Kältereport Nr. 14 /2023

Christian Freuer

Vorbemerkung: Und wieder zeigen sich rund um die Welt Kälte-Extreme. Dennoch gibt es in diesem Kältereport etwa Neues . Man will ja nicht so einseitig sein wie die Warm-Protagonisten. Am Ende gibt es sozusagen als Anhang einen „Hitzereport“, worin die Hitzewelle in Spanien thematisiert wird. Wie ist diese in das großräumige Wettergeschehen einzuordnen? Und ist es wirklich so außergewöhnlich? Mehr dazu siehe unten.

Und ein Hinweis: Alle Einschübe von mir sind kursiv gesetzt. In seltenen Fällen hat aber auch Blogger Cap Allon zu diesem Mittel gegriffen, was jeweils extra vermerkt wird.

Zunächst aber wieder zu den Kalt-Meldungen:

Meldungen vom 19. April 2023:

Kälte-Rekorde in Australien gebrochen

Entgegen den Vorhersagen des BoM sind die Temperaturen in diesem Herbst in ganz Australien anomal niedrig geblieben.

Im Westen des Kontinents traten in dieser Woche viele neue Tiefsttemperatur-Rekorde auf, darunter die neuen monatlichen Tiefstwerte am Carnarvon Airport (8,9°C) und am Tennant Creek Airport (11,5°C) – um nur zwei zu nennen.

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April-Schneesturm in Kasachstan blockiert Straßen

Die Behörden in Kasachstan waren in dieser Woche gezwungen, 15 Hauptverkehrsstraßen zu sperren, nachdem ein spät einsetzender Schneesturm das Land heimgesucht hatte.

Nach Angaben des Pressedienstes von Kazavtozhol mussten etwa 65 liegen gebliebene Autos geborgen werden, wozu rund 500 Schneepflüge im Einsatz waren. Der starke Schneefall führte außerdem dazu, dass die meisten Schulen und Hochschulen, insbesondere in Astana, auf Online-Unterricht umstellten.

Dazu gibt es ein Video:

https://youtu.be/9cTDMe8NhZU

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Es folgen unter diesem Link Vorausschauen auf einen extremen weiteren Kälteeinbruch in den USA und auch in Europa. Mehr dazu nach Eintritt der Ereignisse [Rückschau: Sie SIND eingetreten!]

Link: https://electroverse.info/records-fall-down-under-april-snowstorm-in-kazakhstan-north-americas-spring-freeze-europes-arctic-outbreak/

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Meldungen vom 20. April 2023:

Einer der frühesten Eintritts-Termine von Schneefall in Brasilien

Letzte Nacht gab es in Brasilien einen ersten Vorgeschmack auf den Winter. Im Hochland von Santa Catarina do Sul, in Bom Jardim da Serra (1000 m ü. NN), fiel seltener April-Schnee.

Meteorologen zufolge ist dies „einer der frühesten jemals in Brasilien registrierten Schneefälle“.

Die Temperaturen sind ebenfalls drastisch gesunken, wobei die Tageshöchsttemperaturen im brasilianischen Hochland unter 10 °C lagen – rekordverdächtig.

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Historisch kalter März auf Guadeloupe

In der Karibik ist es in den letzten sechs Monaten ungewöhnlich kühl gewesen.

Guadeloupe, eine Inselgruppe im südlichen Karibischen Meer, erlebte gerade den drittkältesten März der letzten 70 Jahre.

Auf der 150 km südlich gelegenen Insel Martinique endete der März 2023 mit einer Durchschnittstemperatur von 25,8 °C, was 0,2 °C unter dem Normalwert liegt.

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19 U.S.-Skigebiete haben dieses Jahr alle Schnee-Rekorde gebrochen, und es ist immer noch nicht zu Ende

Es war ein verwirrender Winter für die Mitglieder der AGW-Partei, um ihr Gruppendenken in den Griff zu bekommen – und diese Leute sind an ein wenig Doppeldenken gewöhnt, ihre Religion verlangt es.

Aber was auch immer Ihr Blickwinkel oder Ihre Agenda sein mag, der Winter 2022-23 ist mit Sicherheit einer, an den man sich erinnern wird – wenn das Wahrheitsministerium ihn nicht aus den Geschichtsbüchern streicht, vor allem im Westen der USA.

[Diese Kursiv-Setzung im Original]

In Kalifornien und Utah wurden wahrhaft monströse Schneesummen erzielt, und mindestens 19 Skigebiete haben die Messlatte für die Schneesicherheit einer Saison höher gelegt.

Blogger Cap Allon ist so begeistert, dass er noch eine Weile in dieser Weise fortfährt. Er erwähnt einen Nationalpark im Südwesten der USA mit normalerweise wüstenartigen Bedingungen – wo sich jedoch erstmals seit Langem Wasserfälle durch Schmelzwasser bildeten:

https://twitter.com/i/status/1648666302259625986

Nach Angaben der Parkverwaltung könnten die Wasserfälle noch monatelang fließen, so groß waren die Schneemengen in dieser Saison.

Dies ist erst das vierte Mal in den letzten 15 Jahren, dass die Gunlock-Wasserfälle wiederbelebt wurden. Zuvor flossen sie 2008, 2019 und 2020 – sie sind ein zunehmendes Phänomen.

Mit Stand vom 15. April haben mindestens neun Skigebiete in Utah neue Rekordmarken aufgestellt.

Alta hat am 25. März 2023 einen neuen Schneefallrekord aufgestellt (ca. 19 m!) [Alta Ski Area, FB].

Der Schnee fällt immer noch, was bedeutet, dass diese Rekorde sogar noch in der zweiten Hälfte des Frühlings verlängert werden.

Natürlich ist die noch nie dagewesene Schneedecke nicht nur auf Utah beschränkt. In Kalifornien haben mindestens zehn Skigebiete in diesem Jahr alle Rekorde gebrochen – und das bis Mitte April.

Link: https://electroverse.info/rare-brazil-snow-cold-guadeloupe-us-resorts-break-all-time-snowfall-records/

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Meldungen vom 21. April 2023:

„Beispiellose“ April-Kälte in Sibirien

Ungewöhnlich kaltes Wetter hat Sibirien diese Woche heimgesucht, insbesondere die südlichen Teile. Die Temperaturen dort liegen im Durchschnitt 6 °C unter der jahreszeitlichen Norm, in einigen Regionen sogar bis zu 16 °C.

In diesem Teil der Welt ist man im April an leichten Frost gewöhnt, doch die sibirischen Nächte brachten harte, zerstörerische Fröste. Stellenweise wurde es bis -20 °C kalt, mit Tiefstwerten von -10 °C bis -15 °C in vielen Gebieten.

Solche Tiefstwerte sind rekordverdächtig, berichtet hmn.ru.

Darüber hinaus sind die Rekorde nicht nur auf Sibirien beschränkt, auch die weitere zentralasiatische Region leidet darunter, einschließlich Kasachstan – ein Land, das gerade einen wirklich brutalen Winter hinter sich hat. In Irtyschsk wurde am 19. April eine Temperatur von -12,5 °C gemessen – ein neuer Monatstiefstwert.

Auch Schneefall war in diesem April an der Tagesordnung.

Im Durchschnitt liegt Sibirien als Ganzes einen ganze Monat lang um beachtliche 4 °C unter der multidekadischen Norm.

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Es folgt noch ein längerer Beitrag zu Manipulationen offizieller Stellen. Das wird separat übersetzt.

Link: https://electroverse.info/cold-sweeps-siberia-sri-lanka-shivers-establishment-lies/

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Meldungen vom 24. April 2023:

China: 241 Kälterekorde gebrochen – innerhalb von 24 Stunden

Wie vorhergesagt hat sich die rekordverdächtige Aprilkälte in Sibirien am Wochenende nach Süden ausgebreitet und weite Teile Nord- und Ostchinas erfasst.

Der arktische Kälteeinbruch erwies sich jedoch als heftiger als vorhergesagt und brachte gefrorenen Regen, heftigen Schneefall und Hunderte von Rekordtiefstwerten mit sich.

Der späte winterliche Kälteeinbruch ließ die Temperatur auf ein für diese Jahreszeit noch nie dagewesenes Niveau sinken. Allein am Samstag, dem 22. April, wurden an 241 Stationen in Nordchina die niedrigsten Tageshöchstwerte gemessen, die jemals in der zweiten Aprilhälfte gemessen worden waren.

Auch dazu ein Video:

https://youtu.be/K4SMmLYcxG4

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Rekord-Kälte auch im Baikal-Gebiet

Wie oben bereits angedeutet, erlebt ein Großteil Sibiriens einen extrem kalten Frühling 2023.
In der Baikalregion im Süden Sibiriens herrscht „sehr kaltes Wetter“, berichtet hmn.ru.

In den letzten Tagen lagen die Temperaturen in Regionen wie Irkutsk und Burjatien etwa 9 °C unter der jahreszeitlichen Norm, und die Nacht brachte harten Frost mit verbreiteten Tiefstwerte von -12 °C – an manchen Orten noch niedriger – die sich als rekordverdächtig erwiesen.

Das Dorf Orlik im östlichen Sajan-Gebirge beispielsweise fröstelte Ende letzter Woche bis zu -22,6 °C und brach damit den bisherigen Rekord von -21,3 °C aus dem Jahr 1959; in Balagansk in der Region Irkutsk wurden -13,2 °C gemessen, womit der alte Richtwert von -10,9 °C aus dem Jahr 1984 deutlich unterboten wurde.

Es wurde auch Schnee für den späten April festgestellt. In den vergangenen 24 Stunden fielen im Süden verbreitet 14 cm und im Norden bis zu 50 cm Schnee.

Und wie in China wird auch für die Baikalregion ein Anhalten der Kälte mit Spätfrösten vorhergesagt.

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Noch ein Wintereinbruch in Nordamerika

Der Winter ist über das Wochenende in weiten Teilen Kanadas und praktisch in ALLEN Regionen der USA südlich davon zurückgekehrt, und die anomale Kälte zieht nun in die neue Woche hinein.
Die Abkühlung macht sich besonders in den Ebenen bemerkbar, wo es unter den Gefrierpunkt kalt geworden ist und Rekorde fallen.

Nördlich der Grenze, in Kanada, wurde am Sonntag in Thomsen River in den Nordwest-Territorien ein bemerkenswerter Wert von -39,2 °C gemessen, der – wäre er eine Woche später aufgetreten – den nationalen Rekordtiefstwert für den Monat Mai (-35 °C) gebrochen hätte.

Anderswo wurden am Wochenende auf Stefansson Island in Nunavut -35,7 °C und im nördlichen Yukon -25 °C gemessen.

Die Rekordkälte in Nordamerika wird von erneuten heftigen Schneefällen begleitet, die zum Beispiel in Colorado am Samstag zu spüren waren.

Es folgen noch längere Ausführungen von Cap Allon, wie offizielle Stellen sich drehen und winden, um die Kälte der globalen Erwärmung in die Schuhe zu schieben. Das ist amüsant zu lesen (wird hiermit empfohlen!), ist aber nicht Thema eines Kältereports.

Unter dem Link folgt zuletzt noch ein Beitrag zu einem solaren Ausbruch mit Nordlichtern bis weit nach Süden.

Link: https://electroverse.info/china-breaks-241-records-record-cold-baikal-winter-returns-to-america-minor-cme-sparks-severe-storm/

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Meldungen vom 25. April 2023:

Außerordentliche Kälte in Teilen Japans

Ostasien wurde in den letzten Tagen von einem heftigen Ausbruch arktischer Luftmassen heimgesucht, der sich von Sibirien aus nach Osten ausbreitete.

In weiten Teilen Japans wurden bemerkenswerte Tiefsttemperaturen gemessen. Am Dienstag wurde in Yabukawa in der Präfektur Iwate ein Tiefstwert von -8,2 °C gemessen; eine wirklich außergewöhnliche Kälte, wenn man bedenkt, dass der monatliche Mai-Tiefstwert in diesem Gebiet bei -7,5 °C liegt (seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1977). Der nationale Mai-Tiefstwert Japans liegt bei -8,1 °C.

Weitere anomale Kältewellen werden die Region voraussichtlich zum Monatswechsel heimsuchen, so dass ein neuer Mai-Tiefstwert möglich ist.

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Chinas „Rückkehr in den Winter“ hält an – in manchen Regionen mit den spätesten Schneefällen seit Beginn der Aufzeichnungen

Die seltene ausgeprägte Kaltfront hat den Frühling auch in weiten Teilen Chinas gebremst, wo Rekorde gebrochen wurden.

In weiten Teilen der Provinzen Gansu, Shaanxi und Shanxi fielen die Temperaturen um 22 Grad. Hier wurden allein am Montag 241 Tiefsttemperaturrekorde gebrochen; in den gleichen Regionen hat es auch für die Jahreszeit untypischen Schnee gegeben.

Nach Angaben des Nationalen Meteorologischen Zentrums Chinas ist starker Schneefall im April in diesen Regionen selten.

Nach Angaben des Zentrums wurde in vielen Gebieten die späteste Bildung einer Schneedecke seit Beginn der Aufzeichnungen registriert. In Shanxi fielen nach Angaben des meteorologischen Dienstes der Provinz vor kurzem 24 cm, und auch in den südlichen Teilen der Provinz wurden Rekordsummen gemessen.

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Und wieder in die USA:

Utah: Spätfrost bis -28,4°C

Amerikas späte Frostperiode lässt nur sehr zögernd nach. Kürzlich wurden in Peter Sinks, Utah, -28,4 C gemessen – ein sehr niedriger Wert für Ende April. Der nationale Rekord für Mai – ebenfalls in Peter Sinks im Jahre 1983 aufgestellt – liegt bei -28,3°C.

Die heftige Kaltfront hat den kurzen Wärme-Einschub im Osten beseitigt und insgesamt über 200 Millionen Amerikaner in den mittleren, südlichen und östlichen Bundesstaaten anomal niedrigen Temperaturen ausgesetzt.

Eine Vielzahl von langjährigen Temperaturrekorden wurde am Wochenende gebrochen, sogar in Städten (UHI-Effekt) in den Ebenen und im Mittleren Westen, darunter Sioux City, Iowa (-6°C), Omaha, Nebraska (-3,3°C, Wichita, Kansas (0°C) und Kansas City, Missouri (-0,6°C) – wobei letzteres einen Rekord aus dem Jahr 1893 (The Centennial Minimum) brach.

Link: https://electroverse.info/cold-japan-u-s-suffers-late-season-freeze-chinas-return-to-winter/

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Anhang: Ein „Hitzereport“

Dipl.-Met. Christian Freuer (Übersetzer)

Seit mehreren Tagen geistern durch alle einschlägigen Nachrichten-Portale der MSM Meldungen über eine Hitzewelle in Spanien. Die ist dort sicher im Gange, aber es ist recht erhellend, dass die MSM dieses Ereignis so hoch hängen – während sie über die Fülle an Kalt-Meldungen auch wieder in diesem Kältereport mit dröhnendem Schweigen hinweg gehen.

Werfen wir doch mal einen Blick auf die aktuelle Wetterlage. Bei wetteronline.de gibt es eine regelmäßig aktualisierte Darstellung „Wetter-Radar“. Daraus stammen die folgenden Ausschnitte für das Gebiet von Spanien:

Abb. W1: Wetter-Radar Spanien am 26./27. April 2023 Links: mittags (12 UTC = 14.00 MESZ), rechts: am Morgen des 27.04.2023 (08.00 MESZ)

Die Tages-Extrema sind über wetterzentrale.de erhältlich:

Abb. W2: Tages-Extremwerte  Links: Tiefstwerte der Nacht vom 26. zum 27. April 2023 (Quelle), Rechts: Simulierte Höchsttemperatur am 27.04.2023 (Quelle) (Zum Vergrößern anklicken. Leider erscheinen die Werte der Höchsttemperatur etwas unscharf. Es werden Werte bis 37°C simuliert)

Leider waren keine Angaben zum bisherigen absoluten April-Maximum zu finden. Auf den einschlägigen Portalen findet man lediglich Durchschnittswerte und/oder Angaben zum aktuellen Wetter.

Die wärmste Stadt in Andalusien ist Sevilla. Leider ist es nicht gelungen, die Absolut-Maxima in der Historie der Stadt zu finden. (Falls Kommentatoren hier besser fündig werden, bin ich für Hinweise dankbar. Ggf. werden derartige Angaben hier noch korrigierend eingefügt). Die in Abb. 4 simulierten Werte für den 27. April sind aber wohl in der Tat rekordverdächtig.

Nur: betrachtet man die großräumige Wetterlage, so fällt auf, wie winzig das betroffene Gebiet wirklich ist: es umfasst wirklich nur Südspanien. Wie Abb. W3 zeigt, herrschen schon in Nordspanien einstellige Minimum-Temperaturen vergleichbar denen bei uns.

Abb. W3: Simulierte Wetterlage über Mitteleuropa am 27. April 2023 um 12 UTC (14.00 MESZ) Links: 500 hPa (Quelle), Rechts: 850 hPa (Quelle)

Ganz allgemein ist der April in den gemäßigten Breiten der Nordhemisphäre der Monat mit den stärksten Temperaturgegensätzen. Ursache hierfür: Während in den südlichen Gebieten die jahreszeitliche Erwärmung ganz normal einsetzt, wird sie in den nördlichen Gebieten verzögert, weil erst die (in diesem Winter vielfach extrem hohe) Schneedecke abtauen muss, was viel Wärme verbraucht. So kann man erwarten, dass es auch in Mitteleuropa extreme Temperaturschwankungen gibt, wenngleich nicht im gleichen Jahr.

Tatsächlich war/ist das auch der Fall! Am 23. und 24. April 1968 gab es in Deutschland vor allem im Nordosten verbreitet Höchstwerte über 30°C (Berlin 31,2°C). Auch hier die Bitte an Kommentatoren, eine Beleg-Grafik zu finden, was mir nicht gelungen ist.

Die zugehörige Wetterlage zeigt, dass – ähnlich wie in Spanien – das betroffene Gebiet wirklich nur das nordöstliche Deutschland umfasst:

Abb. W4: Links: Wetterlage im 850-hPa-Niveau am 23.04.1968, 12 UTC (Quelle), rechts: Temperatur am Boden in Mitteleuropa am 23.04.1968, 12 UTC (Quelle) Zum Vergrößern anklicken

Was für ein Gegensatz zum April in diesem Jahr bei uns…

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wird fortgesetzt … (mit Kältereport Nr. (15 / 2023)

Redaktionsschluss für diesen Report: 26. April 2023

Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE




Weitere Beispiele von Daten-Manipulationen offizieller Stellen

Hier folgt ein Doppelbeitrag zu Daten-Manipulationen, welche ich im Zuge meiner Recherche für den nächsten Kältereport gefunden habe. Beide stammen von Blogger Cap Allon. Man kann wohl davon ausgehen, dass die hier beschriebenen Vorkommnisse nur die Spitze eines Manipulations-Eisberges sind.

Australiens Meteorologisches Büro BoM beim Fälschen von Temperaturangaben auf frischer Tat ertappt

Cap Allon

Wir wissen seit langem, dass Regierungsbehörden, die mit der Verfolgung des Klimas beauftragt sind, routinemäßig die Rohtemperaturdaten „anpassen“; wir wissen, dass sie die Vergangenheit abkühlen, was eine Erwärmung der Gegenwart zur Folge hat; wir wissen, dass sie lügen; und wir wissen, dass sie das FOI* bekämpfen.

[*Freedom of Information Act = Gesetz zur Informationsfreiheit]

Dank einer kürzlich gestellten FOI-Anfrage beim australischen Bureau of Meteorology (BoM) wissen wir nun auch, dass sie die WMO-Richtlinien ignorieren und künstliche Erwärmungstrends erzeugen, indem sie elektronische Sonden anstelle von traditionellen Quecksilberthermometern verwenden.

Unabhängige Wissenschaftler – d. h. diejenigen, deren Gehalt nicht vom Establishment abhängt – haben lange Zeit argumentiert, dass die Umstellung des BoM von traditionellen Quecksilberthermometern auf elektronische Sonden zu einer künstlichen, „menschengemachten“ Erwärmung der australischen Temperaturaufzeichnungen führen würde. Das BoM argumentierte jedoch immer wieder, dass der Wechsel der Geräte keinen Unterschied mache.

Elektronische Sonden messen jede einzelne Sekunde des Tages, und der höchste Wert in einem 24-Stunden-Zeitraum wird zum Höchstwert für diesen Tag; elektronische Sonden messen Schwankungen, die mit herkömmlichen Quecksilberthermometern nicht gemessen werden können.

Damit ignoriert das BoM auch die WMO-Leitlinien, die empfehlen, dass die Messwerte von Sonden „über mindestens eine Minute gemittelt werden“. Diese Richtlinien bestehen, weil die WMO weiß, dass einsekündige Messwerte überhöhte Temperaturen ergeben – eine anomale und kurzzeitige „Spitze“ in den Geräten wird dann als offizieller Höchstwert des Tages aufgezeichnet. Selbst wenn die von einer Sonde aufgezeichnete Durchschnittstemperatur mit der eines Quecksilberthermometers übereinstimmt, werden die Extremwerte wahrscheinlich ganz anders ausfallen. Das Verhalten der Luft, die Turbulenzen und die Schwankungen um 15 Uhr, wenn normalerweise die Höchsttemperaturen gemessen werden, unterscheiden sich von den Tiefsttemperaturen in der Morgendämmerung des Tages. Und wieder sind es die Extremwerte, die die neuen Sonden nun als offizielle Tagestemperatur aufzeichnen.

Aber das ist nicht einmal der springende Punkt, zumindest nicht für mich. Wenn die Mitarbeiter des BoM mit den Sonden herumspielen wollen – wer bin ich, dass ich das bestreite, jedem das Seine. Das Problem hier ist die Weigerung der Behörde, die traditionellen Thermometerdaten zusammen mit den neuen Sondendaten zu veröffentlichen, um einen unabhängigen Vergleich zu ermöglichen und zwei separate Datensätze zu erstellen.

Das BoM war eindeutig der Meinung, dass es auch etwas zu verbergen hatte, und wehrte sich vor Gericht gegen Anträge auf Informationsfreiheit, um diese Daten geheim zu halten. Hierfür gibt es keine akzeptable Entschuldigung. Das BoM versucht nicht einmal, eine zu geben: eine mit öffentlichen Mitteln finanzierte Agentur verwendete öffentliche Gelder, um Daten vor der Öffentlichkeit zu verbergen – das ist eine Tatsache!

Und schließlich hat eine Gruppe unabhängiger Wissenschaftler unter der Leitung von John Abbot nach mehr als dreijährigem Kampf vor Gericht in der Osternacht, nachdem die Angelegenheit vor das Verwaltungsberufungsgericht gebracht worden war, Zugang zu FOI erhalten – allerdings nur zu einem Bruchteil der parallelen Quecksilberdaten. Bei der Durchsicht der Seiten wird klar, warum die Behörde so hart darum gekämpft hat, sie geheim zu halten.

Die Wissenschaftler erhielten nur 20 % der parallelen Aufzeichnungen für den Flughafen Brisbane, einen von 38 Standorten, die ursprünglich im Rahmen von FOI angefordert worden waren, aber die begrenzten Daten enthüllen immer noch eine Bombe: Die elektronische Sonde am Flughafen Brisbane zeichnete Temperaturen auf, die bis zu 0,7 °C höher waren als die des traditionellen Quecksilberthermometers des Flughafens.

[Hervorhebung im Original]

Hinzu kommt die unerklärliche Entscheidung des BoM (auch hier wird nicht einmal versucht, einen Grund zu nennen), die Wetterhütten zu verkleinern – wodurch die Temperaturwerte künstlich um bis zu 1°C erhöht wurden – und die logische Schlussfolgerung ist, dass Australiens offizielle Klimabehörde die Temperaturdaten fälscht, um die Darstellung der anthropogenen globalen Erwärmung zu unterstützen.

Selbst angesichts dieser Abhängigkeiten beharrt das BoM darauf, dass es keinen „signifikanten“ Unterschied gibt (und macht damit bereits einen Rückzieher von seiner ursprünglichen Position, dass es „keinen“ Unterschied gibt). In dem Dreijahreszeitraum, für den Aufzeichnungen vorliegen, ergaben die Sonden in 41 % der Fälle höhere Temperaturen als die daneben angebrachten Quecksilberthermometer und in 25,9 % der Fälle niedrigere.

Das BoM bestreitet diese Tatsache nicht, sagt Dr. Marohasy, es ignoriert sie einfach. Sie weist auch darauf hin, dass die Daten nur drei der 14,5 Jahre (Januar 2008 bis Juli 2022) umfassen, in denen das Büro parallele Daten für den Flughafen Brisbane besitzt: „Es ist auch nur ein Bruchteil der 760 Jahre an parallelen Daten, die das Büro für 38 verschiedene Standorte in ganz Australien besitzt“, fügte sie hinzu.

Die vom BoM freigegebenen Seiten enthielten 1094 A8-Berichte mit handschriftlichen Tageshöchst- und -tiefsttemperaturen, die sowohl von Sonden als auch von traditionellen Flüssigkeits-Glasthermometern aufgezeichnet worden waren, die sich im selben Schutzraum/Stevenson-Schirm befanden.

Ich nehme an, dass das BoM über elektronische Daten verfügt, aber man kann sich nur vorstellen, welch vernichtendes Bild diese digitalen Dateien zeichnen würden, wenn man bedenkt, dass sie in der FOI-Veröffentlichung nicht enthalten sind.

Darüber hinaus zeigen die offiziellen Temperaturaufzeichnungen für Brisbane immer noch eine Abkühlung, wobei der letzte Winter (2022) als der kälteste jemals aufgezeichnete Winter in der Stadt endete [siehe die wiederholte Erwähnung in den Kältereports!]. Die offiziellen Daten zeigen auch, dass Australien als Ganzes einen überdurchschnittlich kalten Winter 2022, einen überdurchschnittlich kalten Frühling 2022 und zuletzt einen überdurchschnittlich kalten Sommer 2022-23 erlebte. Selbst nach den manipulierten Daten des BoM scheint es in Australien kühler zu werden.

[Hervorhebung im Original]

Dies ist auch nicht das erste Mal, dass die Methodik des BoM in Frage gestellt wird.

Im Jahr 2017 wurde das Amt dank des Engagements von Dr. Marohasy auf frischer Tat ertappt, als es die Temperaturen manipulierte, um sie über einem vorgegebenen Mindestwert zu halten, darunter auch an mindestens zwei automatischen Wetterstationen in NSW [= New South Wales].

Dr. Marohasy stellt weiterhin die Frage, warum einwandfreie Rohdaten manipuliert werden, um einen Abkühlungstrend in einen Erwärmungstrend zu verwandeln.

Der unabhängige Prüfer Ken Stewart hat Tausende von Aufzeichnungen untersucht und immer wieder nachgewiesen, dass das BoM einen Fall zu verantworten hat, in dem es der häufigen Datenmanipulation beschuldigt wird, die unwahrscheinlicherweise die Vergangenheit abkühlt, um die Gegenwart zu erwärmen.

Dem Amt wird auch vorgeworfen, Mutter Natur gelegentlich unter die Arme gegriffen zu haben.

Ein Beispiel: Sydneys wichtigste Wetterstation am Observatory Hill stand kürzlich kurz davor, ein ganzes Jahr lang unter 32 °C zu bleiben – zum ersten Mal seit Beginn der Aufzeichnungen vor 163 Jahren. Doch dann „erschien“ ein strategisch platziertes Solarpanel, das direkt auf die Wetterstation gerichtet war, was laut The Daily Telegraph und anderen dazu führte, dass die Station diesen historischen Richtwert nicht erreichen konnte. Ebenso verdächtig ist die Tatsache, dass das Panel, nachdem Fragen gestellt wurden, auf ebenso mysteriöse Weise „verschwand“ wie es aufgetaucht war.

Australien mag ein relativ kleiner Akteur in diesem riesigen globalen Betrug sein, aber ich hoffe, dass die Aufdeckung der unehrlichen Datenerhebung des BoM einen Dominoeffekt auslösen könnte. Wir wissen, dass die Mehrheit der Weltbevölkerung nicht auf den Betrug der AGW-Partei hereingefallen ist. Das sehen wir in ALLEN öffentlichen Kommentarsektionen – d.h. dort, wo sie erlaubt sind (also nicht bei der BBC) – die einen äußerst skeptischen Durchschnittsbürger erkennen lassen. Es sollte gelten, dass die Neigung oder das „Bauchgefühl“ der Masse überwiegt – ob richtig oder falsch.

Auf dem freien Markt der Ideen, und wenn wir in einer Demokratie leben (ha), gibt es die anthropogene globale Erwärmung nicht und damit natürlich auch nicht den Klimanotstand. Dem Establishment ist es nicht gelungen, die Menschen von der Bedrohung zu überzeugen, selbst nach über 40 Jahren Propaganda und einem unvorstellbar hohen Budget.

Das Klima hat einfach nicht mitgespielt: Die Eiskappen sind nicht geschmolzen, die Eisbären sind nicht umgekommen, das Great Barrier Reef ist nicht verschwunden, der Planet hat sich kaum erwärmt, um Himmels willen. Die Theorie ist durch jeden einzelnen, ereignislos verstrichenen „Kipppunkt“-Termin widerlegt worden, und die Öffentlichkeit als Ganzes ist bei diesem Thema nicht mehr naiv oder ungebildet, denn sie verfügt über den Seh- und Tastsinn und hat ein Gedächtnis – und doch besteht das Establishment darauf, ein totes Pferd zu peitschen. Warum eigentlich?

Weil es ihnen Vorteile bringt, sowohl politisch als auch finanziell. Der Great Reset beruht auf der Hypothese der globalen Erwärmung. Ohne sie gäbe es solche Organisationen wie den IPCC nicht. Sie haben die Dinge viel zu weit getrieben, als dass sie jetzt noch zurückgehen könnten. Selbst im Angesicht einer BS-rufenden Öffentlichkeit verkaufen uns unsere Regierungsorgane, die herrschenden Eliten und ihre MSM-Schoßhündchen weiterhin das Ende der Welt“, aber nur sehr wenige kaufen es ihnen ab – nur die indoktrinierte Jugend und alternde Nörgler mit Erlöserkomplexen.

Die globale Erwärmung ist tot; für die Handvoll, die immer noch ihr Dogma predigt, ist es höchste Zeit, sich auf die richtige Seite der Geschichte zu stellen.

Link: https://electroverse.info/australias-bureau-of-meteorology-caught-red-handed-cooking-the-temperature-books/

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Mehr Verschleierung durch das Establishment

Cap Allon

Das vom Establishment gesteuerte CRED (Center for Research on the Epidemiology of Disasters) hat vor kurzem seinen Bericht „Disasters in numbers“ für das Jahr 2022 veröffentlicht, der laut Dr. Ralph Alexander, Professor für Physik im Ruhestand, „noch unehrlicher ist als der Bericht für das Jahr 2021“.

Laut der CRED-eigenen Datenbank für Notfallereignisse (EM-DAT) sind die wetterbedingten Todesfälle im Vergleich zu vor einem Jahrhundert um 98 % zurückgegangen.

Das Zentrum sagt jedoch, dass die „Fehlinterpretation von Statistiken schädlich sein könnte, wenn sie einen Diskurs unterstützt, der die Bedeutung des Klimawandels herunterspielt“, und deshalb glaubt CRED „nach einer genaueren Untersuchung“ der Statistiken, dass dieser Prozentsatz irreführend sein könnte.

Abbildung A zeigt die Rohdaten, d. h. die „Gesamtzahl der katastrophenbedingten Todesfälle pro Jahrzehnt (1900-2020)“:

Aber Abbildung B erzählt eine andere Geschichte.

Hier zeigt sich die erbärmliche Verschleierung des CRED, seine Versuche, die Wahrheit zu verbiegen, um seine Unterstützer von der AGW-Partei zu beschwichtigen:

CRED stellt fest, dass „es unmöglich ist, allein auf der Grundlage der EM-DAT-Zahlen Rückschlüsse auf die Ursachen des jahrhundertelangen Trends bei der Katastrophensterblichkeit zu ziehen“, was, wenn man es mit dem Kauderwelsch der Agenda übersetzt, bedeutet: „Unsere eigenen Daten haben unsere Theorie widerlegt, also haben wir unsere Daten geändert“.

Um das zu erreichen, was das Zentrum jetzt einen „positiven Trend“ nennt, wurden die 50 größten Katastrophenereignisse unerklärlicherweise herausgenommen.

Dr. Alexander hält sich nicht zurück und sagt, dass „eine solche Ausrede sowohl unehrlich als auch statistisch fehlerhaft ist … die einzige Möglichkeit, einen Trend ehrlich darzustellen ist, alle Daten einzubeziehen.“ Ein grundlegender Grundsatz des wissenschaftlichen Verfahrens, fügt er hinzu und trifft damit den Nagel auf den Kopf ist, dass man keine Beweise ignorieren darf, die nicht in die eigene Darstellung passen, nur weil sie unbequem sind.

Der jährliche Katastrophenbericht des CRED wird in Zusammenarbeit mit der US-Behörde für internationale Entwicklung (USAID), der größten ausländischen Hilfsorganisation der USA, veröffentlicht. Der EM-DAT-Dienst des Zentrums soll „objektive, faktengestützte Informationen“ liefern, die zur Bewertung der Katastrophenanfälligkeit von Gemeinden herangezogen werden können, „um so den politischen Entscheidungsträgern bei der Festlegung von Prioritäten zu helfen“.

Der Bericht „Disasters in numbers 2022“ stellt fest, dass die Zahl der jährlichen Todesopfer mit 30.704 dreimal so hoch war wie 2021, aber unter dem Durchschnitt von 2002-2021 von 60.955 lag, wobei letzterer durch „einige Mega-Katastrophen wie das Erdbeben in Haiti 2010“ beeinflusst wurde. Um einen aussagekräftigeren Vergleich anzustellen, fährt CRED fort: „Die Zahl der Todesopfer im Jahr 2022 ist fast doppelt so hoch wie der Mittelwert von 2002-2021 mit 16.011 Toten.“

Erstens haben katastrophenbedingte Todesfälle überwiegend nichts mit dem Klima zu tun; zweitens ist die Auswahl des Medians – der Zahl in der Mitte aller Daten – nichts anderes als eklatante Rosinenpickerei; und drittens sind, wie Dr. Alexander erklärt, jährliche Todeszahlen in der Sprache der Statistik unabhängige Ereignisse, die nicht miteinander in Verbindung stehen, „so dass es unsinnig ist, den 30.704 Todesfällen im Jahr 2022, die niedriger als der langfristige Durchschnitt oder höher als der langfristige Median sind, irgendeine statistische Bedeutung zuzuschreiben. Der Versuch von CRED, seine Daten in ein Narrativ einzupassen, das die ‚Bedeutung von Klimaschutzmaßnahmen‘ betont, fällt flach“.

CRED’s Disasters in numbers ist ein Untergangsmärchen, für das sich die Autoren verrenkt haben, um statistische Unterstützung zu erlangen, während in Wirklichkeit „die Daten und Trends von wetterbedingten Katastrophen in die entgegengesetzte Richtung weisen“, kommentiert GWPF-Direktor Dr. Benny Peiser. Alle Beteiligten „sollten sich schämen für das, was in ihrem Namen erscheint. Diese Veröffentlichung ist fatal falsch und sollte zurückgezogen werden“, so Dr. Peiser abschließend.

Link: https://electroverse.info/cold-sweeps-siberia-sri-lanka-shivers-establishment-lies/

Beide Beiträge übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Die mysteriöse Gleichgewichts-Klimasensitivität (ECS) im AR 6 des IPCC, Teil 2: die Auswirkungen von Wolken

Andy May

Der jährliche Nettoeinfluss der Wolken auf die aus- und eintreffende Strahlung schwankt laut CERES-Satellitendaten von Jahr zu Jahr um mehr als ein W/m². [1] Der AR6 sagt uns, dass die Rückkopplung der Wolken auf die Erwärmung der Treibhausgase an der Oberfläche die größte Unsicherheitsquelle bei der Bewertung der Erwärmung im vergangenen Jahrhundert ist, wie wir aus der AR6-Abbildung 7.10 – unserer Abbildung 1 – sehen können.

AR6, Seite 926, berichtet, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass die globale Netto-Wolkenrückkopplung positiv ist, aber die Unsicherheit ist viel größer als bei anderen Rückkopplungen der Temperatur. Der sehr wahrscheinliche Bereich liegt bei -0,1 bis 0,94 W/m²/°C. [2] Die Gesamtunsicherheit beträgt also mehr als ein W/m² pro Grad Erwärmung, und diese Schätzung beruht vollständig auf Modellen.

Andrew Dessler liefert eine auf Beobachtungen basierende Schätzung der Wolkenrückkopplung für den Zeitraum von 2000 bis 2010 von 0,54 ±0,7 W/m²/°C.[3] Dessler berichtet von einer starken negativen (oder kühlenden) Gesamt- oder Netto-Temperaturrückkopplung (Planck + Sturzrate + Wasserdampf + Albedo + Wolken) von -1,15 W/m²/°C für den Zeitraum mit einer Unsicherheit von ±0,88. Somit ist die Gesamtunsicherheit nur geringfügig höher als die Wolkenunsicherheit. Er betont, dass die CMIP-Modelle ein Problem bei der Modellierung des Musters der Wolkenrückkopplung haben.

Abbildung 1. Dies ist Abbildung 7.10 aus AR6, Seite 979. Sie zeigt die simulierten Rückkopplungen, die durch CO₂-Emissionen verursacht werden, berechnet für AR6 (rot), CMIP6-Modelle (braun) und AR5 (blau).

Während die Wolkenbedeckung, die sich von der Wolkenrückkopplung unterscheidet, aber damit zusammenhängt, von Jahr zu Jahr stark schwankt, weist sie von 2000 bis 2021 keinen statistisch gültigen Trend auf. [4] AR6 behauptet, dass die Netto-Wolkenrückkopplung (NCF) mit hoher Wahrscheinlichkeit positiv ist, und erhöht sie laut AR6, Seite 979, gegenüber AR5 um 20 %. Eine positive Wolkenrückkopplung bedeutet, dass bei steigender Temperatur die Wolken die Erwärmung verstärken. Obwohl der IPCC die Parameter für die Wolkenrückkopplung angepasst hat, um die Rückkopplung zu erhöhen, hat sich die Unsicherheit nicht verbessert, sondern ist in CMIP6 sogar noch größer als in CMIP5, wie in Abbildung 1 dargestellt. Die AR6-CMIP6-Modelle verstärken die Erwärmung aufgrund von Wolken,[5] und sie erhöhen die Modellunsicherheit und die Nettounsicherheit – kein gutes Zeichen.

Die Erklärung dafür findet sich in Kapitel 7 auf den Seiten 974-975 und ist recht schwach. Wolken haben nachts eine wärmende Wirkung, reflektieren aber tagsüber das Sonnenlicht, und im Durchschnitt kühlen sie die Oberfläche ab. [6] Der AR6 behauptet, dass sie insgesamt eine positive Rückkopplung auf die Erwärmung ausüben, was möglich, aber unwahrscheinlich ist, da der Gesamteffekt ein kühlender ist. AR6 stellt fest, dass „verschiedene Arten von Wolken-Rückkopplungen gleichzeitig in einem Wolkenregime auftreten können“ [7]. Daraus folgt, dass je nach Tageszeit, Ort und lokalen Bedingungen die Wolkenrückkopplung für dieselben Wolken positiv oder negativ sein kann. Die Bestimmung eines allgemeinen Parameters oder einer Funktion zur Charakterisierung der Wolkenrückkopplung ist eventuell nicht möglich, da sich die Menge der Rückkopplung und das Vorzeichen der Rückkopplung ständig ändern.

Wenn sich die lokalen meteorologischen Bedingungen, insbesondere die Temperatur ändern, können sich laut AR6 die Menge und das Vorzeichen der Wolkenrückkopplungen ändern. [8] Das heißt, AR6 berichtet, dass Rückkopplungen selbst Rückkopplungen haben können. Oder zumindest können sich die Richtung und das Ausmaß einiger Rückkopplungen ändern, wenn sich die Temperatur ändert. Das macht die Vorhersage künftiger Klimaveränderungen natürlich sehr schwierig. Klimamodelle zeigen normalerweise, dass die Rückkopplungen zunehmen (positiver oder wärmer werden), wenn die Temperaturen steigen, obwohl einige zeigen, dass sie abnehmen (negativer oder kälter werden) [9]. AR6 erklärt vorsichtig, dass diese Veränderung der Rückkopplungen mit den Bedingungen schlecht verstanden wird und nicht quantifiziert werden kann.

Wir verfügen auch über Satellitendaten, die zeigen, dass hohe Zirruswolken im tropischen Pazifik eine negative Rückkopplung auf die Meerestemperaturen (SST) bewirken. [10] Richard Lindzen und seine Kollegen stellten dieses Konzept, das sie „Iris-Effekt“ nannten, im Jahr 2001 vor. Obwohl die Debatte über den Iris-Effekt heftig geführt wurde, hat er sich im Laufe der Zeit bewährt. Im AR6 wird er auf den Seiten 972-973 erörtert und es besteht wenig Vertrauen, dass es sich um eine negative Rückkopplung handelt, wie Lindzen immer behauptet hat. Sie schaffen es, eine zweiseitige Diskussion über den Iris-Effekt zu präsentieren, ohne Richard Lindzen, Ming-Dah Chou und Arthur Hou, die ursprünglichen Autoren des Konzepts, auch nur einmal zu erwähnen [11].

Lindzen und seine Kollegen stellen die Hypothese auf, dass steigende Temperaturen die Geschwindigkeit des Wasserkreislaufs über den Ozeanen erhöhen und dadurch weniger Wasserdampf in den Kumuluswolken für die Bildung von hoch gelegenen Zirruswolken zur Verfügung steht. Wenn also die Temperaturen steigen, gibt es weniger Zirruswolken, und der Himmel öffnet sich wie die Iris eines Auges. Dadurch kann mehr Oberflächenstrahlung in den Weltraum entweichen, was abkühlend wirkt. Hohe Wolken sind sehr kalt, bestehen aus Eis und sind hartnäckig. Aufgrund ihrer niedrigen Temperatur strahlen sie nicht viel Energie in den Weltraum ab, aber sie absorbieren und blockieren die von der Oberfläche und den tiefliegenden Wolken abgegebene Strahlung. Tief liegende Wolken sind wärmer, so dass sie mehr Strahlung abgeben und das einfallende Sonnenlicht effektiver blockieren als Zirruswolken. Daher ist es logischerweise wahrscheinlicher, dass tief liegende Wolken eine negative Rückkopplung zur Oberflächenerwärmung darstellen, aber sowohl Sherwood et al. als auch AR6 behaupten, dass tief liegende Wolken eine positive Rückkopplung zur Oberflächenerwärmung darstellen. Die Debatte zu diesem Thema geht weiter, aber AR6 gibt einen Unsicherheitsbereich an, der einige kleine negative Werte enthält, wie in Abbildung 1 dargestellt.

Kürzlich haben Thorsten Mauritsen und Bjorn Stevens eingeräumt, dass die Konvektionseffizienz (Geschwindigkeit des Wasserkreislaufs) in den aktuellen Klimamodellen nur sehr grob dargestellt wird. Sie programmierten eine sehr einfache Darstellung der beobachteten Niederschlagseffizienz/des Iris-Effekts in ihr Klimamodell und stellten fest, dass dies dazu führte, dass der berechnete ECS an das untere Ende der IPCC-Spanne fiel, in die Nähe eines Wertes von zwei. Sie sind der Meinung, dass die Modelle diese wichtigen hydrologischen Rückkopplungen übersehen und stimmen mit Lindzen darin überein, dass sich trockene und klare (wolkenfreie) Gebiete in den Tropen mit der Oberflächenerwärmung ausdehnen. [12] Mauritsen und Stevens zeigten, dass die Einbeziehung des Iris-Effekts in ihr Modell alle Modellergebnisse näher an die Beobachtungen heranbringt. Andere Modellexperimente stimmen nicht mit den Ergebnissen von Mauritsen und Stevens überein, so dass die Modellergebnisse des Effekts derzeit nicht schlüssig sind, was jedoch nicht für die Daten gilt.

Der Umfang der Netto-Wolkenrückkopplung (NCF) und ihr langfristiger Trend sind ungewiss. AR6 ist sich auch nicht sicher, ob NCF positiv oder negativ ist, obwohl sie sagen, dass es wahrscheinlich positiv ist. Sie räumen ein, dass selbst wenn der NCF heute positiv ist, er sich in der Zukunft noch ins Negative wenden könnte. Und wie Abbildung 1 zeigt, ist die Ungewissheit in Bezug auf das Vorzeichen und die Größe der gesamten Rückkopplung zur CO₂-verursachten Erwärmung hauptsächlich eine Folge der Ungewissheit in Bezug auf den NCF.

Estimated Climate Sensitivity ECS

Während sich Lindzen und andere Forscher bei der Schätzung der Klima-Sensitivität gegenüber CO₂ auf Beobachtungen gestützt haben, stützt sich der IPCC bei seiner Schätzung hauptsächlich auf Modelle, Theorien und Klimaprozessanalysen. Der AR6 berücksichtigt zwar beobachtungsbasierte Studien wie die von Richard Lindzen, aber sie sind nur eine von fünf Verfahren zur Eingrenzung des Bereichs der Klimasensitivitäts-Schätzungen. Es wurde eine subjektive statistische Analysetechnik verwendet, um alle fünf Verfahren zu kombinieren und den im Bericht angegebenen ECS-Bereich abzuleiten, aber Nic Lewis hat gezeigt, dass das Verfahren (das von Sherwood et al. übernommen worden war) fehlerhaft war[13].

Paulo Ceppi und Kollegen haben moderne Klimamodellschätzungen von ECS untersucht. Es stellte sich heraus, dass die von den Modellen berechnete ECS stark von der Netto-Wolkenrückkopplung (NCF) abhängt. Wie oben erläutert ist die Wolkenrückkopplung nur geschätzt und nicht bekannt, und sie kann derzeit nicht modelliert werden. Sie kann nur „parametrisiert“ werden. Dies ist ein origineller Begriff aus der Modellierung, der mit „angenommen“ oder einer fundierten Vermutung übersetzt werden kann. Die Beziehung zwischen modellbasiertem ECS und NCF ist in Abbildung 2 dargestellt. Die Daten in der Grafik stammen von Ceppi et al. [14]:

Abbildung 2. Ein Diagramm der modellierten Wolkenrückkopplung im Vergleich zum aus 28 Modellen abgeleiteten ECS des AR5/CMIP5-Modells. Datenquelle: (Ceppi, Brient, Zelinka, & Hartmann, 2017)

Die Abbildungen 1 und 2 zeigen, dass die Wolken die Hauptquelle der Unsicherheit bei der Berechnung der ECS und der zukünftigen Erwärmung sind. Darüber hinaus deutet das R² in Abbildung 2 darauf hin, dass die in die Modelle eingespeisten Wolkenrückkopplungs-Parameter 71 % der Variabilität der ECS erklären. Ceppi, et al. schreiben:

„Die Netto-Wolkenrückkopplung ist stark mit dem Gesamtrückkopplungsparameter korreliert …“ (Ceppi, Brient, Zelinka, & Hartmann, 2017).

Wenn der unsicherste Modellparameter 71 % des Modellergebnisses erklärt, wie sicher können wir uns dann auf das Ergebnis verlassen? Bei den in Abbildung 2 dargestellten Modellen handelt es sich nicht um die im AR6 verwendeten Modelle, sondern um ähnliche AR5-Modelle. AR6 erkennt die Abhängigkeit des ECS vom NCF an:

„… CMIP6-Modelle haben höhere mittlere ECS- und TCR-Werte als die CMIP5-Generation von 50 Modellen. Sie haben auch höhere Mittelwerte und breitere Streuungen als die besten Schätzungen und sehr wahrscheinlichen Bereiche in diesem Bericht. Diese höheren ECS- und TCR-Werte können in einigen Modellen auf Veränderungen bei den Rückkopplungen der außertropischen Wolken zurückgeführt werden, die sich aus den Bemühungen ergeben haben, die Verzerrungen dieser Wolken im Vergleich zu den Satellitenbeobachtungen zu reduzieren (mittleres Vertrauen). Die breiteren ECS- und TCR-Bereiche von CMIP6 führen auch dazu, dass die Modelle einen Bereich der zukünftigen Erwärmung projizieren, der größer ist als der bewertete Erwärmungsbereich“ (AR6, S. 927).

Steven Koonin berichtet in seinem kultigen Buch Unsettled auf Seite 93, dass Forscher des Max-Planck-Instituts ihr Klimamodell MPI-ESM1.2 mit Hilfe von einstellbaren Wolkenrückkopplungs-Parametern auf die gewünschte ECS abgestimmt haben. Koonins Kommentar dazu lautete: „Wir reden hier von Buchfälschung“.

Die modellierte ECS, die projizierte Erwärmung und die modellierte TCR sind im AR6 unsicherer als im AR5, und die erhöhte Unsicherheit ist auf die Unsicherheit der Netto-Wolkenrückkopplung zurückzuführen. Die Ungewissheit in Bezug auf die Auswirkungen der Wolken hat sich aufgrund der Bemühungen, die Verzerrung der Wolken im Vergleich zu den Satellitenbeobachtungen zu verringern, erhöht. Wolken können derzeit nicht modelliert werden, so dass die Änderungen durch manuelle Änderungen anpassbarer Modellparameter verursacht wurden. Die Parameter erhöhten die angenommene, aber unbekannte positive Wolkenrückkopplung, was den stark korrelierten modellierten ECS erhöhte. Daraufhin ergaben die Modelle sowohl eine höhere ECS als auch eine höhere prognostizierte zukünftige Erwärmung. Eine große Überraschung. Es sieht so aus, als ob der IPCC ein gewünschtes Ergebnis herstellt, und das nicht sehr überzeugend.

The bibliography can be downloaded here.

  1. May, A. (2021c, April 28). Clouds and Global Warming. From CERES data. Link.
  2. AR6, Chapter 7, page 975
  3. Dessler, A. E. (2013). Observations of Climate Feedbacks over 2000-10 and Comparisions to Climate Models. J of Climate, 333-342.
  4. May, A. (2021c, April 28). Clouds and Global Warming. Link. Figure 5.
  5. AR6, page 979. Cloud feedback is 20% larger in AR6 than in AR5. On the same page, AR6 admits this why modelled ECS is larger in AR6 than in AR5.
  6. (May, 2021c) and Ceppi, P., Brient, F., Zelinka, M., & Hartmann, D. (2017, July). Cloud feedback mechanisms and their representation in global climate models. WIRES Climater Change, 8(4).
  7. AR6, page 975
  8. AR6, 975, 979, 980
  9. (IPCC, 2021, p. 981)
  10. Lindzen, R., & Choi, Y.-S. (2021, April 1). The Iris Effect: A Review. Asia-Pacific Journal of Atmospheric Sciences.
  11. Lindzen, R., Chou, M.-D., & Hou, A. (2001, March). Does the Earth have an Adaptive Iris. Bulletin of the American Meteorological Society, 82(3).
  12. Mauritsen, T., & Stevens, B. (2015). Missing iris effect as a possible cause of muted hydrological change and high climate sensitivity in models. Nature Geoscience, 8, 346-351.
  13. Lewis, N. (2022). Objectively combining climate sensitivity evidence. Climate Dynamics.
  14. Ceppi, P., Brient, F., Zelinka, M., & Hartmann, D. (2017, July). Cloud feedback mechanisms and their representation in global climate models. WIRES Climater Change, 8(4).

Link: https://andymaypetrophysicist.com/2023/04/25/the-mysterious-ar6-ecs-part-2-the-impact-of-clouds/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




New York State geht im Stromsektor voll zur Planwirtschaft über

Francis Menton, MANHATTAN CONTRARIAN

[Dieser Beitrag ist u. A. gelistet unter „Government Idiocy“. Die hier beschriebene Planwirtschaft ist ja auch längst bei uns eingeführt. A. d. Übers.]

Hier in New York State haben wir ein Elektrizitätssystem, das im Moment noch ganz gut funktioniert. Zugegeben, wir zahlen mehr für den Strom, als wir sollten – wahrscheinlich 50 % oder mehr zusätzlich – vor allem, weil wir die Ausbeutung unserer eigenen reichhaltigen Erdgasressourcen aus den Marcellus- und Utica-Schieferformationen im Norden des Staates verboten haben. Außerdem haben wir gerade in den Jahren 2020 und 2021 die beiden großen Kernreaktoren in Indian Point, etwa 40 Meilen nördlich von New York City, geschlossen, die mehr als 25 % des Stroms der Stadt geliefert haben. (Wir haben diese Kernkraftwerke sofort durch zwei brandneue Erdgaskraftwerke mit fast gleicher Kapazität ersetzt, und mit diesen Ergänzungen funktioniert das derzeitige System weiterhin mit einem hohen Maß an Zuverlässigkeit. Der Bau dieser neuen Gaskraftwerke war unser letzter vernünftiger Akt, bevor der Umweltwahnsinn einsetzte).

Es ist keine Neuigkeit, dass unser bestehendes, funktionierendes Elektrizitätssystem Umweltaktivisten schwer herausfordert, insbesondere wegen seiner hohen Abhängigkeit von Erdgas zur Stromerzeugung. Mit unserem Climate Change and Community Protection Act hat der Gesetzgeber einen raschen Übergang zu „Netto-Null“-Kohlenstoffemissionen verordnet, zunächst für den Stromsektor und dann für die gesamte Wirtschaft. Keine Machbarkeitsstudie und kein Demonstrationsprojekt für uns! Die einzige Option ist „Full Speed Ahead“, ohne eine Ahnung davon zu haben, ob das funktionieren wird oder nicht.

Die freien Märkte haben begriffen, dass Erdgas derzeit die kostengünstigste Art ist, zusätzlichen Strom zu erzeugen; die Energiewende kommt also ohne staatliche Vorgaben und massive Subventionen nicht voran. Das wird uns nicht aufhalten. Vergessen Sie, was die Märkte uns eindeutig sagen. Es ist an der Zeit, dass die Märkte ihre Befehle von den Politikern und Bürokraten entgegennehmen. Wir werden voll auf zentrale Planung setzen. Hat sich das in der Vergangenheit jemals irgendwo als Problem erwiesen? Nicht, dass das hier jemand zu erkennen scheint.

Wie bereits in diesem Beitrag vom 29. Dezember 2021 erörtert, wurde mit dem Klimagesetz ein Klima-Aktionsrat eingesetzt und dieser Rat angewiesen, einen Scoping-Plan zu erstellen, der uns den Weg zur Netto-Null-Utopie aufzeigt. Der Rat war mit Umweltaktivisten besetzt, und es fehlte ihm an Fachleuten, die wissen, wie das Energiesystem tatsächlich funktioniert. Ein Scoping-Plan wurde pflichtschuldigst erstellt – mehr als 300 Seiten Text und weitere 400+ Seiten Anhänge. In jenem Beitrag vom Dezember 2021 bezeichnete ich den Scoping-Plan (damals in fast endgültiger Entwurfsform) als „absurd“ und „dilettantisch“ und verfolgte im Wesentlichen den Ansatz, das Endergebnis anzuordnen und die kleinen Leute anzuweisen, die technischen Details herauszufinden. Beispielzitat: „Die Autoren sind wie eine Parodie auf König Canute, die tatsächlich glauben, dass die Flut gehorchen wird, wenn sie befehlen, dass sie nicht mehr steigen soll.“

[Link vom Übersetzer hinzugefügt]

In jüngster Zeit wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass es weitere Dokumente gibt, die angeblich detailliertere Angaben darüber enthalten, wie New York den Übergang zu Net-Zero bewerkstelligen will. Zunächst nahm Tochter (und MC-Mitarbeiterin) Jane an einer Telefonkonferenz mit Vorstandsmitgliedern von Genossenschaften in Queens teil, an der auch Donovan Richards, der Bezirkspräsident von Queens, teilnahm. Ziel der Telefonkonferenz war es, Bedenken zu äußern, ob das Stromnetz ausreicht, um die Umstellung auf elektrische Wärme zu unterstützen, die den Genossenschaften durch ein Gesetz der Stadt New York aufgezwungen wird. Laut Jane wiesen Richards und seine Mitarbeiter die Vorstellung zurück, dass die Angemessenheit des Netzes ein Problem darstellen könnte. Um alle Bedenken zu zerstreuen, verwiesen sie Jane und ihre Vorstandskollegen auf einen Bericht des Stromversorgers Con Edison vom Januar 2022 mit dem Titel „An Integrated View of Our Energy System through 2050“.

Unabhängig davon weist mich Leser Bill Ponton auf einen weiteren Bericht hin, der im Januar 2021 von der New York Public Service Commission und der NYS Energy Research and Development Authority unter dem Titel „Initial Report on the Power Grid Study“ veröffentlicht wurde. (Unter diesem Link finden Sie einen weiteren Link, über den Sie eine pdf-Datei des vollständigen Berichts herunterladen können).

Lassen Sie mich mit ein paar Gedanken zum Con Edison-Bericht beginnen. Er besteht aus vielen Worten und einer Fülle von Diagrammen und Schaubildern. Und es ist mehr oder weniger genau das, was man erwarten würde, wenn man auch nur eine Minute darüber nachdenkt, welche Position Con Edison einnehmen könnte. Als stark reguliertes Unternehmen ist das Unternehmen verpflichtet, die Richtlinien zu bestätigen und der Weisheit der Regierung zu applaudieren. Aber mehr noch, sie freuen sich eindeutig auf die Aussicht, neue Investitionen in Milliardenhöhe tätigen zu können, die alle eine garantierte, regulierte Rendite für ihre Investoren abwerfen werden – und wenn wir wirklich, wirklich Glück haben, wird das Endergebnis sein, dass wir genau den gleichen Strom zu viel höheren Kosten bekommen. Wenn wir nicht so viel Glück haben, werden wir für die viel höheren Kosten viel weniger zuverlässigen Strom bekommen. Der Kostenfaktor wird in dem Bericht heruntergespielt, und wir erhalten nie eine aussagekräftige Quantifizierung.

Aber all das Gerede und die Diagramme und Schaubilder haben hauptsächlich den Zweck, die Tatsache zu verschleiern, dass Con Ed nicht dafür verantwortlich ist, dass genügend Strom zur Verfügung steht, um die Nachfrage der Kunden im Netz zu decken. Das ist die Aufgabe von jemand anderem.

Um den Ton anzugeben, hier ein Zitat von Seite 1:

Wir sind entschlossen, das saubere Energieunternehmen der nächsten Generation zu sein, das unsere Kunden verdienen und erwarten. Wir werden eine entscheidende Rolle bei der Verwirklichung der ehrgeizigen Ziele des Staates New York und der Stadt New York in Bezug auf Klima und saubere Energie spielen, einschließlich des Erreichens von Null Treibhausgas-Emissionen bis 2050. Darüber hinaus bleibt der Bedarf an einer sicheren, zuverlässigen und geschützten Energieinfrastruktur von größter Bedeutung.

OK, wo haben sie gesagt, dass sie die Verantwortung dafür übernehmen, dass es genug Strom gibt, um die Nachfrage zu decken?

Die Kosten werden im einleitenden Abschnitt kaum erwähnt. Schließlich tauchen sie im letzten Absatz auf. Sie formulieren es so:

Wir sind uns darüber im Klaren, dass der Übergang zu einem Energiesystem ohne Treibhausgas-Emissionen erhebliche Investitionen erfordern wird. Wir sind bestrebt, Investitionen zu tätigen, um die Ziele dieses Übergangs so kosteneffizient wie möglich zu erreichen. Das bedeutet, dass wir unser Stromsystem ausbauen und gleichzeitig unsere Gas- und Dampfsysteme beibehalten müssen, um die Ziele für saubere Energie zu erreichen.

Mit anderen Worten: Hier gibt es eine Menge Geld für uns zu verdienen!

Aber wie steht es mit der Frage, wer den Strom liefern wird? In einem Abschnitt über „Unsere Historie“ (Seite 9) finden wir dies:

Wir besitzen in erster Linie Übertragungs- und Verteilungsanlagen und keine Stromerzeugung, abgesehen von unserer Kraft-Wärme-Kopplung.

Ach ja, Con Ed hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte aus dem Erzeugungsgeschäft zurückgezogen. Jemand anderes wird all diese neuen Windturbinen und Solaranlagen bauen. Oder vielleicht auch nicht. Das geht uns nichts an. Auf Seite 3 finden wir eine Tabelle mit all den fantastischen neuen erneuerbaren Energien, die in Zukunft entstehen werden:

● Bis zu 41 GW Solarstromerzeugung im Versorgungsmaßstab im gesamten Bundesstaat New York

● Bis zu 19,4 GW Offshore-Windenergie aus dem Atlantischen Ozean

● Bis zu 13,8 GW Onshore-Windenergie aus dem Hinterland von New York

● 3,5 GW an erneuerbarer Wasserkraft aus Kanada

Und für wie viel davon übernehmen sie die Verantwortung?

Wir haben Pläne entwickelt, um bis 2050 die notwendige Stromübertragungs- und -verteilungsinfrastruktur zu bauen, um … [I]nterconnect and balance new renewable generation from [these new renewable generators].*

[*Keine Ahnung, wie man das übersetzen sollte. Die Übersetzungsmachine schlägt vor „[I]nterkonnektierung und Ausgleich der neuen erneuerbaren Erzeugung von [diesen neuen erneuerbaren Erzeugern].“ A. d. Übers.]

Mit anderen Worten: Es ist nicht unsere Aufgabe, die Anlagen zu bauen, geschweige denn zu entscheiden, wie viele davon wo gebaut werden sollen. Unsere Aufgabe ist die „Zusammenschaltung“ und das „Gleichgewicht“. Die Bereitstellung der tatsächlichen Erzeugungskapazität ist Aufgabe der zentralen Planer – Menschen ohne Gewinnstreben, deren Arbeitsplätze nicht auf dem Spiel stehen, wenn das Ganze nicht funktioniert. Erfüllen sie ihre Aufgabe? Kein Kommentar.

Und was ist mit den Energiespeichern im Wert von Billionen von Dollar, die benötigt werden, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht? Versuchen Sie, diesen Wortsalat zu entschlüsseln:

Wir haben Pläne entwickelt, um bis 2050 die notwendige Stromübertragungs- und -verteilungsinfrastruktur zu bauen, um … bis zu 12,6 GW an Energiespeichern durch direkte Investitionen der Versorgungsunternehmen und Kundenprogramme auf Kunden- und Versorgungsebene zu entwickeln und zu ermöglichen.*

[Auch das ging nur mit der Übersetzungsmaschine. A. d. Übers.]

Wo soll man überhaupt anfangen? „12,6 GW“ Speicher? Sie kennen nicht einmal die richtigen Einheiten, um dieses Thema zu diskutieren. Wenn es sich dabei um Lithium-Ionen-Batterien mit einer Laufzeit von vier Stunden handelt (nicht näher spezifiziert, aber wovon sollten sie sonst reden?), ergibt das eine Speicherkapazität von 50,4 GWh – genug, um den Bundesstaat New York für höchstens ein paar Stunden im Falle von wenig Sonne und Wind zu versorgen. Kompetente Berechnungen deuten auf einen Speicherbedarf von etwa 20 bis 30 Tagen hin, um die jahreszeitlichen Schwankungen von Sonne und Wind auszugleichen. Es handelt sich also bestenfalls um einen Bruchteil von einem Prozent dessen, was für die Sicherung des Solar-/Windnetzes der Zukunft erforderlich sein wird.

Aber was kümmert das Con Ed? Sie sagen hier nicht, dass sie die Verantwortung für das Funktionieren des neuen Systems übernehmen, geschweige denn, dass sie die Batterien selbst bereitstellen. Sie sagen nur, dass sie „Pläne“ entwickelt haben, um die Speicherung zu „erleichtern“, was entweder durch „Investitionen des Versorgungsunternehmens“ oder „Kundenprogramme“ geschehen könnte. Mit anderen Worten: Hey, du Trottel, benutze gefälligst deine Elektroauto-Batterie, um dein Haus mit Strom zu versorgen, wenn das Netz ausfällt.

Ja, das ist es, was der Bürgermeister von Queens anbietet, um seinen Wählern zu versichern, dass sie sich keine Sorgen machen müssen, während unsere Regierung gleichzeitig alle funktionierenden Stromerzeugungsanlagen abschaltet und sie zwingt, ihre Häuser mit Strom zu heizen.

Link: https://wattsupwiththat.com/2023/04/21/new-york-goes-full-central-planning-for-the-electricity-sector/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Wie der industrielle Desinformations-Komplex das Vertrauen in Wissenschaft zerstört

David Young, Climate Etc.

[Mit „science“ sind in diesem Beitrag die Vorgänge um COVID 19 gemeint. Aber der gesamte Beitrag kann 1 : 1 auch auf die Klima-„Wissenschaft“ übertragen werden. Auch der Autor dieses Beitrags weist mehrmals auf diese Parallele hin. A. d. Übers.]

Seit der Pandemie hat sich in der Wissenschaft viel verändert, und vieles davon zum Schlechten. Die Pandemie hat den Verlust der Glaubwürdigkeit des öffentlichen Gesundheitswesens und die oft toxische Natur der aktuellen öffentlichen Diskussion deutlich gemacht. John Ioannidis ist vielleicht das beste Beispiel für einen angesehenen Wissenschaftler, der sowohl online als auch in der Literatur gnadenlos verleumdet und verunglimpft wurde. Es gab auch eine Flut von betrügerischen und/oder stark fehlerhaften Studien. Dies machte die Forderung, dass wir uns an die „Wissenschaft“ halten sollten, angesichts der extrem schlechten Qualität eines Großteils der Wissenschaft fast lächerlich. Die Anwendung von Zwang war unentschuldbar, da es keine strenge Grundlage dafür gab.

John Ioannidis war vielleicht das berühmteste Opfer einer breit angelegten Kultur der Zensur und Unterdrückung. In [1] wird das so zusammenfasst:

„Ziel der vorliegenden Studie ist es, die Erfahrungen und Reaktionen von hochqualifizierten Ärzten und Forschern aus verschiedenen Ländern zu untersuchen, die aufgrund ihrer Veröffentlichungen und Äußerungen zu COVID-19, die die offiziellen Ansichten in Frage stellen, Ziel von Unterdrückung und/oder Zensur wurden. Unsere Ergebnisse weisen auf die zentrale Rolle hin, die Medienorganisationen und insbesondere Unternehmen der Informationstechnologie bei dem Versuch spielen, die Debatte über die COVID-19-Politik und -Maßnahmen zu unterdrücken. In dem Bemühen, alternative Stimmen zum Schweigen zu bringen, wurde nicht nur auf Zensur zurückgegriffen, sondern auch auf Unterdrückungstaktiken, die den Ruf und die Karriere von abweichenden Ärzten und Wissenschaftlern schädigten, unabhängig von ihrem akademischen oder medizinischen Status und unabhängig von ihrem Ansehen, bevor sie eine gegenteilige Position zum Ausdruck brachten. Anstelle einer offenen und fairen Diskussion haben Zensur und Unterdrückung wissenschaftlicher Meinungsverschiedenheiten schädliche und weitreichende Auswirkungen auf Medizin, Wissenschaft und öffentliche Gesundheit.“

Epidemiologie

Eines der ersten Dinge, die mir während der Pandemie klar wurden war, dass die Virus-Epidemiologie eine primitive Wissenschaft war, die von groben mechanistischen Erklärungen ohne Quantifizierung beherrscht wurde. Ein Artikel, der mich zu diesem Schluss brachte, war [2]. Ich gebe hier einen Teil des Abstracts wieder.

Die Epidemiologie der Influenza strotzt nur so vor Ungereimtheiten – Ungereimtheiten, die von dem verstorbenen britischen Epidemiologen Edgar Hope-Simpson ausführlich beschrieben wurden. Er war der erste, der eine schlüssige Theorie vorschlug, die erklärt, warum die Grippe, wie Gregg sagte, „scheinbar keine Rücksicht auf die traditionellen Verhaltensmuster von Infektionskrankheiten nimmt“. Jüngste Entdeckungen deuten darauf hin, dass Vitamin D die körpereigenen Antibiotika der angeborenen Immunität hochreguliert, und legen nahe, dass die von Hope-Simpson untersuchten Ungereimtheiten der Epidemiologie des Vitamin-D-Mangels untergeordnet sein könnten. Wir identifizieren – und versuchen zu erklären – neun Influenza-Rätsel:

– Warum ist die Grippe sowohl saisonal als auch allgegenwärtig und wo befindet sich das Virus zwischen den Epidemien?

– Warum sind die Epidemien so explosiv?

– Warum enden sie so abrupt?

– Wie erklärt sich das häufige zeitliche Zusammentreffen von Epidemien in Ländern mit ähnlichen Breitengraden?

– Warum ist das Serienintervall undurchsichtig?

– Warum ist die Rate der Sekundärinfektionen so niedrig?

– Warum verbreiteten sich Epidemien in früheren Zeiten so schnell, obwohl es keine modernen Transportmittel gab?

– Warum führt die experimentelle Impfung von seronegativen Menschen nicht bei allen Probanden zu einer Erkrankung?

– Warum ist die Influenza-Sterblichkeit bei alten Menschen nicht zurückgegangen, obwohl ihre Impfraten gestiegen sind?“

Es liegt auf der Hand, dass die Ausbreitung von Virusepidemien mit vielen Unbekannten behaftet ist, dass es sich um ein schlecht gestelltes Problem handelt und dass die Modelle alle falsch sind, und zwar meistens falsch. Dennoch spielte die Modellierung eine wichtige Rolle bei der Motivation für die politische Reaktion auf Covid19.

Die Rolle der Medien im Frühjahr 2020

Die Liste der Themen, bei denen pseudowissenschaftliche Erkenntnisse zur Entscheidungsfindung herangezogen wurden, ist lang. Maskenauflagen, Abriegelungen, Schulschließungen, Impfempfehlungen, Impfvorschriften für die Aufnahme einer Beschäftigung oder den Besuch einer Universität und Reisebeschränkungen. Die Öffentlichkeit wurde oft durch Angst und/oder durch von den Medien geschürte Panik zur Einhaltung der Vorschriften gezwungen und/oder manipuliert. Die ersten Statistiken über Covid-Fälle und -Todesfälle wurden im Frühjahr 2020 endlos gezeigt. Diese Statistiken schienen zu implizieren, dass 10-15 % derjenigen, die Covid erhielten, sterben würden, oft auf schreckliche Weise. Dies war schwer irreführend, ohne darauf hinzuweisen, dass die Todesfallrate nicht aussagekräftig ist, wenn es nur wenige Tests gibt, und dass die geschätzte Todesfallrate mit dem Fortschreiten einer Epidemie immer (oft dramatisch) sinkt, weil die Tests immer genauer werden und sich die Behandlungsmethoden verbessern.

Die bekannte Tatsache, dass die überwiegende Mehrheit der an Covid19 Verstorbenen bereits sehr krank oder älter war, wurde systematisch verschwiegen. Wissenschaftler, die dies sagten, wurden von denselben Medien, die das Narrativ bestimmen, lächerlich gemacht. Zumindest in den USA sind die Medien kaum mehr als ideologisch geprägte (und inzwischen teilweise staatlich kontrollierte) Lieferanten sorgfältig gesiebter „Informationen“, die die westlichen Eliten und ihre bevorzugten Ideologien unterstützen [3, 4], und die Öffentlichkeit ist mehr und mehr davon überzeugt, dass man ihnen nicht trauen kann. Die Medien waren und sind in vollem Umfang an der unten beschriebenen Kultur der Zensur und Löschung beteiligt. Oft basiert ihre „Berichterstattung“ auf einer einzigen anonymen undichten Stelle, deren Verlässlichkeit den Lesern und in einigen Fällen auch den Reportern unbekannt ist. Natürlich verfolgen die undichten Stellen in der Regel parteipolitische Ziele und geben gerne selektiv Informationen weiter, um ein verzerrtes Bild zu vermitteln und/oder ihre Interessen oder die ihres Arbeitgebers zu unterstützen.

Marginalisierung von Fachwissen

Unbedingt zu lesen ist [5]. „Gebote wie Skepsis und Uneigennützigkeit werden auf den Müll geworfen, um eine politische Kriegsführung zu befeuern, die nichts mit wissenschaftlicher Methodik zu tun hat.“ Ioannidis legt sorgfältig und detailliert eine traurige Geschichte von Missbräuchen und in einigen Fällen sogar von offenem Betrug dar. Ioannidis hat während der Pandemie zahlreiche Publikationen veröffentlicht und wurde von einem Mob von Online-Trollen und sogar von anderen Wissenschaftlern und Politikern öffentlich niedergemacht. Sein Fall ist kein Einzelfall. Scott Atlas, Jay Battacharya, Martin Kuhldorff und Marty Makary sind vier weitere akademische Wissenschaftler, die ähnlich behandelt wurden. Ich glaube, dass die Reaktion auf Ioannidis besonders hart ausfiel, weil er den hervorragenden Ruf hat, völlig unpolitisch zu sein, und weil er unglaubliche Leistungen erbracht hat. Die Online-Mafia und das öffentliche Gesundheitswesen erkannten, dass es für die Wahrung ihrer eigenen Glaubwürdigkeit entscheidend war, ihn zu diskreditieren.

Wie sich herausstellte, ging diese Taktik für unsere „Expertenklasse“ nach hinten los, wie die miserable Akzeptanz der neuen Impfstoffe in der Öffentlichkeit zeigt. In einigen europäischen Ländern wie Dänemark ist die Vernunft wieder eingekehrt. Dort wird empfohlen, dass Personen unter 50 Jahren, die gesund sind, keine weiteren Covid-Impfungen vornehmen lassen müssen. In den USA jedoch setzt die CDC den neuen Impfstoff Covid19 auf die Liste der empfohlenen Kinderimpfungen, obwohl es eindeutige Beweise dafür gibt, dass die Schäden dieses Impfstoffs den Nutzen für Kinder und junge Erwachsene bei weitem überwiegen [6].

Jetzt haben wir die ultimative Ironie: Ein Wirtschaftsprofessor bittet um Amnestie für die schrecklichen Entscheidungen und die Epidemie von Lügen und Desinformation während der Pandemie [7]. Ich für meinen Teil bin nicht bereit, ihnen Amnestie zu gewähren, wenn sie nicht ein umfassendes Geständnis ablegen, sich entschuldigen und das Personal in den Führungspositionen auswechseln.

Ein neuer und beunruhigender Trend, der vielleicht durch die Pandemie genährt wurde, ist die Verbreitung von „Zombie“-Studien, bei denen es keinen Beweis dafür gibt, dass den Ergebnissen echte Daten zugrunde liegen [8]. Dies ist ein weiterer Beweis dafür, wie schwach das Peer-Review-System geworden ist. Die Vorstellung, dass Betrug in der Wissenschaft weit verbreitet ist, hat sich von den Rändern auf die Seiten des BMJ-opinion [9] verlagert. Ioannidis [5] zitiert eine Reihe von Veröffentlichungen in führenden Fachzeitschriften, die im Wesentlichen betrügerisch waren. Mindestens eine dieser Arbeiten wurde noch über ein Jahr später zitiert!

Eine Kultur der Zensur und der Ignoranz

Mein früherer Beitrag bei Climate, Etc. [10] enthielt einige Hinweise auf den traurigen Zustand der Wissenschaft vor Covid. Im Grunde genommen war die Replikationskrise in vollem Gange. Dieser Beitrag wies auf die ernsten Probleme im Bereich der numerischen Strömungsmechanik (CFD) hin und bot einige Ideen zu deren Lösung. Nach der Pandemie haben sich die Dinge zum Schlechteren gewendet. Die vielleicht auffälligste Tatsache bei der Pandemie war, wie sehr die Wissenschaft politisiert wurde, genau wie bei der AIDS-Epidemie. Es gab eine bemerkenswerte Übereinstimmung zwischen dem Wunsch, die Epidemie mit allen Mitteln zu „stoppen“ (unabhängig davon, wie viele Kollateralschäden es gab) und dem Klimaalarmismus, der das Klima durch die Beseitigung fossiler Brennstoffe kontrollieren will. Das gesamte Spielbuch, das die Kultur der Klimawissenschaft verkommen ließ, wurde auf die Covid-Wissenschaft und die Epidemiologie angewandt und machte eine sinnvolle wissenschaftliche Debatte praktisch unmöglich [1]. Wie weiter unten beschrieben, ging die Covid-Panik weit über das Spielbuch der Klimawissenschaft hinaus. [1] ist lang und sehr detailliert und sollte vollständig gelesen werden.

„Die Schaffung eines falschen Konsens‘ durch die Zensur von Informationen und die Verhinderung wissenschaftlicher Debatten könnte dazu führen, dass Wissenschaftler und damit auch politische Entscheidungsträger in das herrschende Paradigma verfallen und andere, wirksamere Optionen zur Bewältigung der Krise oder vielleicht sogar zu ihrer Verhinderung ignorieren. Ein solcher „Konsens“ führt zu einer engen Weltsicht, die die Fähigkeit der Öffentlichkeit beeinträchtigt, fundierte Entscheidungen zu treffen, und das Vertrauen der Öffentlichkeit in die medizinische Wissenschaft und in die öffentliche Gesundheit untergräbt (Cernic 2018; Delborne 2016; Martin 2014, 2015; Vernon 2017).

Es gibt jedoch drei Hauptunterschiede [zu früheren Fällen von Unterdrückung]. Erstens: Wenn es um COVID-bezogenes Wissen geht, sind die Zensurtaktiken, die gegen Andersdenkende eingesetzt werden, extrem und beispiellos in ihrer Intensität und ihrem Ausmaß, wobei wissenschaftliche Zeitschriften sowie akademische und medizinische Einrichtungen eine aktive und engagierte Rolle bei der Zensur kritischer Stimmen spielen. Wie einer unserer Befragten angibt, werden sogar auf Pre-Print-Servern und akademischen sozialen Netzwerken wissenschaftliche Arbeiten zensiert, die nicht mit dem Mainstream übereinstimmen, und dies scheint ein wachsender Trend zu sein. Darüber hinaus geht das, was unsere Befragten beschreiben, weit über Zensur hinaus und umfasst eine breite Palette von Unterdrückungsmethoden, die darauf abzielen, ihren Ruf und ihre Karriere zu zerstören, nur weil sie es gewagt haben, eine andere Position als die vom medizinischen Establishment Diktierte einzunehmen.“

Wie Battacharya hervorhebt, ist dieses Verhalten in Wirklichkeit eine Analogie zum Mittelalter, wobei „die Wissenschaft“ die neue Klerikerschaft ist [11].

„Wir leben in einem Zeitalter, in dem ein hoher Bürokrat des öffentlichen Gesundheitswesens der Welt ohne Ironie verkünden kann, dass man nicht einfach einen Menschen kritisiert, wenn man ihn kritisiert. Man kritisiert „die Wissenschaft“ selbst. Die Ironie in dieser Vorstellung von „Wissenschaft“ als einer Reihe heiliger Doktrinen und Überzeugungen besteht darin, dass das Zeitalter der Aufklärung, das uns unsere modernen Definitionen wissenschaftlicher Methodik bescherte, eine Reaktion gegen eine religiöse Geistlichkeit war, die für sich selbst die alleinige Fähigkeit beanspruchte, Wahrheit von Unwahrheit zu unterscheiden. Mit der COVID-19-Pandemie hat sich offenbar der Kreis geschlossen: An die Stelle des religiösen Klerus ist ein öffentlicher Gesundheitsdienst getreten, der als einzige Quelle der unanfechtbaren Wahrheit gilt.“

Das Zusammenspiel von Staatsapparat, Konzernmedien und Big Tech

Die jüngste Ausprägung dieses Autoritarismus ist der Aufstieg einer riesigen Industrie, die sich dem Aufspüren und Zensieren von „Fehlinformationen“ und „Desinformationen“ widmet [12, 13]. Der erste Beitrag ist ein hervorragender Einblick in das Selbstverständnis der führenden Köpfe dieses Komplexes. Natürlich ist die Wissenschaft oft das Ziel dieser Zensoren [14]. Es gibt eine große Industrie, die sich dem Ziel verschrieben hat, sich als „Desinformations“-Experte zu profilieren, eine Kategorie, die weitgehend bedeutungslos ist und für die es keine klar definierten Qualifikationen gibt. So wie es in den letzten 30 Jahren einen Wettbewerb zwischen Nicht-Wissenschaftlern, politischen Aktivisten und einigen wenigen aktivistischen Wissenschaftlern gab, um die Klimakatastrophe hochzujubeln und die realistischeren Wissenschaftler aufzuspüren und auszuschalten, wetteifern jetzt politische Agenten, Aktivisten, die Medien und oft auch der Staatsapparat und einige Wissenschaftler darum, wer an vorderster Front die Hexen, die „Desinformation“ verbreiten, aufspüren und verbrennen kann. Dies ist nur eine neue und viel weiter verbreitete Form der roten Hetze [13]. Die Twitter Files [4] bewiesen die Existenz einer weitreichenden Absprache zwischen dem FBI, der CIA, Big Tech, „Desinformations“-NGOs und Konzernmedien, um Stimmen zu zensieren, die den „Autoritäten“ verdächtig erscheinen oder ihnen widersprechen, wobei ihre oft falschen und destruktiven Narrative darauf abzielen, diese Stimmen zu diskreditieren.

Das Spektrum der Themen und „Informationen“, die ihre Aufmerksamkeit erregen, ist recht breit. Es erstreckt sich sogar auf gewöhnliche Amerikaner, die vom betrügerischen Hamilton 68 Dashboard als russische Trolle markiert wurden, einer oft zitierten Quelle, die angeblich massive und folgenreiche russische Einmischungen in die amerikanischen Wahlen „beweisen“ sollte.
Dies wird in [15] ausführlich beschrieben. Diese Zusammenfassung von Taibbis Twitter-Dateien beginnt mit den Worten:

„Move Over, Jayson Blair: Triff Hamilton 68, den neuen König des Medienbetrugs. Die Twitter Files enthüllen, dass eine der gängigsten Nachrichtenquellen der Trump-Ära ein Betrug war, der gewöhnliche amerikanische politische Diskussionen wie russische Spionagearbeit aussehen ließ.“

Dieses weitgehend unbelegte Narrativ der russischen Einmischung, das von der Clinton-Kampagne, dem tiefen Staat und verschiedenen sogenannten Desinformations-Spezialisten verbreitet wird, wird von Seigel und Gerth entlarvt [13, 16]. Dieses Narrativ wurde jedoch von buchstäblich Tausenden von größtenteils falschen Medien-„Geschichten“ über mehr als 6 Jahre hinweg gestützt, von denen einige mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurden. Dies ist ein eindrucksvolles Beispiel für die Korruption der Konzernmedien. Soweit mir bekannt ist, gab es nur sehr wenige Rücknahmen und keine Entschuldigungen. Die Medien weigern sich, über diese Skandale zu berichten, und behaupten, sie seien nichts Neues. Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass die US-Regierung diese „Desinformations-Experten-Organisationen“ zumindest teilweise finanziert, die manchmal die Datenerfassung und das Screening auf „Desinformation“ durchführen – eigentlich nur ein anderer Begriff für oft wahre Informationen oder Meinungen, die die „Legitimität“ unserer „Institutionen“ in Frage stellen. Letztere Kategorie ist sehr vage und kann auf fast alles ausgedehnt werden, was dem Desinformations-Experten nicht gefällt. Vielleicht ist es kein Zufall, dass diese Desinformations-„Experten“-Organisationen Unternehmens- und öffentlich finanzierte Medien als am wenigsten geeignet für die Verbreitung von Desinformation darstellen.

In der Tat scheint es eine Drehtür zwischen dem US-Sicherheitsstaat und den Führungsetagen großer Technologieunternehmen und Medienkonzerne zu geben, wodurch die Absprachen leicht zustande kommen und gefördert werden. Ich glaube, dass diese russische Einmischungsgeschichte die folgenreichste Desinformations- und Wahleinmischungskampagne in der amerikanischen Geschichte ist, die es außerhalb von Kriegszeiten gegeben hat. [13, 15-17] Einige aktivistische Wissenschaftler haben sich dazu entschlossen, in diesen Sumpf hineinzuwaten und sich an diesem industriellen Desinformationskomplex zu beteiligen, was ihre Glaubwürdigkeit weiter untergräbt. Dieses Klima der Angst und Zensur ähnelt dem, was in den USA während des Ersten Weltkriegs geschah, als Debatten durch den Sedition Act von 1918, eigentlich eine Änderung des Espionage Act von 1917, kriminalisiert wurden. Dies war ein Novum in der amerikanischen Geschichte. Selbst während des Bürgerkriegs, mit einigen Ausnahmen wie Maryland im Jahr 1861, war die Verfassung in vollem Umfang in Kraft, und Debatten waren oft verleumderisch und bösartig. Im Norden gab es eine sehr starke Antikriegsfraktion, die voll am politischen Prozess beteiligt war. Im Jahr 1918 wurden viele Gegner der Wehrpflicht und des Krieges strafrechtlich verfolgt, nur weil sie dies sagten. Die Dämonisierung Deutschlands war in den Medien ebenso intensiv wie die Medienkampagne, die sich derzeit gegen Russland richtet.

Das Gesetz wurde vom Obersten Gerichtshof bestätigt. Der Sozialist Eugene Debs wurde wegen seiner Ablehnung des Krieges strafrechtlich verfolgt und zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt. Berühmt ist, dass er 1920 vom Gefängnis aus für das Präsidentenamt kandidierte. Präsident Harding wandelte seine Strafe 1921 um. Es gab eine beträchtliche Anzahl von Strafverfolgungen auf der Grundlage des Gesetzes, aber die meisten wurden bis 1920 begnadigt. Es scheint, dass die Amerikaner, nachdem die Kriegshysterie vorbei war, sich der Bill of Rights verschrieben hatten. Der Sedition Act von 1918 wurde im Dezember 1920 wieder aufgehoben. Es ist wahrscheinlich, dass die Änderung von 1918 heute als verfassungswidrig angesehen würde. Das Gesetz von 1917 ist nach wie vor in Kraft und wird gegen Leaker wie Snowdon und Assange angewandt, obwohl Assange lediglich in größerem Umfang das tat, was Hunderte von Medien-„Journalisten“ jeden Tag tun. Daniel Ellsberg wurde unter diesem Gesetz angeklagt, weil er die Pentagon-Papiere veröffentlicht hatte. Sein Fall wurde abgewiesen, nachdem die Klempner in die Praxis seines Psychiaters eingebrochen waren. Aber Deep State-Leaker, welche die Konzernmedien nutzen, um „Informationen“ zu verbreiten, die ihre Version der Ereignisse stützen und oft noch viel mehr Schaden anrichten, entgehen fast immer einer Bestrafung.

Es ist kein Zufall, dass auch Präsident Woodrow Wilson, ein ehemaliger Präsident der Princeton University und Gegner einer vollen Beteiligung der Schwarzen an der amerikanischen Gesellschaft und Regierung, die Verfassung durch die Herrschaft des Verwaltungsstaates, d. h. der „Experten“, ersetzen wollte. Dieser zutiefst unamerikanische Impuls ist nicht mit Wilson gestorben, sondern überlebt und gedeiht heute im Staatsapparat nebst seinen Verbündeten und Symbionten in den Konzernmedien. Die Standards für die Verwendung von Indiskretionen in Nachrichtenberichten haben sich in den Jahrzehnten seit Watergate dramatisch gelockert. Und die schiere Menge der Lecks ist mit Sicherheit schneller gewachsen als die Bundesbehörden. Glücklicherweise ist Amerika zur Vernunft gekommen, und die Änderungen des Sedition Act von 1918 wurden 1920 aufgehoben. Von der gegenwärtigen Kultur der Angst werden wir uns jedoch vielleicht nicht so schnell erholen.

Beunruhigend ist, dass einige Politiker und Aktivisten aus überholten Entscheidungen des Obersten Gerichtshofs zitieren, um die derzeitigen Zensurabsprachen zu rechtfertigen. Laut Oberstem Gerichtshof ist es ein Verstoß gegen die Verfassung, wenn die Regierung eine private Organisation beauftragt, etwas zu tun, was sie nicht tun darf. Die Twitter-Dateien beweisen, dass die Biden-Regierung massiv dagegen verstößt.

Ist das Internet die unmittelbare Ursache?

Eine weitere Pflichtlektüre ist [18]. Der Untertitel lautet „Wie das Wahrheitsmonopol aufgebrochen wurde“. Ihre These ist, dass das Internet die moderne Gesellschaft ebenso verändert hat wie der Buchdruck im 16. Jahrhundert. Was wir erleben ist, dass unsere Expertenklasse in Panik gerät, weil ihr Monopol auf „Wahrheit“ gebrochen wurde. So wie die Gegenreformation zu blutigen Konflikten geführt hat, werden die neuen Desinformationsverstärker viele Konflikte auslösen und viele unschuldige Menschen werden darunter leiden.

„Wir sind anderer Meinung. Fake News sind keine Perversion der Informationsgesellschaft, sondern ein logischer Auswuchs davon, ein Symptom der jahrzehntelangen Verlagerung der traditionellen Autorität für die Verwaltung von Wissen und die Vermittlung von Informationen. Diese Autorität wurde lange Zeit von einer kleinen Zahl von Institutionen gehalten. Wenn diese Art von Monopol nicht mehr möglich ist, muss die Wahrheit selbst in Frage gestellt werden.

Das ist ein tückisches Terrain. Der Drang, auf der Integrität der alten Ordnung zu beharren, ist weit verbreitet. Wahrheit ist Wahrheit, Lüge ist Lüge, und die etablierten Autoritäten müssen dafür sorgen, dass niemand die beiden verwischt. Aber wir wissen auch aus der Geschichte, dass scheinbar stabile Regimes der Wahrheit zusammenbrechen und ersetzt werden können. Wenn das der Fall ist, dann besteht die Herausforderung darin, den Übergang zu bewältigen und nicht an der alten Ordnung festzuhalten, während sie sich um uns herum auflöst.“

Dies ist eine Lektion, die die Klimawissenschaft vielleicht ernst nehmen sollte.

Simple Vorstellungen über die Wissenschaft sind falsch

Für mich ist das ganze Konzept der Wissenschaft als ein System zum Verständnis des Universums, dessen Praktiker ehrliche und aufrichtige Wahrheitssucher sind, wie es beispielsweise Bertrand Russell in seinen Schriften darstellte, nicht glaubwürdig. Meine Ausbildung in den 1970er Jahren hat Russells Version eher noch bestärkt. Ich habe zwar in der Graduiertenschule etwas über Chaos gelernt, aber als ich in die Industrie kam, war mir nicht wirklich bewusst, dass wir mit dem Wechsel von der linearen Potentialströmung und der Elektromagnetik zur vollständigen Potentialgleichung mit gekoppelter integraler Grenzschicht, den Euler-Gleichungen und den Navier-Stokes-Gleichungen eine völlig andere Welt betreten. Diese Welt ist eine Welt der schlecht gestellten Gleichungen, der Mehrfachlösungen und der Verzweigungen und oft mit großer Unsicherheit behaftet. Das ist etwas, das man weder in der typischen Hochschulausbildung noch in der Literatur ohne weiteres erkennen kann. Es muss gesagt werden, dass Klima- und Wetterwissenschaftler in diesem Punkt bessere Arbeit leisten.

Viele der wichtigsten Themen in der wissenschaftlichen Forschung sind auf eine Mauer gestoßen, die den weiteren Fortschritt einschränkt, und diese Mauer ist die Ungewissheit, die in vielen Fällen durch Nichtlinearität und Chaos verursacht wird, insbesondere in komplexen Systemen. Die Welt wird sich vielleicht nie so deterministisch und quantitativ erklären lassen, wie es sich viele wünschen.

Die meisten traditionellen wissenschaftlichen Verfahren sind nachweislich nur für gut gestellte Probleme wirksam. Auf viele der wichtigsten Probleme trifft das jedoch nicht zu. Dennoch bilden wir Doktoranden meist mit vereinfachten, gut gestellten Problemen und den dafür geeigneten numerischen Verfahren aus. Ich glaube, dass für komplexe Systeme neue theoretische Paradigmen und Verfahren benötigt werden. Bis etwa zum Jahr 2000 konnten sich die Wissenschaftler darauf verlassen, dass die Rechenleistung rasch zunimmt, um anspruchsvollere Probleme lösen zu können. Die Grenzen werden nun wahrscheinlich nicht mehr nur durch leistungsfähigere Computer erweitert werden. Die zugrunde liegende Unzulänglichkeit vieler Probleme wird in den Vordergrund treten.

Die Populärkultur und die politische Linke in den USA (sowie deren Institutionen) sind von einem fast kindlichen Glauben an „die Wissenschaft“ befallen worden. Der Glaube an „die Wissenschaft“ ist in Wirklichkeit Szientismus, denn er kann nur bestehen, wenn entweder die kritischen Fähigkeiten außer Kraft gesetzt sind oder wenn man die wirklichen Probleme nicht kennt. Die Medien haben sich dafür entschieden, diese Unwissenheit und dieses vereinfachte Denken zu fördern, um die öffentliche Meinung zugunsten bestimmter politischer und kultureller Narrative oder im Fall von Covid einer Reihe „wissenschaftlicher“ Narrative zu manipulieren, wie die Twitter-Dateien beweisen [4, 14]. [14] ist der Twitter-Thread, in dem es um die Zusammenarbeit von Twitter mit der US-Regierung bei der Zensur häufig korrekter Informationen über Covid19 geht.

Wissenschaftler arbeiten oft mit diesen mediengesteuerten Narrativen zusammen, weil sie glauben, dass sie mehr finanzielle Mittel und öffentliche Anerkennung erhalten, wenn das Narrativ geglaubt wird. Sie fürchten vielleicht auch, geächtet zu werden und ihrer Karriere zu schaden. Die Leser dieses Blogs wissen sehr wohl, dass dies in der Klimawissenschaft schon vor langer Zeit der Fall war. Einige skrupellose Wissenschaftler haben sich dazu entschlossen, weiterhin Narrative zu unterstützen, die sogar im Widerspruch zu den IPCC-Berichten stehen, insbesondere in Bezug auf extreme Wetterereignisse. Einige aktivistische Klimawissenschaftler gehörten auch zum Lager der Alarmisten in Bezug auf Covid19.

Bedrohungen der Demokratie

Viele der Taktiken unseres industriellen Desinformationskomplexes werden damit begründet, dass sie notwendig seien, um Bedrohungen der Demokratie zu bekämpfen. Tatsächlich ist dieser Komplex selbst die wahre Bedrohung für die Demokratie. [19] In einem ausgezeichneten Tablet-Artikel vom Januar 2022 erklären Ioannidis und Schippers [20], wie die Demokratie nicht funktionieren kann, wenn die Öffentlichkeit ständig mit Halbwahrheiten und sogar Desinformationen gefüttert wird und abweichende Stimmen systematisch ausgeschlossen werden. Dies wurde geschrieben, bevor die Twitter-Dateien zeigten, dass diese Kultur in unseren Eliteinstitutionen, einschließlich der Wissenschaft selbst, tief verwurzelt ist.

„Einige Menschen, Organisationen, Unternehmen und Lobbyisten (oder Kombinationen davon) sahen diese Krise [Covid19] als eine Gelegenheit, eine Version einer gewünschten ideologischen Utopie zu etablieren, die in Wirklichkeit nur einer eifrigen Minderheit zugute kam, die von ihrer ‚Wahrheit‘, ‚Wissenschaft‘ oder welchem Namen auch immer sie blinde Dogmen legitimieren wollten.“
Wir können mit Sicherheit die Bundesministerien für Innere Sicherheit, Justiz und Verteidigung in diese Liste von Organisationen aufnehmen.

„Die breite Bevölkerung würde mehr von wissenschaftlicher Skepsis (für die man keinen Doktortitel braucht) profitieren als von der Säuberung von „Vorurteilen“ durch falsche Informationsreiniger.

Die Besorgnis über die Manipulation von Macht und Einfluss hat sich auch durch die Rolle der Medien und der sozialen Medien verschärft. In freien, demokratischen Gesellschaften ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Medien nicht zu einem Instrument für ein einziges, staatlich sanktioniertes, offizielles Narrativ werden, das auf Kosten der öffentlichen Debatte und der Redefreiheit geht. Das Gleiche gilt für soziale Medien: Das Entfernen von Inhalten, die als „gefälscht“ oder „falsch“ angesehen werden, um die Fähigkeit der Menschen einzuschränken, Informationen selbst zu beurteilen, schürt nur die Polarisierung und das Misstrauen gegenüber dem öffentlichen Raum.

Dies ist besonders wichtig im Bereich der wissenschaftlichen Debatte. Jeder, der glaubt, dass es möglich ist, die „Wissenschaft“ durch brutale Zensur von Fehlern zu befreien, hat keine Ahnung, wie Wissenschaft funktioniert oder wie genaue, unvoreingenommene Beweise überhaupt erst gesammelt werden. Die Vorstellung von Schiedsrichtern, die auswählen, was richtig ist, und verwerfen, was falsch ist, ist der Wissenschaft völlig fremd. Ohne die Möglichkeit, Fehler zu machen oder ungenaue Hypothesen aufzustellen (und zu verbessern), gibt es keine Wissenschaft. Die Ironie besteht darin, dass Wissenschaftler verstehen (oder zumindest verstehen sollten) und die Tatsache akzeptieren (oder zumindest akzeptieren sollten), dass wir alle in einem Meer von Unsinn schwimmen; es sind die opportunistischen Beeinflusser und Experten, denen jegliches Verständnis für das wissenschaftliche Verfahren fehlt, die an die Möglichkeit einer reinen, unumstrittenen ‚Wahrheit‘ glauben.“

[20] erschien fast ein Jahr vor der Veröffentlichung der Twitter-Dateien, war aber in vielerlei Hinsicht vorausschauend. Darin wird gefolgert:

Während die Pandemie abebbt, werden die kommenden Jahre dazu beitragen festzustellen, ob wir als demokratische Bürger und freie Menschen noch in der Lage sind, unsere eigenen Entscheidungen zu treffen, nach Glück zu streben und von Schaden abzusehen, ohne den autoritären Versuchungen zum Opfer zu fallen, die Demokratien in der Vergangenheit zu Fall gebracht haben.“

Schlussfolgerung

In dem Jahr, das seit dem Artikel von Ioannidis vergangen ist, wurde durch die Enthüllungen in den Twitter-Dateien viel darüber enthüllt, wie allgegenwärtig der Desinformations-Industriekomplex ist. Eine tiefgreifende Analyse, die den Aufstieg dieses Komplexes nachzeichnet, dessen Anfänge aus dem Krieg gegen den Terror entstanden sind, und wie dieser Komplex die Propagandamittel dieses Krieges in Amerika anwendet (Sie haben den Krieg gegen den Terror in die Vereinigten Staaten gebracht), ist [13]. Es ist eine lange Lektüre, aber es ist das Ergebnis von 3 Jahren Forschung. Ebenso beunruhigend ist der Aufstieg einer außergewöhnlich zensorischen öffentlichen Kultur in den USA und in anderen Teilen der englischsprachigen [westlichen? A. d. Übers.] Welt.

Die Politisierung der Wissenschaft, die Verfeinerung der Werkzeuge der Aktivisten zur Ausschaltung von Menschen, die sie nicht mögen, und die Verwicklung der Regierung in Absprachen mit Big Tech und den Medien zur Kontrolle der „Desinformation“ [eigentlich nur ein weiterer Euphemismus für die staatliche Kontrolle der Medien] [4] und schließlich die Umwandlung des FBI in eine inländische Version der CIA machen mir persönlich Sorgen um die Zukunft der englischsprachigen Welt.

Ich hoffe, dass eine kritische Masse von Wissenschaftlern und der Öffentlichkeit endlich aufwacht und die Gefahren erkennt, die diese Kultur der Angst und Zensur mit sich bringt. Die Gefahr für die Eliten besteht darin, dass sie so viele Menschen entfremden und angreifen, dass ihre Anhänger zu einer Minderheit werden. Die Macht der modernen Medien und der sozialen Medien, politisch motivierte Fehlinformationen zu verbreiten (die in vielen Fällen auf Indiskretionen des US-Sicherheitsstaates zurückgehen), ist immens und in der Tat ein wachsender Teil der Krise. Die Gegenwehr scheint jedoch zuzunehmen. Es gibt jetzt einige Medien mit freier Meinungsäußerung wie Rumble, Locals und Substack. Es ist möglich, Blogger, einschließlich Judith [Curry], über Patreon finanziell zu unterstützen. Öffentliche Umfragen zeigen, dass das Vertrauen in die Unternehmensmedien fast zusammengebrochen ist. Es ist in der Tat ironisch, dass diejenigen, die behaupten, existenzielle Bedrohungen für die Demokratie zu bekämpfen, selbst ein Klima wachsender Akzeptanz von Einschüchterung und Drohungen, politischer Gewalt und schweren Verstößen gegen Bundesgesetze geschaffen haben. Wenn alles eine existenzielle Bedrohung ist und Worte Gewalt sind, kann echte Gewalt immer mehr gerechtfertigt erscheinen.

Hinweis der Moderation: Dieser Thread wird streng auf Relevanz und Höflichkeit überwacht.

References

[1] Yaffa Shir-Raz, Ety Elisha, Brian Martin, Natti Ronel, and Josh Guetzkow, “Censorship and suppression of Covid-19 Heterodoxy: Tactics and Counter-Tactics, Minerva (2022), https://doi.org/10.1007/s11024- 022-09479-4.

[2] Cannell JJ, Zasloff M, Garland CF, Scragg R, Giovannucci E, “On the epidemiology of influenza,” Virol J 2008, 5: 10.1186/1743-422X-5-29.

[3] Bari Weiss  https://www.bariweiss.com/resignation-letter

[4] Matt Taibbi, “Capsule Summaries of all Twitter Files Threads to Date, With Links and a Glossary,” https://https://www.racknews/p/capsule-summaries-of-all-twitter

[5] John A. Ioannidis, “How the Pandemic Is Changing the Norms of Science”, Tablet, September 8,2021.

[6] Bardosh, A. Krug, E. Jamrozid, T. Lemmens, S. Keshavjee, V. Prasad, M. A. Makary, S. Baral, T. B. Hoeg, “COVID-19 vaccine boosters for young adults: a risk benefit assessment and ethical analysis of mandate policies at universities,” BMJ Journal of Medical Ethics, 2022.

[7] Emily Oster, “Let’s Declare a Pandemic Amnesty,” The Atlantic, October 31,

[8] P. A. Ioannidis, “Hundreds of thousands of zombie randomised trials circulate among us,” Anaesthesia, Vol. 76, Issue 4, April 2021.

[9] Richard Smith, “Time to assume that health research is fraudulent until proven otherwise?,” The BMJOpinion, July 5, 2021.

[10] David Young, ““Colorful fluid dynamics” and overconfidence in global climate models,” Climate , December 2,2022. https://judithcurry.com/2022/12/02/colorful-fluid-dynamics-and-overconfidence-in- global-climate-models/

[11] Jay Battacharia, “How Stanford Failed the Academic Freedom Test,” Tablet Magazine, 10, 2023.

[12] Michael Shellenberger and Leighton Woodhouse, “Inside the Censorship Industrial Complex,” Substack, April 13,1023. https://public.substack.com/p/inside-the-censorship-industrial?utm source=substack&utm medium=email#play$

[13] Jacob Seigel, “A Guide to Understanding the Hoax of the Century,” Tablet, March 28, 2023. https://www.tabletmag.com/sections/news/articles/guide-understanding-hoax-century-thirteen- ways-looking-disinformation

[14] David Zweig,  Twitter,    26,2022.  https://twitter.com/davidzweig/status/1607378386338340867

[15] Matthew Taibbi, https://www.racknews/p/move-over-jayson-blair-meet-hamilton

[16] Jeff Gerth, Columbia Journalism Review, Jan. 30, 2023, Parts 1-4.  https://www.cjr.org/special report/trumped-up-press-versus-president-part-1.php     https://www.cjr.org/special report/trumped-up-press-versus-president-part-2.php https://www.cjr.org/special report/trumped-up-press-versus-president-part-3.php   https://www.cjr.org/special report/trumped-up-press-versus-president-part-php

[17] Kyle Pope, Columbia Journalism Review, Jan. 30, 2023 https://www.cjr.org/special report/trumped-up-press-versus-president-ed-note.php

[18] Andrea Santelli and Daniel Sarewetz, “Reformation of the Church of Science”, The New Atlantis, Spring 2022,

[19] Vinay Prasad, “The Misinformation Police Strike Out,” Sensible Medicine on Substack, November 15,

[20] P. A. Ioannidis and M. C. Shippers “Saving Democracy From the Pandemic,” Tablet, January 23, 2022.

Link: https://wattsupwiththat.com/2023/04/24/how-the-disinformation-industrial-complex-is-destroying-trust-in-science/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE