Neue Studie: Solarenergie und Windkraft decken in 62 % aller Fälle nicht den jährlichen Energiebedarf

Kenneth Richard

„Im Gegensatz zu regelbaren fossilen oder nuklearen Kraftwerken schwankt die Leistung von Solar- und Windkraft unvorhersehbar mit den Wetterbedingungen, was zu Ungleichgewichten zwischen Angebot und Nachfrage führt.“ – Sargentis et al., 2026

Eine neue Studie nutzt stochastische Analysen, um die Eignung erneuerbarer Energiequellen (EE) zur Deckung des Energiebedarfs in Griechenland zu bewerten.

Die Ergebnisse zeigen, dass Solarenergie (PV) und Windkraft den jährlichen Energiebedarf nur in 32 % bzw. 44 % der Zeit decken. Wenn Strom zum Heizen oder Kühlen eines Hauses benötigt wird, können Wind- und Solarenergie dies in den meisten Fällen nicht leisten.

Darüber hinaus ist bekannt, dass eine stärkere Durchdringung durch erneuerbare Energien „die Abhängigkeit von der Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen erhöht oder das Risiko von Stromausfällen vergrößert“.

Eine stärkere Abhängigkeit von Wind- und Solarenergie ist zudem „mit höheren Strompreisen verbunden“. Anders ausgedrückt: wir zahlen mehr, um weniger zu erhalten.

„Obwohl die Stromerzeugung aus Photovoltaik (PV) theoretisch den jährlichen Pro-Kopf-Strombedarf decken kann, schränkt ihre stochastische Schwankungsbreite die Systemzuverlässigkeit ohne Speicherkapazitäten erheblich ein. In der untersuchten Fallstudie deckt eine reine PV-Konfiguration den Bedarf nur in etwa einem Drittel der untersuchten Zeitschritte, während gleichzeitig erhebliche Energieüberschüsse entstehen, die gedrosselt werden müssen.“

Wenn die zuverlässige Deckung des Strombedarfs das angestrebte Ziel einer höheren Durchdringung von Wind- und Solarenergie ist, zeigt eine dokumentierte kombinierte Ausfallrate von ~62 %, dass diese Technologien äußerst unzuverlässig und unzureichend sind.

Link: https://notrickszone.com/2026/06/04/new-study-solar-photovoltaic-wind-power-fail-to-meet-annual-energy-demands-62-of-the-time/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Mehr Sonne, weniger Sonne

Willis Eschenbach

Nun, ich hatte noch einige weitere Erkenntnisse und Fragen zum Thema Sonnenstunden, was ich in meinem letzten Beitrag angesprochen hatte [in deutscher Übersetzung hier], aber wie es auf meinem Planeten nur allzu oft der Fall ist, bin ich unterwegs ernsthaft vom Thema abgekommen – und zwar bis hin zur Frage nach dem atmosphärischen Fenster.

Und was ist das atmosphärische Fenster? Es ist der Anteil der emittierten Wärmestrahlung in einem Bereich, der im Allgemeinen mit 8 µm bis 12 µm angegeben wird. Das Besondere an diesem „Fenster“ ist, dass die Wärmestrahlung in diesem Bereich größtenteils direkt ins All gelangt.

Abbildung 1 zeigt das atmosphärische Fenster. Diese Abbildung stammt aus MODTRAN Infrared Light In The Atmosphere, einem Online-Rechner, der berechnet, wie viel Strahlung ins All gelangt und wie viel in der Atmosphäre absorbiert wird:

Abbildung 1. Das „atmosphärische Fenster“ ist der Bereich zwischen den vertikalen roten gepunkteten Linien bei 8 Mikrometern (µm) und 12 Mikrometern. Die Menge an Wärmestrahlung, die bei einer bestimmten Temperatur ins All gelangen würde, wird durch die glatten farbigen Linien dargestellt. Die durchgezogene blaue Linie zeigt, wie viel unter den gegebenen Bedingungen (tropische Atmosphäre, kein Regen und keine Wolken) tatsächlich ins All gelangt. Man sieht, dass die größte Absorption durch „Treibhausgase“ in dem Bereich um 15 Mikrometer stattfindet.

Wie viel der aufsteigenden Strahlung gelangt also direkt ins All? Nun, einige Untersuchungen haben zu meiner Überraschung gezeigt, dass der CERES-Datensatz sowohl Werte für klaren Himmel als auch für den gesamten Himmel für die aufsteigende Langwellenstrahlung an der Obergrenze der Atmosphäre (TOA) im atmosphärischen Fenster von 8–12 Mikrometern enthält.

Mein Interesse daran galt der Frage, wie sich die Menge der aufsteigenden, die Treibhausgase umgehende Strahlung im Laufe der Zeit verändert hat. Abbildung 2 zeigt diese Veränderungen:

Abbildung 2. Veränderungen des Strahlungsverlusts durch das atmosphärische Fenster, 2000–2024. Saisonale Schwankungen wurden herausgerechnet, um den Trend deutlich zu machen.

Angesichts dessen lautete meine nächste Frage: In welchem Zusammenhang steht dies mit dem Anstieg der nach oben gerichteten Strahlung an der Oberfläche, der mit dem Temperaturanstieg im gleichen Zeitraum einhergeht? Abbildung 3 veranschaulicht diesen Zusammenhang:

Abbildung 3. Streudiagramm: Verlust durch das atmosphärische Fenster im Vergleich zu Veränderungen der von der Oberfläche aufsteigenden langwelligen Strahlung. Bei keiner der beiden Variablen wurden saisonale Schwankungen herausgerechnet, um die Schwankungen des Verlusts über einen größeren Temperaturbereich hinweg darzustellen.

Dies bedeutet, dass bei einer Erwärmung der Oberfläche konstant 20 % der Zunahme der von der Oberfläche aufsteigenden Strahlung durch das atmosphärische Fenster entweichen und 80 % in der Atmosphäre absorbiert werden.

Wie hängt das alles nun mit der Frage nach den Sonnenstunden zusammen? Nun, ich habe die Sonnenstunden als eine Art Ersatzgrößen für die Albedo verwendet. Unter anderem wollte ich herausfinden, wie das Verhältnis zwischen der verfügbaren Sonnenstrahlung (der Strahlungsmenge, die die Albedo passiert) und der von der Oberfläche absorbierten Strahlung aussieht. Und zu meiner großen Überraschung stellte ich Folgendes fest:

Abbildung 4. Anomalien der nach unten gerichteten Sonneneinstrahlung am oberen Rand der Atmosphäre und an der Erdoberfläche.

Wie ich in meinem vorherigen Beitrag bereits erwähnt habe, erhalten wir an der Obergrenze der Atmosphäre mehr verfügbare Sonnenstrahlung, und wir haben auch mehr Sonnenstunden … was mich jedoch überraschte war, dass es im letzten Vierteljahrhundert keinen Anstieg der Sonnenstrahlung an der Oberfläche gab.

[Hervorhebung im Original]

Offensichtlich ist dieser Unterschied auf eine erhöhte Absorption der Sonnenstrahlung in der Atmosphäre zurückzuführen … und das bedeutete, dass ich mir die Veränderungen der atmosphärischen Absorption und deren Auswirkungen auf verschiedene andere Klimaparameter ansehen musste.

Um den Kreis zu schließen: Aus diesem Grund musste ich schließlich herausfinden, wie viel langwellige Strahlung von der Erdoberfläche nicht in der Atmosphäre absorbiert wurde. Um die Strahlungsdynamik der Atmosphäre zu verstehen, muss ich alle Quellen der von der Atmosphäre absorbierten Strahlung verstehen … was das Thema meines nächsten Beitrags sein wird. Vorausgesetzt natürlich, dass ich bis dahin etwas über das Thema lerne.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/06/04/more-sun-less-sun/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Mit dem Ende des RCP8.5-Szenarios ist die Rechtfertigung für die Net-Zero-Ziele hinfällig geworden

Andrew Sibley, THE DAILY SCEPTIC

Jedwede Rechtfertigung für Ed Milibands „Netto-Null“-Klimapolitik, ob real oder imaginär, ist mit der offiziellen Abkehr des IPCC vom beängstigendsten Szenario RCP8.5 hinfällig geworden. Selbst Tony Blair erkennt inzwischen, dass das Streben nach „Netto-Null“ ungerechtfertigt und schädlich für Großbritannien ist.

Es ist nun 20 Jahre her, seit 2006 der Stern-Bericht über die Ökonomie des Klimawandels“ veröffentlicht worden ist: ein Bericht, der von Gordon Brown, dem damaligen Schatzkanzler, in einer Labour-Regierung unter Premierminister Tony Blair in Auftrag gegeben worden war. Dieser Bericht leitete den Kurs von UK hin zu einer wahnwitzigen, kohlenstofffeindlichen Politik, die – gestützt auf unrealistische Szenarien – zur Verarmung der Nation beiträgt. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass Blair nun die Abkehr von „Netto-Null“ fordert: Als der Bericht veröffentlicht wurde, warnte er vor der Katastrophe, die durch Untätigkeit entstehen würde. Es war seine Regierung, die den Weg für die überzogene Klimapolitik ebnete, die wir heute haben, und die Verängstigung der Menschen war ein Instrument des Risikomanagements, wie Lord Giddens am 1. März 2005 im Oberhaus feststellte.

Der Stern-Bericht behauptete, das Risiko der globalen Erwärmung sei so groß, dass eine unmittelbare Gefahr für den internationalen Lebensstandard bestehe. In Wirklichkeit stellte der Bericht jedoch völlig unrealistische Behauptungen hinsichtlich der Bewertung der Erwärmung und der wirtschaftlichen Auswirkungen auf. Er behauptete unverfroren, es bestehe ein Risiko von mehr als 50 %, dass die globalen Temperaturen bis zum Ende des Jahrhunderts um 5 °C steigen würden. In diesem Szenario würden die Kosten der Untätigkeit 5 % des globalen BIP pro Jahr betragen. Der Bericht forderte die Nationen auf, dringend zwischen 1 % und 2 % des BIP aufzuwenden, um die Kohlendioxidemissionen um 80 % zu senken. Dies war praktisch ein Aufruf zur wirtschaftlichen Selbstgeißelung. Das in Sterns Bericht skizzierte beängstigende Szenario basierte auf dem „Special Report on Emissions Scenarios“ (SRES) und dessen starkem A2-Pfad, der sich zu dem uns bekannten RCP8.5 entwickelte. Die Representative Concentration Pathways (RCPs) wurden erstmals 2007 vorgeschlagen und im „Fünften Sachstandsbericht“ (AR5) des IPCC von 2014 übernommen. Obwohl RCP8.5 ein extremes und unwahrscheinliches Szenario war, wurde es, wie sein Vorläufer SRES A2, von Klimaalarmisten weithin als „Business-as-usual“-Szenario behandelt.

Lord Nigel Lawson, ehemaliger Finanzminister in der Regierung Thatcher, äußerte sich 2006 in einem Vortrag für das Centre for Policy Studies kritisch zum Stern-Bericht. Daraus entstand das 2008 veröffentlichte Buch „An Appeal to Reason“. Lawson wies auf die Unsicherheit in den IPCC-Modellen hin: Der SRES-A1-Szenario-Pfad beispielsweise wies eine Bandbreite von 1 °C bis 6 °C Temperaturanstieg bis 2100 auf (2,0 °C bis 5,4 °C für A2). Angesichts dieser Bandbreite muss das Szenario mit dem hohen Temperaturanstieg als wenig wahrscheinlich angesehen werden, sicherlich weit unter 50 %.

Lawson kritisierte ferner, dass diese Hochszenarien von unrealistischen Wachstumsraten der Bevölkerung ausgegangen seien und die Effizienz der Energienutzung nicht genau modelliert hätten. Die Energieintensität sei in den letzten 50 Jahren zurückgegangen. Was die wirtschaftlichen Kosten in der Landwirtschaft und der Nahrungsmittelproduktion angeht, habe der Stern-Bericht den Nutzen höherer Kohlendioxidkonzentrationen für das Pflanzenwachstum (globale Begrünung) nicht berücksichtigt und die Fähigkeit der Landwirte übersehen, sich durch den Anbau anderer oder widerstandsfähigerer Pflanzen bei Bedarf an ein sich wandelndes Klima anzupassen.

Lawson wies darauf hin, dass die Kosten für die Dekarbonisierung der Wirtschaft ungewiss seien, aber enorm sein würden. Er nannte Zahlen (zu Preisen von 2006) zwischen 80 und 1.100 Milliarden Dollar pro Jahr weltweit, wobei die Kosten vor allem auf die westlichen Nationen entfallen würden. Die höheren Zahlen sind wahrscheinlich, wenn die Gesellschaft schneller zur Reduzierung der CO₂-Emissionen übergeht, was Stern forderte. Der Aufbau einer Infrastruktur für erneuerbare Energien erfordert zudem Subventionen und eine Absicherung in Form von Kraftwerken, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden. Die Kosten der Dekarbonisierung würden auch ärmere Verbraucher und Länder stärker belasten, insbesondere weil die Preise für fossile Brennstoffe und die Subventionen zwangsläufig steigen müssen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Stern-Bericht das Risiko eines Temperaturanstiegs um 5 °C bis zum Jahr 2100 falsch eingeschätzt und die wirtschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels überbewertet hat, da er weder die Anpassungsfähigkeit der Landwirtschaft noch den wirtschaftlichen Nutzen der globalen Erwärmung in bestimmten Fällen berücksichtigt hat. Der Bericht hatte zudem die extrem hohen Kosten für die Abschaffung fossiler Brennstoffe aus der Wirtschaft nicht berücksichtigt. Wenn man diese Fehler anerkennt, entfällt jede Rechtfertigung für eine Reduzierung der CO₂-Emissionen um 80 % (oder 100 %, d. h. Netto-Null).

Stattdessen argumentierte Lawson, es sei vorteilhafter, Investitionen stattdessen in die Anpassung an den Klimawandel zu lenken. Die Verpflichtung des Westens bestehe dann darin, ärmeren Nationen durch Entwicklungsprogramme Finanzmittel und technologisches Know-how zur Verfügung zu stellen. Ein Grund dafür ist, dass einige der Probleme, mit denen Gesellschaften konfrontiert sind, nicht neu sind, wie beispielsweise der Anstieg des Meeresspiegels, und daher würde eine direkte Eindämmung durch Entwicklung auch ohne die Frage des Klimawandels einen verbesserten Schutz bieten.

Die gleichen wirtschaftlichen Argumente wurden in den letzten Jahren weitergeführt, wobei RCP8.5 oft als „Business as usual“ behandelt wurde, obwohl es vom IPCC mittlerweile offiziell als unwahrscheinliches Szenario eingestuft wird. Ähnlich wie bei den Fehlern des Stern-Berichts ging das Szenario von einem massiven Anstieg der Kohleproduktion und höheren Bevölkerungswachstumsraten aus, während technologische Fortschritte bei der Energieeffizienz außer Acht gelassen wurden. So hat sich beispielsweise die Energieeffizienz des Verbrennungsmotors in 50 Jahren fast verdoppelt. Dennoch wurde RCP8.5 in den letzten Jahren weiterhin herangezogen, um das Streben nach Netto-Null zu rechtfertigen. Die Auswirkungen, wenn wenig oder gar nichts unternommen wird, um von der Nutzung fossiler Brennstoffe wegzukommen, werden überbewertet, während die Kosten für Maßnahmen unterbewertet oder in Subventionen versteckt werden, die an die Verbraucher weitergegeben werden.

Es wird immer offensichtlicher, dass jegliche Rechtfertigung für die Netto-Null-Ziele widerlegt wurde, wie selbst Tony Blair festgestellt hat. In einem kürzlich erschienenen Vorwort zu einem Bericht des Tony Blair Institute for Global Change mit dem Titel „The Climate Paradox: Why We Need to Reset Action on Climate Change“ schrieb er, dass „jede Strategie zum Scheitern verurteilt ist, die entweder auf einem kurzfristigen ‚Ausstieg‘ aus fossilen Brennstoffen oder auf einer Begrenzung des Verbrauchs basiert“. Er stellte fest, dass die Bevölkerung zunehmend skeptisch gegenüber übertriebenen Klimaschutzmaßnahmen ist, wenn andere Nationen nicht mitziehen. Gleichzeitig merkte er an, dass der Ton und die Argumente der Klimapanikmacher „von Irrationalität durchzogen“ seien. Natürlich hat Blair die Einrichtung energieintensiver KI-Rechenzentren und die Förderung digitaler Ausweise im Blick, und er fordert nach wie vor den Einsatz extrem teurer Technologien zur Kohlenstoffabscheidung, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Die wirtschaftliche Begründung für eine 80-prozentige Reduzierung des CO₂-Ausstoßes – oder „Netto-Null“, wie es heute heißt – war von Anfang an fehlerhaft, beruhte sie doch auf unrealistischen Annahmen in den düstersten Klimaszenarien. Doch nun, da der RCP8.5-Pfad offiziell als unplausibel anerkannt ist, gibt es keinen Grund mehr, das Ziel der Netto-Null weiter zu verfolgen. Die wirtschaftliche Argumentation sollte nun darauf abzielen, Investitionen in die Entwicklung von Strategien zur Eindämmung von Überschwemmungen und Dürren weltweit zu lenken (unabhängig davon, ob diese infolge des Klimawandels zunehmen oder nicht), kombiniert mit verbesserten Wettervorhersagen und Wirkungsmodellierungen sowie dem entsprechenden Technologietransfer in Entwicklungsländer.

Andrew Sibley is a semi-retired chartered meteorologist with an MSc in Environmental Decision-Making and an MPhil in Theology.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/06/05/the-justification-for-net-zero-has-vanished-with-the-demise-of-rcp8-5/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Die Klimaille braucht eine neue PR-Strategie

Marcel Crok

Letzte Woche haben meine Frau und ich mit einer Gruppe langjähriger Freunde ein paar Tage in den italienischen Alpen gewandert. Wir starteten in Alagna Valsesia und wanderten hinauf zur Rifugio Pastore, der nächstgelegenen Berghütte. Von der Terrasse aus genossen wir einen atemberaubenden Blick auf das Monte-Rosa-Massiv. Hoch oben auf den Gipfeln lag noch reichlich Schnee, und wir konnten mindestens vier kleine Gletscher deutlich erkennen. Hier ist eines der Fotos, die ich gemacht habe:

Ich habe versucht, die ganze RCP8.5-Saga für ein paar Tage hinter mir zu lassen – und es ist mir gelungen. Es waren keine Fotos von schrumpfenden Gletschern öffentlich ausgestellt. Es gab sogar ein Plakat, auf dem die langfristigen Schwankungen (Vorrücken und Zurückweichen) in der Region erklärt wurden. Es sah so aus, als hätten die Panik-Chaotenr den Kampf in Valsesia noch nicht gewonnen.

Zu Hause wurde mir schnell wieder bewusst, dass der Klimapanikmache noch lange kein Ende ist. Eine neue Schweizer Studie berichtet von einem „dramatischen“ Rückgang der Schweizer Gletscher zwischen 2010 und 2024. Ich musste unweigerlich darüber nachdenken, wie der Schweizer Glaziologe Christian Schlüchter auf diese Nachricht reagieren würde. In seiner hervorragenden Studie über das Süsten-Gebiet (wo ein Gletscher derzeit rapide schmilzt) zeigte Schlüchter (hier auf Deutsch, siehe die Rekonstruktion auf Seite 8), dass es vor 2.000 Jahren – etwa zu der Zeit, als Hannibal mit seinen Elefanten die Alpen überquerte – in diesem Tal überhaupt keinen Gletscher gab und die Baumgrenze viel höher lag als heute. Ähnliche natürliche Schwankungen wurden für den Großen Aletschgletscher dokumentiert, den mit Abstand längsten Gletscher der europäischen Alpen.

Beerdigungen

Ich gehe davon aus, dass wir in den kommenden Jahren noch viele weitere alarmierende Berichte über Gletscher hören werden. Angesichts des faktischen Scheiterns von RCP8.5 und des Zusammenbruchs der extrem düsteren auf diesem abwegigen Szenario beruhenden Prognosen müssen sich die Klimaalarmisten dringend neu erfinden.

Derzeit verfolgen sie zwei Hauptstrategien. Die erste besteht darin zu verkünden, dass wir das 1,5-Grad-Ziel von Paris verfehlen werden. Die zweite besteht darin, die sich heute im Klimasystem vollziehenden relativ bescheidenen Veränderungen dramatisch zu übertreiben. Gletscher sind das perfekte Mittel für diesen Ansatz: Sie sind äußerst fotogen, emotional aufgeladen und eignen sich perfekt für inszenierte Beerdigungen“, wenn sie sich zurückziehen. Die progressiven Medien sind stets begierig darauf, solche Spektakel aufzubauschen – und haben dies schon oft getan.

Für Klimarealisten bedeutet dies, dass wir einen Teil unserer Aufmerksamkeit wieder auf die lange Geschichte der natürlichen Klimaschwankungen richten sollten. Mit anderen Worten: Vielleicht ist es an der Zeit, dass Steve McIntyre aus seinem „Klimaruhestand“ zurückkehrt.

Falls es in der Clintel-Community Gletscherexperten gibt, kontaktieren Sie mich bitte. Clintel würde gerne an einem leicht verständlichen Bericht über Gletscherschwankungen arbeiten.

EIKE-Konferenz in Halle

Unsere deutschen Kollegen vom EIKE organisieren Ende Juni in Halle eine äußerst interessante zweitägige Konferenz. Zu den Referenten zählen der Nobelpreisträger John Clauser, Nicola Scafetta (der kürzlich sein Hauptwerk veröffentlicht hat), Willie Soon und viele andere. Das vollständige Programm sowie die Möglichkeit zur Ticketbuchung finden Sie auf ihrer Website. Ich habe vor, selbst daran teilzunehmen.

Clintel Meeting

Für unsere niederländischen Leser, die unseren niederländischen Newsletter nicht abonniert haben (hier abonnieren), veranstaltet Clintel am 15. Juni eine Veranstaltung im Antropia in Driebergen. Ich werde über das Ende von RCP8.5 sprechen, und Maarten van Andel – Autor mehrerer Bücher zur Klimapolitik – wird über „Die Illusion der Energiewende“ referieren. Weitere Informationen finden Sie auf unserer niederländischen Website.

Ich hoffe, einige von Ihnen entweder in Driebergen oder in Halle zu sehen.

Marcel Crok, director of Clintel
marcel.crok@clintel.org

Link: https://link.msgsndr.com/email-preview/DEPKTXDl5dZpwUMIqkdr/0RvIeGuSkJCxjrgewooM?time_stamp=1780323833823

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Der Hyper-El-Niño, der keiner ist

Cap Allon

Das CFSv2-Modell deutet auf ein starkes El-Niño-Ereignis im Laufe dieses Jahres hin. Es besteht jedoch ein Unterschied zwischen aussagekräftigen Modellausgaben und unverarbeiteten Modelldaten, die Panik schüren.

Einige online verbreitete Grafiken zeigen extreme Anomalien im Nino-3.4-Gebiet, wobei die Werte über +4 °C steigen. Das wäre außergewöhnlich. Es handelt sich dabei jedoch um unverarbeitete Daten und nicht um die Version, die normalerweise für seriöse saisonale Vorhersagen verwendet wird.

Saisonale Modelle weisen Verzerrungen auf. Sie können zu hohe oder zu niedrige Werte liefern oder zu stark schwanken. Aus diesem Grund wenden Prognostiker eine Verzerrungskorrektur und eine Verteilungskorrektur an, bevor sie die Ergebnisse als aussagekräftig betrachten.

Das korrigierte CFSv2-Diagramm (unten) zeigt ein weniger dramatisches, aber dennoch bedeutendes Bild. Die korrigierte Nino-3.4-Prognose der NOAA sieht für die Region einen starken Anstieg bis 2026 vor, der im Herbst bei etwa +2 °C seinen Höhepunkt erreicht, bevor er Anfang 2027 wieder abflacht.

Damit ist ein starker El Niño weiterhin im Bereich des Möglichen. Nach gängigen Schwellenwerten würde eine Nino-3.4-Anomalie nahe oder über +2 °C als sehr stark, ja sogar als „super“ eingestuft werden. Dies ist jedoch nicht mit den derzeit kursierenden „Hyper-El-Niño“-Diagrammen gleichzusetzen.

Es gibt noch einen weiteren Aspekt.

Eine 1999 in „Nature“ veröffentlichte Studie zu Klimamodellen prognostizierte eine zunehmende Häufigkeit von El-Niño-Ereignissen im Zuge der künftigen Erderwärmung.

Die Beobachtungsdaten haben diese Vorhersage jedoch nicht bestätigt.

Stattdessen waren in den letzten Jahrzehnten anhaltende La-Niña-Ereignisse und Phasen mit einem eher La-Niña-ähnlichen Hintergrundzustand zu verzeichnen:

Selbst die WMO räumt ein, dass es keine Belege dafür gibt, dass der Klimawandel die Häufigkeit oder Intensität von El-Niño-Ereignissen erhöht.

El Niño selbst ist eine natürliche ENSO-Phase. Er tritt in der Regel alle zwei bis sieben Jahre auf, dauert etwa neun bis zwölf Monate und variiert stark von Ereignis zu Ereignis.

Die korrigierte Vorhersage zeigt, dass sich ein potenziell starkes El-Niño-Ereignis aufbaut, das die globalen Temperaturen vorübergehend steigen lassen würde. Aber 1) besteht kein Grund zur Aufregung, und 2) selbst nach dem extremsten „Godzilla“-Modell wird Anfang 2027 alles vorbei sein.

Link: https://electroverse.substack.com/p/european-alps-get-june-snow-south?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE