Die Debatte um Klima-Rückkopplungen

Bob Irvine

Der IPCC geht von einer Verdoppelung der CO₂-Konzentration (CO₂x2) aus und stellt fest, dass eine anfängliche Erwärmung im Gleichgewicht von 1,1°C ohne Rückkopplung durch eine starke positive Netto-Rückkopplung fast um das Dreifache auf etwa 3,0°C erhöht wird.

Diese starke positive Netto-Rückkopplung auf eine geringe anfängliche Erwärmung durch eine erhöhte CO₂-Konzentration impliziert mehrere unwahrscheinliche Ergebnisse:

● Erstens, dass CO₂ der dominante Steuerknüppel des Klimas sein muss. Daraus folgt, dass fast der gesamte 33°C-Treibhauseffekt verschwinden würde, wenn die 8°C-CO₂-Komponente entfernt würde. Und das, obwohl die Sonne immer noch stark auf die tropischen Ozeane einstrahlt und große Mengen an Wasserdampf erzeugt, der ein starkes Treibhausgas ist. In Lacis et al. (2010) wurde der CO₂ GHE auf Null gesetzt und folglich reduzierte die modellierte hohe Rückkopplung die globale mittlere Oberflächentemperatur um 34,8°C innerhalb von 50 Jahren. Sie verwendeten das GISS 2° x 2,5° Modell E (AR5 Version), um dieses unwahrscheinliche Ergebnis zu erzielen.

● Zweitens: Alle Modelle, die diese hohe Netto-Rückkopplung beinhalten, laufen zu heiß und wurden verfälscht.

● Und drittens, dass sich die Temperatur in den letzten Jahrtausenden kaum oder gar nicht verändert hat, gefolgt von einem starken Anstieg, als die CO₂-Konzentrationen ab etwa 1950 zunahmen. Die Hockeyschläger-Grafiken, die vom IPCC zur Untermauerung dieser Behauptung erstellt wurden, sind ganz offensichtlich entweder wissenschaftlich sehr schlecht oder korrupt – gelinde gesagt.

Das Problem und Paradoxon besteht darin, dass alle bekannten Rückkopplungen des IPCC zusammengenommen einen starken positiven Temperaturanstieg ergeben, während Messungen in der realen Welt auf eine gutartige oder sogar negative Rückkopplung hindeuten.

Welche Netto-Klima-Rückkopplung des IPCC erzeugt dieses Paradoxon?

Das IPCC AR4 (2007) definiert seine Netto-Klima-Rückkopplung wie folgt:

In AOGCMs stellt die Wasserdampf-Rückkopplung die bei weitem stärkste Rückkopplung dar, mit einem Multi-Modell-Mittelwert und einer Standardabweichung für die MMD bei PCMDI von 1,80 ± 0,18 W/m²C, gefolgt von der (negativen) Rückkopplung des Temperaturgefälles (-0,84 ± 0,26 W/m²C) und der Oberflächen-Albedo-Rückkopplung (0,26 ± 0,08 W/m²C). Die mittlere Wolkenrückkopplung beträgt 0,69 W/m²°C mit einer sehr großen Streuung zwischen den Modellen von ±0,38 W/m²C (Soden und Held, 2006). 4

Der IPCC AR6 (2019) ändert einige dieser Rückkopplungen erheblich, kommt aber auf ungefähr die gleiche Netto-Rückkopplung. Die AR4- und AR6-Rückkopplungen werden in der nachstehenden Tabelle verglichen. Die Rückkopplung der Rückkopplung des Temperaturgefälles (LRF) und die Rückkopplung des Wasserdampfs (WV) wurden in dieser Tabelle zu Vergleichszwecken zusammengefasst:

Tabelle 1 – Globale Temperaturrückkopplung bei CO₂-Verdopplung im AR4 und AR6 des IPCC.

Man sieht, dass wir, wenn wir die AR4- und AR6-Gesamtsumme (2,1) mit dem Standard-Umrechnungsfaktor (ƛ) 0,3 multiplizieren und dann das Ergebnis in die Standard-Rückkopplungsgleichung einsetzen, die wahrscheinliche Gleichgewichtstemperatur des IPCC erhalten, nachdem alle Rückkopplungen gewirkt haben.

Gleichung 1: Gleichgewichts-Temperatur für CO₂x2 (ECS) = 1.1/[1-(2.1×0.3)] = 3.0°C

Zunächst fällt auf, dass der IPCC-Parameter für die Wolkenrückkopplung zwischen 2007 und 2019 vermutlich deutlich gesunken ist, wobei dieser Rückgang durch einen starken Anstieg der kombinierten WV und LRF kompensiert wurde. Vielleicht kann einer der Leser hier eine gute Erklärung dafür liefern, aber es scheint unwahrscheinlich, wenn man den Rückgang der globalen relativen Luftfeuchtigkeit bedenkt, welcher vom britischen Met Office festgestellt wurde (Abbildung 2) und der weiter unten diskutiert wird.

Außerdem ist zu beachten, dass die hohe Rückkopplung des IPCC uns sehr nahe an eine verrückte Diskontinuität führt, wie in Abbildung 1 unten zu sehen ist. Wenn zum Beispiel die LRF nicht relevant wäre oder entfernt würde, dann würde die Gleichgewichts-Klimasensitivität (ECS) (CO₂x2) unter Verwendung der AR4-Zahlen zu einem unwahrscheinlichen Wert von 9,16°C führen, wie in Gleichung 2 dargestellt.

Gleichung 2: Gleichgewichts-Temperatur für CO₂x2 (ECS) (2007) = 1.1/[1-(2.94×0.3)] = 9.16°C

Die Gleichgewichts-Klima-Sensitivität (ECS) erhöht sich um unwahrscheinliche 6,16°C (9,16 – 3,0), wenn man den LRF entfernt. Dies wäre zum Beispiel der Fall, wenn der Hot Spot über den Tropen weniger als erwartet oder unbedeutend wäre, was der Fall zu sein scheint. Die Atmosphäre würde in diesem Szenario mit starker Rückkopplung sehr instabil werden und sich von der Atmosphäre unterscheiden, mit der wir täglich leben.

Dies ist vielleicht nicht nur eine wilde Vermutung, denn unser Verständnis der durchschnittlichen Emissionsveränderungen bei einer Erwärmung der durchschnittlichen Emissionshöhe ist begrenzt, wie man an der großen Veränderung von WV+LRF des IPCC von 2007 bis 2019 sehen kann. Obwohl sie dasselbe darstellen, konnten sie nicht einmal erreichen, dass sich ihre Modellspanne (Vertrauensgrenzen) überschneidet. Was ist hier eigentlich los?

Eine Folge davon ist, dass kleine Änderungen in unserem Verständnis von WV und LRF eine unverhältnismäßig große Auswirkung auf den geschätzten ECS haben.

Diese hohe positive Netto-Rückkopplung auf CO₂x2 könnte natürlich möglich sein, ist aber meines Erachtens sehr unwahrscheinlich, insbesondere angesichts der Temperaturschwankungen in den letzten Jahrtausenden und des jüngsten Scheiterns der Klimamodelle, die diese hohe Netto-Rückkopplung einbeziehen.

Abbildung 1 – Primäre Rückkopplung im Vergleich zur Gleichgewichtsendtemperatur, °C. Grafik – Dank an „The GH Defect…saving the planet from idiocy (2).

Um die hohe Rückkopplung des IPCC zu widerlegen, müssen Skeptiker wie ich ein praktikables Alternativszenario entwerfen. Dies habe ich im nächsten Abschnitt versucht.

Mögliche Gründe, warum die Netto-Klima-Rückkopplung gutartig oder möglicherweise negativ ist

Es gibt mehrere mögliche Gründe, warum die Netto-Rückkopplung deutlich niedriger sein könnte als die vom IPCC veröffentlichte Spanne (siehe Tabelle 1), einschließlich verschiedener negativer Wolkenrückkopplungen, die bisher in den Klimamodellen nicht berücksichtigt wurden. Darüber hinaus wird im Folgenden die Möglichkeit erörtert, dass eine abnehmende relative Luftfeuchtigkeit die Rückkopplungsreaktion in einer sich erwärmenden Welt deutlich verringern würde.

Die globale spezifische Luftfeuchtigkeit folgt der globalen Temperatur sehr genau, d.h. die Atmosphäre sammelt Feuchtigkeit an, während sie sich erwärmt. Das Problem für die Klimamodelle besteht darin, dass sie davon ausgehen, dass die globale relative Luftfeuchtigkeit konstant bleibt oder über den Ozeanen leicht ansteigt, wenn sich der Planet erwärmt. Dies ist nach Angaben des britischen Met Office einfach nicht der Fall, was erhebliche Auswirkungen auf die WV-Rückkopplung und ihren Partner, den LRF, hat.

Inwieweit sich dies auf die ECS und unser Verständnis der WV/LRF-Rückkopplung auswirken würde, ist schwer zu sagen. Was wir sagen können ist, dass es die negative LRF-Rückkopplung im Vergleich zur positiven WV-Rückkopplung erheblich verstärken dürfte. Die modellierte Signatur dieser WV-Rückkopplung ist eine deutliche Erwärmung hoch über den Tropen. Dies ist nicht wie erwartet eingetreten und hat viele veranlasst, die Modelle in diesem Bereich anzuzweifeln. Der Rückgang der relativen Luftfeuchtigkeit über den Ozeanen könnte mit dem Ausbleiben dieses Hotspots zusammenhängen und möglicherweise dazu beitragen, ihn zu erklären.

Abbildung 2: Globale Zeitreihen der durchschnittlichen jährlichen relativen Luftfeuchtigkeit für das Land (grüne Linie), den Ozean (blau) und den globalen Durchschnitt (dunkelblau), bezogen auf 1981-2010. Dargestellt sind die Standard-Abweichungsbereiche zwei für die Unsicherheit, die sich aus der Kombination von Beobachtungs-, Stichproben- und Erfassungsunsicherheit ergeben. Quelle: Met Office Climate Dashboard

Abbildung 3: Globale Zeitreihen der durchschnittlichen jährlichen spezifischen Luftfeuchtigkeit für das Land (grüne Linie), den Ozean (blau) und den globalen Durchschnitt (dunkelblau), bezogen auf 1981-2010. Es werden die Standard-Abweichungsbereiche zwei für die Unsicherheit gezeigt, die die Beobachtungs-, Stichproben- und Erfassungsunsicherheit kombinieren. Quelle: Met Office Climate Dashboard.

Hinweis: Die in Abbildung 3 dargestellte spezifische Luftfeuchtigkeit weist eine auffällige Ähnlichkeit mit der UAH-Satelliten-Temperaturreihe auf, während sie mit der NASA-GISS-Reihe überhaupt nicht übereinstimmt.

Die Entwicklung dieser Diagramme wird hier diskutiert.

Hier ein Zitat von Dr. Kate Willett, welches das Problem aufzeigt, das dieser Rückgang der relativen Luftfeuchtigkeit für die Klimamodelle haben könnte:

Dieser Rückgang ist angesichts unseres derzeitigen physikalischen Verständnisses von Feuchtigkeit und Verdunstung schwer zu erklären. Die Klimamodelle gehen zum Beispiel davon aus, dass die relative Luftfeuchtigkeit im Ozean ziemlich konstant bleiben oder leicht ansteigen sollte.“Dr. Kate Willett, Klimawissenschaftlerin am Hadley-Centre des Met Office im
Gastbeitrag: Untersuchung des „Feuchtigkeitsparadoxons“ des Klimawandels – Carbon Brief

Bony et al. erörtern im Folgenden die Beziehung zwischen relativer Luftfeuchtigkeit und Rückkopplung im Klimasystem:

„Wie in Abb. 12 dargestellt, ist die freie Troposphäre besonders entscheidend für die Wasserdampf-Rückkopplung, da Feuchtigkeitsänderungen in höheren Lagen eine größere Strahlungswirkung haben (Shine and Sinha 1991; Spencer and Braswell 1997; Held and Soden 2000; Marsden and Valero 2004; Forster and Collins 2004; Inamdar et al. 2004). In den Tropen ist die obere Troposphäre auch der Ort, an dem die mit einer bestimmten Oberflächenerwärmung verbundene Temperaturänderung am größten ist, was auf die Abhängigkeit der Feuchtigkeitsadiabate von der Temperatur zurückzuführen ist. Wenn sich die relative Luftfeuchtigkeit nur geringfügig ändert, ist eine Erwärmung der tropischen Troposphäre daher mit einer negativen Rückkopplung des Temperaturgradienten und einer positiven Rückkopplung des Wasserdampfs in der oberen Troposphäre verbunden. Wie von Cess (1975) erläutert, erklärt dies einen großen Teil der in der Einleitung besprochenen Anti-Korrelation zwischen den Wasserdampf- und Gradient-Rückkopplungen der Klimamodelle (Abb. 1). Es erklärt auch, warum das Ausmaß der Änderungen der relativen Luftfeuchtigkeit so wichtig für das Ausmaß der kombinierten Wasserdampf-Gradientraten-Rückkopplungen ist: Eine Änderung der relativen Luftfeuchtigkeit verändert den Strahlungsausgleich zwischen den Wasserdampf- und Gradient-Variationen, so dass eine Zunahme (Abnahme) der relativen Luftfeuchtigkeit die Wasserdampf-Rückkopplung im Verhältnis zurGradient-Rückkopplung verstärkt (abschwächt).Quelle

[Hervorhebung im Original]

Schlussfolgerung

Der IPCC hat mehrfach darauf hingewiesen, dass er die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur globalen Klima-Rückkopplung für gesichert hält. Wie lässt sich dies mit den veröffentlichten WV/LRF vereinbaren, die zwischen ihrem Bericht von 2007 und ihrem Bericht von 2019 erheblich gestiegen sind (Tabelle 1)? Die veröffentlichten Konfidenzgrenzen überschneiden sich nicht einmal.

Die Klimamodelle gehen davon aus, dass die relative Luftfeuchtigkeit mit steigender Temperatur konstant bleiben oder leicht ansteigen sollte. Dies ist nicht der Fall (Abbildung 2) und kann nicht mit dem starken Anstieg von WV/LRF zwischen den IPCC-Berichten 2007 und 2019 in Einklang gebracht werden.

Wenn nicht jemand eine bessere Erklärung hat, scheint es wahrscheinlich, dass der IPCC die 3,0°C ECS aus politischen Gründen beibehalten musste und einfach die verschiedenen Rückkopplungs-Parameter entsprechend geändert hat.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Link: https://wattsupwiththat.com/2023/01/18/the-climate-feedback-debate/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Neue Studie über Eisbären in der westlichen Hudson Bay enthält neue offizielle Daten zu Abschmelzen und Gefrieren

Polar Bear Science

Auch wenn es nur in grafischer Form vorliegt, haben wir endlich eine Aktualisierung der Gefrierdaten für das Meereis in der westlichen Hudson Bay für den Zeitraum 2016-2020 (aber nicht die Daten des Aufbrechens).

Die folgernden, von Miller et al. 2022 veröffentlichten grafischen Daten verlängern die 2017 von Castro de la Guardia und Kollegen veröffentlichten Daten um fünf Jahre, die grafische Daten für Aufbruch- und Gefrierdaten von 1979-2015 enthielten (mit genauen Daten nur für 2005-2008).

Sie bestätigt eine Aussage von mir aus dem vorigen Monat, nämlich dass es zwischen 2016 und 2021 „nur ein ’spätes‘ Einfrierjahr (2016), aber fünf sehr frühe gegeben hat.“ Natürlich wurde das Jahr 2021 in diesem neuen Datensatz nicht berücksichtigt, so dass es bis 2020 „vier sehr frühe“ Jahre waren.

Hier ist es, als Teil von Abbildung 2. Die Gefrierdaten sind oben links dargestellt (a):

Hier ist das winzige Panel (a) für sich allein, vergrößert (ein Screencap aus dem pdf), das die Trendlinie von 1991 bis 2020 zeigt:

Zahlen aus Diagrammen zu extrahieren ist zeitaufwändig und oft ungenau, aber das ist den Eisbärenspezialisten offenbar egal: Das ist alles, was die Öffentlichkeit und ihre Kollegen bekommen.

In den folgenden Listen ist die erste Zahl das Jahr, die zweite der julianische Tag des Jahres (z. B. 313) und die dritte das Kalenderdatum des entsprechenden julianischen Tages aus der Miller-Studie und der de al Guardia-Studie. Für die letzten fünf Jahre habe ich meine eigene Schätzung hinzugefügt, die ich damals vorgenommen habe. Da es sich hier um ein Screencap handelt, hier die Links zu meinen Schätzungen: für 2020 (wenn die Bären bis zum 31. Oktober Robben auf dem Meereis getötet haben), 2019, 2018, 2017, 2016. Ich habe nicht alle Daten aus der Zeit vor 2005 transkribiert, sondern nur ein paar ausgewählte (der Beitrag steht hier)

Die meisten Einträge in dem Zeitraum, in dem sich die beiden Datensätze überschneiden, sind entweder identisch oder unterscheiden sich nur um 1-3 Tage. Die fett gedruckten Einträge weichen jedoch um fast eine Woche oder mehr ab (z. B. 2008, 2011), obwohl es in der Miller-Veröffentlichung keine Erklärung dafür gibt, warum das so ist:

Wie man sieht, war das früheste Jahr des Zufrierens das Jahr 1993 (obwohl 1991, 1986 und 1978 fast so früh waren) und das späteste offenbar 2016 (obwohl 2009, 1998 und 1981 fast genauso spät waren, je nachdem, welchen Datensatz man betrachtet).

Angesichts der möglichen Fehlerquote von 2-3 Tagen in beide Richtungen war das Einfrieren im Jahr 2020 so früh wie in den Jahren 1978, 1979, 1986, 1991 und 1993 (die frühesten aufgezeichneten Daten); die Einfrierdaten in den Jahren 2017, 2018 und 2019 entsprachen dem Durchschnitt der 1980er Jahre (de la Guardia et al. 2017).

Insgesamt fanden Miller und Kollegen keinen zeitlichen Trend in Bezug auf das Meereis oder die Wanderzeiten der Eisbären von der Küste zwischen 1991 und 2020, und – vielleicht kontraintuitiv – dass die Bären in Jahren, in denen der Gefrierpunkt früher lag, früher zum Eis aufbrachen.

[Hervorhebung im Original]

Das bedeutet, dass die Meereisbedeckung im Herbst in den letzten 30 Jahren nicht „stetig abgenommen“ hat und dass die Eisbären in diesem Zeitraum nicht immer später in der Saison auf das Eis gegangen sind, wie oft angenommen wird.

Obwohl die Autoren längst überfällige Daten über den Körperzustand von Weibchen mit Jungen und unabhängigen Jungtieren erhoben haben, werden diese Werte nur als „Anfälligkeitsindex“ angegeben, der nicht mit den in den 1970er und 1980er Jahren erhobenen Rohdaten verglichen werden kann.

Während diese Indizes darauf hinweisen, dass die Körperkondition von Weibchen mit Jahreskindern (aber nicht die mit Jährlingen) „in den letzten 30 Jahren abgenommen hat“, ist es unmöglich zu sagen, um wie viel im Vergleich zu detaillierten Studien, die vor den 1990er Jahren durchgeführt wurden (z. B. Derocher und Stirling 1992, 1995; Ramsay und Stirling 1988) oder zu denen, die verwendet wurden, um die Einstufung von Eisbären als „bedroht“ auf der US Endangered Species List (Regehr et al. 2007) zu rechtfertigen.

Mit anderen Worten, Körpergewichtsdaten – so entscheidend für das Argument, dass die Gesundheit der WH-Eisbären aufgrund des Meereisverlustes abnimmt – werden immer noch zurückgehalten.

References

Castro de la Guardia, L., Myers, P.G., Derocher, A.E., Lunn, N.J., Terwisscha van Scheltinga, A.D. 2017. Sea ice cycle in western Hudson Bay, Canada, from a polar bear perspective. Marine Ecology Progress Series 564: 225–233. http://www.int-res.com/abstracts/meps/v564/p225-233/

Derocher, A.E. and Stirling, I. 1992. The population dynamics of polar bears in western Hudson Bay. pg. 1150-1159 in D. R. McCullough and R. H. Barrett, eds. Wildlife 2001: Populations. Elsevier Sci. Publ., London, U.K.

Derocher, A.E. and Stirling, I. 1995. Temporal variation in reproduction and body mass of polar bears in western Hudson Bay. Canadian Journal of Zoology 73:1657-1665. http://www.nrcresearchpress.com/doi/abs/10.1139/z95-197

Miller, E.N., Lunn, N.J., McGeachy, D., and Derocher, A.E. 2022. Autumn migration phenology of polar bears (Ursus maritimus) in Hudson Bay, Canada. Polar Biology 45:1023-1034.

Ramsay, M.A. and Stirling, I. 1988. Reproductive biology and ecology of female polar bears (Ursus maritimus). Journal of Zoology London 214:601-624. http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1469-7998.1988.tb03762.x/abstract

Regehr, E.V., Lunn, N.J., Amstrup, S.C. & Stirling, I. 2007. Effects of earlier sea ice breakup on survival and population size of polar bears in Western Hudson Bay. Journal of Wildlife Management 71: 2673-2683. Paywalled, subscription required. http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.2193/2006-180/abstract

Link: https://wattsupwiththat.com/2023/01/15/recent-paper-on-w-hudson-bay-polar-bears-includes-new-official-sea-ice-freeze-up-data/

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Dazu gibt es auch neueste Informationen von DER Polarbär-Expertin schlechthin Dr. Crockford:

Eisbär-Expertin: Aktivistische „Fakten-Checker“ führen die Öffentlichkeit in die Irre

Die kanadische Zoologin Dr. Susan Crockford warnt, dass einige Eisbärenspezialisten versuchen, das Wachstum der weltweiten Eisbärenzahlen zu verschleiern.

In einem Faktencheck von AFP, der gestern von Yahoo News aufgegriffen wurde, wird behauptet, dass eine von dem Statistiker Bjorn Lomborg (Autor von The Skeptical Environmentalist und False Alarm) verwendete Grafik, die zeigt, dass die Eisbärpopulationen über fünf Jahrzehnte hinweg gestiegen sind, „unzuverlässige Daten verwendet“.

Die Kritik besteht darauf, dass die Botschaft der Grafik – dass die Eisbärpopulationen „trotz der globalen Erwärmung“ wachsen – „irreführend“ ist und dass Experten sagen, dass „der vom Menschen verursachte Klimawandel eine Bedrohung für die Eisbären darstellt“.

Die Zoologin Dr. Susan Crockford entgegnet jedoch, dass einige Eisbärenspezialisten versuchen, die relevanten Fakten zu verschleiern.

In Bezug auf die Behauptung, dass die Schätzungen der Eisbärenpopulation in den 1960er Jahren „reine Mutmaßungen“ seien, weist Crockford darauf hin, dass Seeotter-Spezialisten ohne Scham oder Entschuldigung routinemäßig einen Richtwert von „etwa 2000“ für die Populationsgröße der Art vor dem Schutz verwenden, obwohl dieser auf ähnlichen „Mutmaßungen“ beruht. Niemand widerspricht diesen Biologen, wenn sie diese Zahl anführen.

In der Tat sind Eisbären-Spezialisten die einzigen, die sich weigern, einen Richtwert für die Populationsgröße der 1960er Jahre zu akzeptieren, trotz acht veröffentlichter Schätzungen ihrer Kollegen. Crockford verwendet einen Gesamtdurchschnitt von etwa 10.000 (Spanne 5.000-15.000) als vernünftigen Kompromiss, ebenso wie der Eisbärenspezialist Markus Dyck, der 2021 bei der Feldarbeit in der Arktis starb. Im Jahr 2008 gab der US Fish and Wildlife Service in einem Dokument mit häufig gestellten Fragen eine Zahl von etwa 12.000 an, die Lomborg in seiner Grafik verwendet.

Was neuere Zahlen angeht, so bestehen die PBSG-Mitglieder weiterhin darauf, dass keine der von ihnen jemals vorgenommenen globalen Populationsschätzungen zur Beurteilung des Erhaltungszustands der Art herangezogen werden kann.

Mrs. Crockford fragt:

„Wie soll die Öffentlichkeit die Wirksamkeit von Maßnahmen zum Schutz der Eisbären beurteilen, wenn es keine Möglichkeit gibt festzustellen, ob die Bestände im Laufe der Zeit zu- oder abgenommen haben – und dennoch wird von ihr erwartet, dass sie die Ergebnisse eines aktuellen Computermodells, das eine katastrophale Zukunft vorhersagt, unwidersprochen akzeptiert, wie es dieser ‚Faktencheck‘ den Lesern nahelegt.“

Laut Crockford hat das sommerliche Meereis seit 1979 dramatisch abgenommen, insbesondere in der Region Svalbard in der Barentssee in den letzten 20 Jahren. Die Gesundheit und der Bestand der Eisbären in Svalbard wurden jedoch nicht beeinträchtigt, wie Daten aus der Feldarbeit und von Eisbärenspezialisten durchgeführte wissenschaftliche Studien belegen.

Empirische Belege wie diese erklären, warum Computermodelle, die eine düstere Zukunft für Eisbären vorhersagen, wertlos sind: viel weniger sommerliches Meereis führt nicht zwangsläufig zu einem Rückgang der Eisbärenbestände, wie es diese Modelle annehmen.

Susan J. Crockford is a zoologist and author of the books The Polar Bear Catastrophe That Never Happened and Fallen Icon: Sir David Attenborough and the Walrus Deception. She writes about polar bears and other polar animals at PolarBearScience.

Link: https://www.thegwpf.org/polar-bear-expert-activist-fact-checkers-are-misleading-the-public/

Beide Beiträge übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




In Kalifornien folgte auf eine Dürre Überschwemmungen. Prognostiker haben es nicht kommen sehen.

Dan Stillman und Diana Leonard, The Washington Post

Diesen Beitrag hat tonyheller unter der Rubrik Konsens-Wissenschaft gepostet. Sein einleitender Satz lautet:

Klimamodellierer haben sechs Wochen im Voraus null Ahnung, aber sie können das Klima in hundert Jahren mit einer Genauigkeit von wenigen Zehntelgraden vorhersagen.

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Zu Beginn dieses Winters herrschte in Kalifornien eine dreijährige Dürre, und die Prognosen gaben wenig Hoffnung auf eine baldige Besserung. Heute ist der Bundesstaat überschwemmt, denn in den letzten drei Wochen sind 200 bis 500 mm Regen und an manchen Orten bis zu 5 m Schnee gefallen. Die Dürre ist noch nicht vorbei, aber an die Stelle von ausgedörrtem Ackerland und sinkenden Wasserständen in den Reservoirs sind reißende Flüsse und tödliche Überschwemmungen getreten.

Das Climate Prediction Center (CPC) der National Oceanic and Atmospheric Administration gibt saisonale Vorhersagen zu Niederschlag und Temperatur für einen bis 13 Monate in der Zukunft heraus. Die erste Vorhersage des CPC für diesen Winter, die am 20. Oktober veröffentlicht worden war, sprach sich für unterdurchschnittliche Niederschläge in Südkalifornien aus, während sie für Nordkalifornien weder zu trockenen noch zu feuchten Bedingungen als normal tendierte.

Nach intensiven, feuchtigkeitsreichen Stürmen, die als atmosphärische Flüsse bekannt sind, sind jedoch in den meisten Teilen Kaliforniens im vergangenen Monat Niederschlagssummen gefallen, die 200 bis 600 Prozent über dem Normalwert liegen. 24 Billionen Gallonen Wasser sind seit Ende Dezember auf Kalifornien gefallen.

Der krasse Gegensatz zwischen den gewaltigen Niederschlagsmengen der letzten Wochen und den saisonalen Niederschlagsvorhersagen des CPC, die vor dem Winter herausgegeben worden waren und für mindestens die Hälfte Kaliforniens unterdurchschnittliche Niederschläge prognostizierten, lässt Wassermanager die Zuverlässigkeit der saisonalen Prognosen beklagen.

„Sie haben am 1. Dezember keine Ahnung, wie es im Winter aussehen wird, weil unsere saisonalen Vorhersagen so schlecht sind“, sagte Jeffrey Mount, ein leitender Mitarbeiter des Public Policy Institute of California’s Water Policy Center, in einem Interview. „Sie sind einfach nicht zuverlässig genug, um endgültige Entscheidungen über die Wasserversorgung zu treffen“.

Eine sich entwickelnde Vorhersage

Die saisonalen und monatlichen Prognosen des CPC enthalten keine konkreten Vorhersagen über Niederschlagsmengen, sondern eher die Wahrscheinlichkeit, dass die Niederschläge über oder unter dem Durchschnitt liegen werden. Diese Informationen sollen den Gemeinden „helfen, sich auf die kommenden Monate vorzubereiten und die Auswirkungen des Wetters auf das Leben und den Lebensunterhalt zu minimieren“, so die NOAA in ihrem Winterausblick.

Die Niederschlagsvorhersage für Kalifornien blieb in der Aktualisierung der Wintervorhersage des CPC vom 17. November praktisch unverändert. Die Vorhersage sah eine 33- bis 50-prozentige Chance auf unterdurchschnittliche Niederschläge in der südlichen Hälfte Kaliforniens vor, während die Chancen auf über- oder unterdurchschnittliche Niederschläge in der nördlichen Hälfte des Staates gleich waren.

Der Direktor des CPC, David DeWitt, sagte, die Prognose sei stark von der erwarteten Fortsetzung der La-Niña-Bedingungen beeinflusst. El Niño und La Niña – die zyklische Erwärmung und Abkühlung des östlichen tropischen Pazifischen Ozeans, die das Wettergeschehen rund um den Globus beeinflusst – haben oft einen erheblichen Einfluss auf die vorherrschenden saisonalen Bedingungen in vielen Teilen der Welt.

„Die Vorhersage auf einer saisonalen Zeitskala wird durch den El Niño/La Niña-Zyklus dominiert“, sagte DeWitt in einem Interview. „La-Niña-Bedingungen sind im Allgemeinen mit unterdurchschnittlichen Niederschlägen für Zentral- und Südkalifornien verbunden. Nordkalifornien ist eine Art Würfelspiel.“

Noch Mitte November wurden die Chancen als hoch eingeschätzt, dass La Niña den dritten Winter in Folge anhalten würde, was bisher auch der Fall ist, obwohl es sich abzuschwächen scheint. In den beiden letzten La-Niña-Wintern seit 1950 fielen in weiten Teilen Kaliforniens unterdurchschnittliche Niederschläge.

Trotz ihres typischerweise starken Einflusses auf die jahreszeitlichen Bedingungen sind El Niño und La Niña nicht die einzigen Faktoren. Sie können durch andere großräumige atmosphärische Phänomene, die sich auf kürzeren Zeitskalen entwickeln, konterkariert werden. Ein solcher Faktor ist eine Ansammlung von Stürmen in den Tropen, die so genannte Madden-Julian Oscillation, die etwa alle 30 bis 60 Tage um den Globus wandert.

Während solche Faktoren „einen großen Einfluss auf die durchschnittlichen Winterbedingungen haben können … ist es sehr schwierig, sie mehr als ein paar Wochen im Voraus vorherzusagen“, schrieb Nat Johnson, ein Forscher und Meteorologe am Geophysical Fluid Dynamics Laboratory in Princeton, in einem Blogbeitrag über die Wintervorhersage der NOAA.

Als diese zusätzlichen Faktoren Mitte Dezember ins Blickfeld rückten, begann das CPC, seine Vorhersage für Kalifornien zu ändern. So wurde in der am 15. Dezember veröffentlichten monatlichen Niederschlagsvorhersage für Januar die erwartete Niederschlagsmenge für den Bundesstaat auf unterdurchschnittliche Werte reduziert.

Die ersten Anzeichen für überdurchschnittliche Niederschläge in Kalifornien traten erst am 19. Dezember auf, als das CPC seine Niederschlagsvorhersage für die nächsten acht bis 14 Tage veröffentlichte. Diese Prognose, die den Zeitraum vom 27. Dezember bis zum 2. Januar abdeckte, sah für ganz Kalifornien eine 33- bis 70-prozentige Chance auf überdurchschnittliche Niederschläge vor, wobei die Chancen im nördlichen Teil des Staates am größten waren.

„Diese acht- bis 14-tägigen Produkte haben aufgrund der kürzeren Zeitspanne im Allgemeinen eine viel höhere Aussagekraft als monatliche oder saisonale Prognosen“, sagte DeWitt.

Am 31. Dezember, als die wochenlangen Regenfälle bereits im Gange waren, gab das CPC eine monatliche Niederschlagsvorhersage heraus, die besagt, dass das nasse Wetter bis Januar anhalten könnte.

Auf Langfristprognosen ist kein Verlass

Experten sagen, dass die saisonalen Niederschlagsvorhersagen mit Vorsicht zu genießen sind und nicht als Wettervorhersage zu verstehen sind.

„Sie sollen den Endnutzern zeigen, wie die Chancen für nasse, trockene oder normale Bedingungen auf der Grundlage aller relevanten verfügbaren Informationen zu Beginn des Wasserjahres stehen“, schrieb Michael DeFlorio, ein Forschungsanalyst des Center for Western Weather and Water Extremes am Scripps Institution of Oceanography in San Diego, in einer E-Mail.

Solche Prognosen sind für Kalifornien besonders schwierig, da es hier von Jahr zu Jahr zu starken Schwankungen zwischen nassen und trockenen Bedingungen kommt.

„Kalifornien erhält einen großen Teil seiner jährlichen Niederschläge von einer kleinen Anzahl intensiver Stürme, oftmals eingebettet in atmosphärische Strömungen“, schrieb Johnson in einer E-Mail. „Das bedeutet, dass die saisonalen bis jährlichen Niederschlagssummen in Kalifornien durch die innerhalb nur weniger Tage auftretenden chaotischen Wetterschwankungen erheblich beeinflusst werden können.“

Das Ratespiel des Winters ist seit langem eine Herausforderung für staatliche Beamte und Wassermanager, die Entscheidungen darüber treffen müssen, wie viel Wasser an Landwirtschaftsbetriebe und Städte verteilt werden soll, die die Freigabe von Stauseen und Dämmen planen und sich auf die Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Produktion und die Wasserkrafterzeugung vorbereiten müssen.

Der Klimawandel hat die Aufgabe noch komplizierter gemacht, da die Erfahrungen aus der Vergangenheit möglicherweise nicht mehr ausreichen, um das Ausmaß von Dürren und Überschwemmungen abzuschätzen.

„Die Bedingungen verschieben sich“, so Mount. „Langfristige Trends zeigen, dass die Trockenperioden trockener und die Regenperioden feuchter werden.

Auf lokaler Ebene können die Behörden die saisonalen Prognosen als Hintergrundinformation nutzen, aber nicht unbedingt für kritische Entscheidungen.

„Wir planen, mit allem fertig zu werden, was auf uns zukommt“, sagte Willie Whittlesey, Geschäftsführer der Yuba Water Agency, die für das Hochwasserrisiko und die Wasserversorgung am Yuba River nordöstlich von Sacramento zuständig ist, in einem Interview. „Selbst während La Niña kann es im Wassereinzugsgebiet zu erheblichen Stürmen kommen – man kann sich bei der Bewirtschaftung des Wassereinzugsgebiets nicht auf die allgemeine längerfristige Vorhersage verlassen.“

Wege zu besseren Niederschlagsvorhersagen

Laufende Forschungsarbeiten der Scripps Institution of Oceanography zielen darauf ab, die Vorhersagen für atmosphärischer Strömungen auf kürzere Sicht zu verbessern. In diesem Winter wurden Daten aus Aufklärungsflügen über diese ausgedehnten Stürme in Echtzeit in die Vorhersagemodelle eingespeist, um deren Genauigkeit im Bereich von fünf bis zehn Tagen und möglicherweise darüber hinaus zu verbessern, so Whittlesey. Die Forscher gehen das Problem der Vorhersage extremer Niederschläge auch mit neuen Instrumenten wie künstlicher Intelligenz an.

Die bekannte Lücke bei der Vorhersage von sub-saisonalen zu saisonalen Ereignissen bleibt jedoch bestehen.

„Niederschlagsvorhersagen, die länger als zwei Wochen dauern, wären wertvoll für die Gesellschaft“, so DeWitt. „Sie sind jedoch aufgrund des Stands der Wissenschaft von Natur aus wenig kompetent“.

Um die Niederschlagsvorhersagen zu verbessern, verweist DeWitt auf die Bedeutung von Programmen, die von der Forschung bis zum Betrieb reichen, wie etwa das Precipitation Prediction Grand Challenge der NOAA. Die Strategie dieses Programms zielt darauf ab, genauere Niederschlagsvorhersagen – auf Zeitskalen von einem Tag bis zu einem Jahrzehnt – zu liefern, indem große Lücken in den Beobachtungen der Atmosphäre geschlossen, Modellfehler reduziert und Produkte entwickelt werden, die die Vorhersage effektiver vermitteln.

„Wir bemühen uns weiterhin um eine ausreichende und dauerhafte Finanzierung dieses Programms, denn nur so können wir die Niederschlagsvorhersagen für alle Beteiligten verbessern“, so DeWitt.

Als Beweis dafür, was die Precipitation Prediction Grand Challenge erreichen könnte, führt DeWitt den Erfolg des Hurricane Forecast Improvement Program der NOAA an, ein Forschungsprogramm, das 2009 begann. Das Programm hat sein ursprüngliches Ziel erreicht, die Fehler bei den Hurrikanspuren und -intensitäten innerhalb von fünf Jahren um 20 Prozent zu reduzieren, und strebt weiterhin nach einer weiteren Verbesserung der Genauigkeit der Hurrikanvorhersage.

„Wir möchten das Gleiche für Niederschlagsvorhersagen auf allen Zeitskalen erreichen, vor allem aber auf den sub-saisonalen bis saisonalen Zeitskalen“, so Dewitt.

Link: https://www.sfgate.com/news/article/In-California-a-drought-turned-to-floods

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE, der die in der Unterschlagzeile angesprochene Problematik von Klima-Vorhersagen unterstreichen möchte.

 




Wo ist der Strom?

Ronald Stein

Eines der bekanntesten Zitate war „Where’s the beef?“ von Clara Peller, einer amerikanischen Charakterdarstellerin, die 1984 im Alter von 81 Jahren die Hauptrolle in der Werbekampagne für die Schnellrestaurantkette Wendy’s spielte.

Heute ist die große dunkle Wolke über dem prognostizierten Absatz von Elektrofahrzeugen die Verfügbarkeit von Strom zum Aufladen der Batterien, was uns zu dem Zitat für die absehbare Zukunft führt: Wo ist der Strom?

Der Elefant im Verkaufsraum für Elektrofahrzeuge, über den niemand sprechen will, ist die begrenzte Menge an Strom, die zum Laden der Batterien zur Verfügung steht.

Die weltweite Flotte von Straßenfahrzeugen wird im Jahr 2022 etwa 1,446 Milliarden betragen.

Von dieser riesigen globalen Flotte waren im Jahr 2021 nur 12 Millionen Elektrofahrzeuge (EV). Damit waren weniger als ein Prozent der weltweiten Straßenfahrzeugflotte Elektrofahrzeuge, und mehr als 99 Prozent der globalen Flotte waren „noch zu ersetzen“.

Nach über 15 Jahren umfangreicher Subventionen und zunehmender gesetzlicher Vorschriften zur Förderung von E-Fahrzeugen sind weniger als ein Prozent der weltweiten Straßenfahrzeuge voll elektrisch. Aber sogar für die heute weniger als ein Prozent der Elektro-Fahrzeuge auf den Straßen ist die Menge an Strom begrenzt:

● Während einer Hitzewelle in Texas im Juli 2022 forderte Tesla seine Kunden auf, ihre Autos nicht zu Spitzenzeiten aufzuladen.

● Während einer Hitzewelle in Kalifornien im September 2022 forderte Gouverneur Newsom, der den Verkauf von Benzinautos nach 2035 verbieten will, die Besitzer von Elektroautos auf, ihre Batterien nicht zu laden.

● Schwedens neue Regierung hat die staatlichen Subventionen für Elektroautos und Plug-in-Hybride abgeschafft.

● Großbritannien ist den meisten Ländern der Welt voraus, indem es sein Stromnetz mit intelligenten Ladegeräten schützt und separate Zähler für die Nutzer von Elektroautos einrichtet, um für ein neues Netz zu bezahlen.

1. Intelligente Ladegeräte: Ab dem 30. Mai 2022 müssen im Vereinigten Königreich neu installierte Ladegeräte zu Hause und am Arbeitsplatz intelligente Ladegeräte sein, die mit dem Internet verbunden und in der Lage sind, Voreinstellungen vorzunehmen, die ihren Betrieb auf die Zeit von 8 bis 11 Uhr und 16 bis 22 Uhr beschränken. Zusätzlich zu den neun Stunden Ausfallzeit pro Tag können die Behörden für einzelne Ladegeräte in bestimmten Gebieten eine „zufällige Verzögerung“ von 30 Minuten festlegen, um Netzspitzen zu anderen Zeiten zu vermeiden.

2. Getrennte Zählung: Die UK Electric Vehicles (Smart Charge Points) Regulations 2021 traten am 30. Juni 2022 in Kraft. Alle zu Hause installierten Ladegeräte für Elektrofahrzeuge müssen separat gemessen werden und Informationen an das Smart-Meter-Datenkommunikationsnetz senden. Diese Gesetzgebung ermöglicht es, dass der Strom, der zum Laden von Elektrofahrzeugen verwendet wird, zu einem höheren Satz als Haushaltsstrom berechnet und besteuert wird. Die eingeführte Technologie ermöglicht auch die Rationierung von Strom für das Aufladen von E-Fahrzeugen, da die Regierung entscheiden kann, wann und ob ein E-Fahrzeug aufgeladen werden kann, und sie ermöglicht auch, dass die Batterie des E-Fahrzeugs bei Bedarf in das Netz eingespeist wird.

Da die „Netto-Null“-Bestrebungen zur Reduzierung der Emissionen um jeden Preis mit der Schließung von Kohle-, Erdgas- und Kernkraftwerken zugunsten massiver Baupläne für unzuverlässige Wind- und Solaranlagen, welche Wind und Sonnenschein für intermittierende Elektrizität nutzen voranschreiten, könnte die dunkle Wolke „Elefant im Zimmer“ in den kommenden Jahren noch dunkler werden.

Die Unbeständigkeit der aus Wind und Sonne erzeugten Elektrizität hat dazu geführt, dass die „Nennkapazität“ von Windturbinen und Solarmodulen eine „Farce“ ist, um die kontinuierliche, unterbrechungsfreie Stromerzeugung aus Kohle, Erdgas und Kernkraft zu ersetzen. Die Subventionen für Wind- und Solarkraftwerke basieren auf der „Nennleistung“, so dass sie bestraft werden sollten, wenn sie nicht das liefern können, wofür sie genehmigt wurden.

Da immer mehr Elektroautos, die anderen 99 Prozent der 1,446 Milliarden Fahrzeuge weltweit, die „noch nicht ersetzt“ wurden, versuchen werden, von Stromnetzen auf der ganzen Welt aufgeladen zu werden, die nicht in der Lage sind, die wachsende Nachfrage nach Strom zu befriedigen, wird die sprichwörtliche Frage lauten: „Wo ist der Strom?“

Autor: Ronald Stein is an engineer, senior policy advisor on energy literacy for CFACT, and co-author of the Pulitzer Prize nominated book “Clean Energy Exploitations.”

Link: https://www.cfact.org/2023/01/17/wheres-the-electricity/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE




Die anhaltenden Bestrebungen, die Homogenisierung der australischen Temperaturdaten aufzugeben

Dr. Bill Johnston

Unter dem Deckmantel der Daten-Homogenisierung ändert der Wissenschaftler Blair Trewin vom Bureau of Meteorology (BoM) Daten, um sie mit Modellen in Einklang zu bringen. Die Australier wurden vom BoM, der CSIRO und hochrangigen Universitätsprofessoren in dem Glauben bestärkt, dass sich die Welt erwärmt, und werden von Datenfälschern, Klimamodellierern und Institutionen, denen sie eigentlich vertrauen sollten, in die Irre geführt. Mehr dazu hier und in diesem Beitrag.

Beginnend mit einer methodischen Fallstudie des Flughafens Parafield in der Nähe von Adelaide, Südaustralien, untersucht die jüngste Reihe von Berichten auf www.bomwatch.com.au, wie hochrangige Wissenschaftler des australischen Bureau of Meteorology (BoM), zuletzt Blair Trewin, australische Temperaturdaten manipulieren, um Trends zu erzeugen, die nichts mit dem Klima zu tun haben.

Das ACORN-SAT-Projekt (Australian Climate Observations Reference Network – Surface Air Temperature) erzeugt auf subtile Weise homogenisierte Datensätze, die im Wesentlichen Klimamodelle unterstützen. Die Modellierer ihrerseits überzeugen die Kinder, die Aufgeweckten und die Schwachen davon, dass sich das Klima zu ihren Lebzeiten katastrophal erwärmen wird. Wie Joseph Goebbels bekanntlich sagte (auf Deutsch): „Wenn man eine Lüge oft genug wiederholt, werden die Leute sie glauben, und man wird sogar selbst dazu kommen, sie zu glauben“*. Es ist nicht verwunderlich, dass viele in der Klimabranche Opfer ihrer eigenen Fantasien geworden sind.

[*Rückübersetzung. Den Original-Wortlaut habe ich nicht gefunden. A. d. Übers.]

Es ist geradezu beängstigend, dass Professoren, Psychologen und Indoktrinatoren am Zentrum für Klimawandel an der Monash University (https://www.monash.edu/mcccrh), die in die Fußstapfen von Goebbels treten, ähnliche Methoden anwenden, um anfälligen Australiern eine unerbittliche Gehirnwäsche zu verpassen, damit sie irrationale Schuldgefühle und Ängste in Bezug auf Klima, Gleichheit, Gerechtigkeit, Privilegien und die meisten anderen sozialen Normen entwickeln.

[Hervorhebung im Original]

Die in Fachzeitschriften veröffentlichten Behauptungen von Sophie Lewis (Australian National University), Andrew King (University of Melbourne), Daniel Mitchell (University of Bristol, UK) und Sarah Perkins-Kirkpatrick (University of NSW) entsprechen nicht den Anforderungen einer objektiven Wissenschaft.

Rückblickend ist es erstaunlich, dass die Arbeit von Lewis und King mit dem ungeschickten Titel „Dramatically increased rate of observed hot record breaking in recent Australian temperatures“ [etwa: Dramatischer Anstieg der beobachteten heißen Temperaturrekorde in Australien in jüngster Zeit], die zum Teil auf ACORN-SAT basiert, 2015 in den fragwürdig angesehenen Geophysical Research Letters (https://doi:10.1002/2015GL065793) veröffentlicht wurde.

Sie ignorierten, dass während der Dürre von 2001-2009 die Temperaturen hoch waren, weil die Niederschläge gering waren, und verwendeten „Sensitivitätsexperimente mit einem dynamischen saisonalen Vorhersagesystem“, was auch immer das sein mag, um irgendwie zu behaupten, dass die Hintergrunderwärmung „zu ~15 % der Rekord-Temperaturanomalie beigetragen hat“. Da keine australischen Temperaturdaten eine eindeutige Erwärmung zeigen und sie die Dürre ignoriert haben, waren ihre von Fachleuten überprüften und veröffentlichten Ergebnisse unsinnig.

Es gibt viele ähnliche Beispiele für Müll in der Wissenschaft, der nie das Tageslicht hätte sehen dürfen. Kings Verknüpfung der Pariser Grenzwerte mit der Erwärmung und der Ungleichheit ist ein weiteres klassisches Werk hyperbolischen Unsinns (https://doi.org/10.1029/2018GL078430), ebenso wie Perkins-Kirkpatrick et al.’s irrationaler Wälzer von 2022 „On the attribution of the impacts of extreme weather events to anthropogenic climate change“ [etwa: Zur Zuordnung der Auswirkungen extremer Wetterereignisse zum anthropogenen Klimawandel (https://doi.org/10.1088/1748-9326/ac44c8).

Unsere Aufgabe bei BomWatch besteht nicht nur darin, Junk-Wissenschaft wie Lewis und King (2015) zu entlarven, sondern auch zu zeigen, wie Faktenprüfer unabhängige eigene Analysen durchführen könnten.

[Hervorhebung im Original]

In Marble Bar, dem angeblich wärmsten Ort Australiens, ist die Höchsttemperatur (Tmax) im Jahr 2022 genauso hoch wie zu dem Zeitpunkt, als der Postmeister 1908 auf der hinteren Veranda des ursprünglichen Postamts aus Stein mit den Messungen begann. Während die jüngsten Daten durch den Wechsel der Messgeräte und das Abtragen des Oberbodens um den Standort herum erhöht wurden, ergaben strenge, wiederholbare BomWatch-Protokolle keine Veränderung der Daten, die auf das Klima zurückzuführen wäre.

In Meekatharra führte die Anpassung für einen Tmax-Änderungspunkt, der keinen Unterschied zu den Daten im Jahr 1934 machte, zu Trends in den homogenisierten Daten, die nichts mit dem Klima zu tun hatten. Dabei wurde ignoriert, dass der Aeradio-Standort bewässert wurde, und der Übergang zum Trockenland-Standort in der Nähe des meteorologischen Büros um 1974 wurde nicht berücksichtigt. Die Daten für die insgesamt 18 Standorte, die für die Homogenisierung der Meekatharra-Daten verwendet wurden, waren nicht homogen, was den Irrtum der verzerrten Referenzreihen offenbart.

Da es weder in Meekatharra noch an den 18 Vergleichsstandorten eine Veränderung des Klimas gibt und fehlerhafte Daten zur Korrektur von Fehlern in ACORN-SAT verwendet wurden, ist das Projekt zutiefst fehlerhaft und unwissenschaftlich und sollte aufgegeben werden.

In Carnarvon zeigte ein Luftbild, dass die im Hof des Postamtes beobachteten Höchsttemperaturen durch Bewässerung gekühlt wurden. Der Standort hinter dem Aeradio-Büro des Flughafens wurde ebenfalls bewässert, wahrscheinlich um die Erdmatte unter der Kommunikationsanlage zu erden. Die Verlegung des Standorts auf das Trockengebiet beim Wetteramt um 1975 und die anhaltenden Veränderungen nach 2010 sind für den gesamten Erwärmungstrend der Tmax-Daten verantwortlich.

Da die homogenisierten Tmax-Daten für Carnarvon außerdem stufenweise Änderungen im Zusammenhang mit Standortveränderungen enthalten, hat ACORN-SAT sein Hauptziel verfehlt, das darin besteht, Standort- und Instrumentenänderungen auszugleichen, damit Extreme und Mittelwerte homogen sind.

Die Klimawissenschaft ist auf dem Weg in den Untergang

Obwohl GetUp!, Extinction Rebellion, Australian Youth for Climate Coalition und der Klimarat noch nicht erfunden waren, war Joseph Goebbels ein Aktivist im Sinne des Wortes. Das Umschreiben der Geschichte durch das Ändern von Daten, das Verbrennen von Klimabüchern, das Organisieren der Medien und der rebellischen Jugend und das Benutzen wiederkehrender Naturereignisse, um „den Massen … einen Schauer des Entsetzens“ zu bereiten, stammt direkt aus seinem Nazi-Drehbuch.

Doch Klimaporno, wie er mit der bereitwilligen Unterstützung von Datenzänkern wie Blair Trewin, Modellierern wie Sophie Lewis, Andrew King, Daniel Mitchell und Sarah Perkins-Kirkpatrick sowie David Holmes und seinen Anhängern am Monash Climate Change Hub serviert wird, ist im Jahr 2022/23 genauso widerwärtig wie in Europa während der dunklen Jahre von 1933 bis 1945.

Selbst Goebbels erkannte, dass „der Tag kommen wird, an dem alle Lügen unter ihrem eigenen Gewicht zusammenbrechen und die Wahrheit wieder triumphieren wird“. Die BomWatch-Berichte, die Licht in dunkle Ecken bringen, zeigen, dass sich das australische Klima seit über einem Jahrhundert nicht erwärmt hat. Da noch viele weitere Studien veröffentlicht werden müssen, könnte ein kollektiver Moment der Schande näher sein, als es sich die Datenjongleure, Modellierer, politischen Schreiberlinge und Kommunikatoren des Monash Climate Change Hub vorstellen können.

Dr. Bill Johnston is a former weather observer and NSW Department of Natural Resources research scientist.

Danksagung

Joseph Goebbels-Zitate stammen aus https://www.azquotes.com/author/5626-Joseph_Goebbels. Leider findet sich auf der verlinkten Website kein Hinweis zum Original-Wortlaut. Auch hier sind alle Zitate rückübersetzt.

Link: https://wattsupwiththat.com/2023/01/15/the-on-going-case-for-abandoning-homogenization-of-australian-temperature-data/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE