Die grünen Träume der Linken lösen sich gerade in Rauch auf

Stephen Moore, Cornwall Alliance

Einer der größten Marketing-Flops aller Zeiten war die Ford Edsel-Limousine, die in den späten 1950er Jahren als brandneues Auto angepriesen worden war.

Alle Automobilexperten und Ford-Führungskräfte sagten, man dürfe es nicht verpassen. Henry Ford (das Auto wurde nach seinem Sohn benannt) garantierte Hunderttausende von Verkäufen. Aber eine große Sache ging schief. Niemand hat sich jemals die Mühe gemacht, die Autokäufer zu fragen, was SIE von dem neuen Auto halten. Es stellte sich heraus: Sie hassten es. Anstelle von 400.000 verkauften Autos kauften die Amerikaner nur 10.000 und das Modell wurde peinlicherweise eingestellt.

Die offensichtliche Lehre für die Industrie: Man kann die Amerikaner nicht dazu bringen, Autos zu kaufen, die sie nicht wollen. Angesichts der „All-in“-Mentalität bei Ford und GM ist es klar, dass Detroit diese Botschaft nie verstanden hat.

Letzte Woche kündigten Honda und General Motors das Ende ihrer zweijährigen Zusammenarbeit beim Aufbau einer Plattform für kostengünstige Elektroautos an. Honda-Manager sagten, es sei „zu schwierig“.

Erstaunlich ist, dass in den letzten zwei Jahren weniger als 10 % aller Neuwagenverkäufe Elektroautos waren. Und das, obwohl die US-Regierung einen Scheck über 7500 Dollar für den Kauf eines E-Fahrzeugs ausstellt und einige Bundesstaaten weitere 5000 Dollar beisteuern.

Nach Berechnungen der Texas Policy Foundation können sich die Gesamtsubventionen für Elektrofahrzeuge auf bis zu 40.000 Dollar pro Fahrzeug belaufen. Es wäre praktisch billiger für die Regierung, für jeden amerikanischen Autokäufer ein neues Benzinfahrzeug zu kaufen.

Für die Wind- und Solarenergie sieht es noch schlechter aus. Das Wall Street Journal berichtete letzte Woche, dass Investmentfonds für „saubere Energie“ in den letzten Monaten bis zu 70 % gefallen sind. Die Solarbranche war in diesem Jahr eine der am schlechtesten abschneidenden Branchenaktien.

Dieser Einbruch findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem Exxon und Chevron eine gemeinsame 110-Millionen-Dollar-Übernahme geplant haben, um die Öl- und Gasbohrungen im texanischen Permian Basin – einem der größten Ölfelder der Welt – zu erweitern. Beide Unternehmen haben gerade ihre bisher höchsten Gewinne gemeldet.

Sie und ihre Investoren schauen sich die realen Daten an und nicht die Propaganda für grüne Energie. Im Jahr 2023 hat die Welt mehr fossile Brennstoffe verbraucht als jemals zuvor in der Geschichte der Menschheit, obwohl die Industrieländer Hunderte von Milliarden Dollar ausgeben, um Öl, Gas und Kohle zu stoppen.

All das soll heißen, dass es KEINE „globale Energiewende“ gibt. Wenn es eine gibt, dann weg von grüner Energie, nicht hin zu ihr.

This piece originally appeared at DailyCaller.com and has been republished here with permission.

Stephen Moore is a senior fellow at the Heritage Foundation and chief economist at Freedom Works.

Link: https://cornwallalliance.org/2023/12/the-lefts-green-dreams-are-going-up-in-smoke/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Kommunistische Partei Chinas an der Finanzierung von Klimaaktivisten in den USA und UK beteiligt

Joanne Nova

Die Kommunistische Partei Chinas will doch nur die Erde retten, oder?

Obwohl China der größte Einzelverbraucher fossiler Brennstoffe auf der Erde ist, hat die Energy Foundation China – eine Nichtregierungsorganisation, die sich der Sorge um Kohlenstoff-Emissionen verschrieben hat – aus irgendeinem Grund fast 4 Millionen Dollar für die Verringerung der US-Emissionen ausgegeben, anstatt für die der Chinesen. Außerdem hat sie letztes Jahr einen nicht genannten Betrag für das Grantham Research Institute in London ausgegeben. Wir haben also Spender in einem Entwicklungsland, die großzügig an die USA und das Vereinigte Königreich spenden, weil die reiche erste Welt zu arm ist, um ihre eigenen Umwelt-Philanthropie-Gruppen zu finanzieren, richtig?

Die Energy Foundation China (EFC) will den USA großzügig dabei helfen, aus der Kohle auszusteigen und ihre Autos zu elektrifizieren. Aber das ist nur die nette politische Macht, die die KPCh ist (die Art, die auch befestigte Inseln in Schifffahrtswegen baut):

CCP-nahe Gruppe treibt im Stillen Klima-Initiativen in den USA voran: Steuererklärungen

Thomas Catenacci, Joe Schoffstall Fox News

Eine auf das Klima fokussierte Non-Profit-Organisation mit bedeutenden Aktivitäten in Peking hat Millionen von Dollar zur Finanzierung von Klimainitiativen und Umweltgruppen in den USA überwiesen, wie aus Steuerunterlagen hervorgeht, die Fox News Digital zuerst erhalten hat.

Aus den Finanzunterlagen der Energy Foundation geht zwar hervor, dass die Gruppe technisch gesehen ihren Hauptsitz in San Francisco hat, doch eine Überprüfung von Fox News Digital ergab, dass der Großteil ihrer Aktivitäten in China durchgeführt wird, und zwar von Mitarbeitern, die enge Verbindungen zur Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) haben. Aus dem kürzlich eingereichten Steuerformular geht hervor, dass die Gruppe, die sich selbst als „Energy Foundation China“ bezeichnet, 3,8 Millionen Dollar für Initiativen in den USA wie den Ausstieg aus der Kohle und die Elektrifizierung des Transportsektors gespendet hat.

Die Autoren von Fox listen mehrere Beispiele dafür auf, wie die EFC ihr Geld für klimapolitischen Aktivismus ausgibt. So hat die chinesische Gruppe 375.000 Dollar an den Natural Resources Defence Council (NRDC) gespendet – eine gemeinnützige Organisation in den USA, die rechtliche Schritte einleitet, um Ölpipelines, Bohrungen, Kohlekraftwerke und andere Bergbauaktivitäten zu stoppen. Der Leiter des NRDC sagt, dass sie kein Geld aus China erhalten und protestiert, dass die Energiestiftung ihren Sitz in San Francisco hat, aber die Fox-Autoren erklären, dass die Gruppe nicht nur Büroräume in Peking mietet, sondern dass ihr CEO und Präsident früher stellvertretender Generaldirektor des chinesischen Nationalen Zentrums für Klimawandel-Strategie war. Der Programmdirektor des „Industrieprogramms“ der EFC war acht Jahre lang an der Chinesischen Akademie der Wissenschaften tätig.

Aus der US Energy Foundation ist die Energy Foundation China hervorgegangen.

Der Fox-News-Artikel hätte die Beziehung zwischen der Energy Foundation und der Energy Foundation China erklären können. Sie sind jetzt getrennt, aber zwanzig Jahre lang waren sie ein und dasselbe.

Nach Angaben von InfluenceWatch wurde die große, ursprüngliche Energy Foundation 1991 in den USA gegründet. Später, im Jahr 1999, half die Packard Foundation bei der Gründung der Energy Foundation China. Im Jahr 2019 spaltete sich der chinesische Zweig offiziell von der größeren US-Gruppe ab, allerdings mit dem Unterschied, dass sich der Hauptsitz ebenfalls in San Francisco befindet (was seltsam erscheint, wenn man versucht, China zu beeinflussen).

Die übergeordnete US-amerikanische „Energy Foundation“ ist so groß, dass sie im vergangenen Jahr unglaubliche 52 Millionen Dollar (US) an Gruppen auf der ganzen Welt gespendet hat. Es ist zu vermuten, dass die Energy Foundation China von 1999 bis 2019 vollständig in diese riesige Maschinerie eingebunden war.

Die Quintessenz eines „Pass-Through“ für Spender…

InfluenceWatch stellt fest, dass bereits 2014 ein Ausschuss des US-Senats die Meinung vertrat, dass die Energy Foundation ein Kanal für Spender sei, um Geld an linke Aktivisten zu leiten, ohne dass dies leicht zurückverfolgt werden kann:

In einem Bericht des Senatsausschusses für Umwelt und öffentliche Einrichtungen vom Juli 2014 bezeichneten die Republikaner die Energiestiftung als „Paradebeispiel für eine Durchreiche“ für Spender, die linken Umweltaktivismus finanzieren und gleichzeitig die Rechenschaftspflicht für nachvollziehbare Verbindungen zu aktivistischen Gruppen vermeiden wollen. In dem Bericht wurde auch festgestellt, dass die Stiftung, die politische Kampagnen nicht direkt unterstützen kann, Gelder an andere Gruppen weiterleitet, die dies dank Schlupflöchern in der Steuergesetzgebung tun können.

Mehr Gewinne und Macht für China

China kontrolliert den Markt für seltene Metalle, baut Windturbinen, Sonnenkollektoren und jetzt auch Elektroautos. Aus reinem Geschäftsinteresse wäre die KPCh natürlich verrückt, wenn sie nicht die grüne Fantasie im Westen verstärken würde, um die Konkurrenz zu sabotieren. Und der Gedanke, die Energiesicherheit und die allgemeine industrielle Machtbasis des Westens zu untergraben, könnte den KPCh-Führern ebenfalls gefallen. Und wenn das der Fall wäre, was würde sie daran hindern – etwa eine investigative Berichterstattung von ABC oder BBC? Wer’s glaubt…

Damit in Zusammenhang: Energy Foundation (US) Recent Grants

This article originally appeared at JoNova

Link: https://www.cfact.org/2023/12/21/chinese-communist-party-linked-to-funding-climate-activists-in-the-u-s-and-u-k/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Hochwinter 2024 – mild oder kalt?

Ein vorläufiges Ende der regen Tiefdrucktätigkeit und der intensiven Westwetterlagen zeichnet sich ab

Stefan Kämpfe

Alle Jahre wieder“ – das unbeliebte Weihnachtstauwetter hatte uns auch 2023 fest im Griff. Nach winterlichem Auftakt verlief der Winter 2023/24 bislang leider so, wie es nach dem sehr warmen September zu erwarten war, nämlich viel zu mild. Selbst wenn die ganz große Kälte vermutlich auch im Hochwinter 2024 ausbleiben wird, sollte man den Winter noch nicht völlig abschreiben, denn einige Anzeichen deuten diesmal auf seine mögliche Auferstehung hin.

Die statistischen Gegebenheiten

Wie bereits in der Wintervorschau besprochen, deuteten die Vorwitterung und die meisten Anzeichen, besonders der sehr warme September, auf einen insgesamt milden Winter hin. Wenn nun, so wie 2023, September und Dezember zu warm verliefen, so beeinflusst das die Temperaturen des Hochwinters (Januar und Februar) tendenziell positiv; freilich ist der Zusammenhang für seriöse Prognosen zu schwach.

Abbildung 1: Positiver, freilich nur mäßiger Zusammenhang zwischen dem Temperaturmittel aus September und Dezember und dem des folgenden Hochwinters (Januar und Februar). Immerhin 12,5% der Temperaturvariabilität des Hochwinters wird vom Temperaturmittel aus September und Dezember bestimmt, was freilich noch reichlich Spielraum für mögliche Variationen lässt. Verliefen September und Dezember allerdings sehr mild, wie 1947, 1982, 1999, 2006 und 2016, so folgte niemals ein zu kalter Hochwinter

Dieser Dezember 2023 fiel durch seinen Regenreichtum auf, doch lassen sich daraus keine eindeutigen Rückschlüsse auf die weitere Winterwitterung ziehen.

Die anhaltende spätherbstliche und frühwinterliche Kälte in Nordeuropa

Dieses so in den vorangehenden Warmjahren nicht aufgetretene Phänomen könnte unser Winterwetter im Sinne von Kälte beeinflussen, denn Ende November/Anfang Dezember bekamen wir diese erstmals zu spüren, weil die dort lagernde Kaltluft bei einer südlichen Westlage nach Mitteleuropa vorstieß. Anfang Oktober nahmen die Tiefs noch eine relativ nördliche Zugbahn. Mittel- und besonders Süddeutschland kamen dadurch zeitweise noch in den Genuss extrem warmer Sommerluft; nur von kürzeren Vorstößen mäßig kühler Luftmassen unterbrochen. Doch allmählich schlugen die Tiefs eine immer südlichere Zugbahn ein. Am 20./21. November zog dann ein Tief direkt über Deutschland hinweg und leitete den Umschwung zu kaltem Nordwetter ein. Die Einwinterung begann aber etwa nördlich des 61. Breitengrades schon am Ende der ersten Oktoberdekade; ab der Oktobermitte herrschte dort meist Dauerfrost. Als Beispiel sei die Luftdruck- und Temperaturverteilung vom 13. November 2023 gezeigt, man achte auf die südlich des 60. Breitengrades liegenden Tiefzentren (Bildquelle windy.com, Blautöne zeigen Temperaturen von 0°C abwärts, je heller, desto kälter):

Abbildung 2: Temperatur- und Luftdruckverteilung bei der Westlage am 13. November 2023, später Nachmittag. Während in Nordeuropa Dauerfrost, kenntlich an den blauen Farbtönen, herrschte, blieben die Regionen südlich des 60. Breitengrades frostfrei. Bildquelle: windy.com

Weil die Tiefdruckgebiete, welche uns das stürmische, nasse Dezemberwetter brachten, relativ weit südlich ostwärts zogen, konnte die Kaltluft auch im Verlaufe des Dezembers nicht dauerhaft aus Nordeuropa verdrängt werden. Sie könnte uns also durchaus erneut erreichen. Wegen der frühen Kälte kann auch diesmal die Dreikönigstagsregel „War bis Dreikönigstag (6. Januar) kein Winter, so folgt auch keiner mehr dahinter“ nicht angewendet werden.

Zirkulationsverhältnisse: Bevorstehender Zusammenbruch der Westwetterlagen, relativ schwacher Polarwirbel und der Übergang zu einer negativen NAO-Phase

Die sogenannte QBO (Windverhältnisse in der Stratosphäre der Tropen, die etwa alle 2,2 Jahre zwischen West und Ost pendeln), wechselte 2023 fast in allen Schichten zur Ostwind-Phase, was eher für eine Schwächung der milden Westlagen spricht. Der NAO-Index ist ein Maß für die Intensität der Westströmung über dem Ostatlantik im Vergleich zum Langjährigen Mittel. Positive NAO-Werte bedeuten häufigere und intensivere, im Winter eher milde Westwetterlagen. Bei negativen NAO-Werten schwächt sich die Intensität der Zonalströmung ab, bei stark negativen Werten kann sie gar in eine Ostströmung umschlagen oder meridional verlaufen. Nach einer markanten, positiven Phase der NAO im Dezember wird nun wieder ein Übergang in eine negative Phase erwartet; damit ist ein Ende des stürmischen, milden und nassen Westwetters abzusehen.

Abbildung 3: Verlauf der NAO seit Anfang September und mit Vorhersage bis etwa 10. Januar. Bildquelle: NOAA (Amerikanischer Wetterdienst)

In diesem Zusammenhang lohnt aber noch ein Blick auf die mögliche Entwicklung des Polarwirbels. Ein ungestörter, sehr kalter Polarwirbel im 10-hPa-Niveau (gut 25 Km Höhe, Stratosphäre) ist kreisrund und in der Arktis extrem kalt, was Westwetterlagen begünstigt, welche in Deutschland mild sind. Etwa ab Mitte September 2023 bildete sich ein Polarwirbel, welcher im Oktober/November recht kräftig und wenig gestört war, sich dann aber im Frühwinter abschwächte. Für den 12. Januar 2024 wird weiterhin ein gestörter, relativ schwacher Polarwirbel vorhergesagt; in seinem Zentrum über Grönland/Nordmeer sollen nur knapp unter minus 72°C herrschen (Quelle: Französischer Wetterdienst):

Abbildung 4: Polarwirbelvorhersage im 10 hPa-Niveau für den 12. Januar 2024 (noch sehr unsicher). Bildquelle: meteociel.fr

Die Vorhersagemodelle

Es gibt diverse Vorhersagemodelle für den Lang- und den mittelfristigen Vorhersagezeitraum. Das gebräuchlichste für langfristige Zeiträume ist das amerikanische CFSv2-Modell. Momentan (Stand bis einschließlich 25. Dezember) geht dieses von einem sehr milden Januar und Februar in Mitteleuropa aus.

Abbildungen 5a und 5b: Vorhergesagte Temperaturabweichungen über Europa für den Januar (oben) und den Februar 2024 (unten). Beide Monate sollen demnach in weiten Teilen Europas zu warm ausfallen – aber in Skandinavien, Spitzbergen Island und Grönland werden normale bis unternormale Wintertemperaturen erwartet. Bildquellen: NOAA (Amerikanischer Wetterdienst)

Schauen wir noch kurz auf ein gebräuchliches Mittelfrist-Modell.

Abbildung 6: Ensemble-Prognose vom 27.12.2023 für den 11.01.2024 (Europa). Hohem Luftdruck über dem Ostatlantik steht tiefer nördlich von Skandinavien gegenüber. Für Mitteleuropa wäre relativ kühles, nur leicht unbeständiges Januar-Wetter zu erwarten. Bildquelle: NOAA (Amerikanischer Wetterdienst)

Alle diese „Vorhersagen“ sind jedoch sehr unsicher.

Fazit

Bislang wurde der laufende Winter grob richtig eingeschätzt. Der Winter 2023/24 könnte uns aber zumindest vorübergehend noch einzelne, kalte Überraschungen bescheren. Im Verlauf der ersten Januar-Dekade wird der Westwind abflauen, und die Temperaturen werden mehr oder weniger stark fallen. Wie kalt es wird, und ob die milden Westlagen später zurückkehren, bleibt freilich unklar. Und die Februar-Witterung kann dann erst anhand der Tendenz und des Charakters der Witterung zum Monatswechsel Januar/Februar grob abgeschätzt werden. Trotz aller Unsicherheiten muss aber gegenwärtig von einem insgesamt eher zu milden Hochwinter 2024 ausgegangen werden.

Stefan Kämpfe, Diplomagraringenieur, unabhängiger Natur- und Klimaforscher

 




Heißestes Jahr seit 125.000 Jahren?

Paul Homewood, NOT A LOT OF PEOPLE KNOW THAT

So gut wie alle Medien sind mit der Behauptung „heißestes Jahr seit 125.000 Jahren“ hausieren gegangen, was auf eine sehr konzertierte Aktion des Klima-Establishments im Vorfeld der COP28 schließen lässt.

Die Behauptung ist aus einer Reihe von guten Gründen ein offensichtlicher und unbegründeter Unsinn:

● So etwas wie eine „globale Durchschnittstemperatur“ gibt es nicht.

● Selbst jetzt haben wir nur eine sehr spärliche Erfassung von Temperaturmessungen. Vor der Einführung der Satelliten gab es praktisch keine Daten außerhalb der USA, Europas und einiger anderer bebauter Gebiete.

● Die Temperaturaufzeichnungen, die wir haben, sind durch UHI stark verfälscht und reichen nur bis ins späte 19. Jahrhundert zurück.

● Natürliche Schwankungen, einschließlich ENSO, vulkanischer Aktivität usw., können leicht Temperaturschwankungen von einem Grad Celsius von Jahr zu Jahr und Jahrzehnt zu Jahrzehnt verursachen. Historische Proxies haben jedoch nicht die feine Auflösung, um solche Schwankungen zu erfassen, sie geben lediglich einen Eindruck von den Durchschnittstemperaturen über Jahrzehnte und sogar Jahrhunderte. Folglich kann man ein Jahr nicht mit dem allgemeinen Klima von vor, sagen wir, 2000 Jahren vergleichen.

Aber vergessen Sie all diese theoretischen Einwände, denn die klimatischen Beweise, die wir haben, sind überwältigend, und sie sagen uns, dass das Klima in den meisten der letzten 10000 Jahre, seit dem Ende der Eiszeit, viel wärmer war als heute.

Hier sind zehn schlagkräftige, unbestreitbare Beweise:

1) Grönland

Die Vergangenheit ist der Schlüssel zur Zukunft: Die Temperaturgeschichte der letzten 10.000 Jahre

Von Don J. Easterbrook Professor für Geologie, Western Washington Univ, Bellingham WA

Ein grundlegendes Axiom in der Geologie lautet: „Die Gegenwart ist der Schlüssel zur Vergangenheit“, d. h., um vergangene geologische Phänomene zu verstehen, müssen wir die gegenwärtigen Prozesse verstehen. Wir können dieses Sprichwort auch umdrehen und sagen: „Die Vergangenheit ist der Schlüssel zur Zukunft“, d. h., um die Zukunft vorauszusagen, müssen wir wissen, was in der Vergangenheit geschehen ist. In diesem Sinne ist ein Blick auf die Temperaturveränderungen in den letzten Jahrtausenden sehr aufschlussreich hinsichtlich der Art der Klimaveränderungen. Unter den verschiedenen Möglichkeiten, … Archiv Klimanachrichten

● Ich stimme voll und ganz zu, dass es im 20. Jahrhundert einen globalen Temperaturanstieg gegeben hat – aber von wo aus? … Wahrscheinlich vom Tiefpunkt der letzten 10.000 Jahre.

● Wir haben mit den meteorologischen Beobachtungen am kältesten Punkt der letzten 10.000 Jahre begonnen. – Professor Steffensen

Wie Professor Steffensen in diesem Video erklärt, lagen die Temperaturen in Grönland während der meisten der letzten 8000 Jahre viel höher als heute.

2) Arktis

 

Briner et al 2016 (Quelle)

Viele andere Studien bestätigen, dass die in den grönländischen Eisbohrkernen festgestellten Temperaturtrends auch anderswo in der Arktis zu beobachten sind. So analysierten Briner et al. (s.o.) eine breite Auswahl von Proxies in der kanadischen Arktis und in Grönland und stellten einen lang anhaltenden Rückgang der Temperaturen in den letzten 3000 Jahren fest.

Sie fanden auch heraus, dass der grönländische Eisschild seit dieser Zeit gewachsen ist.

3) Russland

Im Sommer war es vor 7000 Jahren im nördlichen Russland um 2,5 bis 7,0 K wärmer als heute:

Und hier.

Andere Studien deuten darauf hin, dass die Temperaturen in Zentralrussland in der spätatlantischen Periode, also vor etwa 5000 Jahren, um 2 °C höher lagen.

4) Das Baltikum

Vor 4500 Jahren war es dort um 1,0 bis 3,5 K wärmer als heute:

5) Island

Zur Mitte des Holozäns waren einige der heute vorhandenen Eisfelder auf Island vollständig abgeschmolzen:

Die Überreste eines 3000 Jahre alten Waldes unter den schmelzenden isländischen Gletschern belegen, dass das Klima damals viel wärmer gewesen ist:

Uralte Baumstümpfe, die unter dem Breiðamerkurjökull-Gletscher im Südosten Islands gefunden wurden, sind nachweislich etwa 3.000 Jahre alt, berichtet RÚV.

Ein Spezialist glaubt, dass die bemerkenswert gut erhaltenen Stümpfe Teil eines riesigen Waldes waren, der nach einer langen Periode warmen Klimas verschwand (Quelle)

6) Baumring-Studien

Baumring-Studien belegen, dass die Temperaturen in den Weißen Bergen Kaliforniens und in den Alpen zwischen 5000 v. Chr. und 2200 v. Chr. um 2 K höher lagen als heute.

HH Lamb: Climate History & The Modern World

Lamb schreibt auch über andere Studien zur Baumgrenze, welche die Alpen, Karpaten, Rocky Mountains, Japan, Neuguinea, Australien, Neuseeland, Ostafrika und die Anden umfassen. Auch diese zeigen ähnliche Ergebnisse, wobei das Klima um 5000 v. Chr. um 2 K wärmer war.

7) Nordamerika

Es gibt zahlreiche Beweise dafür, dass die Gletscher in Alaska im Mittelalter kleiner waren als heute, was durch die Überreste von Wäldern mit Kohlenstoffdatierung aus dieser Zeit, die mit dem Abschmelzen des Eises freigelegt werden, leicht zu beweisen ist.

Zum Beispiel der Mendenhall-Gletscher:

Es gibt auch Hinweise darauf, dass die Gletscher in Alaska vor 2000 v. Chr. noch kleiner waren und dass die meisten Gletscher südlich von 57 N erst nach dieser Zeit entstanden sind.

HH Lamb schrieb:

Der Anstieg des weltweiten Meeresspiegels in den letzten 10.000 Jahren, der bereits in Abb. 13.27 zu sehen ist, gibt einen Überblick über den Verlauf der Entgletscherung. Es handelt sich jedoch um einen Trend, der dem Trend der Welttemperatur so hinterherhinken muss, dass der höchste Meeresspiegel – der wahrscheinlich vor etwa 4000 Jahren eintrat – mit dem Ende der Periode höchster Temperatur zusammenfällt, die die Gletscher und Eisschilde auf ihr nacheiszeitliches Minimum reduzierte. Nach 2000-1500 v. Chr. bildeten sich die meisten der heutigen Gletscher in den Rocky Mountains südlich des 57. Breitengrades (Matthes 1939), und die Gletscher in den Rocky Mountains in Alaska wuchsen erstmals wieder stark an. – HH Lamb: Climate: Present, Past and Future (Quelle)

8) Europäische Alpen

Im gleichen Buch schrieb Lamb:

Und in ihren späteren fortgeschrittenen Positionen – wahrscheinlich um 500 v. Chr. sowie zwischen 1650 und 1850 n. Chr. – erreichten die Gletscher in den Alpen wieder eine Ausdehnung, die im Glocknergebiet auf etwa das Fünffache des bronzezeitlichen Minimums geschätzt wird, als alle kleineren Gletscher verschwunden waren.

Diese Schlussfolgerung wird durch die jüngste Entdeckung von 4000 Jahre alten Bäumen am Rande eines Schweizer Gletschers durch den renommierten Geologen Dr. Christian Schlüchter gestützt.

Andere Forschungen, darunter die Entdeckung eines seit 2000 Jahren von Schnee bedeckten Schweizer Passes und die Freilegung von noch älteren Bäumen unter dem Tschierva-Gletscher im Engadin (Schweiz), wo Forschungen darauf hindeuten, dass zur Zeit des Römischen Reiches die Gletscher kleiner waren als heute und diese vor 7000 Jahren wahrscheinlich überhaupt nicht existierten.

9) Südamerika

Nach Angaben des Glaziologen Lonnie Thompson, der auch Eisbohrkerne eines anderen Gletschers analysierte, nämlich des Huascarán-Gletschers in den nördlichen Zentralanden Perus, werden beim Rückzug des Quelccaya-Gletschers in den peruanischen Anden uralte, mit Radiokohlenstoff datierte Pflanzenbetten freigelegt, die auf 5000 Jahre zurückgehen. Er stellte fest:

Das Klima war von 8400 bis 5200 Jahren vor heute am wärmsten und kühlte sich dann allmählich ab, was in der Kleinen Eiszeit (200 bis 500 Jahre vor heute) gipfelte.

Andere Untersuchungen des Missouri Botanical Garden, der die Baumgrenzen in den Anden untersucht, kamen zu ähnlichen Ergebnissen:

Während des Zeitraums von 7500 Jahren vor Christus bis ca. 3000 Jahre vor Christus stiegen die Temperaturen um etwa 2°C mehr, was zu einer weiteren Verschiebung der Waldgrenze um etwa 300-400 m höher als heute führte und damit die von Páramo eingenommene Fläche reduzierte. Schließlich kam es etwa 2900 Jahre vor unserer Zeitrechnung zu einem spürbaren Temperaturrückgang, der die letzte Abwärtsbewegung der Wald- und Páramo-Gürtel auf ihre heutige Position markierte.

Und wie in Alaska haben die zurückweichenden Gletscher in Patagonien die Überreste von Wäldern freigelegt, die mit Kohlenstoff auf das späte Mittelalter datiert werden.

10) Neuseeland

Die Rekonstruktion des Klimas in der Vergangenheit Neuseelands durch das NIWA unter Verwendung einer Vielzahl von Proxies deutet auf ein wärmeres Klima als heute bis vor etwa 3000 Jahren hin.

NIWA-Kommentar:

Die wärmsten Bedingungen des gegenwärtigen Zyklus‘ traten zwischen 10.000 und 6.000 v. Chr. auf, wobei die Temperaturen etwa 1 K über den heutigen Werten lagen. Dieses wärmere Klima war mild, mit leichten Winden und üppigen Wäldern. Speläotheme deuten auf einen Temperaturrückgang nach 7.000 v. Chr. hin, mit einem erneuten Auftreten kleinerer Gletscher in den Südalpen um 5.000 v. Chr.

Ähnlichkeiten zwischen den neuseeländischen Klimaveränderungen während des letzten Jahrtausends anhand von Baumringen (Cook et al., 2002) wurden mit der mittelalterlichen Warmzeit der nördlichen Hemisphäre und der kleinen Eiszeit verglichen (Lamb, 1965).

Einen direkteren Beweis liefert der Franz-Joseph-Gletscher. Der Historiker Brian Fagan beschreibt die Veränderungen dieses Gletschers in seinem Buch „The Little Ice Age“:

In Neuseeland war der Franz-Joseph-Gletscher „vor neun Jahrhunderten eine bloße Eistasche auf einem gefrorenen Schneefeld“ … Dann begann die Abkühlung in der Kleinen Eiszeit, und der Gletscher stieß in das darunter liegende Tal hinab und zerstörte die dort blühenden großen Regenwälder und fällte riesige Bäume wie Streichhölzer. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts war Franz Josephs Gletscherzunge nur noch 3 km vom Pazifischen Ozean entfernt.

Der Höhepunkt des Gletschervorstoßes bei Franz Joseph lag zwischen dem späten 17. und frühen 19. Jahrhundert, genau wie in den europäischen Alpen.

Dies steht nicht in direktem Zusammenhang mit dem frühen und mittleren Holozän, sondern ist ein deutlicher Hinweis auf die LIA und die MWP, die laut NIWA 3000 Jahre zuvor nicht so warm war.

Es war wärmer auf der Welt!

Man muss ganz klar sagen: diese Ereignisse waren nicht „regional“ oder „vorübergehend“, wie die Leugner des Holozänen Optimums gerne glauben machen möchten.

Großflächige Rückzüge und Vorstöße von Gletschern sind nicht das Ergebnis von ein paar Jahren Wetter. Genauso wenig wie das Vorrücken von Baumgrenzen hunderte von Metern an Berghängen. Die Beweise aus diesen Ereignissen und aus Eisbohrkernen sind unwiderlegbar und eindeutig.

Aus diesen Studien geht hervor, dass das holozäne Optimum Tausende von Jahren andauerte, in denen es die gleiche Art von Klimazyklen gab, wie wir sie heute erleben, seien es kurzfristige Ereignisse wie El Niño oder jahrhundertelange wie die LIA, die alle wärmere und kältere Intervalle brachten. Aber insgesamt war das Klima immer noch wärmer als das heutige.

Und es ist ebenso offensichtlich, dass dieses wärmere Klima weltweit herrschte. Selbst dort, wo es keine Proxies gibt, gibt es Beweise, z. B. in der Sahara, wo das üppige Klima vor einigen tausend Jahren auf eine Ausdehnung der Tropen infolge einer wärmeren Welt hindeutet.

Jeder, der behauptet, dass dieses Jahr das wärmste seit 125.000 Jahren ist, ist ein Leugner und Betrüger.

Link: https://wattsupwiththat.com/2023/12/25/hottest-in-125000-years/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Das Net Zero-Desaster in UK und der Betrug mit Windenergie

Rupert Darwall

„Hier geht es nicht um komplizierte Fragen der Kryptowährung“, erklärte der stellvertretende US-Staatsanwalt Nicolas Roos im Prozess gegen Sam Bankman-Fried, nachdem er den Angeklagten beschuldigt hatte, FTX auf einer „Pyramide des Betrugs“ aufzubauen. Ähnliches lässt sich über die Grundlagen des britischen Netto-Null-Experiments sagen. Energie ist kompliziert, und Elektrizität ist für die moderne Gesellschaft und unsere Lebensqualität unverzichtbar, aber wie bei FTX ist die zugrundeliegende Geschichte einfach: Windenergie und Net Zero sind auf einer Pyramide der Täuschung aufgebaut.

Net Zero wurde dem Parlament und der britischen Bevölkerung mit der Behauptung verkauft, die Kosten für Windenergie seien niedrig und würden sinken. Das war falsch: Die Kosten der Windenergie sind hoch und steigen weiter. In der Netto-Null-Version von „Krypto wird dich reich machen“ stützen sich die offiziellen Analysen des Finanzministeriums und des Office for Budget Responsibility auf die Unwahrheit, dass Windenergie billig ist, dass Netto-Null minimale Kosten verursachen würde und dass sie die Produktivität und das Wirtschaftswachstum steigern könnte. Nichts davon hat irgendeine Grundlage in der Realität.

Der Vorstoß in Richtung Netto-Null-Emissionen begann 2019, als der britische Ausschuss für Klimawandel einen Bericht vorlegte, in welchem die Regierung aufgefordert wurde, diese Politik einzuführen. Begründet wurde dies unter anderem mit der historischen Klimaschuld. In den Worten des Ausschussvorsitzenden Lord Deben war Großbritannien „einer der größten historischen Verursacher des Klimawandels“. Die wichtigste wirtschaftliche Rechtfertigung für die Erhöhung des britischen Dekarbonisierungsgrades von 80 % auf 100 % bis 2050 – d. h. Netto-Null – war jedoch die „schnelle Kostensenkung bei der Masseneinführung von Schlüsseltechnologien“, insbesondere bei der Offshore-Windkraft. Diese illusorischen Kostensenkungen, so behauptete der Ausschuss, „haben strengere Emissionsreduktionsziele zu den gleichen Kosten wie frühere niedrigere Ziele realisierbar gemacht“. Das war grünes Schlangenöl.

Während der anschließenden 88-minütigen Debatte im Unterhaus zur Verabschiedung des Netto-Null-Ziels behauptete der Minister für saubere Energie Chris Skidmore, dass die Kosten des Netto-Null-Ziels dieselben seien wie die des vorherigen 80-Prozent-Ziels, welches das Parlament im Jahr 2008 verabschiedet hatte. Als ein Abgeordneter der Labour-Partei das Fehlen einer Folgenabschätzung beanstandete, täuschte Skidmore das Parlament, indem er sagte, es habe keine Folgenabschätzung für die Anhebung des ursprünglichen 60-Prozent-Ziels auf 80 Prozent gegeben.

Die Folgenabschätzung, die es laut Skidmore nicht gibt, gab eine Spanne von 324 bis 404 Milliarden Pfund an, wenn das Ziel auf 80 Prozent angehoben wird – eine Schätzung, die die Übergangskosten ausschließt – und warnte davor, dass die Kosten diese Spanne übersteigen könnten. Im Gegensatz zu den heutigen politischen Verlautbarungen wurde in der Bewertung ehrlich über die Folgen des britischen Handelns gesprochen, wenn der Rest der Welt nicht handelt. „Die wirtschaftlichen Argumente für einen Alleingang Großbritanniens in Fällen, in denen globale Maßnahmen nicht erreicht werden können, wären schwach“, warnte der Bericht.

Das Klimaschutzgesetz wurde verabschiedet, um die Führungsrolle Großbritanniens im Klimaschutz zu demonstrieren und den Rest der Welt zu inspirieren, dem Beispiel Großbritanniens zu folgen. Wie hat sich das bewährt? In den 11 Jahren zwischen der Verabschiedung des Gesetzes und der Einführung von Netto-Null-Emissionen im Jahr 2019 sind die Emissionen fossiler Brennstoffe in Großbritannien um 180 Millionen Tonnen gesunken – eine Reduzierung um 33 %. Im gleichen Zeitraum stiegen die Emissionen der übrigen Welt um 5177 Millionen Tonnen, was einem Anstieg von 16 % entspricht. Anders ausgedrückt: 11 Jahre britischer Emissionsreduzierung wurden in rund 140 Tagen durch den Anstieg der Emissionen aus dem Rest der Welt zunichte gemacht.

Jemand, der behauptet, ein Anführer zu sein, aber keine Anhänger hat, wird normalerweise als Narr betrachtet. Beim Klima ist das anders. Politiker prahlen mit ihren grünen Tugenden – Skidmore wird das Unterhaus verlassen und Netto-Null-Studien an der Kennedy School in Harvard lehren – während die Wähler mit höheren Energierechnungen abgespeist werden. Eine Analyse der behördlichen Unterlagen der sechs größten britischen Energieunternehmen zeigt, dass die Brennstoffkosten für Gas- und Kohlekraftwerke zwischen 2009 und 2020 gleich geblieben sind. Dennoch stieg der von den Haushalten zu zahlende Durchschnittspreis pro Kilowattstunde (kWh) Strom um 67 %, angetrieben durch hohe Umweltabgaben zur Subventionierung von Investoren in erneuerbare Energien. Angeblich sind die Kosten für erneuerbare Energien jedoch stark gesunken.

In der Fragestunde des Premierministers Anfang des Jahres behauptete Rishi Sunak, die Kosten für Offshore-Wind seien von 140 Pfund pro Megawattstunde (MWh) auf 40 Pfund pro MWh gesunken – Zahlen, die von der Windlobby und dem Ausschuss für Klimawandel eifrig propagiert werden. Seine Behauptung ist schlichtweg falsch. Der Premierminister hat sich von den sinkenden MWh-Preisen täuschen lassen, die von den Windinvestoren in den aufeinanderfolgenden Zuteilungsrunden für die Offshore-Windförderung geboten wurden.

Die Erklärung dafür liegt nicht in sinkenden Kosten, sondern in einem fehlerhaften Ausschreibungsverfahren, das opportunistische Gebote von Windinvestoren belohnt. Die Regierung hat wertvolle Optionen verschenkt, welche die Regierung verpflichten, die für die erfolgreichen Gebote gezahlten Preise einzuhalten, die Investoren aber zu nichts verpflichten. Da die Investoren für diese Optionen nichts bezahlen, können sie sie nur erhalten, indem sie den Preis senken, den sie für ihren Strom anbieten, aber nicht akzeptieren müssen – es sei denn, sie entscheiden sich, ihre Optionen viel später im Prozess auszuüben.

Sinkende Preise in aufeinanderfolgenden Zuteilungsrunden sind also ein Artefakt des Moral Hazard, der in den Zuteilungsmechanismus eingebaut ist; sie sagen nichts über die Entwicklung der Kosten der Offshore-Windenergie aus. Die Analyse der geprüften Finanzdaten von Windparkunternehmen, die von einer Handvoll unabhängiger Forscher durchgeführt wurde, entkräftet die Behauptung sinkender Windkosten umfassend. Die unvermeidliche Verlagerung in tiefere Gewässer hat jegliche Kostensenkungen und Betriebskosten pro MWh Strom für neue Offshore-Windprojekte zunichte gemacht; die Preise für die Verlagerung sind etwa doppelt so hoch wie in den Subventionsangeboten angenommen.

Einer der führenden Forscher ist Gordon Hughes, ehemaliger Wirtschaftsprofessor an der Universität Edinburgh und Berater der Weltbank in Sachen Kraftwerksökonomie. Hughes‘ Analyse zeigt, dass im zwölften Betriebsjahr die steigenden Betriebskosten pro MWh für Tiefsee-Windturbinen die staatlich garantierten Preise übersteigen und damit die Kapazität zur Rückzahlung der Kapital- und Finanzierungskosten untergraben.

Die Schwankungen der Wind- und Solarenergie haben die Regierung dazu veranlasst, einen Kapazitätsmarkt zu schaffen, um für die Standby-Erzeugung zu bezahlen. Bei einer wirtschaftlichen Bewertung der erneuerbaren Energien sollten die Kosten für den Betrieb des Kapazitätsmarktes den Wind- und Solarkraftwerken zugerechnet werden, da deren Schwankungen und Unregelmäßigkeiten diesen Markt erforderlich machen. Strom, der über den Kapazitätsmarkt bezogen wird, ist nicht billig. Im Jahr 2020 erzielten die Wärmekraftwerke des deutschen Unternehmens Uniper einen Durchschnittspreis von 224 Pfund pro MWh, etwa das Vierfache des üblichen Großhandelspreises.

Die Bestätigung, dass die Offshore-Windenergie mit enormen, wahrscheinlich unüberwindbaren Kosten- und Betriebsschwierigkeiten zu kämpfen hat, kam im Juni, als Siemens Energy eine schockierende Gewinnwarnung herausgab und seine Aktien um 37 Prozent einbrachen, zum Teil wegen höher als erwarteter Turbinen-Ausfallraten. Hughes zufolge bedeutet dies, dass die Betriebskosten für Windkraftanlagen in Zukunft höher und die Leistung deutlich geringer sein werden, was die wirtschaftliche Lebensdauer der Turbinen verkürzt. Seine Schlussfolgerung ist niederschmetternd:

Die gesamte Rechtfertigung für die sinkenden Kosten der Winderzeugung beruhte auf der Annahme, dass viel größere Windturbinen mehr Leistung bei geringeren Investitionskosten pro Megawatt erzeugen würden, ohne die hohen Kosten des Generationswechsels. Jetzt hat sich bestätigt, dass dieser Optimismus völlig ungerechtfertigt ist. Daraus folgt, dass die derzeitige Energiepolitik in UK, in Europa und in den Vereinigten Staaten auf Sand gebaut ist – ein naiver Optimismus, der durch enthusiastische Lobbyarbeit verstärkt wird, die nichts mit der technischen Realität zu tun hat.

Die britische Regierung hat sich dazu hinreißen lassen, massiv auf Offshore-Wind zu setzen, und zwingt die Stromverbraucher dazu, Milliarden von Pfund für eine Sackgassen-Technologie auszugeben.

Die Täuschung über die sinkenden Kosten der Windenergie vergiftet die offiziellen Einschätzungen der makroökonomischen Folgen von Net Zero. Das Office for Budget Responsibility behauptet, die Kosten für kohlenstoffarme Stromerzeugung seien so schnell gesunken, dass sie jetzt billiger seien als die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen. In ähnlicher Weise ging das Finanzministerium fälschlicherweise davon aus, dass die sinkenden Preise in den Zuteilungsrunden für Windkraftanlagen auf sinkende Windkosten hindeuten. Beide sehen in der Wirtschaft ein vielschichtiges Marktversagen, erkennen aber nicht die reale Gefahr, dass die Politik der Regierung von Interessengruppen vereinnahmt wird, wie es in der Tat der Fall war. In der logischen Konsequenz ist dies ein Argument für die Umstellung auf zentrale Planung sowie auf eine Kommando- und Kontrollwirtschaft.

Das Finanzministerium argumentiert, dass die zusätzlichen, durch erneuerbare Energien erforderlichen Investitionen „bei sonst gleichen Bedingungen“ zu einem zusätzlichen BIP-Wachstum führen werden. Andere Dinge sind natürlich nicht gleich. Wie die jüngste Geschichte zeigt, gibt es einen großen Unterschied zwischen Investoren und Politikern, die Entscheidungen über die Kapitalallokation treffen. Die zentral geplanten Volkswirtschaften des ehemaligen kommunistischen Blocks haben riesige Mengen an Kapital vergeudet und ihre Bevölkerungen verelenden lassen. Nur wenige glauben heute, dass Investitionen in diesen Volkswirtschaften das Wachstum angekurbelt haben.

Wir müssen keine Hypothesen aufstellen. Die Daten der Regierung widerlegen die Behauptung des Finanzministeriums und zeigen, dass der zunehmende Ausbau der erneuerbaren Energien die Produktivität des britischen Stromnetzes verringert. Im Jahr 2009 erzeugten 87,3 Gigawatt (GW) Stromerzeugungskapazität, die nur 5,1 Prozent Wind- und Sonnenenergie umfasste, 376,8 Terrawattstunden (TWh) Strom. Im Jahr 2020 werden 100,9 GW Erzeugungskapazität mit einem Anteil von 37,6 Prozent Wind- und Sonnenenergie 312,3 TWh Strom erzeugen. Dank der erneuerbaren Energien wurden mit 13,6 GW (15,6 Prozent) mehr Erzeugungskapazität 64,5 TWh (17,1 Prozent) weniger Strom produziert.

Diese Zahlen sind ein Armutszeugnis für die erneuerbaren Energien und zeigen, warum sie den Strom teurer und die Menschen ärmer machen. Vor dem massiven Ausbau der erneuerbaren Energien erzeugte 1 MW Leistung im Jahr 2009 4.312 MWh Strom. Im Jahr 2020 erzeugte 1 MW Leistung 3.094 MWh, was einem Rückgang von 28,3 Prozent entspricht. Es ist ganz klar: Investitionen in erneuerbare Energien lassen das Produktionspotenzial der Wirtschaft schrumpfen. Dies wird durch die Netto-Null-Modellierung der Internationalen Energieagentur bestätigt. Ihr Netto-Null-Pfad sieht vor, dass der globale Energiesektor im Jahr 2030 fast 25 Millionen Menschen mehr beschäftigt, 16,5 Billionen Dollar mehr Kapital verbraucht und eine zusätzliche Landfläche von der Größe Kaliforniens und Texas für Wind- und Solarparks und von der Größe Mexikos und Frankreichs für Bioenergie beansprucht – und das alles, um 7 Prozent weniger Energie zu produzieren.

Großbritanniens energiepolitisches Desaster ist eine Lehre für Amerika. Die physikalischen und wirtschaftlichen Aspekte der Windenergie werden nicht auf magische Weise verändert, wenn sie den Atlantik überqueren. Wann immer ein Politiker oder ein Windlobbyist die Windenergie als kostengünstig anpreist oder sagt, dass Netto-Nullenergie das Wachstum ankurbeln wird, werden sie zu Komplizen des Windkraftbetrugs. Die Daten führen unweigerlich zu einer entscheidenden Schlussfolgerung: Netto-Null ist wachstumsfeindlich. Es ist eine Formel für anhaltende wirtschaftliche Stagnation. Jeder, der die Wahrheit über erneuerbare Energien wissen will, sollte sich Großbritannien und den traurigen Zustand seiner Wirtschaft ansehen. In den letzten anderthalb Jahrzehnten hat das Land die schlechteste Wachstumsphase seit 1780 erlebt.

Anders als in der Wirtschaft und im Finanzwesen gibt es keine straf- oder zivilrechtlichen Sanktionen für diejenigen, die eine Politik fördern, die auf Betrug und Falschdarstellung beruht. Vielmehr ähnelt die Netto-Nullrunde dem Kommunismus. Auch der Kommunismus basierte auf einer Lüge: dass er den Kapitalismus überflügeln würde. Aber er war nicht erfolgreich, und der Glaube an den Kommunismus schwand. Als der Zusammenbruch kam, war er plötzlich und schnell. Die Wahrheit konnte nicht verborgen werden. Ein ähnliches Schicksal erwartet Net Zero.

Rupert Darwall is a senior fellow of the RealClear Foundation and author of  The Folly of Climate Leadership: Net Zero and Britain’s Disastrous Energy Policies.

This article was originally published by RealClearEnergy and made available via RealClearWire.

Link: https://wattsupwiththat.com/2023/12/24/britains-net-zero-disaster-and-the-wind-power-scam/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE