Brief an die Präsidentin der EU-Kommission Ursula von der Leyen sagte Babiš jedoch, dass er seine Haltung noch ändern könnte, falls er höhere finanzielle Zuwendungen von der EU bekommen würde sowie bessere Bedingungen für Investitionen in Kernkraft.

Private Investoren zögern, frisches Geld in neue Kernkraftwerke zu stecken, welche vor eskalierenden Kosten und zunehmendem Wettbewerb durch billige Erneuerbare [?] stehen. Neue Kraftwerke sind von staatlicher Unterstützung abhängig, welche zuvor von den mächtigen Wettbewerbshütern in der Europäischen Kommission genehmigt werden müssen.

hier, in tschechischer Sprache).

Die Finanzierung neuer Kernkraftwerke ist auch in Polen ein Thema. Das Land ist eines der letzten EU-Länder, welches sich gegen die beabsichtigte Klima-Neutralität bis zum Jahr 2050 wendet. Auf dem jüngsten EU-Gipfel im Oktober forderte Warschau eine „signifikant höhere“ finanzielle Unterstützung aus dem langfristigen EU-Budget, bevor man den Widerstand gegen das 2050-Ziel aufgibt.

Das Erreichen von Klima-Neutralität erfordert eine „signifikant höhere“ Finanzierung als diejenige, welche derzeit von dem langfristigen EU-Budget 2021 bis 2027 angeboten wird. Dies verkündete Warschau in einem Brief vor dem Gipfel der EU-Führer.

Auch auf regionaler Ebene gibt es Widerstand. Während eines Meinungsaustausches am 5. Dezember mit Frans Timmermans, dem Vizepräsidenten der EU-Kommission und verantwortlich für den European Green Deal warnten lokale Repräsentanten vor der Übernahme „unrealistischer“ Klima-Ziele bis zum Jahr 2030.

Die geplanten Reduktionen von Treibhausgasen um 50% bis 55%, wie sie die neu besetzte Europäische Kommission anstrebt, riskiert, lokale Geschäftsbereiche zu schädigen, sagte Cor Lamers, Bürgermeister der niederländischen Stadt Schiedam.

hier.

EU tief zerstritten über Klimaziele

EurActiv

Die Führer der Europäischen Union treffen sich nächste Woche in Brüssel. Dort wird man sich um einen Einigung innerhalb des Blocks bemühen, die Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2050 auf Null zu bringen. Dies geht aus dem Entwurf der Erklärung vom 2. Dezember hervor. Darüber dürfte es auf dem Gipfel zu einem erbitterten Streit kommen.

Der für den 12. und 13. Dezember geplante Gipfel der EU-Führer wird darauf abzielen, „das Ziel einer Klima-neutralen EU bis zum Jahre 2050 zu erreichen“, wie aus dem Entwurf hervorgeht.

Der Präsident des Europäischen Rates Charles Michel sagte, er wolle daran arbeiten, alle Mitgliedsstaaten davon zu „überzeugen“, bis zum Jahr 2050 Klima-Neutralität zu erreichen. Er sprach sich außerdem dafür aus, den „Empfindlichkeiten“ und „Interessen“ der ökonomisch am meisten betroffenen Länder Aufmerksamkeit zu widmen.

Europa könnte zu einem Führer der grünen Ökonomie werden, wenn es in Forschung, Technologie und Innovation investiere. Dies würde die Schaffung von Arbeitsplätzen garantieren sowie soziales Wohlergehen, während die Klima-Bedrohung reduziert wird“, sagte Michel während eines Interviews auf COP25 in Madrid.

Frühere derartige Versuche wurden jedoch von Polen, Ungarn und der Tschechischen Republik blockiert, deren Ökonomien zu einem hohen Grad von Kohle abhängig sind. Sie haben schon verlauten lassen, dass sie gegen die Klima-Neutralität bis 2050 sind, weil sie fürchten, dass die vorgeschriebene Reduktion von Treibhausgas-Emissionen ihre Wirtschaft abwürgen wird.

Um das Lager der Zögernden zu überzeugen, beziehen sich die Schlussfolgerungen des Gipfels dem Entwurf zufolge auf einen „gerechten und sozial ausgewogenen Übergang“. Dazu kündigte die European Investment Bank die Freigabe von 1 Billion Euro an für grüne Investitionen bis zum Jahr 2030 sowie die Notwendigkeit der Erhaltung der Energie-Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit gegenüber auswärtigen Mächten an, die derartige Klima-Ziele nicht verfolgen.

Der vorbereitete Entwurf könnte sich im Zuge der Diskussionen der Führer noch ändern. Aber er wird eventuell der einstimmigen Zustimmung aller EU-Führer bedürfen.

hier.

Beide Beiträge übersetzt von Chris Frey EIKE




Aus dem Rundbrief der GWPF: Blick von außen auf die deutsche Industrie

Deutschlands grüner Selbstmord: Autoindustrie in ,größter Krise seit Erfindung des Autos‘

Daily Express

Die Autoindustrie in Deutschland steht vor einem Desaster, sind doch bis Ende des Jahres bis zu 50.000 Arbeitsplätze in Gefahr oder werden abgebaut. Analysten beschrieben es als „die größte Krise seit Erfindung des Automobils“.

Vorige Woche verkündete der Eigentümer von Mercedes-Benz Pläne, global mindestens 10.000 Arbeiter zu entlassen. Die Zahl der Arbeitsplatzverluste in Deutschland wächst damit in diesem Jahr auf 40.000 im Zuge eines massiven Einbruchs der Verkaufszahlen. Daimler will Arbeitskosten in Höhe von 1,2 Milliarden Pfund einsparen im Zuge der Vorbereitung von Milliarden-Investitionen in den Boom von Elektroautos. Audi, Tochter von Volkswagen, sprach ebenfalls davon, 10.000 Menschen zu entlassen – das sind etwa 10% der globalen Arbeitskräfte dort.

Der Chef von Volkswagen Herbert Diess warnte: „Die Autoindustrie befindet sich mitten in einem weit reichenden Umbruch“. Bereits im Frühjahr 2019 hatte VW gesagt, dass 7000 Arbeitsplätze abgebaut werden würden, wobei die Einsparungen in die Entwicklung von Elektroautos gepumpt würden.

Der US-Autoriese Ford plant, 5000 Arbeitsplätze in Deutschland abzubauen als Teil von breiter geplanten Umstrukturierungen, während die Auto-Zulieferer Continental und Bosch planen, dazwischen über 7000 Arbeitsplätze abzubauen.

Man schätzt, dass die deutsche Autoindustrie, in welcher 830.000 Menschen beschäftigt sind mit weiteren zwei Millionen in der Zulieferindustrie, während der nächsten drei Jahre gezwungen sein wird, etwa 34 Milliarden Pfund in Batterie-gestützte Technologien zu pumpen.

Ralf Kalmbach von der Beraterfirma Bain & Co., welcher seit 32 Jahren deutsche Autobauer berät, sagte der Financial Times: „Niemand wird in der heute bestehenden Form überleben“.

Der ganze Beitrag steht hier.

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Und hier der Auszug aus einem Hintergrund-Artikel in der Financial Times:

Grünes Deutschland im raschen Sinkflug

Financial Times

Der breite Industriesektor in Deutschland befindet sich derzeit im steilsten Abschwung seit einem Jahrzehnt. Dies unterstreicht, wie sehr der Motor der größten Ökonomie in der Eurozone ins Stottern gekommen ist.

Dem Bundesamt für Statistik zufolge sank die industrielle Produktion im Oktober 2019 um 5,3 % im Vergleich zum Oktober 2018. Darin enthalten war auch der dominante Fabrikbereich in Deutschland. Die Zahlen belegen, dass der industrielle Abschwung in Deutschland wahrscheinlich das Wachstum der gesamten Eurozone im vierten Quartal belasten wird.

Zusammen mit jüngst veröffentlichten Daten, welche einen scharfen Rückgang von Aufträgen im Oktober zeigen und damit, dass die meisten Produzenten im November weitere Schrumpfungen erwarten, belegen die Zahlen, dass der seit zwei Jahren andauernde Abschwung in Deutschland alles andere als kurz vor dem Ende steht.

„Weit entfernt davon, sich zu entspannen, könnte die industrielle Rezession in Deutschland noch schlimmer werden“, sagte Andrew Kenningham bei Capital Economics. „Die jüngsten Daten stützen unsere Ansicht, dass eine Rezession während der kommenden Jahre viel wahrscheinlicher ist als dass es nicht dazu kommt“.

Deutschlands auf den Export konzentrierte Ökonomie ist von dem Handelskrieg zwischen den USA und China betroffen, es herrscht Unsicherheit bzgl. des Brexits und die Wirtschaft erleidet einen scharfen Rückgang der industriellen Produktion. Letzteres geht zum großen Teil auch auf neue Vorschriften hinsichtlich Emissionen und der Verschiebung hin zu Elektrofahrzeugen zurück.

Der ganze Beitrag steht hier (Zahlschranke)

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Beide Beiträge übersetzt von Chris Frey EIKE




Klimamodelle haben sich seit 50 Jahren nicht verbessert

Man erspare mir hier die Übersetzung des längeren Auszugs aus diesem Beitrag, er lässt sich rasch zusammenfassen: Die Modelle waren super, alles passt. Middleton jedenfalls fragt sich [und leitet seinen Beitrag auch damit ein]: „Wie kann man so etwas schreiben, ohne eine Miene zu verziehen?“

Den Link zu dem Beitrag setzt Middleton so: Science! (As in “She blinded me with)

[Ende Einführung des Übersetzers]

Die Genauigkeit der gescheiterten Modelle verbesserte sich, nachdem man sie so frisiert hatte, dass sie zu den Beobachtungen passten … schockierend!

Die AGU und Wiley gestatten derzeit nur einen begrenzten Zugang zu Hausfather et al., 2019. Besonders hervorzuheben sind hier die Abbildungen 2 und 3 darin. Ich werde sie hier nicht wiedergeben wegen der Tatsache, dass es ein Dokument mit geschütztem und begrenztem Zugang ist.

Abbildung 2: Das Scheitern der Modelle

Abbildung 2 besteht aus zwei Graphiken. Die obere Graphik vergleicht die Rate der Temperaturänderungen in Modellen und nach Beobachtungen, wobei die Fehlerbalken vermutlich 2 Sigma (Standard-Abweichungen) repräsentieren. Meiner Mark I Eyeball Analysis zufolge lagen von den 17 ausgewählten Modell-Szenarien 6 außerhalb von 2 Sigma (außerhalb des Ausschnitts; viel zu viel Erwärmung), 4 lagen nahe der Obergrenze der 2 Sigma (zu viel Erwärmung), 2 lagen nach unten außerhalb von 2 Sigma (viel zu wenig Erwärmung), 2 lagen nahe der Untergrenze der 2 Sigma (zu wenig Erwärmung) und 3 lagen innerhalb 1 Sigma der Beobachtungen.

Abbildung 1: Weniger als 1 von 5 Modell-Szenarien lagen innerhalb der 1 Sigma-Standardabweichung der Realität.

Die untere Graphik beschreibt die implizierte schwankende Klima-Reaktion (transient climate response TCR) der Beobachtungen und der Modelle. TCR ist die direkte Erwärmung, welche man bei einer Verdoppelung des atmosphärischen Kohlendioxid-Gehaltes erwarten kann. Es ist eine effektiv unverzügliche Reaktion und die einzige relevante Klima-Sensitivität.

Abbildung 2: Gleichgewichts-Klimasensitivität (ECS) und TCR. Quelle: IPCC

Im Falle der ECS von 3,5°C erfolgen 2,0°C der Erwärmung mit der Zeit der Verdoppelung des atmosphärischen CO2. Die verbleibenden 1,5°C der Erwärmung sollen vermeintlich während der folgenden 500 Jahre eintreten. Uns wird fortwährend erzählt, dass wir die Erwärmung bis zum Jahr 2100 auf keinen Fall über diesen Wert steigen lassen dürfen im Vergleich zu den Temperaturen in präindustrieller Zeit (also der kältesten Phase des Holozäns).

Abbildung 3: Die 2,0°C-Grenze (Vox)

Ich habe die untere Graphik digitalisiert, um die TCR-Werte zu erhalten. Von den 14 Datensätzen mit Beobachtungen bewegte sich die implizierte TCR zwischen 1,5°C und 2,0°C, im Mittel 1,79°C mit einem sehr kleinen Sigma von 0,13°C. Von den 17 Modell-Szenarien gehen 9 über die beobachtete TCR um über 1 Sigma hinaus, 6 lagen um mehr als 1 Sigma unter der beobachteten TCR. Nur 2 Szenarien lagen innerhalb von 1 Sigma der beobachteten TCR (1,79°C).

Abbildung 4: Implizierte TCR (°C pro CO2-Verdoppelung), Beobachtungen im Vergleich mit Modellen.

Ein cross plot [?] der Modell-TCR mit der beobachteten TCR ergibt eine Zufalls-Streuung…

Abbildung 5: Implizierte TCR (°C pro CO2-Verdoppelung), Beobachtungen im Vergleich mit Modellen. Der „zu erwartende Trend“ ist das, was sich ergeben hätte, falls die folgenden Beobachtungen zu den Modellprojektionen gepasst hätten.

Der atmosphärische CO2-Gehalt ist auf dem Wege, diese Verdoppelung bis zum Ende dieses Jahrhunderts zu erreichen.

Abbildung 6: Atmosphärisches CO2, gemessen am Mauna Loa Observatorium (MLO, NOAA/ESRL) und der Eisbohrkern DE08 vom Law Dome, Antarktis (MacFarling-Meure, 2006).

Eine an die MLO-Daten angebrachte exponentielle Trendfunktion zeigt, dass die Verdoppelung etwa bis zum Jahr 2100 vollzogen werden wird. Falls die TCR 1,79°C beträgt, werden wir unter den 2°C bleiben und kaum über das „extrem wenig Emissionen“-Szenario in der Vox-Graphik (Abbildung 3) hinauskommen. Allerdings zeigen jüngste Messungen, dass die TCR unter 1,79°C liegt. Christy & McNider folgerten daraus, dass die TCR nur um 1,1°C beträgt, weniger als die Hälfte des aus den Modellen abgeleiteten Wertes.

Überprüfung der Klimawandel-Behauptungen

Dr. John Christy

Vortrag von Dr. Christy vor der GWPF am 8. Mai 2019:

Als ich in die Welt der Wissenschaft hinein wuchs, verstand man unter Wissenschaft ein Verfahren zur Gewinnung von Informationen. Man stellte eine Behauptung oder eine Hypothese auf und überprüfte diese dann anhand unabhängiger Daten. Fiel dieser Test negativ aus, zog man die Behauptung zurück und fing noch einmal von vorne an. Was ich dagegen heutzutage vorfinde ist, dass falls jemand eine Behauptung bzgl. Klima aufstellt und jemand wie ich diese Behauptung falsifiziert, die Behauptung nicht zurückgezogen wird, sondern dass der die Behauptung Erhebende immer lauter schreit, dass er recht hat. Sie beachten überhaupt nicht, welche konträren Informationen es gibt.

Also, worüber reden wir? Wir reden darüber, wie das Klima auf die Emissionen zusätzlicher Treibhausgase durch Verbrennung fossiler Treibstoffe reagiert.

( … )

Es sieht so aus: Es gab eine Temperaturänderung der Atmosphäre im Verlauf von 37,5 Jahren, wir wissen, wie viel Antrieb auf die Atmosphäre einwirkte, so dass wir diese beiden Größen in ein Verhältnis packen können und dieses mit dem Verhältnis des 2 X CO2-Antrieb multiplizieren. Also wird die TCR uns sagen, wie sich die Temperatur bei einer CO2-Verdoppelung verhalten wird – falls die Zunahme 1% pro Jahr beträgt, was in etwa dem Treibhauseffekt entspricht, und was in etwa 70 Jahren erreicht wird. Unser Ergebnis lautet, dass die TCR in der Atmosphäre 1,1°C beträgt. Das ist überhaupt keine sehr alarmierende Zahl bei einer CO2-Verdoppelung. Als wir die gleiche Rechnung unter Verwendung der Klimamodelle durchführten, betrug die Zahl 2,31°C. Eindeutig und signifikant unterschiedlich. Die Reaktion der Modelle auf den Antrieb – ihr ∆t hier, war über 2 mal größer als das, was in der realen Welt vor sich gegangen war.

( … )

Es gibt ein Modell, das nicht ganz so schlecht ist, nämlich das russische Modell. Man geht heute nicht zum Weißen Haus und sagt, dass das „russische Modell am besten funktioniert“. Man sagt das überhaupt nicht! Aber es ist eine Tatsache, dass sie nur eine sehr geringe Sensitivität in ihr Modell gesteckt haben. Betrachtet man das russische Modell bis zum Jahr 2100, dann sieht man nichts, was zu Sorgen Anlass gibt. Betrachtet man die 120 Jahre ab dem Jahr 1980, haben wir bereits ein Drittel des Zeitraumes hinter uns – falls man bis zum Jahr 2100 schaut. Nun sind diese Modelle bereits falsifiziert, man kann ihnen bis zum Jahr 2100 keinesfalls vertrauen, und kein legitimer Wissenschaftler auf der ganzen Welt würde das tun. Falls ein Ingenieur ein Flugzeug entwickelt und sagt, dass das Ding 600 Meilen weit fliegen kann, dann könnte er sagen, falls dem Flugzeug nach 200 Meilen der Treibstoff ausgeht und es abstürzt: „Ich habe mich lediglich um einen Faktor drei geirrt“. Nein, das tun wir nicht in der wahren Wissenschaft! Ein Faktor drei ist im Energie-Gleichgewichts-System gewaltig. Und doch sehen wir genau das in den Klimamodellen.

( … )

Mein Vortrag führt zu drei Schlussfolgerungen:

Die theoretische Klima-Modellierung ist zur Beschreibung von Variationen in der Vergangenheit ungeeignet. Klimamodelle scheitern bzgl. derartiger Variationen, deren Abfolge wir bereits kennen. Sie sind bei Tests der Hypothesen durchgefallen, was bedeutet, dass sie höchst fragwürdig sind, wenn wir aus ihnen genaue Informationen beziehen wollen, wie der relativ geringe Antrieb, und das ist die kleine Darstellung hier, das Klima der Zukunft beeinflussen wird.

Das Wetter, um das wir uns wirklich kümmern, ändert sich nicht, und Mutter Natur hat viele Wege, ihr eigenes Klima deutliche Variationen in Zyklen durchlaufen zu lassen. Falls man darüber nachdenkt, wie viele Freiheitsgrade im Klimasystem stecken, was ein chaotisches, nicht lineares und dynamisches System alles kann mit diesen Freiheitsgraden, dann wird man immer Rekord-Höchst- und -Tiefstwerte finden, ebenso wie gewaltige Stürme und so weiter. So läuft das in diesem System.

Und schließlich, Kohlenstoff ist heutzutage die dominante Energiequelle, weil sie bezahlbar ist und direkt zur Ausmerzung von Armut führt, ebenso wie zur Verlängerung und Verbesserung des menschlichen Lebens. Wegen dieser massiven Vorteile steigt der Kohleverbrauch weltweit – trotz des Geschreis nach dem Ausstieg aus derselben.

GWPF

Dr. Christy’s presentation is well-worth reading in its entirety. This is from the presentation:

Der Vortrag von Dr. Christy ist es wert, vollständig gelesen zu werden. Daraus stammt die folgende Graphik:

Abbildung 7: TCR-Abschätzung von Christy & McNider 2017

Abbildung 2: Hansens Revisionismus

Abbildung 3 war nichts weiter als ein weiterer kläglicher Versuch, Hansen et al. (1988) wiederzubeleben:

Abbildung 8: Szenario A „Business as Usual“. Szenario C ist ein Szenario, in dem Menschen das Feuer am Ende des 20. Jahrhunderts grundsätzlich nicht mehr erkennen.

Hansens eigene Temperaturdaten, GISTEMP, folgten Szenario C (dasjenige, in welchem wir Feuer nicht mehr erkennen) bis zum Jahr 2010. Es kreuzt den Weg mit Szenario B lediglich während des jüngsten El Nino…

Abbildung 9: Hansens überaus grandioses Scheitern

Hausfather et al. (2019) zufolge war eigentlich Szenario B „Business as Usual“… Auszug:

Das „plausibelste“ Szenario B von H88 überschätzte die Erwärmung nach der Veröffentlichung um rund 54% (Abbildung 3). Allerdings ist ein großer Teil dieses Missverhältnisses der Überschätzung zukünftiger externer Antrieben geschuldet – vor allem von Methan und Kohlenwasserstoffe.

Hausfather et al. (2019)

Ich dachte, dass es unmöglich sei, den Erwärmungseffekt von Methan nicht zu überschätzen, weil es in den geologischen Aufzeichnungen nicht präsent zu sein scheint. Die höchsten atmosphärischen Methan-Konzentrationen im gesamten Phanärozoikum waren während des Late Carboniferous (Pennsylvanian) and Early Permian Periods aufgetreten, der einzigen Zeit, in der es auf der Erde so kalt war wie im Quartär.

Abbildung 10: Das CH4-Niveau lag während der kältesten Klimaperiode des Phänozoikums 3 bis 5 mal höher als das heutige Niveau. pCH4 (Bartdorff et al., 2008), pH-corrected temperature (Royer & Berner) and CO2 (Berner). Ältere Daten sind links.

Tatsache ist, dass die Beobachtungen sich so verhalten, als ob sie bereits Vieles der Green New Deal-Kulturrevolution in Gang gesetzt hätten (¡viva Che AOC!)…

Abbildung 11: Die Beobachtungen (HadCRUT4) folgen einer AOC-Welt: RCP2.6-RCP4.0. (modifiziert nach IPCC AR5)

Modelle haben sich seit 50 Jahren nicht verbessert

Dies ist eines der vermeintlichen #ExxonKnew-Modelle…

Abbildung 12: Was #ExxonKnew im Jahre 1978

„Das Gleiche, was es immer war“…

Abbildung 13: Die Modelle haben sich nicht verbessert. Vergleich des RSS V4.0 MSU/AMSU-Datensatzes der Temperatur mit den CMIP5-Klimamodellen. Das gelbe Band ist das Wahrscheinlichkeits-Band 5% bis 95%. Abgesehen vom jüngsten El Nino, war RSS (Remote Sensing Systems) kühler als über 95% aller Modelle. Der prädiktive Zustand ist nach 2005 …

… „Das Gleiche, was es immer war“…

Abbildung 14: Egal ob man nun die Temperaturen in der Atmosphäre (UAH v6.0) oder an Flughäfen (HadCRUT4) heranzieht – die Beobachtungen verlaufen nahe oder unterhalb der untersten Grenze der 5% bis 95%-Bandbreite. Abgesehen vom jüngsten El Nino sind die Beobachtungen kälter als 95% der Modelle (Modifiziert vom Climate Lab Book).

Falls die Öl- und Gasindustrie genaue Prognosen in der gleichen Art und Weise definiert wie die Klima-„Wissenschaftler“, wäre Deepwater Horizon die einzige falsche Prognose der letzten 30 Jahre gewesen … weil die Explosion der Plattform und deren Versinken nicht innerhalb der 5% bis 95%-Bandbreite der Ergebnisse von Prognosen vor der Bohrung gelegen hatte.

References

Bartdorff, O., Wallmann, K., Latif, M., and Semenov, V. ( 2008), Phanerozoic evolution of atmospheric methane, Global Biogeochem. Cycles, 22, GB1008, doi:10.1029/2007GB002985.

Berner, R.A. and Z. Kothavala, 2001. “GEOCARB III: A Revised Model of Atmospheric CO2 over Phanerozoic Time”.  American Journal of Science, v.301, pp.182-204, February 2001.

Christy, J. R., & McNider, R. T. (2017). “Satellite bulk tropospheric temperatures as a metric for climate sensitivity”. Asia‐Pacific Journal of Atmospheric Sciences, 53(4), 511–518. https://doi.org/10.1007/s13143‐017‐0070‐z

Hansen, J., I. Fung, A. Lacis, D. Rind, S. Lebedeff, R. Ruedy, G. Russell, and P. Stone, 1988. “Global climate changes as forecast by Goddard Institute for Space Studies three-dimensional model”. J. Geophys. Res., 93, 9341-9364, doi:10.1029/JD093iD08p09341

Hausfather, Z., Drake, H. F., Abbott, T., & Schmidt, G. A. ( 2019). “Evaluating the performance of past climate model projections”. Geophysical Research Letters, 46. https://doi.org/10.1029/2019GL085378

Royer, D. L., R. A. Berner, I. P. Montanez, N. J. Tabor and D. J. Beerling. “CO2 as a primary driver of Phanerozoic climate”.  GSA Today, Vol. 14, No. 3. (2004), pp. 4-10

Link: https://wattsupwiththat.com/2019/12/06/climate-models-have-not-improved-in-50-years/

Übersetzt von Chris Frey EIKE