Fördermittel im Rahmen der Verpflichtung zur Nutzung erneuerbarer Energien übersteigen 100 Milliarden Pfund

Paul Homewood, NOT A LOT OF PEOPLE KNOW THAT

Nach kürzlich veröffentlichten Regierungsstatistiken haben die Kosten für die Fördermittel im Rahmen der „Renewables Obligation“ inzwischen die Marke von 100 Milliarden Pfund überschritten.

Die Subventionszahlungen werden jedes Jahr entsprechend dem RPI erhöht, doch zu Preisen von 2025 beläuft sich die Rechnung seit 2010 nun auf 101,2 Milliarden Pfund. Allein im letzten Jahr erhielten Erzeuger erneuerbarer Energien Subventionen in Höhe von 7,7 Milliarden Pfund. Zwei Drittel davon gehen an Wind- und Solarparks, die uns als die günstigsten Energieformen verkauft werden.

Bis zum letzten Monat wurden all diese Subventionen über unsere Stromrechnungen finanziert. (Ab April 2026 wird ein Teil der Kosten nun aus allgemeinen Steuereinnahmen bestritten – aber so oder so müssen wir immer noch zahlen!).

Dazu kommt, dass Erzeuger erneuerbarer Energien zusätzlich zu diesen Subventionen ihren Strom auch auf dem Markt verkaufen. Tatsächlich zahlen wir also doppelt für den von ihnen erzeugten Strom.

Das Renewables Obligation Scheme (RO) gilt für Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien, die vor 2017 gebaut wurden; seitdem wurde das System für neue Anlagen durch die Differenzvertrags-Subvention (Contracts for Difference) ersetzt. Das Programm hat für jede Anlage eine Laufzeit von zwanzig Jahren, so dass wir noch viele Jahre lang Milliardenbeträge zahlen werden.

Jedes Jahr legt Ofgem ein Ziel für lizenzierte Stromversorger fest. Die Versorger müssen einen bestimmten Anteil des Stroms, den sie an ihre Kunden liefern, aus erneuerbaren Quellen beziehen, ausgedrückt als Anzahl von Renewables Obligation Certificates (ROCs) pro gelieferter Megawattstunde (MWh).

Im Gegenzug erhalten Windparks und andere im Rahmen des RO-Systems akkreditierte Erzeuger erneuerbarer Energien ROCs. Die Versorger können diese entweder von den Erzeugern kaufen oder in den „Buy-Out-Fonds“ der OFGEM einzahlen, und zwar zu einem festen Preis, der zu Jahresbeginn festgelegt und jedes Jahr entsprechend dem RPI erhöht wird. (Ab April 2026 wird stattdessen der CPI herangezogen.) Damit legt die OFGEM faktisch den Marktpreis für ROCs fest.

Soweit ich mich erinnern kann, hat niemand jemals dafür gestimmt, 100 Milliarden Pfund an Windparks und andere zu zahlen! Diese Politik war nie Teil des Wahlprogramms einer Partei. Stattdessen wurde sie per Regierungsdiktat durchgesetzt.

Das RO-System wurde ursprünglich 2002 vom DTI (Ministerium für Handel und Industrie) über eine Rechtsverordnung eingeführt, zu der es auf der Website des Parlaments heißt:

„Verordnungen sind die häufigste Form der sekundären (oder delegierten) Gesetzgebung.

Die Befugnis zum Erlass einer Verordnung ist in einem Gesetz des Parlaments festgelegt und wird fast immer einem Minister der Krone übertragen. Der Minister ist dann befugt, in den im Gesetz genannten Angelegenheiten und unter Anwendung des darin festgelegten parlamentarischen Verfahrens Rechtsvorschriften zu erlassen.“

Mit anderen Worten: Ein Minister kann mittels einer SI Gesetze erlassen, ohne dass es eines Parlamentsgesetzes bedarf. Die ursprüngliche Rechtsgrundlage war im harmlos klingenden „Utilities Act 2000“ verankert, einem weitreichenden Gesetzentwurf zur Regulierung der Gas- und Stromwirtschaft. Es war niemals die Absicht dieses Gesetzes, Ministern die Befugnis zu erteilen, Dutzende Milliarden von den Rechnungszahlern einzutreiben, um ihre verzerrte politische Agenda voranzutreiben.

Und im Jahr 2010 wurde die Regelung von 2027 bis 2037 verlängert, bis dahin wird sich die Rechnung wahrscheinlich verdoppelt haben, wiederum unter Verwendung einer SI.

Und das sind nicht die einzigen Subventionen für erneuerbare Energien, die wir über unsere Stromrechnungen bezahlen. Die oben erwähnten Differenzverträge haben seit 2016 bereits 13 Milliarden Pfund gekostet.

Unterdessen wurden im Rahmen der Einspeisevergütung, die kleinere Stromerzeuger abdeckt, seit 2011 mehr als 17 Milliarden Pfund ausgezahlt.

Für all dies gab es nie ein demokratisches Mandat. Zu keinem Zeitpunkt wurde die Öffentlichkeit konsultiert, geschweige denn, dass sie die Möglichkeit erhalten hätte, über die Politik im Bereich der erneuerbaren Energien, Ed Milibands Klimaschutzgesetz von 2008 oder Theresa Mays selbstmörderisches Netto-Null-Gesetz abzustimmen.

Aber wir alle zahlen die Rechnung.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/05/12/renewables-obligation-subsidies-top-100-billion/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Die Trump-Regierung verfolgt eine Strategie bzgl. Offshore-Windenergie

Francis Menton, THE MANHATTAN CONTRARIAN

Unter all den verrückten Methoden, mit denen die Menschheit angeblich den „Planeten retten“ soll, indem sie die Kohlendioxidemissionen senkt, ist die Stromerzeugung durch Offshore-Windkraft wohl eine der verrücktesten. Angesichts der hohen Kosten für den Bau und die Netzanbindung der Anlagen sowie der Schwankungen in der Stromproduktion droht der Ausbau der Offshore-Windkraftinfrastruktur zu einem starken und weiter zunehmenden Anstieg der Stromrechnungen für die Verbraucher zu führen.

Obwohl es keinerlei Nachweis für die Machbarkeit oder die Kosten des Netzbetriebs mit Offshore-Windenergie gibt, hat die Biden-Regierung (mit Unterstützung des Kongresses) Dutzende und Hunderte von Milliarden an Steuergeldern in Form von unbefristeten Steuergutschriften für die gesamte Projektlaufzeit in die Branche gepumpt.

Die Trump-Regierung trat ihr Amt mit einer bekannten Abneigung gegen Offshore-Windkraft an. Ihre ersten Bemühungen, den Bau dieser Projekte zu stoppen, stießen jedoch auf massiven Widerstand seitens der Justiz. Doch anstatt aufzugeben oder sich auf jahrelange Berufungsverfahren mit ungewissem Ausgang einzulassen, hat die Regierung strategisch nachgedacht und einen Plan B entwickelt. Dieser scheint mir funktionieren zu können.

Doch zunächst gab es Plan A. Am 22. Dezember 2025 gab das Innenministerium bekannt, dass es einen Stopp aller in den USA im Bau befindlichen Offshore-Windkraftprojekte anordne. Als Begründung wurde die nationale Sicherheit angeführt:

Das Innenministerium gab heute bekannt, dass es die Pachtverträge für alle in den Vereinigten Staaten im Bau befindlichen groß angelegten Offshore-Windkraftprojekte mit sofortiger Wirkung aussetzt, da das Kriegsministerium in kürzlich fertiggestellten geheimen Berichten Risiken für die nationale Sicherheit festgestellt hat.

Die Anordnung des Innenministeriums löste sofort eine Flut von Klagen aus, die innerhalb weniger Wochen zu etwa fünf einstweiligen Verfügungen zugunsten von fünf verschiedenen Projekten führten. Ein Artikel der New York Times vom 2. Februar 2026 berichtete über die fünfte dieser einstweiligen Verfügungen:

Ein Bundesrichter hob am Montag die Anordnung des Innenministeriums auf, die Arbeiten an einem milliardenschweren Windpark vor der Küste des Bundesstaates New York einzustellen. . . . Es war das fünfte Mal in den vergangenen drei Wochen, dass ein Bundesrichter den Kreuzzug der Trump-Regierung gegen die fünf im Bau befindlichen Windparks in Bundesgewässern entlang der Ostküste zurückwies. Die vier vorangegangenen Urteile ermöglichten die Fortsetzung der Arbeiten an „Revolution Wind“ vor Rhode Island, „Empire Wind“ vor New York, „Coastal Virginia Offshore Wind“ vor Virginia und „Vineyard Wind“ vor Massachusetts.

Im Februar herrschte bei der Times noch uneingeschränkter Triumph. Doch nun ist aus diesem Triumph wieder die übliche Empörung geworden, da die Regierung einen Plan B ausgearbeitet und mit dessen Umsetzung begonnen hat. Der Artikel der Times vom 27. April trägt die Überschrift [übersetzt] „Trump-Regierung will mehr Energieunternehmen für die Stornierung von Windparks bezahlen“.

Plan B scheint darin zu bestehen, dass die Regierung gerichtliche Vergleiche mit den Windparkentwicklern schließt, wobei die Regierung den Entwicklern beträchtliche Summen zahlt, damit diese von den Projekten Abstand nehmen. Ach ja, und als Krönung sehen die Vereinbarungen vor, dass die Entwickler die Abfindungsgelder in Öl- und Gasprojekte in den USA reinvestieren müssen. Die erste derartige Vereinbarung wurde im März mit dem französischen Entwickler TotalEnergies geschlossen, und Ende April schloss die Regierung zwei weitere solcher Vereinbarungen mit anderen Entwicklern ab. Aus dem Bericht der Times über die Vereinbarungen vom April:

Die Trump-Regierung wird Energieunternehmen Hunderte Millionen Dollar zahlen, damit diese ihre Pläne zum Bau von zwei Windparks vor der US-Küste aufgeben, teilte das Innenministerium am Montag mit. Damit greift die Regierung eine Taktik wieder auf, mit der sie bereits im vergangenen Monat andere Offshore-Windpachtverträge gekündigt hatte. Die Unternehmen werden ihre Pachtverträge in Bundesgewässern für die beiden Windparks aufgeben, von denen einer vor der Küste von New York und New Jersey und der andere vor der Küste Kaliforniens hätte gebaut werden sollen. Die Regierung wird den Unternehmen insgesamt 885 Millionen Dollar erstatten – den Betrag, den sie unter der Biden-Regierung für die Pachtverträge gezahlt hatten. Im Gegenzug haben sich die Unternehmen verpflichtet, dieses Geld in Öl- und Gasprojekte zu investieren, darunter Flüssigerdgasanlagen entlang der Golfküste.

Die übliche Empörung ist deutlich zu spüren:

Bei den Vereinbarungen handelt es sich um außerordentliche Transferzahlungen von Steuergeldern an private Unternehmen, um die Offshore-Windenergie einzudämmen – eine Quelle sauberer Energie, die Trump seit Jahrzehnten herabwürdigt. Der Präsident hat fälschlicherweise behauptet, Offshore-Windkraftanlagen funktionierten nicht und würden Wale töten.

Nun, das ist ihre Sichtweise. Meiner Meinung nach sieht das nach ziemlich guten Geschäften aus. Laut der „Times“ selbst handelt es sich bei den 885 Millionen Dollar lediglich um eine Rückerstattung des Betrags, den die Unternehmen ursprünglich an die Regierung gezahlt hatten, um die Pachtverträge zu erwerben. Wie viel hätten diese Projekte die Steuerzahler über ihre gesamte Laufzeit hinweg an Steuergutschriften gekostet? Es hätte eine Investitionssteuergutschrift von 30 % auf den investierten Betrag gegeben. Bei einem gemeldeten Investitionsbetrag von etwa 3 Milliarden Dollar für Bluepoint Wind und bis zu 20 Milliarden Dollar für Golden State Wind hätten sich die Investitionssteuergutschriften auf etwa 7 Milliarden Dollar belaufen können. Produktionssteuergutschriften in Höhe von 2,6 Cent pro kWh hätten weitere Milliarden ausmachen können. Und das für intermittierenden Strom, der keine der bestehenden regelbaren Kapazitäten hätte ersetzen können.

Die vollständigen Bedingungen der Vereinbarungen mit den Entwicklern von Bluepoint Wind und Golden State Wind wurden nicht bekannt gegeben. Sollten diese Vereinbarungen jedoch als Vergleichsvereinbarungen ausgestaltet sein, dürften sie weitaus weniger anfällig für gerichtliche Eingriffe sein als bloße Verwaltungsanordnungen, wie sie im Rahmen von Plan A ergangen waren. Zudem erschwert diese Ausgestaltung es einer nachfolgenden Regierung erheblich, den Kurs umzukehren und diese Projekte wieder auf den Weg zu bringen.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/05/11/trump-administration-gets-strategic-with-offshore-wind/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Die Angst-Maschine RCP8.5 weigert sich zu sterben

Cap Allon

RCP8.5 hätte uns zur Einsicht zwingen müssen.

Jahrelang wurde der Emissionspfad mit den höchsten Werten immer wieder als die uns bevorstehende Zukunft dargestellt, sofern die Welt keine rasche Energiewende akzeptiert. Nun wird er aufgegeben.

Das neue IPCC-Szenario-Rahmenwerk hat die Extremwerte gestrichen. Globale Institutionen ziehen nun nach. Am 13. Mai erklärte die niederländische nationale Klimabehörde KNMI in einem Bericht unmissverständlich, dass das derzeit höchste IPCC-Emissionsszenario, RCP8.5 (und dessen Nachfolger, SSP5-8.5), „nicht mehr realistisch“ sei.

Das sollte eigentlich die Schlagzeile sein. Institutionen sollten nun daran arbeiten, alle Studien, Modelle, Theorien und Strategien zu verwerfen, die auf diesen nun verworfenen extremen Behauptungen basieren. Stattdessen erklärt das KNMI, dass seine eigenen hochgradigen niederländischen Klimaszenarien ohnehin weiterhin gültig seien.

Das KNMI räumt also ein, dass RCP8.5 nicht mehr realistisch ist, arbeitet aber daran, die gleichen Extremwerte beizubehalten. Eine ähnliche Erwärmung, so heißt es, könnte durch eine höhere Klimasensitivität, stärkere Rückkopplungen oder eine schlechtere regionale Reaktion immer noch eintreten. Der alte Pfad ist zu unrealistisch, um den nächsten IPCC-Rahmen zu überstehen, aber offenbar immer noch plausibel genug, als dass die niederländischen Entscheidungsträger ihre Pläne darauf aufbauen könnten. Wahrscheinlicher ist, dass ein Verwerfen der Szenarien für 2023 kostspielig, peinlich und politisch ungelegen wäre.

Wenn RCP8.5 und SSP5-8.5 nicht mehr realistisch sind, lautet die ehrliche Frage: Was ändert sich? Welche Prognosen fallen weg? Welche Risiken werden herabgestuft? Welche Annahmen zur Infrastruktur müssen überarbeitet werden? Welche Zuordnungsbehauptungen, Schadensstudien, Versicherungsmodelle, Meeresspiegelprognosen und politischen Forderungen wurden durch einen Pfad überhöht, der nun als unplausibel eingestuft wird? Und wie viel CO₂-Steuer bekomme ich zurück?

Falls die Reaktion des KNMI die erste Stufe des „Scenario Grief“ darstellt, dann liefert Rahmstorf die zweite Stufe.

Dr. Stefan Rahmstorf, bekannt für seine AMOC-Panikmache, geht noch einen Schritt weiter: Der Worst-Case-Szenario sei nicht mehr plausibel, sagt er, weil die Energiewende funktioniert habe. In seiner wirren Darstellung war RCP8.5 einst eine echte Bedrohung, doch erneuerbare Energien, politische Maßnahmen und sinkende Kosten für saubere Energie hätten die Emissionskurve nach unten gedrückt.

Ich lasse das einfach mal so stehen:

Rahmstorf betreibt historische Schönfärberei.

RCP8.5 war keine realistische Zukunft mit Kohleverbrennung, die durch Wind und Sonne besiegt wurde. Es war ein absurder Pfad, der niemals als „Business as usual“ verkauft hätte werden dürfen, geschweige denn dazu dienen sollte, unzählige Studien, Schlagzeilen, Angstkampagnen und politische Forderungen anzufachen.

Link: https://electroverse.substack.com/p/cairngorm-logs-40cm-of-mid-may-snow?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke)

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE




Neue Paläo-Forschung: der aktuelle „Klimawandel“ hatte keine direkte Auswirkung auf Niederschläge

Kenneth Richard

Drei neue Baumring-Rekonstruktionen (für die Zeiträume 1320–2021, 1720–2014 und 1657–2020 n. Chr.) belegen, dass natürliche Schwankungen in den paläoklimatischen Aufzeichnungen vorherrschen.

In den letzten 300 bis 700 Jahren hat sich in Skandinavien, Asien oder Zentralgriechenland kein Niederschlagsmuster herausgebildet, das mit anthropogenen Einflüssen oder dem CO2-Anstieg seit 1950 in Verbindung gebracht werden könnte (Stridbeck et al., 2026; Cai et al., 2026; Sakalis und Kastridis, 2025).

Extreme Niederschlagsdefizite (Dürren) waren vor 1950 im subarktischen Schweden und auf dem Tibetischen Plateau (TP) weitaus häufiger und ausgeprägter als danach.

So gab es beispielsweise zwischen 1865 und 1950 drei Megadürren auf dem TP, während zwischen 1950 und 2014 nur eine auftrat (Cai et al., 2026). Die Jahre mit schwerer Dürre auf dem TP waren 1735 und 1914 schlimmer als 2009.

Die folgenden Graphiken sind mit Google Translate übersetzt ohne die Möglichkeit, stilistische Verbesserungen vorzunehmen. A. d. Übers.

Image Source: Stridbeck et al., 2026

Image Source: Cai et al., 2026

Image Source: Sakalis and Kastridis, 2025

Link: https://notrickszone.com/2026/05/11/new-paleo-research-modern-climate-change-has-had-no-apparent-impact-on-precipitation-patterns/

Übersetzt von Christian Freuer und Google Translate (Graphiken) für das EIKE

 




Energie-Berichterstattung im WSJ bedarf Verbesserungen

Allen Brooks,   MasterResource

„Das Wall Street Journal sollte Reporter einstellen, welche die technischen Aspekte der Energiebranche verstehen sowie politische Agenden und Narrative durchschauen können. Eine kompetentere Redaktion kann zudem kurzsichtige Berichterstattung erkennen und korrigieren.“

„Angesichts von Krieg und hohen Preisen beschleunigen Energieunternehmen die Suche nach neuen Öl- und Gasvorkommen außerhalb des Nahen Ostens“, berichtete das Wall Street Journal. Auch wenn diese oberflächliche Darstellung vernünftig klingt, ist sie irreführend und bleibt hinter dem zurück, was man von einem sachkundigen Energiejournalisten erwarten sollte.

Collin Eatons Artikel „Big Oil investiert Milliarden in weit entfernte Bohrstandorte, um den Unruhen im Iran zu entkommen“ (19. April) bedarf einer Korrektur. Große Ölkonzerne unternehmen keine umfangreichen internationalen Explorationsbemühungen ohne gründliche Recherche und Planung. Das geschieht nicht innerhalb von Tagen oder Wochen – nicht einmal in wenigen Monaten.

Abgelegene“ Orte?

Eaton schreibt über zahlreiche Projekte von Ölkonzernen an „abgelegenen“ Orten, versäumt es jedoch zu erwähnen, dass diese im Voraus geplant waren und an vielversprechenden bzw. aktiven Ölförderstandorten durchgeführt worden waren. Er führt ExxonMobils Bohrvorhaben im nigerianischen Tiefsee-Ölbereich als Beispiel an. Doch ExxonMobil ist der zweitgrößte Ölproduzent in Nigeria, wo eine Tochtergesellschaft des Unternehmens bereits seit 1955 tätig ist – und zwar in Afrikas bedeutendstem Ölförderland.

Chevron war bekannt für seine Bemühungen, seine Präsenz in Venezuela auszubauen, wo es der größte ausländische Betreiber ist. Chevron setzte seine Aktivitäten jahrelang fort, während die Maduro-Regierung in Venezuela daran arbeitete, die Vermögenswerte anderer dort tätiger westlicher Ölkonzerne zu beschlagnahmen. Venezuela verfügt zudem über die weltweit größten nachgewiesenen Ölreserven von über 300 Milliarden Barrel, was das Land zu einem attraktiven Standort macht, wenn man sich der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen sicher ist.

Eaton schrieb, dass die europäischen Ölkonzerne BP und TotalEnergies ihre Expansionsbemühungen verstärken. BP hat einen Anteil von 60 Prozent an drei Offshore-Blöcken vor Namibia erworben. Die verstärkte Aktivität von BP ist eine Reaktion auf mehrere Funde (12), die 2025 von dem Joint Venture zwischen BP und dem italienischen Unternehmen ENI bekannt gegeben worden waren. BP hat in diesem Jahr bereits zwei weitere Funde gemeldet. Namibia zieht erhebliche Aktivitäten zweier weiterer europäischer Ölkonzerne an, nämlich Shell und TotalEnergies.

Eaton wies zudem darauf hin, dass TotalEnergies seine Explorationsaktivitäten in der Türkei ausweite, einem großen Land in strategisch günstiger Lage zwischen dem Nahen Osten und Europa. Da die Türkei 93 Prozent ihres Öls importiert, könnte die Entdeckung weiterer Öl- und Gasvorkommen der Wirtschaft des Landes erheblich zugute kommen. Die türkische Regierung strebt an, zum Dreh- und Angelpunkt des Öl- und Gastransports zwischen Europa und dem Nahen Osten zu werden. Bereits heute verläuft durch das Land eine Ölpipeline, die irakisches Öl zu einem Mittelmeerhafen transportiert. Zudem verfügt sie über eine Gaspipeline, die von Georgien über Griechenland nach Italien verläuft und Erdgas aus Turkmenistan transportiert. Sie führt Gespräche mit Katar und Saudi-Arabien über den Bau von Gas- und Ölpipelines, die durch Syrien und schließlich weiter nach Europa führen sollen.

Ein Teil von Eatons Informationen stammt von Wood Mackenzie, einem Forschungs- und Beratungsunternehmen im Energiebereich, das schätzt, dass eine Gruppe internationaler Ölkonzerne „in den kommenden Jahren durch ihre Explorationsvorhaben einen Wert von 120 Milliarden US-Dollar schaffen könnte“. Wood Mackenzie gibt an, dass diese Gruppe von Ölkonzernen im Zeitraum 2021–2025 durchschnittlich 19 Milliarden US-Dollar jährlich für die Suche nach neuen Reserven ausgegeben hat. Das ist eine beeindruckende Zahl zur Wertschöpfung, doch allein die aktuelle Marktkapitalisierung von ExxonMobil beträgt 620 Milliarden US-Dollar.

Erinnert man sich noch an 2022?

Man könnte also von Collin Eaton fragen: Warum haben die gleichen Unternehmen 2022 nicht genauso reagiert, als Russland (im Februar) in die Ukraine einmarschierte? Die Europäische Union sah sich plötzlich mit dem Ende der billigen russischen Erdgas- und Öllieferungen konfrontiert. Die Öl- und Gaspreise schossen in die Höhe, es kam zu Energieengpässen, und die Länder begannen, nach alternativen Erdölquellen zu suchen. Haben Sie gelesen, dass große Ölkonzerne ihre E&P-Budgets aufstockten und Suchaktionen an weit entfernten Orten starteten? Warum nicht?

Vielleicht lag es daran, dass Euphorie ausbrach, weil das Ende der fossilen Brennstoffe so viel näher gerückt war. Europäische Regierungen waren führend darin gewesen, die Narrative des Klimawandels und der globalen Erwärmung voranzutreiben. Um die vermeintliche Klimakatastrophe zu vermeiden, war ein schneller Ausstieg aus CO₂-emittierenden fossilen Brennstoffen und ein rascher Übergang zu erneuerbaren Energiequellen erforderlich.

Die Internationale Energieagentur (IEA) propagierte damals ein Prognoseszenario, das einen Höchststand des Öl- und Gasverbrauchs bis 2030 und einen anschließenden raschen Rückgang voraussagte. Es wurde erwartet, dass die Reserven der Öl- und Gasunternehmen zu „gestrandeten Vermögenswerten“ werden würden, was Zweifel am Wert dieser Unternehmen und an den Aussichten für künftige Gewinne und Dividendenwachstum aufkommen ließ. Falsch.

Der Klimakrieg war entfesselt, und Shells Pläne zur Reduzierung seiner CO₂-Emissionen wurden vom höchsten niederländischen Gericht als unzureichend befunden, das eine rasche Reduzierung anordnete. In den USA reichten Klimaaktivisten vor den klägerfreundlicheren Staatsgerichten Schikane-Klagen gegen Ölkonzerne wegen „Umweltverschmutzung“ ein. Erneuerbare Energien waren auf dem Vormarsch, und die Tage der fossilen Brennstoffe waren gezählt, so lautete die Propaganda.

Im Jahr 2022 erholte sich die Ölindustrie noch immer von dem Ölpreiskrieg Saudi-Arabiens Ende 2014, der die Preise über Jahre hinweg nach unten drückte und die Wirtschaftlichkeit der Branche untergrub. Unternehmen, die aufgrund beschleunigter Investitionen während des vorangegangenen Schieferölbooms hoch verschuldet waren, wurden in den Konkurs getrieben oder mussten Zwangszusammenschlüsse eingehen. Große Ölkonzerne senkten Kosten und bauten Personal ab, um den Abschwung zu überstehen.

Die Branche hatte gerade erst wieder festen Boden unter den Füßen gefunden, als 2020 COVID ausbrach, die weltweite Wirtschaftstätigkeit zum Erliegen brachte und die Ölpreise kurzzeitig in den negativen Bereich rutschen ließ. Die Erholung im Jahr 2021, gefolgt vom Ölpreisanstieg im Jahr 2022, versetzte die Branche in eine bessere finanzielle und rentabilitätsbezogene Lage. Ein Ölboom war jedoch nicht in Sicht, obwohl der Ölpreis monatelang bei über 100 Dollar lag.

Im vergangenen Jahr sah sich die IEA plötzlich gezwungen, einzuräumen, dass ihr Szenario zum Maximum der Ölförderung fehlerhaft war. Sie führte das „Current Policies“-Szenario wieder ein und prognostizierte in ihrem „World Energy Outlook 2025“, dass die Ölnachfrage bis 2050 steigen werde. Noch wichtiger war, dass die IEA-Vertreter die Branche dazu aufforderten, die Ausgaben für Exploration und Förderung zu erhöhen, um eine künftige Katastrophe durch Versorgungsengpässe und explodierende Preise zu vermeiden. Diese Kehrtwende war notwendig, schockierte jedoch die Klimabewegung, welche die IEA als Verbündeten in ihrer Argumentation angesehen hatte, dass erneuerbare Energien Öl und Gas bald ersetzen würden.

Wenn Eaton wirklich versucht hätte, die jüngsten Ankündigungen von Explorations-Investitionen der Ölkonzerne zu erklären, hätte er diese Hintergründe einbringen müssen. In der Vergangenheit haben Öl- und Gasunternehmen ihre E&P-Pläne zusammen mit den Jahresabschlüssen veröffentlicht und ihre Erwartungen für das laufende Jahr und darüber hinaus dargelegt.

Größeres WSJ-Problem

Als langjähriger Leser des WSJ (seit 65 Jahren) überrascht mich der Qualitätsverlust in der Berichterstattung über die Energiebranche nicht mehr. Dieser Zustand ist seit Jahren ein Gesprächsthema unter Branchenkollegen, von denen viele auf eine Besserung gehofft hatten.

Während ich den WSJ-Artikel las, nahm ich über LinkedIn Kontakt zu Nick Deilius auf, dem kürzlich in den Ruhestand getretenen CEO von CNX Resources, einem Bohrunternehmen aus den Appalachen. Er stellte uns einen Bericht zur Verfügung, den er über den Qualitätsverlust der Energieberichterstattung des WSJ verfasst hatte.

Während er Energieartikel des WSJ ausschnitt und kopierte, wuchs seine Bestürzung. Schließlich stellte er eine Studie aus 122 Artikeln zusammen, die zwischen Mitte August 2024 und Dezember 2025 veröffentlicht worden waren, um fehlerhafte Annahmen, Irrtümer, Falschaussagen, Auslassungen wichtiger Punkte und andere Probleme zu dokumentieren.

Deilius’ „schmutziges Dutzend“

Nick Deilius hat eine Liste von Verfahren erstellt, mit denen die Energie-Redaktion des WSJ Fehler begangen und falsch über Energiethemen berichtet hat. Zu seinen „Dirty Dozen“-Taktiken in der Energieberichterstattung gehören:

1. Das Mantra von der „existentiellen Bedrohung durch den Klimawandel“, der „zunehmenden Heftigkeit von Wetterereignissen aufgrund des Klimawandels“ und dem „hohen Konsens in der Klimawissenschaft“ zu wiederholen, ohne konkrete, messbare Beweise dafür zu liefern.

2. Die Verbreitung des Mythos‘, dass Wind, Sonne, Batterien und Elektrofahrzeuge „sauber“ seien und keinen CO₂-Fußabdruck hätten. Nur wenn man glaubt, dass diese Energie- oder Verkehrsformen keinen CO₂-Fußabdruck haben, kann man behaupten, dass Wirtschaft und Gesellschaft unter Netto-Null-Maßnahmen plausibel funktionieren könnten.

3. Die Behauptung, dass die teuersten, unzuverlässigsten und nicht skalierbaren Energieformen (Wind- und Solarenergie) die kostengünstigsten, zuverlässigsten und am leichtesten skalierbaren seien.

4. Das Zitieren einer Quelle und deren Darstellung als Expertenmeinung, maßgebliche Studie oder etablierte Autorität in der Angelegenheit, obwohl es ihr an Glaubwürdigkeit mangelt oder ein offensichtlicher Interessenkonflikt vorliegt.

5. Das selektive Herausgreifen von Datensätzen und Zeiträumen, um eine gewünschte Schlussfolgerung zu konstruieren oder eine Realität zu ignorieren, die der gewünschten Schlussfolgerung widerspricht.

6. Die Anwendung inkonsistenter Logik oder unterschiedlicher Maßstäbe innerhalb des gleichen Artikels oder über verschiedene Energie-Artikel hinweg.

7. Offensichtliche Auslassungen.

8. Das Versäumnis, offensichtliche Probleme oder Mängel aufzudecken.

9. Der Einsatz theatralischer Sprache und Beschreibungen, die Emotionen wecken und ein gewünschtes Bild zeichnen.

10. Andeuten, dass Unternehmen und Branchen bereit und willens sind, das Richtige zu tun, aber durch Interessen oder politische Maßnahmen von Befürwortern fossiler Brennstoffe oder des Kapitalismus daran gehindert werden, obwohl es an substanziellen Belegen dafür mangelt.

11. In Schlagzeilen und Artikeln die bevorzugten Überzeugungen bejubeln und die unliebsamen Ansichten unfair kritisieren.

12. Einfache statistische Zusammenhänge missbrauchen, um einen Kausalzusammenhang anzudeuten.

Der Hintergrund der 70 Reporter, welche die oben genannten 122 Artikel verfassten, reichte von Praktikanten bis hin zu erfahrenen Veteranen; viele von ihnen verfügten über Abschlüsse von Eliteuniversitäten, darunter sogar höhere Abschlüsse. Die Gruppe war multinational, was den Erfahrungshorizont bei der Berichterstattung über eine globale Branche erweiterte. Allerdings verfügte keiner von ihnen über einen Abschluss in den klassischen MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik).

Für Deilius ist das Fehlen von MINT-Abschlüssen ein Problem. Er schrieb:

Der Mangel an MINT-Ausbildung unter den 70 Journalisten, die für das WSJ über Energie berichten, schafft eine gravierende Wissenslücke, insbesondere bei Themen wie Energie und Klima, die komplex sind, sich rasch weiterentwickeln und stark von MINT geprägt sind. Die fehlende MINT-Ausbildung wirft berechtigte Fragen darüber auf, ob das Energie-Redaktionsteam die wissenschaftlichen und technischen Grundlagen der behandelten Themen versteht.

Schlussfolgerung

In Collin Eatons Artikel wurden weder das sich dramatisch gewandelte Umfeld des Klima-Aktivismus‘ noch die revidierte Prognose der IEA berücksichtigt. Er sollte wissen, dass große Ölkonzerne ihre Strategie nicht aufgrund kurzfristiger Preisbewegungen ändern (Explorationspläne erfordern umfangreiche Recherchen und Prüfungen durch Führungskräfte und oft auch durch den Vorstand des Unternehmens). Jedes angeführte Beispiel für eine neue Explorationsinitiative bezog sich auf Gebiete, in denen das Unternehmen bereits aktiv und erfolgreich war. Warum sollte ein Explorationsunternehmen nicht dorthin zurückkehren, wo die Erfolgswahrscheinlichkeit aufgrund früherer Erfolge höher ist?

Die Lehre daraus? Das Wall Street Journal sollte Reporter einstellen, die sowohl die technischen Aspekte der Branche verstehen als auch politische Agenden und Narrative durchschauen können. Eine kompetentere Redaktion kann zudem kurzsichtige Berichterstattung erkennen und korrigieren.

Die anhaltende Abrechnung mit den Mainstream-Medien muss auch die Wirtschaftsberichterstattung erreichen. In einem neuen politischen Klima ist diese Zeit für das Wall Street Journal nun gekommen.

Link: https://climaterealism.com/2026/05/wsj-energy-reporting-improvement-needed/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

Anmerkung des Übersetzers: Auch wenn es hier nur um eine einzelne Zeitung in den USA geht, kann das Ganze symbolhaft auch für die hiesigen Medien stehen!