Die systemischen Verzerrungen des Endangerment Finding verschleiern – Politicos gescheiterter Angriff auf den Klimawissenschaftsbericht des DOE – Teil 2

Teil 1 steht hier (in deutscher Übersetzung hier)

Marlo Lewis, Ph.D.

Teil 2: Behauptungen und Antworten

Die Reporter von Politico behaupten, der DOE-Bericht „wähle Mainstream-Forschungsergebnisse selektiv aus und lasse den Kontext außer Acht“, „stütze sich auf veraltete Studien“, „zitiere Analysen, die nicht von Fachkollegen begutachtet wurden“ und „belebe widerlegte Argumente wieder“.

Die Reporter führen drei Beispiele für angebliche Rosinenpickerei an. Erstens behaupten die Autoren des DOE-Berichts laut den Reportern, dass in den letzten 100 Jahren „die USA in den 1930er Jahren die intensivste Hitze erlebt haben – und dass die Höchsttemperaturen seitdem nie wieder so hoch waren“. Die Reporter bestreiten nicht die Richtigkeit dieser Aussage. Sie betrachten sie jedoch als selektive Auswahl, da die Durchschnittstemperaturen in den USA und weltweit seit den 1950er Jahren „deutlich angestiegen“ sind.

Die Autoren des DOE-Berichts verheimlichen oder bestreiten diese Tatsache jedoch nicht. Tatsächlich zitieren sie genau zu diesem Punkt den Sechsten Sachstandsbericht des IPCC:

AR6: Es ist so gut wie sicher, dass seit den 1950er Jahren in den meisten Landregionen extreme Hitzeereignisse (einschließlich Hitzewellen) häufiger und intensiver geworden sind, während extreme Kälteereignisse (einschließlich Kältewellen) seltener und weniger stark geworden sind (SPM, A3.1).

Der DOE-Bericht zitiert auch eine relevante Passage aus der vierten nationalen Klimabewertung der USGCRP:

NCA4: Seit Mitte der 1960er Jahre ist nur ein sehr geringer Anstieg der höchsten Tagestemperatur des Jahres zu verzeichnen (bei großen Schwankungen zwischen den Jahren). Hitzewellen (6-Tage-Perioden mit einer Höchsttemperatur über dem 90. Perzentil für 1961–1990) nahmen bis Mitte der 1930er Jahre an Häufigkeit zu, wurden bis Mitte der 1960er Jahre deutlich seltener und nahmen danach wieder an Häufigkeit zu. Wie bei den täglichen Höchsttemperaturen erreichte auch die Intensität der Hitzewellen in den 1930er Jahren ein Maximum. (NCA4, Vol. 1, p. 191).

Die Hitzewellen und Höchsttemperaturen der letzten Jahrzehnte nehmen also zu, aber beide erreichten in den 1930er Jahren höhere Werte. Die Zusammenfassung der gesamten instrumentellen Aufzeichnungen von Hitzewellen und täglichen Höchsttemperaturen in den USA ist keine Rosinenpickerei. Es ist auch keine Rosinenpickerei, darauf hinzuweisen, in welchem Jahrzehnt die meisten US-Rekorde für extreme Hitzeereignisse aufgestellt wurden.

Die Reporter von Politico behaupten, dass die Erwärmung in den 1930er Jahren klimatologisch irrelevant sei, da „die meisten Wissenschaftler sagen, dass es sich um einen statistischen Ausreißer handelte, der die Hitzetrends für die folgenden Jahrzehnte verzerrt hat“. Die Bewertung von Klimaextremen bedeutet jedoch, Ausreißer zu betrachten. Es ist lächerlich, vergangene Episoden extremer Hitze aus den Aufzeichnungen zu streichen und dann die heutigen Hitzewellen als beispiellos darzustellen. Was auch immer die Hitzewellen der 1920er und 1930er Jahre verursacht hat, es waren offensichtlich nicht die Treibhausgase der Nachkriegszeit.

Eine weiterer angebliche Rosinenpickerei ist die Bedeutung, die der DOE-Bericht der langsamen Erwärmungsrate im US-amerikanischen Corn Belt beimisst. Die Reporter von Politico kritisieren dies, weil „außerhalb“ dieses „Wärmelochs“ das Land „zunehmende extreme Sommerhitze“ erlebt. Die Autoren des DOE-Berichts behaupten jedoch nicht, dass der Corn Belt für alle Regionen typisch ist oder zuverlässigere Temperaturdaten liefert als andere Regionen. Die Reporter von Politico behaupten, der DOE-Bericht „lässt den Kontext außer Acht”, aber genau das tun sie hier selbst. Der Kontext ist eine Diskussion darüber, wie gut Klimamodelle die Erwärmung der letzten Jahrzehnte reproduzieren.

Der DOE-Bericht zeigt, dass für eine klimatisch äußerst wichtige Region in den USA 36 in AR6 verwendete Klimamodelle eine deutlich stärkere Erwärmung prognostizieren als beobachtet wurde, wobei 30 Modelle eine zwei- bis achtmal stärkere Erwärmung prognostizieren als zwischen 1973 und 2022 tatsächlich eingetreten ist.

Der DOE-Bericht enthält weitere Beispiele für Modellversagen. Es ist nur vernünftig, die Gültigkeit von Klimamodellen anzuzweifeln, die nicht „vorhersagen“ können, was bereits geschehen ist.

Der dritte angebliche Cherry Picking-Vorwurf betrifft die Auswahl der DOE-Autoren, „welche Modellsimulationen und welche Beobachtungen sie zeigen“. Wie jedoch in Teil 1 erläutert, konzentrieren sich die DOE-Autoren auf Modellsimulationen der Temperaturen in der Troposphäre, liegen doch diese Daten außerhalb der Stichprobe und eignen sich daher für wissenschaftliche Modelltests. Die Auswahl der Simulationen und Beobachtungen durch die Autoren des DOE-Berichts ist ein solides Versuchsdesign und keine selektive Auswahl.

Was den ausgelassenen Kontext angeht, so werfen die Reporter von Politico dem DOE-Bericht vor, einen Satz aus AR6 über die Intensität von Hurrikanen zu zitieren, aber nicht den nächsten Satz. Diese Auslassung sei „eindeutig darauf ausgelegt, irrezuführen“, behaupten sie. Das ist nicht der Fall.

Hier ist der Satz aus AR6, den der DOE-Bericht zitiert:

Aufgrund von Änderungen in den Best-Track-Daten [?] ist das Vertrauen in die meisten gemeldeten langfristigen (mehrdekadischen bis hundertjährigen) Trends bei den auf der Häufigkeit oder Intensität tropischer Wirbelstürme basierenden Messgrößen gering.

Hier ist der nächste Satz aus dem AR6, den der DOE-Bericht angeblich verschweigt:

Dies sollte nicht so interpretiert werden, dass keine physikalischen (realen) Trends existieren, sondern vielmehr als Hinweis darauf, dass entweder die Qualität oder die zeitliche Länge der Daten nicht ausreicht, um robuste Aussagen zur Trenderkennung zu treffen, insbesondere angesichts der Variabilität über mehrere Jahrzehnte hinweg.

Laut den Reportern von Politico ist das Weglassen des zweiten Satzes irreführend, da er „ausdrücklich davor warnt, Annahmen zu treffen, dass kein Zusammenhang zwischen steigenden Temperaturen und stärkeren Stürmen besteht“. Dazu gibt es zwei Antworten:

Erstens impliziert der zitierte Satz nicht, dass es keinen Zusammenhang zwischen steigenden Temperaturen und stärkeren Stürmen gibt, und die in dem ausgelassenen Satz enthaltene Warnung, dass das Fehlen von Beweisen kein Beweis für das Nichtvorhandensein ist, trägt nichts zur inhaltlichen Diskussion darüber bei, warum die Erkennung von Trends nicht „robust” ist. Solche mahnenden Worte sind unnötig, außer vielleicht als politische Deckung, um die Klima-Gedankenpolizei zu besänftigen.

Zweitens zitiert der unmittelbar folgende Satz des DOE-Berichts den folgenden Satz aus AR6: „Es ist wahrscheinlich, dass der weltweite Anteil schwerer (Kategorie 3–5) tropischer Wirbelstürme in den letzten vier Jahrzehnten zugenommen hat …” Der DOE-Bericht verschweigt also nichts und führt niemanden in die Irre. Er zitiert die Schlussfolgerung von AR6, dass ein Zusammenhang zwischen Hurrikanstärke und Erwärmung „wahrscheinlich” ist. Die Reporter von Politico zitieren oder erwähnen diese Aussage nicht.

Es sind also die Reporter von Politico, die den Kontext auslassen, indem sie nur einen von zwei aufeinanderfolgenden Sätzen zitieren. Sie begehen genau den journalistischen Fehlgriff, den sie fälschlicherweise den Autoren des DOE-Berichts unterstellen.

Die Reporter von Politico bemängeln außerdem, dass der DOE-Bericht nicht auf Beweise eingeht, dass Hurrikane durch „stärkere Niederschläge“ zerstörerischer werden. Das sei ein „eindeutiger Hinweis“, erklärte ihnen der Hurrikanforscher Kerry Emanuel vom MIT. Lassen Sie mich eine weitere ebenso plausible Vermutung anstellen. Kurze Datenreihen und erhebliche natürliche Schwankungen behindern auch zwei Jahrzehnte nach Emanuels bahnbrechender Veröffentlichung zu diesem Thema weiterhin eine zuverlässige Erfassung der „zunehmenden Zerstörungskraft tropischer Wirbelstürme“. Die jüngste Betonung der Niederschläge durch langsam ziehende Hurrikane ist ein „eindeutiger Hinweis“ darauf, dass einige Wissenschaftler eine neue Begründung für ihre Klimawarnungen brauchen.

Ein Rechtsstreit wegen angeblicher Verfahrensverstöße, die nichts mit dem Inhalt des Berichts zu tun hatten, führte dazu, dass das DOE das fünfköpfige Autorenteam auflöste. Hätte man den Autoren gestattet, ihren Berichtsentwurf auf der Grundlage der zahlreichen inhaltlichen Kommentare fertigzustellen, die das DOE erhalten hatte, hätten sie sich wahrscheinlich ausführlicher mit dem Thema Hurrikan-Wasser befasst, wie es ihnen in den Kommentaren des Competitive Enterprise Institute empfohlen worden war.

Die Reporter von Politico behaupten, der DOE-Bericht „verstärkt vermeintliche Konflikte unter Klimawissenschaftlern – auch wenn es gar keine gibt“. Sie fahren fort: „Es ist beispielsweise nicht wahr, dass es innerhalb der Klimawissenschaft eine ‚substanzielle Debatte‘ darüber gibt, ob die Sonne ein Haupttreiber der globalen Erwärmung sein könnte.“

Der DOE-Bericht sagt jedoch nicht, dass die Sonne „ein Haupttreiber sein könnte“. Er stellt vielmehr zurückhaltend fest, dass „die Auswirkungen von Sonnenvariationen auf das Klima ungewiss sind und Gegenstand intensiver Debatten sind“. Dies ist eine vernünftige Schlussfolgerung aus Connolly et al. (2021), einer im DOE-Bericht zitierten Studie.

Die Reporter von Politico beschreiben die Studie als „[Willie] Soon-Studie“ und behaupten, die Autoren des DOE würden sie zitieren, „um zu suggerieren, dass es die Sonne und nicht die Verbrennung fossiler Brennstoffe ist, die zum globalen Temperaturanstieg beigetragen hat“. Das ist schlampige Berichterstattung. Der Hauptautor der Studie ist Ronan Connolly, zu dem Soon und 21 weitere Co-Autoren hinzukommen. Die Studie hat nicht zum Ziel, den Beitrag der Sonne zum „globalen Temperaturanstieg“ zu bewerten, sondern ihren Einfluss auf die „Temperaturtrends der nördlichen Hemisphäre“.

Die Studie untersucht 16 verschiedene Schätzungen in der begutachteten Literatur zu Veränderungen der gesamten Sonneneinstrahlung (TSI) seit mindestens 1850 und Rekonstruktionen der Temperaturtrends der nördlichen Hemisphäre unter Verwendung von fünf weitgehend unabhängigen Schätzmethoden. Connelly et al. kommen zu dem Schluss: „Für alle fünf Temperaturreihen der nördlichen Hemisphäre deuten unterschiedliche TSI-Schätzungen auf alles hin, von keiner Rolle der Sonne in den letzten Jahrzehnten (was bedeutet, dass die jüngste globale Erwärmung hauptsächlich vom Menschen verursacht ist) bis hin zu einer hauptsächlich durch Veränderungen der Sonnenaktivität verursachten globalen Erwärmung (das heißt, dass die jüngste globale Erwärmung hauptsächlich natürlichen Ursprungs ist).”

Ich fordere jeden fairen Menschen auf, den Artikel zu lesen und zu dem Schluss zu kommen, dass ein potenziell bedeutender Beitrag der Sonne zu den Temperaturtrends der nördlichen Hemisphäre „widerlegt” wurde oder dass es keine „substanzielle Debatte” über den Einfluss der Sonne auf diese Trends gibt.

Auf jeden Fall „legt der DOE-Bericht nicht nahe, dass es die Sonne und nicht die Verbrennung fossiler Brennstoffe ist, die zum globalen Temperaturanstieg beigetragen hat”. Darüber hinaus berichtet die sogenannte Soon-Studie zwar über Belege dafür, dass die Sonne eine große Rolle bei der globalen Erwärmung spielt, aber sie berichtet auch über Belege dafür, dass die Sonne keine Rolle spielt. Die Reporter von Politico verschweigen die Hälfte der Schlussfolgerungen der Studie. Das ist weder fair noch ausgewogen!

Was den DOE-Bericht angeht, der sich auf Analysen bezieht, die „nicht von Fachkollegen überprüft wurden“, so ist dies irreführend. Der DOE-Bericht enthält Analysen zu Temperaturen und Niederschlägen, die auf offiziellen Datensätzen der US-Regierung und von Fachkollegen überprüften Verfahren basieren. In vielen Fällen haben die Autoren die vor einigen Jahren veröffentlichten Analyseergebnisse aktualisiert, um Vorwürfe zu vermeiden, sie würden sich auf veraltete Erkenntnisse stützen. Bei der Aktualisierung früherer Analysen haben sie auch auf die zugrunde liegenden begutachteten Fachartikel verwiesen und die neuen Daten veröffentlicht. Darüber hinaus wurde der gesamte Bericht einer anonymen Begutachtung durch technische Mitarbeiter des DOE unterzogen. Die Unterstellung der Reporter von Politico, die Forschung sei unsachgemäß, ist unbegründet.

Die Reporter von Politico schüren auch die Angst vor „versteckten Verbindungen“ zwischen bestimmten Autoren des DOE und „konservativen Gruppen, die sich gegen die Bemühungen der Regierung zur Bekämpfung des Klimawandels aussprechen“, darunter auch Gruppen, die von der fossilen Brennstoffindustrie finanziert werden.

Kurzmeldung: Die Validität einer Studie hängt nicht von den „Verbindungen“ der Forscher ab. Unabhängig davon sind die Verbindungen von Ross McKitrick, Roy Spencer und Steve Koonin zu bestimmten konservativen Thinktanks nicht versteckt, sondern offen und bekannt.

Die Reporter würdigen die „akademische und staatliche Erfahrung” der Autoren, liefern jedoch kaum konkrete Details. Sie erwähnen weder Koonins Position als Unterstaatssekretär für Wissenschaft im Energieministerium der Obama-Regierung noch John Christys Arbeit als Hauptautor des 3. IPCC-Bewertungsberichts (2001), Ross McKitricks Arbeit als Fachgutachter für die letzten drei IPCC-Bewertungsberichte (Arbeitsgruppen I und II), Roy Spencers Arbeit als leitender Wissenschaftler für Klimastudien bei der NASA oder Judith Currys Tätigkeit in mehreren hochrangigen Beratungsgremien wie dem Space Studies Board und dem Climate Research Council des National Research Council. Warum werden diese „Verbindungen“ als weniger relevant angesehen als die Zugehörigkeit zu einem konservativen Think Tank?

Schließlich kommen wir zu der Behauptung der Politico-Reporter, dass der DOE-Bericht „offensichtlich politisch“ und keine echte „wissenschaftliche Untersuchung“ sei. Sie schreiben diese Ansicht dem Bundesrichter William Young aus Massachusetts zu. Der Richter verwendet diese Formulierungen jedoch nicht, und wenn sie ihn zitieren, nehmen sie seine Worte aus dem Zusammenhang.

Richter Young ist der Ansicht, dass der letzte Absatz des Berichts so „gestaltet“ ist, dass er „Ratschläge oder Empfehlungen für einen neuen Ansatz in der Klimapolitik“ enthält. Die Reporter von Politico behaupten, dies bedeute, dass der DOE-Bericht ein „politischer Plan“ sei. Der Richter befasst sich jedoch mit einer Frage des Verwaltungsrechts und nicht mit wissenschaftlicher Integrität. Sein Argument lautet lediglich, dass die „Ratschläge oder Empfehlungen“ im letzten Absatz die Autoren des DOE-Berichts zu einem „Beratungsausschuss“ machen und somit den Verfahrensvorschriften des Federal Advisory Committee Act (FACA) unterliegen.

Vor kurzem verkündete der Politico-Reporter Scott Waldman „die Enthüllung“, dass vier der Autoren des DOE-Berichts in der Vergangenheit die Gefährdungsfeststellung angefochten hätten. Das bedeute, dass der Bericht durch die „früheren Ansichten“ der Autoren „gefärbt“ sei, was seiner Meinung nach ein „weiterer Beweis“ dafür sei, dass der Bericht „kaum mehr als ein politisches Dokument“ sei.

Nein, nicht einmal annähernd. Die Gefährdungsfeststellung stützt sich ausdrücklich auf die „Mainstream“-Klimawissenschaft. Daher ist es für jeden Wissenschaftler, der schwerwiegende Mängel in dieser Wissenschaft feststellt, eine logische Notwendigkeit, auch die Gefährdungsfeststellung zu kritisieren. Nur Wissenschaftler, die umfangreiche Arbeiten vorgelegt haben, in denen sie die Mainstream-Klimawissenschaft kritisieren, konnten die breit gefächerten Literaturübersichten erstellen, die im DOE-Bericht zusammengestellt wurden. Es ist kaum eine Neuigkeit – geschweige denn eine Enthüllung –, dass vier der Autoren des DOE-Berichts bereits vor Beginn ihrer Arbeit an dem Bericht Einwände gegen die Gefährdungsfeststellung hatten.

Nach Ansicht von Waldman sind konträre Wissenschaftler, die den Mut haben, ihre Forschungsergebnisse zu veröffentlichen und sich offen zu äußern, allein aufgrund dieser Tatsache ungeeignet, auf Einladung eines Kabinettssekretärs einen klimawissenschaftlichen Bericht zu erstellen.

Dieses Argument geht nach hinten los. Alle Mainstream-Wissenschaftler, die das Politico-Team zitiert, um den DOE-Bericht zu verreißen, haben sich in Wort und Schrift für die Mainstream-Klimawissenschaft, die Gefährdungsfeststellung oder die daraus resultierenden Treibhausgasvorschriften ausgesprochen, was bedeutet, dass auch sie „von früheren Ansichten beeinflusst“ sind. Das gilt übrigens auch für Waldman selbst, der sich eine Art Karriere daraus gemacht hat, konträre Wissenschaftler zu verunglimpfen und Rückschritte in der Klimapolitik anzuprangern.

Nach seiner Logik sind alle Wissenschaftler und Journalisten, die zu der Gefährdungsfeststellung Stellung genommen haben – ob dafür oder dagegen –, politisch voreingenommen und ungeeignet, Klimawissenschaftsberichte für die US-Regierung zu verfassen oder zu begutachten.

Schlussfolgerungen

Das Politico-Team lehnt eine kritische Überprüfung der gängigen Klimawissenschaft ab, da die Behauptung, abweichende Meinungen würden unterdrückt, laut Camille Parmesan, koordinierende Autorin des IPCC, „bestenfalls absurd und arrogant und schlimmstenfalls ein bewusster Trick ist, um jahrzehntelange strenge wissenschaftliche Arbeit zu untergraben”. Sorry, aber das ist einfach lächerlich.

Die Mainstream-Klimawissenschaft ist ein milliardenschweres Unternehmen, das fast ausschließlich von der Regierung finanziert wird. Die Wahrnehmung einer „Klimakrise” ist entscheidend für die Pflege und Aufstockung der Budgets klimafokussierter Behörden, für Karrieren in klimabezogenen Behörden und für die Selbsttransformation von Umweltregulierungsbehörden zu industriepolitischen Zaren. Folglich haben Behörden ein massives organisatorisches Interesse daran, Klimaforschung zu finanzieren, welche die Krisennarrative vorantreibt.

Da die Klimaforschungsprogramme der Universitäten stark von Bundesmitteln abhängig sind, stellen die Fakultätsvorsitzenden bevorzugt Forscher ein und befördern sie, sofern sie sich an die Parteilinie halten. Die gleichen Forscher stellen den Großteil der Herausgeber und Gutachter von Fachzeitschriften, die entscheiden, welche Artikel veröffentlicht und welche abgelehnt werden. Wie der verstorbene Klimawissenschaftler Patrick Michaels feststellte, brauchen Gutachter, deren Karriere von der Großzügigkeit des Bundes abhängt, keine externe Anleitung oder Koordination hinter den Kulissen, um eine Studie abzulehnen, die suggeriert, dass „der Klimawandel etwas übertrieben ist“ oder dass „wir ohnehin nicht viel dagegen tun können“.

Und vergessen wir nicht das Offensichtliche. Der Großteil der Klimaforschung des Landes wird an renommierten Universitäten betrieben, wo politisches Gruppendenken und Intoleranz gegenüber anderen Standpunkten die Meinungs- und Gedankenfreiheit ständig gefährden.

Im Jahr 2019 veröffentlichte Nature Communications eine Studie, die das Unausgesprochene laut ausspricht. Die Studie rät Forschern mit „wissenschaftlicher Autorität“, nicht zu versuchen, Skeptiker zu widerlegen, da dies „den kontraproduktiven Eindruck hinterlassen würde, dass die gegenteiligen Argumente etwas Substanzielles enthalten, über das diskutiert werden muss“. Der Artikel enthält einen Link zu einer Liste mit 386 Gegnern, damit „professionelle Journalisten und Redakteure“ wissen, wen sie nicht interviewen oder veröffentlichen sollten.

Aber solche Überlegungen sind in gewisser Weise übertrieben. Die Reporter von Politico werden durch ihr eigenes Verhalten widerlegt. Was tun sie denn bitte anderes als die Falschmeldung zu verbreiten, dass die Autoren des DOE keine Argumente haben, die es wert wären, diskutiert zu werden? Und wie kann es kein Versuch sein, ihre Stimmen in der Öffentlichkeit zum Schweigen zu bringen, wenn man einen konträren Bericht aufgrund der „früheren Ansichten” seiner Autoren disqualifiziert?

Author: Marlo Lewis, Ph.D., Senior Fellow in Energy and Environmental Policy, Competitive Enterprise Institute

Link: https://wattsupwiththat.com/2025/10/29/hiding-the-endangerment-findings-systemic-biases-politicos-failed-attack-on-does-climate-science-report-part-2/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Fake News: BBC schlägt wieder einmal die Riff-Alarmtrommel

Paul Homewood, NOT A LOT OF PEOPLE KNOW THAT

Genau pünktlich zur COP30 kommt das hier von der BBC – was für ein Zufall!

Das Great Barrier Reef steht vor einer „düsteren Zukunft“ und wird bis 2050 einen „raschen Rückgang der Korallen“ erleiden, aber Teile davon könnten sich erholen, wenn die globale Erwärmung unter 2 °C gehalten wird, wie eine neue Studie ergab.

Forscher der University of Queensland (UQ) simulierten mithilfe von Modellen den Lebenszyklus bestimmter Korallenarten und stellten fest, dass einige sich besser an wärmere Ozeane anpassen und das Wachstum neuer Korallen fördern können.

Riffe in der Nähe von kühleren Meeresströmungen waren ebenfalls widerstandsfähiger, was diesem Naturwunder, das in den letzten Jahren unter starkem klimabedingtem Hitzestress gelitten hat, einen „Funken Hoffnung“ gibt.

Die Studie warnte, dass die Eindämmung der CO2-Emissionen entscheidend sei, um eine Erholung der Korallen zu ermöglichen und einen „beinahe vollständigen Zusammenbruch“ des Riffs zu vermeiden.

Dr. Yves-Marie Bozec, der die Forschung leitete sagte, dass bei der Modellierung von mehr als 3.800 einzelnen Riffen, aus denen das Great Barrier Reef besteht, deren „ökologisch-evolutionäre Dynamik” untersucht worden sei. Dazu gehörte auch, wie Korallen miteinander interagieren, wie sie mit wärmerem Wasser umgehen und wie Korallen in natürlich kühleren Gebieten reagieren.

„Wir haben all diese Faktoren mit den aktuellsten Klimaprognosen durchgespielt – und die Nachrichten waren nicht gut”, sagte er.

„Wir prognostizieren einen raschen Rückgang der Korallen vor der Mitte dieses Jahrhunderts, unabhängig vom Emissionsszenario.”

Das Great Barrier Reef ist eines der artenreichsten Ökosysteme der Welt und erstreckt sich über mehr als 2.300 km vor der Nordostküste Australiens.

Zwischen 2016 und 2022 hat es vier bedeutende maritime Hitzewellen erlebt, wodurch ein Großteil seiner Korallen die Algen abgestoßen hat, die ihnen Leben und Farbe verleihen – ein Prozess, der als Bleiche bezeichnet wird und oft tödlich ist.

Einem aktuellen Bericht zufolge haben Teile des Great Barrier Reef den größten jährlichen Rückgang der Korallenbedeckung seit Beginn der Aufzeichnungen vor fast 40 Jahren erlitten.

Dr. Bozec sagte, dass sich einige Teile des Riffs „nach 2050 teilweise erholen könnten, aber nur, wenn die Erwärmung der Ozeane langsam genug voranschreitet, damit sich die Natur an die Temperaturveränderungen anpassen kann“.

„Die Anpassung könnte Schritt halten, wenn die globale Erwärmung bis 2100 zwei Grad nicht überschreitet. Damit dies geschieht, sind weltweit mehr Maßnahmen zur Reduzierung der CO2-Emissionen erforderlich, die den Klimawandel vorantreiben.“

Dr. Bozec sagte: „Das Zeitfenster für sinnvolle Maßnahmen schließt sich schnell, aber es ist noch nicht ganz zu.“

Im Rahmen des Paris-Abkommens haben sich fast 200 Nationen verpflichtet, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 °C zu begrenzen und ihn „deutlich unter“ 2 °C über den Werten der vorindustriellen Zeit zu halten, die allgemein als das späte 19. Jahrhundert angesehen wird. – Quelle: https://www.bbc.co.uk/news/articles/cx274lj661lo

Nun frage ich mich, warum 2°C so wichtig sind? Oder 2050? Könnte es sein, dass sie entscheidende Elemente des Pariser Abkommens sind?

Warum nicht 2060 oder 2070 oder 2045?

Und angesichts der Tatsache, dass wir seit dem 19. Jahrhundert angeblich bereits eine Erwärmung um 1,5 °C erlebt haben und die Korallenriffe weltweit nach wie vor reichlich vorhanden sind, glaube ich kaum, dass ein weiteres halbes Grad den geringsten Unterschied machen wird.

Diese neue Studie analysiert, wie es derzeit bei allen alarmistischen Studien der Fall zu sein scheint, keine historischen Daten. Stattdessen simuliert sie, wie sie selbst sagt, die ökologisch-evolutionäre Dynamik der Korallen in 3800 Riffen des australischen Great Barrier Reef unter den aktuellen Klimaprognosen. Mit anderen Worten: gute alte Computermodellierung!

Man könnte meinen, dass es, wenn die Korallen der Welt oder das Great Barrier Reef selbst bereits so stark belastet wären, leicht verfügbare Daten gäbe, die dies belegen. Schließlich gab es allein in den letzten zehn Jahren vier bedeutende maritime Hitzewellen am GBR.

Die Studie versucht jedoch nicht, diese Daten zu analysieren oder darzustellen, da die Autoren genau wissen, dass die Antworten ihre Agenda zunichte machen würden – ganz zu schweigen von der Chance auf weitere Fördergelder.

Die gesamte Grundlage ihrer Argumentation ist ohnehin unlogisch. Die Korallen der Welt existieren seit Tausenden von Jahren. Das GBR beispielsweise soll vor etwa 8000 bis 10000 Jahren entstanden sein, als der Meeresspiegel am Ende der Eiszeit gestiegen war. Es befindet sich tatsächlich auf älteren Kalksteinplattformen aus Riffen aus dem Pleistozän.

Das Riff ist bemerkenswert widerstandsfähig, hat es doch mehrere Zyklen der Bleiche und Erholung sowie Klimaschwankungen überstanden. Das Gleiche gilt natürlich auch für Riffe in anderen Teilen der Welt.

Korallen würden in einer wärmeren Welt sogar besser gedeihen und sich in Meere ausbreiten, die derzeit zu kalt sind.

Diese Studie missversteht jedoch die Wissenschaft der Ozeanerwärmung. Meere werden nicht durch die Atmosphäre erwärmt, sondern durch die Sonne. Deshalb sind tropische Meere wärmer als die Nordsee – weil die Sonnenenergie in den Tropen stärker konzentriert ist. Tatsächlich erwärmen Meere die Atmosphäre und nicht umgekehrt.

Außerdem würde der prognostizierte Anstieg des Meeresspiegels die höheren Meerestemperaturen ausgleichen. Korallen sind am stärksten von Hitze betroffen, wenn sie bei sinkendem Meeresspiegel der Sonne ausgesetzt sind, was während El Niño am GBR der Fall ist. Ein höherer Meeresspiegel würde das Riff daher vor übermäßiger Sonneneinstrahlung schützen.

Ich überlasse es Dr. Peter Ridd, die Fakten zusammenzufassen, anstatt den Mythos, den die BBC verbreitet:

Inschrift [Google translate]: Zusammenfassung Korallendaten

Die zuverlässigsten Langzeitdaten zur Korallenbedeckung eines großen Gebiets stammen vom Great Barrier Reef. Seine Bedeckung variiert stark von Jahr zu Jahr, erreichte aber 2022 den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1985 und war doppelt so hoch wie 2011.

Von den 3000 einzelnen Riffen des Great Barrier Reef ist keines verloren gegangen, und alle weisen ausgezeichnete Korallen auf, obwohl es von Jahr zu Jahr große Schwankungen in der Bedeckung gibt, hauptsächlich aufgrund von Zyklonen und Seesternfraß.

Daten für andere Teile der Welt sind weniger zuverlässig und nur für die letzten zwei Jahrzehnte nützlich

Weltweit betrachtet stützen die Daten nicht die Annahme eines starken Rückgangs der Korallenbedeckung. Im schlimmsten Fall könnte es von 2000 bis 2019 einen Rückgang von 7 % gegeben haben, aber die angegebene Fehlermarge ist ähnlich groß wie die Differenz. Darüber hinaus liegt die natürliche Variabilität der Daten bei etwa 10 % – höher als die Differenz zwischen 2000 und 2019.

Daten für die Korallenbioregion der ostasiatischen Meere mit 30 % der weltweiten Korallenriffe, die das besonders artenreiche „Korallendreieck“ umfasst, zeigen seit Beginn der Aufzeichnungen keinen statistisch signifikanten Nettoverlust an Korallen.

Außerhalb Australiens besteht Bedarf an einer verbesserten Standardisierung und Randomisierung der Datensätze.

Inschrift [Google translate]: Korallenbleiche

Die mit Abstand umfassendsten Daten zur Korallenbleiche aufgrund hoher Wassertemperaturen stammen vom Great Barrier Reef. Dies deutet darauf hin, dass die Gesamtauswirkungen sehr gering sind. Die derzeitige Rekordkorallenbedeckung kommt trotz vier angeblich katastrophaler Bleichereignisse in den sechs Jahren vor 2022 zustande.

Korallen benötigen normalerweise mindestens 5-10 Jahre, um sich von einem größeren Sterbeereignis zu erholen. Daher deuten die Rekordwerte der Korallen im Jahr 2022 darauf hin, dass Berichte über massive Sterbeereignisse fehlerhaft waren. Dies wirft ernsthafte Fragen zur Integrität wissenschaftlicher Institutionen und der Medien auf.

Korallenbleiche tritt auf, wenn Korallen die symbiotischen Algen (Zooxanthellen), die in ihnen leben, ausstoßen und diese nach ihrer Erholung oft durch eine andere Art ersetzen. Dieser Prozess macht sie sehr anpassungsfähig an wechselnde Temperaturen.

Die meisten Korallen, die bleichen, sterben nicht.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Zukunft der Korallenriffe weltweit viel weniger düster ist, als oft angenommen wird, zumindest was die Auswirkungen klimatischer Temperaturschwankungen betrifft. Es ist nun klar, dass viele der institutionellen Behauptungen über massive, dauerhafte Korallenverluste stark übertrieben wurden. Es erscheint wahrscheinlich, dass sich in großen Teilen der Korallenriff-Wissenschaftsgemeinschaft ein pessimistisches Gruppendenken breitgemacht hat, das die Klarheit beeinträchtigt, mit der einige in dieser Gemeinschaft die Korallenriffe der Welt beobachten.

Link: https://wattsupwiththat.com/2025/11/07/fake-news-bbc-push-reef-scare-again/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Kalter Winter steht bevor angesichts in diese Richtung deutender Entwicklungen der QBO und in der Stratosphäre

Cap Allon

[Siehe unten die Anmerkungen zu derartigen Prognosen. A. d. Übers.]

Europa könnte einen der kältesten Winter seit Jahrzehnten erleben. Langfristige Prognosen deuten darauf hin, dass die Temperaturen in Nord- und Osteuropa regelmäßig auf -25 °C sinken könnten, wobei sogar in den südlichen Regionen mit Frost zu rechnen ist.

Prognostiker verweisen auf ein Zusammentreffen natürlicher Faktoren: eine sich verändernde Luftmassenzirkulation, sich verstärkende arktische Hochdruckgebiete und eine Abkühlung des Atlantiks – all dies führt zu lang anhaltenden Kälteeinbrüchen auf dem gesamten Kontinent.

Eine neue Analyse der Climate Impact Company unterstreicht, dass die Saison 2025-26 mit einer winterlichen Ostphase der Quasi-Biennial Oscillation (-QBO) zusammenfällt – einem Muster, das historisch mit Episoden plötzlicher stratosphärischer Erwärmungen (SSW) in Verbindung gebracht wird, die schwere arktische Ausbrüche auslösen können.

„Im Allgemeinen sind SSW-Ereignisse, die zu arktischen Ausbrüchen führen können, während einer östlichen QBO wahrscheinlicher“, heißt es in dem Bericht.

Bei der Untersuchung von sieben vergleichbaren Wintern seit 1979 wurden 8 bedeutende SSW-Ereignisse in 21 Wintermonaten festgestellt, darunter Januar 2006, 2015 und 2024 – jedes davon mit einer starken Erwärmung der Polarregion im 10-hPa-Niveau. Bei einem Ereignis im Dezember 1989 konzentrierte sich die Erwärmung auf Quebec, was zu Rekordkälte im mittleren und östlichen Teil der Vereinigten Staaten führte:

Die diesjährigen Analogien deuten auf eine ähnliche Konstellation hin – östliche QBO, Rückgang der Sonnenaktivität, Abkühlung des Nordatlantiks –, die blockierte, nördliche Wetterlagen und möglicherweise extreme Kälte über den Landmassen der nördlichen Hemisphäre während des Winters begünstigt.

Die Wetterdienste im Baltikum fordern die Einwohner schon jetzt auf, ihre Heizungsanlagen und Isolierungen frühzeitig zu überprüfen.

Wenn sich die Prognosen bestätigen, könnte der Winter 2025/26 mit den brutalen Kälteperioden Mitte der 2000er Jahre mithalten, als die Temperaturen in großen europäischen Städten regelmäßig unter -20 °C sanken.

Link: https://electroverse.substack.com/p/russias-record-45c-blizzards-slam?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke)

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

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Anmerkungen zu Jahreszeiten-Prognosen

Dipl.-Met. Christian Freuer

Versuche, ganze Jahreszeiten vorherzusagen sind so alt wie die Wettervorhersage selbst. Das fing ja schon im Mittelalter an mit den sog. „Bauernregeln“. Siehe dazu den ausführlichen Beitrag von mir hier. Darin ist dargelegt, unter welchen Umständen diese Bauernregeln auch heute noch durchaus ihre Berechtigung haben.

Generell gibt es zu Vorhersagen aktuell zwei Verfahren, nämlich numerische Simulation und statistische Extrapolation. Die numerische Simulation ist nach spätestens 10 Tagen (!) aber schon völlig unbrauchbar, wie in diesem Beitrag erläutert. Der statistische Ansatz dagegen – ebenfalls in dem Beitrag erläutert – hat durchaus ebenfalls seine Berechtigung, etwa in der zeitlichen Abfolge des Musters von Rossby-Wellen oder genauer der Änderungen derselben.

Der Kurzbeitrag oben von Cap Allon gehört auch in die Kategorie statistischer Ansatz, nur mit ganz anderen Parametern. Es wird interessant sein zu beobachten, wie der kommende Winter nun tatsächlich abläuft. Einen ersten Hinweis liefert die Tatsache, dass die NAO seit Wochen zumindest im Vergleich der letzten Jahre derzeit nur noch ein Schatten ihrer selbst ist.

Hierzu meine eigene unmaßgebliche Ansicht: Wie in den oben verlinkten Beiträgen beschrieben ist der Zeitraum Ende November / Anfang Dezember aus statistischer Sicht ein entscheidender Zeitpunkt zur Abschätzung der kommenden Winterwitterung.

Daher treffe ich folgende Aussage: Sollte sich Ende November / Anfang Dezember eine winterliche Wetterlage einstellen (wobei es nicht unbedingt sofort extrem kalt werden muss), ist davon auszugehen, dass der kommende Winter deutlich kälter als normal ausfallen wird oder zumindest ein paar intensive Kältewellen mit sich bringt.




Sagen Sie die Wahrheit, The Guardian und NBC: Hohe Kosten für Wetterkatastrophen sind nicht auf den Klimawandel zurückzuführen

H. Sterling Burnett

Mehrere Mainstream-Medien veröffentlichten diese Woche Artikel, in denen sie unkritisch die Behauptungen einer Interessengruppe zum Klimawandel verbreiteten, nämlich Climate Central (CC). Laut CC hat der Klimawandel in diesem Jahr in den Vereinigten Staaten zu höheren Kosten durch Wetterkatastrophen geführt als jemals zuvor in der Geschichte – oder zumindest seit 1980, dem Beginn der Aufzeichnungen, auf die sich CC stützt. Diese Behauptungen sind falsch. Zwar waren die Kosten für extreme Wetterereignisse und Waldbrände Anfang 2025 hoch, doch gibt es keine Anzeichen dafür, dass der Klimawandel dafür verantwortlich ist. Vielmehr waren die höhere Bevölkerungszahl, die zunehmende Bebauung in katastrophengefährdeten Gebieten, eine schlechte Wasserwirtschaft und menschliches Fehlverhalten in Form von Brandstiftung die Ursachen für die ungewöhnlich hohen Kosten der Katastrophen.

Die Schlagzeile des Guardian über die hohen Kosten von Naturkatastrophen in den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 führte diese direkt auf den Klimawandel zurück: „Klimakatastrophen in der ersten Hälfte des Jahres 2025 sind laut einer Studie die teuersten seit Beginn der Aufzeichnungen.“ Der Bericht von NBC News kritisierte die Trump-Regierung und stellte einen Zusammenhang zwischen dem Klima und den Gesamtkosten der Katastrophen zur Jahresmitte 2025 her: „Was die gelöschten Klimadaten gezeigt hätten: Die teuersten sechs Monate mit Wetterkatastrophen seit Beginn der Aufzeichnungen.“

Die Berichterstattung von The Guardian, NBC und anderen Medien über den Bericht von CC zu den Kosten von Katastrophen war nahezu einheitlich. Der Klimawandel führte Anfang 2025 zu schlimmere Wetterkatastrophen und höheren Kosten als je zuvor – eine Tatsache, die ohne die Arbeit von CC übersehen worden wäre, da Präsident Donald Trump die Mittel für das Programm der National Oceanic and Atmospheric Administration gekürzt hatte, das zuvor solche Kosten überwacht hatte.

Laut The Guardian:

Die erste Hälfte des Jahres 2025 war die teuerste seit Beginn der Aufzeichnungen für Großkatastrophen in den USA, verursacht durch riesige Waldbrände in Los Angeles und Stürme, die einen Großteil des restlichen Landes heimgesucht haben. Dies geht aus einer Studie einer gemeinnützigen Klimaschutzorganisation hervor, die die von der Regierung Donald Trumps eingestellte Arbeit zur Erfassung der größten Katastrophen wieder aufgenommen hat.

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden die USA von 14 verschiedenen wetterbedingten Katastrophen heimgesucht, die jeweils Schäden in Höhe von mindestens 1 Milliarde US-Dollar verursachten, wie die Organisation Climate Central berechnet hat. Insgesamt verursachten diese Ereignisse Schäden in Höhe von 101 Milliarden US-Dollar – durch zerstörte Häuser, Unternehmen, Autobahnen und andere Infrastruktur – und damit mehr als in jedem anderen ersten Halbjahr seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1980.

NBC News schrieb:

Die erste Hälfte dieses Jahres war laut einer am Mittwoch von der gemeinnützigen Organisation Climate Central veröffentlichten Analyse die teuerste, die jemals für Wetter- und Klimakatastrophen in den Vereinigten Staaten verzeichnet wurde.

Es handelt sich um Informationen, die die Öffentlichkeit möglicherweise nie erfahren hätte: Im Frühjahr dieses Jahres strich die Trump-Regierung das Programm der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), das Wetterereignisse mit Schäden von mindestens 1 Milliarde US-Dollar erfasst hatte. Der Forscher, der diese Arbeit leitete, Adam Smith, verließ die NOAA aufgrund dieser Entscheidung.

Um es klar zu sagen: Climate Central ist keine objektive Autorität in Bezug auf die Ursachen und Folgen des Klimawandels und auch keine neutrale Instanz hinsichtlich der vorgeschlagenen Lösungen. Vielmehr wurde die Organisation ausschließlich zu dem Zweck gegründet und existiert, um Materialien zu beschaffen und zu verbreiten, die menschliche Aktivitäten für den Klimawandel verantwortlich machen, der katastrophale Folgen für das Leben der Menschen hat, und um von der Regierung durchgesetzte Lösungen zu fördern, die den Verbrauch fossiler Brennstoffe einschränken.

Abgesehen von den Motiven der Organisation, die den Bericht erstellt hat, war die Berichterstattung über den Bericht von Anfang an ungenau. Die Berichte ignorieren die Geschichte der Naturkatastrophen in den Regionen, die in diesem Jahr betroffen waren, die demografischen Veränderungen, die zu höheren Kosten geführt haben, und vor allem das Fehlen langfristiger erkennbarer Veränderungen der Wetterverhältnisse sowie der Häufigkeit und Schwere extremer Wetterereignisse in den betroffenen Gebieten.

Betrachtet man die Orte, an denen sich die Katastrophen in der ersten Hälfte dieses Jahres ereignet hatten, so stellen wir anhand der eigenen Erhebungen von CC fest, dass es sich bei den Wetterereignissen um Tornados handelte, die während der typischen Tornadosaison von Texas über die Ebenen bis in den oberen Mittleren Westen auftraten. Dieses Gebiet des Landes wird gemeinhin als „Tornado Alley“ bezeichnet, da solche Ereignisse dort im Frühjahr und Frühsommer sehr häufig vorkommen. Das ist also nichts Ungewöhnliches. Was den CC-Bericht und die Behauptung der Medien entscheidend untergräbt, wonach die steigenden Kosten von Tornados auf den Klimawandel zurückzuführen sind, ist die Tatsache, dass, wie beispielsweise in Climate Realism hier sowie hier und hier untersucht, weder die Anzahl, noch die Häufigkeit oder die Schwere von Tornados zugenommen hat, obwohl es auf der Erde etwas wärmer geworden ist.

Weitere Ereignisse sind Überschwemmungen in Gebieten des Landes, die historisch für Frühjahrshochwasser aufgrund von Schneeschmelze und schweren Frühjahrsstürmen bekannt sind – viele dieser Gebiete sind beliebte Städte oder Gemeinden am Flussufer. Climate Realism hat wiederholt Medienberichte widerlegt, wonach Überschwemmungen immer schlimmer werden – die Daten zeigen, dass dies nicht der Fall ist. Wenn Überschwemmungen nicht häufiger oder schwerwiegender werden, kann der Klimawandel nicht für höhere Kosten im Zusammenhang mit Überschwemmungen verantwortlich sein.

Selbst der Weltklimarat (IPCC) hat keinen Trend zu einer Verschlimmerung von Überschwemmungen oder Tornados festgestellt, der auf den Klimawandel zurückzuführen wäre.

Schließlich sind mehr als 60 Prozent der 101 Milliarden Dollar, die laut CC durch klimawandelbedingte Wetterereignisse verursacht wurden, auf ein einziges Ereignis zurückzuführen: die Waldbrände im Januar 2025, die einen großen Teil von Los Angeles zerstörten. Die Brände in Los Angeles waren schrecklich und in der jüngeren Geschichte beispiellos, aber historisch gesehen nicht ungewöhnlich. Der enorme Schaden war das Ergebnis einer Kombination verschiedener Faktoren: starke saisonale Niederschläge in den letzten Jahren, die zu üppigem Pflanzenwachstum führten, kombiniert mit regelmäßiger Bewässerung von Rasenflächen und Bäumen in wohlhabenden Enklaven, gefolgt von einer schweren Dürre, welche die Voraussetzungen für einen Waldbrand schuf, und starken Santa-Anna-Winden, die das Feuer nach seinem Ausbruch schnell über das Land trieben (ebenfalls ein natürliches Merkmal der Region). Unter diesen Bedingungen brauchte es nur noch einen Funken, den ein perverser Brandstifter lieferte. Nachdem das Feuer ausgebrochen war, trieben die Winde es schnell über die trockene Landschaft, und die Feuerwehrleute stellten fest, dass aufgrund politischer Entscheidungen der Landesregierung nicht genügend Wasser in den Reservoirs vorhanden war.

In Los Angeles ist es nicht wärmer als in den 1950er Jahren, und seit 1895 hat der Niederschlag in der Region sogar leicht zugenommen. Trotz der Klima-Alarmisten und der opportunistischen, moralisch überlegen auftretenden Politiker der Demokratischen Partei, die versuchen, den Klimawandel für die Brände und deren Schwere verantwortlich zu machen, deuten die Beweise darauf hin, dass dieser nichts damit zu tun hat.

Wenn sich die klimatischen Bedingungen in den Vereinigten Staaten nicht nennenswert verändert haben in dem Sinne, dass extremere Wetterverhältnisse auftreten, stellt sich die Frage, warum die Kosten im Zusammenhang mit Wetterkatastrophen nominal so stark gestiegen sind. Dabei ist zu beachten, dass die Kosten für Naturkatastrophen inflationsbereinigt in Prozent des BIP im Laufe der Zeit gesunken sind (siehe Abbildung unten):

Wie jedem ehrlichen Beobachter mit einem Mindestmaß an gesundem Menschenverstand klar sein dürfte, ist der Grund für die steigenden Katastrophenkosten offensichtlich: der zunehmende Bullseye-Effekt. Wie Climate Realism bereits in Dutzenden von Artikeln untersucht hat, sind die Immobilienpreise im Laufe der Zeit dramatisch gestiegen, ziehen doch immer mehr Menschen in ökologisch/klimatisch begehrte Gebiete, die anfällig für Naturkatastrophen sind, und dort mehr Häuser, Geschäfte und damit verbundene Strukturen und Infrastrukturen errichten. Wenn eine Katastrophe wie ein Waldbrand (in diesem Fall ein durch Brandstiftung ausgelöster Waldbrand) eintritt, sind mehr Menschen und Immobilien betroffen und die damit verbundenen Kosten sind höher. Climate Realism hat genau diesen Punkt in Artikeln diskutiert, die hier sowie hier und hier verlinkt sind, um nur einige Beispiele zu nennen. Ganz einfach gesagt: Wenn heute ein Hurrikan Miami oder Galveston trifft, gibt es an diesen Orten mehr Gebäude und Strukturen zu zerstören als vor 100 Jahren.

Man kann zwar anerkennen, dass CC Recht hat, dass Naturkatastrophen heute nominal höhere Kosten verursachen als in der Vergangenheit, ohne jedoch zu der völlig unbegründeten Behauptung zu gelangen, dass der Klimawandel die Ursache dafür ist. Seriöse Journalisten und ehrliche Nachrichtenagenturen wie NBC News und The Guardian sollten ihre Fakten überprüfen, bevor sie die falschen Behauptungen einer Klimalobbygruppe als Wahrheit wiedergeben. Irreführende, falsche Alarmmeldungen wie diese sind vermutlich der Grund dafür, dass das Vertrauen in die Medien gering ist und weiter sinkt.

H. Sterling Burnett, Ph.D., is the Director of the Arthur B. Robinson Center on Climate and Environmental Policy and the managing editor of Environment & Climate News. In addition to directing The Heartland Institute’s Arthur B. Robinson Center on Climate and Environmental Policy, Burnett puts Environment & Climate News together, is the editor of Heartland’s Climate Change Weekly email, and the host of the Environment & Climate News Podcast.

Link: https://wattsupwiththat.com/2025/10/28/tell-the-truth-the-guardian-and-nbc-high-weather-disaster-costs-arent-due-to-climate-change/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Die Woche, in welcher der Klima-Katastrophismus seine Klauen verlor

Anthony Watts, The Heartland Institute

Die vergangene Woche könnte als der Moment in die Geschichte eingehen, in dem die Klimadiskussion endgültig ins Wanken geraten ist. In der Klimapolitik ist ein Wendepunkt eingetreten.

Innerhalb weniger Tage erreichten zwei Ereignisse Millionen von Menschen außerhalb der üblichen wissenschaftlichen und medialen Gatekeeper-Strukturen, und beide erzählten dieselbe ketzerische Geschichte: dass die Wissenschaft der Klimakatastrophe bei weitem nicht so gesichert und düster ist, wie uns bisher erzählt weisgemacht worden ist.

Zunächst lud der weltweit meistgesehene Podcaster Joe Rogan zwei der angesehensten lebenden Klimawissenschaftler, die eine abweichende Meinung vertreten, Dr. Richard Lindzen vom MIT und Dr. William Happer von Princeton, zu einem langen Gespräch über die tatsächlichen Beweise für die Behauptungen zur globalen Erwärmung ein. Das zweite Ereignis kam aus den Reihen der Klimawissenschaft selbst: Ted Nordhaus, Gründer des Breakthrough Institute und einst selbsternannter Klimaaktivist, veröffentlichte einen Artikel mit dem Titel „Why I Stopped Being a Climate Catastrophist” (Warum ich aufgehört habe, ein Klima-Katastrophist zu sein). Diesen Beitrag gibt es in deutscher Übersetzung bei CLINTEL hier).

Jeder von ihnen hat auf seine Weise die Kluft zwischen wissenschaftlichen Nuancen und politischen Narrativen aufgezeigt – und zusammen könnten sie einen Wendepunkt im öffentlichen Verständnis markieren.

Jahrelang sorgten die Mainstream-Presse und die Wachhunde der Fachwelt dafür, dass jeder, der die Klimadogmatik in Frage stellte, als „Leugner” abgetan wurde. Diese Taktik funktioniert nicht mehr, wenn Joe Rogan, dessen Publikum das von CNN in den Schatten stellt, zwei emeritierten Professoren gegenüber sitzt, die ruhig erklären, warum CO₂ nicht der planetarische Thermostat ist, als der es dargestellt wird.

Lindzen und Happer verfügen über einwandfreie Referenzen. Sie sind keine Blogger, keine „Influencer”, sondern Physiker, die Jahrzehnte in den weltweit führenden Forschungseinrichtungen verbracht haben. Ihre Botschaft war einfach: Das Klimasystem ist komplex, und die Behauptung, wir könnten die globale Temperatur mit Kohlenstoffsteuern und Windkraftanlagen feinabstimmen, ist reine Phantasie.

Happer erzählte, dass selbst in den 1990er Jahren Klimawissenschaftler die einzigen waren, die sich weigerten, ihre Arbeit persönlich zu verteidigen, vielleicht weil sie ahnten, dass ihre Modelle „hohl und nutzlos“ waren. Lindzen erinnerte die Zuhörer daran, dass die Erwärmung bisher moderat ist, dass extreme Wettertrends keinen alarmierenden Anstieg zeigen und dass die Vorteile der CO₂-Düngung für die globale Landwirtschaft real sind.

Die Reaktion im Internet war unmittelbar und aufschlussreich. Innerhalb von 24 Stunden hatte die Folge fast eine Million Aufrufe auf YouTube und Tausende von Kommentaren, in denen die Gäste dafür bejubelt wurden, dass sie „endlich die Wahrheit“ über die Klimawissenschaft gesagt hatten. Menschen, die noch nie von Strahlungsantrieb oder Wasserdampf-Rückkopplung gehört hatten, erkannten plötzlich, dass Skepsis keine Ignoranz ist – sondern die ursprüngliche wissenschaftliche Methode in Aktion.

Dann, gerade als Rogans Folge im Trend lag, ließ Ted Nordhaus seine eigene intellektuelle Bombe platzen. Sein 7.000 Wörter langer Artikel auf der Website des Breakthrough Journal liest sich wie ein Geständnis – und vielleicht das wichtigste, das die Klimabewegung je gesehen hat.

„Ich glaube nicht mehr an diese Übertreibungen“, schreibt Nordhaus und verweist dabei auf seine früheren Vorhersagen, dass die Nutzung fossiler Brennstoffe Kriege auslösen und den Amazonas-Regenwald zerstören würde. Er räumt nun ein, dass die „Business-as-usual“-Szenarien mit einer Erwärmung um fünf Grad bis 2100 nie plausibel waren – sie gingen von einem absurd hohen Bevölkerungswachstum, unrealistischen wirtschaftlichen Bedingungen und einem langsamen technologischen Fortschritt aus. Die besten aktuellen Schätzungen liegen seiner Meinung nach näher bei drei Grad oder weniger.

Nordhaus geht noch weiter. Er weist darauf hin, dass trotz einer Erwärmung um 1,5 °C seit der vorindustriellen Zeit die weltweite Sterblichkeit aufgrund von Klima- und Wetterextremen pro Kopf um den Faktor 25 gesunken ist – wahrscheinlich der niedrigste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. Der Anstieg der Katastrophenschäden, so beobachtet er, ist hauptsächlich auf die größere Anzahl von Menschen und Gebäuden in gefährdeten Gebieten zurückzuführen, nicht auf stärkere Stürme.

Am vernichtendsten ist vielleicht sein Eingeständnis, dass ein Großteil der Klimagemeinschaft „einfach den Ort der Katastrophe verlagert hat“. Als die Modelle immer weniger Wärme zeigten, heizte sich die Rhetorik auf. Die Wissenschaft war nicht sicherer geworden, sondern das Marketing war verzweifelter geworden.

Dass ein Gründer eines Thinktanks der Umweltbewegung dies öffentlich sagt, ist eine Sensation. Es ist das Eingeständnis eines Insiders, dass die Grenze zwischen Klimawissenschaft und Klimapolitik längst verschwommen ist.

Die Wachhunde verlieren die Kontrolle; was diese Woche anders macht, ist das Ausmaß. Wissenschaftliche Zeitschriften und große Zeitungen können immer noch filtern, welche Studien oder Kommentare gedruckt werden. Aber sie können Rogans Publikum von 10 Millionen Zuhörern nicht filtern. Sie können einen viralen Beitrag nicht unterdrücken, der von Lesern, die eher nach Ehrlichkeit als nach Apokalypse hungern, über verschiedene Plattformen geteilt wird.

Jahrelang stützte sich die wissenschaftliche Establishment auf soziale Einschüchterung – die Überzeugung, dass nur ein Spinner „die Wissenschaft” in Frage stellen würde. Doch nun haben wir einen der prominentesten Umweltschützer Amerikas, der zugibt, dass Katastrophismus unbegründet ist, und zwei Weltklasse-Wissenschaftler, die ruhig erklären, warum die CO₂-Empfindlichkeit überbewertet wird. Der Vorhang ist gefallen.

Die Ironie dabei ist natürlich, dass beide Veranstaltungen nicht auf Ideologie, sondern auf Daten zurückgriffen. Happer und Lindzen betonten das Fehlen empirischer Belege für einen direkten Zusammenhang zwischen steigendem CO₂-Ausstoß und sich verschlechternden Wetterbedingungen. Nordhaus hob die historischen Belege für die Anpassungsfähigkeit des Menschen hervor – die Tatsache, dass moderne Infrastruktur, Technologie und Wohlstand uns weniger anfällig für Klimaextreme gemacht haben, nicht mehr.

Und beide kritisierten das Gleiche: wie Angst die Wissenschaft ersetzt hat. „Hochgebildete Menschen neigen oft eher dazu, hartnäckig an falschen Überzeugungen festzuhalten, weil sie besser darin sind, ihre ideologischen Überzeugungen zu verteidigen“, schreibt Nordhaus und fasst damit das Gruppendenken zusammen, das akademische und politische Institutionen dominiert.

Die öffentliche Meinung ändert sich nicht über Nacht, aber sie kann sich schlagartig wenden, wenn die Menschen das Gefühl haben, manipuliert worden zu sein. Die Klimapolitik ist zu einer Billionen-Dollar-Industrie geworden, die auf übertriebenen Prognosen und moralischer Panik basiert. Wenn angesehene Wissenschaftler und ehemalige Aktivisten gleichermaßen sagen, dass der Kaiser keine Kleider trägt, beginnt der Zauber zu bröckeln.

Diese Woche hörten Millionen Menschen Argumente, von denen ihnen gesagt wurde, dass es sie nicht gäbe – und entdeckten, dass begründete Skepsis keine Leugnung ist, sondern Vernunft. Sie hörten, dass Unsicherheit keine Ketzerei ist, dass Daten wichtiger sind als Konsens und dass Energiepolitik der Menschheit dienen sollte, nicht der Ideologie.

Wenn es einen echten „Wendepunkt“ in der Klimadiskussion gibt, dann vielleicht nicht in der Atmosphäre, sondern im öffentlichen Bewusstsein – eine Verlagerung weg von Angst hin zu Beweisen, weg von Zensur hin zu einer offenen Debatte.

Seit Jahrzehnten beharrt das Establishment darauf, dass es gefährlich ist, diese Erzählung in Frage zu stellen. Die wahre Gefahr, wie Lindzen, Happer und jetzt Nordhaus uns erinnern, besteht darin, was passiert, wenn wir überhaupt aufhören, Fragen zu stellen.

Anthony Watts is a senior fellow at The Heartland Institute.

Link: https://redstate.com/heartlandinstitute/2025/10/28/the-week-climate-catastrophism-lost-its-grip-n2195521?

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

Anmerkung des Übersetzers hierzu: Leider kann ich den Optimismus des Autors Anthony Watts nicht ganz teilen. Hierzulande wird sich leider vermutlich erst einmal nichts am Katastrophismus ändern – solange die MSM dieses Lied weiter singen. Drücken wir uns allen die Daumen, dass sich auch bei uns irgendwann vernünftige Stimmen Gehör verschaffen – aber der bisher angerichtete Schaden ist wohl bereits irreversibel.