Joe Bidens Elektroauto-Pläne unterstützen die schlimmsten humanitären Missstände der Welt

Tom Harris

[Das dürfte wohl auch für entsprechende Pläne hierzulande gelten! A. d. Übers.]

In seiner Rede zur Lage der Nation am Dienstag warb Präsident Joe Biden für Elektrofahrzeuge und kündigte an, „ein nationales Netz von 500.000 Ladestationen für Elektrofahrzeuge“ zu schaffen. Damit unterstützt Biden ungewollt die schlimmsten humanitären Missstände in der Welt. Der Grund dafür ist die Art und Weise, wie die Materialien für die Herstellung der Batterien gewonnen werden, welche die heutigen Elektroautos antreiben.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Um eine angemessene Leistung pro Pfund Batteriegewicht zu erzielen, verwenden die Hersteller von Elektrofahrzeugen in der Regel verschiedene Formen von Lithium-Ionen-Batterien (Li-Ion), die so heißen, weil die positive Elektrode der Batterie, die so genannte Kathode, größtenteils aus dem hochreaktiven Metall Lithium (Li) besteht. Um die Kathode stabil zu halten, wenn eine Batterie nicht in Gebrauch ist, wird das Lithium in eine Metalloxidmatrix eingebunden, wobei verschiedene Hersteller unterschiedliche Kombinationen von Metallen verwenden.

Die meisten Hersteller von Elektrofahrzeugen kombinieren Lithium mit Nickel, Kobalt und Mangan, um eine Li-Ni-Mn-Co-Oxidmatrix für die Kathode zu bilden. Tesla ersetzt das Mangan durch Aluminium (Al), wodurch eine Li-Ni-Co-Al-Oxidmatrix für die Kathode seiner Batterien entsteht. Tesla behauptet, dass seine Formel kostengünstiger ist, da weniger Kobalt benötigt wird.

In allen Fällen besteht die negative Elektrode, die sogenannte Anode, in einer EV-Batterie hauptsächlich aus Graphit.

Um den [nicht nur] von Biden propagierten massiven Ausbau der Elektromobilität zu unterstützen, werden riesige Mengen an Materialien für die Herstellung von Batterien für Elektrofahrzeuge benötigt, zum Beispiel Lithium, Kobalt, Graphit, Nickel, Mangan und Aluminium. Betrachten wir die Quellen von nur drei dieser Stoffe – Lithium, Kobalt und Graphit – um zu sehen, wo die Menschenrechtsprobleme entstehen.

Eine normale Li-Ionen-EV-Batterie mit einem Gewicht von 1.000 Pfund enthält etwa 25 Pfund Lithium. Da Lithium-Sole in der Regel weniger als 0,1 % Lithium enthält, werden etwa 25.000 Pfund Sole benötigt, um die 25 Pfund reines Lithium zu erhalten. Dieses wird hauptsächlich in Tibet und im Hochland von Argentinien, Bolivien und Chile gewonnen (nach Angaben des U.S. Geological Survey befinden sich 58 % der weltweiten Lithiumreserven in Chile), das als „Lithium-Dreieck“ bekannt ist. Die Lithium-Produktion in Tibet führt zu toten, giftigen Fischen und Kadavern von Kühen und Yaks, die den Liqi-Fluss hinuntertreiben. Die Ganzizhou Rongda Li-Mine in Tibet hat diesen Fluss gründlich vergiftet.

In ähnlicher Weise sind die Ureinwohner im Lithium-Dreieck mit verseuchten Flüssen konfrontiert, die für den menschlichen Verzehr, die Bewässerung des Viehs und die Bewässerungssysteme benötigt werden, und mit Bergen, die wegen des entsorgten Salzes aus dem Lithium-Sole-Prozess verödet sind. In einem Bericht mit dem Titel „COMMODITIES AT A GLANCE Special issue on strategic battery raw materials“, der 2020 von der Handels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen herausgegeben wurde, heißt es:

„Indigene Gemeinschaften, die seit Jahrhunderten in der Andenregion von Chile, Bolivien und Argentinien leben, müssen sich mit Bergbauunternehmen um den Zugang zu Gemeindeland und Wasser streiten. Die Bergbauindustrie ist in einer der trockensten Wüstenregionen der Welt auf große Mengen an Grundwasser angewiesen, um Sole aus Bohrbrunnen abzupumpen. Einigen Schätzungen zufolge werden etwa 1,9 Millionen Liter Wasser benötigt, um eine Tonne Lithium zu gewinnen. Im chilenischen Salar de Atacama verbrauchen der Lithiumabbau und andere Bergbauaktivitäten 65 Prozent des Wassers in der Region. Das hat große Auswirkungen auf die örtlichen Landwirte, die Quinoa anbauen und Lamas züchten, in einem Gebiet, in dem einige Gemeinden bereits Wasser von anderswo herbekommen müssen.“

Eine 1.000 Pfund schwere Li-Ionen-EV-Batterie enthält in der Regel auch etwa 30 Pfund Kobalt. Der durchschnittliche Kobalterz-Gehalt liegt bei etwa 0,1 %, so dass wir fast 30.000 Pfund Erz verarbeiten müssen, um 30 Pfund Kobalt zu erhalten. Die Demokratische Republik Kongo verfügt über 50 % der weltweiten Kobaltreserven und steuert fast zwei Drittel der weltweiten Kobaltproduktion bei. Dies führt zu immensen humanitären Missständen. Im Kongo arbeiten mindestens 40.000 Kinder – einige sind erst 4 Jahre alt – mit ihren Eltern für weniger als 2 Dollar pro Tag. [Siehe die EIKE-Beiträge hier, hier und hier. A. d. Übers.]. Sie sind zahlreichen psychologischen Verletzungen und Misshandlungen sowie erheblichen körperlichen Risiken ausgesetzt. Der Ingenieur und Energieberater Ronald Stein und Todd Royal, ein unabhängiger Berater für die öffentliche Ordnung, der sich auf die geopolitischen Auswirkungen von Energie konzentriert, gehen in ihrem BuchClean Energy Exploitations – Helping citizens understanding the environmental and humanity abuses that support ‚clean‘ energy“ (Saubere Energieausbeutung – Hilfe für die Bürger, die Umwelt- und Menschenrechtsverletzungen zu verstehen, die die ’saubere‘ Energie unterstützen) näher darauf ein:

„Einstürze, ständige Exposition gegenüber giftigem, radioaktivem Wasser, Staub und gefährlicher Luft, die mit Kobalt, Blei und Uran sowie anderen Schwermetallen belastet ist, die Tag für Tag in die Lungen geatmet werden, damit sich die westlichen Bürger mit ihrem Tesla oder ihrer Windturbine wohlfühlen können. Kobalterz wird nach China geliefert, denn eine der größeren Minen im Kongo gehört der chinesischen Congo Dongfang International Mining Company.“

Eine 1.000-Pfund-EV-Batterie enthält auch 110 Pfund Graphit. Bei einer Konzentration von 10 % müssen für jede Batterie 1.100 Pfund Erz verarbeitet werden. China produziert derzeit etwa 70 % des weltweiten Angebots an Naturgraphit. Dorfbewohner, die in der Nähe von Graphitunternehmen in Provinzen im Nordosten Chinas leben, beklagen sich über „flimmernde Nachtluft“, Ernteschäden, rußverschmierte Häuser und Habseligkeiten sowie verschmutztes Trinkwasser.

In seiner Rede zur Lage der Nation sprach Biden von „Umweltgerechtigkeit“ und „mehr Fairness“. Der Präsident sagte: „Ich werde ehrlich zu Ihnen sein, wie ich es immer versprochen habe“.

Biden muss nun auch in Bezug auf Elektrofahrzeuge ehrlich sein. Sie verstoßen in grober Weise gegen grundlegende Prinzipien der Umweltgerechtigkeit und sind alles andere als fair gegenüber den Armen der Welt, die leiden und sterben müssen, damit reiche westliche Eliten mit ihren Elektroautos Tugendzeichen setzen können.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Tom Harris is Executive Director of the Ottawa, Canada-based International Climate Science Coalition.

Originally published by RealClearEnergy. Republished with permission.

Link: https://heartlanddailynews.com/2022/03/joe-bidens-electric-car-plans-support-the-worlds-worst-humanitarian-abuses/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




„Hitzerekord“ in der Antarktis – wirklich?

Christian Freuer, mit Zuarbeit von Josef Kowatsch

Wie schon in den ersten Kältereports angemerkt, sollten diese ein Gegengewicht zu den vielen Meldungen über extreme Wärme/Hitze in den Mainstream-Medien sein. Allein derartige Meldungen sind ebendort kaum zu finden. Selbst der alarmistisch verdrahtete Blog wetteronline.de wartet kaum einmal mit solchen Meldungen auf, jedenfalls sind mir seit Längerem keine derartigen Schlagzeilen aufgefallen – bis jetzt!

Durch sämtliche Mainstream-Medien geisterte diese Woche (20. bis 27. März) die Meldung über „ungeheure Rekord-Hitze“ in der Antarktis – bis zu 30°! Abgesehen davon, dass es nicht 30 Grad heiß war, sondern die Temperatur nur um 30 Grad gestiegen sein soll (von -40 Grad auf -10 Grad) – schon das ging in wildem Durcheinander durch den Blätterwald – muss man für solche Temperatursprünge keineswegs bis in die Antarktis schauen. So etwas Ähnliches gibt es nämlich auch vor unserer Haustür immer wieder!

Im Naturpark Berchtesgadener Land liegt in einer Gebirgsmulde der Funtensee. Der zeichnet sich, wie man durch Messungen weiß, auch schon mal durch eine Lufttemperatur unter -40°C aus. Ursache ist eben die Tallage, in der sich die durch Ausstrahlung über Schnee entstandene Kaltluft sammelt und natürlich immer weiter ausstrahlt. Weder ist die dabei auftretende Kälte irgendwie repräsentativ (außer zu plakativen Zwecken), noch hat irgendjemand etwas davon.

Nach einer längeren windschwachen Hochdruckphase mit Strahlungswetter greift nun ein Wettersystem auf die Alpen über. Es kommt Wind, vielleicht sogar Sturm auf. Der bläst die Kaltluft unten am See davon – und plötzlich sind es dort unten nicht mehr -40°C, sondern -5°C! Meist dauert eine solche „Erhitzung“ nicht einmal eine Stunde! Dass derartige Ereignisse dort keineswegs selten, sondern eher normal sind, wird durch die Tatsache belegt, dass die oberen Teile der Mulde mit Nadelwald bewachsen sind, während sich unten in unmittelbarer Umgebung des Sees keinerlei Baumbestand befindet. Fachleute interpretieren das dahin gehend, dass derartige Temperatursprünge für Baumbestand einfach unverträglich sind.

Wie auch immer. Auch das Ereignis in der Antarktis dürfte bald zu Artikeln Anlass geben, in denen dargestellt wird, was wirklich dort passiert ist.

Hinsichtlich meiner Kältereports möchte ich damit den Kreis schließen zu dem, was ich am Anfang schrieb: Meldungen über Wärme sind/waren kaum zu finden.

Das Bohei jetzt um das Ereignis in der Antarktis, welche Hintergründe dieses auch immer haben mag, zeigt mir, dass es offenbar lange wirklich keine Warmereignisse mehr gab! Denn wie dieser Fall zeigt, springen die MSM auf ein Warmereignis tatsächlich so fulminant an, wie das hier der Fall war.

Fazit: So einseitig, wie ich dachte, sind die Kältereports gar nicht. Jedenfalls habe ich nirgendwo etwas über die Folgen verheerender Kälte bis hin zu Todesopfern beispielsweise in Indien gelesen.

Aber zurück zur Antarktis. Der vergangene Winter war dort, wie in vielen Beiträgen und natürlich auch in den Kältereports erwähnt, einer der kältesten Winter seit Beginn von Satelliten-Beobachtungen, was auch die vielen extremen Kaltluftausbrüche bis zu den Festlandsgebieten der Südhalbkugel erklärt. Allgemein ist aber kaum ein Trend in der Antarktis als Ganzes zu beobachten. Als Beleg sei hier die deutsche Antarktis-Station Georg von Neumayer erwähnt.

In einer Mail hat Herr Josef Kowatsch Bezug genommen auf eine Horrormeldung in der „Schwäbischen Post“: Antarktis, 40 Grad wärmer als zu dieser Jahreszeit üblich. Dazu führt Kowatsch aus:

Für mich als Rentner Grund genug, um sofort bei der deutschen Neumayer Station nachzuschauen. Dort hat es momentan –13°C und Sonne/Wolken. Die Neumayer-Station liegt am Rande des Südpoles am Übergang zum offenen Meer, auf 70° südlicher Breite, also noch nicht innerhalb des Wendekreises. Damit gibt es keinen einzigen Tag, an dem die Sonne nicht untergeht. Neumayer gehört somit zu den wärmeren Stationen.

Wo sollen nun diese hohen beängstigenden Temperaturen in der Antarktis gemessen worden sein?. Der Text im Innern ist typisch nichtssagend: Im Osten der Antarktis wurden 12,2°C gemessen, heißt es im Artikel, der Name und der genaue Standort der Messstation zur Überprüfbarkeit ist nicht angegeben. Grundsätzlich ist schon denkbar, dass eventuell kurzfristig bei einer Randstation vom Ozean her ein Schwall „wärmerer“ Luft für einige Stunden durchzieht, oder ein Vulkan bei der argentinischen Station heiße Gase ausgestoßen hat. Auch Fehler bei der digitalen elektronischen Messerfassung sind angesichts der Kälte möglich. Dann wird die Weltwetterorganisation [die WMO] im Text genannt. Die Stationen in der Antarktis werden jedoch von unterschiedlichen Ländern unterhalten , auch die DDR hatte eine eigene Station, die leider aufgegeben wurde. Leider, lag sie doch in einem ganz anderen Teil des Südkontinents, und man hätte gut parallel vergleichen können. So haben wir nur diese Temperaturgrafik vom Standort der Neumayer-Station. Hier sind die Jahrestemperaturen seit 40 Jahren, gemessen in 2 m Höhe laut Vorschrift des Deutschen Wetterdienstes: eine nicht signifikante Abkühlung:

Abbildung 1

Später ist es Kowatsch gelungen, doch noch eine Präzisierung der Meldung zu finden. Er schreibt:

Heute kommt zum gestrigen Artikel in der Schwäbischen Post, bzw. Südwestpresse eine genauere Darstellung über den „Wärmeeinbruch“ am Südpol: der Name der Station wurde auch genannt, die „Concordia“ liegt näher am Pol als die Neumayer. Außerdem waren es nicht 12,2°C als höchste Temperatur wie gestern veröffentlicht, sondern –12,1 C. Wer in Physik aufgepasst hat fragt sich: Wie soll bei –12°C das polare Eis schmelzen, zumal es sich um einen kurzfristigen Wärmeeinbruch handelte auf -12 C. Auch wird im heutigen Artikel nicht mehr erwähnt, dass der Wärmeeinbruch um 40 Grad über dem Schnitt lag.

Dafür wurde eine neue Fake-News in dem heutigen großen Sachartikel der Südwestpresse verbreitet: Die Eisfläche um die Antarktis wird beängstigend auf lediglich 2,5 Mio km² für diesen Sommer angegeben. Dann müsste die deutsch Station Neumayer auf 70° südlicher Breite im Meer ertrunken sein, war mein erster Gedanke. Das ist sie aber nicht.

Eine einfache Flächenberechung ergibt: Wenn die Eisfläche vom Pol nur bis zum 70. Breitengrad reichte, dann macht die Gesamteisfläche mindestens 15, 5 Millionen Quadratkilometer aus. Das ist 6 mal mehr als im Artikel angegeben. Allerdings ist anzumerken, dass die Eisfläche nicht überall bis zum 70. Breitengrad vordringt, so dass die vereiste Fläche 1 bis 2 Mio Quadratkilometer kleiner sein dürfte. Auch hier gilt: Nicht alles glauben, was in der Zeitung steht, selbst überprüfen.

Abbildung 2

Ein Vergleich der Abbildungen 1 und 2 zeigt, dass sich die in der Antarktis beobachtete Abkühlung zunächst hauptsächlich auf den Winter beschränkt – das aber schon seit vielen Jahren! Der bisher kälteste Winter dort war im Jahre 1989 aufgetreten. Der vergangene Winter hat diesen Tiefstwert aber noch unterboten. Während der Winter 1989 ein „Ausreißer“ gewesen zu sein scheint, war der vergangene Winter der dritte in Folge mit extremer Kälte.

Also geht es im nächsten Kältereport mit Meldungen über Kalt-Ereignisse weiter. Meine Befürchtung, damit ähnlich einseitig zu sein wie die MSM, nur mit umgekehrtem Vorzeichen, hat sich mit diesem Fall deutlich verringert! Oder noch deutlicher: Wenn in den MSM keine Hitzemeldungen erscheinen, ist eine solche auch nicht aufgetreten!

Und noch eine Anmerkung zum Schluss: es ist viel leichter, Temperaturmessungen zum Warmen zu manipulieren als umgekehrt.




AR6 und Meeresspiegel-Anstieg, Teil 1

Andy May

Dies ist der erste Teil einer dreiteiligen Serie über die Diskussion des IPCC über den Anstieg des Meeresspiegels in seinem jüngsten Bericht, AR6 (IPCC, 2021). In dem Bericht wird behauptet, dass sich der Anstieg des Meeresspiegels beschleunigt. Man kann sich fragen, warum sie das glauben und welche Beweise sie dafür vorlegen.

In der AR6-Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger steht Folgendes:

„Der globale mittlere Meeresspiegel ist zwischen 1901 und 2018 um 0,20 [0,15 bis 0,25] m gestiegen. Die durchschnittliche Geschwindigkeit des Meeresspiegelanstiegs betrug zwischen 1901 und 1971 1,3 [0,6 bis 2,1] mm pro Jahr-1, stieg zwischen 1971 und 2006 auf 1,9 [0,8 bis 2,9] mm pro Jahr-1 und zwischen 2006 und 2018 weiter auf 3,7 [3,2 bis 4,2] mm pro Jahr-1 (hohes Vertrauen). Der menschliche Einfluss war sehr wahrscheinlich die Hauptursache für diesen Anstieg seit mindestens 1971.“ [Fettdruck {vom Autor} hinzugefügt]

AR6 Summary for Policymakers, Seite SPM-6 (IPCC, 2021)

Und im AR6, Kapitel 9, heißt es:

„Der mittlere globale Meeresspiegel (GMSL) ist im 20. Jahrhundert schneller gestiegen als in jedem anderen Jahrhundert der letzten drei Jahrtausende (hohes Vertrauen), mit einem Anstieg von 0,20 [0,15-0,25] m im Zeitraum von 1901 bis 2018 (hohes Vertrauen). Der Anstieg des GMSL hat sich seit den späten 1960er Jahren beschleunigt, mit einer durchschnittlichen Rate von 2,3 [1,6-3,1] mm pro Jahr-1 im Zeitraum 1971-2018, die sich auf 3,7 [3,2-4,2] mm pro Jahr-1 im Zeitraum 2006-2018 erhöht hat (hohes Vertrauen). Neue, auf Beobachtungen basierte Schätzungen, die seit dem SROCC [Special Report on the Ocean and Cryosphere in a Changing Climate, 2019] veröffentlicht wurden, führen zu einem geschätzten Meeresspiegelanstieg im Zeitraum 1901 bis 2018, der mit der Summe der einzelnen Komponenten übereinstimmt. Während die thermische Ausdehnung des Ozeans (38 %) und der Massenverlust der Gletscher (41 %) die Gesamtveränderung von 1901 bis 2018 dominieren, hat der Massenverlust der Eisschilde zugenommen und ist für etwa 35 % des Meeresspiegelanstiegs im Zeitraum 2006-2018 verantwortlich (hohes Vertrauen).“

Auf Seite 9-8 (Kapitel 9, Seite 8) des AR6-Berichts.

Weiter unten in Kapitel 9 liest man:

„Auf der Ebene der Einzugsgebiete stieg der Meeresspiegel im Zeitraum 1993-2018 im Westpazifik am schnellsten und im Ostpazifik am langsamsten an (mittleres Vertrauen). …Das anthropogene Signal für den regionalen Meeresspiegelanstieg wird in den meisten Regionen bis 2100 sichtbar werden (mittleres Vertrauen).“ [fett vom Autor hinzugefügt]

AR6 Kapitel 9, Seite 8.

Es ist ein wenig beunruhigend, dass sie in der Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger (SPM) zu dem Schluss kommen, dass der menschliche Einfluss „sehr wahrscheinlich“ die Hauptursache für die Beschleunigung des Meeresspiegels war, und in Kapitel 9 zugeben, dass sie nicht erwarten, ein anthropogenes Signal in der regionalen Meeresspiegeländerung vor 2100 zu beobachten.

Der globale mittlere Meeresspiegel (GMSL) könnte im 20. Jahrhundert stärker angestiegen sein als jemals zuvor in den letzten 3.000 Jahren, aber woher soll man das wissen? Vor 3.000 Jahren gab es weder Gezeitenmesser noch Satelliten. Weder Gezeitenmesser noch Satelliten sind auf den Millimeter genau, und historische Aufzeichnungen und geologische Proxies von vor 3.000 Jahren sind es erst recht nicht. Die geologischen Näherungswerte für den vergangenen Meeresspiegel werden von Willis Eschenbach hier erläutert [demnächst in deutscher Übersetzung beim EIKE]

Und warum sollte dies etwas bedeuten? Während der Kleinen Eiszeit von 1600 bis 1850 stießen die Gletscher auf ihre niedrigste holozänen Seehöhe vor und verschlangen dabei ganze Dörfer (Behringer, 2010, S. 89-90). Die Kleine Eiszeit war die kälteste Periode des gesamten Holozäns – von vor rund 11 700 Jahren bis zum heutigen Tag. Wenn die Gletscher der Kleinen Eiszeit schmelzen, ist ein leichter Anstieg des Meeresspiegels zu erwarten, aber wie stark ist dieser? Und noch wichtiger: Können wir sicher sein, dass sich der Anstieg des Meeresspiegels beschleunigt?

Wir finden es auch seltsam, dass die Forscher zu dem Schluss kommen, dass der GMSL ansteigt, indem sie die linearen kleinsten Quadrate mit ausgewählten Teilen des Meeresspiegels vergleichen. In Abbildung 1 ist der gesamte NOAA-GMSL-Datensatz nach Quartalen seit April 1880 dargestellt. Die x-Achse gibt die Anzahl der Quartale (Dreimonatszeiträume) an, und auf der y-Achse ist der mittlere Meeresspiegel bis 2020 angegeben. Dieser Datensatz wurde aus den GMSL-Daten von Church und White (Church & White, 2011) bis 2010 und danach von den Fast-Delivery-Daten der University of Hawaii erstellt:

Abbildung 1. NOAA Mittlerer Meeresspiegel von 1880 bis 2020 nach Quartalen. Daten gesammelt von Philip Townsend. Der größte Teil dieses Datensatzes wurde von Church & White, 2011 erstellt. Der Datensatz nach 2010 stammt vom University of Hawaii Sea Level Center, 2021. Der Zeitraum von 1971 bis 2018, der in den obigen AR6-Zitaten erwähnt wird, ist in orange dargestellt, und es wird eine lineare Anpassung nach kleinsten Quadraten für diesen Zeitraum angezeigt.

AR6 wählt in den obigen Zitaten zahlreiche spezifische Zeiträume aus, um seine Behauptung zu rechtfertigen, dass sich der Anstieg des Meeresspiegels beschleunigt. Diese Behauptung ist visuell zweifelhaft, da die Daten zwar etwas wellenförmig, aber linear aussehen. Der Zeitraum der scheinbaren Beschleunigung von 180 bis 300 (1925-1952) sieht verdächtig nach 420 bis 510 (1985-2007) aus. Die gesamte Aufzeichnung von April 1880 bis Ende 2020 hat eine Steigung von 1,65 mm/Jahr mit einem R² von 0,97. Wir könnten den ganzen Tag lang Perioden herauspicken, ohne etwas Signifikantes in Bezug auf die Beschleunigung oder das Fehlen einer Beschleunigung zu finden. Die Kleinste-Quadrate-Statistiken für die in den obigen Zitaten erwähnten AR6-Perioden sind in Tabelle 1 aufgeführt und mit vier von mir ausgewählten Perioden verglichen.

Während AR6 behauptet, dass die Beschleunigung mit hoher Wahrscheinlichkeit eintritt, heißt es im vorherigen Bericht:

„Der seit 1993 beobachtete Trend der GMSL ist jedoch nicht signifikant größer als die Schätzung der 18-jährigen Trends in früheren Jahrzehnten (z. B. 1920-1950).“

AR5: (IPCC, 2013, S. 290)

Man fragt sich, warum AR6 nur sieben Jahre später zu einem anderen Ergebnis kommt.

Tabelle 1. willkürlich herausgegriffene Meeresspiegel-Anstiegsraten.

AR6 möchte uns glauben machen, dass sich der Anstieg des Meeresspiegels beschleunigt, weil eine lineare Anpassung nach der Methode der kleinsten Quadrate für den Zeitraum 2006 bis 2018 größer ist als für den Zeitraum 1971 bis 2018. Doch von 2012 bis 2020 ist die Rate fast genauso niedrig wie von 1971 bis 2018. Die größte Anstiegsrate in Tabelle 1 beträgt nur 38 cm pro Jahrhundert, was kaum alarmierend ist, wenn die globalen Gezeiten im offenen Ozean im Durchschnitt mehr als doppelt so hoch sind und die Gezeiten an den Küsten täglich oft das Zehnfache dieses Wertes betragen. Das Klima verändert sich auf einer zeitlichen Skala von Jahrhunderten, wie der Vergleich zwischen der Kleinen Eiszeit und der mittelalterlichen Warmzeit zeigt. Daher ist es unwahrscheinlich, dass eine instrumentelle Aufzeichnung von 1880 bis 2020 die gesamte Bandbreite des Meeresspiegelanstiegs erfassen kann. Schätzungen des Meeresspiegelanstiegs aus historischen und geologischen Aufzeichnungen zeigen, dass der Meeresspiegel in der Vergangenheit viel schneller gestiegen ist, wie in Abbildung 2 von Robert Rohde dargestellt:

Abbildung 2. Ein von Robert Rohde erstelltes Diagramm zur Veränderung des Meeresspiegels im Holozän und während des letzten glazialen Maximums. Die Geschwindigkeit des Meeresspiegelanstiegs war von vor 14.000 Jahren bis vor etwa 7.000 Jahren viel höher als heute. Die Schwankungen seit vor 4.000 Jahren sind zu gering, um sie zu messen.

Der Meeresspiegel wird mit Hilfe von Gezeitenmessern geschätzt, die an den Küsten der ganzen Welt installiert sind. Die besten dieser Messgeräte haben eine Genauigkeit von nur ±5 mm für einen Monatsdurchschnitt (NOAA, 2020). Satellitenmessungen des Meeresspiegels sind problematisch, es sei denn, die meteorologischen Bedingungen sind perfekt, und sie versuchen, die Höhe einer sich bewegenden Oberfläche zu messen. AR6 räumt ein, dass die Satellitenschätzungen der „Beschleunigung“ des Meeresspiegelanstiegs viel geringer sind als die stark massierten Aufzeichnungen der Gezeitenpegel. Dies wird auf Seite 9-96 des AR6 erörtert, wo wir sehen, dass die Satelliten eine Beschleunigung von 1993 bis 2015 bis 2006-2015 von 3,16 mm/Jahr auf 3,58 mm/Jahr feststellen, also eine Beschleunigung von weniger als einem halben mm/Jahr in etwa einem Jahrzehnt. Andere Satellitenschätzungen sind ähnlich. Satellitenschätzungen des Meeresspiegels sind nicht auf einen halben Millimeter genau (Frederikse, et al., 2020).

Ist der Unterschied zwischen einer geschätzten globalen Durchschnittsrate von 3,8 mm/Jahr und 1,8 mm/Jahr in Anbetracht der verwendeten Daten statistisch signifikant? Vor allem, wenn diese Messungen über einige Jahrzehnte hinweg vorgenommen werden? Das scheint unwahrscheinlich, aber sehen wir uns die Daten genauer an.

Die Aussagen des AR6 legen nahe, dass der Anstieg des Meeresspiegels aufgrund des menschlichen Einflusses zunimmt. Dies ist vermutlich auf die Treibhausgasemissionen zurückzuführen, die eine Erwärmung der Erdoberfläche bewirken, wodurch die an Land befindlichen Gletscher schmelzen.

Dies wirft zwei Fragen auf:

1. Ist die Zunahme des Meeresspiegelanstiegs statistisch signifikant?

2. Wenn ja, könnte die Erwärmung durch menschliche Treibhausgasemissionen verursacht worden sein?

Aus dem AR6:

„Die Erwärmung des Klimasystems hat den Anstieg des mittleren globalen Meeresspiegels durch Eisverlust an Land und thermische Ausdehnung aufgrund der Erwärmung der Ozeane verursacht. Die thermische Ausdehnung erklärte 50 % des Meeresspiegelanstiegs im Zeitraum 1971-2018, während der Eisverlust von Gletschern 22 %, Eisschilde 20 % und Veränderungen der Wasserspeicherung an Land 8 % beitrugen. Die Verlustrate der Eisschilde hat sich zwischen 1992-1999 und 2010-2019 um das Vierfache erhöht. Zusammengenommen trugen Eisschild- und Gletschermassenverluste am stärksten zum Anstieg des mittleren globalen Meeresspiegels im Zeitraum 2006-2018 bei (hohes Vertrauen).“

AR6 Seite: SPM-14

Die Erwärmung der Ozeane seit der kleinen Eiszeit ist also für etwa die Hälfte des Meeresspiegelanstiegs verantwortlich. Das schmelzende Eis trägt angeblich den größten Teil des Restes bei.

Und weiter im AR6:

„Bis zum Jahr 2100 wird ein Anstieg des Meeresspiegels um 0,28-0,55 m (wahrscheinliche Spanne) unter SSP1-1,9 und 0,63-1,02 m (wahrscheinliche Spanne) unter SSP5-8,5 im Vergleich zum Durchschnitt von 1995-2014 prognostiziert (mittleres Vertrauen). Bei den Szenarien mit höheren CO2-Emissionen sind die Meeresspiegel-Projektionen für das Jahr 2100 und darüber hinaus sehr unsicher, was mit den Reaktionen der Eisschilde auf die Erwärmung zusammenhängt. In einem Szenario mit geringer Wahrscheinlichkeit und großen Auswirkungen und einem Szenario mit hohen CO2-Emissionen könnten die durch große Unsicherheit gekennzeichneten Prozesse der Eisschilde den Anstieg des Meeresspiegels bis 2150 auf etwa 5 m treiben. Angesichts der langfristigen Entwicklung ist die Ungewissheit über den Zeitpunkt des Erreichens verschiedener GMSL-Anstiegsniveaus eine wichtige Überlegung für die Anpassung.

AR6 Seite TS-44

Einige IPCC-Klimamodelle sagen einen Anstieg des Meeresspiegels um bis zu 5 Meter bis zum Jahr 2150 voraus, während die derzeitige Anstiegsrate des Meeresspiegels weniger als 40 cm pro Jahrhundert beträgt? In Anbetracht der Tatsache, dass die IPCC-Modelle nach 30 Jahren des Versuchs das Klima nicht genau vorhergesagt haben (McKitrick & Christy, 2018), verzeihen Sie mir meine Skepsis.

AR6:

„Es ist praktisch sicher, dass der globale mittlere Meeresspiegel bis 2100 weiter ansteigen wird …

Nach 2100 wird der GMSL aufgrund der anhaltenden Wärmeaufnahme des tiefen Ozeans und des Massenverlustes der grönländischen und antarktischen Eisschilde für Jahrhunderte weiter ansteigen und für Tausende von Jahren erhöht bleiben (hohes Vertrauen).“

AR6 Kapitel 9, Seite 9-9.

Die erste Aussage ist wahrscheinlich wahr, wir erwärmen uns immer noch, während wir die kleine Eiszeit hinter uns lassen, und ich würde eine Änderung der Richtung des Gletscherrückgangs vor 2100 bezweifeln, die zweite Aussage ist reine Spekulation, eine Prognose über 2100 hinaus ist leichtsinnig.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die AR6-Aussagen über die Beschleunigung des Meeresspiegelanstiegs auf einfachen und groben linearen Kleinst-Quadrat-Anpassungen an die Meeresspiegeldaten der letzten 140 Jahre beruhen. Sie beziehen auch Daten und Trends zur Erwärmung der Ozeane und zum Abschmelzen der Gletscher an Land ein. Das Problem ist, dass die Anstiegsrate des Meeresspiegels heute so gering und so linear ist, dass ihre Versuche, große Raten des Meeresspiegelanstiegs vorherzusagen, statistisch ungeschickt und fast schon komisch sind. Im nächsten Beitrag untersuchen wir die Komplexität der Messung des GMSL, und später in dieser Serie werden wir eine statistisch aussagekräftigere Projektion des Meeresspiegelanstiegs vorlegen, die weit unter den wilden Vorhersagen des AR6 liegt.

The bibliography can be downloaded here.

Link: https://andymaypetrophysicist.com/2022/03/19/ar6-and-sea-level-rise-part-1/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Energie-Sicherheit ist alles!

Donn Dears

In einem kürzlich erschienenen Artikel des Wall Street Journal mit dem Titel The Power Struggle wurde die Bedeutung der Netzzuverlässigkeit hervorgehoben, jedoch behauptet, dass Ausfälle im Stromnetz durch den Klimawandel verursacht würden.

Die Behauptung, dass das Klimarisiko die Netzzuverlässigkeit untergräbt, ist eine Illusion. Der WSJ-Artikel hat die Gefahr von Stromausfällen richtig diagnostiziert, aber fälschlicherweise den Klimawandel als Ursache ausgemacht.

Die von ihnen vorgeschlagene Lösung, d. h. mehr Wind- und Solarenergie und Batterien zur Speicherung, ist die Ursache des Problems.

Wie üblich sind einige ihrer Annahmen falsch. Im WSJ-Artikel heißt es zum Beispiel:

1. Wind- und Solartechnologien sind zunehmend wettbewerbsfähig geworden und konkurrieren jetzt mit Kohle-, Atom- und mancherorts auch mit Gaskraftwerken.

Und:
2. Im Gegensatz zu den Stromnetzen in Europa wurden die Verteilungs- und Übertragungsleitungen in den USA in der Regel oberirdisch und nicht unterirdisch gebaut, was sie anfälliger für Witterungseinflüsse macht.

Und:
3. Wind- und Solarfarmen, deren Leistung vom Wetter und der Tageszeit abhängt, haben sich in den USA zu einer der wichtigsten Energiequellen entwickelt, gleich nach dem Erdgas.

Hier dazu einige Fakten:

1. Wind- und Solarkraftwerke sind nicht kostengünstiger als bestehende Erdgas-Kombikraftwerke (NGCC), Kohlekraftwerke oder Kernkraftwerke. Sie sind auch nicht weniger kostspielig als neue NGCC-Kraftwerke. Und sie sind zweifellos weitaus teurer, wenn man die Kosten für die Batterien, die als Backup für Wind- und Sonnenenergie benötigt werden, in die Kosten für die Stromerzeugung und -verteilung einbezieht.

2. Die Übertragungsleitungen in Europa sind oberirdisch, abgesehen von einigen wenigen Gleichstromleitungen, die meist zur Überbrückung von Wasserstraßen verwendet werden, genau wie in den USA. In den USA gibt es viel mehr Vorstädte, was dazu führte, dass die Verteilungsleitungen oberirdisch gebaut wurden, aber seit den 1960er Jahren werden die Verteilungsleitungen in neuen Siedlungen größtenteils unterirdisch gebaut.

Ich gebe den Zeitpunkt mit den 1960er Jahren an, weil ich in dem Werk, in dem die Verteilungstransformatoren hergestellt wurden, Manager war, als wir mit der Herstellung der für die unterirdische Verteilung verwendeten Aufbautransformatoren begannen. Später, in den 1990er Jahren, als ich in Reston lebte, stieß ich zufällig auf einen der kompakten Aufspanntransformatoren, die wir 1963 an den Bauunternehmer von Reston, Bob Simon, geliefert hatten.

3. Wind- und Sonnenenergie stellen keine wesentliche „Stromquelle“ dar, die von allen Kraftwerken, die das Netz versorgen, erzeugt wird. Zusammen lieferten Wind und Sonne im Jahr 2020 nur 10,6 % des Stroms.

Anstatt Probleme zu lösen, schaffen Wind- und Solaranlagen Probleme und erhöhen die Kosten.

Verlässlichkeit

Wind- und Solarenergie erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Stromausfällen. Dies wird in dem Buch The Looming Energy Crisis, Are Blackouts Inevitable? erklärt.

Diese beiden kürzlich erschienenen Artikel [hier und hier] geben Aufschluss darüber, warum die Nutzung von Wind- und Sonnenenergie die Zuverlässigkeit beeinträchtigt.

Kosten

Die Kosten für Wind- und Solarenergie steigen aus zwei Gründen:

1. Ihre tatsächlichen Kosten sind höher als in den Medien berichtet.

2. Wind- und Solarkraftwerke müssen über eine Reserve verfügen, in der Regel über Batterien, und die Kosten für die Speicherung sind in den Stromgestehungskosten (LCOE) nicht enthalten. Die Kosten für die Speicherung werden in der Regel vom Versorgungsunternehmen getragen.

Diese beiden aktuellen Artikel enthalten einige Details zu den Kosten [hier und hier].

Diese Grafik zeigt, dass Wind- und Solarkraftwerke 25-mal mehr kritische Materialien benötigen als NGCC-Kraftwerke, wodurch die USA von anderen Ländern abhängig sind.

Zusammenfassung

Der WSJ-Artikel nennt mehrere Situationen, in denen das Stromnetz gestresst ist, und enthält diese Ermahnung eines Professors der Wayne State University:

„Alles hängt von der Stromversorgung ab, aber wir konzentrieren uns nicht auf die Zuverlässigkeit des Netzes. Das ist absurd und beängstigend.“

Er und alle Amerikaner sollten über den Zubau von Wind- und Solarenergie beunruhigt sein und darüber, wie Grundlastkraftwerke, d. h. Erdgas-, Kohle- und Kernkraftwerke, aus dem Netz genommen werden.

[Hervorhebung im Original]

Autor: Donn Dears is an engineer and retired senior executive of the General Electric Company who spent his career in the power sector. He led organizations that provided engineering services for GE’s large electrical apparatus and spearheaded the establishment of GE subsidiary companies around the world. Donn actively participated in providing engineering services to a wide range of industries, including electric utilities, steel, mining, and transportation.

Link: https://www.cfact.org/2022/03/17/energy-reliability-is-everything/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Meeresspiegel-Anstieg aus Proxydaten

Willis Eschenbach

Mein Twitter-Freund Wei Zhang wies mich auf eine frei zugängliche Studie in der Zeitschrift Nature mit dem Titel „Timing of emergence of modern rates of sea-level rise by 1863“ hin [etwa: Zeitpunkt des Auftretens der heutigen Meeresspiegel-Anstiegsraten bis 1863]. Darin wird behauptet, dass der Meeresspiegel über Jahrhunderte hinweg im Wesentlichen stabil war, bis in die 1860er Jahre, als die heutigen Anstiegsraten auftraten. Diese Behauptung stützt sich auf eine Vielzahl verschiedener Arten von Proxydaten für den Meeresspiegel – Aminiferen, Korallenmikroatolle, Pflanzen, Kieselalgen, Torf, Muscheln, Vermetiden, Kräutertorf, Mangroventorf, ∆13C, Sediment, Testate, archäologische und biokonstruierte Riffe.

Neugierig geworden, habe ich einen Blick darauf geworfen. Hier ist deren ergänzende Abbildung 5.

Abbildung 1: Abbildung 5 aus der Beilage, mit der ursprünglichen Beschriftung

Übersetzung der ursprünglichen Beschriftung: Kombinierte regionale und lokale nichtlineare Raten des relativen Meeresspiegels. Die globalen und linearen Komponenten wurden entfernt. Die Raten sind dargestellt für (a) den mittleren Atlantik USA; (b) nordöstliche und südöstliche USA; und © Kanada und Europa, die nach der Entstehungszeit kodiert nach dem Zeitpunkt des Auftretens gemäß Abbildung 2. Die Modellvorhersagen sind der Mittelwert mit 1σ Unsicherheit.

Insgesamt war das nicht im Geringsten beeindruckend. Es wird behauptet, dass die verschiedenen Gebiete sehr unterschiedliche Veränderungsraten aufweisen, die manchmal innerhalb von ein paar hundert Jahren radikal ansteigen und abfallen. Warum sollte sich New Jersey so sehr von North Carolina unterscheiden? Warum hat sich der Meeresspiegel in Island und Dänemark bis vor kurzem nicht verändert, obwohl der relative Meeresspiegel doch angeblich gesunken ist? Diese Fragen und mehr …

Ich habe einen interessanten Punkt in der Beschriftung der obigen ergänzenden Abbildung 5 bemerkt. Dort heißt es, dass die „globalen und linearen“ Komponenten entfernt worden sind. Wie wurde das gemacht?

Beim Lesen der Studie fand ich die Magie hinter dem Vorhang. Die fertigen Datensätze in Abb. 5 oben sind das Ergebnis der Rohdaten, die „in ein raumzeitliches empirisches hierarchisches Modell eingearbeitet wurden“ … wenn man nicht gerade an die millimetergenaue Genauigkeit eines zufälligen raumzeitlichen empirischen hierarchischen Modells glauben, muss man ein Gegner der Wissenschaft sein.

Nun, wer mich kennt, weiß, dass ich ein großer Fan von Rohdaten bin. Und ein großes Lob an die Autoren: Sie haben einen Link zum Herunterladen einer Excel-Tabelle mit den Daten beigefügt. Sie enthält Proxydaten von 103 verschiedenen Standorten auf der ganzen Welt. Ich habe also diese Proxydaten genommen und sie grafisch aufbereitet.

Abbildung 2. Die in der Meeresspiegelstudie verwendeten Proxydaten.

HILFE! Ich kann nur sagen, dass es verdammt gut ist, dass sie ihren raum-zeitlichen empirischen hierarchischen Zerkleinerer haben … denn wenn sie die unzerkleinerten Daten gezeigt hätten, müssten sie jeder Ausgabe des Magazins 500 ml Augentropfen beilegen …

Mit diesen Daten als Ausgangspunkt sind ihre Behauptungen, wie zu erwarten, völlig aus dem Ruder gelaufen. In Bezug auf den Nordatlantik heißt es beispielsweise, dass der Anstieg des Meeresspiegels in der heutigen Zeit „am frühesten in der mittelatlantischen Region [USA] (1872-1894 n. Chr.) und später in Kanada und Europa (1930-1964 n. Chr.)“ stattfand.

Ernsthaft? Nach Jahrhunderten, in denen sie behaupteten, dass der Meeresspiegel kaum anstieg (Abb. 1), sagen sie, dass eine Seite des Atlantiks etwa ein halbes Jahrhundert vor der anderen Seite des Atlantiks zu steigen begann, so dass der gesamte Atlantik gekippt ist … Moment, was?

Und die Klimawissenschaftler fragen sich, warum die Öffentlichkeit ihren Ergebnissen so skeptisch gegenübersteht?

Link: https://wattsupwiththat.com/2022/03/18/proxy-rates-of-sea-level-rise/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE