Meeresspiegel: Rund um die Welt stabil!

Dr. Jay Lehr, Dennis Hedke

[Anmerkung: Alle Zahlenangaben sind im Original in Inches und sind in dieser Übersetzung gleich in cm umgerechnet und ggf. gerundet]

Wir befassen uns seit einem halben Jahrhundert mit dem Klimawandel und den möglicherweise damit verbundenen Veränderungen des Meeresspiegels infolge der Eisschmelze und der Erwärmung der Ozeane. In den 1970er Jahren galt unsere Hauptsorge der globalen Abkühlung und einer fortschreitenden neuen Eiszeit. Viele glauben, dass die zunehmende Menge an Kohlendioxid in unserer Atmosphäre zu einem generellen Anstieg des Meeresspiegels führen könnte. Genau das geben die Aufzeichnungen aber nicht her. Es gibt keinerlei Beweise für eine drohende Katastrophe durch den Anstieg des Meeresspiegels oder für die unnötige Ausgabe von Steuergeldern des Staates oder des Bundes, um ein Problem zu lösen, das gar nicht existiert.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Die National Oceanographic and Atmospheric Administration (NOAA) hat ihre Gezeitenmessdaten für den Meeresspiegel an den Küsten aktualisiert, die weiterhin keine Anzeichen für einen beschleunigten Anstieg des Meeresspiegels zeigen. Diese Messungen umfassen Gezeitenpegel an Küstenstandorten entlang der Westküste, der Ostküste, der Golfküste, des Pazifischen Ozeans, des Atlantischen Ozeans und des Golfs von Mexiko sowie sieben Inselgruppen im Pazifik und sechs Inselgruppen im Atlantik mit insgesamt mehr als 200 Messstationen.

Die längste Aufzeichnung von NOAA-Gezeitenmessern zur Messung des Anstiegs des Meeresspiegels an der Küste befindet sich in New York am Battery Park mit einer 160-jährigen Reihe, die unten dargestellt ist und einen gleichmäßigen Anstieg des Meeresspiegels von 28 cm pro Jahrhundert zeigt. Ein etwas langsamerer Anstieg des Meeresspiegels ist am nahe gelegenen Kings Point, New York, zu verzeichnen, dessen 80-jährige Reihe ebenfalls unten aufgeführt ist.

Die Gezeitenpegel am Battery Park und am Kings Point zeigen einen Anstieg des Meeresspiegels um 11 Zoll pro Jahrhundert. An beiden Orten ist ein gleichmäßiger Anstieg zu beobachten, der trotz Perioden mit relativ schnellem Temperaturanstieg und Perioden mit Abkühlung konstant bleibt. Die Messungen am Park reichen bis ins Jahr 1855 zurück und zeigen das gleiche Tempo des Meeresspiegelanstiegs schon lange vor der Existenz von Kohlekraftwerken und SUVs.

Die NOAA-Daten liefern Bewertungen mit einem Vertrauensniveau von 95 % für alle gemessenen Standorte, die das konsistente Verhalten des ortsspezifischen Meeresspiegelanstiegs im Laufe der Zeit belegen. Die 2016 aktualisierten NOAA-Gezeitenmessdaten umfassen vier langfristige Zeiträume zwischen 92 und 119 Jahren für kalifornische Küstenstandorte in San Diego, La Jolla, Los Angeles und San Francisco. Die tatsächlich gemessenen stetigen Raten des Meeresspiegelanstiegs an diesen Orten schwanken zwischen zehn und zwanzig Zentimeter pro Jahrhundert.

Im Gegensatz zum stetigen, aber bescheidenen Anstieg des Meeresspiegels, der sich aus den Langzeitmessungen ergibt, spekuliert das IPCC, dass der Meeresspiegel fast sofort deutlich stärker steigen wird als in der Vergangenheit und der Gegenwart. Die Aufzeichnungen der NOAA widersprechen diesen Behauptungen. Dieses Muster eines stetigen, aber bescheidenen Anstiegs des Meeresspiegels zieht sich durch die ganze Welt, durch Zeiten steigender Kohlendioxid-Konzentrationen in der Atmosphäre und durch Zeiten beschleunigter Erwärmung und Abkühlung.

Das IPCC und die Befürworter der globalen Erwärmung haben es schwer, Spekulationen über einen beschleunigten Anstieg des Meeresspiegels wissenschaftlich zu untermauern, da die Erwärmung den Anstieg des Meeresspiegels noch nicht über 30 cm [1 foot] pro Jahrhundert hinausgetrieben hat. Die derzeitigen Trends des Meeresspiegels unterscheiden sich nicht wesentlich von denen vor sieben bis neun Jahrzehnten, als der atmosphärische CO-Gehalt bei 310 ppmv oder weniger lag.[1] Die vor Jahrzehnten gemachten düsteren Vorhersagen über einen dramatisch beschleunigten Verlust des Polareises und einen eisfreien Arktischen Ozean sind nicht eingetreten. [2] Dr. Steven E. Koonin, ehemaliger Unterstaatssekretär für Wissenschaft der Obama-Regierung, stellte im Jahre 2014 fest: „Auch wenn der menschliche Einfluss auf das Klima in der Vergangenheit viel geringer war, berücksichtigen die Modelle nicht die Tatsache, dass die Rate des globalen Meeresspiegelanstiegs vor 70 Jahren genauso hoch war wie heute.“[3]

Glücklicherweise müssen wir uns nicht fragen, wer in der Debatte über den künftigen Meeresspiegelanstieg Recht hat und wer nicht. Wir können die Hypothese des Meeresspiegelanstiegs anhand von realen Daten überprüfen, die in 10 Küstenstädten mit langen und zuverlässigen Aufzeichnungen über den Meeresspiegel erhoben wurden. Diese Städte sind Ceuta (Spanien), Honolulu (Hawaii), Atlantic City (New Jersey), Sitka (Alaska), Port Isabel (Texas), St. Petersburg (Florida), Fernandina Beach (Florida), Mumbai/Bombay (Indien), Sydney (Australien) und Slipshavn (Dänemark).

Wir können die Hypothese des steigenden Meeresspiegels anhand von realen Daten aus zehn Küstenstädten mit langen und zuverlässigen Reihen über den Meeresspiegel testen.

[Hervorhebung im Original]

Die Städte sind auf der Karte unten abgebildet, und die Daten für jede Stadt sind in separaten Diagrammen dargestellt. Die Diagramme enthalten die folgenden Elemente:

▪ CO₂-Konzentrationen, die im vergangenen Jahrhundert in der Atmosphäre gemessen wurden, dargestellt durch die grünen Linien in den Diagrammen. (Diese Linie ist in allen Diagrammen gleich.)

▪ Monatliche Durchschnittswerte des Meeresspiegels für jede Stadt, dargestellt durch die blauen Linien, und

▪ Die „lineare Anpassung“, gekennzeichnet durch die rote Linie, die die beste Schätzung der vergangenen und zukünftigen durchschnittlichen Meeresspiegel darstellt. Wir geben auch die 95%-Vorhersageintervalle an.

Quelle, modifiziert.

Beispiel 1: Ceuta, Spanien – Mittelmeer

Die Daten aus Ceuta, Spanien, zeigen einen so flachen Trend, wie wir ihn nur beobachten können. Vor allem zeigen die Daten keine Korrelation zwischen der CO₂-Konzentration und dem Anstieg des Meeresspiegels. Wenn sich der gegenwärtige Trend im nächsten Jahrhundert fortsetzt, wird der Meeresspiegel in Ceuta nur um drei Zoll steigen. Dies steht in krassem Gegensatz zu dem kürzlich vom ehemaligen NASA-Wissenschaftler James Hansen prognostizierten globalen Anstieg des Meeresspiegels um 3 m [5].

Beispiel 2: Honolulu, Hawaii – Pazifischer Ozean

Wie in einigen anderen Regionen kann auch in Hawaii der Meeresspiegel aufgrund globaler Meeresströmungen oder lokaler tektonischer Plattenbewegungen von Jahr zu Jahr erheblich schwanken. Allerdings ist der Meeresspiegel in Honolulu seit 1900 im Durchschnitt nur um 14 cm gestiegen. Für die nächsten 100 Jahre wird ein Anstieg des Meeresspiegels um Honolulu um lediglich 14 cm prognostiziert, wobei auch hier keine Korrelation zum CO₂-Gehalt besteht.

Beispiel 3: Atlantic City, New Jersey – Atlantischer Ozean

Atlantic City steht für einen der bedeutenderen Aufwärtstrends. Der durchschnittliche Meeresspiegel ist dort in den letzten 100 Jahren um etwa 40 cm gestiegen. Beachten Sie jedoch die Spitze im Jahr 1998, als das El-Niño-Ereignis im Pazifischen Ozean stattfand, und den anschließenden Rückgang des Meeresspiegels, der in den folgenden fünf Jahren anhielt. Offensichtlich waren andere Faktoren als der CO₂-Gehalt sowohl für die Spitze als auch für den Rückgang verantwortlich.

Beispiel 4: Sitka, Alaska – Nördlicher Pazifischer Ozean

Der Meeresspiegel in Sitka, Alaska, ist tendenziell gesunken, nicht gestiegen. Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, wird der Meeresspiegel in den nächsten 100 Jahren um 23 cm sinken. Sitka ist nur etwa 100 Meilen von der Glacier Bay und 200 Meilen vom Hubbard-Gletscher in der Disenchantment Bay entfernt. Wenn schmelzende Gletscher einen Anstieg des Meeresspiegels verursachen würden, könnte man erwarten, dass dies in Alaska zu beobachten ist.

Beispiel 5: Port Isabel, Texas – Westlicher Golf von Mexico

In Port Isabel, Texas, ist ein Aufwärtstrend des Meeresspiegels zu beobachten, obwohl die Aufzeichnungen nur bis 1944 zurückreichen. Wenn der aktuelle Trend anhält, wird der Meeresspiegel in den nächsten 100 Jahren um 39 cm steigen.

Beispiel 6: St. Petersburg, Florida – Östlicher Golf von Mexico

In St. Petersburg, auf der anderen Seite des Golfes von Mexiko und in Port Isabel, Texas, steigt der Meeresspiegel ebenfalls, wenngleich langsamer. Auch hier ist die Reihe kürzer als an den anderen Standorten und reicht nur bis 1947 zurück. Hier beträgt der prognostizierte Anstieg des Meeresspiegels in den nächsten 100 Jahren nur 27 cm.

Beispiel 7: Fernandina Beach, Florida – Atlantischer Ozean

Auf der gegenüberliegenden Seite Floridas wird für Fernandina Beach ein Anstieg des Meeresspiegels von nur 21 cm in den nächsten 100 Jahren prognostiziert. Die Behörden von Miami Beach haben Strategien zur Bekämpfung des steigenden Meeresspiegels entwickelt, obwohl die Daten für dieses Gebiet nur punktuell und unvollständig sind. Das wahre Problem könnte die Landabsenkung sein, die nichts mit der CO₂-Konzentration zu tun hat. Die Verantwortlichen in Miami sollten sich lieber Gedanken über die möglichen Auswirkungen der schweren Infrastruktur machen, die sich entlang der Küstenlinie auf ehemaligem Sumpfland befindet [6].

Beispiel 8: Mumbai/Bombay, Indien – Indischer Ozean

Zuverlässige Aufzeichnungen des Meeresspiegels in Mumbai/Bombay, Indien, reichen bis in die 1870er Jahre zurück. Der leichte Aufwärtstrend in Mumbai/Bombay bedeutet, dass der Meeresspiegel in Mumbai/Bombay in den nächsten 100 Jahren nur um 8 cm steigen wird, wenn die derzeitigen Trends anhalten. Wenn die schmelzenden Himalaya-Gletscher einen Anstieg des Meeresspiegels verursachen würden, könnte man erwarten, dass sich dies in den Gezeitenmessern von Mumbai/Bombay widerspiegelt. [7]

Beispiel 9: Sydney, Australien – Pazifischer Ozean

Australien hat drastische Maßnahmen ergriffen, um die vermeintlichen CO₂-Probleme abzumildern, und die Menschen in diesem Land haben im vergangenen Jahr unter erheblichen Stromausfällen gelitten. Die Umstellung von zuverlässigen Kohlekraftwerken auf unzuverlässige erneuerbare Energien hat dazu geführt, dass die Strompreise in Australien zu den höchsten der Welt gehören.[8] Geschätzter Meeresspiegelanstieg in den nächsten 100 Jahren: 7 cm.

Beispiel 10: Slipshavn, Dänemark – Nordsee

Slipshavn ist insofern einzigartig, als es sich in einer der geologisch/tektonisch trägsten Regionen der Erde befindet. Im Gegensatz zu Regionen wie Alaska, wo sich viele Landflächen heben, oder dem Golf von Mexiko, wo sich einige Gebiete absenken, ist Slipshavn tektonisch sehr stabil. Daher dürfte die Entwicklung des Meeresspiegels in den letzten 100 Jahren konstant geblieben sein, und auf der Grundlage der oben genannten Daten, gibt es keinen Grund, in naher Zukunft etwas anderes zu erwarten. Der Meeresspiegel in Slipshavn dürfte in den nächsten 100 Jahren nur um 9 cm steigen.

Analyse

Die Daten und prognostizierten Trends für diese zehn gut dokumentierten Küstenstädte lassen drei Schlussfolgerungen zu:

1. Im vergangenen Jahrhundert gab es keinen dramatischen Anstieg des Meeresspiegels, und die Prognosen zeigen, dass auch für das kommende Jahrhundert kein dramatischer Anstieg zu erwarten ist.

2. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass der Meeresspiegelanstieg oder -rückgang in einem der untersuchten Gebiete wesentlich anders verlaufen wird als in den vergangenen Jahrzehnten.

3. Es gibt keine Korrelation zwischen der CO₂-Konzentration in der Atmosphäre und dem Anstieg des Meeresspiegels. Der stetige, aber bescheidene Anstieg des Meeresspiegels fand bereits vor der Zeit der Kohlekraftwerke und der Geländewagen statt und hat sich im gleichen Tempo fortgesetzt, auch als die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre von 280 Teilen pro Million auf heute 420 Teile pro Million anstieg.[9]

CO-Daten: Erhebung aus drei Quellen:

Die Daten von 1958 bis heute stammen aus Messungen am Mauna Loa Observatory auf Hawaii, in 3.400 Metern Höhe in den nördlichen Subtropen.[10]

Die Daten von 1850-1958 stammen aus Eiskerndaten[11].

Die CO-Daten von 1800-1850 stammen aus einem anderen Eiskerndatensatz[12].

Bei den Meeresspiegelmessungen für die zehn Küstenstädte handelt es sich um monatliche Datenpunkte, die von der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) und dem Permanent Service for Mean Sea Level (PSMSL) in Großbritannien zusammengestellt wurden. Die Datenbank, aus der die Diagramme stammen, besteht aus Daten von 375 Gezeitenmessern mit langen Aufzeichnungen rund um den Globus, die von der NOAA für die Trendanalyse ausgewählt wurden[13].
Der Meeresspiegel variiert weltweit stark. Die Werte für die Ausgangshöhen in den Diagrammen beziehen sich auf die Daten des mittleren Meeresspiegels (MSL), die vom NOAA Center for Operational Oceanographic Products and Services (NOAA-CO-OPS) ermittelt wurden.

 REFERENCES

[1] Patrick J. Michaels, “2016 Record Warm Surface Temperatures: The Party’s Over!” Cato at Liberty, August 10, 2017.

[2] Douglas Stanglin, “Gore: Polar Ice Cap May Disappear By Summer 2014,” USA Today, December 14, 2009.

[3] Steven E. Koonin, “Climate Science Is Not Settled,” The Wall Street Journal, September 19, 2014.

[5] Brian Clark Howard, “Prediction of Rapid Sea Level Rise Won’t Change Global Climate Talks,” National Geographic, July 21, 2015.

[6] Simone Fiaschi and Shimon Wdowinski, “The Contribution of Land Subsidence to the Increasing Coastal Flooding Hazard in Miami Beach,” Miami, FL: Rosenstiel School of Marine and Atmospheric Science, no date.

[7] James Lamont, “Himalayan Glaciers Melting Fast, Says Nepal,” Financial Times, September 1, 2009.

[8] Ian Plimer, The Climate Change Delusion and the Great Electricity Ripoff (Redland Bay, Queensland: Connor Court Publishing, 2017).

[9] Nils-Axel Mörner, “Sea Level Manipulation,” International Journal of Engineering Science Invention 6 (August 2017): 48–51. ISSN (Online): 2319 – 6734, ISSN (Print): 2319 – 6726; Albert Parker and Clifford D. Ollier, “California Sea Level Rise: Evidence Based Forecasts vs. Model Predictions,” Ocean & Coastal Management, July 2017.

[10] National Oceanic and Atmospheric Administration, Earth System Research Laboratory Global Monitoring Division, data set from ftp://aftp.cmdl.noaa.gov/products/trends/co2/co2_annmean_mlo.txt and ftp://aftp.cmdl.noaa.gov/products/trends/co2/co2_mm_mlo.txt .

[11] Data compiled by the NASA Goddard Institute for Space Studies.

[12] Law Dome Atmospheric CO2 Data, World Data Center for Paleoclimatology, and NOAA Paleoclimatology Program.

[13] Sources: National Oceanic and Atmospheric Administration, and the Permanent Service for Mean Sea Level, compiled at www.Sealevel.info.

Autoren: CFACT Senior Science Analyst Dr. Jay Lehr has authored more than 1,000 magazine and journal articles and 36 books. Jay’s new book A Hitchhikers Journey Through Climate Change written with Teri Ciccone is now available on Kindle and Amazon.

Dennis E. Hedke is a partner in the firm Hedke Geoscience Consulting, LLC, where he is a consulting geophysicist. His responsibilities include conducting research related to the Earth’s climate, as well as policies that relate to energy and environmental interactions. He also served six years in the Kansas House of Representatives, from 2011-16. From 2013-2016 served as chairman of the House Energy & Environment Committee.

Link: https://www.cfact.org/2023/01/09/sea-level-is-stable-around-the-world/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE




Bislang trister, sehr milder Hochwinter in Deutschland – was hat das mit der NAO zu tun?

Zeitvertreib für öde, schneelose Wintertage: Eine NAO [= Nordatlantische Oszillation] selbst basteln!

Die NAO stiehlt dem Kohlendioxid (CO) die Schau!

Stefan Kämpfe

Seit uns das unbeliebte Weihnachtstauwetter 2022 den Advents-Schnee raubte, fehlt vom Winter jegliche Spur. Selbst in den höchsten Lagen der Mittelgebirge ist zeitweise kein Wintersport möglich; schon blühen überall die Haselsträucher und erste Gänseblümchen. Doch der Winter ist gar nicht so fern. Was uns an Kälte und Schnee fehlte, das hatten Skandinavien und Osteuropa zeitweise im Überfluss. Im Folgenden soll eine der wichtigsten Einflussgrößen auf unsere Winterwitterung, die so genannte NAO, einmal näher betrachtet werden.

Unter der Nordatlantischen Oszillation (NAO) versteht man in der Meteorologie und Klimatologie die Schwankung des Luftdruckverhältnisses zwischen dem Islandtief im Norden und dem Azorenhoch im Süden des Nordatlantiks. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die NAO zu ermitteln und zahlenmäßig auszudrücken. Der bekannteste NAO-Index basiert auf der Differenz der standardisierten Luftdruck-Anomalien zwischen Lissabon, Gibraltar oder Ponta Delgada (Azoren) und Reykjavík (Island); außerdem können NAO-Indices für verschiedene Luftdruck-Niveaus (etwa den Luftdruck auf Meeresspiegelhöhe, englisch Sea-Level Pressure SLP, oder die 500 hPa-Druckfläche), berechnet werden. Letzteres ist heute üblich; dabei wird das langjährige Monatsmittel der 500-hPa-Höhenanomalie im Atlantikraum ab 20° nördlicher Breite bis zum Nordpol gebildet, eine statistische Hauptkomponentenanalyse für die mittlere Lage der Luftmassen durchgeführt (Emperical Orthogonal Function, EOF und Rotated Principal Component Analysis, RPCA), und darüber die Varianz ermittelt. Der NAO-Index ist die interpolierte mittlere tägliche Abweichung von diesem monatlichen Basiswert. Diese Methodik berücksichtigt auch die Einflüsse aller anderen bekannten Telekonnektionsmuster. Leider wurde die bekannte NAO-Reihe nach HURRELL eingestellt; sie liegt nur bis zum Winter 2019/20 vor. Auf die teilweise recht verwirrenden, komplizierten Berechnungsverfahre der NAO soll hier nicht noch näher eingegangen werden; wichtig ist folgender Merksatz: Je höher positiv die NAO-Werte, welche selbstverständlich tage- monats- und jahreszeitenweise vorliegen, sind, desto größer ist tendenziell das Luftdruckgefälle zwischen dem südlichen und dem nördlichen Teil des Nordatlantiks, was sich dann mehr oder weniger stark auch auf West- und Mitteleuropa auswirkt; aber ostwärts in den Kontinent nimmt der NAO-Einfluss ab; Osteuropa unterliegt ihrem Einfluss nur noch bei bestimmten Konstellationen (wenn sich das Azorenhoch bis nach Südosteuropa oder Kleinasien erstreckt und das Skandinavien-Tief bis zum russischen Eismeer reicht). Natürlich beeinflusst die NAO die Witterungs- und damit die Temperaturverhältnisse aller Jahreszeiten; aber nur im Winter und im März ist dieser Einfluss signifikant positiv (hohe NAO-Werte gehen fast stets mit höheren Wintertemperaturen in West- und Mitteleuropa einher). Es lassen sich drei NAO-Zustände unterscheiden:

Positiv. Bei einem positiven NAO-Index sind die Aktionszentren, sowohl Azorenhoch als auch Islandtief, gut ausgebildet. Dies führt in den meisten Fällen zu einer starken Westwinddrift (im Winter sehr mild, oft stürmisch!) und zu schnell wechselnden Abfolgen ostwärts ziehender Tiefausläufer und Zwischenhochkeile (Sehr wechselhafte Witterung mit Niederschlags- und kurzen Aufheiterungsphasen).

Neutral – hierbei sind zwei Fälle zu unterscheiden: Entweder mäßige Entwicklung beider Aktionszentren mit Durchschnittswettergeschehen. Oder aber ein starkes Azorenhoch und ein schwaches Islandtief oder umgekehrt. Dadurch kommt es zu abnormen Verlagerungen der klimatischen Einflüsse nach Norden respektive Süden.

Negativ. Bei einem negativen NAO-Index sind sowohl Azorenhoch wie Islandtief nur schwach ausgeprägt. Die Westwinddrift ist weitgehend zum Erliegen gekommen, es entstehen oft Blockierungen mit stabilen Wetterlagen (Schön- wie Schlechtwetter); im Winter kann es zu Kältewellen kommen; aber keinesfalls gibt es diese immer (es treten mitunter auch mildere Südlagen oder solche mit mildem Nordsee-Einfluss auf). Stark negativ (reversal). Hat das Azorenhoch den Platz des Islandtiefs eingenommen, und umgekehrt, so ist der NAO-Index stark negativ. Dies wird als High-over-Low-Lage bezeichnet. Nach HESS/BREZOWKY sind das die berüchtigten Hoch Nordmeer- und Hoch Nordmeer-Fennoskandien-Lagen, welche besonders in Norddeutschland meist Winterkälte bringen; auch der extrem kalte Jahreswechsel 1978/79 begann mit einer solchen Wetterlage. Zwei Beispiele, eines aus dem Kaltwinter 1995/96 und eines aus dem Mildwinter 2006/07, illustrieren sehr anschaulich, wie sich die NAO schon in den täglichen Wetterkarten erkennen lässt.

Abbildungen 1a und 1b: 1a (oben) ein Tag mit stark negativer NAO am 29. Januar 1996. Einer Hochdruckzone vom westlichen Nordatlantik über Skandinavien bis nach Nordrussland steht tiefer Luftdruck über SW-Europa gegenüber; kalte Festlandsluft (cP) strömt nach Mittel- und Westeuropa. Unten (1b) ein Tag im stürmischen, extrem milden Januar 2007 (18.01.) mit stark positiver NAO. Tiefem Luftdruck über dem Westatlantik/Skandinavien/Nordrussland steht sehr hoher über SW-Europa gegenüber; da dieser bis weit nach Westasien reichte, konnte die extrem milde Atlantikluft bis weit nach Russland hinein vorstoßen. Bildquellen: wetterzentrale.de

Wie stark die NAO die Häufigkeitsverhältnisse der Großwetterlagen und die Wintertemperaturen in Deutschland beeinflusst, zeigen zwei Grafiken mit verschiedenen NAO-Indices.

Abbildungen 2a und 2b: Oben (2a) Verlauf des leider eingestellten NAO-Index nach HURRELL bis zum Winter 2019/20; unten (2b der NAO-Index des britischen Wetterdienstes (Metoffice) bis zum Winter 2021/22. Die berechneten Gleitmittel (fette Kurven) sind stets 15-jährig und endbetont; blau ist das Flächenmittel der Wintertemperaturen in Deutschland, rotviolett die Häufigkeit der im Winter besonders milden West-, Südwest- und Nordwestlagen. Trotz einiger Unterschiede der beiden NAO-Reihen erkennt man die Dominanz hoher (positiver) NAO-Werte am Beginn des 20. Jahrhunderts und gegenwärtig. Man erkennt auch, dass seit dem Klimasprung von 1988 die Häufigkeit der westlichen Großwetterlagen stark zunahm, was die momentan extrem milden Winter sehr gut erklärt.

Do it yourself: Eine NAO selbst ermitteln

Mit den erworbenen Kenntnissen wollen wir nun eine einfache NAO „basteln“. Wir suchen dazu nicht den Baumarkt auf, sondern besorgen uns einfach hier die erforderlichen aerologischen Daten, welche beim Amerikanischen Wetterdienst seit 1948 vorliegen. Da uns ja der Winter in Deutschland interessiert, wählen wir eine Gefällestrecke entlang des zehnten östlichen Längengrades, welcher etwa durch die Landesmitte verläuft. Nun reichen zwei Punkte: Ein „Südpunkt“, wir nehmen 40°N und 10°E (etwa die Position Sardiniens) und ein „Nordpunkt“ auf 65°N und 10°E, das entspricht in etwa der Küste Mittelnorwegens. Der Einfachheit halber wählen wir für beide Punkte den Luftdruck auf Meeresspielhöhe (Sea Level Pressure) und erhalten folgendes Ergebnis:

Abbildung 3: Verlauf der Luftdruckmittelwerte (Winter) am Punkt 40°N, 10°E (orange) und 65°N, 10°E (blau)

Nun müssen wir nur noch die Luftdruck-Differenzen winterweise Südpunkt minus Nordpunkt bilden und bekommen so den zeitlichen Verlauf des Luftdruckgefälles der beiden Punkte seit dem Winter 1948/49.

Abbildung 4: Zeitliche Entwicklung des winterlichen Luftdruckgefälles zwischen Sardinien und Mittelnorwegen zwischen 1948/49 und 2021/22.

Überraschung: Man erkennt eine merklich steigende Trendlinie bei enormen Schwankungen. Sollte sich die Zirkulation wegen der angeblich so katastrophalen CO-Klimaerwärmung nicht abschwächen? Offenbar trat das Gegenteil ein, was auch die momentan so extrem milden Winter erklärt, weil die milden Westwinde nun beschleunigt in das Festland wehen (und in den heißeren Sommern „wärmt“ auch nicht das CO, sondern die stark zunehmende Sonnenscheindauer). Neben Wintern mit mehr als 25 hPa Differenz gab es vereinzelt auch welche mit negativer Differenz. So richtig spannend wird das Ganze aber, wenn man die Luftdruckmitteldifferenzen mit den zugehörigen Wintermitteln in Relation setzt.

Abbildung 5: Zeitlicher Verlauf der winterlichen Luftdruckmitteldifferenz auf Meeresspiegelhöhe zwischen Sardinien und Mittelnorwegen (rot) und der Wintertemperaturen (DWD-Flächenmittel als Index) mit je 9-jährigen Gleitmittelkurven. Man erkennt die enge Verzahnung; fast zwei Drittel der Gesamtvariabilität der Wintertemperaturen in Deutschland wird von dieser Luftdruckmitteldifferenz bestimmt (siehe auch die Wetterkarten-Beispiele der Abb. 1a und 1b).

Fazit: An der NAO führt kein Weg vorbei, wenn man die Entwicklung der deutschen Wintertemperaturen untersuchen möchte – freilich kann sie nicht alles erklären. Aber ein Blick auf die aktuellen Wetterkarten zeigt: Bis weit in den Januar 2023 sorgten positive NAO-Werte für das erneut sehr milde Hochwinterwetter.

Abbildung 6: Wetterkarte für den 12. Januar 2023. Diese ähnelt stark der Abb. 1b – positive NAO mit hohem Luftdruck im Südwesten und tiefem über dem nördlichen Nordatlantik gegenüber; aber ein Hoch östlich der Wolga versperrte diesmal der Warmluft den Weg nach Zentralrussland. Bildquelle: wetterzentrale.de

Restwinter 2023 – hat Kälte noch eine Chance?

Die recht gut zutreffende Bauern-Regel „War bis Dreikönigstag (06.01.) kein Winter, so folgt auch keiner mehr dahinter“ kann wegen der gewesenen Dezemberkälte diesmal nicht angewendet werden. Allerdings lässt auch die Witterungstendenz zwischen Ende Dezember und Anfang Januar, welche diesmal durchgängig sehr mild war, grobe Rückschlüsse zu; sie dauert meist noch einige Wochen, oft sogar den gesamten Winter, mehr oder weniger intensiv fort. Aber was sagt unsere NAO, für welche es auch Mittelfrist-Prognosen gibt? Zunächst wäre es hilfreich, zu wissen, was die NAO beeinflusst. Leider gibt es da nur Vermutungen – sowohl auf langfristiger wie auf kurzfristiger Zeitskala kommen dafür die Sonnenaktivität, die QBO, der Polarwirbel und die Meeresoberflächentemperaturen sowie die Meeresströmungen in Betracht. Konzentrieren wir uns einmal auf das kurzfristige Verhalten der NAO in den letzten Monaten – mit einem vorsichtigen Ausblick bis etwa Ende Januar.

Abbildung 7: Verlauf der NAO seit Mitte September 2022 mit Vorhersage (rot: Einzelmodelle, gestrichelt schwarz Mittelwert der Einzelmodelle) bis Ende Januar 2023. Man achte auf die „Delle“ mit negativen NAO-Werten in der ersten Dezemberhälfte, welche uns den kalten Frühwinter bescherte, seit Weihnachten ist die NAO stark positiv (warmes Westwetter); doch soll sie sich ab etwa der Monatsmitte abschwächen – ohne freilich dramatisch einzubrechen. Hinweis: Hier ist eine standardisierte NAO für die 500-hPa-Fläche des Luftdrucks gezeigt. Leider hat es sich immer noch nicht bis zu unseren amerikanischen Freunden herumgesprochen, dass es die Einheit „Millibar“ (mb) schon seit 1984 nicht mehr gibt – die offizielle SI-Einheit des Luftdrucks ist Hektopascal (hPa). Bildquelle: Amerikanischer Wetterdienst (NOAA).

Man kann also ab etwa Mitte Januar eine Abschwächung der Westwind-Zirkulation über dem Ostatlantik erwarten; zumindest im Bergland wird es winterlicher; im Tiefland werden die Nächte kühler mit Nachtfrösten, vielleicht wird es auch kurz mal weiß, und Flauten nehmen wieder zu – dass es aber demnächst für „richtigen“ Winter reicht, ist nicht sehr wahrscheinlich. Vermutlich verläuft also die zweite Januarhälfte merklich kühler und ruhiger als die erste. Das CFSv2-Modell geht nach wie vor von einem sehr milden Februar aus; auch der Polarwirbel bleibt, trotz einiger Störungen, vorerst noch zu kräftig für richtigen Winter in Deutschland – aber Irrtum ist bei solchen Prognosen immer möglich. Wie lange wir uns angesichts der horrenden, der Energiewende geschuldeten Energiepreise noch über Mildwinter mit hohen NAO-Werten freuen können, ist ungewiss – in naher Zukunft ist eine Abschwächung der winterlichen Westwind-Zirkulation, wie es sie in vergangenen Epochen auch gab, nicht unwahrscheinlich.

Stefan Kämpfe, Diplomagraringenieur, unabhängiger Natur- und Klimaforscher




Die letzten 8 Jahre waren die wärmsten jemals

Kip Hansen

Eine weitere Lektion darin, wie man eine gute Nachricht als Klimakrisen-Geschichte schreibt. Man muss es den Klima-Spinnern lassen – besonders im Journalismus.  In meiner Lieblingszeitung, die einmal Weltklasse war, der New York Times, steht folgende Geschichte:

Von Henry Fountain und Mira Rojanasakul, 10. Januar 2023

Die Welt blieb im vergangenen Jahr fest im Griff der Erwärmung, mit extremen Sommertemperaturen in Europa, China und anderswo, die dazu beitrugen, dass 2022 das fünftheißeste Jahr in der Geschichte war, sagten europäische Klimaforscher am Dienstag.

Die acht wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen sind nun seit 2014 zu verzeichnen, berichteten die Wissenschaftler vom Copernicus Climate Change Service der Europäischen Union, und 2016 bleibt das wärmste Jahr aller Zeiten.“

Das ist die ganze Geschichte in drei Bildern:

Das linke Bild stammt aus dem Artikel der New York Times. Das rechte Bild stammt von der NOAA-Site Climate at a Glance Global Time Series. Wenn Sie auf den Link klicken, wird die Grafik angezeigt (Anmerkung: Ich habe die horizontale Größe verkleinert, um sie an das Bild in der Times anzupassen).

Vergleichen Sie die beiden Bilder, und abgesehen von einigen geringfügigen Unterschieden bei den Zahlenwerten für 2015, 2016 und 2017 sind sie recht ähnlich.

Aber (es gibt immer ein Aber), die NOAA-Grafik kann in der oberen rechten Ecke eine Trendlinie für 2015-2022 zeigen, die „mindestens 8 Jahre“, die in dem NY Times-Artikel hervorgehoben werden.

Das ist die Vergrößerung dieser Ecke, wobei der Text aus Gründen der Klarheit neu getippt wurde).

Das Hinzufügen dieser Trendlinie ist eine Option auf der ursprünglichen offiziellen NOAA-Seite – sehen Sie selbst. (Ich wiederhole den Link zu Ihrer Bequemlichkeit).

Die Autoren der New York Times, Henry Fountain und Mira Rojanasakul, erwähnen einfach nicht die positive Geschichte, dass die letzten acht Jahre einen Trend von minus 0,87°C/Jahrhundert aufweisen.
Die gute Nachricht, die auf der Grundlage derselben Fakten – derselben Daten – hätte geschrieben werden können, ist also, dass die von der NOAA berechneten globalen Land- und Ozean-Temperaturanomalien für Januar-Dezember seit 2015 einen starken Abwärtstrend aufweisen.

Und das ist die Kurzfassung.

Kommentar des Autors dazu:

Mein langfristiger Rat lautet: „Zeichnen Sie keine Trendlinien in Diagramme ein.“ Die Steigung einer Trendlinie hängt immer von Anfangs- und Endpunkten ab. Es ist [fast] immer informativer, sich die Daten selbst anzusehen, in vielen verschiedenen grafischen Formen, als Linien über die Daten zu zeichnen. Die Trendlinie ist nicht die Daten – sie ist eine „Meinung“ desjenigen, der den Trend zeichnet (oder des Programmierers der Grafiksoftware), bezüglich der Anfangs- und Enddaten.

Dies gilt selbst für Daten, die ein offensichtliches Anfangsdatum zu haben scheinen, oder für einen zeitlich sehr langen Datensatz wie die modernen globalen Temperaturmessreihen. Die globale Temperatur hat nicht in dem Moment begonnen, als sie gemessen wurde.
Es sei darauf hingewiesen, dass in dem fraglichen Zeitraum zwei El Niños auftraten: 2014-16 und 2018-19.

Der Journalismus ist nach seinen eigenen Maßstäben dazu da, eine unvoreingenommene, abgerundete und ausgewogene Sicht auf das Thema einer Nachricht zu vermitteln.  Der achtjährige Abwärtstrend rechtfertigt sicherlich zumindest eine Erwähnung in dieser Geschichte über die letzten acht Jahre der „globalen“ Temperaturen.

Link: https://wattsupwiththat.com/2023/01/10/last-8-years-were-the-hottest-on-record/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Globale Erwärmung – anthropogenen oder natürlichen Ursprungs?

Daniel Nebert, MDCFACT Ed

Als Arzt-Wissenschaftler (und Kinderarzt) möchte ich einige wissenschaftliche Fakten in das politisch brisante Thema „globale Erwärmung/Klimawandel“ einbringen.

Erstens hat IPCC vor kurzem die Gemeinschaft der Erderwärmungs-Alarmisten schockiert, indem er sehr diskret einen Rückzug ankündigte (27. Oktober 2022), dass „ihre Computer-Modellschätzungen falsch waren“. Sie sehen „keinen ‚Klimanotstand‘ zwischen jetzt und dem Ende des Jahrhunderts“. Auf der Grundlage neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse hat die UNO ihre Vorhersage des globalen Temperaturanstiegs bis zum Jahr 2100 [1] auf nur noch etwa 2,5°C halbiert!

Sie berichten, dass die globalen Temperaturen in den nächsten 80 Jahren voraussichtlich mit demselben vernachlässigbaren Durchschnittstempo steigen werden wie in den letzten 80 Jahren – etwa „0,017 °C pro Jahr“. Diese Schätzung unterscheidet sich im Wesentlichen nicht von den „0,13 °C pro Jahrzehnt“, die von Roy W. Spencer (Meteorologe an der Universität von Alabama in Huntsville) seit 1979 [2] monatlich per Satellit gemessen wurden. Daher sollte es keinen Konflikt mehr zwischen den „Global Warming“-Alarmisten und den Nicht-Alarmisten geben! Es gibt keinen Klimanotstand!

Zweitens kann der lächerliche Mythos, dass atmosphärisches Kohlendioxid (CO₂) für die globale Erwärmung verantwortlich ist, nicht stimmen. Jeder Grundschüler wird Ihnen sagen, dass „Pflanzen CO₂ benötigen und Sauerstoff (O₂) ausstoßen. Tiere und Pilze nehmen O₂ auf und geben CO₂ ab. CO₂ ist für den Kreislauf des Lebens auf der Erde notwendig!“ CO₂ ist ein farbloses, geruchloses Gas, das 0,041 Volumenprozent in unserer Atmosphäre ausmacht; CO₂ ist kein Schadstoff. In den letzten 800.000 Jahren der Eiskerndaten gibt es keine konsistente Korrelation zwischen den globalen Erwärmungs- und Abkühlungszyklen einerseits und den globalen atmosphärischen CO₂-Werten andererseits.

Der globale atmosphärische CO₂-Gehalt betrug vor der industriellen Revolution schätzungsweise ~280 parts per million (ppm) und ist heute auf ~420 ppm gestiegen. Die Erde hat sich seit dem Ende der Kleinen Eiszeit (1300-1850 n. Chr.) um ~0,13 °C pro Jahrzehnt erwärmt. Nach jeder Abkühlungsphase der Erde gab es immer eine Erwärmungsphase – so wie heute.

Nur wenige Menschen scheinen sich darüber im Klaren zu sein, dass der CO₂-Gehalt in unserer Lunge 40.000-50.000 ppm erreicht, was uns dazu veranlasst, den nächsten Atemzug zu tun. Jeder Mensch atmet an einem durchschnittlichen Tag etwa 2,3 Pfund CO₂ aus. (Eine Person, die sich intensiv bewegt, kann bis zu achtmal mehr CO₂ ausatmen). Bei ~16 Atemzügen pro Minute für jeden der 8 Milliarden Menschen auf der Erde bedeutet dies ~16 Milliarden Pfund CO₂ pro Tag, die von allen Menschen produziert werden. Multipliziert man dies mit 40, erhält man ~640 Milliarden Pfund CO₂ pro Tag – was in etwa dem gesamten CO₂ entspricht, das von der gesamten tierischen und pilzlichen Biomasse auf dem Planeten ausgeschieden wird.

Die Gesamtemissionen der weltweiten Industrie pro Tag wurden für das Jahr 2020 auf ~16 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent geschätzt. Wenn eine metrische Tonne = 2200 Pfund ist, dann sind die „gesamten industriellen Emissionen“ = 35,2 x 109 = 35.200.000.000 (~35,2 Milliarden Pfund CO₂ pro Tag). Das bedeutet, dass die gesamte tierische und pilzliche Biomasse pro Tag mehr als 18 Mal so viel ausstößt wie alle derzeitigen industriellen Emissionen!

Wenn der weltweite atmosphärische CO₂-Gehalt 1750 bei ~280 ppm lag und heute bei ~420 ppm, woher kommt dann dieser Anstieg um ~140 ppm? Verschiedene Wissenschaftler haben geschätzt, dass die vom Menschen verursachten industriellen Emissionen vielleicht 100 ppm beigetragen haben, während die restlichen ~40 ppm des Gesamtanstiegs von ~140 ppm zwischen 1750 und heute auf „natürliche Ursachen“ zurückzuführen sind. Der Anstieg des atmosphärischen CO₂-Gehalts hat dazu beigetragen, die Erde zu „begrünen“ und die Pflanzenproduktion erheblich zu steigern.

Abschließend noch eine Bemerkung zur „Öko-Angststörung“, die in der Pädiatrie häufiger vorkommt als bei erwachsenen Patienten. Diese Störung wird durch soziale Medien und Mainstream-Medien verursacht, die aufgrund der steigenden globalen Temperaturen wahrheitswidrig das „Ende der Welt, wie wir sie kennen“ vorhersagen. Diese Panik kann zu verstärkten Ängsten, Depressionen, posttraumatischen Belastungsstörungen, niedrigeren Geburtenraten, höheren Selbstmordraten, Drogenmissbrauch, sozialen Störungen einschließlich zunehmender Gewalt und einem erschütternden Gefühl des Verlusts führen.

Meiner Meinung nach handelt es sich dabei um eine schwere Form des Kindesmissbrauchs. In Anbetracht des jüngsten Eingeständnisses des UN-Klimarats IPCC, dass kein Klimanotstand absehbar ist, und der Tatsache, dass CO₂ eindeutig für nichts von alledem verantwortlich ist, sollten die Alarmisten verantwortungsbewusst ihre falschen Behauptungen zugeben – und zwar gegenüber allen. Und lassen Sie uns gemeinsam fröhlich weitermachen, weil wir jetzt alle auf der gleichen Seite stehen!

REFERENCES

[1] https://breakingviewsnz.blogspot.com/2022/11/barry-brill-overdue-retraction-of-giant.html

[2] https://www.drroyspencer.com/uah-global-temperature-update-for-september-2022-0-24-deg-c/

Dr. Nebert is professor emeritus in the Department of Environmental & Public Health Sciences at University of Cincinnati College of Medicine, and in the Department of Pediatrics & Molecular Developmental Biology (Division of Human Genetics), at Cincinnati Children’s Hospital.

Link: https://www.cfact.org/2023/01/05/man-made-or-natural-global-warming/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




EVs müssen vielleicht in den Winterschlaf

Duggan Flanakin

Wie wir erfahren haben, sind die Schweizer so besorgt über Stromausfälle mitten im Winter, dass das Land erwägt, den Menschen das Aufladen ihrer Elektrofahrzeuge zu verbieten. Der Verordnungsentwurf besagt, dass „die private Nutzung von Elektroautos nur für absolut notwendige Fahrten erlaubt ist“. Diese Einschränkung würde dem Verbot von heißem Wasser in Waschmaschinen und der Beschränkung von Video-Streamings folgen.

Glauben Sie, das ist ein Zufallstreffer?

Denken Sie noch einmal darüber nach.

Erst vor wenigen Monaten hat der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom (eigentlich das nicht gewählte California Air Resources Board) den Bürgern des Golden State während einer Hitzewelle im Sommer verboten, ihre Elektroautos nach 16 Uhr aufzuladen.

Wenn schon die relativ geringe Anzahl von E-Fahrzeugen die Regierungen dazu veranlasst, die Ladezeiten zu rationieren, dann stellen Sie sich einmal die Rationierung – und die steigenden Kosten – des Stroms für E-Fahrzeuge (und den gesamten Strom, den wir verbrauchen) vor, wenn es 50 Millionen davon auf den amerikanischen Straßen gibt.

Zu kalt, benutzen Sie Ihr E-Fahrzeug nicht. Zu heiß, laden Sie Ihr E-Fahrzeug nicht mehr auf. Zu schade.

Die „Mächtigen“ haben angeordnet, dass Sie bald elektrisch fahren oder zu Fuß gehen MÜSSEN. Sowohl die Europäische Union als auch der Bundesstaat Kalifornien (und damit die gesamten USA) haben Gesetze erlassen, die besagen, dass ab 2035 NUR noch Elektroautos (oder vielleicht wasserstoffbetriebene Fahrzeuge) verkauft werden dürfen.

Das ist ein Dutzend Jahre von heute an.

Die meisten Autohersteller haben den Schwanz eingezogen und den Verbrennungsmotor (ICE) aufgegeben, der über ein Jahrhundert lang die Grundlage für die Ausweitung der menschlichen Freiheit war.

Eilmeldung! Der Vorstandsvorsitzende von Volkswagen Thomas Schäfer berichtet, dass „Investitionen in energieintensive Produktion oder neue Batteriezellenfabriken in Deutschland und der EU praktisch unrentabel sind“, wenn die realen Kosten der Energieerzeugung nicht unter Kontrolle gebracht werden.

Das würde jedoch eine Rückbesinnung auf (schauder!) fossile Brennstoffe erfordern – was natürlich in diesem Winter überall auf dem grünen Kontinent geschieht.

Dies ist der gleiche VW-Konzern, der 2018 (nachdem er beim Lügen über seine Dieselabgase ertappt wurde) eine nationale Werbekampagne mit den Flintstones [= Familie Feuerstein] und den Jetsons [genannt The JetStones] startete.

Der Werbespot beginnt mit einem unrasierten Fahrer eines orangefarbenen ICE-Fahrzeugs, der an einer roten Ampel anhält, während der Titelsong von „The Flintstones“ gespielt wird; dann fährt ein Chevy Bolt EV zum Titelsong von „The Jetsons“ vor und lässt das „steinzeitliche“ ICE-Fahrzeug weit hinter sich, als die Ampel grün wird.

Das ist übrigens derselbe Chevy Bolt, für den die National Highway Traffic Safety Administration eine Rückrufmeldung (für Fahrzeuge der Modelljahre 2017-2022) herausgegeben hat, „weil die Gefahr besteht, dass das Hochspannungs-Batteriepaket Feuer fängt.“ Und die Antwort von GM [Der Autobauer General Motors in den USA] war, alle Bolt-Besitzer aufzufordern, ihre Autos im Freien und nicht in der Nähe von Gebäuden zu parken „und die Fahrzeuge nicht über Nacht aufzuladen.“

Na, wer hätte das gedacht? Sogar die Autohersteller (GM hat an dieser Kampagne mitgewirkt) erkennen, dass Elektroautos eine Karikatur sind. Oder wie der Autor von Old Cars Weekly Bob Tomaine sinniert: „Es gibt Zeiten, in denen es so einfach ist, über etwas zu lachen, dass es fast unfair erscheint. Sich über Elektroautos und die träumenden Pseudo-Intellektuellen, die sie lieben, lustig zu machen, fällt in diese Kategorie“.

Apropos Pseudo-Intellektuelle: Vor ein paar Monaten, als es nach dem großen Hurrikan in Florida zu kurzzeitigen Stromausfällen kam, erklärte Energieminister Pete Buttigieg gegenüber Fox Business Moderator Neil Cavuto, dass E-Fahrzeuge während eines Stromausfalls „im Grunde wie ein Generator funktionieren können, nur dass man keinen Diesel für sie bereithalten muss“.

Wie man dann seine leere Batterie wieder auflädt, schien für Bürgermeister Pete keine Rolle zu spielen.

Und einen Monat später prahlte Präsident Biden vor Gewerkschaftsvertretern damit, dass, „wenn ein Gewitter den ganzen Strom im Haus lahm legt, raten Sie mal? Sie können Ihr Auto an das Haus anschließen und es leuchten lassen. Sie glauben, ich mache Witze?“

Nun, ja, genau das tun wir. Denn solche schnoddrigen Antworten auf die Realität, dass die totale Abhängigkeit von elektrischer Energie, die ausschließlich durch Wind und Sonne (und vielleicht Erdwärme und Wasserkraft) erzeugt wird, ein Wunschtraum ist, zumindest für die absehbare Zukunft.

In der realen Welt ist die Menge an Batteriespeichern, die für den Betrieb von Städten, Nationen und sogar massiven Internetservern erforderlich ist, heute nicht vorhanden, wird 2035 nicht vorhanden sein und kann in absehbarer Zukunft nicht vorhanden sein. Das bedeutet, dass die Abhängigkeit von intermittierenden Energiequellen (Wind und Sonne) sicherstellt, dass die Schweizer Notfallbeschränkungen weithin umgesetzt werden (entweder de facto oder de jure).

Erinnern Sie sich an die dunklen Tage der COVID-19-Abschaltungen, als Sie zu Hause saßen und aus dem Fenster schauten und sich wünschten, Sie hätten ein Leben? Das ist nichts im Vergleich zu den dunklen Tagen, die uns bevorstehen, wenn es zu langfristigen Stromausfällen kommt, wie sie für die EU-Länder – einst die Erste Welt – in diesem Winter vorhergesagt werden.

Die derzeitigen Bedingungen deuten darauf hin, dass der größte Teil Europas in diesem Winter mit Energierationierungen oder Stromausfällen konfrontiert sein wird, die (neben anderen Problemen) auch die mobile Kommunikation beeinträchtigen könnten.

Laut dem EU-Kommissar für Krisenmanagement Janez Lenarcic ist es im Falle eines gleichzeitigen Stromausfalls in mehreren EU-Ländern (was leicht der Fall sein kann) „durchaus möglich, dass innerhalb der EU Katastrophenhilfe geleistet werden muss“.

Kurz gesagt, dank der „Weisheit“ unserer karikaturistischen modernen „Führer“ werden nicht nur Elektrofahrzeuge zum Winterschlaf verdammt sein – oder schlimmer noch, zu Unterkühlung und Hunger.

Und das ist kein Scherz.

This piece originally appeared at RealClearEnergy.com and has been republished here with permission.

Link: https://cornwallalliance.org/2023/01/evs-may-have-to-hibernate/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE