Erwiderung auf falsche Behauptungen von RealClimate.org zu unserer Forschung über die Rolle der Sonne beim Klimawandel

CERES team

Im letzten Monat haben wir gemeinsam drei Artikel in wissenschaftlichen Fachzeitschriften verfasst, die sich mit dem Zwillingsproblem (1) der Verzerrung durch die Verstädterung und (2) den laufenden Debatten über die Daten zur Gesamt-Sonneneinstrahlung (TSI) befassen:

  1. Soon et al. (2023). Climate. https://doi.org/10.3390/cli11090179. (frei zugänglich)
  2. Connolly et al. (2023). Research in Astronomy and Astrophysics. https://doi.org/10.1088/1674-4527/acf18e. (Noch im Druck, Vorabdruck hier)
  3. Katata, Connolly and O’Neill (2023). Journal of Applied Meteorology and Climatology. https://doi.org/10.1175/JAMC-D-22-0122.1. (frei zugänglich)

Alle drei Studien haben Auswirkungen auf das wissenschaftlich schwierige Problem der Erkennung und Zuordnung (D&A) des Klimawandels. Viele unserer Erkenntnisse wurden vom IPCC in seinen letzten drei Bewertungsberichten (AR), d. h. IPCC AR4 (2007), IPCC AR5 (2013) und IPCC AR6 (2021), übersehen. Dies bedeutet, dass die sehr einflussreichen Behauptungen des IPCC in diesen Berichten, die langfristige globale Erwärmung seit dem 19. Jahrhundert sei „größtenteils vom Menschen verursacht“ und in erster Linie auf Treibhausgas-Emissionen zurückzuführen, wissenschaftlich verfrüht waren und von der wissenschaftlichen Gemeinschaft überdacht werden müssen.

Bisher war die Resonanz auf diese Studien sehr ermutigend. Insbesondere Soon et al. (2023) scheint auf großes Interesse zu stoßen, da der Artikel in den ersten zehn Tagen nach seiner Veröffentlichung mehr als 20 000 Mal auf der Website der Zeitschrift aufgerufen worden ist.

Allerdings scheinen einige Wissenschaftler, die die IPCC-Attributionserklärungen über Jahre hinweg aktiv gefördert haben, über das Interesse an unseren neuen wissenschaftlichen Studien ziemlich verärgert zu sein.

Diese Woche (6. September 2023) veröffentlichte die Website RealClimate.org einen Blogbeitrag von Dr. Gavin Schmidt, dem Direktor des NASA Goddard Institute for Space Studies (NASA GISS), der zu den Autoren gehört. In diesem Beitrag versucht Dr. Schmidt, unsere Analyse in Soon et al. (2023), eine unserer drei neuen Studien, mit Strohmann“-Argumenten und nachweislich falschen Behauptungen zu diskreditieren.

Wir fassen das in Connolly et al. (2023) zusammen:

„Ein ‚Strohmann‘-Argument ist ein logischer Trugschluss, bei dem jemand eine Position aufstellt und dann bestreitet, die von der kritisierten Gruppe nicht tatsächlich vertreten wurde. Stattdessen werden die Argumente oder Punkte der Gruppe von den Kritikern entweder übertrieben, falsch dargestellt oder komplett erfunden.“

Wir sind der Meinung, dass diese rhetorische Technik zwar gut für Marketing, politische Kampagnen, „Hit-Pieces“ usw. sein mag, aber weder für die Wissenschaft noch für die Entwicklung fundierter Meinungen hilfreich ist. Stattdessen bemühen wir uns in unserer Kommunikation um einen stahlharten Ansatz. Wir stellen in Connolly et al. (2023) klar:

„Im Wesentlichen geht es darum, die beste und konstruktivste Form des Arguments einer Person anzusprechen – auch wenn es nicht die Form ist, die sie ursprünglich präsentiert hat.“

In diesem Sinne werden wir zunächst die offensichtliche Kritik von Dr. Schmidt an Soon et al. (2023) entkräften.

Widerlegung von Dr. Schmidts Kritik an Soon et al. (2023)

In seinem letzten RealClimate-Beitrag behauptet Dr. Schmidt Folgendes:

1. Er behauptet, dass eine der beiden von Soon et al. (2023) betrachteten Zeitreihen der Gesamtsonneneinstrahlung (TSI) fehlerhaft, veraltet und unzuverlässig ist. (Nebenbei bemerkt, war dies auch eine der 27 TSI-Zeitreihen, die wir in Connolly et al. (2023) betrachtet haben, aber er diskutiert diese Studie hier nicht)

2. Er behauptet, dass eine Studie von Dr. Willie Soon aus dem Jahr 2005, die sich mit der Beziehung zwischen der TSI und den Temperaturen in der Arktis befasst, mit der Zeit widerlegt wurde.

3. Er argumentiert, dass die Aufzeichnung der Landtemperatur der nördlichen Hemisphäre, die eine der beiden von Soon et al. (2023) analysierten Temperaturaufzeichnungen war, nicht repräsentativ für die globalen Temperaturtrends in ländlichen Gebieten oder sogar für die Temperaturtrends in ländlichen Gebieten der nördlichen Hemisphäre ist.

Später in diesem Beitrag werden wir auf jede von Dr. Schmidts Behauptungen eingehen und zeigen, dass sie nicht stimmen. Doch zunächst ist es vielleicht nützlich, einige Hintergrundinformationen über RealClimate.org selbst zu vermitteln.

Wie zuverlässig ist RealClimate.org?

RealClimate.org wurde 2004 als Blog gegründet, um die wissenschaftlichen Meinungen der Eigentümer der Website zu verbreiten. Derzeit wird es von fünf Wissenschaftlern betrieben: Dr. Gavin Schmidt, Prof. Michael Mann, Dr. Rasmus Benestad, Prof. Stefan Rahmstorf und Prof. Eric Steig.

Jeder wissenschaftlich geschulte Leser (oder auch nur ein aufmerksamer Leser), der unsere Studie liest, wird feststellen können, dass jede der Behauptungen in Dr. Schmidts jüngstem Blogbeitrag entweder falsch oder irreführend ist oder bereits in unserer Studie eindeutig behandelt wurde. Aus wissenschaftlicher Sicht leistet sein Beitrag daher keinen produktiven oder sinnvollen Beitrag.

Stattdessen scheint es leider das Ziel seines Beitrags zu sein, Wissbegierige davon abzuhalten, unsere Studie zu lesen.

Wenn die Leute nur seinen Blog-Beitrag lesen würden, könnten sie davon abgehalten werden, sich unsere Studie überhaupt anzusehen – und würden daher nicht herausfinden, dass die angebliche „Kritik“ von Dr. Schmidt unbegründet ist.

Diese Art der pseudowissenschaftlichen „Demontage“ von Studien, die nicht mit den wissenschaftlichen Meinungen des RealClimate-Teams übereinstimmen, scheint ein gängiges Muster zu sein. Im November veröffentlichten sie beispielsweise eine ähnliche „Demontage“ unserer Studie aus dem Jahr 2021, die sie verächtlich mit „Serious mistakes found in recent paper by Connolly et al.“ betitelten. Dieser Beitrag fasste ihre versuchte „Widerlegung“ unserer Studie von Connolly et al. (2021) durch Richardson & Benestad (2022) zusammen.

Jeder, der sowohl Connolly et al. (2021) als auch Richardson & Benestad (2022) liest, wird schnell erkennen, dass auch ihre versuchte „Widerlegung“ leicht widerlegt wurde. In der Tat zeigen zwei unserer drei jüngsten Studien ausdrücklich, dass die Behauptungen von Richardson & Benestad (2022) fehlerhaft und falsch sind.

Wiederum scheint es, dass das Ziel von Richardson & Benestad (2022) und dem begleitenden Beitrag von RealClimate im November NICHT darin bestand, die Wissenschaft voranzubringen, sondern vielmehr darin, die Leute davon abzuhalten, Connolly et al. (2021) tatsächlich zu lesen!

Connolly et al. (2023) ist unsere offizielle Antwort auf den Versuch von Richardson & Benestad (2022), unsere frühere Studie Connolly et al. (2021) zu widerlegen.

Für alle, die sich fragen, was unsere Antwort auf Richardson & Benestads RealClimate-Beitrag vom November 2022 ist, empfehlen wir, die vollständigen Studien selbst zu lesen.

Alle drei Artikel wurden in der von Fachleuten begutachteten Zeitschrift Research in Astronomy and Astrophysics (kurz RAA) veröffentlicht.

  • Connolly et al. (2021): hier
  • Richardson & Benestad (2022): hier
  • Our reply, Connolly et al. (2023): Abstract; Vorabdruck hier (Die endgültige Fassung wird noch gedruckt.)

Zu Behauptung 1: Welche ist die zuverlässigste verfügbare TSI-Zeitreihe?

Eine zentrale Herausforderung und Gegenstand erheblicher wissenschaftlicher Debatten und Kontroversen ist die Frage, wie sich die Gesamt-Sonneneinstrahlung (TSI) seit dem 19. Jahrhundert und früher verändert hat.

Erst Ende 1978, in der Satellitenära, wurde es möglich, die TSI direkt von oberhalb der Erdatmosphäre mit TSI-Messinstrumenten an Bord von Satelliten zu messen.

Selbst in der Satellitenära ist immer noch unklar, wie genau sich die TSI verändert hat, denn:

1. Jede Satellitenmission bleibt in der Regel nur 10-15 Jahre lang aktiv.

2. Jedes Satelliteninstrument liefert einen anderen durchschnittlichen TSI-Wert.

3. Jeder Satellit zeigt subtil unterschiedliche, aber signifikante Unterschiede in den Trends zwischen den einzelnen Sonnenfleckenzyklen.

Diese Probleme sind im Folgenden dargestellt:

Aus den obigen Ausführungen geht hervor, dass, obwohl die Daten der einzelnen Satellitenmissionen unterschiedlich sind, alle Instrumente die Zu- und Abnahmen der Sonnenaktivität über den etwa 11-jährigen „Sonnenzyklus“ aufzeichnen, der in vielen Indikatoren für die Sonnenaktivität zu beobachten ist.

Da die einzelnen Instrumente jedoch in der Regel nur 10 bis 15 Jahre abdecken und unterschiedliche Grundtendenzen aufweisen, ist unklar, welche anderen Trends bei der TSI im Laufe der Satellitenära aufgetreten sind.

Mehrere Forschungsteams haben ihre eigenen Satellitenkomposits entwickelt, indem sie die oben genannten Satellitendaten auf unterschiedliche Weise und unter Verwendung verschiedener Annahmen und Verfahren kombiniert haben. Eine Zusammenfassung finden Sie in diesem CERES-Science-Beitrag.

Einige der wichtigsten neueren Komposita sind:

1. „ACRIM“ – Die ACRIM-Gruppe stellt fest, dass es neben dem 11-jährigen Sonnenzyklus auch wichtige Trends zwischen den einzelnen Zyklen gibt. Sie stellen fest, dass es zwischen jedem solaren Minimum und Maximum in den 1980er und 1990er Jahren einen signifikanten Anstieg der TSI gab, gefolgt von einem leichten Rückgang in den frühen 2000er Jahren. Siehe z. B. Scafetta et al. (2019).

2. „PMOD“ – Die PMOD-Gruppe nimmt mehrere Anpassungen an den Daten einiger früher Satellitenmissionen vor und verwendet unterschiedliche methodische Entscheidungen und Annahmen. Sie stellen fest, dass es zwischen den einzelnen Zyklen einen leichten Rückgang der TSI gegeben hat, der jedoch recht bescheiden war. Siehe z. B. Montillet et al. (2022).

3. „RMIB/ROB“ – Die ROB-Gruppe (früher RMIB genannt) argumentiert, dass sich die TSI im Laufe der Satellitenära mit Ausnahme des 11-jährigen Sonnenzyklus fast nicht verändert hat. Siehe z. B. Dewitte & Nevens (2016).

4. „The Community Composites“ – Dudok de Wit et al. (2017) bieten zwei verschiedene TSI-Composites an. Das eine, das die ursprünglichen Satellitendaten verwendet, impliziert eine Rekonstruktion zwischen den RMIB- und ACRIM-Kompositen. Das andere, das die PMOD-bereinigten Satellitendaten verwendet, impliziert eine Rekonstruktion ähnlich dem PMOD-Komposit.

Für die Vor-Satelliten-Ära gibt es keine direkten Messungen. Stattdessen müssen sich die Forscher auf „solare Näherungswerte“ verlassen, von denen sie hoffen, dass sie wichtige Aspekte der sich verändernden Sonnenaktivität genau wiedergeben.

Einige dieser Näherungswerte sind: Sonnenfleckenzahlen, Sonnenfleckengruppen, Sonnenzykluslängen, das Verhältnis von Penumbra- und Umbra-Merkmalen der Sonnenflecken, helle Flecken in der Photosphäre der Sonne (so genannte Sonnenfaculae), Messungen kosmogener Isotope usw.

In der Regel werden die Sonnenproxies anhand der Satellitenmessungen während der Satellitenära kalibriert. Die kalibrierten solaren Näherungswerte werden dann verwendet, um die Veränderungen der TSI in der Vor-Satelliten-Ära zu schätzen.

Sie denken jetzt wahrscheinlich, dass dies ein komplexes und schwieriges Problem ist. Sie haben Recht! Obwohl einige Wissenschaftler so tun, als seien diese Probleme bereits vollständig gelöst, wissen diejenigen von uns, die seit vielen Jahren aktiv an diesen Problemen forschen, dass es sich um ein heikles und strittiges Thema handelt.

Je nachdem, (a) welches Satellitenkompositum verwendet wird, (b) welche solaren Proxies verwendet werden und (c) welche Verfahren verwendet werden, können verschiedene Forschungsteams sehr unterschiedliche langfristige TSI-Rekonstruktionen entwickeln.
Zum Beispiel:

1. Matthes et al. (2017) sind diejenigen, die IPCC AR6 verwendet haben – basierend auf dem Durchschnitt zweier anderer TSI-Rekonstruktionen – „SATIRE“ von Krivova et al. (2007) und „NRLTSI2“ von Coddington et al. (2016). Alle drei stimmen gut mit dem PMOD-Komposit überein.

2. Bei Dewitte et al. (2022) handelt es sich um eine einfache Rekonstruktion, die auf einer einfachen Neuskalierung der Sonnenfleckenzahlen basiert, um mit dem RMIB-Kompositum übereinzustimmen.

3. Egorova et al. (2018) entwickelten 4 verschiedene Schätzungen. Jede zeigt eine weitaus größere Variabilität über die letzten Jahrhunderte als die IPCC-Schätzungen.

4. In einer NASA-Studie von 2019 aktualisierten Scafetta et al. (2019) die ursprüngliche TSI-Rekonstruktion von Hoyt und Schatten (1993) unter Verwendung des ACRIM-Komposits. Diese Rekonstruktion ist in gewisser Weise einzigartig, da Hoyt und Schatten im Gegensatz zu den meisten anderen, nur ein oder zwei solare Näherungswerte verwendenden Rekonstruktionen fünf solare Näherungswerte verwendeten, um mehrere Aspekte der solaren Variabilität zu erfassen.

5. Penza et al. (2022) gehen davon aus, dass sich die TSI im vergangenen Jahrhundert erheblich verändert hat, allerdings nicht so stark wie bei Egorova et al. (2018) oder der aktualisierten Rekonstruktion von Hoyt und Schatten (1993) gezeigt.

In Connolly et al. (2023) analysierten wir insgesamt 27 TSI-Rekonstruktionen, darunter alle oben genannten. In Soon et al. (2023) haben wir uns jedoch der Einfachheit halber auf nur zwei der oben genannten Rekonstruktionen konzentriert – Matthes et al. (2017) und die ACRIM-aktualisierte Rekonstruktion von Hoyt & Schatten.

Dr. Schmidt mag offensichtlich weder das ACRIM-Kompositum noch das ursprüngliche TSI-Kompositum von Hoyt & Schatten. Wir können verstehen, warum! Es impliziert eine viel größere Rolle für die Sonne bei den Klimaveränderungen seit dem 19. Jahrhundert als das RealClimate-Team behauptet.

Es ist jedoch erwähnenswert, dass Hoyt und Schatten (1993) als eine der sechs TSI-Reihen verwendet wurde, die vom CMIP3-Modellierungsprojekt berücksichtigt wurden, das der IPCC für seine Analyse der Erkennung und Zuordnung in seinem vierten Sachstandsbericht (2007) verwendete. Dies kann bestätigt werden, wenn man die Liste der „SOL“-Zeitreihen (d. h. TSI) auf den Seiten 11-12 des Ergänzungsmaterials zu Kapitel 9 der Arbeitsgruppe 1 des IPCC AR4 überprüft.

Die CMIP5- und CMIP6-Modellierungsprojekte, die zu den AR5- und AR6-Berichten 2013 und 2021 beigetragen hatten, berücksichtigten Hoyt und Schatten (1993) nicht als potenzielle TSI-Reihe. Dies scheint jedoch teilweise auf den Einfluss von Dr. Schmidt zurückzuführen zu sein. Er war der Hauptautor von Schmidt et al. (2011), d.h. der Studie, in der die für die PMIP3- und CMIP5-Projekte zu verwendenden Klimamodellierungs-Antriebe empfohlen werden.

Wie bereits erwähnt, haben wir in Connolly et al. (2023) insgesamt 27 verschiedene TSI-Rekonstruktionen berücksichtigt und sind dennoch zu ähnlichen Schlussfolgerungen gekommen wie Soon et al. (2023). Die spezifische Wahl von Hoyt und Schatten ist also nur eine Möglichkeit zu zeigen, dass der IPCC mit seiner AR6-Zuschreibung voreilig war.

Zu Behauptung 2: Hatte Soon (2005) unrecht?

In Soon (2005) fiel Dr. Soon eine bemerkenswerte Korrelation zwischen der TSI-Reihe von Hoyt und Schatten (1993) und den arktischen Temperaturen von 1875 bis 2000 auf.

In einer nachfolgenden Studie wiederholte Soon (2009) seine Analyse unter Verwendung (a) einer neueren Version der TSI-Reihe von Hoyt und Schatten, die bis 2007 aktualisiert wurde, und (b) der arktischen Temperaturaufzeichnungen des NASA GISS von 1880-2007.

Der Vergleich wird im Folgenden in Anlehnung an Abbildung A.1 von Soon (2009) dargestellt:

In seinem Blogbeitrag von dieser Woche räumt Dr. Schmidt ein, dass die Übereinstimmung 2005 gut aussah, aber er behauptet, dass sie nicht mehr gilt:

„Aber die Zeit schreitet voran, und was 2005 noch gut aussah (mit Daten, die nur bis 2000 reichten), sah 2015 nicht mehr so gut aus.“

Dr. Schmidt zeigte dann eine Darstellung, die er 2015 mit einem anderen TSI-Datensatz als dem von Soon verwendeten erstellt hatte. Seine Reanalyse ergab keine zwingende Korrelation, wenn sie auf die aktualisierten NASA-GISS-Temperaturdaten für die Arktis angewendet wurde.

Andererseits haben wir ebenfalls im Jahr 2015 als Teil unserer Analyse der Temperaturtrends auf der nördlichen Hemisphäre in Soon et al. (2015) unsere eigene Aktualisierung der ursprünglichen Analyse von Soon (2005; 2009) einbezogen.

Unten ist Abbildung 27(d) von Soon et al. (2015) zu sehen. Die blaue Linie stellt die arktischen Temperaturen dar, während die gestrichelte rote Linie die TSI darstellt:

Der Versuch von Dr. Schmidt, die Analyse von Soon (2005) durch Verwendung einer anderen TSI-Aufzeichnung auf das Jahr 2015 zu aktualisieren, schlug fehl.

Im Gegensatz dazu bestätigte die Aktualisierung von Soon et al. (2015), welche die aktualisierte Version der TSI von Soon (2005) und Soon (2009) verwendeten, die ursprünglichen Ergebnisse der früheren Studien.

Zu Behauptung 3: Ist unsere auf den ländlichen Raum beschränkte Temperaturaufzeichnung der nördlichen Hemisphäre repräsentativ für einen echten Klimawandel?

Dr. Schmidt scheint verwirrt zu sein über die nur auf der nördlichen Hemisphäre vorhandene Temperaturaufzeichnung, die wir als eine von zwei vergleichenden Temperaturaufzeichnungen in Soon et al. (2023) und auch als einen von fünf vergleichenden Temperaturaufzeichnungen in Connolly et al. (2023) verwendet haben.

Wir sind überrascht, dass er nicht verstanden zu haben scheint, wie diese Temperaturaufzeichnungen konstruiert worden sind, da die Konstruktion aller fünf Temperaturaufzeichnungen in Connolly et al. (2021) ausführlich beschrieben wurde, zusammen mit einer detaillierten Diskussion der Gründe für jede Temperaturaufzeichnung. Einzelheiten wurden auch in der von ihm kritisierten Studie von Soon et al. (2023) dargelegt.

Vielleicht hat er sich aber auch noch nicht die Zeit genommen, Connolly et al. (2021) zu lesen. Als Connolly et al. (2021) veröffentlicht wurde, wurde Dr. Schmidt von einem Journalisten der Epoch Times gebeten, die Studie zu kommentieren. Laut The Epoch Times:

„Als er auf die neue Studie angesprochen wurde, äußerte sich Gavin Schmidt, stellvertretender leitender Berater für Klimafragen bei der NASA und Direktor des Goddard Institute for Space Studies, ebenfalls unverblümt.

‚Das ist völliger Unsinn, mit dem niemand vernünftig seine Zeit verschwenden sollte‘, sagte er der Epoch Times.

Er reagierte nicht auf eine Anfrage, ob die neue Studie der RAA konkrete Fehler enthält.“ The Epoch Times, 16. August 2021

Eines der Hauptprobleme, auf das wir in Soon et al. (2023) hingewiesen haben, war das sogenannte „Urbanisierungsproblem“. Es ist bekannt, dass es in städtischen Gebieten wärmer ist als auf dem Land. Dies ist als „Urban Heat Island (UHI)“-Effekt bekannt.

Da städtische Gebiete nur 3-4 % der globalen Landfläche ausmachen, sollte dies die globalen Temperaturen nicht wesentlich beeinflussen.

Die meisten Wetterstationen, die für die Berechnung der Landkomponente der globalen Temperaturen verwendet werden, befinden sich jedoch in städtischen oder halbwegs städtischen Gebieten. Dies gilt insbesondere für die Stationen mit den längsten Temperaturaufzeichnungen. Ein Grund dafür ist die Schwierigkeit, eine Wetterstation in einem isolierten, ländlichen Gebiet über ein Jahrhundert oder länger zu besetzen und zu unterhalten.

Infolgedessen haben viele der längsten, zur Berechnung der globalen Temperaturveränderungen herangezogenen Stationsaufzeichnungen wahrscheinlich auch eine lokale Erwärmung in den Städten im Laufe ihrer Aufzeichnungen erfahren. Diese städtische Erwärmung ist nicht repräsentativ für die Klimaveränderungen in der nicht-städtischen Welt.

Die städtische Erwärmung, die fälschlicherweise in die „globalen Temperaturdaten“ einfließt, wird als „Urbanisierungsverzerrung“ bezeichnet.

Es ist immer noch unklar, inwieweit die aktuellen Schätzungen der globalen Erwärmung durch eine Verzerrung aufgrund der Verstädterung verunreinigt sind. In seinem jüngsten Bericht gab der IPCC optimistisch an, dass der Einfluss der Verstädterung wahrscheinlich weniger als 10 % der Erwärmung des Landes ausmacht. Sie haben jedoch keine stichhaltige Erklärung dafür geliefert, warum dies ihrer Meinung nach so ist.

Wie in Connolly et al. (2021), Soon et al. (2023) und Connolly et al. (2023) beschrieben, deuten mehrere wissenschaftliche Studien darauf hin, dass städtische Verzerrungen für mehr als 10 % der Erwärmung des Landes verantwortlich sind – und möglicherweise für viel mehr.

Kurzer Exkurs: Hintergrundinformationen dazu, wie und warum wir unsere auf die nördliche Hemisphäre beschränkte Temperaturaufzeichnung entwickelt haben

In Connolly et al. (2021) versuchten wir, das Problem der Verstädterung zu lösen, indem wir einen reinen Temperaturdatensatz für den ländlichen Raum entwickelten, der nur Temperaturdaten von ländlichen Stationen oder von Stationen verwendete, die ausdrücklich um Verstädterungsfehler korrigiert worden waren. Wir sahen uns jedoch mit zwei großen Problemen konfrontiert, die wir schon seit fast einem Jahrzehnt zu lösen versuchten:

1. Es gab einen erheblichen Mangel an ländlichen Stationen mit Temperaturaufzeichnungen von einem Jahrhundert oder länger.

2. Viele Wetterstationen mit langen Temperaturaufzeichnungen sind durch andere, nicht klimatisch bedingte Verzerrungen verunreinigt, z. B. durch Stationsumzüge, Änderungen der Instrumentierung usw.

Als wir uns ansahen, wie andere internationale Gruppen (einschließlich der Gruppe von Dr. Schmidt am NASA GISS) die nichtklimatischen Verzerrungen in den Daten berücksichtigten, entdeckten wir, dass sie sich nicht bemühten, die Stationsbesitzer zu kontaktieren, um „Metadaten zur Stationsgeschichte“ zu erhalten, d. h. Informationen über alle Änderungen, die mit der Station im Laufe ihrer Aufzeichnungen verbunden sind.

Stattdessen verließen sich die meisten Gruppen (einschließlich NASA GISS) auf automatisierte Computerprogramme, die versuchten zu erraten, wann Stationsänderungen eine Verzerrung verursacht haben könnten. Diese Programme verwendeten statistische Algorithmen, die jede Station mit den Aufzeichnungen benachbarter Stationen verglichen und „Homogenisierungs-Anpassungen“ an den Daten vornahmen.

In einer Reihe von drei Arbeitsstudien“, die zwei von uns (Dr. Ronan Connolly und Dr. Michael Connolly) im Jahr 2014 veröffentlicht haben, haben wir beschrieben, wie das funktioniert:

1. Es gab schwerwiegende Fehler in den von der NOAA verwendeten Homogenisierungs-Algorithmen, also von der Gruppe, deren homogenisierte Daten das NASA GISS für seine globalen Temperaturschätzungen verwendete. (https://oprj.net/articles/climate-science/34)

2. Es gab auch ernsthafte Probleme mit dem zusätzlichen Computerprogramm zur Anpassung der „Urbanisierungsverzerrung“, das NASA GISS auf die homogenisierten Daten der NOAA anwandte (siehe https://oprj.net/articles/climate-science/31)

3. Alle bis mindestens 2013 veröffentlichten Studien, die vorgaben, eine Verzerrung durch Verstädterung als wesentliches Problem ausgeschlossen zu haben, wiesen methodische Mängel auf, so dass ihre Schlussfolgerungen ungültig waren (siehe http://oprj.net/articles/climate-science/28).

Im April 2015 boten wir während unseres Besuchs in New York City (zusammen mit Dr. Imelda Connolly) an, diese Probleme mit Dr. Schmidt in den Büros von NASA GISS zu besprechen und zu sehen, ob mögliche Lösungen gefunden werden könnten. Dr. Schmidt lehnte die Einladung mit der Begründung ab, er sei nicht sehr vertraut damit, wie der globale Temperaturdatensatz von NASA GISS aufgebaut sei. Aber er arrangierte freundlicherweise, dass wir die Studien mit Dr. Reto Ruedy besprechen konnten, der damals der leitende Wissenschaftler für den NASA-GISS-Temperaturdatensatz (genannt GISTEMP“) war. Wir vier (Dr. Reto Ruedy, Dr. Imelda Connolly, Dr. Michael Connolly und Dr. Ronan Connolly) trafen uns im kultigen „Tom’s Restaurant“ direkt neben dem Bürogebäude des NASA GISS.

Bild: Dr. Ronan Connolly vor dem kultigen Tom’s Restaurant in New York City nach unserem dreistündigen freundschaftlichen und ausführlichen Fachgespräch mit Dr. Ruedy, das von Dr. Schmidt organisiert wurde. (April 2015).

Dr. Ruedy gab zu, dass keiner aus seinem Forschungsteam die verschiedenen, in unseren Studien aufgeworfen Probleme berücksichtigt hatte. Wir fragten ihn, ob er irgendwelche Probleme mit unserer Analyse erkennen könne. Er sagte, dass er das nicht sofort könne, aber er versprach, uns eine E-Mail zu schicken, wenn er Fehler in unserer Analyse erkennen könne. Da er uns nie eine E-Mail geschickt hat, gehen wir davon aus, dass er keine Fehler finden konnte.

Während unseres Treffens mit Dr. Ruedy warnten wir ihn vor einem Problem mit dem Homogenisierungs-Algorithmus der NOAA, das wir als „Urban Blending“-Problem bezeichnen, das andere jedoch als „statistisches Aliasing-Problem“ bezeichnet haben. Vor kurzem haben wir das Ausmaß dieses Problems in Katata et al. (2023) bestätigt.

Wir haben ihn gewarnt, dass aufgrund dieses Problems die Verzerrungen der städtischen Erwärmung in den Daten noch stärker in seine globalen Temperaturschätzungen einfließen würden, wenn er die homogenisierte Version der Daten der NOAA verwenden würde.

Er räumte ein, dass dies ein Problem sei, erklärte aber, dass das für den GISTEMP-Datensatz zuständige NASA-GISS-Team nur eine begrenzte Anzahl von Stunden pro Woche für die Arbeit an den Daten zur Verfügung habe. Daher müsse man darauf vertrauen, dass die Homogenisierungsbemühungen der NOAA besser seien als nichts.

Wir verließen unser Treffen mit Dr. Ruedy ziemlich enttäuscht, als wir feststellten, dass selbst das gut ausgestattete Forschungsteam des NASA GISS nicht wusste, wie man diese wichtigen wissenschaftlichen Probleme lösen konnte, und im Grunde nur hoffte, dass sich jemand anderes um die Daten kümmerte.

Wir beschlossen, dass wir es selbst versuchen würden, wenn sich niemand sonst um die Lösung dieser Probleme kümmern würde.

Damals stellte die NOAA zwei Arten von Stadtbewertungen zur Verfügung, die mit jedem ihrer GHCN-Datensätze (Global Historical Climatology Network) verbunden waren – eine auf der Grundlage der lokalen Bevölkerung und die andere auf der Grundlage der Intensität der Nachtbeleuchtung in dem Gebiet. Dies war Version 3 des GHCN, und die NOAA hat es bis Ende 2019 aktualisiert. Die aktuelle Version des GHCN (Version 4) enthält keine Parameter für die Urbanisierung. Daher konzentriert sich unsere Hauptanalyse derzeit auf die Version 3. Wir arbeiten jedoch daran, unsere Analyse in Zukunft mit der Version 4 zu erweitern – siehe Soon et al. (2018); O’Neill et al. (2022) und Katata et al. (2023) für weitere Einzelheiten zu dieser späteren Arbeit.

Wir haben uns entschieden, alle 7200 GHCN-Stationen in drei Kategorien einzuteilen – „ländliche“ Stationen sind diejenigen, die in Bezug auf beide GHCN-Parameter ländlich sind; „städtische“ Stationen sind diejenigen, die in Bezug auf beide Parameter städtisch sind. Alle anderen Stationen stufen wir als „semi-urban“ ein.

Dabei stießen wir sofort auf mehrere Probleme:

1. Weniger als 25% der GHCN-Stationen sind „ländlich“.

2. Die meisten der ländlichen Stationen haben sehr kurze Stationsaufzeichnungen, die oft nur 40-50 Jahre oder so umfassen.

3. Die wenigen ländlichen Stationen mit langen Aufzeichnungen, die bis ins späte 19. oder frühe 20. Jahrhundert zurückreichen, befinden sich fast ausschließlich in der nördlichen Hemisphäre und beschränken sich auf einige wenige Regionen: Nordamerika, Europa, Ostasien und einige arktische Gebiete.

4. Viele der ländlichen Stationen mit nominell langen Stationsaufzeichnungen wiesen oft große Datenlücken und plötzliche Verschiebungen der Durchschnittstemperatur auf, die möglicherweise auf nichtklimatische Stationsänderungen zurückzuführen sind.

Die meisten aus den Daten der Wetterstationen globale Temperaturaufzeichnungen erstellenden Gruppen verlassen sich auf die oben erwähnten Computerprogramme zur Temperaturhomogenisierung, um die ursprünglichen Temperaturaufzeichnungen automatisch anzupassen und „nichtklimatische Verzerrungen“ aus den Daten zu entfernen.

Wenn diese Homogenisierungs-Computerprogramme so zuverlässig wären, wie viele Wissenschaftler angenommen haben, dann sollten diese „automatisch homogenisierten“ Temperaturaufzeichnungen nicht mehr durch nichtklimatische Verzerrungen verunreinigt sein.

Wie wir jedoch herausgefunden haben (und mit Dr. Ruedy bei unserem Treffen 2015 diskutierten), weisen diese Homogenisierungsalgorithmen ernsthafte statistische Probleme auf, die neue nichtklimatische Verzerrungen in die homogenisierten Daten einbringen.

In den darauf folgenden Jahren haben wir die Schwere dieser Verzerrungen und statistischen Probleme in mehreren von Fachleuten begutachteten wissenschaftlichen Artikeln nachgewiesen: Soon et al. (2018); O’Neill et al. (2022) und kürzlich Katata et al. (2023).

Daher wurde uns klar, dass die anderen die Daten der Wetterstationen analysierenden Gruppen unbeabsichtigt einen großen wissenschaftlichen Fehler begingen, indem sie sich unkritisch auf diese automatisch „homogenisierten“ Daten verließen.

Um nichtklimatische Verzerrungen in den Daten zu korrigieren, müssen wir stattdessen realistischere, auf Experimenten basierende Korrekturen vornehmen.

Wir beschlossen, unsere Analyse damit zu beginnen, die Gebiete mit den längsten Aufzeichnungen über den ländlichen Raum und den meisten Informationen über die mit den Daten verbundenen nichtklimatischen Verzerrungen zu ermitteln. Wir fanden heraus, dass nur vier Regionen mehr als 80 % aller ländlichen Stationen mit Daten für das späte 19. und frühe 20. Jahrhundert repräsentativ sind. Alle vier Regionen liegen in der nördlichen Hemisphäre.

Unserer Meinung nach gab es auf der Südhalbkugel einfach nicht genügend Daten über ländliche Gebiete, um eine globale, rein ländliche Temperaturreihe zu erstellen, die bis ins späte 19. Jahrhundert zurück reicht.

Daher beschränkten wir unsere Analyse auf die datenreichere nördliche Hemisphäre.
Eine Region, auf die wir unsere Analyse in Zukunft ausweiten könnten, ist Europa (wie in den Studien beschrieben). Derzeit beschränkt sich unsere Analyse der Temperatur in ländlichen Gebieten in Europa auf Irland, da wir die wichtigsten Metadaten für die irischen Stationen von der nationalen meteorologischen Organisation (Met Éireann) erhalten konnten. In einer kürzlich erschienenen Studie (O’Neill et al., 2022) haben wir jedoch in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus ganz Europa die Metadaten von mehr als 800 Wetterstationen in 24 europäischen Ländern zusammengetragen – eine Zusammenfassung finden Sie hier. Die meisten dieser europäischen Stationen sind urbanisiert, aber unsere vorläufige Analyse deutet darauf hin, dass wir in der Lage sein sollten, diese Metadaten in der Zukunft zu nutzen, um eine datenreichere Temperaturaufzeichnung für das „ländliche Europa“ zu entwickeln.

Wie schneidet unsere Reihe, die sich ausschließlich auf den ländlichen Raum bezieht, im Vergleich zur Standardreihe „Stadt und Land“ ab?

Das obere Paneel zeigt die Standardschätzungen der Landtemperaturen der nördlichen Hemisphäre unter Verwendung aller Stationen – sowohl in Städten als auch in ländlichen Gebieten. Das untere Paneel zeigt unsere Schätzung für die Temperatur auf dem Land.

In Soon et al. (2023) – der Studie, über die sich Dr. Schmidt beschwert hat – berücksichtigen wir beide Temperaturschätzungen. Wir berücksichtigen auch zwei verschiedene TSI-Aufzeichnungen – die für die Zurechnungsexperimente im IPCC AR6 verwendete TSI-Reihe von Matthes et al. (2017) und die aktualisierte TSI-Reihe von Hoyt und Schatten, die wir bereits besprochen haben. Im Folgenden finden Sie eine Zusammenfassung einiger unserer wichtigsten Ergebnisse:

Dr. Schmidt beklagt, dass unsere auf ländliche Gebiete beschränkenden Temperaturaufzeichnungen der nördlichen Hemisphäre nicht zuverlässig sind, weil:

„Es ist keine gute flächige Stichprobe der nördlichen Hemisphäre, es ist keine gute Stichprobe ländlicher Stationen – von denen es viele im restlichen Europa, Australien, dem südlichen Afrika, Südamerika usw. gibt, es ist keine gute Stichprobe langer Stationen (von denen es wiederum viele anderswo gibt).“

Dies ist eine ziemlich clevere, aber irreführende Falschdarstellung der Daten. Beachten Sie, wie er seine Aussage in zwei Teile aufspaltet.

Im ersten Teil sagt er richtigerweise, dass es in anderen Regionen als den von uns analysierten „eine gute Stichprobe ländlicher Stationen“ gibt, aber er vergisst zu erklären, dass es sich dabei meist um Stationen mit kurzen Aufzeichnungen handelt.

Betrachtet man nämlich die Anzahl der im Jahr 2000 verfügbaren Stationen, so gibt es in der Tat viele ländliche Stationen rund um den Globus:

Im zweiten Teil seiner Erklärung stellt er richtig fest, dass es viele lange Stationsaufzeichnungen außerhalb der von uns analysierten Regionen gibt, aber er versäumt es zu erklären, dass sie nicht ländlich sind!

Nachfolgend sind die Stationen aufgeführt, für die Daten aus dem Jahr 1880 vorliegen. Wir haben die drei Regionen der südlichen Hemisphäre hervorgehoben, die wir seiner Meinung nach hätten mit einbeziehen sollen, d. h. Australien, das südliche Afrika und Südamerika:

Verstehen Sie, warum Dr. Schmidts Charakterisierung der verfügbaren Daten unaufrichtig war?

Aber was ist mit anderen Schätzungen der Temperaturen der nördlichen Hemisphäre?

In Soon et al. (2023) haben wir die Erwärmung der Landoberfläche der nördlichen Hemisphäre (1850-2018) anhand der Daten der Wetterstationen bewertet. In Connolly et al. (2023) haben wir jedoch auch drei zusätzliche Temperaturreihen der nördlichen Hemisphäre berücksichtigt. Eine wurde aus den Daten der Meerestemperatur (SST) erstellt. Die beiden anderen basierten auf Temperatur-Proxydaten: (a) Baumring-Temperaturproxydaten oder (b) Gletscherlängen-Temperaturproxydaten.

Dr. Schmidt behauptete, dass unsere nur auf dem Lande gemessenen Temperaturreihen nicht repräsentativ für die Temperaturtrends der nördlichen Hemisphäre seien. Wenn er recht hat, dann würden diese anderen Temperaturschätzungen vermutlich ganz andere Trends zeigen. Schauen wir mal!

Was meinen Sie dazu?

Offensichtlich sind sie nicht genau identisch. Wir sind jedoch der Meinung, dass alle drei alternativen Temperaturschätzungen weitgehend mit unseren reinen Temperaturaufzeichnungen auf dem Land übereinstimmen.

Daher sind wir mit Dr. Schmidts Behauptung nicht einverstanden.

Schließlich, wenn Sie sich an den Anfang erinnern, gefiel Dr. Schmidt die zweite TSI-Reihe nicht, die wir in Soon et al. (2023) analysiert haben. In Connolly et al. (2023) analysierten wir jedoch insgesamt 27 TSI-Serien.

Für jeden Temperaturdatensatz führten wir eine statistische Analyse in Bezug auf die „natürlichen“ und „anthropogenen“ (d. h. vom Menschen verursachten) Klimatreiber durch, die der IPCC für seine Attributionsversuche verwendet. Der IPCC berücksichtigte nur zwei natürliche Faktoren – TSI und Vulkanausbrüche. Wir haben alle Aufzeichnungen des IPCC zu den Klimatreibern verwendet, aber wir haben unsere Analyse unter Verwendung jeder der 27 TSI-Serien der Reihe nach wiederholt.
Sowohl in Connolly et al. (2023) als auch in Soon et al. (2023) verfolgen wir einen ähnlichen Ansatz wie die IPCC-Zuschreibungsanalyse. Das heißt, wir vergleichen die Ergebnisse, die man erhält, wenn man sie berücksichtigt:

1. „Nur natürliche Faktoren“ (die der IPCC als TSI und Vulkanismus definiert)

2. „Nur anthropogene Faktoren“.

3. „Natürliche und anthropogene Faktoren“.

Wenn Sie die Ergebnisse all dieser Kombinationen sehen möchten, empfehlen wir Ihnen, die vollständigen Studien zu lesen. Der Einfachheit halber wollen wir jedoch nur die ersten beiden Kombinationen vergleichen.

In Abbildung 6 von Connolly et al. (2023) haben wir die Anpassungen „nur natürliche Faktoren“ unter Verwendung von drei der am besten passenden TSI-Reihen mit den Anpassungen „nur anthropogene Faktoren“ verglichen. Siehe unten:

Die TSI-Aufzeichnung, über die sich Dr. Schmidt beschwert hat, wird hier als „H1993“ bezeichnet. Beachten Sie jedoch, dass wir für jede Temperaturaufzeichnung ähnlich gute Anpassungen mit anderen TSI-Schätzungen erhalten können.

Schlussfolgerungen

In Soon et al. (2023) kamen wir zu den folgenden zentralen Schlussfolgerungen:

„(1) Die Verzerrung durch die Verstädterung bleibt ein erhebliches Problem für die globalen Landtemperaturdaten; (2) es ist immer noch unklar, welche (wenn überhaupt) der vielen TSI-Zeitreihen in der Literatur genaue Schätzungen der vergangenen TSI sind; (3) die wissenschaftliche Gemeinschaft ist noch nicht in der Lage, mit Sicherheit festzustellen, ob die Erwärmung seit 1850 überwiegend vom Menschen verursacht wurde, überwiegend natürlich ist oder eine Kombination davon.“

Diese Schlussfolgerungen stehen im Einklang mit unseren Ergebnissen in zwei weiteren Studien, die ebenfalls in den letzten Wochen veröffentlicht worden sind – in separaten, von Experten begutachteten Fachzeitschriften und unter Verwendung unterschiedlicher unabhängiger Analysen.

So haben wir in Katata et al. (2023) bestätigt, dass die Schätzung des IPCC zum Ausmaß der Verstädterung in den globalen Temperaturdaten viel zu niedrig ist. In Connolly et al. (2023) kamen wir hingegen zu dem Schluss, dass es „unklar ist, ob die beobachtete Erwärmung überwiegend vom Menschen verursacht wurde, überwiegend natürlich ist oder eine Kombination aus beidem darstellt“.

Dr. Schmidt und das RealClimate-Team wollen offenbar nicht, dass Sie unsere Studien lesen. Sie scheinen zu befürchten, dass ihre Behauptungen über den Klimawandel dann nicht mehr so überzeugend erscheinen würden.

Im Gegensatz dazu haben wir keine Angst davor, dass Menschen Studien lesen, die nicht mit uns übereinstimmen. Wir ermutigen die Menschen sogar dazu, mehrere wissenschaftliche Perspektiven zu lesen und sich ihre eigene Meinung zu bilden.

Nachstehend finden Sie Links zu den oben genannten Studien. Lesen Sie ruhig alle, die für Sie von Interesse sind!

References mentioned

  1. W. Soon, R. Connolly, M. Connolly, S.-I. Akasofu, S. Baliunas, J. Berglund, A. Bianchini, W.M. Briggs, C.J. Butler, R.G. Cionco, M. Crok, A.G. Elias, V.M. Fedorov, F. Gervais, H. Harde, G.W. Henry, D.V. Hoyt, O. Humlum, D.R. Legates, A.R. Lupo, S. Maruyama, P. Moore, M. Ogurtsov, C. ÓhAiseadha, M.J. Oliveira, S.-S. Park, S. Qiu, G. Quinn, N. Scafetta, J.-E. Solheim, J. Steele, L. Szarka, H.L. Tanaka, M.K. Taylor, F. Vahrenholt, V.M. Velasco Herrera and W. Zhang (2023). „The Detection and Attribution of Northern Hemisphere Land Surface Warming (1850–2018) in Terms of Human and Natural Factors: Challenges of Inadequate Data“, Climate, 11(9), 179; https://doi.org/10.3390/cli11090179. (Open access)
  2. R. Connolly, W. Soon, M. Connolly, S. Baliunas, J. Berglund, C.J. Butler, R.G. Cionco, A.G. Elias, V. Fedorov, H. Harde, G.W. Henry, D.V. Hoyt, O. Humlum, D.R. Legates, N. Scafetta, J.-E. Solheim, L. Szarka, V.M. Velasco Herrera, H. Yan and W.J. Zhang (2023). „Challenges in the detection and attribution of Northern Hemisphere surface temperature trends since 1850“. Research in Astronomy and Astrophysics. https://doi.org/10.1088/1674-4527/acf18e. (Still in press, but pre-print available here)
  3. G. Katata, R. Connolly and P. O’Neill (2023). „Evidence of urban blending in homogenized temperature records in Japan and in the United States: implications for the reliability of global land surface air temperature data“. Journal of Applied Meteorology and Climatology. 62(8), 1095-1114. https://doi.org/10.1175/JAMC-D-22-0122.1. (Open access)
  4. R. Connolly, W. Soon, M. Connolly, S. Baliunas, J. Berglund, C. J. Butler, R. G. Cionco, A. G. Elias, V. M. Fedorov, H. Harde, G. W. Henry, D. V. Hoyt, O. Humlum, D. R. Legates, S. Lüning, N. Scafetta, J.-E. Solheim, L. Szarka, H. van Loon, V. M. Velasco Herrera, R. C. Willson, H. Yan and W. Zhang (2021). “How much has the Sun influenced Northern Hemisphere temperature trends? An ongoing debate”. Research in Astronomy and Astrophysics, 21, 131. https://doi.org/10.1088/1674-4527/21/6/131. (Open access)
  5. M.T. Richardson and R.E. Benestad (2022). „Erroneous use of Statistics behind Claims of a Major Solar Role in Recent Warming“. Research in Astronomy and Astrophysics, 22, 125008. http://dx.doi.org/10.1088/1674-4527/ac981c. (pdf available here).
  6. N. Scafetta, R.C. Willson, J.N. Lee and D.L. Wu (2019). „Modeling Quiet Solar Luminosity Variability from TSI Satellite Measurements and Proxy Models during 1980–2018“. Remote Sensing. 11(21), 2569. https://doi.org/10.3390/rs11212569. (Open access)
  7. Montillet, J.-P., Finsterle, W., Kermarrec, G., Sikonja, R., Haberreiter, M., Schmutz, W., & Dudok de Wit, T. (2022). „Data fusion of total solar irradiance composite time series using 41 years of satellite measurements“. Journal of Geophysical Research: Atmospheres, 127, e2021JD036146. https://doi.org/10.1029/2021JD036146. (Preprint here)
  8. S. Dewitte and S. Nevens (2016). „The Total Solar Irradiance Climate Data Record“. The Astrophysical Journal, 830 25. https://doi.org/10.3847/0004-637X/830/1/25 (Open access).
  9. T. Dudok de Wit, G. Kopp, C. Fröhlich and M. Schöll (2017). „Methodology to create a new total solar irradiance record: Making a composite out of multiple data records“. Geophysical Research Letters, 44(3), 1196-1203. https://doi.org/10.1002/2016GL071866. (Open access)
  10. K. Matthes, B. Funke, M.E. Andersson, L. Barnard, J. Beer, P. Charbonneau, M.A. Clilverd, T. Dudok de Wit, M. Haberreiter, A. Hendry, C.H. Jackman, M. Kretzschmar, T. Kruschke, M. Kunze, U. Langematz, D.R. Marsh, A.C. Maycock, S. Misios, C.J. Rodger, A.A. Scaife, A. Seppälä, M. Shangguan, M. Sinnhuber, K. Tourpali, I. Usoskin, M. van de Kamp, P.T. Verronen and S. Versick (2017) „Solar forcing for CMIP6 (v3.2)“. Geoscientific Model Development, 10, 2247–2302. https://doi.org/10.5194/gmd-10-2247-2017 . (Open access).
  11. N. A. Krivova, L. Balmaceda and S. K. Solanki (2007). „Reconstruction of solar total irradiance since 1700 from the surface magnetic flux“. Astronomy and Astrophysics, 467, 335-346. https://doi.org/10.1051/0004-6361:20066725 . (Open access).
  12. O. Coddington, J.L. Lean, P. Pilewskie, M. Snow and D. Lindholm (2016). “A Solar Irradiance Climate Data Record”. Bulletin of the American Meteorological Society, 97(7), 1265-1282. https://doi.org/10.1175/BAMS-D-14-00265.1 . (Open access)
  13. S. Dewitte, J. Cornelis and M. Meftah (2022). „Centennial Total Solar Irradiance Variation“, Remote Sensing, 14(5), 1072. https://doi.org/10.3390/rs14051072 . (Open access)
  14. T. Egorova, W. Schmutz, E. Rozanov, A.I. Shapiro, I. Usoskin, J. Beer, R.V. Tagirov and T. Peter (2018). „Revised historical solar irradiance forcing“. Astronomy and Astrophysics, 615, A85. https://doi.org/10.1051/0004-6361/201731199 (Open access)
  15. D.V. Hoyt and K.H. Schatten (1993). „A discussion of plausible solar irradiance variations, 1700-1992“. Journal of Geophysical Research Space Physics, 98(A11), 18895-18906. https://doi.org/10.1029/93JA01944 . (pdf available here)
  16. V. Penza, F. Berrilli, L. Bertello, M. Cantoresi, S. Criscuoli and P. Giobbi (2022). „Total Solar Irradiance during the Last Five Centuries“. The Astrophysical Journal, 937(2), 84. https://doi.org/10.3847/1538-4357/ac8a4b . (Open access).
  17. W. W.-H. Soon (2005). „Variable solar irradiance as a plausible agent for multidecadal variations in the Arctic-wide surface air temperature record of the past 130 years“. Geophysical Research Letters. 32, 16. https://doi.org/10.1029/2005GL023429 (Open access)
  18. W. W.-H. Soon (2009). „Solar Arctic-Mediated Climate Variation on Multidecadal to Centennial Timescales: Empirical Evidence, Mechanistic Explanation, and Testable Consequences“. Physical Geography. 30, 144-184. https://doi.org/10.2747/0272-3646.30.2.144 (pdf available here).
  19. W. Soon, Ronan Connolly and M. Connolly (2015). “Re-evaluating the role of solar variability on Northern Hemisphere temperature trends since the 19th century”. Earth-Science Reviews, 150, 409-452. https://doi.org/10.1016/j.earscirev.2015.08.010. (Preprint version)
  20. P. O’Neill, R. Connolly, M. Connolly, W. Soon, B. Chimani, M. Crok, R. de Vos, H. Harde, P. Kajaba, P. Nojarov, R. Przybylak, D. Rasol, Oleg Skrynyk, Olesya Skrynyk, P. Štěpánek, A. Wypych and P. Zahradníček (2022). “Evaluation of the homogenization adjustments applied to European temperature records in the Global Historical Climatology Network dataset”. Atmosphere, 13(2), 285. https://doi.org/10.3390/atmos13020285. (Open access)
  21. W.W-H. Soon, R. Connolly, M. Connolly, P. O’Neill, J. Zheng, Q. Ge, Z. Hao and H. Yan (2018). Comparing the current and early 20th century warm periods in China. Earth-Science Reviews, 185, 80-101. https://doi.org/10.1016/j.earscirev.2018.05.013. (Preprint version)
  22. G.A. Schmidt, J.H. Jungclaus, C.M. Ammann, E. Bard, P. Braconnot, T.J. Crowley, G. Delaygue, F. Joos, N.A. Krivova, R. Muscheler, B.L. Otto-Bliesner, J. Pongratz, D.T. Shindell, S.K. Solanki, F. Steinhilber, and L.E.A. Vieira (2011). “Climate forcing reconstructions for use in PMIP simulations of the last millennium (v1.0)”. Geoscientific Model Development, 4, 33–45, https://doi.org/10.5194/gmd-4-33-2011. (Open access).

Link: https://www.ceres-science.com/post/reply-to-erroneous-claims-by-realclimate-org-on-our-research-into-the-sun-s-role-in-climate-change

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




1609 Wissenschaftler weltweit verurteilen die Klima-Hysterie

Larry Bell

[Hervorhebungen in diesem Beitrag vom Übersetzer]

Jede Behauptung, die Wissenschaft sei sich einig über die Existenz einer durch Kohlendioxid verursachten Klimakrise, ist ein betrügerischer, zerstörerischer und kostspieliger Betrug.

Eine „Welt-Klima-Erklärung“, die im August von der gemeinnützigen wissenschaftlichen Global Climate Intelligence Group (CLINTEL) veröffentlicht und von 1609 namhaften Wissenschaftlern und Fachleuten – darunter zwei Nobelpreisträger, John Clauser (USA) und Ivar Giaever (Norwegen/USA) – unterstützt wurde, widerlegt eindeutig eine solche Behauptung.

Der Autor, der zwei hoch bewertete Bücher zu diesem Thema veröffentlicht hat – das zweite auf Drängen des verstorbenen Dr. Fred Singer, dem Gründer des US-Wettersatellitendienstes, sowie des verstorbenen Dr. John Coleman, dem Mitbegründer des Wetterkanals – gehört zu den 321 Unterzeichnern von CLINTEL in den USA.

CLINTEL argumentiert, dass die Klimawissenschaft zu einer Glaubensdiskussion verkommen ist und nicht zu einer fundierten, selbstkritischen Wissenschaft:

● Es gibt keinen Notfall: Wissenschaftler sollten Unsicherheiten und Übertreibungen bei ihren Vorhersagen zur globalen Erwärmung offen ansprechen, und Politiker sollten die realen politischen Kosten sowie die imaginären Vorteile ihrer Vorschläge berechnen.

● Sowohl natürliche als auch vom Menschen verursachte Faktoren verursachen Änderungen der Temperatur: Die Welt hat sich deutlich weniger erwärmt, als theoretische Modelle vorausgesagt haben, was zeigt, dass wir weit davon entfernt sind, die komplexen Einflüsse zu verstehen.

● Klimamodelle sind als politische Instrumente nicht im Entferntesten plausibel: Sie übertreiben die Wirkung von Treibhausgasen, während sie den bereichernden und lebenswichtigen Nutzen von CO₂ für die Vegetation außer Acht lassen, das für alles Leben unerlässlich ist.

● Die Aufzeichnungen zeigen, dass die globale Erwärmung nicht zu einer Zunahme von Naturkatastrophen geführt hat; es gibt jedoch zahlreiche Belege dafür, dass Maßnahmen zur Verringerung der CO₂-Emissionen ebenso schädlich wie kostspielig sind.

● Die Klimapolitik muss die wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Realitäten respektieren: Es gibt keinen Klimanotstand, und deshalb lehnt CLINTEL die schädliche und unrealistische Netto-Null-CO₂-Politik, die für 2050 vorgeschlagen wird, entschieden ab.

Die Erklärung von CLINTEL widerspricht alarmistischen, auf fehlerhaften Annahmen und Modellen beruhenden Weltuntergangsszenarien, die von den Medien verbreitet werden und sich als völlig unrealistisch erwiesen haben.

Nachdem die Temperaturen in den 1930er Jahren höher waren als heute und trotz der Industrien des Zweiten Weltkriegs in den 1940er Jahren, die enorme Mengen an CO₂ in die Atmosphäre freisetzten, führten drei Jahrzehnte der Abkühlung bis in die späten 1970er Jahre dazu, dass „Experten“, wissenschaftliche Einrichtungen sowie große Mediennetzwerke den Beginn einer neuen Eiszeit ankündigten.

Dieser Alarm schlug bald in eine angeblich entgegengesetzte globale Erwärmungsgefahr um.

Im Juni 2008 sagte James Hansen, Direktor des Goddard Institute for Space Studies (GISS) der NASA, voraus, dass es in fünf bis zehn Jahren kein arktisches Sommereis mehr geben würde.

Man beachte, dass Hansens Nachfolger Gavin Schmidt später, im Jahr 2021, in der renommierten Fachzeitschrift Science zugab: „Im Laufe des letzten Jahres ist klar geworden, dass wir um das Eingeständnis nicht herumkommen, dass man den Modellen als politischem Instrument nicht trauen kann. Am Ende erhält man sogar für die nahe Zukunft Zahlen, die ebenso wahnsinnig beängstigend wie falsch sind“.

Einige werden sich an den „Climategate“-Skandal von 2009 erinnern, als durchgesickerte E-Mail-Kommunikation zwischen Klimawissenschaftlern grobe, nicht gemeldete Unsicherheiten in Form von unhaltbaren Behauptungen und falschen Darstellungen enthüllte, die bis heute anhalten.

Kevin Trenberth, einer der Hauptautoren der IPCC-Berichte aus den Jahren 2001 und 2007, gab in der Wissenschaftszeitschrift Nature.com zu: „Keines der vom IPCC verwendeten Modelle wird mit dem beobachteten Zustand initialisiert, und keiner der Klimazustände in den Modellen entspricht auch nur im Entferntesten dem aktuellen beobachteten Zustand.“

Der verstorbene Stephen Schneider, Autor von „The Genesis Strategy“, einem Buch aus dem Jahr 1976, in dem er davor warnte, dass die globale Abkühlung eine Bedrohung für die Menschheit darstelle, änderte diese Ansicht später als Hauptautor von drei IPCC-Berichten um 180 Grad.

In der Zeitschrift Discover (1989) wird er mit den Worten zitiert, dass wir, um das Risiko eines möglicherweise katastrophalen Klimawandels zu verringern, „eine breite Unterstützung brauchen, um die Öffentlichkeit zu begeistern. Das bedeutet natürlich auch, dass die Medien viel darüber berichten müssen. Wir müssen also Schreckensszenarien entwerfen, vereinfachte, dramatische Aussagen machen und dürfen die Zweifel, die wir haben könnten, kaum erwähnen. Jeder von uns muss entscheiden, was das richtige Gleichgewicht zwischen Effektivität und Ehrlichkeit ist.“

Nein, wie CLINTEL in ihrer Erklärung klarstellt, erfordert verantwortungsvolle Wissenschaft keine solche Entscheidung zwischen Ehrlichkeit und Agenda.

In einer der E-Mails von Wissenschaftlern aus der Climategate-Ära heißt es: „Es ist unvorstellbar, dass politische Entscheidungsträger bereit sind, Milliarden- und Billionen-Dollar-Entscheidungen zur Anpassung an den prognostizierten regionalen Klimawandel auf der Grundlage von Modellen zu treffen, die nicht einmal die Prozesse beschreiben und simulieren, die die Bausteine der Klimavariabilität sind.“

Unvorstellbar, ja, aber tragischerweise geschieht es trotzdem.

This article originally appeared at NewsMax

Autor: CFACT Advisor Larry Bell heads the graduate program in space architecture at the University of Houston. He founded and directs the Sasakawa International Center for Space Architecture. He is also the author of „Climate of Corruption: Politics and Power Behind the Global Warming Hoax.“

Link: https://www.cfact.org/2023/09/04/1609-global-scientists-debunk-climate-hysteria/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Alarmisten heizen mit Klima- und Wetter-„Rekorden“ ein

Larry Bell

Tedros Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), schrieb auf X, früher bekannt als Twitter, „Der heißeste Monat [Juli] ist gerade zu Ende gegangen. Wir haben sengende Hitze, extreme Wetterereignisse, Waldbrände und schwere gesundheitliche Folgen erlebt.“ Er fügte hinzu: „Das erinnert uns eindringlich daran, dass wir dringend gemeinsam etwas gegen den Klimawandel unternehmen müssen. Lassen Sie uns diesen alarmierenden Meilenstein nutzen, um unsere Entschlossenheit für mutige Klimaschutzmaßnahmen zu stärken. Gemeinsam können wir den Druck auf nachhaltige Lösungen erhöhen und eine kühlere, widerstandsfähigere Welt für die kommenden Generationen schaffen.“

Myron Ebel, Direktor und Senior Fellow des Center for Energy and Environment, weist darauf hin, dass Juni und Juli vielerorts heiß waren, während an anderen Orten – wie in Los Angeles mit dem zehntkältesten Juni seit Beginn der Aufzeichnungen der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) – unterdurchschnittliche Temperaturen herrschten.

Am 27. Juli erklärte Präsident Biden, dass „Rekordtemperaturen – und ich meine Rekord – jetzt mehr als 100 Millionen Amerikaner betreffen. Puerto Rico erreichte letzten Monat einen Hitzeindex von 125 Grad [52°C*]. San Antonio erreichte im letzten Monat einen Rekord-Hitzeindex von 117“ [47°C*].

[*Einschub des Übersetzers: Die Rede ist hier nicht von „Temperatur“, sondern von „Hitze-Index“. Weiter unten im Beitrag wird erklärt, dass der Index „Temperatur und Luftfeuchtigkeit kombinieren“. Vermutlich ist also eine Größe gemeint, die bei uns als „Pseudopotentielle Temperatur“ bekannt ist. Dabei wird rechnerisch angenommen, dass die gesamte Feuchtigkeit in der Luft auskondensiert und die frei werdende latente Wärme {d. h. die zuvor für die Verdunstung verbrauchte Wärme} zur Temperatur hinzu addiert wird. Im genannten Beispiel wären das also 51°C bei einer Relativen Luftfeuchtigkeit von Null Prozent. Allerdings erscheint dieser Wert bei hohen Temperaturen viel zu niedrig,, denn in einer feuchtheißen Luftmasse treten auch bei uns Werte über 100 Grad Celsius auf! – Weil nirgendwo angegeben wird, ob Fahrenheit oder Celsius gemeint ist, werden hier die Original-Angaben aus dem Beitrag mit dem entsprechenden Celsius-Wert in Klammern dahinter genannt {außer wenn explizit Grad Fahrenheit genannt wird}. – Ende Einschub]

Anstatt die tatsächlichen Temperaturen zu nennen, betrug der Index in Puerto Rico nach Angaben des Nationalen Wetterdienstes (NWS) an dem genannten Tag 95 Grad (35 Celsius) – nicht 125 (52) – da die Indexmessungen Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit kombinieren.

Nach Angaben des NWS resultierte der Hitzeindex von San Antonio von 117 (47) Grad in diesem Monat aus nur drei Tagen mit Temperaturen von 105 (41) Grad vom 19. bis 21. Juni. Und während in Houston die Temperaturen im Juli rund 5 Grad über dem Durchschnitt lagen, gab es in einigen ländlichen texanischen Städten wie Water Valley mit 99,8 (37,7) Grad im Vergleich zu einem vorherigen Durchschnitt von 97 (36,1) Grad kaum Veränderungen.

Der Klimatologe Professor John Christy, Direktor des Geowissenschaftszentrums der Universität von Alabama in Huntsville, weist darauf hin, dass „der Westen regional gesehen die meisten Rekorde für heiße Sommer in den letzten 100 Jahren verzeichnet hat, während das Ohio-Tal und der obere Mittlere Westen die wenigsten erlebt haben“.

Dr. Christy, ein ehemaliger NASA-Wissenschaftler, beobachtet: „Für das gesamte Gebiet der USA haben die letzten zehn Jahre nur eine durchschnittliche Anzahl von Rekorden hervorgebracht. Die 1930er Jahre sind immer noch der Champion [für die meisten 100-plus-Temperaturtage in einem Jahr].“

In den alarmistischen Berichten werden die Temperaturdaten des U.S. Historical Climate Network (USHCN) für den Hauptteil der USA bequemerweise nicht erwähnt, aus denen hervorgeht, dass die Zahl der Tage mit Temperaturen über 100 Grad Fahrenheit (37,8 Grad Celsius), die in den 1930er Jahren ihren Höhepunkt erreichten, seit 80 Jahren insgesamt rückläufig ist.

Man bedenke, dass dieser Höhepunkt vor den 1940er Jahren erreicht worden war, als die Waffenindustrie des Zweiten Weltkriegs große Mengen an CO in die Atmosphäre freisetzte.

Nichtsdestotrotz sanken die globalen Temperaturen von Mitte der 1940er Jahre bis Ende der 1970er Jahre in Schüben, als der größte Teil des klimawissenschaftlichen Establishments und der Medien den Beginn der nächsten Eiszeit mit rasant vorstoßenden Gletschern, die Manhattan bedrohten, vorhersagte.

Ein Jahrzehnt später, begünstigt durch die fieberhaften Anhörungen des damaligen Senators Al Gore 1988 im Kongress und im Einklang mit der Besessenheit der Vereinten Nationen, das Kyoto-Protokoll zu verabschieden, einen Plan zur Umverteilung des globalen Reichtums, der den CO₂-Ausstoß in den Industrieländern – vor allem in den USA – deckelt, erklärte der IPCC einen gegenteiligen und unmittelbar bevorstehenden globalen Erwärmungsnotstand, der China, dem weltweit größten Emittenten, weiterhin einen Freibrief ausstellt.

Während Christy und praktisch alle anderen sachkundigen Klimatologen voll und ganz anerkennen, dass sich das Klima offensichtlich aufgrund zahlreicher komplexer natürlicher Faktoren verändert und dass seit dem Ende der drei Jahrhunderte dauernden so genannten „Kleinen Eiszeit“ Mitte des 18. Jahrhunderts ein Erwärmungstrend zu verzeichnen ist, sollten wir die 30-jährigen Klima-Zuordnungen nicht mit dekadischen und kürzeren regionalen Wettermustern und -ereignissen verwechseln.

Christie erklärte gegenüber der Epoch Times, dass die globalen, nur bis 1979 zurückreichenden Satellitenmessungen, die er zusammen mit seinem Meteorologenkollegen Roy Spencer durchgeführt hat zeigen, dass der vergangene Juli zwar der wärmste um etwa ein Viertel Grad war, dass aber ein „früher und starker El Niño“ ein „Hauptfaktor“ für diesen Anstieg war.

Der Begriff „El Niño“ bezieht sich auf durchweg natürliche, relativ kurze, mehrjährige, periodische Ereignisse im Pazifischen Ozean, die zu höheren Temperaturen in Nord- und Südamerika führen, auf die in der Regel La Niñas folgen, die das Ergebnis in kühlere Verhältnisse umkehren, wobei Passatwinde das warme Wasser in Richtung Asien drücken.

Alles in allem zeigen die Daten der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), dass die durchschnittlichen globalen Temperaturen seit der vorindustriellen Ära (1880-1900) um 1 Grad Celsius gestiegen sind, und nur wenige werden behaupten, dass CO₂ nicht einen (noch nicht messbaren) Beitrag geleistet hat.

Christy bestätigt, dass die jüngsten Satellitendaten einen stetigen Anstieg der globalen Temperaturen um etwa 0,12 Grad Celsius pro Jahrzehnt zeigen, betont jedoch, dass wir verstehen sollten, dass dieser aktuelle Trend eine Erholung von der kältesten Epoche der letzten 10.000 Jahre im 19. Jahrhundert darstellt.

Die römische Warmzeit vor zweitausend Jahren war genauso warm oder sogar wärmer als die mittelalterliche Warmzeit vor tausend Jahren – lange bevor die Menschheit Schornsteine und SUVs einführte.

Denken wir auch daran, dass CO₂ eine wichtige Pflanzennahrung ist, die laut Satelliten unsere Welt grüner macht, die Vegetationsperioden verlängert, mehr Menschen und andere Geschöpfe Gottes ernährt und unser Leben grundlegend verlängert und verbessert.

Und während Präsident Biden behauptet: „Ich glaube nicht, dass irgendjemand mehr die Auswirkungen des Klimawandels leugnen kann“, wo „die wetterbedingte Todesursache Nr. 1 die Hitze ist – 600 Menschen sterben jährlich an ihren Auswirkungen“, versäumt er zu erwähnen, dass kalte Wetterbedingungen jedes Jahr weit mehr Menschen töten.

Nach Angaben des Breakthrough Institute ist Hitze für etwa 500.000 jährliche Todesfälle weltweit verantwortlich, während Kälte für 4,6 Millionen zusätzliche Todesfälle verantwortlich ist.

Es ist auch höchste Zeit, dass Generaldirektor Tedros Ghebreyesus reinen Tisch macht und die falschen Informationen der WHO über COVID-19 richtigstellt, bevor er wieder Fakten über das Wetter verdreht.

This article originally appeared at NewsMax

Autor: CFACT Advisor Larry Bell heads the graduate program in space architecture at the University of Houston. He founded and directs the Sasakawa International Center for Space Architecture. He is also the author of „Climate of Corruption: Politics and Power Behind the Global Warming Hoax.“

Link: https://www.cfact.org/2023/09/02/alarmists-turn-up-heat-with-climate-weather-records/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Wie Wissenschaft dieser Tage gemacht wird

Tony Thomas

Es ist nichts Neues, dass Mainstream-Klimawissenschaftler sich verschwören, um Arbeiten zu begraben, die Zweifel an der katastrophalen globalen Erwärmung aufkommen lassen. Die Climategate-Leaks zeigten, dass Dr. Phil Jones, der die globalen HadCRUT-Temperaturreihen mitkompiliert hat, am 8. Juli 2004 eine E-Mail an Michael „Hockeyschläger“ Mann schrieb:

Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine dieser Studien in den nächsten IPCC-Bericht aufgenommen wird. Kevin [Trenberth, ein Kollege] und ich werden sie irgendwie heraushalten – selbst wenn wir neu definieren müssen, was die Peer-Review-Literatur ist!

Dank eines Whistleblowers aus der Wissenschaft gibt es jetzt Unterlagen über ein aktuelles Verfahren, das genauso schlimm ist wie das in der Jones-Mann-Korrespondenz beschriebene. Diese neue und schreckliche Geschichte – an der wiederum Dr. Mann beteiligt ist – zielt darauf ab, eine von vier italienischen Wissenschaftlern veröffentlichte und von Fachkollegen unterstützte Arbeit zu entwerten und zu demontieren. Ihre im European Physical Journal Plus veröffentlichte Arbeit trägt den TitelA critical assessment of extreme events trends in times of global warming und belegt, dass extreme Wetterereignisse und damit verbundene Katastrophen im Gegensatz zu den Katastrophisten, welche die Guardian/ABC-Achse und andere willfährige Medien mit Fehlinformationen versorgen, nicht generell zunehmen.

Die Hexenjagd hat australische Züge. Im vergangenen September wies der Umweltjournalist Graham Lloyd in der australischen Zeitung The Australian auf die Studie (kostenpflichtig) und ihre Schlussfolgerung hin, dass der „Extremereignis-Notstand“ übertrieben sei. Der australische Nachrichtensender Sky News Australia, der zweimal über die Studie berichtete, verzeichnete mehr als 400.000 Aufrufe und Tausende von Kommentaren.

Der grün-linke Guardian konterte mit einem Artikel des hauseigenen Kataastrophisten Graham Readfearn, in dem die Professoren Lisa Alexander und Steve Sherwood, beide von der Universität NSW, zu Wort kommen. Sie unterstellten Rosinenpickerei und falsche Zitate. Ihr Hauptvorwurf lautete, dass sich die Italiener in ihrer Studie auf den 5. IPCC-Bericht von 2013 gestützt hätten und nicht auf den jüngsten 6. (Die Italiener sagen, sie hätten ihre Studie vor dem Erscheinen des 6. Berichts vorgelegt).

Die Aufregung des Guardian erregte die Aufmerksamkeit von Marlowe Hood von Agence France-Presse (AFP), der sich bescheiden als „Senior Editor, Future of the Planet“ und Herald of the Anthropocene“ bezeichnet. Er hat für The Australian (kostenpflichtig, aber auch hier) eine Hetzschrift gegen ihre Studie verfasst. AFP hat die Studie vor einer redaktionellen Untersuchung als „fehlerhaft“ und „grundlegend mangelhaft“ gebrandmarkt, mit „diskreditierten Behauptungen“ und „grob manipulierten Daten“. Dieser Missbrauch war normal, da AFP und The Guardian die Koalition Covering Climate Now (CCN) anführen, der etwa 500 Medien mit einer Reichweite von 2 Milliarden Menschen angehören. Diese Medien haben die CCN-Verpflichtung unterzeichnet, den Katastrophismus zu fördern und jegliche Skepsis gegenüber dem prognostizierten feurigen Schicksal unseres Planeten zu widerlegen und zu zensieren.

Die Dokumente der Whistleblower zeigen, wie dieser Medienansturm – im Gegensatz zu einer begründeten wissenschaftlichen Beschwerde – den Eigentümer der Zeitschrift, Springer, dazu brachte, „Maßnahmen“ zu fordern. Das Ziel von Springer war es, den Herausgeber zu zwingen, zumindest ein Erratum zu veröffentlichen und, wenn möglich, den Artikel ganz zurückzuziehen, um das richtige Klimadenken wiederherzustellen.

Der Verlag hat sich nun für den Widerruf entschieden, und das Fallbeil wird jeden Tag fallen. Aber das Verfahren war eine Rattenfängerei anstelle der üblichen strengen und ehrenhaften Protokolle. In der Zwischenzeit haben die unerschrockenen italienischen Autoren Alimonti und Mariani letzte Woche erfolgreich eine aktualisierte Version ihrer Studie veröffentlicht, die ebenfalls von Fachleuten geprüft wurde und in einer anderen wissenschaftlichen Zeitschrift erschienen ist.

Kapitel und Verweise auf die Kontroverse sind im Blog The Honest Broker von Dr. Roger J. Pielke Jr. zu finden, einem weltweit führenden Experten für monetäre Verlusttrends bei Extremereignissen.
Die renommierte Klimatologin Dr. Judith Curry twitterte:

Verwerfliches Verhalten der Herausgeber einer Fachzeitschrift, die eine vielgelesene Studie über das Klima (80.000 Downloads) wegen politisch unbequemer Schlussfolgerungen zurückgezogen haben. Die Herausgeber des Journals baten mich, ein Urteil zu fällen, und meine Ergebnisse fielen zugunsten des Autors aus.

Die Kontroverse dreht sich darum, wie der 6. IPCC-Bericht interpretiert wird, denn er scheint die Tendenzen bei den Extremen in beide Richtungen aufzuteilen. In aller Fairness können Sie hier eine ausführliche Argumentation eines Befürworters für den Rückzug ihrer Studie lesen. Aber selbst Andy Revkin, ein führender US-Journalist mit warmistischer Überzeugung, hat erklärt:

Trotz der Schlagzeilen ist es immer noch schwierig, die globale Erwärmung und die natürliche Variabilität der langfristigen Hitzewellenmuster in den Vereinigten Staaten auseinanderzuhalten. Das mag überraschen, war aber eine klare Schlussfolgerung sowohl des letzten U.S. National Climate Assessment als auch des IPCC-Berichts.

Ich möchte nun den Hintergrund der italienischen Beschuldigten in diesem politisierten Streit erläutern. Sie genießen einen guten Ruf, aber das bedeutet natürlich nicht, dass sie im Recht sind.

♦ Professor Gianluca Alimonti, Universität Mailan und leitender Forscher am Nationalen Institut für Kernphysik Italiens. Viele seiner Studien befassen sich mit der Arbeit am 7000-Tonnen-ATLAS-Detektor am Large Hadron Collider des CERN. Er kann mehr als 300 Veröffentlichungen und Vorträge vorweisen.

♦ Renato Angelo Ricci, Universität Padua, Padua. Er hat in den Legnaro National Laboratories gearbeitet, einem der vier großen Forschungszentren des italienischen Nationalen Instituts für Kernphysik (INFN). [1] Er ist so angesehen, dass das INFN ihm seine zehnte jährliche Varenna-Konferenz über Kernreaktionsmechanismen gewidmet hat. [1] In der korrumpierten italienischen Wikipedia wird er als Klimaskeptiker abgetan.

♦ Luigi Mariani, Universität Mailand, ebenfalls vom INFN. Er arbeitet für das Lombardische Museum für Agrargeschichte und hat 137 seiner Studien veröffentlicht.

Franco Prodi, Nationale Akademie der Wissenschaften, Verona und Italienischer Nationaler Forschungsrat – Institut für Atmosphärenwissenschaften und Klima. 193 Veröffentlichungen, 2300 Zitate: „Hauptinteressengebiete sind die Physik der Wolken und des Niederschlags, Hagel und Niederschlagswachstum, Aerosolphysik, atmosphärische Strahlung, Studien über schwere Unwetter und radarmeteorologische Untersuchungen, Satellitenmeteorologie und Nowcasting [kurzfristige Wettervorhersage konvektiver Ereignisse].“

Der Guardian merkte an, dass drei der vier Italiener im vergangenen Jahr eine Erklärung von Skeptikern unterzeichnet hatten, als ob sie das von der eigentlichen Forschung disqualifiziere. Der Guardian erwähnte nicht, dass die gleiche Erklärung mit ihren 1600 Unterzeichnern von zwei Nobelpreisträgern für Physik angeführt wurde, nämlich John Clauser (2022) und Ivar Giaever (1973) [2].

Die Kommentare von Michael „Hockeystick“ Mann von der Universität Pennsylvania über Alimonti und Ricci sind aufschlussreich. Er beschrieb ihren Zeitschriftenartikel als

ein weiteres Beispiel dafür, dass Wissenschaftler aus völlig fremden Fachgebieten auftauchen und naiv unangemessene Methoden auf Daten anwenden, die sie nicht verstehen. Entweder ist der Konsens der weltweiten Klimaexperten, dass der Klimawandel eine eindeutige Zunahme vieler Arten von Wetterextremen verursacht, falsch, oder ein paar italienische Kernphysiker haben Unrecht.

Mann selbst ist ein Kenner des Falschen (und braucht offensichtlich Nachhilfeunterricht in Höflichkeit). Seine berüchtigte Hockeystick-Studie aus dem Jahr 1999 beweist angeblich eine noch nie dagewesene globale Erwärmung im 20. Jahrhundert. Sein 1000-Jahres-Diagramm wurde vom IPCC in seinem Dritten Bericht von 2001 [3] als Markenzeichen verwendet und sechs Jahre später in seinem Vierten Bericht fast zur Unsichtbarkeit heruntergespielt.

Mann hatte das wissenschaftliche No-Go begangen, gemessene globale Temperaturen aus dem Jahr 1961 heimlich mit seiner aus Baumringproben abgeleiteten Temperaturkurve zu verbinden, [4] um, wie Dr. Phil Jones (16. November 1999) in Climategate sagte, „den Rückgang“ [Hide the decline] des Proxy-Trends des 20. Jahrhunderts zu verbergen, der Manns gesamte Temperaturrekonstruktion zu verfälschen drohte. [5]

Australiens Top-Katastrophenforscherin ist Lesley Hughes, Professorin für Biologie an der Macquarie University, deren Spezialgebiet die Entomologie ist, z. B. die Ejakulationen von Schmetterlingen, die von Ameisen gepflegt werden, obwohl sie in letzter Zeit über die tödlichen Folgen des Klimawandels für das Great Barrier Reef veröffentlicht hat. (In den letzten zwei Jahren gab es dort eine Rekord-Korallenbedeckung). Ihr Kollege im Klimarat und Blindgänger-Prophet Tim Flannery ist Säugetierforscher.

Der Schreibtischbericht der Italiener umfasst 20 Seiten, auf denen sie 82 relevante Studien vorstellen. Ihr Englisch ist gut formuliert, auch wenn die Syntax etwas ungewöhnlich ist. Es sind ihre Schlussfolgerungen (siehe unten), die bei den gesalbten Klimaschützern so viel Wut [6] ausgelöst haben:

Seit dem Zweiten Weltkrieg haben unsere Gesellschaften enorme Fortschritte gemacht und ein Niveau des Wohlbefindens (Gesundheit, Ernährung, Gesundheit der Lebens- und Arbeitsorte usw.) erreicht, das sich frühere Generationen nicht einmal im Entferntesten vorstellen konnten. Heute sind wir aufgerufen, den Weg des Fortschritts fortzusetzen und dabei die Zwänge der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit zu beachten, und zwar mit der Strenge, die durch die Tatsache diktiert wird, dass der Planet im Jahr 2050 10 Milliarden Einwohner haben wird, die zunehmend urbanisiert sind.

Seit ihren Anfängen ist die menschliche Spezies mit den negativen Auswirkungen des Klimas konfrontiert; die historische Klimatologie hat wiederholt das Konzept der Klimaverschlechterung verwendet, um die negativen Auswirkungen von Extremereignissen (vor allem Trockenheit, Dürre- und Kälteperioden) auf die Zivilisation zu erklären. Heute stehen wir vor einer Warmphase und haben zum ersten Mal Überwachungsmöglichkeiten, die es uns ermöglichen, deren Auswirkungen objektiv zu bewerten.

Einen Klimanotstand zu befürchten, ohne dass dies durch Daten gestützt wird bedeutet, den Rahmen der Prioritäten zu verändern, was sich negativ auf unsere Fähigkeit auswirken könnte, die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen, und natürliche und menschliche Ressourcen in einem wirtschaftlich schwierigen Kontext zu verschwenden, was nach dem COVID-Notstand noch negativer ist. Das bedeutet nicht, dass wir nichts gegen den Klimawandel unternehmen sollten: Wir sollten daran arbeiten, unsere Auswirkungen auf den Planeten zu minimieren und die Luft- und Wasserverschmutzung zu verringern. Unabhängig davon, ob es uns gelingt, unsere Kohlendioxid-Emissionen in den kommenden Jahrzehnten drastisch zu reduzieren, müssen wir unsere Anfälligkeit für extreme Wetter- und Klimaereignisse verringern.

Wenn wir unseren Kindern den Staffelstab überlassen, ohne sie mit der Angst vor einem Klimanotstand zu belasten, könnten sie die verschiedenen Probleme (Energie, Landwirtschaft, Ernährung, Gesundheit usw.) mit einem objektiveren und konstruktiveren Geist angehen, um zu einer ausgewogenen Bewertung der zu ergreifenden Maßnahmen zu gelangen, ohne die begrenzten Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen, für kostspielige und unwirksame Lösungen zu verschwenden. Wie sich das Klima im einundzwanzigsten Jahrhundert entwickeln wird, ist ein Thema mit großer Unsicherheit. Wir müssen unsere Widerstandsfähigkeit gegenüber dem zukünftigen Klima erhöhen.

Wir müssen uns daran erinnern, dass die Bewältigung des Klimawandels kein Selbstzweck ist und dass der Klimawandel nicht das einzige Problem ist, mit dem die Welt konfrontiert ist. Das Ziel sollte sein, das menschliche Wohlergehen im 21. Jahrhundert zu verbessern und gleichzeitig die Umwelt so weit wie möglich zu schützen, und es wäre unsinnig, dies nicht zu tun: Es wäre, als würden wir uns nicht um das Haus kümmern, in dem wir geboren und aufgewachsen sind.

Das ist zwar ein wenig sentimental, aber nicht übertrieben, wenn man bedenkt, dass der Leiter des IPCC Antonio Guterres letzten Monat verkündete, dass wir jetzt unter einem „globalen Siedepunkt“ leiden. Und der verstorbene Professor Will Steffen, der zwei Jahrzehnte lang die australische Klimapolitik lenkte, warnte die Royal Society, dass der Klimawandel das Ende der Spezies Homo Sapiens bedeuten könnte [7].

Im Angriffsartikel des Guardian wurde Professor Lisa Alexander, eine UNSW-Spezialistin für Niederschlagsextreme zitiert, die sagte, dass es im Gegensatz zu den „selektiven und voreingenommenen“ Behauptungen ihrer Studie „definitiv eine Zunahme von Niederschlagsextremen“ gebe und dass dies „auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen“ sei. Die Studie habe die Ergebnisse ihrer eigenen Arbeiten „völlig falsch dargestellt“, sagte sie. Sie wollte, dass die Studie abgelehnt oder stark überarbeitet wird.

So weit, so pointiert, aber wenn man sich eine ihrer beiden von den Italienern zitierten Studien ansieht, stellt man fest, dass die Abbildungen 2, 3, 4, 5, 7, 8 und 9 – also alle bis auf drei der zehn Abbildungen – falsch wiedergegeben wurden. [8] Die Zeitschrift musste ein entsprechendes Erratum und Update veröffentlichen. Ein unfreundlicher Kritiker könnte sagen: „Wer im Glashaus sitzt, schimpft im Kessel“. Übrigens hat Alexanders UNSW-Team unter der Leitung von Andy Pitman (berühmt für seine unbeabsichtigte Offenheit, dass „Erwärmung keine Dürren verursacht“) eine riesige ARC-Steuergeldsumme von 32.134.273 Dollar erhalten. Ihre andere Studie, die keine Korrekturen enthielt, wurde mit einem ARC-Zuschuss von nur 356.402 $ unterstützt.

In beiden Studien betont Professor Alexander lobenswerterweise die massiven Datenunsicherheiten auf ihrem Gebiet der Niederschlagsextreme, die durch unzuverlässige Niederschlags-Aufzeichnungen, fehlende Daten aus weiten Teilen ganzer Kontinente und zu kurze Aufzeichnungen verursacht werden. Sie warnte:

Trotz unserer besten Bemühungen gibt es immer noch Teile der Welt, in denen die Daten spärlich sind oder die zeitliche Abdeckung für einen Datensatz, der für die Langzeitüberwachung gedacht ist, unzureichend ist … Es sind Bemühungen im Gange, die aktuellen globalen Datensammlungen zu erweitern, um die für alle Nutzer verfügbaren Daten zu verbessern.

Was die angebliche Falschdarstellung ihrer Arbeit angeht, so kann ich das nicht erkennen. Im ersten Hinweis auf die italienischen Studie wird ihre Schlussfolgerung akzeptiert, dass der Regen im Allgemeinen zunimmt. [9] Im zweiten Hinweis zeigen sich die Italiener – ebenso wie sie – besorgt über die Datenqualität für extreme Regenfälle. (Die Italiener erwähnen unter anderem, dass Käfer oft in die Messgeräte klettern und ihre Kadaver den Mechanismus stören).

Marlowe von AFP zitiert in seinem Artikel Richard Betts (UK Met Office), der die Italiener anprangert. In einem Meisterwerk zickiger Anspielungen bemerkte die AFP: „Betts hielt sich mit der Forderung nach einem Rückzug zurück und machte einen Unterschied zwischen der Auslese von Daten und offenem Betrug.“

Andere zitierte Kritiker waren Friedericke Otto vom britischen Grantham Institute und Stefan Rahmstorf vom dunkelgrünen Postdam Institute. Otto beschwerte sich, dass die Italiener „in bösem Glauben“ schreiben – was auch immer das heißen mag. Rahmstorf bemängelte, dass die Studie in einer Physikzeitschrift veröffentlicht wurde und nicht in einer Fachzeitschrift für Klimaforschung (letztere wird natürlich zu 97 Prozent von den Katastrophenschützern als Peer Reviewer genutzt). „Ich kenne diese Zeitschrift nicht, aber wenn sie etwas auf sich hält, sollte sie den Artikel zurückziehen“, sagte Rahmstorf. Otto stimmte dem zu und forderte, dass der Artikel „laut und öffentlich“ zurückgezogen wird, vermutlich um die Autoren zum Sündenbock zu machen. Ein Professor der Universität Exeter sagte, er würde nicht so weit gehen, da er schlechte Publicity wegen Zensur befürchte – ein gutes Argument.

Nun zu den Unterlagen des Whistleblowers:

29. September 2022: Christian Caron von Springer Nature und die Redaktionsleiterin der Italienischen Physikalischen Gesellschaft Barbara Ancarani (warum sie?), setzen sich mit Alimonti et al. in Verbindung, um sie wissen zu lassen, dass aufgrund der beiden Medienberichte eine Untersuchung ihrer Studie eingeleitet wurde. Sie schickt eine Kopie an die Mitherausgeberin der Zeitschrift Beatrice Fraboni:

Wir sind sicher, dass Sie und Ihre Mitautoren sich der öffentlichen Debatte, die dies ausgelöst hat, bereits bewusst sind. In diesen Berichten werden zahlreiche Bedenken von Wissenschaftlern geäußert, die als sehr sachkundig auf diesem Gebiet gelten. Infolge dieser Umstände ist es nun notwendig, dass die Zeitschrift eine Untersuchung durchführt, um die Stichhaltigkeit dieser Bedenken zu bewerten, wie es der guten Praxis entspricht, wenn derartige Bedenken an eine Zeitschrift herangetragen werden. Ein redaktioneller Hinweis auf der Homepage des oben genannten Artikels wird hinzugefügt, der besagt:

„Die Leser werden darauf aufmerksam gemacht, dass die in diesem Manuskript enthaltenen Schlussfolgerungen derzeit umstritten sind. Die Zeitschrift untersucht die Angelegenheit“.

30. September 2022: Fraboni, Mitherausgeberin, wendet sich an den Mitherausgeber Jozef Ongena, der für die Überprüfung von Alimonti et al. zuständig ist.

„… wir haben einige Probleme mit einer Studie aus Ihrem Bereich. Die Herausgeber haben die Redaktion gebeten, Maßnahmen zu ergreifen.“

Ongena antwortet sofort:

Der Artikel hat die übliche Peer-Review durchlaufen. Es gibt keinen Grund, sich zu schämen… Peer Reviewing ist die übliche Praxis. Dass es eine Diskussion gibt, scheint nicht anomal und eine sehr gesunde Sache zu sein… Ich würde die Kollegen, die Einwände haben, auffordern, ihre Einwände einzusenden und sie an die Autoren weiterzuleiten. Eine Diskussion in der Presse anzustoßen, wie sie es bereits getan haben, ist sicherlich schlimmer als eine kritische Studie zu veröffentlichen. Man könnte sie später auch auffordern, einen Kommentar zu veröffentlichen. Wir als Zeitschrift sollten uns einer wissenschaftlichen Diskussion nicht verweigern oder sie scheuen, aber sie sollte in einer korrekten Form stattfinden.

4. Oktober 2022, Autor Alimonti:

Sehr geehrter Herr Dr. Caron, nach der Konfrontation [sic] mit den anderen Autoren glauben wir, dass ein möglicher korrekter Weg, eine wissenschaftliche Studie zu kritisieren, darin bestünde, eine detaillierte Zusammenfassung darüber zu schreiben, was angeblich nicht korrekt ist, und diese mit Referenzen zu ergänzen; mit anderen Worten, eine Studie mit präzisen Gegenargumenten oder zumindest einen detaillierten Bericht…

…die Autoren der kritisierten Studie können ausführlich antworten und die Zeitschrift kann über weitere Schritte entscheiden. Wurde Springer oder [die Zeitschrift] in irgendeiner Weise formell mit einer detaillierten Gegenanalyse kontaktiert? Falls ja, bitten wir Sie, uns eine Stellungnahme zukommen zu lassen, damit wir angemessen antworten können; falls nicht, sind wir der Meinung, dass eine wissenschaftliche Studie, die ein Peer-Review-Verfahren durchlaufen hat, nur aufgrund von Interviews in Online-Zeitungen oder Blogs als „zur Diskussion stehend“ zu betrachten, selbst wenn sie maßgebend ist, nicht dem entspricht, was eine wissenschaftliche Arbeitsweise erfordert…

…Prof. Prodi, ein angesehener Klimatologe, nicht nur ein „Kernphysik-Typ“, erinnert mich daran, dass er auch viele Jahre als Herausgeber von Springer tätig war: ihn als Autor zu kritisieren, wäre eine Kritik an Springer bei der Auswahl der Gutachter und Redakteure. Der Verlag sollte seine wissenschaftliche Integrität entschlossen verteidigen, um nicht selbst an Ansehen zu verlieren, indem er sich auf Wunsch von Zeitungen bewegt oder seine Rolle verleugnet.“

Co-Chefredakteur Fabroni scheint diesen Vorschlag zunächst akzeptiert zu haben.

9. Oktgober 2022: Nachdem wir verschiedene Rückmeldungen erhalten haben, haben wir beschlossen, uns mit den Kollegen, die Bedenken zu ihrer Studie geäußert haben, in Verbindung zu setzen, um einen wissenschaftlichen Kommentar abzugeben, den wir dann an unabhängige Gutachter weiterleiten werden. Wenn der Kommentar von diesen gebilligt wird, werden wir ihn an die Autoren weiterleiten, damit sie auf die angesprochenen Probleme eingehen können. Auch ihre Antwort wird einem Peer-Review unterzogen.

Keiner der acht Kritiker (einschließlich Alexander und Sherwood von der UNSW) hat eine durchdachte Widerlegung vorgelegt. Dennoch wird die Untersuchung fortgesetzt.

17. November 2022: Alimonti wendet sich per E-Mail an Fabroni und bittet um einen aktuellen Stand der Ermittlungen. Fabroni antwortet:

Die Antwort wurde mit Unterstützung der Springer-Abteilung für Forschungsintegrität verfasst, nachdem wir die Rückmeldungen der Kollegen, die ihre Studie in den Medien kritisiert haben, sorgfältig berücksichtigt hatten. Vielen Dank für Ihre Geduld – wir haben den Fall nun eingehend analysiert. Wir räumen ein, dass die Medienberichterstattung den Fall sicherlich vorübergehend größer gemacht hat als nötig, aber sie hat auch eine klare Schwäche Ihrer Studie aufgedeckt, die unserer Meinung nach endlich behoben werden muss.

Die „eindeutige Schwäche“ ist das Versäumnis, auf den Sechsten IPCC-Bericht zu verweisen, der nach Angaben der Autoren zum Zeitpunkt der Einreichung ihres Artikels noch nicht veröffentlicht war. Den Italienern wurde ein Ultimatum gestellt, ein „Erratum“ zu erstellen.

1/ Sie werden ein Erratum vorlegen, das die endgültige, veröffentlichte Version des AR6 berücksichtigt, in dem die oben genannte Kritik ausdrücklich angesprochen wird und alle Schlussfolgerungen, die revidiert werden müssen, detailliert aufgeführt werden. Diese Erratum-Studie, bei der wir umfangreiche Verweise auf den veröffentlichten AR6 erwarten, wird gründlich bewertet, wobei auch Wissenschaftler aus den zitierten Teilen des AR6 einbezogen werden. Das Erratum muss bis zum 31. Dezember 2022 eingereicht werden.

2/ Wenn Sie sich entscheiden, ein solches Erratum nicht einzureichen, oder das Erratum nicht bis zur oben genannten Frist eingereicht wird, wird die Zeitschrift ein Editorial veröffentlichen, in dem wir unsere Ergebnisse zusammenfassen, ähnlich wie oben beschrieben, und die derzeitige redaktionelle Anmerkung zu Ihrem Artikel wird in eine dauerhafte redaktionelle Bedenkenäußerung geändert, die sich auf dieses Editorial bezieht.

23. November 2022: Alimonti schreibt unter Verweis auf die Springer-Richtlinien, dass es sich um ein „Addendum“ und nicht um ein „Erratum“ handeln sollte. Sie reichen es ein und es geht an vier Gutachter, mit einem fünften als „Adjudicator“. Die Gutachter sprechen sich im Verhältnis 3:1 für die Veröffentlichung des italienischen Addendums aus, aber aus irgendeinem Grund erhält der Adjudicator nur ein positives Gutachten (das besagt, dass der Artikel mit dem sechsten IPCC-Bericht übereinstimmt) und ein Gutachten, das ihn verdammt. Diese Rezension enthält merkwürdigerweise das hier:

Vor allem, wenn man bedenkt, dass die typischen Leser der Zeitschrift EPJP [Physik] keine Klimaexperten sind, sollten die Herausgeber meiner Meinung nach ernsthaft über die Auswirkungen der möglichen Veröffentlichung dieses Zusatzes nachdenken. (Hervorhebung hinzugefügt).

So viel zur wissenschaftlichen Integrität. Der dritte Gutachter schrieb:

Der Originalartikel ist eine direkte Aufzählung glaubwürdiger Schlüsseldaten über verschiedene Arten von extremen Wetterereignissen. Ich finde nichts Selektives, Voreingenommenes oder Irreführendes in dem, was sie präsentieren. Obwohl kaum etwas geschrieben wird, was nicht auch Experten bekannt ist, ist es auch für Nicht-Experten nützlich, die zugrunde liegenden Daten zu sehen, die in den IPCC-Berichten meist unklar sind. . .

Im Anhang wird genau erörtert, inwieweit die ursprüngliche Studie in Bezug auf drei Arten von Extremen mit dem IPCC übereinstimmt. Das Dokument entspricht professionellen Standards – spezifisch, detailliert und mit Zitaten.

Der vierte Gutachter schrieb:

Der wichtigste Beitrag der Autoren besteht darin, weiter zurück in die Klimaaufzeichnungen zu schauen (einschließlich des frühen 20. Jahrhunderts), als viele Arten von Extremereignissen mit den heutigen vergleichbar waren. Ihre Studie konzentriert sich nicht speziell auf die Zuschreibung (Ursache) eines Trends (oder dessen Fehlen).

Ich sehe keinen Grund, diese Arbeit zu kritisieren. Außerdem werden die meisten ihrer Schlussfolgerungen durch den IPCC AR6 WG1 unterstützt.

Der Adjudikator überschreitet seine Kompetenzen, indem er die ursprüngliche Studie und nicht den Entwurf des Addendums angreift und dessen Rückzug und damit die Ablehnung jedes vorgeschlagenen Addendums fordert.

13.Juli 2023: Redakteur Fabroni teilt dem verantwortlichen Redakteur Ongena mit, dass ihre Studie unter Berufung auf die Auffassung des Adjudikators vollständig zurückgezogen wird.

Nach eingehender Beratung mit den Herausgebern sind wir zu dem Schluss gekommen, dass eine Rücknahme unvermeidlich ist, eine Entscheidung, die von den Herausgebern voll unterstützt wird.

Meiner Meinung nach sollte sich keine seriöse Wissenschaftszeitschrift, geschweige denn der Spitzenverlag Springer Nature, auch nur eine Sekunde lang Sorgen darüber machen, dass die großen Tiere in den Medien über eine nicht konforme Studie zum Thema Klima meckern. Aber folgen Sie dem Geld: Die Einnahmen von Springer stammen zu einem großen Teil aus dem von der Linken beherrschten akademischen Sektor.

Die UN-Spitzenfunktionärin Melissa Fleming sagte im September letzten Jahres zum Thema Klima: „Uns gehört die Wissenschaft, und wir denken, dass die Welt sie kennen sollte“. Ihr unausgesprochener Subtext, der sich auf die Zensur von Professor Alimonti bezieht, lautet: „Wenn du das Boot wackeln lässt, wirst du es bereuen.“

Ich leihe mir den Buchtitel von Mark Steyn und sage, dass dies alles „eine Schande für den Berufsstand“ ist.

Tony Thomas’s new book from Connor Court is Anthem of the Unwoke – Yep! The other lot’s gone bonkers. $34.95 on-line from Connor Court here

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Es folgt eine Liste von Querverweisen, die hier wegen der Länge des Beitrages nicht angefügt ist. Man findet die Hinweise beim Anklicken der entsprechenden Fußnoten im Text.

Link: https://quadrant.org.au/opinion/doomed-planet/2023/08/how-science-is-done-these-days/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Ein Experiment mit gesundem Menschenverstand zur Veranschaulichung natürlicher Einflüsse

Joe Bastardi

[Anmerkung: Im Beitrag sind ausschließlich amerikanische Einheiten {inches etc.} genannt, die hier gleich in europäische Einheiten übertragen worden sind. Hervorhebungen {Großschrift} im Original – Ende Anmerkung]

Angenommen, Sie hätten vier geschlossene Kästen aus Metall. Der innere Kasten hat eine Höhe von 8 cm, der nächste von 15, der nächste von 23 und der nächste von 30 cm. Jeder Kasten hat einen Abstand von 8 cm.

Offensichtlich ist die Fläche der 30-cm-Box größer als die der 8-cm-Box. Zum Befüllen werden jeweils größere Mengen an Flüssigkeit benötigt.

Was passiert nun, wenn Sie den inneren Kasten schneller mit Wasser füllen, als Sie ihn entleeren?
Das Wasser steigt bis zur Höhe des Behälters und läuft dann über. Man füllt den inneren Kasten immer weiter auf. Natürlich ist der Pegel des inneren Kastens auf einer neuen Höhe, als noch kein Wasser hineingelaufen ist, aber jetzt füllen Sie den äußeren Bereich. Was passiert also, wenn er vollständig gefüllt ist? Er läuft über, und es stellt sich ein neues Gleichgewicht für das gesamte System ein (die beiden Kästen).

Aber du füllst es weiter. Und dasselbe wird auf den nächsten beiden Ebenen passieren: Bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Zufuhr gleich dem ist, was abgeleitet werden kann, oder an dem sie aufhört, so dass das, was abgeleitet werden kann, den Normalzustand wiederherstellen kann, wird sie weiter steigen.

Nun, das ist es, was Sie sehen, und wie das nicht offensichtlich ist, ist mir schleierhaft.
Es gibt 40 Jahre, in denen sich die Meerestemperatur (SST) nicht verändert hat, und die atmosphärische Erwärmung, von der man behauptet, sie sei eingetreten, doch wenn ich mir die 10-Jahres-Mittelwerte ansehe, kann ich nicht sagen, ob es in den 80er Jahren wärmer oder kälter war als in den 50er Jahren.

SST 51-60:

SST 81-90:

Während dieser ganzen Zeit stieg der CO₂-Gehalt. Dennoch blieben die Ozeane weitgehend unverändert, was die Gesamtfläche des kühlen Bereichs anbelangt, auch wenn es in einigen regionalen Bereichen zu Veränderungen kam, die mal kühler, mal wärmer waren. Dies lässt sich auf den natürlichen Austausch im Ozean und die Wechselwirkung mit der Luft zurückführen.

Lufttemperaturen:

Ich schätze, dass die 50er Jahre etwas kühler waren, und da das CO₂ stieg, kann man das als Basiswert für den Anstieg nehmen, der sicherlich nicht ausgeufert oder katastrophal ist. Aber die ARKTIS HATTE SICH NICHT ERWÄRMT, WEIL DIE ZUFUHR VON ZUSÄTZLICHEM WASSERDAMPF AUFGRUND DER ERWÄRMUNG DES OZEANS NOCH NICHT BEGONNEN HATTE.

Hier ist der geothermische Eintrag in den Ozean, sozusagen die Einführung des Wassers in die Kisten:

Was passiert, wenn sich zu viel aufgestaut hat? Der Grundzustand „läuft über“ und die starken El Ninos treten als Reaktion darauf ein.

Schon steigt die Temperatur als Reaktion auf den Wasserdampf, und wo ist der Anstieg am größten? In den kältesten und trockensten Gebieten.

Nun, hier sind SST mit dem Sprung:

Wir sind also von einem großräumig kälteren Klima als normal in den 50er- und 80er-Jahren zu einem großräumig normalen Klima gekommen, sobald der geothermische Aspekt hinzukommt (wir beginnen, die Felder zu füllen).

Lufttemperatur:

Dies kann in keiner Weise mit CO₂ in Verbindung gebracht werden, was es zum Klimaregler machen würde. Es ist ein kleiner,unbedeutender Akteur, und seine tatsächliche Wirkung war wahrscheinlich das, was man zwischen 1951 und 1990 finden kann.

Die größte Veränderung findet in den Polarregionen statt, wo der Wasserdampf (WV) den größten Unterschied ausmacht.

Ein paar Dinge: Wenn Sie sich die mit Wasser gefüllten Kästen ansehen, haben Sie jetzt vier Gehäuse, und das bedeutet, dass es eine Menge Wasser gibt. Um es weiter zu vermehren, so dass es wieder überläuft, muss die Zufuhrrate erhöht werden. Der riesige Vulkan im letzten Jahr, der hauptsächlich unter Wasser stand, hat gezeigt, dass der geothermische Aspekt enorm ist. Aber das Unglaubliche ist, dass wir DEN DIREKT MIT DER TEMPERATUR ZUSAMMENHÄNGENDEN WASSERDAMPF NICHT MESSEN, WOHL ABER DAS CO₂, ZU DEM ES KEINE BEKANNTEN KORRELATIONEN GIBT. DARAUS ERGIBT SICH DAS ARGUMENT, DASS CO₂ ANSTEIGT, ALSO MUSS ES DER GRUND FÜR DEN ANSTIEG DER TEMPERATUR SEIN. Die Temperatur ist im Vergleich zum Wasserdampf ein lausiges Maß für die Bewertung der Energie des Systems. Aber denken Sie darüber nach, was hier vor sich geht. Was ist die Quelle des Wasserdampfs? Es ist nicht Ihr SUV oder fossile Brennstoffe. Es ist der Ozean. Indem sie die Quelle verschweigen oder abtun, sind die Befürworter des vom Menschen verursachten Klimawandels CAGW entweder unwissend in Bezug auf grundlegende Fragen, die geklärt werden müssen, oder sie wissen genau, was passiert, wenn wir den natürlichen Treibstoff einbringen. Das ist wahrscheinlich der Grund dafür, dass die Klimamodelle alle zu warm sind, mit Ausnahme eines Modells, das den CO₂-Antrieb nicht berücksichtigt hat.

Wann verändert er sich? ERST DANN, WENN SICH DER NATÜRLICHE PROZESS ÄNDERT. Er hat einen abnehmenden Ertrag im Verhältnis zum absoluten Wert des Inputs, denn sobald Input und Output gleich sind, werden die Temperaturen abflachen. Daher ist es wichtig, dass wir die vulkanische Aktivität unter Wasser verfolgen. Im Grunde genommen haben wir die Antwort auf die Frage unter den Teppich gekehrt, ob aus Versehen oder absichtlich. Eine Antwort, von der ich vermute, dass viele die Klimakatastrophe Vorantreibende sie nicht sehen wollen. Dass nicht der Mensch das Klima bestimmt, sondern die Natur selbst.

Die sogenannten kochenden Ozeane zeigen, wie wenig CO₂ damit zu tun hat. Richtig, die Erwärmung entlarvt das Ganze, weil sie die wahre Natur offenbart! Die Erwärmung muss aus großen natürlichen Quellen kommen. Der Vulkan und sein Wasserdampfeintrag setzen einfach ein Ausrufezeichen. Und jeder, der nicht bereit ist, sich damit auseinanderzusetzen (eigentlich schon, aber er sagt, es sei relativ gering), verstößt gegen grundlegende Naturgesetze.

Autor: Joe Bastardi is a pioneer in extreme weather and long-range forecasting. He is the author of “The Climate Chronicles: Inconvenient Revelations You Won’t Hear From Al Gore — and Others” which you can purchase at the CFACT bookstore.

Link: https://www.cfact.org/2023/09/02/a-common-sense-experiment-to-illustrate-natural-forcing/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE