Neue Studie dokumentiert 30 Jahre gescheiterte Klimapolitik der EU …

… während die Energiekrise zu Unruhen führt

Global Warming Policy Forum GWPF

London 11. Juli:Während der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Frans Timmermans, eine dringende Rückkehr zu fossilen Brennstoffen fordert, um zivile Unruhen und wirtschaftliche Verwerfungen abzuwenden, veröffentlicht die Global Warming Policy Foundation einen neuen Bericht, der dokumentiert, wie 30 Jahre verfehlter Klimapolitik die schlimmste Energiekosten- und Sicherheitskrise in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg ausgelöst haben.

Der Bericht ist die umfassendste Bewertung der Energie- und Klimapolitik der Europäischen Union von 1990 bis zum heutigen Tag. Er zeigt, dass die sehr hohen Kosten für die forcierte Nutzung thermodynamisch inkompetenter erneuerbarer Energien gleichzeitig zu einem dramatischen Rückgang des EU-Energieverbrauchs infolge von Preisrationierungen geführt haben, die EU aber auch von einem einzigen hochwertigen Brennstoff, nämlich Erdgas, abhängig gemacht haben.

Dieser tödliche Cocktail bedroht nun sowohl die wirtschaftliche als auch die gesellschaftliche Stabilität, wie selbst Herr Timmermans und die führenden EU-Politiker zu erkennen beginnen.

Unter dem Titel „Europe’s Green Experiment: A costly failure in unilateral climate policy“ (Ein kostspieliges Scheitern der einseitigen Klimapolitik) wurde die Studie von Dr. John Constable, GWPF-Direktor für Energie, erstellt und steht hier zum Download bereit (PDF).

Die Studie zeigt, dass der Energieverbrauch der EU bis 2005 einen Aufwärtstrend aufwies, nun aber gegenüber dem Höchststand von 2006 um über 10 % gesunken ist und nun wieder auf dem Niveau der 1990er Jahre liegt. UK ist sogar noch stärker betroffen: Der Verbrauch ist gegenüber seinem Höchststand in den frühen 2000er Jahren um etwa 30 % gesunken und liegt nun auf einem Niveau, das zuletzt in den 1950er Jahren erreicht worden war.

Dr. Constable argumentiert, dass dieser Einbruch des Verbrauchs ein äußerst besorgniserregendes Zeichen für eine zugrunde liegende Fehlentwicklung in der Realwirtschaft ist und nicht durch Energieeffizienzmaßnahmen erklärt werden kann.

Vielmehr ist der sinkende Verbrauch die direkte Folge der extrem hohen klimapolitischen Kosten für die Einführung der thermodynamisch unterlegenen erneuerbaren Energieerzeugung.

* Das Emissionshandelssystem beispielsweise hat die Verbraucher im Zeitraum 2013 bis 2021 rund 78 Milliarden Euro gekostet und belastet sie weiterhin mit etwa 17 Milliarden Euro pro Jahr.

* Die Subventionen für erneuerbare Energien haben die Verbraucher in der EU-27 im Zeitraum 2008 bis 2021 rund 770 Milliarden Euro gekostet und belasten die Rechnungen weiterhin mit etwa 69 Milliarden Euro pro Jahr.

* Eine weitere Analyse zeigt, dass die Produktivität der Stromerzeugung zusammengebrochen ist: Der Systemauslastungsfaktor ist von angemessenen 56 % im Jahr 1990 auf beunruhigend ineffiziente und teure 37 % im Jahr 2020 gesunken.

* Die EU-eigenen Daten zeigen, dass die Energiepreise durchweg über dem Durchschnitt der G20-Staaten außerhalb der EU liegen, wobei die Strompreise für Haushalte beispielsweise um 80 % und die für die Industrie um 30 % höher sind, ein Unterschied, der weitgehend auf die Politik zurückzuführen ist. Ähnliche Effekte sind sowohl bei den Erdgas- als auch bei den Treibstoffpreisen zu beobachten.

Trotz dieser kostspieligen Unterstützung für erneuerbare Energien haben die EU-Mitgliedstaaten nur einen marginalen Anteil am Weltmarkt für die Herstellung erneuerbarer Energien gewonnen, der jetzt von Asien und insbesondere von China beherrscht wird, wo die Herstellungskosten – was eine bittere Ironie ist – niedriger sind, weil die Energieversorgung in dieser Region hauptsächlich aus kostengünstigen fossilen Brennstoffen stammt.

Dr. Constable sagte:

„Die Energie- und Klimapolitik der EU seit 1990 war für die Mitgliedstaaten ein einziges Desaster. Hohe Preise und ein dramatisch sinkender Energieverbrauch deuten auf einen gesellschaftlichen und realwirtschaftlichen Verfall hin.

Eine Korrektur der Politik ist unausweichlich, aber die Behebung der Schäden wird teuer sein, und selbst die vorsichtigsten Wege führen zu einer Senkung des Lebensstandards. Dies den europäischen Völkern zu erklären, wird die größte politische Herausforderung der nächsten fünfzig Jahre sein“.

Steve Baker, MP [Abgeordneter im Parlament], sagte:

„Der Bericht von Dr. Constable ist äußerst ernüchternd. Es ist ein echter Skandal, dass bewusste politische Entscheidungen uns in diese Energiekrise geführt haben. Eine Krise, die eindeutig vorhergesehen, vorhergesagt und ausgerufen wurde, und dennoch ist sie eingetreten.

Wir steuern auf eine politische Katastrophe zu. Wir brauchen ein höheres Maß an Integrität und Realismus und das Eingeständnis, dass das, was wir bisher gemacht haben, nicht funktioniert hat. Ein neuer Ansatz in der Energiepolitik ist dringend erforderlich.“

Link: https://www.thegwpf.org/publications/europes-green-experiment/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Rebellen der Causa Korallenriff – Teil 1

Jennifer Marohasy

Alle behaupten, dass ihnen das Great Barrier Reef am Herzen liegt, aber nur sehr wenige nehmen sich die Zeit, es tatsächlich zu besuchen. Die Berichte über die massive Korallenbleiche im vergangenen Sommer stammen größtenteils aus Luftaufnahmen, die mit Flugzeugen und Hubschraubern in 150 Metern Höhe geflogen wurden. Ich habe wiederholt darauf hingewiesen, dass man aus dieser Entfernung nicht viel sehen kann.

Das Institute of Public Affairs hat ein neues Programm aufgelegt, bei dem es darum geht, junge Menschen dazu zu bringen, das Great Barrier Reef zu sehen – nicht aus dem Flugzeug, sondern im und unter Wasser.  Das Programm beginnt nächste Woche, und ich freue mich schon sehr darauf, einer der Führer zu sein.

Die Expedition beginnt in Cairns mit einem Besuch des Moore Reefs. Dann fahren wir die Küste hinunter – mit dem Bus, nicht mit dem Boot, und besuchen unterwegs einige Farmen – und landen schließlich in Townsville. Von dort aus geht es in Richtung Süden nach Ayr und weiter zum Stanley Reef.

Das Stanley Reef wurde bereits im März, auch vom Klimarat, als eines der am schlimmsten ausgebleichten Riffe bezeichnet – zusammen mit dem John Brewer Reef wurde es als Zentrum einer noch nie dagewesenen Massenkorallenbleiche bezeichnet.

Die Great Barrier Reef Marine Park Authority (GBRMPA) „Reef Snapshot: Reef Snapshot: Summer 2021-22“ wurde das Stanley Reef als von einer extremen Korallenbleiche betroffen bezeichnet, bei der im März 2022 mehr als 90 Prozent der Korallen an diesem Riff ausgebleicht waren.

Das Stanley-Riff (in der Mitte meines rosa Lassos) wurde als stark ausgebleicht eingestuft. Diese Einstufung basiert auf einer Luftaufnahme, die von GBRMPA und AIMS durchgeführt wurde, sowie auf einer Untersuchung im Wasser, die Selina Ward und Harriet Spark mit Unterstützung des Klimarats im März 2022 durchgeführt haben.

Nächste Woche werde ich das Stanley-Riff mit einer gewissen Beklemmung besuchen.

Werden die Korallen, die bei den beiden Untersuchungen als ausgebleicht identifiziert wurden, nun tot sein?

Werden die gebleichten Korallen jetzt mit dunkelgrünen Algen bedeckt sein?

Wenn uns etwas wirklich am Herzen liegt, sollten wir alles darüber wissen wollen. Wir sollten darauf vorbereitet sein, aufzutauchen, wenn die Dinge gut laufen, wenn sie sich zum Schlechten wenden, und auch, wenn die Korallen am meisten leiden – oder sogar tot sind.

Es könnte sein, dass sich alle Korallen erholt haben.

Aber wir werden es nicht wissen, wenn wir sie nicht besuchen. Um wirklich zu wissen, wie es um die Gesundheit der Korallen bestellt ist, müssen wir ins Wasser und unter Wasser gehen. Genau das werden wir nächste Woche tun. Wir werden nicht rüberfliegen. Wir werden im Wasser sein – wenn das Wetter es zulässt.

Sie können dieses Abenteuer in den kommenden Wochen auf der Facebook und Instagram-Seite der Reef Rebels verfolgen.

Der verstorbene Rob McCullough war ein Rebell, der sich dafür einsetzte, das Great Barrier Reef zu besuchen, anstatt nur eine Meinung aus dem Sessel zu haben.

Ich werde mich an den verstorbenen Rob McCullough erinnern.

Was auch immer geschah, als Skipper sorgte er immer dafür, dass wir sicher waren. Rob war auch insofern ein Rebell, als er sich über die gängige Meinung hinwegsetzte, dass das gesamte Great Barrier Reef aufgrund des Klimawandels dem Untergang geweiht sei. Er interessierte sich für die Beweise und den Zustand der einzelnen Riffe, die, wie er erklärte, verschiedene Stadien zwischen Tod und Verjüngung durchliefen.

Link: https://wattsupwiththat.com/2022/07/11/rebels-to-the-coral-reef-cause-part-1/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

Bemerkung des Übersetzers: Es ist eigenartig, dass DER Experte für das Barriere Reef schlechthin Dr. Peter Ridd in diesem Beitrag nicht erwähnt wird.

 




Wer den Eindruck erweckt, dass staatliche Stellen mit der Bewältigung der Lage (im Flutgebiet Ahrtal) komplett überfordert gewesen seien, ist ein Fall für den Verfassungsschutz

Helmut Kuntz

Der Untersuchungsausschuss über die Versäumnisse während der Flutkatastrophe im Ahrtal brachte immer extremere Fälle von Staatsversagen an die Öffentlichkeit [1] [2] [3]. Zur „Belohnung“ wurde eine der hauptverantwortlichen Totalversagerinnen befördert, für den Rest blieb es zumindest folgenlos. Allerdings musste die Beförderte dann auf externen Druck doch noch zurücktreten. Es war zu erwarten, dass sich unsere elitär-abgehobene Politikerkaste solche Einmischung nicht mehr bieten lassen will und Maßnahmen unternimmt – gegen jene, welche Rücktritte fordern.
Der jüngst veröffentlichte Verfassungsschutzbericht 2021 zeigt, wie sich das unsere Politikkaste vorstellt.

Merkels Strategie geht auf

Setze bewusst damit überforderte Personen in hohe Ämter und mache deren Ergebnisse damit lenkbar. Diese Strategie von Frau Merkel – welche in der Ampel recht konsequent weitergeführt wird –zeigt beginnend mit den ungeahndeten Rechtsverstößen von Frau Merkel, dem Klimaurteil und nun mit dem Verfassungsschutzbericht 2021 ihre Früchte.

Verfassungsschutzbericht 2021

Mit diesem Bericht setzen die Protagonisten, Ministerin Faeser und der von Frau Merkel als Nachfolger für den ihr zu widersprechen gewagt habenden Herrn Maßen eingesetzten Herrn Haldenwang, den Start in einen Überwachungsstaat.

[4] Am 7. Juni hat Bundesinnenministerin Nancy Faeser den Verfassungsschutzbericht 2021 vorgestellt. Der hat es in sich. Die Neueinführung eines „Phänomenbereichs verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates“ wurde zwar schon relativ breit in den Medien erwähnt, aber meines Erachtens wurde die Bedeutung dieses neuen Feindbilds, das ausdrücklich Kritik am politischen Personal und bestimmten politischen Entscheidungen mit Verfassungsfeindschaft gleichsetzt, noch nicht hinreichend herausgearbeitet.
Liest man sich einmal durch, wer und was da jetzt als „verfassungsschutzrelevant“ angesehen wird, dann muss man eine Abkehr von liberalen Werten und eine schamlose Anknüpfung an die übelsten Traditionen der Verfolgung Oppositioneller und auch einfach Unzufriedener in zwei deutschen Diktaturen konstatieren. Der neue Phänomenbereich wirft seinen Beobachtungsobjekten verschwörungstheoretisches Denken vor und benutzt es gerade selbst, um aus Opposition innerhalb der freiheitlich-demokratischen Grundordnung ein Feindbild außerhalb ihr zu konstruieren und damit die Grundlage der Verfolgung von Falschdenkern zu schaffen.

Thematisieren der politischen Maßnahmen zur Bewältigung des Klimawandels ist nun ein Fall für den Verfassungsschutz

Mit dem im Bericht neu definierten Phänomenbereich „Verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates“ wurde die Grundlage geschaffen, bereits Kritik an politischen Entscheidungen unter Beobachtung zu stellen, so dass zur Vervollständigung nur noch Straftatbestände festgelegt werden müssen. Es geht so weit, dass der Bürger auch „das Vertrauen in die … Medien“ nicht „untergraben“ darf.

Konkret wird das geradezu extreme Staatsversagen bei der letzten Flut im Ahrtal zum Anlass genommen, nicht das Versagen, sondern Personen, welche „den Eindruck erwecken, staatliche Stellen wären mit der Bewältigung der Lage komplett überfordert gewesen“, unter Beobachtung zu stellen. Dass Kritik am Kampf gegen das sich ständig ändernde Klima nun ebenfalls ein verfassungsschutzrelevanter Beobachtungsfall geworden ist, war eine logische Abrundung.

Verfassungsschutzbericht 2021:
S 112: … Diese Form der Delegitimierung erfolgt meist nicht durch eine unmittelbare Infragestellung der Demokratie als solche, sondern über eine ständige Agitation gegen und Verächtlichmachung von demokratisch legitimierten Repräsentantinnen und Repräsentanten sowie Institutionen des Staates und ihrer Entscheidungen
S 119 – 120: Die Angehörigen des Phänomenbereichs versuchen, das Vertrauen in die parlamentarische Demokratie, in staatliche Institutionen sowie in Wissenschaft und Medien zu untergraben.
… Als Beispiel hierfür kann das Vorgehen einzelner bereits extremistisch in Erscheinung getretener Personen im Zusammenhang mit der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz genannt werden.
… Andererseits erweckte man aktiv den Eindruck, dass staatliche Stellen bewusst nur unzureichend an der Verbesserung der Versorgungslage arbeiten würden beziehungsweise mit der Bewältigung der Lage komplett überfordert gewesen seien …
… „dass über die Corona-Pandemie hinaus auch künftig andere gesellschaftliche Krisensituationen von Angehörigen des Phänomenbereichs dazu genutzt werden, um staatliche Stellen und politisch Verantwortliche herabzusetzen. Hier ist beispielsweise eine verstärkte Thematisierung der politischen Maßnahmen zur Bewältigung des Klimawandels durch Akteure des Phänomenbereichs in Betracht zu ziehen. Hierdurch wird einem Verlust des Vertrauens der Bevölkerung in die Funktionsfähigkeit des demokratischen Staates Vorschub geleistet.

Mehr darüber mit ausführlichen Kommentaren sollte man bei [4] Achgut, 22.06.2022: Sind Sie ein Regierungsleugner?
nachlesen.

Wer nun meint, anstelle sich mit solchen Problemen herumzuschlagen, gehe er lieber spazieren, muss sich von unserem Bundes-Grüßonkel der gerne mal sein unbotmäßiges Volk zurechtweist, sagen lassen, dass Spazierengehen seine Unschuld verloren hat.
Wer meint, dann geht man eben wandern, dem weiß „Die ZEIT“ zu berichten, [5]Für manche Neonazis gibt es nichts Schöneres, als gemeinsam wandern zu gehen. Doch mit Liebe zur Natur hat das wenig zu tun: Dahinter steckt ein bizarrer Ahnenkult.

Erlaubt ist wohl nur noch, beim erlauchten Erscheinen unfehlbarer und damit nicht kritisierbarer Vorsitzenden stramm stehend zu applaudieren (wie es inzwischen auf Parteitagen mit Vorgabe Zählen der Applausminuten gehandhabt wird) und mit einem Tesla heimzufahren.

Quellen

[1] FLUTKATASTROPHE VERSCHLAFEN Ministerin Anne Spiegel war während der Flut vor allem um ihr Image besorgt

[2] Spiegel, 27.11.2021: Kachelmann im Flut-Untersuchungsausschuss Alle Informationen waren da

[3] EIKE 30.07.2021: Einschläge des Klimawandels oder eher eklatantes Staats- und Behördenversagen?

[4] Achgut, 22.06.2022: Sind Sie ein Regierungsleugner?

 




Schwache Sonnenaktivität

Cap Allon

Vorbemerkung des Übersetzers: Schaut man regelmäßig auf die Website von spaceweather.com, sieht man derzeit eine anscheinend sehr aktive Sonne, aktiver jedenfalls als während der Zykluspause. In diesem Beitrag wird dies in den Zusammenhang mit vergangenen und historischen Zyklen gestellt, und siehe da – der Zyklus 25 kommt ebenfalls ziemlich schwach daher, wie von verschiedenen Seiten bereits vorhergesagt. – Ende Vorbemerkung

Der Sonnenzyklus 25 schreitet wie erwartet voran. Nach einem etwas heftigeren Anstieg in den letzten Monaten liegt die Aktivität immer noch auf dem Niveau des historisch schwachen Zyklus‘ 24, was durch den starken Rückgang im letzten Monat begünstigt wurde.

Die Sonnenfleckenzahlen, ein wichtiges Barometer für die Sonnenaktivität, wurden für Juni 2022 ermittelt.

Wie unlängst vermutet, ist die Leistung etwas zurückgegangen, wie das folgende aktualisierte SILSO-Diagramm zeigt:

Die Sonnenaktivität zeigt im Juni 2022 eine starke Abnahme

Der „schwungvolle“ Beginn des Sonnenzyklus 25 verleitete einige zu der Annahme, dass der Zyklus viel stärker sein wird als sein Vorgänger; aber „nicht so voreilig“, warnte Dr. Ron Turner, Analyst am Forschungsinstitut ANSER in Virginia, im Februar.

Dr. Turner, der sich seit vielen Jahren mit Sonnenzyklen befasst, erinnerte sich an einen wichtigen Aspekt des vorherigen Zyklus (SC24): Er hatte schnell zugenommen, ähnlich wie der jetzige Zyklus 25, war dann aber früh „abgewürgt“ worden und wurde zum schwächsten Zyklus seit mehr als einem Jahrhundert.

„Ich habe die Sonnenfleckenzahlen aus den ersten Jahren von SC24 genommen und sie mit denen von SC25 überlagert“, erklärt Turner, „sie stimmen fast perfekt überein“.

Man beachte die nächste Grafik unten. Sie zeigt, wie sehr sich SC25 (grüne Linie) und SC24 (rosa Linie) ähneln. Beachten Sie auch, wie schwach SC25 im Vergleich zu den anderen jüngsten Zyklen (21, 22 und 23) ist:

Das nächste Diagramm vergleicht SC25 mit den historisch schwachen Zyklen 12, 13, 14 und 16 (1878 bis 1933 – das Hundertjährige Minimum).

Es ist deutlich zu sehen, dass SC25 auch schwächer ist als diese Zyklen (beachten Sie, dass der „Dip“ im Juni noch nicht eingezeichnet ist, wie auch im obigen Diagramm).

[Anfang Juli liegt die Aktivität wieder auf dem Niveau vor dem „Dip“. A. d. Übers.]

Der 25. Solarzyklus verläuft innerhalb der erwarteten Parameter – es ist ein weiterer historisch schwacher Zyklus.

Ich habe immer behauptet, dass wir erst im Solarzyklus 26 mit der Aussicht auf ein echtes Großes Solares Minimum konfrontiert werden, da die kumulativen Auswirkungen der jahrzehntelangen geringen Aktivität (seit 2008) in Kombination mit dem „Nichtauftreten“ von SC26 die Erde in die nächste Zyklus-Phase einer gravierenden GLOBALEN ABKÜHLUNG treiben werden.

Link: https://electroverse.net/earths-temperature-saw-a-sharp-drop-in-june-as-did-solar-activity/, 2. Meldung

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Die zunehmende Bebauung und Versiegelung in Deutschland heizt uns kräftig ein – der zunehmende Wärmeinseleffekt. Teil 2

– Entwässerung und Austrocknung der Landschaft –

Josef Kowatsch, Stefan Kämpfe

Die gezielte Entwässerung der Böden in der freien Landschaft dient verschiedenen Zwecken: Schaffung oder Verbesserung von Bau- oder Acker- und Weideland, Anlage und Unterhaltung von Verkehrstrassen, Ermöglichung und Aufrechterhaltung des Bergbaus, Ausbau der Flüsse für die Binnenschifferei, angeblicher Hochwasserschutz durch Stein-oder Betonmauern mit breiten Fundamenten. Generell enthalten die meliorierten Böden weniger Wasser; fast immer sinkt auch der Grundwasserspiegel. Die einst humusreiche, landwirtschaftliche fruchtbare und wasserspeichernde Schicht geht eh verloren. Das im Boden enthaltene Wasserangebot nimmt also mehr oder weniger stark ab; die kühlende Verdunstung verringert sich, was im Sommerhalbjahr zu einer stärkeren Erwärmung der Bodenoberfläche führt; diese Wärme wird an die Luft abgegeben – es stellt sich in den unteren Schichten der Atmosphäre eine höhere Lufttemperatur ein. Das verringerte Feuchteangebot führt außerdem zu weniger Dunst-, Nebel- und Hochnebelbildung – eine längere und intensivere Besonnung ist die Folge. Nicht nur die Landschaft trocknet aus und versteppt zusehends, sondern auch die in der freien Natur befindlichen DWD-Wetterstationen zeigen höhere Temperaturen an, was unwissende Politiker und Medienvertreter irrtümlicherweise wieder als Beweis für den CO2-Klimawandel anführen,

Abb.1: Bild einer gezielten Wald- und Wiesentrockenlegung. Foto Kowatsch

Kleinere Entwässerungsmaßnahmen dürfte es schon in der Antike und im Mittelalter gegeben haben; doch erst in der Neuzeit schufen die immer zahlreicheren Arbeitskräfte und die wachsenden wirtschaftlich-technischen Möglichkeiten die Basis zur Planung von Großprojekten, deren Umsetzung bis heute mehr oder weniger deutliche negative ökologische und klimatische Auswirkungen verursachen. Einige wichtige Großprojekte seien kurz genannt:

  1. Begradigung der Oder; Rodung und Trockenlegung des Oderbruchs (1747 bis 1762 unter Friedrich dem Großen). Diese führten – einschließlich der nun möglichen Besiedelung, zu einer ökologischen Verarmung und einem insgesamt trockeneren, zu stärkeren Schwankungen (Extremen) neigenden Klima; und weil die Oder heute höher fließt, als weite Teile des Bruchs, schwebt das Damoklesschwert einer Hochwasserkatastrophe bei jedem Oder-Hochwasser (mögliche Deichbrüche!) über dem Bruch. Viele andere Lücher und Brücher Brandenburgs erlitten das gleiche Schicksal; das Havel-Luch schon um 1720. Dass Brandenburg heute zu den sich am stärksten erwärmenden Regionen Deutschlands gehört, ist unter anderem eine Spätfolge dieser erst langfristig voll wirkenden Meliorationen.
  2. Urbarmachung des Donau-Mooses bei Ingolstadt ab 1790 unter Karl Theodor von der Pfalz mit ähnlichen, langfristigen Folgeschäden wie im Oderbruch; zusätzlich Sackungen und Schrumpfungen der Geländeoberfläche um stellenweise mehr als drei Meter durch Torfzehrung (Sauerstoffzutritt nach Entwässerung). Andere Feuchtgebiete und Flüsse des Alpenvorlandes, wie etwa der Lech, wurden ebenfalls melioriert.
  3. Begradigung und Verkürzung der Länge des Oberrheins (1817 bis 1876, projektiert und begonnen durch den Ingenieur Johann Gottfried Tulla). Die damit verbundene teilweise Trockenlegung großer Teile der Rheinauen begünstigte zwar die Ausrottung der Malaria, den Abbau von Sanden oder Kiesen, die Besiedelung und die Schifferei, führte aber ansonsten zu den schon genannten ökologisch-klimatischen Problemen. Hochwasserwellen des Oberrheins verschonen nun das meliorierte Gebiet, gelangen aber umso schneller und intensiver an den Mittel- und Niederrhein.
  4. Emsland-, Küsten-, Alpenplan und das Programm Nord. In den 1950er Jahren vom Bundestag beschlossene Urbarmachungen von Feuchtgebieten, um nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg Flüchtlingen eine neue Bleibe und ein wirtschaftliches Auskommen zu sichern. So waren um 1950 fast 20% der Bevölkerung des Emslandes Vertriebene aus den ehemaligen Ostgebieten. Bei diesen Meliorationen wurden die letzten, größeren intakten Hoch- und Niedermoore Westdeutschlands zerstört.
  5. Trockenlegung und Entwässerung (Melioration) der Wische in Sachsen-Anhalt und der Friedländer Großen Wiese bei Ferdinandshof in Mecklenburg-Vorpommern als Jugendobjekt der DDR (1958 bis 1962) sowie weitere Komplexmeliorationen von DDR-Feuchtgebieten bis 1989. Meistens wurde zu tief entwässert, was die Vermullung und damit die Austrocknung und die Erwärmung sowie die Winderosion der obersten Bodenschichten zur Folge hatte (einmal ausgedörrter, zu lange dem Luftsauerstoff ausgesetzter Torf ist hydrophob – er nimmt kein Wasser mehr auf). Nach anfänglichen Erfolgen brachen die Grün- und Ackerlanderträge auf diesen „übermeliorierten“ Flächen dramatisch ein; heute wachsen dort fast nur noch Quecken und Brennnesseln.

Aufgrund dieser Meliorationen existiert heute in ganz West- und Mitteleuropa fast kein größeres, völlig intaktes Nieder- oder Hochmoor mehr. Hinzu kommen die nicht unerheblichen Folgeschäden des Bergbaus. Die in Ostdeutschland und am Niederrhein betriebenen Braunkohlen-Tagebaue zogen umfangreiche Entwässerungsmaßnahmen nach sich; allerdings können sie nach Auskohlung meist zu ökologisch höherwertigen Flächen mit vielen Seen und Feuchtgebieten rekultiviert werden, als vor Beginn des Bergbaus. In der Lausitz und im Leipziger Land kann man die Erfolge dieser Rekultivierungsmaßnahmen bereits deutlich sehen. Problematischer ist die Situation im Ruhrgebiet, wo der mittlerweile beendete Steinkohlenbergbau zu „Ewigkeitskosten“ führt. Nach Auskohlung der Flöze senkten sich weite Bereiche des „Ruhrpotts“ unter das Höhenniveau der Flüsse, so dass die Ländereien, um nicht überflutet zu werden, auf alle Ewigkeit mit Entwässerungspumpen trocken gehalten werden müssen. Auch Teile der ehemaligen Kohlegruben müssen, auch zum Schutz des Grundwassers vor Verunreinigungen, entwässert werden; das teilweise sehr warme Grubenwasser erwärmt dann die Oberflächengewässer und den Rhein – ein weiterer, meist wenig beachteter Wärmeinseleffekt.

Nutzungs- und Bewirtschaftungsänderungen in Land- und Forstwirtschaft

Seit der Jungsteinzeit wird in Mitteleuropa Ackerbau betrieben; nach und nach kam die Forstwirtschaft hinzu. Aber nie wurden unsere Äcker und Wälder intensiver genutzt, als gegenwärtig. Noch bis in die 1950er Jahre prägten vielerorts kleinflächige Äcker, artenreiche Feldraine, Streu- und Obstwiesen, Hecken und Baumreihen unsere Agrarlandschaft; mancherorts ist diese liebliche Landschaftsstruktur noch sichtbar.

Abbildungen 2a und 2b: Oben (2a) eine den früheren Verhältnissen ähnelnde Agrarlandschaft mit Orchideen-Streuwiese (im Vordergrund Große Händelwurz), Hecken und Baumreihen sowie artenreichen Feldrainen an unversiegelten Wegen zwischen nicht zu großen Schlägen; im Hintergrund der Wald des Großen Ettersberges. Nur etwa 5 Km weiter südlich auf der Hochfläche westlich von Weimar (2b, unten) die baum- und strauchlose, von riesigen Ackerflächen dominierte Agrarlandschaft mit betoniertem Wirtschaftsweg und der Monokultur Winterraps für ökologisch schädlichen Bio-Diesel. Fotos: Stefan Kämpfe

Abbildung 3: Die Feldwege werden zusätzlich am Straßenrand mit Drainagen versehen, von den landwirtschaflichen Flächen münden etwa alle 10 bis 15m gelbe Sickerschläuche in 1m Tiefe –siehe ganz vorne links – in den schwarzen Entwässerrungshauptleiter.

 

Das „Ausräumen“ der Agrarlandschaft sowie das Befahren mit schweren Maschinen, aber auch der im Zuge der Energiewende wachsende Anteil erst spät den Boden deckender Feldfrüchte wie Mais, förderten die Austrocknung, die Bodenverdichtung und oberflächlich sich stärker erwärmende Böden – ein großflächiger WI-Effekt.

Ähnliches geschah in der Forstwirtschaft. Viele der einstigen standortgerechten Laubmischwälder wurden ab dem 18. Jahrhundert aus wirtschaftlichen Gründen in Kunstforste umgewandelt (in den Vorgebirgslagen und niederschlagsreicheren Gegenden meist Fichten-Monokulturen, auf leichteren Sandböden oft lichte Kiefernwälder). Während ein Buchenwald während der belaubten Zeit nur etwa 3% des Lichtes auf den Waldboden lässt und sich deshalb selbst an sonnigen Hochsommertagen nur wenig erwärmt, dringt in einen Kiefernwald viel mehr Licht ein und erwärmt den Boden stark. Aussagefähige Studien hierzu sind selten; doch kann man bei ansonsten identischen Standortbedingungen an sonnigen Sommertagen in einem Kiefernwald mit etwa 2 bis 5 Grad höheren Temperaturen rechnen. Auch andere Nadelbäume wie Fichten, Tannen und Douglasien, erwärmen sich aufgrund ihrer geringeren Albedo stärker, als Laubbäume, Näheres dazu hier. Und auch breitere, stärker befestige Waldwege; breite Rückegassen für Harvester und Bodenverdichtungen durch schwere Forstmaschinen lassen heute mehr Licht und Wind in den Wald, fördern also dessen stärkere Erwärmung und Austrocknung. Wie wichtig naturnahe Laubwälder für die Abkühlung an heißen Sommertagen sind, zeigt ein schon älteres Beispiel aus Weimar.

Abbildung 4: Isothermenkarte für das Weimarer Stadtgebiet am 10. August 1950, Nachmittag. Während in den naturnahen Laubmischwaldgebieten des Ettersberges, des Webichts und des Belvederer Forstes nur 24 bis 27°C gemessen wurden, sind es im Freiland bei gleicher Höhenlage 28 bis 29°C, in den bebauten Stadtvierteln sogar 29 bis 31°C. Bildquelle Salzmann, M.: Die physisch-geografischen Verhältnisse Weimars. Weimarer Schriften, Stadtmuseum Weimar, Heft 22, 1974.

Die Energiewende als Treiber der Austrocknung in der freien Landschaft

In Deutschland wurden, beginnend mit den späten 1980er Jahren und ganz massiv zwischen den späten 1990er und den späten 2010er Jahren, über 30.000 Windkraftanlagen, die meisten an Land, aufgestellt. Diese bremsen tagsüber den kühlenden Wind; in den Nächten stören sie die Abkühlung und damit die Ausbildung der bodennahen Inversion und die Taubildung, weil die Luft stärker verwirbelt und durchmischt wird. Außerdem benötigt jedes Windrad eine eigene Zufahrt (Vegetationsverlust, Bodenverdichtung) sowie ein massives Betonfundament. Und selbst hell angestrichene Masten absorbieren einen Teil des Sonnenlichtes; diese Wärme wird dann in den Nächten, ähnlich wie bei einem Gebäude, an die Umgebung abgegeben.

Abbildung 5: Blick vom Aussichtsturm der Erfurter EGA über Dom und St. Severi in die freie Landschaft; Erfurt ist von Windparks umzingelt und auch deshalb „Dürre-Hauptstadt Deutschlands“. Foto: Kämpfe

Für die klimatischen Bedingungen Deutschlands gibt es hierzu bislang kaum belastbare Studien; aber solche aus den USA lassen auch für Mitteleuropa eine merkliche Erwärmung erwarten; Näheres hier und hier.

Die großflächigen Solarparks reduzieren oder zerstören die Vegetation, verringern die Albedo (Rückstrahlungsvermögen) und tragen damit wesentlich zur Landschaftserwärmung bei; Näheres hier. Und auch die Biogasanlagen tragen, zumindest lokal, zur Erwärmung und Austrocknung bei.

Die Luftfeuchtigkeit über Deutschland – nahm sie ab?

Diese Fragestellung interessiert besonders für die Monate von März bis August, also für diejenige Zeit des Jahres, welche für das Wachstum der Pflanzen am wichtigsten ist (meteorologische Jahreszeiten Frühling und Sommer). Grundsätzlich werden zwei Messgrößen unterschieden, die relative in Prozent und die absolute Luftfeuchte in Gramm Wasser je Kilogramm Luft. Erstere sinkt, wenn bei einem bestimmten Wasserdampfgehalt einer Luftmasse die Lufttemperatur steigt, denn sie ist die Verhältniszahl zwischen tatsächlich vorhandener und maximal möglicher Wasserdampfmenge einer Luftmasse bei einer bestimmten Temperatur (warme Luft hat eine viel höhere maximale Wasserdampfaufnahmekapazität als kalte). Die relative Luftfeuchte spiegelt also indirekt auch immer die Temperaturverhältnisse wieder. Die absolute sagt hingegen etwas darüber aus, wie groß überhaupt die in der Luft enthaltene Wassermenge ist. Die Datensätze liegen für ein Planquadrat, welches ganz Deutschland einschließt, seit 1948 beim NOAA (Amerikanischer Wetterdienst) für verschiedene Luftdruckniveaus vor; besonders interessieren natürlich die Verhältnisse in Bodennähe (1.000 hPa) sowie in der für die Luftmassenbestimmung besonders wichtigen 850-hPa-Fläche, was etwa 1.500 Metern Höhe entspricht.

Abbildungen 6a und 6b: Entwicklung der relativen Feuchte in einem Planquadrat über Mitteleuropa, welches Deutschland einschließt, für den meteorologischen Frühling (oben) und die einzelnen Frühlingsmonate (6b, unten). Seit dem Klimasprung um 1988 ist die Luft in den bodennahen Schichten relativ deutlich trockener. Besonders März und vor allem der April trockneten stark aus; der Mai weniger dramatisch.

Bei Betrachtung der absoluten Luftfeuchte zeigt sich im Frühling jedoch Folgendes:

Abbildung 7: Entwicklung der absoluten Feuchte in einem Planquadrat über Mitteleuropa, welches Deutschland einschließt, für den meteorologischen Frühling in Bodennähe (grün) und im 850-hPa-Niveau (blau). Eindeutige Trends und ein Klimasprung sind nicht zu erkennen – der absolute Wasserdampfgehalt der Luft nahm im Lenz nur unwesentlich ab; ein Beleg dafür, dass unsere Luft im Lenz wärmer und vor allem deshalb relativ trockener wurde.

Sommer: Noch überraschender sind die sommerlichen Verhältnisse:

Abbildungen 8a und 8b: Entwicklung der relativen Feuchte (oben) in einem Planquadrat über Mitteleuropa, welches Deutschland einschließt, für den meteorologischen Sommer und 8b, unten, die absolute Luftfeuchte. Seit dem Klimasprung um 1988 ist die Luft in den bodennahen Schichten auch im Sommer relativ deutlich trockener; aber die absolute Luftfeuchte stieg leicht an – die Sommerluft enthält heuer etwas mehr Wasserdampf und ist dadurch auch schwüler. Signifikant sind diese Trends aber nicht.

Die Luftfeuchtigkeit über Deutschland

Folgendes bleibt festzuhalten: Die Luft über Deutschland wurde nur relativ trockener, weil sie sich aus verschiedensten Gründen erwärmte. Aber der absolute Wasserdampfgehalt änderte sich kaum.

Wirkte stark erwärmend und austrocknend: Die zunehmende Sonnenscheindauer des Sommerhalbjahres

Über dieses Phänomen und dessen Ursachen hat KÄMPFE schon häufig ausführlich berichtet. Gerade haben wir die sonnigste erste Jahreshälfte aller Zeiten erlebt; Näheres dazu hier. Die zunehmende Sonnenscheindauer wirkt besonders im Sommerhalbjahr stark erwärmend und austrocknend. Stellvertretend seien hier nur die Verhältnisse für den meteorologischen Sommer gezeigt; April, Mai und September zeigen ein grob ähnliches, nicht ganz so deutliches Verhalten.

Abbildung 9: Deutliche Verzahnung von Sonnenscheindauer und Lufttemperaturen im Sommer. Um die beiden sehr unterschiedlichen Größen in einer Grafik zu veranschaulichen, wurden sie in Indexwerte umgerechnet; die sonnigsten Sommer, welche fast stets auch die wärmsten waren, sind gekennzeichnet.

Geänderte Großwetterlagenhäufigkeiten als Temperatur- und Austrocknungstreiber

Neben den verschiedensten WI-Effekten und der zunehmenden Besonnung trugen auch geänderte Häufigkeitsverhältnisse der Großwetterlagen stark zur Erwärmung und Austrocknung bei; besonders im Zeitraum von März bis November. Stellvertretend seien hier die Verhältnisse für den meteorologischen Sommer gezeigt, welcher am stärksten von der Erwärmung und Austrocknung betroffen ist.

Abbildung 10: Bis ins späte 20. Jahrhundert waren im Sommer kühlend wirkende Großwettertypen (West, Nordwest und Nord) viel häufiger als die wärmenden Süd, Südwest, Ost und Hochdruckgebiet über Mitteleuropa; doch seit etwa der Jahrtausendwende überwiegen Letztere. Diese Verschiebung der Häufigkeitsverhältnisse wirkte neben der zunehmenden Besonnung stark erwärmend. In den Frühjahrs- und Herbstmonaten herrschen grob ähnliche Verhältnisse Klassifikation der Großwettertypen nach HESS/BREZOWSKY und Darstellung der Sommertemperaturen als Indexwerte, um sie besser zusammen mit den Häufigkeiten veranschaulichen zu können.

Für diese geänderten Häufigkeitsverhältnisse hin zu wärmeren und sonnigeren Großwetterlagen gibt es zwei wesentliche Ursachen. Einerseits begünstigt die seit etwa Mitte der 2000er Jahre sehr geringe Sonnenaktivität Extremwetterlagen. Und besonders im April und von Juni bis November übt die AMO, welche sich gegenwärtig (noch) in einer Warmphase befindet, einen wesentlichen Einfluss auf die Zirkulationsverhältnisse aus. Auch hier reicht es, den besonders aussagefähigen Sommer zu betrachten.

Abbildung 11: Mit gewissen Qualitätseinbußen liegen die AMO-Werte und die sommerlichen Deutschland-Temperaturen bis 1856 zurück vor. Man erkennt einen positiven, recht deutlichen, sogar signifikanten Zusammenhang; in AMO-Warmphasen ist es tendenziell deutlich wärmer. Auch für den Sommer 2022 ist mit eher hohen AMO-Werten zu rechnen, was die Wahrscheinlichkeit für einen eher warmen Sommer erhöht. Man achte auf das Fehlen sehr kühler Sommer um 1940 und ab 1988

Fazit:

Die angebliche CO2-bedingte Klimaerwärmung – die Sommer werden immer heißer und trockener – findet vorrangig in den wachsenden Wärmeinseln, wegen geänderter Landnutzung und wegen längerer Besonnung sowie wegen häufigerer Süd-, Südwest- und Hochdruckwetterlagen statt. Aber auch die freie Landschaft entwickelt sich zu einer flächigen Wärmeinsel. Die meisten DWD-Wetterstationen befinden sich an mehr oder weniger stark WI-belasteten Standorten. Auch Frühling und Herbst sind von der Erwärmung und Austrocknung betroffen; aber weniger als der Sommer. Es ist keine CO2-Erwärmung, sondern eine menschengeschaffene täglich sich ausweitende Wärmeinselerwärmung, die längst die land- und forstwirtschaftlichen Flächen erfasst.

Der Anteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche an der Landfläche von Deutschland liegt bei 48,0 % (Stand: 2011). Der Anteil der bebauten Fläche zusätzlich bei 15% (Städte, Gemeinden, Straßen)

Vor allem werden die Sommer heißer, während der WI-Effekt im Winter (wenig Besonnung, viel Wind) oft weniger ausgeprägt ist. Der Winter WI-effekt wird in bebauten Gebieten hauptsächlich durch die Gebäudeheizungen erzeugt.

Abb.12: Ein angeblicher CO2 Erwärmungseffekt müsste im Sommer gleich erwärmend wirken wie im Winter. Tatsächlich erwärmte sich aber Letzterer (rechts) seit 35 Jahren kaum noch.

Stefan Kämpfe, Diplomagraringenieur, unabhängiger Natur- und Klimaforscher

Josef Kowatsch, unabhängiger Klimaforscher, aktiver Naturschützer,