Klima-Zyklen in Ozeanen und der Atmosphäre

Einführung des Übersetzers: Hier folgen zwei Meldungen von Cap Allon zu Zyklen unterschiedlicher zeitlicher und räumlicher Größenordnung. Damit soll unterstrichen werden, dass es diese Zyklen sind, die Wetter und Klima steuern – und nicht irgendwelche Spurengase in der Luft.

Abkühlung im Nordatlantik – Erwärmung im Pazifik

Die Ozeane erwärmen sich nicht gleichmäßig.

Die Copernicus-Daten zur Meerestemperatur vom 13. Juni zeigen eine deutliche Zweiteilung der Weltmeere:

Anomalie der Meerestemperatur im Vergleich zur Referenzperiode 1991–2020 (ERA5).

Ob die Copernicus-Daten in diesem Bereich glaubwürdiger sind als bei Temperaturangaben ist unklar, vermutlich eher nicht. Autor Cap Allon glaubt ihnen aber offenbar. A. d. Übers.

Der tropische Pazifik erwärmt sich, während sich der viel diskutierte El Niño aufbaut. Doch große Gebiete des Nordatlantiks kühlen ab, nicht nur der bekannte „Cold Blob“ südlich von Grönland. Die Abkühlung erstreckt sich weit darüber hinaus, über weite Teile des Beckens.

Die öffentlich verbreitete Darstellung des Klimas wird wie ein Regelknopf verkauft. Man fügt CO₂ hinzu, dreht die Hitze auf und sieht zu, wie das System hochkocht. Der echte Ozean verhält sich jedoch nicht so. Er verlagert Wärme. Er speichert sie. Er transportiert sie. Er leitet sie in ein Becken ab, während sich ein anderes abkühlt.

Der Pazifik nimmt Wärme auf. Der Atlantik gibt sie wieder ab.

Die Medien tun sich damit schwer, weil sie keinen Raum für Ausgewogenheit haben. Jeder warme Bereich wird als „Klimawandel“ bezeichnet. Kalte Bereiche im nördlichen und zentralen Nordatlantik werden ignoriert.

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Im Folgenden stellt Cap Allon diese unterschiedlichen Temperaturänderungen in einen größeren Zusammenhang:

Ein Kalt-Zyklus über 3560-Jahre?

Jene Spaltung der Temperaturänderungen der Ozeane ist möglicherweise keine vorübergehende Erscheinung.

In einer Studie aus dem Jahr 2026 argumentiert Robert Cutler, dass sich große Klimaschwankungen in einem 3.560-jährigen Rhythmus wiederholen, der mit der Sonnenaktivität und den Umlaufbahnen der Großen Planeten zusammenhängt – Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun.

Das Verfahren läuft wie folgt: Man nehme eine hochauflösende Eisbohrkernaufzeichnung. Versetze sie um 3.560 Jahre in die Zukunft. Dann prüfe man, ob das alte Muster wieder auftritt. Cutlers Arbeit legt nahe, dass dies der Fall ist.

In den Aufzeichnungen aus Grönland reihen sich die Jüngere Dryas, das 8,2-ka-Ereignis, das 4,7-ka-Ereignis und die Kälteperiode des Mittelalters in einer Weise aneinander, die sich mit der einfachen CO₂-Theorie nicht erklären lässt. Dabei handelte es sich um natürliche Kälteschocks und große, zerstörerische Klimaumschwünge, die noch vor dem Aufkommen der menschlichen Industrie stattfanden.

Die Arbeit weist zudem auf übereinstimmende Rhythmen in solaren Rekonstruktionen hin, darunter die gesamte Sonneneinstrahlung und Aufzeichnungen über Sonnenflecken. Cutler sagt, dass sich das Klimasignal und das Sonnensignal möglicherweise im gleichen langen Takt bewegen.

Die Aufzeichnungen deuten nicht auf eine endlose, geradlinige Erwärmung hin. Sie weisen vielmehr auf Instabilität hin, mit einer Abflachung und einer möglichen künftigen Abkühlung. Cutlers Diagramm (unten) vergleicht moderne Isotopenaufzeichnungen aus Grönland mit den gleichen Aufzeichnungen, die um 3.560 Jahre in die Zukunft verschoben wurden. Das Ergebnis ist keine milde, tropische Zukunft. Es sieht eher nach einem weiteren Kälteintervall aus, möglicherweise ähnlich der Kleinen Eiszeit.

Graphik: Aufzeichnungen über Sauerstoffisotope aus Grönland (NGRIP und GISP2), überlagert mit den gleichen Aufzeichnungen, die um 3.560 Jahre nach vorne verschoben wurden. Die Kleine Eiszeit ist zur Einordnung markiert. Das verschobene Muster deutet auf ein weiteres mögliches Kaltintervall in der Zukunft hin, nicht auf eine gleichmäßige lineare Erwärmung.

Das offizielle Narrativ spricht von einer ewigen Erwärmung. Doch der Nordatlantik kühlt sich ab. Und der Sonnenzyklus 25 schwächelt schon wieder.

Das bedeutet keineswegs, dass ein weiteres Younger-Dryas-Ereignis unmittelbar bevorsteht. Das war ein brutaler, abrupter Klimaschock. Doch schon eine moderate Wiederholung der Bedingungen der Kleinen Eiszeit würde ausreichen, um der modernen Welt schweren Schaden zuzufügen.

Kälte vernichtet Ernten. Kälte erhöht den Energiebedarf und legt anfällige Stromnetze bloß.

Die Öffentlichkeit wurde darauf trainiert, Wärme zu fürchten.

Historisch zeigt sich, dass Kälte der Killer ist.

Link: https://electroverse.substack.com/p/south-pole-below-100f-north-atlantic?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke)

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Das Problem der Klima-Medien? Falsch geraten!

Robert Bradley Jr., MasterResource

„Klimapanikmache und eine erzwungene Energiewende sind mittlerweile ein verlorenes Argument, nachdem sich die Wogen geglättet haben. Übertreibungen haben den gegenteiligen Effekt, und was zählt, sind die Probleme des Hier und Jetzt – nicht verschwenderische Klimamaßnahmen, die, wenn überhaupt, erst in Jahrzehnten Auswirkungen auf das Klima haben werden. So schmerzhaft es auch sein mag: Es ist an der Zeit, dass Amy Westervelt (et al.) ihre Prämissen überprüfen. Der ‚Klima-Industriekomplex‘ ist ein Ungeheuer, genau wie in ihrer Vorstellung die ‚Big Oil‘.“

Amy Westervelt leugnet dies auf DRILLED, einer Website von Klimaalarmisten. Sie nennt vier Hauptgründe für das „Philanthropie-Problem der Klimamedien“ (2. Juni 2026).

„Wir haben bereits zuvor über den massiven Personalabbau in den Klimamedien in diesem Jahr gesprochen“, und weiter:

…selbst inmitten des allgemeinen Niedergangs des Journalismus‘ sticht die Klimaberichterstattung als besonders stark betroffen hervor. Die „Washington Post“ und Reuters haben ihre Klimaredaktionen aufgelöst, CBS tat es ihnen gleich. Auch Vox, die „Los Angeles Times“ und CNN haben in jüngster Vergangenheit Klimareporter entlassen. Letzte Woche reihte sich NPR in diese Liste ein und schaffte seine gesamte Klimaredaktion ab.

Anschließend fragt sie: „Warum ist das Thema Klima so stark ins Visier geraten?“ Sie stellt vier Theorien vor (wortwörtlich wiedergegeben).

• Es liefert keine Zuschauerzahlen – Das hängt wirklich davon ab, wie man die Daten aufschlüsselt und welche Beiträge man betrachtet, aber wenn man Zahlen finden wollte, die Kürzungen rechtfertigen, könnte man das, und wenn man Zahlen finden wollte, die dafür sprechen, Klimabeiträge im Programm zu behalten, könnte man auch diese finden;

• „Niemand interessiert sich für das Klima“ – Das trifft nur zu, wenn man unter „Klima“ ausführliche Artikel über Atmosphärenwissenschaften versteht. Es gibt unzählige Umfragen und Erhebungen, die zeigen, dass den Menschen die Dinge, die Klimaschutzmaßnahmen mit sich bringen würden, sehr am Herzen liegen – vor allem saubere Luft, stabile Energiepreise und eine geringere Abhängigkeit von einem volatilen Rohstoff.

• Das Geschäftsmodell der Medien ist gescheitert – Das ist sicherlich richtig, aber warum wird gerade die Klimaberichterstattung komplett gestrichen, während andere Themenbereiche zwar einige, aber nicht alle Reporter verlieren?

• Angst vor der Trump-Regierung – Sicherlich herrscht das Gefühl, dass schon allein das Aussprechen des Wortes „Klima“ oder negative Äußerungen über Ölkonzerne einen ins Visier von Trump bringen könnten, aber meine Güte, warum sollte man sich überhaupt die Mühe machen, ein journalistisches Medium zu betreiben, wenn man schon beim ersten Anzeichen von Schwierigkeiten aufgibt?

Amy Westervelt fügt daraufhin ihre eigene (fünfte) Theorie hinzu, dass „die Philanthropie die Grundlagen des Klimajournalismus‘ besonders durcheinander gebracht hat“. Sie erklärt:

… Klimastiftungen, die sich in den letzten zehn Jahren entschlossen haben, einen Versuch im Journalismus zu wagen, haben ziemlich viel Schaden angerichtet und es mangelt ihnen bemerkenswert an Selbstbewusstsein in dieser Hinsicht – wahrscheinlich aus dem gleichen Grund, aus dem sie es von Anfang an so gründlich vermasselt haben: Sie haben sich nie die Mühe gemacht, etwas über Journalismus oder Medien zu lernen oder gar Berater hinzuzuziehen, die sich mit solchen Dingen auskennen, um sie zu beraten.

Hm … aber dann wird sie unverständlich:

Stattdessen verfolgten sie den gleichen Ansatz im Journalismus wie ihre Erzfeinde – die großen Ölkonzerne: Sie konzentrierten sich darauf, die Berichterstattung zu kontrollieren und den Einfluss von Journalisten und Journalismus für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen, anstatt ein Ökosystem zu fördern, das nicht nur ihrer eigenen Sache, sondern der Demokratie als Ganzes zugutekommen würde.

Haben Sie das verstanden? Ich nicht.

Wie wäre es damit: Seit Ende der 1980er Jahre werden riesige Summen in die Hand genommen, um den Klimawandel zu einem Thema von höchster Priorität zu machen. Das sind drei, fast schon vier Jahrzehnte. Wir hatten Al Gore, die Vereinten Nationen (IPCC), Greta und finanzkräftige Stiftungen, welche die Alarmglocken läuteten.

Untergangs-Prophezeiungen kamen und gingen. Unterdessen wurden die (größtenteils) von den Verbrauchern konzipierten Energiesysteme von den minderwertigen Technologien Wind, Sonne und Batterien vereinnahmt, was eine neue Reihe wirtschaftlicher und ökologischer Probleme hervorgebracht hat. Die „Big Green“-Bewegung hat bei ihrem Bestreben, fossile Brennstoffe durch schwache, unbeständige und leistungsarme erneuerbare Energien zu ersetzen, die Industrialisierung der Landschaft ignoriert.

Und die Bevölkerung vor Ort (die in der Nähe dieser Projekte lebt) sagt zunehmend: „Jetzt reicht’s.“ Die aktuelle Zahl der verzögerten oder gestrichenen „sauberen“ Energieprojekte liegt laut Robert Bryces Datenbank bei 1.278: 617 im Bereich Windkraft, 508 im Bereich Solarenergie und 153 im Bereich Batterien. Und dieser Trend, der 2015 richtig einsetzte, hat sich von Jahr zu Jahr dramatisch verstärkt.

Das Endergebnis? Der Verlust der Politik zugunsten der Sache. Ein kürzlich erschienener Artikel der „New York Times“ von Lisa Friedman und Brad Plumer über den Rückzug vom Klimalarmismus ist Pflichtlektüre für Amy Westervelt. „Da die Wähler sich Sorgen über steigende Benzinpreise und Inflation machen, argumentieren einige Parteiführer, man solle aufhören, Öl und Gas den Wind aus den Segeln zu nehmen …“

Dies ist eine Abkehr von dem Ansatz der Biden-Regierung, die den Klimawandel als existenzielle Bedrohung betrachtete und versuchte, neue Bohrungen und Pipelines zu verhindern…. Eine aktuelle Umfrage von „The Economist“ und YouGov ergab, dass nur 5 Prozent der Amerikaner den Klimawandel als ihr wichtigstes Wahlkampfthema bezeichnen. Im Gegensatz dazu geben 29 Prozent an, dass Inflation und Preise für sie oberste Priorität haben, und 13 Prozent nennen Arbeitsplätze und die Wirtschaft. Eine Reihe von Strategen hat die Demokraten dazu gedrängt, nicht mehr über Themen zu sprechen, die bereits überzeugte Wähler begeistern, und stattdessen ihre Wählerbasis zu erweitern.

Klimapanikmache und eine erzwungene Energiewende sind mittlerweile ein verlorenes Argument, nachdem sich die Wogen geglättet haben. Übertreibungen haben den gegenteiligen Effekt, und was zählt, sind die Probleme des Hier und Jetzt – nicht verschwenderische Klimamaßnahmen, die über Jahrzehnte hinweg, wenn überhaupt, keinerlei Auswirkungen auf das Klima haben und auch nicht haben werden.

So schmerzhaft es auch sein mag: Es ist an der Zeit, dass Amy Westervelt (et al.) ihre Prämissen überprüfen. Der „Klima-Industriekomplex“ ist ein Ungeheuer, genau wie in ihrer Vorstellung die „Big Oil“-Konzerne. Die Verbraucher zählen. Die Steuerzahler zählen.

Wie lässt sich ein Umdenken in Gang setzen? Es muss im Inneren beginnen. Wie Milton und Rose Friedman einmal sagten:

Der einzige Mensch, der dich wirklich überzeugen kann, bist du selbst. Du musst die Themen in aller Ruhe in deinem Kopf wälzen, die vielen Argumente abwägen, sie reifen lassen und nach langer Zeit deine Präferenzen in Überzeugungen verwandeln. [1]

[1] Milton und Rose Friedman, Free to Choose (1979), S. xii.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/06/19/climate-medias-problem-guess-again/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

Anmerkung des Übersetzers zum letzten Absatz (Friedman): Gut und schön, was sie sagen, aber eine Voraussetzung dafür, die „Themen im Kopf zu wälzen“, ist ja wohl eine vernünftige Vermittlung dieser Themen. Und daran hapert es doch gewaltig!




Führen El Niño-Ereignisse zu einer Klima-Abkühlung?

Andy May

Wir haben zahlreiche Nachrichten über ein bevorstehendes El-Niño-Ereignis gehört, das sich im Laufe des nächsten Jahres zu einem sogenannten „Super“-El-Niño entwickeln könnte. Dies wird unser Wetter für ein oder zwei Jahre beeinflussen, aber welche klimatischen Auswirkungen hat dieses Wetterphänomen, wenn überhaupt? Hier untersuchen wir die Geschichte warmer ENSO-Ereignisse.

Los Niños erwärmen die Erdatmosphäre für einige Jahre, führen sie doch dazu, dass überschüssige Wärmeenergie aus dem tropischen Pazifik abgegeben und diese Wärme dann über die atmosphärische Zirkulation rund um den Planeten verteilt wird, insbesondere in der nördlichen Hemisphäre, wo die meisten von uns leben. Dabei handelt es sich jedoch um warmes Wetter, nicht um Klima. Das Klima wird normalerweise als das durchschnittliche Wetter über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren definiert. Über einen Zeitraum von 30 Jahren betrachtet sind El-Niño-Ereignisse ein kühlendes Phänomen, da fast die gesamte Wärme, die sie an die Atmosphäre abgeben, letztendlich ins All abgestrahlt wird. Nur ein sehr geringer Teil der während eines El-Niño-Ereignisses aus den Ozeanen freigesetzten Wärme kehrt in die Ozeane zurück, weil die von der Atmosphäre nach unten gerichtete Infrarotstrahlung die Meeresoberfläche nicht durchdringen kann (Wong & Minnett, 2018). Nur Sonnenstrahlung kann in die tieferen Schichten des Ozeans vordringen und diesen deutlich erwärmen.

Viele El-Niño-Ereignisse sind sehr starke Wetterphänomene und lassen sich anhand von Proxydaten aus Seesedimenten in Ecuador in die Vergangenheit zurückverfolgen, wie dies von Christopher Moy und seinen Kollegen an der Syracuse University durchgeführt worden war (Moy et al., 2002). Abbildung 1 zeigt Moys El-Niño-Proxy-Datensatz und Rosenthals Temperatur-Proxy-Datensatz aus der Straße von Makassar seit dem Jahr 0 n. Chr. Moys Sedimentdatensatz aus dem Einzugsgebiet der Laguna Pallcacocha eignet sich gut zur Erfassung warmer El-Niño-Ereignisse, weil diese Ereignisse vor der Küste Ecuadors anomale Meerestemperaturen verursachen, die in diesem Gebiet starke und weit verbreitete Konvektion auslösen.

Abbildung 1. Die El-Niño-Daten von Moy in Blau (linke Skala) und Rosenthals Temperaturdaten für den Nordpazifik in Orange (rechte Skala) übereinandergelegt. Datenquellen: (Moy et al., 2002) & (Rosenthal et al., 2013).

Der wichtige Punkt ist, dass während der mittelalterlichen Warmzeit El-Niño-Ereignisse selten waren und erst mit Beginn der Kleinen Eiszeit um 1200 n. Chr. häufiger auftraten, um dann im Verlauf der Kleinen Eiszeit wieder abzunehmen, als es weltweit kälter wurde. Seitdem sind sie mit der Erwärmung der Erde wieder häufiger geworden, wie in Abbildung 2 dargestellt, die eine grafische Darstellung des NOAA-ERSST-Niño-3.4-Index‘ zeigt, bei dem El-Niño-Ereignisse positive und La-Niña-Ereignisse negative Werte annehmen.

El Niño-Ereignisse waren während des holozänen Klima-Optimums äußerst selten und nahmen erst mit Beginn des Neoglazials an Zahl zu, wie aus Abbildung 3 hervorgeht. Die Seltenheit von El Niño während des holozänen Klimamaximums wird durch zahlreiche geologische Proxies aus dem gesamten Pazifikraum bestätigt, wie in Moy et al. (Moy et al., 2002) erläutert wird.

Abbildung 3. Die Temperatur im Vinther-Gebiet in Grönland und Moys ENSO-Proxy für Warmphasen (Anzahl der Ereignisse pro 100 Jahre).

Die Seltenheit von El-Niño-Ereignissen während des holozänen Klimamaximums wurde von Clement et al. (Clement et al., 2000) mit den Umlaufbahnzyklen der Erde in Verbindung gebracht. Eine Erörterung der Auswirkungen von Umlaufbahnzyklen auf das Klima findet sich hier. Während des holozänen Klimaoptimums war die sommerliche Sonneneinstrahlung auf der Nordhalbkugel am höchsten. Es scheint, dass in solchen Phasen El-Niño-Ereignisse unterdrückt werden. Seit Beginn des Neoglazials, etwa 3800 v. Chr., ist die sommerliche Sonneneinstrahlung auf der Nordhalbkugel deutlich zurückgegangen.

Die Abbildungen 1 bis 3 deuten darauf hin, dass ein warmes, stabiles Klima mit sehr wenigen El-Niño-Ereignissen einhergeht, während es zu mehr El-Niño-Ereignissen kommt, wenn sich das Erdklima abzukühlen beginnt, wie zu Beginn des Neoglazials oder in den frühen Abkühlungsjahren der Kleinen Eiszeit. El-Niño-Ereignisse waren sehr häufig, als es sich bis in die tiefste Phase der Kleinen Eiszeit (~1750 oder so) hinein abkühlte, und als es sich dann aus der tiefsten Phase der Kleinen Eiszeit heraus erwärmte, ging die Zahl der El-Niño-Ereignisse zurück. Wir befinden uns derzeit am Ende des modernen Sonnenmaximums oder der modernen Warmzeit und beobachten mehr El-Niño-Ereignisse, was darauf hindeutet, dass sich die Welt abzukühlen beginnt.

Referenzen

Clement, A., Seager, R., & Cane, M. (2000). Suppression of El Niño during the mid-Holocene by changes in Earth’s orbit. Paleooceanography, 15(6), 731-737. https://doi.org/10.1029/1999PA000466

Moy, C., Seltzer, G., & Rodbell, D. (2002). Variability of El Niño/Southern Oscillation activity at millennial timescales during the Holocene epoch. Nature, 420, 162-165. Retrieved from https://doi.org/10.1038/nature01194

Rosenthal, Y., Linsley, B., & Oppo, D. (2013, November 1). Pacific Ocean Heat Content During the Past 10,000 years. Science. Retrieved from http://science.sciencemag.org/content/342/6158/617

Vinther, B., Buchardt, S., Clausen, H., Dahl-Jensen, Johnsen, Fisher, . . . Svensson. (2009, September). Holocene thinning of the Greenland ice sheet. Nature, 461. Retrieved from https://www.nature.com/articles/nature08355

Wong, E. W., & Minnett, P. J. (2018). The Response of the Ocean Thermal Skin Layer to Variations in Incident Infrared Radiation. Journal of Geophysical Research: Oceans, 123(4). https://doi.org/10.1002/2017JC013351

Link: https://andymaypetrophysicist.com/2026/06/17/do-los-ninos-cause-climatic-cooling/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Vier Millionen untergehende Häuser

Charles Rotter

Die zugrunde liegenden Niederschlagsdaten lassen keinen Trend zur Austrocknung erkennen. Die geologischen Verhältnisse in diesem Gebiet sind bereits seit der Zeit vor den Römern stabil. Und die Zahl, die in der Presse genannt worden war, stammte aus dem „Worst-Case-Szenario“.

[Hervorhebung im Original]

„Millionen Häuser in London, Essex und Kent sind mit der sich verschärfenden Klimakrise vom Versinken bedroht“, berichtete der Guardian. AOL griff die Meldung auf. Der Artikel machte die Runde in den üblichen Medien, die alle mit der gleichen Zahl aufwarteten: Mehr als vier Millionen britische Häuser seien bis 2070 vom klimabedingten Versinken bedroht. Die Quelle ist der British Geological Survey, eine seriöse Institution – oder zumindest war sie das einmal –, und genau das macht diesen Artikel lesenswert.

Paul Homewood hat bereits die Vorarbeit zu den Niederschlagstrends geleistet, und ich werde nicht alles wiederholen. Er hat die vom Met Office veröffentlichten Datenreihen zu den Frühjahrsniederschlägen bis ins Jahr 1840 und zu den Sommerniederschlägen in Südostengland bis ins Jahr 1875 zurückverfolgt, und kurz gesagt lässt sich feststellen, dass es keinen Trend gibt. Trockene Frühjahre waren vor einem Jahrhundert häufiger. Der letzte wirklich trockene Sommer im Südosten war 1995. Falls der Süden Englands austrocknet, hat man ihm das noch nicht mitgeteilt. Lesen Sie seinen Artikel, um die Grafiken zu sehen. Es sind genau die Grafiken, die jede Diskussion beenden.

Ich möchte hier die Grundlage erläutern, auf der die Zahl von vier Millionen beruht, denn wenn man sie einmal gesehen hat, kann man sie nicht mehr aus dem Kopf bekommen – und genau diese Grundlage stützt die Hälfte der britischen Klimapolitik.

Die Zahl der BGS stammt aus einem Produkt namens „GeoClimate Shrink-Swell“-Datensatz. Schrumpfen und Quellen ist ein reales Phänomen. Lehmböden nehmen Wasser auf und quellen auf, trocknen dann aus und schrumpfen, wodurch sich der Boden bewegt und auf Lehm gebaute Häuser Risse bekommen. London liegt auf Londoner Lehm, der so stark schrumpft und quillt, wie Lehm es nur kann. Das war schon so, bevor es London überhaupt gab. Das ist der Grund, warum es schon zu Zeiten der Viktorianer und der Edwardianer Bodensenkungen gab und warum das Reihenhaus deiner Urgroßmutter in Camden einen Riss über der Haustür hat. Bodensenkungen werden durch das Gewicht von Gebäuden, durch Wasserentnahme und durch die großen Bäume verschlimmert, welche die Menschen unbedingt neben ihren Häusern pflanzen wollen. Nichts davon ist neu, und nichts davon hat mit dem Klima zu tun.

Um eine alte geologische Tatsache in eine Schlagzeile für das Jahr 2070 zu verwandeln, braucht man eine Prognose. Und um diese Prognose zu erhalten, hat das BGS seine geologischen Karten mit Klimaprognosen kombiniert. Konkret handelte es sich laut der eigenen Mitteilung des BGS um Klimadaten, die aus den UKCP18-Prognosen des Met Office abgeleitet worden waren.

Und da ist es also: UKCP18.

UKCP18 ist die Reihe der Klimaprognosen des Met Office für Großbritannien aus dem Jahr 2018, und ihr viel beachtetes High-End-Szenario basiert auf RCP8.5. Regelmäßige Leser wissen, worauf das hinausläuft, denn wir haben bereits ausführlich darüber berichtet. RCP8.5 ist der Emissionspfad, der von einer Verfünffachung des weltweiten Kohleverbrauchs bis 2100, dem Fehlen einer sinnvollen Klimapolitik und technologischer Stagnation ausgeht – allesamt Faktoren, die weder eintreten noch eingetreten sind. Mit dem neuen ScenarioMIP-Rahmenwerk für CMIP7, das im April dieses Jahres veröffentlicht worden ist, wurden RCP8.5 und sein Nachfolger SSP5-8.5 offiziell aus den Szenarien gestrichen, die in die nächste Bewertung des IPCC einfließen. Die Klimagemeinschaft selbst verwendet es nicht mehr. Wir haben in den letzten Wochen mehrere Artikel zu diesem Thema veröffentlicht.

Hier also der tatsächliche Aufbau des Gedöns‘ um die vier Millionen Haushalte: Das BGS nahm seine geologischen Daten, speiste sie in das UKCP18-Modell des Met Office ein – das auf dem Szenario RCP8.5 basiert, welches der IPCC vor drei Monaten als unplausibel verworfen hatte – und erstellte eine Prognose für das Jahr 2070.

Wäre dies nur eine einzelne übertriebene Pressemitteilung, würde ich mich nicht weiter darum kümmern. Was es jedoch lohnenswert macht, darüber zu schreiben ist, dass dies mittlerweile der typische Stil britischer Klima-Institutionen ist und dass diese Meldung in der gleichen Woche erscheint wie ein verwandtes Beispiel, das es wert ist, daneben gestellt zu werden.

Betrachten wir den Meeresspiegel, den anderen große Motor der britischen Untergangs-Prophezeiungen für die Küsten. Die These vom beschleunigten Meeresspiegelanstieg stützt sich fast ausschließlich auf die Satellitenaltimetrie-Daten, die 1993 begannen und nun etwa dreißig Jahre umfassen; sie wurden über mehrere Satellitenmissionen hinweg zusammengefügt, wobei jeder Übergang eine Kalibrierungsanpassung erforderte. Die Langzeit-Pegel, von denen einige seit weit über einem Jahrhundert in Betrieb sind, erzählen eine andere Geschichte. Der Pegel am Battery Park in New York verzeichnet seit 1856 einen stetigen Anstieg von etwa 2,8 bis 3 Millimetern pro Jahr, ohne dass sich über mehr als 160 Jahre hinweg eine statistisch signifikante Beschleunigung gezeigt hätte. Weil sich die kurzen Satellitenaufzeichnungen und die langen Pegelmessungen in ihrem Charakter unterscheiden, gibt es eine reale und lebhafte Debatte darüber, welcher der beiden Datensätze mehr Gewicht verdient – und es handelt sich dabei keineswegs um eine geklärte Frage, wie die Schlagzeilen vermuten lassen. David Burton dokumentiert seit Jahren auf sealevel.info geduldig, Pegel für Pegel, den Gezeitenpegel-Aspekt dieses Themas.

Die beiden Geschichten ähneln sich. In beiden Fällen zeigt eine lange, langweilige, direkt beobachtete Datenserie einen moderaten, annähernd linearen Trend, der schon so lange anhält, wie wir ihn messen. In beiden Fällen wird eine kürzere, modellbasierte Konstruktion herangezogen, um eine alarmierende Beschleunigung in die Zukunft zu prognostizieren. Und in beiden Fällen ist es die alarmierende Version, welche die Öffentlichkeit erreicht, mit einer politischen Maßnahme verknüpft wird und zu dem wird, was „jeder weiß“.

Was das soll

In der Ankündigung der BGS wird offen dargelegt, wozu der Datensatz dient. Er soll – wie es in der Ankündigung heißt – Kommunalbehörden, Bauträgern, Planern, Hypothekengebern und Versicherern dabei helfen, ihr Risiko im Zusammenhang mit klimabedingten Gefahren einzuschätzen. Mit anderen Worten: Er soll in Planungsvorschriften, Kreditentscheidungen, Versicherungsprämien und Immobilienpreise einfließen. Eine Prognose, die auf einem veralteten Emissionsszenario basiert, wird dazu herangezogen, um zu entscheiden, ob Ihre Bank Ihnen einen Kredit für ein Reihenhaus in Barnet gewährt.

Und genau das sollte diejenigen beunruhigen, denen die Klimapolitik eigentlich egal ist. UKCP18 wurde nicht zurückgezogen. Das Met Office stellt es nach wie vor auf seinen Webseiten zur Verfügung. Das BGS hat nun auf dieser Grundlage ein Produkt zur Bewertung von Immobilienrisiken entwickelt. Das zugrunde liegende Szenario wurde von der Stelle, die es entwickelt hat, als unplausibel eingestuft, und die britische institutionelle Reaktion bestand darin, so weiterzumachen, als wäre nichts geschehen, weil die Prognosen tragende Säulen sind. Sie stützen die politische Architektur der Netto-Null-Ziele, und man kann das unterste Szenario nicht herausnehmen, ohne dass die oberen Ebenen nervös werden.

So hat der British Geological Survey, eine Organisation mit einer wahrhaft herausragenden Geschichte in der Kartierung der tatsächlichen Gesteinsformationen unter dem tatsächlichen Großbritannien, eine Prognose von vier Millionen absinkenden Häusern veröffentlicht, die auf einem Klimaszenario basiert, das die Klimagemeinschaft bereits im April verworfen hat. Die zugrunde liegenden Niederschlagsdaten zeigen keinen Trend zur Trockenheit. Die zugrunde liegende Geologie ist seit der Zeit vor den Römern stabil. Und die Zahl, die die Presse veröffentlichte, stammte aus dem verworfenen Szenario.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Hätte ein Doktorand so etwas eingereicht, hätte der Betreuer es zurückgegeben. Aber es wurde nicht von einem Doktoranden eingereicht. Es wurde vom BGS veröffentlicht, vom Guardian abgedruckt und wird nun irgendwo in Whitehall still und leise in die Argumentation für eine Politik eingebunden, die schon lange vor der Zählung der Häuser beschlossen wurde.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/06/17/four-million-sinking-homes/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Und noch eine Klima-Aktivistin, die sich als Ökonomin tarnt

From Tilak’s Substack

Letzte Woche habe ich über Tessa Khan geschrieben, die von europäischen und amerikanischen Philanthropen finanziert wird und die Gerichte nutzt, um „Net-Zero“-Maßnahmen durchzusetzen, welche die Wähler an der Wahlurne abgelehnt haben. Sie sprach im vergangenen November bei einer Veranstaltung in der Westminster Central Hall, zu der ausschließlich geladene Gäste – Politiker, Journalisten und Persönlichkeiten aus der Politik – Zugang hatten.

Diese Woche richte ich mein Augenmerk auf einen ihrer Kollegen, der bei der gleichen, nur für geladene Gäste zugänglichen Veranstaltung mit über 1.200 Politikern und Führungskräften aus der Wirtschaft im Rahmen des sogenannten „National Emergency Briefing“ (NEB) sprach – angeblich eine von „Experten geleitete“ Informationsveranstaltung zur Bewältigung der „Klima- und Energiekrise“ Großbritanniens.

Die „Informationsveranstaltung“ wurde von einer Reihe von Organisationen unterstützt, die vom National Trust und dem WWF bis hin zur National Education Union und der RSPB (Royal Society for the Protection of Birds) reichten. Von den zehn vorgestellten Rednern, die jeweils als führende Experten auf ihrem Gebiet vorgestellt wurden, wurde der Beitrag zum Thema „Wirtschaft“ Angela Francis anvertraut, einer selbsternannten „Low-Carbon-Ökonomin“ und Direktorin für Policy Solutions beim WWF-UK. Das sorgfältig ausgewählte Publikum nahm ihre Botschaft mit der Ehrerbietung auf, die man einer wissenschaftlichen Informationsveranstaltung entgegenbringen würde.

Dies ist ein Muster, das mittlerweile jedem bekannt sein dürfte, der den Klima-Industrie-Komplex in UK verfolgt. Ein Veranstalter mit aktivistischem Hintergrund versammelt ein wohlwollendes Publikum, präsentiert eine Reihe renommierter Redner und lässt politische Lobbyarbeit wie eine sachliche Expertenaussage klingen. Das Format – Notfallbriefing in Westminster – wird aufgrund seiner Assoziationen mit Dringlichkeit und Autorität gewählt. Was dabei tatsächlich geboten wird, ist jedoch etwas ganz anderes: eine gut einstudierte Reihe grüner Argumente, verpackt in die Sprache der Wirtschaft, präsentiert vor einem Publikum, das keine unbequemen Fragen stellen wird, weil es nicht dazu aufgefordert worden ist.

Die Buchhalterin, der zur Grün-Ökonomin wurde

Welche Qualifikationen hat Francis? Ihre Biografie, wie sie auf der Website der NEB und an anderer Stelle zu finden ist, folgt einem altbewährten Muster. Sie begann ihre Karriere als Buchhalterin in der Energiebranche, bevor sie in den Bereich wechselte, den sie als „Wirtschaftsentwicklung“ bezeichnet, und für die East of England Development Agency sowie das Beratungsunternehmen SQW in den Bereichen Produktivität und „kohlenstoffarmes Wachstum“ tätig war. Sie war als Regionalökonomin und Klimaattaché für das Außen- und Commonwealth-Ministerium in der Karibik tätig. Anschließend wurde sie Chefökonomin bei der Green Alliance, einer führenden Umweltorganisation, bevor sie zum WWF wechselte, wo sie heute die Bereiche Klima-, Handels- und Industriepolitik leitet. Francis – wie ihre Mitstreiter im großen staatlichen Klimazug Mariana Mazzucato und Thomas Piketty – steht in einer bekannten Tradition: der des Ökonomen als Fürsprechers, dessen Arbeit weniger eine Analyse von Abwägungen ist als vielmehr ein Plädoyer für eine vorab festgelegte Schlussfolgerung.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

In Bezug auf Francis’ beruflichen Werdegang sind mehrere Punkte erwähnenswert. Erstens ist die Green Alliance keine Forschungseinrichtung. Es handelt sich um eine Lobbyorganisation, deren ausdrücklicher Auftrag darin besteht, sich für eine grüne Politik einzusetzen. Ihr Titel dort lautete Chefökonomin, doch ihre Aufgabe bestand darin, „die wirtschaftlichen Argumente für eine kohlenstoffarme und kreislauforientierte Wirtschaft“ zu erarbeiten – das heißt, Analysen zu erstellen, die eine bereits getroffene Schlussfolgerung untermauern sollten. Es handelt sich hierbei um eine Art von Arbeit, die oft unter dem Deckmantel der Wirtschaftswissenschaften stattfindet, bei der man jedoch vergeblich nach den Prinzipien der Wirtschaftswissenschaften sucht. Dasselbe gilt für ihre derzeitige Position beim WWF, der – unabhängig davon, was man von seiner Naturschutzarbeit hält – eine Interessenvertretung mit dem klaren Auftrag ist, Netto-Null- und naturpositive Politik voranzutreiben.

Zweitens enthält ihre öffentliche Biografie keinen Hinweis auf eine akademische Ausbildung in Wirtschaftstheorie oder quantitativen Methoden. Im Laufe ihrer 20-jährigen Karriere war sie an der Schnittstelle zwischen Interessenvertretung und Politik tätig, wobei Wirtschaftswissenschaften dabei kaum eine Rolle spielten. Dies bedeutet jedoch nicht, dass ihre Ansichten nicht berücksichtigt werden sollten. Es ist jedoch zu bedenken, wenn sie – und wenn sie sich selbst – als „Wirtschaftsexpertin“ vorgestellt wird, die Parlamentariern und Führungskräften aus der Wirtschaft in der Westminster Central Hall ein „Briefing“ hält.

Die schlechten Argumente unter der Lupe

Betrachten wir anhand des veröffentlichten Protokolls ihrer Rede, was Francis bei der NEB tatsächlich gesagt hat.

Ihre erste wesentliche These lautet, dass die Märkte – in ihren Worten – „kaputt“ seien, weil sie „ein stabiles Klima, saubere Luft, frisches Wasser und Bestäuber als selbstverständlich voraussetzen“ – und dass es zur Behebung dieses Problems erforderlich sei, dass die Regierung „neue Spielregeln festlegt“. Auf den ersten Blick handelt es sich hierbei um eine Variante des klassischen Pigou-Arguments zu negativen Externalitäten: Umweltverschmutzung verursacht Kosten für Dritte, die nicht in den Marktpreisen berücksichtigt werden, und korrigierende Steuern oder Regulierungsmaßnahmen können dieses Problem grundsätzlich beheben. Das Argument ist an sich nicht falsch. Die Mainstream-Ökonomie erkennt seit einem Jahrhundert an, dass Umweltverschmutzung ein Marktversagen darstellt und dass Regierungen legitimerweise eingreifen können, um dieser einen Preis zuzuweisen.

Doch Francis lässt dabei etwas Wichtiges außer Acht. Das übliche Pigou’sche Instrumentarium – gezielte Steuern auf bestimmte Schadstoffe, handelbare Emissionszertifikate, die Korrektur einzelner negativer Externalitäten – ist etwas ganz anderes als die umfassende Neugestaltung der Marktregeln, um eine „Netto-Null“-Wirtschaft vorzuschreiben. Ersteres entspricht der orthodoxen Wirtschaftstheorie; Letzteres ist ein dirigistisches Programm zur industriellen Transformation, dessen Kosten und unbeabsichtigte Folgen, gelinde gesagt, nicht unerheblich sind. Der rhetorische Sprung – von „Märkte weisen Versagen auf“ zu „daher muss der Staat die gesamte Wirtschaft im Einklang mit grünen Zielen neu gestalten“ – ist keine Übung in wirtschaftlicher Analyse. Es handelt sich um ein politisches Programm, das als logische Schlussfolgerung getarnt ist.

Darüber hinaus verdient die Behauptung eine eingehendere Prüfung, wonach CO₂ schlicht und einfach ein „Schadstoff“ der gleichen Kategorie wie Schwefeldioxid, Stickoxide oder Feinstaub ist, als Francis ihr widmet. Wie sowohl der Princeton-Physiker William Happer als auch die CO₂-Coalition ausführlich dokumentiert haben, ist Kohlendioxid nicht toxisch, schädigt das Lungengewebe nicht und ist – wie jeder Pflanzenbiologe bestätigen wird – ein wesentlicher Bestandteil der Photosynthese. Die wirtschaftlichen Argumente für eine Besteuerung oder Begrenzung von CO₂ beruhen auf dessen hypothetischer Auswirkung auf die globale Durchschnittstemperatur über Zeiträume von Jahrzehnten – eine wahrhaft komplexe, höchst unsichere und umstrittene Angelegenheit – und nicht auf einer direkten toxikologischen Schädigung. Es analog zu Blei oder Quecksilber in der Luft zu behandeln, reflektiert eine propagandistische Darstellung, nicht aber eine sorgfältige wirtschaftliche Argumentation.

Zum Thema Kosten: das „bezahlbare“ Net Zero

Francis widmet einen Großteil ihrer Energie der Widerlegung dessen, was sie als „falsches Argument“ bezeichnet, nämlich dass sich Großbritannien die Netto-Null-Ziele nicht leisten könne. Ihre zentrale These lautet, dass die Investitionen, die erforderlich sind, um auf dem vom Climate Change Committee (CCC) festgelegten ausgewogenen Kurs zu bleiben, sich auf etwa 4 Milliarden Pfund pro Jahr belaufen – was rund 0,2 % des BIP entspricht –, und dass diese Kosten moderat sind, größtenteils vom privaten Sektor finanziert werden können und sich ab 2041 „auszahlen“. Sie verweist zudem auf Forschungsergebnisse der Oxford Martin School und der Smith School, wonach eine rasche Energiewende weltweit 12 Billionen US-Dollar einsparen würde, verglichen mit einem Festhalten an fossilen Brennstoffen.

Diese Zahlen bedürfen einer gründlichen Prüfung, sind sie doch weitaus umstrittener als Francis es andeutet. Die eigenen Schätzungen des CCC zu den Kosten der Netto-Null-Wende wurden wiederholt nach oben korrigiert. Analysen von David Turver und anderen, wie beispielsweise Dieter Helms – der oft als Großbritanniens führender Energie-Ökonom bezeichnet wird –, kommen zu dem Schluss, dass die Gesamt-Systemkosten für den Ersatz regulierbarer fossiler Stromerzeugung durch intermittierende erneuerbare Energien, einschließlich der notwendigen Netzausbauten, Reservekapazitäten, Speichermöglichkeiten und des Nachfragemanagements, wesentlich höher sind als die offiziellen Zahlen vermuten lassen. In Deutschland, Europas größter Volkswirtschaft und dem Land, das den ökologischen Wandel im vergangenen Jahrzehnt am aggressivsten vorangetrieben hat, sind die Strompreise für die Industrie auf ein Niveau gestiegen, das große Hersteller dazu veranlasst hat, ihre Produktion ins Ausland zu verlagern oder ihre inländischen Betriebe gänzlich zu schließen.

Die Behauptung von Oxford-Smith, dass „schneller billiger ist“, verdient besondere Skepsis. Es handelt sich hierbei um ein Modellergebnis, und Modelle sind, wie Francis selbst beiläufig einräumt, „Vereinfachungen“. Sie helfen bei der Beantwortung spezifischer Fragen, berücksichtigen jedoch nicht alle Aspekte. Das konkrete Modell, das hinter der Zahl von 12 Billionen Dollar steht – das in Oxford entwickelte FAST-Transition-Modell –, wurde dafür kritisiert, dass es die Systemintegrationskosten eines raschen Ausbaus erneuerbarer Energien außer Acht lässt: die Kosten der Intermittenz, der gestrandeten Vermögenswerte, der Engpässe in der Lieferkette sowie der sozialen Verwerfungen, die mit einem raschen Strukturwandel einhergehen. Die Behauptung, dass eine schnellere Energiewende kostengünstiger sei, ist genau die Art von Ergebnis, die kontraintuitiv klingt – und die daher die Frage aufwerfen sollte: Was hat das Modell außer Acht gelassen?

Der Kontrast zum Mainstream der akademischen Klimaökonomie ist aufschlussreich. Bjorn Lomborg stützt sich auf die Arbeiten des Nobelpreisträgers William Nordhaus und die von Nordhaus entwickelten integrierten Bewertungsmodelle. Er vertritt konsequent die Auffassung, dass die Kosten einer aggressiven kurzfristigen Dekarbonisierung – insbesondere der von den Vereinten Nationen und dem britischen CCC vertretenen 1,5-°C- und 2-°C-Ziele – den Nutzen bei angemessener zeitlicher Diskontierung erheblich übersteigen. Nordhaus’ eigener „optimaler“ Verlauf der CO₂-Steuer impliziert eine Erwärmung von rund 3,5 °C bis zum Ende des Jahrhunderts – weit über den Zielen, die Francis und die NEB als nicht verhandelbare Vorgaben betrachten. Dies ist keine Randmeinung: Nordhaus erhielt den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2018 genau für diese Arbeit. Es geht nicht darum, dass Nordhaus mit Sicherheit Recht und Francis mit Sicherheit Unrecht hat. Der Punkt ist, dass die wissenschaftliche Literatur seriöse, fundierte Arbeiten enthält, die in eine ganz andere Richtung weisen als die, welche Francis selbstbewusst vorlegt – und dass diese Literatur in ihren Ausführungen völlig unberücksichtigt bleibt.

Zu den Themen Inflation und Lebensstandard

Die vielleicht auffälligste Behauptung in Francis’ NEB-Vortrag ist ihre Feststellung, dass die Inflationskrise in UK nach 2022 deutlich gemildert worden wäre, hätte das Land früher eine Dekarbonisierung vorgenommen. Konkret argumentiert sie, dass die Inflation bei einer früheren Dekarbonisierung des Stromsektors um 7 % niedriger gewesen wäre, ohne den Zusammenhang zwischen fossilen Brennstoffen und den Lebensmittelpreisen über Düngemittel um 9 % niedriger und bei einer früheren Einführung von Wärmepumpen um 11 % niedriger.

Das sind außergewöhnliche Zahlen. Wären sie wahr, wären sie das überzeugendste Argument für eine rasche Dekarbonisierung, das man sich vorstellen kann: nicht nur, dass sie angeblich langfristig gut für die Umwelt ist, sondern dass sie gewöhnliche britische Haushalte vor mehreren Jahren des realen Einkommensrückgangs bewahrt hätte. Doch die empirischen Daten deuten in genau die andere Richtung. Großbritannien und Deutschland, die am stärksten in erneuerbare Energien investiert haben, verzeichneten einige der stärksten Energiepreisanstiege in Europa, als die russischen Gaslieferungen eingeschränkt worden waren – nicht, weil sie zu viele fossile Brennstoffe in ihren Systemen hatten, sondern weil sie zu viel regelbare Reservekapazität abgebaut hatten und am Rande weiterhin vom Gaspreis abhängig waren, um ihre Netze auszugleichen. Die hohen Fixkosten erneuerbarer Energiesysteme schützen die Verbraucher nicht vor Preisschocks; sie verändern lediglich die Art des Risikos. Und das Problem der Intermittenz – auf das Francis nicht eingeht – bedeutet, dass mit steigendem Anteil erneuerbarer Energien auch der Bedarf an teuren Netzausgleichsdiensten zunimmt, die letztlich von den Verbrauchern bezahlt werden.

Der NEB: Dringlichkeitsformat, aktivistischer Inhalt

Das NEB selbst verdient eine kurze Erwähnung. Es wurde von den Brüdern Simon und Nick Oldridge gegründet und von ihnen geleitet, die auf der Website der Organisation als „Klimafinanzierer und Kommunikatoren mit betriebswirtschaftlichem Hintergrund“ beschrieben werden. Unterstützt wird es vom WWF – dem Arbeitgeber von Angela Francis – sowie von der RSPB, dem National Trust und einer Vielzahl weiterer Umwelt- und zivilgesellschaftlicher Organisationen. Ihr erklärtes Ziel ist es, „jeden Abgeordneten über die Krise zu informieren“ und die Regierung davon zu überzeugen, eine im Fernsehen zur Hauptsendezeit ausgestrahlte Krisensitzung zum Thema Klima abzuhalten. Im Mai 2026 wurde im Unterhaus ein „Early Day Motion“-Antrag eingebracht, der die Erkenntnisse des NEB bekräftigte.

Dies ist keine Forschungseinrichtung. Es handelt sich um eine Lobbyinitiative, die den Anschein einer Expertenrunde erweckt. Die Berufung auf einen „Notstand“ ist kein wissenschaftliches Urteil, sondern ein rhetorischer Schachzug – einer, der darauf abzielt, jede Debatte im Keim zu ersticken, indem suggeriert wird, dass das Hinterfragen der Analyse gleichbedeutend mit Leichtsinn angesichts einer drohenden Katastrophe sei. Das Format – zehn Experten, die Westminster Central Hall, ein geladener Kreis aus den „Großen und Guten“ – ist darauf ausgelegt, genau den Eindruck zu erwecken, den Francis’ wirtschaftspolitischer Beitrag untermauern soll: dass die Argumente für einen raschen, umfassenden und staatlich gelenkten ökologischen Wandel so überwältigend sind, dass sie lediglich einer Informationsveranstaltung bedürfen, nicht aber einer Debatte.

Es ist stets Aufgabe der Regierung, wie Francis selbst einräumt, zwischen dem allgemeinen öffentlichen Interesse und den Interessen derjenigen zu unterscheiden, die am lautesten Lobbyarbeit betreiben. Das NEB betreibt Lobbyarbeit, und zwar auf äußerst raffinierte Weise. Eine unabhängige Überprüfung seiner wirtschaftlichen Behauptungen – jene Art kritischer Auseinandersetzung, die ein echtes parlamentarisches oder akademisches Forum bieten würde – fehlt in diesem Format auffällig. Dies ist eine bewusste Gestaltungsentscheidung, kein Versehen.

Eine Anmerkung zur epistemischen Bescheidenheit

Was der Wirtschaftsbeitrag der NEB jedoch nicht bietet ist eine ernsthafte Auseinandersetzung mit diesen Zielkonflikten. Francis präsentiert eine Reihe großer Zahlen – 4 Milliarden Pfund pro Jahr, 12 Billionen Dollar Einsparungen, 0,2 % des BIP –, als handele es sich um feststehende Fakten und nicht um Modellierungsergebnisse, die auf unrealistischen Annahmen beruhen. Und nun erfahren wir, dass der IPCC höchstselbst sein Extrem-Szenario (das als „Business as usual“ bezeichnet wird) verworfen hat.

Sie tut die Gegenargumente – dass „Net Zero“ unerschwinglich sei, dass Großbritannien nicht allein handeln könne, dass die Kosten der Energiewende die Lebenshaltungskosten in die Höhe treiben würden – als „schlechte Argumente“ ab und erledigt jedes einzelne mit wenigen Sätzen, ohne sich mit der umfangreichen wissenschaftlichen Literatur auseinanderzusetzen, die diese stützt. Das Publikum in der Westminster Central Hall war nicht in der Lage, dem entgegenzutreten. Das Parlament, die Medien und die Öffentlichkeit sollten es jedoch sein. In UK mangelt es nicht an echter wirtschaftlicher Fachkompetenz. Es ist höchste Zeit darauf zu bestehen, dass diese endlich zum Tragen kommt.

A version of this article was published in the Daily Sceptic https://dailysceptic.org/2026/06/19/yet-another-climate-activist-masquerading-as-an-economist/

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/06/20/yet-another-climate-activist-masquerading-as-an-economist/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE