Treibhausgaskraftwerke – Endlich unabhängig von russischem Erdgas – Die Transformation der Energiewirtschaft

Raimund Leistenschneider

Dank Treibhauseffekt und Treibhausgase sind unsere Energieprobleme nachhaltig gelöst. Dazu brauchen wir nur die enorme Strahlungsleistung der sog. Gegenstrahlung der Treibhausgase energetisch zu nutzen und schon sind wir sofort unabhängig von russischem Erdgas.

Angeregt durch die Kommentare [1] von Herrn Dietze zum Artikel des Autors „Es ist Fünf nach Zwölf … oder doch nicht?“ zu diesem Beitrag hat der Autor diese Inspirationen aufgenommen und zum Positiven für uns alle gedeutet.

[1] „Davon abgesehen ist tatsächlich der Anteil der vom CO2 zurückgehaltenen Erdabstrahlung (der ja heute als gemessener „Satellitentrichter“ von 27 W/m² zu sehen ist, siehe Anlage) eine Zusatzenergie (!) am Erdboden – ebenso wie es für die Sonne eine Zusatzenergie ist wenn ein Teil ihrer Abstrahlung durch einen Spiegel zurückgeworfen wird.“ Soweit Herr Dietze.

Dazu hat Herr Dietze Abb.2 hinzugefügt.

Abb.2 zeigt das Emissionsspektrum der Erde (IR-Abstrahlung) über die Wellenzahl von 400 – 1600 1/cm (wirksames Strahlungsspektrum) aus Satellitensicht. Bei 15 µm (Wellenlänge) ist demnach die Wärmeabstrahlung durch CO2 maximal behindert. Deutlich ist der sog. Strahlungstrichter mit einem Strahlungsinhalt von 27 W/m² zu sehen. Bei CO2-Verdopplung eine Transmissionsänderung mit max. 10% in den Nebenbanden sind dies immer noch 2,7 W/m². Da der Autor „konservativ“ seine Betrachtungen führen möchte, soll mit diesem, geringeren Wert, gerechnet werden.

Eine Strahlungsleistung des Treibhausgases von CO2 aus seiner Gegenstrahlung (Zusatzenergie !!, so Herr Dietze) von 2,7 W/m² ergibt bei 1 km² eine 2,7 MW und bei 1000 km² schon 2,7GW. Dies ist die Leitung eines Kernkraftwerkes! Und die erhalten wir, indem wir die Treibhausgase und ihre Zusatzenergie über Deutschland aus 1000km² nutzen! Bei einer Gesamtfläche für Deutschland nach Wikipedia von 357.588 km² könnte man also theoretisch die Leistung von etwa 350 Kernkraftwerken generieren. Dies ist gewaltig und darf nicht länger ungenutzt bleiben. Daher soll dieser gewaltige Gegenstrahlungseffekt mit seiner gewaltigen Zusatzenergie der Treibhausgase für unsere Energieerzeugung und damit unsere Energieunabhängigkeit in neuartigen Gaskraftwerken (Abb.1 und Abb.3) genutzt werden.

Abb.3 (© Raimund Leistenschneider) zeigt die Funktionsweise eines Treibhausgaskraftwerkes.

Mittels Treibhausgassauger wird das Treibhausgas aus der Lufthülle gesaugt und dem Treibhausgasgegenstrahlungsabsorber zugeführt. Dabei arbeiten Treibhausgassauger prinzipiell wie bei der Ökostromgewinnung, bei der die grünen Elektronen, die den Ökostrom bilden, auf raffinierte Weise (mittels Spektral-Elektronenschleuse: Grüne Elektronen haben andere Spin- und Spektraleigenschaften und so kann die Farbe der Elektronen erkannt werden – diese anderen Spektraleigenschaften macht man sich auch bei Treibhausgasen zu Nutze) aus dem Stromverbundnetz herausgefiltert werden und Unternehmen, wie der Deutschen Bahn, die Möglichkeit geben, ihren Kunden zu offerieren, sie fahren zu 100% mit Ökostrom. Stehen dann mal nicht genügend grüne Elektronen zur Verfügung, weil gerade Windflaute oder Dunkelflaute herrscht, dann stehen die Züge der Deutschen Bahn still. EIKE berichtete darüber hier. Bei Treibhausgaskraftwerken kann so etwas aber nicht passieren, denn Treibhausgase stehen überall in der Atmosphäre in großen Mengen und Dank Ländern wie China und Indien, in immer höheren Konzentrationen zur Verfügung. Was als gute wirtschaftliche Zusammenarbeit zu werten ist. Eine Zusammenarbeit, für die sich unsere Außenministerin bei diesen Ländern gar nicht genug bedanken kann!

Im Treibhausgasgegenstrahlungsabsorber wird das durchfließende Wasser durch die Zusatzenergie der Treibhausgasgegenstrahlung erhitzt. Der dabei entstehende Wasserdampf treibt eine Turbine an, die den elektrischen Strom erzeugt. Alternativ oder auch zusätzlich zur Stromerzeugung kann der Wasserdampf über Kraft-Wärmekopplung zum Heizen von Wohnraum genutzt werden. Da Treibhausgase in großer Menge überall in der Atmosphäre verfügbar sind, bedeutet dies eine enorme Senkung der Stromentstehungskosten und damit der Stromkostensenkung für die Endverbraucher. Also für uns alle!

Da Treibhausgase ihre Temperaturerhöhungen am Tage vornehmen [2] und Nachts nicht in Erscheinung treten – schließlich müssen sich Treibhausgase nach schwer getaner Arbeit am Tage auch mal ausruhen dürfen – wird diese für Treibhausgase unwirksame Zeitspanne mittels Treibhausgasgegenstrahlungsspeicher überbrückt. Diese Treibhausgasgegenstrahlungsspeicher funktionieren prinzipiell in gleicher Weise wie ihre historischen Vorbilder in Schilda.

Bei erhöhter Energie-/Stromnachfrage kann mittels eines zweiten Treibhausgassaugers (Abb.3) ganz gezielt auf die entsprechende Nachfrage reagiert und die Kraftwerksleistung immer bedarfsgerecht geregelt werden. Als „Nebeneffekt“ der Treibhausgaskraftwerke wird der CO2-Pegel der Atmosphäre durch die Treibhausgassauger reduziert, wodurch Deutschland endlich sein 2°C-Ziel erreichen kann. Was die bekannten Klimaprofessoren Schelmhuber und Milchdorf in Entzücken versetzte (Abb.4).

[2] Das Treibhausgase ihre Wirkung am Tage ausüben, haben wir die letzten Tage erlebt, als es am Tage mit Sonnenschein frühlingshaft warm war und Nachts noch Minusgrade auftraten. Wer jetzt aber denkt, die Sonne hätte diese Erwärmung am Tage verursacht, der hat den Treibhauseffekt nicht verstanden und übt sich natürlich auch in übler Verleumdung.

Abb.4 zeigt die Professoren Schelmhuber und Milchdorf, zusammen mit weiteren Klimaprofessoren, wie dem Amerikaner Prof. Hännschen(klein), bei der Abstimmung über die Postulate des Treibhauseffektes.

Unsere Leser haben sicherlich längst gemerkt, dass es sich bei dem Artikel um einen Aprilscherz handelt. Genauso ein Aprilscherz ist der Treibhauseffekt [3]. Allerdings ein schlechter Aprilscherz. Oder mit den Worten eines großen Physikers, Prof. Dr. Gerlich: Um eine „Treibhausblödelei“. Die mit der gewaltigsten Umverteilung von unten nach oben einher geht, die unser Land je gesehen hat. Die weltweit höchsten Strompreise sind dabei nur ein Beispiel.

[3] Begründung:

Die von einer äußeren Energiequelle (Sonne) abgegebenen Strahlen erwärmen die Erdoberfläche, werden dort reflektiert und in der Atmosphäre (teilweise) abermals reflektiert. Die Gegenstrahlung, deren Energieinhalt immer geringer als die ausgesendete Strahlung ist, kann die Erdoberfläche nicht erwärmen. Rudolf Clausius schreibt: Es gibt keine thermodynamische Zustandsänderung, deren einzige Wirkung darin besteht, dass eine Wärme-menge einem kälteren Wärmespeicher entzogen und an einen wärmeren abgegeben wird.“

Erwärmen heißt in der deutschen Sprache, einen Gegenstand zu einer höheren Temperatur, als seiner Ausgangstemperatur zu bringen. Die Aussage, dass die abgegebene Energie immer geringer als die zurück geführte Energie ist, lässt sich anschaulich mit den Modellvorstellungen, die in der Quantenmechanik benutzt werden, zeigen. Dort werden bei Potenzial-/Energiebetrachtungen sog. Energietöpfe, Energietäler und Energieberge verwendet (Abb.5).

Abb.5: Bildhaft lässt sich dies wie folgt darstellen. Befindet sich ein Objekt, z.B. ein Molekül, in dieser Energielandschaft auf einem bestimmten Energieniveau, Mo0 und wird durch ein Photon, mit einem Energiequantum Ph0 angeregt, so wird dass Molekül in der Energielandschaft, auf das Energieniveau Mo0+x angehoben, im Beispiel auf die „Bergspitze“. Die Anregungszeiten sind mit 10↑-15s deutlich geringer, als die Verweildauer, in der das Molekül in seinem angeregten Zustand bleibt (bei CO2 beträgt dieser ca.10↑-4 – 10↑-3 s).

Ein weiteres Photon mit dem Energieinhalt Ph0 kann nun keine weitere Energiekomponente auf das angeregte Molekül übertragen, weil es sich energiemäßig niedriger, z.B. in der Bergflanke aufhält und das (bereits angeregte) Molekül auf der Energiebergspitze nicht erreicht. Erreiche ich aber etwas nicht, dann kann ich auch keinen Eintrag auf dieses einbringen. Deshalb können im Beispiel, weitere Photonen gleicher oder gar geringerer Energie keine weitere Energieanhebung hervorrufen.

Dass die vom Absorbermolekül abgegebene Energiemenge immer kleiner sein muss, als das zugeführte Energiequantum (aus Gründen der Schwingungsverluste und interner Quanteneffekte wie der Spin/Bahn-Kopplung), bewirkt, dass die energiemäßig geringere Rückstrahlung (gegenüber der Ausgangstemperatur des Bodens, wieder das Beispiel mit den Energietöpfen) den Boden nicht über seine Ausgangstemperatur hinausbringen kann, sonst wäre der 2 HS verletzt.

Dass die Gegenstrahlung niemals ihren Absender über dessen Temperatur erhöhen kann, lässt sich auch auf einfache Weise math. mittels der Formel des zeitlichen Wärmeübergangs zeigen.

Q ist dabei die von der Quelle abgegebene Energiemenge an die Masse m, q ist die von der Masse m pro Zeit t abgegebene Energiemenge.

Für t gegen unendlich, wird folglich q = Q, q nähert sich asymptotisch Q, kann dieses aber nie erreichen. Die Gegenstrahlung (q) kann folglich ihren Emittenten (Q) niemals über dessen Ausgangstemperatur erwärmen.

Von der Quantenwelt zurück in die Welt, die wir täglich erleben dürfen. Da gibt es den Wirtschafts-und Klimaminister Habeck, der in der Welt herumreist, für Deutschland die Energiefrage zu sichern (Abb.6).

Abb.6, Quelle mit der für die Grünen so typischen [4] Begrüßungshaltung auf der Suche nach Energieersatz für russisches Erdgas.

[4] Es gibt Leute, die sind aufgrund ihrer Fähigkeiten und Kompetenz ein gern gesehener Gesprächspartner und es gibt Leute….

Da es sich leider bei dem Treibhausgaskraftwerk um einen Aprilscherz handelt, muss unser Wirtschafts-und Klimaminister weiter seine ganze Aufmerksamkeit der sicheren (Gas [5])Energieversorgung unseres Landes widmen oder, in Anlehnung an einen bekannten Kabarettisten:

Und so warten Herr Habeck und seine Grünen vergeblich auf die alternativen Errungenschaften.

[5] Den Profiteuren der Klimahype, EIKE berichtete darüber

 




,Washington Post‘ und ,NPR‘ ignorieren den ländlichen Widerstand gegen erneuerbare Energien

Robert Bryce

In den drei Jahrzehnten meiner Tätigkeit als Reporter habe ich schon viel Hype und schlechte Berichterstattung über erneuerbare Energien erlebt. Aber zwei kürzlich erschienene Artikel – in der Washington Post und im National Public Radio NPR – sind besonders ungeheuerlich. Diese Berichte zeigen einmal mehr, dass einige der größten Medienunternehmen der Welt keine Ahnung – und offenbar auch kein Mitgefühl – für die Amerikaner auf dem Lande haben, die von Maine bis Hawaii für den Schutz ihrer Häuser und Wohngegenden vor großen Wind- und Solarprojekten kämpfen. Die Reporter haben auch keine Ahnung, wie viel erneuerbare Energie – und damit auch wie viel Land – benötigt wird, um Amerikas unersättlichen Energiehunger zu stillen.

Am 20. Februar veröffentlichte die Post einen Artikel der Reporterin Kasha Patel, in dem sie eine neue Studie anpries, deren Hauptautor der Stanford-Professor Mark Jacobson ist. Jacobsons Studie, so schreibt Patel, soll angeblich zeigen, dass „Stromausfälle im ganzen Land – vielleicht sogar während intensiver Wetterereignisse – vermieden werden können, indem man zu 100 Prozent auf saubere und erneuerbare Energien wie Sonne, Wind und Wasser umsteigt“.

Das ist eine bizarre Behauptung. Als das ERCOT-Netz vor einem Jahr am Rande des Zusammenbruchs stand, waren Wind- und Sonnenenergie fast vollständig nicht verfügbar. Darüber hinaus hat ein neuer Bericht der texanischen Sektion der American Society of Civil Engineers festgestellt, dass das Marktdesign des Netzes in Verbindung mit übermäßigen Subventionen für Wind- und Solarenergie für den Beinahe-Zusammenbruch des Stromnetzes des Bundesstaates verantwortlich war. Eine Analyse des Energieberatungs-Unternehmens Wood Mackenzie ergab, dass die schlimmsten Stromausfälle in Texas zeitlich mit einer tagelangen Flaute in weiten Teilen Nordamerikas zusammenfielen.

Im Einklang mit seinen früheren Arbeiten würde Jacobsons Vorschlag gigantische Mengen Land und etwa 5,7 Terawatt erneuerbare Erzeugungskapazitäten erfordern – mehr als das Fünffache aller bestehenden Formen der Stromerzeugung in den USA. (Die gesamte bestehende Stromerzeugungskapazität in den USA beträgt etwa 1,1 Terawatt.) Wo sollen also 5,7 Terawatt erneuerbare Infrastruktur installiert werden? Das sagt Patel nicht. Auch die Lieferketten werden nicht erwähnt. Polysilizium ist ein wesentlicher Bestandteil von Solarmodulen, aber das US-Außenministerium hat die Einfuhr aus Xinjiang (fast die Hälfte des weltweiten Angebots) verboten, weil in der chinesischen Provinz uigurische Sklavenarbeit für die Produktion eingesetzt wird.

Jacobsons Studie ist weitgehend ein Aufguss seiner früheren Behauptungen, die in einem 2017 von den National Academies of Sciences veröffentlichten Bericht rundweg entlarvt wurden. Der Bericht und sein Hauptautor, Christopher Clack, stellten fest, dass Jacobsons Behauptungen über die Machbarkeit eines vollständig erneuerbaren Systems „zahlreiche Mängel und Fehler“ enthielten, sich auf „ungültige Modellierungswerkzeuge stützten, Modellierungsfehler enthielten und unplausible und unzureichend belegte Annahmen machten“. Diese Fehler, so die Schlussfolgerung, „machen die Studie als Leitfaden für die wahrscheinlichen Kosten, die technische Zuverlässigkeit oder die Durchführbarkeit eines 100%igen Wind-, Solar- und Wasserkraftsystems unzuverlässig“.

Jacobson hatte den Flächenbedarf für sein Projekt erheblich unterschätzt, ein Fehler, den er in seinem neuesten Bericht wiederholt. Clack und seine Kollegen stellten fest, dass Jacobsons Plan „fast 500.000 Quadratkilometer, d.h. etwa 6 Prozent der kontinentalen Vereinigten Staaten, und mehr als 1.500 Quadratmeter Land für Windturbinen für jeden Amerikaner“ erfordern würde. Mit anderen Worten, wie ich in National Review berichtete, schreiben Clack und Kollegen:

… fand heraus, dass Jacobson den Landbedarf für seine komplett erneuerbare Dystopie um das 15-fache unterschätzt hat. Aber selbst das unterschätzt die Menge des benötigten Territoriums. Jacobsons Plan erfordert etwa 2,5 Terawatt (2,5 Billionen Watt) an Windenergiekapazitäten, wobei der Großteil dieser Menge an Land installiert werden muss. Das Energieministerium hat wiederholt erklärt, dass der Flächenbedarf der Windenergie – in der Physik als Kapazitätsdichte bezeichnet – bei nur 3 Watt pro Quadratmeter liegt. Ein wenig Mathematik zeigt, dass 2,5 Billionen Watt geteilt durch 3 Watt pro Quadratmeter 833 Milliarden Quadratmeter (oder 833.000 Quadratkilometer) ergeben: Das ist ein Gebiet, das fast doppelt so groß ist wie Kalifornien.

Der Gedanke, zwei Gebiete von der Größe Kaliforniens zu nutzen und sie mit Hunderttausenden von Windturbinen zu bedecken, ist schlicht und einfach absurd.

Einige Monate später brachte Jacobson sich selbst, Stanford und das Precourt Institute for Energy der Universität in Ungnade, indem er eine Verleumdungsklage in Höhe von 10 Millionen Dollar gegen Clack und die National Academy einreichte. Jacobson behauptete, ihre Analyse habe seinen Ruf geschädigt und ihn und seine Mitautoren „wie schlechte, schlampige, inkompetente und ahnungslose Forscher“ aussehen lassen. Nur Clack wurde in der Klage genannt. Jacobson verklagte keinen der etwa 20 anderen Autoren des Berichts, die alle mit großen Institutionen verbunden waren.

Anfang 2018 zog Jacobson seine Klage dann abrupt zurück. Das führte zu einem weiteren Streit, diesmal um die Anwaltskosten, den Jacobson verlor. Wie ich in einem Artikel für Forbes vor zwei Jahren erläuterte, ordnete die Richterin des District of Columbia Superior Court Elizabeth Carroll Wingo an, dass Jacobson die Anwaltskosten der Beklagten zu zahlen habe. Wingo entschied, dass es sich bei dem Rechtsstreit um eine SLAPP-Klage handelte, kurz für Strategic Lawsuit Against Public Participation. SLAPP-Klagen sind in 31 Bundesstaaten und im District of Columbia illegal, weil sie darauf abzielen, Kritiker zum Schweigen zu bringen und Menschen einzuschüchtern, die sich zu Themen äußern, die für die Öffentlichkeit von Interesse sind. Wingo erließ im vergangenen Herbst ein weiteres Urteil, in dem er diese Anordnung bekräftigte und eine Frist bis zum 13. Oktober für die Zahlung der Gebühren setzte, die sich laut Gerichtsunterlagen auf insgesamt 75.000 Dollar beliefen.

Die tatsächlich angefallenen Gebühren für Clacks Anwälte waren weit höher. In ihrer Entscheidung wies Wingo darauf hin, dass Clack „den geforderten Betrag um über 100.000 Dollar von der Gesamtzeit reduziert hat, die seine Anwälte vernünftigerweise aufgewendet haben, und zwar aufgrund einer Vereinbarung mit Denton [sic], die Gebühren auf 75.000 Dollar zu begrenzen.“ (Die meisten der in dieser Klage eingereichten Unterlagen finden Sie hier.) Das Anwaltsteam der National Academy hat 535.903,65 $ an Gebühren gefordert. Evangeline Paschal, eine Anwältin bei Hunton Andrews Kurth, die die Nationale Akademie vertritt, hat auf meine E-Mail-Anfrage nach einem Kommentar nicht reagiert.

Clack hat mir bestätigt, dass Jacobson ihm jetzt die 75.000 Dollar gezahlt hat. In einer E-Mail teilte mir Clacks Anwalt Drew Marrocco, Partner bei der internationalen Megafirma Dentons mit, dass Jacobson „auch einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens gestellt hat, über den das Gericht noch nicht entschieden hat“. Marrocco fügte hinzu, dass das Gericht noch keine endgültige Entscheidung über die Gebühren der National Academy getroffen hat.

In der ursprünglichen Version ihres Artikels hat Patel es versäumt, ein Wort über Jacobsons SLAPP-Klage zu verlieren, die wegen einer akademischen Meinungsverschiedenheit gegen einen Kritiker und eine der renommiertesten amerikanischen Zeitschriften eingereicht worden war. Ihr Artikel wurde inzwischen aktualisiert und enthält nun einen Link zur eigenen Berichterstattung der Post über die Rücknahme von Jacobsons Klage. Aber es wird immer noch nicht erwähnt, dass Wingo Jacobson dazu verurteilt hat, die Anwaltskosten der Beklagten zu zahlen.

Es wird auch nicht erwähnt, dass Jacobsons Klage vom Gericht als SLAPP-Klage eingestuft wurde, oder dass Wingo in ihrem Urteil feststellte, dass das Anti-SLAPP-Gesetz des District of Columbia erlassen wurde, um das Recht auf Befürwortung von Themen von öffentlichem Interesse vor Klagen zu schützen, die darauf abzielen, die Meinungsäußerung zu bestrafen oder zu zensieren. Die durch das Gesetz vorgesehenen Schutzmaßnahmen, einschließlich angemessener Anwaltsgebühren und -kosten, sind wichtige Bestandteile des Gesetzes, die seinem Zweck dienen und aufrechterhalten werden müssen. Die Beklagten sind berechtigt, diese Gebühren zurückzuerhalten…

Der aktualisierte Artikel von Patel enthält ein Zitat von Jacobson des Inhalts, dass seine neue Studie „frühere Kritikpunkte berücksichtigt“ und dass das Modell unter „anderen Bedingungen“ getestet wurde. Dann wird er mit den Worten zitiert: „Das sind sehr aktualisierte Pläne, die noch realistischer sind und an denen bisher weit weniger Kritik geübt wurde.“ Das mag daran liegen, dass die Kritiker befürchten, dass er sie verklagen könnte, wenn sie es wagen, ihre Meinung zu sagen. Wie Clack selbst in einer E-Mail an mich klarstellte, ist es „zeitlich und finanziell nicht wert, mich erneut verteidigen zu müssen“.

Julia Simon Bericht für NPR vom 15. Februar trägt zwar die Überschrift „In Misinformation Wars, Renewable Energy Is the Latest to Be Attacked“ [etwa: Hinsichtlich Falschinformationen werden zuletzt die erneuerbaren Energien angegriffen], ist aber einfach nur Propaganda, die sich als Nachricht tarnt. Simon behauptet, dass die Gegner der Windenergie „Fehlinformationen“ verwenden, aber sie ignoriert die zahlreichen Informationen über Landnutzungskonflikte und die jahrzehntelange Gegenreaktion, die dies gegen den Sektor der erneuerbaren Energien ausgelöst hat. Sie ignoriert auch die vielen Gründe, aus denen ländliche Gemeinden in den USA und Europa gegen das Vordringen der erneuerbaren Energien kämpfen.

Ich weiß, dass Simon diese Informationen absichtlich unterschlägt, weil ich am 19. Januar auf ihre Bitte hin etwa eine Stunde lang mit ihr über die Gegenreaktion gesprochen habe. Ich habe ihr erklärt, warum, wo und wie lange sie stattfindet. Ich wies sie auf meine Datenbank zur Ablehnung erneuerbarer Energien hin, aus der hervorgeht, dass mehr als 300 Gemeinden in den USA seit 2015 Windprojekte abgelehnt oder eingeschränkt haben. Keine dieser Informationen hat es in ihren fünfminütigen Radiobeitrag geschafft.

Damit Sie nicht denken, ich sei bei diesem Thema unnötig empfindlich, hier einige Hintergrundinformationen: Ich schreibe seit 12 Jahren über die Konflikte im Zusammenhang mit erneuerbaren Energieprojekten. Letztes Jahr habe ich zusammen mit dem Center of the American Experiment einen 20.000 Wörter umfassenden Bericht mit dem Titel „Not In Our Backyard“ veröffentlicht. Er enthält 188 Fußnoten und bietet die umfassendste Bewertung der ländlichen Gegenreaktion gegen die „Energiewildwuchs“-Problematik, die unweigerlich auftritt, wenn Wind- und Solarenergie in großem Maßstab eingesetzt werden.

Jener Bericht ist eines der jüngsten Beispiele für meine Recherchen und Veröffentlichungen zu diesem Thema. Ich habe Dutzende von Menschen aus der ganzen Welt interviewt, die unter der Lärmbelästigung durch Windturbinen in der Nähe ihrer Häuser gelitten haben, darunter auch Dave und Rose Enz, deren Leidensweg in meinem neuesten Buch „A Question of Power“ beschrieben wird. In meinem fünften, im Jahrfe 2014 erschienenen Buch Smaller Faster Lighter Denser Cheaper führe ich in einem Anhang neun Studien auf, die von verschiedenen Gesundheitsbehörden und Experten zum Problem von Turbinenlärm und Schlafstörungen durchgeführt wurden. Eine davon kam zu dem Schluss, dass Turbinenlärm „den Schlaf stört und bei Anwohnern, die im Umkreis von 1,4 Kilometern um die beiden untersuchten Windprojekte leben, Tagesmüdigkeit und eine Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit verursacht“.

Als Simon mich am 19. Januar kontaktierte, sagte sie, dass sie meinen Bericht besprechen wolle, und sie nahm das gesamte Gespräch auf Zoom auf. Ich erklärte, warum ich den Bericht für das Center of the American Experiment geschrieben hatte, wie ich mich für das Thema Landnutzungskonflikte interessierte und wie ich die Informationen in der Datenbank gesammelt hatte.

Einige Tage später schickte ich Simon per E-Mail einen Link zu einem Artikel, den ich 2010 für das Wall Street Journal geschrieben hatte und in dem es um die Beschwerden von Landbewohnern in den USA, Ontario, Neuseeland, Nova Scotia und England über die Lärmbelästigung durch Windkraftanlagen ging. In diesem Artikel erklärte ich, dass ich „mit neun anderen Menschen in New York, Wisconsin, Ontario, Neuseeland, Neuschottland und England gesprochen hatte, die in der Nähe von Windturbinen leben oder lebten. Alle beklagten sich über den Lärm, wobei Schlafentzug die häufigste Beschwerde war“. Ich wies sie auch auf die jüngsten Aktualisierungen der Renewable Rejection Database hin. In einer Antwort teilte sie mir mit, dass sie noch an ihrem Bericht arbeite.

Simons veröffentlichter Bericht erwähnt nicht die Zahlen der Renewable Rejection Database, die allein für das Jahr 2021 31 Ablehnungen für Windkraft und 13 Ablehnungen für Solarenergie enthält. Sie erwähnte weder mich, noch meinen Bericht, noch die Tatsache, dass in ihrem Heimatstaat Kalifornien – ebenso wie in Vermont und New York – der lokale Widerstand gegen die Windenergie den Bau neuer Turbinen praktisch ausschließt. Stattdessen gab sie unsinnige Zitate des ehemaligen Präsidenten Donald Trump wieder, wonach Windenergie Krebs verursacht.
Trump ist seit über einem Jahr nicht mehr Präsident und hat diese Aussage vor drei Jahren gemacht.

Dass National Public Radio drei Jahre alte Zitate von Trump in einer Geschichte verwendet, die das Neueste „in den Fehlinformationskriegen“ anpreist, ist schlichtweg irreführend. Trump hasst die Windenergie, seit er versucht hat, den Bau von Offshore-Turbinen in der Nähe seines Grundstücks in Schottland zu verhindern. Das ist keine Neuigkeit. Aber die durch zahlreiche medizinische Studien belegten Auswirkungen der Lärmbelästigung auf die menschliche Gesundheit wischt Simon mit diesem Satz beiseite: „Einige von Fachleuten überprüfte Studien haben zwar einen Zusammenhang zwischen Windlärm und Schlafstörungen festgestellt, aber es ist kein Zusammenhang mit Krebs bekannt.“

Die Behauptung über Krebs ist ein Ablenkungsmanöver. In den vielen Jahren, in denen ich über die Gegenreaktion gegen die Windenergie berichte, habe ich noch nie gehört, dass ein Aktivist behauptet hätte, Turbinen würden Krebs verursachen. Wie ich jedoch in „Not In Our Backyard“ (Nicht in unserem Hinterhof) erkläre, fand eine Studie des Gesundheitsministeriums von Minnesota aus dem Jahr 2009 heraus, dass „die häufigste Beschwerde in verschiedenen Studien über die Auswirkungen von Windturbinen auf Menschen Belästigung oder eine Beeinträchtigung der Lebensqualität ist. Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen sind die häufigsten Gesundheitsbeschwerden und korrelieren in hohem Maße (aber nicht perfekt) mit den Beschwerden über Belästigungen.“ Seitdem haben zahlreiche Studien das Problem der Schlafstörungen dokumentiert, das trotz Simons Ablehnung des Themas ein ernstes Gesundheitsproblem darstellt.

Im Jahr 2012 veröffentlichte Dr. Michael Nissenbaum, Radiologe in Fort Kent, Maine, zusammen mit zwei Co-Autoren einen Bericht in der Zeitschrift Noise Health, der zu dem Schluss kam, dass „die Berichte über Schlafstörungen und gesundheitliche Beeinträchtigungen bei Menschen, die in der Nähe von industriellen Windkraftanlagen leben, bestätigt werden“. Dies ist keine triviale Angelegenheit. Schlafentzug kann Menschen krank machen. Darauf wies Nissenbaum auf einer Pressekonferenz in Montpelier, Vermont, im Jahr 2010 hin: „Belästigung führt zu Schlafentzug und Krankheit, so wie der Tag auf die Nacht folgt.“ Diejenigen, die unter Lärmbelästigung leiden, brauchen keine psychologische Hilfe, fügte er hinzu, „sie brauchen die Turbinen weiter weg von ihrem Haus.“

Hätte sich Simon für die Bedeutung des Schlafs für die menschliche Gesundheit interessiert, hätte sie die NPR-Website konsultieren können, die Berichte mit Überschriften wie „How Deep Sleep May Help the Brain Clear Alzheimer’s Toxins“ und „Why Is It Essential to Make Time for Sleep?“ veröffentlicht hat. Ein am 16. Januar 2022 veröffentlichter Bericht zitierte eine Schlafexpertin namens Lauren Whitehurst, die sagte, dass guter Schlaf „unsere oberste Priorität sein sollte“.

Es gibt zahlreiche Studien darüber, wie der Lärm von Windkraftanlagen den Schlaf und die menschliche Gesundheit stört. Im Jahr 2014 fanden dänische Forscher heraus, dass „der Lärm von Windturbinen das Risiko von Belästigung und Schlafstörungen bei exponierten Personen in einer Dosis-Wirkungs-Beziehung erhöht“. Im Jahr 2015 stellten Forscher aus dem Iran fest, dass der Lärm von Windkraftanlagen „direkte Auswirkungen auf Belästigung, Schlaf und Gesundheit haben kann“. 2017 kamen deutsche Forscher zu dem Schluss, dass „der Bau von Windenergieanlagen in der Nähe von Haushalten erhebliche negative externe Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Bewohner hat“, und dass diese Auswirkungen von den Menschen im Umkreis von etwa vier Kilometern um die Windkraftanlagen zu spüren sind. Eine Studie von fünf portugiesischen Forschern aus dem Jahr 2017 kam zu dem Schluss, dass „die Exposition gegenüber dem Lärm von Windturbinen das Wohlbefinden der Menschen erheblich beeinträchtigt, weil sie ihre Entscheidung, Ressourcen für die Nachrüstung ihrer Häuser auszugeben oder in Betracht zu ziehen, stark beeinflusst.“ Vier Studien in vier verschiedenen Ländern kamen also zu demselben Ergebnis: Je näher die Windturbinen an den Häusern stehen, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Menschen, die in diesen Häusern leben, beeinträchtigtes Wohlbefinden und gestörten Schlaf und damit mehr gesundheitliche Probleme haben.

Simons Bericht zitiert eine Studie des Lawrence Berkeley Laboratory, in der behauptet wird, dass sich Windturbinen nicht auf die Immobilienwerte auswirken. Sie erwähnt nicht das halbe Dutzend Zitate aus dem Bericht „Not In Our Backyard“, die das Gegenteil belegen. So ergab eine Analyse des Rheinisch-Westfälisches Instituts für Wirtschaftsforschung RWI aus dem Jahr 2019, dass der Wert von Einfamilienhäusern um durchschnittlich sieben Prozent sinkt, wenn eine Windturbine im Umkreis von einem Kilometer um ein Grundstück in Betrieb genommen wird. (Die deutsche Version finden Sie hier.) Die Studie basierte auf den Preisvorstellungen von mehr als 2,7 Millionen Häusern, die auf der Website des führenden deutschen Online-Immobilienmaklers veröffentlicht wurden. Simon räumt ein, dass „Studien einen Zusammenhang zwischen Windlärm und Schlafstörungen feststellen“, stellt dann aber die unplausible Behauptung auf, dass Turbinen den Immobilienwert nicht mindern. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Immobilienmakler bestätigen, dass zahlungskräftige Käufer für Immobilien Schlange stehen, in denen sie aufgrund von Lärmbelästigung, die sie nicht kontrollieren können, nicht schlafen können.

Was mich an Simons Bericht am meisten stört, ist die fehlende Empathie für die Menschen im ländlichen Amerika, die in dem verrückten Bestreben, Tausende von 150 m hohen, die Landschaft verschandelnden Windkraftanlagen zu errichten, überrollt werden, in der vergeblichen Hoffnung, dass diese Anlagen uns vor den Auswirkungen des Klimawandels retten werden. Die Enzes waren 2011 gezwungen, ihr Grundstück in der Nähe von Denmark, Wisconsin, aufzugeben, nachdem fünf Turbinen in der Nähe des Hauses, in dem sie seit 1978 lebten, errichtet worden waren. Ich schrieb über Dave und Rose für National Review im Jahr 2012. Hier ist ihre Erklärung von 2011 und hier eine Erklärung, die Dave 2018 gegen ein in Ohio anhängiges Gesetz abgab. Ich habe die Enzes 2016 in einem Subway-Laden in Wrightsville, Wisconsin, getroffen. Sie wollten nicht einmal mit mir zu ihrem Haus zurückkehren, weil die Situation so schmerzhaft war.

Von allen Nachrichtensendern in Amerika könnte man erwarten, dass sich National Public Radio um kleine Landbesitzer in ländlichen Städten und Bezirken kümmert, die nicht viel politische oder wirtschaftliche Macht haben. In den letzten zwölf Jahren habe ich immer wieder dieselbe Geschichte gesehen: Großunternehmen gegen Kleinstädte in Amerika. Aber anstatt sich für die Kleinstädte, die Landbesitzer und die Erhaltung unserer Tierwelt einzusetzen, stellt sich NPR auf die Seite des Großkapitals. Es ist eine leichtfertige Haltung gegenüber Menschen, die darum kämpfen, den Wert und die Freude an ihren Gehöften, Ranches und Farmen zu erhalten.

Wenn große Medien über die unzähligen Behauptungen über die „Energiewende“ oder erneuerbare Energien berichten, verdient die Öffentlichkeit Genauigkeit und Anstand. Das kann man von der Post und NPR offenbar nicht erwarten.

This piece originally appeared at Quillette.com and has been republished here with permission.

Link: https://cornwallalliance.org/2022/03/washington-post-and-npr-ignore-the-rural-backlash-against-renewables/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




AR6 und Meeresspiegel Teil 3: eine statistisch valide Vorhersage

Andy May

In Teil 1 dieser Serie [auf Deutsch beim EIKE hier] haben wir die Daten und Analysen untersucht, die im AR6 zur Untermauerung der Schlussfolgerung vorgelegt worden waren, dass sich der Meeresspiegelanstieg beschleunigt. In Teil 2 [auf Deutsch beim EIKE hier] haben wir eine ernsthafte Untersuchung der Beobachtungsdaten für den Meeresspiegelanstieg der letzten 120 Jahre und der modellierten Komponenten dieses Anstiegs vorgenommen. In Teil 1 kamen wir zu dem Schluss, dass die im AR6 präsentierten statistischen Beweise für die Beschleunigung grob und unausgegoren waren. In Teil 2 haben wir gesehen, dass der Fehler sowohl bei den Schätzungen des Meeresspiegelanstiegs als auch bei der Schätzung der Komponenten dieses Anstiegs sehr groß ist. Der Fehler schloss eine zuverlässige Bestimmung der Beschleunigung aus, aber die Daten zeigten eine etwa 60-jährige Oszillation der Anstiegsrate des Meeresspiegels, die mit bekannten natürlichen Ozeanzyklen übereinstimmt.

Mit modernen statistischen Verfahren können wir Zeitreihen wie die Veränderung des mittleren globalen Meeresspiegels (GMSL) valider und ausgefeilter vorhersagen als durch den einfachen Vergleich ausgewählter Anpassungen nach der Methode der kleinsten Quadrate, wie es das IPCC im AR6 tut. Unsere Vorhersage basiert auf reiner Statistik. Sie ist zwar korrekt, aber nicht unbedingt richtig, so sind Statistiken nun einmal. Wir werden es bis 2100 nicht mit Sicherheit wissen.

Abbildung 1 ist ein Diagramm der Daten, die wir verwenden werden – der NOAA-Meeresspiegel-Datensatz. Man kann erkennen, dass die Daten autokorreliert sind, was bedeutet, dass die Schätzung des mittleren Meeresspiegels in jedem Quartal stark vom Wert des vorangegangenen Quartals abhängt. Die Autokorrelation ist bei der Regression nach der Methode der kleinsten Quadrate zu berücksichtigen, insbesondere bei der Vorhersage von Zeitreihen, wird aber vom IPCC routinemäßig ignoriert.

Abbildung 1. Mittlere NOAA-Meeresspiegelanomalie, 1900 bis 2022. Jeder Punkt steht für ein Quartal (3 Monate).

In Abbildung 2 wird jede Schätzung des Meeresspiegels gegen die vorherige Schätzung aufgetragen. Das R² der ersten Verzögerung beträgt 0,97, der Meeresspiegel ist also stark autokorreliert. Dies ist offensichtlich, bedeutet aber, dass die Statistik der kleinsten Quadrate für die lineare Anpassung ungültig ist, da die Statistiken der kleinsten Quadrate, wie R², davon ausgehen, dass die Fehler der Regression unabhängig sind. Die Methode der kleinsten Quadrate, wie sie im AR6 zur Darstellung der Beschleunigung verwendet wird, ist für einen Datensatz wie diesen ungeeignet. Der größte Teil eines beliebigen Wertes hängt stark vom vorherigen Wert ab. Das bedeutet, dass der mittlere quadratische Fehler (MSE) viel zu klein ist, wodurch der Fehler der Anpassung zu klein wird. Infolgedessen ist jede Kleinste-Quadrate-Linie der Daten in Abbildung 1 oder eines Teils dieser Daten statistisch nutzlos, es sei denn, die Autokorrelation wird berücksichtigt.

Abbildung 2. Aufzeichnung der GMSL gegen die vorherige GMSL, die erste Verzögerung. Die Werte sind stark korreliert. Die kleine Autokorrelationskurve zeigt, dass die GMSL seit mindestens 7 Jahren stark autokorreliert ist.

Wie können wir also GMSL auf statistisch gültige Weise vorhersagen? Wir können eindeutig nicht die kleinsten Quadrate verwenden und müssen fortgeschrittenere Techniken anwenden. Der erste Schritt besteht darin, die Autokorrelation aus den Daten zu entfernen. Dies geschieht in der Regel durch Subtraktion des vorherigen GMSL-Werts vom aktuellen Wert und dann auf diese Weise im gesamten Datensatz. Wir haben dies getan und zeigen eine Darstellung des Ergebnisses in Abbildung 3:

Abbildung 3 Eine Darstellung der ersten Differenz der GMSL. Die Darstellung ist zufällig und ziemlich gleichmäßig von links nach rechts, was darauf hindeutet, dass die Autokorrelation entfernt wurde und die Daten stationär sind.

Die Daten der ersten Differenz von GMSL sehen ziemlich gut aus, sehr ähnlich wie weißes Rauschen. Das ist genau das, was wir für eine valide statistische Analyse und Vorhersage brauchen. Wir werden eine R-Funktion namens „arima“ verwenden, um unsere GMSL-Prognose zu erstellen, und diese Funktion benötigt drei Parameter, um zu funktionieren, sie heißen p, d und q. Diese Parameter teilen arima mit, wie es die Eingabedaten konditionieren und ein Modell erstellen soll, das gültige zukünftige Werte projizieren kann. Das Diagramm in Abbildung 3 zeigt uns, das „d“ gleich eins ist. Das bedeutet, dass die Autokorrelation beseitigt wird, wenn man eine Differenz der benachbarten Werte nimmt. Außerdem müssen die Daten stationär sein, d. h. die statistischen Eigenschaften dürfen sich nicht mit der Zeit ändern (von links nach rechts). Der ursprüngliche Datensatz (Abbildung 1) war eindeutig nicht stationär, und das ist in Ordnung, wir wollen nur nicht, dass die Art und Weise, wie sich GMSL ändert, für diese Analyse eine Funktion der Zeit ist. Die R-Funktion Augmented Dickey-Fuller Test (ADF) bestätigt dies, da der ursprüngliche Datensatz einen ADF p-Wert von 0,79 aufweist, was bedeutet, dass er nicht stationär ist. Der arima p-Wert ist nicht dasselbe wie der statistische p-Test.

Die in Abbildung 3 dargestellten Differenzen haben einen ADF p-Wert von 0,01, also deutlich unter 0,05, dem Schwellenwert, der für den Nachweis der Stationarität erforderlich ist. Die Daten sind stationär, wenn die Verteilung über den untersuchten Zeitraum gleichmäßig um den Mittelwert verteilt ist. Das heißt, die Verteilung variiert nach oben und unten nicht signifikant mit der Zeitachse (x).

Als Nächstes müssen wir die arima p- und q-Werte ableiten. Dazu benötigen wir die ACF- (Autokorrelation) und PACF-Diagramme (partielle Autokorrelation), die in Abbildung 4 dargestellt sind:

Abbildung 4. ACF– und PACF-Diagramme zur Bestimmung von p und q. Das obere Diagramm zeigt, dass jeder Wert von eins oder mehr für p möglich ist, da die Reihe bei allen Verzögerungen sehr stark autokorreliert ist. Das untere Diagramm zeigt, dass nach Entfernung der Autokorrelation auf der ersten Ebene nur zwei signifikante Autokorrelationen verbleiben (1 und 3), so dass q = 2 ist.

Die Analyse der GMSL-Zeitreihe ergibt einen Arima-Parametersatz von (1,1,2) für (p,d,q). Wir können auch eine R-Funktion namens auto.arima ausführen, um zu sehen, welche Parameter sie empfiehlt. Wir stellen fest, dass sie sich ebenfalls für (1,1,2) entscheidet. Dies ist eine gute Bestätigung dafür, dass unsere Parameterauswahl korrekt ist. In Abbildung 5 sind die Ergebnisse grafisch dargestellt.

Abbildung 5. Die Ergebnisse eines Arima-Prognosemodells. Das obere Diagramm zeigt die Residuen, als nächstes sehen wir die ACF der Residuen und das Q-Q-Diagramm, beide sehen gut aus. Das untere Diagramm zeigt die Ljung-Box-Statistiken für verschiedene Lags und sie liegen alle über 0,05, was bedeutet, dass die Residuen weißes Rauschen sind, genau das, was wir wollen.

Aus Abbildung 5 geht hervor, dass das Modell die Trends des mittleren Meeresspiegels von 1880 bis 2020 im Wesentlichen korrekt wiedergibt. Die Modellresiduen zeigen keinen Trend und sind nicht autokorreliert. Abbildung 6 zeigt die Arima-Vorhersage aus dem (1,1,2)-Modell:

Abbildung 6. Die arima-Vorhersage des mittleren Meeresspiegels bis 2100. Die dargestellten Konfidenzgrenzen sind 95%-Grenzen. Links unten ist ein Histogramm der Modellresiduen dargestellt. Die Residuen sind erfreulicherweise normal.

Abbildung 7 ist ein Diagramm der Vorhersage aus Excel, das leichter zu lesen ist. Die von uns erstellte Vorhersage sagt voraus, dass der GMSL bis zum Jahr 2100 zwischen 148 und 258 mm steigen wird. Viele Forscher bezeichnen dies als alarmierend, aber die Menschen haben sich in der Vergangenheit erfolgreich an viel höhere Anstiegsraten des Meeresspiegels angepasst, wie wir in Abbildung 2 von Beitrag 1 sehen können, und zwar ohne die Technologie, die wir heute haben. Wenn wir bedenken, dass der durchschnittliche tägliche Tidenhub im offenen Ozean 1.000 mm beträgt, erscheinen 203 mm Meeresspiegelanstieg in 100 Jahren nicht viel. Im 20. Jahrhundert stieg der Meeresspiegel um 140 mm, hat das irgendjemand bemerkt oder interessiert, abgesehen von ein paar Forschern?

Abbildung 7. Die Vorhersage mit mehr Details. Das Modell sagt für das Jahr 2100 einen mittleren Meeresspiegel von 203 mm gegenüber dem Durchschnitt von 1993-2008 voraus. Die 95%-Konfidenzgrenzen liegen zwischen 148 mm und 258 mm und sind mit einer geschweiften Klammer gekennzeichnet. Die Spanne der Vorhersagen ist nicht alarmierend, sie liegt knapp über den 140 mm oder 5,5 Zoll, die im 20. Jahrhundert gemessen worden waren.

Schlussfolgerungen

In den Vereinigten Staaten würde man den Versuch des AR6, uns von einer Beschleunigung des Meeresspiegel-Anstiegs zu überzeugen, indem man nebeneinander liegende, herausgepickte Linien der kleinsten Quadrate verwendet, als „unausgereift“ bezeichnen. Ihre Methode ist problematisch, weil GMSL stark autokorreliert und nicht stationär ist, was ihre kirschgepickten Kleinstquadrat-Anpassungen und Kleinstquadrat-Statistiken ungültig macht.

Unsere Anpassung unter Verwendung der R-Funktion arima ist zumindest statistisch gültig. Wir haben speziell die Autokorrelation korrigiert und die Reihen zur Stationarität gezwungen. Wir haben auch die geringfügige partielle Autokorrelation korrigiert, die bei einem Viertel und drei Vierteln verblieben war. Die Residuen unseres Modells bestanden sowohl den allgemeinen Ljung-Box-Test als auch den Multiple-Lag-Ljung-Box-Test für weißes Rauschen, was bedeutet, dass das Arima-Modell den 140-jährigen Trend in den NOAA-Meeresspiegeldaten korrekt erfasst hat.

Während AR6 also nur bestimmte Zeiträume ausgewählt hat, um ihre Schlussfolgerung zu untermauern, dass sich der GMSL beschleunigt, sind wir unter Verwendung aller Daten auf statistisch gültige Weise zu der gegenteiligen Schlussfolgerung gelangt. Das bedeutet nicht, dass unsere Vorhersage richtig ist, aber es bedeutet, dass die Spekulation von AR6, der Meeresspiegel könnte bis 2150 um 5 Meter steigen, extrem unwahrscheinlich ist und am besten als unverantwortliche Spekulation bezeichnet werden sollte. Unsere Analyse ergab keine statistischen Hinweise auf eine Beschleunigung, sondern eine lineare Extrapolation.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Während die Erwärmung der Erdoberfläche eindeutig der Grund für das Abschmelzen der Gletscher auf dem Festland ist, was zum Anstieg des Meeresspiegels beiträgt, liefert der AR6 keinen Beweis dafür, dass die Erwärmung durch menschliche Aktivitäten verursacht wurde. Sie verwenden Modelle, um auf den Menschen als Verursacher zu schließen, aber leider sind auch ihre Modelle statistisch nicht valide, wie in Teil 2 sowie von McKitrick und Christy (McKitrick & Christy, 2018) gezeigt wird. Wir sind uns alle einig, dass der Mensch wahrscheinlich einen gewissen Einfluss auf die Erwärmung der Atmosphäre hat, aber wir wissen nicht, wie viel davon vom Menschen verursacht wurde und wie viel natürlich ist, weil wir gerade die ungewöhnlich kalte Kleine Eiszeit – die „vorindustrielle“ Periode – hinter uns haben. Wie wir in Teil 2 gesehen haben, zeigen die 30-Jahres-Raten des Meeresspiegelanstiegs eine deutlich natürlich aussehende Oszillation. Das Abschmelzen von Gletschereis und Eisschilden ist wahrscheinlich für den größten Teil des Meeresspiegelanstiegs verantwortlich, wie AR6 feststellt, aber der Anteil des Menschen an dieser Erwärmung könnte recht gering sein.

Aus rein statistischer Sicht sind die Behauptungen des AR6 also auf kindische Weise ungültig. Eine korrekte Analyse der Daten führt zu einer Vorhersage von etwa 20 cm Meeresspiegelanstieg bis zum Jahr 2100. Im Jahr 2100 werden unsere Nachkommen wissen, wer Recht hatte.

The data and R code to create the figures in this chapter can be downloaded here. The R code and spreadsheet provide much more detail about the arima forecast, including references not supplied below.

Reference

McKitrick, R., & Christy, J. (2018, July 6). A Test of the Tropical 200- to 300-hPa Warming Rate in Climate Models, Earth and Space Science. Earth and Space Science, 5(9), 529-536. Retrieved from https://agupubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1029/2018EA000401

Link: https://andymaypetrophysicist.com/2022/03/22/ar6-and-sea-level-part-3-a-statistically-valid-forecast/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Weitere Bestätigung für die Unmöglichkeit eines vollständigen Wind-/Solar-/Speichersystems für Strom

Francis Menton, MANHATTAN CONTRARIAN

Viele Beiträge in diesem Blog haben sich in letzter Zeit mit dem Thema der Undurchführbarkeit eines vollständigen Wind-/Solar-/Speichersystems befasst. Heute werde ich mich mit einer weiteren Studie zu diesem Thema befassen, die von den deutschen Autoren Oliver Ruhnau und Staffan Qvist stammt und den Titel trägt [übersetzt]: „Speicheranforderungen in einem Stromsystem, das zu 100 % aus erneuerbaren Energien besteht: Extremereignisse und inter-annuelle Variabilität“*. Die Studie von Ruhnau/Qvist hat kein anderes Datum als „2021“, obwohl sie gegen Ende dieses Jahres erschienen zu sein scheint.

[*Es ist nicht bekannt, ob diese Studie von deutschen Autoren lediglich eine Übersetzung ins Englische ist oder original auf Englisch verfasst worden ist. Daher sind sämtliche Zitate daraus Rückübersetzungen. A. d. Übers.]

Obwohl Ruhnau und Qvist es nicht ausdrücklich sagen, ist meine Schlussfolgerung aus ihrem Papier, dass es ein weiterer Beweis für die völlige Undurchführbarkeit – ja die völlige Absurdität – des Versuchs ist, kurzfristig die gesamte Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen in einer modernen Wirtschaft nur durch Wind, Sonne und Speicherung zu ersetzen.

Der Hintergrund dieses Themas ist eine große Anzahl von grünen Aktivisten bis hin zum derzeitigen Präsidenten der Vereinigten Staaten regelmäßig Erklärungen abgibt, die ihren Glauben verdeutlichen, dass fossile Brennstoffe aus der modernen Wirtschaft eliminiert werden können, indem einfach eine ausreichende Kapazität an Wind- und Solarstromerzeugung aufgebaut wird. In solchen Erklärungen wird die Notwendigkeit der Energiespeicherung oder die Durchführbarkeit oder die Kosten derselben nur selten berücksichtigt oder erwähnt. Und doch führt jede ernsthafte Betrachtung der Schwankungen von Wind- und Solarenergie unweigerlich zu der Schlussfolgerung, dass ohne abschaltbare Reservekapazitäten (aus fossilen oder nuklearen Brennstoffen) riesige Mengen an Energiespeichern erforderlich sind, um die Zeiten der Schwankungen abzudecken. Das Verständnis der erforderlichen Speichermenge, ihrer physikalischen Eigenschaften und ihrer Kosten ist für die Beantwortung der Frage, ob ein vollständiges Wind-/Solar-/Speichersystem realisierbar ist, von entscheidender Bedeutung.

Und doch marschieren unsere Regierungen derzeit mit religiösem Eifer mit Plänen für eine „Netto-Null“-Elektrizitätserzeugung voran, die fast ausschließlich auf Wind und Sonne basiert, ohne ernsthafte Überlegungen zur erforderlichen Speichermenge oder zu den Kosten oder der Machbarkeit des Projekts anzustellen. Es wurde auch noch nie ein praktikabler Prototyp eines Systems demonstriert, mit dem selbst in einer Kleinstadt oder auf einer Insel allein mit Wind, Sonne und Speichern Netto-Null-Emissionen erreicht werden könnten.

In früheren Beiträgen auf Manhattan Contrarian zu diesem Thema wurden detaillierte Arbeiten von Roger Andrews und Ken Gregory besprochen. In diesem Beitrag vom November 2018 habe ich die Arbeit von Andrews überprüft, die sich mit den tatsächlichen Wind- und Solarerzeugungsdaten aus Kalifornien und Deutschland befasst. Andrews kam zu dem Schluss, dass aufgrund der saisonalen Muster der Wind- und Solarstromerzeugung sowohl in Kalifornien als auch in Deutschland eine Energiespeicherung für etwa 30 volle Tage erforderlich wäre, um ein System mit vollständiger Wind-/Solarstromerzeugung zu stützen. Auf der Grundlage der derzeitigen Kosten für Lithium-Ionen-Batterien berechnete Andrews, dass der Aufbau einer ausreichenden Wind- und Solarstromerzeugung plus ausreichender Batterien zu einer Vervielfachung der Stromkosten um einen Faktor zwischen 14 und 22 führen würde. In diesem Beitrag [in deutscher Übersetzung beim EIKE hier] vom Januar 2022 habe ich eine Arbeit von Gregory besprochen, die sich mit der tatsächlichen Wind-/Solarenergieerzeugung für die gesamten Vereinigten Staaten befasst. Gregory untersuchte, wie viel Stromspeicher als einziges Back-up ausreichen würden, wenn die USA alle derzeit nicht elektrifizierten Sektoren (z. B. Verkehr, Hausbrand, Industrie, Landwirtschaft) vollständig elektrifiziert hätten, wodurch sich die Stromnachfrage gegenüber dem derzeitigen Stand im Wesentlichen verdreifacht hätte. Er kam zu dem Schluss, dass allein die Batterien etwa 400 Billionen Dollar kosten würden – etwa das 20-fache des gesamten BIP der Vereinigten Staaten.

Wenn Andrews oder Gregory auch nur annähernd Recht haben, ist die Umstellung einer modernen Wirtschaft auf Windkraft, Solarenergie und Speicherung nicht im Entferntesten machbar.

In diese Mischung mischen sich nun Ruhnau und Qvist ein. Der Schwerpunkt der R&Q-Studie liegt wiederum auf der Menge an Speicheranlagen, die zur Unterstützung eines Systems mit vollständiger Wind-/Solarstromerzeugung erforderlich sind, sobald fossile Brennstoffe als Backup-Option wegfallen. Die R&Q-Studie befasst sich nur mit dem Fall Deutschland und nur mit der Deckung des derzeitigen Strombedarfs und nicht mit dem Bedarf, der sich durch die Elektrifizierung des Verkehrs, der Heizung usw. verdreifachen könnte.

Unterm Strich stimmt das Ergebnis der R&Q-Studie ungefähr mit den Ergebnissen von Andrews und Gregory überein. Während Andrews und Gregory errechnet hatten, dass etwa 30 Tage Speicher benötigt werden, um ein vollständiges Wind-/Solarsystem zu stützen, kommen R&Q auf 24 Tage. Um jedoch auf das Ergebnis von 24 Tagen zu kommen, müssen R&Q das Wind-/Solarsystem massiv überbauen, bis zu dem Punkt, an dem die „Nennkapazität“ etwa das Dreifache des deutschen Spitzenstrombedarfs und das Fünffache des durchschnittlichen Bedarfs beträgt. Das Ergebnis ist ein System, in dem riesige Mengen überschüssigen Stroms an sonnigen/windigen Tagen weggeworfen oder „gedrosselt“ werden müssen. R&Q sagen jedoch, dass ihr Modell auf Kostenminimierung basiert, da der Aufbau riesiger Überkapazitäten und der Abwurf von Strom pro Terawattstunde tatsächlich billiger ist als der Einbau zusätzlicher Speicher.

Ausgangspunkt der R&Q-Studie ist eine Kritik an früheren Autoren, die einen relativ geringen Speicherbedarf errechnet hatten, indem sie nur den schlimmsten Fall einer mehrtägigen Wind-/Solar-„Dürre“ mit windstillen und bewölkten Tagen betrachteten. Einige der von R&Q zitierten Studien haben einen Speicherbedarf im Bereich von 4 bis 8 Tagen ermittelt, der angeblich ausreicht, um ein Wind-/Solarsystem vollständig zu stützen. (Selbst bei einem solchen Speicherbedarf wären die Kosten wahrscheinlich nicht tragbar.). R&Q verwenden jedoch verfügbare stündliche Daten zur Wind- und Solarenergieerzeugung über ganze Jahre hinweg für Deutschland, um zu zeigen, dass viel längere Perioden relativer Windstille und Dunkelheit auftreten können, wodurch der zur Vermeidung von Stromausfällen erforderliche Speicherbedarf viel höher ist.

Während unsere Zeitreihenanalyse frühere Erkenntnisse bestätigt, dass Perioden mit anhaltender Angebotsknappheit nicht länger als zwei Wochen dauern, stellen wir fest, dass das maximale Energiedefizit über einen viel längeren Zeitraum von neun Wochen auftritt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass mehrere Mangelperioden eng aufeinander folgen können. Berücksichtigt man Speicherverluste und Ladebeschränkungen, erstreckt sich der Zeitraum, der den Speicherbedarf bestimmt, sogar auf 12 Wochen. Für diesen längeren Zeitraum ist die kostenoptimale Speicherkapazität etwa dreimal so groß wie das Energiedefizit in den knappsten zwei Wochen.

Auf den Seiten 5-6 ihres Papiers legen R&Q die Anforderungen an die Erzeugung (installierte Kapazität) und die Speicherung für ihre Sichtweise eines optimierten Systems dar.

Zunächst wird es ein stark überdimensioniertes System von Wind- und Solaranlagen geben:

Auf der Angebotsseite sind fast 300 GW an variablen erneuerbaren Erzeugern installiert: 92 GW Solar-PV, 94 GW Onshore-Windkraft und 98 GW Offshore-Windkraft … . Bei der Photovoltaik und der Onshore-Windenergie ist dies fast doppelt so viel wie die installierte Kapazität im Jahr 2020; bei der Offshore-Windenergie bedeutet dies mehr als eine Verzehnfachung.

Zum Vergleich: Die derzeitige Spitzennachfrage in Deutschland liegt in der Größenordnung von 100 GW, die durchschnittliche Nachfrage in der Größenordnung von 60 GW.

Dann gibt es etwa 56 TWh Speicher, was, wie besprochen, etwa 24 Tagen des vollen Stromverbrauchs für ganz Deutschland bei nahezu Spitzenlast entspricht. Um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie viel das ist, muss man bedenken, dass eine Tesla-Batterie im Bereich von etwa 100 KWh liegt und für etwa $13.500 verkauft wird, also $135/KWh. Wenn man also versuchen würde, die 56 TWh Speicher mit Batterien des Tesla-Typs abzudecken, würde das etwa 56.000.000.000 x 135 $ kosten, also etwa 7,56 Billionen $ – das ist etwa das Doppelte des BIP von Deutschland.

R&Q sind jedoch der Meinung, dass sie eine bessere Idee als Batterien haben, nämlich Wasserstoff als Träger für die Speicherung. In ihrem Modell stammt fast der gesamte Speicher (54,8 TWh von 56 TWh) aus Wasserstoff. Dies erfordert zunächst die Hinzufügung eines weiteren massiven neuen Kostenelements zum System, nämlich eines ganzen Netzes von etwa 62 GW wasserstoffbefeuerten GuD-Kraftwerken, die allein fast ausreichen, um das deutsche Netz bei durchschnittlicher Nachfrage zu versorgen.

Nimmt man die Kosten für die dreifache Überbauung von Windturbinen und Solarzellen, 56 TWh Speicher und ein Netz neuer Wasserstoffkraftwerke, das fast so umfangreich ist wie das gesamte derzeitige deutsche Stromerzeugungssystem, so erhält man eine Reihe von Kosten, die in einer rationalen Welt unmöglich machbar sein können.

Und dennoch, wenn R&Q zu ihren Schlussfolgerungen in Bezug auf die Machbarkeit kommen, winken sie mit den Händen und sagen, es gäbe kein Problem. Obwohl sie zugeben, dass es nirgendwo auf der Welt ein Wasserstoffspeicher-, -verteilungs- und -verbrennungssystem im industriellen Maßstab gibt, das als Grundlage für die Kostenberechnung dienen könnte, kommen sie irgendwie auf eine Zahl von 30 Euro pro MWH Last für die Speicherkosten – das ist mehr als tausendmal weniger als die Kosten für Tesla-Batterien. Gibt es dafür eine Grundlage? Am nächsten kommen sie dem hier:

Da die unterirdische Wasserstoffspeicherung in Deutschland derzeit auf Pilotanlagen beschränkt ist, können die derzeit 250 TWh der deutschen Erdgasspeicher, bei denen es sich größtenteils um unterirdische Speicher in Salzkavernen handelt, als Referenz dienen.

Leider bin ich nicht der Meinung, dass die unterirdische Erdgasspeicherung überhaupt eine gültige Referenz darstellt. Erdgas kann effektiv in undurchlässigen Behältern wie Salzkavernen gelagert werden, da es sich nicht entzündet, wenn es eine Konzentration von 15 % in der Luft überschreitet. Bei Wasserstoff ist das leider nicht der Fall. Außerdem korrodiert Wasserstoff schnell und entweicht aus Pipelines und Behältern, was zu extremen Gefahren führen kann. Ich behaupte nicht, dass ich alle technischen Herausforderungen kenne, die mit der Entwicklung eines sicheren wasserstoffbasierten Elektrizitätssystems verbunden sind, aber sie sind eindeutig enorm. Wenn der Umgang mit Wasserstoff in großen Mengen sicher und einfach wäre, würden es schon viele tun. Es gibt einen Grund dafür, dass es keine großen Wasserstoffspeicher oder Wasserstoffpipelines gibt.

Die einfache Antwort auf all dies ist, dass wir von unseren Politikern den Nachweis der Machbarkeit eines jeden Ersatz-Energiesystems verlangen müssen, bevor wir uns auf diese Multi-Billionen-Fantasie-Bauprojekte einlassen. Zeigen Sie uns ein vollständiges Wind-/Solar-/Batterie- oder Wind-/Solar-/Wasserstoffsystem, das mit vertretbaren Kosten für 5000 oder 10.000 Menschen im Laufe einiger Jahre funktioniert, bevor Sie ganze Länder mit zehn oder hundert Millionen Menschen als Versuchskaninchen missbrauchen.

Der ganze Beitrag steht hier.

Link: https://wattsupwiththat.com/2022/03/22/more-confirmation-of-the-infeasibility-of-a-fully-wind-solar-storage-electricity-system/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Die Pläne Bidens bzgl. Elektrofahrzeugen stützt die schwersten Menschenrechts-Verletzungen

Tom Harris

[Das gilt natürlich auch für die EV-Pläne der Politik hierzulande! A. d. Übers.]

Präsident Joe Biden unterstützt mit seinen Plänen für Elektrofahrzeuge unwissentlich die schlimmsten humanitären Missstände in der Welt. Der Grund dafür ist die Art und Weise, wie die Materialien für die Herstellung der Batterien, die die heutigen Elektrofahrzeuge antreiben, gewonnen werden.

Um eine angemessene Leistung pro Pfund Batteriegewicht zu erzielen, verwenden die Hersteller von Elektrofahrzeugen in der Regel verschiedene Formen von Lithium-Ionen-Batterien (Li-Ion), die so heißen, weil die positive Elektrode der Batterie, die so genannte Kathode, größtenteils aus dem hochreaktiven Metall Lithium (Li) besteht. Um die Kathode stabil zu halten, wenn die Batterie nicht in Gebrauch ist, wird das Lithium in eine Metalloxidmatrix eingebunden, wobei die verschiedenen Hersteller unterschiedliche Kombinationen von Metallen verwenden.

Die meisten EV-Hersteller kombinieren Lithium mit Nickel, Kobalt und Mangan, um eine Li-Ni-Mn-Co-Oxidmatrix für die Kathode zu bilden. Tesla ersetzt das Mangan durch Aluminium (Al), wodurch eine Li-Ni-Co-Al-Oxidmatrix für die Kathode seiner Batterien entsteht. Tesla behauptet, dass seine Formel kostengünstiger ist, da weniger Kobalt benötigt wird.

In allen Fällen besteht die negative Elektrode, die sogenannte Anode, in einer EV-Batterie hauptsächlich aus Graphit.

Um den von Biden propagierten massiven Ausbau von Elektroautos zu unterstützen, werden riesige Mengen an Materialien für die Herstellung von Elektroauto-Batterien benötigt, zum Beispiel Lithium, Kobalt, Graphit, Nickel, Mangan und Aluminium. Betrachten wir die Quellen von nur drei dieser Stoffe – Lithium, Kobalt und Graphit – um zu sehen, wo die Menschenrechtsprobleme entstehen.

Eine normale Li-Ionen-EV-Batterie mit einem Gewicht von 1.000 Pfund enthält etwa 25 Pfund Lithium. Da Lithium-Sole in der Regel weniger als 0,1 % Lithium enthält, werden etwa 25.000 Pfund Sole benötigt, um die 25 Pfund reines Lithium zu erhalten. Dieses wird hauptsächlich in Tibet und im Hochland von Argentinien, Bolivien und Chile gewonnen (nach Angaben des U.S. Geological Survey befinden sich 58 % der weltweiten Lithiumreserven in Chile), das als „Lithiumdreieck“ bekannt ist. Die Lithiumproduktion in Tibet führt zu toten, giftigen Fischen und Kadavern von Kühen und Yaks, die den Liqi-Fluss hinuntertreiben. Die Ganzizhou Rongda Li-Mine in Tibet hat diesen Fluss gründlich vergiftet.

In ähnlicher Weise sind die Ureinwohner im Lithium-Dreieck mit verseuchten Flüssen konfrontiert, die für den menschlichen Verzehr, die Bewässerung des Viehs und die Bewässerungssysteme benötigt werden, und mit Bergen, die wegen des weggeworfenen Salzes aus dem Lithium-Sole-Verfahren verwüstet sind. In einem Bericht mit dem Titel „COMMODITIES AT A GLANCE Special issue on strategic battery raw materials“ [etwa: ROHSTOFFE IM ÜBERBLICK Sonderausgabe über strategische Batterierohstoffe], der 2020 von der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung herausgegeben wurde, wird dies erläutert:

„Indigene Gemeinschaften, die seit Jahrhunderten in der Andenregion von Chile, Bolivien und Argentinien leben, müssen sich mit Bergleuten um den Zugang zu Gemeindeland und Wasser streiten. Die Bergbauindustrie ist in einer der trockensten Wüstenregionen der Welt auf große Mengen Grundwasser angewiesen, um die Sole aus den Bohrlöchern abzupumpen. Einigen Schätzungen zufolge werden etwa 1,9 Millionen Liter Wasser benötigt, um eine Tonne Lithium zu gewinnen. Im chilenischen Salar de Atacama verbrauchen der Lithiumabbau und andere Bergbauaktivitäten 65 Prozent des Wassers in der Region. Das hat große Auswirkungen auf die örtlichen Landwirte, die Quinoa anbauen und Lamas züchten, in einem Gebiet, in dem einige Gemeinden bereits Wasser von anderswo herbekommen müssen.“

Eine 1000 Pfund schwere Li-Ionen-EV-Batterie enthält in der Regel auch etwa 30 Pfund Kobalt. Der durchschnittliche Kobalterzgehalt liegt bei etwa 0,1 %, so dass wir fast 30.000 Pfund Erz verarbeiten müssen, um 30 Pfund Kobalt zu erhalten. Die Demokratische Republik Kongo verfügt über 50 % der weltweiten Kobaltreserven und steuert fast zwei Drittel der weltweiten Kobaltproduktion bei. Dies führt zu immensen humanitären Missständen. Im Kongo arbeiten mindestens 40.000 Kinder – manche sind erst 4 Jahre alt – zusammen mit ihren Eltern für weniger als 2 Dollar pro Tag. Sie sind zahlreichen psychologischen Verletzungen und Misshandlungen sowie erheblichen körperlichen Risiken ausgesetzt. Der Ingenieur und Energieberater Ronald Stein und Todd Royal, ein unabhängiger Berater für die öffentliche Ordnung, der sich auf die geopolitischen Auswirkungen von Energie konzentriert, gehen in ihrem Buch „Clean Energy Exploitations – Helping citizens understanding the environmental and humanity abuses that support ‚clean‘ energy“ (Saubere Energieausbeutung – Hilfe für die Bürger, die Umwelt- und Menschenrechtsverletzungen zu verstehen, die die ’saubere‘ Energie unterstützen) auf weitere Einzelheiten ein:

„Einstürze, ständige Belastung durch giftiges, radioaktives Wasser, Staub und gefährliche Luft, die mit Kobalt, Blei und Uran sowie anderen Schwermetallen belastet ist, die Tag für Tag in die Lungen geatmet werden, damit sich die westlichen Bürger mit ihrem Tesla oder ihrer Windturbine wohlfühlen können. Kobalterz wird nach China geliefert, denn eine der größeren Minen im Kongo gehört der chinesischen Congo Dongfang International Mining Company.“

Eine 1.000-Pfund-EV-Batterie enthält auch 110 Pfund Graphit. Bei einer Konzentration von 10 % müssen für jede Batterie 1.100 Pfund Erz verarbeitet werden. China produziert derzeit etwa 70 % des weltweiten Angebots an Naturgraphit. Dorfbewohner, die in der Nähe von Graphitunternehmen in Provinzen im Nordosten Chinas leben, klagen über „glitzernde Nachtluft“, Ernteschäden, rußverschmierte Häuser und Besitztümer sowie verschmutztes Trinkwasser.

In seiner Rede zur Lage der Nation sprach Biden von der Förderung von „Umweltgerechtigkeit“ und „mehr Fairness“. Der Präsident sagte: „Ich werde ehrlich zu Ihnen sein, wie ich es immer versprochen habe“.

Biden muss nun auch in Bezug auf Elektrofahrzeuge ehrlich sein. Sie verstoßen in grober Weise gegen grundlegende Prinzipien der Umweltgerechtigkeit und sind alles andere als fair gegenüber den Armen der Welt, die leiden und sterben müssen, damit reiche westliche Eliten mit ihren Elektroautos Tugendzeichen setzen können.

This article originally appeared at Real Clear Energy

Autor: Tom Harris is executive director of the International Climate Science Coalition

Link: https://www.cfact.org/2022/03/21/bidens-ev-plans-support-the-worst-humanitarian-abuses/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE