Der Betrug um das Massen-Aussterben

James D. Agresti

Im Gegensatz zu einem Bericht im US-Fernsehmagazin „60 Minutes“ [vergleichbar mit „Report“ oder „ZDF Frontal“ bei uns] zeigen Fakten in überwältigender Klarheit, dass sich die Erde mitnichten inmitten einer „Aussterbe-Krise“ befindet!

Quellen:

Am 1.1.23 berichtete 60 Minutes: „Eine Studie des World Wildlife Fund besagt, dass in den letzten 50 Jahren der Bestand an wild lebenden Tieren weltweit um 69 % zurückgegangen ist.“ https://www.cbsnews.com/news/earth-mass-extinction-60-minutes-2023-01-01/

Die von 60 Minutes zitierte Studie des World Wildlife Fund basiert auf dessen „Living Planet Index“. https://wwflpr.awsassets.panda.org/downloads/lpr_2022_full_report.pdf#page=18

Wissenschaftler haben in akademischen Fachzeitschriften dokumentiert, dass der Living Planet Index (LPI) „die Abundanz nicht misst“. Der World Wildlife Fund behauptet jedoch, dass er dies doch tut, und erhält eine „hohe Medienberichterstattung“, die den „häufigen Fehler begeht, den LPI so zu interpretieren, als würde er den Verlust der Abundanz messen.“

https://leung-lab.github.io/leunglab/articles/Leung_2022_601a.pdf

https://wwflpr.awsassets.panda.org/downloads/lpr_2022_full_report.pdf#page=18

Die Behauptung, der Living Planet Index zeige einen „mittleren Wirbeltierrückgang von mehr als 50 % seit 1970“, ist „auf weniger als 3 % der Wirbeltierpopulationen zurückzuführen“, während „bei den typischen Populationen kein globaler Trend erkennbar war.“ https://www.nature.com/articles/s41586-020-2920-6

Eine Studie, bei der die weltweit größte Datenbank über die langfristige Abundanz von Arten verwendet wurde, ergab, dass „die meisten Populationen (85 %) keine signifikanten Trends in der Abundanz aufwiesen, und bei denjenigen, bei denen dies der Fall war, hielten sich Gewinner (8 %) und Verlierer (7 %) die Waage.“ https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/ele.13242

Die Zahl „bis zum 100-fachen“ aus Barnoskys Forschung schwankte tatsächlich „zwischen 8 und 100-fach“. https://www.science.org/doi/10.1126/sciadv.1400253

In einem Buch der Cambridge University Press über die biologische Vielfalt wird erklärt, dass kein „ernsthafter“ Versuch unternommen wurde, die Zuverlässigkeit von Aussterberaten auf der Grundlage von Fossilien zu beurteilen, weil die „Unsicherheiten in jeder Phase der Berechnung“ den Aufwand wertlos machen würden. So heißt es in dem Buch: „Wahrscheinlich wird es niemanden überraschen, wenn diese Schätzung um den Faktor 10 oder sogar 100 abweicht.“

https://www.amazon.com/Biodiversity-Environmental-Philosophy-Introduction-Cambridge-ebook/dp/B000SHMQES

Barnoskys Forschung zählt alle „617“ Wirbeltierarten, die seit 1500 ausgestorben sind oder „möglicherweise ausgestorben“ sind. https://www.science.org/doi/10.1126/sciadv.1400253

Eine wissenschaftliche Zeitschrift dokumentiert, dass 95 % des Aussterbens von Vögeln und Säugetieren seit 1500 „auf Inseln stattfand“. Daher „ist es sinnvoll, Inseln als Sonderfall zu betrachten“, weil Arten „kleinere geografische Bereiche“ und andere Unterschiede aufweisen, die sie anfälliger für das Aussterben machen als kontinentale Arten. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/j.1472-4642.2011.00856.x

Im Lehrbuch Conservation and Ecology (Naturschutz und Ökologie) heißt es: „Die Schätzungen der Hintergrund-Aussterberate“ aus Fossilien „leiten sich von den reichlich vorhandenen und weit verbreiteten Arten ab, die den Fossilbericht dominieren. Im Gegensatz dazu sind die Arten, die heute am wahrscheinlichsten aussterben, selten und lokal.“ https://www.amazon.com/Conservation-Ecology-Living-Earth-Rafferty/dp/1615303073
Im Lehrbuch „Vertebrate Paleontology and Evolution“ heißt es: „Eine besonders wichtige Voreingenommenheit des Fossilnachweises richtet sich gegen Organismen, die selten und/oder geografisch begrenzt sind.“ https://www.amazon.com/Vertebrate-Paleontology-Evolution-Robert-Carroll/dp/0716718227

Eine 2011 in der Zeitschrift Diversity and Distributions veröffentlichte Arbeit zeigte, dass „nur sechs kontinentale Vögel und drei kontinentale Säugetiere in Standarddatenbanken als seit 1500 ausgestorben verzeichnet wurden, verglichen mit 123 Vogel- und 58 Säugetierarten auf Inseln.“ https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/j.1472-4642.2011.00856.x

Ein 2015 in der Zeitschrift Science veröffentlichter Artikel enthüllte, dass es „in den letzten 514 Jahren nur 15 weltweit ausgestorbene Meerestierarten“ gab und „keine in den letzten fünf Jahrzehnten“. https://www.science.org/doi/10.1126/science.1255641

In einem Artikel in der Zeitschrift Endangered Species Research eines australischen Wissenschaftlers heißt es, dass bestimmte Wissenschaftler „die Risiken des Aussterbens von Wildtieren“ durch „absichtliche und grobe“ Übertreibungen überbewerten. In dem Papier heißt es außerdem, dass Wissenschaftler, die Arten als „gefährdet“ bezeichnen, „oft Nutznießer“ von Finanzmitteln sind, die aufgrund dieser Bezeichnungen fließen. „Das Potenzial für eigennützige Einschätzungen ist also seit langem bekannt“. http://www.int-res.com/articles/esr2008/6/n006p161.pdf

Die Wissenschaftler, die die Studie in der Fachzeitschrift Diversity and Distributions verfasst haben, stellen fest: „Unsere Ergebnisse stützen nicht die Behauptungen oder Prognosen anderer, wonach die Aussterberaten der kontinentalen Vogel- und Säugetierfauna in den letzten 500 Jahren im Vergleich zu den Hintergrundraten stark gestiegen sind.“ https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/j.1472-4642.2011.00856.x

1977 beauftragte Präsident Jimmy Carter die EPA, das Außenministerium, die National Science Foundation und mehrere andere Bundesbehörden mit der Erstellung einer „Studie über die wahrscheinlichen Veränderungen“ der „Weltbevölkerung, der natürlichen Ressourcen und der Umwelt“ bis zum Jahr 2000. Dies wurde zu einer Herkulesaufgabe, an der Hunderte von Menschen beteiligt waren, darunter auch „informelle Berater“ der Studie, die die führenden Umweltinstitutionen der Welt vertraten. https://www.justfacts.com/document/global_2000_report_president_carter_1979.pdf#page=4

1979 veröffentlichte das Dream Team von Wissenschaftlern den Global 2000 Report für den Präsidenten der USA, in dem festgestellt wurde, dass „mindestens 500.000-600.000“ Arten „in den nächsten zwei Jahrzehnten ausgelöscht werden“, wenn „der technologische Fortschritt anhält“ und „nicht von der gegenwärtigen öffentlichen Politik abgewichen wird“. https://www.justfacts.com/document/global_2000_report_president_carter_1979.pdf#page=357

Im Jahr 2004 berichtete die International Union for Conservation of Nature: „Mindestens 27 Arten sind in den letzten 20 Jahren (1984-2004) als ausgestorben oder in freier Wildbahn ausgestorben gemeldet worden. … So gelten beispielsweise acht Vogelarten als in den letzten 20 Jahren ausgestorben oder in freier Wildbahn ausgestorben, sie sind jedoch nicht enthalten, da weitere Untersuchungen erforderlich sind, um zu beweisen, dass das letzte Individuum gestorben ist.“ https://portals.iucn.org/library/sites/library/files/documents/RL-2004-001.pdf

Im Global 2000-Bericht an den US-Präsidenten heißt es: „Wie viele Aussterbefälle sind in den forstwirtschaftlichen Projektionen der Global 2000-Studie impliziert? Eine Schätzung wurde für die Global 2000 Studie von Thomas E. Lovejoy vom World Wildlife Fund erstellt.“ https://www.justfacts.com/document/global_2000_report_president_carter_1979.pdf#page=353

Das Filmmaterial von 60 Minutes von CBS wird im Rahmen der Fair-Use-Bestimmung des US-Urheberrechts für „Zwecke wie Kritik“ und „Kommentare“ reproduziert (17 U.S.C. §107). https://www.law.cornell.edu/uscode/text/17/107

Link: https://wattsupwiththat.com/2023/02/11/the-mass-extinction-fraud/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Klima-Inquisition allerorten

H. Sterling Burnett

Klimarealisten oder -skeptiker wie ich werden ständig von einer Vielzahl logischer Irrtümer und bösartiger Bezeichnungen bedrängt, die von Forschern, Politikern und Mitgliedern der Mainstream-Medien in Umlauf gebracht werden. Diese haben schon vor langer Zeit die Loyalität gegenüber der wissenschaftlichen Methode in Diskussionen über den Klimawandel aufgegeben. Ich werde diese Leute im Folgenden als Klima-Inquisition (KI) bezeichnen.

Anstatt kritisch zu denken, wiederholt die KI bereits widerlegte Kritik an unserer Position zum Klimawandel, stellt unsere Motive in Frage (anstatt auf unsere Argumente einzugehen) und beschimpft uns, wobei sie sich eher wie ignorante Schulkinder als wie gebildete Erwachsene mit einem Mindestmaß an Höflichkeit verhält. Nachdem sie sich den Beweisen und sogar der bloßen Möglichkeit verschlossen haben, dass der Mensch keine Klimakatastrophe verursacht, weigert sich die KI nicht nur, mit Klimarealisten zu debattieren oder sich auf sie einzulassen, sondern sie versuchen auch, uns die Fähigkeit abzusprechen, über das Thema zu sprechen.

Zu den beleidigendsten Bezeichnungen, welche die KI für Klimarealisten verwendet, gehört der Begriff „Klimaleugner“.

Beispiele für das Fehlverhalten und die Beschimpfungen der KI finden sich in Form von Artikeln, die kürzlich von Agence France-Presse (AFP) und Grist veröffentlicht wurden, und die beide weit verbreitet sind.

In dem AFP-Artikel [übersetzt] „Politik, Geld, Ruhm: Was die Leugner des Klimawandels antreibt“ sprang Roland Lloyd Parry stolz auf den Ad-hominem-Zug auf und behauptete, die Klimaskeptiker seien lediglich durch Gier und Ruhm motiviert.

Parry und die von ihm befragten Personen haben fälschlicherweise behauptet, dass Klimawandel-Realisten in der Hand von Big Oil und anderen Konzernen auf der Suche nach Ruhm und Reichtum sind. Diese Behauptungen entbehren jeglicher Grundlage und sind in der Tat wiederholt widerlegt worden, weshalb Beweise für eine solche Verbindung selten, wenn überhaupt, vorgelegt werden.

Klimarealisten wie das Heartland Institute und die anderen Organisationen, die sich der Förderung einer soliden, wissenschaftlich fundierten Politik verschrieben haben, erhalten nur eine vernachlässigbare Summe im Vergleich zu den riesigen Geldmengen, die in die Unkenrufe der Klimaforschung und klimabezogene politische Anliegen investiert werden. Die meisten Ankläger sind nicht in der Lage, in den Spiegel zu schauen und zu erkennen, dass, wenn jemand in der Klimadebatte gekauft und bezahlt wird, sie es sind.

Die wichtigsten KI-Leute, die Parry in seinem Artikel zitiert – John Cook und Stephan Lewandosky – haben eine lange Geschichte von schleimigen, skrupellosen Machenschaften, um Klimarealisten zu verleumden.

Cook, ein ehemaliger Karikaturist und jetzt Postdoc-Forschungsstipendiat am Climate Change Communication Research Hub der Monash University, versuchte, sich 2019 in eine vom Heartland Institute veranstaltete Klimakonferenz in Washington, D.C. einzuschleichen. Cook gab fälschlicherweise vor, den Wetterkanal zu vertreten. Seine List schlug fehl. Als er hinausgeworfen wurde, zeichnete sein Filmteam die vorgetäuschte Empörung auf, die er darüber zum Ausdruck brachte, dass ihm zu Recht der Zutritt zu einem Veranstaltungsort verweigert wurde, zu dem er als ordnungsgemäß registrierter Journalist nicht zugelassen oder qualifiziert war.

Das Verhalten von Lewandowsky, einem Professor für Psychologie an der Universität Bristol, bei der Durchsetzung der Klimaorthodoxie war wohl noch ruchloser als das von Cook. Lewandowsky hat seine Berechtigung als professioneller Psychologe missbraucht, indem er die Motive von Klimaskeptikern aus der Ferne „diagnostizierte“ und behauptete, Realisten würden an einer Reihe von psychischen Störungen leiden, ohne sie jemals tatsächlich zu befragen oder seine eigenen Vorurteile offenzulegen. Das ist ein klarer Verstoß gegen die ethischen Grundsätze der psychologischen Praxis.

Lewandowskys Fehlverhalten war so ungeheuerlich, dass wissenschaftliche Fachzeitschriften zweimal seine Arbeiten über die Psychologie der Klimaskeptiker zurückzogen. In einem Aufsatz verglich Lewandowsky die Ideen der Klimaskeptiker mit den falschen Überzeugungen der Mondlandungsleugner. Andere Wissenschaftler reagierten mit vernichtenden Kritiken über Lewandowsky und seine Methoden.

Nachdem Lewandowsky öffentlich angedeutet hatte, dass „Drohungen“ der Grund dafür waren, dass eine Zeitschrift seine Arbeit zurückzog, und nicht etwa mangelhafte Wissenschaft, zog die Zeitschrift Lewandowsky wegen Verbreitung von Fehlinformationen zur Verantwortung.

Parry hat gegen die journalistische Ethik verstoßen, indem er es versäumt hat, Klimaskeptiker zu befragen, um ihre Meinung zu den Behauptungen zu erfahren, dass Geld und Ruhm ihre Bemühungen antreiben. Parrys Geschichte ist nichts weiter als eine Litanei von logischen Fehlschlüssen, die sich übereinander stapeln. Fakten müssen nicht gelten.

Die Grist-Geschichte „Climate denial campaign goes retro with new textbook“ ist kaum weniger schlampig. Er wurde als Reaktion auf die Versendung von 8000 Exemplaren unserer Broschüre „Klima auf einen Blick für Schüler und Lehrer“ (Climate at a Glance for Students and Teachers, CAAG) durch das Heartland Institute an Highschool-Lehrer im ganzen Land verfasst. Das Buch deckt 30 Klimathemen ab, die häufig im naturwissenschaftlichen Unterricht behandelt werden, und soll als Zusatzmaterial zu den Standardlehrplänen verwendet werden, indem es Daten und von Experten begutachtete Beweise liefert, die zeigen, dass sich die Erde nicht in einer Klimakrise befindet.

Grist verleumdete Heartland von Anfang an, indem es die Sendung als Teil einer „Klimaleugner-Kampagne“ bezeichnete, obwohl nirgendwo in der Geschichte Fakten genannt werden, die das Buch angeblich leugnet.

In einem Punkt hat Grist Recht: Heartland ist rückwärtsgewandt. Wir halten hartnäckig an der „Retro“-Idee fest, dass Tests, Beobachtungen, Debatten und intellektueller Austausch Markenzeichen des wissenschaftlichen und damit auch des gesellschaftlichen Fortschritts sind. Wir halten an altmodischen Ideen fest, z. B. dass Fakten zählen und dass bei einem Widerspruch zwischen Daten und Theorie die Theorie und nicht die Daten überdacht werden müssen. Leider lehnt die KI diese traditionellen Merkmale wissenschaftlicher Praxis ab und ersetzt sie durch die postmoderne Perversion der Wissenschaft, bei der Macht, Politik (in diesem Fall der erzwungene Konsens) und Klimamodellsimulationen einen höheren Stellenwert haben als Daten und Beweise. Für die KI ist die Forschung ipso facto falsch, wenn genügend Kollegen mit bestimmten Ergebnissen nicht einverstanden sind.

Das CAAG-Buch räumt ohne weiteres ein, dass der Klimawandel stattfindet – das ist nichts Neues, denn die Autoren haben das schon immer getan. Die Autoren räumen auch ein, dass der Mensch wahrscheinlich eine gewisse Rolle bei der derzeitigen Entwicklung des Klimawandels spielt – auch das ist nicht zu leugnen. Der einzige Teil des von der KI unterstützten Narrativs, den das Buch bestreitet, ist derjenige, für den es am wenigsten wissenschaftliche Unterstützung gibt: dass der gegenwärtige Klimawandel eine existenzielle Bedrohung für das Überleben der Menschheit darstellt oder gar eine Krise ist. Anstatt einfach zu behaupten, dass keine Krise bevorsteht, liefert das Buch außerdem harte Daten, die die Behauptungen der KI widerlegen.

Die Cowboy State Daily in Wyoming stellt in ihrer Besprechung des Buches und dem Artikel von Grist treffend fest:

Das Lehrbuch alarmiert diejenigen, die wollen, dass Kindern beigebracht wird, dass der Planet infolge des Klimawandels unbewohnbar wird und dass jeder, der diese Position in Frage stellt leugnet, dass der Klimawandel überhaupt stattfindet, sagt ein Autor des Lehrbuchs.

Der Grist-Artikel konnte keine tatsächlichen Ungenauigkeiten oder unwissenschaftliche Quellen finden, sondern beklagte sich vielmehr darüber, dass das Lehrbuch nicht auf erschreckende Informationen hinweist.

In dem Artikel wird auch behauptet, das Institut habe „Hunderttausende“ von Dollar von libertären Milliardären der Familie Koch erhalten. Laut der Website von Heartland hat die Charles G. Koch Foundation dem Institut im Jahr 2012 eine Spende in Höhe von 25.000 Dollar zur Unterstützung marktwirtschaftlicher Lösungen im Gesundheitswesen zukommen lassen.

Um sachliche Behauptungen der CAAG anzufechten, muss man natürlich zuerst die Behauptungen beschreiben und Beweise vorlegen, warum sie falsch sind. Grist tut dies nie.

Zu Ehren des Autors der Geschichte hat Grist mich für den Artikel interviewt. Allerdings sind die Zitate, die sie von mir anführen, verkürzt und in der Spaltengröße stark begrenzt, verglichen mit den langen, unpräzisen Zitaten der so genannten Experten, die der Autor interviewt hat und die die Arbeit kritisieren. Ich fürchte, ihre Voreingenommenheit war offensichtlich.

Eine der empörendsten Erkenntnisse aus der Grist-Geschichte ist die geringe Wertschätzung, die die Publikation und ihre bevorzugten Experten offenbar den Wissenschaftslehrern der Nation entgegenbringen. Grist zitiert Glenn Branch, den stellvertretenden Direktor des gemeinnützigen National Center for Science Education, mit den Worten: „Heartland hofft, diejenigen zu erwischen, die die Klimawissenschaft noch nicht gut genug verstanden haben, um die höchst irreführende Natur der Materialien zu erkennen.“

Als ich für den Artikel interviewt wurde, fragte mich Grist in etwa: „Wie reagieren Sie auf die Behauptung, dass Lehrer der Naturwissenschaften das Klimaproblem und seine Nuancen nicht gut genug verstehen, um die Behauptungen der CAAG abzuwägen?“ Das ist kein exaktes Zitat, aber es vermittelt die Idee. Meine erste Reaktion war, dass ein Lehrer, der nicht in der Lage ist, sich mit den wissenschaftlichen Aspekten eines Themas auseinanderzusetzen, es nicht unterrichten sollte. Im Gegensatz zu Grist und Branch sind wir vom Heartland Institute der Meinung, dass Wissenschaftslehrer und ihre Schüler durchaus in der Lage sind, alternative Argumente zu prüfen und einfache Online-Recherchen durchzuführen, um die Daten zu überprüfen, vor allem, weil CAAG hilfreiche und transparente Links zu allen wissenschaftlichen Quellen für die im Buch genannten Punkte bereitstellt.

Leider erzählt die KI allzu oft jedem, der sich Papieren, Artikeln, Präsentationen oder Erklärungen von Klimarealisten aufgeschlossen nähert, dass die Wissenschaft zu komplex sei, um sie zu verstehen, und dass man den Experten vertrauen solle, wenn sie sagen, dass alles feststehe und die Wissenschaftler bewiesen hätten, dass eine anthropogene Klimakrise bevorstehe, so dass die Bürger ihre Ohren und Augen verschließen, ihren Verstand verschließen und sich nicht die Mühe machen sollten, die Daten zu überprüfen.

Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein, und so funktioniert Wissenschaft ganz sicher nicht. Hunderte von Artikeln, die bei Climate Realism veröffentlicht wurden, und Dutzende von kurzen, informativen „Faktenchecks“, die bei Climate at a Glance veröffentlicht wurden, zeigen, dass die Beweise – d. h. messbare, aufgezeichnete Daten – die Behauptungen nicht stützen, dass der Klimawandel die Welt weniger lebenswert macht, schwerwiegendere oder häufigere extreme Wetterereignisse verursacht oder einen Anstieg der wetter- oder temperaturbedingten Todesfälle bewirkt hat. Tatsächlich zeigen die langfristigen Trenddaten, dass genau das Gegenteil der Fall ist.

Anstatt sich mit den Beweisen und Argumenten der Klimarealisten auseinanderzusetzen, wenden die Teilnehmer der KI die Taktik von Dogmatikern und Autoritätspersonen an. Sie beschimpfen nicht nur Klimarealisten oder greifen sie mit persönlichen Angriffen an, um sie zu diskreditieren, weil sie es wagen, „ihre Wahrheit“ über den Klimawandel zu bestreiten, sondern sie fordern Zensur, drohen mit Karrieren und fordern sogar Gefängnisstrafen für Skeptiker.

Ein Zitat des großen Physikers Richard Feynman beschreibt das begrenzte Verständnis der KI für die wissenschaftliche Methode im Allgemeinen und die Klimawissenschaft im Besonderen: „Das erste Prinzip ist, dass man sich nicht selbst täuschen darf, und man selbst ist am leichtesten zu täuschen.“ Es ist traurig, dass die Klima-Inquisitoren sich selbst so getäuscht haben, und es ist skrupellos, dass sie weiterhin versuchen, andere Menschen zu täuschen.

Wenn es in Wahrheit Klimaleugner gibt, dann ist es die Klima-Inquisition.

Sources: Grist; Yahoo News/AFP; Cowboy State Daily

Link: https://heartlanddailynews.com/2023/02/climate-change-weekly-461-answering-the-climate-inquisition/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Unterstützen Sie Clintel in ihrem „Klima-Verfahren des Jahrhunderts“!

CLINTEL

Clintel ändert den Kurs der Klimaprozesse [Clintel = CLimate INTelligence]

Clintel, eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in den Niederlanden, die sich für eine wissenschaftlich fundierte und rechtsstaatliche Klimapolitik einsetzt, ist dabei, den Kurs der Klimaprozesse zu ändern, die bisher von der Klimabewegung dominiert wurden. So hat Clintel die Zulassung als Streithelfer in einem viel beachteten niederländischen Gerichtsverfahren zwischen dem Öl- und Gaskonzern Shell einerseits sowie der Umwelt-NGO Friends of the Earth (in den Niederlanden Milieudefensie genannt) andererseits beantragt.

Der Klima-Jahrhundertprozess

Dieser Fall ist nun vor dem Berufungsgericht in Den Haag anhängig. In erster Instanz stellte das Bezirksgericht auf der Grundlage der von Friends of the Earth vorgelegten Beweise fest, dass bei einem durchschnittlichen Temperaturanstieg von 1,5 Grad Celsius oder darüber ein „gefährlicher Klimawandel“ eintreten wird. Shell müsse seinen Teil dazu beitragen, diesen „gefährlichen Klimawandel“ zu verhindern. Clintel bestreitet die wissenschaftliche und faktische Grundlage für dieses Urteil.

Friends of the Earth (FoE) bezeichnet diesen Fall als den „Klima-Fall des Jahrhunderts“. Clintel stimmt dem zu und mischt sich deshalb ein.

Weltweite Implikationen

In den Niederlanden gab es jetzt zwei prominente Klimafälle. Im Jahr 2015 gewann die niederländische Nichtregierungs-Organisation Urgenda ihren Prozess gegen den niederländischen Staat und forderte eine ehrgeizigere Reduzierung der Treibhausgase. Nun setzte sich FoE in einem Klimafall gegen ein Privatunternehmen, Shell, durch. Shell wurde vom Bezirksgericht Den Haag dazu verurteilt, die CO₂-Emissionen aus den Aktivitäten des Konzerns bis Ende 2030 um netto 45 % gegenüber 2019 zu senken. Diese Reduktionsverpflichtung gilt für das gesamte globale Energieportfolio des Shell-Konzerns. Shell muss nicht nur seine eigenen Emissionen reduzieren, sondern auch dafür sorgen, dass die Emissionen seiner Lieferanten und Kunden (Scope-3-Emissionen) drastisch sinken.

Somit werden viele Bürger und Unternehmen in aller Welt von dem Gerichtsurteil betroffen sein. Weder Bürger noch andere Unternehmen als Shell waren jedoch vor dem Gericht vertreten.

Rechtsstreit nach Gutsherrenart

Aus dem Urteil und den Gerichtsunterlagen geht hervor, dass es sich um eine Art „Gefälligkeitsklage“ handelt, bei der sich die Parteien auf die Fakten geeinigt haben. Shell konnte sich kaum gegen die alarmistischen Behauptungen von FoE wehren, da das Unternehmen bereits früher ähnliche Erklärungen abgegeben hatte. Außerdem kann ein großes, börsennotiertes Unternehmen heutzutage nicht mehr öffentlich die „Klimakrise“ leugnen. Würde ein Unternehmen dies tun, würde es von den Medien, Aktivisten und einer großen Zahl von Politikern verurteilt werden. Kein öffentliches Unternehmen kann sich einen solchen Imageschaden leisten. Klimaaktivisten nutzen die Unfähigkeit von Unternehmen aus, sich zu verteidigen.

Friends of the Earth an der Macht

Mit dem großen Sieg gegen Shell in der Tasche forderte FoE ehrgeizige „Klimapläne“ von 30 großen niederländischen Unternehmen, darunter Lebensmittelunternehmen und sogar Banken und Versicherungen. Diese Klimapläne wurden vom „NewClimate Institute“ überprüft, einer Beratungsfirma, die für den „Climate Action Tracker“ bekannt ist, der das Klima zu einem riesigen Umsatzmodell gemacht hat. Das Ergebnis war ein roter „Klimakrisenindex“ für die große Mehrheit.

Diese Unternehmen stehen vor dem gleichen Dilemma wie Shell. Wenn sie sich wehren, werden sie wahrscheinlich einen Imageschaden erleiden. Shell hat seinen Hauptsitz im vergangenen Jahr von Den Haag nach London verlegt und wird umfangreiche Subventionen für CCS-Projekte (Carbon Capture and Storage) und grünen Wasserstoff erhalten. Letztendlich werden die Bürger und die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) die Rechnung für all diese „Klimapläne“ bezahlen müssen. Kleine Unternehmen leiden bereits jetzt unter den hohen Energiepreisen, die nur teilweise mit dem Krieg in der Ukraine zusammenhängen und strukturell das Ergebnis der Umwelt- und Klimapolitik sind.

Die Strategien und Argumente, die in diesem Gerichtsverfahren entwickelt wurden, werden auch in anderen Ländern eingesetzt, um Richter dazu zu bringen, eine Klimapolitik durchzusetzen, die gegen das wissenschaftliche Ethos, die Bürgerrechte, die Gewaltenteilung und die Rechtsstaatlichkeit verstößt.

Intervention von Clintel

Clintel, gegründet von dem bekannten niederländischen Klimajournalisten Marcel Crok und dem emeritierten Professor für Geophysik Guus Berkhout, sagt: „Genug ist genug“. Im Oktober beantragte Clintel beim Berufungsgericht in Den Haag, dem Verfahren FoE gegen Shell als unabhängige dritte Partei beizutreten. Clintel will deutlich machen, dass der Richter sein Urteil auf ein verzerrtes Bild der Klimawissenschaft, der Rolle des IPCC und des Zustands des Klimas stützt. Sie wird auch die Rechte und Interessen der Bürger und der Demokratie verteidigen.

Es ist nicht überraschend, aber dennoch enttäuschend, dass sich sowohl Shell als auch FoE gegen die vorgeschlagene Intervention von Clintel aussprechen. Das Gericht ordnete für den 15. März 2023 eine Anhörung an, bei der Clintel seine Argumente vorbringen kann.

Clintel unterstützen

Der Ausgang dieses Verfahrens wird für die Zukunft der Klimaprozesse in der ganzen Welt entscheidend sein. Clintel muss diesen Kampf gewinnen, um das Gleichgewicht und eine wissenschaftlich fundierte Politikgestaltung wiederherzustellen. Clintel bittet um Ihre Hilfe und Unterstützung.

Clintel hat eine spezielle Website für diesen Prozess eingerichtet: www.climatecaseofthecentury.org.

Jeder auf der Welt kann sich (kostenlos) an unserer Klage beteiligen (als Bürger/Anwalt oder als Wissenschaftler), indem er ein Formular auf der Website ausfüllt. Je mehr Menschen sich beteiligen, desto besser können Sie sich Gehör verschaffen. Sie können uns auch helfen, indem Sie andere Personen, die sich unserer Klage anschließen möchten, darauf aufmerksam machen.

Clintel steht mächtigen und sehr gut finanzierten Gegnern gegenüber. FoE erhält Millionen von Euro Subventionen direkt von der niederländischen Regierung! Um sein Ziel zu erreichen und den Lauf der Dinge umzukehren, braucht Clintel finanzielle Unterstützung für dieses große Gerichtsverfahren. Alle Einzelheiten darüber, wie Sie beitragen können, finden Sie auf climatecaseofthecentury.org.

Bitte helfen sie Clintel!

Um erfolgreich zu sein, brauchen wir Ihre Hilfe. Sie können unseren Fall unterstützen, indem Sie sich anmelden und/oder eine Spende leisten. Wir rufen alle Bürger, Anwälte und Wissenschaftler auf der ganzen Welt auf, sich für die Gerechtigkeit einzusetzen.

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Clintel ist völlig unabhängig und erhält keinerlei Mittel von Regierungen oder Stiftungen. Unsere Unterstützungsbasis sind Sie – die Tausenden von Privatpersonen auf der ganzen Welt, die sich mehr Sorgen über die negativen Auswirkungen der Klimapolitik der Justiz machen als über den Klimawandel selbst.

Vielen Dank im Voraus für Ihre Hilfe und Unterstützung!

Guus Berkhout & Marcel Crok, founders of Clintel
For more information, please contact the general email address of Clintel, office@clintel.org. Clintel has also published the World Climate Declaration that has now been signed by 1500 scientists and experts around the World.

Link: https://wattsupwiththat.com/2023/02/11/support-clintel-in-their-climate-case-of-the-century/

Der letzte Abschnitt stammt von der weiter oben verlinkten Website.

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Eine neue Studie des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bestätigt: Globalstrahlung über Deutschland nahm stark zu

Die starke Erwärmungswirkung der kurzwelligen Einstrahlung bleibt unerwähnt

Stefan Kämpfe

Eine im Januar 2023 erschienene DWD-Studie mit dem Titel „Entwicklung der Globalstrahlung 1983 – 2023 in Deutschland“ bestätigt die merkliche Zunahme der Globalstrahlung und erörtert deren Ursachen, lässt aber viele Fragen offen. Und die wichtigste Nebenwirkung dieser Einstrahlungszunahme bleibt unerwähnt – deren starke Erwärmungswirkung, besonders im Sommer.

Politisch unabhängige Forschung, Institutionen und Medien – selbst in unseren westlichen Scheindemokratien existieren diese bestenfalls auf dem Papier. Ein jeder kennt hierfür viele Beispiele, man denke nur, wie sich Forscher und Journalisten auf jegliche negativen Auswirkungen der CO-Zunahme und der Erderwärmung stürzen. Ein besonders subtiles ganz aktuelles Beispiel, bei welchem die Kunst des Weglassens Anwendung fand, um politisch unbequeme Wahrheiten zu vermeiden, ist eine im Januar 2023 erschienene Studie des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zur Zunahme der Globalstrahlung in Deutschland. Unter Globalstrahlung versteht man die Summe der auf eine horizontale Fläche treffenden Einstrahlung, bestehend aus der direkten Sonneneinstrahlung und der diffusen Himmelsstrahlung. Diese nahm in den vergangenen vier Jahrzehnten merklich zu und ist besonders im Sommer, aber auch im Sommerhalbjahr, die wichtigste Ursache der starken Klimaerwärmung in Deutschland. Doch dieser nun wirklich wichtige Umstand wird in der besagten Arbeit mit keinem Sterbenswörtchen erwähnt. Am Beispiel Potsdams soll einmal der überragend große Einfluss der sommerlichen Globalstrahlung auf die Sommertemperaturen illustriert werden (im Deutschland-Mittel herrschen grob ähnliche Verhältnisse).

Abbildungen 1a und 1b: Oben (1a) die Entwicklung der Globalstrahlung in Potsdam-Telegrafenberg seit 1983, mit diesem Jahr startet auch die erwähnte DWD-Studie. Unten (1b) die Entwicklung der sommerlichen Lufttemperaturen, selbe Station und selber Zeitraum, jeweils mit linearem Trend und elfjährigem, endbetontem Gleitmittel. Die Ähnlichkeit beider Verläufe ist erstaunlich; das Bestimmtheitsmaß beträgt 70,9%, was bedeutet, dass mehr als zwei Drittel der sommerlichen Temperaturvariabilität von der Globalstrahlung beeinflusst werden. Leider waren die Globalstrahlungsdaten nur bis 2019 kurzfristig verfügbar; mit jenem Jahr endet die Reihe des Potsdamer Institutes für Klimafolgenforschung (PIK), weil die Säkularstation Potsdam wegen zunehmender Wärmeinselbelastung aufgegeben werden musste – der DWD misst seitdem am Standort weiter; Näheres zum Wärmeinsel-Effekt und der Potsdam-Problematik hier.

War dem DWD, einer staatlichen Behörde, der enge Zusammenhang zwischen Globalstrahlung (im weitesten Sinne: Sonnenscheindauer) und Lufttemperaturen zu brisant, weil er die angeblich so dominante Rolle des CO bei der Erwärmung in Frage stellt? Stattdessen betont man lieber die Bedeutung der Globalstrahlung zur Gewinnung Erneuerbarer Energien – Political Correctness lässt grüßen. Aber dass die Sonne im Winter kaum scheint, bleibt unerwähnt.

Abbildung 2: Im Januar 2023 trug die massiv ausgebaute Solarenergie (gelbliche Spitzen) kaum etwas zur Stromerzeugung bei – weniger als 3% des Stromverbrauchs konnten damit gedeckt werden. Wegen der im Winter sehr geringen Sonnenscheindauer von oft nur 25 bis 50 Monatsstunden und der geringen Strahlungsintensität ist Solarenergie in dieser Jahreszeit ungeeignet, unsere Energieprobleme zu lösen! Bildquelle: energy-charts.info, ergänzt.

Auch bei der Ursachenforschung werden nicht alle Möglichkeiten beleuchtet – man konzentriert sich auf klarere Luft (Luftreinhaltemaßnahmen!) und weniger Wolken. Doch schaut man sich längerfristige Daten zur Sonnenscheindauer an (sie korreliert eng mit der Globalstrahlung), so fällt der Sonnenscheinreichtum zur Mitte des 20. Jahrhunderts auf (damals gab es keine Luftreinhaltemaßnahmen). Könnte es vielleicht in AMO-Warmphasen sonniger sein, und welche Rolle spielen die Häufigkeitsverhältnisse der Großwetterlagen?

Abbildung 3: Verlauf der Sonnenscheindauer (gelb) der Sommertemperaturen (rotbraun) und der AMO seit 1893 (Beginn der Aufzeichnungen in Potsdam) Man erkennt eine gute Übereinstimmung; zur Mitte des 20. Jh. gab es schon einmal eine sonnigere und wärmere Phase im Sommer. Umrechnung in Indexwerte, um die drei sehr unterschiedlichen Größen in einer Grafik zu veranschaulichen.

Es lag nahe, einmal die Entwicklung der Häufigkeitsverhältnisse der Großwetterlagen mit südlichem Strömungsanteil für das gesamte Jahr im DWD-Untersuchungszeitraum zu betrachten. Bei diesen liegt Deutschland auf der Vorderseite der Tiefs, was sowohl Aufheiterungsphasen als auch mehr nur hohe oder lückige mittelhohe Wolkenfelder begünstigt, welche relativ viel Einstrahlung durchlassen (die bei den seltener gewordenen West- und Nordwest-Lagen dominierenden tiefen Wolken, welche die Einstrahlung stark behindern, fehlen meist). Es bedürfte hierzu aber weiterer Untersuchungen.

Abbildung 4: Merkliche Häufigkeitszunahme der Großwetterlagen mit südlichem Strömungsanteil.

Die DWD-Studie kann man hier finden.

Stefan Kämpfe, unabhängiger Natur- und Klimaforscher

 




Die Mathematik des Chaos‘: warum Wetter und Klima unvorhersagbar sind

David Wojick

Dass das Wetter oft unvorhersagbar ist, ist allgemein bekannt. Überraschend ist die Tatsache, dass es immer so sein wird, vor allem auf lange Sicht, d. h. eine Saison oder ein Jahr im Voraus. Und da das Klima nur ein Durchschnittswetter ist, wird es auch immer unvorhersagbar sein. Doch dazu später mehr.

Bevor wir uns ansehen, warum das Wetter auf lange Sicht vollkommen unvorhersagbar ist, sollten wir anerkennen, dass es viele Leute gibt, die Wetter- und Klimavorhersagen auf lange Sicht verkaufen. Sie stimmen oft nicht miteinander überein, was ein starker Hinweis darauf ist, dass es nicht möglich ist. Bei vielen verschiedenen Vorhersagen kann es sein, dass jemand Recht hat, aber das ist wie ein Lottogewinn, reines Glück. Aber mit Unvorhersagbarkeit ist kein Geld zu verdienen, und so kommen die bezahlten Prognosen immer wieder. Verlassen Sie sich nicht auf sie, denn sich auf eine schlechte Vorhersage zu verlassen, ist oft schlimmer als sich auf keine zu verlassen.

Nun zur perfekten Unvorhersagbarkeit. Das ist eine Frage der Mathematik. Nicht, dass wir irgendwelche Berechnungen anstellen würden, aber ich werde beschreiben, was das bedeutet und warum, und zwar auf sehr untechnische Weise. In der Tat hat die betreffende Mathematik einen nichttechnischen Namen, nämlich „Chaos“. Die technische Bezeichnung lautet „nichtlineare Dynamik“, aber darauf werden wir nicht eingehen.

Viele Dinge in der Welt entsprechen der Mathematik des Chaos‘ und werden als chaotisch bezeichnet. Ein reißender Bergbach ist ein gutes Beispiel. Wirft man etwas Kleines in einen solchen Strom, kann es weit laufen, bevor es aufhört, oder sich kaum bewegen, oder etwas dazwischen. Wo es landet, ist unvorhersagbar. Und so ist es auch mit dem Wetter. Wir leben auf dem Grund eines Ozeans aus Luft, und diese Luft ist normalerweise in Bewegung. Warme Luft versucht aufzusteigen und kühlt ab, wobei sie oft Wolken und Regen oder Schnee erzeugt. Die kühle Luft versucht dann zu fallen, was oft zu einem klaren Himmel führt.

Hier auf der Erdoberfläche erleben wir Hoch- und Tiefdruckgebiete. In Hochdruckgebieten herrscht Absinken von Luft, in Tiefdruckgebieten Aufstrigern derselben. Dazwischen gibt es Wind, da die Luft auch gezwungen ist, horizontal von hohem zu niedrigem Druck zu fließen. Das Ergebnis ist viel Bewegung, die noch viel komplexer wird, weil sich alles auf einem sich drehenden Globus abspielt, der von einer einzigen Sonne erwärmt wird.

Eine Wettervorhersage bedeutet, dass man korrekt sagen kann, wie all diese komplexen Vorgänge in einem bestimmten Zeitraum aussehen werden, irgendwann in der Zukunft. Wird der nächste Winter kalt oder mild sein und wie schneereich? Wird der nächste Sommer heiß sein oder nicht, nass oder trocken? Wie sieht es mit dem nächsten Jahr aus, oder nur mit dem nächsten Monat? Diese Komplexität macht Vorhersagen schwierig, aber nicht unmöglich. Immerhin haben wir riesige Computer, die das Wetter modellieren, und Satelliten, die rund um die Uhr und rund um die Welt Daten sammeln.

Was die Vorhersage unmöglich macht, ist die Mathematik. Nicht, dass die Mathematik schwierig oder komplex wäre, also ist es nicht die Durchführung der Mathematik, die eine langfristige Vorhersage unmöglich macht. Vielmehr ist es das, was die Mathematik uns sagt. Lassen Sie mich das erklären. Stellen Sie sich zunächst vor, wir würden eine Computer-Wettervorhersage machen. Zuerst geben wir eine Menge Daten ein, die beschreiben, wie und wo das Wetter jetzt ist. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Daten wie Temperaturen, Luftdruck, Wind und Niederschlag. Diese Daten werden als „Ausgangsbedingungen“ bezeichnet.

Der Computer arbeitet dann mit diesen Ausgangsbedingungen, um eine Prognose für den nächsten Tag zu erstellen. Dann wiederholt er den Prozess, wobei er diesen Tag als Ausgangsbedingungen nimmt, um eine Prognose für den nächsten Tag zu erstellen. Dieser schrittweise Prozess wird wiederholt und geht so weit in die Zukunft, wie es für die gewünschte Vorhersage erforderlich ist. In manchen Fällen ist das Schrittintervall länger als ein Tag, vor allem, wenn es sich um eine langfristige Klimavorhersage handelt, die Hunderte von Jahren in die Zukunft reichen kann. Lassen Sie uns der Einfachheit halber von sechsmonatigen Vorhersagen sprechen. Nehmen wir an, wir führen mehrere Durchläufe durch, z. B. mit unterschiedlichen Ausgangsbedingungen oder auf verschiedenen Computern, und erhalten so unterschiedliche Vorhersagen. Das kommt häufig vor, insbesondere wenn die Ausgangsbedingungen sehr unterschiedlich sind.

Jetzt kommen wir endlich zum Chaos. Die Mathematik sagt, dass unter bestimmten Umständen etwas sehr Seltsames passiert. Man nennt das „extreme Empfindlichkeit gegenüber den Ausgangsbedingungen“. Das bedeutet, dass die kleinste Änderung der Ausgangsbedingungen die Vorhersage dramatisch verändert. Diese Seltsamkeit gilt für Wettervorhersagen. So kann sich eine Wintervorhersage von kalt zu mild ändern, oder umgekehrt. Dasselbe gilt für nass oder trocken, windig oder nicht so windig und so weiter für alle Prädiktoren. Außerdem zeigen sich diese großen Unterschiede schnell, in vielen Fällen innerhalb von nur ein oder zwei Wochen, und verändern die gesamte Vorhersage.

Das Schlimme daran ist, dass diese Unterschiede in den Ausgangsbedingungen, die zu sehr unterschiedlichen Vorhersagen führen, so gering sind, dass sie nicht erkannt werden können. In der Mathematik nennt man sie „infinitesimal“, was so viel wie unendlich klein bedeutet. In der Tat sind sie so gering, dass wir nicht erkennen können, wie die tatsächlichen Ausgangsbedingungen aussehen. Nehmen wir also an, wir gehen von einer Temperatur von 13,2 Grad aus, der tatsächliche Wert ist aber 13,2000002. Dieser winzige Unterschied in den Anfangsbedingungen reicht aus, um unsere Vorhersage schnell zu verfälschen. Tatsächlich reicht ein Fehler von einem Millionstel Grad aus, um auf immer längere Sicht eine immer „falschere“ Vorhersage zu erhalten.

Kurz gesagt, die einzige Möglichkeit, eine genaue Vorhersage zu treffen, besteht darin, Dinge zu wissen, die wir unmöglich wissen können, weil sie zu klein sind, um sie zu messen. Somit macht das Chaos selbst eine annähernd genaue Vorhersage unmöglich. Der Fachausdruck dafür lautet „intrinsisch unvorhersagbar“. Jenseits von ein oder zwei Wochen ist das Wetter einfach von Natur aus unvorhersagbar. Theoretisch ist das Wetter zwar immer noch vorhersehbar, aber dazu müsste man die genauen Ausgangsbedingungen kennen, und das ist in der Praxis unmöglich.

Da das Klima als durchschnittliches Wetter definiert ist, ist auch dieses von Natur aus unvorhersagbar. All die düsteren Klimavorhersagen, von denen wir hören, werden von Computern erstellt, die das Chaos entweder ignorieren oder unrealistisch klein halten. Wir sollten diesen Prognosen keinen Glauben schenken. Die Zukunft könnte gut sein.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die dem Chaos innewohnende Unvorhersagbarkeit genaue Wetter- und Klimavorhersagen auf lange Sicht unmöglich macht. Handeln Sie nicht nach diesen Prognosen.

Nachdruck mit Zusatzmaterial aus der Zeitschrift RANGE, Ausgabe Frühjahr 2023. Für weitere Informationen siehe http://www.rangemagazine.com.

Autor: David Wojick, Ph.D. is an independent analyst working at the intersection of science, technology and policy. For origins see http://www.stemed.info/engineer_tackles_confusion.html For over 100 prior articles for CFACT see http://www.cfact.org/author/david-wojick-ph-d/ Available for confidential research and consulting.

Link: https://www.cfact.org/2023/02/10/the-math-of-chaos-why-weather-and-climate-are-unpredictable/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

Hier noch einmal die Collage oben, die leider nicht vollständig dargestellt wurde:

Hier beschreibt der Meteorologe und EIKE Mitglied Klaus Puls den Sachverhalt aus seiner Sicht.

Puls.PAZ