„Der Strombedarf in Deutschland schwankt über den Tag. Und das Schöne ist, die Solarenergie, die zum Beispiel, schwankt nicht“ …

Helmut Kuntz

Sagte ein Abgeordneter der SPD im Bundestag. Wer früher ins Kabarett ging, um pointierte Darstellungen des alltäglichen Wahnsinns zu erleben, findet inzwischen eine Alternative in diesem hohen Haus. Was Politiker im dortigen Plenum inzwischen an Schwachsinn von sich geben, übertrifft teilweise, was Kabarettisten sich trauen würden. Anbei ein Beispiel dafür.

Und die erneuerbaren Energien sind intelligent

Ging es in der Rede weiter, welche der SPD-Abgeordnete Robin Mesarosch im Bundestag hielt und damit zeigte, warum die Vernichtung des weltweit besten und trotzdem bezahlbaren Energiesystems unstoppbar weitergehen wird.
Neben erschütternder Unkenntnis über elektrische Energieversorgung, davon aber arrogant viel, gewinnt man den Eindruck, wenn nicht schon im Gange, müsste es alleine schon deshalb zerstört werden, weil die AfD ein funktionierendes wünscht.

Interessant daran ist nicht (nur) der viele, gesagte Schwachsinn über Energieversorgung, welcher stark an Claudia Kemfert – im weiteren Sinn ein Double von Claudia Roth auf dem Sektor Energie (rein private Meinung des Autors)- erinnert, sondern wer alles dazu auch noch applaudiert.
Alleine dies führt schon zu der Wahrnehmung, dass da vorne nicht ein einzelner, Unwissender, dafür randvoll mit Ideologie Vollgestopfter steht, sondern die vielen dahinter einen der Ihren vorgeschickt haben (Anmerkung: rein private Meinung des Autors).
Der bescheuertste Ausschnitt seiner Rede ist auf YouTube zu sehen, Link: „Die Solarenergie schwankt nicht“,
vollständig lässt sich der gesammelte Unsinn im Bundestagsprotokoll nachlesen.

Fachperson der Energieversorgung

Über diese Fachperson der Energieversorgung ist zu erfahren, dass er ein Vorläufer von Greta sein könnte, denn auch seine Karriere begann mit einem Bildungsstreik:

Bild 1 Robin Mesarosch vorneweg beim Bildungsstreik. Quelle: Seine Homepage

Mit welcher Ausbildung wird man Referent über Energie im Bundestag, wo die politische Führungselite Deutschlands zuhört und zu überzeugen ist? Google meldet:
Abgeordneter Robin Mesarosch, SPD. Studierte zuerst Kommunikation an der HdM in Stuttgart, später Philosophie und Geschichte in Berlin. Ob mit Abschluss, ist nicht zu erfahren. Er ist ein ganz großer Poetry Slam-Künstler und leitete seit dem Alter von 19 Jahren Wahlkämpfe:
Seine Homepage: vor allem habe ich mich in jeden Wahlkampf geworfen. Schon bei der nächsten Landtagswahl habe ich den Online-Wahlkampf für die SPD in Baden-Württemberg geleitet. Bei der anschließenden Bundestagswahl habe ich Martin Schulz als Referent durch ganz Deutschland begleitet. Seitdem war ich in unterschiedlichen Funktionen für den Parteivorstand, die Bundestagsfraktion, Andrea Nahles, Heiko Maas und mehrere Abgeordnete aus Baden-Württemberg tätig.
Seinen eigenen Wahlkampf als Direktkandidat hat er verloren, kam über die Liste dann aber doch noch ins Parlament.

Rede eines Poetry Slam-Dichters im Bundestag über Energie. Das Protokoll

Plenarprotokoll 20/63 Deutscher Bundestag – 20. Wahlperiode – 63. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 20. Oktober 2022

Robin Mesarosch (SPD):
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Wer in dieser krisengeschüttelten Welt langfristig sicher Strom aus der Steckdose bekommen will, braucht die Energiewende und braucht 100 Prozent erneuerbare Energien.

(Beifall bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN –
Dr. Rainer Kraft [AfD]: Funktioniert ja so wunderbar!)

Die AfD will anscheinend über die Energiewende reden, so wie ich ihren Antrag lese. Deswegen sage ich:
Reden wir über die Energiewende. Das mache ich gern. Es ist nur schade, finde ich, dass Sie intellektuell immer bei der Erkenntnis stehen bleiben, dass – Überraschung! – nachts die Sonne nicht scheint und manchmal kein Wind weht. Deswegen behaupten Sie: Die Energiewende kann nicht funktionieren, weil es Solaranlagen und weil es Windkraftanlagen gibt. Danke, sage ich, dass Sie mir die Zeit schenken, dass ich hier das Gegenteil erklären darf.

Wo Sie sich immer irren, ist bei dem Begriff „Grundlast“.
(Dr. Rainer Kraft [AfD]: Da sind wir gespannt auf die Erklärung!)
Den verwenden Sie falsch, und Sie lassen sich davon in die Irre führen. Sie sagen: Die erneuerbaren Energien seien nicht grundlastfähig. Das ist teils falsch und, wie gesagt, teils irreführend. Der Begriff ist hier gar nicht relevant.

(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)

Ich will Ihnen erklären, was entscheidend ist. Entscheidend ist, dass in unserem Stromnetz immer so viel Strom ist, wie wir in dem entsprechenden Moment verbrauchen.
(Karsten Hilse [AfD]: Richtig!)
Das ist wichtig. Dem Stromnetz ist es erst einmal egal, aus welchem Kraftwerk dieser Strom kommt, ob das jetzt grundlastfähig ist oder nicht. Also müssen wir uns die Frage stellen: Können wir in Zukunft mit erneuerbaren Energien immer genügend Strom ins Netz kriegen? Die ganz kurze Antwort ist: Ja.
Übrigens, der Strombedarf in Deutschland – auch das vernachlässigen Sie immer mit Ihrem ausgeprägten Schwarz-Weiß-Denken
„Die Sonne scheint, die Sonne scheint nicht“ – schwankt über den Tag. Das Schöne ist:
Die Solarenergie zum Beispiel schwankt nicht.

(Dr. Rainer Kraft [AfD]: Was?)
Wir brauchen nachts deutlich weniger Strom als tagsüber, und das vernachlässigen Sie permanent.

(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN –
Karsten Hilse [AfD]: Wer hat Ihnen denn den Mist aufgeschrieben?)

Dann kommen Sie noch mit Ihrem Winter. Da sage ich:
Ja, im Winter scheint die Sonne weniger, aber dafür weht im Winter mehr Wind.
(Lachen des Abg. Karsten Hilse [AfD])
Die erneuerbaren Energien sind, wenn ich das sagen darf, intelligenter als Sie,
(Timon Gremmels [SPD]: Das ist auch nicht schwer!
und deswegen ist das Problem kleiner, als Sie das immer darstellen.

(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)

Natürlich gibt es da noch eine Herausforderung; auf die will ich auch eingehen.
Man könnte jetzt fragen – und das tun Sie ja auch –: Na ja, ist es nicht einfacher, überall AKWs und Kohlekraftwerke ans Netz zu hängen, die dann immer irgendwie – was auch nicht stimmt – zuverlässig Energie ins Netz pumpen? Ich sage Ihnen:
Erstens. Einfacher ist nicht immer besser. Die fossilen Energien und die Atomkraft sind teuer. Die günstigste Art, Energie zu erzeugen, sind die erneuerbaren Energien.
(Dr. Rainer Kraft [AfD]: Oh mein Gott!)
Zweitens. Die fossilen Energien zerstören unseren Planeten. Atommüll strahlt. Das passiert uns mit erneuerbaren Energien nicht.
Drittens. Die fossilen Energien machen uns abhängig, häufig von Diktaturen.
Viertens – da kommt wieder Ihr Fetisch der Grundlastfähigkeit ins Spiel –: Die Atomkraftwerke grätschen uns gerne in die erneuerbaren Energien rein. Das tun sie, weil wir Atomkraftwerke nicht einfach an- und ausschalten können. Was wir stattdessen machen müssen, ist, die Erneuerbaren vom Netz zu nehmen. Das ist dämlich, weil die ja viel günstiger als das sind, was Sie da laufen lassen wollen.

(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Sie reden über Ideologie; dabei haben wir die intelligente Lösung. Sie haben den Fetisch „Grundlastfähigkeit“, dabei haben Sie den Begriff noch gar nicht verstanden.
(Stephan Brandner [AfD]: Sie sagen aber oft „Fetisch“! Was ist mit Ihnen los?)
Ich habe also gezeigt: Es lohnt sich, ein Netz mit 100 Prozent erneuerbaren Energien zu betreiben.

Vizepräsident Wolfgang Kubicki:
Herr Kollege, erlauben Sie eine Zwischenfrage?
Robin Mesarosch (SPD):
Nein, ich möchte die Frage nicht erlauben. Danke.
Jetzt ist die Frage: Geht das überhaupt? Ich möchte Antworten geben. Die kurze Antwort auf die Frage „Kann man ein Netz mit erneuerbaren Energien betreiben?“ ist: Ja. Die lange Antwort passt nicht in diese Rede, weil Energieversorgung komplexer ist als die Parolen, die Sie permanent raushauen. Deswegen die mittellange Antwort: „Grundlast“ ist hier nicht der relevante Begriff.
Googeln Sie lieber „Residuallast“. Dabei geht es um das Delta zwischen Solar- bzw. Windenergie und der Energie, die wir sonst noch brauchen.

(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Aber Sie vergessen dann, dass wir Pumpspeicherkraftwerke haben, dass wir Wasserkraft haben und dass wir in Zukunft – und das müssen wir eben tun – auch mit Grünem Wasserstoff Energie ins Netz speisen.

(Beifall bei Abgeordneten der SPD)

Es muss jetzt darum gehen, Netze intelligent zu betreiben.
Deswegen – das sage ich auch an die CDU/CSU –: Es geht nicht um den Gratismut, sich selber ein bisschen halbherzig das Etikett „Energiewende“ ans Revers zu heften. Die Energiewende funktioniert nicht, wenn es mal genehm ist und es keine Bürgerinitiative gibt, die dagegen ist, ein Windkraftrad oder eine Photovoltaikanlage aufzustellen. Wir brauchen genügend Netze dafür.
Wenn wir Strom in Zukunft intelligenter verteilen müssen, brauchen wir andere Netze. Wir haben – Stand heute; das ist auch an Ihre Adresse gerichtet – Strom, den wir wegregeln müssen, den wir gar nicht ins Netz reinkriegen.
(Dr. Rainer Kraft [AfD]: Na, weil ihn keiner braucht!)
Deswegen gehört zur Energiewende, dass wir die Netze ausbauen. Folglich sollten konservative Ministerpräsidenten aufhören, den Netzausbau auszubremsen.

(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der FDP)

Ich habe Ihnen gezeigt, dass wir 100 Prozent erneuerbare Energien brauchen, und ich habe gezeigt, dass wir so unsere Energieversorgung sichern können.
Ist also alles gut? Nein. Die Umstellung, das ist das Harte, das kostet Geld, da ändern sich Geschäftsmodelle.
Umstellung ist immer hart. Aber es hilft halt nicht, sie aufzuschieben; denn wenn wir sie aufschieben, wird sie nur noch härter.

(Beifall der Abg. Dr. Nina Scheer [SPD])

Also müssen wir jetzt umstellen.
Was Sie auch durcheinanderbringen: Der Krieg, den wir erleben, die Situation, die Energiekrise, das hat erst mal nichts mit der Energiewende zu tun.
(Dr. Rainer Kraft [AfD]: Nein!)
Also hören Sie auf – das ist meine Bitte –, das durcheinanderzubringen. Hören Sie auf, diese Panik zu verbreiten. Denn für das, was Sie ankreiden, haben Sie ja selber keine Lösungen. Und: Unterstützen Sie die Energiewende. Wenn wir das klug machen – deswegen braucht es kluge Leute dafür –, können wir das schaffen.

Vizepräsident Wolfgang Kubicki:
Kommen Sie bitte zum Schluss.
Robin Mesarosch (SPD):
Behalten Sie die Hoffnung, auch wenn die Sonne abends untergeht. Ich kann Ihnen sagen: Sie geht auch wieder auf.

(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)

Vizepräsident Wolfgang Kubicki:
Vielen Dank, Herr Kollege. – Bevor ich der Kollegin Uhlig als letzter Rednerin das Wort erteile: Die AfD hat
um eine Kurzintervention gebeten. Herr Kollege Hilse, Sie haben das Wort.
Karsten Hilse (AfD):
Vielen Dank, Herr Präsident, dass Sie die Kurzintervention zulassen. – Also, die Rede strotzte ja vor Blödsinn,
(Zurufe von der SPD: Hey, hey, hey!)
zum Beispiel, als gesagt wurde, dass es bei der Solarenergie keine Schwankungen gibt; aber ist ja egal …

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Nachtrag

Wieder auf YouTube hat jemand die vollständige Rede dieses arroganten Zappelphilipps parallel mit realen Energiedaten visualisiert und höflich, aber treffend kommentiert. Lohnt das Ansehen.

YouTube-Link: https://www.youtube.com/watch?v=mkxfn1q0oeY

 




Klimazensoren und ihre gefälschten Faktenchecks, bezahlte Vertreter

H. Sterling Burnett

Die Reaktion der Klima-Alarmisten, wenn die Fakten nicht in das Bild passen, das sie seit zwei Jahrzehnten verbreiten, besteht darin, die Fakten zu unterdrücken, indem man die Überbringer der Fakten umbringt. Heute tötet man die Überbringer unbequemer Wahrheiten nicht mit einer Axt im Nacken, sondern indem man sie diskreditiert.

Die Klimazensoren beginnen damit, Beiträge zu drosseln oder zu kennzeichnen, mit denen sie nicht einverstanden sind, und schränken damit die Möglichkeit anderer ein, ungeschwärzte Beiträge auf Facebook, Twitter und anderen sozialen Medienplattformen zu teilen. Wenn dies die Klimarealisten nicht davon abhält, auf Beweisen gestützte Behauptungen zu posten, die auf eine unbedenkliche Klimazukunft hindeuten, entziehen die Social-Media-Giganten ihnen die Möglichkeit, ihre Online-Aktivitäten zu monetarisieren. Wenn diese ersten beiden Zensurversuche die Realisten nicht dazu zwingen, sich der Parteilinie anzuschließen oder zumindest ihre Klimapostings selbst zu korrigieren, wendet Big Tech die Todesstrafe an. Die Zensoren der Unternehmen verbannen sie zunächst vorübergehend und dann, wenn sie erneut die Wahrheit sagen, lebenslang von einer oder allen großen Online-Plattformen für soziale Medien.

Die größten Social-Media-Unternehmen befinden sich im Besitz einiger weniger Unternehmen oder Einzelpersonen. Facebook/Meta, Instagram, WhatsApp, LinkedIn, Twitter, YouTube und TicTok befinden sich im Besitz oder unter der Kontrolle von weniger als einem halben Dutzend Einzelpersonen – wobei letztere im Verdacht steht, von der Kommunistischen Partei Chinas kontrolliert zu werden. Diese Online-Plattformen sind de facto zum öffentlichen Platz für Diskussionen geworden. Sie agieren als Oligopolisten oder Monopolisten, und wenn Konkurrenten auftauchen, verschlingen sie diese schnell.

In jeder anderen Branche hätten die staatlichen Regulierungsbehörden, vor allem die Federal Trade Commission, viele der Fusionen, die im Bereich der sozialen Medien stattgefunden haben, niemals zugelassen. Die Unternehmen würden zerschlagen werden. Schließlich kontrollieren diese wenigen Unternehmen einen größeren Anteil am Social-Media-Markt als Standard Oil am Ölmarkt, bevor die Regierung das Unternehmen auflöste.

Es ist schon schlimm genug, wenn Big Tech mit Hilfe oder Ermutigung der [US-]Bundesregierung politische oder soziale Ansichten zensiert, die von der Gedankenpolizei als beleidigend oder gesellschaftlich inakzeptabel angesehen werden. Noch schlimmer für die Gesellschaft ist es, wenn diese multinationalen Giganten Menschen dafür bestrafen, dass sie Wahrheiten aussprechen oder auf Fakten hinweisen, die die Behauptungen angeblicher oder selbst ernannter Experten zu Themen, die weit entfernt von „gesicherter Wissenschaft“ sind, untergraben oder unbequem in Frage stellen. Wissen wird nur dann weiterentwickelt, wenn es eine freie Debatte über umstrittene Tatsachenbehauptungen gibt.

Die Unterdrückung von Fakten, die die Regierung und die fortschrittlichen Aktivisten nicht diskutieren oder erörtern wollten, war während und nach der Wuhan-Virus-Pandemie nur allzu offensichtlich. Die Diskussion über den Ursprung des Virus‘ wurde im Internet als beleidigend oder rassistisch unterdrückt, obwohl die Frage, wo oder wie ein Virus entsteht, ein Faktum ist, das nichts mit Rasse zu tun hat, und die Frage offen für Debatten oder Entdeckungen war und, soweit ich das beurteilen kann, immer noch ist.

Noch schlimmer war die Unterdrückung und Zensur der Diskussion über die Wirksamkeit einer Vielzahl möglicher medizinischer Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus‘, die Wirksamkeit der zur Vorbeugung entwickelten Impfstoffe und die möglichen Gefahren von Nebenwirkungen der schnell zugelassenen, wenig untersuchten Impfstoffe. Die Urteile und Entscheidungen von Tausenden von Medizinern wurden online zensiert oder unterdrückt, obwohl viele der von ihnen vorgeschlagenen Behandlungen die schlimmsten Auswirkungen der Krankheit wirksam zu lindern oder zumindest zu unterdrücken schienen.

Die Zeit und die Erfahrung haben gezeigt, dass die von vielen Ärzten und Forschern geäußerten Bedenken, ob die Impfstoffe, wie von den offiziellen Gesundheitsbehörden behauptet, die Menschen vor einer Ansteckung mit dem Virus schützen würden, berechtigt waren. Die Zeit und die Erfahrung haben auch gezeigt, dass die Bedenken über mögliche Nebenwirkungen der Impfstoffe berechtigt waren. Die Giganten der sozialen Medien unterdrückten diese Tatsachen schamlos und mit Unterstützung der Regierung und spielten sich als Schiedsrichter der Wahrheit über die Pandemie und die Reaktionen darauf auf.

Während der Pandemie lernten die Gesundheitsexperten, was Wissenschaftler und Analysten, die über den Klimawandel diskutieren, schon lange wissen: Die Wahrheit ist kein Schutz gegen die Zensur durch Big Tech.

Der Fall von Gregory Wrightstone, dem Geschäftsführer der CO2-Coalition, ist in diesem Punkt sehr aufschlussreich. Wie in Beiträgen auf dem Blog der CO2-Coalition und in verschiedenen Nachrichtenartikeln beschrieben, wurden Wrightstone und Wissenschaftler, die mit der Koalition in Verbindung stehen, dauerhaft von LinkedIn verbannt; ihre Beiträge wurden von Facebook gedrosselt, zensiert oder verboten; und sie wurden daran gehindert, überhaupt ein Konto bei Instagram zu eröffnen. Wrightstones Gedankenverbrechen bestand darin, darauf hinzuweisen, dass eine Erhöhung des Kohlendioxidgehalts die positive Wirkung hat, das Pflanzenwachstum anzukurbeln, was unter anderem zu einer Steigerung des Pflanzenwachstums geführt hat, wodurch Hunger und Unterernährung weltweit verringert wurden. Wrightstone und andere Wissenschaftler der CO2-Coalition besaßen auch die Kühnheit darauf hinzuweisen, dass viele der Behauptungen, der Klimawandel führe zu intensiveren oder häufigeren extremen Wetterereignissen, durch offizielle Regierungsdaten und die Ergebnisse des IPCC widerlegt wurden. Dies sind unbestreitbare Tatsachen. Doch weil die Zensoren der Social-Media-Giganten „nicht mit der Wahrheit umgehen können“, wurden Wrightstone und die CO2-Coalition daran gehindert, in der modernen Öffentlichkeit über den Klimawandel zu sprechen.

Es gibt Beweise dafür, dass die Konzernmedien gut dafür bezahlt werden, Klimafakten zu unterdrücken. Anfang dieses Jahres verkündete die Associated Press, eine angeblich unabhängige Nachrichtenorganisation stolz, dass sie von einer Gruppe klimabegeisterter Stiftungen Mittel in Millionenhöhe erhält, um regelmäßiger und ausführlicher über den Klimawandel zu berichten.

„Diese weitreichende Initiative wird die Art und Weise, wie wir über den Klimawandel berichten, verändern“, gab Julie Pace, Senior Vice President und Chefredakteurin von AP, in der Pressemitteilung zu, in der das Förderprogramm angekündigt wurde. Das will ich glauben!

„Die Berichterstattung der Medien über den Klimawandel ist auf einen neuen journalistischen Tiefpunkt gesunken“, kommentierte Mark Morano von Climate Depot die Ankündigung von AP. „Die Mainstream-Medien, angeführt von der Associated Press, geben jetzt öffentlich zu, dass sie in ihrer Berichterstattung über den Klimawandel“ nur noch nachplappern.

Kürzlich tauchten die gleichen Argumente zum Thema Hurrikane in mehreren Berichten innerhalb weniger Tage in zahlreichen angeblich unabhängigen Medien auf. In diesen „Nachrichten“ wurden die Tweets von Steve Milloy, dem Gründer und Herausgeber von JunkScience.com, direkt oder in verschleierter Form kritisiert. Milloys Enthüllungen über fehlerhafte, irrige und geradezu betrügerische wissenschaftliche Behauptungen plagen die Verfechter von Angstgeschichten über die Umweltapokalypse seit 1996.

Es scheint, dass AP, Agence France-Press (AFP) und andere Mainstream-Medien endlich genug haben und Milloy in koordinierter Weise ins Visier nehmen. Nach dem Hurrikan Ian und den zahlreichen Berichten, die ihn fälschlicherweise mit dem Klimawandel in Verbindung brachten, twitterte Milloy am 29. September: „Kein Trend bei landenden Hurrikanen in Florida seit 1903“, „Nicht in der Häufigkeit. Nicht in der Intensität. In gar nichts! Climate is a hoax.“

Zugegeben, „Klima ist ein Schwindel“ mag übertrieben und die Bedeutung für einige unklar gewesen sein. Nichtsdestotrotz erkannten AP, AFP und andere, dass Milloys Tweet eine prägnante und wirksame Breitseite gegen die Behauptung war, Hurrikan Ian sei durch den Klimawandel verursacht oder verschlimmert worden, und gegen die allgemeinere Behauptung, der Klimawandel verursache häufigere oder schwerere Hurrikane. Die verfügbaren Daten und die von Fachleuten geprüfte Forschung, die in Dutzenden von Beiträgen in Climate Realism und Climate Change Weekly zitiert werden, beweisen, dass Milloys Behauptungen richtig sind. Die Fakten sind auf seiner Seite. Selbst als sich der Planet leicht erwärmt hat, haben die Hurrikane weder an Zahl noch an Stärke zugenommen. Einige Daten deuten sogar darauf hin, dass die Zahl der Wirbelstürme rückläufig sein könnte. Dies sind leicht zu bestätigende Fakten.

Fakten über Hurrikane schienen AP und AFP nicht wichtig zu sein, als sie ihre so genannten Faktenchecks von Milloys Tweets durchführten. Anstatt Daten über Hurrikane zu liefern oder auch nur den jüngsten Bericht des Weltklimarats der Vereinten Nationen über Hurrikane zu zitieren, zitierten die dubiosen Journalisten ausgewählte Experten, führten Anekdoten an und stellten schnell eine „Attributions“-Recherche an, um zu behaupten, Milloys Behauptungen seien falsch oder irreführend.

Die Beweise zeigen eindeutig, dass diejenigen, die Milloys Tweets angreifen, die Öffentlichkeit in die Irre führen. Die Daten beweisen es. Welchen Grund könnten die Medienunternehmen also haben, Fakten über Hurrikane zu ignorieren, um die Behauptungen eines einzelnen Analysten zu verleumden, wenn nicht, um den Big Brother-Klimazensoren der sozialen Medien zu signalisieren, ihn von ihren Plattformen zu verbannen?

Die Behandlung legitimer wissenschaftlicher Debatten und die Unterdrückung von Fakten über den Klimawandel durch wissenschaftliche Zeitschriften, die großen Medienkonzerne und die Mogule der sozialen Medien stellen einen Tiefpunkt des öffentlichen Diskurses dar, wie es ihn vielleicht seit den Tagen des Lysenkoismus in der Sowjetunion und davor der Verfolgung von Galilei durch die katholische Kirche nicht mehr gab. Wir können nur hoffen, dass die sozialen Mediengiganten Milloy oder andere wie ihn nicht verbieten.

Es wäre besser, wenn diese Mediengiganten ihre Richtlinien für die Moderation von Redebeiträgen auf ihren Plattformen überdenken und vielleicht ihre Factchecking-Funktionen ganz einstellen würden. Man muss sich freiwillig anmelden, um die Beiträge von Einzelpersonen oder Gruppen auf Facebook, Twitter, Instagram, TikTok, YouTube oder LinkedIn zu erhalten. Sie werden nicht unaufgefordert gesendet. Wenn Sie sich mit einer Person verlinken, mit ihr befreundet sind oder ihr folgen, deren nachfolgende Beiträge Sie beleidigen, können Sie sie einfach aus Ihrer Kontaktliste löschen. Alternativ oder zusätzlich können Sie auf den Beitrag auf sozialen Medienplattformen mit Ihrem eigenen Standpunkt oder Tatsachenbehauptungen antworten und erklären, warum die ursprüngliche Aussage irreführend, falsch oder unwahr ist – und vielleicht verdiente Kritik von interessierten Parteien erhalten.

In seinem zu Recht gepriesenen Buch On Liberty schrieb John Stuart Mill:

Wenn alle Menschen bis auf einen einer Meinung wären und nur ein einziger die gegenteilige Meinung hätte, wäre die Menschheit ebenso wenig berechtigt, diesen einen Menschen zum Schweigen zu bringen, wie er, wenn er die Macht dazu hätte, berechtigt wäre, die Menschheit zum Schweigen zu bringen.

Das besondere Übel der Unterdrückung einer Meinungsäußerung besteht darin, dass sie die Menschheit beraubt; die Nachwelt ebenso wie die jetzige Generation; diejenigen, die von der Meinung abweichen, noch mehr als diejenigen, die sie vertreten. Ist die Meinung richtig, so beraubt man sie der Möglichkeit, den Irrtum gegen die Wahrheit einzutauschen; ist sie falsch, so verliert man, was fast ein ebenso großer Vorteil ist, die klarere Wahrnehmung und den lebendigeren Eindruck der Wahrheit, der durch den Zusammenstoß mit dem Irrtum entsteht.

Jeder Mensch, der offen und vollständig sagt, was er denkt, erweist damit der Öffentlichkeit einen Dienst. Wir sollten ihm dankbar sein, wenn er unsere am meisten geschätzten Meinungen so schonungslos angreift.

Die Mogule der sozialen Medien geben vor, den Menschen den Austausch von Gedanken und Ideen erleichtern zu wollen. Sie propagieren ihre Plattformen als eine Möglichkeit, dies zu ermöglichen. Sie sollten sich Mills Worte zu Herzen nehmen, wenn sie die Unterdrückung von Kommunikation in Erwägung ziehen, insbesondere wenn die Beiträge kritisch gegenüber Behauptungen von Personen sind, die für sich in Anspruch nehmen, für „die Wissenschaft“ zu sprechen, oder wenn das kritisierte Narrativ von der Regierung gefördert wird. Tun Sie der Welt einen Gefallen: Erlauben Sie den Menschen, frei zu sprechen und Ideen auszutauschen, und lassen Sie sie widerlegen, anstatt sie zum Schweigen zu bringen, wenn sie falsch liegen.

Wrightstone, Milloy und andere Klimarealisten, die enttabuisiert oder mit Ausschluss bedroht wurden, haben Recht, und die sogenannte Konsensmeinung ist falsch. Das sage nicht ich, das sagen die Daten.

This piece originally appeared at heartlanddailynews.com and has been republished here with permission.

Link: https://cornwallalliance.org/2022/10/climate-censors-and-their-phony-fact-checks-paid-shills/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Europa importiert Solarpaneele im Wert von 35,77 Milliarden Dollar – und hat immer noch eine Energiekrise!

Eric Worrall

Laut dem Sprachrohr der KPCh, der Global Times (Die Nachfrage nach chinesischen Solarmodulen steigt in Europa angesichts der Energiekrise und der grünen Transformation stark an.

Angesichts der Energiekrise wird Europa bis 2022 50% der chinesischen PV-Exporte abnehmen

By GT staff reporters Published: Oct 23, 2022 09:04 PM

Chinesische Insider sagten, dass die EU in diesem Jahr wahrscheinlich bis zu 50 Prozent der gesamten PV-Exporte Chinas abnehmen wird.

Xu Aihua, stellvertretender Leiter der Siliziumindustrie der China Nonferrous Metals Industry Association, sagte der Global Times am Sonntag, dass die rasant steigende Nachfrage nach Solarmodulen die geopolitischen Veränderungen in Europa und den grünen Vorstoß der Region widerspiegelt.

Die Exporte von PV-Modulen sind sprunghaft angestiegen. Von Januar bis August erreichten die Exporte Chinas einen Wert von 35,77 Milliarden Dollar und erzeugten eine Leistung von 100 Gigawatt. Beides übertraf den Angaben der China Photovoltaic Industry Association zufolge den Wert des gesamten Jahres 2021.GT), werden bis zu 50 % der chinesischen Solarmodulproduktion in diesem Jahr von Europa gekauft, in dem verzweifelten Versuch, russische Gasimporte zu ersetzen.

Die Zahlen spiegeln sich in der Leistung der inländischen PV-Unternehmen wider. So teilte die Tongwei Group am Freitag mit, dass ihr Umsatz in den ersten drei Quartalen 102,084 Mrd. Yuan (14,09 Mrd. USD) erreichte, was einem Anstieg von 118,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Zum Ende des dritten Quartals lag der weltweite Marktanteil von Tongwei bei über 25 Prozent, was das Unternehmen Medienberichten zufolge zum größten Polysiliziumhersteller der Welt macht.

Mehr lesen: https://www.globaltimes.cn/page/202210/1277756.shtml

Glaubt irgendjemand ernsthaft, dass die 35 Milliarden Dollar, die für Solarpaneele ausgegeben werden, einen wesentlichen Beitrag zur Lösung der Energiekrise in Europa leisten werden?

Falls Solarpaneele zur Lösung von Energieengpässen taugen würden, hätte China die Paneele für sich behalten – China leidet derzeit unter Energie-Unsicherheit. Der chinesische Premierminister Xi Jinping weiß das und hat kürzlich angekündigt, dass er nicht vorhat, die fossilen Brennstoffe aufzugeben, solange die erneuerbaren Energien nicht in der Lage sind, die Energieversorgung zu sichern.

Das Problem bei dem Versuch, erneuerbare Energien zur Lösung einer Energiesicherheitskrise einzusetzen, liegt auf der Hand – außer vielleicht für die verantwortlichen Politiker in Europa.

Solarmodule funktionieren nachts nicht, so dass massive Energiespeicher-Kapazitäten erforderlich wären, um die Wärme in kalten Nächten aufrecht zu erhalten. Auch der Wind neigt dazu, nachts abzuflauen.

Im europäischen Winter ist die Sonneneinstrahlung tagsüber nicht viel besser als nachts – vor allem in Nordeuropa scheint im Winter nur wenig Sonne. Auch in Südeuropa gibt es lange Schlechtwetterperioden und manchmal sogar Schnee im Winter.

Unabhängig davon, wie viele Sonnenkollektoren und Windturbinen eingesetzt werden, ist eine Unterstützung durch fossile Brennstoffe erforderlich – mehr fossile Brennstoffe, als Europa im Moment zur Verfügung stehen dürften.

Link: https://wattsupwiththat.com/2022/10/24/europe-importing-35-77-billion-of-solar-panels-and-they-still-have-an-energy-crisis/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

Bemerkung: Der Beitrag wurde von WUWT u. A. in der Rubrik „Government idiocy“ gelistet.

 




Meridionale Strömung, die fundamentalste aller Klima-Variablen

Andy May

Der atmosphärische Wärmetransport auf der Erde vom Äquator zu den Polen wird größtenteils von den Stürmen der mittleren Breiten durchgeführt. Es gibt jedoch keine zufriedenstellende Theorie zur Beschreibung dieses grundlegenden Merkmals des Erdklimas.“ – (Barry, Craig, & Thuburn, 2002)

Dies ist die Abschrift des Vortrags, den ich in Tom Nelsons Podcast-Interview hier gehalten habe.

Nachdem Leon Barry und seine Kollegen die obige Aussage in ihrem Nature-Artikel gemacht hatten, schreiben sie, dass die mittleren Breiten eine Zone mit starken Temperaturgradienten sind und diese Gradienten Stürme erzeugen, die schwerwiegend sein können. Je geringer der Temperaturgradient zwischen den Tropen und den Polen ist, desto weniger schwere Stürme sind erforderlich, um die Aufgabe zu erfüllen, überschüssige tropische Energie (oder Wärme) zu den Polen zu transportieren. Behalten Sie dieses Konzept im Hinterkopf, wenn ich den meridionalen (Nord-Süd-) Energietransport beschreibe.

Ein Großteil dieses Vortrags basiert auf Javier Vinós‘ neuem Buch Climate of the Past, Present, and Future, A Scientific Debate, 2nd Edition, Kapitel 10. Abbildung 1 aus dem Buch zeigt die globale Durchschnittstemperatur über ein durchschnittliches Jahr:

Abbildung 1. Globale und hemisphärische Temperatur- und Strahlungsveränderungen über ein mittleres Jahr.

Die gesamte Sonneneinstrahlung (in Abbildung 1 als TSI bezeichnet) macht über 99,9 % des Energieeintrags in das Klimasystem aus. Die von der Sonne empfangene Energie ändert sich im Laufe des Jahres um 6,9 %, was auf den sich ständig ändernden Abstand zwischen Erde und Sonne zurückzuführen ist. Die Erde ist der Sonne am 4. Januar am nächsten (Perihel) und am 4. Juli am weitesten entfernt (Aphel). Obwohl die Hälfte der Erde zu jeder Zeit von der Sonne bestrahlt wird, verursachen die Veränderungen in der Ausrichtung der Erdachse, die unregelmäßige Verteilung der Landmassen, Veränderungen in der Albedo (oder Reflektivität) und regionale Veränderungen in der Oberflächen- und Lufttemperatur erhebliche jahreszeitliche Veränderungen in der Menge der reflektierten Sonnenstrahlung (in Abbildung 1 als „RSR“ bezeichnet) und der ausgehenden langwelligen Strahlung (oder „OLR“). Infolgedessen ändert sich die Temperatur der Erde ständig, und der Planet befindet sich nie im thermischen Gleichgewicht.

Entgegen unserer Erwartung ist die Erde kurz nach der Juni-Sonnenwende am wärmsten, wenn sie am weitesten von der Sonne entfernt ist, und kurz nach der Dezember-Sonnenwende am kältesten, wenn sie 6,9 % mehr Energie von der Sonne erhält. Die durchschnittliche Temperatur der Erde beträgt etwa 14,5 °C, was nach geologischen Maßstäben kalt ist, aber im Laufe des Jahres erwärmt und kühlt sie sich um 3,8 °C, wie in Abbildung 1 dargestellt. Erwartungsgemäß gibt die Erde mehr Energie ab (TOR genannt, die rote gestrichelte Linie in Abbildung 1), wenn sie sich abkühlt, und weniger, wenn sie sich erwärmt, unabhängig davon, was sie zu diesem Zeitpunkt empfängt. Die Vorstellung eines Energiegleichgewichts an der Obergrenze der Atmosphäre ist eindeutig falsch. Die Erde weist von Jahr zu Jahr nur sehr geringe Temperaturschwankungen auf, aber es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass wir die an der Temperaturstabilität der Erde beteiligten Prozesse richtig verstehen. Und natürlich ist die Vorstellung absurd, dass eine globale Erwärmung von zwei Grad gefährlich ist.

In Abbildung 1 ändert sich die globale Oberflächentemperatur des Planeten (die dicke schwarze Linie in Abbildung 1) vor allem deshalb so stark, weil die nördliche Hemisphäre (die dünne durchgezogene schwarze Linie) in einem mittleren Jahr um 12 °C schwankt. Der Planet hat zwei Spitzen des Energieverlusts an den Weltraum (oder TOR in Abbildung 1), nämlich dann, wenn jeder Pol dunkel ist und abkühlt. Der höchste Wert wird erreicht, wenn der Nordpol dunkel ist. Zwischen November und Januar gibt der Planet mehr Energie ab als zu jeder anderen Zeit. Die südliche Hemisphäre ist die gestrichelte schwarze Linie. Die Temperaturdaten für 1961-1990 stammen von Phil Jones vom Hadley Climatic Research Center. Die Strahlungsdaten stammen von Barbara Carlson und Kollegen.

Abbildung 1 zeigt, dass das Klimasystem zwar vollständig durch die Sonneneinstrahlung angetrieben wird, die Temperatur der Erde aber dadurch bestimmt wird, was das Klimasystem mit dieser Energie macht. Doch das Klimasystem ist äußerst komplex. Wie Leon Barry und seine Kollegen in dem Zitat am Anfang dieses Vortrags sagen, fehlt der modernen Klimatologie eine richtige Theorie darüber, wie sich die Energie im Klimasystem unseres Planeten bewegt. Es ist möglich, etwas zu modellieren, was nicht richtig verstanden wird, aber an ein solches Modell zu glauben, ist töricht. Abbildung 2 zeigt die grundlegenden Energie-Umverteilungsprozesse der Erde:

Abbildung 2. Eingehende und ausgehende Nettostrahlung der Erde sowie die grundlegenden Elemente der Umverteilung der Strahlung.

Die durchschnittliche absolute (oder Kelvin-) Temperatur der Erdoberfläche variiert nicht so stark mit dem Breitengrad, sie liegt zwischen 278 und 300 Kelvin zwischen 60°N-60°S. Die Strahlungsmenge, die die Erdoberfläche abgibt, ist eine Funktion dieser absoluten Temperatur, die Menge, die den Weltraum erreicht, ist hauptsächlich eine Funktion der Treibhausgas-Konzentration und der Wolkenbedeckung, die beide in den Tropen höher sind, wo die absoluten Temperaturen höher sind. Daher variiert die ausgehende langwellige Strahlung nicht so stark mit dem Breitengrad. Daraus ergibt sich, dass der Nettostrahlungsfluss an der Obergrenze der Atmosphäre (TOA) im Jahresdurchschnitt zwischen etwa 30°N-30°S positiv (mehr ein- als ausgehende Strahlung) und zwischen etwa 30° Nord oder Süd und den Polen negativ ist, wie in Abbildung 2 dargestellt. Der genaue Punkt, an dem die eingehende Nettostrahlung gleich der ausgehenden ist, hängt natürlich von der Hemisphäre, dem Monat des Jahres, anderen orbitalen Parametern und der Bewölkung ab, aber im Durchschnitt liegt er in der Nähe von 30° Nord oder Süd. Die Abkühlung, wenn man sich von den Tropen polwärts bewegt, ist hauptsächlich auf die geringere Sonneneinstrahlung zurückzuführen – die Menge an Sonnenenergie, die die Oberfläche erreicht. Die Verringerung der Sonneneinstrahlung in Richtung der Pole führt zu einem Nettoenergiedefizit und einem Temperaturgefälle in den Breitengraden. Durch den meridionalen Transport wird Energie von Breitengraden, in denen ein Netto-Energiegewinn besteht (der rote Bereich), zu Breitengraden transportiert, in denen ein Netto-Energieverlust in den Weltraum besteht (der blaue Bereich).

Durch den meridionalen Transport wird viel mehr Energie in Richtung des Winterpols transportiert. Der Winterpol strahlt viel mehr Energie in den Weltraum ab als er empfängt, da die Sonne unter dem Horizont steht. Praktisch die gesamte Energie, die der Winterpol abgibt, wird durch Winterstürme dorthin transportiert oder ist latente Wärme, die beim Gefrieren von Sommer-Schmelzwasser freigesetzt wird.

Ohne den meridionalen Transport würde die Temperatur der blauen Regionen – wo der Nettoenergiefluss in Richtung Weltraum negativ ist – kontinuierlich abnehmen, bis die ausgehende langwellige Strahlung so gering ist, dass sie der Sonneneinstrahlung entspricht. In der dunklen Polarnacht würde sich diese Temperatur dem absoluten Nullpunkt oder -273°C nähern. Durch den meridionalen Transport von Luft, Wasserdampf und Wasser in der Atmosphäre und in den Ozeanen bleibt die Temperatur am dunklen Pol jedoch viel höher.

Das Temperaturgefälle zwischen den Breitengraden der Erdoberfläche ist eine direkte Folge des Sonneneinstrahlungsgefälles in den Breitengraden. Thermische Energie fließt von wärmeren Regionen zu kälteren Regionen. Dies ist die physikalische Grundlage des meridionalen Transports, aber das Klimasystem ist komplex, so dass es sich keineswegs um einen passiven Prozess handelt, der nur von der Temperaturdifferenz zwischen den Tropen und den Polen abhängt. Vielmehr handelt es sich um einen komplexen Prozess, der sowohl von geografischen als auch von klimatischen Prozessen abhängt. Es ist möglich, mit einem geringeren Temperaturunterschied mehr Energie zu transportieren als mit einem größeren Temperaturunterschied. So hat beispielsweise der meridionale Transport in den ersten beiden Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts zugenommen, trotz der Erwärmung der Arktis, die den Temperaturgradienten in Breitenrichtung verringert hat. Es ist nicht so einfach, wie Leon Barry und Kollegen in ihrem Artikel schreiben, aber vieles von dem, was er geschrieben hat, ist richtig.

Wir wissen, dass der Temperaturgradient in den Breitengraden der Erde im Laufe der geologischen Vergangenheit stark variiert hat. Wladimir Köppen, ein russisch-deutscher Wissenschaftler, untersuchte im 19. Jahrhundert den Einfluss der Sonne auf das Klima und erstellte ein Klimaklassifizierungssystem, das noch heute verwendet wird. Seine Klimazonen werden anhand von Temperatur, Niederschlag und ihrer jahreszeitlichen Verteilung definiert. Viele Pflanzen- und Tiergruppen sind auf einen engen Temperaturbereich beschränkt, ebenso wie bestimmte geologische Prozesse. Anhand dieser Informationen sowie gut datierter Fossilien und Gesteinsformationen aus der ganzen Welt hat Christopher Scotese im Rahmen seines Paleomap-Projekts die Klimageschichte der Vergangenheit kartiert. Anhand dieser Informationen konnte er die globalen Köppen-Klimazonen alle fünf Millionen Jahre kartieren, seit Beginn des Phanerozoikums vor 540 Millionen Jahren. Karten der Köppen-Gürtel, wie sie heute und vor 52 Millionen Jahren existieren, sind in Abbildung 3 dargestellt:

Abbildung 3. Verteilung der Köppen-Gürtel heute im Vergleich zu vor 52 Millionen Jahren und die sich daraus ergebenden durchschnittlichen Temperaturgradienten nach Breitengraden. Quelle: Vinós, 2022, Seite 158.

Jede Köppen-Gürtelkombination definiert einen Temperaturgradienten in der Breite. Auf diese Weise können Scotese und seine Kollegen die in der rechten Abbildung gezeigten Temperaturdiagramme erstellen. Anhand dieser Diagramme lässt sich eine ungefähre globale durchschnittliche Oberflächentemperatur für diesen Zeitraum abschätzen. Scotese und seine Kollegen haben also gezeigt, dass der Temperaturgradient in Breitengraden eine grundlegende Klimavariable ist, eine Annahme, die mit dem Zitat von Barry et al. zu Beginn dieses Vortrags übereinstimmt. Nach den Definitionen von Scotese wird der gegenwärtige (21. Jahrhundert) latitudinale Temperaturgradient als ein „strenges Eishaus“ betrachtet, wie in Abbildung 3 dargestellt. In der rechten Grafik vergleichen wir den derzeitigen starken Eishaus-Temperaturgradienten in Blau mit dem Treibhausgradienten des frühen Eozäns vor 52 Millionen Jahren. Zu beachten ist, dass Grönland und die Antarktis heute mit Eis bedeckt sind (blau auf der unteren Karte), während die Pole auf der oberen Karte eisfrei sind. Ein Eishausklima ist durch ganzjährige Eisschilde an den Polen gekennzeichnet.

Das Klima im Treibhaus des frühen Eozäns war für heutige Verhältnisse recht warm. Die durchschnittliche globale Temperatur war bis zu 10 °C höher als heute. Das Auftreten der ersten Säugetiere“ fiel in diese Zeit. Eines der Säugetiere, die im frühen Eozän erstmals auftraten, war der erste Primat, unser entfernter Vorfahre. Primaten verbreiteten sich schnell über die ganze Welt. Neben neuen Säugetieren entstanden und gediehen in dieser Zeit auch viele neue Gattungen von Schildkröten, Eidechsen und Pflanzen. Einige Tiefsee-Foraminiferen starben aus, aber den meisten Organismen ging es gut und sie verbreiteten sich weit.

Die Existenz sehr unterschiedlicher vergangener Klimazonen auf der Erde stellt ein unüberwindbares Problem für die moderne „Konsens“-Klimatologie dar. Während des letzten glazialen Maximums vor 20.000 Jahren war die von der Sonne empfangene Energie die gleiche wie heute. Und nicht nur das, auch die Milankovitch-Parameter der Erdumlaufbahn waren nahezu identisch. Die Verteilung der Sonnenenergie über der Erde war fast identisch mit der heutigen, doch das Klima war ganz anders. Der Energieeintrag in das Klimasystem muss geringer gewesen sein, weil die größeren Eisschilde mehr Sonnenenergie reflektierten und der Treibhauseffekt geringer war. Der geringere Treibhauseffekt war auf weniger CO2 in der Atmosphäre und weniger verfügbares Wasser zurückzuführen. Durch die niedrigeren Temperaturen war das CO2 in den Ozeanen besser löslich und wurde so der Luft entzogen. Die sehr großen kontinentalen Eisschilde während des letzten glazialen Maximums entzogen dem Klimasystem viel Wasser und Wasserdampf und speicherten es in Eis.

Ein geringerer Energieeintrag und ein größerer Nord-Süd-Temperaturgradient hätten den Tropen durch einen stärkeren meridionalen Transport Wärme entziehen müssen, was aber nicht der Fall war. Die tropischen Temperaturen während des letzten glazialen Maximums sind nach wie vor umstritten, aber es scheint, dass sie nur 1-2 °C niedriger lagen als heute. Dies steht im Einklang mit den von Chris Scotese und Kollegen vorgelegten Beweisen, dass sich die tropischen Temperaturen im Laufe der letzten 540 Millionen Jahre trotz enormer Veränderungen der Durchschnittstemperatur des Planeten (9-30 °C) nicht wesentlich verändert haben. Aus Abbildung 3 geht hervor, dass das sehr warme Treibhausklima des frühen Eozäns am Äquator eine ähnliche Temperatur aufweist wie heute, aber der Unterschied am Südpol beträgt 44 °C und am Nordpol 23 °C. Es ist offensichtlich, dass der größte Teil der Erwärmung in den höheren Breitengraden stattfindet.

Falls das letzte glaziale Maximum ein Problem für die Funktionsweise des meridionalen Transports während einer Eiszeit darstellt, führt das gleichmäßige Klima des frühen Eozäns zu einem Paradoxon, das die moderne Konsens-Klimatologie nicht lösen kann. Gegenwärtig befindet sich die Erde in einem strengen Eishausklima mit einem sehr steilen Temperaturgradienten in den Breitengraden, wie das rechte Diagramm in Abbildung 3 sehr deutlich zeigt. Gegenwärtig fällt die Temperatur vom Äquator bis zum Winterpol um 0,6-1°C/° Breitengrad. Eine derart kalte Umgebung war in den letzten 540 Millionen Jahren relativ selten und kam weniger als 10 % der Zeit vor. Im frühen Eozän herrschte auf der Erde eine geschätzte Durchschnittstemperatur von 24 bis 25 °C, die Scotese als Treibhausbedingungen bezeichnet. Das Temperaturgefälle in den Breitengraden des frühen Eozäns war mit 0,25 bis 0,45 °C/Breite sehr gering, wobei die Temperaturen am Nordpol das ganze Jahr über über dem Gefrierpunkt lagen, was durch das Vorhandensein von frosttoleranten Lebensformen belegt wird. Diese Gewächshausbedingungen sind noch seltener anzutreffen. Über 60 % des phanerozoischen Äons hatte die Erde eine Durchschnittstemperatur von 19 bis 20 °C. Die durchschnittliche globale Oberflächentemperatur des gesamten Phanerozoikums – der letzten 540 Millionen Jahre – liegt bei sehr angenehmen 18 °C, etwa 3,5 °C höher als heute.

Das Klima des frühen Eozäns wird als gleichmäßig definiert. Es ist durch eine warme Welt mit einem geringen Temperaturgefälle in den Breitengraden, einer geringen Saisonalität und weniger Stürmen in den mittleren und hohen Breitengraden als heute gekennzeichnet. Das Versagen der modernen Konsens-Klimatheorie bei der Erklärung dieser Perioden wird als „Problem des gleichmäßigen Klimas“ bezeichnet. Um die hohen kontinentalen Innentemperaturen des frühen Eozäns und die über dem Gefrierpunkt liegenden Winter in den Polarregionen zu reproduzieren, müssen die Modelle den CO2-Gehalt auf 4700 ppm erhöhen, eine unplausible Klimasensitivität für CO2 verwenden und zulassen, dass die tropischen Temperaturen 35°C überschreiten. Die besten CO2-Schätzungen für das Klimaoptimum im frühen Eozän gehen jedoch von einem wahrscheinlichen CO2-Gehalt von 500-1.000 ppm aus, und die höchsten Schätzungen liegen unter 2.000 ppm. Außerdem ist es unwahrscheinlich, dass in den Tropen Temperaturen über 30 °C möglich sind, da bei dieser Temperatur die Wärmeabfuhr durch Verdunstung und Tiefenkonvektion (Konvektion feuchter Luft in die obere Troposphäre) nicht mehr effizient ist. Außerdem können Säugetiere nicht über einer Feuchttemperatur von 35°C überleben, da sie dann keine Wärme mehr abgeben können. Fossilien zeigen uns jedoch, dass Säugetiere im frühen Eozän gut gediehen. Die höchste Feuchttemperatur auf der Erde liegt heute bei 30 °C, und es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass sie zu irgendeinem Zeitpunkt in der Vergangenheit an Orten, an denen Fossilien von Säugetieren gefunden wurden, höher war.

Das Problem des gleichmäßigen Klimas ist eng mit dem Low-Gradient-Problem verbunden. Wir gehen davon aus, dass für warme Pole mehr Wärme dorthin transportiert werden muss, insbesondere im Winter, um das Defizit der Sonneneinstrahlung auszugleichen. Der meridionale Wärmetransport ist ein sehr wichtiger Teil des planetarischen Energiehaushalts, und ohne ihn wären die Pole viel kälter. Der meridionale Transport hängt jedoch vom Temperaturgradienten in der Breite ab, da ein Großteil des polwärts gerichteten Transports im gegenwärtigen Klima durch Stürme in den mittleren und hohen Breiten erfolgt, die aus der atmosphärischen Instabilität aufgrund steiler Temperaturgradienten resultieren. Das Paradoxon entsteht dadurch, dass die warmen Pole des frühen Eozäns zwar mehr Energietransport zu erfordern scheinen, der geringere Temperaturgradient in Breitenrichtung aber einen geringeren meridionalen Transport zur Folge hat. Es ist kein Wunder, dass die Klimamodelle mit diesem Rätsel zu kämpfen haben.

Abbildung 4. Schematische Darstellung der Strahlung, die an der Erdoberfläche ankommt und am winterlichen Nordpol austritt. Aus (Vinós, 2022, S. 171).

Die untere Atmosphäre ist ein dünner Gasfilm, der nur 1/600 des Erddurchmessers (oder etwa 10 km) beträgt. Diese dünne Atmosphäre hat die entscheidende Aufgabe, stets eine für komplexes Leben verträgliche Temperatur an der Landoberfläche aufrechtzuerhalten, was sie zumindest in den letzten 540 Millionen Jahren getan hat. Dazu muss sie die Temperaturunterschiede an der Oberfläche ausgleichen, die durch die unterschiedliche Sonneneinstrahlung entstehen. Zunächst muss sie den Unterschied zwischen Tag und Nacht ausgleichen. Dies geschieht vor allem durch den Treibhauseffekt und die Wolken, die die nächtliche Abkühlung verringern, indem sie die Strahlungsemissionen in den Weltraum verzögern, während die Wolken tagsüber die einfallende Sonnenstrahlung reflektieren. Darüber hinaus muss sie den Rückgang der Sonneneinstrahlung in den Breitengraden und die jahreszeitlichen Veränderungen aufgrund der Achsenneigung des Planeten ausgleichen. Dies geschieht durch den meridionalen Wärmetransport.

Die drei Faktoren, die für die thermische Stabilität der Erde verantwortlich sind, sind also der Treibhauseffekt, die Wolken und der meridionale Transport. Die moderne Klimatologie ignoriert die letzten beiden und konzentriert sich ausschließlich auf den ersten Faktor, indem sie die CO2-Klimahypothese entwickelt. Der Einfluss der Wolken und ihrer Variabilität auf den Klimawandel ist noch weitgehend unbekannt. Laut dem IPCC-Bericht AR6 (Seite 979) könnte die Rückkopplung der Wolken auf die Oberflächenerwärmung positiv oder negativ sein und stellt die größte Unsicherheitsquelle bei der Wirkung von Treibhausgasen auf das Klima dar.

Wie in Abbildung 4 zu sehen ist, findet der Energieaustausch zwischen dem Klimasystem und dem Weltraum nur über die Obergrenze der Atmosphäre statt. Dies bedeutet, dass der meridionale Transport einen Nettowert von Null hat, wenn er über den gesamten Planeten integriert wird, da die Verschiebung von Energie die Gesamtenergie innerhalb des Systems nicht verändert. Diese Tatsache hat viele Klimawissenschaftler zu der Annahme veranlasst, dass Veränderungen meridionaler Strömungen keinen Klimawandel verursachen können – wahrscheinlich der grundlegendste Fehler der modernen Konsens-Klimatologie.

Die Atmosphäre kann eine große Menge an Energie schnell und effizient über die gesamte Erdoberfläche transportieren. Der Großteil des meridionalen Transports wird hauptsächlich von der Atmosphäre bewirkt. Nur in den inneren Tropen (10°S-10°N) reicht die Atmosphäre für den notwendigen Energietransport nicht aus. Dies ist die Region, in der die meiste Sonnenenergie in das Klimasystem gelangt. In dieser Region muss der Ozean den größten Teil des Wärmetransports in den inneren Tropen übernehmen. Da der tropische Pazifik so groß ist – er umspannt fast die halbe Erde – gelingt es der El Niño/Southern Oscillation (ENSO), den tropischen Wärmeinhalt unter Kontrolle zu halten. El Niño ist die Art und Weise, wie die Erde in regelmäßigen Abständen überschüssige gespeicherte Wärme ausstößt, die durch normale meridionale Transportprozesse nicht abtransportiert werden konnte. ENSO ist ein wichtiger Teil des globalen meridionalen Transportsystems.

Polwärts von 10-20° Breite gibt der Ozean den größten Teil seiner Energie an die Atmosphäre ab, insbesondere in den Grenzströmungen der westlichen Ozeanbecken, wie dem Kuroshio-Strom im Pazifik und dem Golfstrom im Atlantik. Sobald die Meereiskante erreicht ist, wird der Transport im Wesentlichen ausschließlich von der Atmosphäre übernommen, da der Energiefluss durch das Meereis viel geringer ist als der von der flüssigen Ozeanoberfläche. Der primäre Mechanismus der Wärmeübertragung ist die Verdunstung, so dass die Meerestemperatur für den Energiefluss zwischen Ozean und Atmosphäre nicht so wichtig ist wie die Windgeschwindigkeit und die Luftfeuchtigkeit, da diese die Hauptfaktoren für die Verdunstung sind. Allerdings begrenzt die Verdunstung die maximale Meerestemperatur auf etwa 30 °C.

Wenn in den mittleren bis hohen Breiten West-Ost-Winde vorherrschen, nehmen die meridionalen oder Süd-Nord-Winde und der meridionale Energietransport ab, was zu einer globalen Erwärmung führt. Wenn die West-Ost-Winde (oder zonalen Winde) abnehmen, nimmt der meridionale Transport zu, mehr Energie erreicht den Pol, und der Planet kühlt sich ab.

Der Drehimpuls wird zwischen dem festen Erdozean und der Atmosphäre aufgrund von Änderungen der Windrichtung und -geschwindigkeit in den höheren Breitengraden ausgetauscht. Die Änderungen des Drehimpulses verändern die Rotationsgeschwindigkeit der Erde, die wir als Tageslänge messen. Die Tageslänge nimmt zu, was zu einem kürzeren Tag führt, wenn die durchschnittlichen zonalen (West-Ost-) Windgeschwindigkeiten zunehmen. Wenn die zonale Windgeschwindigkeit zunimmt, wird der Polarwirbel stärker, kalte Luft wird in der Arktis eingeschlossen, und der Planet erwärmt sich.

Die zonale Windzirkulation ist im Winter stärker, wenn aufgrund eines größeren Temperaturgefälles in der Breite mehr Drehimpuls in der Atmosphäre verbleibt, so dass sich die Erde im Januar und Juli schneller dreht und im April und Oktober langsamer, wenn die zonale Zirkulation schwächer ist. Es ist bekannt, dass der grundlegende 11-jährige Sonnenzyklus (der Schwabe-Zyklus) und der ENSO-Zyklus die zonalen und meridionalen Winde und damit die Geschwindigkeit der Erdrotation beeinflussen.

Doch während die Rolle von ENSO weithin bekannt ist und darüber berichtet wird, bleibt die Rolle der Sonne weitgehend unbeachtet. Wir haben festgestellt, dass die Sonne das Klima durch ihre Wirkung auf die atmosphärische Zirkulation beeinflusst, nicht durch Unterschiede in der gesamten Sonneneinstrahlung.

Abbildung 5. Die Hauptsturmbahnen der nördlichen Hemisphäre sind in rot dargestellt. Die Zugbahnen der Stürme auf der Südhalbkugel sind blau dargestellt, werden hier aber nicht behandelt. Aus (Vinós, 2022, S. 163).

Der Energietransport in der Atmosphäre ist mit dem Transport von Masse, Schwung, Feuchtigkeit und Wolken verbunden. Er findet hauptsächlich in der Troposphäre statt. Nördlich und südlich vom etwa 30° Breitengrad wird die Energie hauptsächlich durch Stürme auf bevorzugten Routen über Ozeanbecken transportiert. Die beiden wichtigsten Sturmzugbahnen der nördlichen Hemisphäre sind in Abbildung 5 in rot dargestellt.

Abbildung 6. Sonnenaktivität in rot und durchschnittlicher atmosphärischer Drehimpuls in schwarz.

Abbildung 6 zeigt die Korrelation zwischen der Sonnenaktivität (in rot) und dem durchschnittlichen atmosphärischen Drehimpuls. Die beiden korrelieren gut und positiv von 1920 bis heute, aber sie sind antikorreliert (negativer Korrelationskoeffizient) vor 1920. Viele Korrelationen zwischen Sonne und Klima kehrten sich um 1920 um, was zu großer Verwirrung unter den Sonnen- und Klimaforschern führte. Vor 1920 ging man davon aus, dass eine niedrige Sonnenfleckenzahl wärmeres Wetter verursacht, eine negative Korrelation. Nach 1920 kehrte sich diese Beziehung um, und die Sonnenflecken korrelierten positiv mit der Erwärmung.

Nach der Umkehrung im Jahr 1920 war die Vorstellung, dass es einen Zusammenhang zwischen der Sonne und dem Klima gibt, in Verruf geraten. Der Grund für diese Umkehrung ist unbekannt und wird es wahrscheinlich auch bleiben, bis sie wieder eintritt. Douglas Hoyt und Kenneth Schatten erklären, dass die Umkehrung offenbar alle 80-120 Jahre stattfindet, so dass 1600 bis 1720 eine negative Korrelation, 1720 bis 1800 eine positive Korrelation, 1800 bis 1920 eine negative Korrelation und 1920 bis heute eine positive Korrelation aufwiesen. In den nächsten Jahrzehnten könnte es zu einer weiteren Umkehrung kommen, was die Entdeckung eines Prozesses ermöglichen könnte.

Wenn wir wissen, wie die Wärme in die Arktis transportiert wird, können wir das Phänomen der arktischen Verstärkung untersuchen, d. h. die Vorstellung, dass bei einem globalen Temperaturanstieg die Temperaturen in der Arktis und Antarktis schneller steigen. Allgemeine Zirkulationsmodelle sagen dies voraus, seit die ersten Modelle von Syukuro Manabe und Kirk Bryan in den 1960er Jahren geschrieben wurden. In der modernen globalen Erwärmungsperiode wurde jedoch keine antarktische Verstärkung beobachtet. Bis 1995 wurde trotz der intensiven globalen Erwärmung in den vorangegangenen 20 Jahren so wenig Verstärkung in der Arktis beobachtet, dass Judith Curry sagte:

Das relative Fehlen einer beobachteten Erwärmung und der relativ geringe Eisrückgang könnten darauf hindeuten, dass die GCMs die Empfindlichkeit des Klimas gegenüber Prozessen in den hohen Breitengraden überbetonen.“ – Curry, et al., 1996

Abbildung 7. Arktische Sommer- (schwarz) und Wintertemperaturen (rot).

Das sollte sich in jenem Jahr ändern, als sich die arktische Verstärkung plötzlich beschleunigte, wie in Abbildung 7 dargestellt. Aber die Frage ist immer noch aktuell. Warum war die arktische Verstärkung vor 1996, als eine intensive globale Erwärmung stattfand, gering und nach 1996, als die globale Erwärmungsrate abnahm – die so genannte „Pause“ – groß? Die moderne Klimatologie hat darauf keine Antwort.

In Abbildung 7 ist die schwarze Kurve die mittlere Temperaturanomalie im Sommer (Juni-August) aus der Reanalyse-Datenbank des European Weather Center für die Region nördlich von 80°N. Die rote Kurve ist die entsprechende mittlere Wintertemperaturanomalie (Dezember-Februar) für dieselbe Region.

Die Arktis ist im Winter die größte Wärmesenke – der größte Energieverlust an den Weltraum – auf unserem Planeten. Die Niederschlagsmenge in der Arktis beträgt im Sommer etwa 15 mm, im Winter sinkt sie jedoch auf fast Null. Infolgedessen wird die Bewölkung im Winter geringer, was den Energieverlust erhöht. Bei geringerer Bewölkung, fast keinem Wasserdampf und keinem Albedo-Effekt gibt es in der Arktis im Winter im Wesentlichen keine Rückkopplungen auf den Treibhauseffekt durch CO2. Van Wijngaarden & Happer, stellen fest, dass

Die relativ warmen Treibhausgasmoleküle in der Atmosphäre über der kalten Oberfläche bewirken, dass die Erde mehr Wärme von den Polen in den Weltraum abstrahlt, als dies ohne Treibhausgase der Fall wäre.“ – Van Wijngaarden & Happer, 2020

Die Verstärkung der Arktis ist die Folge des verstärkten meridionalen Transports, nicht des Treibhauseffekts. Die Arktis hat ein negatives jährliches Energiebudget (d. h. einen Netto-Energiestrom in den Weltraum), und eine Verstärkung des Treibhauseffekts macht es nicht weniger negativ – das ist die Erwärmung. Die Erwärmung der Arktis, insbesondere im Winter, kann nur durch eine Zunahme des Wärmetransports aus niedrigeren Breiten entstehen. Der Anstieg des arktischen Wärmetransports, der nicht zurück in niedrigere Breiten exportiert wird, verteilt sich auf eine erhöhte Strahlung in den Weltraum und eine erhöhte langwellige Abwärtsstrahlung, die die Oberfläche erwärmt. Die verstärkte Abwärtsstrahlung erhöht zwar die Temperatur, aber aufgrund der geringen Wärmeleitfähigkeit des Eises und da der Wärmestrom im Winter immer vom wärmeren Ozean in die Atmosphäre fließt, kommt es häufig zu Temperaturinversionen, die oft von Feuchtigkeitsinversionen begleitet werden. So setzt sich die Abkühlung durch Strahlung von der Oberseite der Inversionsschicht oder der Oberseite der Wolken fort, bis der Wasserdampf gefriert und ausfällt, wodurch der ursprüngliche sehr kalte Zustand wiederhergestellt wird.

Der Wärmetransport im arktischen Winter wird zu Zeiten verstärkt, wenn über dem Pol hohe Druckverhältnisse herrschen, die zu einem schwachen oder gespaltenen Wirbel führen. Warme Luft dringt dann in die zentrale Arktis ein und verdrängt kalte Luft, die über die Kontinente der mittleren Breiten zieht und anomal niedrige Temperaturen und Schnee erzeugt. Seit Beginn der arktischen Verstärkung hat die Häufigkeit kalter Winter in den mittleren Breiten zugenommen, was die Modelle nicht erklären können. Etwas Ähnliches fand zwischen 1920-40 statt.

Zusammenfassung der Daten

Die globale durchschnittliche Temperatur der Erde schwankt jedes Jahr um 3,8 °C. Die Höchsttemperatur ist im Juli, die Tiefsttemperatur im Januar. Daher ist es schwierig, die Warnungen des IPCC vor einer Erwärmung um zwei Grad in den nächsten 100 Jahren ernst zu nehmen.

Die Tropen der Erde erhalten viel mehr Sonnenenergie, als sie in den Weltraum abstrahlen können. Dadurch werden viele ausgeklügelte natürliche Prozesse in Gang gesetzt, um die Energie in Richtung der Pole zu lenken, wo der Netto-Energiefluss in den Weltraum erfolgt. Veränderungen in diesem Energiefluss können zu Klimaveränderungen führen.

Geologen haben ein Verfahren entwickelt, die sich der Klimagürtel von Wladimir Köppen bedient, um die vergangenen globalen Durchschnittstemperaturen zu rekonstruieren. Die Rekonstruktionen haben eine sehr geringe zeitliche Auflösung und bestimmen nur eine globale durchschnittliche Temperatur alle fünf Millionen Jahre, aber das Verfahren ist vernünftig. Unser heutiges Klima ist in der Erdgeschichte ungewöhnlich kalt, kälter als 90 % der letzten 540 Millionen Jahre. Die Temperaturen in den Tropen schwanken nicht sehr stark, die globale Erwärmung oder Abkühlung findet hauptsächlich in den mittleren und hohen Breitengraden statt.

Die Stürme nehmen in Perioden mit einem größeren Temperaturgefälle in der Breite zu, da der größte Teil der überschüssigen tropischen Energie aus den Tropen in Stürmen transportiert wird. Da die globale Erwärmung den Gradienten verringert, sind weniger Stürme zu erwarten.

Die Sonnenaktivität beeinflusst das Klima der Erde, aber die Korrelation ändert sich mit der Zeit. Manchmal ist sie positiv, d. h. die Erde erwärmt sich mit zunehmender Sonnenaktivität, und manchmal kühlt sich die Erde mit zunehmender Sonnenaktivität ab. Die Wechsel scheinen alle 80-120 Jahre zu erfolgen. Die Änderungen der Klima/Solar-Korrelation deuten darauf hin, dass der solare Einfluss auf das Klima nicht direkt auf Änderungen der Sonneneinstrahlung zurückzuführen ist, wie der IPCC vorschlägt, sondern auf solarinduzierte Änderungen großer atmosphärischer Prozesse, die vernachlässigt werden.

Die Sommertemperaturen in der Arktis ändern sich kaum, wahrscheinlich weil jede Zunahme des meridionalen Transports einfach mehr Polareis zum Schmelzen bringt. Die Wintertemperaturen ändern sich, da zusätzliche Energie, die in die Arktis transportiert wird, die Oberfläche erwärmt. Wenn im Sommer aufgrund des verstärkten meridionalen Transports zusätzliches Eis schmilzt, führt das erneute Gefrieren des Eises im Winter dazu, dass die freigesetzte latente Wärme in den Weltraum gestrahlt wird.

Zusammenfassung der Probleme der Klimamodelle

Das erste ernstzunehmende Klimamodell, mit dem versucht wurde, Treibhausgase, insbesondere CO2, nachzuweisen, die die gesamte oder fast die gesamte moderne globale Erwärmung erklären könnten, wurde 1979 entwickelt und von der National Academy of Sciences veröffentlicht. Er wird gewöhnlich als Charney-Report bezeichnet. In den 43 Jahren, die seit der Veröffentlichung dieses Berichts vergangen sind, hat der IPCC 47 weitere Berichte veröffentlicht, die zu fast den gleichen Schlussfolgerungen über CO2 und Klima kommen. Doch auch nach dem Verfassen von Zehntausenden von Seiten und der Ausgabe von Milliarden von Dollar haben sie die Mehrheit der Menschen auf der Erde oder in den Vereinigten Staaten nicht davon überzeugt, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel unser wichtigstes und ernstestes gesellschaftliches Problem ist. Andere gesellschaftliche Probleme werden immer als wichtiger und dringender angesehen. In einer Gallup-Umfrage von 2018 rangierte der Klimawandel auf Platz 18 von 19 wichtigen Themen, in einer ähnlichen Umfrage von 2014 rangierte der Klimawandel auf Platz 14 einer Prioritätenliste. Eine Umfrage des Pew Research Center aus dem Jahr 2022 ergab, dass der Klimawandel ebenfalls auf Platz 14 rangiert. Die Denkweise wird nicht verändert.

Diese Modelle können nicht erklären, warum die Häufigkeit der kalten Winter in den mittleren Breiten der nördlichen Hemisphäre zugenommen hat. Sie können die warmen Bedingungen des frühen Eozäns nicht simulieren, ohne unrealistische CO2-Werte und eine hohe CO2-Empfindlichkeit des Klimas zu verwenden.

Sie können nicht erklären, warum die Artenvielfalt, insbesondere die der Säugetiere, im frühen Eozän zunahm, als die globalen Temperaturen zehn Grad höher lagen. Sie können nicht erklären, warum es keine Erwärmung der Arktis gab, als die globale Erwärmung zwischen 1980 und 1997 ihren Höhepunkt erreichte, während sie nach 1997, als sich die Erwärmung verlangsamte, zunahm.

Außerdem wurde diese stark veraltete Hypothese vor der Entdeckung aller multidekadischen Ozeanschwankungen und ihrer Verbindungen zur Sonnenaktivität aufgestellt. Seit 1979 wurden beträchtliche Beweise dafür gefunden, dass der Klimawandel nicht einfach eine Funktion der sich ändernden Treibhausgas-Konzentrationen, sondern viel komplexer ist und einen großen Anteil an natürlichen Einflüssen hat.

Besonders besorgniserregend ist, dass die Erwärmung im frühen Eozän und die derzeitige Erwärmung der Arktis nicht mit der IPCC-Hypothese des Klimawandels durch Treibhausgase erklärt werden können. Allein diese Probleme reichen aus, um die Hypothese zu entkräften. Ich denke dabei an das Reiten eines toten Pferdes.

Download the meridional transport bibliography here.

The full Tom Nelson interview can be viewed here.

Link: https://andymaypetrophysicist.com/2022/10/24/meridional-transport-the-most-fundamental-climate-variable/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Europa steht vor dem Winter und vor einer Klippe

Brenda Shaffer via Cornwall Alliance.

Angesichts der schlimmsten Energiekrise seit dem Zweiten Weltkrieg und des Beginns der Heizperiode zaudert Europa weiter. Die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen hat eine Reihe neuer energiepolitischer Maßnahmen der Europäischen Union vorgestellt, darunter geplante Preisobergrenzen, zusätzliche Steuern für Energieerzeuger, die Einrichtung einer neuen europäischen Wasserstoffbank und neue Unterstützung für Elektrofahrzeuge. Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union verstaatlichen unterdessen Energieversorger, legen Strompreise fest und subventionieren die Verbraucher. Diese EU-Politik stellt keine wesentliche Abkehr von der Politik dar, die den Kontinent überhaupt erst in das Energie-Chaos geführt hat.

Das grundsätzliche Problem ist, dass sich Europa immer noch nicht mit den Ursachen seiner Energiesicherheitskrise auseinandersetzt, sondern es vorzieht, äußere Kräfte für seine derzeitige missliche Lage verantwortlich zu machen. Von der Leyen und andere europäische Politiker machen Russland und seinen Krieg gegen die Ukraine für Europas Energiesorgen verantwortlich. Dass der russische Präsident Wladimir Putin die Gashähne zugedreht hat, hat die Lage zweifellos verschlimmert, aber dies wird bereits der dritte Winter sein, in dem Europa eine Energiekrise erlebt. Bereits in den Wintern 2020-2021 und 2021-2022 kam es in Europa zu erheblichen Preissteigerungen bei Strom und Erdgas sowie zu einer Gasverknappung, die zu einem verstärkten Einsatz von Kohle und Heizöl führte. Die europäischen Politiker haben dies entweder nicht zur Kenntnis genommen oder es vorgezogen, den Kurs nicht zu ändern.

Solange so viele Menschen in Europa und anderswo glauben, dass die energiepolitische Misere des Kontinents nur auf Putin zurückzuführen ist, ist es hilfreich, sich über die Politik, die Europa in diese Krise geführt hat, im Klaren zu sein. Zu wissen, was das Problem verursacht hat, ist der erste Schritt zur Lösung des Problems.

Die Krise in Europa hat sich über zwei Jahrzehnte entwickelt. Mit dem Ziel, einen schnellen Übergang von fossilen Brennstoffen und Kernenergie zu erneuerbaren Energiequellen zu schaffen, erzwangen die europäischen Politiker tiefgreifende Veränderungen in der Energieversorgung. Gleichzeitig ignorierten sie die Prognosen für die anhaltende Nachfrage nach Erdöl und Erdgas sowie den Bedarf an einer zuverlässigen Grundlast-Brennstoffquelle zur Unterstützung der intermittierenden Sonnen- und Windenergie. Viele EU-Mitgliedstaaten fuhren die heimische Produktion fossiler Brennstoffe zurück und schränkten die Importe ein, mit der bemerkenswerten Ausnahme von Gas aus Russland. Deutschland, das selbst über beträchtliche Gasvorkommen verfügt, verbot das Fracking, ebenso wie Frankreich und andere Länder. In den letzten zehn Jahren hat sich die einheimische Erdgasproduktion in Europa halbiert, und heute machen Importe 83 Prozent des europäischen Gasverbrauchs aus.

Unter dem Druck von Aktivisten und grünen Parteien haben sich Deutschland und mehrere andere Länder ebenfalls für den Ausstieg aus der Kohlenstoff-freien Kernenergie entschieden, obwohl die Sicherheitsbilanz tadellos ist. Die heute von Europa vorgeschlagenen Obergrenzen für Gas- und Strompreise sowie neue Abgaben für Energieerzeuger werden die Versorgung weiter einschränken und gleichzeitig die Verbraucher vor hohen Preisen schützen, die sie dazu veranlassen könnten, den Thermostat zu senken und das Licht auszuschalten.

Die europäische Politik der Blockierung von Gaslieferungen hat zu Engpässen geführt, die vor zwei Wintern erste Preisspitzen verursachten. In dem Glauben, bald ohne Gas auskommen zu können, hat Europa auch langfristige Verträge für Importe blockiert, mit dem Ergebnis, dass Europa an Gasmangel leidet, obwohl es von einigen der größten Gasreserven der Welt umgeben ist – nicht nur in Russland, sondern auch in Nordafrika, Zentralasien und anderen Regionen. Die EU hätte sich leicht den Zugang zu zuverlässigen Gaslieferungen zu erschwinglichen Preisen sichern können, ist aber nun stattdessen vom teuren Spotmarkt abhängig. Selbst heute, da europäische Beamte weltweit nach neuen Gasmengen suchen, weigern sie sich, langfristige Verträge mit den umworbenen Produzenten zu unterzeichnen. Die letzte Woche war ein typisches Beispiel dafür: Zwei Jahre nach Europas Energiekrise und sieben Monate nach Russlands Krieg in der Ukraine kehrte der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz von einer Reise nach Katar und in die Vereinigten Arabischen Emirate mit einer Vereinbarung über nur eine einzige Tankerladung Flüssiggas zurück, statt der langfristigen Lieferungen, die das Land dringend benötigt, um seine Bürger warm und die Fabriken am Laufen zu halten.

Europa hat sich noch immer nicht mit den Folgen seiner vor zehn Jahren getroffenen Entscheidung für den Ausstieg aus dem Erdgas auseinandergesetzt. In den 1990er und 2000er Jahren war [der Verbrauch von] Erdgas der am schnellsten wachsende Brennstoff in Europa und weltweit. Gas war aufgrund seiner relativ geringen Emissionen und seines bis vor kurzem wettbewerbsfähigen Preises sehr gefragt. Die Umstellung von Kohle auf Erdgas war auch der schnellste und billigste Weg zur Senkung der Kohlenstoff-Emissionen: Infolge der Schiefergas-Revolution konnten die Vereinigten Staaten ihre Kohlenstoff-Emissionen ohne staatliche Eingriffe rasch senken. Vor etwa einem Jahrzehnt jedoch verstärkten die Gegner fossiler Brennstoffe ihre Kampagnen gegen Erdgas. Das Ergebnis war: Europa stieg aus langfristigen Gasverträgen aus.

In der europäischen Energiepolitik übertrumpft die Ideologie die mathematischen Grundlagen. Wenn man aus der Kernenergie und der Kohle aussteigt und das Erdgas ausbremst, aber weniger Energie aus erneuerbaren Energieträgern hinzufügt, als man abzieht, kommt es zu einer Verknappung. Hinzu kommt, dass bei allen Versuchen, einen schnelleren Übergang zu Wind- und Solarenergie zu erzwingen, wichtige Ressourcen- und Technologiebeschränkungen ignoriert werden: Diese Energiequellen erfordern einen enormen Flächenverbrauch, kritische Materialien und Hardware (auch aus China) sowie entweder Reservestrom oder nicht vorhandene Speicher. Und schließlich ignorieren die politischen Entscheidungsträger bei ihrer erzwungenen Umstellung die Prognosen über die anhaltende Nachfrage nach fossilen Brennstoffen, u. a. für den Verkehr, die Industrie, das Heizen und die Reservestromversorgung für unvorhersagbare Wind- und Sonnenenergie.

Trotz der Berechnungen, der Daten und einer zwei Jahre alten Energiekrise, die sich seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Februar drastisch verschärft hat, folgen die europäischen Politiker einander weiterhin wie Schafe. Als ob die Energiekrise nicht schon da wäre, kündigten die Niederlande diese Woche an, dass sie die Gasproduktion im riesigen Groningen-Feld weiter reduzieren werden. Deutschland hält an seinem Fracking-Verbot und dem Ausstieg aus der Kernenergie fest, während Belgien letzte Woche ein Kernkraftwerk abgeschaltet hat, das einen erheblichen Teil des Strombedarfs des Landes deckt – und das, obwohl die Belgier auf der Straße gegen die explodierenden Energiepreise protestieren. Diese Länder könnten sich stattdessen ein Beispiel an Liz Truss, der neuen britischen Premierministerin, nehmen: Eine ihrer ersten Ankündigungen nach ihrem Amtsantritt war eine neue Energiepolitik, die eine Wiederaufnahme der Offshore-Öl- und Gasexploration und eine Aufhebung des Fracking-Verbots in ihrem Land vorsieht.

Anstatt den Kurs zu ändern, haben die europäischen Politiker ihre Investitionen in Solar- und Windenergie sowie in Elektrofahrzeuge verdoppelt. „Die erneuerbaren Energien sind billig, sie sind einheimisch, sie machen uns unabhängig“, sagte von der Leyen in ihrer Rede zur Lage der Europäischen Union Anfang des Monats. Dies ist ein klarer Widerspruch zu den Tatsachen: Europa muss erst noch dafür sorgen, dass erneuerbare Energien ohne Subventionen und fossile Reservestromquellen funktionieren, sie erfordern Ressourcen-intensive globale Lieferketten und sie bringen ihre eigenen geopolitischen Herausforderungen und Abhängigkeiten mit sich, genau wie fossile Treibstoffe.

[Hervorhebungen vom Übersetzer]

Die europäischen Staats- und Regierungschefs sind sich bewusst, dass ihre Energiemarktkonzepte nicht funktionieren. Die nationalen Regierungen retten kollabierende Versorgungsunternehmen oder verstaatlichen sie ganz. Die meisten legen jetzt die Strom- und Gaspreise für die Kunden fest. Darüber hinaus haben die hohen Kohlenstoffkosten in Europa die Versorgungsunternehmen nicht davon abgehalten, stillgelegte Kohlekraftwerke wieder zu befeuern und die Strom- und Wärmeversorgung von Gas auf Heizöl umzustellen. Von der Leyen wies in ihrer Rede zu Recht darauf hin, dass sich die europäischen Gaspreise heute an den hohen Kosten für LNG und nicht an den niedrigen Kosten für Pipeline-Gas orientieren und dass das Benchmark-System reformiert werden muss. Europa muss sich noch mit den wirtschaftlichen Auswirkungen der Umstellung des Marktes auf höhere LNG-Preise befassen.

Anstatt sich mit Dringlichkeit und Laserschärfe auf diese Fragen zu konzentrieren – und Fehlentscheidungen wie den Ausstieg verschiedener Länder aus der Kernenergie rückgängig zu machen -, treiben die europäischen Staats- und Regierungschefs weiterhin neue Projekte voran, die nicht erprobt und weit davon entfernt sind, wirtschaftlich tragfähig zu sein. Ihre derzeitige Lieblingstechnologie ist Wasserstoff: Von der Leyen kündigte kürzlich weitere EU-Fördermittel und die Einrichtung einer Europäischen Wasserstoffbank an. Wasserstoff ist jedoch noch nicht kommerziell nutzbar, es bestehen ernsthafte Sicherheitsbedenken hinsichtlich seiner Verwendung und seines Transports, und seine Produktion und die unvermeidlichen Leckagen könnten erhebliche Auswirkungen auf das Klima und die Umwelt haben.

Wären die europäischen Politiker ehrlicher, wenn es um die hausgemachten Ursachen ihrer Energiekrise ginge, wäre die richtige Politik klar. Erstens muss die EU ihren Energieabnehmern erlauben und sie sogar dazu ermutigen, langfristige Gasimportverträge zu unterzeichnen, die in der Regel mehr als ein Jahrzehnt laufen. Dies würde es den Erzeugern ermöglichen, in die Produktion und den Transport von speziellen Gasmengen für Europa zu investieren. Der Ausstieg aus der Kernenergie sollte, wo immer möglich, rückgängig gemacht werden. Als nächstes sollte Europa bei der Entwicklung erneuerbarer und kohlenstoffarmer Energiequellen technologieneutral vorgehen, anstatt umfangreiche Subventionen für bestimmte, von Politikern und Bürokraten ausgewählte Technologien bereitzustellen.

Darüber hinaus sollten Brüssel und die europäischen Regierungen dem Erdgas einen neuen Stellenwert einräumen, einschließlich einheimischer Quellen, wie es Großbritannien jetzt tut. Moderne Erdgasprojekte setzen kein Methan frei wie frühere Generationen, und die Umstellung von Kohle auf Gas ist immer noch der schnellste und effizienteste Weg, um sowohl die Umweltverschmutzung als auch die Kohlenstoff-Emissionen zu senken. Darüber hinaus braucht die europäische Politik einen langfristigen Plan für Grundlast-Treibstoffe zur Stromerzeugung in Verbindung mit Sonnen- und Windenergie. Da sie keine konstante und vorhersehbare Strommenge erzeugen, können Solar- und Windenergie niemals grundlastfähige Energieträger wie Kernkraft und Erdgas ersetzen. Diese Quellen müssen Hand in Hand gehen.

Europa braucht einen völlig neuen Ansatz für das Energiemarktdesign. Vor allem muss es dringend die Ideologie durch die Praxis ersetzen. Andernfalls werden die Europäer noch viele weitere Krisenwinter erleben – egal, was Putin tut.

This piece originally appeared at ForeignPolicy.com and has been republished here with permission.

Brenda Shaffer is a faculty member at the U.S. Naval Postgraduate School, a senior advisor for energy at the Foundation for Defense of Democracies, and a senior fellow at the Atlantic Council’s Global Energy Center.

Link: https://cornwallalliance.org/2022/10/with-winter-coming-europe-is-walking-off-a-cliff/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE