Die Net-Zero-Straße ins Nichts

Steve Milloy, JunkScience.com

Mein neuester Artikel im Wall Street Journal (WebPDF).

„Netto-Null bis 2050“ ist mehr als ein Slogan des Klima-Aktivismus‘. Es ist zu einem wichtigen Organisationsprinzip für multinationale Unternehmen und das von BlackRock geführte Kartell geworden, das Investitionen in Umwelt, Soziales und Unternehmensführung [ESG] vorantreibt.

„Netto-Null“ wurde im Jahr 2022 in mehr als 6.000 Berichten an die Securities and Exchange Commission (SEC) und unzählige Male von börsennotierten Unternehmen und Investorengruppen in Erklärungen und auf ihren Websites erwähnt. Die SEC sagt, dass ihre vorgeschlagene Regel zur Offenlegung des Klimas den Anlegern helfen wird, „den Fortschritt bei der Erfüllung der Netto-Null-Verpflichtungen zu bewerten und alle damit verbundenen Risiken einzuschätzen“.

„Netto-Null“ und die damit verbundene „Energiewende“ werden so oft und so locker erwähnt, dass viele sie als erstrebenswerte Ziele ansehen, die mit mehr Engagement von Politikern und Wirtschaftsführern erreicht werden könnten. Zwei neue Berichte der Energieversorgungsbranche sollten diesem Gerede jedoch ein Ende setzen.

Im September veröffentlichte das Electric Power Research Institute, der Forschungszweig der US-Strom-Versorgungsbranche, einen Bericht mit dem Titel „Net-Zero 2050: U.S. Economy-Wide Deep Decarbonization Scenario Analysis“.

Der EPRI-Bericht kommt zu dem Schluss, dass die Energie-Versorgungsbranche Netto-Null nie erreichen kann. „Diese Studie zeigt, dass saubere Elektrizität, direkte Elektrifizierung und Effizienz allein nicht ausreichen, um die Netto-Null-Emissionen der gesamten Wirtschaft zu erreichen.

Mit anderen Worten: Keine noch so großen Mengen an Windturbinen, Sonnenkollektoren, Wasserkraft, Kernenergie, Batteriestrom, Elektrifizierung von Technologien für fossile Brennstoffe oder Energieeffizienztechnologien werden uns bis 2050 zum Netto-Null-Ziel bringen.

Selbst um bis 2050 eine „tief greifende Dekarbonisierung“ zu erreichen – was nicht Netto-Null bedeutet – ist laut EPRI „ein breites Portfolio von Optionen erforderlich, das kohlenstoffarme Brennstoffe und Technologien zur Kohlenstoffentfernung umfasst „.

Aber „kohlenstoffarme Kraftstoffe“ – effiziente Biokraftstoffe – gibt es nicht. „Technologien zur Kohlenstoffentfernung“ lassen sich nicht in großem Maßstab einsetzen, und selbst wenn, würde es zu heutigen Preisen etwa 1 Billiarde Dollar kosten, um die 1,6 Billionen Tonnen atmosphärischen Kohlendioxids zu entfernen, die laut dem US-Klimabeauftragten John Kerry „aus der Atmosphäre gesaugt werden müssen, selbst wenn wir netto null erreichen“.

Das ist noch nicht alles. Im EPRI-Bericht heißt es: „Diese Studie enthält keine detaillierte Bewertung von Faktoren wie Einschränkungen in der Versorgungskette [und] betriebliche Zuverlässigkeit und Widerstandsfähigkeit“ eines Netto-Null-Stromnetzes.

Die Frage, wie ein Netto-Null-Netz aufgebaut werden und funktionieren könnte, wäre eine Untersuchung wert, wenn es überhaupt möglich wäre. Aber das ist es einfach nicht.

Wenn es keine unvorhergesehenen Wundertechnologien gibt, wird „Netto-Null bis 2050“ also nicht möglich sein.

Das Merkwürdige an dem Bericht ist, dass er weitgehend ein EPRI-Geheimnis geblieben ist. Die Medien haben nicht über ihn berichtet. Ich erfuhr erst davon, als ich beim Stromversorger Alliant Energy einen Aktionärsantrag zum Thema „Netto-Null“ einreichte. Das Unternehmen bot den Bericht als Verteidigung gegen meinen Vorschlag an, die Unternehmensleitung solle erklären, wie sie ihr Ziel, bis 2050 netto null zu produzieren, erreichen wolle.

Der andere aktuelle Bericht ist die „2022 Long-Term Reliability Assessment“ der North American Electric Reliability Corp, einer von der Regierung zertifizierten Gruppe für Netzzuverlässigkeit und Standardsetzung. Die NERC kam zu dem Schluss, dass die mit fossilen Brennstoffen betriebenen Kraftwerke zu schnell vom Netz genommen werden, um die anhaltende Stromnachfrage zu befriedigen, wodurch der größte Teil des Landes dem Risiko von Netzausfällen und Blackouts bei extremen Wetterbedingungen ausgesetzt ist. Einen weiteren Vorgeschmack darauf bekamen die USA gerade während des Stromnetz-Notstandes zu Weihnachten.

Da haben wir es also: Wir sind dabei, unser Stromnetz auf gefährliche Weise zu demontieren, während wir es mit noch mehr Nachfrage belasten, in der Hoffnung, das Ziel „Netto-Null-Stromverbrauch bis 2050“ zu erreichen, was, wie die Versorgungsindustrie zugegeben hat, ein Hirngespinst ist.

Der Kongress sollte Anhörungen zu den „Netto-Null-Zielen bis 2050“ durchführen, bevor es zu einer echten Katastrophe kommt. Er sollte Zeugen von Versorgungsunternehmen, Kommissionen für öffentliche Dienstleistungen, Netzbetreibern, Regulierungsbehörden und dem ESG-Kartell vorladen und sie unter Eid erklären lassen, wie sie das Unmögliche erreichen wollen.

Mr. Milloy is a senior fellow with the Energy and Environment Legal Institute.

Appeared in the December 29, 2022, print edition as “A Quiet Refutation Of ‘Net Zero’”.

Link: https://wattsupwiththat.com/2023/01/01/the-net-zero-road-to-nowhere/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Aufstieg und Niedergang des Peer-Review-Verfahrens

Charles Rotter

Adam Mastroianni hat auf seinem Blog Experimental History einen wunderbaren Artikel geschrieben, in dem er die Geschichte, die Funktion und die Fehlfunktion des Peer-Review-Verfahrens untersucht.

In den letzten 60 Jahren hat die Wissenschaft ein Experiment mit sich selbst durchgeführt. Die Versuchsanordnung war nicht besonders gut; es gab keine Randomisierung und keine Kontrollgruppe. Niemand hatte die Verantwortung, und niemand hat wirklich konsistente Messungen vorgenommen. Und doch war es das umfangreichste Experiment, das je durchgeführt wurde, und jeder Wissenschaftler auf der Erde war daran beteiligt.

Die meisten dieser Leute wussten nicht einmal, dass sie an einem Experiment teilnahmen. Viele von ihnen, mich eingeschlossen, waren noch nicht geboren, als das Experiment begann. Hätten wir bemerkt, was vor sich ging, hätten wir vielleicht ein Mindestmaß an wissenschaftlicher Strenge gefordert. Vielleicht hat niemand Einspruch erhoben, weil die Hypothese so offensichtlich wahr zu sein schien: Die Wissenschaft ist besser dran, wenn jemand jede Arbeit überprüft und diejenigen zurückweist, die nicht den Anforderungen entsprechen. Sie nannten es „Peer Review“.

Dies war eine gewaltige Veränderung. Von der Antike bis zur Moderne schrieben Wissenschaftler Briefe und verbreiteten Monographien, und die größten Hindernisse, die sie davon abhielten, ihre Ergebnisse zu verbreiten, waren die Kosten für Papier, Porto oder eine Druckerpresse, oder in seltenen Fällen die Kosten für einen Besuch der katholischen Kirche. Wissenschaftliche Zeitschriften erschienen um 1600, aber sie funktionierten eher wie Magazine oder Newsletter, und ihre Verfahren zur Auswahl von Artikeln reichten von „wir drucken, was immer wir bekommen“ über „der Herausgeber fragt seinen Freund, was er denkt“ bis hin zu „die ganze Gesellschaft stimmt ab“. Manchmal bekamen die Zeitschriften nicht genügend Artikel, um sie zu veröffentlichen, so dass die Redakteure ihre Freunde anflehen mussten, Manuskripte einzureichen, oder sie mussten den Platz selbst füllen. Das wissenschaftliche Verlagswesen blieb jahrhundertelang ein Sammelsurium.

Es ist ein außergewöhnlicher Aufsatz, der viel von dem erklärt, was in der „Wissenschaft“ und in der akademischen Welt vor sich geht.

Hier eine Liste der Titel seiner Abschnitte und einige Auszüge daraus.

EINE MENGE GELD FÜR NICHTS

POSTMORTEM

Würden die Gutachter ihren Job machen, würden wir viele Geschichten hören wie „Professor Cornelius von Fraud wurde heute gefeuert, nachdem er versucht hatte, eine gefälschte Arbeit bei einer wissenschaftlichen Zeitschrift einzureichen.“ Aber solche Geschichten hören wir nie.

PEER REVIEW, WIR HABEN EUCH KAUM ERNST GENOMMEN

KÖNNEN WIR ES REPARIEREN? NEIN, KÖNNEN WIR NICHT

Eine Verschärfung des Peer-Review-Verfahrens würde auch das schlimmste Problem von allen verschärfen: Allein das Wissen, dass die eigenen Ideen nichts zählen, wenn sie den Peer-Reviewern nicht gefallen, führt dazu, dass man schlechter denkt.

PEER REVIEW IST SCHLIMMER ALS GAR NICHTS; ODER: WARUM ES NICHT REICHT, DAS RINDFLEISCH ZU RIECHEN

Peer Review funktioniert nicht, und es gibt wahrscheinlich keine Möglichkeit, das zu ändern. Aber ein bisschen Überprüfung ist doch besser als gar keine, oder?

Ich sage: auf keinen Fall.

WISSENSCHAFT MUSS FREI SEIN

HURRA, WIR HABEN VERSAGT

Niemand war für unser Peer-Review-Experiment verantwortlich, was bedeutet, dass niemand die Verantwortung hat, zu sagen, wann es vorbei ist. Da ich sonst niemanden sehe, werde ich es wohl tun.

Nach dieser Diskussion erklärt er:

Was sollen wir jetzt tun? Nun, letzten Monat habe ich eine Studie veröffentlicht, d.h. ich habe eine PDF-Datei ins Internet gestellt. Ich habe es in normaler Sprache geschrieben, so dass es jeder verstehen konnte. Ich habe nichts verheimlicht – ich habe sogar zugegeben, dass ich vergessen habe, warum ich eine der Studien durchgeführt habe. Ich habe Witze reingeschrieben, weil mir das niemand verbieten konnte. Ich habe alle Materialien, Daten und den Code hochgeladen, so dass jeder sie sehen konnte. Ich dachte, ich würde wie ein totaler Dummkopf aussehen und niemand würde mir Beachtung schenken, aber wenigstens hatte ich Spaß und tat, was ich für richtig hielt.

Dann, noch bevor ich jemandem von der Arbeit erzählte, wurde sie von Tausenden von Menschen gefunden, kommentiert und retweetet.

Völlig Fremde schickten mir nachdenkliche Kritiken. Professoren mit Lehrstuhl schickten mir Gedanken. NPR bat mich um ein Interview. Die Studie hat jetzt mehr Aufrufe als die letzte von Experten begutachtete Arbeit, welche ich in den renommierten Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht habe. Und ich vermute, dass weitaus mehr Menschen diese neue Arbeit bis zum Ende gelesen haben, denn vor allem die letzten paar Absätze wurden häufig kommentiert. Ich weiß also nicht, ich denke, das ist eine gute Methode?

Link: https://wattsupwiththat.com/2023/01/02/the-rise-and-fall-of-peer-review/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Der Aufstieg des Öko-Kults

Extreme Umweltschützer haben im Jahr 2022 neue Dimensionen des Wahnsinns erschlossen.

Patrick West

Es wird oft gesagt, dass wir in einer Zeit des moralischen Puritanismus und des politischen Extremismus leben. In diesem Jahr haben wir erlebt, wie die Transgender-Ideologie immer ausgefallener, die Politik der rassischen Identität immer militanter und vor allem die Umweltbewegung immer hysterischer wurde.

Dieser Geist angriffslustiger Selbstgerechtigkeit ist in der grünen Bewegung seit Mitte des letzten Jahrzehnts zu beobachten. Aber im Jahr 2020 wurde er noch verstärkt, als die ersten Abriegelungen Millionen Menschen in die Häuser trieben. Eine Mischung aus Empörung, Frustration, Langeweile und zunehmender Wokery im Internet führte zu einem Sommer des randalierenden Wahnsinns. In diesem Jahr hat der Schock des wirtschaftlichen Umbruchs sowohl einen schwelenden Geist der Revolution als auch eine Stimmung des drohenden Untergangs hervorgerufen.

Diese Verschiebung hin zum Extremismus konnte man an den immer exzentrischeren Taktiken der grünen Bewegung erkennen. 2022 war das Jahr, in dem Aktivisten Kunstwerke mit Suppe bewarfen, sich an Straßen klebten und auf Autobahnbrücken kletterten. Es war das Jahr, in dem ein Mädchen Exkremente auf eine Captain-Tom-Statue schüttete und ihren Arm in Brand setzte. All diese Aktionen wurden durchgeführt, wie die Aktivisten unter Tränen erklärten, weil die Welt untergehen wird, wenn wir jetzt nicht handeln. Buchstäblich.

Die Umweltbewegung war schon immer dazu geneigt, in einen sektenähnlichen Fanatismus abzudriften, denn die Weltanschauung der Öko-Aktivisten ist selbst apokalyptisch. Die Organisation Just Stop Oil, die in diesem Jahr als Ableger der Extinction Rebellion entstanden ist, bezeichnet die Vergabe neuer Öl- und Gaslizenzen als „genozidales Todesprojekt“.

In der Umweltbewegung gibt es seit langem Elemente, die im Grunde genommen der Zivilisation selbst feindlich gesinnt sind. Dies wurde im Oktober deutlich, als Just Stop Oil die Welt schockierte, indem sie eine Ikone der westlichen Kultur angriffen – die Sonnenblumen von Vincent van Gogh in der Londoner National Gallery. Viele gingen davon aus, dass es sich um eine einmalige Aktion handelte. Doch wie beim Statuensturz im Sommer 2020 breitete sich der Ikonoklasmus auf andere Kunstgalerien in ganz Europa aus. Diese Angriffe auf das künstlerische Erbe der Menschheit spiegeln die Art und Weise wider, wie Umweltschützer die Zivilisation mit Misstrauen und die Moderne mit offener Bosheit betrachten.

So war es vielleicht auch nicht überraschend, dass der Altmeister des Umweltschutzes, George Monbiot, 2022 in seinem Buch „Regenesis“ behauptete, dass „die Landwirtschaft die zerstörerischste menschliche Tätigkeit aller Zeiten“ sei. Das stimmt: Für die grünen Schwarzmaler ist sogar die Landwirtschaft – die Grundlage der Zivilisation selbst, das, wovon wir abhängen, um Milliarden von Menschen am Leben zu erhalten – jetzt eine Verschandelung der Natur.

In diesem Jahr ähnelte Just Stop Oil zeitweise einer seltsamen religiösen Sekte. Die Aufnahmen der gefühlsbetonten und wahnsinnigen Demonstranten mit ihren weit aufgerissenen Augen, ihren leisen Tränen und ihrer eisernen Gewissheit waren wahrhaftig abschreckend. Einer der aussagekräftigsten Videoclips des Jahres 2022 war der des verwirrten Mädchens auf der Brücke an der [Autobahn] M25, das heulend und schluchzend erklärte, dass es „keine Zukunft hat“.

Derartige apokalyptische Rhetorik ist heute alltäglich. Sie entstammt der Endzeit-Rhetorik des Gurus von Just Stop Oil, Roger Hallam, der letztes Jahr ein YouTube-Video veröffentlichte, in dem er „jungen Menschen Ratschläge gibt, während sie der Vernichtung entgegensehen“. Als Mitbegründer von Extinction Rebellion glaubt er tatsächlich, dass wir „auf die Auslöschung zusteuern“. Angeblich soll Hallams Kreuzzug uns vor diesem Schicksal bewahren – aber Hallams frühere Äußerungen verraten seine menschenfeindlichen Tendenzen. Im Jahr 2019 sagte er, der Holocaust sei „fast ein normales Ereignis… nur eine weitere Schießerei in der menschlichen Geschichte“.

Im Vergleich zu der unverhohlenen Menschenfeindlichkeit von Hallam mag das antisoziale Verhalten junger, unbedarfter Just Stop Oil-Aktivisten lediglich naiv oder fehlgeleitet erscheinen. Aber genau deshalb ist es so besorgniserregend. Seltsame Bewegungen nehmen den Geist der leicht zu beeindruckenden und verletzlichen Menschen gefangen.

Im Jahr 2022 haben die Ökoradikalen bewiesen, dass ihre Ideologie jenseits des zivilisierten Diskurses und der Vernunft liegt. Sie missachten mutwillig das Leben und die Lebensgrundlagen ihrer Mitmenschen. Ihre Taktik der Straßenblockaden, durch die Menschen daran gehindert werden, zur Arbeit und sogar ins Krankenhaus zu gelangen, zeugt von ihrer abgehobenen Denkweise.

Den Anhängern extremer Ideologien geht es immer zuerst um „die Sache“ und zuletzt um andere Menschen. Umweltschützer scheinen sich nicht sonderlich an der wachsenden Wut der Öffentlichkeit über sie zu stören. In diesem Jahr zeigten viele Briten ihre gerechte Missbilligung, indem sie die Aktivisten, die die Straßen blockierten, beschimpften und sie auf den Bürgersteig zerrten. Die Tatsache, dass die Demonstranten von „Just Stop Oil“ kürzlich in Islington im Norden Londons, normalerweise eine Bastion des linksliberalen Progressivismus, ausgepfiffen wurden, zeigt, wie sehr sie die Menschen entfremdet haben. Doch für Ideologen heiligt der Zweck immer die Mittel. Andere Menschen sind nur „Schäfchen“.

Die menschenverachtende, bittere, alttestamentarische Hetze von Just Stop Oil wäre zu jeder Zeit ärgerlich. In dieser globalen Energiekrise, in der Energieknappheit zu Stromausfällen zu führen droht, ist sie geradezu empörend. Es scheint, als wollten uns die Schwarzseher aus dem Licht zurück ins finstere Mittelalter führen.

Wir sollten uns nicht in neurotischer Weise mit der Umwelt beschäftigen und dieses Thema in ein morbides Melodrama oder ein düsteres Moralstück verwandeln. Wir sollten stattdessen versuchen, uns selbst zu verbessern und nach humanistischen Lösungen für Umweltprobleme zu suchen – schließlich sind die Menschen die besten Problemlöser der Natur. Wir sollten nach Möglichkeiten suchen, die Technologie zur Abscheidung von Kohlenstoff weiter voranzutreiben und Energie effizienter zu ernten, zu gewinnen und zu nutzen – sie besser zu nutzen, anstatt sie weniger zu nutzen.

In der Tat war es aufregend, Anfang dieses Monats zu erfahren, dass Wissenschaftlern in Kalifornien ein großer Durchbruch bei der Kernfusion gelungen ist. Zum ersten Mal haben sie aus einem Fusionsexperiment mehr Energie gewonnen, als sie zum Starten der Reaktion eingesetzt haben. Dies könnte uns auf den Weg zu unbegrenzter sauberer Energie bringen.

Durchbrüche wie diese geben uns Grund, uns auf die Zukunft zu freuen, anstatt sie zu fürchten. Sie erinnern uns daran, dass unsere Menschlichkeit etwas ist, das wir feiern sollten – und nicht etwas, auf das wir mit Misstrauen und Selbstverachtung herabblicken sollten.

Patrick West is a spiked columnist. His latest book, Get Over Yourself: Nietzsche For Our Times, is published by Societas.

Link: https://www.spiked-online.com/2022/12/30/the-rise-of-the-eco-cult/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




UN-Jahreswitzebuch: „Die Abschaffung von Kohlenwasserstoff-Kraftstoffen macht den großen Unterschied“

Steve Goreham, Dr. Jay Lehr

Es ist wirklich an der Zeit, dass wir alle aufhören, die Ergebnisse der jährlichen Klimakonferenzen der Vereinten Nationen (COPs) ernst zu nehmen. Die 27. derartige, jüngst in Ägypten abgehaltene Konferenz endete mit der folgenden Erklärung:

„Die Konferenz der Vertragsparteien … hebt hervor, dass bis 2030 jährlich etwa 4 Billionen US-Dollar in erneuerbare Energien investiert werden müssen, um bis 2050 Netto-Null-Emissionen erreichen zu können“. Das heißt, man möchte alles Leben auf der Erde auslöschen, welches von Kohlendioxid abhängt.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Darin sind keine Entschädigungen für Verluste und Schäden enthalten. Dieser potenziell viel größere Finanzfluss (wie er in der UN-Sprache genannt wird) ist extra.

Die genaue Art dieser geforderten Umgestaltung des Finanzsystems wird nicht genannt, aber einfaches Geld scheint ein besonderes Thema zu sein.

Einiges davon ist sogar rückwärtsgewandt, in Form eines so genannten „Schuldenerlasses“. Zwischen den Zeilen ergibt sich nun eine interessante Situation. Die Industrieländer versprachen angeblich einen Finanzfluss bzgl. Klima von 100 Milliarden Dollar pro Jahr ab 2020. Nach Angaben der OECD haben wir tatsächlich etwa 80 Milliarden Dollar pro Jahr erhalten, das meiste davon in Form von einfachen Krediten.

Jetzt sind die grünen Entwicklungsländer also mit Klimaschulden belastet. Kein Wunder, dass sie diese riesigen Schulden nun gerne erlassen oder refinanziert sehen würden, oder etwas anderes, bei dem sie nicht mehr zahlen müssen, im Sinne eines „Erlasses“.

In der UN-Sprache liest man zu den Schulden folgendes:

„Die Konferenz der Vertragsparteien … nimmt mit Besorgnis die wachsende Kluft zwischen dem Bedarf der Entwicklungsländer unter den Vertragsparteien insbesondere aufgrund der zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels und ihrer zunehmenden Verschuldung zur Kenntnis, nebst der Unterstützung, die für ihre Bemühungen zur Umsetzung ihrer national festgelegten Beiträge bereitgestellt und mobilisiert wird, und hebt hervor, dass dieser Bedarf derzeit auf 5,8 bis 5,9 Billionen USD für den Zeitraum vor 2030 geschätzt wird.“

Das heißt, hier ist ihr Konzept einer finanziellen Transformation, was die großen Entwicklungsbanken betrifft:

„Die Konferenz der Vertragsparteien … fordert die Anteilseigner der multilateralen Entwicklungsbanken und der internationalen Finanzinstitutionen auf, die Praktiken und Prioritäten der multilateralen Entwicklungsbanken zu reformieren, die Finanzierung abzustimmen und aufzustocken, einen vereinfachten Zugang zu gewährleisten und die Klimafinanzierung aus verschiedenen Quellen zu mobilisieren, und ermutigt die multilateralen Entwicklungsbanken, eine neue Vision und ein entsprechendes Betriebsmodell, Kanäle und Instrumente zu definieren, die geeignet sind, den globalen Klimanotstand angemessen zu bekämpfen, einschließlich des Einsatzes einer ganzen Reihe von Instrumenten, von Zuschüssen bis hin zu Garantien und nicht verschuldeten Instrumenten, unter Berücksichtigung der Schuldenlast und der Risikobereitschaft, mit dem Ziel, die Klimafinanzierung erheblich zu erhöhen.“

Die letzten vier Worte sagen eigentlich schon alles: „… die Klimafinanzierung erheblich erhöhen“.

Was sie fordern, ist eine Seifenblase. Riesige Geldsummen, die den Entwicklungsländern zugeworfen werden und die nie zurückgezahlt werden. Nennen wir es die Klima-Finanzierungsblase.

Diese Leute haben offensichtlich keine Ahnung von Finanzen oder Investitionen, die beide eine über die Rückzahlung hinausgehende Rendite erwarten. Sie wollen einfach nur unglaubliche Mengen an kostenlosem Geld, alles im Namen eines nur vom Computer generierten Notfalls.

Glücklicherweise wird nichts davon passieren. In der Zwischenzeit sind Worte billig (auch wenn das Essen bei COP27 nicht billig war).

Auch die Kredite dürften irgendwann versiegen. Aber die COP wird nie aufhören.

Klima-Reparationen sind vom Tisch, weil die US-Republikaner sie ablehnen.

Die USA und andere Industrieländer haben es versäumt, eine frühere Zusage zu erfüllen, 100 Milliarden Dollar pro Jahr bereitzustellen.

Die Konservativen meinten, es handele sich um einen internationalen Schmiergeldfonds für die reicheren Länder, die jedes Jahr Dutzende von Milliarden Dollar an die Entwicklungsländer überweisen.

„Die Vereinigten Staaten können einfach nicht zahlen. Wir könnten ab und zu ein paar Milliarden Dollar geben, aber wir sind mit 31 Billionen Dollar verschuldet und müssen auf absehbare Zeit mit jährlichen Defiziten in Höhe von einer Billion Dollar rechnen“.

Die USA haben zwischen 2015 und 2018 jährlich durchschnittlich 2,2 Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt, und der von den Demokraten kontrollierte Kongress hat in diesem Jahr 1 Milliarde Dollar für ausländische Klimahilfe vorgesehen. Die UN-Erklärung fordert aber bis zu 10 Billionen Dollar pro Jahr, um die Klimaziele zu erreichen.

„Die endlose Suche nach Klima-Billionen wird noch Jahrzehnte dauern“, so Benny Peiser, Direktor von Net Zero Watch.

Der COP27-Klimaplan der Vereinten Nationen fordert die Staaten auf, jährlich acht bis zehn Billionen Dollar auszugeben, um in grüne Energie zu investieren und die Treibhausgas-Emissionen rasch zu reduzieren.

„Natürlich sind all diese Zahlen nur aus der Luft gegriffen“, sagte Steve Milloy, Senior Legal Fellow des Energy and Environmental Legal Institute, gegenüber der Daily Caller News Foundation. Völlig verrücktes Gerede. Warum schenken wir dem Beachtung? Eigentlich tut das nur die Presse, und sie zwingt auch andere, das zu tun.

Der Plan fordert die Industrieländer außerdem auf, bis 2030 mehr als 5,8 Billionen Dollar bereitzustellen, um den Entwicklungsländern bei der Anpassung an den Klimawandel zu helfen und Projekte für erneuerbare Energien in ärmeren Ländern zu finanzieren. Fast 200 Länder einigten sich auf der COP27 auf einen Finanzrahmen, in dem reiche Länder wie die USA Zahlungen an Entwicklungsländer leisten würden, um sie für historische „Verluste und Schäden“ zu entschädigen, die angeblich durch die Emissionen der reicheren Länder verursacht wurden, so der Entwurf eines Dokuments.

„Die endlose Suche nach Klimabillionen wird noch jahrzehntelang dauern“, sagte der Direktor von Net Zero Watch, Benny Peiser, dem DCNF. „Es ist eine apokalyptische Sekte, die sich im Kreis dreht: Sie treffen sich seit 30 Jahren und haben das Hauptziel – die Verlangsamung, geschweige denn den Stopp der CO-Emissionen – überhaupt nicht erreicht.“

Autoren: Steve Goreham is a speaker, author, and independent columnist on energy, sustainability, climate change, and public policy. More than 100,000 copies of his books are now in print, including his latest, Outside the Green Box: Rethinking Sustainable Development.

CFACT Senior Science Analyst Dr. Jay Lehr has authored more than 1,000 magazine and journal articles and 36 books. Jay’s new book A Hitchhikers Journey Through Climate Change written with Teri Ciccone is now available on Kindle and Amazon.

Link: https://www.cfact.org/2022/12/26/un-annual-joke-book-elimination-of-hydrocarbon-fuels-are-the-path-to-mass-distinction/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE




Die Stromkostenkrise kann kommen!

Francis Menton, MANHATTAN CONTRARIAN

[Im Original ist dieser Beitrag u. A. in der Kategorie „Government idiocy“ gelistet! A. d. Übers.]

In einem Beitrag Anfang dieser Woche [in deutscher Übersetzung hier] habe ich die Verabschiedung des Rahmenplanes des Staates New York gefeiert, der uns sagt, wie wir den großen Übergang zu 70 % „erneuerbarem“ Strom bis 2030 und zu emissionsfreiem Strom bis 2040 schaffen wollen. Die Zusammenfassung lautet: „Bauen Sie einfach eine Menge Offshore-Windturbinen und Batterien“. Leider scheint niemand die grundlegenden Berechnungen angestellt zu haben, um festzustellen, ob die geplanten Anlagen ausreichen werden, um jederzeit genügend Strom zur Deckung der Nachfrage zu liefern. Aber dieser Rahmenplan ist ja das Produkt von denen da oben, und warum müssen sich diese wichtigen Leute mit solchen Kleinigkeiten herumschlagen? Schließlich haben sie einen Planeten zu retten.

Was in diesem Beitrag nicht berücksichtigt wurde, sind die den New Yorker Verbrauchern entstehenden wahrscheinlichen Kosten bei dem Versuch, Strom in einer windstillen Zukunft zu kaufen, wenn außerdem die Sonne dunkel scheint und fossile Brennstoffe verdrängt werden. Wie hoch könnten die Kosten sein, wenn alle gleichzeitig für die geringen Mengen an Wasserkraft oder Kernkraft bieten müssen, die vielleicht noch übrig sind?

Es hat sich herausgestellt, dass drei Mitglieder des Climate Action Council (Befürworter des Scoping-Plans) gegen die Verabschiedung des Plans gestimmt haben. Einer von ihnen, ein Mann namens Gavin Donohue, ist zumindest teilweise auf das Problem der Verbraucherkosten aufmerksam geworden. Seine Erklärung, in der er gegen den Scoping-Plan Stellung nimmt, findet man hier. Er hat sich unter anderem wie folgt zur Kostenfrage geäußert:

Es ist unverantwortlich, einen Plan zur Erreichung der Ziele des CLCPA vorzulegen und gleichzeitig zu verhindern, dass die New Yorker die Auswirkungen auf ihre Energierechnungen und die Wirtschaft verstehen. Wir befinden uns in einer Zeit, in der die Stromrechnungen voraussichtlich um 30-40% steigen werden, und es ist enttäuschend und eine verpasste Chance, dass im Plan nicht erwähnt wird, wie er sich auf die Steuerzahler auswirken wird. Dem Plan fehlt eine unabhängige, transparente, unvoreingenommene, umfassende Analyse der Auswirkungen auf die Verbraucherkosten und eine Quantifizierung der Kosten, die letztendlich von den Einwohnern New Yorks durch höhere Gebühren, Steuern und Energierechnungen getragen werden müssen. In den vergangenen zwei Jahren habe ich diese Kostenanalyse gefordert.

Die fehlende Berücksichtigung möglicher Auswirkungen auf die Verbraucherkosten ist „enttäuschend“ und eine „verpasste Gelegenheit“. Das ist sicherlich eine höfliche Art, es auszudrücken. Treffender wäre „vollkommen inkompetent und unverantwortlich“.

Es ist nicht unbedingt einfach herauszufinden, wie hoch diese zukünftigen Kosten sein könnten. Das Grundproblem besteht darin, dass dieses künftige, fast ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen bestehende Fantasiesystem eine Art vollständige Sicherung erfordert, die vielleicht nur gelegentlich in Anspruch genommen wird, aber wenn sie in Anspruch genommen wird, wird der Bedarf dringend sein und der Preis könnte in unvorstellbare Höhen steigen.

Wie hoch könnten diese Höhen sein? Es ist zwar unmöglich, eine endgültige Grenze zu setzen, aber wir können uns eine sehr gute Vorstellung über den Ablauf des Prozesses machen, wenn wir uns ansehen, was in Europa gerade passiert. In seinem selbstgerechten Kampf um die Senkung der Kohlendioxid-Emissionen hat Europa die meisten seiner Kohlekraftwerke geschlossen, Fracking zur Gewinnung von Öl und Gas verboten und ansonsten fast die gesamte Infrastruktur für fossile Brennstoffe mit Ausnahme einiger Pipelines aus Russland stillgelegt. Trading Economics gibt den jüngsten Großhandelspreis für Erdgas auf dem europäischen Markt mit 82,97 EUR/MWH an. Das ist übrigens ein Rückgang gegenüber den Preisen von über 100 EUR/MWH und (kurzzeitig) bis zu 350 EUR/MWH in den letzten sechs Monaten. Der jüngste US-Preis liegt bei 5,12 $ pro MMBTU. Ich rechne mit einem Faktor von etwa 3,4 für die Umrechnung von MMBTU in MWH, und der Dollar und der Euro sind nahezu gleichwertig, so dass der Vergleich bei etwa 17 $/MWH für die USA und 83 $/MWH für Europa liegt. Die Unterdrückung der fossilen Brennstoffe in Europa hat zu einem Preis geführt, der etwa fünfmal so hoch ist wie der Preis in den USA.

Und so tobt derzeit in Europa eine Energiekostenkrise für die Verbraucher, über die man hierzulande fast nichts liest. Die Lösung, die sich die Europäer ausgedacht haben, besteht darin, massive Subventionen zu gewähren, damit die Verbraucher (und auch die Unternehmen) ihre Energierechnungen bezahlen können. Eine Brüsseler Denkfabrik mit der Bezeichnung Brueghel hat eine Übersicht über die Subventionen erstellt, zu deren Zahlung sich die verschiedenen europäischen Länder bereit erklärt haben (Stand: 29. November):


Deutschland, der europäische Meister der Energiewende, gibt über 7 % des BIP für diese Subventionen aus, und das ist erst der Anfang.

Also, New York, wenn derselbe Prozess bei Ihnen abläuft, werden Sie dieselben 7 % des BIP ausgeben, um die Verbraucher vor den realen Preisen zu schützen, oder werden Sie zulassen, dass die Strom- und Wärmerechnungen um den Faktor drei – oder fünf – steigen?

Der ganze Beitrag steht hier.

Link: https://wattsupwiththat.com/2022/12/26/bring-on-the-electricity-cost-crisis/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE