Kältereport Nr. 15 /2026

Meldungen vom 6. April 2026:

UK: April-Schnee in Glasgow

Am Ostersonntag gab es in Glasgow starken Schneefall, und in der ganzen Stadt herrschten winterliche Verhältnisse. Der Verkehr war beeinträchtigt, weil sich die Bedingungen im Laufe des Tages weiter verschlechterten.

Auch in höheren Lagen der schottischen Berge herrschen weiterhin beeindruckende Schneemengen vor, mit hervorragenden Bedingungen auf den Gipfeln, insbesondere am und um den Cairngorm Mountain.
In Glen Feshie, etwa 900 m über Coire Garbhlach, hat sich in einer nach Nordwesten ausgerichteten Mulde eine mindestens vier Meter hohe Schneedecke gebildet. Schottland hat heute keine Gletscher mehr, schon seit Jahrtausenden nicht mehr, aber diese große Schneefläche, die sich bis in den April hinein gut hält, ahmt einen Gletscher gut nach.

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Bulgarien: Schnee-Rekord im April gebrochen

Der Botev-Gipfel in Bulgarien hat einen neuen Schneehöhenrekord für April aufgestellt. Auf dem Gipfel, der zum Balkangebirge (Stara Planina) gehört, wurden 333 cm Schnee gemessen – ein neuer Rekord, der den bisherigen Rekord von 325 cm aus den 1960er-Jahren (als die Höhenmessstation eingerichtet worden war) deutlich übertrifft.

An anderer Stelle, am Vitosha-Gebirge, hat der Neuschnee um weitere 20 cm die Lawinengefahr erhöht.

Es wird weiterer Schneefall erwartet, da sich in Bulgariens höher gelegenen Gebieten oberhalb von 1.500 m bis Anfang der Woche weiterhin Schnee ansammelt.

Die Schneehöhen in den europäischen Hochlagen sind bis in den April hinein beeindruckend. In Arcalis in Andorra beispielsweise liegen noch immer 4 Meter Schnee.

Unterdessen herrschten am Montag in tieferen Lagen weiterhin Minusgrade, so dass in den Weinbaugebieten Frostkerzen erneut angezündet werden mussten. Der Ostermontag begann mit deutlichem Frost in Nordfrankreich. Die Temperaturen sanken auf -3,7 °C in Mourmelon-le-Grand (Marne) und auf -2,4 °C in Charleville-Mézières (Ardennen).

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Kanada: Rekord-Schneemengen westlich von Calgary

Die Schneemenge in den Rocky Mountains von Alberta nähert sich Rekordwerten. Am Little Elbow Summit erreichte das Schneewasseräquivalent am 5. April 531 mm.

Das liegt deutlich über dem üblichen Bereich von 300 bis 400 mm und ist der zweithöchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen (in den 1980er Jahren). Nur 1991 wurde mit 587 mm ein höherer Wert gemessen.

Diese Entwicklung wird durch eine anhaltende Tiefdrucktätigkeit über dem Pazifik vorangetrieben. Wiederholte Westströmungen haben Feuchtigkeit in die Rocky Mountains geleitet, wo sie in Form von anhaltendem Schneefall über den Quellgebieten von Alberta niedergeht. Diese Wetterlage hält seit Monaten an, so dass sich die Schneemenge stetig erhöht.

Das Ergebnis hängt nun von der Schneeschmelze ab. Eine allmähliche Schneeschmelze würde die Flüsse speisen, die Stauseen stabilisieren und den Druck auf die Wasserversorgung verringern. Eine rasche Erwärmung, insbesondere in Verbindung mit Regenfällen, erhöht natürlich das Hochwasserrisiko.

Die Überschwemmungen in Alberta im Jahr 2013 folgten einer ähnlichen Wetterlage, bei dem im Frühjahr starke Regenfälle auf eine bereits bestehende Schneedecke fielen.

Derzeit jedoch liegt im Westen Kanadas eine der höchsten Schneedecken seit Jahrzehnten für Anfang April.

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Nordindien: Anhaltende Abkühlung

Eine weitere westliche Strömung zum Saisonende lässt die Temperaturen in Nordindien stark sinken und bringt Neuschnee in die Himalaya-Regionen.

Die Höchsttemperaturen, die bei 33–35 °C lagen, sollen bis Mitte der Woche in Punjab, Haryana, Delhi und Uttar Pradesh auf 19 bis 26 °C sinken. Das sind etwa 8 bis 15 °C unter dem Normalwert und sorgt für Wetterbedingungen, die eher für den Februar als für den Frühling typisch sind.

Die Abkühlung wird durch einen erneuten Zustrom von Feuchtigkeit und instabiler Luft aus westlicher Richtung verursacht. Während dieses Tiefdruckgebiet über die Ebenen zieht, löst es großflächigen Regen, Gewitter und Hagel aus, während kältere Luft in der Höhe für starken Schneefall in den Höhenlagen sorgt.

Die Schneemengen in Himachal Pradesh sind für diese Jahreszeit bemerkenswert. In Gondhla fielen innerhalb von 24 Stunden 28,5 cm Schnee, innerhalb von 48 Stunden 41,5 cm. Im nahegelegenen Keylong fielen 20 cm.

Diese kalten, unbeständigen Wetterbedingungen beeinträchtigen die Weizenernte zum Zeitpunkt der Ernte.

Link: https://electroverse.substack.com/p/glasgow-wakes-to-april-snow-monthly?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 7. April 2026:

Italien: Capracotta unter mehr als zwei Metern Aprilschnee begraben

Capracotta in Italien wurde gerade von einem Frühlingsschneesturm heimgesucht, wie er eher für den Januar typisch ist.

Die Bergstadt in Molise, auf 1.421 m Höhe gelegen, wurde kürzlich von einem Schneesturm heimgesucht, der innerhalb von etwa 24 Stunden 1,5 m Schnee fallen ließ. Nachfolgende Berichte italienischer Medien zeigten, dass die Schneehöhe in der Stadt 2 m überstieg, wobei einige lokale Berichte angaben, dass die höchsten Schneeverwehungen 3 m erreichten.

Autos verschwanden, und die Bewohner gruben Tunnel, nur um aus ihren Häusern zu gelangen. Es wurde auch von Stromausfällen berichtet, da sich Eis auf den Leitungen ansammelte.

Capracotta ist einer der höchstgelegenen Orte im Apennin und einer der schneereichsten Orte Italiens. Der Ort hält zudem den Guinness-Weltrekord für den höchsten Schneefall innerhalb von 24 Stunden, nachdem dort im März 2015 2,56 m gefallen waren. Capracotta kennt sich mit Schnee aus. Dennoch verweisen italienische Medienberichte auf den April 1967 – das letzte Mal, so heißt es, als ein Sturm in der Spätsaison diesen Teil des Apennins in einem Ausmaß bedeckte, das dem jetzigen nahekommt.

In den gesamten italienischen Apenninen war der April von außergewöhnlichen Schneefällen geprägt.

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Kanada: Der kalte und schneereiche Winter

Der Winter 2025/26 in Kanada brachte in vielen Regionen anhaltende Kälte und außergewöhnliche Schneefälle mit sich, wobei an mehreren Orten Rekordwerte erreicht worden waren.

St. John’s, Neufundland, schaffte es zum erst siebten Mal seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1875 in den „500-cm-Club“. Zuletzt wurde diese Marke in der Saison 2002/03 erreicht, und da die Saison noch einige Wochen dauert, könnten die Gesamtwerte weiter steigen.

Auch Sault Ste. Marie in Ontario überschritt dank einer der stärksten Schneefälle in der späten Saison die 500-cm-Marke.

Ein Schneesturm im März, gefolgt von wiederholten See-Effekten, ließ die Gesamtwerte stark ansteigen. Allein im Jahr 2026 verzeichnete die Stadt 363 cm, was fast einer Verdopplung der bis Ende Dezember gefallenen Schneemenge entspricht.

Toronto nähert sich derzeit seinem historischen Schneefallrekord.

Die saisonale Gesamtmenge liegt bei fast 190 cm und ist damit bereits die viertgrößte jemals gemessene Menge; der Rekord von 206,7 cm aus den Jahren 1938–39 ist in greifbarer Nähe.

Am 25. Januar verzeichnete der Toronto Pearson International Airport 46,2 cm an einem einzigen Tag – ein Stationsrekord –, wobei in Teilen der Stadt bis zu 56 cm gemessen worden sind.

Weiter westlich hat Calgary einen sehr starken Anstieg gegen Ende der Saison verzeichnet.

Die Schneemenge hat bereits den Jahresdurchschnitt von 128 cm erreicht, wobei weitere Neuschneefälle wahrscheinlich sind.

Ausschlaggebend dafür waren anhaltende Kaltluftmassen in Verbindung mit aktiven Tiefdruckgebieten und in der Region der Großen Seen wiederholte Verstärkung durch den Seeeffekt. Diese Bedingungen haben dazu geführt, dass sich der Schnee effizient ansammeln und auf dem Boden verbleiben konnte, wodurch die Gesamtmengen historische Werte erreichten (und sogar übertrafen).

Der Winter hat nördlich der Grenze ganze Arbeit geleistet.

Und er treibt immer noch gelegentlich Kaltfronten nach Süden in die Vereinigten Staaten…

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USA: Polarwirbel hält die Kälte im Spiel

Über Kanada hält sich weiterhin ein starker kalter Polarwirbel, dessen Kern über der Hudson Bay nach wie vor intakt ist.

Den neuesten ECMWF-Prognosen zufolge bleiben die Temperaturen in 500 hPa bis Mitte April bei etwa -45 °C und steigen erst allmählich auf -40 °C.

Das ist hoch winterliche Luft, die bis weit in den Frühling hinein anhält.

Das Ergebnis ist eine fragmentierte, von Kaltluft geprägte Wetterlage über den 48 kontinentalen Bundesstaaten – kein landesweites arktisches Muster, sondern gezielte, wechselnde Kaltluftvorstöße, die mit der Zirkulation zusammenhängen und vor allem den Norden und Osten betreffen, während es im Süden wärmer wird.

Mehrere „Alberta Clippers“ ziehen diese Woche über den Mittleren Westen, die Region der Großen Seen und den Nordosten hinweg. Innerhalb eines Zeitraums von sechs Tagen werden mindestens drei Systeme erwartet, die jeweils die kalte kanadische Luft anzapfen und für leichte Schneefälle sorgen – sogar bis Mitte April.

Über den Großen Seen und im Nordosten fällt bereits Schnee, und bis Mitte der Woche werden weitere Schneeschauer erwartet.

Obwohl lokal begrenzt, wird sich diese Wetterlage als hartnäckig erweisen.

Für rund 74 Millionen Amerikaner werden Tiefsttemperaturen unter dem Gefrierpunkt vorhergesagt, vor allem im nördlichen Teil des Landes, mit Werten bis -18°C im Norden von Minnesota [= die 0-Grad-Marke Fahrenheit. A. d. Übers.]. Insgesamt in den USA liegen die Temperaturen nur leicht unter dem Durchschnitt, doch regional bleibt die Kälte dort, wo sie sich festsetzt, weiterhin ausgeprägt.

Die gleiche Wetterlage schränkt Unwetter ein. Kalte, trockene Luft im Norden und Osten unterdrückt die Konvektion, während die wärmeren südlichen Regionen von dieser Energie weitgehend abgeschirmt bleiben – vorerst.

Link: https://electroverse.substack.com/p/capracotta-buried-by-2m-of-april?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 8. April 2026:

Nordindien, Himalaya: Verbreiteter April-Schnee

Schnee im April ist im Himalaya nichts Ungewöhnliches. Ungewöhnlich ist jedoch das Ausmaß dieses jüngsten Schneefalls.

Der Schnee fällt gleichzeitig in mehreren Bezirken von Himachal Pradesh, von den hochgelegenen Gebieten in der Nähe des Atal-Tunnels bis hinunter in den oberen Teil des Shimla-Gebiets, darunter Narkanda, Kotkhai und Baghi.

Es handelt sich um ein Wetterphänomen, das mehrere Höhenlagen gleichzeitig betrifft.

Aufeinanderfolgende westliche Wettersysteme sorgen für anhaltende Niederschläge. In höheren Lagen fällt stetiger Schnee, was die Lawinengefahr erhöht, während auch in mittleren Höhenlagen Schneeverwehungen gemeldet werden.

Im April wird Schnee in Höhenlagen ab 2.500 m erwartet. Schnee in tiefer gelegenen Obstbaugebieten ist seltener, insbesondere mit Schneeverwehungen. Aufnahmen aus Kotkhai zeigen, wie nasser Schnee sich auf Hagelschutznetzen ansammelt.

Berichte bestätigen Auswirkungen in Shimla, Kullu, Kangra und Mandi.

Der Winter hat sich noch nicht vollständig in die höheren Lagen zurückgezogen. Dieses Wetterphänomen hat den Bergen wieder kältere Bedingungen verschafft. Eine echte Entspannung ist nicht in Sicht – zumindest nicht in dieser Woche.

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Bering-See: Meereis hält sich in ungewöhnlich winterlichem Ausmaß

Das Eis in der Beringsee breitete sich in diesem Winter ungewöhnlich weit nach Süden aus, erreichte seine größte Ausdehnung seit mindestens 2013 und erreichte Gebiete, in denen es in den letzten Jahren kaum oder gar kein Eis gab.

Das Eis erstreckte sich über die Bristol Bay, entlang der Alaska-Halbinsel und bis hin zu Cold Bay, Unimak Island und den Pribilof-Inseln. An einigen Stellen waren Fischer gezwungen, durch Eisfelder zu navigieren.

Dies war auf ein anhaltendes Hochdruckgebiet über der Beringsee zurückzuführen, das lokal kalte Luft einschloss und so die Eisbildung begünstigte. Gleichzeitig lenkte es Stürme und mildere Südwinde in die Ochotskische See und begrenzte dort die Eisbildung.

Während sich in der Beringsee Eis bildete, hatten andere Regionen Mühe, überhaupt Eis zu bilden.

Dies verdeutlicht einen wichtigen Punkt, der in allgemeinen Zusammenfassungen der polaren Bedingungen oft übersehen wird. Meereis ist nicht nur eine Funktion der Temperatur. Es wird stark von Windrichtung, Drucksystemen und Meeresströmungen beeinflusst. Ändert sich die Zirkulation, reagiert das Eis schnell – es wächst in einer Region, während es sich in einer anderen zurückzieht.

All dies hat reale Auswirkungen. Die Ausdehnung beeinträchtigte den Fischfang, da Schiffe im südöstlichen Teil der Beringsee Mühe hatten, sich durch das Eis zu navigieren. Auch maritime Ökosysteme sind betroffen, da Meereis die Wassertemperaturen verändert und Arten wie den Pazifischen Kabeljau in andere Gebiete drängt.

Link: https://electroverse.substack.com/p/widespread-april-snow-hits-himachal?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 9. April 2026:

USA: Frühlingssturm bringt erhebliche Schneemengen in der Sierra Nevada

Ein spätwinterlicher Schneesturm zieht in die Sierra Nevada und bringt den dringend benötigten starken Schneefall mit sich.

Zunächst bleibt die Schneefallgrenze bis Freitag hoch, was die ersten Schneemengen begrenzt. Am Samstag folgt dann jedoch deutlich kältere Luft mit einem Absinken der Schneefallgrenze bis auf Seehöhe.

Auf Seehöhe werden mehrere Zentimeter erwartet, in höheren Lagen sollen bis Sonntag bis zu 61 cm fallen. Auf den höchsten Gipfeln könnten die Werte noch weit darüber liegen.

Für Höhenlagen über 1.370 Metern gilt von Freitag 17 Uhr bis Sonntag 22 Uhr eine Wintersturmwarnung. „Reisen in den Bergen könnten sehr schwierig bis unmöglich sein“, warnt der NWS.

Und schon bald könnte noch mehr kommen.

Frühe Vorhersagen deuten auf unterdurchschnittliche Temperaturen und anhaltende Niederschläge bis in die letzte Aprilwoche hin mit der Möglichkeit weiterer Schneefälle.

In der Sierra gibt es in diesem Jahr bnislang ein Defizit. Aber der Winter ist noch nicht vorbei.

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Kanada versinkt im Schnee

Während der Westen der USA in dieser Saison etwas zu kämpfen hatte, liegen weite Teile Kanadas unter einer dicken Schneedecke.

Im Westen hat das Banff Sunshine Village die 800-cm-Marke überschritten, begünstigt durch einen März mit 208 cm Neuschnee, der eher an den Hochwinter als an den Frühling erinnerte.

Das nahegelegene Skigebiet Lake Louise startete bereits im Dezember mit 282 cm in die Saison – es war der schneereichste Dezember seit 1970.

Die Messstationen in den Quellgebieten von Alberta liegen für Anfang April nahe dem oberen Ende ihrer historischen Bandbreite, was zeigt, dass es sich nicht nur um die Gesamtwerte der Skigebiete handelte – das gesamte Gebirgssystem verzeichnete eine beträchtliche Schneehöhe.

Das Bild wiederholt sich im Osten.

St. John’s hat nun die 500-cm-Marke für diese Saison überschritten und erreicht diese Schwelle damit erst zum siebten Mal seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1942. Allein im Februar fielen 178,2 cm – ein Rekordmonat in Sachen Schneefall. Tatsächlich war es in ganz Neufundland sehr schneereich, wobei mehrere Messstationen Werte weit über dem Normalwert verzeichneten.

Ontario folgte. Sault Ste. Marie überschritt Anfang April die 550-cm-Marke, womit dieser Winter wenige Wochen vor Saisonende in greifbarer Nähe seines saisonalen Allzeit-Schneefallrekords liegt.

Quebec too. Le Valinouët cleared 500 cm (197 in) before February had even ended.

Eine außergewöhnlich kalte Wintersaison sorgte dafür. Der März war wirklich ungewöhnlich. Bereits im Dezember sank die Temperatur in Braeburn auf -55,7 °C – die niedrigste in Kanada seit 1999 gemessene Temperatur.

In den Rocky Mountains bildete sich durch wiederholte Pazifikstürme eine dicke Schneedecke. In Neufundland und im Osten Kanadas türmte sich der Schnee durch anhaltende Atlantikstürme auf. Ontario schloss die Lücke mit Neuschnee durch den Seeeffekt.

Insgesamt überschritten mehrere Orte die 500-cm-Marke, Rekorde fielen – und es ist noch nicht vorbei.

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Nordindien: Weiter starke Kälte – Rekorden fallen

Eine für den April ungewöhnliche Kältewelle hält Nordindien weiterhin im Griff, wodurch die Temperaturen deutlich unter den Normalwerten liegen und an zahlreichen Messstationen langjährige Rekorde gebrochen wurden.

Die Tageshöchsttemperaturen liegen in der gesamten Region 7 °C bis 15 °C unter dem Durchschnitt, was auf die anhaltende Bewölkung im Zusammenhang mit aktiven Weststörungen zurückzuführen ist. Dies steht im Gegensatz zu der für Anfang April typischen Hitze.

In Delhi verzeichnete die Wetterstation Palam am 9. April eine Tiefsttemperatur von 14,6 °C – die niedrigste April-Tiefsttemperatur seit mindestens 2010.

Weiter nördlich nimmt die Kälte in den Hügeln zu.

In Shimla sank die Temperatur auf 3,6 °C, den niedrigsten Wert im April seit mindestens 23 Jahren, während Mukteshwar auf 1,4 °C fiel – den tiefsten Wert im April seit 2009.

Eine große Reihe von Messstationen im Himalaya und im Vorgebirge des Himalaya meldete ähnlich niedrige Tiefstwerte, wobei die Temperaturen für diesen Monat auf einem historischen Tiefstand lagen.

Auch die Tageswerte sind stellenweise stark eingebrochen.

In Tehri wurden am Donnerstag nur 8 °C gemessen, rund 17 °C unter dem Normalwert. In Mukteshwar wurden nur 6,2 °C erreicht, etwa 16 °C unter dem Durchschnitt. Das sind Höchstwerte wie mitten im Winter, die im April auftreten.

In höheren Lagen war es kalt genug, um frischen, weit verbreiteten Schneefall zu verursachen.

Dies ist weder von kurzer Dauer noch ein Einzelfall. Und Indien ist kein kleines Land – die Kälte hat sich von den Ebenen bis in die Hügel ausgebreitet, wobei ein Großteil des 3,3 Millionen km² großen Landes Temperaturen weit unter dem Durchschnitt ausgesetzt ist:

Link: https://electroverse.substack.com/p/spring-storm-brings-snow-boost-to?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 10. April 2026:

Kanada: Polarwirbel hält den Winter fest

Es ist Mitte April, und Kanada befindet sich nach wie vor in tiefstem Winter.

Der troposphärische Polarwirbel ist weiterhin intakt und weist eine Stärke wie im Hochwinter auf.

Anstatt sich mit Beginn des Frühlings abzuschwächen, hält er eine starke Zirkulation über der Hudson Bay aufrecht, wodurch die Region vereist bleibt und weiterhin arktische Luft nach Süden getrieben wird.

Die Vorhersagen für die nächsten 10 Tage zeigen wiederholte Kälteeinbrüche in Zentral- und Ostkanada.

In der Höhe ist die Kälte für diese Jahreszeit ungewöhnlich tiefgreifend. Modelle zeigen 500-mb-Temperaturen von fast -48 °C noch bis zum 17. April – Werte, die eher für Januar als für Mitte April typisch sind.

Diese Kälte in der Höhe hält die Bedingungen an der Oberfläche aufrecht. Die Hudson Bay bleibt eisbedeckt, ohne dass eine nennenswerte Schneeschmelze in Gang kommt. Anstatt sich zurückzuziehen, wird die Kaltluftmasse immer wieder verstärkt.

Was den Schnee betrifft, so sehen die nächsten zwei Wochen sehr aktiv aus.

Anzeichen für Frühlingsschneefall verstärken sich nicht nur in ganz Kanada, sondern auch im Westen der USA, wobei die Schneemengen bis in die letzte Aprilwoche (und möglicherweise bis in den Mai) hinein anhalten.

Der Frühling versucht vorzudringen. Die Atmosphäre will davon jedoch nichts wissen.

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Nordindien: Aprilschnee trifft Himachals Apfelanbaugebiet zum ungünstigsten Zeitpunkt

Himachal Pradesh wurde gerade zum Höhepunkt der Blütezeit von Apfelbäumen von starken, großflächigen Schneefällen heimgesucht, die den Apfelanbaugebiet des Bundesstaates genau zu dem Zeitpunkt trafen, als in den Obstgärten der Fruchtansatz einsetzte.

Im gesamten Gebiet von Upper Shimla – einschließlich Narkanda und Kotkhai – melden die Obstbauern weitreichende Schäden. Blüten wurden abgeknickt, Äste abgebrochen und Hagelschutznetze sind unter der Last des nassen Schnees zusammengebrochen.

Zu dieser Jahreszeit befinden sich Apfelbäume in ihrer empfindlichsten Phase. Schnee schädigt nicht nur die sich öffnenden Blüten, sondern beeinträchtigt auch die Bestäubung. Es ist nun mit einem drastischen Rückgang der Erträge zu rechnen.

Aus mehreren Distrikten, von Kufri und der Region um den Atal-Tunnel bis hin zu Lahaul-Spiti, Kinnaur, Chamba, Kangra und Kullu, wurde Schneefall gemeldet. Starker Regen und Hagel begleiteten das Ereignis und weiteten die Auswirkungen weit über die höheren Lagen hinaus aus.

Rund 75 Straßen wurden gesperrt, darunter wichtige Autobahnen, und es kam zu Stromausfällen, als Hunderte Transformatoren außer Betrieb gesetzt wurden.

Auch die Temperaturen sind stark gesunken. Die Tageshöchstwerte fielen um 12 bis 17 °C, wodurch die Bedingungen wieder winterlich wurden. Auch die Tiefstwerte lagen unter dem Normalwert, was den durch den Schnee bereits verursachten Stress für die Pflanzen noch verstärkte.

Die Warnungen bleiben bestehen, und es sind weitere Stürme möglich, bevor sich die Lage nach Mitte April entspannt.

Für die Obstbauern ist der Schaden bereits angerichtet. Die nun verlorenen Blüten lassen sich nicht mehr ersetzen. Der Fruchtansatz wurde beeinträchtigt. In einer Region, die stark vom Apfelanbau abhängig ist, wird dieser Kälteeinbruch in der späten Saison in den kommenden Monaten wahrscheinlich zu erheblichen finanziellen Verlusten führen.

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Wird fortgesetzt mit Kältereport Nr. 16 / 2026

Redaktionsschluss für diesen Report: 10. April 2026

Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Ist Europa in Klima-Fragen (usw.) eher ein Hemmschuh für die USA als ein Verbündeter?

Joe Bastardi

Die Antwort: es scheint eher ein Anker zu sein, der unseren Fortschritt bremst. Und natürlich könnte man auch in anderen Bereichen außerhalb des Klimas denken, dass sie eher ein Anker als ein Verbündeter sind.

Angenommen, wir sind ein „Verbündeter“, muss man sich fragen, wie lange wir mit Leuten verbündet sein können, die Narren sind und durch ihre Klimapolitik Selbstmord begehen. (Auch hier könnte man meinen, dass dies nur eine von vielen anderen politischen Maßnahmen ist, die zu ihrem Untergang führen.)

[Hervorhebung vom Übersetzer. So einfach kann man das ausdrücken!]

Aber ich werde mich kurz fassen.

Die Heizperiode in Europa ist fast vorbei.

Schauen Sie sich an, wo Europas Erdgasspeicher heute stehen:

Das ist kaum zu glauben. In den Niederlanden und in Schweden liegt der Wert unter 10 %. Fast überall liegt er unter 50 %. Polen, wo der Winter eigentlich recht kalt war, weist einen höheren Wert auf als Gebiete, in denen der Winter mild war. Das stimmt, in weiten Teilen Europas war die Heizgradtag-Saison mild.

Der Winter in Frankreich war milder als normal, und die Zahlen sind auf 21 % gesunken.

Was wäre passiert, wenn wir einen Winter wie 2017–2018 gehabt hätten?

Oder die aufeinanderfolgenden Winter 2009–2010 und 2010–2011?

Hier ist ein Warnschuss angesichts des bevorstehenden starken El Niño. Das ist der Winter 1986–1987, der von einem ziemlich starken El Niño geprägt war:

Wenn uns also schon ein milder Winter an den Rand des Abgrunds gebracht hat, was wäre dann passiert, wenn es kalt gewesen wäre?

Dies entlarvt den Wahnsinn der europäischen Klimapolitik. Ich werde nicht jede einzelne dieser abwegigen Maßnahmen aufzählen, aber man muss schon völlig blind dafür sein, wozu das Wetter wirklich fähig ist, um solche Maßnahmen zu beschließen.

In gewisser Weise ähnelt dies der Art und Weise, wie die theokratischen Machthaber im Iran ihre Bevölkerung als Geiseln ihrer Ideologie halten. Jeden Winter werden die Europäer vom Wetter in Geiselhaft genommen – es sei denn, sie ändern ihren Kurs und hören auf, diesen vorgetäuschten Klimakrieg zu führen –, weil ihre Politiker den vom Menschen verursachten Klimawandel in etwas verwandelt haben, das einer Religion ähnelt. Es sind die Menschen, die darunter leiden werden, und ich glaube nicht, dass es ihren Politikern etwas ausmacht.

Aber wie kommt es dann, dass sie immer wieder gewählt werden? (Im Iran ist das offensichtlich nicht der Fall.) Die Öffentlichkeit wurde einer Gehirnwäsche unterzogen.

Dieser Winter sollte jedem vernünftigen Menschen als Weckruf dienen, dem die Weiterentwicklung seiner Gesellschaft am Herzen liegt. Schauen Sie sich noch einmal Polen an: Seine Politiker sind nicht die Narren, die so viele andere Länder zu regieren scheinen. In Polen ist von Natur aus kälter als Frankreich, und das Land erlebte einen kälteren Winter. Dennoch waren die Erdgasvorräte am Ende mehr als doppelt so hoch wie in Frankreich.

Es ist nur eine Frage der Zeit. Die wahre Katastrophe ist nicht das Klima selbst – es ist die Klimapolitik. Und das einzige vom Menschen verursachte Problem hier geht auf eine Gruppe von Spinnern zurück, die glauben, sie könnten das Wetter und das Klima kontrollieren.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Anmerkungen und Randbemerkungen:

Ich kenne den Grund nicht, obwohl ich versucht habe, Antworten zu finden, aber das Physical Science Lab führt keine Reanalysen mehr durch.

Hinweis zu den Daten: Die Produktion der NCEP/NCAR-Reanalyse 1 wurde eingestellt, das letzte Datum ist der 17. März 2025.

Ich befürchte, dass dies auf Budgetkürzungen zurückzuführen ist, und wenn dem so ist, ist das ein Teil dessen, was mir Sorge bereitet: dass wertvolle Daten und Forschungsquellen zu Kollateralschäden bei den Bemühungen werden, dem Klimawahn ein Ende zu setzen, von dem die NOAA besessen ist. Was möglicherweise passiert ist – und das weiß ich als Tatsache von Leuten aus der Forschung – ist, dass statt eines präzisen chirurgischen Instruments ein stumpfer Hammer geschwungen wurde. Der Grund für die Kürzungen war die Klimabesessenheit der NOAA, aber das Pendel, das dies korrigieren sollte, ist möglicherweise zu weit in die andere Richtung ausgeschlagen.

Eine wichtige Website, die ich nutze, um Muster zu analysieren und den Klimawahnsinn zu bekämpfen, wurde geschlossen. Ich hoffe, dass ich, falls ich bei der bevorstehenden CFACT/Heartland-Klimakonferenz auf einige hochrangige Vertreter der Regierung treffe, sie darauf aufmerksam machen und ihnen erklären kann, wie wertvoll diese Website ist.

Zu ihrer Rechtfertigung wurde mir diese Website geschickt:

https://nomads.ncep.noaa.gov/pub/data/nccf/com/cdas/

Und das habe ich nach dem Anklicken bekommen:

Forbidden

Sie haben keine Berechtigung, auf diese Ressource zuzugreifen.

Wenn man nicht jeden Tag das Wetter auf globaler Ebene vorhersagt – vor allem, wenn man wie ich die Nase voll hat vom Klimawahnsinn –, kann man meiner Meinung nach nicht wirklich erkennen, was wertvoll ist und was nicht. Da CFACT mir freundlicherweise eine Plattform bietet, wollte ich den Menschen zeigen, dass ein wertvolles Instrument zur Bekämpfung des Klimawahnsinns abgeschaltet wurde (und nicht mehr aktualisiert wird). Ich vermute, die Absicht war gut, aber das Ergebnis ist es nicht.

Link: https://www.cfact.org/2026/04/04/when-it-comes-to-climate-etc-is-europe-more-anchor-to-the-u-s-than-ally/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Daten-Zentren, heiße Luft und die Neugestaltung des städtischen Wärmeinsel-Effektes

Anthony Watts

Wenn Sie die rasante Ausweitung der KI-Infrastruktur verfolgt haben, sind Ihnen wahrscheinlich die jüngsten Behauptungen aufgefallen, wonach Rechenzentren mittlerweile eigene „Wärmeinseln“ erzeugen, die groß genug sind, um Hunderte Millionen Menschen zu betreffen. Diese Darstellung stammt aus einem aktuellen Arbeitspapier, das von Fortune in dem Artikel [Titel übersetzt] „Rechenzentren sind so heiß, dass ihr ‚Wärmeinseleffekt‘ die Temperaturen in einer Entfernung bis 10 km erhöht“ schnell aufgegriffen und verstärkt wurde. Darin werden die Ergebnisse so präsentiert, dass sie auf einen neuen und potenziell bedeutenden Umweltfaktor hindeuten, der aus der digitalen Wirtschaft hervorgeht.

Dem Artikel zufolge untersuchten Forscher weltweit mehr als 6.000 Rechenzentren und stellten fest, dass die durchschnittliche Bodentemperatur in den umliegenden Gebieten im Zeitraum von 2004 bis 2024 um etwa 2 °C gestiegen ist, wobei an einigen Standorten sogar Anstiege bis 9 °C verzeichnet worden sind. Der gemeldete Einfluss erstreckt sich etwa 10 km von den Anlagen nach außen, und in Kombination mit Bevölkerungskarten schätzen die Autoren, dass bis zu 343 Millionen Menschen betroffen sein könnten. Das sind große Zahlen, und ohne Kontext vermitteln sie den Eindruck eines weitreichenden und wachsenden Klimasignals, das direkt mit der KI-Infrastruktur verbunden ist.

Die zugrunde liegende Studie zeichnet jedoch ein differenzierteres Bild. Die wichtigste analysierte Variable ist nicht die Lufttemperatur im meteorologischen Sinne, sondern die aus Satellitenbeobachtungen abgeleitete Landtemperatur. Dieser Unterschied ist von Bedeutung, da die Landtemperatur äußerst empfindlich auf lokale Merkmale reagiert. Ersetzt man Vegetation durch Gebäude, Straßenbelag und Industrieanlagen, steigt die gemessene Temperatur, unabhängig davon, ob sich die zugrunde liegenden atmosphärischen Bedingungen wesentlich verändert haben.

Die Autoren versuchen, diesem Problem zu begegnen, indem sie sich auf Rechenzentren außerhalb dicht besiedelter städtischer Gebiete konzentrieren, vermutlich um den Einfluss der Anlagen selbst herauszurechnen. Sie verwenden MODIS-Daten der NASA mit einer Auflösung von etwa 500 Metern, aggregieren diese über einen bestimmten Zeitraum und berechnen die Temperaturunterschiede vor und nach der Inbetriebnahme an jedem Standort. Das Ergebnis ist das, was sie als „Daten-Heat-Island-Effekt“ bezeichnen, der durch einen durchschnittlichen Anstieg von etwa 2,07 °C auf Standortebene gekennzeichnet ist, wobei die Spanne von etwa 0,3 °C bis über 9 °C reicht.

Was sofort auffällt ist, dass das Ausmaß des berichteten Effekts mit bekannten Signalen für Landnutzungsänderungen übereinstimmt. In der Veröffentlichung selbst wird angemerkt, dass klassische städtische Wärmeinseleffekte typischerweise im Bereich von 4 bis 6 °C liegen, bedingt durch Faktoren wie reduzierte Vegetation, veränderte Albedo und konzentrierte menschliche Aktivitäten. In diesem Zusammenhang erscheint das beobachtete Signal rund um Rechenzentren weniger als ein neuartiges Phänomen, sondern eher als Teil der gleichen breiteren Kategorie von Landtransformationseffekten, die seit Jahrzehnten untersucht werden.

Die räumliche Analyse untermauert diese Interpretation. Die Studie zeigt, dass das Temperatursignal mit zunehmender Entfernung abnimmt, wobei es innerhalb von etwa 7 Kilometern auf rund 30 Prozent seines Höchstwerts sinkt und bei Entfernungen von etwa 4,5 Kilometern auf etwa 1 °C zurückgeht. Dieser Gradient lässt eher auf lokale Oberflächeneffekte als auf einen großräumigen atmosphärischen Einfluss schließen. Mit anderen Worten: Das beobachtete Phänomen verhält sich genau wie ein lokales Muster der Wärmespeicherung und -abgabe, das mit der physischen Spurenfläche der Infrastruktur zusammenhängt.

Hinzu kommt die Frage der Zuordnung, die, wie die Autoren selbst einräumen, mit großen Unsicherheiten behaftet ist. Selbst nach Ausschluss dicht besiedelter städtischer Gebiete ist es schwierig, Rechenzentren vollständig von anderen Aktivitäten in der Umgebung zu trennen, darunter industrielle Entwicklung, Verkehrsinfrastruktur und allgemeine Veränderungen der Landnutzung. Satellitengestützte Temperaturmessungen berücksichtigen all diese Einflüsse, was es schwierig macht, Kausalzusammenhänge mit hoher Sicherheit zuzuordnen.

Ein weiterer erwähnenswerter Punkt ist, dass sich die Studie auf den Zeitraum nach dem Bau und Betrieb der Anlagen konzentriert, der Bau selbst jedoch ein wesentlicher Treiber für Veränderungen der Landoberfläche ist. Die Rodung von Flächen, die Veränderung der Bodenbeschaffenheit und die Errichtung großflächiger Bauwerke verändern die thermischen Eigenschaften der Oberfläche. Einige in dem Fortune-Artikel zitierte Kritiker weisen darauf hin, dass ein erheblicher Teil des beobachteten Temperaturanstiegs lediglich diesen Übergang von natürlicher oder naturnaher Bodenbedeckung zu bebauter Umgebung reflektieren könnte.

Der Artikel wagt zudem weiter reichende Aussagen zu gesellschaftlichen Auswirkungen und legt nahe, dass der Daten-Wärmeinseleffekt das Sozialwesen, das Gesundheitswesen und die Energiesysteme beeinflussen könnte, wobei Parallelen zu städtischen Wärmeinseln gezogen werden. Das ist zwar im Allgemeinen plausibel, beruht jedoch auf der Annahme, dass sich die gemessenen Veränderungen der Landtemperatur direkt in spürbaren Auswirkungen auf die menschliche Umwelt niederschlagen. Dieser Zusammenhang wird in der Studie nicht nachgewiesen und bleibt eine offene Frage.

Das soll keineswegs bedeuten, dass Rechenzentren thermodynamisch unbedeutend sind. Sie verbrauchen große Mengen an Energie, erzeugen Abwärme und erfordern umfangreiche Kühlsysteme. Der Fortune-Artikel hebt hervor, dass manche Anlagen Strom in der Größenordnung von einem Gigawatt verbrauchen und mit erheblichem Wasserverbrauch sowie Lärmbelästigung verbunden sind. Dies sind reale technische und infrastrukturelle Überlegungen, insbesondere auf lokaler Ebene.

Doch der Übergang von diesen praktischen Gegebenheiten zu Behauptungen über weit verbreitete klimarelevante Wärmeinseln erfordert einen sorgfältigen Umgang mit Definitionen und Messungen. Die Oberflächentemperatur des Bodens ist nicht dasselbe wie die Lufttemperatur, lokale Wärmespeicherung ist nicht dasselbe wie regionale Klimabeeinflussung, und eine Korrelation mit den Standorten von Anlagen begründet keinen Kausalzusammenhang, solange Störfaktoren nicht ausgeschlossen sind.

Letztendlich scheint diese Studie ein bekanntes Phänomen unter einem neuen Begriff zu dokumentieren. Wenn man große, energieintensive Anlagen auf zuvor unbebautem Land errichtet, verändert man die thermischen Eigenschaften dieses Landes. Satelliten erfassen diese Veränderung. Es als „Daten-Wärmeinsel“ zu bezeichnen, mag eine nützliche Kurzformel sein, macht es jedoch nicht zu einer neuen Kategorie von Klimafaktoren.

Mit der sich weiter ausbreitenden KI-Infrastruktur wird es zweifellos mehr Studien geben, die versuchen, ihren ökologischen Fußabdruck zu quantifizieren. Die Herausforderung wird darin bestehen, messbare lokale Auswirkungen von pauschaleren Behauptungen zu unterscheiden, die weit über das hinausgehen, was die Daten belegen können. Diese Unterscheidung geht oft unter, sobald die Schlagzeilen die Oberhand gewinnen, doch sie bleibt von zentraler Bedeutung, wenn es darum geht zu verstehen, was tatsächlich geschieht, anstatt sich auf die reißerischsten Geschichten zu konzentrieren.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/04/04/data-centers-hot-air-and-the-reinvention-of-the-urban-heat-island/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Warum Wettervorhersage-Modelle richtig gut geworden sind – Klimavorhersage-Modelle aber nicht

Paul Homewood, NOT A LOT OF PEOPLE KNOW THAT

Großartiges Video von Peter Ridd:

 

Hier das mit KI formatierte Transskript:

Computermodelle zur Vorhersage von Wetter und Klima ähneln sich eigentlich ziemlich stark. Sie basieren auf grundlegenden physikalischen Prinzipien – den Bewegungsgesetzen, Newton’schen Bewegungsgesetzen, Thermodynamik, Strahlungstransport – und benötigen einen sehr leistungsstarken Computer.

Und der Wettermann bekommt oft viel Kritik für Vorhersagen, die nicht immer zutreffen. Das ist meiner Meinung nach sehr unfair, denn die Modelle sind eigentlich hervorragend, und es besteht kein Zweifel daran, dass sie sich in den letzten Jahrzehnten enorm verbessert haben.

[Siehe hierzu meine Anmerkung am Ende. A. d. Übers.]

Aber Klimamodelle? Nicht so sehr.

Nun lebe ich in einer Gegend, in der wir jedes Jahr ein paar Zyklone meistern müssen, und ich finde es unglaublich, wie gut zum Beispiel der Wetterdienst die zukünftigen Zugbahnen dieser Zyklone vorhersagt. Beim tropischen Zyklon Narelle haben sie zum Beispiel hervorragende Arbeit geleistet. Sie sagten voraus, er würde über die Kap-York-Halbinsel hinweg ins Northern Territory ziehen. Und genau das ist auch passiert. Ich erinnere mich an eine Zeit, als diese Vorhersagen so gut wie nutzlos waren – wenn es einen Zyklon im Korallenmeer gab, lauteten die Vorhersagen im Grunde genommen, dass er überall hinziehen könnte.

Schauen wir uns also einmal an, warum die Wettervorhersagen in den letzten Jahrzehnten so viel besser geworden sind. Es gibt vier Gründe, und wir werden uns nur auf einen konzentrieren.

Erstens haben wir die physikalischen Vorgänge in der Atmosphäre besser im Griff. Es ist nicht viel besser, und eigentlich ist es auch keine große Sache. Der zweite Punkt ist, dass wir viel leistungsfähigere Computer haben, und das macht einen Unterschied. Der dritte Grund, und der wird jetzt langsam wichtig ist, dass wir heute riesige Datenmengen aus der jüngeren Vergangenheit haben und fortschrittliche statistische Verfahren nutzen können – KI, wenn man so will –, um die Vorhersagen zu unterstützen. Genauso wie ChatGPT auf alles trainiert wird, was jemals im Internet geschrieben worden ist, um eine Antwort auf eine Frage zu geben, die einigermaßen plausibel klingt, lässt sich das Gleiche auch beim Wetter tun. Man nutzt die Daten aus der Vergangenheit, um herauszufinden, was passieren würde, wenn die Bedingungen damals mehr oder weniger denen von heute ähnelten.

Der vierte Grund ist jedoch sehr, sehr wichtig, und darauf werden wir uns heute konzentrieren. Und es ist etwas, das nicht allgemein bekannt ist: Wir können die Atmosphäre mittlerweile viel genauer messen, manchmal sogar auf überraschende Weise.

Es hat sich herausgestellt, dass es für eine Wettervorhersage für morgen sehr hilfreich ist, wenn man – überall – genau weiß, wie das Wetter heute ist.

Um das zu verstehen, müssen wir uns nun genauer ansehen, wie Wetter- und Klimamodelle funktionieren, inwiefern sie sich ähneln und worin sie sich unterscheiden.

Die großen physikalischen Berechnungen stützen sich also auf die Gesetze der Thermodynamik – darüber, wie sich Luft ausdehnt, erwärmt, abkühlt und wie sich Wasserdampf bildet – und dafür gibt es jede Menge wirklich schöne mathematische Gleichungen. Einige sind sehr genau. Andere, etwa die zu Wolken, sind eigentlich ziemlich kompliziert – im Grunde nur fundierte Vermutungen. Dann gibt es noch die Physik der gesamten Strahlung: die einfallende Sonnenstrahlung, die Infrarotstrahlung, die vom Boden, von den Wolken und sogar von der Luft selbst ausgeht.

Diese basieren auf einem großen Modell, das Newtons Bewegungsgesetze nutzt – der gute alte Newton –, um zu berechnen, wie sich die Luft bewegt: der Wind, die vertikalen Bewegungen und was diese Luft mit sich führt – die Luftfeuchtigkeit, ihren Impuls, ihre kinetische Energie. Mit Newtons zweitem Gesetz lässt sich berechnen, wie diese Luft beschleunigt. Das ist das A in F = MA – im Grunde genommen, wie sie ihre Geschwindigkeit oder Richtung ändert.

Aber wir müssen die Masse der Luft kennen, und das ist nicht allzu schwer. Wir teilen einfach die gesamte Atmosphäre in viele kleine Abschnitte auf, die jeweils einige Kilometer breit und etwa einen Kilometer hoch sind. Dann müssen wir F kennen, also die Kraft, die auf die Luft wirkt. Viele Faktoren tragen dazu bei: der Luftdruck, die Erdrotation, die Luftdichte. Anschließend berechnen wir die Beschleunigung, also die Änderung der Geschwindigkeit oder Richtung, über einen bestimmten Zeitraum.

Wir können das mit den Berechnungen für ein beschleunigendes Auto vergleichen. Man hat einen Motor, der die Kraft erzeugt, und nehmen wir an, das Auto beschleunigt um 20 km/h pro Sekunde – oder zumindest wird es jede Sekunde um 20 km/h schneller. So können wir berechnen, wie schnell es beispielsweise in fünf Sekunden fahren wird. Fünf mal 20 ist 100 – wir werden 100 km/h schneller fahren als zu Beginn.

Aber hier ist der entscheidende Punkt: Um zu wissen, wie schnell wir in fünf Sekunden fahren werden, muss man wissen, wie schnell man zu Beginn gefahren ist. Wenn wir an der Ampel stillstanden, fahren wir in fünf Sekunden 100 km/h. Wenn wir jedoch bereits 60 km/h fuhren, als wir das Gaspedal durchdrückten, fahren wir nun 60 plus 100 – also 160 km/h – in fünf Sekunden.

Man muss die Anfangsbedingungen kennen, um herauszufinden, wie schnell man am Ende sein wird. Die Anfangsbedingung ist der Fachbegriff aus der Differentialgleichung, auf der das alles basiert, und das gilt auch für das Wetter. Man kann die Windgeschwindigkeit oder -richtung von morgen nicht berechnen, wenn man nicht weiß, wie hoch die Windgeschwindigkeit und -richtung heute sind. Und es geht nicht nur um den Wind – es geht auch um den Luftdruck und die Luftfeuchtigkeit.

Nun, beim Wetter ist es wie bei vielen anderen Systemen auch: Wenn man die Anfangsbedingungen falsch angibt, kann das Endergebnis völlig anders ausfallen, selbst wenn man sich bei der Anfangsbedingung nur um ein winziges bisschen irrt. Diese hier herumrollenden Kugeln beispielsweise starteten aus einer nur ganz leicht unterschiedlichen Position, und nach kurzer Zeit befinden sie sich an einer völlig anderen Stelle. Das ist ein klassisches Beispiel für ein zusammengesetztes Pendel – die beiden Pendel starteten an ganz leicht unterschiedlichen Positionen, aber wenn man die Zeit voranschreitet, sind sie schließlich nicht mehr annähernd an derselben Position. Und genau so ist es auch mit dem Wetter. Wenn man die Anfangsbedingungen falsch einschätzt, kann man in ein, zwei oder drei Wochen unmöglich eine genaue Wettervorhersage haben.

Wie hat sich also unsere Fähigkeit, das Wetter zu messen, so sehr verbessert?

Erstens können Satelliten zwar Wolken erkennen, aber das ist erst der Anfang. Sie können tatsächlich die von der Luft selbst ausgehende Mikrowellen- und Infrarotstrahlung überwachen und messen, um ein Profil der Lufttemperatur und der Luftfeuchtigkeit von der Obergrenze der Atmosphäre bis hinunter zur Erdoberfläche zu erstellen. Zwar wird nach wie vor das alte Verfahren angewendet, bei dem Ballons mit Feuchtigkeits- und Temperatursensoren aufsteigen gelassen werden, doch ist dies nur an wenigen Orten möglich. Wenn das Amt dies also tut, wie Sie auf dieser Karte sehen können, sind es nicht sehr viele Orte, und mitten auf dem Ozean ist dies nicht möglich.

Aber hier ist etwas, das ich sehr interessant fand – eine Messmethode, die wir tatsächlich nutzen können: das GPS-System – das gleiche, das ihr mit eurem Handy nutzt, um euren Standort zu bestimmen. Es stellt sich heraus, dass es zur Überwachung der Luftfeuchtigkeit eingesetzt werden kann. Beim GPS-System werden Signale vom Satelliten zu Bodenstationen gesendet, und anhand der Zeit, die diese Signale benötigen, wird euer Standort ermittelt. Die Laufzeit dieser Signale hängt jedoch von der Luftfeuchtigkeit ab. So lassen sich ziemlich raffinierte Berechnungen anstellen und die Atmosphäre tatsächlich mit dem GPS-Signal untersuchen.

Was Sie hier also gerade sehen, ist nichts Geringeres als eine Revolution in der Art und Weise, wie wir das Wetter messen können. Wenn man das Wetter von heute kennt, kann man viel genauer vorhersagen, wie das Wetter morgen sein wird.

Schauen wir uns nun die Klimamodelle an. In vielerlei Hinsicht ähneln sie sich, aber das Klima ist gewissermaßen ein Durchschnitt der Wetterbedingungen, und diesen Durchschnitt bilden wir oft über einen Zeitraum von beispielsweise 30 Jahren. In einem Wettermodell berechnen wir die Veränderungen des Wetters und addieren oder subtrahieren diese von den heutigen Bedingungen. Bei Klimamodellen versuchen wir, anstatt Veränderungen im Laufe der Zeit zu berechnen, die durchschnittlichen Bedingungen über einen langen Zeitraum zu ermitteln.

Und es ist tatsächlich ziemlich interessant, dass selbst hier die aktuellen Klimamodelle oft von den großen, berühmten Klimamodellen falsch vorhergesagt werden – sie weichen also um bis zu einige Grad voneinander ab. Ich habe dazu ein Video gedreht.

Nun, vielleicht spielt das keine allzu große Rolle, denn was wir wirklich wissen wollen ist, wie sich das Klima verändern wird, wenn man beispielsweise die Kohlendioxidmenge oder einen anderen Parameter verdoppelt. So führen Modellierer oft interessante Simulationen durch, bei denen sie die Sonneneinstrahlung reduzieren oder sogar die Position der Kontinente und Ozeane verändern, um vergangene Klimata zu simulieren.

Das ist also ein wichtiger Unterschied: Wettermodelle berechnen die Wetterveränderung ausgehend vom heutigen Wetter und simulieren so das Wetter für morgen. Klimamodelle gehen in der Regel von einem groben Klimazustand aus und berechnen die Klimaveränderungen, wenn wir einen wichtigen Parameter verändern, wie zum Beispiel die Kohlendioxidkonzentration.

Verdopplung der Klimamodelle – Klimamodelle benötigen keine hochgenauen Messungen des heutigen Klimas, um die Veränderungen zu berechnen, wenn man beispielsweise die Kohlendioxidkonzentration verdoppelt. Wettermodelle hingegen benötigen sehr genaue Messungen des heutigen Wetters, um das Wetter in einer Woche oder einem Tag in der Zukunft zu berechnen.

Das bedeutet also, dass die Wettermodelle massiv von all den zusätzlichen Messungen profitiert haben, die Klimamodelle jedoch nicht – die zusätzlichen Daten, die wir für das heutige Wetter haben, helfen uns nicht dabei, das Wetter in 100 Jahren zu berechnen. Klimamodelle profitieren also nicht von dieser Revolution.

Was ist also die Moral der Geschichte? Man sollte den Wettermann nicht ständig kritisieren. Er leistet tatsächlich unglaublich gute Arbeit. Und dasselbe gilt für all die Techniker, die die Satellitenüberwachungssysteme, die GPS-Systeme und die statistischen Verfahren entwickelt haben – sie haben eine Revolution ausgelöst.

Was nun die Klimamodelle angeht – nun, sind sie tatsächlich besser bei der Vorhersage als eine einfache Überschlagsrechnung? Man kann eine sehr einfache Berechnung durchführen und erhält am Ende eine Zahl, die den Ergebnissen dieser riesigen Supercomputer sehr ähnlich ist. Und sagen die Modelle wirklich eine Katastrophe voraus? Und weisen die Modelle Diskrepanzen untereinander auf – große Diskrepanzen? Und haben wir ein grundlegendes Problem, dass wir erst 2050 oder 2100 sagen können, ob sie richtig oder falsch liegen, wenn es dann vielleicht schon viel zu spät ist, weil wir den Bogen überspannt haben – oder vielleicht erkennen wir, dass sie alle falsch lagen?

Meine Güte, sehen Sie mal auf die Uhr. Das müssen wir an einem anderen Tag machen.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/04/04/why-weather-prediction-got-brilliant-but-not-climate-predictions/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

Anmerkung des Übersetzers: Bei den WETTER-Vorhersagemodellen (72 bis max, 168 Std. im Voraus, danach zeigen sie mehr oder weniger nur noch statistisches Rauschen) muss man unterscheiden zwischen den Basisfeldern und der Modell-eigenen Interpretation. Basisfelder sind die Verteilung von Druck, Feuchtigkeit und Temperatur in allen Schichten der Atmosphäre, so wie von Ridd beschrieben. Die Modell-eigene Interpretation interpretiert dann das Wetter, welches aus der Anordnung dieser Basisfelder folgt, also z. B. Niederschlagsmenge und -zeit, Sonnenscheindauer, Höchst- und Tiefsttemperaturen usw. Nichts Anderes machen auch die sog. „Wetter-Apps“. Die Erfahrung des Prognostikers dazu: Die Simulation der Basisfelder ist für 72 Stunden im Voraus fast perfekt, wie auch der Vergleich verschiedener Modellläufe (GFS, EZMW usw.) zeigt. Die Modell-eigene Interpretation ist es jedoch nicht, und hier kann ein erfahrener Prognostiker durchaus noch Verbesserungen des Modells erreichen. Es kommt nämlich immer wieder vor, dass verschiedene Modelle bei fast identisch simulierten Basisfeldern nach 72 Std. z. B. völlig unterschiedliche Niederschlagsmengen simulieren.

Nichts dergleichen gilt für Klima-Modelle.




Der Skandal um die schottische Wetterstation, die auch sechs Jahrzehnte nach ihrer Schließung noch Temperaturdaten liefert

Chris Morrison, THE DAILY SCEPTIC

Ein weiteres schockierendes Beispiel für jahrzehntelang erfundene Temperaturwerte an nicht existierenden Messstationen des britischen Wetterdienstes (UK Met Office) ist ans Licht gekommen. Die „Station“ Lephinmore befand sich am Oberlauf des Firth of Clyde und kann laut der Met-Office-Datenbank „Standortspezifische Langzeitdurchschnitte“ monatliche Temperaturwerte sowie Niederschlagsmengen bis zurück ins Jahr 1960 liefern. Diese Datenlieferung kann als modernes wissenschaftliches Wunder angesehen werden, da die eigentliche Station fünf Monate vor dem Weltmeistertitel Englands im Jahr 1966 geschlossen worden war.

Wenn das Met Office gebeten wird, weitere und genauere Angaben zu seinen Erfindungstechniken zu machen, lautet die übliche Erklärung, dass Zahlenreihen von „gut korrelierten benachbarten Stationen“ per Computer modelliert werden. Im Fall der ortsspezifischen Station Lephinmore gibt es jedoch gar keine benachbarten Stationen, weder gut korrelierte noch sonstige.

Die drei nächstgelegenen Stationen mit Langzeitaufzeichnungen sind die CIMO-Klasse-4-„Junk“-Station Dunstaffnage in 43 km Entfernung, die Klasse-4-Station Glasgow Bishopton in 47 km Entfernung und der Klasse-4-Flughafenstandort Prestwick Gannet in 72 km Entfernung. Eine Station namens „Bute: Rothesay“ soll 29 km entfernt sein, wurde jedoch vor einiger Zeit geschlossen. Eine neue Station „Bute: Rothesay No 2“ wurde 2012 eröffnet und gehört ebenfalls zum „Junk“-Portfolio der Klasse 4. Die beträchtlichen Entfernungen und der „Junk“-Charakter aller Standorte mit international anerkannten Unsicherheiten bis zu 2 °C scheinen eine gute Korrelation sowohl für eine einzelne „Station“ als auch für eine gefälschte „standortspezifische“ Behauptung auszuschließen.

Um es ganz offen zu sagen: Die Vorstellung, dass ein Flughafenstandort wissenschaftliche Informationen über die voraussichtlichen Temperatur- und Niederschlagsbedingungen an einem 72 km entfernten ländlichen Ort liefern kann, ist geradezu lächerlich. Ein Standort der Klasse 4 ist nicht in der Lage, die tatsächliche Umgebungstemperatur in seiner unmittelbaren Umgebung zu ermitteln, geschweige denn in einer Entfernung von mehreren Dutzend Kilometern.

Genau das wird in der öffentlich zugänglichen Datenbank des Met Office mit den „standortspezifischen Langzeitdurchschnittswerten“ für Lephinmore behauptet. Es stehen zwei Optionen zur Verfügung, um die 30-jährigen monatlichen Durchschnittswerte von 1961–1990 und 1991–2020 zu verfolgen. Wie bereits erwähnt, ist es wahrlich ein Wunder der modernen Meteorologie, dass man aus so großer Entfernung Durchschnittswerte für Höchst- und Tiefsttemperaturen auf ein Hundertstel Grad Celsius genau berechnen kann. Und lokale Niederschlagsmengen auf zwei Dezimalstellen genau. Was für eine Präzision!

Der Bürgerdetektiv Ray Sanders hat im Rahmen seiner forensischen Untersuchung der Unterlagen und Behauptungen des Met Office diesen Fall sowie viele andere „eindeutige Beweise“ aufgedeckt. Außerdem legte er einen Nachweis über die Schließung von Lephinmore am 15. Februar 1966 vor.

Nachdem er sich über ein Jahr lang intensiv mit dem Zustand des Temperaturmessnetzes des Met Office auseinandergesetzt hatte, den von diesem erstellten Statistiken und den Modellen, die Unmengen erfundener Daten liefern, ist Sanders nicht geneigt, Nachsicht zu üben. „Eine alternative Sichtweise auf dieses System der Klimamittelwertbildung ist, dass es sich um reine Fiktion handelt … es ist eine Beleidigung der Intelligenz der Öffentlichkeit und zeugt von einer völligen Missachtung selbst des kleinsten Anflugs wissenschaftlicher Glaubwürdigkeit“, meint er. Es versteht sich von selbst, dass das Met Office einen anderen Standpunkt vertritt und den Untersuchungsbemühungen einer kleinen Gruppe von Menschen vorwirft, sie seien „ein Versuch, jahrzehntelange solide wissenschaftliche Erkenntnisse über den Klimawandel weltweit zu untergraben“. Leider scheint das Met Office in der von „Net Zero“ inspirierten Welt der „gesicherten“ Klimawissenschaft zu leben. Es scheint sich in seliger Unkenntnis darüber zu befinden, dass Wissenschaft in der realen Welt nur dann „solide“ ist, wenn sie einer unerbittlichen und forensischen Prüfung unbeschadet standhält.

Die Datenbank mit den „standortspezifischen Langzeitdurchschnitten“ hieß bis vor kurzem noch „UK Climate Averages“. Sie lud die Öffentlichkeit dazu ein, eine einzelne Wetterstation auszuwählen, um einen 30-Jahres-Durchschnitt für diesen Standort zu erhalten. Sanders deckte jedoch auf, dass mehr als ein Drittel – 103 von 302 – der beworbenen Stationen, komplett mit ihren angeblichen Koordinaten und Höhenangaben, gar nicht existierten. Daraufhin folgte eine hastige Überarbeitung durch das Met Office, in der erklärt wurde, dass die erfundenen Daten von „Standorten“ stammten, die möglicherweise einen Bezug zu Stationen hatten, die einst existierten oder heute tatsächlich existieren – oder auch nicht. Trotzdem erscheinen die Daten, wie das obige Bild für Lephinmore zeigt, weiterhin für eine namentlich genannte „Station“.

Ein anschließender „Faktencheck“ von Science Feedback, der offenbar größtenteils vom Met Office verfasst worden war besagte, dass die Durchschnittsdaten für die stillgelegten Stationen nicht „erfunden“ worden seien, sondern anhand von „gut korrelierten benachbarten Stationen“ geschätzt worden seien. Das ist zwar eine Erklärung für die Erfindungen, doch wie wir am Beispiel von Lephinmore sehen können, wirft das Fehlen von Stationen in der Nähe – ob gut korreliert oder nicht – noch mehr Fragen auf.

Anschließend sorgten „kritische“ Fragen der wenigen Anwesenden im Fall von Lowestoft für Aufruhr. Diese Messstation war eine von nur 37, die Daten für eine separate „historische“ Datenbank lieferten, wurde jedoch 2010 geschlossen. Lowestoft hat keine gut korrelierten Stationen in der Nähe – die nächsten sind über 56 km entfernt –, eine Tatsache, die durch eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz (FOI) von Daily Sceptic bestätigt worden ist. Für Lowestoft behauptete das Met Office daraufhin, dass es keine „gut korrelierten benachbarten Stationen“ verwendet habe, und lieferte eine andere Erklärung: „Wir haben den Rasterwert des nächstgelegenen Rasterpunkts aus unserem britischen Klimadatensatz HADUK-Grid verwendet.“ Doch diese Erklärung scheint den neugierigen – wenn nicht gar zynischen – Ermittler nicht sonderlich weit zu bringen, da das HADUK-Grid Daten von „gut korrelierten benachbarten Stationen“ nutzt, die aus dem Integrated Data Archive System (MIDAS) des Met Office stammen, um Lückendaten für geschlossene Stationen zu modellieren.

Was auch immer vor sich geht, das Met Office hat die erfundenen Daten von Lowestoft aus dem Jahr 2010 entfernt. Gott bewahre, dass jemand glauben könnte, diese Station – als „gut korrelierte Nachbarstation“ zur Datenergänzung oder eben nicht – würde gefälschte Zahlen über Datenbanken mit modellierten Temperaturangaben verbreiten und dabei die „Aufzeichnungen“ verfälschen. Passenderweise wurde damals der öffentlichen Erklärung zur historischen Datenbank eine kurze Anmerkung hinzugefügt, die lautete: „Der Zweck dieser Webseite ist es, eine Auswahl historischer Stationsdaten aus ganz Großbritannien für allgemeines Interesse bereitzustellen. Sie wird nicht für die formelle Klimaüberwachung verwendet.“

Unterdessen kommen Zweifel an einigen der Niederschlagsangaben des Met Office auf, die ausnahmslos dazu dienen, die „Netto-Null“-Fantasie zu propagieren. Die jüngste Behauptung, Worcestershire habe den regenreichsten Februar seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1835 verzeichnet, wurde vom bekannten, langjährigen Klimaskeptiker Paul Homewood nach Informationsfreiheitsanfragen wirksam widerlegt. Er fand in historischen Aufzeichnungen überzeugende Belege dafür, dass in diesem Gebiet im Februar 1923 mehr Regen fiel. „Wird das britische Wetter wirklich feuchter, wie sie behaupten? Oder ist das nur ein Hirngespinst ihrer Computer?“, fragt er.

Chris Morrison is the Daily Sceptic’s Environment Editor. Follow him on X.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/04/03/the-scandal-of-the-scottish-met-office-station-still-providing-temperature-figures-six-decades-after-it-closed/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE