Bundesrechnungshof vs. Energie-Realität

„Nachsteuern reicht nicht, zum Umsteuern fehlt der Mut“

Einführung von Christian Freuer: In diesem Beitrag geht es um das neueste Urteil des Bundesrechnungshofes (BRH) zur Energiewende. Diese stehen hier. Der Dipl.-Phys. Peter Würdig hat sich darauf an den BRH gewandt und tatsächlich auch eine Antwort erhalten. Dieser Austausch wird hier dokumentiert. Oben steht der Brief von Herrn Würdig, gefolgt vom PDF der Antwort des BRH. Dann folgt noch ein Kommentar von Herrn Würdig. – Ende Einführung.

Der Bericht des Bundesrechnungshofes „zur Umsetzung der Energiewende im Hinblick auf die Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit bei Elektrizität“ …

… und mein Bericht dazu.

Peter Würdig

Tatsächlich muss ich, bei mancher Kritik, dem Bundesrechnungshof (BRH) auch einiges an Lob aussprechen, denn immerhin einiges von Mängeln ist erkannt worden und auch klar ausgesprochen, wenn man auch feststellen muss, dass die grundsätzlichen und nicht behebbaren Fehler der Energiewende nicht angesprochen werden.

Beginnen wir mit den positiven Seiten.

Sehr zu loben ist, dass der Bundesrechnungshof jetzt das Vorhaben der Regierung kritisiert, Teile der Kosten der Energiewende durch den Bundeshaushalt zu finanzieren, um dadurch den Bürgern niedrigere Kosten vorzutäuschen als sie tatsächlich sind. Das ist so gut gesagt, dass ich das hier im Original zitieren will:

„Die geplante Entlastung der EEG-Umlage aus den Einnahmen des Zertifikatehandels und aus Haushaltsmitteln sieht der Bundesrechnungshof kritisch. Er sieht darin eine zusätzliche Belastung aller Steuerzahler. Damit können die Auswirkungen des nicht funktionierenden Preissystems aber lediglich kaschiert werden. Die Bundesregierung bekämpft also lediglich Symptome der derzeitigen Schwächen des Energiepreissystems und schafft weitere Nachteile.“

Der Bundesrechnungshof sagt ganz zu Recht, dass damit nur eine Entlastung vorgetäuscht wird, denn die Mittel sind letztlich eben doch von den „Letztverbrauchern“ aufzubringen (und auch von den „Letztverbraucherinnen“, loben muss man auch hier, dass der BRH auf die jetzt in Mode gekommene Sprachverdopplung verzichtet). Außerdem weist der Bundesrechnungshof an dieser Stelle auch darauf hin, und auch das ist richtig, dass durch eine „künstliche“ Verbilligung der Anreiz konterkariert wird, Energie sparsam einzusetzen.

Auch an einer weiteren Stelle muss ich loben, denn der Bundesrechnungshof weist klar darauf hin, „…..Der Trend der weiter steigenden Strompreise muss durchbrochen werden, um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland zu sichern…“ Auch an einer anderen Stelle sagt der BRH Damit soll es (das BWMi( auch einen Beitrag leisten, um die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen im internationalen Wettbewerb zu sichern.“ In dieser Hinsicht wirklich etwas zu tun wäre eine politische Entscheidung, dafür fehlt aber im Moment der politische Wille total. Das wurde jetzt ganz deutlich bei der Anhörung im Bundestags-Ausschuss „Wirtschaft und Energie“ klar, alle politischen Fraktionen (ausgenommen natürlich die AfD) schoben ihre Lobbys vor, damit diese jeweils ein möglichst großes Stück vom EEG-Kuchen einfordern durften, was dann natürlich den Preis insgesamt nur in die Höhe treibt. Die Fragen, ob das Sinn macht und ob man das verantworten kann, diese Fragen wurden gar nicht erst gestellt.

Die stärkste Kritik am Bericht des BRH muss ich deswegen üben, weil der BRH nicht ein klar durchgerechnetes Programm für die Energiewende fordert, ohne ein solches Programm hätte man die erste Windmühle nicht aufstellen dürfen. Wir wissen nach 20 Jahren EEG nicht, was es am Ende kosten soll und was man damit konkret denn erreichen will. Stattdessen setzt man sich „Ziele“ und werkelt munter drauf los (und gibt das Geld der Letztverbraucher mit vollen Händen aus), ein solcher Vorgang ist im hohen Maße verantwortungslos.

Zur Versorgungssicherheit sagt der BRH „Durch den Kohleausstieg entsteht eine Lücke von bis zu 4,5 Gigawatt gesicherter Leistung, die das BMWi noch nicht bei der Bewertung der Versorgungssicherheit berücksichtigt hat.“ Diese Zahl entstammt der Betrachtung von Planungsvorgaben, sie hat jedoch mit der Realität im Strom-System nichts zu tun, insbesondere macht es keinen Sinn, hier nur den Kohleausstieg im Auge zu haben während gleichzeitig bzw. schon vorher auch der Ausstieg aus der Versorgung durch Kernenergie durchgeführt wird, mit dem ja auch schon ein großer Teil der gesicherten Leistung wegfällt.

Die tatsächlichen Zahlen erhält man leicht aus dem Agora-Meter, und dieses mal für einen so typischen Tag, wie er in jedem Jahr auftreten kann, nämlich am 25.Januar 2019 um 24 Uhr:

Energieverbrauch (elektrisch) : 67,3 GW

Wind on-shore: 0,4 GW

Wind off-shore: 0,0 GW,

Solar: 0,0 GW

Wasser 2,5 GW

Bio-Energie 5,3 GW

Die gesamten „Erneuerbaren“ brachten also eine Leistung auf von 8,2 GW, der Fehlbedarf betrug also 59,1 GW. Um diesen Fehlbedarf allein durch Windkraft auszugleichen (was ja in der Diskussion ist), hätte man die Windkraft um den Faktor 148 verstärken müssen, das allein zeigt schon den ganzen Irrsinn einer Energiewende, die sich allein auf die sog. „Erneuerbaren“ stützen will. (Diagramm „Jan 2019.jpg“).

Für die Entwicklung des Strompreises führt der BRH zunächst ganz richtig aus:

„Es gibt viele Faktoren, die sich teils erheblich auf das Preisniveau von Strom auswirken. Dazu gehören insbesondere der weitere Ausbau erneuerbarer Energien, die Leistungsfähigkeit des Stromnetzes, die CO2-Bepreisung und das derzeitige System von Entgelten, Steuern, Abgaben und Umlagen.“ Der BRH deutet hier zumindest an, dass einer der Faktoren der „weitere Ausbau erneuerbarer Energien“ ist, das hätte man deutlicher ausdrücken können, und man hätte dann auch ausführen müssen, dass der „weitere Ausbau erneuerbarer Energien“ zu stoppen ist, da er zu nichts führt als zu einem weiteren Anstieg des Preisniveaus..

Hierzu habe ich mal ein Beispiel näher untersucht, an dem man den Einfluss des weiteren Ausbaues der erneuerbaren Energien auf die Gestaltung des Preisniveaus erkennen kann. Dazu schauen wir jetzt erst einmal auf das Diagramm „Feb 2020.jpg“, in dem man, vom Agora-Meter übernommen, die Tage vom 21. bis zum 25. Februar 2020 erkennen kann. Dazu habe ich zunächst einen von Hand einen „Bereich A“ grün markiert. Eine vergrößerte Version dieses Bereiches findet man im Diagramm „22 Feb 2020.jpg“, es geht um die Stunden von 11 Uhr bis 13 Uhr dieses Tages. Wenn man bedenkt, dass im Netz der Energie-Zufluss innerhalb von Millisekunden gesteuert werden muss, um die Frequenz innerhalb des zulässigen Intervalls von 0,2 Hz konstant zu halten, dann sind 2 Stunden eine sehr lange Zeit. Man erkennt zu diesem Zeitpunkt, dass zwischen der höchsten eingespeisten Leistung der sog. „Erneuerbaren“, das ist der höchste Punkt im gelben Bereich (Solar) und dem tatsächlichen Verbrauch in diesem Zeitraum, der durch die rote Linie markiert ist, nur noch eine Differenz von 1 GW oder weniger besteht. Die von den konventionellen Kraftwerken geliefert Leistung (grau) ragt erheblich (ca. 15 GW) über den im Netz angeforderten Bereich hinaus. Das bedeutet, dass zu diesem Zeitraum elektrische Leistung im Ausland entsorgt werden muss, was üblicherweise zu negativen Preisen führt. Diese negativen Preise bezahlt der Letztverbraucher über die Regelung im EEG, und das führt zu einem erheblichen Anstieg des Preisniveaus. Diese Situation ist dem Umstand geschuldet, dass die konventionellen Kraftwerke nur eine begrenzte Regelfähigkeit haben, da sie ja in jedem Moment auch bereit sein müssen, ihre Höchstwert einzuspeisen um einen Blackout zu vermeiden. Die konventionellen Kraftwerke können die starke (und unplanbare) Fluktuation der sog. „Erneuerbaren“ nicht soweit ausgleichen, dass sie ihre Leistung bis auf nahezu null zurückfahren.

Das ist schon eine unangenehme Situation. Weit entscheidender ist aber etwas anderes, jeder weitere Ausbau von sog. „erneuerbaren Energien“ führt dazu, dass diese gerade in diesem Moment auch ihren höchsten Beitrag liefern, mit der Folge, dass dann der Energiefluss, der im Ausland verklappt werden muss, einerseits zwar nicht zu mehr „Klimaschutz“ führt, falls man überhaupt im Klimaschutz einen Sinn sieht, für den es einen wissenschaftlichen Nachweis nicht gibt, und andererseits zu einer noch weiteren Steigerung des Preisniveaus führt.

Eine nahezu entgegengesetzte Situation findet man zwei Tage später, im Bereich „B“, vergrößert dargestellt im Diagramm „24 Feb 2021.jpg“. Die solare Einspeisung früh am Morgen ist fast null, und die Einspeisung von Wind nimmt gerade rapide ab. Die konventionellen Anlagen können den Bedarf nun nicht mehr vollständig ausgleichen, und dieser Fehlbedarf muss durch Lieferung vom Ausland ausgeglichen werden. Der Blackout kann nur noch vermieden werden, falls das Ausland überhaupt liefern kann und liefern will (bei einer Mangelsituation im europäischen Bereich ist jeder sich selbst der nächste), und andererseits müssen nun erhebliche Überpreise bezahlt werden, in der Spitze wurde dazu schon der 340-fache Preis des Normalen bezahlt. Auch das wiederum führt zu einer spürbaren Steigerung des Preisniveaus.

Der weitere Ausbau der sog. „erneuerbaren Energien“ hilft hier nicht, im Gegenteil, denn einerseits haben diese Energien jetzt auch ihr Liefer-Minimum und tragen kaum etwas bei, und anderseits werden durch den weiteren Ausbau die konventionellen Energien zurückgedrängt (sie verlieren an Wirtschaftlichkeit), was ja das offizielle politische Ziel ist, und das heißt, die Lücken im Versorgungssystem werden immer größer, und der Zwang, die Nachbarn im Lieferung anzubetteln, zu welchem Preis auch immer, steigt weiterhin. Kurz gesagt, der weitere Ausbau der sog. „erneuerbaren Energien“ steigert unweigerlich die Diskrepanz im Versorgungssystem.

Der einzige Ausweg aus dieser Kalamität wäre, Speicher aufzubauen, die den Strom aufnehmen, der zur falschen Zeit geliefert wird, damit man dann, wenn Unterdeckung da ist, ausgleichen kann. Leider kann man dazu nur im Konjunktiv „wäre“ sagen, denn brauchbare Speicher in der Größenordnung, wie sie benötigt würden, sind noch nicht einmal im Ansatz erkennbar (und werden zur Zeit auch nicht in nennenswertem Maße aufgebaut).

Der BRH äußert sich dazu u.a. so:

Wie hoch die benötigten Speicherkapazitäten sind und inwieweit diese zur Verfügung stehen oder zukünftig verfügbar sein werden, lässt das BMWi offen.

Diese Feststellung ist zwar einerseits richtig, aber der BRH müsste eigentlich wissen, dass es für diese Speicher in absehbarer Zeit keine Möglichkeit gibt, denn nach immerhin 20 Jahren des EEG hat man da nahezu nicht das Geringste unternommen.

Der BRH äußert sich dazu auch so:

„Außerdem muss es (das BMWi) ein „Worst-Case“-Szenario untersuchen, …“

Diese Forderung ist richtig, aber der BRH geht an keiner Stelle darauf ein, dass man immerhin ein „Best-Case-Szenario“ untersucht hat, eigentlich in drei Fällen, auf drei verschiedenen Inseln in drei verschiedenen Ländern, und da war dann die deutsche Insel Pellworm mit der „Smart Region Pellworm“ dabei. Für diesen Versuch sind immerhin Forschungsgelder in Höhe von 12 Millionen ausgegeben worden, um nachzuweisen, dass man auf dieser Insel die „Strom-Wende“ erreicht (von Energiewende ist man davon noch weit entfernt). Nach zwei Jahren, als die Fördermillionen verbraucht waren, hat man alle Anlagen wieder abgebaut, auf der Fläche der ehemaligen Speichereinheiten befindet sich jetzt ein Hundespielplatz. Der Ablauf dieser Verfahren ist fast immer derselbe, bei der feierlichen Eröffnung ist politische Prominenz dabei und verspricht den grandiosen Einstieg in die schöne neue Öko-Welt, in diesem Falle war es der damalige Ministerpräsident Thorsten Albig. Und wenn dann sang- und klanglos alles wieder abgebaut ist, dann wollen die beteiligten Firmen nichts mit dem Experiment zu tun gehabt haben. Immerhin, da öffentliche Gelder mit im Spiel waren, hätte man wenigstens einen Abschlussbericht anfordern müssen, das hat nach meiner Kenntnis der BRH bisher unterlassen. Der Versuch in Pellworm ist insofern vom Worst-Case“-Szenario weit entfernt, als die Bevölkerungsdichte etwa 100 mal kleiner ist als in einer Großstadt wie in Berlin. Wenn unter diesen so günstigsten Umständen schon die Strom-Wende scheitert, dann hätte der BRH die notwendige Schlussfolgerung erheben müssen, nämlich das Experiment Energiewende endgültig zu beenden und für die dazu im Lande aufgestellten Anlagen eine Rückrufaktion durchzuführen. Dazu konnte sich der BRH nicht entschließen, dass muss man kritisieren.

Es gab zu den Versuchen mit der Speicherung noch zwei weitere Versuche, nämlich auf der norwegischen Insel Utsira (unter Leitung der deutschen Firma Enercon) und auf der spanischen Insel El Hierro, auch diese Versuche sind gescheitert. In Utsira, wo man das mit Wasserstoff versucht hat, sind alle Anlagen abgebaut worden. In El Hierro gibt es den Speichersee noch (also ein Pumpspeicherkraftwerk), aber die Anlage ist viel zu klein, und die Insel muss nach wie vor mit Strom auf der Basis von mit Schiffen herangeschafftem Diesel versorgt werden. Zu diesen Versuchen habe ich einen Film gestaltet, der trägt den Titel „Drei Inseln / drei Pleiten“. Bei Interesse kann der BRH eine Kopie anfordern, kostenlos..

Zum Abschluss kann man sagen, dass der BRH immerhin aussagt:

„Der Bundesrechnungshof bekräftigt deshalb seine Auffassung, dass es nicht vorrangig Ziel sein kann, die Energiewende „um jeden Preis“ umzusetzen.“

Das ist ja schon etwas, aber der BRH hätte erkennen können und müssen, dass es eben überhaupt keinen Preis gibt, unter dem man die Energiewende gestalten kann, und dann hätte man dieses Experiment endgültig absagen müssen.

Die Antwort des BRH steht hier in diesem PDF. Herr Würdig schreibt dazu:

Bundesrechnungshof

Postfach 12 05 03

53048 Bonn

auch per eMail: poststelle@brh.bund.de

Ihr Zeichen: II 1 – 05 20 35

Sehr geehrte Damen und Herren,

sehr geehrte Frau Peters,

anlässlich des neuen Berichts „Energiewende nicht auf Kurs: Nachsteuern dringend erforderlich“ komme ich auf mein Schreiben vom 17. April 2021 zurück und darf mich auch bedanken, dass Sie damals ausführlich geantwortet haben.

Es ist ja schon einmal anzuerkennen, dass Sie erneut auf Mängel in der Arbeit des Ministeriums hinweisen und auch deutlich aussagen: „Nachsteuern dringend erforderlich“, aber die Kritik, die ich damals schon geäußert habe, nämlich „wenn man auch feststellen muss, dass die grundsätzlichen und nicht behebbaren Fehler der Energiewende nicht angesprochen werden.“, wohl weiterhin bestehen bleibt.

Sie schrieben in Ihrem Brief damals schon ganz zu Recht:

„Das BMWi hatte keinen Überblick über die finanziellen Auswirkungen der Energiewende.

Das BMWi berücksichtigte die Ziele Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Umweltver#träglichkeit nicht gleichrangig.“,

und man muss heute, nach drei Jahren, leider sagen, die Situation und das Verfahren haben sich nicht wirklich geändert.

Auch damals schrieben Sie ganz zu Recht:

„Der Trend der weiter steigenden Strompreise muss durchbrochen werden, um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland zu sichern…“,

auch an diese Warnung hat sich das Ministerium (und die weiteren Organe der Regierung) nicht gehalten, und auch Warnungen von vielen anderen Seiten (Beispiel: Peter Adrian: „Es drohen Wohlstandsverluste in unvorstellbarem Ausmaß“) wurden praktisch nicht zur Kenntnis genommen. Die Abwanderung wichtiger Teile de deutschen Industrie ist in vollem Gange, man nimmt das achselzuckend zur Kenntnis, und die entscheidenden Funktionsträger sind überwiegend geprägt von ideologischen Vorstellungen und meinen, dass man grundlegende Gesetze der Naturwissenschaften und insbesondere der Physik nicht berücksichtigen muss. Man ist nicht bereit, einzugestehen, dass im Bereich der Energiepolitik (und nicht nur dort) schwerwiegende Fehler gemacht worden sind, die immense Schäden für die Volkswirtschaft zur Folge haben.

Und nun hat man auf Grund von wissenschaftlichen Studien festgestellt, nachts ist es dunkel, und das kann man politisch nicht ändern, und wenn dann auch kein Wind weht, dann ist es nichts mit den sog. „Erneuerbaren“. Der tatsächlich vorgesehene Ausweg, es sollen PV-Felder in Deutsch-Südwest (das heißt jetzt Namibia) angelegt werden, mit dem Strom macht man Wasserstoff, und der wird dann direkt (oder über Umwandlungen) nach Deutschland geschippert. Da auch nur im Ansatz die Kosten auszurechnen weigert man sich permanent, darauf hat schon Prof. Sinn mit seinen Vorträgen hingewiesen mit der Frage „Haben die denn keinen Taschenrechner ?“. Es gibt nur ein Land auf der Welt, das gleichzeitig aus „Kohle“ (fossile Energien) und „Atom“ (Kernenergie) aussteigt, das ist Deutschland, die Folge ist, dass sich der Preis für Energie um den Faktor fünf bis zehn erhöht (kann auch mehr als zehn werden, wir wissen ja nicht, was der Wasserstoff aus Namibia kosten wird). Diese Entwicklung, von der im Moment auch nicht der Ansatz eines Umsteuern zu erkennen ist, wird den Wirtschaftsstandort Deutschland gründlich ruinieren mit der Folge auch von sozialen Unruhen.

Ich sehe in dieser Frage eigentlich nur zwei Auswege.

A) Klimahysterie aufgeben.

Dazu muss man dem Volk die Wahrheit sagen, CO2 ist kein Schadstoff sondern wegen der Fotosynthese die Voraussetzung für das Leben auf der Erde (eigentlich auch Unterrichtsstoff in der Schule). Die optimale Konzentration von CO2 haben wir noch lange nicht erreicht, deshalb hat eine weitere Steigerung überwiegend positive Wirkungen (die Erde „ergrünt“, die Welternährung wird unterstützt). Das bedeutet, Ausstieg aus dem Kohle-Ausstieg, Beendigung der ökosozialistischen Planwirtschaft und energie-offener Wettbewerb mit sozialer Marktwirtschaft. CO2-Steuern beenden, stattdessen über Prämien nachdenken. Mit Braunkohle allein haben wir in Deutschland einen sicheren Vorrat für die Versorgung mit Energie für etwa 300 Jahre, in diesem Zeitraum wird man voraussichtlich auch die Kernfusion marktfähig machen können.

B) Klimahysterie nicht aufgeben

Man muss berücksichtigen, dass viele Menschen im Lande die einmal erlernte Hysterie nicht aufgeben wollen, obwohl es bis heute nicht einen einzigen Nachweis gibt, das vermehrter Anteil von CO2 zu schlechterem Wetter führt (die Grundlagen der Physik sprechen klar dagegen). Dann muss man sich klarmachen, dass ein weiterer Ausbau der sog. „Erneuerbaren“ hoffnungslos ist und nur eine weitere Preissteigerung für Energie zur Folge hat. Der Grund ist sehr einfach, die neu errichteten Anlagen (für Wind und Sonne) haben denselben Fehler wie die schon bestehenden, sie liefern den Strom zur falschen Zeit. Da es Speicher ausreichender Kapazität nicht gibt (und eine Entwicklung auch im Ansatz nicht zu erkennen ist), führt das dazu, dass zu manchen Zeiten Strom im Überfluss produziert wird, den kann keiner gebrauchen, und dieser Weg-werf-Strom wird auch noch mit hohen Kosten den Betreibern der Anlagen vergütet, während die Lücken zu anderen Zeiten bleiben, die sollen ja dann mit Wasserstoff aus Namibia gefüllt werden.

Der entscheidende Zustand ist schon vor einiger Zeit erreicht worden, als die „Erneuerbaren“ in der Spitze etwa 80% des elektrischen Bedarfes erreicht haben, denn die konventionellen Anlagen können nicht auf Null zurückgefahren werden (und sie können auch nicht rückwärts laufen, um überflüssigen Strom wieder in Kohle oder Uran zu verwandeln). Die konventionellen Anlagen müssen ja stets bereit sein, auch den vollen Bedarf sofort zu liefern, sonst käme ein Black-out.

Man muss sich klar machen, wir haben über 20 Jahre die „Erneuerbaren“ mit massiven Beträgen subventioniert, es sollte ja eine Anschub-Subventionierung sein, so wurde uns das versprochen, allerdings ist der Anschub nicht gelungen. Es gibt bis heute in Deutschland nicht einen einzigen Haushalt, der mit Erneuerbaren versorgt wird, sie hängen alle am Netz. Auch die Versuche, auch nur eine kleine Insel mit Erneuerbaren zu versorgen, sind alle kläglich gescheitert, ich habe dazu den Film gemacht: „Drei Inseln / drei Pleiten“.

Man muss also doch feststellen, „nachsteuern“ (also auf demselben Wege weitermachen, oder wie es die Junge Freiheit mal tituliert hat, „In Sackgassen Vollgas geben“) wird es nicht bringen, wir müssen „umsteuern“.

Die einzige Lösung, die dann noch bleibt, ist die Umstellung auf Kernenergie. Das ist im Prinzip möglich, Frankreich macht das vor (und andere Länder auch), es braucht allerdings einige Zeit, bis wir das erfolgreich geschafft haben. Der Thorium-Brüter hat Vorrat für etwa 60 Millionen Jahre, das reicht erst mal, neuere Typen von Kernreaktoren können auch den sog. „Atommüll“ verwerten. Andere Möglichkeiten kann ich nicht erkennen.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Würdig

 




Arktische Meer-Eiskapaden

Willis Eschenbach

Ich sehe, dass der übliche düstere Hype um das arktische Meereis unvermindert anhält. Das geht schon eine ganze Weile so. Hier ist der Dekan des gescheiterten seriellen Doomcasting, James Hansen, der sich bereits 2008 zu diesem Thema geäußert hat:

Abbildung 1. James Hansens verunglückte Vorhersage eines eisfreien arktischen Sommers bis 2018 aus dem Jahr 2008.

Der jüngste Beitrag zur Vorhersage wird in der Lieblingszeitung der Klimaalarmisten, dem Guardian, mit dem obligatorischen, zu Tränen rührenden Eisbärenfoto beschrieben:

Wissenschaftler: Eisfreie Sommer in der Arktis sind bereits in der nächsten Dekade möglich!

Die Heimat von Eisbären, Robben und Walrossen könnte schon 2035 aufgrund der Emissionen fossiler Brennstoffe monatelang nur noch aus Wasser bestehen.

Der Hype im Guardian bezieht sich auf eine frei zugängliche Studie mit dem Titel Projections of an ice-free Arctic Ocean im Nature Magazine.

Nun muss man aufpassen, dass man nicht die Erbse unter der Walnussschale sieht. Weiter unten in der wissenschaftlichen Studie heißt es:

Die Definition einer „eisfreien Arktis“ hat sich im Laufe der Zeit geändert. Früher bezog sie sich auf das fast vollständige Verschwinden des Meereises oder auf eine Ausdehnung des Meereises von Null. Da jedoch nördlich von Grönland und dem kanadischen Arktischen Archipel seit mehr als einem Jahrzehnt weiterhin dickes Meereis vorhanden ist, nachdem der Rest des Arktischen Ozeans im September eisfrei wird, wurde ein Ausdehnungs-Grenzwert von 1 Million km² üblich.

Wir sprechen also nicht wirklich von einer Null-Ausdehnung des Meereises. Es geht um eine Million Quadratkilometer Eis, also mehr als ein Drittel einer Million Quadratmeilen. Das ist eine ganz andere Frage.

Weiter heißt es:

Es wurden auch statistische Methoden verwendet, um Vorhersagen über eine eisfreie Arktis zu machen. Die meisten dieser Vorhersagen beruhen auf beobachteten linearen Beziehungen zwischen der globalen oder arktischen Temperatur und der Meereisbedeckung.

Ich habe diese Behauptung einer linearen Beziehung zwischen Temperatur und Meereisausdehnung in der Arktis gesehen. Fangen wir damit an, was mit dem Meereis seit Beginn der Satellitenära im Jahr 1979 tatsächlich passiert ist. Zunächst zu den Veränderungen bis 2012:

Abbildung 2. Jährliches Minimum der arktischen Sommer-Meereisausdehnung, 1979 bis 2012. Na sowas! Schnell abnehmend.

Nun, das ist merkwürdig. Die minimale arktische Meereisausdehnung nahm von Beginn der Satellitenaufzeichnungen bis zum Jahr 2000 langsam ab. Von da an nahm sie immer schneller ab, bis zum Jahr 2012.

Und deshalb waren sich die Wissenschaftler so sicher, dass es zu einem Zusammenbruch kommen würde. Ich meine, im Jahr 2012 konnte jeder vernünftige Mensch das Unvermeidliche sehen. Nachdem die Fläche seit der Jahrtausendwende von 6 Millionen auf 4 Millionen Quadratkilometer gesunken war, stand 1 Million Quadratkilometer (auch bekannt als „eisfrei“) offensichtlich unmittelbar bevor. Deshalb war sich James Hansen schon 2008 so sicher, dass die Arktis in naher Zukunft eisfrei sein würde.

Auf dem Weg zum Thermageddon™ ist jedoch etwas Lustiges passiert. Hier ist der Rest der Aufzeichnungen über die Eisausdehnung in der Arktis:

Abbildung 3. Jährliche minimale arktische Sommer-Meereisausdehnung, 1979 bis 2023

Die arktische Meereisausdehnung ging 2012 zurück und ist seitdem relativ stabil geblieben. Ich bin sicher, dass dies Jim Hansen die Haare zu Berge stehen ließ. Und es ist ein hervorragendes Beispiel für die Grenzen von Klimamodellen.

Soweit ich weiß, hat kein einziges Klimamodell und kein einziger Klimawissenschaftler vorhergesagt, dass der starke Abwärtstrend der arktischen Eisausdehnung um 2012 herum abflachen und ein Jahrzehnt lang so bleiben würde. Das ist ein Problem mit iterativen Klimamodellen für chaotische Systeme. Es ist auch ein Problem des Menschen. Sowohl Menschen als auch Modelle neigen dazu, zu berechnen, dass sich ein Trend fortsetzen wird. Weder Menschen noch Modelle sind sehr gut darin, Kehrtwendungen oder Richtungswechsel in chaotischen Systemen vorherzusagen.

In welche Richtung wird es also weitergehen? Unbekannt. Eine der Merkwürdigkeiten ist zum Beispiel, dass eine wärmere Welt auch eine feuchtere Welt ist, und eine feuchtere Welt bedeutet mehr Schnee. Schnee auf dem Eis isoliert das Eis und macht es länger haltbar. Das ist ein gutes Beispiel für das, was ich als mein „erstes Klimagesetz“ nenne, das besagt:

In der chaotischen Riesen-Wärmemaschine, die wir Klima nennen, ist alles mit allem anderen verbunden, was wiederum mit allem anderen verbunden ist …

… außer wenn dem nicht so ist.

Das ist wahr. Das Klima besteht aus sechs Hauptsubsystemen: Atmosphäre, Hydrosphäre, Lithosphäre, Biosphäre, Kryosphäre und Elektrosphäre. Jedes dieser Teilsysteme steht in ständigem Austausch von Materie und/oder Energie mit allen anderen Teilsystemen. Jedes Teilsystem enthält relevante Phänomene auf allen Zeitskalen, von Nanosekunden bis zu Millionen von Jahren, und auf allen räumlichen Skalen, von Nanometern bis zum gesamten Planeten.

Darüber hinaus hat jedes dieser Teilsysteme seine eigenen chaotischen internen Resonanzen, Zyklen und Regimewechsel, die wiederum alle anderen Teilsysteme beeinflussen. Das Klima ist ein System von fast unvorstellbarer Komplexität, das wir gerade erst zu verstehen beginnen. Daher ist die Behauptung, dass wir es mit den heutigen Computern modellieren können, … nun ja … ich nenne es mal Hybris höchsten Grades.

Aber ich schweife ab. Ich habe begonnen, eine ihrer zentralen Behauptungen zu überprüfen, nämlich dass die arktische Eisausdehnung eine „lineare Beziehung“ zur Temperatur hat. Also nahm ich die in Abbildung 4 dargestellten Daten zur arktischen Eisausdehnung und verglich sie mit einer Reihe von Temperaturaufzeichnungen. Um die Dinge klar darzustellen, habe ich nur die geglätteten Versionen jedes Datensatzes verwendet und sie alle auf den gleichen Bereich von Maximum bis Minimum eingestellt:

Abbildung 4. Ein Blick auf das, was in der Studie fälschlicherweise als „beobachtete lineare Beziehungen zwischen globaler oder arktischer Temperatur und Meereisbedeckung“ bezeichnet wird. Die Temperaturdatensätze sind invertiert, weil höhere Temperaturen zu weniger arktischem Eis führen sollten.

Es gibt nicht nur keine „lineare Beziehung“ zwischen der Ausdehnung des arktischen Eises und der Temperatur, sondern es gibt überhaupt nur eine sehr geringe Beziehung. Ja, ganz allgemein korrelieren wärmere Temperaturen mit einer geringeren Ausdehnung des arktischen Meereises.
Aber keiner der Temperaturdatensätze zeigt die jüngste Abflachung der arktischen Meereisausdehnung. Am nächsten kommt, wie zu erwarten, die Reynolds-OI-Meereistemperatur nördlich des Polarkreises … aber selbst diese weicht im frühen Teil der Aufzeichnung stark ab und stimmt im jüngsten Teil schlecht überein.

Ich behaupte also, dass die Behauptung „beobachtete lineare Beziehungen zwischen der globalen oder arktischen Temperatur und der Meereisbedeckung“ einfach nicht stimmt.

Um zum Thema der Studie zurückzukehren: Die „Prognosen“ für das Jahr, in dem wir die erste eisfreie Arktis erleben werden, sind ziemlich witzig. Sie sind so breit gefächert, dass, wenn die eisfreien arktischen Bedingungen zu irgendeinem Zeitpunkt zwischen jetzt und 2150 eintreten sollten, das Modell von irgendjemandem dafür verantwortlich gemacht werden könnte. Im Folgenden zeige ich die neun verschiedenen Modelle und Modelldurchschnitte, die in der Studie aufgeführt sind.

Als erstes fällt auf, dass wir entgegen der Behauptung eines bevorstehenden eisfreien Sommers in fünf der neun Modelle bereits über das behauptete früheste eisfreie Datum hinaus sind:

Abbildung 5. Früheste und späteste eisfreie Daten der neun Modelle und Modellgruppen. Horizontale Linien verbinden die Namen der einzelnen Modelle mit den Kästchen, deren linker und rechter Rand die frühesten und spätesten eisfreien Daten nach diesem Modell zeigen.

Der dunkelblaue Bereich um 2035 bis 2045 zeigt, was nach den Modellen der wahrscheinlichste Zeitpunkt ist, an dem wir eine eisfreie Arktis erleben werden. In Anbetracht der bisherigen Genauigkeit der Modelle sollte dies jedoch nicht mit Vorsicht, sondern mit einem Kilo Salz genossen werden …

Schließlich haben die Autoren nur die extremsten Klimaszenarien verwendet. Unter den etablierten Klimawissenschaftlern herrscht derzeit allgemeiner Konsens darüber, dass diese extremen Szenarien (SSP5-8.5, RCP8.5 und A1B) allesamt höchst unwahrscheinlich sind und nicht zur Verwendung empfohlen werden, da sie zu sehr unwahrscheinlichen Projektionen führen. Trotzdem haben sich die Autoren für diese Szenarien entschieden, vermutlich, um die Angst in der Öffentlichkeit zu schüren … was natürlich garantiert, dass diese Autoren auch in Zukunft Finanzmittel erhalten.

Schlussfolgerungen

– Es gibt keine einfache lineare Beziehung zwischen der globalen oder arktischen Temperatur und der arktischen Meereisausdehnung.

– Modelle sind nur eine Verdeutlichung des Verständnisses und der Missverständnisse der Programmierer.

– Sie sollen angeblich „physikalisch fundiert“ sein, aber wenn sie das wirklich wären, gäbe es keine so großen Unterschiede zwischen den Modellen.

– Die Verwendung der extremsten Szenarien ist ein klarer Beweis für die alarmistischen Ansichten der Autoren dieser Studie.

Und ein letzter Gedanke. Die Klimawissenschaft täte gut daran, ein Moratorium für diese endlosen gescheiterten Fortsetzungsromane zu verhängen und stattdessen das Klima der Vergangenheit zu untersuchen. Die Modelle sind in dieser Hinsicht ein Witz. Man bedenke, dass die Modelle Klimaempfindlichkeiten angeben, die zwischen 1,5° C und 6,5° C pro CO₂-Verdoppelung liegen. Trotzdem sind sie alle in der Lage, die historische Temperaturentwicklung vernünftig nachzubilden … und wenn sie, wie die Modellierer behaupten, „physikalisch begründet“ sind, ist das physikalisch nicht möglich. Ich erörtere dies in meinem Beitrag Dr. Kiehl’s Paradox. Das ist ein klarer Beweis dafür, dass sie lediglich darauf abgestimmt sind, die Vergangenheit abzubilden, und daher bei der Vorhersage der Zukunft nicht glaubwürdig sind.

[Hervorhebung im Original]

Link: https://wattsupwiththat.com/2024/03/08/arctic-sea-icecapades/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Seismologische Aktualisierung des prognostizierten rapiden Rückgangs der SST

Joe Bastardi

Der verblüffende Rückgang der Meerestemperaturen (SST), den das in den USA erstellte CFSV2 vorhersagt, ist in den La-Nina-Gebieten nicht so gravierend. Wir wussten schon letztes Jahr, dass dies kommen würde, und haben dies im Rahmen der von mir entwickelten Klimahypothese gesagt. Aber es ist der Rest des Ozeans, der erstaunlich ist. Wenn man der CFSV2 glauben darf, ist der Rückgang von jetzt bis November beispiellos.

Der Rückgang im Indischen Ozean ist verblüffend.

Wie ich schon sagte, gibt es so gut wie keine Möglichkeit zu wissen, was vor sich geht, bis es passiert. Unsere Datenbojen decken nur 1 Quadratmeile [2,6 km²] von 288.008 km² bis zu einer Tiefe von 1800 m ab. Das ist lächerlich, wenn man bedenkt, dass der Ozean durchschnittlich 4200 m tief ist und 99% der Energie des Ozean-Atmosphären-Systems in ihm steckt. Es ist fast so, als ob die Mächtigen nicht wissen wollen, was vor sich geht.

Ich erwähnte, dass ich darüber berichten würde, was Dr. Viterito mir zur Verfügung stellt. Hier ist das Neueste:

Wir beobachten eine Abschwächung der globalen seismischen Aktivität in den mittleren Ozeanen. Hier sind die neuesten Daten aus dem GCMT-Katalog:

Hier sind zwei Dinge zu beachten:

1) Die Endabrechnung für 2023 liegt noch nicht vor. Der GCMT-Katalog hinkt 3 bis 4 Monate hinterher (derzeit ist das Jahr 2023 bis Oktober komplett).

Meine Anmerkung: Das ist es, wovon ich spreche. Wir müssen abwarten, um zu sehen, ob das, was oben zu sehen ist, so weitergeht. Um die Wärme aufrechtzuerhalten, muss sie auf einem hohen Niveau gehalten werden, jede Umkehrung würde zu einer Abkühlung führen. Sobald die Bojen eine Abkühlung feststellen, kann dies in das Modell einfließen. Aber wer weiß schon, was da eigentlich los ist. Dass das Modell einen derartigen Rückgang feststellt, ist schon erstaunlich.

Zurück zu Dr. Viterito. Übrigens scheint es tatsächlich einen signifikanten Rückgang der Gesamtaktivität zu geben, und das könnte ein Vorbote für mittelozeanische Frequenzen sein.

Die Korrelationen zwischen den globalen Temperaturen und unserem seismischen Signal sind viel zu hoch (0,73), als dass dies alles ein Zufall sein könnte. Hier ist die vollständige Analyse bis Ende 2023:

2) Die globalen Temperaturen hinken dem seismischen Signal um 2 Jahre hinterher. (Meine Anmerkung: Dies scheint darauf hinzudeuten, dass eine Reaktion umso schneller erfolgt, je wärmer es ist, was Sinn machen könnte, da es schwierig ist, die Dinge so extrem zu halten… geringere Schwankungen hätten eine längere Verzögerung zur Folge.) Dieses Jahr hat sehr warm begonnen (0,88 Grad Celsius über dem Basiswert), und selbst eine leichte Abkühlung wird die Temperaturen wieder auf die jüngsten Normalwerte bringen.

Meine Anmerkung: Das ist lächerlich, wenn nicht sogar fahrlässig. Es ist absurd zu glauben, wir könnten herausfinden, was im Ozean vor sich geht.

Ebenso wichtig ist, dass die ARGO-Tiefendaten (die Daten aus 6.000 m Tiefe) sehr spärlich sind. Bis 2019 waren etwa 65 ARGO-Tiefenbojen installiert, und zum jetzigen Zeitpunkt sind nur einige hundert in Betrieb. Darüber hinaus wird die gesamte ARGO-Tiefendatenbank von 1250 Bojen abgeleitet sein. Weltweit gesehen ist das eine Tiefseeboje für jede 111.200 Quadratmeilen des Ozeans (oder eine Tiefseeboje für jedes 333 x 333 Meilen große Rasterquadrat)!! Außerdem soll es sich um ein konzentriertes Netz handeln, wobei sich die meisten Einheiten in den tropischen Ozeanen und den westlichen Grenzströmen befinden, nicht in den mittelozeanischen Rücken.

Wie ich meinen Studenten zu sagen pflegte, handelt es sich um die besten verfügbaren dokumentierten Daten [Best Available Documented data oder BAD-Daten].

Als letzte Anekdote erzählte ich meinen Studenten, dass die Wettervorhersage mit dem Malen eines Gemäldes vergleichbar ist, während die Klimaanalyse wie das Zuschauen beim Trocknen der Farbe ist.

Zurück zum Thema:

Das wird auf jeden Fall sehr interessant werden. Aber es ist eine Schande, dass wir all diese Urteile darüber fällen, was all das antreibt, ohne uns die Quelle des größten Teils der Energie anzuschauen. Aber wenn CFSV2 recht hat, kann dies nicht durch vom Menschen verursachte Quellen erklärt werden. Es ist wahrscheinlich, dass die Daten eine Abkühlung zeigen, und wenn wir sehen, dass es tatsächlich einen Rückgang gab, müsste die Hypothese einen gewissen Wert haben.

Link: https://www.cfact.org/2024/03/05/seismic-update-on-rapid-drop-off-of-sst-forecasted/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Das Anthropozän? Nein – oder vielleicht nein

Kip Hansen

[Als ob man keine anderen Probleme hat! A. d. Übers.]

Raymond Zhong, Journalist bei der NY Times, behauptet in einem Artikel, er habe „eine interne Bekanntgabe der Abstimmungsergebnisse“ einer Unterkommission der International Union of Geological Sciences gesehen:

Ein Komitee von etwa zwei Dutzend Wissenschaftlern hat mit großer Mehrheit einen Vorschlag abgelehnt, den Beginn des Anthropozäns, einer neu geschaffenen Epoche der geologischen Zeit, zu erklären, wie aus einer internen Mitteilung der Abstimmungsergebnisse hervorgeht, die der New York Times vorliegt.“ [Zitate in dieser Schriftart stammen aus der NY Times hier].

Zhong berichtet, dass die Abstimmung wie folgt ausgefallen ist:

„12 zu vier, mit zwei Enthaltungen. (Weitere drei Ausschussmitglieder haben weder abgestimmt noch sich formell enthalten.)“

Dies scheint eine ziemlich große Mehrheit zu sein – selbst wenn alle fünf nicht stimmberechtigten Mitglieder für die Erklärung des Anthropozäns gestimmt hätten, hätte sich diese Ansicht nicht durchgesetzt; die Abstimmung hätte 12 Gegenstimmen und 9 Ja-Stimmen ergeben. Formal sind für eine Abstimmung 60 % erforderlich.

Bedeutet dies, dass das Problem nach mehr als anderthalb Jahrzehnten endlich gelöst ist?

Nein, oder zumindest vielleicht.

„Dennoch war es am Dienstagmorgen unklar, ob die Ergebnisse als endgültige Ablehnung gelten oder ob sie noch angefochten oder angefochten werden können. In einer E-Mail an die Times erklärte der Vorsitzende des Ausschusses Jan A. Zalasiewicz, dass es „einige Verfahrensfragen zu berücksichtigen“ gäbe, lehnte es aber ab, diese näher zu erläutern. Dr. Zalasiewicz, ein Geologe an der Universität von Leicester, hat sich für die Anerkennung des Anthropozäns ausgesprochen.“ ….

Um sich für einen eigenen Eintrag auf der geologischen Zeitskala zu qualifizieren, müsste das Anthropozän jedoch auf ganz besondere Weise definiert werden, nämlich so, dass es den Bedürfnissen der Geologen entspricht und nicht unbedingt denen der Anthropologen, Künstler und anderer, die den Begriff bereits verwenden.“

Wann hat diese ganze Anthropozän-Idee angefangen?

„Der Vorschlag des Anthropozäns begann im Jahr 2009, als eine Arbeitsgruppe einberufen wurde, um zu untersuchen, ob die jüngsten planetarischen Veränderungen einen Platz auf der geologischen Zeitachse verdienen. Nach jahrelangen Überlegungen entschied die Gruppe, der Dr. McCarthy, Dr. Ellis und etwa drei Dutzend andere angehörten, dass dies der Fall sei. Die Gruppe kam auch zu dem Schluss, dass der beste Zeitpunkt für den Beginn des neuen Zeitraums um 1950 liegt.

Im vergangenen Herbst reichte die Arbeitsgruppe ihren Vorschlag für das Anthropozän beim ersten von drei Verwaltungsausschüssen der International Union of Geological Sciences ein. … Die Mitglieder des ersten Gremiums, der Subcommission on Quaternary Stratigraphy (Unterkommission für Quartärstratigraphie), gaben ab Anfang Februar ihre Stimmen ab. … Selbst wenn das Votum der Unterkommission aufrechterhalten und der Vorschlag des Anthropozäns abgelehnt wird, könnte die neue Epoche zu einem späteren Zeitpunkt in die Zeitachse aufgenommen werden. Allerdings müsste dann der gesamte Diskussions- und Abstimmungsprozess noch einmal durchlaufen werden.“

Es scheint, dass es zwei weitere Unterausschüsse gibt, die über die Materie abstimmen werden, da dieser Unterausschuss, der Unterausschuss für Quartärstratigraphie, der „erste von drei leitenden Ausschüssen“ zu sein scheint.

Also, vielleicht.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist das Anthropozän eines der folgenden: 1) Tot, 2) Aufgeschoben, oder 3) In der Schwebe.

Lang lebe das Anthropozän.

Kommentar des Autors:

Das Anthropozän ist im besten Fall ein Propagandabegriff, der von der Umweltbewegung erfunden wurde. Er wird immer verwendet, um die negativen Folgen des Aufstiegs des Menschen und seiner Zivilisationen zu verdeutlichen.

Ich bin froh, dass die Geologen, wenn auch aus den falschen Gründen, es bisher abgelehnt haben, diesen grundsätzlich menschenfeindlichen Propagandabegriff in der geologischen Geschichte des Planeten zu verankern.

Es besteht kein Zweifel daran, dass der Mensch zu einer oder der wichtigsten biologischen Kraft auf der Erde geworden ist, indem er seine Umwelt nach seinem Geschmack und seinen eigenen Zielen verändert hat. Der Mensch ist sicherlich erfolgreich gewesen. Darwin hätte vielleicht gesagt, dass dies bedeutet, dass die Menschen „die am besten Angepassten“ sind.

Philosophen würden unterschiedliche Vorstellungen und Meinungen haben .

Link: https://wattsupwiththat.com/2024/03/05/the-anthropocene-not-or-maybe-not/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Kältereport Nr. 10 / 2024

Christian Freuer

Vorbemerkung: Wie schon in der vorigen Saison scheint auch diesmal wieder der Westen der USA besonders von Schnee und Kälte betroffen. Auch Asien ist wieder in den Meldungen, wenngleich mit nachlassender Tendenz. Außerdem spießt Cap Allon auch ein paar „Stilblüten“ der Alarmisten auf, die hier ebenfalls kurz erwähnt werden.

Meldungen vom 4. März 2024:

„Lebensbedrohliche“ Blizzards suchen den Westen heim

Von den Gebirgskämmen bis hinunter in die Täler wurde Kalifornien am Wochenende weiterhin von heftigen Schneestürmen heimgesucht.

Etwa 100 Meilen der Interstate 80 wurden am Freitag gesperrt, als der Monsterschneesturm auf die Sierras niederging, und eine Schneesturmwarnung wurde für einen 300 Meilen langen Abschnitt der Berge herausgegeben.

In den Bergen rund um den Lake Tahoe fielen bis zu drei Meter Schnee, an den Ufern des Sees 90 bis 180 cm und in den Tälern an der Ostfront der Sierra, einschließlich Reno, mehr als 30 cm.

Es wurden zahlreiche Lawinenwarnungen für das Hinterland herausgegeben. Alle Besucher des Yosemite wurden angewiesen, den Park zu verlassen, da sich dort schnell eine Schneedecke bis zu 2 m gebildet hat.

Andrew Schwartz, leitender Wissenschaftler am Central Sierra Snow Lab der UC-Berkeley sagte, es sei auch wahrscheinlich, dass Tahoe seinen „neuzeitlichen“ Rekord für Schneefall an einem Tag gebrochen hat: ≈107 cm im Jahr 1989.

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Karachi, Pakistan: Kältester Märztag seit 43 Jahren

Am Wochenende wurde in der pakistanischen Stadt Karatschi der kälteste Märztag seit 1981 verzeichnet.

Süd- und Zentralasien wurde in letzter Zeit von einer heftigen Kältewelle erfasst, die in vielen Ländern auch starke Niederschläge mit sich brachte.

Mit einem neuen Tiefstwert von 14,5°C setzte Karatschi am Samstag einen neuen Temperaturrekord. Die Tageshöchsttemperaturen stiegen am Sonntag kaum über 20°C, womit der bisherige Rekord von 19°C vom 9. März 1979 in Frage gestellt wurde.

Sardar Sarfaraz, Chefmeteorologe des pakistanischen Wetterdienstes (PMD), sagte, die derzeitige Kältewelle sei selten, da ein solches Wetter normalerweise nicht bis in den März hinein andauere.

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Schneestürme in Tibet

Die von Iran, Pakistan und Nordindien nach Osten vordringende Kältewelle hat Tibet erfasst und vor allem im Westen Schneestürme verursacht.

Die Wetterstation in Zadadiya hat über das Wochenende mehr als 30 cm Schnee gemessen.

Der Februar 2024 war in ganz China kalt (und glich die Wärme in Mittel- und Südeuropa aus – mehr dazu weiter unten). Die Durchschnittstemperatur für den Monat lag bei -2,8°C, das liegt 0,5°C unter der Norm.

Im Februar wurde in Turhong ein bemerkenswerter Tiefstwert von -52,3 °C gemessen – Chinas niedrigste Februartemperatur jemals, und allein in der letzten Woche des Monats wurden mindestens 400 neue Tiefstwerte gemessen.

Der äußerste Süden Chinas ist von der Kälte des Winters weitgehend verschont geblieben und blieb ungewöhnlich mild. Seit Anfang März hat sich das jedoch geändert: Die Thermometer in Südchina haben die niedrigsten März-Werte seit 2010 angezeigt. In Zhongshan sank die Temperatur auf 6,6 °C, in Huizhou auf 6,8 °C und in Dongguan auf 6,9 °C – um nur drei Beispiele zu nennen.

Noch weiter südlich, auf der anderen Seite des Südchinesischen Meeres, fällt jetzt sogar in Taiwan Schnee, wobei in Yushan beeindruckende Mengen gemessen wurden:

Die Wetterstation in Yushan ist am 3. März mit Schnee bedeckt [Zentrale Wetterbehörde].

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Schnee auf Europas Gipfeln

Im Gegensatz zu Asien hat Europa gerade einen überdurchschnittlich milden Februar hinter sich.

Der rekordverdächtige Saisonstart des Kontinents ist schon lange in Vergessenheit geraten, doch nun kehren die Flocken zurück: Von Skandinavien über die Alpen bis hinunter nach Spanien fällt Schnee im März auf die Hänge.

In den Alpen sind in den letzten Tagen meterhohe Schneefälle aufgetreten, und für diese Woche werden weitere erwartet.

Unglaubliche Bilder kommen aus Italien, z. B. aus Macugnaga, einer Berggemeinde (1.327m) in Verbano-Cusio-Ossola.

Italiens Berge werden von Schneefällen heimgesucht, bei denen Straßen blockiert und Menschen gestrandet sind. Lokalen Berichten zufolge handelt es sich um den schwersten Schnee in Italien seit mindestens 20 Jahren.

Auf dem Monte Rosa zum Beispiel fielen die größten Schneemengen, die am Sonntag bei anhaltendem Schneefall weit über einen Meter betrugen.

Die Schneefälle beschränken sich natürlich nicht nur auf Italien.

Mit einem Meter Neuschnee in den französischen Alpen sind die Pisten auch dort in einem hervorragenden Zustand. Unten eine Aufnahme von Sainte Foy, Frankreich, vom Sonntag:

Sainte Foy, Frankreich [PlanetSKI] Kann wegen unklaren copyrights nicht gezeigt werden
Ungeachtet der Unkenrufe des Mainstreams hat die Schneedecke in den französischen Alpen inzwischen eine Höhe von 5 Metern erreicht.

„Die Pisten sind in einem guten Zustand, während wir uns auf den Frühling zubewegen“, berichtet onthesnow.co.uk.

Diesen Eindruck vermittelt jedoch nicht die BBC, die gerade heute Morgen ihre Desinformationskampagne über die Alpen fortsetzte, indem sie selektiv „einige Schweizer Skigebiete“ auswählte und suggerierte, sie stünden für die gesamte europäische Bergkette. Sie schreiben:

In einigen Schweizer Skigebieten ist die Zahl der Schneetage nur noch halb so hoch wie 1970. Imogen Foulkes von @bbcworldservice berichtet über die Auswirkungen dieses Winters und des Klimawandels in den Alpen“ – BBC Weather on X

Tragischerweise – und ohne dass die BBC darüber berichtet hat – wurde am Samstag ein weiterer Lawinentod in der Schweiz gemeldet, dieses Mal auf den Pisten von Saas-Grund.

Der Schnee in den Alpen hat auch wieder Eingang bei wetteronline.de gefunden.

Kommentar von Cap Allon dazu: Abgesehen vom Schnee werde ich den MSM nicht widersprechen, dass es ein milder Winter für Mittel- und Südeuropa war (nicht für Nordeuropa, dort war es historisch gesehen kalt). Ich behaupte jedoch, dass dies für viele Jahre der letzte „milde“ Winter auf dem Kontinent sein wird, da die Auswirkungen von El Niño, Hunga-Tongas Rekord-Wasserdampfzufuhr in der Mesosphäre und dem solaren Maximum gleichzeitig abklingen.

Die etablierten Medien verkaufen jedes Hirngespinst, um ihre narrativen Hintermänner zu beruhigen. Jede Geschichte/Studie, die nachweislich „die Klima-Agenda unterstützt“, wird finanziert, egal wie widersprüchlich (oder dumm) sie ist:

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Es folgt noch jeweils ein kurzer Abschnitt zu einer Stratosphären-Erwärmung und solaren Vorgängen.

Link: https://electroverse.substack.com/p/life-threatening-blizzards-batter?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 5. März 2024:

Lawine blockiert Tunnel in Italien

Die heftigen Schneefälle in Europa im März verstärken sich.

In Italien ist eine Reihe von Orten durch Schneemassen von der Außenwelt abgeschnitten, die teilweise mehr als 3 Meter hoch sind. Die italienische Alpenstadt Rhêmes-Notre-Dame im nordwestlichen Aostatal beispielsweise war am Montag von der Außenwelt abgeschnitten, nachdem eine Lawine die Zufahrtsstraße dorthin blockiert hatte.

Auch in Cogne waren nach starken Schneefällen rund 2000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Im oberen Gressoney-Tal sind 6000 Menschen seit Sonntag von der Außenwelt abgeschnitten, nachdem der Schnee den Eingang eines Tunnels in Gaby blockiert hat.

Weiter südlich hat der Temperatursturz dem Vesuv und dem Gennargentu-Massiv in Sardinien Schneefall beschert.

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Starker Schneefall, Lawinen und Stromausfälle in Nordindien

Starker Schneefall hat im indischen Distrikt Lahaul Spiti zerstörerische Lawinen ausgelöst, Eigentum beschädigt und sogar den Fluss Chanderbhaga blockiert.

Laut der Polizei von Keylong wurde der Fluss Chanderbhaga nach zwei Tagen heftiger Schneefälle in diesem Bezirk „durch einige Eisberge“ blockiert. Die Polizei warnte alle Anwohner an den Flüssen Chanderbhaga und Chenab, sich von denselben fernzuhalten.

Das Indian Meteorological Department (IMD) hat für den nördlichen Bundesstaat Himachal Pradesh die seltene Alarmstufe „Rot“ wegen Lawinenabgängen und starkem bis sehr starkem Schneefall in den Bezirken Chamba, Kinnaur, Lahul und Spiti ausgerufen.

Im gesamten Bundesstaat sind derzeit etwa 500 Straßen gesperrt, berichtet timesofindia.com.

Die Kälte in Nordindien hat sich ebenfalls als allgegenwärtig erwiesen, mit „beeindruckenden“ Messwerten Anfang März in Regionen wie Padum und Zanskar. Das IMD führt keine zuverlässigen Aufzeichnungen für Padum, aber der örtliche Tourengeher Kyang Thang glaubt, dass dies die bisher kälteste Märztemperatur in der Region sein könnte.

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Pakistan gefriert

Auch im benachbarten Pakistan sind die Temperaturen weiter gesunken. Heute, am 5. März, sank die Temperatur im Land auf -12,5°C, was nur 1°C vom nationalen Monatsrekord entfernt ist.

In der Stadt Karachi wurde die niedrigste Märztemperatur seit 43 Jahren gemessen.

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Südpol: dritt-frühester Wert von –60°C jemals

Wie Concordia hat auch die Südpolstation soeben den ersten Tiefstwert des Jahres unter -60°C gemessen.

Am 64. Tag des Jahres (4. März) verzeichnete die Südpolstation einen Tiefstwert von -61°C und ist damit der drittfrüheste Wert von -60°C in den Aufzeichnungen, die bis 1957 zurückreichen.

Auch die Windchill-Werte waren in letzter Zeit außergewöhnlich: Am 4. März wurden um 17:21 Uhr (UTC) -80°C gemessen.

Auf dem antarktischen Plateau herrscht von April bis September so gut wie Winter.

Der frühe Tiefstwert von -60 °C an der Südpolstation folgt auf die -66,3 °C, die am 2. März an der Concordia-Station gemessen wurden – ein Wert, der als der tiefste jemals in der Antarktis gemessene Wert für Anfang März in die Bücher eingegangen ist (gleichauf mit dem Wert am 2. März in Wostok aus dem Jahr 1984).

Davor erreichte Concordia am 29. Februar einen bemerkenswerten Tiefstwert von -64,3 °C, der den alten Februarrekord der Station von -62,9 °C aus dem Jahr 2020 (ebenfalls am 29. Februar) deutlich übertraf. Dies war auch die drittniedrigste Februartemperatur in der Antarktis, die jemals gemessen wurde, hinter den -64,7°C in Vostok im Jahr 2001 und den -64,9°C in der alten AWS-Kuppel C aus dem Jahr 1982.

Die Antarktis kühlt sich ab – die Daten sind eindeutig.

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Es folgt noch ein längerer Beitrag zur Waldbrand-Saison. Dieser wird separat übersetzt.

Link: https://electroverse.substack.com/p/avalanche-blocks-tunnel-in-italy?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 6. März 2024:

Alpen: Mehr Schnee als vorhergesagt

In den europäischen Alpen ist viel mehr Schnee gefallen als ursprünglich vorhergesagt.

In einigen Gebieten sind allein in den letzten vier Tagen 3 Meter Neuschnee gefallen, in großen Gebieten sogar über 1 Meter in nur 24 Stunden – mehr als vorhergesagt.

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Kalifornien: Gesamt-Schneehöhe hat die 3-Meter-Marke überschritten

Ein heftiger Schneesturm, der in den letzten Tagen über die Sierra Nevada hinweggefegt ist, hat an einigen Stellen mehr als 3 Meter Schnee gebracht.

Die extremen Schneefälle führten zur Schließung von Autobahnen, Skigebieten und Geschäften und ließen Tausende von Menschen in der gesamten Bergkette ohne Strom.

Zwischen Donnerstag und Dienstag fielen in vielen Skigebieten mehr als 3 m Schnee, darunter Sugar Bowl, Soda Springs, Kingvale und Palisades Tahoe. Auf den höchsten Gipfeln wurden sogar noch stärkere Niederschläge verzeichnet, wobei sich auf den Gipfeln mehr als 4 Meter angesammelt haben dürften.

In Sugar Bowl musste das dortige Team mehrere Meter tief graben, um an die Eingangstür ihres Büros zu gelangen.

Als sie die Treppe hinaufgingen und eine zweite Tür zum oberen Außenbereich des Büros öffneten, stießen sie auf eine weitere massive Schneewand, die auch dort die Tür blockierte:

Instagramm-Link

Instagram-Link

Und prognostiziert wird Anfang nächster Woche noch mehr Schnee.

Die Schneedecke in Kalifornien hat in diesem Jahr ein unglaubliches Comeback hingelegt: von 28 % des Normalwerts am 1. Januar auf 104 % des Normalwerts am 5. März. Damit ist so gut wie sicher, dass der Staat einen weiteren dürrefreien Sommer erleben wird, den zweiten in Folge.

Alarmgeschrei der Alarmisten nach einer 1200-jährigen Megadürre bleibt ein dogmatisches Hirngespinst.

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Es folgen längere Ausführungen zur Nicht-Krise. Auch diese werden separat übersetzt.

Link: https://electroverse.substack.com/p/more-snow-than-forecast-is-hitting?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 7. März 2024:

Cap Allon beginnt diesen Meldungsblock mit Berichten von Erfrierungen von Zuschauern des viertkältesten Football-Spiels der Kansas City Chiefs am 13. Januar 2024. Man spielte bei Temperaturen um –23°C.

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Rekord-Schneefälle in Jackson Hole, Wyoming

Die jüngsten Schneefälle im Westen betrafen nicht nur Kalifornien. Auch in Nevada, Utah, Colorado und Wyoming wurden beeindruckende Summen gemessen – in einigen Fällen sogar rekordverdächtige Summen.

In Kalifornien übertraf der viertägige Sturm alle viertägigen Stürme seit 1981 und war der viert-schneereichste aller Zeiten.

Der USDA Natural Resources Conservation Service erklärte, die Steigerungsrate in nur vier Tagen zeige, dass die Intensität dieses Schneesturms „zu den stärksten in der Geschichte“ gehöre.

Die Schneedecke im Lake Tahoe Basin stieg auf 101 % des Mittelwerts und im Truckee Basin auf 105 %, wobei noch mehr Schnee unterwegs ist. Andere Schneehöhen in Nevada führen weiterhin die östlichen Sierras mit 133-138 % des Medians an.

Weiter nördlich, in Wyoming, hat ein massiver Schneesturm am vergangenen Wochenende in den Hochlagen des Jackson Hole’s Mountain Resort innerhalb von 24 Stunden 75 cm Schnee abgeladen – die höchste Schneemenge jemals (in den Büchern, die bis 1974 zurückreichen).

[Jackson Hole liegt 1261 m ü. NN)

In der Stadt Jackson fielen innerhalb von 24 Stunden 43 Zentimeter, das ist die zweithöchste Menge, die dort je gemessen wurde.

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Winde aus dem Himalaya liefern Kälte nach Delhi

Eisige Winde aus dem Himalaya haben die Temperaturen in Delhi in diesem März unter dem Normalwert gehalten. Die Tiefsttemperaturen in der Stadt liegen nun schon seit drei Tagen unter 10 Grad Celsius, das ist der erste derartige Fall im März seit 2003.

Das India Meteorological Department (IMD) geht davon aus, dass die Temperaturen noch eine weitere Woche unter dem Normalwert bleiben werden, was bedeutet, dass der Richtwert wahrscheinlich verlängert wird.

Der Tiefstwert am Donnerstagmorgen lag bei 8,8 °C – 5 °C unter dem Durchschnitt.

Extreme Kältewellen nehmen in ganz Indien zu, „trotz der globalen Erwärmung“, wie eine aktuelle Studie des IITM zeigt.

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Schneereicher Winter im Gebiet des Ural

Der Winter 2023-24 war für viele Regionen Russlands ein ungewöhnlich schneereicher, heißt es in den ersten Zeilen eines aktuellen Berichts von gismeteo.ru.

Im Ural war die Schneehöhe eineinhalb Mal höher als normal. Jekaterinburg zum Beispiel hat seit 2010/11 keinen so schneereichen Winter mehr erlebt.

Ein weiteres Merkmal dieser Wintersaison, so heißt es in den Berichten weiter, waren die großen Wetterschwankungen – von strengem Frost bis zu starkem Tauwetter.

Schwankungen zwischen den Extremen waren in letzter Zeit auch das Thema in China, während in der Mongolei der stärkste Dzud seit vielen Monden wütet, der Millionen von Tieren tötet und den meisten Schnee seit 1975 hinterlässt – mindestens.

Link: https://electroverse.substack.com/p/frostbitten-chiefs-fans-need-amputations?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

Meldungen vom 8. März 2024:

Rekord-Schneefall in den Bergen von Utah

Nach einem langsamen Start holt die Schneedecke in Amerika auf, und das nicht zu knapp. Utah ist ein Paradebeispiel dafür.

Die Schneedecke in Park City Mountain erreichte am 23. Februar 2024 eine Höhe von 259 cm – ein neuer Rekord für den Monat und ein Wert, der sogar besser ist als der vom letzten Februar (während des Rekordwinters 2022-23).

Auch im Deer Valley Resort wurde ein neuer Rekord aufgestellt: Dort fielen 320 cm.

Der Februar hat in Deer Valley einen neuen Rekord aufgestellt, mit einer noch nie dagewesenen Schneemenge von 320 cm, was ihn zum schneereichsten Februar aller Zeiten macht. Und wissen Sie was? Für dieses Wochenende ist noch mehr Schnee angesagt! Der März bereitet sich auf einen fantastischen Skifrühling vor. Verpassen Sie es nicht!“ — Deer Valley Resort auf X

Zu Beginn des Monats März hat sich der Winter weiter verschärft. Letztes Wochenende wurden die Skilifte in Park City Mountain und Deer Valley durch Schneestürme und Gewitter geschlossen.

Was die Gesamtzahlen der Saison betrifft:

Das Deer Valley Resort hat bisher 7,95 m gezählt, verglichen mit seinem Durchschnitt von 7,6 m. Park City Mountain steht bei 8,4 m bis heute und wird angesichts der noch verbleibenden anderthalb Monate seinen Saisondurchschnitt von 9 m deutlich übertreffen.

Nach einer Pause an diesem Wochenende wird laut GFS Anfang nächster Woche erneut Schneefall aufkommen.

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Starke Schneefälle auch in Saskatchewan und Manitoba

Auch jenseits der Grenze sind starke Schneefälle aufgetreten.

Nach Angaben von Environment Canada fielen während des jüngsten Sturms in Süd- und Zentralsaskatchewan über 20 cm, in der Umgebung von Saskatoon sogar über 40 cm – in einigen Gebieten rekordverdächtig.

„Die Schneefälle, die wir im Februar, März und sogar bis in den April hinein erhalten, sind aus Sicht der Schnee- und Wasseräquivalenz sehr, sehr wichtig“, sagte Brian Proctor, Meteorologe bei Environment Canada.

Auch in Manitoba hat ein kräftiges Tiefdruckgebiet in dieser Woche die südliche Hälfte der Provinz heimgesucht, die Regionen mit starkem Schnee bedeckt und dabei Schulen und Autobahnen lahmgelegt.

In der Nacht zum Mittwoch fielen in und um Miami [nicht das in Florida!] rund 18 cm Schnee, auf dem Brandon Municipal Airport 16 cm und in Winnipeg, St. James und Argyle 15 cm.

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Die meisten Rekord-Höchsttemperaturen in den USA waren vor 1955 aufgetreten

Wie die Untersuchungen des Meteorologen Chris Martz zeigen, waren die März-Monate der Vergangenheit wärmer als die heutigen.

Martz verwendete für diese Analyse offizielle NOAA-Daten (xmACIS2) und konsultierte „so ziemlich jeden staatlichen Klimatologen, um zu bestätigen, dass diese Daten tatsächlich legitim sind.“

Den Daten zufolge haben 35 Bundesstaaten ihre Allzeit-Höchsttemperaturen im März vor 1955 registriert, 13 Bundesstaaten im Jahr 1907 (die meisten in einem einzigen Jahr und einem einzigen Jahrzehnt) und 8 Bundesstaaten in den 1920er Jahren, davon 7 im Jahr 1929:

Wo ist „global boiling“?

Für diejenigen, die noch weiter recherchieren möchten, stellt Martz in seinem Blog einen Link zu einer PDF-Datei zur Verfügung, die zusätzliche Informationen über die monatlichen Allzeit-Höchststände der einzelnen Bundesstaaten im März enthält. Sie können Martz auch hier auf X folgen: ChrisMartzWX.

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Es folgt ein Abschnitt zu einer wahrscheinlichen Verknappung von Gemüse in UK aufgrund von Kälte und Dürre.

Abschließend zeigt Cap Allon die folgende Graphik der Anzahl von Tweets mit Klima-skeptischem Inhalt:

Die Öffentlichkeit wacht zwar vielleicht auf (wie unten dargestellt), weiß aber nicht, was sie tun soll. Es gibt keine Demokratie. Von den beiden Farben*, die wir wählen dürfen, werden beide von derselben Bestie angeführt.

[*Die Farben sind rot und blau und stehen für die beiden großen Parteien in den USA.]

Revolution ist vielleicht die einzige Lösung. Aber wer hat den Mut dazu? Mir scheint, die Menschen arbeiten entweder 1) rund um die Uhr, um sich über Wasser zu halten, 2) sind völlig gefangen von TikTok-Dopamin-Hits oder 3) sind aufgrund der Einmischungen von Big Pharma zu krank.

Trotzdem ist das interessant:

Wachen die Massen auf?

Link: https://electroverse.substack.com/p/record-snowfall-sweeps-utah-mountains?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Wird fortgesetzt mit Kältereport Nr. 11 / 2024

Redaktionsschluss für diesen Report: 8. März 2024

Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE