Keine September-Klimaerwärmung in Deutschland – Wo bleibt die angebliche Klimakatastrophe durch das Gas Kohlendioxid?

Stefan Kämpfe, Josef Kowatsch

Für die drei Sommermonate hatten wir festgestellt, dass die Klimaerwärmung hauptsächlich erst seit 1988 beginnt durch einen Temperatursprung auf ein höheres Plateau und seitdem Mittelmeerwetter im Sommer vorherrscht. Außerdem werden die Sommer seitdem weiter wärmer, weil auch die sonst wärmeinselarmen Stationen durch die Trockenlegung von Landschaften versteppen und in regenarmen Sommern einen hohen Wärmeinseleffekt entwickeln. Die Folge: Vor allem tagsüber nehmen die heißen Tage wegen der zunehmenden Sonnenstunden zu. Des Nachts zeigt sich dagegen keine Erwärmung. Siehe hier.

Nun zum September, zunächst 2022

Mit Septemberbeginn stellten die Wetterlagen um und es ging mit Riesenschritten in den Herbst. Der Regenschirm wurde zum Dauerbegleiter. Der DWD gibt den Temperaturschnitt seiner knapp 2000 Wetterstationen mit etwa 13,4°C an, 0,4 K unter der Vergleichsperiode 1991 bis 2020. Zusammengefasst war der September äußerst nass (etwa 160% des Solls) sowie durchschnittlich temperiert und fast normal sonnig. Teilweise ging es sogar in den Frostbereich. Meßstetten, auf der Schwäbischen Alb meldete am 20. mit – 1,8 °C die tiefste Septembertemperatur, und auf der Zugspitze lag der Schnee zeitweise schon viel mehr als einen halben Meter hoch. Nach dem trockenen Sommer waren die reichlichen September-Niederschläge meist willkommen; außer bei den Winzern; heißt es doch: „Septemberregen – der Bauern Segen, des Winzers Gift, wenn er ihn trifft.“ Mit annähernd 100 Millimetern im Deutschen Flächenmittel zählte dieser September zu den nassesten der letzten Jahrzehnte; noch mehr Regen gab es letztmalig 2001.

Wir fragen uns: Wo ist die beängstigende Klimaerwärmung im September 2022 gewesen, welche die neue Regierung bekämpfen will? Extremwetterkongress in Hamburg, wo der September doch überhaupt keine Extreme aufweist, wie wir im Artikel zeigen werden. Aufgrund der CO2-Zunahme sollten doch vor allem in den letzten 30 bis 40 Jahren die Temperaturen besonders stark gestiegen sein. Gerne verwendet der DWD auch den Vergleich ab 1881, dem systematischen Aufzeichnungsbeginn im Kaiserreich. Den Trend ab 1881 interpretiert man dann als den beängstigenden Temperaturanstieg seit der Industrialisierung, vergisst aber stets, Urbanisierung, AMO-Warmphase, zunehmende Besonnung und geänderte Häufigkeit von Großwetterlagen als natürliche Ursachen zu erwähnen. Zudem sind die DWD-Daten nicht wärmeinselbereinigt, und nur etwa 30 seiner jetzigen über 2000 Stationen reichen bis 1881 zurück. Und diese 30 standen damals auch noch kälteren Standorten.

Um die Hauptantworten des Artikels vorweg zu nehmen: 1881 lag zusätzlich in einer Kaltphase und ebenso die 1960er bis Ende 1980er Jahre. Aus einem Tief heraus kann man immer eine Erwärmung feststellen. Das zeigen wir auch im folgenden Artikel.

Die erste DWD-Septembertemperaturgrafik beginnt zunächst nicht 1881 im Kältetief, sondern 1932, inmitten einer wärmeren Septemberphase, reicht also von Warmphase zur jetzigen Warmphase.

Abb.1: Der Monat September hat sich in Deutschland laut DWD Temperaturaufzeichnungen seit 90 Jahren nur unwesentlich erwärmt. Ab der Mitte des 20. Jh. erkennt man schon mit bloßem Auge eine kühlere Phase, welche nicht zur steigenden CO2-Konzentration passt. Der Septemberschnitt 2022 liegt deutlich unter der von 1932. Dabei sind die DWD-Daten nicht wärmeinselbereinigt.

Im gleichen Zeitraum, also ab 1932 ist der CO2-Anteil jedoch um 120 ppm gestiegen

Abb. 2: Keinerlei Korrelation zwischen dem Septembertemperaturverlauf der Abb. 1 und dem CO2-Anstieg.

Erg: Wir reihen diesen September ein und stellen fest: Seit 90 Jahren gibt es keine signifikante Septembererwärmung in Deutschland, trotz weltweitem CO2-Anstieg.

Wir haben weiter behauptet, das Startjahr der DWD-Betrachtungsreihe, nämlich 1881 läge in einer kühleren Phase. Dazu wollen wir eine Wetterstation heranziehen, deren Aufzeichnungsbeginn weit vor 1881 beginnt: Der Hohenpeißenberg (HPB) südlich von Augsburg im Voralpenland, 40 km nördlich der Zugspitze

Abb.3: Der Sept.1781 hatte einen Schnitt von 12,7°C, 1881 von 10°C. Die polynome punktierte Linie zeigt die kühleren September zwischen 1850 und 1900. Ansonsten hat der September fast keine Erwärmung seit 242 Jahren. Somit gibt es auf dem Hohenpeißenberg, der Vorzeigewetterstation des DWD, auch keinerlei Zusammenhang zwischen Septembertemperaturen und CO2-Konzentration der Atmosphäre. Nur ein minimaler Temperaturanstieg seit 1781, weil die Wetterstation seit 1936 an einem wärmeren Platz steht. Man vergleiche auch 1781 und 2022.

Bereits 1935 musste die Wetterstation auf Betreiben des Reichswetterdienstes von der Nordwand der Klosterkirche in 7 m Höhe entfernt und an einem frei zugänglichen Ort aufgestellt werden. Seit gut 50 Jahren ist ihr Freiplatz im neu erbauten DWD-Beobachtungszentrum, das Thermometer erfasst alle erwärmenden Septembersonnenstunden, die in den vier letzten Jahrzehnten wie überall in Deutschland zunahmen.

Zerlegen wir nun den Temperaturverlauf des HPB nach den Zeiträumen der 2 verschiedenen Standortplätze der Wetterstation auf dem 988 m hohen Bergstandort im Alpenvorland

Abb. 4: Der September kühlte sich zunächst ganz leicht ab im 155-jährigen Zeitraum, als die Wetterstation an der Nordwand der Klosterkirche in 7 m Höhe auf 995 m NN befestigt war und keinen Sonnenstrahl abbekam. Seit 1936 bis heute zeigt der erste Herbstmonat auf dem HPB zwar auch keine Erwärmung, das Temperaturniveau ist seit dem Stationswechsel jedoch insgesamt um knapp 0,5°C höher. (11,6°C zu 12,1°C) Stationshöhe heute 977m NN.

Vier Temperatursprünge in der Deutschlandreihe beim September. Das sind natürliche Ursachen des Klimawandels

Unter dem Begriff Temperatursprung sind nicht Einzeltemperaturen gemeint, die aus der Reihe fallen, sondern ein Sprung nach oben oder unten auf ein neues Plateau, das für mehrere Jahrzehnte, mindestens aber für annähernd 25 Jahre in einem Monat bestehen bleibt.

Temperatursprünge haben natürliche Gründe des steten Klimawandels als Ursache (AMO, NAO, Sonnenaktivität). Es sei denn wie beim HPB, dass die Wetterstation wärmer gestellt wurde. Aber ansonsten sind beim Monat September weder in der DWD-Reihe, die derzeit den Schnitt aus über 2000 Einzelstationen bildet, noch beim HPB größere Temperatursprünge erkennbar. In diesem Artikel wurden die Temperatursprünge der Jahreszeiten erstmals näher beschrieben.

Während der Herbst letztmals 1994 einen kleinen Temperatursprung hatte, finden wir diesen beim September erst 5 Jahre später in den DWD-Reihen; alle September-Temperatursprünge seit 1881 sehen so aus:

Abbildung 5: Von 1881 bis etwa 1925 herrschte im September eine Kaltphase mit leichter Abkühlungstendenz; es folgte die grob mit der ersten AMO-Warmphase zusammenfallende erste Warmphase bis 1961, als dritte eine kühlere Periode bis 1998 und letztendlich die aktuelle Warmphase, welche gegenüber der jetzigen AMO-Warmphase um gut 10 Jahre verspätet einsetzte. Auffallend ist die geringere einfache Standardabweichung S der beiden Kaltphasen; herausragend warme oder kalte Monate sind beschriftet. Hinweis: Diese Grafik zeigt KEINE Klimasensitivität des CO2, sie verdeutlicht lediglich den fehlenden Zusammenhang zwischen der Temperaturentwicklung über längere Zeitabschnitte und der Entwicklung der CO2-Konzentration. Mit WI-Bereinigung hätte der langfristige Temperaturanstieg seit 1881 deutlich unter 1 Kelvin gelegen.

In der nächsten Abbildung 6 betrachten wir die DWD-Deutschlandtemperaturen vor und nach dem letzten Temperatursprung, der war beim September im Jahre 1998/99

Abb. 6: Von 1917 bis 1998 (linke Grafik) kühlten die DWD-Deutschlandmittel sogar leicht ab. Interessant ist der letzte Septembertemperatursprung, da er in die Zeit der Klimahysterie fällt. Von 1998 auf 99 war ein kleinerer Sprung, aber seitdem hält sich die September-Trendlinie knapp über 14°C, der leichte Anstieg ist dem steigenden Wärmeinseleffekt der DWD-Stationen geschuldet und nicht signifikant.

Der September 2022 wird vom DWD mit 13,4°C geführt, damit sogar etwas kälter als 1917 bei den damaligen Wetterstationen im Kaiserreich an ganz anderen, im Vergleich zu heute viel kälteren Standorten. (1917=14,5°C) Der DWD berichtet über 2022: „Im September fielen mit rund 100 Litern pro Quadratmeter (l/m²) annähernd 165 Prozent des Niederschlags der Referenzperiode 1961 bis 1990 (61,1 l/m²). Es war der niederschlagsreichste September seit 2001.“ Trotzdem klingt der DWD-Text nicht nach Klimakatastrophe.

Wärmeinseleffekt: Die Umgebungsveränderung bei einer Wetterstation bestimmt den Temperaturverlauf mit. Bei den Standorten der 1900 DWD-Stationen wächst der WI-Effekt von Jahr zu Jahr. Die zunehmende Bebauung und Trockenlegung der Landschaft sind letztlich die Ursachen der menschenerzeugten Erwärmung. Im Osten Deutschlands geht dieser Prozess vielerorts noch langsamer vor sich und deshalb sehen wir sogar in dem kurzen Zeitraum seit 1999 deutliche Unterschiede zwischen WI-hohen Standorten und WI-armen: Goldbach liegt im Osten Sachsens, in der Nähe der Kleinstadt Bischofswerda. Hof in NO-Bayerns. Beide Wetterstationsstandorte befinden sich außerhalb der Stadt. Trotzdem existiert ein großer Unterschied. Goldbach blieb ländlich und Hof wurde in ein Gewerbegebiet eingemauert mit einer vierspurigen Bundesstraße als Autobahnzubringer, die in direkter Nähe der Wetterstation vorbeiführt.

Abb. 7: Die Umgebungsveränderung bei einer Wetterstation bestimmt den Temperaurverlauf ganz wesentlich. Die DWD-Wetterstation Hof verliert zunehmend ihre ländliche Umgebung durch Einmauerung in ein Gewerbegebiet. Aufgrund der Höhendifferenz von 300 m ist der September in Goldbach, östl. von Dresden aber immer noch wärmer als im (von der Sonne und Menschenhand beheizten) Gewerbegebiet von Hof.

Unterschiedliche Entwicklung von Maximum- und Minimum-Temperaturen

Auch fallende September-Minima an der Station Dachwig/Thüringen passen nicht zur angeblichen CO2-Erwärmungswirkung

Die Autoren untersuchen seit längerem Wärmeinseleffekte. Mittlerweile liegen die Werte der sehr ländlichen DWD-Station Dachwig im Thüringer Becken bis in die 1980er Jahre lückenlos vor; diese wurde seitdem nicht verlagert, befand sich also stets am selben Ort. Bei flüchtiger Betrachtung zeigt sich hier seit den späten 1980er Jahren das typische Bild einer September-Erwärmung der letzten 35 Jahre. Zum einen wegen der Temperatursprunges, aber auch auf Kosten rasant steigender Tagesmaxima – die Minima verweigern sich hier der Erwärmung, was ein weiteres Indiz gegen eine CO2-dominierte Klimaerwärmung ist. CO2 kann nicht tagsüber erwärmen und nachts kühlend wirken.

Abbildung 8: In Dachwig/Thür. Becken erwärmte sich der September seit 1988 auf Kosten der sehr stark steigenden Maxima merklich, was auf stärkere Bodenaustrocknung und Besonnung hindeutet. Die (meist) etwa zum Sonnenaufgang eintretenden Minima kühlten aber ab. Ein Trend, der anhält und zu verfrühten Bodenfrösten führt. Und die Zunahme der im September noch merklich wärmenden Sonnenscheindauer scheint mittlerweile auch ausgereizt zu sein.

Das bestätigt auch der DW: „…So wurde in den Morgenstunden des 21., 22. und 23. September 2022 an einigen Stationen in der Mitte, im Osten und im Süden der erste Frost des zweiten Halbjahres registriert. Dieser Frost beschränkte sich nicht nur auf das höhere Bergland, sondern trat auch in tieferen Lagen auf…“ siehe hier.

Abb. 9: Die Sonnenscheindauer des DWD-Septembers erklärt recht gut die letzten beiden Klimaphasen: Sie nahm bis in die späten 1990er Jahre ab (Kaltphase seit 1961) und danach wieder zu (aktuelle Warmphase; es gab seit 1951, dem Beginn der Besonnungsaufzeichnung für das Deutschlandmittel, erst seit den späten 1990ern eine Häufung sehr sonniger September). Allerdings blieb der Ausnahme-September von 1959 mit fast 265 Sonnenstunden bei weitem unerreicht; auch erkennt man den fehlenden weiteren Anstieg am Ende. Der 2022er September wird mit höchstens um die 150 Sonnenstunden nur durchschnittlich verlaufen.

Auch typische Wärmeinselstationen wie München-Innenstadt zeigen keine T-Min-Erwärmung im September seit 1988

Abb. 10: Bei Wetterstationen in Wärmeinseln wurde der September wie zu erwarten in den letzten 35 Jahren deutlicher wärmer- siehe braune Trendlinie. (0,27 K/Jahrzehnt). Diese Erwärmung fand jedoch hauptsächlich tagsüber bei Sonnenschein statt – siehe T-Max Trendlinie=0,64 K/Jahrzehnt – Nicht erwärmt haben sich die in den Morgenstunden gemessenen T-Min Temperaturen. Im Gegenteil: Sogar in München ist die Trendliniensteigung leicht negativ ( Auswertungen nach M. Baritz)

Man könnte fragen: Wirkt die angeblich durch CO2 bedingte Erwärmung nur tagsüber?

Dieses Verhalten in Dachwig und in München blieb nicht auf den September beschränkt; im Jahresmittel betrug bei der WI-armen Station Dachwig die Minima-Abkühlung der Jahrestemperaturen sogar 0,5 K seit 1988. Doch nicht alle DWD-Stationen zeigen diesen eindeutigen Trend. Wohl auch wegen der häufigen Stationsverlagerungen der DWD-Stationen. Die Antwort auf die gestellte Frage wäre: CO2 wirkt weder tagsüber noch nachts

Zusammenfassung September in Deutschland:

Anders wie in den drei Sommermonaten ist im September der mediterrane Einfluss auf unsere Klimazone vorbei, auch in Süddeutschland. Trotz des ständigen CO2-Konzentrationsanstieges der Atmosphäre (derzeit 2 ppm pro Jahr) rund um den Globus zeigt der Monat September in Deutschland auch über einen längeren Zeitraum keinen wesentlichen Temperaturanstieg.

Der Monat hat nur kleine Temperatursprünge in den letzten 140 Jahren vorzuweisen, der letzte war 1999 auf ein leicht höheres Temperaturplateau, auf dem wir uns derzeit noch befinden. Wie lange noch?

Innerhalb eines Plateaus bleiben die Temperaturen meist konstant. Nur Wärmeinselstandorte zeigen je nach wärmender Standortveränderung einen weiteren Anstieg. Dabei unterscheiden sich die T-Min oft wesentlich von den T-Max Temperaturen. Wärmeinselarme Standorte wie Goldbach, siehe Abb.7, Amtsberg oder Dachwig zeigen seit dem letzten Temperatursprung 1999 gar keine Weitererwärmung mehr. Im Gegensatz zum April ist der September ein eher ruhiger Monat und will uns sagen: Eine auf CO2-Basis verursachte Klimakatastrophe ist nicht in Sicht. Die Septembererwärmung bekommen nur Personen mit, die ständig in den sich ausweitenden Wärmeinseln leben, das sind fast 15% der Deutschlandfläche. Und dort auch nur tagsüber. Eine Wärmeinsel-Zusatzerwärmung, für die sie selbst verantwortlich sind und von den Thermometern mitgemessen werden.

Freie Fläche: Auch wenn die Sonnenstunden im September leicht zunehmen: Wegen des schon geringen Sonnenstandes heizt sich die freie und mit Vegetation begrünte Fläche in Wald, Wiesen und Fluren viel weniger auf. In der Nacht ist der Temperaturtrend seit 1988 in WI-armen Stationen oftmals sogar fallend. Und wegen des reichlichen Niederschlages war der Einfluss der Wärmeinseleffekte bei den Wetterstationen in 2022 geringer als sonst. Trotzdem wäre eine Regenwasserrückhaltung wie bei unserem Sommerartikel vorgeschlagen notwendig, schon um einen weiteren Anstieg des Meeresspiegels zu verhindern. Der Boden unter unseren Füßen muss wieder wie ein Schwamm wirken dürfen, weshalb die weitere Humuszerstörung unbedingt gestoppt werden sollte. Eine Tonne Humus speichert 5 Tonnen Wasser. siehe hier.

Fazit: Das irdische Leben der Erde ist auf dem Element Kohlenstoff aufgebaut. Deswegen ist die CO2-Zunahme der Atmosphäre erfreulich. Das unsichtbare Gas ist ein Düngemittel für alle Pflanzen, es ist im Humus angereichert und führt zu einem beschleunigten Wachstum, steigert die Hektarerträge und bekämpft somit den Hunger in der Welt. Ohne Kohlendioxid wäre die Erde kahl wie der Mond. Das Leben auf der Erde braucht Wasser, Sauerstoff, Kohlendioxid und eine angenehm milde Temperatur.

Es wird endlich Zeit, dass Natur- und Umweltschutz in den Mittelpunkt politischen Handelns gestellt werden, und nicht das Geschäftsmodell Klimaschutz mit der Begriffserfindung „Treibhauseffekt“. Die ständige weitere Bebauung und Versiegelung einst freier natürlicher Flächen führt bei den betroffenen Wetterstationen zu einer schleichenden Erwärmung, die je nach Monat und Jahreszeit sehr unterschiedlich ausfallen kann.

Weiterhin gilt: Die eigentliche Klimaerwärmung Deutschlands findet nicht seit der Industrialisierung, sondern hauptsächlich erst seit 1988, und zwar tagsüber in den 3 Sommermonaten statt, in den Städten und in der freien Fläche. Im September fast nur noch in den Wärmeinseln der wachsenden Städte und Gemeinden. An WI-armen Standorten kühlen die Nachttemperaturen seit 1988 sogar ab.

Insgesamt zeigen die DWD Trendlinien, der Monat September hat sich seit den Datenaufzeichnungen nur minimalst erwärmt. Diese Minimalerwärmung erklären wir mit der Zunahme der Wärmeinseleffekte, sonst wäre die lange Reihe beim Hohenpeißenberg sogar negativ.

Die Grafiken zeigen einmal mehr: Kohlendioxid hat somit keinen nachweisbaren wärmenden Einfluss auf den Monat September und bestätigen damit die Überschrift.

Josef Kowatsch, Naturbeobachter und aktiver Naturschützer, unabhängiger Klimaforscher

Stefan Kämpfe, unabhängiger Natur- und Klimaforscher

 




Warum schmelzen die Zugspitzgletscher? Die Jahrestemperaturen sind doch seit 120 Jahren im Minusbereich.

Josef Kowatsch, Matthias Baritz

Mainstream-Antwort: Weil es wärmer wird aufgrund der Zunahme von CO2, woran ausschließlich der Mensch schuld wäre. Wir wollen im Artikel zeigen, dass es viele Gründe gibt, und wir haben sicherlich nicht alle beschrieben.

Zunächst zu den gemessenen Temperaturen der Wetterstation Zugspitze. Anmerkung: Die DWD-Daten sind nicht wärmeinselbereinigt.

Grafik 1a/1b: Es wurde wärmer in den letzten 120 Jahren, aber: Seit dem Bestehen der DWD-Wetterstation auf der Zugspitze sind die Jahrestemperaturen zum Teil deutlichst im Minusbereich. Von 1901 bis 1987 gab es fast keine Erwärmung, siehe nächste Grafik. 1988 erfolgte der Sprung auf ein höheres Temperaturplateau. Momentan bewegen wir uns im Jahres-Minusbereich von – 3 bis – 4 Celsius

Die nächste Grafik 2 zeigt den Jahres-Temperaturverlauf seit 1988, dem Beginn der sommerlichen Erwärmung.

Grafik 2: Die Jahrestemperaturen sind durch einen weiteren kleinen Temperatursprung im Jahre 2010/11 auf ein höheres Plateau gestiegen, dort verharren sie aber. Der Mittelwert der Jahrestemperaturen seit 1988 liegt mit – 4°C immer noch deutlich unter der Null Grad Marke.

Halten wir zunächst fest: Es wurde wärmer in den letzten 120 Jahren. Besser müsste man sagen, die Kälte hat seit 1988 nachgelassen und seit 11 Jahren bleibt das Kälteniveau immer noch deutlich im Minusbereich.

In der Tat ist die weitere Gletscherschmelze der meisten Alpengletscher trotz fehlender Weiter-Erwärmung seit 2011 eine Beobachtung, die einer Erklärung bedarf. Konstante Jahresminustemperaturen und sogar ein Temperatur-Rückgang vor allem im Winter (siehe nächste Grafik) und trotzdem ein Weiterschmelzen der Gletscher? Das verträgt sich nicht. Die nächste Grafik zeigt die Entwicklung der Wintertemperaturen seit 1988 auf der Zugspitze.

Grafik 3: Vor allem die Winter, die Monate Dezember, Januar, Februar wurden in der Gegenwart deutlich kälter. Und auch der März, der bekanntlich im Gebirge auch noch ein Wintermonat ist, hat auch keine steigende Trendlinie seit 1988

Die Sommertemperaturen bringen die Erklärung: Allerdings haben die Sommertemperaturen auf der Zugspitze-Wetterstation einen ganz anderen Verlauf wie die Jahreszeit Winter. Eine stark steigende Sommertrendlinie seit 1988, deren Steigungsformel mit 0,6 K/Jahrzehnt der Wetterstation in der Münchner Innenstadt ähnelt.

Grafik 4: Die Wetterstation auf dem Dach des Münchner Hauses auf der Zugspitze zeigt eine starke Sommer-Erwärmung ab 1988. Dies kann nicht allein durch Wärmeinseleffekte in diesem Zeitraum erklärt werden, obwohl der Touristenandrang sommers auf dem Berg an manchen Tagen mit bis zu 4000 Touristen an seine Grenzen stößt und das Bergplateau in den letzten Jahren vollkommen dunkel asphaltiert wurde. Siehe http://zugspitze.panomax.de/

Grafik 4: Die Wetterstation auf dem Dach des Münchner Hauses auf der Zugspitze zeigt eine starke Sommer-Erwärmung ab 1988. Dies kann nicht allein durch Wärmeinseleffekte in diesem Zeitraum erklärt werden, obwohl der Touristenandrang sommers auf dem Berg an manchen Tagen mit bis zu 4000 Touristen an seine Grenzen stößt und das Bergplateau in den letzten Jahren vollkommen dunkel asphaltiert wurde. Siehe http://zugspitze.panomax.de/

Eine einfache Erklärung, der Zugspitzgletscher schmilzt, weil es auf der Zugspitze wärmer wurde, reicht nicht aus. Denn zum einen sind die Jahresschnitttemperaturen bis auf die drei Sommermonate deutlich im Minus und in den Alpen und auch weltweit gibt es Gletscher, die an Wachstum zulegen. Siehe die Infos in diesen Links:

http://www.alpin.de/home/news/9128/artikel_oeav_praesentiert_gletscherbericht.html

https://www.sueddeutsche.de/wissen/wachsender-gletscher-ein-rebell-aus-eis-1.283474

https://www.welt.de/reise/Fern/article235212342/Neuseeland-Der-wachsende-Gletscher-auf-der-Suedinsel.html

Beispiele: Gletscher schmelzen kaum: Forschende sind von manchen Gegenden überrascht ….Bei ihren Forschungen wurden die Wissenschaftler auch überrascht: Sie identifizierten Gegenden, in denen sich die Schmelzraten zwischen 2000 und 2019 verlangsamte. Das ist an der Ostküste Grönlands, in Island und Skandinavien der Fall. Die Forscher führen dies auf eine Wetteranomalie im Nordatlantik zurück. Von 2010 bis 2019 herrschten hier lokal höhere Niederschläge und tiefere Temperaturen, was den Eisschwund bremste https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/umwelt/gletscher-schwinden-weltweit/

Es muss also noch viele andere Gründe geben, die auf das Eis der Gletscher einwirken und insgesamt ein schnelleres Abschmelzen im Sommer bewirken als der Zuwachs im restlichen Jahr ausmacht. Und in der Tat, das Verhalten eines Gletschers ist von vielen Faktoren abhängig, die Lufttemperatur ist nur eine davon. Wachstum durch Schneefall vor allem im oberen Drittel und Abschmelzen an der Gletscherzunge stehen sich gegenüber. Über 3000 m, also am Gletscheranfang fällt jeder Niederschlag fast ganzjährig als Schnee. Bis 1850 sind die Gletscher vor allem auch deswegen gewachsen, weil die Alpen 400 Jahre lang massiven Schneefall verzeichneten. Nur wenn das Abschmelzen an der Gletscherzunge gegenüber der Eisneubildung oben überwiegt, wird der Gletscher kleiner. Bevor wir nach weiteren Erklärungen suchen, sollen zunächst die Ergebnisse dreier einfacher Schulversuche vorgestellt werden.

Schnee- und Eisfarbe: Der heutige Schnee ist dunkler als der Schnee vor 100 Jahren. Die Gründe liegen auf der Hand, Zunahme der Heizungen, der Industrie-und der Autoabgase in den letzten 70 Jahren, auch wenn Luftreinhaltemaßnahmen den Zuwachs verringert haben. Der Gletscher speichert den Dreck im Eis. Verstärkend wirkt eine allgemeine Bevölkerungs- bzw. Touristenzunahme gerade in den Alpen, das Eis ist dadurch auch dunkler geworden gegenüber früher.

Grafik 5: Schon nach ein paar Tagen ist die Schneeoberfläche auch abseits der Wohnsiedlungen etwas dunkler als die frische Schneespur. Das allmähliche Eindunkeln lässt sich auch im Flachland beobachten. Foto: rotlicht-raffinerie.blogspot.com

In einfachen Versuchen kann man das Schmelztempo 2er Eisbrocken unter unterschiedlichen Bedingungen schön vergleichen

Versuch1:
Man nimmt zwei gleiche Mengen Kühlschrankeis, einmal leicht angeschwärzt und bestrahlt beide Brocken in einer großen Petrischale mit einem handelsüblichen IR/UV-Strahler als Ersatzsonne. Die Oberflächen beider Eisbrocken sind natürlich immer 0 Grad, (Messung mit einem handelsüblichen IR-Messgerät), aber der angeschwärzte Eisbrocken schmilzt wesentlich schneller, weil die dunklere Farbe stärker die Strahlung absorbiert.
Erg. für den Beobachter: Trotz gleicher Sonne und gleicher Oberflächen-Temperatur schmilzt das dunklere Eis schneller.
Versuch 2:
Wir nehmen wieder gleiche Eisbrocken und stülpen über ein Eisstück  einen  Glas-Behälter mit 100% CO2 gefüllt -für den Beobachter ist das ein ideales CO2-Treibhaus. Der andere Eisbrocken liegt frei in der Luft, also mit 0,04% CO2 umhüllt. Wieder bestrahlen wir fünf Minuten. Ergebnis: der frei liegende mit Luft umhüllte Eisbrocken schmilzt wesentlich schneller, CO2 im Glashaus hat keinen wärmenden Zusatzeffekt.
Im Gegenteil, für die Schüler scheint CO2 zu kühlen.

Versuch 3:

Noch verblüffter sind die Beobachter, wenn wir überhaupt nichts bestrahlen, sondern die Versuche einfach eine gute Stunde bei Zimmertemperatur beobachten. Es stellen sich die gleichen Beobachtungs-Effekte ein. Mit Licht oder Sonne läuft der Vorgang nur schneller ab.

Auf die Gletscherrealität übertragen heißt das: 7 Gründe der Gletscherschmelze

1) Der Schnee und vor allem das Eis der Gletscher wurden dunkler in den letzten 100 Jahren, siehe nächste Abbildung. Gletschereis ist im Sommer dunkel.

Grafik 6: Blick auf den schmelzenden dreckigen Hintertuxer Gletscher im August 2011, auch die Schneeflächen oben sind dunkel und absorbieren verstärkt IR-Sonnenstrahlung. Der Gletscher schmilzt vor allem in den Sommermonaten, auch weil die Anzahl der Sonnenscheinstunden zugenommen hat. Foto: Tirolblogger

2) Sonnenstunden und Südwetterlagen: Die leichte Zunahme der Sonnenstunden ab 1988, die Zunahme des Föns, sowie häufigere Süd-, Südwest- und Zentralhochlagen sind der Hauptgrund der enormen Tageserwärmung in den drei Sommermonaten. (Grafik weiter unten)

Grafik 7: Die Sonnenstunden und damit die UV-Strahlung haben leicht zugenommen. Mit 663 Stunden bleibt der Sommer 2019 bislang der Rekordhalter, knapp gefolgt vom Sommer 2022.

3) Wärmeinseleffekt: Der Tourismus vor allem in den Alpentälern, die Bevölkerung, die Industrialisierung, die Heizungen und der Autoverkehr mitsamt Straßenbau nahmen zu. Dieser Effekt heizt die Tallagen zunehmende stärker auf. Diese anthropogen erzeugte Warmluft in den Tälern kriecht die Hänge hinauf und sorgt für eine stärkere Luftbewegung am Hang und über den Gletschern. Die stärkere Luftbewegung nimmt die über dem Gletschereis liegende Kaltluft ständig mit und ersetzt diese schützende Kaltschicht unmittelbar über dem Eis durch Warmluft aus den Wärmeinsel-Tälern. Dazu wurde die Zugspitze vollständig für den Tourismus erschlossen, das Plateau ist dunkel asphaltiert.

4) Natürliche Klimaänderungen: Das Wetter und Klima der Erde werden im Weltall gemacht. Diese Theorie besagt, dass die ionisierte Kosmische Strahlung, die Eiskristalle auch bei Minustemperaturen zerstört. (Versuch: Eiswürfel in der Mikrowelle) Und die Stärke der kosmischen Strahlung ist periodischen Änderungen unterworfen, je nachdem in welchem Raumfeld sich unser Spiralarm der Milchstrasse gerade bewegt.
Auch auf dem Mars soll das Poleis in den letzten 50 Jahren stark zurückgegangen sein. Diese Beobachtung spricht für einen Einfluss der Kosmischen Strahlung
. Offenbar hat sich durch den Einfluss natürlicher Klimaänderungen vor allem im Sommer die Häufigkeitsverteilung der Großwetterlagen verändert. Süddeutschland und insbesondere der Alpenraum kommen immer mehr in den Genuss des Mittelmeerklimas.

5) Niederschlag: Wie schon erwähnt, spielt auch der Niederschlag bei der Eisbildung eine Rolle. Durch die steigenden T-max Temperaturen, siehe Grafik 10 fällt inzwischen ein erheblicher Teil des sommerlichen Niederschlages als Regen, was vor 1988 weniger der Fall war.

Grafik 8: Der Niederschlag hat im Sommer leicht abgenommen.

6) Die Sommertemperaturen: Die eigentliche globale Erwärmung in Mitteleuropa erfolgte nicht seit Beginn der Industrialisierung, sondern im Zeitraum 1988 bis heute. Das stellen wir auch auf der Zugspitze fest. Genauer, die Haupterwärmung erfolgte in den Sommermonaten. Das zeigen die nächsten beiden Temperaturgraphiken der Zugspitze:

Grafik: 9a/9b: Von 1901 bis 1987 erwärmte sich der Sommer auf der Zugspitze kaum. Im Jahre 1988 erfolgte ein Temperatursprung bei der Jahreszeit Sommer von gut einem Grad. Seitdem haben die Sommer-Temperaturen weiter zugenommen. (0,6C/Jahrzehnt) Mit 5,3° C wurde im Jahre 2003 die Sommer-Höchsttemperatur erreicht.

Erneute Anmerkung: Die DWD-Daten sind nicht wärmeinselbereinigt, auch von 1901 bis 1987 wurde das Plateau der Zugspitze bereits ausgebaut für die Touristenströme.

7) Die Sommertemperaturen, zusätzlich Tag-Nachterfassung auf der Zugspitze.

Die sommerlichen Temperaturen am Tage wurden durch T-max und die nächtlichen Temperaturen durch Tmin zusätzlich zum Gesamtschnitt erfasst.

Grafik 10: Jeder Sommer in einem bestimmten Jahr besteht aus dem Schnitt von 92 Einzelmessungen, also 92 mal Tmax, Tmin und der Gesamttagesschnitt. Die Steigungsgeraden sind ziemlich ähnlich

Bei näherer Betrachtung gibt es doch Überraschungen. Der Gesamttagesschnitt hat die höchste Steigung, gefolgt vom T-min Verlauf. Am geringsten ist die Steigung der T-max Tagesspitzen. Wir können uns dieses Ergebnis zunächst nicht erklären und wollen auch nicht spekulieren. Zumal Daten der ZAMG in Österreich zeigen, dass die Zunahme der Sonnenscheindauer verbreitet deutlich höher war als jene, die am Gipfel der Zugspitze gemessen wurde, siehe Videohinweis am Schluss.

Zusammenfassung: Der starke Anstieg der Sommertemperaturen seit 1988 (0,6 K je Jahrzehnt ergibt 2,1 K seit 1988) verbunden mit der leichten Zunahme der Sonnenstunden und der UV-einwirkung auf die dunkleren Eiskristalle sind der Hauptgrund der Schmelze von Deutschlands letztem Gletschern auf der Zugspitze. Die Gründe der kräftigen Sommererwärmung seit 1988 auf der Zugspitze sind das Ergebnis eines natürlichen Klimawandels, aber auch vom Menschen verursacht.

Treibhauseffekt? Die CO2-Zunahme der letzten 50 Jahre von 0,034% auf 0,042% und die erwartete weitere Zunahme auf 0,05% bis 2100 spielt eine sehr untergeordnete Rolle oder überhaupt keine. Grund: Gäbe es den erwärmenden CO2-THE, dann dürften sich die Trendlinien von Sommer und Winter bei einer Station kaum oder gar nicht unterscheiden. CO2 kann im Sommer nicht erwärmend wirken und im Winter abkühlend.

Fazit: Die CO2-Zunahme wird von den Autoren nicht angezweifelt, aber die ursächliche Wirkung auf den Temperaturverlauf der Zugspitze und auf den Verlauf der weiteren 2000 DWD-Wetterstationen ist nicht darstellbar. Es handelt sich um eine Zufallskorrelation zwischen der Zunahme der Sommertemperaturen und der CO2-Konzentration. Die statistische Zunahme der Jahrestemperatur seit 1988 ist wiederum eine Folge des steilen Temperaturanstieges der Sommertemperaturen.

Die weiteren von uns aufgezählten Gründe sind sicher nur ein Teil eines viel komplexeren Systems Gletschereises, des ständigen Wachsens und Abschmelzens über die Jahrhunderte und Jahrtausende.

Abhilfe, um den Schneefernergletscher als letztes deutsches Naturdenkmal zu erhalten:

In unseren anderen Artikeln haben wir die Wiedervernässung und verstärkte Humusbildung der deutschen Landschaften genannt, was auf Deutschlands höchstem Berg wenig Erfolg haben dürfte, denn das ganze Plateau ist asphaltiert. Das Wasser läuft eh sofort ab. Auch eine Strauch- oder Baumvegetation oder überhaupt mehr Grün ist wegen den niedrigen Temperaturen nicht möglich.

Vorschlag: Der Beton oder Asphalt sollte im Sommer weiß eingefärbt werden und das dunkle Gletschereis sollte man in weiße Tücher packen, genauso wie die dunklen Gebirgssteine ringsum. Das senkt die sommerlichen Tagestemperaturen und die Oberflächentemperatur des Eises

Eine sommerliche Abnahme der Sonnenstunden verbunden mit einem Temperaturrückgang und eine Zunahme der Niederschläge hätte eine weitaus größere Wirkung. Aber gegen diese natürlichen Ursachen des ständigen Klimawandels sind wir machtlos. Insofern sollte man sich fragen, ob man überhaupt das Abschmelzen bedauern sollte. Sicherlich wäre es eine Touristenattraktion weniger. Aber das ist doch kein Zeichen einer Klimakatastrophe, sondern eine Bestätigung des immerwährenden Klimawandels. Außerdem bringen wärmere Sommer noch mehr Touristen in die Alpen.

Und nun zu den üblichen Vorschlägen der CO2-Treibhauslehre. Eine teure CO2-Einsparung in Deutschland ist völlig wirkungslos, auch die Erhöhung der CO2-Steuern am 1. Januar 2023 wird keinerlei Wirkung haben, sie ist eine moderne Ablass-Handelssteuer zur Gewissensberuhigung und dient nur dem Staatshaushalt und der Weiterbezahlung der CO2-Panikwissenschaftler.

Wirkliche Abhilfen gegen die seit 1988 tagsüber in Deutschland stattfindende starke sommerliche Erwärmung werden von diesen bezahlten Treibhaus-Anhängern keine gemacht, was nicht wundert, sie würden vor allem Fördergelder und ihre gut bezahlten Jobs selbst in Frage stellen. Genauso wie die Medien gieren sie nach mehr „Katastrophen“ und nicht weniger.

Fazit: Das ewige Eis gibt es nirgends. Alle von uns genannten Gründe und sicherlich noch weitere entsprechen einem Anstieg der sommerlichen Schneegrenze um mehr als 400 Meter seit 1988. Das Zugspitzplatt ist somit aktuell sehr weit unterhalb der Schneegrenze gelegen und ein Fortbestand seiner Gletscher unter den aktuellen Bedingungen völlig unmöglich. Sobald die Sommer wieder kälter werden, wird sich die Faktenlage schnell ändern. Der schattige und lawinenernährte Höllentalferner ist dagegen aktuell nicht gefährdet. Das liegt an seiner speziellen sonnengeschützten Lage und der zusätzlichen Ernährung durch Lawinenschnee. Siehe anbei im Video:

Anmerkung: Im Video werden die Maitemperaturen zu den 3 Sommermonaten als Vegetationsperiode mitbetrachtet. Wir haben den Mai weggelassen. Auf der Alpennordseite bei der Zugspitze ist der Mai noch im Minusbereich, außerdem wird der Mai seit 1988 auf der Alpennordseite kälter.

Josef Kowatsch, Naturschützer und unabhängiger, weil unbezahlter Klimaforscher.

Matthias Baritz, Naturwissenschaftler und Naturschützer

 




Vorstoß gegen Kohlenwasserstoffautos zeigt Verachtung für das ländliche Amerika und die Entwicklungsländer

Duggan Flanakin

[Auch diesen Beitrag kann man wohl ziemlich genau auf unsere Verhältnisse übertragen! A. d. Übers.]

Amerikas große Autokonzerne, weniger als 15 Jahre nachdem sie nach der Clinton-Bush-Rezession von 2008 vor dem Bankrott gerettet wurden, verraten das amerikanische Volk aus Gier nach Regierungs-[Steuer-]geldern und -gunst. Ihre „Netto-Null“-Pläne – in Verbindung mit den globalistischen Diktatoren und der Biden-Administration – beinhalten die Beseitigung einer riesigen Anzahl von Arbeitsplätzen und die Zerstörung wichtiger Segmente der US-Wirtschaft.

Der demokratische Kongress hat dem amerikanischen Volk Steuern auferlegt, um den Kauf von Elektrofahrzeugen durch wohlhabende, politisch korrekte Institutionen zu subventionieren, darunter Autovermietungen, Regierungsbehörden und andere Einrichtungen, die in großen Mengen kaufen. Unterdessen planen die Autobauer, Autohäuser, Ethanolproduzenten und Autoteilehändler praktisch zu eliminieren und die Zahl der Automechaniker drastisch zu verringern.

Die American Automobile Association (AAA) beleidigt die große Mehrheit ihrer Mitglieder und behauptet scheinheilig, dass der Besitz eines Fahrzeugs, egal ob elektrisch oder gasbetrieben, eine persönliche Entscheidung ist. Aber hat die AAA vergessen(?), dass uns die „Wahl“ von der Regierung in Absprache mit den Kreditgebern und der Autoindustrie selbst schnell abgenommen wird?

Der kürzlich verabschiedete (und lächerlich benannte) Inflation Reduction Act ist mit seiner Steuergutschrift in Höhe von 7.500 Dollar für Käufer von Elektrofahrzeugen, Plug-in-Hybriden und Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeugen (4.000 Dollar für Gebrauchtfahrzeuge) von Januar 2023 bis Dezember 2032 eine ungeheure Bestechung für wohlhabende, meist städtische Amerikaner. Für den Austausch von Batterien gibt es offenbar keine Steuergutschriften.

Diese Gutschriften sind auf in den Vereinigten Staaten „hergestellte“ Fahrzeuge beschränkt, und es gibt Einkommens- und Kostenbeschränkungen. Durch diese üble Umgehung des Marktes wird die Macht an diejenigen abgetreten, die den Zugang zu Elektrizität kontrollieren, und die Wahlmöglichkeiten des Einzelnen werden eingeschränkt. Sie zerstört auch die Herstellung und den Verkauf von Ethanol, eine wichtige Industrie im ländlichen Mittleren Westen. Es gibt keine Steuergutschriften für Landwirte, die eine wichtige Quelle ihres Jahreseinkommens verlieren werden.

In der Zwischenzeit hat die Ford Motor Co. ihren Händlern mitgeteilt, dass sie keine Elektrofahrzeuge mehr verkaufen dürfen, wenn sie sich nicht bereit erklären, in regelmäßige Schulungen zu investieren, eine Ladeinfrastruktur zu installieren, ihr physisches und digitales Verkaufserlebnis zu verbessern und nicht verhandelbare Preise online zu veröffentlichen. Ford möchte die Händler ganz abschaffen, muss aber warten, bis seine Lobbyisten staatliche Gesetze kippen können, die den Verkauf von Fahrzeugen über Händler vorschreiben.

Ford möchte den Verkauf zu 100 Prozent online abwickeln und entlässt die Direktvertriebspartner, die die Marke Ford im letzten Jahrhundert aufgebaut haben. Das Ziel ist „kein Lagerbestand … und 100 Prozent Fernabholung und -lieferung“. Langjährige Händler werden gezwungen sein, nur noch Reparaturen durchzuführen. Es ist wahrscheinlich, dass die schrumpfende Zahl der Werkstätten auch keine Teilelager haben darf.

Falls es wirklich so kommt, müssen alle Reparaturen warten, bis die Teile eintreffen, was die Ausfallzeit für die Fahrzeugbesitzer verlängert und die Gesamtkosten (einschließlich Mietwagen) für die Reparatur erhöht. Besitzer von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor (internal combustion engine ICE) stehen wahrscheinlich vor ähnlichen Problemen mit Ersatzteilen und Reparaturen. Und es ist nicht undenkbar, dass ein neues staatliches (oder weltweites) Mandat alle ICE-Fahrzeuge aus dem Verkehr ziehen wird.

Ford ist nicht der einzige Schuldige bei diesem zwangsweisen, undemokratischen Marsch in Richtung Utopie. Während die Cadillac- und Buick-Sparten von General Motors den Händlern, die nicht willens oder in der Lage sind, das für die vollständige Wartung von Elektrofahrzeugen erforderliche Geld auszugeben, den Rückkauf anbieten, dürfen die Händler, die das Angebot annehmen, nur noch Chevrolets verkaufen. (Wir vermissen immer noch Pontiac und Oldsmobile.)

Chevy hat sich bereits 2017 dazu verpflichtet, seine Flotte auf voll elektrische Fahrzeuge umzustellen, hat aber kürzlich angekündigt, dass es vorerst weiterhin einige ICE-Fahrzeuge verkaufen wird. Auch Chrysler plant, bis 2028 komplett auf Elektrofahrzeuge umzustellen. Auch die großen japanischen Autohersteller wollen innerhalb des nächsten Jahrzehnts auf Elektroautos umsteigen (mit Ausnahme von Toyota, das wohl immer noch der Meinung ist, dass die Käufer eine Wahl haben sollten).

Diese Abkehr von den zuverlässigen, bewährten Verbrennungsmotoren ist für Amerikaner auf dem Land, für Menschen, die in sturmgefährdeten Gebieten leben, und für alle, die über Land fahren, nicht sinnvoll. Landwirte können ihre Traktoren heute mit Biodiesel betreiben, der direkt an der Straße hergestellt wird, und mit ihren 20 Jahre alten Pickups in weit entfernte Städte fahren, um Lebensmittel und Vorräte zu besorgen. Wirbelstürme, Erdbeben und andere natürliche und vom Menschen verursachte Störungen können die Stromversorgung in großen Gebieten tagelang lahm legen.

Noch weniger Sinn machen diese Entscheidungen für die Bürger von Entwicklungsländern, deren Stromnetze lückenhaft (wenn überhaupt vorhanden) und Jahrzehnte von den heutigen Standards der Ersten Welt entfernt sind. Wie lädt man ein Elektroauto auf, wenn es keinen Strom gibt? Oder wenn der Strom nur ein paar Stunden am Tag eingeschaltet ist? Oder wenn es nur ein paar öffentliche Steckdosen gibt? Oder wenn es keine EV-fähigen Abschleppwagen oder teure, risikoreiche (z.B. durch Brände und Diebstahl) Reparaturwerkstätten gibt? Oder sollten Afrikaner vielleicht gar keine Autos haben?

Gibt es niemanden, der sich noch an das arabische Ölembargo von 1979 erinnert, das die Schwäche aufzeigte, sich auf eine einzige Energiequelle zu verlassen, um eine große Nation zu versorgen? Nachdem sich die Preiskontrollen von Präsident Nixon als kontraproduktiv erwiesen hatten, förderte Präsident Ford mit wenig Erfolg die Ausweitung der Nutzung von Kohle und Kernenergie sowie die Entwicklung von synthetischen Brennstoffen und Schieferöl.

Das Ziel war damals, unsere nationale Abhängigkeit von Energieimporten zu verringern, aber erst unter der Trump-Administration erreichten die USA eine tatsächliche Energieunabhängigkeit. Und mit einem einzigen Federstrich begann Präsident Biden den Prozess, die Abhängigkeit von in China hergestellten EV-Batterien, Solaranlagen und sogar Windturbinen zu erzwingen, während er systematisch daran arbeitete, die Öl- und Gasindustrie unseres Landes zu zerstören (als Fortsetzung von Präsident Obamas Krieg gegen die Kohle).

Bis heute hat es keine nationale – oder internationale – Debatte über die Bereitschaft der Autofahrer (oder derjenigen, die sich nach einem Fahrzeug zum Fahren sehnen) gegeben, sich diesem beschleunigten, erzwungenen Übergang (sic) zum reinen Elektroantrieb zu unterwerfen. Es gibt keine Diskussion über die Logistik zur Durchführung dieser wahrscheinlich unklugen zwangsweisen Einschränkung der menschlichen Freiheiten. Sie ist nicht erlaubt, weder im Kongress, noch in den Medien, noch in den Vorstandsetagen der Unternehmen. Es wird alles hinter verschlossenen Türen auf Anordnung gemacht.

Es gibt viel zu viele Fragen, die auf den Entscheidungsebenen von Regierung und Industrie noch gestellt, geschweige denn beantwortet werden müssen, als dass diese Globalisten der ganzen Welt eine unbewiesene, unsichere Technologie aufzwingen könnten, deren Lieferketten bereits überlastet sind und die für viele ihrer Rohstoffe auf Sklavenarbeit angewiesen ist. Es gibt überhaupt keine Antworten darauf, warum – wenn E-Fahrzeuge so wunderbar sind – überhaupt Gebote und Verbote notwendig sind.

Es ist noch gar nicht so lange her, dass Lastwagenfahrer in Kanada von der Trudeau-Regierung angegriffen wurden, weil sie es gewagt hatten, gegen die drakonischen COVID-19-Schließungen und -Vorschriften zu protestieren. Die bloße Verlegung von 50 Grenzgängern von Texas über Florida nach Martha’s Vineyard hat bei den ehemaligen „Sanctuary City“-Führern zu schweren Nervenzusammenbrüchen geführt.

Stellen Sie sich vor, 200 Millionen Besitzer von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor (oder auch nur 2 Millionen) würden sich zusammenschließen, um gegen die unverschämten, undurchführbaren, antidemokratischen und bankrotten Vorschriften zu kämpfen, mit denen alle in Elektrofahrzeuge gezwungen werden sollen, die sich die meisten nicht leisten können und wollen, und mit denen Milliarden von Autofahrern vom Verkehr ausgeschlossen werden!

Aber wo soll man anfangen?

Autor: Duggan Flanakin is the Director of Policy Research at the Committee For A Constructive Tomorrow. A former Senior Fellow with the Texas Public Policy Foundation, Mr. Flanakin authored definitive works on the creation of the Texas Commission on Environmental Quality and on environmental education in Texas. A brief history of his multifaceted career appears in his book, „Infinite Galaxies: Poems from the Dugout.“

Link: https://www.cfact.org/2022/09/24/push-against-oil-cars-shows-contempt-for-rural-america-and-the-developing-world/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Das Gegenteil von „Lauterbach“. Energiekrise? Ist mir nicht bekannt

Helmut Kuntz

Auch bei Energie und Klima gibt es Protagonisten, deren wesentliche „Kompetenz“ im Besuchen vieler Talkshows besteht und trotzdem, egal wie einseitig und rein Ideologie-getrieben ihre Statements sind, von den Medien als „Wissenschaftler“ tituliert und gemäß „Merkel- Strategie“ ständig in neue Gremien und Posten befördert werden.
Eine solche Person per excellence ist mit Sicherheit die Wirtschaftswissenschaftlerin (auf Neudeutsch Ökonomin), Professor (ohne Habilitation), Claudia Kemfert vom DIW.
Wenn man C. Kemfert interviewt, weiß man vorab, was sie antworten wird. Es gibt kein Risiko, dass Sie von ihrer Ideologieschiene abweichen würde. Wenn Redakteure ihre eigene – GRÜNE und woke – Meinung bestätigt haben wollen, machen sie es deshalb gerne.

Es gibt Fachgebiete, in denen kann man sich nicht blamieren, nur aufsteigen

Dazu gehört nicht nur Corona, sondern wie EIKE-Leser wissen, schon viel länger Klima und Neue Energien.
Gerade hat sich (nicht nur) Frau Kemfert in einer Talkshow mit einfach nur hirnrissigen Behauptungen bis auf die Knochen blamiert [2].
Nicht das erste Mal [3] [4] .Dazu ist diese Professorin auch im Beirat des Blogs „Klimaretter“, eine Werbeplattform für Klimahysterie und den unabänderlichen Segen der Energiewende, der früher – als dort richtig aggressiv gegen alle „Gegner“ gewettert wurde – noch auf den Blog „DER KLIMA-LÜGENDETEKTOR“ verlinkte [6], einem öffentlichen Pranger für nicht vollständig Angepasste.

Wer das Wenden unseres einst weltweit vorbildlichsten und trotzdem bezahlbaren Energiesystems zum weltweit teuersten und bald wohl auch dem (Dritte-) Welt Standard an Unzuverlässigkeit angepasstem kritisch betrachtet, findet auf „Klimaretter“ wirklich alles, was das Gegenteil erklärt und an Lobeshymnen auf Klima und EEG überhaupt denkbar ist, die „richtige“ Politik eingeschlossen, denn Frau Kemfert ist selbstverständlich auch Mitglied des mit seinen Aussagen zwar nicht gerade erfolgreichen, dafür aber umso elitäreren Club of Rome:
Klimaretter, 30. August 2022: Neuer Club-of-Rome-Bericht „Die Reichen müssen die Rechnung zahlen“
Der Club of Rome legt den „Überlebensratgeber“ für die Welt vor. Das Rezept: Soziale Ungleichheit verringern, um die Klimakrise zu lösen. Die Steuern auf Immobilien, Vermögen und Erbschaften sowie auf hohe Gewinne und Einkommen müssen steigen.

Ursachen der Strompreisexplosion

Es ist aber nicht so, dass sich auf dieser Plattform selbst für Skeptiker gar nichts Lesbares fände. So beispielweise ein recht informeller Artikel zu wesentlichen Ursachen der Strompreis-Explosion:
klimareporter, Gastbeitrag, 09. September 2022: Wer profitiert von explodierenden Strompreisen – und wann?
Offenbar ist die Merit Order über alle Energieformen – vor Jahren noch ein taugliches Marktdesign – für die jetzige Situation und für einen künftigen Energiemarkt auf Basis erneuerbarer Energien nicht geeignet.
Denn ein Strompreis von 50 Cent je Kilowattstunde und mehr löst eher Panik aus, als dass er mittel- bis langfristig sinnvolle Aktivitäten bewirkt. Gleichzeitig werden bei solchen Preisen
Entlastungen in absurden Größenordnungen notwendig, um vielen Unternehmen und Haushalten bis tief in den Mittelstand durch die Krise zu helfen.
Es ist also höchste Zeit, Übergewinne abzuschöpfen und zur Finanzierung dieser Entlastungen heranzuziehen. Sollte dies ohne nennenswerte Schlupflöcher nicht umsetzbar sein, sollte ein Eingriff Übergewinne von vornherein vermeiden, indem zum Beispiel der Strompreis aus Gaskraftwerken im Großhandel begrenzt wird.
Auch hier ist die Lösung sicherlich nicht einfach und wird vermutlich nur europäisch funktionieren …

In Kurzform:
-Wirkliche Ursache der Preisexplosion sind Gesetze, treibend das Merit-Order Verfahren und dann der CO2-Preis.
-Preiserhöhungen für die Privatverbraucher kommen erst noch, dann aber gewaltig.
-Wenn es die Politik wirklich wollte, ließe sich Wesentliches in kürzester Zeit – einfach durch Gesetzeskorrekturen – lösen.
Weil Deutschland aber streng auf die EU „achtet“ und das – falls überhaupt – viel zu lange dauern wird, zudem viele unserer Nachbarn wesentlich weniger betroffen sind und Anreize sehen, dem bescheuerten Deutschland
überhaupt schnell zu helfen) werden Deutschlands Bürger darunter leiden.

Solche (seltene, recht neutral informierende) Artikel erscheinen dort jedoch vor allem, weil nun sogar die eifrigsten Ökostromprotagonisten Angst haben, dass die aktuelle Situation zu einem Überdenken der Energiestrategie und vor allem der überschießenden Subventionierungen führen könnte.

Entsprechen wird „vorgebaut“ und vermittelt, wen es auf keinen Fall treffen darf:
Klimaretter, Gastbeitrag, 19. September 2022: Klima- und Energiepreiskrise gemeinsam bekämpfen
Das jetzige Strommarktsystem treibt weite Teile der Bevölkerung und der Wirtschaft in Existenzkrisen, während einige wenige Akteure Rekordgewinne einfahren und das Klima ruiniert wird. Wir brauchen mehr Mut, um schnell und wirksam zu intervenieren.
Entlastungspaket darf nicht Erneuerbare belasten

Wirklich Angst um seine EEG-Pfründe braucht aber wohl niemand zu haben. Unsere „wandelnde Föhnwelle“ in Brüssel hat sich des Themas angenommen:
Tichys Einblick, 15. Sept. 2022: URSULA VON DER LEYEN „ON TOUR“ Sie tut, was sie am besten kann: reden, ankündigen, Geld verteilen
Nicht, dass die Ampel davon gar nichts wüsste. Dieses gesetzliche, GRÜNE Profitsystem lässt sich begreifen. Sogar ein Herr Lindner (Anm.: Elf Semester Studium Politikwissenschaften, Nebenfächer Staatsrecht und Philosophie, laut Vita noch nie außerhalb des Politikbetriebes gearbeitet) hat es verstanden. Und er fordert, dass die Regierung etwas dagegen tut.
t-online, 28.08.2022: Gegen „Profit-Autopilot“ bei Produzenten
Lindner will den Markt für Strom reformieren
Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hat wegen der dramatisch steigenden Energiekosten eine schnelle Reform des Strommarktes in Deutschland angemahnt. „Die Bundesregierung muss sich mit größter Dringlichkeit den Strompreisen widmen“, sagte Lindner der „Bild am Sonntag“. Ansonsten werde „die Inflation immer stärker durch eine Stromkrise angetrieben“.
Lindner kritisierte die stark gestiegenen Gewinne der Betreiber von Windrädern, Solaranlagen und Kohlekraftwerken: „Am Strommarkt hat die 
Politik einen Profit-Autopiloten eingerichtet.“ Aufgrund der geltenden Regeln würden die Produzenten von Solar- und Wind- oder Kohlestrom automatisch so bezahlt, als hätten sie teures Gas eingekauft. „Die Gewinne steigen zulasten der Verbraucher Milliarde um Milliarde“, kritisierte der FDP-Vorsitzende.
Strompreis richtet sich nach teuerstem Produzenten
Dahinter steckt das am Strommarkt geltende Merit-Order-Prinzip. An den Strombörsen wird ein Einheitspreis festgelegt. Der wird durch die teuerste Art der Erzeugung bestimmt, die zur Bedarfsdeckung gebraucht wird. Die Basis bilden die sogenannten Grenzkosten. Wird also Gas verstromt – was derzeit im Einkauf besonders teuer ist – dann gilt dieser Preis auch für andere Kraftwerke.

Bis dahin wusste man nicht, dass Herr Lindner unter einem Amnesieproblem wie Scholz leidet. Denn böse Zungen behaupten, er säße doch mitten in der Regierung.
Gerade ist zu erfahren, dass der mit-Bundesvorsitzende der GRÜNEN, O. Nouripour auch gesagt hat, Zitierung; „auch er hält es für absurd, dass die teuersten Stromproduzenten den Marktpreis bestimmen“. Auch diese Partei soll an der Ampel beteiligt sein.

Gegen die Vorstellungen solcher „Energie-Ökonomie-Laien“ argumentiert allerdings die „Wissenschaft“:Ähnlich sieht das die Energie-Ökonomin Claudia Kemfert. „Eine Entkopplung des Gaspreises vom Strompreis durch die Anpassung der Merit-Order ist kurzfristig weder machbar noch sinnvoll“, … Eine Reform des Strommarktes müsse europaweit vereinbart werden. „Von kurzfristigen Schnellschüssen ist abzuraten.“
Muss man verstehen. Ein über Jahrzehnte aufgebautes Subventionssystem einfach abzuschaffen, würde viele Profiteure sehr stören. Meint ein (ge-)wichtiger Nachbar ebenfalls
Die französische Strombörse EPEX verteidigt das System. „Die Grenzkostenpreisbildung ist bewährt und hat sich für die europäischen, kurzfristigen Day-ahead-Märkte als der effizienteste Preisbildungsmechanismus erwiesen“, hieß es gegenüber dem „Focus“. Die aktuelle Marktsituation sei nicht auf das Marktdesign zurückzuführen. Der Strommarkt sende „jeden Tag aussagekräftige und unverzichtbare Preissignale“ …

Dieses gesetzliche, GRÜNE Profitsystem welches sogar (wenige) Politiker begreifen, verstehen Münchner Ökonomen nicht. Sie verkünden, dass 4 % mehr Atomstrom auch (nur) zu um 4 % günstigerem Strom führen würden:
Business Insider Deutschland, 19. Sept. 2022: Artikel „In wenigen Sätzen widerlegt Chef der Gesellschaft für Reaktorsicherheit Habecks Notfall-Plan für Atomkraftwerke“
… Ifo: Längere AKW-Laufzeit würde Strom günstiger machen
Gegner einer AKW-Laufzeit-Verlängerung argumentieren, dass dies für die Versorgungssicherheit mit Energie bedeutungslos wäre, da Strom im Gegensatz zu Gas nicht knapp sei. Aber: Einer aktuellen Studie zufolge würde eine AKW-Laufzeitverlängerung den Anstieg der Strompreise bremsen. Nach Berechnungen der Münchner Ökonomen könnten die Kraftwerke im kommenden Jahr etwa vier Prozent des Stroms in Deutschland erzeugen. Der Preis wäre demnach ebenfalls vier Prozent günstiger als bei einer Abschaltung, wie das Ifo-Institut vergangenen Woche mitteilte.

Politisierende Wissenschaft(lerin)

Man benötigt etwas von diesem Hintergrundwissen, um zu erkennen, wie eine Frau Kemfert gegen technischen Sachverstand angeht und konsequent ihre eigene Agenda verfolgt. Dass Medien außer vom Kampf gegen das immerwährende Räääächts und den überall inzwischen ähnlich verborgenen Rassismus, keinerlei Ahnung mehr von anderen Themen haben müssen, hat gerade erst der „kabellose Energie-Fernseher“ in aller Deutlichkeit bewiesen:
[8] EIKE, 18.09.2022: Dümmer geht nimmer? Doch es geht

Ähnlich hält es die Redaktion der Nordbayerischen Nachrichten (rein persönliche Überzeugung des Autors, die durch nichts belegt werden kann). Öfters schon hat der Autor dieser Redaktion vorgeworfen, dass man nicht gescheiter werden kann, wenn man zur angeblichen Diskussion immer nur Personen mit genau der gleichen Meinung befragt.
Der Schluss ist aber, diese Redakteure*innen es auch gar nicht wollen. Und schließlich gilt Frau Kemfert bei der Redaktion als hochprofessionelle Wissenschaftlerin – und Wissenschaftlern glaubt die Redaktion bedingungslos, wie einer dem Autor auf Kritik antwortete – und erscheint entsprechen häufig in den Ausgaben.

Bild 1 Spiegel Kritik

Dass der „edle Lack“ dieser Wissenschaft inzwischen sogar bei GRÜNEN Sturmgeschützen wie dem Spiegel Rost bekommt, ist bei dieser Redaktion noch nicht angekommen:
kaltesonne, 25. September 2022: #nochnöcherkemfert
Unter diesem Hashtag veröffentlicht der Spiegel in Person von Alexander Neubacher einen Artikel über die Fehlprognosen des Medienstars Claudia Kemfert.
Es hat lange gedauert, bis ein Medium auf die Idee kam, sich die Aussagen von Claudia Kemfert im Laufe der Zeit etwas genauer anzusehen. Ob die Dampfplauderei von Claudia Kemfert dann doch des Guten zu viel war? Wer den Bezahlartikel im Spiegel nicht lesen kann oder möchte, der kann Alexander Neubacher auf 
Twitter folgen und bekommt eine Art “Best of” der Kemfert Statements.
Wir haben uns hier schon einige Male über die Aussagen von Claudia Kemfert 
gewundert. Ob es nun einige Hundert Milliarden waren, die sie bei Berechnungen “vergessen” hatte oder zuletzt die “Speicher noch und nöcher”, die wir selbstverständlich nicht haben oder auch ihre berühmten smarten Systeme und virtuelle Speicher, die ebenfalls nur in ihrer Fantasie existieren.
Zuletzt hatte die ZDF-Dokumentation Blackout dieses Wunschdenken von Frau Kemfert öffentlich gemacht. Wir 
berichteten. Kein Wunder, dass Kemfert im Nachgang der Sendung diese massiv kritisierte. Wer will schon gern öffentlich vorgeführt werden? Wobei Kemfert ihre Aussagen aus freien Stücken formuliert hat. Es ist auch nicht falsch, wenn in einem Interview nachgefragt wird. Wer also so tut, als wenn es smarte Systeme längst gibt und dann auch Nachfrage einräumen muss, dass diese erst noch entwickelt werden müssen, der sollte hinterher nicht sauer sein, allenfalls auf sich selbst.
Die Wendigkeit, die Alexander Neubauer aktuell bei Kemfert aufzeigt, hat sie übrigens schon in jüngeren Jahren kultiviert. Die FAZ hatte sich 2013 schon mit ihr beschäftigt und dort lässt sich das Zitat ihres Doktorvaters finden. Wir 
berichteten.
„Und Kemferts Doktorvater, der emeritierte Oldenburger Professor Wolfgang Pfaffenberger, kritisiert: „Die Geschwindigkeit, in der sie Thesen zu wichtigen Themen geändert hat, hat mich schon verwundert“.

Ein Interview

[1] NN, Lokalausgabe, 19.09.2022 (stark gekürzt): Interview „Oft ist ein Protest Ausdruck der Verzweiflung
Redakteur: „Frau Kemfert, Sie sind sehr gelassen, dass wir gut durch den Winter kommen, Sie halten auch den Fortbetrieb der AKW für nicht erforderlich …
C. Kemfert: „ Ich warne vor Panikmache … Fakt ist aber, dass wir im Moment keine Stromknappheit haben … Deutschland hilft den Franzosen, denen wegen Atomkraft echte Blackouts drohen … Wir haben andere Möglichkeiten (Anm.: gegen Blackouts). Wir sollten die kurzfristig ungenutzten Kapazitäten der erneuerbaren Energien ausnutzen. Vorübergehend werden wir etwas mehr Kohle für die Strom- und Wärmeherstellung brauchen. Oder Zukäufe aus dem Ausland sowie flexible Nachfrageanpassungen.“

Kommentierung:
Frau Kemfert dreht ihr Fähnchen oft nach dem Wind und dabei ist es ihr egal, ob es die Daten anders vermitteln.
[Link] Stromversorgung kritisch-Industriebetriebe von Netz getrennt
18. August  2021 Am Samstag, den 14. August, haben die Netzbetreiber mehrere Industriebetriebe am Abend vom Stromnetz getrennt. Die Stromerzeugung konnte den aktuellen Strombedarf in Deutschland nicht mehr decken. Die Stromversorgung war kritisch und eine Sicherstellung der Versorgung war auch durch Stromimport nicht mehr möglich.

Bild 1a Interview vom 10.10.2021

Bild 2 Puls24, Artikel

Im Moment hat Frau Kemfert mit einer Aussage recht. Derzeit haben wir „nur“ ein Preisproblem. Das Stromproblem kommt ja erst, wenn die Speicher leer und die AKWs abgeschaltet sind.

Es ist auch herrlich einfach zu argumentieren, wenn man die Vergangenheit weglässt. Aktuell – ganz bewusst im Sommer – unterzieht Frankreich einen erheblichen Teil seiner Kernkraftwerke einer geplanten Revision. In anderen Jahren sieht die deutsche „Stromhilfe“ deshalb anders aus:
2021: Deutschland importierte 5,6 TWh Strom aus Frankreich. Die physikalischen Stromflüsse liefern keine Auskunft darüber, ob der Strom tatsächlich im Land verbraucht wurde, oder ob er an Nachbarländer weitergeleitet wurde.
Zudem ist eine Energieversorgung erheblich komplexer, als es die Wirtschaftswissenschaftlerin annimmt und kann an mehreren Stellen Probleme haben:
WELT, 23.09.2022: ENERGIEKRISE Stadtwerkverbands-Chef warnt vor Versorgungskollaps
Der Chef des Verbandes Kommunaler Unternehmen (VKU) … warnt vor einem Kollaps der Strom- und Gasversorgung, falls es keine Staatshilfen für angeschlagene Stadtwerke geben sollte. „Wenn wir zulassen, dass Stadtwerke in Insolvenz gehen und als Strom- und Gasanbieter ausscheiden, kann das eine Kettenreaktion auslösen – bis hin zum Zusammenbruch der Energieversorgung“ …

Sie ist auch überzeugt, dass es nichts ausmacht, bei Stromknappheit wie beispielsweise in Afrika längst üblich, eben den Strom abzuschalten, denn nichts anderes bedeutetflexible Nachfrageanpassungen, oder die von ihr innigst geliebte Floskel von den „intelligenten Netzen“.
Einer Auffassung, die sich – vielleicht aufgrund solcher Einflüsterungen – auch in der Politik breitmacht:
Von B.Z./dpa, 23.09.2022: Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) kann sich ein kurzzeitiges Abschalten der Stromversorgung in einzelnen Stadtteilen als Notmaßnahme in der Energiekrise vorstellen.

Eine Vorsehung, die auch als Leitbild der modernen, GRÜNEN, antirassistischen Stromversorgung gilt:
[Link]Die Vorsitzende des Bundestags-Umweltausschusses, die Grüne Sylvia Kotting-Uhl, lässt die Katze aus dem Sack. Sie ruft den AfD-Abgeordneten zu: „Allein Ihre Unfähigkeit, sich unter Energieversorgung etwas anderes als Grundlast vorzustellen, das ist so von gestern wie Sie selbst. Die Zukunft wird flexibler sein, spannender, ja, auch anspruchsvoller: nicht mehr nachfrage-, sondern angebotsorientiert, …“. 
Unsere Behörden haben es aufgenommen. Was ist schöner, als wenn man sich für seine gesicherte Pension nicht mehr um die Ansprüche der Bürger oder der ebenso verpönten Industrie zu kümmern hat, da sich diese anpassen müssen:

… auf der Seite der Hamburger Behördefür Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft in schönster Verwaltungsprosa:
„Im Zuge der Energiewende nimmt der Anteil fluktuierender Energieangebote zu. Daher muss sich auch der Umgang mit Energie ändern: weg von einer bedarfsorientierten Energieerzeugung und hin zu einer angebotsorientierten Energienutzung.
Dieser Wandel kann nur gelingen, wenn Unternehmen ihre Potenziale zur flexiblen Energieerzeugung und -nutzung heben. Sie müssen intelligent in die Energieversorgung der Zukunft eingebunden werden.“

Doch schon bei der Angabe, dass Frankreich wegen der Atomkraft echte Blockaden drohen, gibt es auch gegenteilige Aussagen:
[9]Da heißt es frech, mit der halben Wahrheit gelogen: Deutscher Windstrom rettet Frankreich vor dem Blackout.
Wahr ist, dass derzeit die Hälfte von 56 französischen Reaktoren gewartet und repariert wird. 12 Reaktoren davon werden gegenwärtig deshalb repariert, weil Haarrisse in Zuspeise-Leitungen entdeckt wurden, die jetzt ausgeschliffen und neu verschweißt werden. Das ist aber nicht schlimm, sondern zeigt das hohe Sicherheitsniveau der EdF.

Verschwiegen wird, dass in Frankreich der Strombedarf im Sommer um ein Drittel geringer ist als im Winter. Viele Franzosen heizen mit Strom. In Deutschland beträgt dieser Bedarfsunterschied nur 15 Prozent. Frankreich ist schon da, wo Deutschland erst hin will. Es soll ja auch in Deutschland alles elektrifiziert werden. Auch eine Wärmepumpe braucht Strom. 

Und weil im Sommer viel weniger Strom gebraucht wird, legt Frankreich viele Kernkraftwerksrevisionen auf den Sommer, da man sonst die Anlagen wegen Überproduktion zur Netzstabilisierung herunterfahren müsste. 

Frankreich produziert trotz einer um 25 Prozent niedrigeren Bevölkerung mehr Strom als Deutschland. Davon sind fast drei Viertel Atomstrom. Und es ist in Frankreich normal, dass im Sommer bei niedrigen Pegelständen der Flüsse einige Kernkraftwerke die Leistung einsenken, um den Fluss nicht unzulässig zu erwärmen. 

In den vergangenen Jahren exportierte man französischen Stromüberschuss auch gerne zu guten Preisen nach Deutschland, wenn der Wind schwächelte und es dunkel war.
Siehe dazu auch [12] Tichys Einblick, 20.08.2022: Die Suche nach der verlorenen Kilowattstunde
Die kurzfristig ungenutzten Kapazitäten der erneuerbaren Energien“ werden später kommentiert.

Redakteur: „Agiert die Politik zu polarisierend?
C. Kemfert: „Wir erleben jedenfalls etliche Gespensterdebatten. Zum einen bei der Atomkraft. Und zum anderen bei der Energiewende … Manche versuchten, die Wende auszubremsen. Diesen Versuch, den Wandel aufzuhalten, erleben wir heute … „

Kommentierung:
Hier outet Frau Kemfert ihre Ideologie. Wichtig ist ihr ausschließlich die Energiewende (denn das ist ihre einzige Reputation mangels wirklicher Qualifikation). Wer daran zweifelt, führt „Gespensterdebatten“.

Der Begriff stammt allerdings nicht von ihr. Leicht abgewandelt als „Geisterdebatte“ beschreibt er eine aktuelle Propagandaaktion der GRÜNEN zur Ablenkung von Ursache und Wirkung.
Denn trotz dem vorhandenen und sich weiter abzeichnenden Energieproblem soll Kritik an der desaströßen Entscheidung, Kraftwerke abzuschalten, anstelle weiterlaufen zu lassen und zu reaktivieren, obwohl trotz Reisen in die weite Welt bisher kein Energieersatz zugekauft werden konnte, als eine fremde, böswillige Aktion dargestellt werden.

[11] Tichys Einblick, 22.09.2022: #DANKEROBERT-CANDYSTORM Grüne Aktion „Robert braucht Sonnenschein“

Bild3 GRÜNER Aktionstweet

Bild 4 GRÜNER Aktionstweet

Bild 5 GRÜNER Aktionstweet

Redakteur: „Sie erwähnen nicht genutzte Potenziale erneuerbarer Energien. Kaum zu glauben, dass es die in so einer Krise tatsächlich gibt.“
C. Kemfert: „Doch, das ist leider so. Wir bräuchten eine bessere Auslastung der existierenden Biomasse-Anlagen. Wir regeln immer noch die Windenergie ab, das sollten wir abschaffen. Auch die Photovoltaik-Anlagen werden zu 70 % gedeckelt – das wird nun endlich abgeschafft. … wir brauchen eine Booster-Programm für den Ausbau der Erneuerbaren …

Kommentierung:
Kein Wort von Frau Kemfert, wann und warum abgeregelt wird. Der Redakteur hat keine Ahnung vom Thema, vielleicht sagt er es auch nur nicht. Denn diese Erklärung von Frau Kemfert ist einfach eine Zumutung.
Erst einmal gibt es derzeit keine „ungenutzten Potentiale“. Die Vorrangeinspeisung verhindert das, seit es EEG gibt.
Wegen des gesetzlichen Einspeisevorrangs der Erneuerbaren darf nur abgeregelt werden, wenn die Netze wegen zu viel nicht benötigter – und nicht abtransportierbarer – Einspeisung überlastet werden. Um das zu ändern, müsste man die gesamten unteren Netzstrukturen erst einmal für die Weiterleitung der an beliebigen Stellen möglichen Spitzeneinspeisungen ausbauen und dann auch zur richtigen Zeit die erforderlichen Verbraucher für den überflüssigen Strom immer parat haben. Wenn das – und es wird noch kommen – die privaten Stromkunden über eine weitere Explosion der Netzentgelte und Netzregelkosten bezahlen müssen, wird manchem ein Licht aufgehen, was die viel propagierte, lokale Energieerzeugung noch kostet.
Erst kürzlich kam genau über diese Problematik ein Bericht in der gleichen Zeitung. Eine etwas andere Darstellung zur Problematik:
Dürftiges Stromnetz in Sachsen verhindert Energiewende: Ich darf keine Ladestation für Elektroautos bauen | TAG24
Ein „Boosterprogramm“ würde alleine schon aus den besagten Netzproblemen wenig nützen und nur zu einem immer höheren Kostenbudget für nicht einspeisbaren – und auch nicht benötigten – Ökostrom führen.

Wie sinnlos die Suche nach angeblich bisher nicht genutzten Ökopotenzialen – vor allem auch bezüglich der von Frau Kemfert angezogenen Biogasanlagen -ist, wurde wo anders wirklichkeitsnäher beschrieben:
[Link] Achgut, 20.08.2022: Die Suche nach der verlorenen Kilowattstunde
… Wie ernst die Lage mittlerweile ist, sieht man an der Hektik, mit welcher Habeck und Genossen an den Leinen ziehen. Ich stelle mir vor, dass durch sein Ministerium ständig völlig aufgelöste Mitarbeiter laufen, immer auf der Suche nach Gaskubikmetern und Kilowattstunden, die irgendwo ungenutzt herumliegen. Gerade lief sicher wieder so ein fahles Gesicht mit wüsten Haaren an Roberts Büro vorbei und rief „Biogas, Robert! Wir haben doch noch Biogas! Da kann man doch sicher noch was machen!“ Ganz im Sinne Ulbrichts ist aus unseren Biogasanlagen nämlich noch mehr herauszuholen, meint nun auch der Minister.

Redakteur: „Gas und Strom sind so teuer wie nie …“
C. Kemfert: „Die Preise von Kohle, Öl und Gas explodieren, nicht die der Erneuerbaren. Die wirken sogar preissenkend … Der Ausweg kann nur heißen: mehr Erneuerbare

Kommentierung:
Eine Antwort die zeigt, wie Ideologie jeglichen Verstand – oder soll das Wissenschft sein? – frisst.
Die Preise von Kohle, Öl und Gas explodieren vorwiegend aus politischen Gründen, die teils sogar gewollt sind, wie das CO2-„Bußgeld“. Und zwar, um Ökoenergie überhaupt einmal konkurrenzfähig zu bekommen. Denn das sind sie immer noch nicht. Zumindest wenn man das Lamentieren wegen denkbarer Subventionskürzungen – wie dem Merit-Order Prinzip – verfolgt.
Wo das genannte, „preissenkend“e sein soll, wenn seit Einführung des EEG der Strompreis nur die Aufstiegsrichtung kennt und als Gipfel bereits vor dem aktuellen Krieg den höchsten der Welt erreicht hatte, hätte der Redakteur ruhig nachfragen können.

Aber der Redakteur hat ja die gleiche Meinung und sucht verzweifelt danach.
Auf eine Information des Autors an eben diese Redaktion, dass die „Neuen Energien“ wegen der extremen Netz-Nebenkosten und den weiter erforderlichen, konventionellen Parallelkraftwerken den Strompreis verteuern müssen, kam damals zurück, dass dies nur vorübergehend ist und der Strompreis bald gegen Null sinken wird. Da beruhigt es natürlich eine solche Redakteursseele, wenn Frau Kemfert es immer noch behauptet.

Der Ausbau der Erneuerbaren würde an den Preisen auch wenig ändern, so lange das wesentlich für die Preisstellung verantwortliche Merit-Order-Prinzip nicht aufgegeben wird. Dieses Prinzip ist aber ein ausgewiesenes Hätschelkind von Frau Kemfert – weil es die Ökoenergien, ohne dass es die meisten wissen, massiv zusätzlich subventioniert – und wird von ihr deshalb nie in Frage gestellt werden.
[10] Tichys Einblick, 2. September 2022: MERIT-ORDER-PRINZIP Ein Grund mehr für den hohen Strompreis: Die Windmühlen werden wie teure Gaskraftwerke abgerechnet

Redakteur: „Sind die Sanktionen gegen Russland schuld an den explodierenden Preisen?“
C. Kemfert: „ Die Ursache der explodierenden Preise ist der fossile Energie-Krieg, ausgelöst durch den russischen Angriff auf die Ukraine. Deswegen kann die Antwort nur heissen: Wir müssen wegkommen von der Abhängigkeit von Russland – und das Land auch schwächen, damit es diese fossilen Energien nicht mehr verkaufen kann „“

Kommentierung:
Zum Glück gibt es dafür wenigstens einen modernen Begriff: „Annalena-Niveau“
Als eine andere Meinung dazu „richtig“ war, hatte sie diese:

Bild 6

Bild 7 Aussage von C. Kemfert

Als sich die Meinung änderte, hatte sie diese:

Bild 8

Billiges, russisches Erdgas war Jahrzehnte lang ein Garant für noch bezahlbare Energiepreise trotz Rückbau der billig und auch Grundlast produzierenden, konventionellen Kraftwerke und AKWs.
Die Preise begannen schon weit vorher – und zwar mit Beginn der kopflosen Energiewende – zu steigen. Der Krieg hat nur noch „etwas draufgesetzt“. Und warum ein „geschwächtes Russland“ seine Energie nicht mehr verkaufen können soll, weiß wohl nur Frau Kemfert. Zudem ist ihr neuer „Morgenthau-Plan“ – wie ihn auch Annalena publiziert – keine Politik, sondern Diplomatie auf Kindergartenniveau (rein persönliche Ansicht des Autors). Man denke daran, er wäre damals umgesetzt worden. Dann hätten unsere Freitagshüpfer heute ganz andere Sorgen, als für ein simuliertes Wetter in 80 Jahren zu springen. Und warum gibt es dann keine solche Umsetzung gegen die Taliban in Afghanistan? Haben die nicht auch ein Land besetzt und machen nun auch wirklich das, was sie „versprochen“ haben?
Nun ja, es war eine „friedliche“ Eroberung, da alle Kämpfer für die Verteidigung der westlichen Freiheit am Hindukusch sich spontan ihrer Waffen entledigten oder ohne diese abzogen.

Derzeit verkauft das schwache Russland das Öl – welches wir boykottieren – an Indien, welches von uns 10 Milliarden EUR bekommen hat und es uns teuer als „nicht-“russisches Öl weiter-verkauft. Soll aber eine WIN/WIN-Situation sein.

Beim Betrachten von Preischarts fällt auf, dass der Ölpreis und der Preis für Heizöl in Deutschland in keinem Zusammenhang mehr stehen. Auch beim Gas ist die Entwicklung etwas sonderbar.
Die wirklichen Probleme liegen also auch an anderen Stellen.

Bild 9 Langfristige Preisentwicklung Öl und Heizöl. Quelle: [Heizöl24]

Bild 10 Kurzfristige Preisentwicklung Öl und Heizöl, abgefragt am 26.09.2022. Quelle: [Heizöl24]

Bild 11 Preisentwicklung Gas in USA und Europa.TTF (Schwarz) ist der europäische Preis, Natural Gas (Grün)ist US-Preis

Professoring Kemfert weiß aber, dass sie Recht hat. Denn dank den Erneuerbaren gibt es sogar die Steigerung von billig, den negativen Strompreis.
Passiert immer öfter, wenn irgendwo entschieden wird, bei Vorrangeinspeisungs-bedingtem Strom-Überangebot diesen (vor dem Einspeisen) nicht gleich wegzuwerfen (abzuregeln), sondern ihn jemandem zu geben, der ihn „brauchen kann (hat man gelernt: „Essen“ wird nicht weggeworfen). In diesen Fällen bekommt der Ökoeinspeiser seinen Obulus und zusätzlicher der „Verbraucher“ eine Vergütung, dass er den Strom aus unserem überlasteten Netz entfernt.
Entsorgungsfirmen kosten eben Geld und ab und zu muss ein Netz auch „geputzt“ werden. Kennt jeder von den Fischern und öffentlichen Wasserleitungen. GRÜNE, private Stromkunden bezahlen diese zweifachen Kosten gerne, damit ihr GRÜNEr Strom auch sauber bleibt und nicht mit den sonst die Netze verstopfenden Ablagerungen konventioneller Kraftwerke verunreinigt wird …

Redakteur: „Hätten wir die massive Abhängigkeit von Russland vermeiden können?“
C. Kemfert: „ ... Das wäre vermeidbar gewesen, wenn wir die Energiewende viel früher massiv vorangetrieben hätten … “

Kommentierung:
Vieles wäre vermeidbar, wenn man es vorher sicher wüsste. Frau Kemfert ist eine Meisterin, die Zukunft im Nachhinein vorherzusagen.
Allerdings war so etwas auch gar nicht gewollt. Welche Partei(en) daran erheblichen Einfluss haben, ist dokumentiert.

Bild 12 Tweets

Die Staatspropaganda der Öffentlichen dazu ist rückwirkend sehenswert, weil sie das Unvermögen arroganter „Eliten“ entlarvt, strategisch in die Zukunft zu blicken:
[Link YouTube] NDR, 20.02.2019: Gasversorgung: Wie die USA Deutschland bedrängen | Panorama 3 | NDR
C. Kemferts Rat ist trotzdem nicht klüger. Der eine Dilettantismus hat wenigstens für ca. zwei Jahrzehnte (durch die niedrigen Gaskosten) bezahlbaren Strom beschert. Eine bedingungslose Abschaltung und dann Rückbau grundlastfähiger Kraftwerke und nur noch Erneuerbare ist genauso real durchgeführtes Kabarett:

NZZ, 21.09.2022 (Auszug): Vince Ebert über die vielen Irrtümer der deutschen Klimapolitik Die Energiewende führe in den Energiemangel
VE: Noch mehr Windräder und noch mehr Solaranlagen lösen nicht das Problem, dass in einer windstillen Nacht dann kein Strom zur Verfügung steht. Sämtliche vorhandenen Pumpspeicherkraftwerke für Strom aus regenerativen Quellen sichern den Bedarf der Bundesrepublik für gerade einmal vierzig Minuten.
NZZ: In der öffentlichen Debatte heißt es fast unisono, der Umstieg auf die erneuerbaren Energien müsse beschleunigt werden, damit Deutschland von den fossilen Stoffen anderer Länder unabhängig werde.
VE: Wer so etwas behauptet, sollte noch einmal den Physikunterricht besuchen.
NZZ: Was lernt man da?
VE:
Daß erneuerbare Energien nicht grundlastfähig sind. Wenn man Kernkraftwerke abschaltet, muß man an wind- und sonnenarmen Tagen Kohlekraftwerke auf Volllast laufen lassen. Will man auch diese nicht, müssen Gaskraftwerke einspringen. Wer wie die Deutschen auf alle drei Energiegewinnungsarten gleichzeitig verzichten will, ähnelt dem Mann, der vom Dach springt und hofft, rechtzeitig vor der Landung fliegen zu lernen.
NZZ: Sehr erfolgreich scheinen Sie damit nicht zu sein, wenn heute die halbe Welt und ganz Deutschland von der Alternativlosigkeit der Energiewende überzeugt ist.
VE: Das ist in der Tat ein grosses Problem. Unter vier Augen geben viele Experten zu verstehen, dass die Energiewende nicht funktioniert. Aber es ist sehr unpopulär, von allgemein proklamierten Leitkategorien abzuweichen. Erst langsam und unter dem Druck einer Krise wird deutlich, dass die Energiewende schnurstracks in den Energiemangel führt.

Leider ist das auch bisher noch nicht angekommen. Die Person, über die man das von einem Politiker ausgesprochene Bonmot, dass Dick und Doof früher zwei Personen waren, natürlich auf keinen Fall sagen darf (vielleicht, weil es eine dieser Personen posthum beleidigen könnte), sagt es und bekommt Applaus: … es geht um nicht weniger als dem Komplettausstieg aus fossilen Energie: YouTube

Bild 13 YouTube Screenshot vom Redeausschnitt

Unabhängig von solchen Reden reisen zwei „Ampelgrößen“ auf der Suche nach Energie rund um die Welt, um von Regierungen deren Menschenrechtsverletzungen weit genug entfernt sind, wenigstens etwas davon aufzukaufen. Ein ganz, ganz kleines bisschen ist es bereits mit LNG-Gas aus Katar gelungen. Allerdings wurde damit weniger ein Energietransport, als eine neue Geldvernichtungsmaschine in Gang gesetzt, denn der Umwandlungs-Wirkungsgrad liegt in der Größenordnung von 17 %, oder die Verluste der Umwandlungen bei 83 %:
Achgut,24.09.2022: Habecks Schummel-Wasserstoff aus VAE
… Das Wasserstoffprojekt der Energiewende ist zudem unfassbar teuer: Eine CO2-frei erzeugte kWh vom KKW Barakah (oder deutschen KKWs) kostet ca. drei Cent. In Deutschland kostet dieser Wasserstoff ca. 90 ct/kWh …

Redakteur: „Die Demonstrierenden der „Letzten Generation“ kleben sich an Straßen fest. Haben Sie dafür Verständnis?“
C. Kemfert: „ Ich verstehe ihren Unmut … oftmals ist es ein Ausdruck der Verzweiflung … Wir müssen Teil der Lösung sein, können Dinge verändern, damit sich niemand mehr anketten oder ankleben muss.

Kommentierung:
Da fragt ein Redakteur, dessen Team in der Zeitung enthusiastisch über jeden „Pups“ der Freitagshüpfer berichtet.

Bild 14 Forderung auf der FfF-Demo am 23. Sept. in Nürnberg

Im Redaktionskommentar das Wahlalter mit 16 auch in Bayern fordert und der „letzten Generation“ jederzeit ein kritikloses, williges, öffentliches Sprachrohr bietet:
NN, 12.08.2022: Wieder Protest mit Sekundenkleber? Aktivisten kündigen in Nürnberg „massive Störung des Autoverkehrs“ an
… Achtung Autofahrer: In der nächsten Woche planen mehrere Aktivisten-Gruppen eine „Blockade-Aktion“, die zu einer „massiven Störung des Autoverkehrs“ führen soll … Das Bündnis aus der Umweltschutzbewegung ist mit Straßenblockaden bekannt geworden, bei denen sich die Aktivisten mit Sekundenkleber auf den Asphalt festkleben. Auch in Nürnberg fand ein solcher Klima-Kleber-Protest Mitte Februar auf dem Frankenschnellweg statt, damals brach im Berufsverkehr Chaos aus. Ob in der nächsten Woche wieder eine der Hauptverkehrsadern betroffen sein wird, wollte die Sprecherin nicht verraten.
Fest steht, dass es eine Solidaritäts-Aktion sein wird, an der nicht nur die „Letzte Generation“ teilnimmt, sondern auch weitere Aktivistengruppen

Eine Aktivisten, welche ihre Zustimmung dazu sogar in ein Buch gefasst hat:

Bild 15

Erwartet er nun etwa eine Antwort: Ich finde es deprimierend, wie inzwischen auch bei uns Kinder und Jugendliche instrumentalisiert und auch ganz bewusst in Verzweiflung getrieben werden [Link]. Früher hieß es, so etwas gäbe es nur in autoritären – meist kommunistisch orientierten – Systemen. Was passiert, wenn durch Indoktrination entmenschlichte Jugendliche Macht bekommen, zeigten die „roten Garden“ in China. Und wie bei „Greta“, ist die Fremdsteuerung der (angeblichen) Klimakämpfer durch Interessensgruppen überdeutlich zu erkennen.

Bild 16

Besonders ekelt mich allerdings die zwischenzeitlich erfolgte Polarisierung zu ganz anderen Themenbereichen an.

Bild 17 Plakat von FfF

Bild 18

Bild 17 Plakat von FfF

Erwartet der Redakteur natürlich nicht. Was stramm – gerne auch mal „handfest“ radikal – links ist, ist das neue „Gute“.


Bild 20

Bild 21

Die Antwort von Frau Kemfert ist fast diplomatisch, doch vorhersehbar.
Weil es meiner Agenda nützt, sollen die Bürger ruhig dafür bezahlen, dass ein paar psychisch besonders Labile weiter frei herumlaufen und alles, was sie sich in ihrer eingeimpften Seelenpein vorstellen, anstellen können.

Nachtrag

Das Merit-Order-Prinzip ist die Karikatur einer Subventionierung. Wohl deshalb konnte es sich so lange öffentlich „unentdeckt“ halten. Und es ließe sich ohne eine komplizierte, durch die erforderliche Bürokratie uneffektive und auch wohl nie kommende Übergewinnsteuer direkt an der „Geldquelle“ ganz einfach und schnell durch Gesetzesänderung bereinigen. (Nicht nur) Corona hat gezeigt, wie einfach und spontan das möglich ist.

Anbei ein Hinweis auf die Ausführung eines Windparkbetreibers mit der Darlegung, zu welchen „Subventionsblüten“ dieses System fähig ist:
reitschuster.de, 27. September 2022: „Lieber Stromkunde, Sie werden verarscht!“ Brandbrief eines Betreibers von Windkraftanlagen
Energie ist knapp und deshalb so teuer? Von wegen! Der Betreiber einer Windkraftanlage packt aus und sagt, warum die aktuellen Strompreise rein gar nichts mit Angebot und Nachfrage zu tun haben.
Bei der Aussage, Strom sei knapp und teuer, stimme nur der letzte Teil, so Kiene. Von einer Knappheit könne dagegen keine Rede sein. „Unser Windpark in Fürstenau läuft nur noch wenig. Zumindest, wenn Wind weht. Nicht, weil die Maschinen defekt sind. Nicht etwa, weil das Netz knapp ist. Nein. Weil an der Börse gezockt wird“, ärgert sich Kiene. Die Betreiber von Windkraftanlagen würden vom Gesetzgeber an die Börse gezwungen, weshalb diese aktuell „zu viel“ für ihren Strom bekämen. Der Maka-Chef schreibt dazu: „Für den Monat August 2022 gab es rund 46 Cent für unsere Produktion an der Börse. Dafür muss man sich schämen. Das darf man niemanden erzählen. Aber wir können nichts dafür. Wir müssen an die Börse. Wenn der Strom wenigstens knapp wäre und wir liefern auf Angebot und Nachfrage für diesen Preis. Nein!“
Betreiber bekommen nicht produzierten Strom voll vergütet …

Quellen

[1] NN, Lokalausgabe, 19.09.2022: Artikel „Oft ist ein Protest Ausdruck der Verzweiflung

[2] Achgut, 11.08.2022: Pfauen der Energiewende – vom ZDF gerupft

[3] Achgut, 06.08.2022: Das ZDF im Bagdad-Modus

[4] Tichys Einblick, 20.01.2022: „Molekülstau im Netz“ Claudia Kemfert, Chefideologin der Energiewende

[5] EIKE 20.05.2017: Das fossile Imperium schlägt zurück – oder: Wie eine Wissenschaftlerin ihre Reputation vernichtet

[6] EIKE 23.01.2018: Rechtspopulisten, Marktradikale und Klimawandel-Leugner

[7] Business Insider Deutschland, 19.9.2022: Ifo-Studie: Weiterbetrieb der deutschen Atomkraftwerke würde den Strompreis im nächsten Jahr um vier Prozent senken

[8] EIKE, 18.09.2022: Dümmer geht nimmer? Doch es geht …

[9] Achgut, 05.09.2022: Saporischschja und die Energiewende-Legenden

[10] Tichys Einblick, 2. September 2022: MERIT-ORDER-PRINZIP Ein Grund mehr für den hohen Strompreis: Die Windmühlen werden wie teure Gaskraftwerke abgerechnet

[11] Tichys Einblick, 22.09.2022: #DANKEROBERT-CANDYSTORM Grüne Aktion „Robert braucht Sonnenschein“

[12] Tichys Einblick, 20.08.2022: Die Suche nach der verlorenen Kilowattstunde

 




Indien und China machen die westliche Politik zum Gespött

Vijay Jayaraj

Inmitten der europäischen Energiekrise kann man leicht andere Ereignisse übersehen, die für die Diskussion über die Klimawandel-Bewegung von Bedeutung sind. Dazu gehören eine Reihe von Rückschlägen für die grüne Politik in China und Indien.

Diese Länder, in denen drei Milliarden Menschen leben, haben die Umsetzung von Verpflichtungen in Bezug auf erneuerbare Energien verzögert und die Produktion und den Verbrauch fossiler Brennstoffe massiv gesteigert.

Auf dem Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit erklärten die chinesischen und indischen Staatsoberhäupter – zusammen mit ihren Amtskollegen aus Russland und der Türkei – ausdrücklich, dass sie nicht zu einer Verringerung des Verbrauchs fossiler Brennstoffe gezwungen werden können, und forderten „verstärkte Investitionen in die Öl- und Gasproduktion und -exploration“.

Wie üblich veröffentlichten die Mainstream-Medien diese Nachricht weder in den Schlagzeilen noch diskutierten sie darüber, dass die Verbreitung fossiler Brennstoffe in diesen Ländern die so genannten Netto-Null-Maßnahmen im Westen für die Ziele der Klimaalarmisten irrelevant macht.

Als zweitgrößter Kohleverbraucher der Welt und Heimat von 1,3 Milliarden Menschen hat Indien sein Engagement für die Umstellung auf erneuerbare Energien vernachlässigt. Berichten zufolge hat das Land seine Ziele für die Installation von Solaranlagen deutlich verfehlt und damit seine allgemeinen Umstellungsziele gefährdet. Die indische Economic Times berichtete, dass bei mindestens 25 Gigawatt (GW) an Solarstromprojekten, die bereits in Betrieb oder fast fertiggestellt sein sollten, Verzögerungen oder Unsicherheiten aufgetreten sind.

Die Verzögerungen bei der Installation von Solaranlagen machen es nun unmöglich, den geplanten Zubau von 450 GW an erneuerbaren Kapazitäten bis 2030 zu erreichen. Die Times berichtet, dass Indien „im Jahr 2021 10 GW an Solarkapazität hinzugefügt hat, während es jedes Jahr fast 30 GW hinzufügen müsste, um das Ziel erreichen zu können“. Die National Solar Mission – Indiens international renommierte Solarenergiestrategie – liegt in Trümmern, da nur die Hälfte der versprochenen Kapazität vorhanden ist.

Indien betrachtet Kohlekraftwerke als integralen Bestandteil seines Energiesektors. Das geht so weit, dass die Regierung sogar die Frist für den Einbau von Abgasfiltern für Kohlekraftwerke verlängert hat. Nach Ansicht von Experten überwiegen die Vorteile des Betriebs dieser Kraftwerke ohne Filter bei weitem die Unannehmlichkeiten durch Schadstoffe.

In China hat Premierminister Li Keqiang dazu aufgerufen, „fortgeschrittene Kohlekapazitäten so weit wie möglich freizugeben und eine langfristige Kohleversorgung umzusetzen“. In krassem Gegensatz zum Engagement des Landes für eine Netto-Null-Wirtschaft haben die führenden Politiker die Ausgaben für Kohle verdoppelt – ein Schritt, den der Klimaindustriekomplex kaum erwartet hatte. China hat in diesem Jahr bereits eine Steigerung der Kohleproduktion um 300 Millionen Tonnen angeordnet.

Im August näherte sich die chinesische Kohleverstromung dem Allzeithoch vom Januar 2021, da die Provinzen sich bemühten, die durch die Dürre verursachten Stromausfälle in den Wasserkraftwerken auszugleichen. Im Jahr 2022 kam es sowohl in der Provinz Sichuan als auch in deren Hauptstadt Chengdu zu Energieengpässen, die Unternehmen und Fabriken zur Schließung zwangen. In Chengdu wurde sogar die Beleuchtung der U-Bahn abgeschaltet.

Analysten sind der Meinung, dass Kohle für Chinas Energiezukunft unverzichtbar ist und dass Engpässe wie diese diese Behauptung nur bekräftigen. Man geht sogar davon aus, dass Präsident Xi selbst zu den Fünfjahresplänen für die Entwicklung des Landes beigetragen hat, die eine Abkehr von der Kohle rückgängig machen sollen.

Im Gegensatz zu den Vorhersagen in Tausenden von Artikeln und Analysen hat China seinen Spitzenverbrauch an Kohle noch lange nicht erreicht.

Die ständig steigenden Treibhausgasemissionen Indiens und Chinas machen die Strategien des Westens zur Emissionsreduzierung sinnlos. Chinas jährliche CO2-Emissionen aus der Kohlenutzung sind um ein Vielfaches höher als die vergleichbaren Emissionen anderer entwickelter Volkswirtschaften.

Im Jahr 2021 waren die kohlebedingten CO2-Emissionen Chinas mit 7421 Millionen Tonnen (MMT) fast zehnmal so hoch wie die der USA mit 889 MMT. Der geplante Ausbau der Kohlekapazitäten in China wird die Bemühungen der USA um Emissionssenkungen weiter zunichte machen.

Es macht keinen Sinn, dass die Politiker in den westlichen Ländern die Bürger im Namen eines vorgetäuschten Klimanotstands mit höheren Energierechnungen und Stromknappheit bestrafen.

Selbst wenn es eine Krise gäbe, machen die ständig steigenden Emissionen aus den Entwicklungsländern die westliche Klimapolitik zu einem historischen Anachronismus und einer wissenschaftlichen Absurdität, die lächerlich wäre, wenn sie nicht so zerstörerisch für Wirtschaft und Leben wäre.

This commentary was first published at Newsmax, on September 22, 2022, and can be accessed here.

Vijay Jayaraj is a Research Associate at the CO2 Coalition, Arlington, VA. He holds a master’s degree in environmental sciences from the University of East Anglia, UK and resides in India.

Link: https://cornwallalliance.org/2022/09/india-china-emissions-make-mockery-of-western-policies/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE