Neue Studie: Wie schwer Vogel-Spezies durch Wind- und Solarenergie geschädigt werden

Tim Benson

Eine im März in der Fachzeitschrift Royal Society Open Science veröffentlichte Studie belegt, dass Windkraft- und Solarparks in Kalifornien das Leben von fast der Hälfte der „gefährdeten“ Vogelarten, die sie überfliegen, erheblich verschlechtern.

Laut der Studie waren 11 von 23 Vogelarten, darunter Schleiereulen, Steinadler, der Kuckuck und Andere „entweder stark oder mäßig gefährdet [durch Wind- und Solarparks], wobei sie einen Rückgang der Populationswachstumsraten um mehr als oder gleich 20 % bei bis zu 1.000 bzw. 5.000 zusätzlichen Todesfällen erlebten“.

„Die Auswirkungen der erneuerbaren Energien gingen weit über den Standort der Energieerzeugung hinaus und wirkten sich auch auf Vogelpopulationen in weit entfernten Regionen über kontinentale Zugnetze hinweg aus“, heißt es in der Studie weiter. „Populationen von Arten, die mit Grasland verbunden sind, auf dem sich Turbinen befanden, waren am stärksten durch Windkraft gefährdet. Populationen nachtaktiver Zugvogelarten waren am stärksten durch die Solarenergie gefährdet, obwohl sie normalerweise nicht mit Wüsten assoziiert sind, in denen sich die von uns untersuchten Solaranlagen befanden. Unsere Ergebnisse zeigen, dass bei der Bekämpfung des Rückgangs der nordamerikanischen Vogelpopulationen die Auswirkungen der erneuerbaren Energien und anderer anthropogener Bedrohungen auf nahe und entfernte Populationen gefährdeter Arten berücksichtigt werden müssen.“

Mehrere in den Jahren 2013 und 2014 veröffentlichte Studien haben ergeben, dass jährlich zwischen 140.000 und 679.000 Vögel durch Windkraftanlagen getötet werden. Das American Bird Conservatory schätzt jedoch, dass mindestens 681.000 Vögel jährlich durch Turbinen getötet werden, dank einer Zunahme der die Windenergie-Kapazität in den Vereinigten Staaten zwischen 2012 und 2021 um 86 Prozent. Weiter heißt es: „Diese Schätzungen unterschätzen wahrscheinlich das wahre Ausmaß des Problems, da viele tödlich verunglückte Vögel dem Menschen entgehen.“ (Hervorhebung im Original).

Der Wind ist nicht der einzige Verursacher des Vogelsterbens. Das Ivanpah-Solarkraftwerk in der Mojave-Wüste zum Beispiel ist für die Verbrennung von rund 6000 Vögeln pro Jahr verantwortlich.

Der Tod von Vögeln ist nicht das einzige Umweltproblem im Zusammenhang mit „erneuerbaren“ Energiequellen. Ein drastischer Ausbau der Stromerzeugung aus Wind- und Sonnenenergie bis zu dem Punkt, an dem das gesamte Stromnetz in den Vereinigten Staaten mit Wind- und Sonnenenergie betrieben wird, würde „eine beispiellose weltweite Ausweitung des Bergbaus erfordern“, heißt es in einer Mitteilung des Heartland Institute. „Und diese Bergbaubetriebe würden in erster Linie auf mit fossilen Brennstoffen betriebenes schweres Gerät angewiesen sein, da es keine batteriebetriebenen Geräte für riesige Industrieanlagen gibt“.

Bei diesen Bergbauarbeiten würden außerdem „Hunderte von Milliarden Tonnen Gestein und Erz abgetragen und zerkleinert, was zu großen Lebensraumverlusten und weitreichender Umweltverschmutzung führen würde“, heißt es in dem Brief. „Dies würde auch schwerwiegende Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben, insbesondere in Ländern, die nicht über moderne Ausrüstung und Gesundheits- und Sicherheitsvorkehrungen verfügen.“

Dazu gehört auch der Abbau von Seltenen Erden (rare earth elements REE) wie Dysprosium, Indium, Neodym und Tellur, die für die Herstellung von Windturbinen oder photovoltaischen Solarzellen benötigt werden. Bei der Gewinnung einer einzigen Tonne dieser REEs entstehen jedoch bis zu 420.000 Kubikmeter giftiger Gase, 2.600 Kubikmeter saurer Abwässer und eine Tonne radioaktiver Abfälle, heißt es in der Mitteilung. Mehr als 70 Prozent der weltweiten Seltenen Erden werden entweder in China abgebaut, einer totalitären kommunistischen Diktatur mit einer katastrophalen Umwelt- und Menschenrechtsbilanz, oder von Unternehmen, die von der Kommunistischen Partei Chinas kontrolliert werden.

Zu den anderen Materialien, die für die Herstellung von Solarzellen und Windturbinen sowie für die erwarteten Batterie-Backup-Systeme für diese „erneuerbaren“ Quellen abgebaut werden müssen, gehören Lithium, Kobalt und Kupfer. Um den Strom einer Woche für das ganze Land zu speichern, wenn Wind und Sonne ihn nicht erzeugen, wären nach Schätzungen von Heartland „zwei Milliarden Halbtonnen-Batteriepakete erforderlich, ähnlich denen, die in Tesla-Autos verwendet werden.“ Jede dieser Batterien würde mindestens 26 Pfund Lithium benötigen.

Das für diese Batterien benötigte Kobalt wird größtenteils in der Demokratischen Republik Kongo abgebaut, wo derzeit mehr als 40.000 Kinder für einen Hungerlohn unter unsicheren und ungesunden Bedingungen im Bergbau arbeiten. Auch der Kupferabbau müsste drastisch ausgeweitet werden, um die Nachfrage nach 100 Prozent erneuerbarer Energie zu befriedigen, benötigt man doch etwa 125.000 Pfund abgebautes, zerkleinertes und raffiniertes Erz, um 1.000 Pfund fertiges Kupfer zu produzieren.

Obwohl die Vereinigten Staaten über nachgewiesene Reserven dieser Rohstoffe verfügen, sind die meisten dieser Vorkommen durch die Umweltpolitik auf Landes- und Bundesebene für den Abbau gesperrt. Die Forderung nach einer 100-prozentigen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien würde daher unsere Abhängigkeit von China und anderen Ländern erhöhen, die regelmäßig die Sicherheit am Arbeitsplatz, die Belange der Kinderarbeit, die Urbarmachung von Land und die Kontrolle der Umweltverschmutzung missachten“, heißt es in dem Schreiben.

Die großflächige Nutzung von Wind- und Solarenergie birgt enorme ökologische Nachteile, unter anderem einen erheblichen Rückgang der Zahl der Vögel am Himmel. Der Gesetzgeber sollte diese und andere Umweltbelange berücksichtigen, wenn er über die Förderung von Wind- und Solarenergie diskutiert.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Die folgenden Dokumente enthalten weitere Informationen über „erneuerbare“ Energiequellen:

Dokument: Wie der Bergbau auf erneuerbare Energien im Rahmen des Green New Deal Mensch und Umwelt schaden würde

In diesem Mitteilung des Heartland Institute argumentiert Paul Driessen, Leitender Politik-Berater beim Committee For a Constructive Tomorrow (CFACT), dass eine Ausweitung des Bergbaus in dem Umfang, wie er zur Erfüllung der Anforderungen an erneuerbare Energien im Green New Deal und anderen vorgeschlagenen Mandaten für erneuerbare Energien erforderlich ist, unvorstellbare Schäden für die Umwelt, die Tierwelt und die Menschen verursachen würde.

Dokument: Schutz der Umwelt durch den Green New Deal

Dieser Heartland Policy Brief von Paul Driessen, Senior Policy Advisor beim Committee for a Constructive Tomorrow, befasst sich mit den weitgehend ignorierten Umweltschäden, die durch die im Rahmen des Green New Deal vorgesehene Ausweitung der Nutzung erneuerbarer Energien entstehen würden.

Dokument: Der Green New Deal: Eine ernste Bedrohung für die amerikanische Wirtschaft, Umwelt und Freiheit

In dieser Heartland-Mitteilung wird argumentiert, dass der Green New Deal eine gefährliche Kombination aus Umweltextremismus und Sozialismus ist. Dieses ungeheuer teure Vorhaben würde die US-Wirtschaft zerstören und mehr Umweltzerstörung als -schutz bewirken. Die Bestimmungen des Green New Deal stellen eine gefährliche Bedrohung für die amerikanischen Werte der individuellen Freiheit und der begrenzten Regierungsgewalt dar.

Dokument: Der Mythos von 100 Prozent „Erneuerbare“ Energie

In dieser Meldung des Institute for Energy Research wird argumentiert, dass ein landesweiter Plan für 100 Prozent erneuerbare Energien die US-Wirtschaft in Gefahr bringen würde. Die Mitteilung untersucht die Intermittenz, den Landbedarf, die Kapazitätsfaktoren und die Kosten für die Umstellung und die Baumaterialien, die die Fähigkeit der USA einschränken, sich an 100 Prozent erneuerbare Energien anzupassen.

Dokument: Die USA sind weltweit führend bei sauberer Luft: Ein Plädoyer für Umweltoptimismus

In dieser Studie der Texas Public Policy Foundation wird untersucht, wie die Vereinigten Staaten ein robustes Wirtschaftswachstum bei gleichzeitiger drastischer Reduzierung der Schadstoff-Emissionen erreicht haben. Es wird festgestellt, dass diese Errungenschaften als eine Erfolgsgeschichte der öffentlichen Politik gefeiert werden sollten, aber stattdessen ist das vorherrschende Narrativ unter Politikern und Umweltschützern das des ökologischen Niedergangs, der nur mit einem strengeren Regulierungsansatz rückgängig gemacht werden kann. Die Studie drängt darauf, die Daten zu berücksichtigen und auf das Narrativ anzuwenden.

Dokument: Die sozialen Vorteile fossiler Treibstoffe

Dieser Heartland-Beitrag von Joseph Bast und Peter Ferrara dokumentiert die vielen Vorteile der historischen und immer noch andauernden Nutzung fossiler Brennstoffe. Fossile Brennstoffe befreien Milliarden von Menschen aus der Armut, verringern alle negativen Auswirkungen der Armut auf die menschliche Gesundheit und verbessern das Wohlbefinden und die Sicherheit der Menschen erheblich, indem sie arbeitssparende und Leben schützende Technologien wie Klimaanlagen, moderne Medizin, Autos und Lastwagen antreiben. Sie erhöhen die Menge der von Menschen produzierten Nahrungsmittel und verbessern die Zuverlässigkeit der Nahrungsmittelversorgung, was der menschlichen Gesundheit unmittelbar zugute kommt. Darüber hinaus tragen die Emissionen fossiler Brennstoffe möglicherweise zu einer „Begrünung der Erde“ bei, was allen Pflanzen und Tieren auf dem Planeten zugute kommt.

Dokument: Climate Change Reconsidered II: Fossil Fuels – Summary for Policymakers

In diesem fünften Band der Reihe Climate Change Reconsidered bewerten 117 Wissenschaftler, Wirtschaftswissenschaftler und andere Experten Kosten und Nutzen der Nutzung fossiler Brennstoffe, indem sie die wissenschaftliche und wirtschaftliche Literatur zu organischer Chemie, Klimawissenschaft, öffentlicher Gesundheit, Wirtschaftsgeschichte, menschlicher Sicherheit sowie theoretische Studien auf der Grundlage von integrierten Bewertungsmodellen und Kosten-Nutzen-Analysen durchsehen.

Tim Benson is a policy analyst with The Heartland Institute.

Link: https://heartlanddailynews.com/2022/05/vulnerable-bird-species-killed-wind-and-solar-energy/?

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Wieder schlägt der Klimawandel unbarmherzig zu: Nun versinkt auch Lagos (Nigeria) im Atlantik

Helmut Kuntz

Die schlimmen Einschläge des Klimakrieges takten unerbittlich. Gerade versank der Strand von St. Peter Ording [1], dann wurden in North-Carolina zwei Strandhäuser von den steigenden Wellen mitgerissen [2] und nun erwischt es die zweitgrößte Stadt von Afrika, Lagos in Nigeria, der es droht, überflutet zu werden [3].

Was haben alle drei von den steigenden Fluten bedrängten Orte gemeinsam? Der Klimawandel ist es nicht

Das gilt nicht nur für diese drei Küsten, sondern für alle bisher nachgesehenen – angeblich besonders schlimm vom Klimawandel-bedingt steigendem Meerespegel betroffenen – Küsten(Städten).

Lagos

Man kennt das. Während sich der reiche Westen in seinem Wohlstand zurücklehnt, müssen arme Nationen für diesen Wohlstand wegen dessen schändlicher CO2-Emission büßen:
[3]Die nigerianische Stadt Lagos ist einer der am schnellsten wachsenden der Welt. Lagos, die bevölkerungsreichste Stadt sowohl in Nigeria als auch auf dem gesamten afrikanischen Kontinent, ist ein Bienenkorb voller Aktivität, mit jeder Menge Möglichkeiten und Angeboten. Doch diese aufregende und vielversprechende Stadt wird von der konstanten Gefahr einer Überflutung bedroht, ein Risiko, das mit dem sich zunehmend erwärmenden Planeten immer weiter steigt.
… Lagos ist auch eine der afrikanischen Städte, die am meisten von Überflutungen und dem steigenden Meeresspiegel bedroht sind, ein Problem, das von der wachsenden Bevölkerungszahl nur noch verschlimmert wird.

Neu ist das nicht. Der DEUTSCHLANDFUNK berichtete schon darüber, 09.04.2018: Nigeria Wenn der Klimawandel zuschlägt
[Link] Das bevölkerungsreichste Land Afrikas ist besonders stark vom Klimawandel betroffen … Schon jetzt sind die Auswirkungen spürbar – etwa in Strand der Ortschaft Okun-Alfa bei Lagos.

Ein Strand am Stadtrand von Lagos: Kilometerweit weißer Sand – und doch alles andere als ein Urlaubsparadies. Denn die Häuser in den Dünen sind zerstört, nur verwitterte Fundamente sind übrig. Den Rest habe sich das Meer geholt, erzählt Dorfchef Yusuf Elegushi Atewolara, ein großgewachsener Mann in blau-weißem Gewand: „So viele Dinge, das Rathaus, Wohnhäuser, der Dorfmarkt – alles ist weg.“ …

Und noch früher berichtete OXFAM, 10. Januar 2017: Versinkt Lagos?
[Link] Sturmfluten toben, wo einst wunderschöner Strand war. Ganze Gegenden werden überschwemmt, der Fischfang leidet: Die Folgen des Klimawandels sind im nigerianischen Lagos drastisch zu spüren. Bis 2050 könnten weite Teile im Meer versinken. Höchste Zeit zu handeln, sagt Chinma George, Klima-Aktivistin aus Nigeria.

Irgendwie kommt einem das alles bekannt vor

Wenn man mit anderen Stichwörtern sucht, erfährt man auch Anderes, was als Ursache für die geschilderten Probleme in Frage kommen könnte:
Ein Moloch im Morast | deutschlandfunkkultur.de 03.06.2010:
… Die 15-Millionen-Metropole Lagos liegt einen Meter unter dem Meeresspiegel. Das könnte der Stadt in Nigeria eines Tages eine Katastrophe bescheren.
… Lagos muss sich für die Fluten der Zukunft rüsten – aber zu spüren ist davon nur wenig. Im Gegenteil: Auf der tiefgelegenen Halbinsel Lekki wird derzeit ein neues Geschäftsviertel gebaut, deutlich unter dem Meeresspiegel. Weder wird hier der Boden aufgeschüttet, noch gibt es entsprechende Bauvorschriften.
Ein großes Problem sind weiterhin die vielen offenen Abwasserkanäle von Lagos. Sie sind meist marode und verstopft – und können die Wassermassen nicht bewältigen. Adewale Agbojo, Umweltexperte der deutschen Heinrich-Böll-Stiftung in Lagos:
„Die Landesregierung von Lagos hat im Laufe der Jahre nicht genug unternommen, um das Abwassersystem in den Griff zu bekommen. Mächtige Leute haben Häuser gebaut, wo Abwasserkanäle verlaufen und sie damit blockiert. Man hat diese Leute gewähren lassen. Wenn es ein funktionierendes Abwassersystem geben würde, wären die Auswirkungen nicht so zerstörerisch.“

Die Topologie von Lagos mit seiner Lage in einem flachen, sandig-morastigem Flussdelta ist geradezu für Senkungen und Strandverlagerungen prädestiniert. Nicht „das Meer hat sich den Strand geholt“, sondern die Strömung hat ihn wieder einmal verlagert – und die Einwohner unglaubliche Mengen davon auch entnommen -:

[4] Einige Experten sagen auch, dass sich die Meeresströmung verstärkt habe. Grund seien Gräben, die sich gebildet haben, als große Mengen Sand vom Meeresboden entnommen wurden, um das Land für die Eko Atlantic City zurückzugewinnen.

Bild 1 Stadtplanausschnitt von Lagos. Quelle: PSLM-Viewer

Inzwischen wird notgedrungen auch in gefährdetsten Gebieten gesiedelt

Das folgende Bild zeigt die Ausweitung der Siedlungsgebiete von Laos alleine von 1990 bis 2011:

Bild 2 (Teilbild) [6] Figure 2.0: (a.) The land use/ land cover map of Lagos, Nigeria between 1990 and 2011 indicating flooded areas.

Der Strand verschwindet und wächst an anderer Stelle

Wenn an einer Küste etwas „untergeht“, findet sich oft ein Einheimischer – oft von einer NGO „geschult“, wenn nicht gleich Mitglied –der/die mit eigenen Augen gesehen haben, wie Küste verschwand „Den Rest habe sich das Meer geholt, erzählt Dorfchef Yusuf Elegushi Atewolara, ein großgewachsener Mann. Dass sich an anderer Stelle Land gebildet hat, passt dann nicht in das Narrativ:

Bild 3 [7] Lagos: Links erweitert sich der Strand, rechts geht er zurück

Meeresspiegel

Wie so oft bei „besonders schlimm vom Klimawandel betroffenen“ Küsten und Inseln, gibt es auch von der Westküste Afrikas fast keine brauchbaren Pegeldaten und um Nigeria herum schlichtweg keine (die übers WEB einsehbar wären). Nicht einmal Verfasser von Studien finden welche. [7] „TIDE In the Unibest model no tidal currents are included because very little data on the alongshore tidal currents are available.“
Dabei hat Lagos alleine sieben Tidenpegelstationen [5]. Aber im PSMSL-Viewer muss man sich mit ebenfalls nicht gerade „hochwertigen“ Pegelverläufen in etwas Entfernung begnügen.

Bild 4 PSMSL-Pegeldaten von Westafrika

Lagos versinkt in seinem Untergrund

Wahrscheinlich würden genauere Verläufe auch zum falschen Schluss führen. Denn die PSMSL-Tidenpegel sind nicht eustatisch korrigiert. Sie zeigen damit zwar die wirkliche Auswirkung an, verschleiern aber deren Ursache. Und bei Lagos ist es – wie bei vielen anderen Küstenstädten auch – das Versinken im weichen Untergrund. Im Gegensatz zu den Zeitungsmedien und NGOs berichten darüber viele Studien:
[7] The coast of Lagos is composed of relatively young sediments that are still subject to natural dewatering and compaction; together with the Eustatic sea level rise this induces a high (relative) sea level rise.
deepl-übersetzt: Die Küste von Lagos besteht aus relativ jungen Sedimenten, die noch der natürlichen Entwässerung und Verdichtung unterliegen; zusammen mit dem eustatischen Meeresspiegelanstieg führt dies zu einem hohen (relativen) Meeresspiegelanstieg.
[8] RESULTS The MT-InSAR results show that Lagos state is subsiding conically at the velocity rates of between
-4.0 to -7.0 mm/yr (
Fig. 4 and 5). The subsidence rate increases centered in Ikeja city to all directions. The most highly industrialized populated areas like Lekki, Badagry, Victoria Island and Lagos south are subsiding at higher rates mostly due to the ocean tide loading and compacting sediments. Moreover this subsidence phenome is connected to the excessive water withdraw and compacting sediments due to heavy structures built and filled areas towards the coast and lagoons.

deepl-übersetzt: Die MT-InSAR-Ergebnisse zeigen, dass sich Lagos kegelförmig mit Geschwindigkeiten zwischen
-4,0 bis -7,0 mm/Jahr senkt (Abb. 4 und 5). Die Senkungsrate steigt vom Zentrum der Stadt Ikeja aus in alle Richtungen an. Die am stärksten industrialisierten und besiedelten Gebiete wie Lekki, Badagry, Victoria Island und Lagos Süd sinken mit höheren Raten, was hauptsächlich auf die Belastung durch die Gezeiten und die Verdichtung der Sedimente zurückzuführen ist. Diese Senkungserscheinung hängt auch mit der übermäßigen Wasserentnahme und der Verdichtung von Sedimenten zusammen, die durch die Errichtung schwerer Bauwerke und die Aufschüttung von Gebieten in Richtung Küste und Lagunen verursacht wird

Bild 5 [9] Lagos, Land-Senkungsraten

[10] The results indicate that the subsidence is a widespread phenomenon in Lagos city, with subsidence rates varying between −2 mm/year and −87 mm/year. The highest subsidence rate was observed around the coastal zones and areas where heavy structures are built on landfills. With the highest rate at present, subsidence has gradually increased in the last 15 years. With the development of indiscriminate groundwater exploitation, urbanization, and rapid population growth, the subsidence rate in Lagos city is likely to rise significantly in the coming years, which, in turn, may further escalate the flood rate and other associated geohazards

deepl-übersetzt: Ergebnisse zeigen, dass Senkungen ein weit verbreitetes Phänomen in der Stadt Lagos sind, wobei die Senkungsraten zwischen -2 mm/Jahr und -87 mm/Jahr schwanken. Die höchste Senkungsrate wurde in den Küstengebieten und in Gebieten, in denen schwere Bauwerke auf Mülldeponien errichtet wurden, beobachtet. Die derzeit höchste Senkungsrate hat in den letzten 15 Jahren allmählich zugenommen. Mit der wahllosen Ausbeutung des Grundwassers, der Verstädterung und dem raschen Bevölkerungswachstum wird die Senkungsrate in Lagos in den kommenden Jahren wahrscheinlich erheblich ansteigen, was wiederum die Überschwemmungsrate und andere damit verbundene Georisiken weiter verschärfen kann.

Fazit

Lagos versinkt also mit einer Rate von 2 … 87 mm/pa im Untergrund. Die Ursachen dafür sind im Wesentlichen hausgemacht. Der Meerespegel steigt im Mittel mit ungefähr 2 mm/pa. Und dieser Anstieg soll die wirkliche Gefahr sein, wie es unsere Medien weismachen wollen. Und die sind sich „sicher“, dass weltweite (extrem teure) CO2-Vermeidung auch Lagos „hilft“, natürlich ergänzt um Klima-Reparationszahlungen aus dem Klimafond.

Bald ist wieder ein Klimagipfel. Mit Sicherheit wird es keinem der irgendwo zwischen 30 … 40.000 extra (auf Spesen) anreisenden, ausgewiesenen Fachpersonen auffallen, wie mit Aussagen zu den schlimmen Auswirkungen des Klimawandels hemmungslos gelogen wird. Wobei unsere „Führungskräfte“ dabei noch herausragen und sich mit solchen Anspruchstellern gegen ihr eigenes Land verbünden, anstelle deren Falschbehauptungen richtigzustellen [15].

[Link] EIKE 10. November 2019: Statt 80 sind plötzlich 300 Millionen Küstenbewohner vom Klimawandel bedroht
[Link] EIKE 14.05.2017: Land unter im Norden ab 2050 – oder: Pünktlich zur Tagung des UN-Klimasekretariats in Bonn steigt der (simulierte) Meeresspiegel verstärkt
Unsere „geballte Intelligenz“ steht mit ihrem „Wissen“ allerdings nicht eine Spur besser da. Während die Eine hemmungslos mit vor Stolz geschwellter Brust den wirklich größtmöglichen Schwachsinn hinausposaunt, sind die zwei Anderen unfähig, es zu erkennen, geschweige darauf zu antworten:
[Link] EIKE, 22. Sept. 2021: Annalena lässt den Meerespegel schnell mal um 7 m steigen – und zwei schauen nur wie bekloppt dabei zu

Anbei ein kleiner Auszug aus den vielen Sichtungen des Autors zum (angeblich) besonders schlimm ansteigenden Meerespegel. Nirgendwo! war ein schlimmer – dem vom Menschen verursachten Klimawandel zuweisbarer – Meerespegelanstieg zu finden, dafür aber viele – oft ganz bewusste – Falschdarstellungen der wirklichen Ursachen:

Weitere „Untergänge“ in West-Afrika

[Link] EIKE 22.11.2021: Klimakrise: Weltkulturerbestadt Saint-Louis (Senegal) versinkt im Meer. Nur ist der Meeresspiegel dort gar nicht gestiegen.
[Link] EIKE 24.06.2017: Wieder versinken ganze Küstenstreifen in den Klimafluten – diesmal in Ghana

Untergänge“ anderswo

[Link] EIKE 18.06.2019: Küstenstädte versinken, (auch) weil das Geld stattdessen zur CO2-Reduktion hinausgeworfen wird
[1] EIKE, Apr 29, 2022: Seit der Klimawandel an jedem Übel schuld ist, kann man sich jede andere Erklärung sparen
[Link]
EIKE, 07. November 2021: Der Untergang von Palau zeigt, was von der Glaubwürdigkeit der politischen Klimaagenda zu halten ist.
[Link] EIKE 24. April 2019: Kiribati versinkt wieder, das ist professionell recherchiert
[Link]
EIKE 16. November 2017: Nochmals Fidji, die eher aufsteigenden, als untergehenden Atolle

Doch auch North-Carolina versinkt im Atlantik

Wenn man schon dabei ist. Auch von North-Carolina hört man wieder eine ähnliche Geschichte. Ganz aktuell fielen zwei Strandhäuser in Carolina dem steigenden Meeresspiegel zum Opfer:
msn nachrichten, 11.05.2022: Steigender Meeresspiegel: Zwei Strandhäuser in North Carolina von den Wellen mitgerissen
Wen rund um die Welt interessiert es wirklich, ob zwei einfache „Strandhäuser“ irgendwo in der Welt versunken sind?
Nun, weil es der schlimme, vom Menschen mit seinem CO2 verursachte Klimawandel war, ist es wichtig. Zudem: Auch „Klimazombies“ sterben wirklich nie.

Eine unserer Öffentlichen wusste Genaueres zu berichten und erzählte, was es in einer „Studie“ fand:
Tagesschau, 16.02.2022: Meeresspiegel an US-Küsten steigt stark an
Die Meere entlang der Atlantikküste sind im 20. Jahrhundert so schnell gestiegen wie seit 2000 Jahren nicht mehr. Ein neuer Bericht zeigt: Es werden Gebiete überschwemmt werden, in denen es das bislang nicht gab.
… Der Meeresspiegel an den amerikanischen Küsten wird in den nächsten 30 Jahren so stark ansteigen wie im gesamten 20. Jahrhundert. Die großen Städte an der Ostküste werden selbst an sonnigen Tagen regelmäßig von kostspieligen Überschwemmungen heimgesucht, warnt ein Regierungsbericht, der nun von der US-Wetterbehörde NOAA und sechs weiteren Bundesbehörden veröffentlicht wurde.
Der Meeresspiegel wird danach um 0,25 bis 0,3 Meter steigen, in Teilen der US-Staaten Louisiana und Texas sogar um 0,45 Meter. „Der Anstieg des Meeresspiegels ist da“, sagte Nicole LeBoeuf, Direktorin der NOAA. Der prognostizierte Anstieg ist besonders alarmierend, da die Meere entlang der Atlantikküste im 20. Jahrhundert so schnell gestiegen sind wie seit 2000 Jahren nicht mehr.
Bestätigt wird das auch durch eine etwas ältere Information direkt aus der betroffenen Gegend:
NATIOAL GEOGRAPHIC, 4. Juli 2018: Wenn das Meer die Stadt verschlingt
… Ein Bericht aus dem Jahr 2010 mahnte bereits an, dass der Meeresspiegel im Bereich von North Carolina bis 2100 um einen Meter ansteigen könnte. Schon heute fallen jedes Jahr etwa 1,8 Meter der Erosion zum Opfer, wie das Ministerium für Umweltqualität von North Carolina angibt.

Dabei sah das doch schon mal ganz anders aus

Als Trump regierte, gab es kurz so etwas wie Vernunft. Und entsprechende Beschlüsse:
EIKE 18.05.2017: Die Amis bleiben beim Klimawandel weiter reserviert, nur in Europa „rennt man damit offene Türen ein“ – oder: In den USA gibt es noch Klimavernunft bei Behörden
EIKE 11.12.2016: Nach Überzeugung der SZ scheinen Milliardäre in Amerika wohl generell etwas „beschränkt“ zu sein: Die Redaktion fand dort schon den zweiten, der nicht fest an den Klimawandel glaubt

Es gibt auch Studien, die anders aussagen:
kaltesonne, 27. Juli 2015: Neue Studie der Durham University verweist Rahmstorfs Sintflutszenarien für North Carolina in das Reich der Fabeln
Laut dieser Studie steigt der Meerespegel bei North-Carolina seit 1845 um unspektakuläre 1,7 mm pro Jahr und das konstant ohne Beschleunigung. Eine aktuelle Pegelnachschau des Autors liegt mit 2,6 mm/pa etwas höher, doch ist das der Pegel inklusive der Landsenkung. Doch selbst das ist recht unspektakulär:

Bild 6 Pegelverlauf Fernandina Beach mit 2,6 mm/pa (seit 1939 ca. 21 cm). Grafik vom Autor aus den PSMSL-Daten erstellt

Was steht im dem von der Tagesschau als „Beleg“ angezogenem Bericht wirklich drin?

Eine NOAA kann doch nicht irren. Braucht sie auch nicht, denn das machen schon ihre Simulationen. Denn nichts anders findet sich darin. Einmal „konstruiert“ die NOAA eine Pegelbeschleunigung und dann simuliert sie diese „beliebig“ in die Höhe:

Bild 7 [11] Pegelverläufe global und für USA

Der Autor hatte in einem früheren Artikel [13] solche Szenarien zusammengefasst und den gemessenen Pegelanstiegen gegenüber gestellt. Erst daran erkennt man die „Betrügereien“ Wahrscheinlichkeiten solcher Simulationsspielereien wirklich:

Bild 8 [13] Pegelverlauf bei Florida von ca. 1897 – 2015, ergänzt um Pegelvorhersagen in einem SZ-Artikel

Das fällt auch der NOAA auf. Sie „darf“ daraus aber nicht die wahrscheinlichen Schlüsse ziehen:

Bild 9 [11]

Vor allem die Angabe (nicht nur) der NOAA (zitiert im Bericht der Tagesschau) „ … sagte Nicole LeBoeuf, Direktorin der NOAA. Der prognostizierte Anstieg ist besonders alarmierend, da die Meere entlang der Atlantikküste im 20. Jahrhundert so schnell gestiegen sind wie seit 2000 Jahren nicht mehr ...“
ist mit ziemlicher Sicherheit (rein persönliche Überzeugung des Autors, die den Fachmeinungen widerpricht) falsch.

In einer Sichtung hat er einst Pegelproxis gegenübergestellt:
[14] EIKE 04.07.2020: Ist die aktuelle Meerespegeländerung im Vergleich mit historischen Zeiten einzigartig?
Das Ergebnis zeigt, dass Pegelproxis rund um die Welt in der Vergangenheit unglaubliche Pegeländerungen aufzeigen und die „amtlichen“ Pegelverläufe daraus (wie beim Temperatur-Hockeystick) durch extremstes Mitteln eine horizontale Gerade erzeugen, die alles aussagen mag, nur nicht die Wahrheit.

Bild 10 [14] Fig. 2. The Late Holocene sea level changes in the Maldives (Mörner, 2007) including 7 transgression peaks in the last 4000 years with 3 peaks in the last millennium.

Im folgenden Bild sind mehrere Pegelproxiverläufe im gleichen Maßstab übereinander kopiert. Entweder hat in der Vergangenheit eine unglaubliche Pegelvariabilität geherrscht, oder die Proxis sind grottenfalsch.

Bild 11 [14] Rekonstruktionsversuch Pegelverlauf der letzten 3000 Jahre. Mehrere Proxiverläufe im gleichen Maßstab vom Autor übereinander kopiert.

Die angeblichen Pegelschwankungen von nur 0 …+10 cm für die letzten 2000 Jahre laut Herrn Prof. Rahmstorf eingezeichnet

Bild 12 [14] Pegelrekonstruktion der letzten 2.500 Jahre nach Prof. Rahmstorf (PIK)

Was die NOAA im Bericht erst am Ende bringt: Auch in Carolina sinkt das Land

Und zeigt es mit dem folgenden Bild welches darstellt, wie sich die Westküste der USA hebt und die Ostküste dafür sinkt:

Bild 13 [12] (Teilbild) Figure 4.8: Comparison of vertical land motion (VLM) rate estimates (mm/year) from a) the scenario-based framework used in this report,

Und die Ostküste sinkt nicht unerheblich:
[12] Hampton Roads, Virginia
… More recently, InSAR rate maps have shown a range of subsidence from about 1 mm to 5 mm/year in the region over the time period from 2014 to present, with locally higher rates

Selbst dem „Spiegel“ fiel das einstmals auf

Was der Tagesschau heute nicht mehr „einfällt“ (und man aktuell bei der NOAA nachlesen kann, so man es will), wusste der Spiegel noch vor einigen Jahren:
SPIEGEL WISSENSCHAFT, 12.09.2017: Überschwemmungen in USA: Der Osten säuft stetig ab
Die Küstengebiete im Osten der USA versinken langsam, aber stetig im Atlantischen Ozean. Hauptursachen sind jedoch weder der Klimawandel noch Stürme – sondern ein Eispanzer vor 20.000 Jahren und Eingriffe des Menschen heute.
… das Problem seien die Küstengebiete selbst: Sie versänken langsam, aber stetig im Atlantischen Ozean – jedes Jahr um bis zu drei Millimeter.
Viele der Städte an der US-Ostküste wurden Ende des 16. oder Anfang des 17. Jahrhunderts gegründet. Heute liegen sie allein aufgrund des Gletscher-Effekts mindestens 45 Zentimeter niedriger als damals, führen die Forscher an. Der steigende Meeresspiegel aufgrund der Klimaerwärmung habe für weitere 15 Zentimeter abwärts gesorgt: 60 Zentimeter in rund 300 Jahren, summieren die Wissenschaftler.

scinexx, : „USA: Land unter auch ohne „Superstürme“ Allmähliches Absinken der US-Ostküste macht Überschwemmungen häufiger
Ursachen: Eiszeit und Grundwasser-Übernutzung
Aber warum sinkt der Untergrund in diesen Küstengebieten so stark und stetig ab? „Für dieses Phänomen gibt es im Wesentlichen zwei Gründe“, erklärt Karegar. Der erste ist geologischer Natur: Während der letzten Eiszeit drückte die enorme Last der Gletscher über dem Norden Nordamerikas das zähe Magma im Erdmantel teilweise zur Seite. Dadurch hob sich die US-Ostküste an. Seitdem das Eis weitgehend geschmolzen ist, schwappt das Magma gleichsam in Zeitlupe wieder zurück und das Land sinkt wieder ab.
Doch dieser geologische Prozess kann maximal ein Drittel der Bodenabsenkung von Virginia bis South Carolina erklären stellten. Der Rest jedoch ist menschengemacht, wie die Forscher erklären. Vor allem die übermäßige Entnahme von Grundwasser führt dazu, dass sich der Untergrund allmählich immer weiter absenkt. „In vielen Gebieten übersteigen die Förderraten schon seit Jahren die natürliche Regeneration der Grundwasser-Reservoire“, so die Wissenschaftler.

Fazit

Auch hier – wie praktisch überall beim Kampf gegen das sich stetig ändernde Klima – stellt sich die Kosten-/Nutzenfrage von CO2-Vermeidungsmaßnahmen. Vielleicht käme darüber eine Diskussion zustande, wenn man die Westküstenbewohner als „Nutznießer“ der vergangenen Eiszeit für deren „Verlierer“ an der Ostküste bezahlen ließe … Mit Sicherheit würde der Pegel an der Ostküste dann noch viel schneller (in Simulationen) ansteigen.

Es kann gar nicht irre genug sein, um nicht bejubelt zu werden

Obwohl so vieles vom über den schlimmen Klimawandel Berichteten einfach nur falsch ist, befeuern ihn unsere Medien immer stärker mit schier grenzenloser Propaganda.

Als Beispiel die Süddeutsche Zeitung in ihrer Wochenendausgabe vom 14./15. Mai 2022 mit fünf großen Klimaalarm-Artikeln:
Omas mit Power: Über die Klimasenorinnen der Schweiz, die ihre Regierung zu mehr Klimaschutz verklagen. „Bauernaufstand“: Über einen Biobauer aus Ostwestfalen der VW wegen seiner CO2-Emission verklagt (Unterstützer: Greenpeace, welche die Anwältin Roda verheyen mit der Klageschrift beauftragt hat)

„Die Zeit der Ausreden ist vorbei – Die deutschen Unternehmen müssen nachhaltig werden … Es ist höchste Zeit, den Klimaschutz ernst zu nehmen.“
„Hinsetzen für den Aufstand“ „Sie stören, blockieren, polarisieren. Ist der Protest radikaler Klimaaktivisten unvernünftig – oder der einzig Vernünftige, damit sich endlich etwas ändert?“: Über die Aktivisten der „Letzte Generation“
Zitat „Irgendwann fährt ein Kleinbus vor, eine Polizistin steigt aus und kniet sich vor Gutmann. Mit einer Spritze injiziert sie eine Flüssigkeit unter ihrer Hand. Fast zärtlich löst sie mit einem Holzspachtel Finger für Finger von der Straße, fragt „Ziept das auch nicht? …
In der folgenden Wochenendausgabe ergänzend ein weiterer, lobender Artikel von Herrn Prantel über die Bewegung „Letzte Generation“ der „Asphaltkleber“.

Quellen

[1] EIKE, Apr 29, 2022: Seit der Klimawandel an jedem Übel schuld ist, kann man sich jede andere Erklärung sparen

[2] msn nachrichten 11.05.2022: Steigender Meeresspiegel: Zwei Strandhäuser in North Carolina von den Wellen mitgerissen

[3] STARS INSIDER 18.05.2022: Lagos: Eine Stadt kämpft gegen den Untergang – Die afrikanische Stadt droht, überflutet zu werden

[4] Meerblick für die Reichen, nasse Füße für die Armen

[5] Nigerian Institute for Oceanography and Marine Research: NATIONAL REPORT ON SEA LEVEL STATUS IN NIGERIA

[6] IBEABUCHI Uwadiegwu at al., April 2018: Coastal Megacities: The Case of Lagos

[7] K.M. van Bentum, January 2012: THE LAGOS COAST Investigation of the long-term morphological impact of the Eko Atlantic City project

[8] Muhammad Umar Mahmud at al.: SUBSIDENCE MONITORING IN THE COASTAL REGION OF NIGERIA USING MULTI TEMPORAL INTERFEROMETRIC SYNTHETIC APERTURE RADAR (MT -INSAR)

[9] University of Lagos, Femi E. Ikuemonisan at al., April 2020: Geostatistical evaluation of spatial variability of land subsidence rates in Lagos, Nigeria

[10] University of Lagos, Femi Emmanuel Ikuemonisan at al., 25. March 2020: Characterisation and mapping of land subsidence based on geodetic observations in Lagos, Nigeria

[11] NOAA 2022 Sea Level Rise Technical Report: Global and Regional Sea Level Rise Scenarios for the United States Section 2: Future Mean Sea Level: Scenarios and Observation-Based Assessments

[12] NOAA 2022 Sea Level Rise Technical Report: Section 4: Use Cases

[13] EIKE 11.12.2016: Nach Überzeugung der SZ scheinen Milliardäre in Amerika wohl generell etwas „beschränkt“ zu sein: Die Redaktion fand dort schon den zweiten, der nicht fest an den Klimawandel glaubt

[14] EIKE 04.07.2020: Ist die aktuelle Meerespegeländerung im Vergleich mit historischen Zeiten einzigartig?

[15] EIKE 13. Juli 2017: Wie viele Unterschriften zum Klimavertrag wurden mit Geldversprechungen gekauft?

 




Elektrofahrzeuge: Überall fangen sie Feuer

H. Sterling Burnett

Anfang März befasste sich der Leitartikel von Climate Change Weekly mit der alarmierenden Tendenz von Elektrofahrzeugen (EVs) und ihren Ladequellen, ohne Vorwarnung Feuer zu fangen. In den letzten Tagen haben auch andere Medien auf diese Neigung von Elektroautos, -motorrädern und -bussen, in Brand zu geraten, aufmerksam gemacht.

Das Western Journal berichtet, dass die französische Verkehrsgesellschaft Régie Autonome des Transports Parisiens alle 149 Elektrobusse ihrer Flotte aus dem Verkehr gezogen hat, nachdem zwei von ihnen im gleichen Monat während des Betriebs spontan explodiert waren. Die Brände brachen in den Batteriepacks auf den Dächern der Busse aus. Glücklicherweise konnten die Fahrer sich selbst und die Fahrgäste aus den Bussen befreien, bevor die Flammen auf den Fahrgastraum und schließlich auf die gesamten Busse übergriffen.

Einige Tage später veröffentlichte das Western Journal einen Bericht über eine wachsende Zahl von Fällen, in denen Akkus, die zum Aufladen von Elektroautos in den Garagen von Hausbesitzern installiert wurden, spontan in Brand gerieten und einen Schaden von Tausenden bis Hunderttausenden von Dollar an den Häusern verursachten. An einem anderen Ort entzündete sich ein batteriebetriebener Motorroller während des Aufladens spontan und setzte einen Wohnkomplex in Brand, berichtet das Western Journal weiter.

CNBC stellte in einem Bericht über das wachsende Phänomen fest: „Es besteht eine besondere Gefahr, wenn E-Fahrzeuge Feuer fangen, weil ihre Lithium-Ionen-Batterien besonders brennbar sind. Elektrische Fahrzeuge mit Lithium-Ionen-Batterien brennen heißer, schneller und benötigen viel mehr Wasser, um sie endgültig zu löschen. … Und die Batterien können sich Stunden oder sogar Tage, nachdem das Feuer zunächst unter Kontrolle gebracht wurde, wieder entzünden, so dass Schrottplätze, Reparaturwerkstätten und andere gefährdet sind“, berichtet CNBC.

In Indien, wo Motorroller ein beliebtes Transport- und Liefermittel sind, gab der Geschäftsführer des indischen Herstellers Ola Electric eine offizielle Warnung heraus, dass seine Motorroller spontan in Brand geraten können. Diese Warnung ging einher mit dem Rückruf von 1.400 Motorrollern, nachdem die indische Regierung eine Untersuchung über deren Sicherheit eingeleitet hatte, nachdem die Akkus in Flammen aufgegangen waren.

Bei der Beantwortung von Fragen auf einer Veranstaltung sagte Ola-Chef Bhavish Aggarwal, die Brände seien „sehr selten und vereinzelt“. Später soll Aggarwal jedoch gesagt haben: „Wird es in Zukunft Vorkommnisse geben? Es könnte sein.“

Die indische Regierung untersucht auch mehrere spontane Brände, die von Motorrollern der Ola-Konkurrenten Okinawa und PureEV verursacht wurden.

Das sieht nicht gut aus und ist kein gutes Zeichen für die Klimaalarm-Elite, die Elektrofahrzeuge als Ersatz für Verkehrsmittel mit Verbrennungsmotoren anpreist. Wenn ein Elektrofahrzeug bei oder nach einem Unfall Feuer fängt, ist das verständlich. Auch Autos mit Verbrennungsmotoren können in solchen Fällen Feuer fangen. Eine ganz andere Sache ist es jedoch, wenn ein Auto im Berufsverkehr, auf der Straße, in einer Garage oder an einer öffentlichen Ladestation spontan Feuer fängt.

Quellen: Western Journal; Western Journal; Economic Times; Climate Change Weekly

Link: https://heartlanddailynews.com/2022/05/climate-change-weekly-435-power-off-grid-operators-expect-more-outages/, dort weiter nach unten scrollen

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Energie weg? Netzbetreiber erwarten weitere Stromausfälle

H. Sterling Burnett

Das Heartland Institute hat wiederholt dargelegt, warum die vorzeitige Stilllegung wirtschaftlich rentabler Kraftwerke und deren Ersetzung durch Wind- und Solarkraftwerke unweigerlich zu höheren Gewinnen für die Versorgungsunternehmen und zu höheren Preisen für die Strom- und Steuerzahler führt. Heartland hat auch wiederholt auf die Umweltschäden hingewiesen, die durch die Umstellung von Kohle und anderen zuverlässigen Energiequellen auf industrielle erneuerbare Energien verursacht werden.

Die dritte katastrophale Folge der politisch erzwungenen und fiskalisch geförderten Umstellung von Kohle (und Kernkraft und Gas) auf industrielle Windkraft, Solarenergie und Batterien ist der Schaden, den sie den Stromnetzen der Nation und verschiedener Bundesstaaten zufügt.

Wie ich in Climate Change Weekly 389 dargelegt habe, zeigen die Erfahrungen aus Europa, Kalifornien und, was mich am meisten erstaunt, aus meinem Heimatstaat Texas, dass die zunehmende Ersetzung von zuverlässiger Kohle- und Atomkraft durch industrielle erneuerbare Energien das Stromnetz unzuverlässiger macht. Diese Politik wird von tugendhaften Gesetzgebern und gewinnsüchtigen Versorgungsunternehmen vorangetrieben.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Ein großes Stromnetz besteht aus zwei Segmenten: Grundlaststrom und Spitzenstrom. Grundlaststrom ist die Mindestmenge an Energie, die das Netz benötigt, um ordnungsgemäß zu funktionieren und gleichzeitig alle Verbraucher, die an einem normalen Tag Strom benötigen, auf Abruf zu versorgen. Damit das Netz funktioniert, muss es einen relativ konstanten Stromfluss aufweisen. Kohle, Kernkraft und zunehmend auch Erdgas haben im letzten Jahrhundert den Grundlastbedarf der Nation gedeckt. Sie arbeiten im Dauerbetrieb und werden vor Ort durch Dieselkessel unterstützt, die bei routinemäßigen Wartungsarbeiten oder Ausfällen Strom liefern.

Spitzenstrom ist der zusätzliche Strom, der benötigt wird, wenn das System mit einer ungewöhnlich hohen Nachfrage konfrontiert ist, in der Regel im Juli und August im Süden und Westen, wenn der Verbrauch von Klimaanlagen zusammen mit den Sommertemperaturen in die Höhe schießt, und von Dezember bis Februar während der kalten Winter in den nördlichen Staaten. Erdgas wird in der Regel als Spitzenstromquelle genutzt, da Erdgasanlagen in großem Maßstab gebaut werden können, der Brennstoff in der Regel nach Bedarf geliefert werden kann und die Anlagen schnell ein- und ausgeschaltet werden können.

Weder Wind- noch Solarkraftwerke können als Grund- oder Spitzenlastkraftwerke eingesetzt werden. Windturbinen erzeugen nur dann Strom, wenn der Wind mit einer bestimmten Geschwindigkeit weht, und die von ihnen erzeugte Leistung schwankt ständig mit den Windböen. Solarenergie liefert nachts oder wenn die Zellen von Schnee, Eis oder Ruß bedeckt sind keinen Strom und an bewölkten Tagen und bei Gewitter weniger Strom. Außer an völlig wolkenlosen Tagen mit klarem Himmel schwankt die von den Solarzellen erzeugte Energie im Sekundentakt mit dem Durchzug der Wolken.

Ein vom Wetter abhängiges Stromversorgungssystem ist eine schlechte Wahl, aber es ist das, was einfältige Politiker in mehreren Staaten vorgeschrieben haben. Die Energieversorgungs-Unternehmen halten sich gerne daran, wenn sie die Umstellung nicht offen fördern, weil sie damit Geld verdienen: Die staatlichen Energieversorgungs-Kommissionen gewähren routinemäßig 10 Prozent oder mehr Rendite auf die Kapitalkosten für Neubauten.

Es scheint, dass auch andere endlich zur Kenntnis nehmen, welchen Schaden die vorzeitige Stilllegung von Kohlekraftwerken in den regionalen Stromnetzen anrichtet. Da in den nächsten sechs Jahren in 14 Bundesstaaten 80 Kohlekraftwerke geschlossen werden sollen, haben mehrere Medien in den letzten Wochen berichtet, dass die Netzbetreiber in diesen und anderen Bundesstaaten davor warnen, dass der Ersatz von Strom aus zuverlässiger Kohle- und Kernkraft durch Strom aus Wind- und Solaranlagen die Zuverlässigkeit der Netze gefährdet und immer häufiger zu gesteuerten und unkontrollierten längeren Stromausfällen führt.

In einem Beitrag auf Fox News sagte John Bear, CEO von MISO, dem Midcontinent Independent System Operator, zuständig für die Verwaltung des Stromnetzes in 15 US-Bundesstaaten und der kanadischen Provinz Manitoba, dass die Umstellung des Stromnetzes zu schnell vorangetrieben wird.

„Ich bin darüber besorgt“, sagte Bear dem Wall Street Journal. „Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass das Aufstellen von Solarmodulen oder Windturbinen nicht dasselbe ist wie eine Wärmequelle“.

Die Chefs des Electric Reliability Council of Texas und des California Independent System Operator (CISO) teilten Bears Bedenken.

„Wir müssen sicherstellen, dass wir über genügend neue Ressourcen verfügen und diese auch in Betrieb nehmen können, bevor wir einige dieser Anlagen stilllegen“, sagte Mark Rothleder, CEO von CISO. „Andernfalls setzen wir uns dem Risiko aus, dass wir nicht genügend Kapazitäten haben“.

Das ist bereits der Fall. Anfang Mai warnten die California Energy Commission, die Public Utilities Commission und der California Independent System Operator, dass sich die Öffentlichkeit auf Stromausfälle in diesem Sommer einstellen müsse. Wenn sich das Ungleichgewicht zwischen Energieangebot und -nachfrage in Kalifornien nicht wesentlich verbessert, wird der Staat bis 2025 „ein Kapazitätsdefizit von etwa 1.800 MW haben“, so die Behörden.

Daniel Turner, geschäftsführender Direktor von Power the Future, erklärte gegenüber Fox Business, dass die staatlichen Regulierungsbehörden alle Pläne zur vorzeitigen Schließung von Kohle- und Kernkraftwerken stoppen und die Wiederinbetriebnahme einiger bereits stillgelegter Kraftwerke in Erwägung ziehen sollten, um die prekäre Lage des amerikanischen Stromnetzes zu verbessern.

„Alle Pläne zur Stilllegung von Kernkraftwerken, Kohlekraftwerken oder Gaskraftwerken müssen vollständig ausgesetzt werden“, sagte Turner. „Viele Kohlekraftwerke und Kernkraftwerke können wieder ans Netz gehen. Sie wurden vielleicht abgeschaltet und stillgelegt, aber sie wurden nicht abgerissen.“

Sie predigen zum Chor, Herr Turner, Sie predigen zum Chor. Hoffen wir, dass die Gemeinde eine Ahnung davon bekommt.

SOURCES: Fox BusinessThe Pipeline; Climate Change Weekly

Link: https://heartlanddailynews.com/2022/05/climate-change-weekly-435-power-off-grid-operators-expect-more-outages/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Operation Klimawandel abwürgen

Paul H. Kupiec

In einem 2020 im Cornell Journal of Law and Public Policy veröffentlichten Artikel beschrieb Graham Steele einen detaillierten Plan zur Nutzung der Befugnisse der Finanzaufsichtsbehörden des Bundes [der USA], um eine neue nationale Industriepolitik ohne Gesetzgebung umzusetzen. Der Plan sah vor, die Befugnisse der Finanzaufsichtsbehörden zu nutzen, um den Fluss von Krediten und Kapital an Unternehmen und Aktivitäten zu beschränken, die Treibhausgasemissionen verursachen.

Der Plan nutzt den Rat für Finanzstabilität (Financial Stability Oversight Council, FSOC), um den Klimawandel zu einem Systemrisiko zu erklären, was wiederum von den FSOC-Mitgliedern verlangt, ihre Regulierungsbefugnisse zu nutzen, um neue Vorschriften zu erlassen, um das angebliche Systemrisiko des Finanzsystems durch den Klimawandel zu mindern.

Die Vorschriften zum Klimawandel würden sich in Form von höheren Eigenkapitalanforderungen für Bankkredite an treibhausgasintensive Unternehmen und Tätigkeiten äußern. Diese höheren Kapitalanforderungen werden mit der Behauptung gerechtfertigt, dass die Faktoren des Klimawandels das künftige Kreditrisikoprofil der betreffenden Kreditnehmer erhöhen.

Steele zufolge werden die Regulierungsbehörden zur Begrenzung der Treibhausgasemissionen auch die Mindestabschläge für Sicherheiten und die Einschussanforderungen bei Kapitalmarkttransaktionen erhöhen und neue Obergrenzen für die Gesamtmenge der Treibhausgasemissionen festlegen, die von Unternehmen emittiert werden dürfen, deren Wertpapiere von Investmentfonds, Pensionsfonds, öffentlichen Investmentgesellschaften und Versicherungsgesellschaften gehalten werden. Diese Obergrenzen könnten Veräußerungen vorschreiben. Diese neuen verschärften regulatorischen Beschränkungen würden für Geschäftspartner aus bestimmten Zielbranchen gelten.

Steele schreibt:

Die Eigenkapitalvorschriften können aktualisiert werden, um die Risikogewichte auf der Grundlage des Klimarisikos zu erhöhen, um das Potenzial für kapitalintensive Verluste aufgrund von finanziellen Klimarisiken widerzuspiegeln. Die Risikogewichte könnten für Kredite und Investitionen in klimawandelbedingte Vermögenswerte sowie für Kreditengagements in Sektoren, die für die Auswirkungen des Klimawandels anfällig sind, erhöht werden. Diese Risikogewichte würden mindestens für alle Finanzierungen in den Branchen gelten, zu denen die 100 Produzenten gehören, die 2017 für 71 Prozent der weltweiten industriellen Treibhausgasemissionen verantwortlich waren, sowie für Agrarunternehmen, die in Gebieten tätig sind, die für Abholzung anfällig sind, um die tatsächlichen Kosten und Risiken der Klimaauswirkungen dieser Investitionen besser zu berücksichtigen.

Die Zeit hat gezeigt, dass dieser Plan die eigentliche Blaupause für die Umsetzung einer wichtigen Komponente der Netto-Null-Politik der Regierung Biden ist.

Eine Kardinalregel der Finanzregulierung besagt, dass man ein Risiko nicht regulieren kann, wenn man es nicht messen kann. Die Risikomessung wird in diesem Fall von der SEC vorgenommen. Ihr Vorschlag vom März sieht vor, dass alle börsennotierten Unternehmen regelmäßig ihre nach dem GHG-Protokoll gemessenen THG-Emissionen der Bereiche 1, 2 und 3 offenlegen müssen. Die Schätzungen der Scope-1- und Scope-2-Emissionen öffentlicher Unternehmen und eventuell auch die Scope-3-Schätzungen müssen von einem geeigneten externen Beratungsunternehmen für den Klimawandel „zertifiziert“ werden. Die Vorschrift, die als Maßnahme zur Befriedigung des Informationsbedarfs einer „verwirrten“ Gemeinschaft von Anlegern im Bereich Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) vermarktet wird, konzentriert sich auf die Offenlegung von Treibhausgasemissionen und vernachlässigt andere Themen, für die sich ESG-Anleger angeblich einsetzen.

Dieser teuflisch destruktive Plan nutzt die zweideutigen Formulierungen des schlecht formulierten Dodd-Frank-Gesetzes, um die Befugnisse der Finanzaufsicht zu missbrauchen, um Unternehmen außerhalb des Finanzsektors zu schädigen, die von der derzeitigen Regierung missbilligt werden, um eine neue nationale Industriepolitik umzusetzen. Der Plan ist ein Missbrauch der Macht der Exekutive, die sich der Befugnisse der ordnungsgemäß gewählten Vertreter im Kongress bemächtigt.

Nach der Finanzkrise von 2008 wurden mit dem Dodd-Frank-Gesetz neue Finanzvorschriften geschaffen, um das „systemische Risiko“ im Finanzbereich zu mindern. Durch ein Versehen oder einen Entwurf definiert das Gesetz jedoch nie das systemische Risiko, obwohl der Begriff 39 Mal in der 849 Seiten umfassenden Gesetzgebung auftaucht.

Das Gesetz verpflichtet die Federal Reserve, neue Vorschriften zu erlassen, um das systemische Risiko großer komplexer Finanzinstitute, die im Gesetz als „systemrelevante Finanzinstitute“ bezeichnet werden, zu mindern. Es erlaubt auch, dass andere Finanzinstitute aufgrund ihrer Unternehmensstruktur, ihrer Aktivitäten oder ihrer Praktiken Quellen von Systemrisiken sein können, wenn sie vom FSOC als solche eingestuft werden.

Da der Begriff „Systemrisiko“ nicht definiert wird, schafft das Gesetz eine Unklarheit, die der FSOC ausnutzen kann, um Institutionen, Aktivitäten oder Praktiken als Quelle von Systemrisiken zu bezeichnen – eine Bezeichnung, die die Finanzaufsichtsbehörden des Bundes dazu verpflichtet, neue Vorschriften zur Minderung des Risikos zu erlassen. Wie geplant hat die Regierung dieses Schlupfloch ausgenutzt, indem sie den FSOC zu dem Schluss kommen ließ, dass der Klimawandel „ein systemisches Risiko für den Finanzsektor“ darstellt.

Bedenken Sie, dass der Kongress der Exekutive oder den unabhängigen Finanzaufsichtsbehörden nie die Befugnis erteilt hat, Nicht-Finanzunternehmen zu regulieren. Die Systemrisiko-Bestimmungen des Dodd-Frank-Gesetzes gelten für bundesstaatlich regulierte Banken, Finanzinstitute und Finanzinstitute außerhalb des Bankensektors, die vom FSOC als „systemrelevant“ eingestuft werden. Letztere müssen Unternehmen sein, die „überwiegend im Finanzbereich tätig sind“.

Der FSOC-Bericht über das Risiko des Klimawandels argumentiert im Wesentlichen, dass die Treibhausgase ausstoßenden Unternehmen die eigentliche Quelle des systemischen Risikos sind. Diese Unternehmen sind jedoch überwiegend nicht finanzieller Natur und unterliegen daher nicht den Bestimmungen des Dodd-Frank Act. Die Regierung umgeht dieses Problem, indem sie argumentiert, dass sie die emissionsintensiven Unternehmen nicht als systemrelevant eingestuft hat, sondern stattdessen festgestellt hat, dass diese Unternehmen ein erhöhtes Kreditrisiko als Folge des so genannten „Übergangsrisikos des Klimawandels“ tragen. Das Übergangsrisiko ist ein hypothetischer Kreditrisiko-Multiplikator in Verbindung mit Treibhausgasemissionen.

Das Übergangsrisiko ist das Risiko, dass die Einnahmen oder Kosten eines Unternehmens durch künftige staatliche Maßnahmen oder Vorschriften (auch als politisches Risiko bezeichnet) oder durch eine verringerte Nachfrage infolge veränderter Verbraucherpräferenzen negativ beeinflusst werden könnten. Das zweideutige Konzept des Übergangsrisikos ist eine reine Vermutung und basiert nicht auf spezifischen historischen Erfahrungen. Das Konzept des hypothetischen Übergangsrisikos könnte auf jedes Unternehmen angewandt werden, um ein beliebiges politisches Ziel zu rechtfertigen.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Stresstests für den Klimawandel sind das bevorzugte „Regulierungsinstrument“ derjenigen, die Greta Thunburgs Zorn und das hypothetische Risiko des Klimawandels fürchten. Bei diesen Stresstests zwingen die Aufsichtsbehörden die Banken dazu, die Verluste abzuschätzen, die ihnen in ferner Zukunft entstehen könnten, wenn der Klimawandel irgendwie das moderne Äquivalent der Plagen des Alten Testaments auslöst, die auf die Ägypter losgelassen wurden.

Die Fed – eine Institution, die immer wieder bewiesen hat, dass sie nicht in der Lage ist, die Inflationsrate oder das BIP-Wachstum für die nächsten drei Monate, geschweige denn für Jahre in die Zukunft vorherzusagen – muss entscheiden, wie hoch die Verluste der einzelnen Banken in diesen hypothetischen Klima-Apokalypse-Szenarien „genau“ sind. Die Fed ist auch der Richter darüber, ob die Bank in Zukunft über genügend Kapital verfügt, um diese fiktiven Verluste aufzufangen.

Die Banken können weder die Annahmen des imaginären Katastrophenszenarios der Fed noch können die Genauigkeit der bankenspezifischen Verlustschätzungen der Fed anfechten, da der Stresstest in der Praxis regelmäßig wiederholt wird und die Fed auch in der nächsten Runde die Regulierungsbehörde der Bank ist.

Wenn wir nach rechtlicher Konvention angebliche Geschwindigkeitsübertretungen nicht verurteilen, wenn die Genauigkeit der Radarmessung nicht bescheinigt wurde, wie können wir dann Banken wegen aufsichtsrechtlicher Übertretungen verurteilen, die auf Schätzungen einer von der Fed durchgeführten ökonometrischen Simulation basieren, deren Genauigkeit nicht objektiv überprüft werden kann? Der gesunde Menschenverstand legt nahe, dass solche Regeln zu willkürlicher und willkürlicher Machtausübung einladen, und in der Tat haben die Gerichte diese vernünftige Ansicht bestätigt.

Im Jahr 2014 stufte der FSOC das Unternehmen MetLife Inc. auf der Grundlage einer hypothetischen Stresstestanalyse als systemrelevantes Nichtbanken-Finanzinstitut ein. Das FSOC argumentierte, dass MetLife einen bankenähnlichen Ansturm seiner Versicherungsnehmer erleben könnte, sollten diese das Vertrauen in das Unternehmen verlieren. Dieser Ansturm könnte den Konkurs des Unternehmens auslösen und zu weitreichenden Verlusten für andere Finanzinstitute führen.

Obwohl es keine historischen Beweise dafür gab, dass ein Versicherer, der MetLife ähnlich ist, jemals eine solche Katastrophe erlebt hat, weil die Versicherungsnehmer nicht wie Bankeinleger funktionieren, bestand der FSOC darauf, dass diese Geschichte ein schlüssiger Beweis dafür sei, dass MetLife ein systemisches Risiko für den Finanzsektor darstelle. MetLife wehrte sich gegen die Einstufung unter Berufung auf das Verwaltungsverfahrensgesetz und setzte sich erfolgreich durch, als das Gericht die Entscheidung als willkürlich und unberechenbar einstufte.

Die Nutzung des Übergangsrisikos im Zusammenhang mit dem Klimawandel zur Verhängung außergesetzlicher regulatorischer Sanktionen gegen bestimmte Branchen und Aktivitäten wiederholt den Missbrauch der Finanzregulierungsbefugnisse durch eine frühere demokratische Regierung. In der illegalen „Operation Choke Point“ tat sich das Justizministerium der Obama-Regierung mit der FDIC unter dem Vorsitzenden Martin Gruenberg zusammen, um Banken unter Druck zu setzen, ihre Geschäfte unter anderem mit Waffengeschäften, Zahltagskreditgebern und legalen Anbietern von Feuerwerkskörpern und Pornografie einzustellen. Begründet wurde dies damit, dass diese Unternehmen mit hoher Wahrscheinlichkeit in Geldwäsche und andere betrügerische Aktivitäten verwickelt seien. Die Behörden argumentierten, dass eine Bank, wenn diese Aktivitäten aufgedeckt werden, einen Imageschaden erleidet, der sich negativ auf ihr Geschäft auswirken könnte, und dass sie mit behördlichen Sanktionen wegen Verstoßes gegen die Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche rechnen muss.

Als die Rechtmäßigkeit der Operation Choke Point vom Kongress in Frage gestellt wurde, stellte das DOJ die Operation ein. Eine Gruppe von Zahltagskreditgebern verklagte daraufhin die FDIC mit dem Argument, die FDIC habe die aufsichtsrechtlichen Leitlinien zum Reputationsrisiko rechtswidrig als Dreh- und Angelpunkt für eine Kampagne mit regulatorischem Druck in Hinterzimmern verwendet, um die Banken zu zwingen, langjährige, für beide Seiten vorteilhafte Beziehungen zu allen Zahltagskreditgebern zu beenden. „Ein Bundesgericht in Washington lehnte den Antrag der FDIC auf Abweisung der Klage ab, und die Kläger erzielten einen Vergleich, in dem die FDIC einräumte, dass „bestimmte Mitarbeiter in Bezug auf Zahltagskreditgeber in einer Weise gehandelt haben, die mit den Richtlinien der FDIC unvereinbar ist…“.

Wie dieser historische Missbrauch des schlecht definierten Konzepts des „Reputationsrisikos“ ist auch die Verwendung des Übergangsrisikos im Zusammenhang mit dem Klimawandel als Rechtfertigung dafür, dass Unternehmen, die an Aktivitäten beteiligt sind, die zwar legal sind, aber von der derzeitigen Regierung missbilligt werden, keine Kredite und kein Kapital mehr erhalten, ein Missbrauch von Regulierungsbefugnissen.

Mir sind drei rechtliche Möglichkeiten bekannt, die genutzt werden könnten, um neue Finanzvorschriften zum Klimawandel anzufechten, die darauf abzielen, Kredite und Kapital für Treibhausgas-intensive Unternehmen zu blockieren.

Der schnellste und einfachste Weg, um neue Regelungen zum Systemrisiko Klimawandel zu kippen, wäre die Verabschiedung einer Missbilligungs-Resolution durch den Kongress, die sich auf seine Befugnisse im Rahmen des Congressional Review Act stützt. Wenn innerhalb eines kurzen Zeitraums nach Veröffentlichung der endgültigen Verordnung 30 Senatoren eine Petition unterzeichnen, um die Missbilligung zu erwägen, ist die Debatte über den Antrag begrenzt, und die Resolution würde im Senat zur Abstimmung gestellt. Sollte die Resolution auch das Repräsentantenhaus passieren, ist die Unterschrift des Präsidenten erforderlich, um die Verordnung aufzuheben.

Sollten die Republikaner die Zwischenwahlen gewinnen, könnte der 118. Kongress ein neues Gesetz verabschieden, das alle neuen, auf Emissionen ausgerichteten Finanzvorschriften der Regierung aufhebt. Auch hier müsste das Gesetz vom Präsidenten unterzeichnet werden, bevor es in Kraft treten kann. Es liegt auf der Hand, dass beide Ansätze des Kongresses unter Präsident Biden kaum Aussicht auf Erfolg haben.

Wie MetLife gezeigt hat, kann eine FSOC-Entscheidung zum systemischen Risiko auch erfolgreich nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz angefochten werden. Dies ist natürlich zeitaufwändig, mit erheblichen Kosten für den Kläger verbunden und setzt voraus, dass der Kläger über eine Klagebefugnis verfügt. Ich überlasse es den Experten, darüber zu diskutieren, wer in dieser Situation klageberechtigt sein könnte. Dennoch bleibt der Punkt, dass der FSOC geschlagen werden kann.

This piece originally appeared at aier.org and has been republished here with permissio

Link: https://cornwallalliance.org/2022/05/operation-climate-change-choke-point/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE