Märznachlese 2022 XXL: Ein ungewöhnlich beständiger Vorfrühlingsmonat mit Rekord-Sonnenscheindauer und vielen, kräftigen nächtlichen Inversionen, wegen der kalten Nächte nur unwesentlich zu warm

Teil 2: Die ausgeprägten Wärmeinsel-Effekte (WI) dieses Rekordmonats – stationsbezogen betrachtet

Stefan Kämpfe

Über WI-Effekte wurde hier schon häufig berichtet. Der Begriff der „Wärmeinsel“ ist etwas irreführend, denn WI-Effekte gibt es auch flächenhaft; neuerdings durch die ausufernde Nutzung der Solar- und Windenergie begünstigt, worüber diesmal aber nicht berichtet werden soll. Vielmehr bietet dieser einmalige März die Chance, per Vergleich der täglichen Temperaturverläufe bei stark und weniger stark WI-belasteten DWD-Stationen den WI-Effekt genauer zu untersuchen. Die Ergebnisse sind erstaunlich und untermauern die wesentliche Bedeutung des WI-Effektes in Deutschland, obwohl sich der März nicht einmal durch die höchsten WI-Effekte im Jahr auszeichnet.

Große, teils WI-bedingte Temperaturkontraste an Ost- und Süddeutschen Stationen im März 2022

Zum näheren Verständnis der folgenden Untersuchungen empfiehlt es sich, diese beiden Beiträge zur WI-Problematik hier und hier zu lesen. Speziell zur Problematik der Station Potsdam ist dieser Beitrag über den städtischen Wärmeinseleffekt (UHI) wissenswert. Außerdem sei Folgendes angemerkt: Die teilweise erheblichen Temperaturunterschiede zwischen den untersuchten DWD-Stationen sind keinesfalls nur WI-bedingt; sondern auch der unterschiedlichen Lage im Gelände sowie der Höhenlage geschuldet. Letztere ist deshalb stets in den Grafiken vermerkt; wo Reduktionen vorgenommen wurden, ist dies ebenfalls gekennzeichnet.

Warum die DWD-Station Potsdam (ID 3987) keine Säkularstation mehr ist

Seit über einhundert Jahren (1893) wird auf dem Telegrafenberg in Potsdam eine Wetterstation betrieben; bis Ende 2019 galt sie als Säkularstation. Das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK) schreibt dazu vollmundig: „Die Säkularstation ist weltweit die einzige meteorologische Station, die über einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren ein derart umfassendes Messprogramm ohne Lücken aufweisen kann… . Das Datenmaterial ist nachgewiesenermaßen homogen. Bis heute wurden die historischen Beobachtungsbedingungen beibehalten. Dazu gehören: Standorttreue – keine Stationsverlegung, keine Änderungen des Messfeldes. Unveränderte Umgebung… .

Doch am 31.12.2019 wurde diese hochgelobte, angeblich so exakte und weltweit einzigartige Station aufgegeben – zwar führt der Deutsche Wetterdienst (DWD) die Aufzeichnungen fort, aber nicht mehr mit den alten Instrumentarien und Beobachtungszeiten sowie -methoden. Mittlerweile sind bauliche Verdichtung in Stationsnähe, das starke Einwohnerwachstum Potsdams und die Einwirkung der unweit gelegenen Millionenstadt Berlin so stark, dass man eine deutliche WI-Belastung der auf einer städtischen Hügelkuppe liegenden Station nicht mehr leugnen kann. Ein glücklicher Umstand ist das Vorhandensein einer ebenfalls auf einem Hügel liegenden, wegen der Lage am östlichen Ortsrand nicht WI-armen, aber doch etwas ländlicheren Station – Lindenberg südöstlich Berlins und mit etwa 70 Km Luftlinie nicht zu weit von Potsdam für einen Vergleich entfernt; zumal sich die Höhenlagen beider Stationen ähneln. Schauen wir uns zunächst den Verlauf der Minima beider Stationen im März 2022 an:

Abbildung 1: Verlauf der täglichen Minima in Lindenberg und Potsdam. Es zeigen sich nur geringe Unterschiede – beide Stationen liegen ja fast gleich hoch auf einer Kuppe oft über der nächtlichen Inversion.

Nun könnte man das Ganze ad Acta legen und Potsdam als nicht übermäßig WI-belastet einstufen – wenn da nicht die Maxima wären.

Abbildung 2: Selbiges wie bei Abb. 1, aber mit den Tagesmaxima. Und da war Potsdam um fast 0,8 K wärmer, was sich mit der nur etwas geringeren Höhenlage nicht erklären lässt.

Nun ergab sich noch ein weiterer, glücklicher Umstand – an beiden Orten wird außer der täglichen Sonnenscheindauer auch noch das Tagesmittel der Windgeschwindigkeit in m/s registriert. Es lag also nahe, einmal die täglichen Differenzen der Minima, Maxima (Lufttemperatur), der täglichen Besonnung und der mittleren Windgeschwindigkeit als Differenz Potsdam minus Lindenberg zu betrachten:

Abbildung 3: Tägliche Differenzen der Windgeschwindigkeit (m/s, violett), der Sonnenscheindauer (gold), der Minima (orange) und der Maxima der 2m-Lufttemperatur zwischen Potsdam und Lindenberg. Über der schwarzen Linie sind die Werte in Potsdam größer als in Lindenberg, darunter kleiner.

Besonders auffallend ist die fast stets höhere Windgeschwindigkeit in Potsdam. Eigentlich hätte das ländliche, exponiertere Lindenberg windiger sein müssen. Aber mit den höheren Tagesmaxima und der oft auch höheren Besonnung bietet sich folgende Erklärung an: In Potsdam führen durch den WI-Effekt erzeugte Temperaturunterschiede bei schwachgradientigen Lagen zu Lokalwinden; zumal auch das nahe Berlin diese auch als „Flurwinde“ bezeichneten Luftströmungen unterstützen könnte. Auch wenn diese Untersuchung nicht verallgemeinert werden darf – Potsdam ist alles andere als unbelastet von WI-Effekten. Wie wir noch sehen werden, scheinen die hohen Tagesmaxima eine Besonderheit Potsdams zu sein.

Ein weiterer Vergleich im Großraum Berlin

Bleiben wir noch im Großraum Berlin und vergleichen Potsdam nun mit Berlin-Tempelhof und zwei eher ländlichen Stationen; im Oderbruch ist da Manschnow, etwa 80Km Luftlinie östlich vom Berliner Stadtzentrum entfernt; und Alt-Ruppin, etwa 60Km nordwestlich Berlins. Hinsichtlich der Minima zeigt sich ein Verhalten, welches typisch für den Unterschied städtischer und ländlicher Orte ist – Letztere sind meist deutlich kälter, wobei natürlich auch die Lage im Gelände eine Rolle spielt (Potsdam ist auch wegen seiner Gipfellage sehr warm).

Abbildung 4: März-Minima tagesweise an 4 Stationen im Großraum Berlin. Manschnow ist fast stets am kältesten – wegen seiner Ländlichkeit und wegen seiner Lage im Oderbruch („Kaltluftsee“). Es erfolgte hier keine Höhenreduktion.

Bei den Maxima sind die Unterschiede auf den ersten Blick viel geringer – auch dies ein Umstand, welcher uns immer wieder begegnen wird.

Abbildung 5: Selbiges wie Abb. 4, aber für die Tagemaxima. Schon hier erweist sich Potsdam trotz seiner höchsten Lage wärmer als die ländlichen Stationen und sogar minimal wärmer als Tempelhof.

Zur genaueren Herausarbeitung der Unterschiede bietet sich eine Höhenreduktion von Potsdam und Manschnow auf das Niveau der beiden anderen Stationen (50m) an; denn tagsüber löst die Märzensonne die Bodeninversionen meist schon auf, so dass die Höhenabhängigkeit der Lufttemperatur (hier mit 0,65K/100m angenommen) zu beachten ist. Zur besseren Visualisierung wurden die Differenzen nach Höhenreduktion berechnet und dargestellt:

Abbildung 6: Selbiges wie Abb. 5, aber für alle Stationen wird jetzt ein Niveau von 50 Metern angenommen, und die Differenzen der Tagesmaxima wurden daraus berechnet. Potsdam ist die wärmste der vier Stationen; sogar deutlich wärmer als Berlin-Tempelhof! Die weitaus überwiegende Anzahl der Differenzen liegt deutlich über der schwarzen Linie, die keine Differenzen bedeutet. Besonders am Monatsanfang, als am Tage noch mitunter ein anderer Witterungstyp herrschte oder die Sonne wegen weniger Kraft die Bauten der Stadt weniger erwärmen konnte, sind auch negative Differenzen aufgetreten.

Leider sind für die Nebenstationen keine Winddaten verfügbar. Diese Ergebnisse dürfen nicht verallgemeinert werden, aber sie veranschaulichen dennoch die hohe WI-Belastung Berlins und vor allem Potsdams; allerdings ist auch keine der ländlicheren Stationen völlig WI-frei.

Zentralthüringen – ein schwieriger Vergleich

Die folgenden Untersuchungen werden durch die Topografie, und zwar viel ausgeprägtere Höhen- und Lagedifferenzen, viel schwieriger, als die um Berlin. Hinzu kommen merkliche Föhneinflüsse bei bestimmten Wetterlagen. Dennoch sollen die Ergebnisse gezeigt werden; allerdings ohne die Untersuchungstiefe des Großraums Berlin. Rund um Erfurt bestehen mit Dachwig, Erfurt/Weimar selbst, Jena-Sternwarte, Weimar-Schöndorf und Martinroda gleich fünf DWD-Stationen mit vertretbaren Entfernungen von deutlich unter 100 Km zueinander. Ein glücklicher Umstand ist außerdem die Tallage Jenas und die Muldenlage Dachwigs, erstere Station innerstädtisch, die zweite ländlich, ebenso wie Martinroda, während Erfurt/Weimar (Hochfläche am Erfurter Westrand) sowie Weimar-Schöndorf zumindest teilweise städtischen Einflüssen unterliegen. Zunächst wird das Trio Jena-Dachwig-Erfurt gezeigt; alles ohne Höhenreduktion:

Abbildungen 7a und 7b: Verlauf der täglichen März-Minima (7a, oben) in Jena, Dachwig und Erfurt; unten (7b) die Maxima. Dachwig ist bei den Minima markant, aber auch bei den Maxima, am kältesten – grob ähnlich, wie Manschnow. Keine Höhenreduktion; Erfurt-Weimar liegt etwa 160 Meter höher, als die beiden anderen Stationen.

Wegen der etwas ähnlicheren Höhenlage bietet sich ein Vergleich zwischen Martinroda, Erfurt und Schöndorf an.

Abbildungen 8a und 8b: Verlauf der täglichen März-Minima (8a, oben) in Martinroda, Schöndorf und Erfurt; unten (8b) die Maxima. Martinroda ist bei den Minima markant am kältesten, aber bei den Maxima trotz seiner größeren Höhenlage etwas wärmer, als die beiden anderen Stationen. Das auf einem Höhenrücken liegende Schöndorf ist auffallend „nachtwarm“ (Lage über der Bodeninversion, vielleicht wärmte auch das nahe Weimar etwas). Da Martinroda näher am Thüringer Wald liegt, herrschte hier (möglicherweise) tagsüber zeitweise schwacher, erwärmender Föhn, welcher die Maxima erhöhte. Bei den Maxima sind hinter den Stationsnamen die Maximum-Monatsmittel angegeben; Erfurt war trotz seiner geringsten Höhenlage am kältesten.

Für Zentralthüringen bleibt festzuhalten: Das städtische Jena erweist sich als Wärmeinsel nur bezüglich der Minima im Vergleich zu Dachwig; Nachts zeigt sich die Ländlichkeit Dachwigs und Martinrodas durch sehr tiefe Minima; das auf einem Bergsporn liegende Weimar-Schöndorf profitierte nachts von seiner Lage über der nächtlichen Bodeninversion; vielleicht auch von seiner Stadtnähe.

Von Thüringen nach Nordbayern

Etwas weiter südöstlich fand sich ein Stationstrio mit Bad Lobenstein, Gera-Leumnitz (beide Thüringen) und Hof (Nordbayern). Nach KOWATSCH soll Hof merklich WI-belastet sein.

Abbildungen 9a und 9b: Verlauf der täglichen März-Minima (9a, oben) in Bad Lobenstein, Gera und Hof, alle ohne Höhenreduktion; unten (9b) die Maxima mit Höhenreduktion Geras auf 550m. Vermutlich ist Lobenstein am WI-ärmsten. Das am höchsten liegende Hof war nachts nur etwas kälter als das tiefere Gera, aber viel wärmer als Bad Lobenstein, was auf eine stärkere WI-Belastung in Hof hindeutet. Und bei den Maxima ist Hof trotz der Höhenreduktion Geras oft etwas wärmer als dieses, während Lobenstein trotz tieferer Lage nur etwas wärmer als Hof ausfiel.

Enttarnt: Eine markante Wärmeinsel und ein Kälteloch in Süddeutschland

Im Gebiet um München konnte ein Quartett aus Rosenheim, Augsburg, München-Stadt und München-Flughafen untersucht werden. Schon immer war der Planungsfehler des neuen Münchner Flughafens in einer Senke b.z.w. einem Kälte-und Nebelloch ein Diskussionsthema; doch dass die Temperaturunterschiede zu München-Stadt über viele Tage so krass ausfielen, überraschte selbst den Autor dieses Beitrages, der sich schon länger mit WI-Effekten befasst.

Abbildungen 10a und 10b: Verlauf der täglichen März-Minima (10a, oben) in München-Stadt, München-Flughafen, Augsburg und Rosenheim, alle ohne Höhenreduktion; unten (10b) die Maxima. Man achte auf die enormen Unterschiede der Minima, aber selbst bei den Maxima war der Münchner Flughafen ohne Höhenreduktion kälter, als München-Stadt und deutlich kälter als Rosenheim.Wie bei dem Paar Potsdam/Lindenberg, sollen auch hier die Unterschiede in München mittels Differenzen der Windgeschwindigkeiten, der Besonnung, der Mini- und Maxi-Temperaturen dargestellt werden. Anders als beim ersten Paar, liegt jedoch hier eine Station in einer Senke.

Abbildung 11: Tägliche Differenzen der Windgeschwindigkeit (m/s, violett), der Sonnenscheindauer (gold), der Minima (orange) und der Maxima der 2m-Lufttemperatur zwischen München-Innenstadt und dem Flughafen. Über der schwarzen Linie sind die Werte in der Stadt größer als am Flughafen, darunter kleiner.

Eine Stippvisite in den Südwesten

Villingen-Schwenningen und Stuttgart-Schnarrenberg sind, schon wegen der relativ großen Entfernung sowie der gravierenden Höhen- und Lageunterschiede, kein Traumpaar. Trotzdem sollen sie hier verglichen werden:

Abbildungen 12a und 12b: Verlauf der täglichen März-Minima (12a, oben) in Villingen-Schwenningen und Stuttgart-Schnarrenberg, Letzteres mit (grau) und ohne Höhenreduktion. Bei den Minima war Villingen fast stets deutlich kälter; bei den Maxima aber nach Höhenreduktion stets wärmer.

Zum Schluss die Monatsmittelwerte (°C) der untersuchten Stationen – was sagen diese?

Für einen (halbwegs) objektiven Vergleich waren die Monatsmittelwerte der 2-Meter-Stations-Lufttemperaturen des März 2022 in den untersuchten Regionen auf ein jeweils einheitliches Höhenniveau zu reduzieren (in den Grafik-Überschriften benannt). Dabei werden zwei Sachverhalte deutlich: Erstens eindeutige, hauptsächlich WI-bedingte Unterschiede im Raum Berlin sowie eine markante Wärmeinsel in München-Stadt, aber auch eine bei Höhenreduktion diesmal fast verschwindende, sonst immer so markante Wärmeinsel in Jena-Stadt, ein etwas zu warmes Weimar-Schöndorf und ein relativ warmes Martinroda. Offenbar ist im Monat des Frühlingsanfangs und der Tag/Nachtgleiche und trotz der angeblichen CO2-Klimaerwärmung bei ruhigem Hochdruckwetter noch immer über längere Zeiten eine winterliche Inversion vorhanden, welche die Temperaturen an Stationen in Tal- und Muldenlagen (Manschnow, Dachwig, Jena-Sternwarte, München-Flughafen) stark dämpft, besonders bei ländlicheren Stationen. Das ist ein weiteres, wesentliches Indiz gegen eine vorrangig CO2-dominierte Klimaerwärmung; zeigt aber auch, dass man nicht alle Temperaturunterschiede bedenkenlos dem WI-Effekt anlasten darf.

Abbildung 13: Höhenreduzierte Märzmonatsmittel 2022 der um Berlin untersuchten Stationen. Potsdam (violett) ist fast so warm wie Berlin-Tempelhof (dunkelgrün); die ländlichen Stationen Manschnow, Angermünde und Alt-Ruppin sind am kältesten; bei Manschnow (kräftiges Blau) dürfte auch die starke Bodeninversion des Oderbruches etwas gekühlt haben. Hier wurden noch zusätzlich Angermünde (ländlich, rot) nordöstlich Berlins und die Wetterstation am neuen Pleite-, Pech- und Pannen-Flughafen Berlin-Brandenburg (Stadtrand, hellgrün) mit aufgenommen. Alle ländlichen Stationen sind merklich kälter als die zwei innerstädtischen (Potsdam und Tempelhof). Der BER in Schönefeld (hellgrün) und Lindenberg (blass-blau) liegen dazwischen.

Abbildung 14: Höhenreduzierte Märzmonatsmittel 2022 der in Zentralthüringen untersuchten Stationen. Weimar-Schöndorf (rot) ist nicht vorrangig wegen WI-Effekten, sondern weil knapp über der Bodeninversion liegend, am wärmsten; für die ländliche Station Dachwig (dunkelblau) gilt Selbiges wie für Manschnow. In Jena, sonst eine extreme Wärmeinsel, kühlte die im Saaletal lagernde Kaltluft – März ist halt mehr Winter als Frühling – zumindest bei Hochdruckwetter ohne kräftige Warmluftadvektion.

Abbildung 15: Höhenreduzierte Märzmonatsmittel 2022 der in Ostthüringen/Nordbayern untersuchten Stationen. Bad Lobenstein ist recht WI-arm und fiel schon bei den Untersuchungen zum Langfristverhalten der Monatsminima durch tiefe Werte auf; Hof ist merklich WI-belastet.

Abbildung 16: Höhenreduzierte Märzmonatsmittel 2022 der in Südbayern untersuchten Stationen. Anders als Jena, liegt München-Stadt (grün) nicht in einem tiefen Tal, hat also keine markante Boden-Kaltluft und zeigt so eindrucksvoll, wie WI-belastet eine Großstadt sein kann. Und die übrigen 3 Stationen sind sicher nicht völlig WI-frei. Die extreme Nachtkälte des Münchner Flughafens „verschwindet“ bei der Bildung des Monatsmittels, das sich ja seit den 2000er Jahren aus den 24-Stunden-Tagesmitteln errechnet, fast völlig.

Stefan Kämpfe, unabhängiger Natur- und Klimaforscher

 




Entlarvung der Medienlügen über ESG-Bewertungen und den Great Reset

Glenn Beck und Justin Haskins

Wir sind daran gewöhnt, dass die etablierten Medien bei den wichtigen Themen, mit denen Amerika konfrontiert ist, irreführen, verheimlichen und sogar regelrecht lügen – vor allem, wenn es um Umwelt-, Sozial- und Governance-Bewertungen (ESG) sowie die Great Reset-Bewegung geht. Und bei vielen Gelegenheiten reagieren wir nicht mit einer ausführlichen Antwort. Schließlich lesen oder sehen die meisten Amerikaner die klassischen Medien nicht mehr.

Manchmal stoßen wir jedoch auf etwas, das so unehrlich ist, dass wir einfach nicht schweigen können. Am 18. März veröffentlichte der Idaho Statesman – die größte Zeitung in Idaho – einen dieser wirklich schockierenden Artikel, den wir einfach nicht ignorieren können.

In dem Artikel, der vom Meinungsredakteur der Zeitung Scott McIntosh verfasst wurde, verbreitet der Autor eine falsche Behauptung nach der anderen über die ESG-Bewertungen, ihre Verwendung und die Great-Reset-Bewegung – alles in dem Versuch, uns und die unzähligen anderen Menschen in Idaho, die sich für den Schutz der Rechte amerikanischer Familien und Unternehmen einsetzen, zu diskreditieren.

ESG-Kennzahlen sind eine Art soziales Punktesystem, ähnlich dem Modell, das jetzt in China verwendet wird. Ihr Ziel ist es, einen neuen Rahmen für die Bewertung von Unternehmen, Banken, Investoren und Regierungen zu schaffen, so dass ein Unternehmen nicht nur nach Gewinnen, Verlusten, Schulden, Mitarbeiterzufriedenheit und anderen traditionellen Wirtschaftskennzahlen bewertet wird, sondern auch nach seinem Engagement im Kampf gegen den Klimawandel und seinem Einsatz für soziale Gerechtigkeit, einschließlich beispielsweise der rassischen Zusammensetzung der Belegschaft eines Unternehmens.

ESG-Systeme sind bereits mit Auszeichnungen und Bestrafungen verbunden. Unternehmen mit „guten“ ESG-Bewertungen werden oft mit niedrigeren Kreditzinsen, besseren Anleiheratings und anderen Vorteilen belohnt. Einige Unternehmen mit „schlechten“ ESG-Bewertungen sind gezwungen, mehr für Kredite zu zahlen, oder ihnen wird der Zugang zu Bankdienstleistungen gänzlich verweigert.

Und Sie müssen sich nicht auf unser Wort verlassen: Es gibt zahlreiche Berichte aus der Branche und aus dem akademischen Bereich, die die Auswirkungen von ESG aufzeigen, darunter auch ein aktueller detaillierter Bericht von Morningstar’s Sustainalytics, das regelmäßig ESG-Kennzahlen veröffentlicht.

Laut McIntosh, der behauptet, für seine „Watchdog-Berichterstattung“ vom Idaho Press Club und der National Newspaper Association „geehrt“ worden zu sein, sind Sorgen über ESG-Sozialkredit-Scores „zweifelhaft“ und zum „neuesten Buhmann für … rechtsextreme Verschwörungstheoretiker wie Beck“ geworden.

Zu den vielen angeblich „zweifelhaften Behauptungen“, die McIntosh als Beweis dafür anführt, warum man Leuten wie uns nicht trauen kann, gehört eine Zeile aus einer kürzlich von Gesetzgebern in Idaho vorgeschlagenen Entschließung, in der es heißt: „Die ESG-Standards sollen einen ‚großen Reset‘ des Kapitalismus bewirken und alle Aspekte unserer Gesellschaft und Wirtschaft umgestalten, von der Bildung bis zu Sozialverträgen und Arbeitsbedingungen.“

Im Falle einer Verabschiedung würde die von McIntosh zitierte Resolution die Gesetzgeber von Idaho dazu verpflichten, im Jahr 2023 einen Gesetzentwurf auszuarbeiten und vorzuschlagen, der Banken und andere Finanzinstitute daran hindert, ESG-Bewertungen zur Diskriminierung von Unternehmen und Einzelpersonen zu verwenden.

Laut McIntosh ist diese Zeile in der Entschließung ein Beispiel für die vielen „Verschwörungen“ rund um ESG. Ironischerweise hat McIntosh recht – aber nicht so, wie er denkt. Es gibt viele Verschwörungstheorien über die ESG-Bewertungen und den Great Reset. Einige stammen von uninformierten Menschen auf der rechten Seite, aber noch mehr von unehrlichen „Journalisten“ wie McIntosh.

Was „Watchdog“ McIntosh seinen Lesern nicht gesagt hat ist, dass der Text, den er als einen seiner Beweise für die „rechte“ Verschwörungstheorie des Great Reset verwendet, in Wirklichkeit ein Zitat von einem der weltweit einflussreichsten Befürworter von ESG ist, nämlich von Klaus Schwab, dem Leiter des Weltwirtschaftsforums (das sind die Leute, die jedes Jahr diese verschwenderische Konferenz in Davos veranstalten).

Im Juni 2020, auf dem Höhepunkt der COVID-19-Pandemie, starteten Schwab und eine lange Reihe führender Vertreter von Unternehmen, Aktivistengruppen, Regierungsbehörden, Banken und Wall-Street-Firmen eine Kampagne zur Umgestaltung der Weltwirtschaft mit dem Namen „Great Reset“ – ihre Worte, nicht unsere.

In einem Artikel, der die Kampagne hervorhebt, schrieb Schwab: „Die Welt muss gemeinsam und schnell handeln, um alle Aspekte unserer Gesellschaften und Volkswirtschaften zu erneuern, von der Bildung bis hin zu Sozialverträgen und Arbeitsbedingungen.“

Das kommt einem doch sehr bekannt vor, nicht wahr?

Ich frage mich, warum McIntosh seinen Lesern nicht erklärt hat, dass in der Entschließung Schwab eindeutig als Quelle des Zitats genannt wird, oder warum er nicht die gesamte Erklärung von Schwab zitiert hat, die mit den Worten endet: „Jedes Land, von den Vereinigten Staaten bis China, muss sich beteiligen, und jede Branche, von Öl und Gas bis zur Technologie, muss umgestaltet werden. Kurz gesagt, wir brauchen einen ‚Great Reset‘ des Kapitalismus.“

McIntosh führt in seinem Artikel weiter aus, dass ESG nur ein „Produkt der Ausübung individueller und wirtschaftlicher Rechte ist, das den Anlegern die Möglichkeit gibt, ihre Dollars zu investieren“ (ein Argument, das von zahllosen Bankenlobbyisten zur Verteidigung von ESG verwendet wird).

Sie sehen, es gibt nichts, worüber Sie sich Sorgen machen müssten, verspricht Watchdog McIntosh. ESG ist nur der „freie Markt“!

Dieser beliebte Mythos von Leuten, die versuchen, die Wahrheit über die ESG zu verschleiern, ist nicht nur eine Lüge, sondern der Inbegriff von Heuchelei, denn dieselben Politiker und Aktivisten, die die ESG verteidigen, sind auch diejenigen, die oft für eine größere Regierung, mehr Vorschriften und mehr Steuern eintreten – das Gegenteil der freien Marktwirtschaft.

ESG-Systeme sollen Unternehmen und Verbraucher dazu zwingen, die Werte, Ideen, Produkte und Dienstleistungen anzunehmen, die von den soziale Kreditpunkte vergebenden wohlhabenden Eliten gefordert werden, und diese Eliten arbeiten regelmäßig Hand in Hand mit Regierungen und Zentralbanken, um ESG-Ziele voranzutreiben.

So gingen beispielsweise das Weltwirtschaftsforum und das US-Außenministerium im November bei einer COP26-Klimakonferenz eine besondere Partnerschaft ein.

Im Jahr 2020 beauftragte die US-Notenbank BlackRock, den reichsten Vermögensverwalter der Welt und führenden Befürworter von ESG, die Fed beim Kauf von Unternehmensanleihen zu unterstützen – Käufe, die BlackRock direkt zugute kamen.

Die US-Börsenaufsicht SEC schlug diesen Monat verbindliche ESG-Offenlegungsregeln vor, und die Europäische Union steht nun kurz davor, ESG-Kennzahlen für viele Unternehmen in der EU vorzuschreiben.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Natürlich schließen sich viele Unternehmen gerne der ESG-Bewegung an. Sie profitieren wie alle anderen an der Wall Street von den Billionen und Billionen von Dollar, die von Banken und Anlegern zur Unterstützung „nachhaltiger“ Anliegen versprochen worden waren. Und Investoren wie BlackRock geben das Geld gerne aus, da sie im Zuge der jüngsten Ausgabenwut der Regierungen in aller Welt und der ihnen angeschlossenen Zentralbanken reich geworden sind.

ESG-Systeme sind auch nicht nur auf große Unternehmen ausgerichtet. Unternehmen wie die Bank of America haben bereits individuelle ESG-Bewertungen für Investoren entwickelt, und FICO-Analysten räumen ein, dass ESG in Zukunft wahrscheinlich von Finanzinstituten genutzt werden wird, um das Kreditrisiko für Privatpersonen und kleine Unternehmen zu bestimmen.

ESG-Systeme sind die größte Bedrohung für die Freiheit seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Jeder, der Ihnen etwas anderes erzählt, ist ignorant oder lügt – und wir sind uns nicht sicher, was schlimmer ist.

Glenn Beck is the founder of Mercury Radio Arts and the co-author, with Justin Haskins, of The Great Reset: Joe Biden and the Rise of Twenty-First Century Fascism. Justin is the director of the Socialism Research Center at The Heartland Institute.

Link: https://www.theblaze.com/op-ed/glenn-beck-debunking-the-medias-lies-about-esg-social-credit-scores-and-the-great-reset?

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Die Reichen bitten die Armen in den Ländern, die es sich am wenigsten leisten können, mit „grüner“ Energie zur Kasse

Vijay Jayaraj

Rund 1,3 Milliarden Inder wurden darüber informiert, dass der Preis für ihr Kochgas um 65 Cent pro Liter steigen wird. In einem Land wie Indien können sich höhere Brennstoffpreise schnell und gefährlich auswirken und zu einer höheren Krankheits- und Sterblichkeitsrate führen.

In anderen Entwicklungsländern und den armen Volkswirtschaften des afrikanischen Kontinents ist die Situation ähnlich. Leider wird in den etablierten Medien nicht ausreichend darüber berichtet, wie die ablehnende Haltung gegenüber fossilen Brennstoffen zur derzeitigen Energiekrise beigetragen hat.

Die Bevölkerung der Entwicklungsländer wurde von den Staats- und Regierungschefs schlecht behandelt, indem diese wertvolle Ressourcen für die Infrastruktur für „grüne Energie“ verschwenden, obwohl sie diese Mittel leicht für die Verbesserung der Produktion und den Import von Kohle, Erdöl und Erdgas hätten verwenden können.

Nehmen wir Indien und Vietnam, zwei schnell wachsende asiatische Volkswirtschaften, die durch die „grüne“ Ablenkung ins Hintertreffen geraten sind weil sie ihre heimische Energiesicherheit im Namen des Klimawandels verschleudert haben.

Trotz der Steigerung der Kohleproduktion befindet sich Indien in einem energiepolitischen Schlamassel, weil Milliarden von Dollar in schlecht funktionierende Technologien für erneuerbare Energien investiert wurden. Zwischen 2014 und 2019 erhielt die indische Industrie für erneuerbare Energien Investitionen in Höhe von 64,4 Milliarden Dollar.

Das Land hätte stattdessen Geld in zuverlässige und erschwingliche Kohlekraftwerke stecken können, die nur einen Bruchteil der „grünen“ Schnapsideen gekostet hätten. Im Jahr 2016 entsprachen die indischen Investitionen in erneuerbare Energien den Baukosten von 11 Kohlekraftwerken. Ebenso hätten in den letzten 10 Jahren mehrere kleine Ölraffinerien in Betrieb genommen werden können, wodurch sich die Notwendigkeit verringert hätte, raffinierte Kraftstoffe zu höheren Preisen zu importieren.

Viele argumentieren, dass ein Land wie Indien bereits zu viele fossile Brennstoffe verbraucht. Doch dieses Argument zieht nicht, wenn das Land die Kraftstoffpreise für diejenigen anhebt, die es sich am wenigsten leisten können. In Indien gibt es 230 Millionen Menschen, die weniger als 5 Dollar pro Tag verdienen. Für diese Menschen und Millionen von Haushalten der Mittelschicht bedeutet die Erhöhung der Kraftstoffpreise einen Anstieg der Rohstoff- und Transportkosten und eine allgemeine Stagnation der wirtschaftlichen Entwicklung.

Eine weitere schnell wachsende asiatische Volkswirtschaft ist Vietnam, wo sich die Staatsführung offenbar verpflichtet fühlt, den Anteil „grüner“ Technologien am Energiemarkt zu erhöhen. Dabei werden die Probleme ignoriert, die durch die Abkehr des Landes von fossilen Brennstoffen entstehen.

In den vergangenen Wochen, in denen die Ölpreise stark schwankten, beklagten Analysten, dass Vietnam die Chance verpasst hat, seine heimische Öl- und Gasinfrastruktur zu stärken. Seit Februar sind die Gashändler mit schweren Engpässen konfrontiert, und mehr als 300 Benzin- und Ölhändler im ganzen Land haben den Verkauf eingestellt.

Situationen wie diese hätten minimiert werden können, wenn das Land nicht so apathisch in Bezug auf die Energiesicherheit gewesen wäre. Ein Hauptgrund für die hohen Gaspreise ist der Produktionsrückgang in der Nghi Son Ölraffinerie, die nicht genügend staatliche Unterstützung erhalten hat, um finanzielle Schwierigkeiten und eine 90-prozentige Verringerung der Produktion im Januar zu vermeiden. Die Raffinerie beliefert 35 bis 40 Prozent des inländischen Benzinmarktes.

Der Wirtschaftswissenschaftler Dinh Trong Thinh sagt: „Wenn die Produktion der Anlage instabil ist oder ein Problem auftritt, wird sich dies auf den vietnamesischen Erdölmarkt auswirken, da der Marktanteil der Nghi Son Raffinerie groß ist. Das Risiko einer Werksschließung ist ein wichtiges Thema für den Erdölsektor im Besonderen und die Wirtschaft im Allgemeinen, das dringend das Eingreifen der staatlichen Verwaltungsbehörden erfordert“.

Diese Dringlichkeit spiegelt sich jedoch nicht in den Maßnahmen der Regierung wider, die eine Umweltsteuer beibehält, die die Kraftstoffpreise in die Höhe treibt, und die weiterhin in Projekte für erneuerbare Energien investiert, die nichts zur Verbesserung der Energiesicherheit beitragen.

Es ist an der Zeit, dass die Entwicklungsländer aufhören, mit erwiesenen Fehlschlägen wie Wind- und Solarenergie zu experimentieren, und mit dem Aufbau einer Infrastruktur beginnen, die der internationalen Preisvolatilität entgegenwirken kann.

Vijay Jayaraj is a contributing writer to the CO2 Coalition and holds a master’s degree in environmental sciences from the University of East Anglia, England. He resides in Bengaluru, India.

This commentary was first published on March 30, 2022 at the westernjournal.com website.

Link: https://wattsupwiththat.com/2022/04/01/op-ed-the-rich-are-taking-the-poor-to-the-cleaners-on-green-energy-in-countries-that-can-least-afford-it/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Märznachlese 2022 XXL – Ein ungewöhnlich beständiger Vorfrühlingsmonat mit Rekord-Sonnenscheindauer und extremer Flaute, wegen der kalten Nächte nur unwesentlich zu warm

Stefan Kämpfe

Mehrere Rekorde, eine verschärfte deutsche Energiekrise und ideale Studienbedingungen für WärmeinseI-Effekte; Beitrag in 2 Teilen

Über den Rekord-Sonnenschein und die extrem beständige Hochdruckwitterung wurde hier schon vor Ablauf des Monats aus Aktualitätsgründen berichtet. Doch dieser März war so bemerkenswert, dass es sich lohnt, ihn nach dem Vorliegen aller Daten genauer zu beleuchten. Dabei wird Folgendes deutlich: Ohne Bewölkung oder wesentliche Luftfeuchtigkeit und trotz fehlender Kaltluftzufuhr gab es selbst an vielen Flachland-Stationen zwischen 15 und 25 Frostnächte, und die Wärmeinseleffekte waren sehr ausgeprägt. Außerdem war dieser März der windärmste seit mindestens drei Jahrzehnten.

Teil 1: Rekorde, Fast-Rekorde und fallende Monatsminima seit März 1988

Neuer Rekord der monatlichen Sonnenscheindauer in Deutschland im März 2022, aber keine Rekord-Wärme, weitere Rekorde und beinahe-Rekorde

Nun ist es amtlich: Dieser März 2022 hat mit 235 Sonnenstunden den alten Rekordhalter, 1953 mit 194,2 Sonnenstunden, um Längen überflügelt. Auch in Potsdam, wo die Sonnenscheindauer schon seit 1893 gemessen wird, schaffte es der 2022er März mit hochsommertauglichen 255 Stunden auf Platz eins. Doch sehr viel Sonne bedeutet im März, anders als von April bis September, nicht zwangsläufig viel Wärme. Denn astronomisch sind erst so etwa elfeinhalb Sonnenstunden möglich – mit freilich im Monatsverlauf stark steigender Zeit. Nicht nur die noch langen Nächte, auch der noch tiefe Sonnenstand, lassen bloß eine mäßige Erwärmung zu – es sei denn, eine sehr warme Luftmasse aus dem Süden und ein kräftiger Wind helfen der Erwärmung nach. Doch Beides fehlte in diesem Rekord-Sonnen-März 2022 meist, der mit 5,1°C im DWD-Mittel bei weitem nicht zu den 30 wärmsten Märzen seit 1881 zählte.

Abbildung 1: Verlauf des Märzmittels im Deutschland-Mittel seit 1988. Der 2022er März war nur etwas zu warm. Zum Vergleich: Der „alte“ Rekordhalter hinsichtlich der Besonnung, 1953, war mit 4,8°C nur unwesentlich kühler.

Gerade die Nächte zeigten, wie bedeutungslos das Spurengas CO2 für den Wärmehaushalt ist: Wolkenarmut und geringe Luftfeuchtigkeit hatten eine überdurchschnittliche Anzahl von Frostnächten zur Folge; an der im Verhalten recht gut dem Deutschland-Mittel entsprechenden DWD-Station Erfurt/Weimar wurden 21 Frosttage und damit überdurchschnittlich viele gezählt; an vielen anderen Flachland-Stationen traten verbreitet 15 bis 25 Frostnächte auf. Näheres zur Problematik der Kälte und Dürre im Frühling hier und hier. Man erkennt sehr schön, wie die länger und kräftiger scheinende Märzensonne vor allem die Tagesmaxima der Temperatur nach oben trieb, während die Minima oft frostig blieben.

Abbildung 2: Verlauf der täglichen Minima und Maxima in 2 Metern Höhe an der DWD-Station Erfurt/Weimar. Bis fast zur Monatsmitte gab es in jeder Nacht Frost, vereinzelt unter minus 5°C. Auch danach blieben viele Nächte frostig, während tagsüber die Temperaturen oft schon denen im April oder Mai ähnelten. Die zeitweise enorm wasserdampfarmen, wolkenfreien Luftmassen ermöglichten diese starken täglichen Temperaturschwankungen; eine Erwärmungswirkung durch Kohlendioxid (CO2) ist nicht erkennbar.

Betrachtet man die Entwicklung der Sonnenscheindauer im Deutschland-Mittel, so zeigt sich folgendes Bild:

Abbildung 3: Sonnenscheindauer seit 1951 im März. Man achte auf die hohen Sonnenscheinwerte am Anfang und Ende der Reihe (Polynom-Trend zweiten Grades). Speziell in den 1980ern verlief der März sehr sonnenarm; seitdem haben Luftreinhaltung, AMO-Warmphase und eine Häufung trockener Hochdruckwetterlagen die Besonnung stark erhöht.

Abbildung 4: Anhand der Langzeit-Reihe von Potsdam wird die Ausnahmestellung des 2022er März noch deutlicher. Sehr sonnige Märzen dominierten zur Mitte des 20. Jahrhunderts und gegenwärtig. Hier ist die Besonnung in Stunden pro Märztag, bezogen auf alle jeweiligen 31 Tage, dargestellt.

Einen Negativrekord gibt es bei der Anzahl der Westwetterlagen zu vermelden. Noch nie seit der Einführung der Objektiven Wetterlagenklassifikation beim DWD im Jahre 1979/80 wurde eine nur einstellige Zahl der Tage mit westlichem Strömungsanteil registriert. Hingegen konnte die Rekordanzahl von 26 Tagen mit Trockenen Wetterlagen (Troposphäre in 950 und 500 hPa trocken) aus dem vergangenen Jahr nicht ganz erreicht werden.

Abbildung 5: Deutlich mehr Märztage mit trockener Luft (T-Lagen) und deutlich weniger mit westlichem Strömungsanteil seit 1980. Nie zuvor wurden nur 5 Tage mit Westanteil registriert!

Bei der Niederschlagsmenge verfehlte dieser März mit etwa 15mm im DWD-Flächenmittel einen Spitzenplatz knapp, denn 1929 und 1953 verliefen noch trockener; 2012 etwa genauso trocken. Zwei Negativ-Rekorde gibt es bei der Relativen Luftfeuchte zu vermelden: Mit 67,8% (1000 hPa-Niveau) und 46,2% (500-hPa-Niveau) war diese so gering wie nie seit 1948; bei der Absoluten Feuchte wurden aber keine Negativ-Rekorde erreicht.

Abbildung 6: Mittel der Relativen Luftfeuchte nach den NOAA-Daten (seit 1948 vorliegend). Noch nie war diese so gering, wie im März 2022.

Endlos-Serie von Hochdruckgebieten: Die Flaute im März 2022 verschärfte die deutsche Energiekrise

Mit dem jähen Zusammenbruch der Westwind-Zirkulation (mögliche Ursachen: Zeitiger Zusammenbruch des winterlichen Polarwirbels über der Arktis, QBO-Ostwindphase) bestimmten ab Ende Februar fast durchweg überwiegend windschwache Hochdruckwetterlagen mit zeitweise knochentrockener Festlandsluft das Wettergeschehen. Sehr schön zeigt sich das am Verlauf des Tagesmittels der Luftdruckwerte in Potsdam:

Abbildung 7: Verlauf der Tagesmittelwerte des Luftdrucks an der DWD-Station Potsdam im März 2022. Diese lagen bis zum 28. März, übrigens auch schon seit dem 26. Februar, deutlich über dem Langjährigen Mittel, was über volle 4 Wochen sehr selten zu beobachten ist. Das Monatsmittel betrug 1014,6 hPa. Man beachte die fehlende Reduzierung auf Meereshöhe, mit dieser wären die Werte aufgrund der Stationshöhe um noch etwa 10 hPa höher. Der Rekord von 1953 (1015,1 hPa) wurde knapp verfehlt.

Leider bietet der DWD kein Luftdruck-Monatsmittel für Deutschland an, aber beim US-Wetterdienst (NOAA) kann man die auf Meeresniveau reduzierten Werte für ein Rasterfeld, das in etwa ganz Deutschland abdeckt, bis 1948 zurück finden. Hier schaffte es dieser März nicht unter die drei Spitzenreiter.

Abbildung 8: Luftdruckmonatsmittel, hier korrekt reduziert, für Deutschland im März seit 1948. Das gewählte „Planquadrat“ zwischen 55 und 47,5°N sowie 5 und 15°E deckt praktisch ganz Deutschland ab. Hier behielt 1953 „seinen“ Rekord mit 1027,4 hPa, auch 1948 und 2012 war der Luftdruck höher – bleibt für 2022 nur der „undankbare“ vierte Platz.

Für die so ambitionierte deutsche Energiewende, deren wichtigstes Standbein die Windstromerzeugung ist, hatten diese vielen Hochdrucklagen häufige Flauten und damit eine sehr magere Windstromerzeugung zur Folge. Auf die politischen, wirtschaftlichen und technischen Konsequenzen der deutschen Energiewende soll hier nicht eingegangen werden; aber wenn kein oder nur ein schwacher Wind weht, so sind die Windstromerträge dementsprechend gering; und der reichliche Sonnenschein für Solarstrom steht nur tagsüber zur Verfügung. Vielleicht sollte sich Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Energie sowie neuerdings engagierter Gasableser der arabischen Scheichs, einmal die folgende Grafik genau ansehen:

Abbildung 9: Verlauf der deutschen Stromerzeugung nach Energieträgern im März 2022. Von den benötigten 50 bis 70 GW (Last, schwarze Linie) konnten die über 30.000 Windräder oft nur lächerliche 0,3 bis 15 GW beisteuern; meist deutlich unter 10 GW (hell blau-grünliche Fläche); nur an wenigen Tagen 20 bis 30 GW. Die ausnahmsweise extrem fleißige Märzensonne stand nur für eine kurze Mittagszeit zur Verfügung; nicht aber in den laststarken Morgen- und Abendstunden; nachts sowieso gar nicht (keine Grundlastfähigkeit). Summa summarum leisteten Braun- und Steinkohle, Kernenergie und das politisch momentan sehr unbeliebte Erdgas stets 30 bis 90% der Stromproduktion! Biomasse (grün) und Wasserkraft (dunkelblau) sind praktisch nicht mehr ausbaufähig. Und zum Monatsende schwächelte dann auch die Märzensonne. Deutschland, einst ein zuverlässiger Stromexporteur, wird zunehmend von Stromimporten abhängig (weiße Flächen unter der schwarzen Lastlinie) und muss seine Überschüsse (gelbe Spitzen über der Lastlinie) meist billig verschleudern. Zur Beachtung: Es handelt sich nur um die Stromproduktion; bei der Primärenergie (Heizen, Verkehr, Industrie) schnitten die „Erneuerbaren“ noch viel, viel schlechter ab. Bildquelle energy-charts.info, ergänzt.

Doch wer nun meint, das Heil liege im weiteren, massiven Ausbau der Solarenergie, dem sei folgende alte Bauernregel mit auf den Weg gegeben: „Märzensonne, nur kurze Wonne, Märzenschein lässt nicht viel gedeih’n“. Zumal alle „Erneuerbaren“ nicht oder nur unter unverhältnismäßig hohem Aufwand bei großen Verlusten gespeichert werden können.

Zurück zu den meteorologischen Besonderheiten – könnten sich windschwache Hochdruckwetterlagen im März häufen? Eine Möglichkeit zur Überprüfung bietet die so genannte Objektive Wetterlagenklassifikation des DWD, welche aber leider erst seit 1980 vollständig vorliegt; Näheres zu dieser Methode hier. Als generell windschwach erweisen sich alle Lagen mit unbestimmter Anströmrichtung (Kürzel XX); egal, ob sie völlig, teilweise oder gar nicht antizyklonal sind. Für die Frage, ob sich Hochdruckwetterlagen häufen, sind alle AA, AZ- und ZA-Lagen zu betrachten. Allerdings können auch andere Wetterlagen, in diesem März besonders die mit nordöstlicher und südöstlicher Anströmrichtung, sehr windschwach sein.

Abbildung 10: Leichte, aber nicht signifikante Häufung aller Lagen mit unbestimmter Anströmrichtung (XX, grau) und aller völlig (AA), oder in der unteren oder der mittleren Troposphäre antizyklonalen Wetterlagen (AZ, ZA) im März.

Die Ursachen dieser leichten Häufung, welche, besonders bei den XX-Lagen, auch in vielen anderen Monaten zu beobachten ist, können hier nicht näher erläutert werden. Neben der allgemeinen, leichten Erwärmung der letzten Jahrzehnte kommen hierfür auch die seit den 2000er Jahren stark nachlassende Sonnenaktivität und die Übernutzung der Windenergie in Betracht; Letztere entzieht der Atmosphäre kinetische Energie; Näheres dazu hier.

Abbildung 11: Tendenziell abnehmende Windstärke im März seit 3 Jahrzehnten über Norddeutschland (in Ermangelung eines DWD-Flächenmittels wurde ein Mittelwert aus 25 norddeutschen Stationen gebildet; Daten leider nur in Beaufort verfügbar). Seit mindestens 31 Jahren war kein März so windschwach; auch langfristig, wo leider Winddaten meist fehlen, dürfte dieser März zu den windschwächsten zählen. Nach den NOAA-Daten war er nicht ganz so windschwach; aber auch einer der flauesten seit 1948.

Fallende Monatsminima im März – Menetekel der Abkühlung?

In einem längeren, zweiteiligen Beitrag hier und hier hatte sich der Autor näher mit der Problematik der Minima befasst, so dass hier nur die Grafik für den Monat März gezeigt wird. Offenbar scheint die angeblich so besorgniserregende Erwärmung nicht überall stattzufinden.

Abbildung 12: Verlauf der Mittleren März-Minima an 25 seit 1988 ortsfesten oder nur unwesentlich verlagerten Wetterstationen. Auch wenn diese nicht repräsentativ sind, so rüttelt der Negativ-Trend doch gewaltig an der Glaubwürdigkeit der angeblich immer schlimmeren Klimaerwärmung. Und der 2022er Wert bot durchaus eine Überraschung – denn es sind in dem Mittel viele WI-belastete Stationen wie Berlin (2) oder Jena sowie viele Bergstationen enthalten, welche bei den häufigen Inversionslagen eher warm waren. Aber trotzdem fiel der Wert gegenüber dem Mittel von 1988 bis 2021 (-0,12°C) deutlich zu kalt aus.

Folgt dem sonnigen, dürren März ein nasser Sommer?

Alle Zusammenhänge zwischen der Sonnenscheindauer und/oder der Niederschlagsmenge im März zu denen der restlichen Monaten des Jahres liegen unterhalb der Signifikanz-Schwellen; lediglich beim April gibt es eine gewisse Tendenz zu mehr Niederschlägen nach sonnigeren Märzen; auch der November und der Januar des Folge-Jahres fielen in solchen Fällen tendenziell feuchter aus, der Juli eher trockener. Betrachtet man alle herausragend sonnigen Märzen seit 1951 (Abb. 3), so war nach diesen (1953, 72, 76, 2003, 07, 11, 12, 14 und 20) nur der Sommer 2003 herausragend und durchgängig zu warm sowie sehr trocken, der von 1976 im Juni/Juli; der von 2020 zwar im Juni/Aug. sehr warm, aber feucht, alle übrigen sehr durchwachsen und nur mäßig warm. Es sind also keine sicheren Prognosen möglich; allenfalls kann man einen recht feuchten, eher kühlen bis normalen April/Mai und einen wechselhaften, aber nicht unfreundlichen Sommer schemenhaft vermuten.

Abbildung 13: Unfreundliches Blau. Nach den freilich sehr unsicheren NOAA-Prognosen soll der April 2022 zu kalt verlaufen – ob er aber ein ähnlicher Totalversager wird, wie der von 2021, bleibt noch abzuwarten. Bildquelle: NOAA

Im Teil 2 werden die Wärmeinseleffekte (WI), für welche dieser wolkenarme, windschwache März ideale Bedingungen bot, näher untersucht.

Stefan Kämpfe, unabhängiger Natur- und Klimaforscher

 




Behauptungen der Klima-Alarmisten im Faktencheck

Joseph D’Aleo, CCM

Vorbemerkung des Übersetzers: Es scheint schon fast wie ein Kampf gegen Windmühlenflügel, immer wieder die Behauptungen der Klima-Alarmisten zu widerlegen. Die Unbelehrbarkeit und Faktenresistenz dieser Herrschaften ist jedenfalls legendär. Jedoch darf man m. E. nicht aufgeben, zumal hier ein erfahrener Synoptiker wie der Übersetzer selbst den Versuch macht. Diese Widerlegungen schrieb er zwar schon damals nach der Veröffentlichung des AR 4, doch hat er die Widerlegungen aufgrund einer neuen Studie aus diesem Jahr akgtualisiert. – Ende Vorbemerkung

Hier folgt eine Reihe von Faktenchecks der 13 häufigsten Klimabehauptungen, wie sie beispielsweise im kürzlich veröffentlichten Vierten Nationalen Klimaprüfungsbericht aufgestellt werden. Die Autoren dieser Überprüfungen sind alle anerkannte Experten auf den entsprechenden Gebieten. Zu jeder Behauptung finden Sie unten eine kurze Zusammenfassung der entsprechenden Widerlegung sowie einen Link zum vollständigen Text der Widerlegung, der auch die Namen und Referenzen der Autoren der jeweiligen Widerlegung enthält.

Soeben wurde im European Physical Journal Plus, 2022 eine Studie veröffentlicht mit dem Titel „A Critical Assessment of Extreme Events in Trends in Times of Global Warming“ (Gianluca Alimonti et al),. In diesem Artikel wird die aktuelle Literatur zu Zeitreihen einiger extremer Wetterereignisse und zugehörigen Reaktionsindikatoren gesichtet, um zu verstehen, ob eine Zunahme der Intensität und/oder Häufigkeit feststellbar ist. Keiner dieser Reaktionsindikatoren zeigt einen klaren positiven Trend bei Extremereignissen. Auf der Grundlage von Beobachtungsdaten lässt sich abschließend feststellen, dass die Klimakrise, die wir nach Meinung vieler Quellen heute erleben, bislang nicht existent ist.

Behauptung 1: Der Globus hat einen der wärmsten Monate oder ein Jahr aller Zeiten erlebt. Diese Behauptung wird immer wieder aufgestellt – oft monatlich.

Faktencheck: Diese Behauptungen werden durch keine glaubwürdige Analyse der rohen globalen Oberflächentemperaturdaten und deren Verfügbarkeit gestützt. Darüber hinaus entkräftet allein diese Ungültigkeit der globalen durchschnittlichen Oberflächentemperaturdaten die EPA 2009 GHG/CO2 Endangerment Finding sowie die nachfolgenden EPA Findings, die einen Zusammenhang zwischen den steigenden atmosphärischen CO2-Konzentrationen und den anderen Behauptungen der Klimaalarmisten behaupten – die im Folgenden ebenfalls unabhängig voneinander durch relevante empirische Daten entkräftet werden. Somit sind alle derartigen Behauptungen der Klimaalarmisten in Wirklichkeit nur politisch motivierte Fiktionen. Siehe Details hier. Weitere Details finden Sie hier. Tony Heller zeigt in diesem Artikel und Video, wie Daten angepasst wurden, um sie besser an die Modelle anzupassen, anstatt die Modelle an die Realität anzupassen. – 12. Februar 2021

Behauptung 2: Hitzewellen werden häufiger und extremer. Hitzewellen töten Menschen und Treibhausgase sind daran schuld.

Faktencheck: Hitzewellen sind wie Kältewellen ein normaler Bestandteil unseres globalen Klimas. Hitzewellen sind seit den 1930er Jahren in den USA und weltweit zurückgegangen. Einzelheiten finden Sie hier. … Sehen Sie hier, warum verstärkte Muster, ein Merkmal kühlerer Klimazonen, hinter den warmen und kalten Extremen im Jahr 2021 stehen. Kälte ist die wahre Bedrohung. Kälte fordert weltweit bis zu 20 Mal mehr Todesopfer als Hitze und hat katastrophale wirtschaftliche Auswirkungen. Weitere Informationen darüber, warum Kälte und nicht Wärme die größte Gefahr für die Menschheit darstellt, finden Sie hier. – 26. September 2021

Behauptung 3: Hurrikane haben in ihrer Anzahl und/oder Stärke zugenommen.

Faktencheck: Trotz einiger sehr aktiver Jahreszeiten war das gerade zu Ende gegangene Jahrzehnt das zweitruhigste für auf das Festland übtertretende Hurrikane und starke Hurrikane in den USA seit den 1850er Jahren. Im Jahr 2020 gab es eine Rekordzahl von 30 benannten Stürmen und viele Auswirkungen auf den Golf wie in den späten 1800er Jahren und in den aktiven Perioden des vergangenen Jahrhunderts, aber der Accumulated Cyclone Energy Index (ACE) lag 2020 nur auf dem 13. höchsten Wert. In den 1860er und 1880er Jahren gab es die meisten landfallenden Hurrikane und schweren Hurrikane. Einzelheiten finden Sie hier. Siehe diese NOAA-Studie vom Juni 2021, die zeigt, dass das Jahr 2020 zwar technisch gesehen ein Rekordjahr war, der Grund dafür aber wahrscheinlich in der modernen Technologie liegt, die es ermöglicht, mit Hilfe von Satelliten Stürme über den offenen Ozeanen des mittleren und östlichen Atlantiks zu sehen, die in der Zeit vor der Satellitenerfassung nicht gesehen und gezählt worden wären. Siehe die Ähnlichkeit der Saison 2020 mit den späten 1800er Jahren hier. Eine Perspektive auf den tödlichen CAT4-Hurrikan Ida und eine Ähnlichkeit mit Camille im Jahr 1969 finden Sie hier. – 26. September 2021

Behauptung 4: Tornados haben mit der Erwärmung der Erde aufgrund menschlicher Einflüsse zugenommen.

Faktencheck: Aktivere Monate und Jahreszeiten treten auf, wenn der Frühling untypisch kalt ist. In wärmeren Zyklen gibt es weniger große Tornados. Die Zahl der starken Tornados ist im letzten halben Jahrhundert drastisch zurückgegangen. Das wird sich mit dem Eintritt in die nächste Kältephase ändern. Trotz eines großen, tödlichen Ausbruchs und eines Sturms mit langer Zugbahn im Dezember 2021 endete das Jahr im untersten 25-Perzentil für Tornados. Lesen Sie, warum dies ein Zeichen für die Rückkehr zu aktiveren Jahreszeiten sein könnte, wenn sich die Erde durch den kälteren Pazifik und die geringe Sonneneinstrahlung abkühlt. Lesen Sie die ganze Geschichte hier. – 25.Januar 2022

Behauptung 5: Dürreperioden und Überschwemmungen werden aufgrund der globalen Erwärmung weltweit immer schlimmer.

Faktencheck: Dürren und Überschwemmungen zeigen hier keine statistisch signifikanten Trends. Jedes Jahr gibt es nasse und trockene Gebiete, aber ihre Lage ändert sich, was mit den warmen und kalten Ozeanbecken zusammenhängt, die monatelang anhaltende atmosphärische Muster bestimmen. Einzelheiten finden Sie hier. – 26. September 2021

Behauptung 6: Aufgrund von Trockenheit und zunehmender Hitze nehmen die Waldbrände zu.

Faktencheck: Nach den sehr aktiven Jahren um 1800 gingen die Waldbrände in Größe und Anzahl sehr schnell zurück. Die Zunahme der Schäden in den letzten Jahren ist auf das Bevölkerungswachstum in gefährdeten Gebieten und eine schlechte Waldbewirtschaftung zurückzuführen. Einzelheiten finden Sie hier. Siehe die Geschichte über Waldbrände in Australien hier. Sehen Sie sich diese Analyse an, die zeigt, dass öffentliches Land in Flammen steht, privates Land aber nicht, weil es ordnungsgemäß bewirtschaftet wird. – 26. September 2021

Behauptung 7: Mit der Erwärmung der Erde nimmt der Schnee ab und bedroht die Wintersportindustrie.

Faktencheck: Die Schneefälle haben im Herbst und Winter in der nördlichen Hemisphäre und in Nordamerika tatsächlich zugenommen, und es wurden viele Rekorde aufgestellt. Dies gilt nicht nur für Bergregionen, sondern auch für Küstenstädte und städtische Gebiete, in denen Schnee vor Jahrzehnten noch selten war. Weitere Informationen finden Sie hier. – 27. März 2022

Siehe hierzu auch die „Kältereports!“

Behauptung 8: Das Schmelzen der Gletscher und Eiskappen lässt den Meeresspiegel in alarmierendem Maße ansteigen und bedroht die Küstenstädte

Faktencheck: Die Rate des globalen Meeresspiegelanstiegs ist im letzten Jahrhundert im Durchschnitt um 40% gesunken. Wo er heute ansteigt, sind lokale Faktoren wie Landabsenkungen dafür verantwortlich. Einzelheiten finden Sie hier. Sehen Sie hier, wie die Trends des Meeresspiegels manipuliert werden, damit sie besser zur Theorie passen. – 21. März 2022

Behauptung 9: Das Eis in der Arktis, Grönland und Antarktis schmilzt in alarmierendem Tempo.

Faktencheck: Das Polar- und Gletschereis schwankt mit den multidekadischen Zyklen der Meerestemperaturen. Die aktuellen Werte sind mit den historischen Tiefstständen vergleichbar oder liegen darüber. Mit einem sehr kalten Winter 2019/20 kehrte das arktische Eis auf ein höheres Niveau zurück. Das Eis erreichte den höchsten Stand seit 2013. Einzelheiten finden Sie hier. Aktuelle Informationen über die AMO, die PDO-Zyklen der Ozeane, die Sonnenzyklen und die arktischen Temperaturen finden Sie hier. Sehen Sie hier, wie der Südpol in der letzten Saison seinen kältesten Winter seit Beginn der Aufzeichnungen erlebte (mit einer Temperatur von durchschnittlich –61°C an der Südpol-Station Wostok!). Die Aufzeichnungen begannen 1957 (hier). Beachten Sie, dass das Polareis in dieser Saison (2021/22) das 16. niedrigste seit Beginn der Aufzeichnungen ist, mit einem schönen Aufschwung. NSIDC blendet weiterhin Daten vor 1979 aus, die zeigen, dass die Veränderungen zyklisch sind.

Die Alarmisten finden jedoch Episoden, auf die sie sich stürzen, wenn sie zu ihren Theorien passen. Siehe die neuesten Behauptungen hier. Die wahre Geschichte sehen Sie hier und hier. Sehen Sie sich die extremen Wintertemperaturen in Alaska an, die charakteristisch für La Ninas sind, mit langen brutalen Kälteperioden und Wärmespitzen. Die Medien ignorieren die extreme Kälte, konzentrieren sich aber auf die hier gezeigten warmen Tage. – 25. März 2022

Behauptung 10: Der Klimawandel gefährdet die Lebensmittelversorgung.

Faktencheck: Die Vitalität der weltweiten Vegetation in bewirtschafteten und nicht bewirtschafteten Ökosystemen ist heute besser als vor hundert Jahren, vor 50 Jahren oder sogar vor nur zwei bis drei Jahrzehnten, was zum Teil auf den gestiegenen CO2-Gehalt der Luft zurückzuführen ist. Der Planet ist grüner geworden, und die Wüste Sahara ist um 8 % geschrumpft. CO2 hat die Vitalität der Pflanzen gesteigert und den Wasserbedarf gesenkt. Siehe die Aktualisierung hier. – 26. September 2021

Behauptung 11: Die Kohlenstoff-Verschmutzung ist ein ernstes und wachsendes Gesundheitsrisiko.

Faktencheck: Der Begriff „Kohlenstoff-Verschmutzung“ ist ein absichtlicher, zweideutiger, unaufrichtiger Begriff, der die Menschen dazu verleiten soll, Kohlendioxid für Verschmutzung zu halten. Dank der Verwendung von sauber verbrennendem Erdgas und anderer Maßnahmen ist die Menge an Feinstaub und anderen von der EPA ermittelten Kriterienschadstoffen um mehr als 77 % zurückgegangen und liegt weit unter den festgelegten Normen. Nach Angaben der NASA und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatten die Vereinigten Staaten im Jahr 2020 mit die sauberste Luft aller Industrienationen der Welt. Einzelheiten finden Sie hier. – 5. August 2021

Behauptung 12: Der Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre führt zur Versauerung der Ozeane, was katastrophale Auswirkungen auf das Leben im Meer hat.

Faktencheck: Die Versauerung der Meere (die in Wirklichkeit nur eine geringfügig verringerte Alkalinität darstellt) wird häufig als unproblematisch oder sogar als vorteilhaft angesehen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben die Widerstandsfähigkeit zahlreicher maritimer Pflanzen- und Tierarten gegenüber der Ozeanversauerung nachgewiesen, wenn sie unter realistischen Versuchsbedingungen durchgeführt wurden (hier). Siehe auch Peter Ridds jüngste Feststellung einer neuen Rekordhöhe der Korallenbedeckung des Great Barrier Reefs hier. – 3. Februar 2019

Behauptung 13: 97 % der Wissenschaftler weltweit sind sich einig, dass der Klimawandel ernsthaft ist und vom Menschen verursacht wird.

Faktencheck: Die Behauptung, es gebe einen 97%igen wissenschaftlichen Konsens, ist eine frei erfundene Behauptung. CO2 ist im Gegensatz zu Feinstaub kein Schadstoff, sondern ein nützliches Gas. Aber wie oben gezeigt, sind kleine und große Feinstaubpartikel kein Thema. Wie ebenfalls oben gezeigt, erweisen sich alle Behauptungen über gefährliche Auswirkungen auf das Klima als übertrieben oder als reine Fälschungen. Siehe Einzelheiten hier. – 4. August 2020

Siehe hier die ausführlichen Gegenargumente. Jeder Abschnitt enthält Einzelheiten zu den Behauptungen und Links zu einer detaillierten wissenschaftlichen Analyse mit unterstützenden Grafiken und weiteren Links.

Sehen Sie, wie die Zahl der weltweiten Todesfälle im Zusammenhang mit allen Extremen im letzten Jahrhundert drastisch zurückgegangen ist:


Hier finden Sie den 7. Nachtrag zu unserer Petition an die EPA zur erneuten Überprüfung ihrer Feststellungen zur Gefährdung durch Treibhausgase.

Link: http://icecap.us/index.php/go/political-climate/alarmist_claim_rebuttals_updated/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE