2500 Jahre wilder Klimawandel in Südeuropa

Joanne Nova

Die neue Studie über Stalagmiten in Höhlen der Pyrenäen zeigt, dass der heutige Klimawandel nichts ist im Vergleich zu den normalen Schwankungen der letzten 2500 Jahre, als es zeitweise viel heißer, kälter und unbeständiger war. Schnelle Temperaturschwankungen waren keine Seltenheit.

Die Forscher untersuchten acht Stalagmiten in vier Höhlen und die Pegel lokaler Seen, verglichen ihre Ergebnisse aber auch mit anderen europäischen Temperaturproxies und -rekonstruktionen, und das Muster ist in der gesamten Region gleich. In der römischen Warmzeit war es viel wärmer als heute, und das über Hunderte von Jahren hinweg, obwohl es kaum Kohlekraftwerke gab. Offenbar gab es einen Grund dafür, dass die Römer in Togas gekleidet waren.

Das dunkle Zeitalter war sehr kalt, vor allem um 520-550 n. Chr. – was möglicherweise mit einem „kataklysmischen“ Vulkanausbruch in Island im Jahr 536 n. Chr. zusammenhängt. Es folgten zwei weitere massive Vulkanausbrüche in den Jahren 540 und 547 n. Chr.. Dieser Effekt ist in den europäischen Baumringen sichtbar, die „eine beispiellose, lang anhaltende und räumlich synchronisierte Abkühlung“ zeigten.

Die Forscher erklären, dass Vulkane und die Sonnenvariabilität die Hauptfaktoren für das Klima in Südwesteuropa zu sein scheinen.

Endlich sehen wir also einen langen, kontinuierlichen Proxy-Datensatz von der griechischen Antike bis zum Jahr 2010. Die große Frage ist, warum diese Art von Studien nicht überall und ständig durchgeführt wird. Es ist ja nicht so, dass wir nicht jede Menge Höhlen mit Stalagmiten zum Analysieren hätten. Wenn das Klima wirklich „die größte Bedrohung für das Leben auf der Erde“ wäre, warum stehen dann diese außergewöhnlichen Datensätze nicht ganz oben auf der Wunschliste jeder Institution, die behauptet, sich um das Klima zu kümmern?

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Es wird noch mehr über diese bemerkenswerte Studie zu sagen sein:

Sauerstoffisotope werden zur Abschätzung der Temperaturen verwendet.

In einigen Passagen der Studie wird erörtert, wie diese Ergebnisse mit anderen Studien aus Europa übereinstimmen:

Das Kälteereignis von ca. 540 n. Chr. (das kälteste in den Speleothem-Aufzeichnungen) könnte mit einem katastrophalen Vulkanausbruch zusammenhängen, der 536 n. Chr. in Island stattfand und Asche über die nördliche Hemisphäre ausspuckte, zusammen mit den Auswirkungen von zwei anderen massiven Eruptionen in den Jahren 540 und 547 n. Chr. (Sigl et al., 2015). Eine beispiellose, lang anhaltende und räumlich synchronisierte Abkühlung wurde in europäischen Baumringaufzeichnungen im Zusammenhang mit diesen großen Vulkanausbrüchen beobachtet, was der LALIA-Periode entspricht (Büntgen et al., 2016).

In einigen Passagen der Studie wird erörtert, wie diese Ergebnisse mit vielen anderen europäischen Studien und einschneidenden Ereignissen in der Geschichte zu vergleichen sind.

5.2.2.Temperaturvariabilität in Westeuropa und im westlichen Mittelmeerraum während der letzten 2500 Jahre

Es gibt nur sehr wenige hochauflösende Speläothem-Aufzeichnungen in Europa, die das CE abdecken (Comas-Bru et al., 2020). Wir vergleichen das Speläothem-Komposit der Zentralpyrenäen mit neun ausgewählten Speläothem-Aufzeichnungen in Europa und Nordafrika, die mit robuster Chronologie und dekadischer Auflösung die letzten 2500 Jahre abdecken (Abb. 5). Einer dieser Datensätze wird als NAO-Variabilität interpretiert (Baker et al., 2015), drei sind Paläo-Niederschlagsrekonstruktionen (Ait Brahim et al., 2019; Cisneros et al., 2021; Thatcher et al., 2022) und die anderen fünf spiegeln Paläo-Temperaturschwankungen wider (Affolter et al., 2019; Fohlmeister et al., 2012; Mangini et al., 2005; Martín-Chivelet et al., 2011; Sundqvist et al., 2010). In Anbetracht dieser Unterschiede bei der Interpretation und der Tatsache, dass diese Aufzeichnungen aus verschiedenen Regionen mit unterschiedlichen Klimazonen stammen (von Schweden bis Marokko), sind unterschiedliche Profile der paläoklimatischen Variabilität zu erwarten. Dennoch sind einige Merkmale vergleichbar und können diskutiert werden, um ein überregionales Bild zu erhalten.

A. Die Römerzeit in Europa und im Mittelmeerraum. In Europa, insbesondere im Mittelmeerraum, ist die RP als Warmzeit bekannt (z. B. McCormick et al., 2012). Die durchschnittliche Meerestemperatur im westlichen Mittelmeer lag 2°C höher als die Durchschnittstemperatur der letzten Jahrhunderte (Margaritelli et al., 2020). Unser Komposit mit hohen Werten der normalisierten δ¹⁸O-Werte während des gesamten RP und insbesondere von 0-200 n. Chr. stimmt mit dem Szenario der hohen Temperaturen überein (Abb. 5i). Speleothem-Daten von den Balearen (Cisneros et al., 2021) weisen auf einen Übergang von feuchten zu trockenen Bedingungen entlang des Iberischen RP hin (Abb. 5c). Die Trockenperiode am Ende des RP in der balearischen Aufzeichnung scheint mit einer neuen Speläothem-Aufzeichnung aus Norditalien (Hu et al., 2022) übereinzustimmen, was darauf hindeutet, dass der beobachtete Trockentrend ein möglicher Beitrag zum Zusammenbruch des Römischen Reiches im Jahr 476 n. Chr. war. Die Aufzeichnungen aus Marokko (Ait Brahim et al., 2019) zeigen dagegen einen feuchten Trend am Ende der RP (Abb. 5d). In ähnlicher Weise wurde im Süden Iberiens während der iberisch-römischen Periode ein Anstieg der Luftfeuchtigkeit beobachtet (Jiménez-Moreno et al., 2013; Martín-Puertas et al., 2009), was eine große räumliche Heterogenität der Niederschläge während der RP widerspiegelt, wenn man Aufzeichnungen aus dem Norden und Süden des Mittelmeerbeckens vergleicht.

REFERENCES

Bartolomé, M., Moreno, A., Sancho, C., Cacho, I., Stoll, H., Haghipour, N., Belmonte, Á., Spötl, C., Hellstrom, J., Edwards, R. L., and Cheng, H.: Reconstructing land temperature changes of the past 2,500 years using speleothems from Pyrenean caves (NE Spain), Clim. Past Discuss. [preprint], https://doi.org/10.5194/cp-2023-54, in review, 2023.

Autorin: Joanne Nova is a prize-winning science graduate in molecular biology. She has given keynotes about the medical revolution, gene technology and aging at conferences. She hosted a children’s TV series on Channel Nine, and has done over 200 radio interviews, many on the Australian ABC. She was formerly an associate lecturer in Science Communication at the ANU. She’s author of The Skeptics Handbook which has been translated into 15 languages. Each day 5,000 people read joannenova.com.au

Link: https://www.cfact.org/2023/09/17/2500-years-of-wild-climate-change-in-southern-europe/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Der städtische WI-Effekt in München, Monat August – Vergleich mit Rosenheim im Umland

Josef Kowatsch, Raimund Leistenschneider, Matthias Baritz

– Der städtische WI-Effekt ist nur ein Teil des gesamten WI-Effektes – Entwicklung der Tag/Nachtemperaturen in der Großstadt München und in Rosenheim – Die Augusterwärmung fand tagsüber statt – Kohlendioxid hat keinen erkennbaren Einfluss auf die Temperaturentwicklung. – Kohlendioxid ist ein lebensnotwendiges Gas, wir brauchen mehr in der Luft und nicht weniger

In wachsenden Städten wird es wärmer, (Grafik 1), das ist inzwischen auch bereits beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach angekommen und auch bei den „Wetterfröschen“ im Fernsehen. Da die meisten der DWD Wetterstationen sich in Wärmeinseln befinden, (siehe Lageangaben des DWD in seiner Stationsliste), wächst und wirkt die Wärmeinselerwärmung in den Temperaturreihen mit.

Und die Flächenversiegelung der deutschen Landschaft nimmt täglich zu, siehe Versiegelungszähler; Stand bei Redaktionsschluss: 50 761 km²

Grafik 1, Quelle, zeigt den „klassischen“ WI auch UHI genannt wie ihn jeder Autofahrer an der Außentemperaturanzeige seines Fahrzeuges ablesen kann. Messstationen, die in städtische Zonen verlegt wurden oder Messstationen, die heute im Einzugsgebiet einer Stadt stehen, messen höhere Temperaturen als früher, obwohl sich an den tatsächlichen (natürlichen) Temperaturen gar nichts geändert hat.

Schon dies steht im krassen Widerspruch zur IPCC-Ideologie, dass allein nur sog. Treibhausgase wie Kohlendioxid aus der fossilen Verbrennung für die Temperaturerhöhungen verantwortlich sind. Konkret, für die gemessenen höheren Temperaturen zu früher. So, wie dies der DWD mit seinem Messnetz ab 1990 massiv betrieben hat: Messstationen aus ländlichen Gebieten entfernt und dafür neue Messstationen in wärmere Gebiete verlegt hat. Wird auch in diesem Kurzvideo gezeigt (siehe auch nächste Grafik.)

Grafik 2, Quelle R. Leistenschneider, nach Daten des DWD, zeigt alle vom DWD, nach dessen eigenen Angaben, bis 2022 (Stand 08/2022) stillgelegten Messstandorte, aufgeschlüsselt nach Dekaden. Die aktuelle Dekade zeigt bis 08/2022 bereits 90 Stilllegungen. Hochgerechnet auf das Jahrzehnt, sind dies, bei gleichbleibender Stilllegungsfreude des DWD = 550 Messstandorte. Hierfür wurden alle Messstandorte ausgewertet, die der DWD nach eigenen Angaben jemals betrieben hat. Siehe auch unseren Beitrag „Das unbrauchbare Messnetz des DWD“.

Im Vorgängerartikel betrachteten wir die Temperaturentwicklung der Großstadt München mit der Kleinstadt Holzkirchen. Dabei blieben etliche Fragen bei Holzkirchen offen, siehe hier.

München liegt im Isartal, die Wetterstation in der Innenstadt auf 519 m Höhe, Verlegung 1997 innerhalb der Innenstadt, siehe Erkennungsbild am Anfang.

Rosenheim liegt im Inntal, Luftlinie 52 km südöstlich von München. Zwar auch in der gleichen Klimazone Alpenvorland, aber nicht mehr unbedingt im „Speckgürtel“ von München (siehe Grafik 1). Und dazu noch in Alpennähe. Rosenheim ist eine stark wachsende Kleinstadt. Die DWD-Wetterstation befindet sich aber nicht in der Stadtmitte, wie in München, sondern nördlich in den Innwiesen, zwischen Reithalle und Kläranlage, auf 442 m Höhe. Die Umgebung der DWD-Station ist ländlich geprägt. Seit 01.03.2006 am Standort bis aktuell. Davor auch ländlich.

Grafik 3: Lage der Wetterstation Rosenheim, nördlich außerhalb der Stadt in den Innwiesen

Wir vergleichen nun die August-Temperaturschnitte von München und Rosenheim. Somit einen städtischen mit einem ländlichen DWD-Standort. Wie jedermann weiß wirkt der städtische WI-Effekt von Rosenheim genauso wie bei München über die Stadtgrenzen hinaus. Für den Standort München ist das unerheblich, da die DWD-Wetterstation bereits in der Innenstadt steht.

Zusätzlich sind die deutschen Landschaften in den Sommermonaten aufgrund der Trockenlegungen seit Jahrhunderten, aber besonders in den letzten vier/fünf Jahrzehnten auch zu Wärmeinseln geworden. („Erweiterter WI“). Die Landschaftsversteppung aufgrund der Trockenlegungen macht sich gerade in den Sommermonaten bemerkbar.

Den Vergleich beider Augusttemperaturreihen zeigt die nächste Grafik:

Grafik 4: Die Augusttemperaturen von München (rot) und Rosenheim (blau) verlaufen ähnlich. München allerdings etwas höher (wärmer)

Ergebnis:

  1. In der größeren städtischen Wärmeinsel München ist es wärmer als in Rosenheim, obwohl München 70m höher liegt. Das nennt man den UHI-Effekt.
  2. Die Linien verlaufen jedoch ziemlich parallel. Die Steigung von München ist nur unwesentlich höher gegenüber Rosenheim. In München wurde der August leicht wärmer in Rosenheim praktisch nicht.

Zwischen der Großstadt München und der eher ländlichen Wetterstation Rosenheim erkennt man in der Grafik nur den UHI-Unterschied. Befände sich die Wetterstation Rosenheim auch in der Innenstadt des sich vergrößernden Rosenheims, dann hätten wir nach unserer Erfahrung mit den DWD-Messkennlinien und dem WI, 2 identische Trendlinien mit einem Augustschnitt von 19,2°C.

Nicht nur beide Städte sind gewachsen, sondern vor allem die Kohlendioxidzunahme der Atmosphäre weltweit. Die Grafik sieht so aus:

Grafik 5: Steiler CO₂-Konzentrationsanstieg in der Atmosphäre seit 1958, dem Messbeginn am Mouna Loa, am 30. Mai 2023 schon 424 ppm. Seit 1988, in unserem Grafikbetrachtungsraum beträgt der Anstieg etwa 80 ppm

Ergebnis: Die CO₂-Konzentrationen sind seit 1958 und insbesondere seit 1988 stark gestiegen, die (August)temperaturen nicht.

Damit ist die Behauptung der CO₂-Erwärmungsangstmacher, CO₂ und andere Treibhausgase bestimmen die Temperaturen, eindeutig falsch. Die August-Temperaturgrafiken von München und Rosenheim verlaufen vollkommen unterschiedlich als die CO₂-Zunahmekurve. Es gibt nicht einmal Zufallskorrelationen.

Wir wollen nicht verschweigen, dass noch eine weitere, wenn auch provokante Erklärung, dafür verantwortlich sein kann: Wie bei den Deutschlandtemperaturen und dem Messnetz des DWD durch die Autoren bei den Temperaturen aufgedeckt und in mehreren Artikeln (https://eike-klima-energie.eu/2023/06/15/fruehlingsverlauf-ein-weiterer-beweis-gegen-die-these-einer-treibhausgas-erwaermung/) gezeigt, werden auch die CO₂-Messwerte auf dem Mauna Loa massiv gefälscht/manipuliert. Und zwar dahingehend, dass diese vermeintlich immer weiter und schneller steigen, in Wirklichkeit aber stagnieren (wie die Globaltemperaturen, siehe hier, bzw. fallen, was natürlich für die CO₂-Hype sozusagen der „Todesstoß“ wäre. Wie gesagt, provokant, aber eine weitere Möglichkeit.

Die Naturwissenschaft schließt daraus: Entweder wirkt CO₂ überhaupt nicht erwärmend oder nur in unbedeutendem, nicht erkennbarem Maße. Die geschürte Klimapanik von einer angeblichen Erderhitzung durch Treibhausgase existiert nicht. Sie ist ein raffiniertes Geschäftsmodell, das über Angst- und Panikmache unser Geld will in Form von CO₂-Steuern/Abgaben oder überhöhten Energie- und Lebensmittelpreisen. Überall verdient der Staat an diesem Geschäftsmodell mit.

Merke: Kohlendioxid hat keinen erkennbaren Einfluss auf die Augusttemperaturen von München und Rosenheim.

Tag/Nachttemperaturen der beiden Standorte

Uns interessieren im folgenden Teil jedoch zusätzlich die Entwicklung der Tag/Nachttemperaturen beider Standorte. Die Tagestemperaturen werden durch Tmax, also die Tagesspitzen erfasst, die Nachttemperaturen durch Tmin. Temperaturerfassungen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang für den Tag oder umgekehrt für die Nacht finden nirgendwo statt.

Grafik 6: In der großen städtischen Wärmeinsel München-Innenstadt wurde es nur tagsüber wärmer, siehe obere graue Trendlinie.

Rosenheim: Die 3 Regressionslinien sehen so aus:

Grafik 7: Rosenheim, tagsüber wird es wärmer, sogar etwas mehr als in München, nachts dafür deutliche Abkühlung

Ergebnis: München und Rosenheim werden im August seit 1988 tagsüber wärmer, nachts überhaupt nicht, Rosenheim wird im August nächtens sogar kälter.

Bei beiden DWD-Wetterstationen öffnet sich die Schere zwischen Tag/Nachttemperaturenverlauf. Beim kleineren Ort Rosenheim jedoch viel stärker.

Damit ist anhand der beiden DWD-Wetterstationen Rosenheim und München einmal mehr bewiesen, dass die Behauptung, allein die CO₂-Zunahme der Atmosphäre bestimme die Temperaturen rundum falsch ist.

CO₂ kann tagsüber nicht erwärmend und nächtens abkühlend wirken.

Erklärungsversuche der unterschiedlichen Temperaturverläufe für Tag/Nacht

Mit CO₂ kann man nichts erklären. Wir müssen nach den tatsächlichen Ursachen suchen.

Beachte: Wir vergleichen mit München und Rosenheim somit einen städtischen mit einem ländlichen DWD-Standort bei den Augusttemperaturen. Wie jedermann weiß wirkt der städtischen WI-Effekt von Rosenheim allerdings auch über die Stadtgrenzen hinaus. Bei München zwar auch, ist hier aber unerheblich, denn die Station steht in der Stadtmitte.

Sonnenstunden

Grafik 8: Die Trendlinie der Sonnenstunden ist bei München waagrecht. Fast keine Zunahme der Sonnenstunden. Bei Rosenheim sogar leicht abnehmend.

Mit den Sonnenstunden kann man den Anstieg der Tagestemperaturen somit nicht erklären. Und T-min eh nicht, denn nachts hat noch niemals die Sonne gescheint.

Luftreinhaltemaßnahmen

In Deutschland und europaweit wurden in den 80-er Jahren umfangreiche Luftreinhaltegesetze beschlossen und umgesetzt, siehe auch Katalysator bei Auto, vergleiche die Region Bitterfeld damals und heute. Diese Maßnahmen zeigen natürlich Wirkung, die Sonnenstrahlung wirkt kräftiger und erwärmt stärker. Zudem gibt es zwischen Rosenheim und München Unterschiede. Man könnte argumentieren, dass in Rosenheim die Luft noch einen Tick sauberer ist. Die Sonne erwärmt mehr am Tage, umgekehrt kühlen die Nächte stärker aus.

Niederschlag und damit Feuchtezunahme (Prinzip einer Klimaanlage)

Im Alpenvorland fallen im August reichlich Niederschläge, das zeigen auch unsere Grafiken

Grafik 9: In Rosenheim fällt deutlich mehr Niederschlag als in München, und diese Niederschlagsmengen sind deutlicher steigend als in München.

Sind die Niederschläge verantwortlich für die Nachtabkühlung, insbesondere für die stärkere Nachtabkühlung in Rosenheim? Wir gehen von einer gleichmäßigen Verteilung der Niederschläge zwischen Tag/Nacht aus.

Die Frage würden wir mit Ja beantworten, in der Münchner Innenstadt fließen die Niederschläge viel schneller ab als in den Innwiesen. Zudem ist die Regenzunahme in Rosenheim größer als in München, d.h. mehr Verdunstungskälte. Die Zunahme der Verdunstungskälte dürfte die Nachtabkühlung Rosenheims teilweise erklären. Allerdings gilt das Argument Verdunstung auch tagsüber und da zeigt sich der Effekt nicht.

Die Änderung der Temperaturerfassung.

Gleich nach dem Umzug der Münchner Station, ab Sommer 1997 wurden die Wetterdaten auch zugleich digital außerhalb der englischen Wetterhütte erfasst, Aussehen siehe Eingangsbild, die Aufzeichnungen in der englischen Wetterhütte wurden somit abgeschafft. In Rosenheim erfolgte die Umstellung erst im März 2006.

Ob diese Umstellungen der Temperaturerfassung die deutliche Erwärmung tagsüber bewirkt hat*), dazu liegen den Autoren keine Nachweise vor. Wir selbst haben auch keine längeren Versuchsreihen dazu durchgeführt. Ob die digitale Temperaturerfassung am Tage stärker erwärmend wirkt als in der Nacht und somit als Teilursache in Frage kommen könnte, können wir nicht beantworten. Zudem wurde Rosenheim später umgestellt und die Tagestemperaturen sind sogar stärker steigend. Bei diesem Betrachtungspunkt müssten sich Wetter-Stationsleiter melden und von ihren Erfahrungen berichten.

*) Anhand der Beilage zur Berliner Wetterkarte 44/13, „Vor- und Nachteile durch die Automatisierung der Wetterbeobachtungen und deren Einfluss auf vieljährige Klimareihen“, Klaus Hager, liegt dies nahe, denn genau bei den Tageshöchsttemperaturen wurden nach der Umstellung um im Mittel 0,92°C höhere Temperaturen gemessen, siehe „Die Unendliche Geschichte: Der große Schwindel des Deutschen Wetterdienstes, des ZDF und Co. bei den Deutschlandtemperaturen“, dort die Abb.5 (hier).

Ergebnis: Da die Physik überall auf unserer Erde gleich ist und natürlich die auf der Physik aufbauenden Messsysteme, liegt es für uns nahe, dass die Umstellung der Messwerterfassung für die Erhöhung der Tagestemperaturen der aussichtsreichste „Kandidat“ ist. Da hier vom DWD keine Vergleichsmessungen von Messsystem alt zu Messsystem neu vorliegen, bleibt der endgültige Beweis jedoch aus.

Werden beide Messtandorte betrachtet (Grafik 1 und 3), so zeigt sich, dass „paradoxerweise“ die ländliche Station einen höheren „Erweiterten WI“ aufweist: Sie liegt in einer rundum flachen (ohne Bebauung), sonnendurchfluteten Gegend, in der die Sonne den ganzen Tag ungehindert die Messstation bescheint. Während in München die Messstation in einer Bebauungszone, mit höheren Gebäuden ringsum steht (tlw. Abschattung), deren „Schluchten“ (Straßen) eine Luftzirkulation bewirken, die abkühlende Wirkung haben kann.

Die Kommentatoren, vor allem die im Großraum München sind aufgefordert, hierbei ihre Erfahrungen/Beobachtungen zu äußern.

Und was berichtet der DWD über die Unterschiede von Tag/Nacht in München?

Zitat: „Die Temperaturzeitreihen der Station München-Stadt belegen im Vergleich zum Umland eine deutliche Ausprägung des städtischen Wärmeinseleffekts, d.h. höhere Temperaturen in der Stadt als im Umland, vor allem nachts. Auch innerhalb des Stadtgebiets sind die Unterschiede zwischen dem dicht besiedelten Innenstadtbereich und Grünflächen deutlich.“Quelle

Vor allem nachts“. Diese DWD-Behauptung ist, wie so Vieles, was der DWD veröffentlicht, schlicht und ergreifend (bewiesenermaßen) falsch. Nachts wird auch München nicht wärmer!!! Rosenheim wird nur mehr kälter. Leider zeigt der DWD keine Grafiken seiner Messungen und Messstandorte.

Auf den selbst ernannten und überzeugten Treibhausexperten Häckl von RTL sei nur noch am Rande hingewiesen. Er erklärt sogar, weshalb durch den Treibhauseffekt die Nachttemperaturen stärker steigen als tagsüber. Grafiken hat er wohl keine angeschaut oder gar zeitraubend irgendwelche selbst entwickelt. Mehr blamieren kann man sich nicht als vollmundig was erklären, was es nicht gibt. Jemand, der offensichtlich sein Diplom, bzw. seine Physikkenntnisse auf der Baumschule erworben hat, der soll lieber nicht in der Öffentlichkeit seinen Unsinn verbreiten, denn allzu schnell wird er als Scharlatan oder einfach „nur“ als Schwätzer“ entlarvt.

Richtig bleibt, der DWD bestätigt damit die deutliche Ausprägung eines städtischen WI-effektes. Das war vor 13 Jahren als wir (Leistenschneider/Kowatsch) diesen Erwärmungseffekt zum ersten Male auf EIKE beschrieben haben, noch nicht der Fall, siehe hier.

Damals haben uns der DWD und viele Kommentatoren massiv widersprochen. Der städtische WI-Effekt wurde negiert und erst recht dessen allgemeiner Erwärmungseffekt, der anthropogene Wärmeeffekt für die Gesamtfläche Deutschlands, aufgrund von Flächenversiegelungen, Asphaltierungen und Trockenlegungen von Feld, Wald Wiesen und Fluren.

Unsere Forderung:

Wenn der DWD wenigstens den Städtischen WI-Effekt inzwischen anerkennt, dann sollte er auch baldmöglichst den Wärmeinselerwärmungsfaktor (Erweiterter WI) in seinen Temperaturreihen bestimmen und deutlich sagen, dass die Erwärmung seit 140 Jahren zu einem erheblichen Teil der Wärmeinselerwärmung geschuldet ist. Eine Forschergruppe um Prof. Vahrenholt hat jüngst in einer Veröffentlichung diesen WI-Effekt mit viel zu niedrigen 0,34 Grad benannt, der physikalisch schwerlich auf 1/100°C bestimmt werden kann.

Wohl gemerkt, das soll nicht der städtische WI-Effekt sein, sondern der Gesamt WI-Effekt. Als Beispiel wird ausdrücklich der Vergleich des heutigen warmen Wetterstationsstandortes am asphaltierten Flughafen beschrieben, verglichen mit dem einem Standort irgendwo im damaligen Nassgelände bzw. am damaligen Stadtwald bei einem Forsthaus.

Beachte: Zwischen München und Rosenheim beträgt die WI-differenz ein gutes Grad, den Höhenunterschied noch gar nicht miteingerechnet. Damit kann der allgemeine WI-effekt in den deutschen Temperaturreihen überhaupt nicht 0,34 C betragen. Der liegt gut dreimal höher.

Wir gehen also von höheren und realistischeren WI-Werten aus. Allein der Wärmeinselunterschied zwischen München und Rosenheim beträgt 1 Grad, siehe Grafik 2, den Höhenunterschied noch gar nicht miteinberechnet. R. Leistenschneider erhielt bei seiner mathematischen Betrachtung einen WI-unterschied von 0,9°C bis 1,2°C (mathematisch: 0,9°C, 1,2°C, wenn der DWD-Referenzstation im Lauf der Messzeitspanne des DWD von 1881 – 2010 ein WI (0,3°C) zugeordnet wird) Seit 2010 ist der WI in Deutschland jährlich weiter gewachsen, was auf der rasant fortschreitenden Veränderung des DWD-Messnetzes, aber auch auf der fortschreitenden Asphaltierung und Trockenlegung der Landschaft beruht. Täglich werden in Deutschland etwa 60 ha Vegetation und Boden asphaltiert und zubetoniert

Diese anthropogen erzeugte Wärmeinsel-Erwärmung ist eine reale Zusatzwärme, wir Menschen wohnen in den wachsenden Wärmeinseln, und da wurde es eben wärmer, aber ein Teil der inzwischen über 1,3 Grad ist auch nur eine statistische Erhöhung des Schnittes durch kältere Stationen stilllegen und an wärmeren Standorten neu aufmachen. Diese statistischen Erwärmungstricks sind hier beschrieben.

Der andere Grund der Erwärmung Mitteleuropas seit 130 Jahren ist der Temperatursprung in Mittel- und Westeuropa im Jahre 1987 auf 1988, bei allen Messstationen. Im DWD-Schnitt aller 2500 Stationen sieht der Temperatursprung so aus:

Grafik 10: Die eigentliche Klimaerwärmung beim Monat August begann erst 1988 durch einen Temperatursprung, dieser hat natürliche Ursachen (Hauptsonnenzyklus, mit allem, was dieser beeinflusst, wie NAO…) der ständigen Klimaänderungen.

Zeichnet man eine durchgehende Trendlinie wie der DWD das macht, dann hat der August 2 Grad Erwärmung und der Temperatursprung ist graphisch verschwunden.

Somit ist die gesamte DWD-Augusterwärmung eine schleichende Wärmeinselerwärmung aller Standorte plus der Temperatursprung. Neben den anthropogen verursachten Wärmeinseleffekten gab es seit 1988 auch viele Änderungen der natürlichen Wetterbedingungen in Mitteleuropa: Die Änderung der Großwetterlagen, eine Umstellung von Nord/West auf mediterrane Einflüsse, (Ursache dafür ist der Jetstream), Bewölkung, kosmische Strahlung, NOA, AMO und andere natürliche wetterbestimmende Faktoren für Mitteleuropa. Die Wirkung der Luftreinhaltemaßnahmen und örtliche Regionale Wetter- und Klimabedinungen.

Damit ist diese Literaturdefinition absolut falsch: Der Begriff Klimawandel bezeichnet langfristige Temperatur- und Wetterveränderungen, die hauptsächlich durch menschliche Aktivitäten verursacht sind, insbesondere durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe

Richtig ist der erste Teil der Definition, falsch ist der Schluss: „insbesondere durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe“

Fazit:

Die Wärmeinselerwärmung ist von Ort zu Ort verschieden. Die Gründe der unterschiedlichen Tag/Nachtverläufe, nicht nur München/Holzkirchen müssen noch näher geklärt werden. Die Leser sind aufgerufen, sich an der Ergebnisfindung zu beteiligen. Es kann keinerlei CO₂-Erwärmungssignal aus den Grafiken abgelesen werden. Von einer bevorstehenden Klimakatastrophe aufgrund steigender CO₂-Konzentrationen kann keine Rede sein. Es handelt sich um ein erfundenes Märchen, das uns Angst einjagen soll, damit wir zur Gewissensberuhigung ohne zu murren unser Geld abliefern und geschröpft werden: CO₂-Steuer, Verbote, Heizungsvorschriften, Gängelung der Bevölkerung und starke Erhöhung der Preise für existenzielle Grundbedürfnisse.

Tag/Nachtgrafiken für ganz Deutschland: bietet der DWD nicht an

Wie schon erwähnt, bildet der DWD keinen Deutschlandschnitt seiner 2500 Wetterstationen für T-max und T-min an. Matthias Baritz aus unserem Team hat diesen Zeitaufwand auf sich genommen. Von durchschnittlich 542 DWD-Wetterstationen über Deutschland verteilt, hat er die Deutschlandverläufe bestimmt. Die ausgewählten Stationen sind wohl dieselben, aus denen der DWD auch stets seine vorläufigen Daten am Monatsende ermittelt.

Die Tagessteigungslinie aller Augusttage (braun) stimmt mit y=0,0276x sehr gut mit der offiziellen Steigung aller 2500 DWD Stationen überein. Diese beträgt y=0,029. Wir gehen davon aus, dass T-max und T-min die Temperaturerfassung auch richtig wiedergeben.

Grafik 11: Die Tag/Nachttemperaturen für ganz Deutschland im Vergleich zu München und Rosenheim.

Ergebnis: Jede Region in Deutschland erwärmt sich leicht unterschiedlich, deshalb die minimalen Steigungsabweichungen zu München und Rosenheim. Übereinstimmend ist die Scherenöffnung der Tag/Nachtsteigungen beim Monat August, die jedoch bei DWD-Deutschland geringer ausfällt als bei unseren 2 Voralpenstandorten.

Grundforderung von uns Natur- und Umweltschützern: Die bewusst geplante und regierungsgewollte CO₂-Klimaangstmacherei in Deutschland muss eingestellt werden.

Was gegen heiße Sommertage hilft haben wir hier beschrieben.

Leider werden diese Maßnahmen nicht umgesetzt, weil sie tatsächlich helfen würden und die sommerlichen Temperaturspitzen eindämmen würden.

Wir brauchen mehr CO₂ in der Atmosphäre

Eine positive Eigenschaft hat die CO₂-Zunahme in der Atmosphäre. Es ist das notwendige Wachstums- und Düngemittel aller Pflanzen, mehr CO₂ führt zu einem beschleunigten Wachstum, steigert die Hektarerträge und bekämpft somit den Hunger in der Welt. Ohne Kohlendioxid wäre die Erde kahl wie der Mond. Das Leben auf der Erde braucht Wasser, Sauerstoff, ausreichend Kohlendioxid und eine angenehm milde Temperatur. Der optimale CO₂-gehalt der Atmosphäre liegt bei 800 bis 1000ppm. Das Leben auf der Erde braucht mehr und nicht weniger CO₂ in der Luft. Untersuchungen der NASA bestätigen dies (hier oder hier).

Es wird Zeit, dass endlich Natur- und Umweltschutz in den Mittelpunkt politischen Handelns gerückt werden und nicht das Geschäftsmodell Klimaschutz.

Josef Kowatsch, Naturbeobachter, aktiver Naturschützer, unabhängiger Klimaforscher

Matthias Baritz, Naturschützer und Klimaforscher

Raimund Leistenschneider, EIKE

 




Maulkorb für Klima-Dissidenten

Cap Allon

Die Bemühungen, die Skeptiker des „globalen Siedens“ zum Schweigen zu bringen, werden immer intensiver, wird es doch immer schwieriger, das Narrativ aufrecht zu erhalten.

Die Zensurbemühungen wurden in letzter Zeit verstärkt: In diesem Sommer sagte der Internationale Währungsfonds einen Vortrag von John Clauser ab, einem mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Physiker, der öffentlich die Existenz einer „Klimakrise“ bestreitet.

Eine führende akademische Fachzeitschrift zog auf Druck von Klima-Lobbyisten veröffentlichte Forschungsergebnisse zurück, in welcher die Autoren es ebenfalls gewagt hatten zu bezweifeln, dass wir uns in einer Notlage befinden – ein Schritt, den Roger Pielke Jr. als „eines der ungeheuerlichsten Versäumnisse wissenschaftlicher Veröffentlichungen, die ich je gesehen habe“ bezeichnete.

Und drittens bekommt Dr. Patrick Brown nun den ganzen Zorn der Klimaille zu spüren, nachdem er behauptet hat, dass die Redakteure von Nature und Science – zwei der renommiertesten wissenschaftlichen Zeitschriften – „Klimastudien auswählen, die bestimmte, vorab genehmigte Narrative unterstützen“ und „verzerrte“, Gefahren hochspielende Forschungsarbeiten bevorzugen. Er selbst sagte: „Ich habe die ganze Wahrheit weggelassen, damit mein Artikel über den Klimawandel veröffentlicht wird“.

Die USA wollen ihre Kohlendioxid-Emissionen bis 2035 halbieren und bis 2050 auf Null reduzieren, um die „existenzielle Bedrohung“ durch den vom Menschen verursachten Klimawandel abzuwenden – und sie unterdrücken jeden Dissens, um dies zu erreichen.

Letzten Monat unterzeichneten mehr als 1.600 Wissenschaftler, darunter die beiden Physik-Nobelpreisträger Clauser und Ivar Giaever, eine Erklärung des Inhalts, dass es keinen Klimanotstand gibt und dass die Klima-Kampagne zu einer Massenhysterie verkommen ist.

„Was die Befürworter von Klimaschutzmaßnahmen versuchen ist, der Öffentlichkeit eine Heidenangst einzujagen, damit sie glaubt, wir müssten schnell handeln“, sagte Steven Koonin, Autor von „Unsettled: What Climate Science Tells Us, What It Doesn’t, and Why It Matters„.

Roger Pielke Jr. verwirft „die abstruse Vorstellung, dass die Emissionen einen Katastrophenschutzknopf darstellen“.

Diese 1.600 abweichenden Wissenschaftler vertreten in Bezug auf das Klima unterschiedliche Ansichten. Einige behaupten, dass die globale Erwärmung in der Tat real ist und ein Problem darstellt, dass wir aber viel mehr Zeit als angegeben haben, um uns anzupassen, während andere den Standpunkt vertreten, dass das Klima der Erde vollständig von der Sonne und den Wolken gesteuert wird und Kohlendioxid keine Rolle spielt.

Einig sind sich jedoch alle darin, dass es keine Klima-„Krise“ gibt und dass die wissenschaftliche Integrität auf dem Spiel steht, wenn sie von Regierungsbehörden, Stiftungen, akademischen Fachzeitschriften und einem Großteil der Medien systematisch ins Abseits gestellt wird.

Zu ihren gemeinsamen Argumenten gehören:

– Es gibt keine Klimakrise oder existenzielle Bedrohung, wie sie in Katastrophenprognosen von Aktivisten in Medien und Wissenschaft zum Ausdruck kommt. Im Großen und Ganzen kann der Mensch das Klima nicht kontrollieren.

– Die globalen Temperaturen steigen schrittweise, und das schon seit Jahrhunderten, aber das Ausmaß des menschlichen Einflusses ist ungewiss oder vernachlässigbar.

– Ein rascher Ersatz fossiler Brennstoffe durch erneuerbare Energien und Elektrizität bis zur Mitte des Jahrhunderts wäre wirtschaftlich riskant und hätte möglicherweise nur geringe Auswirkungen auf die globale Erwärmung. Es sei unrealistisch, die Gesellschaft zu zwingen, sich auf die schwankende Energie aus Wind und Sonne zu verlassen oder die Zukunft auf Technologien zu setzen, die sich noch im Versuchsstadium befinden.

– Der von den Vereinten Nationen befürwortete globale politische Vorstoß für „Netto-Null“ und „Kohlenstoffneutralität“ bis 2050 wird Millionen von Arbeitsplätzen vernichten und die Energiekosten in die Höhe treiben, was zu einer lang anhaltenden wirtschaftlichen Depression und politischer Instabilität führen wird. Das Ergebnis wäre, dass die Entwicklungsregionen den höchsten Preis zahlen würden, während die größten Verschmutzer (China und Indien) das Netto-Null-Mandat einfach ignorieren werden.

– Trotz der in den Medien verbreiteten Behauptungen gibt es keine Beweise dafür, dass eine allmähliche Erwärmung des Planeten die Häufigkeit oder Intensität von Wirbelstürmen, Stürmen, Waldbränden, Dürren, Regenfällen oder anderen Wetterereignissen beeinflusst. Der IPCC hat wenig Vertrauen, dass solche Wetterereignisse mit menschlichen Aktivitäten in Verbindung gebracht werden können.

– Extreme Wetterereignisse fordern nicht mehr Menschenleben als in der Vergangenheit. Die Zahl der Todesopfer ist größtenteils auf kaltes Wetter zurückzuführen, das achtmal so viele Todesfälle verursacht wie warmes Wetter. Insgesamt ist die wetterbedingte Sterblichkeit im letzten Jahrhundert um etwa 99 % zurückgegangen. „Die Menschen sind vor wetterbedingten Katastrophen sicherer als je zuvor“, sagte Bjørn Lomborg.

– Die Klimawissenschaft wurde von Aktivisten gekapert und politisiert, wodurch eine Kultur der Selbstzensur entstanden ist, die durch einen Schweigekodex durchgesetzt wird, den Koonin mit der Omertà der Mafia vergleicht. Die Klimatologin Judith Curry stellt in ihrem 2023 erschienenen Buch „Climate Uncertainty and Risk“ die Frage: „Wie viele skeptische Arbeiten wurden von aktivistischen Redaktionen nicht veröffentlicht? Wie viele veröffentlichte Arbeiten haben Ergebnisse unterschlagen, um zu vermeiden, dass Ergebnisse hervorgehoben werden, die den bevorzugten Erzählungen widersprechen? Mir sind anekdotische Beispiele für jede dieser Handlungen bekannt, aber die Gesamtzahl ist nicht bekannt.“

– Slogans wie „follow the science“ und „wissenschaftlicher Konsens“ sind irreführend und unaufrichtig. Es gibt keinen Konsens über viele Schlüsselfragen, wie z. B. die Dringlichkeit, die Verbrennung fossiler Brennstoffe einzustellen, oder die Genauigkeit von Computer-Modellvorhersagen über zukünftige globale Temperaturen. Der scheinbare Konsens über die drohende Katastrophe wird durch Gruppenzwang, Einschüchterung und Prioritäten bei der Forschungsfinanzierung hergestellt und beruht auf der Überzeugung, dass „edle Lügen“, „Konsensunternehmertum“ und „heimliche Interessenvertretung“ notwendig sind, um die Menschheit vor sich selbst zu retten.

Dr. Judith Curry bezeichnete diese 1600 Klimaskeptiker als die vernünftigen, rationalen Stimmen in einem Strudel quasi-religiösen Wahns.

„Die Dringlichkeit ist der dümmste Teil der ganzen Sache“, sagte sie. „Das Übergangsrisiko ist viel größer als jedes denkbare Klima- oder Wetterrisiko. … In den 1500er Jahren wurden in Europa Hexen ertränkt, weil man sie für das schlechte Wetter verantwortlich machte. Die heidnischen Menschen versuchten, die Götter mit Opfern zu besänftigen. Was wir jetzt tun, ist wie eine pseudowissenschaftliche Version davon, und es ist nicht effektiver als diese anderen Strategien.“

Ich bin mir nicht sicher, ob die Zensur des Establishments für diejenigen sichtbar ist, die sich in „anerkannten Kreisen“ bewegen. Wenn man der Doktrin folgt, wird man akzeptiert; wenn man die Doktrin weitergibt, wird man gelobt. Wenn man jedoch aus der Reihe tanzt, wie ich persönlich es hier auf Electroverse tue, riskiert man den Zorn der Klimaille – es gibt ein System, um abweichende Meinungen zu unterdrücken, und es trifft einen hart und schnell.

Meine Website erreichte in ihren früheren Tagen (als die Endung .net lautete) fast eine Million Seitenaufrufe pro Monat und erwirtschaftete gesunde Werbeeinnahmen. Diese Blütezeit war jedoch nur von kurzer Dauer. Im Jahr 2021 wurde eine orchestrierte Kampagne gegen mich gestartet, die darauf abzielte, die Website zu zensieren und zu verteufeln, angetrieben von mächtigen etablierten Medienunternehmen wie der Washington Post.

Ich war über das Ziel hinausgeschossen, das ist alles, was ich annehmen kann. Ich habe zu viele verlorene Seelen aus den Fängen der Klimakabale gerettet. Welchen anderen Grund kann es geben? Wenn meine Website behaupten würde, dass wir Menschen von dem einäugigen, einhörnigen, fliegenden, lila Menschenfresser kontrolliert werden, würde man mich in Ruhe lassen, die WP würde sich nicht darum scheren, es sei eine Fehlinformation, aber es wäre ihnen piepegal.

Meine Behauptung jedoch, dass die Welt nicht untergeht, bedroht natürlich den intravenösen Angsttropf der Massen, der ständig verabreicht werden muss, um wirksam zu sein: von Krise zu Krise. Zufriedene Menschen sind gleich aufmerksame Menschen, und sie können nicht riskieren, dass wir Menschen diesen ganzen Wahnsinn rationalisieren.

Der Klimawandel ist ein wissenschaftliches Thema, denkt daran, Alarmisten. Deshalb verlangt es eine ehrliche Debatte, immer. Die Theorie muss regelmäßig auf den Prüfstand gestellt werden, um zu sehen, ob sie weiter aufrecht erhalten werden kann. Wenn man diesen Prozess ausschaltet, läuft man Gefahr, ein Dogma zu haben.

Link: https://electroverse.info/alaskas-quiet-wildfire-season-argentinas-snow-dump-muzzled-climate-dissent/ neben anderen Meldungen

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Der bislang ungewöhnlich warme September 2023 in Deutschland und seine Folgen

Stefan Kämpfe

Nach dem zwar insgesamt sehr warmen, aber wechselhaften Sommer 2023 scheint der September nun alle Rekorde in Sachen Sonne und Wärme zu brechen. Könnte das schon ein erster Hinweis auf einen erneut sehr milden Winter sein?

Viel Sonne und viel Südwetter heizten dem Scheiding ordentlich ein

An der Bewertung des Septembers kann man Optimisten und Pessimisten unterscheiden: „Noch Sommer!“ sagen Erstere. „Schon Herbst!“ Letztere. Die Meteorologen haben sich da aber eindeutig positioniert – für sie gehört der gesamte „Scheiding“ (weil die warme Zeit des Jahres nun endet) zum Herbst. September kann jedoch Vieles: Hochsommer mit Sonne satt und zeitweise noch um oder über 30°C (1947, 1961, 1982, 1999, 2006, 2016 und 2023), aber auch Kälte, Regen und kaum noch Sonne (1986, 1990, 1996, 2001, 2007), mitunter schon zähen Nebel oder auch schon erste Boden- und Nachtfröste. Sonnenstand und die astronomisch mögliche Sonnenscheindauer fallen vom Niveau des mittleren Aprils auf das des mittleren März zurück. Für sehr hohe Lufttemperaturen bedarf es daher neben einer maximalen Besonnung stets einer intensiven, von Wind unterstützten Warmluftzufuhr aus dem Süden; Beides war in den ersten zwei Septemberdekaden 2023 der Fall. Zwar gehört der September zu den klassischen „Schönwettermonaten“ im Jahresverlauf, denn er wird oft von Hochdruckwetterlagen dominiert. Aber erstens kommt es auf die Position des Hochdruckgebietes an – liegt es westlich oder nördlich von Deutschland, so profitieren meist nur West- und Norddeutschland davon, und das Temperaturniveau ist schon recht verhalten. Zweitens werden die beiden septemberlichen Schönwetterphasen, der Spätsommer am Monatsanfang und der Altweibersommer im letzten Monatsdrittel, mitunter durch eine mehr oder weniger intensive Tiefdruckwetterphase um die Monatsmitte unterbrochen (2013, 2010, 2003, 2023 war diese nur schwach entwickelt). Auch, wenn sich für die letzte Septemberdekade etwas wechselhafteres, nicht mehr ganz so sommerliches Wetter andeutet – dieser September hat das Zeug, zum wärmsten aller Zeiten zu werden, denn schon bis zum 16. September waren 95% des gesamtmonatlichen Sonnenscheinmittels „eingefahren“, und die Monatsmitteltemperatur entsprach bis zu diesem Zeitpunkt der eines Hochsommermonats.

Abbildung 1: Kurz nach der Monatsmitte war schon das Sonnenschein-Soll für den gesamten September fast erfüllt. Bildquelle: bernd-hussing.de

Abbildung 2: Bis über die Monatsmitte hinaus herrschte ein hochsommerliches Temperaturniveau – Herbstwetter gab es nur sporadisch. Bildquelle: bernd-hussing.de

Abbildung 3: Eine für Septemberhitze typische Luftdruckverteilung am 9. September 2023. Hohem Luftdruck über Osteuropa steht tiefer über Westeuropa und dem Nordatlantik gegenüber, man erkennt einen von hochreichender Warmluft angefüllten langwelligen Höhenrücken über Mitteleuropa, der von langwelligen Trögen über Osteuropa und dem Ostatlantik flankiert wird. Eine solche Wetterlage ist gerade im Herbst oft sehr stabil. Bildquelle: wetterzentrale.de

Die Verzwergung der deutschen Windenergieerzeugung

Bislang tat die Politik wirklich alles, um Deutschland mit Windkraftanlagen (WKA) zu verschandeln. Diese seien notwendig, um CO₂ einzusparen und Deutschland unabhängig von fossilen Energieträgern zu machen, wird stets argumentiert. In einem Herbstmonat sollte doch reichlich Wind für die gut 30.000 WKA in Deutschland wehen – doch der September 2023 ist eine schallende Ohrfeige für alle Befürworter der Windenergie. Ein Blick auf die Wetterkarte der Abbildung 3 verrät, warum der Wind fehlte – das Luftdruckgefälle über Mitteleuropa war sehr gering, die herbstlichen Sturmtiefs fehlten bislang. Zwar gab es viel Solarenergie, aber im September bereitet sich die Sonne eben schon auf ihre Winterruhe vor, zu den Spitzenlastzeiten am frühen Morgen und am Abend scheint sie, anders als im Sommer, schon nicht mehr. Und so mussten nach der Abschaltung der letzten Kernkraftwerke jede Menge Kohle und Gas verstromt werden – schlecht für Deutschlands Klimaziele und für unseren Geldbeutel.

Abbildung 4: Stromerzeugung vom 1. bis zum 16. September 2023 in Deutschland. Man achte auf den beschämend geringen Anteil der Windstromerzeugung (hell- und dunkelblaugraue Flächen), die nur kaum 1 bis selten mehr als 15% des Stroms lieferte! Und die viele Solarenergie zur Mittagszeit musste billig ins Ausland „verklappt“ werden – immer, wenn sie die schwarze Lastlinie überragte. Zwischen etwa 19 und 7 Uhr fehlte sie – Strom wurde oft teuer importiert (weiße Flächen unter der Lastlinie). Biomasse (grün) und Wasserkraft (blau) sind in Deutschland nicht mehr wesentlich ausbaufähig. Zur Beachtung: Die hier gezeigte Stromerzeugung erbringt auch nur ein gutes Fünftel des Gesamtenergiebedarfes (Primärenergie) in Deutschland, was das Dilemma der deutschen Energiewende verdeutlicht. Und wenn im Winter die Sonne ganz ausfällt und Flaute herrscht, sieht die Bilanz noch viel düsterer aus. Bildquelle: energy-charts.info

Warmer September 2023 – milder Winter 2023/24?

Auch wenn es für eine Wintervorschau noch zu früh ist, schaut man sich die sehr warmen September in Deutschland an, so folgte diesen nie ein kalter Winter. Freilich waren extrem warme September, solche mit mindestens 15.5°C im Deutschlandmittel, bislang zu selten, um einen sicheren Zusammenhang herzuleiten; 2023 wird erst der elfte Fall seit 1881 sein.

Abbildung 5: Betrachtet man alle September-Folgewinterpaare seit 1881, so ist der Zusammenhang zwischen den September- und den Wintertemperaturen nur schwach positiv. Aber die bislang 10 wärmsten September, welche die senkrechte rote Linie von 15,5°C erreichten oder überschritten, hatten niemals einen Winter von unter 0°C zur Folge; höchstens einzelne kalte Wintermonate oder kältere Abschnitte. Der September 2023 wurde hier vorsichtig auf 17°C im DWD-Mittel geschätzt.

Unklare Oktober-Aussichten

Anders, als im Hochsommer, lassen sich im Herbst aus der Witterung des Vormonats meist keine eindeutigen Schlüsse für den Folgemonat ziehen, weil bei der schnell abnehmenden Tageslänge oft schon eine geringe Umstellung der Großwetterlage ausreicht, um ein völlig anderes Temperaturniveau zu bewirken. So folgten den warmen Septembern 1982, 1999 und 2016 durchwachsene und teils schon recht kühle und/oder nasse Oktoberwochen, während es nach den kalten Septembern 1990, 1995 und 2001 im Oktober zeitweise nochmals spätsommerlich warm wurde. Zwar hat die Erhaltungsneigung (Persistenz) der Witterung um den Monatswechsel September/Oktober eine gewisse Bedeutung, und auch schon der Charakter des Septemberbeginns („Ägidientagsregel“) lässt nicht selten grobe Schlüsse auf den Witterungsverlauf im weiteren Herbst zu. Das wichtigste Langfristmodell, das amerikanische CFSv2-Modell, sieht nach wie vor einen zu warmen Oktober für Mitteleuropa voraus. Weil die Oktobertemperaturen leicht positiv von der aktuellen AMO-Warmphase beeinflusst werden, könnte diese Prognose zutreffen; sicher ist sie keinesfalls.

Stefan Kämpfe, unabhängiger Natur- und Klimaforscher

 




Die orchestrierte Desinformationskampagne von RealClimate.org zur Diskreditierung und Zensur unserer Arbeit – Teil 2

Faktenüberprüfung der Behauptungen von RealClimate.org in ihrer jüngsten Desinformationskampagne

CERES-Team

[Teil 1 siehe hier]
In ihrem Versuch, S2023 (Studie 10) fälschlicherweise zu diskreditieren, hat das RealClimate.org-Team offenbar beschlossen, den Strohmann-Ansatz von Richardson & Benestad mit einem zusätzlichen rhetorischen Trick namens „Gish gallop“ [etwa „Gänsemarsch] zu kombinieren. Laut Wikipedia sieht diese Täuschungsstrategie folgendermaßen aus:

Bei einem Gish-Galopp konfrontiert ein Debattierer seinen Gegner in kurzer Zeit mit einer Reihe von fadenscheinigen Argumenten, Halbwahrheiten, Falschdarstellungen und glatten Lügen, die es dem Gegner unmöglich machen, sie alle im Rahmen einer formellen Debatte zu widerlegen. Jedes Argument, das der Gish-Galopper vorbringt, braucht wesentlich mehr Zeit, um es zu widerlegen oder zu überprüfen, als es überhaupt erst einmal vorgebracht wurde, was online als Brandolinis Gesetz bekannt ist. Diese Technik vergeudet die Zeit des Gegners und kann bei einem Publikum, das mit dieser Technik nicht vertraut ist, Zweifel an der Debattierfähigkeit des Gegners aufkommen lassen, vor allem, wenn keine unabhängige Überprüfung der Fakten stattfindet oder das Publikum nur begrenzte Kenntnisse über die Themen hat.

Wir sind die zahlreichen falschen oder irreführenden Behauptungen durchgegangen, die sie in den letzten zwei Wochen im Internet über S2023 aufgestellt haben.

Es sind eine Menge davon! Dies scheinen die wichtigsten zu sein:

Wir haben die oben genannten Links und Bilder der Tweets/Xs in diesem pdf zusammengestellt.

Vielleicht haben wir ein paar übersehen, weil sie so viele gemacht haben. Wie oben zusammengefasst, werden bei Gish Gallop-Angriffen schnell verschiedene Halbwahrheiten, Falschdarstellungen und glatte Lügen verbreitet. Soweit wir jedoch sehen können, scheinen die von uns in diesem PDF zusammengestellten Behauptungen den Großteil ihrer Behauptungen darzustellen.

Hier folgt eine detaillierte Liste der aktuellen Behauptungen nebst den Widerlegungen derselben, die sie über S2023 aufstellen, um zu versuchen, die Menschen davon abzuhalten, die Studie zu lesen – eine Kurzfassung derselben haben wir im Teil 1 zusammengefasst.

Lassen Sie uns nun jede dieser Behauptungen der Reihe nach auf ihre Richtigkeit überprüfen:

Behauptung 1: Die wissenschaftliche Verlagsgruppe MDPI ist unwissenschaftlich (Falsch)

Behauptiung 1: Der wissenschaftliche Zeitschriftenverlag MDPI, dem die Zeitschrift S2023 gehört, hat eine „kostenpflichtige, räuberische Zeitschrift“ herausgegeben (Schmidt, 4:45 Uhr, 3. September 2023); „Der Ruf der MDPI-Zeitschriften ist fragwürdig“ (Rahmstorf, 8:29 Uhr, 3. September 2023).

Viele mit der aktuellen wissenschaftlichen Verlagslandschaft nicht vertraute Leser wissen wahrscheinlich nicht, woher diese rechthaberischen Behauptungen über die wissenschaftliche Verlagsgruppe MDPI kommen.

Bis vor kurzem wurde die wissenschaftliche Verlagslandschaft von fünf großen Verlagsgruppen (Elsevier, Springer, Taylor & Francis, Wiley und SAGE) beherrscht. Diese sind in der wissenschaftlichen Gemeinschaft immer noch als „The Big 5“ bekannt.

In den letzten zwei Jahrzehnten sind jedoch viele Wissenschaftler und Akademiker besorgt darüber, dass ihre Veröffentlichungen „kostenpflichtig“ sind und nur von anderen Forschern in einer akademischen Einrichtung mit einem Bibliotheksabonnement eingesehen werden können. Dies hat zur „Open-Access“-Bewegung geführt.

MDPI ist einer der Vorreiter dieses neuen Open-Access-Konzepts für wissenschaftliche Veröffentlichungen. Viele Forscher, die wollen, dass ihre wissenschaftlichen Ergebnisse von einem breiten Publikum gelesen werden, haben sich dafür entschieden, ihre Artikel in Open-Access-Zeitschriften zu veröffentlichen. Infolgedessen sind MDPI und andere Open-Access-Zeitschriften schnell zu wichtigen Akteuren im wissenschaftlichen Publikationsgeschäft geworden.

Wie aus der nachstehenden Tabelle hervorgeht, war MDPI im Jahr 2022 der größte Herausgeber von wissenschaftlichen Open-Access-Artikeln und der drittgrößte Herausgeber aller wissenschaftlichen Artikel (wenn man sowohl kostenpflichtige als auch Open-Access-Artikel zählt). Quelle: Wordsrated.com

Die Behauptungen von Schmidt und Rahmstorf, die MDPI-Verlagsgruppe sei nicht seriös, sind also überholte und schlecht recherchierte Verleumdungen.

Auf jeden Fall sind 3 unserer 10 Arbeiten über die Erkennung und Zuordnung von Problemen des Klimawandels in MDPI-Zeitschriften erschienen, die anderen 7 jedoch nicht. Nachstehend finden Sie die Verlage für jede der 10 Arbeiten:

  1. S2015: Elsevier (Earth-Science Reviews)
  2. C2017: Taylor & Francis (Hydrological Sciences Journal)
  3. S2018: Elsevier (Earth-Science Reviews)
  4. S2019: Elsevier (Earth-Science Reviews)
  5. C2020: MDPI (Energies)
  6. C2021: Institute of Physics, IOP (Research in Astronomy and Astrophysics)
  7. O’N2022: MDPI (Atmosphere)
  8. K2023: American Meteorological Society, AMS (Journal of Applied Meteorology and Climatology)
  9. C2023: Institute of Physics, IOP (Research in Astronomy and Astrophysics)
  10. S2023: MDPI (Climate)

Behauptung 2: Die 37 Mitverfasser von S2023 sind „Klimaleugner“ (Falsch und diffamierend)

Behauptung 2: Die 37 Mitautoren von S2023 sind „Klimaleugner“(Mann, 5. September 2023)

Das ist absurd.

Der Titel von S2023 lautete „The Detection and Attribution of Northern Hemisphere Land Surface Warming (1850-2018) in Terms of Human and Natural Factors: Challenges of Inadequate Data“ [etwa: Die Erkennung und Zuordnung der Erwärmung der Landoberfläche der nördlichen Hemisphäre (1850-2018) in Bezug auf menschliche und natürliche Faktoren: Herausforderungen durch unzureichende Daten]. Ziel war es, den Klimawandel seit 1850 auf der nördlichen Hemisphäre zu erkennen und zuzuordnen.

Wenn wir „das Klima leugnen“ oder gar „den Klimawandel leugnen“ würden, warum hätten wir uns dann die Mühe gemacht, eine umfangreiche Studie zur „Erkennung und Zuordnung des Klimawandels“ durchzuführen? Dies war eine besonders bizarre und unlogische Behauptung von Prof. Mann

Behauptung 3: Unser Datensatz, der sich nur auf ländliche Gebiete bezieht, ist eine Rosinenpickerei und eine schlechte Stichprobe (irreführend)

Behauptung 3: Unsere Aufzeichnung der Landtemperaturen der nördlichen Hemisphäre ist „nicht validiert“ und „eine Rosinenpickerei von arktischen Stationen, US-amerikanischen und irischen Stationen und einigen sehr nicht-ländlichen chinesischen Stationen“ (Schmidt, 3. September 2023); sie ist „keine gute Stichprobe von ländlichen Stationen – von denen es viele im übrigen Europa, in Australien, im südlichen Afrika, in Südamerika usw. gibt“ und „keine gute Stichprobe von langen Stationen (von denen es wiederum viele anderswo gibt)“ (Schmidt, Blog vom 6. September 2023)

Wie wir in der Antwort von letzter Woche (8. September 2023) auf den Beitrag von RealClimate.org erörtert haben [in deutscher Übersetzung hier], ist der Versuch, die langfristigen Temperaturtrends seit Mitte des 19. Jahrhunderts nur mit Hilfe ländlicher Stationen zu bestimmen, sehr schwierig. Die Hauptprobleme sind im Folgenden zusammengefasst:

Bei unserem ersten Versuch, dieses Problem zu lösen, haben wir unsere Analyse auf die vier geografischen Regionen beschränkt, die die meisten der längsten und vollständigsten Aufzeichnungen ländlicher Stationen aufweisen – alle vier Regionen befinden sich auf der Nordhalbkugel -, die jedoch geografisch voneinander isoliert sind und die wichtigsten Klimazonen von den Tropen über die mittleren Breiten bis zur Polarregion abdecken.

Obwohl diese vier Regionen einige der kürzeren Aufzeichnungen ländlicher Stationen (wie Dr. Schmidt hervorhob) und einige der längsten Aufzeichnungen städtischer Stationen (wie Dr. Schmidt ebenfalls hervorhob) ausschließen, entfielen auf diese Regionen mehr als 80 % der ländlichen Daten für das frühe 20. Jahrhundert für beide Hemisphären.

Während die anderen Gruppen (voreilig) davon ausgingen, dass die automatisierten „Temperaturhomogenisierungs“-Computerprogramme, welche die meisten Gruppen verwenden, die Zuverlässigkeit der Daten verbessern, indem sie nicht-klimatische Verzerrungen aus den Temperaturaufzeichnungen genau entfernen, haben wir erkannt, dass diese optimistische Annahme falsch und ernsthaft fehlerhaft ist.

Wir haben die Homogenisierungsgemeinschaft gewarnt, dass die Standard-Algorithmen zur Temperaturhomogenisierung erhebliche statistische Probleme aufweisen und dass sie selbst unbeabsichtigt neue nichtklimatische Verzerrungen in viele der Temperaturaufzeichnungen einbringen. Im Besonderen:

1. Einer der am weitesten verbreiteten Algorithmen zur Homogenisierung, der „Pairwise Homogenization Algorithm (PHA)“ der NOAA – entwickelt von Menne und Williams (2009) – ist bemerkenswert inkonsistent in Bezug auf die Temperaturanpassungen, die er auf jeden Temperaturdatensatz anwendet. Wir stellen fest, dass die „Homogenisierungs-Anpassungen“, die die NOAA auf einen bestimmten Temperaturdatensatz anwendet, sich von Woche zu Woche drastisch ändern können! Wie schwerwiegend dieses Problem ist, haben wir in Studie 7 (O’N2022) dokumentiert.

2. Ein statistisches Artefakt der derzeitigen Homogenisierungsalgorithmen ist ein Problem, das wir „urban blending“ nennen. Wenn städtische Nachbarstationen verwendet werden, um nicht-klimatische Verzerrungen in einer ländlichen Station zu korrigieren, wird ein Teil der städtischen Erwärmung der Nachbarstationen in die homogenisierte ländliche Aufzeichnung „verlagert“ – und umgekehrt. Infolgedessen zeigen nach der Homogenisierung alle Stationsaufzeichnungen ähnliche Trends (die Aufzeichnungen sind alle „homogen“). Aber die homogenisierten „ländlichen“ Aufzeichnungen sind nicht mehr frei von städtischer Erwärmung. Wir haben dies auf theoretischer und experimenteller Basis in den Studien 3 und 4 (S2018 und S2019) gezeigt und kürzlich in Studie 8 (K2023) bestätigt, dass dies ein ernstes und weit verbreitetes Problem ist, das von der Gemeinschaft der Temperaturhomogenisierer übersehen wurde. Glücklicherweise haben einige andere Gruppen in letzter Zeit begonnen, dieses Problem der städtischen Überlagerung ernst zu nehmen, z. B. die jüngste Studie von He und Kollegen (2023), „Updated analysis of surface warming trends in North China based on in-depth homogenized data (1951-2020)“, Climate Research, 91:47-66. https://doi.org/10.3354/cr01724 (Open access)

Seit S2015 (Studie 1) haben wir erkannt, dass es wissenschaftlich unangemessen ist, sich blind auf die automatischen Computerprogramme zur Temperaturhomogenisierung zu verlassen. Wir haben aber auch erkannt, dass wir die anderen nicht-klimatischen Verzerrungen berücksichtigen müssen, die mit allen Temperaturaufzeichnungen verbunden sind. Daher haben wir unsere Analyse bisher auf Regionen beschränkt, für die uns Metadaten zur Stationsgeschichte oder andere klimatische Informationen vorliegen, um bekannte nichtklimatische Verzerrungen zu korrigieren.

Dies ist ein laufendes Projekt. Wir setzen unsere Bemühungen um die Entwicklung einer umfassenderen, auf den ländlichen Raum beschränkten Temperaturaufzeichnung fort, aber die meisten anderen Gruppen, die globale Temperaturaufzeichnungen erstellen (einschließlich Dr. Schmidts NASA GISS), scheinen sich der Komplexität und Herausforderung dieses Problems nicht bewusst zu sein.

In jeder unserer Studien, in denen wir rein ländliche Reihen der nördlichen Hemisphäre verwenden, haben wir ausführlich untersucht, wie repräsentativ die Reihen für die globalen Temperaturen (oder zumindest für die Temperaturen der nördlichen Hemisphäre) sind. In S2015 (Studie 1) und S2023 (Studie 10) erörtern wir, wie die reinen Landaufzeichnungen sehr gut mit unabhängigen Temperaturschätzungen übereinstimmen, die auf (a) Meerestemperaturen, (b) Baumring-Temperaturproxies und (c) Gletscherlängen-Temperaturproxies basieren.

In C2021 (Studie 6) und C2023 (Studie 9) betrachten wir fünf verschiedene Temperaturschätzungen für die nördliche Hemisphäre:

1. Unsere Serie nur für den ländlichen Raum

2. Die Standardreihen für Stadt und Land

3. Temperaturen der Meeresoberfläche

4. Baumring-Temperaturproxies

5. Temperaturproxys für Gletscherlängen.

Unsere Gesamtergebnisse für C2021 und C2023 (bei denen wir alle fünf Schätzungen berücksichtigt haben) stimmen weitgehend mit denen für S2023 überein (bei denen wir uns nur auf die beiden auf Wetterstationen basierenden Landtemperaturschätzungen konzentriert haben).

Behauptung 4: Unsere Aufzeichnungen, die nur für den ländlichen Raum gelten, stimmen nicht mit anderen Temperaturaufzeichnungen außerhalb der Städte überein (Falsch).

Behauptung 4: Unsere Aufzeichnung der Landtemperaturen der nördlichen Hemisphäre ist „nicht repräsentativ für die globalen Temperaturen“ und „enthält keine Ozeandaten“ (Schmidt, 3. September 2023); sie wird durch globale Temperaturschätzungen widerlegt, die von „Gletschern und Eisschilden“ und „Ozeanen“ abgeleitet werden (Rahmstorf, 3. September 2023 und Schmidt, 6. September 2023); sie wird auch durch Schätzungen des Wärmeinhalts der Ozeane (OHC) widerlegt (Mann, 5. September 2023).

Diese Behauptungen wurden bereits ausführlich in unseren Studien behandelt:

  1. pp. 435-441 of S2015: Soon, Connolly & Connolly (2015). Earth-Science Reviews, 150, 409-452. https://doi.org/10.1016/j.earscirev.2015.08.010. (Preprint version)
  2. pp. 35-44 of C2021: Connolly and 22 co-authors (2021). Research in Astronomy and Astrophysics, 21, 131. https://doi.org/10.1088/1674-4527/21/6/131. (Open access)
  3. All of C2023: Connolly and 19 co-authors (2023). Research in Astronomy and Astrophysics. https://doi.org/10.1088/1674-4527/acf18e. (Still in press, but pre-print available here)
  4. pp. 6-12 of S2023: Soon and 36 co-authors (2023). Climate, 11(9), 179; https://doi.org/10.3390/cli11090179. (Open access)

Im Folgenden vergleichen wir unsere Rekonstruktion der Landtemperatur der nördlichen Hemisphäre mit anderen Temperaturschätzungen der nördlichen Hemisphäre, die auf folgenden Daten basieren:

(a) Meerestemperaturen (wie von Dr. Schmidt und Prof. Rahmstorf vorgeschlagen);

(b) Baumring-Proxies;

(c) Proxies für die Gletscherlänge (wie von Prof. Rahmstorf vorgeschlagen);

(d) Wetterballone;

(e) Satellitenmessungen.

Wir haben ihn auch mit zwei anderen Indikatoren für den Klimawandel verglichen:

(f) Wärmeinhalt der Ozeane (wie von Prof. Mann vorgeschlagen);

(g) weltweiter Niederschlag.

Trotz der Behauptungen von RealClimate.org scheinen alle diese Indikatoren für den Klimawandel mit unseren Aufzeichnungen, die nur für den ländlichen Raum gelten, übereinzustimmen – mit Ausnahme der weltweiten Niederschläge (die seit Beginn der Aufzeichnungen keinen merklichen Trend aufweisen)

Behauptung 5: Die TSI-Aufzeichnung von Hoyt und Schatten (1993) wurde widerlegt (Falsch)

Behauptung 5: Einer der von uns analysierten TSI-Datensätze – eine aktualisierte Version von Hoyt und Schatten (1993) – ist „ein nicht validierter Solar-Datensatz“; „basiert auf einer falschen Theorie, die bei ihrer Veröffentlichung falsch war und in den darauffolgenden drei Jahrzehnten nicht validiert wurde“ (Schmidt, 3. September 2023); basiert auf Sonnenfleckenzykluslängen (SCL), und SCL ist erwiesenermaßen ein schlechter Proxy für die Sonnenaktivität (Schmidt, Blog vom 6. September 2023 und Tweets vom 10. September 2023).

Hoyt und Schatten (1993) war eine der sechs TSI-Reihen, die vom CMIP3-Modellierungsprojekt berücksichtigt wurden, das der IPCC für seine Erkennungs- und Zuordnungsanalyse in seinem vierten Bewertungsbericht (AR4, 2007) verwendet hat. Sie war auch eine der beiden wichtigsten TSI-Reihen, die im dritten Sachstandsbericht des IPCC (AR3, 2001) diskutiert worden waren.

Allerdings wurde Hoyt und Schatten (1993), offenbar zum Teil als Ergebnis von Dr. Schmidts Beteiligung an den TSI-Auswahlen für AR5, stillschweigend aus den Attributionsstudien in AR5 oder AR6 gestrichen.

Angesichts der verwirrenden Aussagen von Dr. Schmidt darüber, wie seiner Meinung nach Hoyt und Schatten (1993) zusammengestellt wurden, fragen wir uns nun, ob er Hoyt und Schatten (1993) überhaupt gelesen hat.

Aber selbst wenn er Hoyt und Schatten (1993) nicht gelesen hat, haben wir in mehreren unserer Studien ausdrücklich erörtert, wie sie zusammengestellt worden sind:

  1. pp. 422-423 of S2015: Soon, Connolly & Connolly (2015). Earth-Science Reviews, 150, 409-452. https://doi.org/10.1016/j.earscirev.2015.08.010. (Preprint version)
  2. pp. 10-12 of C2021: Connolly and 22 co-authors (2021). Research in Astronomy and Astrophysics, 21, 131. https://doi.org/10.1088/1674-4527/21/6/131. (Open access)
  3. pp. 4,6, 12-13, 25-26 of S2023: Soon and 36 co-authors (2023). Climate, 11(9), 179; https://doi.org/10.3390/cli11090179. (Open access)

Douglas V. Hoyt war übrigens Mitautor von C2021 (Studie 6), C2023 (Studie 9) und S2023 (Studie 10).

Die falsche Vorstellung, dass das TSI-Kompositum von Hoyt und Schatten (1993) auf „solaren Zykluslängen“ basierte, scheint ihren Ursprung in einer fehlerhaften Beschreibung von Lean et al. (1995) zu haben (PDF hier).

Kürzlich hat Chatzistergos (2023) diese irrige Behauptung wieder aufgegriffen.

Hoyt & Schatten (1993) wiesen jedoch ausdrücklich darauf hin, dass ihre TSI-Rekonstruktion auf fünf Proxies für die Sonnenaktivität in der Vor-Satelliten-Ära und auf dem NIMBUS-7-Satelliten zur Kalibrierung und in der Satelliten-Ära basierte.

Die 5 solaren Näherungswerte von Hoyt & Schatten (1993) in ihrer TSI-Rekonstruktion sind:

1. Mittlere Sonnenfleckenzahl

2. Abklingrate des Sonnenzyklus‘

3. Der Anteil der halbschattenförmigen Flecken

4. Rate der äquatorialen Sonnenrotation

5. Länge des Sonnenzyklus‘

Nebenbei bemerkt verwenden die meisten aktuellen TSI-Rekonstruktionen – mit Ausnahme der neu skalierten Sonnenfleckenzahl (SSN) von Dewitte et al. (2022) und einer ähnlichen, aber nicht von Fachleuten überprüften Rekonstruktion von Dr. Svalgaard aus dem Jahr 2014 – ebenfalls mehrere solare Näherungswerte, die jeweils versuchen, verschiedene Aspekte der solaren Variabilität zu erfassen. Bisher scheint jedoch die TSI-Rekonstruktion von Hoyt und Schatten (1993) diejenige zu sein, die die meisten verschiedenen solaren Näherungswerte berücksichtigt hat.

Hoyt und Schatten (1993) haben die Länge des Sonnenzyklus‘ (SCL) als einen ihrer fünf Proxys verwendet, aber nur einen.

Dr. Schmidt verweist auf zwei Artikel von Prof. Peter Laut, in denen er eine völlig andere Studie zum Thema Sonne/Klima kritisiert, die eine statistisch gefilterte SCL-Zeitreihe als Proxy für die Sonnenaktivität verwendet, nämlich Friis-Christensen & Lassen (1991):

Laut und Gundermann (2000) und Laut (2003) kritisierten nicht die Verwendung von SCL als Stellvertreter für einen bestimmten Aspekt der Sonnenaktivität. Stattdessen argumentierten sie, dass die Behauptung von Friis-Christensen & Lassen (1991), wonach die Temperaturen der nördlichen Hemisphäre bis in die 1980er Jahre gut mit einer statistisch gefilterten Version der SCL-Daten korreliert waren, mit neueren Daten und der Verwendung einer objektiveren statistischen Filterung als der Filterung aus den 1940er Jahren, die Friis-Christensen & Lassen wiederholt hatten, zusammenbrach.
Die Behauptung von Dr. Schmidt, dass die TSI-Rekonstruktion von Hoyt & Schatten (1993) durch Laut (2003) irgendwie „widerlegt“ wurde, ist also völlig falsch.

Behauptung 6: Der TSI-Wert von Hoyt und Schatten (1993) basiert auf Baliunas & Jastrow (1990) (Falsch)

Behauptung 6: Die TSI-Rekonstruktion von Hoyt und Schatten (1993) basierte ebenfalls auf der „Skalierung von zyklischen/nicht zyklischen Sternen für das Maunder-Minimum“ von Baliunas & Jastrow (1990), und diese Skalierung von 1990 hat sich „als nicht gültig erwiesen“ (Schmidt, Blog vom 6. September 2023 und Tweets vom 10. September 2023).

Auch diese Behauptung ist falsch.

Und ziemlich bizarr. Hoyt und Schatten (1993) hatten absolut nichts mit Baliunas und Jastrow (1990) zu tun.

Baliunas und Jastrow (1990) war eine bahnbrechende frühe Analyse der Verwendung von Beobachtungen „sonnenähnlicher Sterne“, um zu versuchen, die erwartete solare Variabilität der Sonne über die Zeit einzuschränken (PDF hier).

Es war eine bahnbrechende Studie in den frühen 1990er Jahren. Allerdings haben Hoyt und Schatten (1993) ihre Analyse nie verwendet, geschweige denn zitiert. Ihre Rekonstruktion enthielt keine Daten oder Informationen von sonnenähnlichen Sternen.

Dr. Sallie Baliunas ist Mitautorin von C2021 (Studie 6), C2023 (Studie 9) und S2023 (Studie 10) und eine langjährige Kollegin von Dr. Soon.

Prof. Robert „Bob“ Jastrow (1925-2008) war der Gründungsdirektor des NASA GISS (von 1961 bis 1981) und Dr. Gavin Schmidt ist der aktuelle Direktor des NASA GISS (seit 2014). Vielleicht ist dies der Grund, warum Dr. Schmidt eine ungewöhnliche Besessenheit von der Studie von 1990 hat.

Was die Behauptung von Dr. Schmidt betrifft, Baliunas und Jastrow (1990) hätten sich „als nicht gültig erwiesen“, so ist dies eine ziemlich irreführende Darstellung der wissenschaftlichen Literatur über das, was wir von sonnenähnlichen Sternen wissen.

Baliunas und Jastrow (1990) unternahmen den ersten Versuch, die vorläufigen Daten zu nutzen, um die Amplitude der Veränderungen der Sternaktivität in ruhigen, nicht zyklischen Perioden (wie sie die Sonne während des Maunder-Minimums, 1645-1715, durchlaufen zu haben scheint) und in zyklischen Perioden (wie sie die Sonne derzeit durchläuft) abzuschätzen.

Dr. Baliunas und Dr. Soon waren direkt an zwei der detaillierteren Analysen dieser frühen Daten beteiligt:

  • Q. Zhang, W.H. Soon, S.L. Baliunas, G.W. Lockwood, B.A. Skiff and R.R. Radick (1994). „A Method of Determining Possible Brightness Variations of the Sun in Past Centuries from Observations of Solar-Type Stars“. Astrophysical Journal Letters, 427, L111. https://doi.org/10.1086/187377 (Open access).
  • S.L. Baliunas, R.A. Donahue, W.H. Soon, J.H. Horne, J. Frazer, L. Woodard-Eklund, M. Bradford, L.M. Rao, O.C. Wilson, Q. Zhang, W. Bennett, J. Briggs, S.M. Carroll, D.K. Duncan, D. Figueroa, H.H. Lanning, T. Misch, J. Mueller, R.W. Noyes, D. Poppe, A.C. Porter, C.R. Robinson, J. Russell, J.C. Shelton, T. Soyumer, A.H. Vaughan and J.H. Whitney (1995). „Chromospheric Variations in Main-Sequence Stars. II.“ Astrophysical Journal. 438, 269. https://doi.org/10.1086/175072. (Open access)

Mitte der 2000er Jahre überprüften mehrere Studien die ursprünglichen Schätzungen aus den frühen Daten im Lichte eines zusätzlichen Jahrzehnts an Daten. Einige dieser Schätzungen (darunter eine, an der Gregory. W. Henry, einem Mitverfasser von C2021, C2023 und S2023 beteiligt war) legten zunächst nahe, dass diese Schätzungen zu hoch waren. Darauf spielte Dr. Schmidt an, z. B.,

Neuere Aktualisierungen der Daten (an denen auch unser Mitautor Greg Henry beteiligt war) lassen jedoch vermuten, dass die ursprünglichen Schätzungen möglicherweise nahe genug waren, z. B.

Darüber hinaus hat Prof. Wright, dessen Studie aus dem Jahr 2004 Dr. Schmidt als angeblichen Beweis dafür zitierte, dass die nicht-zyklischen Sterne von Baliunas und Jastrow (1990) fehlerhaft waren, seitdem mehrere Studien mitverfasst, in denen er einen neuen Kandidaten für einen nicht-zyklischen Stern vorschlägt (einschließlich einer Studie, die er gemeinsam mit unserem Kollegen Greg Henry verfasst hat):

  • A.C. Baum, J.T. Wright, J.K. Luhn and H. Isaacson (2022). „Five Decades of Chromospheric Activity in 59 Sun-like Stars and New Maunder Minimum Candidate HD 166620“. The Astronomical Journal, 163 (4), 183. https://doi.org/10.3847/1538-3881/ac5683 (Open access)
  • J.K. Luhn, J.T. Wright, G.W. Henry, S.H. Saar and A.C. Baum (2022). „HD 166620: Portrait of a Star Entering a Grand Magnetic Minimum“. The Astrophysical Journal Letters, 936 (2), L23. https://doi.org/10.3847/2041-8213/ac8b13 (Open access)

Wir sind der Meinung, dass die Verwendung von Daten sonnenähnlicher Sterne wichtig ist, um unser Verständnis der Bandbreite der Sonnenaktivität zu erweitern, die wir für unsere Sonne im Laufe der Zeit erwarten sollten. Wir regen an, mehr Daten über sonnenähnliche Sterne zu sammeln und zu analysieren.

Weitere Informationen zu den laufenden Debatten über die Daten sonnenähnlicher Sterne und ihre Auswirkungen auf unser Verständnis der historischen TSI-Variabilität:

  1. pp. 421-422 of S2015: Soon, Connolly & Connolly (2015). Earth-Science Reviews, 150, 409-452. https://doi.org/10.1016/j.earscirev.2015.08.010. (Preprint version)
  2. pp. 20-22 of C2021: Connolly and 22 co-authors (2021). Research in Astronomy and Astrophysics, 21, 131. https://doi.org/10.1088/1674-4527/21/6/131. (Open access)
  3. pg. 27 of S2023: Soon and 36 co-authors (2023). Climate, 11(9), 179; https://doi.org/10.3390/cli11090179. (Open access)

Jedenfalls haben Hoyt und Schatten (1993) nichts mit Baliunas und Jastrow (1990) zu tun.

Behauptung 7: Die wissenschaftlichen Debatten über das beste Satelliten-TSI-Komposit sind für die Bewertung der TSI-Änderungen seit dem 19. Jahrhundert irrelevant (falsch).

Behauptung 7: Die laufende wissenschaftliche Debatte darüber, welche der verschiedenen Satelliten-TSI-Kompositionen (z. B. ACRIM vs. PMOD) am zuverlässigsten sind, „ist für die längerfristige Variabilität“ der TSI-Schätzungen aus der Zeit vor den Satelliten irrelevant (Schmidt, Blog vom 6. September 2023).

Dies ist nicht wahr.

Die laufenden Debatten darüber, welche der vielen verfügbaren Satelliten-TSI-Kompositionen korrekt sind, haben erhebliche Auswirkungen auf die Festlegung, welche solaren Proxies notwendig sind (und welche Gewichtungen verwendet werden sollten), um die solare Variabilität in der Vorsatelliten-Ära am besten zu erfassen.

Wir haben dies in S2023 (Studie 10), S. 12-13, erläutert:

Was die TSI-Satelliten angeht, so gibt es verschiedene Kompositmaterialien, aber die wichtigsten sind:

1. Das Active Cavity Radiometer Irradiance Monitor (ACRIM) Kompositum. Dies bedeutet, dass die TSI zwischen den solaren Minima in den 1980er und 1990er Jahren anstieg, aber zu Beginn des 21. Jahrhunderts abnahm.

2. Das Physikalisch-Meteorologische Observatorium Davos (PMOD). Dies bedeutet, dass die TSI zwischen den solaren Minima während der gesamten Satellitenära, d. h. von 1979 bis heute, leicht abgenommen hat.

3. Das Komposit des Königlichen Meteorologischen Instituts Belgiens (RMIB). Dies bedeutet, dass die TSI zwischen den solaren Minima während der gesamten Satellitenära bemerkenswert konstant geblieben ist.

Die Wahl des für die Kalibrierung verwendeten Satellitenkomposits hat erhebliche Auswirkungen auf die am besten geeigneten solaren Proxies für die Vorsatellitenzeit, d. h. vor 1979. Wenn das RMIB-Kompositum korrekt ist, könnte man argumentieren, dass die TSI weitgehend den Sonnenfleckenzyklen folgt, und die einfache Kalibrierung einer geeigneten Sonnenfleckenzahl sollte eine vernünftige TSI-Rekonstruktion für die Vorsatellitenzeit ergeben, z. B. Dewitte et al. (2022). Wenn das PMOD-Kompositum korrekt ist, dann sollte ein geeignet skalierter Sonnenfleckenzahl-Datensatz ebenfalls eine vernünftige TSI-Rekonstruktion ergeben, aber die Hinzufügung zusätzlicher Sonnenproxies könnte die Genauigkeit potenziell verbessern, z. B. Wang und Lean (2021). Die von CMIP6 für AR6 verwendete Rekonstruktion von Matthes et al. (2017) scheint dieser zweiten Philosophie zu folgen.

Wenn das ACRIM-Kompositum jedoch korrekt ist, dann wird die Rekonstruktion der TSI für die Zeit vor den Satelliten zu einem viel schwierigeren Problem. Das liegt daran, dass die von ACRIM implizierte Variabilität der TSI in solaren Minima nicht durch die Aufzeichnung der Sonnenfleckenzahl erfasst wird (die in jedem solaren Minimum genau null Sonnenflecken erreicht). ACRIM impliziert daher, dass langfristige (zwischen den Zyklen) Trends in der TSI ebenso berücksichtigt werden müssen wie die kurzfristige (~11-jährige Sonnenzyklus) Variabilität. Hoyt und Schatten (1993) waren eine sehr bedeutende TSI-Rekonstruktion, insbesondere weil sie mehrere solare Proxies verwendeten, um zu versuchen, sowohl die kurzfristige (~11-jähriger Sonnenzyklus) als auch die langfristige (zwischen den Zyklen) multidekadische Variabilität zu erfassen – siehe auch Hoyt (1979). Scafetta et al. (2019) aktualisierten diese Rekonstruktion von 1993 bis 2018 unter Verwendung des ACRIM-Teams.

Wir haben auch die Bedeutung der Debatten über die Satellitenkomposits für die Entwicklung von TSI-Rekonstruktionen aus der Vor-Satelliten-Ära in mehreren unserer anderen Studien diskutiert:

  1. pp. 414-424 of S2015: Soon, Connolly & Connolly (2015). Earth-Science Reviews, 150, 409-452. https://doi.org/10.1016/j.earscirev.2015.08.010. (Preprint version)
  2. pp. 5-14, 58 of C2021: Connolly and 22 co-authors (2021). Research in Astronomy and Astrophysics, 21, 131. https://doi.org/10.1088/1674-4527/21/6/131. (Open access)
  3. pp. 11-12, 15 of C2023: Connolly and 19 co-authors (2023). Research in Astronomy and Astrophysics. https://doi.org/10.1088/1674-4527/acf18e. (Still in press, but pre-print available here)

Zwei Mitglieder des ACRIM-Teams der NASA (Scafetta und Willson) sind übrigens Mitautoren von C2021 (Studie 6). Sowohl Scafetta als auch Douglas Hoyt (Mitglied des Teams, das für die TSI-Satellitenmission NIMBUS7 verantwortlich ist) sind Mitautoren von C2021 (Studie 6), C2023 (Studie 9) und S2023 (Studie 10).

Behauptung 8: Die TSI-Rekonstruktion von Hoyt und Schatten (1993) ist die einzige der 27 Rekonstruktionen, die eine große Rolle der Sonne zeigt (falsch)

Behauptung 8: Die aktualisierte TSI-Rekonstruktion von Hoyt und Schatten (1993) ist die einzige der 27 TSI-Rekonstruktionen, die wir in den 10 Studien gefunden haben, um einen großen solaren Beitrag zur langfristigen Erwärmung seit 1850 zu finden (Schmidt, Sep 10 2023)

Das ist Unsinn und Dr. Schmidt weiß das sehr wohl.

In C2023 (Studie 9) vergleichen wir alle fünf Temperaturschätzungen der nördlichen Hemisphäre mit „nur natürlichen Faktoren“, „nur anthropogenen Faktoren“ und „sowohl natürlichen als auch anthropogenen Faktoren“ unter Verwendung von 27 verschiedenen TSI-Schätzungen. Eine dieser 27 TSI-Schätzungen ist die aktualisierte Serie von Hoyt und Schatten (in der Studie mit H1993 abgekürzt). Und in der Tat war sie durchweg für alle Temperaturreihen eine vernünftige Anpassung, aber es gab für jede Temperaturreihe besser passende TSI-Aufzeichnungen.

Nachstehend sind die drei besten Anpassungen in Bezug auf „nur natürliche Faktoren“ für alle fünf Temperaturreihen aufgeführt:

Behauptung 9: Soon (2005) machte eine „gescheiterte Vorhersage“ über die Temperaturen in der Arktis (irreführend)

Behauptung 9: Eine Studie von Dr. Soon aus dem Jahr 2005 machte eine „gescheiterte Vorhersage“ über die Temperaturentwicklung in der Arktis für das 21. Jahrhundert (Schmidt, Blog vom 6. September 2023 und Tweets vom 9. September 2023)

Wir haben das bereits in unserer Antwort vom 8. September 2023 auf Dr. Schmidts falsche Darstellung der Soon-Studien (2005; 2009) erklärt:

In Soon (2005) stellte Dr. Soon eine bemerkenswerte Korrelation zwischen der TSI-Reihe von Hoyt und Schatten (1993) und den arktischen Temperaturen von 1875 bis 2000 fest.

In einer Folgestudie wiederholte Soon (2009) seine Analyse unter Verwendung (a) einer neueren Version der TSI-Reihe von Hoyt und Schatten, die bis 2007 aktualisiert wurde, und (b) der arktischen Temperaturaufzeichnungen des NASA GISS von 1880-2007.

Der Vergleich wird im Folgenden in Anlehnung an Abbildung A.1 von Soon (2009) dargestellt:

In seinem Blogbeitrag von dieser Woche räumt Dr. Schmidt ein, dass die Übereinstimmung 2005 gut aussah, aber er behauptet, dass sie nicht mehr gilt:

„Aber die Zeit schreitet voran, und was 2005 noch gut aussah (mit Daten, die nur bis 2000 reichten), sah 2015 nicht mehr so gut aus.“

Dr. Schmidt zeigte dann eine Darstellung, die er 2015 mit einem anderen TSI-Datensatz als dem von Soon verwendeten erstellt hatte. Seine Reanalyse ergab keine zwingende Korrelation, wenn sie auf die aktualisierten NASA-GISS-Temperaturdaten für die Arktis angewendet wurde.

Andererseits haben wir ebenfalls im Jahr 2015 als Teil unserer Analyse der Temperaturtrends auf der nördlichen Hemisphäre in Soon et al. (2015) unsere eigene Aktualisierung der ursprünglichen Analyse von Soon (2005; 2009) einbezogen.

Unten ist Abbildung 27(d) von Soon et al. (2015) zu sehen. Die blaue Linie stellt die arktischen Temperaturen dar, während die gestrichelte rote Linie die TSI darstellt:

Wir begrüßen es, dass Dr. Schmidt nun eingeräumt hat, dass sein Versuch, die Analyse von Soon (2005; 2009) unter Verwendung einer anderen TSI zu „wiederholen“, unaufrichtig war.

Er behauptet nun:

1. Bei Verwendung der GISTEMP-Temperaturreihen für die Arktis von 1880-2020 ist die Anpassung nicht so gut wie unsere Anpassung für 2015 unter Verwendung unserer arktischen Aufzeichnungen von 1830 bis 2014

2. Dr. Soon (2005) war eine „Vorhersage“ dessen, was in der Zukunft passieren würde.

Weder Soon (2005) noch Soon (2009) noch S2015 (Studie 1) haben Vorhersagen über zukünftige arktische Temperaturen gemacht.

Wie wir in S2015 (Studie 1), C2017 (Studie 2) und C2021 (Studie 6) erörtert haben, haben wir immer noch Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit und Konsistenz der arktischen Temperaturdaten, wenn wir die jüngsten Trends mit denen des 19. Jahrhunderts zu vergleichen. Bislang sind wir jedoch der Meinung, dass die Übereinstimmung zwischen der aktualisierten TSI-Rekonstruktion von Hoyt und Schatten und den arktischen Temperaturen seit Anfang des 19. Jahrhunderts auf einen möglicherweise großen solaren Einfluss hindeutet.

Behauptung 10: Dr. Soon wird von Big Oil bezahlt und seine gesamte Arbeit wird durch Gelder aus fossilen Brennstoffen korrumpiert (Falsch und diffamierend)

Behauptung 10: „Willie Soon erhält Geld von Unternehmen, die fossile Brennstoffe herstellen“ (Schmidt, 10. September 2023), und seine wissenschaftliche Forschung wird durch die Finanzierung durch Interessengruppen korrumpiert (Rahmstorf, 4. September 2023).

Dr. Schmidt und Prof. Rahmstorf wiederholen längst widerlegte Desinformationen. Wie das Sprichwort sagt, reist eine Lüge um die halbe Welt, bevor die Wahrheit eine Chance hatte, ihre Schnürsenkel zu binden.

Prof. Rahmstorf legte einen Screenshot aus dem Jahr 2015 vor, in dem er kritiklos eine Falschmeldung des ehemaligen Greenpeace-Aktivisten Roland „Kert“ Davies wiederholte, der seit Jahrzehnten versucht, den Ruf von Dr. Soon mit verleumderischen Fehlinformationen zu schädigen, um Spenden für Greenpeace USA zu sammeln.

Eine ausführliche Antwort von Dr. Soon auf die falschen „Hit-Pieces“, in denen behauptet wird, er stehe im Sold der fossilen Brennstoffindustrie, finden Sie in dieser Präsentation, die er im April 2022 hielt.

Weitere Informationen zu Roland Davies‘ unehrlicher und bewusst irreführender Erfolgsbilanz finden Sie in Abschnitt 2 unseres Berichts von 2018 mit dem Titel [übersetzt] „Analyse des Geschäftsmodells und der Philosophie von Greenpeace“.

Behauptung 11: Die Wissenschaft von Dr. Soon basiert auf fehlerhaften Annahmen und schlechter Wissenschaft (falsch und diffamierend)

Behauptung 11: Dr. Soons „Wissenschaft basiert auf fehlerhaften Annahmen“ (Schmidt, 10. September 2023) und er hat „jeden letzten Funken Glaubwürdigkeit verloren, den er einmal gehabt haben könnte“ (Mann, 6. September 2023).

Natürlich hat jeder Wissenschaftler ein Recht auf seine Meinung über die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit anderer Wissenschaftler. Wir haben unsere eigene Meinung über die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit von Dr. Schmidt und Prof. Mann.

Wir haben jedoch oben gezeigt, dass Dr. Schmidts „Annahmen“ darüber, worum es in unseren Studien geht, voller falscher und irreführender Charakterisierungen sind.

Wir stellen fest, dass Dr. Soon allein bei diesen Studien zusammen mit 53 anderen Forschern aus mehreren Institutionen auf der ganzen Welt Co-Autor war. Und laut Google Scholar wurde sein Werk 7829 Mal zitiert (2656 seit 2018). Offenbar halten viele Wissenschaftler seine Arbeit für glaubwürdig, relevant und erwähnenswert.

Behauptung 12: Der wissenschaftliche Ruf der 37 Co-Autoren von S2023 ist sehr schlecht (Falsch und beleidigend)

Behauptung 12: Alle 37 Co-Autoren von S2023 haben einen höchst „fragwürdigen“ Ruf (Rahmstorf, 3. September 2023)

Auch hier haben alle Wissenschaftler ein Recht auf ihre Meinung vom Kaliber anderer Wissenschaftler, aber wir glauben nicht, dass eine solche Beschimpfung einer wissenschaftlichen Diskussion würdig ist.

Wir ermutigen Leser, die neugierig auf den Ruf der hochqualifizierten 37 Co-Autoren von S2023 sind, diese zu recherchieren.

Als Beispiele erinnern wir daran, dass Dr. Baliunas ein Kollege von Prof. Bob Jastrow war, der das NASA Goddard Institute for Space Studies (GISS) gründete, dessen Direktor Dr. Schmidt derzeit ist. Wir stellen fest, dass alle Satelliten-TSI-Komposits die TSI-Daten des NASA-ACRIM-Satelliten sowie die NIMBUS-7-Satelliten-TSI-Daten der NASA und der NOAA verwenden. Dr. Willson (Co-Autor von C2021) war der Hauptforscher der NASA-ACRIM-Satellitenmissionen und Prof. Scafetta (Co-Autor von C2021, C2023 und S2023) war Mitglied des ACRIM-Teams. Douglas Hoyt (Co-Autor von C2021, C2023 und S2023) war eines der Hauptteammitglieder, die für die Satellitenmission NIMBUS-7 verantwortlich waren. Außerdem verwenden viele der 27 heute verfügbaren TSI-Rekonstruktionen den Group Sunspot Number (GSN)-Datensatz von Hoyt und Schatten (1998) als wichtigen Solar-Proxy. Gregory Henry (der eines von zwei Teams leitete, die den ersten extrasolaren Transitplaneten HD 209458 b entdeckten) ist einer der führenden Forscher auf dem Gebiet der Beobachtung sonnenähnlicher Sterne. Prof. Syun-Ichi Akasofus bedeutende Beiträge zur wissenschaftlichen Forschung in der Arktis wurden dadurch gewürdigt, dass das Gebäude des International Arctic Research Center an der University of Alaska Fairbanks nach ihm benannt wurde.

Behauptung 13: Dr. Soon geht davon aus, dass die Sonne der dominierende Klimatreiber sein muss und ist durch Verzerrungen geblendet (Falsch)

Behauptung 13: Dr. Soon geht davon aus, „dass die Sonne der dominierende Einfluss auf das Klima sein muss und es daher nur erforderlich ist, den Beweis zu finden.“ Dies führt zu mehreren Fällen von Bestätigungsverzerrung und falscher Korrelation. Das stellt die normale Wissenschaft auf den Kopf.“ (Schmidt, 10.09.2023)

Das ist eine bizarre Behauptung. Der Zweck unserer Erkennungs- und Zuordnungsstudien bestand darin, herauszufinden, wie viel des beobachteten Klimawandels auf anthropogene Faktoren und wie viel auf natürliche Faktoren zurückzuführen war.

Hier sind die relevanten Schlussaussagen in den Zusammenfassungen unserer drei neuesten Studien zur Erkennung und Zuordnung von Klimaveränderungen:

Für alle fünf Temperaturreihen der nördlichen Hemisphäre deuten unterschiedliche TSI-Schätzungen auf alles hin, von keiner Rolle der Sonne in den letzten Jahrzehnten (was impliziert, dass die jüngste globale Erwärmung größtenteils vom Menschen verursacht ist) bis hin zum Großteil der jüngsten globalen Erwärmung, die auf Veränderungen der Sonnenaktivität zurückzuführen ist (das heißt, dass die jüngste globale Erwärmung größtenteils natürlichen Ursprungs ist). – C2021 (Studie 6)

…es ist immer noch unklar, ob die beobachtete Erwärmung größtenteils vom Menschen verursacht, größtenteils natürlich oder eine Kombination aus beidem ist.“ – C2023 (Studie 9)

… die wissenschaftliche Gemeinschaft ist noch nicht in der Lage, zuverlässig festzustellen, ob die Erwärmung seit 1850 größtenteils vom Menschen verursacht, größtenteils natürlich oder auf eine Kombination davon zurückzuführen ist.“ – S2023 (Studie 10)

Für uns hört es sich so an, als wäre Dr. Schmidt derjenige, der bereits entschieden hat, was der primäre Klimatreiber ist, bevor die wissenschaftlichen Herausforderungen dieses sehr komplexen Problems zufriedenstellend gelöst wurden.

Schlussfolgerungen

Was ist das Ziel von RealClimate.org mit dieser orchestrierten Desinformationskampagne?

Anscheinend soll es dazu dienen, Menschen davon abzuhalten, unsere Studien zu lesen.

Warum?

Vielleicht liegt die Antwort in den Studien selbst:

  1. S2015”: W. Soon, R. Connolly and M. Connolly (2015). “Re-evaluating the role of solar variability on Northern Hemisphere temperature trends since the 19th century”. Earth-Science Reviews, 150, 409-452. https://doi.org/10.1016/j.earscirev.2015.08.010. (Preprint version)
  2. C2017”: R. Connolly, M. Connolly and W. Soon (2017). “Re-calibration of Arctic sea ice extent datasets using Arctic surface air temperature records”. Hydrological Sciences Journal, 62, 1317-1340. https://doi.org/10.1080/02626667.2017.1324974. (Open access)
  3. S2018”: W.W-H. Soon, R. Connolly, M. Connolly, P. O’Neill, J. Zheng, Q. Ge, Z. Hao and H. Yan (2018). Comparing the current and early 20th century warm periods in China. Earth-Science Reviews, 185, 80-101. https://doi.org/10.1016/j.earscirev.2018.05.013. (Preprint version)
  4. S2019”: W.W-H. Soon, R. Connolly, M. Connolly, P. O’Neill, J. Zheng, Q. Ge, Z. Hao and H. Yan (2019). “Reply to Li & Yang’s comments on “Comparing the current and early 20th century warm periods in China.“” Earth-Science Reviews. 189, 102950. https://doi.org/10.1016/j.earscirev.2019.102950. (Preprint version)
  5. C2020”: R. Connolly, M. Connolly, R.M. Carter and W. Soon (2020). “How much human-caused global warming should we expect with business-as-usual (BAU) climate policies? A semi-empirical assessment”. Energies, 13, 1365. https://doi.org/10.3390/en13061365 (Open access).
  6. C2021”: R. Connolly, W. Soon, M. Connolly, S. Baliunas, J. Berglund, C. J. Butler, R. G. Cionco, A. G. Elias, V. M. Fedorov, H. Harde, G. W. Henry, D. V. Hoyt, O. Humlum, D. R. Legates, S. Lüning, N. Scafetta, J.-E. Solheim, L. Szarka, H. van Loon, V. M. Velasco Herrera, R. C. Willson, H. Yan and W. Zhang (2021). “How much has the Sun influenced Northern Hemisphere temperature trends? An ongoing debate”. Research in Astronomy and Astrophysics, 21, 131. https://doi.org/10.1088/1674-4527/21/6/131. (Open access)
  7. O’N2022”: P. O’Neill, R. Connolly, M. Connolly, W. Soon, B. Chimani, M. Crok, R. de Vos, H. Harde, P. Kajaba, P. Nojarov, R. Przybylak, D. Rasol, Oleg Skrynyk, Olesya Skrynyk, P. Štěpánek, A. Wypych and P. Zahradníček (2022). “Evaluation of the homogenization adjustments applied to European temperature records in the Global Historical Climatology Network dataset”. Atmosphere, 13(2), 285. https://doi.org/10.3390/atmos13020285. (Open access)
  8. K2023”: G. Katata, R. Connolly and P. O’Neill (2023). „Evidence of urban blending in homogenized temperature records in Japan and in the United States: implications for the reliability of global land surface air temperature data“. Journal of Applied Meteorology and Climatology. 62(8), 1095-1114. https://doi.org/10.1175/JAMC-D-22-0122.1. (Open access)
  9. C2023”: R. Connolly, W. Soon, M. Connolly, S. Baliunas, J. Berglund, C.J. Butler, R.G. Cionco, A.G. Elias, V. Fedorov, H. Harde, G.W. Henry, D.V. Hoyt, O. Humlum, D.R. Legates, N. Scafetta, J.-E. Solheim, L. Szarka, V.M. Velasco Herrera, H. Yan and W.J. Zhang (2023). „Challenges in the detection and attribution of Northern Hemisphere surface temperature trends since 1850“. Research in Astronomy and Astrophysics. https://doi.org/10.1088/1674-4527/acf18e. (Still in press, but pre-print available here)
  10. S2023”: W. Soon, R. Connolly, M. Connolly, S.-I. Akasofu, S. Baliunas, J. Berglund, A. Bianchini, W.M. Briggs, C.J. Butler, R.G. Cionco, M. Crok, A.G. Elias, V.M. Fedorov, F. Gervais, H. Harde, G.W. Henry, D.V. Hoyt, O. Humlum, D.R. Legates, A.R. Lupo, S. Maruyama, P. Moore, M. Ogurtsov, C. ÓhAiseadha, M.J. Oliveira, S.-S. Park, S. Qiu, G. Quinn, N. Scafetta, J.-E. Solheim, J. Steele, L. Szarka, H.L. Tanaka, M.K. Taylor, F. Vahrenholt, V.M. Velasco Herrera and W. Zhang (2023). „The Detection and Attribution of Northern Hemisphere Land Surface Warming (1850–2018) in Terms of Human and Natural Factors: Challenges of Inadequate Data“, Climate, 11(9), 179; https://doi.org/10.3390/cli11090179. (Open access)

Link: https://www.ceres-science.com/post/the-orchestrated-disinformation-campaign-by-realclimate-org-to-falsely-discredit-and-censor-our-work

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE