Wird Grönland jemals wieder „grün“ werden?

David Legates

Es ist wieder einmal so weit. Die Hitze des Sommers ist so gut wie vorbei, und jetzt können alle Statistiken über die Sommerschmelze veröffentlicht werden. Dies ist der perfekte Zeitpunkt, um der Bevölkerung wieder einmal Angst zu machen, dass Grönland in einem alarmierenden Tempo schmelzen und die Küstenstaaten überflutet werden. In Staaten wie Iowa und Missouri nehmen nur wenige davon Notiz. Aber in dem Staat mit der niedrigsten mittleren Höhe – Delaware – werden solche Ankündigungen nicht auf die leichte Schulter genommen.

Deshalb haben meine Mitbürger im „First State“ genau aufgepasst, als in einem kürzlich erschienenen Artikel des Smithsonian Magazine behauptet wurde, dass „wenn das gesamte Grönlandeis schmilzt, so sind sich die Wissenschaftler einig, die Erde mit einem Anstieg des Meeresspiegels um etwa einen Meter rechnen muss“. Man beachte, dass alle Wissenschaftler mit dieser Aussage übereinstimmen, also wer sind wir, um zu widersprechen?

Nun, ich sicherlich nicht! Denn ich las den Artikel weiter und fand ein Zitat von Ted Scambos, einem „Eisschild-Experten an der Universität von Colorado Boulder“. Er sagte, dass es mehrere Jahrhunderte dauern würde, um [dieses Niveau des Rückzugs] zu erreichen“. Hmmm … Ich schätze, es ist alles eine Frage des Timings.

Aber auch das ist nur eine Frage der räumlichen Verteilung. Es erstaunt immer wieder, wenn man hört, dass wärmere Bedingungen zu mehr Schnee in Grönland führen werden. Wie kann das sein? Nun, wärmere Luft kann bei Sättigung mehr Feuchtigkeit enthalten als kalte Luft. Wenn also die Temperatur steigt, kann es zu mehr Niederschlag kommen. Vielleicht haben Sie schon einmal den Satz gehört: „Es ist zu kalt, um zu schneien“. Richtig müsste es heißen: „Es ist zu kalt, um viel Schnee zu bekommen“. Die Lufttemperaturen in Zentralgrönland steigen zwar, aber sie nähern sich nicht dem Gefrierpunkt. Daher fällt der Niederschlag immer noch als Schnee, aber durch die verbesserte Fähigkeit, Schnee durch wärmere Luft zu transportieren, nimmt der Schneefall zu. Dies zeigt sich darin, dass das Eis in Mittelgrönland tatsächlich zu- und nicht abnimmt.

In einem anderen aufschlussreichen Absatz des Artikels heißt es jedoch: „Der neue Wert von 25 cm … ist höher als die Schätzungen des Meeresspiegelanstiegs in anderen aktuellen Prognosen“. Sie zitieren den jüngsten Bericht des IPCC, wonach der globale Meeresspiegel bis 2100 aufgrund der Eisschmelze in Grönland nur um 5 bis 13 cm steigen wird. Wie können diese Forscher argumentieren, dass das IPCC – das angesehene globale Gremium von Wissenschaftlern – um einen Faktor zwischen 2 und 5 daneben liegt? Nun, Wissenschaftler können immer sagen, dass es schlimmer sein wird… aber wir können das IPCC nicht kritisieren, wenn es andersherum wäre.

Tatsache ist, dass der Meeresspiegel zwar ansteigt, dieser Anstieg aber im letzten Jahrhundert keine nennenswerte Beschleunigung erfahren hat. Der Meeresspiegel steigt seit dem Ende der letzten Eiszeit vor etwa 22.000 Jahren und wird meiner Meinung nach weiter ansteigen, bis (1) kein Eis mehr auf dem Planeten vorhanden ist oder (2) wir den Kurs umkehren und auf eine neue Eiszeit zusteuern. Die Pole werden sich aus mehreren Gründen immer schneller erwärmen/abkühlen als andere Teile des Planeten. Bei gleichem Energieeinsatz wird sich kalte Luft stärker erwärmen als wärmere Luft. Zweitens hat Wasserdampf eine höhere spezifische Wärme als trockene Luft, d. h. es wird mehr Energie benötigt, um warme, feuchte Luft zu erwärmen als warme, trockene Luft bei gleicher Temperatur. Drittens verringert das schmelzende Eis die Energiemenge, die von der Oberfläche reflektiert wird, was zu einer positiven Rückkopplung führt, bei der der Verlust von Eis zu mehr Energieabsorption führt, was wiederum wärmere Temperaturen zur Folge hat, was wiederum zu einem weiteren Verlust von Eis führt.

Beantworten wir also die Titelfrage: Wird Grönland jemals wieder „grün“ sein? Wenn wir den Anstieg des Meeresspiegels aufhalten wollen, müssen wir in eine weitere Eiszeit eintreten. Doch während der Meeresspiegel kein Thema mehr sein wird, werden die unzähligen Probleme, die kältere Bedingungen mit sich bringen werden, erst der Anfang sein. Änderungen der Kohlendioxid-Konzentration werden jedoch praktisch keine Auswirkungen auf den Meeresspiegelanstieg haben. Um es mit einem Satz aus dem Artikel zu sagen: Grönland könnte wieder grün werden, „aber um das zu erreichen, bräuchten wir mehrere Jahrhunderte, vielleicht sogar mehr.

Autor: Dr. David Legates is a retired Professor of Climatology at the University of Delaware, former Delaware State Climatologist, and author of numerous peer-reviewed articles on meteorology, climate change, and human influence on climate.

Link: https://cornwallalliance.org/2022/09/will-greenland-ever-be-green-again/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Die Sommererwärmung am Tage bestimmt vorrangig die Jahreserwärmung seit 1988

Josef Kowatsch, Stefan Kämpfe

Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) erwärmte sich das heutige Deutschland seit 1881 bis heute um 1,6 Grad. Soviel zeigt das Flächenmittel der heutigen Wetterstationen mehr an als vor 140 Jahren, die allerdings noch an ganz anderen und kälteren Standorten standen. Viel der gemessenen DWD-Erwärmung machen somit auch Nutzungsänderungen und Standortveränderungen aus, man nennt das Wärmeinseleffekt (WI). Der WI-Effekt bei den heutigen wärmeren Standorten ist menschenverursacht. Doch dieser soll in diesem Aufsatz zunächst unberücksichtigt bleiben. Gehen wir somit von den 1,6 Kelvin Jahreserwärmung von 1881 bis 2021 aus.

Abb. 1a und 1b: Man kann verschiedene Betrachtungsweisen wählen, um den Verlauf der Jahresmitteltemperaturen seit 1881 zu interpretieren. Nicht strittig ist jedoch das Fehlen einer längeren Erwärmungsphase, welche, je nach Betrachtungsweise, schon um 1900 oder erst um 1950 begann, aber mit Sicherheit mit dem Kaltjahr 1987 endete. Oben (1a) die Einteilung nach KÄMPFE, unten (1b) nach KOWATSCH. Die vom DWD veröffentlichten Deutschlandtemperaturen zeigen seit 1881 einen Anstieg um 1,6°C

Nun lag aber 1881 in einer Kaltphase am Ende der Kleinen Eiszeit. Das zeigt uns die nächste Grafik der Wetterstation Hohenpeißenberg, deren Daten bis 1781 vorliegen.

Abb. 2: Die Wetterstation Hohepeißenberg zeigt für das DWD-Startjahr 1881 eine Temperaturdepression. Die Daten sind zuverlässig bis 1936, weil erst nach 1936 die Stationsverlagerung an wärmere Standorte erfolgte.

Aus den Grafiken 1 und 2: Die Kaltphase war erst um 1900 beendet. Eine Grafik ab 1898 bis 1987 (90 Jahre) zeigt keinerlei Temperaturanstieg, hat da CO2 noch nicht gewirkt? 

Abb. 3: Die vom DWD herausgegebenen Jahrestemperaturen Deutschlands zeigen zwischen 1898 und 1987, also 90 Jahre lang, keinerlei Erwärmung.

Aus den DWD-Daten lesen wir ab: Die hauptsächliche Klimaerwärmung begann erst durch einen Temperatursprung im Jahre 1988.

Abb. 4: Ab 1988 wurde es in Deutschland plötzlich wärmer, die Trendlinie der 2000 Wetterstationen steigt seitdem weiter.

Erklärung: Die Trendlinie der Abb. 4 beginnt ein halbes Grad höher als bei Abb.3. Im Schnitt der Einzelmonate fand der Sprung bei den Jahrestemperaturen auf ein höheres Niveau 1988 statt. Einzelne Monate lagen auch bereits davor oder wie der April erst später. Ein Temperatursprung kann nicht durch CO2 herbeigeführt werden. Ein Temperatursprung wie 1988 hat natürliche Gründe. Und die seitdem anhaltende Erwärmung ab 1988 von 0,28 C/Jahrzehnt unterziehen wir nun einer näheren Betrachtung hinsichtlich Jahreszeiten.

Aber fassen wir erst einmal zusammen: Die Klimaerwärmung Deutschlands fand hauptsächlich erst ab 1988 statt. Und nicht wie behauptet seit über 100 Jahren oder seit Beginn der Industrialisierung.

Wir fragen uns weiter: Wie war diese Deutschland-Erwärmung ab 1988 auf die Jahreszeiten verteilt, unterscheiden sich Sommer und Winter?

Abb. 5: Die Erwärmung ab 1988 fand hauptsächlich im Sommer statt. Steigung y=0,046x

Halten wir zwischenzeitlich fest: Die Klimaerwärmung fand hauptsächlich ab 1988 in der Jahreszeit Sommer statt.

Fragt man sich nun weiter, ob  die Sommertage rundum wärmer wurden oder ob es Tag/Nachunterschiede gibt, dann erhält man folgende Vergleichsgrafiken. Anmerkung: Von DWD-Deutschland liegt diese Erfassung in mittlere T-max und T-min nicht vor, wir haben exemplarisch Ellwangen und Dachwig genommen, weil die allg. Sommererwärmung (braune Grafik) bei Ellwangen etwa die gleiche Steigung hat wie die DWD-Deutschland, bei Dachwig etwas weniger.

Abb. 6a und 6b: Der Der Temperaturanstieg im Sommer erfolgte hauptsächlich tagsüber, die nächtlich gemessenen mittleren T-Min-Temperaturen steigen kaum im Vergleichszeitraum. Beim ländlichen Dachwig im Thüringer Becken (6b, unten) zeigt sich ein ganz ähnliches Bild – die mittleren Minima steigen dort überhaupt nicht.

  1. Die angeblich CO2– verursachte Klimaerwärmung fand gar nicht wie behauptet seit dem Beginn der Industrialisierung statt.
  2. Die Klimaerwärmung fand in Deutschland erst ab 1988 statt, und zwar hauptsächlich im Sommer und auch nur tagsüber.
  3. Das ist der Beweis, dass CO2 nicht der Hauptverursacher der Erwärmung sein kann.  

Beachte: Alle Daten der Grafiken sind nicht wärmeinselbereinigt.

Aus den DWD-Daten ergibt sich die nächste Fragestellung: weshalb fand die Klimaerwärmung nur tagsüber und hauptsächlich im Sommer statt? Antwort: Die Zunahme der Sonnenstunden ab 1988 und die großflächige Trockenlegung Deutschlands sowie häufigere Süd-, Südwest- und Zentralhochlagen sind der Hauptgrund der enormen Tageserwärmung in den drei Sommermonaten. Und nachts scheint eben keine Sonne.

Abbildung 7: Um etwa 90 Stunden nahm die Sonnenscheindauer seit 1988 zu, das musste stark erwärmend wirken. Der Sommer 2022 war der mit Abstand sonnigste seit dem flächendeckenden Aufzeichnungsbeginn der Sonnenscheindauer im Jahre 1951.

Fazit: Es gibt natürliche Ursachen der Klimaerwärmung im Sommer, aber auch vom Menschen verursachte:

Natürliche Ursachen: Zunahme der Sonnenstunden und Zunahme der Zentralhoch-, Süd- und Südwestwetterlagen, im Sommer herrscht zunehmend mediteranes Klima, vor allem im Süden Deutschlands.

Menschenverursachte Klimaerwärmung a) zunehmende Landschaftsversiegelungen durch Bebauung, siehe Versiegelungszähler. (Stand 50 428 qkm) Das Regenwasser wird nicht zurückgehalten, sondern geht über die Kanalisation direkt ins Meer zurück.

b) Trockenlegung von Feld, Wald und Flur durch Drainagen, aber auch mittels Photovoltaikanlagen und Windrädern. Ferner ständige Zerstörung der wasserspeichernden Humusschicht: Über die Hälfte der Deutschlandfläche ist betroffen. Großflächige Deutschlanderwärmung im Sommer auf Maxima bis zu 40°C, Versteppung der freien Fläche im Sommer.

Beide Ursachen, natürliche und anthropogene begünstigen sich gegenseitig und korrelieren miteinander.

Der WI-Effekt im Winter ist viel kleiner und wird nur bei den städtischen, bzw. stadtnahen Wetterstationen durch die Gebäudeheizung tags und nachts gleichermaßen erzeugt. Mit dem Ausufern der Städte, der Erweiterung der energieintensiven Industrie- und Gewerbegebiete steigt der winterliche WI-Effekt ebenfalls weiter an.

Erkenntnis: Die natürlich bedingten Ursachen der Erwärmung seit 1988 können sich wieder ändern, das haben wir nicht in der Hand. Die menschenverursachten Flächenversiegelungen und Trockenlegungen halten leider an. Vor allem die gläubige CO2-Treibhauswissenschaft verhindert einen „sinnvollen Kampf dem Klimawandel“. Die tagsüber stattfindende und menschenverursachte sommerliche Erwärmung seit 1988 wird hartnäckig ignoriert, da sie der CO2-Treibhaustheorie widerspricht.

Abhilfevorschläge, die auch helfen: Wiedervernässung der deutschen Landschaften. Den Regen dort halten, wo er niedergeht, in Städten und in Landschaften. Man muss nicht gleich die Dachrinnen abbauen oder die Drainagen aus den landwirtschaftlichen Flächen rausreißen und das einstige mittelalterliche Sumpfgebiet wiederherstellen. Auch mehr Kleinspeicher zur landwirtschaftlichen Bewässerung (in Ostdeutschland sind diese vielfach noch aus DDR-Zeiten vorhanden; nur die Beregnungsanlagen wurden nach 1990 abgebaut), können bei der Ertragssicherung im Ackerbau helfen und das lokale Klima verbessern.

In allen Artikel machten wir bislang diverse Einzelvorschläge, teils auch durch Anregungen der Kommentatoren. Hier nun vier weitere Beispiele:

Abbildung 8: Noch aus DDR-Zeiten stammender Kleinspeicher an einem Bach in Kromsdorf bei Weimar. Hauptsächlich zur Bewässerung angelegt (die DDR musste sich weitgehend selbst mit Grundnahrungsmitteln sowie Obst und Gemüse versorgen), wird durch solche Wasserflächen auch das Lokalklima verbessert, und es entstehen neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere in der meist ausgeräumten Agrarlandschaft. Foto: Stefan Kämpfe

Abbildung 9: Foto Kowatsch, Schaffung von begrünten Tümpeln und Weihern in der Landschaft, auf dem Bild zwischen den beiden Waldstücken zu sehen.

Erklärung zu Abbildung 9: Die beiden Waldstücke und die intensiv genutzten Wiesen sind durch Drainagen trockengelegt. In der Talsohle ist der kerzengerade angelegte Abwasssergraben erkennbar, der in eine begrünte Weihermulde mündet. Bei plötzlichen Gewittern füllt sich der Weiher, das Wasser versickert und verdunstet im Sommer. Die Pflanzen vergrößern die Verdunstung, kühlen zusätzlich und erhöhen den Wasserdampfgehalt in der Luft. Zugleich dient der begrünte Weiher dem Hochwasserschutz.

– Hecken: In ausgeräumten Agrarlandschaften, wie etwa der Magdeburger Börde oder der Leipziger und der Münsterländer Tieflandsbucht, würde die Anlage von Baumhecken dabei helfen, die Austrocknung zu bremsen. Der dafür erforderliche Verlust an landwirtschaftlicher Nutzfläche wird durch die eintretende Ertragssteigerung infolge der Verbesserung des Kleinklimas mehr als ausgeglichen; auch erhöht sich die Ertragssicherheit, und die Artenvielfalt in der Pflanzen- und Tierwelt wird gefördert. Hecken helfen mit, den Humus vor Ort zu halten, da sie das bei Starkregen auftretende Oberflächenwasser abbremsen.

Abb. 10: Heckenlandschaft in Schleswig-Holstein (Foto: imago images / blickwinkel) Auch der Wind wird gebremst und kann den Humus nicht fortwehen wie das in ausgeräumten Agrarlandschaften häufig der Fall ist. Bitte googeln, Bodenerosion durch Wind

– Vermehrte Humusbildung. Eine Tonne Humus kann die fünffache Menge Wasser einspeichern. „Experten gehen davon aus, dass pro Jahr etwa 0,3 bis 1,4 Tonnen Boden pro Hektar und Jahr auf natürliche Weise neu gebildet wird. Jährlich gehen aber im Schnitt zwischen 1,4 und 3,2 Tonnen Boden pro Hektar durch Erosion verloren.“ Im Schnitt gehen somit etwa 1,5 Tonnen Humus pro Hektar jährlich verloren. Diese Angabe brauchen wir für die Überschlagsrechnung

Die landwirtschaftlichen Flächen in Deutschland lagen im Jahr 2021 bei 16,6 Millionen Hektar. (46% der Deutschlandfläche)  Rechnen wir im Schnitt mit 1,5 Tonnen Humusverlust auf 1 Hektar, dann sind dies 1,5 x 16,6 Millionen Tonnen Humusverlust jährlich allein auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen. Die verringerte Wasserspeicherung des Bodens durch Humusverlust beträgt somit: 1,5 x 16,6 x 1000000 x 5000 Liter.

Um die Humusbilanzen zu verbessern, müssen sich die Fruchtfolgen ändern: Weg mit dem Humuszehrer Mais, dafür mehr Leguminosen und Futterkulturen (Klee- und Luzernegras) in die Fruchtfolgen. Auch im Wald ist Humus ein großes Thema: Laubbäume, besonders Linden und Buchen, bilden viel wertvollere Humusformen, als Fichten und Kiefern. In Land- und Forstwirtschaft ist außerdem stärker auf die Vermeidung von Bodenverdichtungen zu achten, denn diese beeinträchtigen das Wasserspeichervermögen der Böden enorm.

Fazit: Alles durch Flächenversiegelung, Trockenlegungen, Bodenverdichtungen und Humusvernichtung sofort abgeleitete Wasser geht ins Meer und trägt seit Jahrzehnten zum Meeresspiegelanstieg bei. Das muss aufhören. Unsere Vorschläge sind Klimaschutz, die dem Klima helfen.

Josef Kowatsch, Naturbeobachter, aktiver Naturschützer und unabhängiger Klimaforscher

Stefan Kämpfe, Diplomagraringenieur, unabhängiger Natur- und Klimaforscher

 




„Uns bleiben 500 Tage, um Klima-Chaos zu vermeiden“

Cap Allon

Angst ist eine mächtige Waffe. Die Bedrohung durch eine drohende „Klimakatastrophe“ wird seit Jahrzehnten zur Kontrolle der Weltbevölkerung eingesetzt. Es ist an der Zeit, dass wir alle aufwachen.

[Hervorhebung im Original]

In den 1960er und 1970er Jahren waren Warnungen vor Ozonabbau, saurem Killerregen, die Ernte bedrohenden Dürren und sogar einer drohenden Eiszeit in den Tageszeitungen zu lesen – Drohungen, die absichtlich ausgesprochen wurden, um die Schafe in Angst und Schrecken zu versetzen und gefügig zu machen.

In den 1980er Jahren wurden diese Warnungen dann verfeinert, sorgfältig und böswillig zu der vielleicht größten Kontrollmaßnahme geformt, die je erdacht wurde. Am Ende des Jahrzehnts waren die Eliten bereit, sie auf die Massen loszulassen.

Sie erkannten, dass die Angst, wenn man dem Volk die Schuld an einer drohenden Katastrophe gibt, zusätzliche ausbeutbare Schichten erzeugt. Schichten der Schuld, des Machtkampfes, der Spaltung und der Besteuerung. Der Name der Kontrollmaßnahme war Anthropogenic Global Warming (AGW).

Die Aussage von James Hansen von der NASA vor dem Kongress im Jahr 1988 brachte den Stein ins Rollen, oder man kann ihm zumindest zugute halten, dass er die Politiker auf die „Maßnahme“ aufmerksam gemacht hat. Hansen brachte die menschlichen CO2-Emissionen mit den steigenden globalen Temperaturen in Verbindung und prognostizierte drei „Erwärmungsszenarien“ für die Zukunft (klicken Sie hier, um herauszufinden, wie gut er abgeschnitten hat – Spoiler: er hat grandios schlecht abgeschnitten).

Die UNO und ihre korrumpierten Schoßhündchen in den Medien verschwendeten keine Zeit, um das „Projekt Angst“ auf den Weg zu bringen, und begannen schnell, mit ihren eigenen wissenschaftlich nicht fundierten Weltuntergangsszenarien hausieren zu gehen.

Eine AP-Schlagzeile aus dem Jahr 1989 lautete bereits: „Steigende Meere könnten Nationen auslöschen: U.N.-Beamte“ – in dem Artikel warnte ein U.N.-Beamter, dass ganze Nationen von der Landkarte verschwinden würden, wenn die Welt die Erwärmung bis zum Jahr 2000 nicht umkehren würde.
Die Wissenschaft sagte uns, dass die Arktis bis 2009, bis 2013, bis 2015, bis 2016, bis 2018 und jetzt bis… 2050 völlig eisfrei sein würde…?

Al Gore ist der König der Schwindler, aber auch die meisten modernen Politiker sind auf den Trick hereingefallen (sie mussten es, um einen kleinen, aber lauten – und gehirngewaschenen – Teil der Bevölkerung zu beschwichtigen), obwohl einige es weiter treiben als andere und sich dadurch blindlings der Lächerlichkeit und dem erzwungenen Rückzug ihrer zukünftigen Selbst aussetzen, wenn sich ihre Vorhersagen unweigerlich als falsch erweisen.

Im Mai 2014 behauptete der französische Außenminister Laurent Fabius bei einem gemeinsamen Auftritt mit dem damaligen US-Außenminister John Kerry, „wir haben 500 Tage Zeit, um ein Klimachaos zu vermeiden.

[Hervorhebung im Original]

Fabius‘ lächerliche Äußerungen fielen in die Anfangszeit der Ausarbeitung des Pariser Klimaabkommens, eines Abkommens, das 195 Unterzeichner fand und schließlich im November 2016 in Kraft trat (etwa 60 Tage nach der von Frankreichs Außenminister genannten Frist für die Katastrophe).

Aber Fabius ist sicher nicht der Einzige.

Die jüngste Geschichte ist übersät mit Beispielen für verstrichene Weltuntergangsdaten. Es gibt lange Listen, die auf Blogs im Internet zusammengestellt wurden; es gibt Kataloge, die Tausende und Abertausende gescheiterter Klimavorhersagen von Politikern, Wissenschaftlern und Journalisten gleichermaßen dokumentieren. Unglücklicherweise wird diese Realität von den gekauften und völlig korrumpierten Medien nie erwähnt – die Wissenschaft steht schließlich fest, und die Tatsache, dass jede düstere Klimavorhersage der letzten 40 Jahre falsch war, ist scheinbar völlig irrelevant.

Wir Menschen sind jedoch Schafe.

Wir sind leicht zu hüten.

Die wenigen Antiautoritären unter uns haben es immer schwerer, denn die modernen Möglichkeiten der Revolte werden immer mehr beschnitten. Sogenannte „Fact-Checker“ filtern die Sprache im Internet, und sie, und nur sie, entscheiden, was wahr ist, und können so auf Geheiß ihrer totalitären Hintermänner das Narrativ und damit die Realität selbst so formen, wie sie es für richtig halten (und zwar zu allen Themen; von AGW bis COVID, von der Ukraine bis BLM). Es ist längst an der Zeit, dass wir aufstehen. Es ist Zeit, dass wir uns auflehnen.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Link: https://electroverse.co/we-have-500-days-to-avoid-climate-chaos/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Journalisten „angewiesen“, „jede extreme Hitze dem vom Menschen verursachten Klimawandel zuzuschreiben“

Cap Allon

[Der folgende Beitrag ist kaum zu glauben. Aber die hinterlegte Abbildung beweist, dass hier nach Wissen des Übersetzers zum ersten Mal eine Anweisung an Journalisten vorliegt, wie und was sie zum Thema Klima zu schreiben haben! – A. d. Übers.]

Journalisten wird ein Leitfaden an die Hand gegeben, der ihnen zeigt, wie sie richtig über extreme Wetterverhältnisse und den Klimawandel berichten sollen. Der Leitfaden zielt ganz offensichtlich darauf ab, investigative Bemühungen einzuschränken und stattdessen eine einzige, allgemeingültige Sichtweise des Themas zu fördern.

[Fettdruck im Original]

Zu den Partnern dieser World Weather Attribution-Initiative gehören die Universität Oxford und das Imperial College London – letzteres dürfte den Briten ein Begriff sein, denn das Imperial College ist mittlerweile ein Synonym für die unheilvollen (und erschreckend ungenauen) COVID-19-Modelle.

Der Leitfaden soll Journalisten bei der Beantwortung der Schlüsselfrage „Wurde dieses Ereignis durch den Klimawandel verursacht?“ helfen.

„Zunächst wird die Wissenschaft die ‚Extremereignis-Zuordnung‘ vorgestellt – das Verfahren, mit der man den Grad des Einflusses des Klimawandels auf das Wetterereignis bestimmen kann (oder auch nicht)“, heißt es in der Einleitung des Leitfadens.

„Zweitens wird dargelegt, welche Aussagen über einige der extremen Wettertypen, die für die Öffentlichkeit von größtem Interesse sind, zuverlässig getroffen werden können, auch wenn keine spezifischen wissenschaftlichen Studien durchgeführt werden. Dies geschieht auf der Grundlage des aktuellen Wissensstandes unter Verwendung von Studien über die jüngsten Extremereignisse und des jüngsten IPCC-Berichts.

Und weiter unten gibt es eine leicht verständliche Checkliste für jede Art von Extremwetterereignis.“

Dieser Leitfaden ist eindeutig das Gegenteil von echtem Journalismus – er gleicht eher einem ‚1984‘-Bootcamp und macht die Arbeit des Journalisten fast völlig überflüssig. Der „Agenda“ wäre genauso gut mit einem System automatischer Bots gedient, die so programmiert sind, dass sie jeden Windhauch oder jede vorbeiziehende Wolke automatisch dem „Klimanotstand“ zuordnen.

Das mag scherzhaft klingen, aber die Realität ist gar nicht so weit entfernt: „Jede Hitzewelle auf der Welt wird jetzt durch den vom Menschen verursachten Klimawandel verstärkt und wahrscheinlicher“, heißt es in dem Leitfaden, und weiter: „Journalisten sollten sich darauf verlassen, dass jede extreme Hitze auf den vom Menschen verursachten Klimawandel zurückzuführen ist.“

Wahrlich schockierend.

Es überrascht nicht, dass der Leitfaden bei zahlreichen Gelegenheiten ins Straucheln gerät; in der Tat ist fast jeder zweite Absatz ein Schlag ins Gesicht der ehrlichen wissenschaftlichen Untersuchung. Aber es geht noch weiter, und zwar mit diesem Absatz: „Alle extremen Kälteereignisse auf der Welt haben aufgrund des Klimawandels an Wahrscheinlichkeit und Intensität abgenommen.“

Deshalb habe ich den Ansatz gewählt, den ich gewählt habe: durch den Nachweis, dass die globalen Kälteextreme nicht abnehmen (ich stelle fest, dass das Gegenteil der Fall ist), sollte das gesamte AGW-Narrativ auseinander fallen. Doch mit ihrem strangulierten Griff nach der Wahrheit – durch gekaufte/unter Druck gesetzte MSM – wurden sogar immer zahlreichere und intensivere polare Ausbrüche irgendwie als Beweis für die globale Erwärmung verdreht.

Noch mehr „doublethink“ – ein Indoktrinationsprozess, bei dem von den Betroffenen erwartet wird, dass sie gleichzeitig zwei widersprüchliche Überzeugungen als Wahrheit akzeptieren, die oft im Widerspruch zu ihrer eigenen Erinnerung oder ihrem Realitätssinn stehen.

Im Folgenden finden Sie diese „leicht zu lesende Checkliste für jede Art von Wetterereignis“.

Jeder „Journalist“, der diesem „Propaganda-Pamphlet“ folgt, verdient diesen Titel nicht; vielmehr sind sie nur ein Arm eines totalitären Systems, das darauf aus ist, die wissenschaftliche Debatte zu ersticken, um seinen zerstörerischen Plan durchzusetzen – einen Plan, unter dem die Welt nun wirklich leidet und aus dem es kein kurzfristiges Entrinnen gibt – und die Geschichte wird sich an diese nützlichen Idioten als solche erinnern. Vor allem, wenn Leute wie wir etwas mit ihrer Niederschrift zu tun haben.

Der Leitfaden für Journalisten, wie sie über Extremwetter und Klimawandel zu berichten haben! (PDF)

Besser erkennbar ist dieses Pamphlet beim Anklicken des PDF-Links oben!

Link: https://electroverse.co/journalists-instructed-to-attribute-any-extreme-heat-to-human-caused-climate-change-atlantic-no-named-storms/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Klimawissenschaftler und Politik: Einfaltspinsel gegen „wicked“ Wissenschaftler

Judith Curry

[Der Terminus „wicked“ wird hier mitsamt den Deklinationen unübersetzt gelassen, weil keine sinnvolle Übersetztung im Zusammenhang mit diesem Beitrag gefunden werden konnte. Die Übersetzung mit „böse, Bosheit“ ist wohl nicht das, was hier gemeint ist. A. d. Übers.]

In dem die „wicked“ Wissenschaftler die Guten sind.

Der Aktivismus von Klimawissenschaftlern war bereits Thema zahlreicher Blogbeiträge bei Climate Etc. Dieser Aktivismus konzentriert sich im Allgemeinen auf die Abschaffung fossiler Brennstoffe. In diesem Beitrag wird ein neuer Rahmen für das Thema Aktivismus vorgestellt. Während viele Wissenschaftler es vorziehen, im Elfenbeinturm zu bleiben, wollen sich andere in das Chaos der Politik einmischen und politische Entscheidungen treffen. Warum die meisten Wissenschaftler Ermahnungen ablehnen, „bei ihren Leisten zu bleiben“, gibt es mehr und weniger nützliche Wege für Wissenschaftler, sich in der Politik zu engagieren.

Einfältige Klimawissenschaftler

Als „einfältige Klimawissenschaftler“ bezeichne ich Akademiker, meist in Disziplinen, die weit von der Kerndisziplin der Klimadynamik entfernt sind, die glauben, dass sowohl das Klimaproblem als auch seine Lösungen einfach sind.  Ihre bevorzugten Formen des Aktivismus sind Twitter-Tiraden, Demonstrationen und zunehmend ziviler Ungehorsam.

Das Problem der einfältigen Wissenschaftler wurde letzte Woche durch eine Veröffentlichung in Nature Climate Change mit dem Titel Civil disobedience by scientists helps press for urgent climate action [etwa: Ziviler Ungehorsam von Wissenschaftlern hilft, rasche Klimaschutzmaßnahmen zu fordern] ins Rampenlicht gerückt. Die Autoren sind Fakultätsmitglieder des Tyndall Centre for Climate Change Research an der Universität Cardiff:

● Stuart Capstick, Psychologe

● Aaron Thierry, Sozialwissenschaftler

● Emily Cox, Psychologin

● Oscar Berglund, Politikwissenschaftler (University of Bristol)

● Steve Westlake, Psychologe

● Julia Steinberger, Geographie (University de Lausanne)

Der Nature-Artikel ist hinter einer Bezahlschranke, aber ein Artikel im Guardian interviewt die Autoren. Es ist klar, dass dies nicht nur ein wissenschaftlicher Artikel über zivilen Ungehorsam ist. Das Zitat, das mir besonders ins Auge stach, stammt von Berglund:

„Wir haben hier eine Art epistemische Autorität: Die Leute hören auf das, was wir als Wissenschaftler sagen, und es zeigt, wie ernst die Situation ist, dass wir uns gezwungen sehen, so weit zu gehen“.

Seit wann haben Psychologen das Recht, über den Klimawandel, seine Auswirkungen und die entsprechenden Maßnahmen zu sprechen?

Inside Climate News hat ein weiteres schönes Zitat aus dem aktuellen Papier:

Ziviler Ungehorsam von Wissenschaftlern hat das Potenzial, die unzähligen Komplexitäten und Verwirrungen rund um die Klimakrise zu durchbrechen.“

Glauben Sie das? Ist das alles, was es braucht?

In diesem Artikel wird auch eine Aussage von Peter Kalmus zitiert.

Peter Kalmus, ein Klimawissenschaftler des Jet Propulsion Lab der NASA, stimmt dem zu. Im April wurde Kalmus verhaftet, weil er sich an der Eingangstür einer Bankfiliale von JPMorgan Chase verbarrikadiert hatte. Seitdem hat er andere Wissenschaftler aufgefordert, sich seinem Protest anzuschließen und zu sagen, dass es ihre Pflicht als Experten sei, der Öffentlichkeit das Gewicht ihrer Erkenntnisse zu vermitteln und gewählte Beamte davon zu überzeugen, angemessene Maßnahmen zu ergreifen. Er sagt:

„Um unserer Kinder willen, um der Zukunft der Menschheit willen haben Sie die Verantwortung, alles zu tun, was Sie können, um diese Informationen an die Öffentlichkeit zu bringen“.

Wie genau sorgt ziviler Ungehorsam dafür, dass sinnvolle Informationen an die Öffentlichkeit gelangen? Diese Wissenschaftler scheinen sich an Michael Manns KinderbuchThe Tantrum That Saved the World“ [etwa: Der Wutanfall, der die Welt rettete] zu orientieren

Des Weiteren:

Kalmus sagte mir, er sei „enttäuscht“, dass sich bisher weniger Wissenschaftler als erhofft seinem Aufruf zum Handeln angeschlossen haben, aber er sieht den Artikel vom Montag als ein positives Zeichen und glaubt, dass sich mehr Forscher der Bewegung anschließen werden – vor allem, da extreme Wetterereignisse und andere Folgen der globalen Erwärmung an Umfang und Schwere zunehmen.

Hat einer dieser Klimawissenschaftler den IPCC AR6 überhaupt gelesen?

Warum haben sich also nicht mehr Klimawissenschaftler diesem Aufruf zum Handeln angeschlossen? Vielleicht, weil sie diese Art von Verhalten peinlich und kontraproduktiv finden?

Glaubwürdigere Ansätze für den Klimaaktivismus

Jim Hansen war wahrscheinlich der erste prominente Klimaaktivist. Hat irgendjemand jemals gehört, dass Hansen „epistemische Autorität“ beansprucht, um öffentlich über den Klimawandel zu sprechen? Nein, natürlich nicht. Hansen braucht eine solche Autorität nicht zu beanspruchen – er hat sie. Hansen hat eifrig daran gearbeitet, mit der Öffentlichkeit zu kommunizieren. Er hat sich die Mühe gemacht, die wirtschaftlichen und politischen Aspekte der Kohlenstoffpreise und auch der Kernkraft zu verstehen. Er hat eng mit politischen Entscheidungsträgern zusammengearbeitet, am berühmtesten mit Al Gore. Waren einige seiner Aktionen übertrieben? Ja. Unabhängig davon, ob man mit Hansen einverstanden ist oder nicht, ist es unbestreitbar, dass er in der Politik und in den politischen Gremien erfolgreich war. Hansen ist jetzt 80 Jahre alt. Es wäre interessant, wenn er einen Aufsatz über seinen Aktivismus schreiben würde, in dem er darüber nachdenkt, was funktioniert hat und was nicht, ob er etwas bedauert oder nicht, und welche Empfehlungen er den heutigen Aktivisten geben kann.

Ein interessanter Aufsatz zu diesem Thema wurde kürzlich von Rick Pancost mit dem Titel Climate Scientist Activism verfasst. Der gesamte Aufsatz ist sehr lesenswert, hier sind einige Zitate:

Ich bin mir nicht sicher, welche Art von Aktivismus am effektivsten sein wird, um einen transformativen Wandel herbeizuführen. Ich kann sicherlich nicht sagen, wo Ihr Aktivismus am effektivsten sein wird. Diejenigen, die politischen Einfluss haben – echten Einfluss – sollten erkennen, was für ein seltenes Gut das ist; sie sollten es weder leichtfertig wegwerfen noch verschwenden. Die Klimabewegung muss ein blühendes Mosaik von Ansätzen sein, wobei jeder die Erfolge der anderen nutzt, um das kulturelle, populäre oder politische Kapital zu erhöhen und eine gerechte Transformation voranzutreiben.

Wir müssen herausfinden, welcher Aktivismus für jeden von uns am effektivsten, am echtesten ist – aber dabei selbstkritisch sein. Einige von uns müssen sich an Regierungen beteiligen, einige von uns müssen IN der Regierung sein. Aber lassen Sie uns nicht an unserer eigenen Täuschung mitschuldig werden. Schließlich ist es schwierig, mit Politikern in Kontakt zu treten, aber Aktivismus ist hart. Man opfert nicht nur seine Zeit, sondern auch seinen Ruf, seine Berufsaussichten und sogar seine Freiheit. Manchmal ist die logische Wahl die richtige Wahl; manchmal ist es einfach die einfache Wahl.

Aber Sie müssen eine Entscheidung treffen. Wir können nicht alles haben und gleichzeitig alles essen. Wir können nicht sowohl der Wesir des Königs als auch der Hofnarr sein. Wir können uns nicht am zivilen Ungehorsam beteiligen und gleichzeitig in Beratungsgremien der Regierung sitzen.

Aktivistische Wissenschaftler müssen auch bescheiden sein und sich daran erinnern, dass wir keine Experten dafür sind, was wirksam ist. Wir wussten nicht, was wirksam sein würde, als wir uns von den Regeln des Engagements anderer fesseln ließen, als wir uns von den Regierungen und damit auch von den Lobbyisten und Sonderinteressen, die sie beeinflussen, gefangen nehmen ließen. Da wir keine Experten dafür sind, wie Politik gemacht wird, wurden wir ausgetrickst. Anstatt also zu entscheiden, wer und wie wir uns engagieren sollen, sollten wir uns vielleicht lieber denen anschließen, die es wissen.

Abschließend und vor allem möchte ich Sie auffordern, darüber nachzudenken, dass wir vielleicht aufhören sollten, mit Regierungen zusammenzuarbeiten, und stattdessen anfangen sollten, mit Gemeinden zusammenzuarbeiten.

Pangosts Aufsatz spiegelt den Versuch von Wissenschaftlern wider, konstruktiv mit politischen Entscheidungsträgern, Planern und Interessenvertretern zusammenzuarbeiten, vor allem in der Frage der Eindämmung (Reduzierung der CO2-Emissionen) und der damit verbundenen gesellschaftlichen Veränderungen. Natürlich gibt es Frustrationen, aber dieser Ansatz ist weitaus effektiver als einfältige Wutausbrüche.

Wicked“ Wissenschaftler

Und schließlich kommen wir zu den „wicked“n Wissenschaftlern. Wie ich bereits in mehreren früheren Beiträgen geschrieben habe, zeichnet sich ein „wicked“es Problem durch eine Vielzahl von Problemdefinitionen, umstrittene Methoden des Verständnisses, chronische Unwissenheit und die fehlende Fähigkeit aus, sich zukünftige Eventualitäten sowohl des Problems als auch der vorgeschlagenen Lösungen vorzustellen. Das komplexe Geflecht von Kausalitäten kann zu überraschenden, unbeabsichtigten Folgen von Lösungsversuchen führen, die neue Schwachstellen schaffen oder den ursprünglichen Schaden verschlimmern. Darüber hinaus macht es die „wickedness“ schwierig, Punkte des unwiderlegbaren Versagens oder Erfolgs in der Wissenschaft oder in der Politik zu identifizieren. Schwerwiegende Probleme sind sowohl komplex als auch politisch.

Obwohl viel über „wicked problems“ und die Notwendigkeit, sie anzugehen, geschrieben wurde, gibt es nicht viele Anleitungen für die effektive Bewältigung von „wicked problems“. Zwei kürzlich erschienene Artikel haben sich mit diesem Thema befasst:

The World Needs Wicked Scientists.

A Philosophy for Working on Wicked Problems.

Die „„wicked“ Wissenschaft“ ist ein Prozess, der auf die doppelte wissenschaftliche und politische Natur „wicked“er gesellschaftlicher Probleme zugeschnitten ist. Als solche ist die „Wicked Science“ massiv transdisziplinär und umfasst Natur- und Ingenieurwissenschaften ebenso wie Sozial- und Geisteswissenschaften. Die „Wicked Science“ nutzt Ansätze aus der Komplexitätswissenschaft und dem Systemdenken in einem Kontext, der sich mit den politischen Rollen und Perspektiven von Entscheidungsträgern, Planern und anderen Interessengruppen befasst. Bedrohliche Probleme und die zu ihrer Lösung entwickelten Strategien können nicht von wissenschaftlichen Experten allein entwickelt werden, sondern beziehen das Erfahrungs- und Handlungswissen einer Reihe von Akteuren ein.

Zwei neuere Arbeiten von Atmosphären-/Klimawissenschaftlern haben etwas Ähnliches wie „wicked science“ für die Klimawissenschaften formuliert, wobei der Schwerpunkt eher auf Anpassung als auf Schadensbegrenzung liegt.

Adam Sobel betont in seinem Beitrag „Usable climate science is adaptation science“ [etwa: Brauchbare Klimawissenschaft ist Anpassungswissenschaft], dass die Lokalisierung der Anpassung eine viel größere Unsicherheit in der relevanten Klimawissenschaft bedeutet.  In der Klimawissenschaft für die Anpassung geht es eher darum, die Unsicherheit für eine solide Entscheidungsfindung zu charakterisieren. Eine brauchbare Klimawissenschaft erfordert, dass Wissenschaftler gemeinsam mit den Interessenvertretern eine brauchbare Wissenschaft entwickeln und bereit sind, zu lernen, wie sich die menschlichen Faktoren in einem bestimmten Umfeld auswirken.

Die Studie von Regina Rodrigues und Ted Shepherd mit dem Titel „Small is beautiful: climate-change science as if people mattered“ [etwa: Small is beautiful: Wissenschaft zum Klimawandel, als ob der Mensch zählt] befasst sich mit Strategien zur Bewältigung der Komplexität lokaler Situationen. Zu den Strategien gehören die Darstellung von Klimawissen in Form von Szenarien, die mit Hilfe des Storyline-Ansatzes entwickelt werden, und die Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften, um ihre eigene Situation zu verstehen.

Das Kombinieren und Integrieren von Wissen aus verschiedenen Disziplinen und anderen Quellen, um Erkenntnisse, Erklärungen und Lösungen für „wicked problems“ zu finden, ist eine große Herausforderung. Damit die Lösungsorientierung der „wicked Science“ sinnvoll ist, brauchen wir eine übergreifende Philosophie für den Umgang mit „wicked Problems“. Wir müssen anerkennen, dass die Kontrolle begrenzt ist, dass die Zukunft unbekannt ist und dass es schwierig ist festzustellen, ob die Auswirkungen, die man erzielt, positiv sein werden. Wir müssen akzeptieren, dass der Klimawandel die natürlichen Systeme und das menschliche Wohlergehen weiterhin stören wird; diese Erkenntnis hilft, die Dringlichkeitsfalle zu vermeiden. Indem wir anerkennen, dass es keinen Weg zurück gibt, können wir uns auf den vor uns liegenden Weg konzentrieren.

„Wicked“ Wissenschaftler sind bereit, sich in politische Debatten und heikle soziale Probleme einzumischen. Sie sind keine Aktivisten, die für eine bevorzugte politische Lösung eintreten, und erkennen die Realität politischer Meinungsverschiedenheiten als einen Schlüsselaspekt für die Bewältigung schwieriger Probleme an.

Wir brauchen engagierte Wissenschaftler, um die Hegemonie der disziplinären Forscher zu brechen, insbesondere derjenigen, die als politische Aktivisten auftreten und als Experten für die Lösung des Problems des Klimawandels angesehen werden. Während der IPCC durch eine lockere Zusammenarbeit zwischen mehreren Disziplinen funktioniert hat, ist für sinnvolle Beiträge zu komplexen Problemen ein echtes transdisziplinäres Verständnis und eine Zusammenarbeit über Disziplinen hinweg und mit einem breiten Spektrum von Interessengruppen erforderlich.

Einige Universitäten beginnen sich mit der Frage zu befassen, wie man „wicked scientists“ ausbildet. Die Arbeit im privaten Wetter-/Klimadienstleistungssektor bietet einen Crashkurs in Sachen „wicked scientist“, d. h. man muss sich mit zusätzlichen Disziplinen vertraut machen, in transdisziplinären Teams arbeiten, Unsicherheiten berücksichtigen und politischen Entscheidungsträgern, Planern und Interessengruppen zuhören und mit ihnen zusammenarbeiten. Aktivismus ist nicht nur für die Problemlösung nicht erforderlich, sondern scheint auch meist kontraproduktiv zu sein, wenn es um die Formulierung und Bewertung von Lösungen geht.

Der Weg in die Zukunft kann durch ein breiteres, transdisziplinäres Denken über das Problem des Klimawandels und seine Lösungen erleichtert werden. Dies erfordert eine Abkehr von dem konsensorientierten Ansatz, der versucht, den Dialog über den Klimawandel und die politischen Optionen einzuschränken. Wir müssen Raum für Dissens, Meinungsverschiedenheiten und Diskussionen über wissenschaftliche Ungewissheit und politische Optionen schaffen, damit mehrere Perspektiven in Betracht gezogen werden können und eine breitere Unterstützung für eine Reihe von politischen Optionen aufgebaut werden kann.  Bringt die „wicked“ Wissenschaftler ins Spiel.

Aber wenn ein Wissenschaftler in dieser Frage von seinen politischen Instinkten beherrscht wird, wird er weiterhin den Weg des Hofnarren einschlagen und nicht sinnvoll zu Lösungen beitragen.

Link: https://wattsupwiththat.com/2022/09/10/climate-scientists-politics-simpleton-versus-wicked-scientists/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE