Unabhängig von Ihrer Meinung zum Klimawandel ist eine CO₂-Steuer schädlich… Warum?

Dr. Lars Schernikau

Antwort in einem Satz: … weil die Bepreisung einer Externalität, nicht aber anderer, zu wirtschaftlichen und ökologischen Verzerrungen führt … und somit menschliches Leid verursacht.

Der Artikel steht hier auf Linked-In

Ich wuchs noch in der DDR auf, und dort wurde mir in der Schule beigebracht, dass – in anderen Worten – Geld die Grundlage allen Übels ist, insbesondere wenn es aus dem westlichen System der freien Marktwirtschaft stammt. Nachdem ich nun seit 20 Jahren auf den Rohstoff- und Energiemärkten verbracht habe, bin ich zu einem anderen Schluss gekommen und stelle fest, dass Verzerrungen durch künstliche Anreize und nicht durch solche, die frei entstehen, die Quelle vieler Perversionen sind.

Zu diesen Marktverzerrungen gehört die Bepreisung von Kohlendioxid, was nicht nur den Menschen – insbesondere den Armen – sondern auch der Umwelt schadet. Dies steht natürlich im Widerspruch zu dem, was man gemeinhin liest, und passt ganz sicher nicht zu dem, was meinen Kindern in der Schule beigebracht wird.

Lassen Sie mich mit der üblichen Erklärung beginnen, dass ich (und die meisten sachkundigen Wissenschaftler) darin übereinstimmen, dass (1) sich das Klima der Erde verändert, (2) sich die Welt seit dem 19. Jahrhundert, der industriellen Revolution und dem Ende der Kleinen Eiszeit erwärmt hat, (3) der Mensch zu dieser Erwärmung beigetragen hat und – auch – (4) die menschlichen CO₂-Emissionen dazu beigetragen haben – aber eben nur in sehr geringem Maße…  unsere gesamte Energie erwärmt die Atmosphäre (heat island effect)— auch COist ein Treibhausgas. Aber es wird eben stark überschätzt, und die Vorteile von mehr COund höheren Temperaturen werden komplett vergessen.

In diesem Artikel geht es jedoch nicht um die Ursachen oder die negativen oder positiven Auswirkungen einer Erwärmung des Planeten und höherer CO₂-Konzentrationen (siehe WEF und NASA zur globalen Ökologisierung). Dieser Artikel befasst sich auch nicht mit der wissenschaftlich unbestrittenen Tatsache, dass wir nicht wissen, wie viel Erwärmung eine Verdoppelung der CO₂-Konzentration verursacht (McKitrick 2022 und Scafetta 2022). Auch die Tatsache, dass jede zusätzliche Tonne CO₂ in der Atmosphäre eine geringere Erwärmungswirkung hat als die vorherige Tonne (IPCC), wird nicht diskutiert. Siehe meine Anmerkung am Ende des Artikels zu den Schäden durch klimatische Veränderungen und Abbildung D.

In diesem Artikel geht es vielmehr um die ökologische und wirtschaftliche Sinnhaftigkeit oder „Unsinnigkeit“ der Bepreisung von CO₂-Emissionen, wie sie derzeit in den meisten OECD-Ländern und zunehmend auch in Entwicklungsländern praktiziert wird. Es geht um den Sinn oder „Unsinn“, praktisch alle menschlichen Aktivitäten mit einem „CO₂-Fußabdruck“ zu messen, der oft fälschlicherweise als „Kohlenstoff-Fußabdruck“ bezeichnet wird, und dafür zu sorgen, dass fast jede Organisation Forderungen oder Behaujptungen nach einer aktuellen oder zukünftigen „Netto-Null“ aufstellt.

Bevor Sie den Artikel beiseite legen und mich für verrückt erklären, oder schlimmer noch, schenken Sie mir 5 Minuten Ihrer Zeit und lesen Sie weiter. Ich verspreche, dass mir die Zukunft unserer Kinder und des Planeten, den wir bewohnen, am Herzen liegt. Ich bin mir bewusst, dass fossile Brennstoffe nicht ewig ~80% unserer Welt mit Energie versorgen können, so wie sie es derzeit tun.

Kürzlich habe ich in Zürich mit einem angesehenen Schweizer Journalisten über das Thema „ökologischer Fußabdruck“ diskutiert. Wir waren uns einig, dass unsere gesamte Existenz auf der Entnahme von Dingen aus der Natur beruht („erneuerbar“ oder nicht), so dass die „Netto-Null“-Diskussion eine grundlegende Voraussetzung für unseren Lebensunterhalt ignoriert. Wir waren uns auch einig, dass es unser Ziel sein sollte, diesen Fußabdruck so weit wie möglich zu reduzieren, solange sich unser Leben, unsere Gesundheit und unser Wohlstand nicht verschlechtern. Ich bin sicher, dass einige Leser und viele „Klimaaktivisten“ hier anderer Meinung sind, was ich respektiere, aber auf globaler Ebene für unrealistisch halte. Ich gehe jedoch davon aus, dass die meisten darin übereinstimmen, dass das Leben nicht geschädigt oder verkürzt werden sollte, um eine Umweltbelastung zu verringern. Andernfalls gibt es wenig Raum für ein Gespräch.

Abbildung A: Installierte Kraftwerksleistung, Stromerzeugung und Primärenergie in Deutschland. Quelle: Schernikau basierend auf Fraunhofer 2022, AGE 2021, Agora 2022; Abbildung 7 im Buch Unbequeme Warheiten über Strom und die Energie der Zukunft“, www.unpopular-truth.com und auf Amazon

In jedem Fall ist es unter Energieökonomen mittlerweile unbestritten, dass „Netto Null“-Wind- und Solarenergie im großen Maßstab „Net-Zero“ die Gesamt- bzw. „vollen“ Stromkosten erhöht (OECD 2018 S. 39, OECD 2019 S. 19 und unsere eigene akademische Studie), vor allem wegen ihrer inhärenten Nettoenergie- und Rohstoffineffizienz, der steigenden Integrationskosten für die Stromnetze und der Notwendigkeit eines 100%-Backup-Systems aufgrund ihrer Intermittenz.

Deutschland, wo die Stromkosten die höchsten aller größeren Nationen sind, ist das beste Beispiel dafür. Die installierte Wind- und Solarleistung ist heute etwa 1,5 Mal höher als die „konventionelle“, vollständig installierte Leistung bzw. der gesamte Spitzenstrombedarf (Abbildung A). Diese variablen „erneuerbaren“ Wind- und Solaranlagen erzeugen inzwischen etwa ein Drittel des Stroms im Land und tragen mit etwa 5 % zur gesamten Energieversorgung bei (Abbildung A). Europa ist übrigens der Welt „weit“ voraus und hängt bei seiner Gesamt-Energieversorgung im Jahr 2022 „nur“ zu ~70%, statt weltweit ~80%, von Öl, Kohle und Gas ab (IEA).

Es ist offensichtlich und unbestritten, dass höhere Energiekosten den weniger wohlhabenden Menschen schaden und die Entwicklung der ärmeren Länder bremsen (Abbildung B). Der Übergang zu variablen „erneuerbaren“ Energien hat also „menschliche externe Effekte“. Ärmere Menschen werden somit von Energie „abgeschnitten“, die sie sich nicht leisten können. Dies bedeutet buchstäblich eine Verringerung der Lebenserwartung und damit ein frühes Ende des Lebens (eine andere Art zu sagen: „Töten“).

Das Jahr 2022 war das erste in der modernen Geschichte, in dem die Zahl der Menschen ohne Zugang zu Elektrizität NICHT abgenommen hat. Vielmehr stieg sie um satte 20 Millionen (IEA), weil die COVID-Sperren viele Menschen in die Armut trieb. Hohe Energiekosten bewirken dasselbe, sie verarmen die Menschen und lassen sogar ganze Industrien pleite gehen (Financial Times, Economist, zu EROI)

Ich schweife ab, zurück zur CO-Bepreisung. Der Schweizer Journalist und ich waren uns einig, dass der ökologische Fußabdruck unserer Energiesysteme vielschichtig ist. Er umfasst Emissionen (verschiedene Chemikalien, Partikel und Treibhausgase), den Rohstoffeinsatz, den Energieeinsatz (d. h. die Energie, die benötigt wird, um die von uns verbrauchte Energie tatsächlich zu erzeugen), den Flächenbedarf und die Auswirkungen auf das lokale Klima, die Tier- und Pflanzenwelt, Lebensdauer der Anlagen und somit ihren regelmäßigen Ersatz und Wartung, , die Abfallentsorgung und vieles mehr. Hinzu kommen Überlegungen zur menschlichen Gesundheit, zur Sicherheit und zu finanziellen Aspekten.

Abbildung B: Haushaltseinkommen, die für Energie ausgegeben werden, im Verhältnis zum gesamten Haushaltseinkommen. Quelle: Schernikau basierend auf Fraunhofer 2022, AGE 2021, Agora 2022; Abbildung 7 im Buch Unbequeme Warheiten über Strom und die Energie der Zukunft“, www.unpopular-truth.com und auf Amazon

Wir waren uns auch einig, dass diese „Fußabdrücke“ entlang der gesamten Wertschöpfungskette betrachtet werden müssen, von der Ressourcengewinnung, über die Verarbeitung, den Transport, der Herstellung und dem Betrieb, bis hin zum Recycling und der Entsorgung. Abbildung C veranschaulicht allerdings, dass heutzutage praktisch alle CO₂-Bepreisungen oder -Besteuerungen nur auf der Stufe des „Betriebs“ oder der Verbrennung erfolgen. Wie sonst könnte ein Solarpanel, das aus Kohle und Mineralien hergestellt wird, die in Afrika mit dieselbetriebenen Anlagen abgebaut, auf einem mit Heizöl betriebenen Schiff nach China transportiert und mit Energie aus kohle- oder gasbefeuerten Kraftwerken, die zum Teil mit Zwangsarbeitern betrieben werden, verarbeitet werden, mit dem Label „Netto-Null“ versehen werden? All diese energieintensiven Tätigkeiten und kein einziges Kilogramm CO₂ wird besteuert (Troszak 2019)? Das Gleiche gilt für eine Windkraftanlage und ein Elektrofahrzeug.
So erreicht Deutschland im Jahr 2022 einen durchschnittlichen „CO₂-Zertifikatspreis“ von 80 EUR/t, mehr als 3x höher als 2020 und 13x höher als 2017 (Fraunhofer [auf Deutsch]). Dieser Preis wurde ausschließlich für gemessene CO₂-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe erhoben und erhöht die Strompreise entsprechend. Wind- und Solarstrom werden natürlich nicht besteuert. Elektrofahrzeuge, die mit Kohle- und Gasstrom geladen werden, werden nicht besteuert. Diesel- und benzinbetriebene Autos werden besteuert. CO₂-emittierende Unternehmen können ihre CO₂-Emissionen in aufwändigen Kompensationsprogrammen ausgleichen, deren Umweltnutzen oft mehr als fragwürdig ist (Guardian).

Denken Sie auch daran, dass die CO₂-Steuer im Grunde nur ein Mittel zur Umverteilung von Reichtum ist, wobei die Einzugsstelle (die Regierung) entscheidet, wohin die Mittel fließen. Ja, eine CO₂-Steuer schafft Anreize für die Industrie, CO₂ einzusparen… aber auf Kosten der Volkswirtschaften, der Umwelt und oft auch unserer Kinder (i.e., Myanmar, Kongo, Western Climate Anxiety).

Ich glaube, Sie verstehen langsam, worauf ich hinaus will. Jeder Wirtschaftswissenschaftler wird bestätigen, dass die Bepreisung einer Externalität, nicht aber einer anderen, zu wirtschaftlichen Verzerrungen und, was viele noch schlimmer finden würden, zu Umweltauswirkungen führt.

Verzerrung ist ein anderes Wort für unbeabsichtigte Folgen für die Umwelt, unsere Volkswirtschaften und die Menschen. Die Bepreisung von CO₂ während der Verbrennung, nicht aber die Bepreisung von Methan, die Ineffizienz von Rohstoffen, die graue Energie (enthalten Energie, Englisch „embodied energy“), die Energieknappheit, die Ineffizienz des Recyclings, der Flächenbedarf, oder die Begrünung durch CO₂… werden zu unerwünschten Ergebnissen führen. Die Welt wird wirtschaftlich und ökologisch schlechter dastehen.

Protestieren Sie, wenn Sie müssen, aber lassen Sie mich ein einfaches Beispiel nennen. Die Staats- und Regierungschefs der westlichen Welt scheinen sich auf einen sofortigen Ausstieg aus der Kohle geeinigt zu haben, da diese bei der Verbrennung den höchsten CO-Ausstoß verursacht (UN). Stattdessen haben Bangladesch, Pakistan, Deutschland und viele andere Länder, die zuverlässige und erschwingliche Energie benötigen, verflüssigtes Erdgas (LNG) als Brückenkraftstoff zum Ersatz von Kohle eingeführt. Diese „Umstellung“ erfolgt trotz Fragen zu den Auswirkungen von LNG auf die Umwelt, einschließlich des Klimas“. Diese Politik, die von fast allen großen Beratungsunternehmen unterstützt wird, hat indirekt zu Stromausfällen geführt, von denen im Oktober 2022 über 150 Millionen Menschen in Bangladesch betroffen waren (Reuters und Bloomberg).

Um der Transparenz zu dienen: Ich unterstütze alle zuverlässigen und effizienten Formen der Energieversorgung, einschließlich Gas. Ich besitze Aktien von Gasunternehmen und habe einen großen Teil meiner Zeit in der Rohstoff- und Kohleindustrie gearbeitet. Aber glauben Sie mir, ich profitiere nicht von diesem Artikel oder meiner Position.

Prof. Claudia Kemfert (Protagonistin der grünen „Energiewende“, Energieökonomin, „Klimawissenschaftlerin“, Energieberaterin der deutschen Regierung) schrieb 2022 einen Beitrag mit dem Hinweis, dass flüchtiges Methan aus der Gasproduktion eine höhere „Klimawirkung“ hat als CO₂. Unsere eigene frühere wissenschaftliche Arbeit aus dem Jahr 2022, die auf Deutsch und Englisch bei Elseviers SSRN verfügbar ist, geht noch einen Schritt weiter (siehe auch auf YouTube). Unter ausschließlicher Verwendung von IPCC- und IEA-Daten zeigt sich, dass LNG im Durchschnitt „schlechter für das Klima ist als Kohle. Es stellt sich heraus, dass anthropogenes CO₂ in der Luft „nur“ 35 % aller anthropogenen Treibhausgase beim 20-jährigen globalen Erwärmungspotenzial GWP20 des IPCC ausmacht. Nun, ich habe Bedenken hinsichtlich dieser GWP und Klimasensitivitäts-Annahmen des IPCC, aber wir haben sie trotzdem verwendet, vielleicht hätten wir das nicht tun sollen.

Die Welt lässt sich also auf ein teures, Putin-gestütztes Unterfangen ein, um so viel Kohle wie möglich durch teureres Flüssigerdgas zu ersetzen. Infolgedessen steigen die Energiekosten, die Abhängigkeiten nehmen zu, die Lichter gehen aus, und das Klima verschlechtert sich, wenn man logisch den Argumenten des IPCC der Vereinten Nationen folgt.

Abbildung C: Umweltauswirkungen von Energiesystemen. Quelle: Schernikau, angepasst an Abbildung 39 im Buch „Unbequeme Warheiten… über Strom und die Energie der Zukunft“, www.unpopular-truth.com und auf Amazon

Dies ist genau das Ergebnis der CO₂-Besteuerung – nur ein Beispiel für eine ökologische und wirtschaftliche Verzerrung. Indem man sich nur auf CO₂ konzentriert, wird Bangladesch dazu getrieben, sich zu sehr auf LNG zu verlassen, und es wird dunkel. Wenn Methan (CH₄) aus der LNG-Produktion und anderen Quellen besteuert würde, sähe die Welt anders aus. Stellen Sie sich nun vor, was passieren würde, wenn wir wirklich alle Auswirkungen auf die Umwelt und den Menschen – sowohl die negativen als auch die positiven – entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Energieerzeugung, des Transports, der Verarbeitung, der Erzeugung, des Verbrauchs und des Recyclings berücksichtigen würden… mit anderen Worten… Sie werden überrascht sein! Sie würden fossile Brennstoffe und sicherlich auch die Kernenergie mit anderen Augen sehen.

Deshalb lehne ich jede CO₂-Bepreisung ab, auch entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Deshalb kämpfe ich für ehrliche ökologische und wirtschaftliche Gerechtigkeit, um einen wirklich positiven Unterschied für unsere zukünftigen Generationen zu machen, um Energieknappheit und daraus resultierende Armut zu vermeiden. Wir brauchen Investitionen in und nicht DIvestitionen aus 80 % unserer Energieversorgung, um unsere Energiesysteme effektiver und effizienter zu gestalten, und den Menschen und dem Planeten ein Gedeihen zu ermöglichen.

Ich unterstütze nachdrücklich die Verstärkung der Anpassungsbemühungen, die bereits erfolgreich dazu beigetragen haben, die Wahrscheinlichkeit, bei Naturkatastrophen zu sterben, in den letzten 100 Jahren drastisch zu verringern und den um das BIP bereinigten finanziellen Schaden durch dieselben Katastrophen zu reduzieren (OurWorldInData, Pielke 2022, Economist).

Bitte sagen Sie mir, wo ich falsch liege mit meiner Logik.

Ergänzende Kommentare und Anmerkungen

Weitere Untersuchungen und Analysen finden Sie unter www.energeia-publishing.com/authors/ oder https://www.linkedin.com/lars-schernikau

Anmerkung des Autors zu den Schäden durch klimatische Veränderungen (Abbildung D):

McKinsey schätzt die jährlichen Kosten von 9,2 Billionen USD bis 2050, um „Netto-Null“ CO zu erreichen. Dies entspricht etwa 8 % des weltweiten jährlichen BIP, jedes einzelne Jahr bis 2050. Es ist anzumerken, dass McKinsey weder die Kosten für Methan-„NetZero“ noch die Kosten für die Umwelt, die Bevölkerung oder die Industrie aufgrund steigender Energiekosten und Energieknappheit (Bloomberg) modelliert hat… daher sind die Kosten meiner bescheidenen Meinung nach drastisch unterschätzt.

Die zukünftigen Kosten der Klimaveränderungen wurden von Prof. Nordhaus (Nobelpreisträger 2018 in Klimaökonomie für genau diese Berechnung) auf 3,8 % des BIP im Jahr 2100 in seinem Basisfall – oder ohne Klimapolitik-Szenario – bei 4 °C Erwärmung von der vorindustriellen Zeit bis 2100 berechnet.

Es muss angemerkt werden, dass (1) das BIP im Jahr 2100 voraussichtlich ~4,5x höher sein wird als heute… also würde es nach der 3,8%igen Reduktion „nur“ ~4,3x höher sein, (2) Nordhaus das unrealistische RCP8. 5-Emissionsszenario heranzieht und von keiner Anpassung ausgeht, (3) die UN-Klimabehörde im Oktober 2022 informierte, dass die Welt „auf dem Weg zu einer Erwärmung von etwa 2,5 °C bis zum Ende des Jahrhunderts“ ist, aber nicht zu den von Nordhaus angenommenen 4 °C, und (4) der IPCC 2018, S. 256, einen Verlust des BIP von 2,6 % im Jahr 2100 erwähnte bei einer Erwärmung von 3,7 °C.

Interessanterweise kam Prof. Nordhaus in seiner mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Arbeit zu dem Schluss, dass „… es praktisch keine Chance gibt, dass der Temperaturanstieg weniger als die angestrebten 2 °C betragen wird, selbst wenn sofortige, universelle und ehrgeizige Klimaschutzmaßnahmen ergriffen werden.“

Abbildung D: Fachliteratur bestätigt „nicht katastrophale“ Auswirkungen des prognostizierten Temperaturanstiegs auf das BIP… wir sollten uns dennoch anpassen und die Auswirkungen weiter reduzieren. Quelle: Schernikau in Anlehnung an Kahn et al. 2021 (ihre besten Schätzungen sind grau schattiert)

Dr. Lars Schernikau is an energy economist, commodity trader, and author based in Singapore and Switzerland. He studied finance at New York University, received his MBA at INSEAD in France, and obtained his PhD in Energy Economics from the Technical University of Berlin, Germany. Prior to joining the commodity business, Lars worked for several years at the Boston Consulting Group in the US and Germany. His recent book “The Unpopular Truth… about Electricity and the Future of Energy” is available at Amazon and www.unpopular-truth.com

Link: https://wattsupwiththat.com/2023/01/27/no-matter-your-view-on-climate-change-pricing-co2-is-harmful-why/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Klimahysterie und Gruppendenken von Milliardären, die Ihr Geld zur „Rettung der Welt“ brauchen

Peter Murphy

„Jetzt ziehen sie sich in eine Rauchwolke zurück, [um] sich zu beglückwünschen, dass sie die Herren des Universums sind.“ – Rose DeWitt Bukater (aus Titanic, dargestellt von Kate Winslet)

Wer hätte gedacht, dass die Drehbuchautoren des Blockbusters Titanic aus dem Jahr 1997 die Clownshow, die jedes Jahr in Davos in der Schweiz stattfindet, so gut beschreiben würden?

Ohne die „Rauchwolke“ beschreibt Kate Winslets Figur treffend die Mentalität, die letzte Woche auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF) von zahlreichen Teilnehmern an den Tag gelegt wurde, die sich für die „Herren des Universums“ oder zumindest des Planeten Erde halten.

Der „Klimabotschafter“ von Präsident Biden, John Kerry, der zweimal in den Reichtum eingeheiratet hat, bestätigte in Davos das Klischee: „Es ist ziemlich außergewöhnlich, dass wir, eine ausgewählte Gruppe von Menschen … in der Lage sind, in einem Raum zu sitzen und zusammenzukommen und tatsächlich über die Rettung des Planeten zu sprechen.“

Der Mann glaubt das wirklich von sich selbst.

Aber Kerry hörte damit nicht auf. Er sagte, der Kampf gegen den Klimawandel werde „Geld“ erfordern, ein Wort, das er fast ein Dutzend Mal in einem einzigen Atemzug wiederholte.

Und dann ist da noch der immerwährende falsche Prophet der globalen Erwärmung, der ehemalige Vizepräsident Albert Gore, der wieder einmal seine Probleme mit der Wutbewältigung zeigte, während er mit einer Wäscheliste der größten Hits der Klimahysterie hausieren ging: „die Ozeane kochen, diese atmosphärischen Flüsse erzeugen die Regenbomben, die die Feuchtigkeit aus dem Land saugen, die Dürren verursachen, das Eis schmelzen und den Meeresspiegel ansteigen lassen und diese Wellen von [bald einer Milliarde] Klimaflüchtlingen verursachen“.

Gores Klimatiraden sind durch seine mehr als drei Jahrzehnte andauernden, nachweislich falschen Behauptungen und Vorhersagen längst abgenutzt. Dennoch hält er sie immer noch vor der Kamera, unnachgiebig wie immer.

Botschafter Kerry will, dass alle Nationen in den „Kriegszustand“ versetzt werden und „das größte Solarfeld der Welt schaffen, jeden Tag, für die nächsten Jahre“, um einen Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur um 1,5 Grad bis 2050 zu verhindern. „Wir müssen die erneuerbaren Energien sechsmal schneller ausbauen als heute“, sagte er. Kerry erklärt nicht, wie dies – auf Kosten von Billionen von Dollar, die es nicht gibt, unter Inanspruchnahme von unzähligen Quadratkilometern Landfläche und fossilen Brennstoffen, die für die Notstromversorgung benötigt werden – irgendeine spürbare Auswirkung auf die Temperatur haben würde.

Al Gore stellte auch sein Programm Climate TRACE vor, bei dem Satelliten eingesetzt werden, um die Quellen von Kohlenstoffemissionen in „jedem Land, jeder Region und jedem Sektor zu ermitteln… wir können Ihnen die wichtigsten [Kohlenstoff-]Emittenten in jedem Land nennen“. In der Tat bestätigte er, dass das Programm derzeit 70.000 Standorte überwacht, die bis zum Jahresende auf 70 Millionen ansteigen werden. Nennen Sie es Klimaspionage der legalen Aktivitäten eines jeden Amerikaners, deren Auswirkungen bedrohlich sind, einschließlich Schikanen und Druck, um wirtschaftliche und lebensstilbezogene Einschränkungen aufzuerlegen. Verlassen Sie sich darauf.

Die Klimahysterie auf dem Weltwirtschaftsforum lässt sich auf zwei grundlegende Dinge reduzieren: Geld und Macht. Den Herren Kerry und Gore und ihren Mitstreitern in Sachen Klima geht es nur um gesellschaftliche Kontrolle und darum, mehr Geld zu bekommen, vor allem von den [nicht nur] amerikanischen Steuerzahlern.

Nur ist der Schrank des US-Finanzministeriums leer und wir leben von gefälschten, gedruckten Dollars. Die USA sind mit 31 Billionen Dollar verschuldet, und das bei steigenden Zinssätzen, was die Finanzierung erheblich verteuert und der Hauptgrund für die schlimmste Inflation seit 40 Jahren ist. Es gibt kein Geld für Solarpaneele, um den Planeten zu bedecken, um John Kerrys Fantasie zu erfüllen, die zudem keinen nachweisbaren Nutzen bringen würde.

Als Kerry und Gore den zustimmend nickenden WEF-Teilnehmern ihre Absurditäten über den Planeten vortrugen, entging ihnen allen, wie sinnlos, irrelevant und bar jeder Wissenschaft ihre Scharade letztlich ist. Es ist alles nur Gerede, einschließlich ihrer geschönten Diagnosen und angeblichen Lösungen.

Während das WEF-Klimageschwätz weiterging, präsentierte ein Komiker namens Konstantin Kisin, Mitveranstalter des Podcasts Triggernometry, bei einer Oxford Union Society in England eine pointierte Perspektive.

Kisin bezeichnete den Klimawandel als Problem und klärte sein Publikum darüber auf, dass der Klimawandel in Asien und Lateinamerika entschieden wird, und zwar „von armen Leuten, denen die Rettung des Planeten egal ist, weil sie arm sind. Zwanzig Prozent der Haushalte in seinem Heimatland Russland, einem Land mit vergleichsweise mittlerem Einkommen, nutzen Außenwohnungen, die aus einem Holzverschlag mit einem Loch im Boden“ bestehen, sagte er – und 120 Millionen Menschen in China haben nicht genug zu essen und leiden an Unterernährung. „Sie werden diese Menschen nicht dazu bringen, arm zu bleiben“, um das Klima zu verbessern, was das unveränderliche Ergebnis der derzeitigen Klimapolitik ist.

Um den Klimawandel zu stoppen, bedarf es „wissenschaftlicher und technologischer Durchbrüche, die eine saubere Energie erzeugen, die nicht nur sauber, sondern auch billig ist“, so Kisin. Sich zu beschweren und zu protestieren, indem man Suppe auf Gemälde schüttet““, wird nichts verbessern.

Natürlich sind sauberes und billiges Erdgas und Kernenergie jetzt schon verfügbar, aber das ist eine andere Diskussion.

Konstantin Kisins Argument gilt sicherlich für die jungen, klimagewaschenen Köpfe an den Universitäten, aber auch für die selbstgefälligen Eliten, die in Davos in Privatjets ein- und ausfliegen. Aber rechnen Sie nicht damit, dass die letztgenannte Gruppe das beherzigen wird; es ist zu unterhaltsam und lukrativ, so zu tun, als sei man „Herr des Universums“.

This article originally appeared in The Daily Caller.

Autor:Peter Murphy is Senior Fellow at CFACT. He has researched and advocated for a variety of policy issues, including education reform and fiscal policy, both in the non-profit sector and in government in the administration of former New York Governor George Pataki. He previously wrote and edited The Chalkboard weblog for the NY Charter Schools Association, and has been published in numerous media outlets, including The Hill, New York Post, Washington Times and the Wall Street Journal. Website: https://www.petermurphylgs.com/

Link: https://www.cfact.org/2023/01/27/climate-hysteria-and-groupthink-from-billionaires-who-want-your-money-to-save-the-world/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Sind unsere Medien so dumm, oder wurde heimlich für den 1. April geübt?

Helmut Kuntz

Deutschland hat zu wenig Energie. Andere sagen, es hat die Erneuerbaren nur noch nicht weit genug ausgebaut. Fakt ist allerdings, der Preis dafür hat sich in etwa verdoppelt und das soll auch so bleiben [1].
In einer solchen Situation muss jeder Strohhalm helfen, wie unser Wirtschaftsminister belegt, der nach deren Suche rund um die Welt reist und jedes Land hofiert, sofern es nicht Russland heißt.

Energie findet sich überall, wenn man nur konsequent genug danach sucht

Unsere Medien helfen ihm dabei und „graben“ auch selbst nach energetischen Lösungen. Eine wurde vor nicht langer Zeit schon in Simbabwe gefunden [2]. Allerdings hat sich dieser energetische Fernseher dann allerdings leider als nicht wirklich richtungsweisend herausgestellt.

Man darf dabei nur nicht verzagen. GÜNE, richtungsweisende Physik, löst sich zunehmend von der bisherigen, diskriminierenden der „Weißen“. Im Bundestag verkündete ein nachhaltiger Abgeordneter, dass Solar rund um die Uhr Strom liefert und wurde ob dieser, die Nacht nicht mehr diskriminierenden Energieerkenntnis beklatscht [3].
Ganz böse Stimmen von weit, weit rääääächts behaupteten, dass daran etwas nicht stimmen würde. Aber so sind die nicht ausreichend weit Linken ja immer, wenn offensichtlicher, GRÜN-Linker Fortschritt delegitimiert werden soll.

Moderne, wirklich nachhaltige Energieschürfer verzagen wegen solcher Anfeindungen nicht. Und so kann ein fleissiger Redakteur nun wieder über eine bahnbrechende Energielösung berichten.

Elektrosteine

Deutschlands Vorzeigeprofessorin für Energie, Claudia Kemfert, erklärt zwar immer neu, wie einfach der Energiebedarf in Deutschland mit Deutschland gelöst werden könnte, so man nur auf sie hören und ihren Vorschlägen wie dem „noch und nöcher“ vertrauen würde.
Trotzdem scheint eher in weit entfernten Kontinenten wie dem immer noch recht unbekanntem Afrika, die Zukunft moderner Energie zu schlummern, welche Deutschland nur noch heben (und bezahlen) muss.
Habeck reiste zwecks Energiesuche dorthin und der Energiefernseher wurde auch auf diesem Kontinent gefunden.

Auch die neue Findung kommt wieder von dort. Man weiß scheinbar noch nicht sicher, wo genau auf diesem Kontinent, aber glaubhaft scheint es entweder aus Simbabwe oder dem Kongo zu sein.
[4] Merkur, 29.01.2023, Christoph Gschoßmann: Ende der Energiekrise? Videos von „Elektrosteinen“ aus Afrika gehen viral – Sensation oder Fake?
… Die Energiekrise trifft alle Nationen. Neue, saubere Stromquellen werden händeringend gesucht. Könnten ganz besondere Steine aus Afrika die unerwartete Lösung sein?
München – Stromfelsen? Elektrosteine? Oder gar „Vibranium“? Wie man sie auch nennt, wenn sie kein Fake sind, könnten sie womöglich die Energieprobleme in vielen Ländern weltweit beheben, gerade in vielen armen Ländern in Afrika. In viralen Videos sind angeblich Steine zu sehen, die eine elektrische Ladung erzeugen.
Einige geben vor, in der Demokratischen Republik Kongo gefunden worden zu sein, andere in Simbabwe. In den Videos ist zu sehen, wie Funken geradezu sprühen, ohne dass eine Batterie verbunden ist. 

Bild 1 [6] Energiestein

Aufgetan hat diese Energieentdeckung ein Christoph Gschoßmann. Laut Beschreibung: [5] „Er ist ein Allrounder im Journalismus und kann sich für Themen aller Ressorts begeistern, von Sport bis Politik. Er liebt hierbei die Abwechslung: Heute TSV 1860, morgen Oscarverleihung, übermorgen Bundestagswahl? Perfekt … Er liebt Geschichten in jeder Form … Seit 2014 arbeitet er an seiner eigenen Science-Fiction-Romanreihe mit dem Titel „Entkörpert“

Während der „Merkur“ eine gekürzte Fassung wiedergibt, übermittelt der „Gießener Anzeiger“ eine längere [6]. Darin kommt auch ein Professor vor, welcher die Entdeckung begutachtet. Am Ende kommt dieser zumindest zu einem Schluss:
Falls das wahr wäre, würde ich erwarten, dass diese Art Mineralvorkommen weltweit berühmt wäre und schon vor vielen Jahrzehnten oder hunderten von Jahren entdeckt und ausgenutzt würde.“

Trotzdem bleibt die Frage, aus welchem Grund dieser Artikel von so vielen Zeitungen veröffentlicht wurde. Vielleicht sollte es nur eine Leseprobe aus der Science-Fiction-Romanreihe des Redakteurs sein.

Quellen

[1] Merkur, 27.01.2023: Stadtwerke warnen: Gas- und Strompreise bleiben dauerhafte doppelt so hoch wie vor der Krisen

[2] EIKE, 18.09.2022: Dümmer geht nimmer? Doch es geht …

[3] EIKE, 28. Okt. 2022: „Der Strombedarf in Deutschland schwankt über den Tag. Und das Schöne ist, die Solarenergie, die zum Beispiel, schwankt nicht“ …

[4] Merkur, 29,01.2023: Ende der Energiekrise? Videos von „Elektrosteinen“ aus Afrika gehen viral – Sensation oder Fake?

[5] Merkur, Christoph Gschoßmann

[6] Gießener Anzeiger, 29.01.2023, Christoph Gschoßmann: Ende der Energiekrise? Videos von „Elektrosteinen“ aus Afrika gehen viral – Sensation oder Fake?

 




Münchener Rück jammert, Versicherungsnehmer in Florida zittern

Liza-Claire Ashley

Laut Reuters beklagt sich die Münchener Rück zusammen mit mehreren anderen führenden internationalen Rückversicherern bitterlich über ihre massiven wetterbedingten Verluste in den Kalenderjahren 2021 und 2022.

Die Rolle der Rückversicherer auf dem Versicherungsmarkt besteht einfach darin, die vielen normalen Unfallversicherungs-Gesellschaften zu unterstützen, die einen Teil der potenziellen Haftung für Katastrophenschäden (Mega-Claims) ihrer Versicherungsnehmer, die durch eine Vielzahl von Naturereignissen wirtschaftliche Schäden erleiden können, abdecken möchten.

Nach den schweren Schäden, die Florida im vergangenen Herbst durch die Hurrikane Ian und Nicole (im Abstand von nur einem Monat) erlitten hat, befasst sich der Gesetzgeber in Florida nun mit der heiklen Frage der Deckelung der Versicherungsprämien in einem Staat, der sehr anfällig für große Tropenstürme ist.

Florida stand schon oft im Fadenkreuz historischer Hurrikane, die im Atlantikbecken entstehen und dann in die Karibik und den Golf von Mexiko eindringen, bevor sie schließlich an der US-Küste landen.

Der schwerste Hurrikan, der jemals das Festland von Florida getroffen hat, war der Labor Day Keys Hurricane von 1935. Hätte sich dieser Sturm im Jahr 2022 ereignet und wäre über dem Großraum Miami oder der Tampa Bay/Orlando-Megapolis an Land gegangen, wäre die daraus resultierende Katastrophe weitaus schlimmer gewesen als die von Ian/Nicole.

Wenn Floridas Politiker in Tallahassee den Wünschen der lautstarken Wählerschaft nachgeben, könnte es sein, dass die Mehrheit der Versicherer, die derzeit in diesem Bundesstaat tätig sind beschließen, ihre Versicherungsnehmer im Stich zu lassen und ihnen einen finanziellen Alptraum zu bereiten. Viele der derzeit Versicherten könnten nicht in der Lage sein, eine Police nach ihrem Geschmack zu erhalten (oder zu erneuern), die einen ausreichend umfassenden und erschwinglichen Versicherungsschutz bietet, und sehen sich stattdessen gezwungen, sich selbst zu versichern.

Selbst wenn die vom Menschen verursachten Aktivitäten, d. h. die Verbrennung fossiler Brennstoffe, nachweislich eine signifikante negative Auswirkung auf die globale Temperatur und das künftige Klima hätten – was bisher nicht der Fall ist – gibt es nicht annähernd genug Gegenmaßnahmen, die in der neuesten Version des Pariser Klimaabkommens der Vereinten Nationen verankert sind, um mehr als eine minimale Auswirkung auf die Verringerung des für das Jahr 2100 prognostizierten Temperaturanstiegs zu haben – gemäß den Ergebnissen der gekoppelten Wirtschafts- und Klimamodelle der EPA, die von einigen Experten immer noch bestritten werden.

Nichtsdestotrotz würden Munich Re und die anderen großen Jungs unter den Rückversicherern und großen Unfallversicherern eine praktische Rechtfertigung für die Erhöhung von Versicherungstarifen und -prämien begrüßen.

Und was wäre ein besserer Vorwand, als die Schuld auf den Klimawandel zu schieben, der angeblich durch die vom Menschen verursachte Erwärmung mittels Treibhausgase verursacht wird?

Das Kernproblem ist jedoch die zunehmende Entwicklung von sturmexponierten Immobilien und Infrastrukturen (Privat-, Firmen- und Regierungseigentum) an hochgradig gefährdeten Standorten entlang der Küsten in weiten Teilen der entwickelten Welt. Die Situation schreit nach Abmilderungsmaßnahmen und intelligenten Formen der Anpassung.

Der Wert des Eigentums entlang bestimmter Küstenabschnitte in Florida, Kalifornien und den Carolinas kann sich auf insgesamt über eine Milliarde Dollar pro Meile belaufen.

Der Branchenbegriff „Exponierung“ bezieht sich auf den Gesamtwert des versicherten Eigentums (wie in den Policen definiert), das durch die Unbilden der Natur beschädigt werden kann: durch alle potenziellen Tropenstürme und Tornados, Erdbeben, Waldbrände und andere physikalische Gefahren, die während der Laufzeit der Policen auftreten können. Jede der genannten Gefahren ist natürlich in hohem Maße von den jeweiligen Standorten abhängig.

Es gibt jedoch keine nachweisbare Zunahme der Häufigkeit oder Schwere von Stürmen, Überschwemmungen und Erdbeben in den letzten Jahrzehnten, die mit hinreichender Sicherheit auf den Klimawandel zurückgeführt werden kann.

Detaillierte Studien von Dr. Roger Pielke, Jr. von der Colorado State University führen die Zunahme von Versicherungsansprüchen und nicht versicherten Sachschäden in erster Linie auf die wachsende Bevölkerungsdichte und den damit verbundenen Bau von Immobilien in den betroffenen Gebieten zurück, wodurch sich die Gesamtexponierung (versichert und nicht versichert) vervielfacht hat.

Dr. Ryan Maue ist ein weiterer Tropensturmexperte, der das Konzept der akkumulierten Zyklonenergie (Accumulated Cyclone Energy, ACE) entwickelt hat, bei dem alle Tropenstürme in den Weltmeeren berücksichtigt werden, unabhängig davon, ob sie Land erreichen oder nicht. In früheren Zeiten blieben viele Tropenstürme unentdeckt, da man nicht über die Vorteile der modernen Technologie verfügte. Wie auch Tornados werden Tropenstürme heute mit einem sehr hohen Maß an Genauigkeit erfasst, so dass die scheinbare Zunahme in den Köpfen einiger Menschen zu leichtfertigen Interpretationen führen kann, die eine falsche Vorstellung von der zunehmenden Häufigkeit fördern. In früheren Jahrzehnten wurden viele Stürme auf hoher See völlig übersehen.

Zeitreihengrafiken, die die ACE-Variable zeigen, können auf der Website von Maue eingesehen werden. ACE ist von 1970 bis heute und von 1980 bis heute aufgezeichnet. Die Diagramme zeigen keine allgemeine Zunahme von ACE, wenn man sowohl die Häufigkeit als auch die Intensität aller kartierten tropischen Stürme während der jeweiligen Zeiträume berücksichtigt.

Analysten und Planer, die das Denken innerhalb der großen Rückversicherer leiten, würden ihren leitenden Angestellten einen Gefallen tun, wenn sie einige der vorhandenen Arbeiten unabhängiger Experten wie Pielke und Maue untersuchen würden, bevor sie pauschale Ratenerhöhungen empfehlen, die sich auf lange Sicht als ungerechtfertigt erweisen könnten.

Es fällt auch auf, dass bestimmte Personen aus den wohlhabenden Bevölkerungsschichten weiterhin erstklassige Strandgrundstücke in vielen der Gebiete kaufen, die den Verwüstungen durch tropische Stürme und dem vermeintlich schnellen Anstieg des Meeresspiegels am meisten ausgesetzt sind.

Wissen sie etwas, was der Rest von uns nicht weiß?

This piece originally appeared at TownHall.com and has been republished here with permission.

Link: https://cornwallalliance.org/2023/01/munich-re-cries-foul-florida-policy-holders-quake/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Elektrofahrzeuge: gut oder schlecht?

Duggan Flanakin

[Original-Titel: „Electric Cars: Square peg, round hole“]

Das große Thema des Jahres 2023 könnte die Auseinandersetzung zwischen denjenigen sein, die Elektrofahrzeuge vorschreiben, und denjenigen, bei denen ein Elektrofahrzeug nicht auf der Einkaufsliste steht.

Die [US-]Bundesregierung, viele Landesregierungen und ein Großteil der Automobilindustrie – und ihre Pendants weltweit – haben verfügt, dass die Welt den Verbrennungsmotor zugunsten des (oft mit Kohle befeuerten) Elektrofahrzeugs aufgibt.

Verordnungen zum Verbot des Neuverkaufs konventioneller Fahrzeuge sind ebenso zahlreich wie Pläne, die weitere Produktion „böser“ fossiler Brennstoffe zu verbieten, die in wenig mehr als einem Jahrhundert zu einer völligen Umgestaltung der Weltwirtschaft geführt haben. Außerdem haben sich die meisten Autohersteller verpflichtet, die Produktion konventioneller Fahrzeuge innerhalb der nächsten Jahre einzustellen.

Obwohl die Verkäufe von Elektroautos im letzten Jahr boomten“, machen die 6 Millionen Elektroautos immer noch weniger als ein halbes Prozent des weltweiten Fahrzeugbestands von 1,4 Milliarden Fahrzeugen aus. Dennoch behauptet Bloomberg New Energy Finance, dass im Jahr 2040 ein Drittel aller Fahrzeuge auf der Straße E-Fahrzeuge sein werden und E-Fahrzeuge 58 Prozent des weltweiten Pkw-Absatzes ausmachen werden.

Von 6 Millionen auf 500 Millionen in 17 Jahren? Oder wird die Gesamtzahl der Fahrzeuge dramatisch schrumpfen, weil sich immer weniger Menschen ein eigenes Fahrzeug leisten können oder wollen?

Carlos Tavares, CEO von Stellantis, drückt es so aus: „Es ist klar, dass die Elektrifizierung eine Technologie ist, die von der Politik und nicht von der Industrie gewählt wurde.“ Die Politiker haben erkannt, dass die große Mehrheit der Bevölkerung noch nicht bereit ist, E-Fahrzeuge zu nutzen, und versuchen nun, die Menschen zum Ausstieg aus den Fahrzeugen zu zwingen, auf die sie sich seit über einem Jahrhundert verlassen haben. Einige freuen sich sogar darüber, dass die Folge davon weniger Fahrzeuge auf den Straßen sein werden.

Berichte aus UK geben einige Hinweise darauf, warum die Skepsis der Menschen gerechtfertigt ist. Zunächst einmal sind die Ladestationen für Elektrofahrzeuge oft unzuverlässig. Eine Analyse der öffentlichen Ladedaten durch LeaseLoco ergab, dass 43 Prozent der Ladestationen an großen Supermarktstandorten Verbindungsprobleme hatten oder völlig außer Betrieb waren – was bedeutet, dass man dort entweder gar nichts aufladen konnte oder man eine längere Wartezeit in Kauf nehmen musste.

Und was ist mit den Ladezeiten? Dauert es immer fünf Tage, bis der neue GMC Hummer EV vollständig aufgeladen ist? Das gesamte „Netz“ der US-Ladestationen für Elektroautos (insbesondere die „Schnell-Ladestationen“, die es Ihnen ermöglichen, im Supermarkt, der früher eine Tankstelle war, zu Mittag zu essen) kann heute nur einen sehr kleinen Prozentsatz der 280 Millionen Fahrzeuge in den USA versorgen.

Und das nur, wenn Strom verfügbar ist! Kalifornien und die EU haben bereits bewiesen, dass ein massiver Umstieg auf E-Fahrzeuge die Regelmäßigkeit von Stromausfällen gewährleisten wird. Bei kaltem Wetter lässt sich eine leere Batterie eines Elektroautos möglicherweise nicht einmal mehr aufladen. Dies ist nur ein weiteres Nebenprodukt einer zentralen Planung, die nicht alle Variablen in Betracht zieht.

Und vergessen Sie den Unsinn, dass Sie trotz der höheren Anschaffungskosten für ein Elektroauto auf lange Sicht Geld sparen werden. Das britische AA [vergleichbar mit dem ADAC hierzulande; A. d. Übers.] berichtet, dass neue Spitzenpreise an Ladestationen für E-Fahrzeuge die Verbraucher schlechter stellen können, als wenn sie ihr Benzinfahrzeug behalten hätten. Das ist kaum ein Anreiz, ein Elektroauto zu kaufen, das in Europa 27 Prozent teurer ist als ein mit Benzin betriebenes Fahrzeug.

In den USA wie auch in Europa gilt: Je unzuverlässiger das Stromnetz ist, desto höher ist der Preis für den Strom, den Regierungen und Milliardäre Ihnen aufzwingen wollen, wenn Sie irgendwo hinfahren wollen. Weltweit wachen die Menschen auf und werden sich der hohen Kosten bewusst, die der Staat mit seiner Überregulierung verursacht.

Und dann ist da noch die Materialfrage. Der CEO von Rivian RJ Scaringe erklärte im April letzten Jahres: „Ganz einfach ausgedrückt, die gesamte weltweite Batterieproduktion macht weit weniger als 10 Prozent dessen aus, was wir in 10 Jahren [zur Erfüllung der EV-Mandate] benötigen werden – das heißt, 90 bis 95 Prozent der Lieferkette existieren gar nicht“.

Und dann ist da noch die geopolitische Frage. Fast das gesamte Lithium, das für die heutigen Elektroauto-Batterien benötigt wird, wird in China verarbeitet, und China nutzt seine Vormachtstellung, um Elektroautos zu wesentlich niedrigeren Preisen auf den Markt zu bringen, als es amerikanische, europäische, japanische und koreanische Autohersteller tun können. Eine zunehmende Abhängigkeit von China könnte zu einer Unterwerfung führen, die weit über das hinausgeht, was heute existiert (wenn auch weitgehend vor den Augen der Öffentlichkeit verborgen).

Die düstere Aussicht, die chinesische Vorherrschaft zu umgehen, wurde vor kurzem durch den Zusammenbruch von Britishvolt noch verstärkt – noch bevor das stark subventionierte Start-up-Unternehmen überhaupt eine einzige Batterie für Elektrofahrzeuge hergestellt hatte. Investoren, die vor einem Jahr glaubten, das Unternehmen sei eine Milliarde Dollar wert, stehen nun vor einem Notverkauf (an ein indonesisches Unternehmen), der ihnen vielleicht 13 Cent pro investiertem Dollar einbringt.

Der Telegraph fasst diesen peinlichen Moment in der britischen Geschichte als das Ergebnis eines „Karren vor dem Pferd“-Ansatzes zusammen – der Versuch, die Nachfrage zu stimulieren, indem man das Angebot schafft. Eine andere Art zu sagen, dass man versucht, einen eckigen Pflock in ein rundes Loch zu pressen*.

[*Erst mit diesem Satz wird klar, was der Autor mit seiner auf den ersten Blick merkwürdigen {und daher nicht direkt übersetzten} Überschrift ausdrücken wollte. A. d. Übers.]

Was ist die Lösung für diese von oben verordnete „Lösung“ für die imaginäre Krise, die durch die fortgesetzte Verwendung von Benzin und Dieselkraftstoff entsteht? Die Gesetzgeber in Wyoming verfolgen einen rigorosen Ansatz und verbieten den Verkauf von E-Fahrzeugen im Bundesstaat bis 2035.

Die Gesetzgeber des Bundesstaates, die das Verbot vorgeschlagen haben, begründen ihren Widerstand gegen die landesweite Einführung von Elektroautos mit dem Mangel an wichtigen Mineralien, den hohen Kosten für die Entsorgung von Elektroauto-Batterien auf Mülldeponien im Bundesstaat, der Notwendigkeit, die profitable Öl- und Gasindustrie des Bundesstaates zu schützen, und der Unpraktikabilität von Elektroautos in Wyomings dünn besiedeltem Gebiet.

Vielleicht ist es die Bergluft. Vielleicht ist es der Selbsterhaltungstrieb. Was auch immer der Grund für diesen seltenen Anflug von Weisheit ist, es ist höchste Zeit, dass mehr Staaten das gleiche tun wie Wyoming und sich gegen die Eliten wehren, deren Pläne für die Zukunft nicht unseren weiteren Wohlstand beinhalten.

Werden wir auf die guten Menschen im kleinen Wyoming hören? Oder werden wir sie als Spinner auslachen, während das Weltwirtschaftsforum seinen Zeitplan vorantreibt, wann „wir nichts mehr besitzen werden“?

This article originally appeared at Real Clear Energy

Autor: Duggan Flanakin is the Director of Policy Research at the Committee For A Constructive Tomorrow. A former Senior Fellow with the Texas Public Policy Foundation, Mr. Flanakin authored definitive works on the creation of the Texas Commission on Environmental Quality and on environmental education in Texas. A brief history of his multifaceted career appears in his book, „Infinite Galaxies: Poems from the Dugout.“

Link: https://www.cfact.org/2023/01/25/electric-cars-square-peg-round-hole/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE