Ein Gesetzesvorschlag treibt Irrsinn in bisher unbekannte Höhen.

Was machen unsere Ampelpolitiker daraus? Dem Vorschlag zustimmen. Denn solche Geschlossenheit belegt ihre Stärke

Helmut Kuntz

Deutschland ist ein Volk der Dichter und Denker. Das mit dem Dichten kann noch stimmen. Wie man an der Überschrift erkennt, neigen inzwischen sogar ganz normale Bürger dazu, es mit Holpersätzen zu versuchen. Und einer der darin ganz Großen amtiert sogar als Minister und darf als solcher viele, deren Wärme nicht vom Bürgergeld, sondern von einer bezahlbaren Heizung abhängt, ruinieren. Leider ist der dichterische Anlass also nicht wie im Mittelalter das Werben um Minne und eine holde Maid, sondern ein Zustand wie zur Zeit, als mit einem Vers „Denke ich an Deutschland in der Nacht … “ die Stimmung im Land beschrieben wurde.

Was kostet das Heizungsgesetz und was bringt es dem Klima?

Eine Frage, von der man meint, dass sie vor der Verabschiedung im Bundestag heiß diskutiert und abgewogen wurde.

Leider ist nichts davon der Fall. Es hat unsere Vorgaben-„Abnicker“ im Bundestag nicht einmal wirklich interessiert.
Ihnen lag eine Bundestags-Stellungnahme vor, in der die wesentlichen Kritikpunkte und der vollkommen fehlende, klimatische Nutzen plausibel und fundiert dargestellt sind [2] (lesenswert). Trotzdem musste erst ein einzelner, mutiger Abgeordneter aus der Oppositionsbank per Gericht zumindest einen Terminverschub erwirken, der von den Ampelparteien allerdings nicht zum Nachdenken, sondern lediglich zum Zusammenschluss zur Zustimmung genutzt wurde.
Nicht einmal der „Vorzeigevernünftige“ der FDP, der ausweisen soll, dass es in der Ampel wenigstens noch eine Stimme der Vernunft gäbe, versagte seine Zustimmung, obwohl er zuvor entsprechende Hoffnung publizierte.

Die Kosten

Es ist eigentlich nicht Aufgabe des Autors, den Versuch und Aufwand zu wagen, solche zu ermitteln, nur weil ein Minister mitsamt seinem umfangreichen Beraterstab dazu nicht in der Lage ist [3] und für die betroffenen Bürger dazu offiziell auch keine Angaben macht [4] [5].
Um das mit dem Heizungsgesetz initiierte Verbrechen der GRÜNen (rein persönliche Meinung des Autors über das Gesetz) an den für Heizungen verantwortlichen Bürgern im Lande darzulegen, ist es allerdings leider erforderlich.

Versuch einer Kostenermittlung

Alle kursierenden Kostenangaben basieren auf fremden Schätzungen und selbst Habeck hat sein „Wissen“ aus externen (beauftragten) Studien [10]. Ausreichend Eigenes kann man heutzutage von einem Bundesministerium mit ca. 2.200 Bediensteten und ca. 10 Milliarden EUR Budgetvolumen im Jahr nicht mehr verlangen. Ganz böse Zungen behaupten, die seit der Habeck-Übernahme zusätzlich eingestellten Parteigünstlinge blockieren zudem den sowieso schon mageren „Kompetenzrest“, welcher während der Merkelzeit nicht vollständig ausgekehrt werden konnte …

Zur Ermittlung bleibt damit nur das Zusammentragen aus verschiedensten Publizierungen.
In [2], Deutscher Bundestag, Ausschussdrucksache 20(25) 433 Stellungnahme Univ.-Prof. Dr. rer. pol. habil. Fritz Söllner,
wurde eine Abchätzung auf Basis der vom Bundesministerium angegebenen Kosten vorgenommen, allerdings nur bis zum Jahr 2030:
Zitierung daraus: Die folgenden, auf den Angaben der Bundesregierung beruhenden Berechnungen sind daher entsprechend vorsichtig zu interpretieren. Trotz dieser „geschönten“ Zahlen gelangt man zu Ergebnissen, die es nahelegen, dass die Maßnahmen des GEG zu teuer und kostenineffizient sind.
Bis 2030 sollen 42,5 Millionen Tonnen CO₂ durch die „Heizen-mit-Erneuerbaren Vorgabe“ eingespart werden (Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz 2023). Da diese Vorgabe ab 2024 gelten soll bzw. sollte, ist dieser Einsparung der Erfüllungsaufwand in den Jahren 2024 bis 2030 gegenüberzustellen. Dieser beträgt für Privathaushalte
€ 55,861 Milliarden, für Unternehmen € 18,538 Milliarden und für die Verwaltung € 2,933 Milliarden (Deutscher Bundestag 2023, 77-79), insgesamt also € 77,332 Milliarden.
Die Reduktionskosten pro Tonne CO₂ belaufen sich mithin auf ca. € 1.820. Aus den genannten Gründen dürfte der tatsächliche Wert noch wesentlich höher liegen …

Will man erfahren, wie es damit bis zum wichtigen Jahr 2045, dem ersten mit deutscher Nullemission, aussieht, findet sich keine geschlossene Darstellung mehr, sondern nur noch viele Vermutungen:
[13] FOCUS, 11.05.2023: „Kosten und Nutzen in keinem Verhältnis“ Experte rechnet vor, warum Habecks Heiz-Wende ein Klima-Reinfall ist
… „Nach meiner Berechnung kostet der Umstieg von Gas auf Wärmepumpen rund 225 Milliarden Euro zusätzlich bis 2045“, berichtet Frondel. Wohlgemerkt: Wenn man für kaputte Gasheizungen neue Wärmepumpen einbaut.

[3] FDP: … bis 2045 zusätzliche Kosten von mehr als 600 Milliarden Euro zu. Habeck geht von 130 Milliarden aus.

[11] Hintergrundpapier zur Gebäudestrategie Klimaneutralität 2045 Gutachten im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz: Bis 2045 Zusatzkosten 448Milliarden EUR

[8] MERKUR, 10.03.2023: Ökonom warnt: Habecks Heiz-Pläne könnten 1000 Milliarden Euro kosten:
… Zu der Einschätzung kommt Professor Marcel Frondel vom Institut für Wirtschaftsforschung RWI in Essen. Beim RWI ist er der Leiter des Fachbereichs „Umwelt und Ressourcen“. Gegenüber der Bild-Zeitung sagte er, dass er für die Umsetzung der Maßnahmen auf Kosten in Höhe von einer Billion Euro kommt. Das sind 1000 Milliarden Euro, ein unvorstellbarer Betrag. Das Ministerium selbst schreibt, dass die Kosten noch nicht beziffert werden könnten, beziehungsweise, dass sie „nachgereicht“ werden.

[7] AD HOC NEWS 16.5.2023: FDP taxiert Gesamtkosten für Heizungstausch auf 2,5 Billionen Euro:
Wie die „Bild“ (Dienstagausgabe) unter Berufung auf Berechnungen des energiepolitischen Sprechers Michael Kruse (FDP) meldet, sind für die Haushalte bis 2045 „Gesamtkosten von mindestens 2,5 Billionen Euro“ zu erwarten. „Dieser Wert könnte je nach Sanierungsbedarf noch erheblich steigen“, zitiert „Bild“ aus Kruses Berechnungen.
… Kruse kommt damit auf rund 20 Mal so hohe Kosten wie Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) im GEG offiziell ausweist. In dem Gesetz geht Habeck bis 2045 von Kosten in Höhe von rund 130 Milliarden Euro aus …

Allerdings gibt es noch eine Kostenangabe, diesmal direkt von der Fachperson Habeck. Herr Habeck versichert:
[9] „Habeck setzt den kalkulierten 9,1 Milliarden Euro, die jährlich an zusätzlichen Investitionskosten aufzubringen sind, Einsparungen in ungefähr gleicher Höhe entgegen – über einen Zeitraum von 18 Jahren.“
Dabei zeigen alleine die Kosten des Wärmepumpeneinbaus in die GRÜNe Parteizentrale in Berlin, wie unrealistisch weit weg von der Wirklichkeit Aussagen von Herrn Habeck sind:
[Link] Blackout News, 12. Juni 2013: Wärmepumpe in Parteizentrale der Grünen – bisher mehr als 3 Jahre Bauzeit und 5 Millionen Kosten.

Zusammenfassung Kosten

Somit bleibt als ganz grobe Abschätzung, dass die Kosten bis zum Jahr 2045 irgendwo zwischen „Habecks“ 130 Milliarden und den 2.500 Milliarden EUR des Abgeordneten Kruse liegen können.
Die von Habeck versicherten, gegenrechenbaren Minderungen werden der Vereinfachung (und da diese anteilig geringe „Einsparung“ kaum ins Gewicht fällt [6]) wegen nicht berücksichtigt.

Bezüglich der „Kosteneffektivität“ werden deshalb bis zum Jahr 2045 die folgenden Budgetwerte angenommen:
-minimalste Kosten:130 Milliarden EUR,
-mittlere Kosten: 1.200 Milliarden EUR (dieser Arithmetische Mittelwert ist nicht der Richtige für die anzunehmende Verteilung, wird der Einfachheit wegen aber verwendet),
-maximale Kosten: 2.500 Milliarden EUR.

Das Jahr 2045 ist wichtig. Bis dahin soll Deutschland als sehnlichster Wunsch von Scholz, dem GRÜNer als GRÜNen emissionsneutral und danach sogar emissionsmindernd sein. Dieses Ziel hat es sich Deutschland im Klimakampf selbst auferlegt. Und wie schon in früheren Kämpfen in der der Deutschen Geschichte wird es durchgehalten, koste was es wolle und egal, wie das Ergebnis dann aussieht.

Auf die Idee, von nicht sinnvollen Eigenvorgaben einfach auch einmal abzurücken, kamen bisher nur Trump und inzwischen China, welches seine Emissionen nach seiner Wirtschaft und nicht nach dem IPCC ausrichtet.

Klimanutzen

Weder die Bundesregierung, noch die Abgeordneten wussten zur Abstimmung im Bundestag, wie hoch die Kosten und noch weniger, wie viel Emissionseinsparung ihr Gesetz bringen wird:
Deutscher Bundestag, 30.08.2023 Klimaschutz und Energie — Antwort — hib 620/2023
Darin die Aussage: …
CO₂-Einsparung durch Heizungsgesetz noch unklar.
In dieser Antwort der Bundesregierung an fragende Abgeordnete wird weiter auf eine Bundestagsrucksache verwiesen: Deutscher Bundestag Drucksache 20/8076 vom 22.08.2023, Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion der CDU/CSU – Drucksache 20/7923 – Offene Fragen zum Entwurf des Gebäudeenergiegesetzes.
Darin steht unter anderem:
Frage: Mit welchen CO₂ -Einsparungen rechnet die Bundesregierung durch die Umsetzung der Novelle des Gebäudeenergiegesetzes in der Fassung der Formulierungshilfe des BMWK vom 30. Juni 2023 (bitte gesamt und jährlich von 2024 bis 2030 angeben)?
Antwort: Hierzu liegen der Bundesregierung gegenwärtig noch keine abschließenden Abschätzungen vor.
Frage: Wie viel geringer werden die Einsparungen durch die Umsetzung auf Basis der Formulierungshilfen gegenüber einer Umsetzung des Gebäudeenergiegesetzes auf Basis des ursprünglichen Kabinettsentwurfs ausfallen?
Antwort: Hierzu liegen der Bundesregierung gegenwärtig noch keine abschließenden Abschätzungen vor.

Damit kann es ihnen nicht möglich gewesen sein, eine klimatische Effektivitätsbetrachtung durchzuführen. Im Eid steht dazu „ dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden … “ .
Gut, etwas darüber konnten die Abgeordneten mit dem Thesenpapier des Professor Söllner [2] zumindest bis zum Jahr 2030 schon wissen. Nur wäre dieses Wissen arg unangenehm gewesen.

Bis zum Jahr 2030

Bis zum Jahr 2030 finden sich wie gezeigt noch spekulative Angaben zur eventuellen Emissionsreduktion.
Zur groben Orientierung nun eine Abschätzung, was diese an „Klimanutzen“ bewirken (könnten).

Zuerst bezogen auf Deutschlands Gesamtemission:
Deutschland emittiert mit fallender Tendenz noch ca. 2 % des weltweiten CO₂-Ausstoßes. Deutschlands gesamte geplante Emissionsreduzierung bis zum Jahr 2100 „erkältet“ die Globaltemperatur im Jahr 2100 um 0,05 Grad (diese Angabe stammt vom ausgewiesenen Klimahysteriker Prof. Rahmstorf (PIK), also beileibe keinem „Klimaleugner“).

Nimmt man ein realistisches Forcing von maximal 1,5 an, hat Deutschland die Globaltemperatur im Jahr 2100 um irgendwo zwischen 0,016 … 0,052 Grad „abgekühlt“.

Nun der Versuch einer ganz, ganz groben Abschätzung, welchen Anteil an dieser bereits homöopathischen, globalen „Klimagesundung“ das neue Heizungsgesetz zusätzlich bewirken könnte:
Zuerst die Datenbasis:
[12] 16.09.2023 Was bringt das abgeschwächte Heizungsgesetz fürs Klima? BR24
Zitierung: …. Die wichtigste Quelle zu dieser Frage sind Studien des Ökoinstituts …
… Im besten Fall würde das abgeschwächte GEG im Jahr 2030 demnach 11,9 Millionen Tonnen Treibhausgas einsparen, im schlechtesten Fall 4,5 Millionen Tonnen. Der Effekt des Heizungsgesetzes in seiner jetzigen Form bewegt sich also, je nach Annahmen, für das Jahr 2030 in einer Größenordnung um ein Prozent der gesamten deutschen Treibhausgas-Emissionen.
… Klar ist jedenfalls: Ohne CO-Einsparung bei den Gebäuden ist es für Deutschland unmöglich, seine Klimaziele zu erreichen, sie sind mit rund 15 Prozent der Treibhausgasemissionen einer der großen Posten in der deutschen Klimabilanz. Und auch wenn das GEG bis 2030 nur etwas mehr als ein Prozent der gesamten deutschen Emissionen zu vermeiden hilft: Von denen im Gebäudesektor spart es bis dahin immerhin schon ungefähr ein Zehntel, wenn das von Bundesregierung und Ökoinstitut erwartete Szenario eintrifft.

In der Quelle [2] werden noch 42,5 Mio.t an Emissionseinsparung genannt. Man muss aber davon ausgehen, dass der Bayerische Rundfunk aktueller Bescheid weiß, weshalb hier dessen Angaben gerechnet werden (Anm.: Die vom BR genannten 11,9 Mio. t entsprechend etwa den vom damaligen Staatssekretär Graichen genannten, 10,4 Mt.).

Nun der Versuch einer Abschätzung. Man benötigt schon viele Stellen nach dem Komma, um überhaupt auf Zahlen zu stoßen:
Die kumulierte Emissionseinsparung durch das Heizungsgesetz zum Jahr 2030 soll laut BR zwischen 4,5 … 11.9 Mio. t CO₂ betragen.
Bezogen auf den aktuellen, globalen CO₂-Anteil in der Atmosphäre bedeutet 1 Gigatonne CO₂ äquivalent eine Erhöhung um 0,12805 ppm und „mindert“ beim vom IPCC postulierten Forcing von 3 K/Emissionsverdopplung die Temperatur im Jahr 2100 um grob 0,00139 Grad.

Damit bewirkt die durch das Heizungsgesetz bis zum Jahr 2030 vermutete Emissionsminderung die Globaltemperatur im Jahr 2100 um:

Bild 1 Heizungsgesetz, Auswirkung der Emissionsminderung bis 2030 auf die Temperatur im Jahr 2100

Kosten soll diese Temperaturreduktion bis zum Jahr 2030 von Habeck schöngerechnet, nur knapp um die 80 Milliarden EUR.

Bis zum Jahr 2045

Der Autor hat es aufgegeben, nach brauchbaren Angaben zur anteiligen Emissionsminderung bis zum Jahr 2045 zu suchen. Er -bzw. googl – fand dazu nichts Sinnvolles. Es gibt zwar diverse Studien von Ökoinstituten und NGOs. In deren teils bis zu 250 Seiten verklausulierten Angaben zu recherchieren, was in welchem Szenario unter welchen Bedingungen und Annahmen eventuell anteilig auf das Gesetz anwendbar wäre, hat er allerdings aufgegeben. Sicher kann man das, aber der Aufwand für einen solchen Artikel hat irgendwo auch seine Grenzen.
Habeck und seinem Mi(ni)sterium ging es erkennbar ähnlich, weshalb das keine Schande ist.

Somit bleiben dazu nur gröbste Abschätzungen möglich.
Eine liegt vor:
Wenn der Professor von [2] Recht hat, bringt jegliche Reduzierung dem Klima alleine schon deshalb nichts, weil der Emissionshandel dafür sorgt, dass jede Emissionsersparnis im Gebäudebereich anderweitig (aus-)genutzt, also trotzdem emittiert wird.

Ansonsten kann man wie folgt eine Größenordnung abschätzen:
[15] Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz: Klimaschutz in Zahlen Aktuelle Emissionstrends und Klimaschutzmaßnahmen in Deutschland – Ausgabe 2022:
Der Gebäudebereich hatte im Jahr 2021 einen Anteil von 15 Prozent an den Gesamtemissionen.
Alleine danach kann das Heizungsgesetz in Summe bis zum Jahr 2100 die Globaltemperatur unseres Planeten nicht um mehr als 0,0024 … 0,0078 Grad „kühlen“ und stellt dafür die maximal möglichen „Kühlwerte“ dar.
Im Jahr 2030 sollen es laut BR allerdings erst anteilige 1 % der Gesamtemission sein (also von den 15 % Sektoranteil 6,7 %) sein. Demnach mit erheblich weniger Temperaturreduzierung zu rechnen, was aber hier nicht weiter ausgeführt werden soll.

Nun der Versuch einer Abschätzung der Emissions-Reduzierungskosten.
Laut [17] „Hintergrundpapier zur Gebäudestrategie Klimaneutralität 2045 Gutachten im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz“ hat der Gebäudesektor seine Emission bis zum Jahr 2045 jährlich um 5,2 Mio. t zu verringern.
Ab dem Jahr 2024 bedeutet dies eine Reduktion des wegen Ausnahmeregelungen mit pauschal als 70 % anteilig angenommenen Heizungsgesetzes um: 5,2 x 21 = 109,2 Mio. t, davon 70 % sind 76,44 Mio. t.

Damit lassen sich die Emissions-Vermeidungskosten erahnen:

Bild 2 Heizungsgesetz, Kostenbetrachtung Maximalwerte

Nun gibt es ein anderes Dokument, in dem wieder andere Zahlen stehen:
[11], Hintergrundpapier zur Gebäudestrategie Klimaneutralität 2045 Gutachten im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz:
Einsparung durch Heizungspumpen bis zum Jahr 2045 kumuliert 273 Mt. CO₂

Mit diesen 273 Mt. CO₂ führt die gleiche Rechnung zum folgenden Ergebnis:

Bild 3 Heizungsgesetz, Kostenbetrachtung Minimalwerte

Die Spanne der Emissions-Vermeidungskosten reicht demnach von 476 … 16.026 EUR/t CO₂.

Mögen diese Kostenabschätzungen auch noch so ungenau sein, eines dürfte trotzdem zutreffen:
[13] FOCUS, 11.05.2023: Deshalb: „Ich hoffe, dass das Gesetz so nicht kommt. Weil Kosten und Nutzen in keinem Verhältnis stehen. Das Ausland lacht über uns.“

Unsere Abgeordneten wollten aber wohl, dass das Ausland nicht nur über unsere Annalena lacht, sondern über den gesamten, politischen Ampelverein in Berlin.

Gäbe es Alternativen

Kein „Klimaleugner“, aber ein das Thema doch auch kritisch Betrachtender hat dazu Überlegungen publiziert: [Link] 12. Mai 2023: Fritz Vahrenholt: Inkompetente Energiepolitik
Vahrenholt verzichtet dabei gar nicht auf die Emissionsreduzierung, sondern zeig nur, mit wie eklatant weniger Kosten und Aufwand der gleiche Emissions-Reduzierungseffekt anderweitig erzielt werden kann.
Zitierungen: In einer Antwort des Staatssekretärs Graichen auf die Kleine Anfrage des Abgeordneten Bartsch erfahren wir die “sensationelle” CO₂-Minderung dieses Verarmungsprogramms für die Mittelschicht:
Wenn in 2030 6 Millionen Wärmepumpen installiert sein sollten, werden durch diesen Aufwand 10,4 Millionen t CO₂ vermieden.
Das entspricht ungefähr der Emission, die beim Abschalten eines Kernkraftwerkes entstehen, wenn der Strom durch Braunkohle ersetzt wird …
… Eine ähnliche CO₂- Verminderung würde man erreichen, wenn man ein einziges Braunkohlekraftwerk mit CO₂-Abscheidung ausrüsten würde.
Das Kraftwerk Schwarze Pumpe emittiert etwa 12 Mio. t CO₂ und würde mit einer Investition von 600 Mio. € CO₂-frei. Pro Tonne CO₂ sind das 50 € an Investitionskosten …
… Wollte man eine wirkungsvolle und effiziente CO₂-Minderung, so müsste man alle ostdeutschen Braunkohlekraftwerke, die noch bis 2038 betrieben werden können, mit einer CO₂-Abscheidung ausstatten. Die ostdeutschen Braunkohlekraftwerke produzieren 50 TwH Strom und emittieren etwa 50 Mio. t CO₂. Um die 14 Kraftwerksblöcke CO₂-frei zu machen, müssten etwa 8,4 Milliarden investiert werden. Also für einen kleinen Bruchteil (1/20) des Habeck’schen Monster-Plans an Investitionen in Wärmepumpen erhält man die fünffache Menge an Emissionsminderung.
Die Investition in eine Abgasreinigung in Braunkohlekraftwerke wäre somit um den Faktor 100 effizienter.
Warum macht die Politik das nicht? Ich habe keine Antwort.

Weiter hätte das einfache Weiterlaufen der letzten drei Kernkraftwerke ebenfalls den gleichen Effekt erzielt, im Gegenzug durch deren niedrigen Stromerzeugungskosten aber sogar Geld eingespart.
Wer an so etwas aber auch nur zu Denken wagt, betreibt – da unsere Politiker mit der Zustimmung bewiesen haben, dass es eine falsche Ansicht ist – Staats-Delegitimierung.

Welche „Schadenskosten“ stehen den Vermeidungskosten gegenüber

Das wurde vom Autor schon einmal dargestellt:
[Link] EIKE, 10.03.2023: Vor dem Klimawandel gab es noch keine Klimaschäden … Der Elefant im Raum wird geflissentlich übersehen.
Darin wurden anhand der Daten aus der Studie „Kosten durch Klimawandelfolgen in Deutschland“ die prognostizierten Klimaschäden für Deutschland bis zum Jahr 2050 abgeschätzt.
Das Ergebnis war: … beträgt der kumulierte Klimaschadensbetrag bis zum Jahr 2050 noch zwischen 125 … 250 Milliarden EUR oder zwischen 0,12 … 0,25 % des BIP. Und das dürfte eher zu hoch als zu niedrig sein.

Nun rechne man nur die Kosten des Heizungsgesetzes und die Kosten der Energiewende – die laut IFO-Institut irgendwo zwischen 500 Milliarden Euro und mehr als 3000 Milliarden Euro liegen – dazu und die Gesamtkosten der Emissionszertifikate und die Kosten …..
Ein schlechteres Kosten-Nutzenverhältnis kann man sich nicht denken.

Allerdings ist das die reine Privatmeinung eines wie Herr Terli sagt (Bild 4) „Schwätzers“. Die sich damit wirklich fundiert auskennen, sehen es selbstverständlich richtig:
[14] GRÜNE: Gebäudeenergiegesetz Das Heizungsgesetz kommt pragmatisch und sozial gerecht
[Link] ARD1 alpha, 05.01.2023: DEUTSCHLANDS KLIMAZIELE FÜR 2030 UND 2040 „Weiter so!“ reicht längst nicht mehr
In seiner lokalen Tageszeitung las der Autor, dass sich die Heizungsbauer beklagen, im Gesetz seien die Austauschfristen zu lang gesetzt und es wäre zudem nicht rigoros genug. Fazit: Im Kern hätte man sich schon noch etwas mehr aus diesem Füllhorn erhofft (für was wählt und bauchpinselt man schließlich trotz aller Bedenken diese Partei …).

Warum macht Deutschland es dann?

Eine Frage, die sich nicht nur der Autor immer neu stellt und jeder für sich selbst beantworten muss.
Klar ist, es kann nicht wirklich für das Klima sein. Dazu ist der Nutzen nicht einmal ausreichend homöopathisch, auch wenn penetrant anderes behauptet wird:

Bild 4 Tweet von Özden Terli

Anmerkung: Seitdem Herr Terli mit solchen Tweets betont freundlich manchen Lesern direkt mit der Faust ins Auge schlägt, beklagt er sich über Hass und Hetze [Link].

Es gibt Personen welche als Kritik anführen, dass die durch das Heizungsgesetz bewirkbare Emissionseinsparung bis zum Jahr 2030 – also immerhin der gesamten, nächsten 6 Jahre – von China innerhalb von einem Tag in die Luft geblasen wird.
Begründet wird es damit, dass die Tagesemission von China 32,4 Mio. t beträgt, die Einsparung des Heizungsgesetzes bis zum Jahr 2030 insgesamt aber nur etwa 4,5 …11,3 Mio. t.
Eindeutig ist diese Begründung falsch. China emittiert diese Heizungsgesetz-„Einsparung“ innerhalb von 8 bis 3,3 Stunden, Messfehler mal außen vor gelassen. Eine umfangreichere Thematisierung findet sich unter:
[Link] Reitschuster, 14. Sept. 2023: Neue Erkenntnisse zu Ursachen der globalen Erwärmung Wichtige G20-Staaten lehnen CO₂-Minderung ab

Nun aber bitte nicht auf die Idee kommen, über eine solche Argumentation auch nur nachzudenken. Sie stimmt zwar, ein ordentlicher, deutscher Bürger betrachtet solche aber nicht:
[Link] Stimmt es, dass China an einem Tag so viel CO₂ auspustet, wie das Heizgesetz in sechs Jahren spart oder ist das nur rechte Hetze?

Wie trotzdem ein „Nutzen“ erzeugt werden soll

Das Heizungsgesetz erzeugt keinen Klimanutzen, nur extreme Kosten. Wer an den Schalthebeln der Macht sitzt, kann zumindest an den Kosten etwas ändern.

Nicht, dass dann ein Nutzen herauskäme. Aber, dass die Verwendung des Bisherigen so teuer gemacht wird, dass das Unnütze aus Kostengründen irgendwann billiger wird. Habeck bezeichnet es als „gegenrechenbare Minderungen“

Ricarda Lang findet diese Idee als geradezu genial und erzählt mit Begeisterung in jeder Talkshow, wie es gemacht wird: Einfach den CO₂-Preis bis ins Extrem verteuern und damit Sinn und Unsinn einfach umdrehen.

So ergibt sich gleich ein Doppelnutzen, der sowohl das Heizungsgesetz „erfolgreicher“ aussehen lässt, wie auch dem sich mit eiserner Konsequenz immer mehr aufblähenden Regierungsapparat unglaubliche Summen auf ihre Konten spült. Zudem – und das ist wirklich neu – erfüllt man damit buchstäblich auch den Wunsch der „Straße“(nkleber und -Hüpfer), eine in der Geschichte wohl einmalige Bewegung, dass Kinder und Jugendliche (auch Ältere) vom Staat drastisch höhere Steuerbelastungen fordern.

Man könnte meinen, das wäre vielleicht so etwas wie Raubrittertum am Bürger.

Ein ehemaliger Außenminister hat aber längst klargemacht, dass Zahlungspflichten an den Staat von diesem als „erwirtschaftet“ gelten – also vom Staat erarbeitete Einnahmen sind und deshalb durch Steuern keinem Bürger etwas weggenommen wird.

Weder ist er verpflichtet, sich dafür zu bedanken, noch hat der Bürger Anspruch auf Einspruch der Verwendung. Für solch regulär „erarbeitetes“ Staatseinkommen gilt selbstverständlich auch der Amtseid nicht.

Warnhinweis

Wer in Deutschland noch etwas werden möchte, in einer der immer regierungsaffiner und wokener werdenden Firmen arbeitet, oder nicht weiß, ob er vielleicht mal mit Politik etwas am Hut hat, beachte, dass das hier Geschriebene den von Herrn Haldenwang postulierten Tatbestand der Staatsdelegitimierung erfüllt [Link]. Für diesen Tatbestand reicht es aus, den Eindruck zu erwecken, der Staat könne eine Aufgabe nicht bewältigen [Link].
Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass dieser Artikel zu einer solchen Vermutung Anlass geben könnte.

Alternativ – oder ergänzend – gäbe er auch Anlass zu der Vermutung, dass zumindest Teile unserer Regierung „fremdgesteuert“, also gar nicht im Interesse Deutschlands agieren. Man muss dazu nur nachlesen, was auf dem jährlichen Weltwirtschaftsforum alles vorgetragen wird.
Welche Fragen sich an unsere Regierung daraus unter anderem ergeben, findet sich von Abgeordneten einer Oppositionspartei zusammengefasst: [Link] Deutscher Bundestag Drucksache 20/5732 Kleine Anfrage … Mögliche Verflechtungen zwischen der Bundesregierung und dem Weltwirtschaftsforum in Davos
Solches erfüllt allerdings den Tatbestand des „Querdenkens“ und ist deshalb nicht minder zu verurteilen.
Und auch nicht daran denken, dass verblüffend viel von dem was „Querdenker“ bei „Corona“ in den Raum stellten, sich später als zutreffend herausgestellt hat …

Wobei, dazu liegen Belege längst vor:
NZZ am Sonntag, 14.11.2010, O. Edenhofer (PIK): … Der Klimagipfel in Cancún Ende des Monats ist keine Klimakonferenz, sondern eine der grössten Wirtschaftskonferenzen seit dem Zweiten Weltkrieg …
Aber man muss klar sagen: Wir verteilen durch die Klimapolitik de facto das Weltvermögen um. Dass die Besitzer von Kohle und Öl davon nicht begeistert sind, liegt auf der Hand. Man muss sich von der Illusion freimachen, dass internationale Klimapolitik Umweltpolitik ist. Das hat mit Umweltpolitik, mit Problemen wie Waldsterben oder Ozonloch, fast nichts mehr zu tun …
[Link] THE EUROPEAN 7.12.2019: Hinter den Klima-Alarmisten steht die Staatsmacht

Quellen

[1] NIUS, 22.08.2023: Habeck gibt zu: Regierung weiß nicht, was der Heiz-Hammer überhaupt bringt

[2] Deutscher Bundestag, Ausschussdrucksache 20(25) 433 Stellungnahme Univ.-Prof. Dr. rer. pol. habil. Fritz Söllner

[3] MERKUR 05.052023: Habecks Heiz-Pläne: FDP kritisiert „unsolide Zahlen“

[4] Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen: Gebäudeenergiegesetz (GEG)

[5] 13.07.2023 Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen: Klimaanpassungsgesetz – Warum brauchen wir ein Klimaanpassungsgesetz

[6] Handelsblatt 29.06.2023: Heizungsgesetz kostet die Bürger jährlich bis zu 9,2 Milliarden Euro

Die Einsparungen über 18 Jahre liegen bei rund acht Milliarden Euro.

[7] AD HOC NEWS 16.5.2023: FDP taxiert Gesamtkosten für Heizungstausch auf 2,5 Billionen Euro

[8] MERKUR, 10.03.2023: Ökonom warnt: Habecks Heiz-Pläne könnten 1000 Milliarden Euro kosten

[9] WirtschaftsWoche, 08. Mai 2023: Der Staat kann sich seine eigenen Gesetze nicht leisten

[10] Achgut, 15.07.2023: Heizgesetz: Bundesregierung zahlte externen Beratern Millionen

[11] Hintergrundpapier zur Gebäudestrategie Klimaneutralität 2045. Gutachten im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz

[12] 16.09.2023 Was bringt das abgeschwächte Heizungsgesetz fürs Klima? | BR24

[13] FOCUS, 11.05.2023: Kosten und Nutzen in keinem Verhältnis“ Experte rechnet vor, warum Habecks Heiz-Wende ein Klima-Reinfall ist

[14] GRÜNE: Gebäudeenergiegesetz Das Heizungsgesetz kommt pragmatisch und sozial gerecht

[15] Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz: Klimaschutz in Zahlen Aktuelle Emissionstrends und Klimaschutzmaßnahmen in Deutschland – Ausgabe 2022

[16] SRU Stellungnahme – Wie viel CO₂ darf Deutschland maximal noch ausstoßen? (umweltrat.de)

Sachverständigenrat für Umweltfragen: Wie viel CO₂ darf Deutschland maximal noch ausstoßen? Fragen und Antworten zum CO₂-Budget STELLUNGNAHME | Juni 2022

[17] Hintergrundpapier zur Gebäudestrategie Klimaneutralität 2045 Gutachten im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz

 




Die orchestrierte Desinformationskampagne von RealClimate.org zur Diskreditierung und Zensur unserer Arbeit – Teil 1

CERES-Team

Zunächst schaue man sich dieses Video an.

Im Juli und August 2023 waren einige von uns bei CERES-Science an drei wichtigen neuen, von Experten begutachteten wissenschaftlichen Arbeiten beteiligt. Bisher waren die meisten Rückmeldungen aus der wissenschaftlichen Gemeinschaft und der Öffentlichkeit zu diesen Papieren sehr positiv.

Eine kleine Anzahl aktivistischer Wissenschaftler hat jedoch eine aggressive Desinformationskampagne losgetretent, um die Arbeiten und den wissenschaftlichen Ruf der Autoren zu diskreditieren. Diese Desinformationskampagne scheint vom Team des Blogs RealClimate.org angeführt zu werden.

Letzte Woche haben wir ihre wichtigsten Behauptungen in einem Blogbeitrag vom 8. September 2023 entlarvt [in deutscher Übersetzung hier]. Trotzdem haben sie noch einmal nachgelegt und setzen ihre Desinformationskampagne mit zahlreichen falschen und irreführenden Behauptungen über diese Studien und die Autoren fort.

Wir haben alle ihre Desinformationen durchforstet und eine Liste aller falschen und irreführenden Behauptungen zusammengestellt. In diesem neuen Beitrag gehen wir jede einzelne Behauptung durch und überprüfen sie auf ihre Richtigkeit.

Die Behauptungen:

Behauptung 1: Die wissenschaftliche Verlagsgruppe MDPI ist unwissenschaftlich (Falsch)

Behauptung 2: Die 37 Mitautoren von S2023 sind „Klimaleugner“ (Falsch und ad hominem)

Behauptung 3: Unser Datensatz, der sich nur auf den ländlichen Raum bezieht, ist eine Rosinenpickerei und eine schlechte Stichprobe (Irreführend)

Behauptung 4: Unser Datensatz, der sich nur auf den ländlichen Raum bezieht, steht im Widerspruch zu anderen, nicht städtischen Temperaturaufzeichnungen (falsch)

Behauptung 5: Die TSI-Aufzeichnung von Hoyt und Schatten (1993) wurde entlarvt (Falsch)

Behauptung 6: Die TSI-Aufzeichnung von Hoyt und Schatten (1993) basierte auf Baliunas & Jastrow (1990) (Falsch)

Behauptung 7: Die wissenschaftlichen Debatten über das beste Satelliten-TSI-Komposit sind irrelevant für die Bewertung der TSI-Veränderungen seit dem 19. Jahrhundert (falsch)

Behauptung 8: Die TSI-Rekonstruktion von Hoyt und Schatten (1993) ist die einzige der 27, die eine große solare Rolle feststellt (Falsch)

Behauptung 9: Soon (2005) machte eine „fehlgeschlagene Vorhersage“ über die arktischen Temperaturen (irreführend)

Behauptung 10: Dr. Soon wird von Big Oil bezahlt und seine gesamte Arbeit ist durch Gelder aus fossilen Brennstoffen korrumpiert (Falsch und ad hominem)

Behauptung 11: Die Wissenschaft von Dr. Soon basiert auf fehlerhaften Annahmen und schlechter Wissenschaft (Falsch und ad hominem)

Behauptung 12: Der wissenschaftliche Ruf der 37 Mitautoren von S2023 ist sehr schlecht (Falsch und ad hominem)

Behauptung 13: Dr. Soon geht davon aus, dass die Sonne der dominante Klimatreiber sein muss, und ist von einem Bestätigungsfehler geblendet (Falsch)

Bevor wir zu den detaillierten Faktenchecks zu jeder dieser Behauptungen kommen, ist es wichtig, den Hintergrund unserer Forschung, ihre Bedeutung und das bisherige Verhalten der RealClimate.org-Gruppe zu verstehen.

Hintergrund zu unserer Forschung

Vor kurzem haben mehrere von uns bei CERES-Science drei wichtige neue, von Experten begutachtete wissenschaftliche Arbeiten verfasst:

  • K2023”: G. Katata, R. Connolly and P. O’Neill (2023). „Evidence of urban blending in homogenized temperature records in Japan and in the United States: implications for the reliability of global land surface air temperature data“. Journal of Applied Meteorology and Climatology. 62(8), 1095-1114. https://doi.org/10.1175/JAMC-D-22-0122.1. (Open access)
  • C2023”: R. Connolly, W. Soon, M. Connolly, S. Baliunas, J. Berglund, C.J. Butler, R.G. Cionco, A.G. Elias, V. Fedorov, H. Harde, G.W. Henry, D.V. Hoyt, O. Humlum, D.R. Legates, N. Scafetta, J.-E. Solheim, L. Szarka, V.M. Velasco Herrera, H. Yan and W.J. Zhang (2023). „Challenges in the detection and attribution of Northern Hemisphere surface temperature trends since 1850“. Research in Astronomy and Astrophysics. https://doi.org/10.1088/1674-4527/acf18e. (Still in press, but pre-print available here)
  • S2023”: W. Soon, R. Connolly, M. Connolly, S.-I. Akasofu, S. Baliunas, J. Berglund, A. Bianchini, W.M. Briggs, C.J. Butler, R.G. Cionco, M. Crok, A.G. Elias, V.M. Fedorov, F. Gervais, H. Harde, G.W. Henry, D.V. Hoyt, O. Humlum, D.R. Legates, A.R. Lupo, S. Maruyama, P. Moore, M. Ogurtsov, C. ÓhAiseadha, M.J. Oliveira, S.-S. Park, S. Qiu, G. Quinn, N. Scafetta, J.-E. Solheim, J. Steele, L. Szarka, H.L. Tanaka, M.K. Taylor, F. Vahrenholt, V.M. Velasco Herrera and W. Zhang (2023). „The Detection and Attribution of Northern Hemisphere Land Surface Warming (1850–2018) in Terms of Human and Natural Factors: Challenges of Inadequate Data“, Climate, 11(9), 179; https://doi.org/10.3390/cli11090179. (Open access)

Diese Studien liefern wesentliche wissenschaftliche Fortschritte in dem sehr anspruchsvollen und komplexen wissenschaftlichen Problem, das seit Mitte des 19. Jahrhunderts als „Nachweis und Zuordnung von Klimaänderungen“ bezeichnet wird.

Im Wesentlichen geht es bei der „Erkennung und Zuordnung des Klimawandels“ um die Beantwortung zweier unterschiedlicher, aber miteinander verbundener Fragen:

1. Erkennung des Klimawandels: Wie hat sich das Klima seit Mitte des 19. Jahrhunderts verändert?

2. Zuordnung des Klimawandels: Welche Faktoren sind für diese Klimaänderungen verantwortlich, und sind sie überwiegend vom Menschen verursacht („anthropogen“), überwiegend natürlich oder eine Mischung aus beidem?

Der IPCC behauptet, die Antworten auf beide Fragen in seinen äußerst einflussreichen Sachstandsberichten (kurz AR) sicher gelöst zu haben.

In ihrem jüngsten 6. Sachstandsbericht (AR6, 2021) kommen sie mit bemerkenswerter Zuversicht zu dem Schluss, dass:

– Die globalen Temperaturen seit Mitte des 19. Jahrhunderts um etwa 1°C gestiegen sind und dass diese Erwärmungsrate „beispiellos in mehr als 2000 Jahren“ ist.

– Menschliche Einflüsse (vor allem Treibhausgasemissionen) sind für die gesamte (oder den größten) Teil dieser globalen Erwärmung verantwortlich.

Über diese IPCC-Ergebnisse wurde weltweit ausführlich berichtet, z. B. in der The New York Times, Aug 9th, 2021; Science, Aug 9th, 2021; Reuters, Aug 9th, 2021; BBC News, Aug 9th, 2021; The Economist, Aug 9th, 2021; The Guardian, Aug 9th, 2021.

Unsere jüngsten Arbeiten zeigen jedoch, dass der IPCC bei der Durchführung seiner Erkennungs- und Zuordnungsanalyse mehrere kritische wissenschaftliche Probleme nicht zufriedenstellend gelöst hat. Infolgedessen waren die weithin verkündeten zuversichtlichen Schlussfolgerungen wissenschaftlich verfrüht.

Eine kurze Zusammenfassung unserer Ergebnisse finden Sie in unserer Pressemitteilung vom 1. September 2023. Eine ausführlichere Zusammenfassung finden Sie in unserem Blogbeitrag von letzter Woche (8. September 2023).

Im Wesentlichen haben wir gezeigt, dass:

1. Der IPCC hat das Ausmaß, in dem die Landkomponente seiner globalen Temperaturdaten durch „Urbanisierungs-Verzerrungen“ verunreinigt wurde, erheblich unterschätzt. UHI-Fehler sind lokalisierte Erwärmungseffekte, die Thermometerstationen in städtischen Gebieten betreffen. Städtische Gebiete machen zwar nur 3-4 % der Landfläche und nur etwa 2 % der Erdoberfläche aus, aber die meisten Thermometer-Aufzeichnungen (mehr als 75 % aller Stationen und mehr als 85 % der längsten Thermometer-Aufzeichnungen) stammen von städtischen Stationen.

2. Aus verschiedenen Quellen stammende Temperaturdaten außerhalb der städtischen Gebiete – lange Aufzeichnungen ländlicher Stationen, Aufzeichnungen der Meerestemperatur, Baumring-Temperaturproxies und Gletscherlängen-Temperaturproxies – zeigen eine nuanciertere Geschichte der Temperaturveränderungen seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Diese nicht-städtischen Daten deuten darauf hin, dass die Temperaturen zwischen mehrdekadischen Perioden der Erwärmung, der Abkühlung und der anschließenden erneuten Erwärmung abgewechselt haben. Im Gegensatz dazu deuten die städtischen Daten auf eine fast kontinuierliche Erwärmung seit dem 19. Jahrhundert hin.

3. Die vom IPCC gewählten Schätzungen der Veränderungen der Sonnenaktivität („total solar irradiance“ oder kurz TSI) stellen nur eine kleine Teilmenge der von der wissenschaftlichen Gemeinschaft verwendeten Schätzungen dar. Mehrere der TSI-Schätzungen, die der IPCC in seiner Analyse vernachlässigt hatte, deuten darauf hin, dass der größte Teil der Erwärmung seit dem 19. Jahrhundert natürlichen Ursprungs sein könnte – insbesondere bei den Daten, die nicht aus den Städten stammen. Andere legen nahe, dass die Erwärmung eine Mischung aus natürlichen und vom Menschen verursachten Faktoren ist. Wieder andere stimmen mit den Aussagen des IPCC über die Ursachen überein.

In Anbetracht dieser Unsicherheiten sind wir zu dem Schluss gekommen, dass die wissenschaftliche Gemeinschaft noch nicht in der Lage ist zu sagen, ob die globalen Temperaturveränderungen seit Mitte des 19. Jahrhunderts „größtenteils vom Menschen verursacht“ (wie der IPCC AR6 behauptet), „größtenteils natürlichen Ursprungs2 oder einer Kombination von Faktoren sind.

Bisher war das Feedback, das wir sowohl von der wissenschaftlichen Gemeinschaft als auch von der Öffentlichkeit zu unserer jüngsten Arbeit erhalten haben, sehr ermutigend und unterstützend.

Eine Handvoll aktivistischer Wissenschaftler hat jedoch eine orchestrierte Desinformationskampagne durchgeführt, um unsere Ergebnisse zu diskreditieren und falsch darzustellen. Diese Kampagne scheint weitgehend vom RealClimate.org-Team organisiert zu werden.

Der wichtigste öffentliche Teil der aktuellen Desinformationskampagne von RealClimate.org war ihr Beitrag vom 6. September 2023 mit dem Titel „So bald wie möglich“ [Original „As Soon as Possible“, was man in diesem Zusammenhang auch mit „So viel Soon wie möglich“ übersetzen könnte. A. d. Übers.] In diesem Posting wurden mehrere absichtlich falsche oder irreführende Behauptungen aufgestellt, um unsere Arbeit zu diskreditieren und andere davon abzuhalten, unsere neuen Studien zu lesen. Wir haben in einem ausführlichen Beitrag am 8. September 2023 auf der CERES-Website ausführlich auf diese falschen oder irreführenden Behauptungen geantwortet. Unser Beitrag wurde auch auf mehreren Websites veröffentlicht, darunter WattsUpWithThat.com, Climate Etc., EIKE (übersetzt ins Deutsche) und KlimaNachrichten.de.

Auch RealClimate.org aktualisierte seinen Beitrag am 9. September, um zu bestätigen, dass wir auf ihre Behauptungen geantwortet hatten. Anstatt jedoch zuzugeben, dass ihre Behauptungen falsch und/oder irreführend waren, hat das RealClimate.org-Team seither seine Desinformationskampagne ausgeweitet.

Insbesondere haben sie weitere falsche und/oder irreführende Behauptungen über unsere Studien im Internet verbreitet (vor allem über Twitter/X.com).

Alle diese Behauptungen können nachweislich als falsch oder irreführend entlarvt werden, wenn man die Arbeiten selbst liest. Ihr Ziel ist es jedoch offenbar, die Leute davon abzuhalten, diese zu lesen. Sie wissen, dass, wenn die Menschen ihre Behauptungen durch deren Lektüre überprüfen würden, es schnell offensichtlich wäre, dass das RealClimate.org-Team Desinformationen verbreitet.
Deshalb haben wir beschlossen, in diesem Beitrag jede der falschen oder irreführenden Behauptungen des RealClimate.org-Teams über unsere jüngste Studie durchzugehen. Wir werden zeigen, dass diese Behauptungen falsch oder irreführend sind. Und außerdem, dass sie in unseren Veröffentlichungen bereits sehr ausführlich behandelt worden waren.

Der Ansatz des IPCC zur Erkennung und Zuordnung des Klimawandel-Problems

Seit dem vierten Sachstandsbericht (AR4) aus dem Jahr 2007 stützt sich der IPCC bei seiner Analyse der Zuweisung von Treibhausgasemissionen hauptsächlich auf den Vergleich von „Hindcasts“ von Computermodellen mit den Aufzeichnungen der globalen Temperatur.

Ein „Hindcast“ eines Computermodells ist das Gegenteil einer „Prognose“. Prognosen versuchen vorherzusagen, was in der Zukunft passieren wird. Ein Hindcast versucht vorherzusagen, was dem Computermodell zufolge in der Vergangenheit hätte passieren sollen.

Der IPCC stellt Computermodell-Hindcasts zusammen, die von den wichtigsten Klimamodellierungsgruppen aus der ganzen Welt bereitgestellt wurden. [Anmerkung: Dr. Gavin Schmidt von RealClimate.org leitet eine dieser Modellierungsgruppen – die NASA-GISS-Gruppe].

Diese Hindcasts versuchen, die globalen Temperaturveränderungen seit dem späten 19. Jahrhundert in Bezug auf verschiedene Kombinationen von natürlichen und vom Menschen verursachten Faktoren zu simulieren:

1. Nur natürliche Faktoren Hindcasts. Hierbei handelt es sich um Hindcasts, bei denen als einzige Klimatreiber Veränderungen der Sonnenaktivität (in Form des TSI) und stratosphärenweite Vulkanausbrüche berücksichtigt werden. Den Modellen zufolge kann die Sonnenaktivität entweder eine Erwärmung oder eine Abkühlung bewirken, während die Vulkanausbrüche nur zu einer vorübergehenden Abkühlung führen können (Dauer 2-3 Jahre).

2. Nur anthropogene Faktoren Hindcasts. Hierbei handelt es sich um Hindcasts, die nur vom Menschen verursachte Klimatreiber berücksichtigen. Die wichtigsten anthropogenen Faktoren, die von den Modellen berücksichtigt werden, sind: (a) Treibhausgase (von denen CO₂ als der wichtigste angesehen wird), von denen angenommen wird, dass sie nur eine erwärmende Wirkung haben, und (b) vom Menschen verursachte „Aerosole“ (Luftverschmutzung durch kleine Sulfatpartikel), von denen angenommen wird, dass sie nur eine kühlende Wirkung haben.

3. Natürliche und anthropogene Faktoren Hindcasts. Dies sind Hindcasts, die alle oben genannten Faktoren enthalten.

Anschließend vergleichen sie diese Hindcasts mit ihren „beobachteten“ globalen Temperaturaufzeichnungen.

Laut dem 4. Sachstandsbericht (AR4, 2007), dem 5. Sachstandsbericht (AR5, 2013) und dem jüngsten 6. Sachstandsbericht (AR6, 2021):

– Die Hindcasts mit „nur natürlichen Faktoren“ waren nicht in der Lage, die beobachtete Erwärmung nach der Mitte des 20. Jahrhunderts zu erklären.

– Die Hindcasts mit „nur anthropogenen Faktoren“ konnten die langfristige Erwärmung erklären, ließen aber einige der subtilen kurzfristigen Klimaänderungen außer Acht.

– Die Hindcasts mit „natürlichen und anthropogenen Faktoren“ stimmten am besten mit den beobachteten globalen Temperaturen überein.

Auf dieser Grundlage sind alle drei IPCC-Berichte übereinstimmend zu dem Schluss gekommen, dass die beobachteten globalen Temperaturveränderungen mindestens seit Mitte des 20. Jahrhunderts überwiegend vom Menschen verursacht wurden.

Oder einfach ausgedrückt: Der IPCC sagt, dass die globale Erwärmung hauptsächlich vom Menschen verursacht wird.

Unser Ansatz zur Erkennung und Zuordnung des Klimawandel-Problems

Nach der Veröffentlichung des IPCC AR5 waren wir alarmiert, als wir feststellten, dass die vom IPCC verwendete Analyse der Erkennung und Zuordnung mindestens zwei kritische wissenschaftliche Probleme nicht angemessen berücksichtigt:

1. Wie stark hat die Verstädterung die Landkomponente der Temperaturdaten, die für den „Nachweis“-Teil verwendet werden, verunreinigt?

2. Wie hat sich die Sonnenaktivität (TSI) seit dem 19. Jahrhundert (und früher) verändert?

Das CERES-Wissenschaftsteam hat bisher insgesamt 10 wissenschaftliche, von Experten begutachtete Arbeiten verfasst, in denen versucht wird, diese beiden zentralen Probleme im Zusammenhang mit der Erkennung und Zuordnung des Klimawandels wissenschaftlich zu lösen:

  1. S2015”: Soon, Connolly & Connolly (2015). Earth-Science Reviews, 150, 409-452. https://doi.org/10.1016/j.earscirev.2015.08.010. (Vorabdruck)
  2. C2017”: Connolly, Connolly & Soon (2017). Hydrological Sciences Journal, 62, 1317-1340. https://doi.org/10.1080/02626667.2017.1324974. (Open access)
  3. S2018”: Soon and 7 co-authors (2018). Earth-Science Reviews, 185, 80-101. https://doi.org/10.1016/j.earscirev.2018.05.013. (Preprint version)
  4. S2019”: Soon and 7 co-authors (2019). Earth-Science Reviews, 189, 102950. https://doi.org/10.1016/j.earscirev.2019.102950. (Vorabdruck)
  5. C2020”: Connolly and 3 co-authors (2020). Energies, 13, 1365. https://doi.org/10.3390/en13061365 (Open access).
  6. C2021”: Connolly and 22 co-authors (2021). Research in Astronomy and Astrophysics, 21, 131. https://doi.org/10.1088/1674-4527/21/6/131. (Open access)
  7. O’N2022”: O’Neill and 16 co-authors (2022). Atmosphere, 13(2), 285. https://doi.org/10.3390/atmos13020285. (Open access)
  8. K2023”: Katata, Connolly & O’Neill (2023). Journal of Applied Meteorology and Climatology. 62(8), 1095-1114. https://doi.org/10.1175/JAMC-D-22-0122.1. (Open access)
  9. C2023”: Connolly and 19 co-authors (2023). Research in Astronomy and Astrophysics. https://doi.org/10.1088/1674-4527/acf18e. (Still in press, but pre-print available here)
  10. S2023: Soon and 36 co-authors (2023). Climate, 11(9), 179; https://doi.org/10.3390/cli11090179. (Open access)

Die ersten vier Arbeiten wurden von Mitgliedern des CERES-Science-Teams veröffentlicht, bevor CERES-Science Ende 2018 gegründet wurde. Diese CERES-Science-Papiere sind jedoch eine Fortsetzung dieser früheren Studien, an denen drei von uns (Dr. Willie Soon, Dr. Ronan Connolly und Dr. Michael Connolly) beteiligt waren.

Jedes der 10 Studien stellt bedeutende wissenschaftliche Entwicklungen zu mindestens einem Aspekt der Erkennung und Zuordnung von Klimaänderungen dar. Bei den Beiträgen 1, 6, 9 und 10 handelt es sich um Studien zur Erkennung und Zuordnung. Die anderen Arbeiten liefern wichtige Fortschritte bei der Lösung der Probleme, die wir oben mit den aktuellen Studien zur Erkennung und Zuordnung von Klimaänderungen beschrieben haben.

Dies ist zwar nicht der einzige Schwerpunkt des CERES-Science-Teams (siehe unsere Seite Veröffentlichungen für unsere anderen Forschungsarbeiten), aber es ist ein wissenschaftliches Problem, an dem wir nun schon seit vielen Jahren aktiv arbeiten.

Wie wir später noch erläutern werden, sind wir uns bewusst, dass es sich hierbei um ein komplexes wissenschaftliches Problem handelt, das die Expertise vieler verschiedener Forscher erfordert. Daher arbeiten wir bei vielen unserer Arbeiten mit vielen anderen Forschungsteams aus der ganzen Welt zusammen. An den 10 hier beschriebenen Arbeiten waren insgesamt 55 Forscher aus 27 Ländern beteiligt.

Die Desinformationskampagnen von RealClimate.org gegen unsere Arbeit zu diesen wissenschaftlichen Problemen haben sich bisher nur auf zwei unserer 10 Arbeiten konzentriert: Nr. 6 (C2021) und Nr. 10 (S2023).

Jedes dieser Studien baute jedoch auf den Ergebnissen und Analysen der vorangegangenen Studien auf. Unser Ansatz zur Lösung dieser wissenschaftlichen Probleme hat sich mit jeder Arbeit weiterentwickelt und Fortschritte gemacht.

Viele der falschen oder irreführenden Behauptungen von RealClimate.org in den Studien 6 und 10 wurden bereits mehrfach in unseren Arbeiten (einschließlich der beiden Studien 6 und 10) ausführlich behandelt. Daher werden wir in unseren direkten Antworten auf die falschen oder irreführenden Behauptungen von RealClimate.org in den Artikeln 6 und 10 auch auf die entsprechenden Diskussionen in den anderen 8 Artikeln hinweisen.

Wer ist das Team bei RealClimate.org?

Auf dem Papier scheinen diese fünf Wissenschaftler sehr respektable Forscher zu sein, von denen man auf den ersten Blick erwarten würde, dass sie sehr darauf bedacht sind sicherzustellen, dass die wissenschaftliche Gemeinschaft und die Öffentlichkeit mit allen relevanten wissenschaftlichen Meinungen zum Klimawandel versorgt werden:

1. Dr. Gavin Schmidt – Direktor des NASA Goddard Institute for Space Studies (NASA GISS)

2. Prof. Michael E. Mann – Presidential Distinguished Professor für Erd- und Umweltwissenschaften an der Universität von Pennsylvania und Direktor des Penn Center for Science, Sustainability, and the Media (PCSSM)

3. Dr. Rasmus E. Benestad – leitender Forscher am Norwegischen Meteorologischen Institut

4. Prof. Stefan Rahmstorf – Co-Leiter der Forschungsabteilung für Erdsystemanalyse des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und Professor für Physik der Ozeane an der Universität Potsdam

5. Prof. Eric Steig – Professor und Vorsitzender der Abteilung für Erd- und Weltraumstudien im College of the Environment an der University of Washington

Erschreckenderweise haben jedoch mindestens vier dieser Wissenschaftler (Schmidt, Mann, Benestad und Rahmstorf) aktiv Desinformationen über unsere jüngsten Veröffentlichungen zum Nachweis und zur Zuordnung des Klimawandels verbreitet. Alle diese Desinformationen können leicht als nachweislich falsch erkannt werden, wenn man unsere Arbeiten liest. Das Ziel ihrer Desinformationskampagnen scheint jedoch zu sein, die Menschen davon abzuhalten, diese zu lesen.

Ihr erster Versuch begann Ende 2022, als sie versuchten, C2021 (Studie 6) zu diskreditieren. Derzeit versuchen sie, S2023 (Studie 10) in Misskredit zu bringen. Sie scheinen sich bewusst darum zu bemühen, dass niemand von C2023 (Studie 9) oder einer unserer anderen relevanten Studien erfährt.

Wir wissen nicht, ob Prof. Steig in diese Desinformationskampagnen seiner RealClimate.org-Kollegen verwickelt war, aber die anderen vier waren alle daran beteiligt.

Der gescheiterte Versuch von Richardson und Benestad (2022), C2021 zu diskreditieren

Im Oktober 2022 veröffentlichte Dr. Rasmus Benestad, eines der 5 Mitglieder von RealClimate.org, zusammen mit Dr. Mark Richardson (Forscher am Jet Propulsion Laboratory der NASA) einen Artikel, in dem sie behaupteten, sie hätten bewiesen, dass C2021 (Studie 6) „fehlerhaft“ sei; dass wir „einen grundlegenden Fehler bei der Wahl der statistischen Methoden“ gemacht hätten; dass unsere „solaren Schlussfolgerungen nicht als glaubwürdig behandelt werden sollten und die IPCC-Aussagen zur solaren Attribution intakt bleiben“:

M.T. Richardson and R.E. Benestad (2022). „Erroneous use of Statistics behind Claims of a Major Solar Role in Recent Warming“. Research in Astronomy and Astrophysics, 22, 125008. http://dx.doi.org/10.1088/1674-4527/ac981c. (pdf hier).

Begleitend zu diesem Artikel veröffentlichten sie am 29. November 2022 auf RealClimate.org einen Blogbeitrag mit dem Titel „Serious mistakes found in recent paper by Connolly et al.“, in dem sie ihren Artikel von Richardson und Benestad (2022) zusammenfassten.

Sowohl in Richardson und Benestad (2022) als auch im begleitenden RealClimate.org-Blogpost haben sie es versäumt, echte „Fehler“ oder „Mängel“ in C2021 zu identifizieren. Stattdessen versuchten sie, C2021 mit einer Reihe von „Strohmann-Argumenten“ zu diskreditieren:

Ein Strohmann-Argument ist ein Argument, bei dem die Person eine Position aufstellt und dann angreift, die eigentlich nicht zur Debatte steht. Der Begriff „Strohmann“ bezieht sich auf eine mit Stroh gefüllte Vogelscheuche, eine buchstäbliche Puppe, die leicht angegriffen und zerstört werden kann, im Gegensatz zu einem logischen, kritisch denkenden menschlichen Gegner. Ein Strohmann-Argument ist eine Art Ablenkungsmanöver, ein Argument, das Verwirrung stiften soll, das absichtlich irreführend und für das eigentliche Thema irrelevant ist.“ Study.com

Jeder, der sowohl Connolly et al. (2021) als auch Richardson und Benestad (2022) liest, wird erkennen, dass ihre angebliche „Widerlegung“ nicht echt war. Trotz der anmaßenden Sprache, die sie verwendeten, hatten Richardson und Benestad tatsächlich nichts gefunden, was C2021 übersehen hatte.

Sie haben nichts Neues zur Wissenschaft beigetragen. Stattdessen war es offenbar ihr Ziel, C2021 zu diskreditieren und die Menschen davon abzuhalten, es zu lesen, indem sie den falschen Eindruck erweckten, es sei „entlarvt“ worden.

Eines unserer drei neuen Arbeiten über die Erkennung und Zuordnung des Problems des Klimawandels, C2023 (Studie 9), ist eine direkte Antwort auf Richardson und Benestad (2022). In C2023 zeigen wir kategorisch, dass die Behauptungen von Richardson und Benestad (2022) unbegründet und unwahr sind:

C2023”: R. Connolly, W. Soon, M. Connolly, S. Baliunas, J. Berglund, C.J. Butler, R.G. Cionco, A.G. Elias, V. Fedorov, H. Harde, G.W. Henry, D.V. Hoyt, O. Humlum, D.R. Legates, N. Scafetta, J.-E. Solheim, L. Szarka, V.M. Velasco Herrera, H. Yan and W.J. Zhang (2023). „Challenges in the detection and attribution of Northern Hemisphere surface temperature trends since 1850“. Research in Astronomy and Astrophysics. https://doi.org/10.1088/1674-4527/acf18e. (Immer noch im Druck, aber eine Vorab-version gibt es hier)

Soweit uns bekannt ist, hat das RealClimate.org-Team seinen Beitrag vom November 2022 noch nicht aktualisiert oder einen weiteren Blog-Beitrag veröffentlicht, um seine Leser darüber zu informieren, dass der Versuch von Richardson und Benestad (2022), C2021 zu „entlarven“, nun selbst durch C2023 entlarvt wurde.

In der Tat hat sich bisher niemand aus dem RealClimate.org-Team zu C2023 geäußert, obwohl sie sich dessen sehr wohl bewusst sind.

Dr. Benestad ist offenbar still, seit sein Versuch durch C2023 kategorisch widerlegt wurde. In der Zwischenzeit haben sich drei Mitglieder des RealClimate.org-Teams (Schmidt, Mann und Rahmstorf) dem Versuch zugewandt, S2023 mit einer neuen Desinformationskampagne zu diskreditieren – wiederum basierend auf völlig falschen und/oder irreführenden Behauptungen, die durch die Lektüre von S2023 – oder C2023 – leicht entlarvt werden können!

In Teil 2 werden die Behauptungen bei RealClimate.org einzeln widerlegt.

Link: https://www.ceres-science.com/post/the-orchestrated-disinformation-campaign-by-realclimate-org-to-falsely-discredit-and-censor-our-work

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE




Die USA und UK werden mit Kohle bombardiert

Duggan Flanakin

Einige westliche Nationen scheinen langsam zu begreifen, dass sie betrogen werden – dass Net Zero eine Erfindung ihrer eigenen Egos ist, die andere Nationen kaum ernst nehmen. Rechnen Sie nur nicht damit, dass die beiden führenden englischsprachigen Nationen der Welt oder die Plutokraten in Paris, Genf und Davos diesem Beispiel folgen werden. Sie reden immer noch so, als ob sie das Weltgeschehen kontrollieren würden.

Erst letztes Jahr hat beispielsweise ein deutsches Unternehmen einen veralteten Windpark abgerissen, um ein Kohlebergwerk zu erweitern. Zum Leidwesen der BBC ist auch Australien weiterhin auf seine Kohleindustrie angewiesen, um dringend benötigte Arbeitsplätze und Einnahmen zu erhalten.

Doch die modernen Utopisten in den USA und in Großbritannien klammern sich immer noch an den Mythos, dass aufstrebende Supermächte wie China, Indien und Russland sich vor dem Weltwirtschaftsforum und den Gaunern der Vereinten Nationen beugen werden.
Die BBC nennt Australien „einen krassen Ausreißer … in einer Welt, die um die Reduzierung der Umweltverschmutzung rennt“. Sie schimpfen, dass China „zusammen mit den reichen G7-Ländern“ das Versprechen „Netto-Null bis 2050“ abgegeben hat – obwohl China und viele andere Länder dabei zusehen, wie sie ihre Abhängigkeit von der Kohleenergie dramatisch erhöhen.

Die BBC ignoriert die Tatsache, dass sich der weltweite Kohleverbrauch seit 1998 fast verdoppelt hat. Der Verbrauch stieg von 94,9 Exajoule (3,24 Mrd. Tonnen) im Jahr 1998 auf 150,4 Exajoule (5,15 Mrd. Tonnen) im Jahr 2010 und wird im Jahr 2022 ein Rekordhoch von 8 Mrd. Tonnen erreichen.

China hat seinen Verbrauch von 1,5 Mrd. Tonnen im Jahr 2002 auf über 3 Mrd. Tonnen im Jahr 2022 verdoppelt (offiziell, aber jetzt sicherlich noch mehr). Der Kohleverbrauch in Indien ist sprunghaft gestiegen, von 240 Millionen Tonnen im Jahr 2007 auf 906 Millionen Tonnen im Jahr 2021.

China hat in der ersten Hälfte des Jahres 2023 mit dem Bau von 37 Gigawatt neuer Kohlekraftwerkskapazität begonnen, Genehmigungen für weitere 52 GW erteilt und die Wiederaufnahme von 49 GW angekündigt. China hat nun 243 GW an neuer Kohlekraft zugebaut und damit die Kapazität seit Januar 2022 bis zu 33 % erhöht.

Indien hat im Jahr 2022 mehr als 100 Kohlebergwerke wiedereröffnet, um die steigende Nachfrage nach Kohleenergie zu decken. Auch in diesem Jahr steigerte Indien die Kohleproduktion, um Ausfälle zu verhindern, die durch die geringere Wasserkraftproduktion aufgrund einer anhaltenden Dürre verursacht wurden. Indien hat die Ziele des Pariser Abkommens für erneuerbare Energien nicht erreicht, da im August drei Viertel des Stroms in Indien aus Kohle erzeugt wurden.

Unterdessen verbrauchten die USA im Jahr 2021 nur noch 495 Millionen Tonnen Kohle, gegenüber einem Rekordwert von 1.127 Millionen Tonnen im Jahr 2007. Der starke Rückgang begann mit dem Versprechen von Präsident Obama, die US-Kohleindustrie in den Bankrott zu treiben. Der Vorsitzende des Ausschusses für natürliche Ressourcen im Repräsentantenhaus Doc Hastings (R, WA), 2012 sagte, dass Obama „auf Schritt und Tritt versucht hat, dieses Ziel in die Tat umzusetzen“.

Wie Hastings es ausdrückte, hob die Obama-Regierung die Stream Buffer Zone Rule aus dem Jahr 2008 auf, schloss eine Vereinbarung mit Umweltgruppen ab, gab Millionen von Steuergeldern aus, um die Regel umzuschreiben, versuchte, Daten zu manipulieren, um die wirtschaftlichen Auswirkungen zu verschleiern, und verbarg die endgültige Regel vor der Öffentlichkeit bis nach den Wahlen 2012.

China und Indien wurden sowohl im Rahmen des gescheiterten Kyoto-Protokolls von 1997 als auch im Rahmen des Paris-Abkommens von 2016 davon befreit, ihre Kohlendioxid-Emissionen zu reduzieren. Grist behauptete, es sei nur fair, wenn „der fetteste Mann am Tisch“ gegenüber „hungrigen“ Nationen Nachsicht übt, „wenn sie merken, dass das Essen ausgeht“.

Während der US-Senat das Kyoto-Protokoll abgelehnt hat, konnte der Senat nie über das Pariser Abkommen abstimmen. Präsident Biden hat Obamas Versprechen bekräftigt, die Kohle in den USA genauso zu einem Paria zu machen wie in Großbritannien.

Noch vor einem Jahr behauptete Präsident Biden, Kohlekraftwerke in den USA seien „zu teuer für den Betrieb“ – obwohl er nicht hinzufügte, „wegen Präsident Obamas ungeheuerlicher Vorschriften“. Er versprach, dass „wir diese Kraftwerke in ganz Amerika abschalten“ und auf immer teureren, unsteten Wind- und Solarstrom setzen werden.

Die Kohleproduktion in den USA wird auch dadurch behindert, dass westliche US-Häfen versuchen, den Export von Kohle zu verbieten. Allein seit 2010 wurden neun Vorschläge, die im pazifischen Nordwesten eine zusätzliche jährliche Kohleumschlagskapazität von 133 Millionen Tonnen vorsahen, gestrichen. Dies hat dem Kohlebergbau und der Wirtschaft in Staaten wie Utah, Montana und Wyoming einen schweren Schlag versetzt.

Erst letztes Jahr hat die Stadt Oakland einen Plan zur Verschiffung von schwefelarmer Kohle aus Utah nach Japan über ein Massengut-Terminal in der Bucht von San Francisco blockiert. Die Legislative von Utah hatte 53 Millionen Dollar für Investitionen in die Entwicklung des Terminals bereitgestellt. Utah-Kohle wird immer noch von drei anderen kalifornischen Häfen aus verschifft, obwohl der lokale Widerstand gegen den Umschlag von Kohle wächst.

Um die Lücke zu schließen, fährt Russland die Kohleproduktion hoch. Bis 2035 sollen 668 Millionen Tonnen pro Jahr gefördert werden – gegenüber 441 Millionen Tonnen im Jahr 2019. Von 2011 bis 2021 war die Kohleproduktion bereits um 30 % gestiegen.

Ein bedeutendes Projekt ist die Aufwertung der 2,2 Milliarden Tonnen schweren Kohlelagerstätte in der sibirischen Stadt Elga, die bis zu neun Monate im Jahr von Schnee bedeckt ist. Laut dem stellvertretenden Premierminister Alexander Novak „hängen die Wachstumsaussichten vor allem mit dem wachsenden Markt im asiatisch-pazifischen Raum zusammen.“

Indonesien, das auf dem besten Weg ist, bis 2045 die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt zu werden, baut 19 Gigawatt an neuen Kohlekraftwerkskapazitäten, von denen zwei Drittel Nickel-, Kobalt- und Aluminiumhütten versorgen werden. Die Regierung in Jakarta plant, Indonesien zu einem Produktionszentrum für Elektrofahrzeuge und Batterien zu machen.

Der Anteil der Kohle an der indonesischen Stromerzeugung liegt heute bei 43 %, aber Indonesien ist auch einer der weltweit führenden Kohleexporteure. Die neuen Anlagen werden die nationale Kapazität in kurzer Zeit um ein Drittel auf fast 60 GW erhöhen.

Im Gegensatz dazu zielt die US-Politik darauf ab, Kohlekraftwerke zu schließen, Erdgas sogar für Haushaltsgeräte zu verbieten und Wind- und Solarprojekte stark zu subventionieren, um Net-Zero-Dekarbonisierungsziele zu erreichen, die der Kongress nie genehmigt hat. Infolgedessen ist der landesweite durchschnittliche Strompreis von 2021 bis 2022 um 11 % gestiegen. Im Jahr 2023 werden die Stromrechnungen um bis zu 40 % steigen.

Auch in UK haben sich die Strompreise für Haushalte in den letzten zehn Jahren verdoppelt, obwohl die Regierung zum Schutz der Verbraucher eine Tarifobergrenze festgelegt hat. Im letzten Sommer erreichten die Strompreise einen Höchststand von 363,7 £ pro Megawattstunde.

Vor einem Jahrhundert war der britische Löwe die führende Wirtschaftsmacht der Welt. Die Suez-Krise von 1956, so heißt es, bestätigte den Niedergang Großbritanniens als Weltmacht, und mit der Übertragung Hongkongs an China im Jahr 1997 wurde das britische Empire buchstäblich zu Grabe getragen.

Die USA sicherten sich nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Position als führende Weltmacht, doch nur 15 Jahre später begann mit dem Vietnamkrieg ein langer Niedergang. Heute machen die Erben der US-Politik – viele aus der Vietnam-Ära – den Rückzug aus Afghanistan (trotz der Machtanmaßung im Russland-Ukraine-Krieg) zum Zeichen für das Ende des amerikanischen Imperiums.

Wie lange wird es dauern, bis der (wahrscheinliche) Fall Taiwans die Überreste der amerikanischen Macht begraben wird?

Wie schnell kann ein Imperium an seiner eigenen Fäulnis zugrunde gehen?

Warum haben sich die USA und das Vereinigte Königreich von fossilen Brennstoffen zurückgezogen, während andere Länder ihre eigene Wirtschaft mit Kohle aufrüsten? Man könnte glauben, dass die westlichen Staats- und Regierungschefs nur ihre Schuld für die Misswirtschaft ihrer Macht abwälzen wollen, indem sie die Bürger bestrafen, die sie gewähren lassen.

This article originally appeared at Real Clear Energy.

Autor: Duggan Flanakin is a Senior Policy Analyst with the Committee For A Constructive Tomorrow. A former Senior Fellow with the Texas Public Policy Foundation, Mr. Flanakin authored definitive works on the creation of the Texas Commission on Environmental Quality and on environmental education in Texas. A brief history of his multifaceted career appears in his book, „Infinite Galaxies: Poems from the Dugout.“

Link: https://www.cfact.org/2023/09/12/the-u-s-and-uk-are-getting-coal-cocked/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Kältereport Nr. 26 /2023

Christian Freuer

Vorbemerkung: Seit dem letzten Kältereport ist jetzt einige Zeit vergangen. Blogger Cap Allon hatte mehrere andere Beiträge im Programm, von denen Einige auch hier auf der Website des EIKE in deutscher Übersetzung erschienen waren.

Es treten aber natürlich immer wieder Kalt-Ereignisse auf, die ohne den Blog „electroverse“ niemals bekannt werden würden. Einige Meldungen sind auch wieder aufgelaufen, wobei vor allem die Südhemisphäre hervorzuheben ist:

Meldungen vom 11. September 2023:

Niedrigste Temperatur in der Antarktis seit 2012

Die Antarktis bleibt weiterhin anomal kühl, wie schon in den letzten Monaten und sogar Jahren.

Die am Wochenende in Wostok gemessenen -80,6 °C sind der niedrigste Septemberwert auf dem Kontinent seit 2012 (-84,2 °C, 15. September):

Dies folgt auf den kältesten August der Station seit 2002.

Die Septemberkälte in der Antarktis beschränkt sich nicht nur auf Wostok, sondern auch auf Concordia, wo die Temperatur seit Tagen bei etwa -77 °C liegt.

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Es folgen zwei Beiträge, die nicht in einen Kältereport passen. Es wird aber dringend empfohlen, sich diese mal anzuschauen!

Link: https://electroverse.info/cold-antarctica-germanys-solar-fail-dr-patrick-brown-cme/

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Meldungen vom 13. September 2023:

Rekorde brechender Kaltluftvorstoß nach Südafrika

„Schnee, Schnee und noch mehr Schnee in weiten Teilen Südafrikas“, lautete kürzlich eine Schlagzeile in The South African.

„Schnee fällt nicht jeden Tag, und die Südafrikaner spüren die Kälte, während die Temperaturen im ganzen Land weiter sinken“, heißt es in den ersten Zeilen des Artikels.

Der südafrikanische Wetterdienst (SAWS) hat für viele Regionen Schneefallwarnungen herausgegeben, insbesondere wegen gefährlicher Straßenverhältnisse. Schnee wurde in den Gebirgsregionen Nordkap, Westkap, Ostkap und KwaZulu-Natal gemeldet.

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September-Schnee auf Berggipfeln in Colorado

Nach einer Kältewelle im September gab es auf einer Reihe von Gipfeln in Colorado – zumeist oberhalb von 3000 m – den ersten messbaren Schnee der Saison.

Der Pikes Peak begann die Woche mit messbarem Schnee Anfang September – ungewöhnlich hohe Schneemengen für diese Jahreszeit, so dass die Arbeiter gezwungen waren, zu Beginn der Saison ein wenig zu schaufeln.

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1m Schnee innerhalb von 24 Stunden in Las Leñas, Argentinien

In nur 24 Stunden ist in dem argentinischen Ferienort Las Leñas mindestens 1 Meter Schnee gefallen.

Ich sage „mindestens“, weil die genauen Zahlen des monströsen 24-Stunden-Sturms noch nicht bestätigt werden können, war es doch zu gefährlich – der Schnee war zu tief – als dass die Mitarbeiter nach draußen gehen und ihn messen konnten.

Was jedoch bekannt ist – wie snowbrains.com berichtet – ist, dass die Lawinengefahr in Las Leñas „extrem ist, wobei die Wahrscheinlichkeit eines Abrutschens als sicher gilt“.

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Kühler Monat in Neu-Kaledonien, Südsee

Der August 2023 endete in Neu-Kaledonien mit einer Durchschnittstemperatur von 19,6 °C, was mit 0,9 °C deutlich unter der multidekadischen Norm liegt.

Der August setzte das kühle Jahr 2023 der südpazifischen Inselkette fort, das bisher mit Rekordtiefsttemperaturen im Juli und einer Reihe von überdurchschnittlich kalten Monaten einschließlich eines anomalen März mit –0,3°C verbunden war.

Link: https://electroverse.info/sa-polar-blast-snow-colorado-argentina-3-3-feet-in-24hrs-cool-caledonia-cme/

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Meldungen vom 15. September 2023:

Dem weltweiten Trend folgend war auch die Waldbrandsaison in Alaska unauffällig.

Nach einem rekordverdächtig langsamen Beginn lag die offizielle Zahl der Waldbrände in Alaska mit Stand vom 13. September bei 343 Bränden mit einer Fläche von 297.747 Acres. Das liegt deutlich unter dem Median der letzten Jahre von ≈1 Million Acres und auch unter dem 20-Jahres-Durchschnitt.

Der Sommer in Alaska erwies sich als frustrierend für die Klimaille. Die Schneeschmelze setzte erst sehr spät ein, und in Fairbanks wurde noch im Juni eine Schneehäufung registriert.

Es war „ein seltsamer Sommer“, sagte Rick Thoman vom Alaska Center for Climate Assessment and Policy an der University of Alaska, was, wenn es von einem Mainstream-Klimawissenschaftler geäußert wird, oft mit „Bedingungen, welche die AGW-Theorie nicht unterstützen“ übersetzt werden kann.

Die Mainstream-Behauptung, wie sie von Climate Hub des USDA vertreten wird, bleibt jedoch bestehen: „Der Klimawandel erhöht das Risiko von großen, häufigen und schweren Waldbränden, da die rapide Erwärmung der Temperaturen und die längeren Vegetationsperioden Alaska beeinflussen.“
Das ist die Aussage, aber weiter unten finden Sie die zugehörigen (und offiziellen) Daten. Ich kann in den Diagrammen keine „Fingerabdrücke des Klimawandels“ erkennen. Vielleicht schaue ich aber nicht genau genug:

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Argentiniens Schneefälle im September: Las Leñas erhält 3 m, Patagoniens Skigebiete verlängern ihre Saison

Das argentinische Skigebiet Las Leñas hat in nur 24 Stunden einen Meter Schnee erhalten – und davor sogar drei Meter in vier Tagen – und die jüngsten Schneemengen übersteigen erneut einen Meter.

Die Anden wurden in den letzten Wochen regelrecht im Schnee begraben.

Infolgedessen hat die Lawinengefahr in und um Las Leñas ein „extremes Niveau“ erreicht. In dieser Woche wurden bereits zwei große Lawinenabgänge dokumentiert, die sich glücklicherweise in einem abgesperrten Bereich des Skigebiets ereigneten.

Cerro Catedral in San Carlos de Bariloche, Argentinien, wurde vom südlichen Ausläufer des Systems erfasst, das Las Leñas heimsuchte, und es gab einen Meter Schnee. In Chile meldet Portillo die schneereichste Saison seit über einem Jahrzehnt, mit Pisten, die seit Jahren nicht mehr befahren werden konnten.

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Und noch ein Hinweis von Blogger Cap Allon in eigener Sache:

YouTube

Ich habe einen „weniger umstrittenen“ YouTube-Kanal eingerichtet, um die Fakten zu verbreiten. Außerdem werde ich ab nächster Woche täglich „unzensierte“ Electroverse-Videos auf Rumble hochladen, also folgt mir auch dort.

Link: https://electroverse.info/alaskas-quiet-wildfire-season-argentinas-snow-dump-muzzled-climate-dissent/

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Meldungen vom 18. September 2023:

Rekorde brechende Kälte in Südafrika

In weiten Teilen Südafrikas hat es in den letzten Tagen stark geschneit. Für die Bergregionen Nordkap, Westkap, Ostkap und KwaZulu-Natal wurde eine Schneefallwarnung herausgegeben.

Begleitet wurde der Schnee von rekordverdächtig niedrigen Temperaturen. Einem kürzlich veröffentlichten Bericht des südafrikanischen Wetterdienstes zufolge wurden eine ganze Reihe von Rekorden gebrochen – allein acht an einem einzigen Tag: …

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Erster Schnee der Saison auf den Bergen Colorados

Auf den höchsten Gipfeln Colorados hat es letzte Woche zum ersten Mal in dieser Saison geschneit, aber jetzt fallen auch auf den tiefer gelegenen Pässen Schneeflocken.

Am Wochenende wurden am Hoosier Pass beträchtliche Schneemengen gemessen. Der erste Schneefall der Saison wurde auch in Fairplay, South Park (am Freitag, dem 15. September) gemeldet.

Es folgen Vorhersagen weiterer Kaltluftvorstöße in den USA.

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Rückkehr der schneeflocken in Finnland

Auch in Skandinavien, insbesondere in Finnland, wird es diese Woche wieder schneien.

Ein Tiefdruckgebiet wird voraussichtlich nach Norden ziehen und auf seiner Rückseite eine arktische Luftmasse nach Süden treiben.

Nach Angaben von Jari Tuovinen vom Finnischen Meteorologischen Institut (FMI) wird die Front am Dienstag und Mittwoch über Lappland verweilen, wo angesichts der niedrigen Temperaturen der erste Schnee der Saison fallen dürfte.

In einer Art Schwankung zwischen den Extremen“ sollen die Temperaturen in Lappland bis zum Ende der Woche aber wieder auf 15 °C steigen, wenn der Wind sich dreht und warme Luft aus dem Süden heran führt.

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Als nächstes folgt unter dem Link diese bemerkenswerte Meldung:

Vorhersage: Zwischen 2023 und 2030 wird der Markt für Schneeräumgeräte erheblich zulegen

Einem neuen Bericht zufolge wird für den Markt für Schneeräumungsdienste in den kommenden Jahren ein erhebliches Wachstum erwartet, das vor allem auf die steigende Nachfrage nach Schneeräumung auf Autobahnen, Straßen, Flughäfen und Seehäfen zurückzuführen ist.

Der Markt ist in drei Bereiche unterteilt: Schneepflügen und Schneeräumung, Streuen und Enteisen sowie die Räumung von Gehwegen.

Der von Precision (einem weltweit führenden Marktforschungsunternehmen) erstellte Bericht geht davon aus, dass „der globale Markt für Schneeräumungsdienste während des Prognosezeitraums zwischen 2023 und 2030 mit einer beträchtlichen Rate wachsen wird“.

Die Vereinigten Staaten werden dabei voraussichtlich eine Schlüsselrolle spielen, da für den nordamerikanischen Markt ein „bemerkenswertes“ Wachstum vorhergesagt wird.

Auch Europa wird im Prognosezeitraum 2022-2029 „ein beachtliches Wachstum (CAGR [compound annual growth rate]) verzeichnen“.

Der globale Trend ist schneereich. Das geht aus den Daten hervor:

Link: https://electroverse.info/south-africas-record-cold-first-snow-colorado-and-finland-snow-removal-market-rise/

wird fortgesetzt … (mit Kältereport Nr. (27 / 2023)

Redaktionsschluss für diesen Report: 18. September 2023

Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE




Großer Energieversorger lehnt Netto-Null-Strom ab, großer Streit folgt

David Wojick

Dominion Energy, der große Stromversorger von Virginia, teilt dem Staat mit, dass er nicht davon ausgeht, das im Virginia Clean Economy Act (VCEA) für 2045 festgelegte Netto-Null-Stromziel zu erreichen. Die bevorzugte Option in Dominions jüngstem Integrierten Ressourcenplan (IRP) sieht keine Stilllegung von mit fossilen Brennstoffen betriebenen Kraftwerken vor, abgesehen von den wenigen alten, die bereits in der Stilllegung begriffen sind. Vielmehr werden noch mehr fossile Brennstoffe eingesetzt.

Dominion formuliert es im IRP folgendermaßen: „Aufgrund einer steigenden Lastprognose und des Bedarfs an einsatzfähiger Erzeugung zeigen die alternativen Pläne zusätzliche erdgasbefeuerte Ressourcen auf und erhalten die bestehenden Kohlenstoff emittierenden Einheiten über die im VCEA festgelegten gesetzlichen Stilllegungsfristen hinaus. Das Gesetz ermächtigt das Unternehmen ausdrücklich, bei der SCC eine Befreiung von diesen Anforderungen zu beantragen, weil die Stilllegung von Kraftwerken die Zuverlässigkeit oder Sicherheit der Stromversorgung der Kunden gefährden würde.“

Es handelt sich also um eine Mitteilung an die Regulierungsbehörde für Versorgungsunternehmen in Virginia, die State Corporation Commission (SCC), dass Dominion bereit ist, die Genehmigung zu beantragen, das im VCEA festgelegte Mandat zur Netto-Null-Stromerzeugung nicht einzuhalten.

In der Tat könnte der IRP eine solche Petition darstellen. Die Anti-Fossil-Kräfte sind offenbar dieser Meinung, denn sie haben beim SCC beantragt, den IRP abzulehnen, weil er mehr Gaskraftwerke vorsieht. Die SCC hat daraufhin ein förmliches Gerichtsverfahren eingeleitet, um diesen Antrag zu prüfen. Eine Reihe grüner Gruppen hat sich dem Verfahren angeschlossen; es hat eine Anhörung stattgefunden, öffentliche Stellungnahmen wurden entgegengenommen, usw. Die ganze Sache mit dem Regelwerk.

Der Anstoß für diesen unerwarteten Anfall von Rationalität seitens Dominion ist, wie es im Zitat heißt, eine erhöhte Lastprognose. Konkret verlangt die SCC von Dominion, die Lastprognose des regionalen Netzbetreibers PJM zu verwenden. Dominion hat eine gewaltige neue Prognose herausgegeben, die etwa doppelt so hoch ist wie die früheren Prognosen der letzten Jahre.

Dominion sagt also, dass sie nicht glauben, dass sie diese enorme neue Last bedienen und das VCEA-Netto-Null-Mandat einhalten können. Sie schlagen ausdrücklich vor, den größten Teil ihrer fossilen Flotte nicht stillzulegen und in den nächsten 15 Jahren fast 3000 MW an gasbefeuerter Stromerzeugung hinzuzufügen. Kein Wunder, dass die Gegner der fossilen Energien entrüstet sind.

Leider wird auch eine lächerliche Menge an erneuerbaren Energien hinzugefügt. Dabei handelt es sich um etwa 11.000 Megawatt (MW) an Solarenergie und 3.000 MW an Windkraftanlagen, vor allem im Meer, zusätzlich zu den 2.600 MW an Offshore-Windkraftanlagen, die bereits in Betrieb sind. Wie üblich gibt es so gut wie keine Speichermöglichkeiten, um diesen intermittierenden Strom zuverlässig zu machen, obwohl er zig Milliarden Dollar kostet. Wenn die Gaskraft das kann, warum wird sie dann nicht einfach anstelle der erneuerbaren Energien eingesetzt? Außerdem ist Offshore-Wind die Hölle für Wale. Aber ich schweife ab.

Dominion hat 7 Millionen Kunden in 16 Bundesstaaten, so dass die Aktion „Virginia no net zero“ weitreichende Folgen hat. Darüber hinaus könnte es sich um einen nationalen Präzedenzfall handeln, so dass andere Versorgungsunternehmen, Bundesstaaten und Interessengruppen dies genau beobachten sollten.

Die Entscheidung des SCC könnte sehr wichtig sein. Ironischerweise existiert der Oberste Rat zur Zeit nicht. Aufgrund einer politischen Pattsituation gibt es nur ein Kommissionsmitglied von den geforderten drei, und es bedarf eines Quorums von zwei, um eine formelle Anordnung zu erlassen. Es sieht so aus, als könne höchstens ein Verwaltungsrichter eine Stellungnahme zu der Petition gegen fossile Brennstoffe abgeben.

Das juristische Chaos der SCC entzieht sich meinem Wissen und Verständnis. Die Ablehnung eines IRP erscheint zunächst einmal merkwürdig. Außerdem scheint die VCEA genau das zu erlauben, was Dominion hier beschreibt. Es ist auch überhaupt nicht klar, dass ein IRP eine Petition ist, wenn die Angelegenheit nur als eine Option dargestellt wird. Vielleicht ist es eine Petition, wenn man sie vorschlagen darf. Der ganze Streit scheint mir ein absurdes Durcheinander zu sein, aber so ist das mit dem Alarmismus. Vielleicht ist das die Botschaft. Anti-Fossil-Alarmismus ist eine absurde Konfusion.

Es wird sicher Spaß machen, diese verworrene Angelegenheit zu beobachten. Bleiben Sie auf CFACT dran, wenn sich das No-Net-Zero-Drama entfaltet.

Autor: David Wojick, Ph.D. is an independent analyst working at the intersection of science, technology and policy. For origins see http://www.stemed.info/engineer_tackles_confusion.html For over 100 prior articles for CFACT see http://www.cfact.org/author/david-wojick-ph-d/ Available for confidential research and consulting.

Link: https://www.cfact.org/2023/09/13/giant-utility-rejects-net-zero-power-big-fight-follows/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE