(Anthropogenic?) Global Warming – die Abkühlung beginnt (?)!!!! (Teil 2)

Hans Jankowiak

Im Teil 1 habe ich dargestellt, dass die benutzten Quellen seit 2016 eine fallende Tendenz der durchschnittlichen globalen Temperaturen aufzeigen (Figur 9 ) obwohl die

CO2 Messkurve auf dem Mauna Loa anzeigt: CO2–Gehalt steigt weiterhin !! (Figur 10)

Überraschung?

Wohl kaum, denn auch die NASA meldet sich zu Wort:[9]

On June 12, 2019 NASA announced:

Solar Activity Forecast for Next Decade Favorable for Exploration

“The forecast for the next solar cycle says it will be the weakest of the last 200 years. The maximum of this next cycle – measured in terms of sunspot number, a standard measure of solar activity level – could be 30 to 50% lower than the most recent one. The results show that the next cycle will start in 2020 and reach its maximum in 2025.”

Figur 11 [9]: NASA: Die Sonnenaktivität sinkt

Ein Vergleich mit der Situation um 1800 herum (Figur 12) lässt uns erwarten – Goethe: „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche ….“, denn es war sch…kalt, also schon recht kalt zu jener Zeit.

Figur 12 [9]: Kalte Zeiten stehen uns kurz bevor!

Und noch weniger ist man überrascht,wenn man in der Wissenschaft der Astro-Physiker nachblättert:

1. Prof. Dr. Theodor Landscheidt (1998): (Solar Activity.: A dominant factor in climate dynamics, Absatz 8)

„On this basis, I forecasted, in 1982, that we should expect declining temperatures after 1990 and probably a new Little Ice Age around 2030. In further papers I specified this prediction [58,59,63].I also expected considerably weaker sunspot activity after 1990. The slowly ascending new sunspot cycle, which started in May 1996 *, seems to follow the predicted trend“

*Schwabe-Zyklus 23

Prof. Dr. Theodor Landscheidt (2003): (New Little Ice Age Instead of Global Warming? Absatz 11. Outlook)

„We need not wait until 2030 to see whether the forecast of the next deep Gleissberg minimum is correct. A declining trend in solar activity and global temperature should become manifest long before the deepest point in the development. The current 11-year sunspot cycle 23 with its considerably weaker activity seems to be a first indication of the new ternd, especially as it was predicted on the basis of solar motion cycles two decades ago.“

Und Prof. Dr. Theodor Landscheidt ( † 2004) lag mit seinen auf Berechnungen beruhenden Prognosen mit 95 bis 100% Eintreffen der Ereignisse richtig

  • Ende der Dürre in der Sahelzone für 1985
  • Überschwemmung in der Po-Ebene in Italien für 2001
  • Dürre-Perioden in Western Amerika für 1999
  • die letzten El Niño, La Niña
  • die Abnahme der Aktivität der Sonnenflecken nach 1990 schon in den

Jahren 1986/87 [10]

2. Dr. Valentina Zharkova (2020): („Modern Grand Solar Minimum will lead to terrestrial cooling“) [11]

Conclusions

(Absatz verkürzt)

During these grand solar minima, there is a significant reduction of solar magnetic field and solar irradiance, which impose the reduction of terrestrial temperatures derived for these periods from the analysis of terrestrial biomass during the past 12,000 or more years. The most recent grand solar minimum occurred during Maunder Minimum (1645–1710), which led to reduction of solar irradiance by 0.22% from the modern one and a decrease of the average terrestrial temperature by 1.0–1.5°C.

This discovery of double dynamo action in the Sun brought us a timely warning about the upcoming grand solar minimum 1, when solar magnetic field and its magnetic activity will be reduced by 70%. This period has started in the Sun in 2020 and will last until 2053. During this modern grand minimum, one would expect to see a reduction of the average terrestrial temperature by up to 1.0°C, especially, during the periods of solar minima between the cycles 25–26 and 26–27, e.g. in the decade 2031–2043.

The reduction of a terrestrial temperature during the next 30 years can have important implications for different parts of the planet on growing vegetation, agriculture, food supplies, and heating needs in both Northern and Southern hemispheres. This global cooling during the upcoming grand solar minimum 1 (2020–2053) can offset for three decades any signs of global warming and would require inter-government efforts to tackle problems with heat and food supplies for the whole population of the Earth.“ (Hervorhebungen durch Verfasser)

Und Frau Dr. Valentina Zharkova hat dieses bereits 2015 voraus gedeutet!

3. Dr. Nils-Axel Mörner (2009): (Solar Minima, Earth`s Rotation and Little Ice Ages in the past and in the future“, Abstract) [12]

„At around 2040-2050 we will be in a new major Solar Minimum. It is to be expected that we will than have a new „Little Ice Age“ over the Arctic and NW Europe.“

Und der Vergleich mit historischen Verläufen des Golfstromes zeigt (siehe Figur 13 unten):

Figur 13 [12]: Der Golfstrom wird seinen nördlichen Einfluss um 2030/2040 herum vermindern.

Ich habe bevorzugt den Sonnenfleckenzyklus als Ausdruck und Teil des gegenseitigen Wirkungseinflusses in unserem Sonnen-Planetensystem zusammen gestellt, weil diese Erscheinung auch für Laien einigermaßen auf der Sonne gut sichtbar auftreten.

Das Schwanken („Eiern“) des gesamten Systems um das Barycenter des Sonnen-Planeten-Systems als Ursache für die zyklischen Klimaveränderungen auf der Erde lässt sich innerhalb dieser kurzen Betrachtung nicht oder nur sehr unzureichend darstellen.

Zusammengefasst als Summery for Policymakers

Wir schreiben das Jahr 2021, im Januar. Wir haben also beste Bedingungen, den Verlauf des Klimas in den nächsten Jahren mit den Berechnungen der Astro-Physiker und mit den Vorhersagen der IPCC-Klima-Modelle zu vergleichen.

Alles in allem sind sich die Astro-Physiker sehr sicher, dass sie richtig liegen:

Wir gehen in den kommenden etwa 10 Jahren auf ein modernes solares Sonnenflecken-Minimum zu, das um 2030 einen Tiefpunkt erreicht, etwa 20 bis 40 Jahre (bis 2050/2060) andauert und dann erst wieder langsam ansteigt.

Und es wird die nächsten 30 bis 40 Jahre so kalt werden wie um 1670 bzw 1810 !!!!!!

Wir werden es bald sehen, das Jahr 2030 ist nicht mehr allzu weit ferne!

Die Empfehlung kann nur lauten:

  • Lasst die Kernkraftwerke am Netz!
  • Lasst die Kohlekraftwerke am Netz!
  • Baut neue Kernkraftwerke der IV. Generation!
  • Bunkert ausreichende Mengen Streusalz!
  • Zieht Euch warm an!

Ich sehe uns beim nächsten Alster- Eisvergnügen in Hamburg, so ab 2023 – vielleicht auch schon früher!!

PS

Das folgende Bild lässt uns kalte Zeiten erahnen!

Frau Dr. Valentina Zharkova:[12]

Figur 14 [13]: Kaum Sonnenflecken zu erwarten bis 2040 !!!

Quellen-Verzeichnis

[1] https://archive.ipcc.ch/publications_and_data/publications_ipcc_first_assessment_1990_wg1.shtml

[2]

https://www.forbes.com/sites/trevornace/2020/06/10/carbon-dioxide-levels-just-hit-417ppm-highest-in-human-history/

[3]

http://clivebest.com/blog/?p=9252&

[4]

https://www.carbonbrief.org/state-of-the-climate-first-quarter-of-2020-is-second-warmest-on-record

[5]

https://meteo.plus/sonne-1700.php

[6]

https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Schwabe-Zyklus

[7]

http://www.centil-europe.ch/Artikeldetail.asp?id=128

[8]

https://www.eike-klima-energie.eu/2020/05/28/klimadebatte-alarmismus-auf-grund-irrefuehrender-daten/

[9]

https://abruptearthchanges.com/2019/06/14/the-next-grand-solar-minimum-has-very-likely-begun-nasa-predicts-lowest-solar-cycle-in-200-years/

[10]

„Th. Landscheidt : Long-Range Forecasts of Solar Cycles and Climate Change“

In:Rampino, M.R., Sanders,J.E., Newman,W.S. & Königsson, L.K.

„Climate, History, Periodicity, and Preddictability“ New York, van Nostrand Reinhold, 1987,

Paper 25, S. 421 – 445

[11]

https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/23328940.2020.1796243

[12]

https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S092181811000010X

[13]

https://www.nature.com/articles/srep15689




Brandkatastrophen bei E-Fahrzeugen: Nur eine Frage der Zeit

Gregory Wrightstone

Joe Bidens Plan, bis zum Jahr 2050 50 % der US-Fahrzeugflotte von Verbrennungsmotoren auf Strom umzustellen, um den Klimawandel zu bekämpfen, ignoriert eine ernsthafte Gefahr, die damit verbunden ist. Die jüngsten Ereignisse auf der ganzen Welt zeigen, dass Brandkatastrophen durch Elektrofahrzeuge nicht nur möglich, sondern zunehmend wahrscheinlich sind. Die Brandgefahr der Lithium-Ionen-Batterien, auf die sich diese Fahrzeuge stützen, ist gut dokumentiert, da sie sich bekanntermaßen zu den unpassendsten Zeiten und an den unpassendsten Orten selbst entzünden können.

Erst diese Woche hat General Motors einen zweiten Rückruf von Chevrolet Bolt EVs und EUVs der Modelljahre 2019 bis 2022 angekündigt, um einen Defekt in zwei der Lithium-Ionen-Batteriemodule zu beheben, der zu Bränden geführt hat. Dies folgt auf einen früheren Rückruf von 69.000 älteren Fahrzeugen, bei dem alle fünf Batteriemodule ersetzt werden.

Die Ankündigung von GM ist nur die jüngste in einer Reihe von Rückrufaktionen von Elektroautoherstellern, die versuchen, Mängel zu beheben, die zu katastrophalen Bränden in Verbindung mit Lithium-Ionen-Batterien führen können. Letztes Jahr war Ford gezwungen, 20.000 Hybridfahrzeuge zurückzurufen, und kurz darauf rief BMW 26.700 Fahrzeuge aufgrund von Batteriefehlern zurück, die zu Bränden führen können.

Auch Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor können Feuer fangen, aber in der Regel bei Unfällen oder während der Fahrt und nicht, wie bei E-Fahrzeugen, wenn sie passiv in einer Wohnung oder einem Parkhaus stehen. Außerdem kann die Feuerwehr Brände von benzin- oder dieselbetriebenen Fahrzeugen löschen, was bei E-Fahrzeugen nicht möglich ist. E-Fahrzeuge lassen sich kaum mit Wasser löschen und müssen normalerweise einfach ausbrennen, was viele Stunden dauern kann.

Letztes Jahr wachte ein kalifornisches Ehepaar mit einem schrillen Autoalarm und einem brennenden Haus auf. Das Feuer war in einem der beiden Tesla S in ihrer Garage ausgebrochen und hatte auf das andere Fahrzeug übergegriffen. „Wenn wir in diesem Haus oben gewohnt hätten, wären wir tot“, sagte Yogi Vindum, ein pensionierter Maschinenbauingenieur. Laut Vindum „fangen benzinbetriebene Autos in der Garage kein Feuer, wenn sie dort stehen. Und das ist der Unterschied“, sagte er.

Schuld an fast allen Bränden in Elektrofahrzeugen sind die Lithium-Ionen-Batterien, die sie antreiben und die außerordentlich heftig brennen. Zu der Brand- und Hitzegefahr, die von diesen Ereignissen ausgeht, kommt die extreme Toxizität der entstehenden Dämpfe hinzu. Einer Studie zufolge können diese Dämpfe unter bestimmten Umständen eine größere Gefahr darstellen, insbesondere in geschlossenen Räumen, in denen sich Menschen aufhalten.

Batteriebrände sind nicht auf Personenkraftwagen beschränkt. Ein Brand in einem Busdepot mit Elektrofahrzeugen in Hannover, Deutschland, verursachte einen Schaden in Millionenhöhe. Fünf E-Busse und vier weitere Fahrzeuge wurden zerstört, ebenso wie das Gebäude und die Ladestation. In der chinesischen Stadt Baise gingen vier Elektrobusse in Flammen auf, nachdem sich einer von ihnen entzündet hatte.

Große Lithiumbatterien, die als Notstromaggregate für Windturbinen und Solarzellen verwendet werden, sind ebenfalls in Flammen aufgegangen. Feuerwehrleute brauchten mehr als drei Tage, um einen Brand in der 13 Tonnen schweren Tesla Big Battery in Victoria, Australien, zu löschen. Da herkömmliche Brandbekämpfungsmethoden bei der 300-Megawatt-Stromquelle nicht eingesetzt werden konnten, mussten die Einsatzkräfte das Feuer selbst ausbrennen lassen, während die Behörden die Luftqualität in der Umgebung überwachten.

Ein wahres Alptraumszenario ist der Brand eines Elektroautos in einer Tiefgarage unter einem Wohnkomplex oder einem belebten Bürogebäude. Wie könnte die örtliche Feuerwehr angesichts der giftigen Dämpfe auf einen Brand reagieren, der nicht gelöscht werden könnte, selbst wenn sie ihn erreichen würde?

Wir sollten bei der Verhinderung einer sich abzeichnenden Tragödie vorausschauend handeln und in Erwägung ziehen, das zu tun, was zwei bayerische Städte nach dem schrecklichen Inferno am deutschen Busbahnhof getan haben: ein vollständiges Verbot für das Parken von Elektrofahrzeugen in Tiefgaragen. Vielleicht sind Elektrofahrzeuge eines Tages sicher genug, um in gefährdeten Garagen kein Brandrisiko mehr darzustellen, aber dieser Tag muss erst noch kommen.

Gregory Wrightstone is executive director of the CO2 Coalition, Arlington, Va., and author of “Inconvenient Facts: The science that Al Gore doesn’t want you to know.”

Link: https://wattsupwiththat.com/2021/08/28/electric-vehicle-fire-catastrophe-it-is-not-a-matter-of-if-but-when/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




(Anthropogenic?) Global Warming – die Abkühlung beginnt (?)!!!! (Teil 1)

Hans Jankowiak

Wir schreiben das Jahr 2021.Seit dem ersten Assessment Report des IPCC im Jahre 1990 [1] sind gut 31 Jahre vergangen, hat sich der Anteil des Kohlenstoffdioxyds – CO2 – in der Atmosphäre von 354 ppm auf 417 ppm erhöht [2] und auf der Sonne läuft der 25. (Sonnenflecken-)Schwabezyklus,

Also ein guter Zeitpunkt, um zu sehen, zu schauen, zu überprüfen, wie und ob die Menschheit den Globus „zum Kochen gebracht hat“ – oder ob natürliche Einflüsse „den Ball spielten“, also IPCC versus Astrophysiker.

Dazu benutze ich wie bisher die vorhandene, gängige Literatur und das nahezu allwissende Internet. Gleichwohl ist auch diese Betrachtung keine wissenschaftliche Ausarbeitung. Ich zeige nur, was Wissenschaftler gemessen und/oder aufgrund naturwissenschaftlicher Gesetze berechnet haben, nicht aufgrund von Modellen, nicht aufgrund von Szenarien!

Beginnen wir mit der Prognose über die Temperaturentwicklung im Assessment Report 1 des IPCC im Jahre 1990. [1]

Figur 1 [1]: Vorhersage des IPCC: Im Jahr 2020 ca. 1,6 °C höher als „vorindustriell“ bzw. ca. 1,4 °C höher als 1990

Und wie verlief die Temperaturerhöhung in der Wirklichkeit?

Figur 2 [3]: Seit 1990 erhöhte sich die Temperatur um lediglich ca. 0,5°C

 

Noch ein weiteres Beispiel:

Figur 3 [4]: Seit 1990 erhöhte sich die Temperatur um lediglich ca. 0,5°C bis 0,6°C

Und die Sonne?

Unser Energie-Lieferant Nr.1 „schwächelt“ (Figur 4 bis 8)

Figur 4 [5]: Schwabe-Zyklen seit ca.1700; Nr 1 = Beginn der Zählung

Figur 5 [5]: Schwabe-Zyklen seit ca 1820, Tendenz von 1950 bis 1990 „Solares Maximum“, ab 1990 Abwärtstrend

Figur 6 [5]: Schwabe-Zyklen Nr. 22, 23 , 24: während vieler Jahre kaum Sonnenflecken. Aktuell läuft Nr. 25

Figur 7 [6]: Schwabe-Zyklen Nr. 22, 23, 24 (als Vorhersage 2015) Nr. 24 verlief dann wie gezeigt in Figur 6!!

Die Sonnenfleckenzahl allein zeigt nicht alles! Die Sonneneinstrahlung „Total Solar Irridiance“ (TSI) schwankt mit der Zahl der Sonnenflecken.

Figur 8 [7]: Sonnenfleckenzahlen und Sonneneinstrahlung fallen im Gleichschritt

Und die Temperaturentwicklung zeigt Stagnation seit etwa 5 Jahren:

Figur 9 [8]: Seit 2016 fallende Tendenz

Was zeigt die CO2 Messkurve auf dem Mauna Loa?

Figur 10 [2]: CO2 – Gehalt steigt weiterhin

Der CO2 Gehalt steigt, aber die globale Temperatur steigt nicht mehr mit!

Überraschung?

Wohl kaum. Aber dazu mehr im Teil 2

Foto: © Chris Frey




Elektro-Fahrzeuge sind weder sauber noch praktikabel

H. Sterling Burnett

Im Rahmen der Bemühungen zur Bekämpfung des Klimawandels fördert die Regierung Biden Programme, die darauf abzielen, Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren von der Straße und aus den Garagen der Menschen zu verbannen und durch Elektrofahrzeuge mit wiederaufladbaren Batterien zu ersetzen.

Elektrofahrzeuge (EVs) sind in der Regel teurer als vergleichbare Pkw. Außerdem haben sie eine begrenzte Reichweite (ein Punkt, auf den ich weiter unten näher eingehen werde), sind in der Regel kleiner (und bieten daher weniger Platz für mehr als zwei Personen), können nicht zum Ziehen von Booten oder Anhängern verwendet werden und sind schwieriger zu betanken oder in diesem Fall aufzuladen als Fahrzeuge, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden. Es ist bekannt, dass Elektroautos spontan in Flammen aufgehen können, was kürzlich zu einem Rückruf von GM führte. Es ist eine Sache, wenn ein Fahrzeug bei einem Unfall Feuer fängt; eine ganz andere Sache ist es, wenn das eigene Auto im Stau steht oder nachts in der Garage aufgeladen wird, wenn es nicht benutzt wird. Autos, die Häuser niederbrennen, sind kein Verkaufsargument.

Diese und andere Faktoren haben dazu geführt, dass trotz fast zwei Jahrzehnten staatlicher Unterstützung und Förderung weniger als 2 Prozent der jährlich in den Vereinigten Staaten verkauften Autos E-Fahrzeuge sind.

Präsident Biden will das ändern, mit Zuckerbrot und Peitsche.

Um benzin- und dieselbetriebene Fahrzeuge von der Straße zu drängen, erhöht Biden die durchschnittlichen Kraftstoff-Verbrauchsnormen der Unternehmen auf ein Niveau, das die meisten mittelgroßen und großen Autos, SUVs und leichten Lastwagen nicht erreichen können. Das bedeutet, dass die Menschen höhere Preise für diese Fahrzeuge zahlen, auf kleinere, weniger sichere Fahrzeuge umsteigen, ihre vorhandenen älteren Autos länger auf der Straße lassen, sich für andere Fortbewegungsarten entscheiden oder ihre Autos und Lastwagen durch teure Elektrofahrzeuge ersetzen müssen. Darüber hinaus haben Bidens Maßnahmen zur Begrenzung der heimischen Öl- und Gasproduktion die Kraftstoffpreise in die Höhe getrieben. Das sind die ersten beiden Knüppel, die der Präsident schwingt, um die Menschen dazu zu bringen, ihre mit Benzin und Diesel betriebenen Fahrzeuge zu verlassen.

Gleichzeitig subventioniert die Regierung den Kauf von relativ teuren Elektrofahrzeugen mit Steuergutschriften. Neunzig Prozent der Milliarden Dollar, die von der Bundesregierung in Form von Steuergutschriften für Elektrofahrzeuge vergeben wurden, gingen an die höchsten 20 Prozent der Einkommensbezieher. Das ist ökologische Ungerechtigkeit! Die Steuergutschrift für Elektroautos ist eines der schlimmsten Beispiele für die Begünstigung von Wohlhabenden, die man sich vorstellen kann.

Die meisten Autohersteller, die seit langem unter der Fuchtel der Bundesregierung stehen oder ihr verpflichtet sind, springen auf den Zug auf, machen mit, um mitzukommen, und erwarten, dass sie von den Bemühungen der Regierung, die Menschen zum Kauf neuer, teurerer Autos und Lastwagen zu zwingen, riesige Gewinne einstreichen.

Biden schlägt außerdem vor, Milliarden von Dollar für den Aufbau von Ladestationen für Elektrofahrzeuge im ganzen Land auszugeben. Es ist unklar, ob es sich dabei um Zuschüsse oder zinsgünstige Darlehen für Hausbesitzer handelt, die ihre Wohnungen so umrüsten, dass sie dort Elektrofahrzeuge aufladen können, oder ob nur Tausende von Ladestationen entlang der Autobahnen an Raststätten und Tankstellen errichtet werden, die überflüssig werden, wenn Biden und seine Kumpane sich durchsetzen.

Öl- und Gashändler mussten das ausgedehnte landesweite und lokale Tankstellennetz auf eigene Kosten aufbauen – sie kauften Grundstücke, bauten die Tankstellen, ihre Lagertanks und Zapfsäulen und warten sie. Es sieht so aus, als ob die Ladestationen für Elektroautos auf Kosten der Allgemeinheit gebaut werden, wobei diejenigen, die von den Ladestationen für Elektroautos profitieren, die Steuerzahler mit der Rechnung belasten. Zu den Nutznießern gehören die Energieversorger, die den Strom verkaufen werden, und diejenigen, die diese Anlagen bauen und warten.

Zahlreiche Studien und Berichte, von denen einige weiter unten verlinkt sind, zeigen, dass E-Fahrzeuge und die für ihre Herstellung und ihren Betrieb notwendige Infrastruktur erhebliche Schäden für Umwelt und Menschen verursachen. Zu den menschlichen Schäden gehören Kinderarbeit, Sklaverei, durch Umweltverschmutzung verursachte Krankheiten und vorzeitige Todesfälle in Entwicklungsländern. Die Umweltschäden, die allein durch den Abbau und die Veredelung der Mineralien für die wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Batterien entstehen, ganz zu schweigen von den anderen Bauteilen, umfassen die Zerstörung des Lebensraums von Wildtieren und der Wasserwege sowie die Verschmutzung von Land und Wasser, ohne dass die Treibhausgasemissionen nennenswert sinken.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Der letztgenannte Punkt sollte für die Regierung Biden oberste Priorität haben, wenn die Reduzierung der Treibhausgase wirklich ihr Hauptziel ist. Wie ein aktueller Artikel eines wissenschaftlichen Mitarbeiters des Frontier Centre for Public Policy berichtet.

Goehring & Rozencwajg Associates erklären, dass elektrische Fahrzeugantriebe „50 Prozent schwerer als ein vergleichbarer Verbrennungsmotor und mehr Stahl und Aluminium im Rahmen erfordern“. Das bedeutet, dass für die Herstellung eines Elektroautos mehr Treibhausgase verbraucht werden als für einen vergleichbaren Honda Civic – 20 bis 50 Prozent mehr als für einen Verbrennungsmotor.
Die Batterien in Elektroautos verlieren wie alle Batterien von der ersten Minute an an Effizienz. G&R weist darauf hin, dass ein Tesla Model 3 mit erweiterter Reichweite „eine 82-kWh-Batterie hat und etwa 29 kWh pro 100 Meilen verbraucht. Wenn man davon ausgeht, dass jeder Ladezyklus einen Wirkungsgrad von etwa 95 Prozent hat und eine Batterie 500 Zyklen erreichen kann, bevor sie an Leistung verliert, kommt man zu dem Schluss, dass ein Model 3 ~200.000 km fahren kann, bevor es dramatisch an Reichweite verliert.“

Und das ist ein Problem, denn erst wenn der Tesla diese Strecke zurückgelegt hat, hat er die zusätzlichen Treibhausgasschulden, die für seinen Bau aufgewendet wurden, „abgearbeitet“.

Basierend auf den Leistungsdaten, die in den letzten Jahren in der realen Welt entwickelt wurden, würde der CO2-Ausstoß auch dann nicht sinken, wenn morgen jeder Pkw auf ein Elektroauto umgestellt würde.

Das Problem, das mich wirklich beunruhigt, ist die Praxistauglichkeit. Können Elektrofahrzeuge dem Durchschnittsbürger wirklich gute Dienste leisten?

Einer meiner ältesten Freunde ist jung in Rente gegangen. Er und seine Frau verkauften ihr Haus und kauften einen Wohnwagen, den sie hinter ein Auto herziehen. Jetzt reisen sie durch das Land, sehen sich die Sehenswürdigkeiten an und machen je nach Lust und Laune einen Tag hier oder eine Woche dort Halt. Es gibt kein Elektrofahrzeug, das zu ihrem Lebensstil passt. Aber das ist ja auch ein ungewöhnlicher Fall.

Meine Frau und ich hingegen fallen in die Norm. An den meisten Tagen würde uns ein Elektrofahrzeug, fast jedes Elektrofahrzeug, gute Dienste leisten. Ich arbeite von zu Hause aus und fahre unter der Woche nur selten. Wenn ich fahre, dann meist lokal. Meine Frau, ein Kindermädchen, pendelt jeden Tag zur Arbeit, aber es ist nicht weit – weniger als 30 km. Selbst wenn sie das Kind, das sie betreut, in den Park, zum Musikunterricht, zu Verabredungen zum Spielen und ins Fitnessstudio bringt und auf dem Heimweg Einkäufe oder Besorgungen erledigt, liegt ihre tägliche Fahrt weit innerhalb der Reichweite der meisten Elektrofahrzeuge.

Wenn wir jedoch Elektrofahrzeuge fahren würden, müssten wir einen Lagerraum mieten oder einen großen Schuppen kaufen, da unsere Garage derzeit als Lagerraum genutzt wird. Um unsere Autos in der Garage aufzuladen, müssten wir große und kostspielige Veränderungen vornehmen. Nach meinen Besuchen bei Verwandten, Freunden und Nachbarn zu urteilen, würden viele andere mit ähnlichen Kosten konfrontiert werden, wenn sie sich auf E-Fahrzeuge umstellen würden. Lagerhäuser, Schuppenhersteller und -bauer, Secondhand-Läden und Garagenverkäufer werden wahrscheinlich von einem EV-Boom profitieren. Die meisten von uns werden jedoch einen schweren finanziellen Schlag hinnehmen müssen.

Die Wochenenden sind die Zeit, in der sich unsere Routine stark verändert. Meine Frau und ich machen an den Wochenenden regelmäßig Tagesausflüge außerhalb der Stadt. Dabei legen wir oft mehr als 300 Meilen mit dem einen oder anderen Auto zurück, um Staats- oder Nationalparks zu besuchen, eine historische Stadt zu besichtigen oder zu einer Hochzeit oder einer Babyparty außerhalb der Stadt zu fahren, wie wir es erst letztes Wochenende getan haben. Und dann sind da noch die Urlaube. Normalerweise machen wir zwei einwöchige Reisen und zwei bis drei kürzere, drei- oder viertägige Reisen pro Jahr. Viele dieser Reisen machen wir mit dem Auto.

Pod Point ist eine wirklich nützliche Website für diese Diskussion. Sie listet alle Elektroautos und Hybrid-Elektroautos (die ich in diesem Beitrag ignoriere) auf, die zum Verkauf stehen. Sie zeigt auch die Reichweite pro Ladung unter optimalen Bedingungen und wie lange es dauert, sie aufzuladen, abhängig von der Spannung der verfügbaren Ladestation. Das ist kein schönes Bild für diejenigen, die gerne reisen.

Von meinem Wohnort in einem Vorort von Dallas liegt selbst eine kurze Fahrt nach Houston außerhalb der Reichweite der meisten Elektrofahrzeuge. Dies ist eine häufige Fahrt und liegt innerhalb der Reichweite meines großen SUVs und des kleineren Kombis meiner Frau mit weniger als einer Tankfüllung. Nach Houston schaffe ich es in etwa vier Stunden ohne Tankstopps, nach Austin, einer weiteren häufigen Strecke, in etwa dreieinhalb Stunden bei normalem Verkehr. Ein sparsameres Fahrzeug als das, das wir fahren, z. B. ein Toyota Camry, kann ohne Tankstopps von unserem Haus nach Houston oder Austin und zurück fahren. Kein derzeit in Produktion befindliches Elektrofahrzeug kann die gleiche Reichweite zwischen zwei Tankstopps vorweisen.

Pod Point listet 75 derzeit zum Verkauf stehende vollelektrische Fahrzeugmodelle auf, von denen mich unter optimalen Bedingungen nur 20 nach Houston bringen werden, ohne dass ich zum Aufladen anhalten muss. (Zu diesen Bedingungen gehören keine Verkehrsbehinderungen, kein extrem kaltes oder heißes Wetter, keine Umwege usw.) Abgesehen von der Tatsache, dass Ladestationen nicht ohne Weiteres verfügbar sind, gehören die E-Fahrzeuge, die diese oder eine ähnliche Reise nach Austin unternehmen können, zu den teuersten auf einer Liste teurer Fahrzeuge. Normalere Elektrofahrzeuge müssen aufgeladen werden, nur um nach Houston oder Austin zu gelangen. Die Ladezeit beträgt zwischen 19 und 31 Stunden an den Ladestationen, die sich meist in Privathaushalten oder zunehmend in Einkaufszentren befinden. Das bedeutet, dass ein dreitägiger Ausflug nach Houston oder Austin unmöglich ist: Wir müssten die ganze Zeit fahren oder laden.

Die leistungsstärksten und teuersten, aber derzeit am wenigsten verfügbaren Ladestationen, die so genannten Schnellladestationen, können E-Fahrzeuge in 30 Minuten bis einer Stunde zu 20 bis 80 Prozent aufladen. Ich brauche natürlich nie 30 Minuten bis eine Stunde, um meinen Tank aufzufüllen. Selbst wenn Biden und Co. Tausende dieser Stationen entlang der Straßen und Autobahnen des Landes errichten, und zwar allesamt Schnellladestationen, werden die Straßen durch Staus blockiert sein, und zwar nicht durch den Verkehr, sondern durch Rückstaus an den Ladestationen. Es wird einfach nicht genug Platz auf den Straßen und auf den Parkplätzen für all die E-Fahrzeuge geben, die aufgeladen werden müssen. Im Vergleich dazu werden die Warteschlangen vor den Tankstellen während des arabischen Ölembargos in den 1970er Jahren wie ein Paradies aussehen – zusätzlich zu dem Chaos, das entstehen wird, wenn die 18-Rad-LKWs, die das Land täglich durchqueren, elektrisch fahren.

Im vergangenen Jahr waren meine Frau und ich in San Antonio und Belton, Texas, Estes Park, Colorado, und Lead, South Dakota. Mein Vater begleitete uns auf der einwöchigen Reise nach South Dakota. Drei Erwachsene, ihr gesamtes Gepäck und eine Kühlbox für Getränke und Snacks passen bequem in mein Fahrzeug. Auch meinen Hund hätte ich problemlos in seinem Zwinger mitnehmen können. Zwinger hin oder her, kein aktuelles Elektrofahrzeug hätte uns so bequem transportieren können wie mein SUV. Wir haben 1.111 Meilen in 17 Stunden zurückgelegt, einschließlich dreier Tankstopps, eines zusätzlichen Stopps für eine Toilettenpause (bei der ich den Tank auffüllte) und eines Stopps für eine Mahlzeit. Keiner der Tankstopps dauerte länger als 10 Minuten, und drei der vier Stopps dauerten weniger als fünf Minuten, da man an der Zapfsäule einfach tanken konnte.

Abgesehen von Fragen des Komforts hätte das Elektrofahrzeug mit der größten Reichweite allein für den Reiseabschnitt unserer Süddakota-Reise mehrere Stunden (mit diesen imaginären unbesetzten Schnellladestationen) bis mehrere Tage (mit normalen Ladestationen) in Anspruch genommen. Wir hätten zusätzlichen Urlaub nehmen oder die Zeit, die wir mit Vergnügen verbringen, reduzieren müssen, anstatt zu reisen, zu laden und auf Ladestationen zu warten.

Die Fahrt nach Colorado war fünf Stunden und ~560 km kürzer. Wir haben zwei reine Tankstopps eingelegt, keinen für Mahlzeiten und einen für Benzin, Kaffee und eine Toilettenpause. Wären wir mit einem Elektroauto unterwegs gewesen, wäre der Zeitverlust ähnlich hoch gewesen wie bei der Fahrt nach South Dakota. Bei vielen EVs hätten wir vier bis sechs Mal anhalten müssen. Selbst das EV mit der größten Reichweite hätte drei Stopps benötigt. Hinzu kommt, dass die Schnellladestationen nur eine 20- bis 80-prozentige Ladung für eine 30-minütige bis einstündige Aufladung bieten, so dass wir zusätzliche Stopps hätten einlegen müssen und weitere wertvolle Urlaubszeit verloren hätten.

Es mag Gründe geben, Elektroautos zu mögen, und für jeden, der sich ein solches Auto wünscht und es sich leisten kann, sage ich: Nur zu! Aber bevor Sie die Bemühungen der Regierung begrüßen, die Menschen zum Kauf von Elektroautos anstelle von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren zu zwingen, sollten Sie darüber nachdenken, wie Sie gerne reisen. Abgesehen von den offensichtlichen Kosten – die Ausgaben für das Fahrzeug, die Schäden für Mensch und Umwelt und die Änderung des Lebensstils – denken Sie darüber nach, wie diese von der Regierung veranlasste Umgestaltung der Welt Ihnen die Zeit für Fahrten zur Arbeit, für persönliche Besorgungen und für die Freizeit rauben wird. Die versteckten Kosten von E-Fahrzeugen sind hoch und werden nur noch weiter steigen, wenn die Regierung mehr Menschen dazu zwingt, sie zu nutzen.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Quellen: Lethbridge Herald; Tech Crunch; Real Clear Energy; Manhattan Institute; Streets Blog; Pod Point; Real Clear Energy; Climate Change Dispatch

Link: https://www.heartland.org/news-opinion/news/electric-vehicles-arent-clean-or-practical

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




August 2021 in Deutschland – als der Sommer verloren ging

Stefan Kämpfe

Der Ernting probte schon mal den Herbst. Noch vage Hoffnungen auf den Spätsommer?

Nach einem sehr wechselhaften, aber noch mäßig warmen Juli schaltete der August zwei weitere Gänge zurück: Sonne und Wärme nur in homöopathischen Dosen, häufige Schauer, Gewitter und Landregenfälle sowie oft schon septembertypische Temperaturen; mit etwa 16,4°C im DWD-Deutschlandmittel gehörte er zu den kühlsten der letzten drei Jahrzehnte; auf der Zugspitze zog im letzten Monatsdrittel schon der Winter ein.

Auch 2021 galt: Der Witterungstrend zum Monatswechsel Juli/August setzt sich oft fort

Ähnlich der Siebenschläfer-Regel gibt wegen der Erhaltungsneigung der Hochsommerwitterung auch der Monatswechsel Juli/August grobe Hinweise auf den Witterungsverlauf der kommenden Wochen. Das bestätigte sich diesmal besonders eindrucksvoll:

Abbildung 1: Europa-Wetterkarte vom 31. Juli 2021, Mittags. Ein umfangreiches Tief über Skandinavien sorgte für windiges Wetter in Deutschland mit Schauern und Regenfällen bei kühlen Temperaturen und zeigte schon mal, was uns der August bringen würde. Bildquelle: wetterzentrale.de

Damit ähnelte dieser August, wenngleich nur in sehr groben Zügen, denen von 2014, 2010, 2007, 2006, 2005, 1998, 1996 und 1993. Anders, als im Juli, welcher wenigstens dem Nordosten Deutschlands oft Sommerwetter und positive Temperaturabweichungen bescherte, musste diesmal ganz Deutschland mehr oder weniger deutlich negative Temperaturabweichungen ertragen:

Abbildung 2: Mittelwerte der Lufttemperaturen einiger DWD-Stationen vom 1. bis zum 27. August 2021. Überall bestimmen dicke Minuszeichen das Bild; nirgends war es zu warm. Bildquelle: bernd-hussing.de

 

Das langfristige Temperaturverhalten – der August wurde wärmer

Wie die meisten Monate, erwärmte sich der August bis etwa zur Mitte des 20. Jahrhunderts, dann folgte die typische, leichte Abkühlungsphase und ab 1988 eine erneute Erwärmung. Seit Aufzeichnungsbeginn (1881) betrug die Erwärmung knapp 2,2 Kelvin (°C). Aber die DWD-Daten auch noch wärmeinselbelastet, und die DWD-Reihe beginnt in der letzten Phase der „Kleinen Eiszeit“ – um 1881 war es besonders kühl. August-Monate mit mindestens 20°C gab es bislang nur zweimal, 2003 (Rekordhalter) und 2020.

Abbildung 3: Verlauf der Augusttemperaturen im Deutschland-Mittel seit 1881 mit drei Entwicklungsphasen. Einer langen, bis 1944 dauernden Erwärmung folgte eine geringe Abkühlung bis in die späten 1980er Jahre, ab etwa 1988 wieder Erwärmung. In den gesamten 141 Jahren der Reihe betrug der Temperaturanstieg knapp 2,2 Kelvin (°C) – bei enorm steigenden CO2-Konzentrationen. Mit WI-Bereinigung hätte es eine geringere August-Erwärmung unter 2 Kelvin gegeben. Zur Beachtung: Die Grafik zeigt KEINE Klimasensitivität der CO2-Konzentration; sie verdeutlicht lediglich, dass die von etwa 290 auf etwa 417 ppm steigende CO2-Konzentration über lange Zeiträume nicht gut zur Temperaturentwicklung passt.

Noch erstaunlicher ist die Entwicklung der August-Temperaturen in Zentralengland (Midlands), für das eine über 360-jährige Messreihe vorliegt; sie erfasst damit auch den Höhepunkt der „Kleinen Eiszeit“, das so genannte Maunder-Minimum als vermutlich kälteste Epoche in den mindestens letzten 2.000 Jahren. Seitdem sollte es doch eine kräftige Erwärmung um viel mehr als ein Grad gegeben haben – aber die Realität sieht ganz anders aus:

Abbildung 4: Mit knapp 0,6 Kelvin nur ein sehr geringer August-Temperaturanstieg seit über 360 Jahren in Zentralengland; das sind weniger als 0,2 K pro Jahrhundert. Anders, als in Deutschland, liegt dort der heißeste August (1995) schon gute zweieinhalb Jahrzehnte zurück, und der zweitwärmste war 1997. Andere, fast genauso warme liegen noch viel weiter zurück und sind gekennzeichnet; 2021 wird dort mit etwa 16,6°C nicht herausragend warm ausfallen. Und der Verlauf des 15-jährigen, gleitenden Mittelwertes zeigt schon seit anderthalb Jahrzehnten wieder eine fallende Temperaturtendenz; momentan sind die Augustmonate Zentralenglands nicht wärmer, als um 1800.

Augustwärme oder nicht – je nach Großwetterlage!

Ein nicht unerheblicher Teil der August-Erwärmung ist den geänderten Häufigkeitsverhältnissen der Großwetterlagen geschuldet – die besonders kühlend wirkenden zyklonalen West- Nordwest- und Nordlagen wurden deutlich seltener.

Abbildung 5: Die Häufigkeitsabnahme der kühlend wirkenden zyklonalen West-, Nordwest- und Nordwetterlagen trug wesentlich zur August-Erwärmung in Deutschland bei; Daten für Aug. 2021 liegen noch nicht vor.

Erstmals seit 2014, zeichnete sich der 2021er August wieder durch eine größere Häufung kühler Großwetterlagen aus; speziell zum Monatsanfang und in der letzten Dekade. Ein gutes Beispiel ist die Situation am 26. August 2021.

Abbildung 6: Vorhersagekarte des GFS für den 26.08.2021. Zwischen hohem Luftdruck, der von Großbritannien zum Nordmeer reichte, und einem Ostsee-Tief strömte feucht-kalte, wolkenreiche Polarluft nach Mitteleuropa, die danach für mehrere Tage das Wetter bestimmte. Bildquelle: wetterzentrale.de

Größere Eisfläche auf dem Arktischen Ozean – begünstigte das die August-Kühle in Deutschland?

Mit geschätzten 5,7 bis 5,8 Millionen Km² wird das Meereis der Arktis in diesem August eine merklich größere Fläche als in den sechs vorherigen Augusten einnehmen (Quelle: NSIDC), die aktuelle Situation hier. Die Eisausdehnung korreliert leicht negativ mit den Deutschland-Temperaturen aller Sommermonate; eine große Eisfläche bedeutet tendenziell also auch kühlere Auguste. Für sichere Aussagen sind diese Zusammenhänge zwar zu schwach, aber vielleicht kündigt sich da schon das Ende der aktuellen AMO-Warmphase an.

Fallende August-Minima – Menetekel der Abkühlung?

Der Autor untersucht seit längerem Wärmeinseleffekte. Mittlerweile liegen die Werte der sehr ländlichen DWD-Station Dachwig im Thüringer Becken bis in die 1980er Jahre lückenlos vor; diese wurde seitdem nicht verlagert, befand sich also stets am selben Ort. Bei flüchtiger Betrachtung zeigt sich hier seit den späten 1980er Jahren das typische Bild einer merklichen August-Erwärmung. Aber die erfolgte auf Kosten rasant steigender Tagesmaxima – die Minima verweigern sich hier der Erwärmung, was ein weiteres Indiz gegen eine CO2-dominierte Klimaerwärmung ist.

Abbildung 7: In Dachwig/Thür. Becken erwärmte sich der August auf Kosten der stark steigenden Maxima leicht, was auf stärkere Bodenaustrocknung und Besonnung hindeutet. Die (meist) etwa zum Sonnenaufgang eintretenden Minima kühlten etwas ab (kein signifikanter Trend). Werte für 2021 liegen noch nicht vor.

Dieses Verhalten blieb in Dachwig nicht auf den August beschränkt; noch deutlich stärker war die Minima-Abkühlung von Januar bis Mai und im September, im Jahresmittel betrug sie gut 0,4 K. Doch bei weitem nicht alle DWD-Stationen zeigen diesen Trend; es bedarf weiterer Untersuchungen, welche aber durch die häufigen Stationsverlagerungen stark erschwert werden.

Die Sonnenscheindauer als wesentlicher Treiber der August-Temperaturen

Wie wir schon anhand der Abbildung 3 sahen, können die stark steigenden CO2-Konzentrationen die Entwicklung der August-Temperaturen nicht befriedigend erklären. Wie in allen anderen Sommerhalbjahres-Monaten, übt außer den Großwetterlagen die Sonnenscheindauer einen signifikanten Temperatureinfluss aus. In Deutschland ist das Flächenmittel dafür leider erst seit 1951 verfügbar:

Abbildung 8: August-Erwärmung in Deutschland seit 1951 auch dank höherer Besonnung (etwa 50 % der Temperaturvariabilität werden von der Sonnenscheindauer bestimmt). Die Zunahme der Sonnenscheindauer hatte verschiedenste Ursachen, unter anderem die stark abnehmende Konzentration der Luftschadstoffe (SO2, Staub) und die Austrocknung Deutschlands durch Bebauung, Versiegelung und Meliorationen. Möglicherweise fördert auch die übertriebene Nutzung der Wind- und Solarenergie eine Bewölkungs- und Nebelabnahme, was mehr Besonnung nach sich zieht. Werte für Aug. 2021 konservativ geschätzt.

Im August 2021 stürzte die Sonnenscheindauer auf weit unter 190 Stunden ab, das ist voraussichtlich der geringste Wert seit mindestens 2014, folglich konnte er nicht richtig warm werden. Und die zeitweilige, großräumige Kaltluftzufuhr tat ein Übriges.

Nachlassende Sonnenaktivität, die Noch-AMO-Warmphase und warme August-Monate in Deutschland

Die aktuell nachlassende Sonnenaktivität wird stets mit Abkühlung in Verbindung gebracht; doch das könnte unter bestimmten Umständen voreilig sein. Erstens wirkt diese mit einer Verzögerung von mehreren Jahrzehnten – aktuell ist sie noch nicht voll bei uns angekommen. Zweitens fördert eine geringe Sonnenaktivität so genannte Meridionallagen, bei denen der Luftmassentransport überwiegend entlang der Längengrade erfolgt (Nord- oder Südlagen; in Europa auch der Sonderfall der Ostwetterlagen). Insgesamt schwächt sich die Zirkulation ab und verlagert sich südwärts. Süd- und Ostlagen sowie zirkulationsschwache fallen aber, anders als im Winter, im August fast stets mehr oder weniger zu warm aus. Und drittens gibt es das Phänomen der so genannten Koronalen Löcher, welche trotz geringer Sonnenaktivität längere, sehr warme Schönwetterperioden auslösten, wie wir das seit 2018 häufig erlebten. Näheres dazu hier. Möglicherweise ist auch der Wolkenreichtum ein wichtiges Indiz für eine beginnende Abkühlung, denn in solchen Perioden liefert die zunehmende Kosmische Strahlung mehr Kondensationskeime und fördert die Gewitterbildung (SVENSMARK-EFFEKT). Und viertens wirkt momentan noch die AMO-Warmphase der solar bedingten Abkühlung entgegen:

Abbildung 9: Merkliche zeitliche Übereinstimmung der AMO und der August-Temperaturen in Deutschland. In AMO-Warmphasen, wie zur Mitte des 20. Jh. und aktuell, sind die Augusttemperaturen tendenziell höher. Ähnliches gilt für den gesamten Sommer und den Herbst. Die AMO-Augustwerte für 2021 liegen noch nicht vor.

Sollten, was in naher Zukunft durchaus zu erwarten ist, eine AMO-Kaltphase und die geringe Sonnenaktivität zusammenfallen, so wird es mit den schönen, warmen Augustmonaten endgültig vorbei sein. Im Frühling/Sommer 2021 deuteten sich schon fallende AMO-Werte an; ob damit schon das Ende der Warmphase eingeläutet wurde, bleibt abzuwarten.

Vegetationsverlauf im August: Noch Verspätung und am Ende erste Ansätze zur Laubverfärbung

Anders als in den Vorjahren, schleppte sich die Getreideernte um Weimar bis zum Monatsende hin; vereinzelt konnte Winterweizen nicht mehr gemäht werden, was vor allem der oft feuchten Witterung geschuldet war. Der phänologische Frühherbst startete mit der einsetzenden Reife des Schwarzen Holunders Anfang August merklich verspätet.

Abbildung 10: Noch geringe, aber nicht signifikante Verfrühung der Holunderreife in Weimar seit 1990. Im Jahr 2021 begann diese erst am 2. August – das ist der viertspäteste Termin der Beobachtungsreihe.

In den letzten Augusttagen zeigten manche Linden und Spitzahorne schon erste verfärbte Blätter; deutlich intensiver war dieses Phänomen aber Ende August 1993.

Kühler August – aber noch mal zeitweise Sommer im September?

Betrachtet man den statistischen Zusammenhang zwischen den August- und den Septembertemperaturen (jeweils Deutsches Flächenmittel) seit 1881, so ist dieser mit einem Korrelationskoeffizienten r=0,328 positv und sogar signifikant, allerdings nicht besonders eng. Das könnte schon ein erster Hinweis auf einen eher verhaltenen September sein; sichere Vorhersagen sind damit aber nicht möglich. Und manchmal folgen sehr kühlen August-Monaten auch sehr warme September (1999, 2006). Ähnlich, wie in den Vormonaten, gibt wegen der Erhaltungsneigung der Witterung im Spätsommer auch der Monatswechsel bessere Hinweise auf den Witterungsverlauf der kommenden Wochen. Die Regel „Auf den Ägidientag (1. September) gib‘ acht – er sagt Dir, was der Monat macht“ ist brauchbar, wenn man nicht nur diesen einen Tag, sondern den Witterungstrend um den Monatswechsel betrachtet. Ist oder wird es im Zeitraum vom etwa 30. August bis zum 5. September warm und freundlich, so herrscht diese Witterung oft noch zwei bis vier Wochen vor; für feucht-kühle Bedingungen gilt das ebenfalls. Nach den Modellrechnungen verlagert sich das Nordmeer-Großbritannien-Hoch in den ersten Septembertagen nur zögernd südostwärts und setzt sich anschließend in Mitteleuropa fest; zumindest vorübergehend deutet sich also trocken-warmes Spätsommerwetter an. Manche Modell-Läufe sehen gar um den 10.September Hochsommerwetter, doch sind sie noch sehr unsicher, und Vorhersagen im Herbst gelten als besonders schwierig. Daher scheint ein leicht wechselhafter, aber keinesfalls unfreundlicher September 2021 mit sommerlichen und schon kühlen Phasen momentan am wahrscheinlichsten zu sein. Zeit- und gebietsweise lebt also noch die Hoffnung auf reichlich Spät- und Altweibersommer. Aber insgesamt dürfte sich der Trend zu einem deutlich kühleren Jahr 2021 weiter manifestieren.