Matt Ridley glaubt, dass das Klima-Geplapper fast am Ende ist

Peter Baeten, Clintel

In seinem jüngsten ICSF/Clintel-Vortrag argumentierte Matt Ridley, dass die öffentliche und politische Dynamik hinter dem Narrativ der „Klimakrise“ nachlässt, und er untersuchte die Gründe für diesen Wandel sowie dessen Auswirkungen.

In einem Leitartikel im Magazin „The Spectator“ erklärte der britische Wissenschaftsautor, Journalist und Geschäftsmann Matt Ridley kürzlich: „Endlich, Gott sei Dank, ebt der Hype um die globale Erwärmung ab. Um Monty Python zu paraphrasieren: Der Klimapapagei mag zwar noch immer an seiner Stange auf dem COP-Gipfel in Belém, Brasilien – oder in Harvard und auf CNN [und in D; A. d. Übers.]– festgenagelt sein, aber anderswo ist er tot.“ Er sagte auch, dass Bill Gates’ Entschuldigung, in der er einräumte, dass die globale Erwärmung „nicht zum Untergang der Menschheit führen wird“, nachdem er das Büro für Politik und Interessenvertretung seiner klimapolitischen Wohltätigkeitsgruppe geschlossen hatte, ein weiterer Nagel im Sarg der Klimapanik sei. Der Rückgang des Klimaalarmismus‘ war das zentrale Thema in Ridleys ICSF/Clintel-Vortrag: „The Great Climate Climbdown“ (1. April).

Nachlassen

In seinem Vortrag erläuterte Ridley, warum seiner Ansicht nach der „Klima-Alarm“ nachlässt. Ein wesentlicher Faktor ist das schwindende Vertrauen der Öffentlichkeit in wissenschaftliche und institutionelle Autoritäten, insbesondere nach der COVID-19-Pandemie. Laut Ridley „hat die COVID-Pandemie dazu geführt, dass die Menschen der Wissenschaft und den Experten misstrauen“, und diese Skepsis habe sich auf die Klimadebatten ausgeweitet. Er argumentierte zudem, dass übertriebene Vorhersagen und viel beachtete Fehler die Glaubwürdigkeit untergraben hätten.

Als entscheidenden Faktor nannte Ridley jedoch die wirtschaftlichen Realitäten. Er betonte, dass die versprochene Erschwinglichkeit der Dekarbonisierung nicht eingetreten sei: „Sie erweist sich als kostspielig, unbequem und regressiv.“ Seiner Ansicht nach belasten steigende Energiepreise einkommensschwache Haushalte unverhältnismäßig stark, was Klimapolitik politisch und gesellschaftlich umstritten macht. Dieser wirtschaftliche Druck hat die Aufmerksamkeit auf Energiesicherheit und Erschwinglichkeit gelenkt, insbesondere in Regionen wie den Vereinigten Staaten und Teilen Asiens.

Ein zentrales Thema in Ridleys Argumentation ist das Versagen erneuerbarer Energien – insbesondere Wind- und Solarenergie –, zuverlässige und skalierbare Lösungen zu liefern. Er beschrieb diese Quellen als von Natur aus unbeständig und argumentierte, dass „der Übergang zu ihnen einfach nicht zustande kommt“. Ohne erneuerbare Energien gänzlich abzulehnen, stellte er die Frage, warum die Sorge um den Klimawandel oft mit einer starken Unterstützung für genau diese Technologien gleichgesetzt wird.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Schiefer-Revolution

Im Gegensatz dazu hob Ridley die tiefgreifenden Auswirkungen der Schieferrevolution hervor, insbesondere in den Vereinigten Staaten. Fortschritte bei der Förderung von Öl und Gas aus Schieferformationen haben das Angebot drastisch erhöht und die Bedenken hinsichtlich einer Ressourcenverknappung gemindert. Er argumentierte, dass diese Entwicklung die globalen Energiemärkte neu gestaltet und frühere Annahmen über die Unvermeidbarkeit eines raschen Ausstiegs aus fossilen Brennstoffen untergraben habe.

Technologische Trends, insbesondere der Aufstieg der künstlichen Intelligenz, verstärken die Nachfrage nach zuverlässiger Energie zusätzlich. Ridley merkte an, dass Rechenzentren und KI-Infrastruktur eine kontinuierliche, verlässliche Stromversorgung benötigen, was derzeit fossile Brennstoffe und Kernenergie gegenüber intermittierenden erneuerbaren Energien begünstigt. Dies hat dazu geführt, dass Teile des Technologiesektors eine pragmatischere Haltung in der Energiepolitik einnehmen.

Die Wissenschaft

In wissenschaftlicher Hinsicht räumte Ridley ein, dass die globalen Temperaturen steigen, stellte jedoch das Ausmaß der prognostizierten Auswirkungen in Frage. Er erklärte: „Ich gehöre zu denen, die glauben, dass es wärmer wird … aber ich glaube nicht, dass es schlimmer wird.“ Er argumentierte, dass viele der vorhergesagten negativen Folgen – wie beispielsweise die Zunahme extremer Wetterereignisse – nicht in dem erwarteten Ausmaß eingetreten seien. Seiner Ansicht nach „leben wir in dieser Zukunft und sie ist gar nicht so schlimm“, wobei er feststellte, dass die gelebte Erfahrung nicht mit früheren düsteren Prognosen übereinstimme.

Ridley kritisierte zudem Klimamodelle. „Die Modelle laufen immer noch zu heiß“, was bedeutet, dass sie die Erwärmung im Vergleich zu den beobachteten Daten überschätzen. Er führte dies auf zu hohe Annahmen bezüglich der Klimasensitivität zurück. Darüber hinaus hob er die historische Klimavariabilität hervor und argumentierte, dass die aktuellen Temperaturen nicht beispiellos seien, wenn man sie über längere Zeiträume wie das Holozän betrachtet (siehe auch hier).

Der vielleicht wichtigste Punkt in Ridleys Vortrag ist der positive Einfluss von Kohlendioxid auf das Pflanzenwachstum. Er verwies auf Belege für eine weltweite „Begrünung“ und erklärte, dass der Anstieg des CO₂-Gehalts zu einer messbaren Ausbreitung der Vegetation weltweit beigetragen habe. Dieser Effekt hat erhebliche Vorteile für die Landwirtschaft und die Ökosysteme und wurde in politischen Diskussionen unterschätzt.

Auch die ökonomische Analyse spielt in Ridleys Kritik eine zentrale Rolle. Er stellte die Rechtfertigung für groß angelegte Ausgaben zur Dekarbonisierung in Frage, indem er Kosten und Nutzen verglich. Unter Bezugnahme auf Schätzungen der gesellschaftlichen Kosten von Kohlenstoff argumentierte er, dass Klimaschutzmaßnahmen unverhältnismäßig teuer sein könnten: „Es macht einfach keinen Sinn, ein Vermögen für etwas zu bezahlen, das nur einen Cent einspart.“

Ridley veranschaulichte diesen Punkt anhand langfristiger Wirtschaftsszenarien und argumentierte, dass künftige Generationen trotz einer erheblichen Erwärmung aufgrund des anhaltenden Wirtschaftswachstums wahrscheinlich viel wohlhabender sein werden. Er stellte in Frage, ob relativ geringe Einbußen beim prognostizierten Wohlstand – verursacht durch Klimafolgen – eine existenzielle Bedrohung darstellen.

Politische Dynamik

In dem Vortrag ging es auch um politische Dynamik. Ridley kritisierte den seiner Meinung nach früher bestehenden Konsens unter den großen politischen Parteien zugunsten einer strengen Klimapolitik und argumentierte, dass dies eine offene Debatte eingeschränkt habe. Er wies darauf hin, dass dieser Konsens allmählich zu bröckeln beginne, insbesondere da die wirtschaftlichen Kosten immer deutlicher zutage träten.

Wirtschaftliche Realitäten, technologische Entwicklungen und sich wandelnde Einstellungen in der Öffentlichkeit schwächen die Dominanz der Narrative vom Klimanotstand. Ridley warnte jedoch vor extremen Positionen. Er riet Kritikern der Mainstream-Klimapolitik davon ab, den Klimawandel gänzlich abzulehnen, und wies darauf hin, dass eine solche Rhetorik die Glaubwürdigkeit untergraben könne*. Stattdessen forderte er eine stärkere Beteiligung an technischen und politischen Diskussionen und betonte die Bedeutung einer detaillierten, evidenzbasierten Argumentation. „Diejenigen, die den vorherrschenden Ansätzen skeptisch gegenüberstehen, müssen sich intensiver und konsequenter in die Debatte einbringen, wenn sie hoffen, deren zukünftige Richtung zu beeinflussen.“

[*Das ist unverständlich: meines Wissens lehnt niemand den Klimawandel gänzlich ab! A. d. Übers.]

Hier der Vortrag von Matt Ridley:

Es folgt hier das vollständige Transskript des Vortrags. Auf die Übersetzung desselben wird hier verzichtet, zumal man sich Untertitel einblenden lassen kann. Und das Wesentliche seines Vortrags hat Autor Peter Baeten oben ja schon hervorgehoben. – A. d. Übers.]

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/04/10/matt-ridley-thinks-the-climate-parrot-is-almost-dead/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

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Here is an AI formatted transcript:

I’m going to try and give you my perspective on which arguments have made the difference in terms of changing people’s minds on climate, and therefore what kinds of evidence and arguments we should be pushing in order to try to win this battle.

The genesis for this was an article I wrote in The Spectator saying that I really do think the climate emergency talk has peaked and we are seeing a significant change. If you live in the British Isles, that’s not immediately apparent. It’s still a huge issue in Britain and Ireland and most of Europe. But if you spend any time in America now, or even in Asia, you are seeing a very different debate where the affordability of energy is much more important than decarbonization, where the demands of AI have trumped the requirement to cut carbon dioxide emissions. I think Britain and Ireland are getting left behind here. We need to get with the conversation that’s happening elsewhere.

The images are covering the end of that graph, so you can’t see it, but there has been a decline in newspaper coverage. There are all sorts of straws in the wind, like Bill Gates closing down the advocacy office. The banking alliance for climate change has closed down. A lot of companies are tiptoeing away from this issue. It therefore is a moment when it might turn — it might die out. More likely it will go quiet for a while and then more air will be pumped into the balloon at some point in some form or other. There is such a gigantic vested interest these days in climate alarm that one can never write it off completely.

Here are ten reasons I think why it’s fading. I’ll run through them in more detail, but I’ll just quickly list them here. I think it’s important not to underestimate the degree to which the COVID pandemic has left people mistrustful of science and of experts. That has significantly damaged trust in science, and it is infecting the climate debate. Overclaiming and some degree of fraud have been a problem in the climate science arena for even longer, but I think you are getting traction now because of COVID.

Most important, of course, is that we were told that the decarbonization of the world’s energy system would pay for itself — that it would be profitable. That is clearly not the case. It is proving costly, inconvenient, and regressive in that poor people are paying more than rich people for this transition. I think that is why a lot of ordinary people are beginning to see through the alarm. The transition to wind and solar — which I call “unreliables,” because there are lots of renewable energies but the distinguishing feature of wind and solar is that you can’t rely on them — is simply failing to materialize. I don’t fully understand why, if you’re worried about what’s happening to climate change, you are automatically and passionately in favor of wind and solar power. It just doesn’t necessarily follow, in my view.

I think it’s important not to underestimate how much the shale revolution has changed everything. Until fifteen years ago, it was still easily possible to talk about oil and gas running out and therefore getting more expensive, which would necessitate a switch from hydrocarbons. That changed with the discovery of how to get gas and oil out of shale, and the effect on America’s position as a gas and oil producer and as an energy consumer is extraordinary. Many people outside America just don’t realize this, because we are so indoctrinated with the idea that the big energy transition of our time is windmills and solar panels that we don’t notice that the big energy transition of our time is actually shale.

The fact that the AI industry needs reliable, affordable power has led much of the tech sector to become much more realistic and pragmatic about energy. Getting it from shale gas power stations is now the top priority for most of the companies rushing into AI and data centers.

On the science: I’m somebody who thinks it is getting warmer. Springs are getting nicer, winters are getting milder, summers not much different. But I don’t think it’s getting worse. I think that is what most people are now beginning to realize after fifty years of being told that the future is going to be horrible. We’re living in that future and it isn’t too bad. One of the reasons for that is that the models are still running too hot, and have been consistently, because they are assuming higher climate sensitivity than the science now supports. There is now so much evidence that the recent past — by which I mean the current interglacial, the Holocene period starting about 9,000 years ago — has been much warmer in its first half than it is today. That evidence is getting harder and harder to hide, deny, or ignore. We are therefore a long way from living in unprecedented temperatures. The fact that we are at unprecedented temperatures compared with the 19th century is not really the relevant comparison for me.

One of the big stories is that the effect of carbon dioxide on green vegetation is much greater than scientists expected or predicted. They did not think it was a limiting factor in most ecosystems, and yet it is turning out to be an enormous effect — much more measurable, actually, than the effect of carbon dioxide on warming. If carbon dioxide is a problem, we ought to be able to measure its cost and then determine how much this generation should pay for a cost that’s going to fall on a future generation — how much we discount the future. That calculation, if done honestly, is more and more playing against alarm.

On the first point about overclaiming and fraud damaging trust in science: the record of predictions about what’s going to happen with the climate, and the chickens that are coming home to roost on this, are more and more helpful to the argument. Al Gore is now known more for predicting that the Arctic would be ice-free within five years — said in 2009 — than for some of the other things he said, and it has damaged the reputation of people like him. I enjoyed this quote from Ted Turner: that within thirty to forty years no crops will grow, most people will have died, and the rest of us will be cannibals. It’s quite extraordinary what people have been getting away with saying in order to get noticed in this debate. The UN Secretary-General standing up to his knees on a beach in Tuvalu makes great cover for Time magazine, but I think this kind of thing no longer cuts through to people, partly because people now realize that islands like Tuvalu are not sinking — they are actually gaining land area because of wave action. I’ve included Andrew Montford’s Hockey Stick Delusion here because I do think the hockey stick story is one of significant scientific malpractice, and that ought to be better known.

This picture sums up a lot of what went wrong in recent years, and I don’t think you’re going to see this kind of uni-party consensus again. Here is the environment shadow secretaries of the British government — the Tory party, the Liberal Democrat party, and the Labour Party — all standing up and giving a round of applause to Greta Thunberg. Greta Thunberg was saying — fortunately I can’t quite read what she’s saying because it’s hidden — that we are setting off an irreversible trend that will end civilization by 2030. That is what she actually said in Parliament at Westminster that day. And Michael Gove, the Tory, said: “Your voice, still calm, is the voice of our conscience. We feel great admiration.” And Ed Miliband said: “You’ve woken us up.” This kind of political consensus has been a huge problem — the fact that no party has been prepared to rock the boat. That is changing even in Britain. We now have the Reform Party and the Conservative Party both being much more skeptical on climate and energy issues.

The degree to which electricity and gas prices have exceeded those in America — now in Europe and in the UK in particular, and in Ireland — is more and more striking. Paying four times as much for your energy, whether it’s gas or electricity, is not compatible with remaining competitive. We are seeing Britain losing its fertilizer, chemical, pharmaceutical, motor, and steel industries, among many others, at a terrifying rate. Not only that, we are cutting ourselves off from being able to participate in a significant way in the AI industry, and some of the other industries of the future — robotics and so on. It really will hurt ordinary people to have been so far ahead of everyone else in trying to decarbonize our economy.

The electric car revolution has been forced on consumers and is relatively unpopular for a number of reasons: reliability, cost, charging times. If you do the analysis on a Chinese electric grid, it’s hard to see how electric cars save any emissions at all, because it’s basically a coal car when you’re running an electric car in China. Less so in Europe, where most of the electricity comes from gas, but even there it takes many tens of thousands of miles before you’ve really saved any significant quantity of emissions — and at that point the battery is probably nearly dead anyway, so you’re about to replace it. To replace a functioning and quite successful industry — the UK motor industry — with one that is really struggling is a bad thing in itself, and to do so at significant cost and inconvenience to the consumer is really an own goal. I’d say the same kind of thing about heat pumps replacing gas-fired boilers. Fine for a new build house; much harder if you’re adapting an existing house and have to change the insulation and everything. Even if it works for the same price, you’re removing a system before the end of its useful life and replacing it with one that’s no better. Therefore there is no growth in economic terms. You are effectively stranding assets in doing that. And refusing to build a third runway, trying to limit how much people fly, and telling people they shouldn’t eat meat is not only counterproductive in political terms — it is backfiring quite significantly, even in Europe, and much more so in Asia and America.

The big issue as far as the electricity system is concerned is, of course, the dash for renewables — for unreliables in particular, solar and wind — where it’s not just the unreliability and intermittency, but the extreme cost of a system based on them. Britain has the capacity to produce 21% more electricity now than fifteen years ago, but it consumes 24% less electricity than fifteen years ago. Doing less with more is the very definition of degrowth, or impoverishment. That is a real problem we are creating for ourselves in this country.

You can’t see the end of this chart, but global direct primary energy consumption is still vastly dominated by hydrocarbons around the world. That has not changed. All three fossil fuels are still breaking records. If you zoom into the top corner of that graph, you can just about see the contribution that solar and wind are making to the world economy — it is infinitesimal. It’s around 6% if you add them both together. And yet coverage of the energy industry is dominated by these two rather medieval technologies.

Speaking of medieval: this is a book about the crop yields of the manors belonging to the Bishop of Winchester in the 1300s. You may wonder why I’ve brought it up, but if you zoom in, you’ll see that most of these manors were producing between one and four grains of wheat per grain sown in the ground — an energy return on energy invested of between one and four. You have to keep one grain back to sow the next year’s crop, so in a year when you only produce one grain, you have almost nothing to feed people with. That is the motor for most of the work done in society by people. In terms of oats, the same applies for horses. On my farm in Northumberland today, I would expect to get about one hundred grains of wheat for each grain sown in the ground.

This energy return on energy invested calculation is absolutely critical, and it is one that the unreliable energy industry is really struggling with. If you buffer it by reliability — by the fact that you have to back up wind and solar — it’s hard to see how these reach the economic threshold. If you’re producing four units for every unit of energy that goes in, you are effectively recreating the medieval economy. The problem with the medieval economy was that it could only make bishops rich and nobody else could get rich at all. When you get down to a ratio of three or four for energy return on energy invested, a significant proportion of your industry has to be spent making energy, and you don’t have much left over to do other things with. That is the measure that really needs to be hammered home. On solar specifically, it is worth pointing out that according to the World Bank, Britain is the second worst country in the world to build solar because of its cloud cover and the cost of land. The only worse country, I’m sorry to say, is Ireland.

The point of this graph — which unfortunately can’t be seen clearly — is to show that America was a static or declining producer of gas until the early 2000s. It is now by far the biggest gas producer in the world, equal to Russia and Qatar combined. That’s an extraordinary transformation. The same is true for oil. It was conventional wisdom, it was groupthink, that America was a played-out, declining oil basin that would decline steadily from the 1970s onwards. Then along came the shale pioneers and turned that around. America now produces more oil than Saudi Arabia and Iraq combined. No one now talks about peak oil, about oil and gas running out, or about expensive oil as a result. Yes, geopolitics can affect oil and gas prices, but usually only temporarily.

The AI revolution is largely fueled by gas and coal, with some nuclear — solar and wind are not the go-to sources for this power, as I mentioned. What about the climate itself? Well, it is getting warmer. These are Ole Humlum’s analyses of five different ways of measuring global average temperature, going up at a rate of — well, going up pretty slowly — heading for about a degree of warming after about fifty years.

But do we believe the numbers? I think we need to keep talking about the adjustments that are made to temperature records. Here is a graph that Humlum produces in which he points out that the GISS estimate of what the temperature was in January 2000 has been adjusted upwards, particularly in September 2013. Maybe that’s fair enough — maybe they had a reason for doing that. But in the same month they adjusted the temperature for January 1910 significantly downwards. How can they possibly have had a good reason for doing that? I think one is quite right to be suspicious of this. Cooling the past in order to increase the apparent rate of warming is just too tempting for the people who are in charge of these statistics. I haven’t touched on the urban heat island effect and the unreliable thermometer stations, but there are plenty of those issues too.

The real point, as far as the man in the street is concerned, is this: is the weather getting worse? Yes, it’s getting warmer, but is it getting worse? And no, it’s not. Global tropical cyclones are not getting more frequent or more lethal. Drought is showing no trend upwards or downwards really. As Roger Pielke has summarized, for most significant weather effects — except heat waves and perhaps heavy precipitation — there is no detection or attribution, as stated by the Intergovernmental Panel on Climate Change reports in their latest AR6 assessment.

And of course, the point that Björn Lomborg has made, among others: cold kills far more people than heat. If we have higher temperatures, we will have slightly more people killed by heat, but a lot fewer people killed by cold. So we are genuinely saving lives through global warming. Generally, deaths from climate-related events are down significantly, whereas deaths from earthquakes, tsunamis, and volcanoes are not. That’s a remarkable statistic — it’s not because weather is getting safer, but because we’re getting better at forecasting, predicting, and sheltering people from bad weather.

People get very worked up about sea ice decline, but it’s slow. The Arctic hasn’t broken a sea ice low record since 2012. Antarctica has seen a recent slight downward trend, but there is no evidence that we are anything like approaching an ice-free period in the Arctic summer, which was quite routine eight or nine thousand years ago. Sea level rise is significant, but there is no sign of acceleration. The linear trend since 2010 is higher than the linear trend since 2005, but the linear trend since 2015 is lower again. So it’s going up and down, but it’s around a foot and a half per century, which is easily something we can cope with.

I won’t go into the details, but I think Nick Lewis in particular, and Judith Curry, have done a very good job of showing in the peer-reviewed literature that the estimates of climate sensitivity going into the models have broadly been too high and need to come steadily downwards. That would explain why the models have been running too hot compared with the observed global temperature.

I think the Holocene Thermal Maximum is a very important point that we need to keep stressing. The temperature of Greenland and the Mackenzie Strait — two different data sets — was significantly higher around 6,000 BC, some eight thousand years ago, than it is today. This data is coming in now from many different types of paleoclimate temperature records, showing that the Holocene Climate Optimum was a warmer period. I was looking, for example, at evidence that in the Indian Ocean, sea levels were considerably higher than they are today. It used to be the consensus that they had been going up steadily since the ice age — rapidly at first, then steadily. Now it is reckoned that they may have been up to two meters higher during the period when the first pharaohs were already appearing in Egypt — so not that long ago. The Holocene Optimum was also a period of considerable wetness in the Sahara, with lakes and hippos in the Saharan region. This was a period within early human history when we were experiencing much warmer and damper temperatures.

But I think global greening is the big one. We have considerable evidence from a number of different directions that there is 15% more green vegetation on the planet after thirty years, because of carbon dioxide fertilization. This is in all ecosystems — particularly arid ones, but in tropical and arctic ones as well, and in marine as well as terrestrial ecosystems. That is a really significant effect. If you add the effect it’s had on agricultural yields alone, it comes to trillions of dollars of benefit for mankind. Then add in the benefit for grasshoppers, gazelles, and all the other creatures that eat green vegetation.

I published an article about this in 2013 when I first got wind that the satellite data had been analyzed and was showing this global greening. Before then, there were other measures for picking it up, but it hadn’t been analyzed from satellite data. This annoyed the professor whose work I was reporting very much indeed — so much so that when he published his work, the press release from Boston University named me personally, along with Rupert Murdoch, as being the kind of person who mustn’t be allowed to misinterpret the result. I call that a win, actually, if I’m getting name-checked in the press release.

On the social cost of carbon: Britain doesn’t use the social cost of carbon because they can’t make it add up. They simply can’t get an estimate high enough to justify the money we’re spending on decarbonization. America did use a high one during the Biden administration, but Ross McKitrick has basically demolished the argument behind it. It largely left out the carbon dioxide fertilization effect, and his own estimates of the social cost of carbon are that it’s pretty small — of the order of five to ten dollars per ton of carbon. That is the total future harm done by each ton of carbon dioxide we produce today. The cost of decarbonization is way higher than that. It just doesn’t make sense to pay a fortune for something that will save a penny.

Worse than that, we are asking poor people today to make sacrifices to help wealthy future people. Poor people within countries, where energy policies tend to be regressive; between countries, where we are on the whole denying cheap energy to many poor countries; and between generations as well.

These are the five economic scenarios that the IIASA did for the IPCC, showing what might happen to global GDP per capita. It’s worth looking at the one they call “taking the highway” — fossil fuel development. This is the scenario in which we really let rip and continue to use hydrocarbons on a significant basis, ending up with quite a lot of warming as a result. It is a scenario in which per capita income is roughly ten times what it is today — ten times globally, everybody on planet earth earning ten times as much. Imagine what they could do with that. In which the Gini coefficient is down significantly, in which population falls faster than expected, in which there is rapid technological progress, strong investment in health and education, and effective management of ecological systems. This is not a terrible world. It sounds rather a good world. And if yes, there’s a lot of warming, then we’re ten times as rich to deal with it.

But surely the warming will have done economic harm? Yes, it will. How much harm? It will have reduced the wealth of your grandchildren so that instead of being 10.4 times as rich, they will be 9.8 times as rich. Is that really an existential catastrophe? There is a reason why we use a discount rate, and Lord Stern persuaded us in the mid-2000s that we should not, because we should care about our grandchildren just as much as ourselves. But if they are going to be ten times as rich, then it doesn’t make sense to hurt poor people today to make them not quite ten times as rich.

So, just to end: what are we still up against? Massive subsidies and funding for climate alarm — you can’t underestimate the power of money. Widespread bias and censorship still in the media. Some doubling down: the point that, you know, solar power doesn’t come through the Strait of Hormuz — doesn’t this crisis prove that we should wean ourselves off fossil fuels? Climate change is also a very good excuse for politicians. Again and again you’ve seen people like the Governor of California saying, yes, the Palisades fire burned a lot of people’s homes, but there’s nothing I can do about it because it was caused by climate change. There was something you could do about it — you could have done prescribed burning. But climate change gets you off the hook as a politician.

I do believe that it’s a mistake to go too far in skepticism and call it things like a hoax. That tends to put people off. The problem with our side of the argument is that we can’t be bothered to sit on these committees, get stuck into the detail, do all the really boring legwork, and go to these awful conferences. That’s what we ought to be better at. And that’s about the only criticism I can make of the skeptical side of the debate. Thank you very much. I’m happy to take questions.

 




Auf der Heartland-Klimakonferenz: „Welche Beweise?“ – Ausgabe Extremwetter-Ereignisse

Francis Menton, THE MANHATTAN CONTRARIAN

Ich habe die letzten Tage damit verbracht, an der vom Heartland Institute in Washington veranstalteten Internationalen Konferenz zum Klimawandel teilzunehmen. Es gab eine Menge Material, das für die Leser von Interesse sein dürfte.

Ein zentrales, von mehreren Referenten angesprochen Thema lautet: „Wo ist der Beweis?“, insbesondere der Beweis dafür, dass uns eine Art Klimakrise bevorsteht. Es dürfte keine Überraschung sein, dass für fast jede Behauptung der Klimakabale der Beweis fehlt.

Der interessanteste Vortrag zu diesem Thema kam von John Clauser. Für diejenigen, die noch nichts von ihm gehört haben: Clauser war einer der Mitgewinner des Nobelpreises für Physik im Jahr 2022. Das konkrete Thema von Clausers Preis war etwas, das als „Quantenverschränkung“ bezeichnet wird und nur am Rande mit dem Klimawandel zu tun zu haben scheint. Clausers Vortrag vermittelte jedoch den Eindruck, dass er seit dem Gewinn des Preises einen Großteil seiner Zeit damit verbracht hat, die Literatur zum Klimawandel zu studieren und insbesondere die Daten zu untersuchen, die zur Untermauerung der Behauptungen über eine drohende Klimakrise herangezogen werden. In dieser Zeit hat er sich zu einem sehr lautstarken Klimaskeptiker entwickelt. Er ist eindeutig ein sehr kluger Kopf mit einem scharfen kritischen Blick. Außerdem verfolgt er einen spezifischen Ansatz, nämlich die Daten auf Lücken, Veränderungen oder Manipulationen zu untersuchen, die dazu führen könnten, dass die Daten nicht ausreichen, um die aufgestellten Behauptungen zu stützen. (Siehe auch meine Serie über den größten wissenschaftlichen Betrug aller Zeiten.) Ich denke, dass dieser Ansatz das Wesen der wissenschaftlichen Methode ausmacht, doch leider fehlt er in der „Klimawissenschaft“-Sekte größtenteils. Schließlich hat sich Clauser gezielt auf bestimmte Mängel oder Manipulationen der Daten konzentriert, die leicht zu erkennen und auch für Laien ohne spezifisches wissenschaftliches Fachwissen verständlich sind.

Clauser betitelte seinen Vortrag mit den Worten [übersetzt]: „Die globale Erwärmung, der Klimawandel und der wissenschaftliche Konsens sind nicht bewiesen. Es gibt keine nachgewiesene Klimakrise.“ Der Vortrag wurde von einer Powerpoint-Präsentation mit rund 124 Folien begleitet, die viel zu umfangreich und detailliert waren, als dass er alles hätte abdecken können oder ein Zuhörer sich gründliche Notizen hätte machen können. Mir gelang es jedoch, eine Kopie der Präsentation zu ergattern. (Clausers vollständiger Vortrag ist auf der Heartland-Website verfügbar, und ich habe erfahren, dass die Präsentation in wenigen Tagen ebenfalls auf der Website verfügbar sein wird.)

Heute beginne ich mit dem Teil von Clausers Vortrag, der sich mit dem Thema der sogenannten „extremen Wetterereignisse“ befasst – also beispielsweise Überschwemmungen, Dürren, Hurrikane, Tornados, Hitzewellen und Ähnliches. Zu diesem Unterthema ging Clauser zunächst auf einen Artikel von Jane Lubchenco und Thomas Karl aus dem Jahr 2012 in der Zeitschrift „Physics Today“ ein, der den Titel „Predicting and managing extreme weather events“ trug. (L&K) Zum Zeitpunkt des Artikels, also während der Präsidentschaft von Barack Obama, war Lubchenco Administratorin der NOAA, und Karl war Direktor des National Climatic Data Center der NOAA und Vorsitzender des US Global Change Research Program. Mit anderen Worten: Dies waren die Personen, die damals im Auftrag der Regierung für die Erfassung der US-Wetterdaten, einschließlich der Daten zu extremen Wetterereignissen, verantwortlich waren. Wie Clauser in seinem Vortrag anmerkte: Wenn es Menschen gäbe, die Zugang zu den allerbesten Daten hätten, um die Behauptung zunehmender extremer Wetterereignisse zu untermauern, dann wären es diese beiden.

Die These des Artikels von L&K lautet, dass extreme Wetterereignisse in den USA zugenommen haben und mit der Erwärmung des Klimas voraussichtlich weiter zunehmen werden. Hier ist der einleitende Absatz:

Das Klima der Erde erwärmt sich, und zerstörerische Wetterereignisse treten immer häufiger auf. Um mit diesen Veränderungen fertig zu werden, sind wissenschaftliche Zusammenarbeit, vorausschauende Politik und eine informierte Öffentlichkeit erforderlich.

Neben ihrer eigenen Aussage zu diesem Thema zitieren L&K auch mehrere ähnliche Aussagen des IPCC:

„Es ist sehr wahrscheinlich, dass Hitzewellen in den meisten Landgebieten an Dauer, Häufigkeit und/oder Intensität zunehmen werden. . . . Es ist wahrscheinlich, dass die durchschnittliche maximale Windgeschwindigkeit tropischer Wirbelstürme im Laufe des kommenden Jahrhunderts zunehmen wird. . . . Es ist wahrscheinlich, dass die Häufigkeit starker Niederschläge oder der Anteil starker Regenfälle am gesamten Niederschlag im 21. Jahrhundert in vielen Regionen der Erde zunehmen wird.“

Was ist denn aber der Beweis?

L&K präsentieren eine Reihe von Diagrammen, die ihrer Ansicht nach belegen, dass extreme Wetterereignisse in den USA „in den letzten Jahrzehnten stetig zugenommen haben“. Um das Ausmaß dieser extremen Wetterereignisse in den USA zu messen, haben L&K einen sogenannten „US Climate Extremes Index“ entwickelt. Sie beschreiben den Index als eine Berechnung, die auf „dem prozentualen Anteil der Landesfläche basiert, der in einem bestimmten Jahr extreme Monatstemperaturen, Dürreintensität, Bodenwasserüberschuss, Tage mit und ohne Niederschlag, Hurrikanaktivität mit Landfall sowie eintägige Starkniederschlagsereignisse verzeichnet“. Über diese Beschreibung hinaus gibt es jedoch keine technische Erläuterung und keine Belege dafür, wie die Diagramme quantitativ erstellt wurden. Eine Fußnote mit einem Link zu einem früheren Artikel von Karl zu diesem Thema, der vermutlich diese Details enthält, liefert die Meldung „not found“.

Mein erster Einwand gegen diesen „Klimaextreme-Index“ ist, dass es sich um eine äußerst zweifelhafte Messgröße handelt, die offensichtlich sehr leicht zu manipulieren ist. Wer hat beispielsweise entschieden, wie groß die Landfläche war, die von einem bestimmten „auf Land getroffenen Hurrikan“ erfasst wurde? Ist es nur die Landfläche, auf der die Windgeschwindigkeiten 120 km/h überschritten, oder ist es das gesamte Gebiet, das vom Hurrikan-Sturmsystem während seiner gesamten Lebensdauer von möglicherweise mehreren Tagen überzogen wurde, meist mit weitaus geringeren Windgeschwindigkeiten? Solche verborgenen Entscheidungen könnten leicht dazu genutzt werden, einen Index wie diesen zu manipulieren, um ein gewünschtes Ergebnis zu erzielen.

Clauser geht jedoch nicht in diese Richtung, sondern nimmt stattdessen einfach die von L&K vorgelegten Werte des Index‘ und fragt, ob diese im betrachteten Zeitraum tatsächlich gestiegen sind. Hier ist Abbildung 2a aus L&K, welche die Werte ihres US-Klimaextreme-Index für den Zeitraum von 1910 bis 2011 zeigt:

Wenn man sich das ansieht – bin ich der Einzige, der keinen nennenswerten Anstieg erkennt, geschweige denn einen dramatischen Anstieg in den letzten Jahren?

Und es kommt noch schlimmer. Clauser nahm die Werte des im Balkendiagramm dargestellten Index‘ und trug sie als Punkte in einem Streudiagramm ein. Dann erstellte er eine weitere Grafik, in der er die Reihenfolge der Beobachtungen umkehrte, sodass die neuesten Beobachtungen links und die älteren rechts zu sehen waren. Mit anderen Worten: Die beiden Grafiken sind Spiegelbilder voneinander. Hier sind sie:

Die Jahreszahlen auf der x-Achse deuten zwar darauf hin, dass sie von den ältesten zu den neuesten Jahren verlaufen, doch Clauser erklärt, er habe dies bewusst so belassen, um den Betrachter dazu anzuregen, herauszufinden, welche Grafik verkehrt herum dargestellt ist. Hier ist Clausers Text aus seiner Folie 9:

Die beiden Grafiken sind identisch, abgesehen davon, dass eine von links nach rechts seitenverkehrt, also rückwärts, dargestellt ist, wobei die Zeit nach links hin zunimmt. (Wenn man genau hinschaut, erkennt man, dass sie Spiegelbilder voneinander sind.) Ich behaupte: Wenn Sie nicht erkennen können, welche dieser Grafiken korrekt dargestellt ist und welche zeitlich rückwärts verläuft, dann lässt sich der von Lubchenco und Karl behauptete jüngste Anstieg der Häufigkeit extremer Wetterereignisse nicht eindeutig aus ihren Daten ableiten. Eine dieser Grafiken soll laut Lubchenco und Karl eine bevorstehende Klimakatastrophe vorhersagen! Sind Sie wirklich so zuversichtlich, dass Sie bereit wären, Billionen von Dollar darauf zu setzen, dass Sie erkennen können, welche Grafik diese Vorhersage trifft?

Clauser schloss diesen Teil seines Vortrags damit, dass er die Schlussfolgerung von L&K als „betrügerische Pseudowissenschaft“ bezeichnete. Es handelt sich um eine seltsame Art von betrügerischer Pseudowissenschaft – unverblümt zu behaupten, dass eine Datensammlung eine Schlussfolgerung stützt, die die Daten offensichtlich nicht stützen, und zu erwarten, dass alle einfach nur zustimmend nicken. Es ist kaum zu glauben, dass dies das Beste ist, was L&K mit all den ihnen zur Verfügung stehenden Daten vorbringen konnten, um die Zunahme extremer Wetterereignisse zu belegen. Aber so funktioniert „Klimawissenschaft“ nun einmal oft.

Als Nächstes: Das Energieungleichgewicht der Erde (EEI).

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/04/11/at-the-heartland-climate-conference-what-is-the-proof-extreme-weather-events-edition/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Kurzmeldungen aus Klima und Energie – Ausgabe 11 /2026

Meldung vom 30. März 2026:

Wind und Solar: 2 Billionen Dollar später

Zwischen 2010 und 2026 flossen mindestens 2 Billionen Dollar in Wind- und Solarenergie. Versprochen wurden günstigere Energie und geringere Emissionen. Beides ist nicht eingetreten. Die Stromkosten stiegen. Die Netzstabilität nahm ab. Fossile Brennstoffe spielen nach wie vor eine zentrale Rolle.

Die wetterabhängige Stromerzeugung wurde als Ersatz für regelbare Energie angesehen, doch ihre Leistung hängt nun mal vom Wetter ab. Eine unregelmäßige Versorgung erfordert Reservekapazitäten, Netzausgleich und Überkapazitäten. Erneuerbare Energien haben fossile Brennstoffe nicht ersetzt – sie wurden lediglich zusätzlich daraufgeschichtet. Der gleichzeitige Betrieb zweier Systeme treibt die Kosten in die Höhe.

Zwei Billionen Dollar hätten eine kontinuierliche, leistungsstarke Stromversorgung ermöglichen können.

Stattdessen führten sie zu höheren Strompreisen, Belastungen für die Industrie und einem weniger zuverlässigen Netz.

Die Energiekosten schlagen sich überall nieder. In der Fertigung. Im Transportwesen. Bei Lebensmitteln.

Anstatt das Scheitern einzugestehen, lautet die Reaktion: noch mehr davon.

Westliche Politiker argumentieren, die Rechnungen seien gestiegen, weil „nicht genug“ Wind- und Solarkraftwerke gebaut worden seien.

Zwei Billionen hätten nicht gereicht, so die Behauptung.

Link: https://electroverse.substack.com/p/winter-returns-to-europe-cold-extends?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 3. April 2026:

Ein Lithium-Feuer ist keine Kleinigkeit

Craig Rucker

Lithium brennt so heiß und hell, dass es zur Herstellung von Leuchtraketen verwendet wird.

Sind Lithiumbrände erst einmal ausgebrochen, lassen sie sich kaum noch löschen.

Man denke nur an die Häufung von Bränden auf Autotransportschiffen, die meist von selbst ausbrennen, wenn Löschversuche scheitern.

Als Hurrikane Florida heimsuchten, flohen Hausbesitzer in ihren Autos mit großer Reichweite, schnellem Tanken und Verbrennungsmotor in Sicherheit und ließen ihre Elektroautos in ihren Garagen zurück. Als die Flutwelle die elektrischen Systeme der Elektroautos überschwemmte, gerieten diese außer Kontrolle und rissen das Haus mit sich.

Bonner Cohen, Senior Fellow bei CFACT, berichtet auf CFACT.org über verheerende Brände in kalifornischen Batteriespeicheranlagen, darunter die Zerstörung der Anlage in Moss Landing. Die Steuerzahler hatten Moss Landing mit 500 Millionen Dollar subventioniert, in der Hoffnung, dass die Anlage als Reserve für die schwankende Leistung von Offshore-Windkraftanlagen dienen würde.

Bonner berichtet, dass diese Batteriebrände nicht nur unglaublich schwer zu löschen sind, sondern auch riesige Mengen giftiger Metalle in die Luft freisetzen. Neben der Gefahr für die menschliche Gesundheit durch den direkten Kontakt mit in der Luft schwebenden Mikropartikeln von Schwermetallen sind die Kobaltwerte in den Böden der landwirtschaftlichen Region in der Nähe von Moss Landing 100- bis 1.000-mal höher als normal, betont Hogan. „Und sie werden dort ein Jahrhundert oder länger verbleiben“, fügte er hinzu.

Die Brandgefahr durch Elektrofahrzeuge und Batteriewerke ist nur allzu real.

Wir sind darauf nicht vorbereitet.

Link: https://www.cfact.org/2026/04/02/lithium-fire-is-no-joke/

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Eine Meldung vom 6. April 2026:

Eisverlust in Grönland verlangsamt sich immer mehr

Eine neue Studie, die Satellitendaten aus den Jahren 1992 bis 2023 heranzieht zeigt, dass sich der Eisverlust in Grönland im letzten Jahrzehnt deutlich verlangsamt hat und sein Gesamtbeitrag zum Anstieg des Meeresspiegels weiterhin gering ist.

Über den gesamten 31-jährigen Erfassungszeitraum trugen die grönländische Eiskappe und die umliegenden Gletscher nur 11 mm zum globalen Meeresspiegelanstieg bei. Das entspricht 0,37 mm pro Jahr – ein verschwindend geringer Beitrag, trotz der Schlagzeilen.

Der entscheidende Punkt ist jedoch die Schwankungsbreite. Grönland hat weder mit zunehmender Geschwindigkeit noch mit konstanter Geschwindigkeit Eis verloren.

Von 1992 bis 2001 war die Eisdecke weitgehend stabil und gewann insgesamt sogar an Masse hinzu.

Von 2002 bis 2011 beschleunigte sich der Verlust stark und betrug durchschnittlich -303 Gigatonnen pro Jahr. Dieser Zeitraum war der Grund für die meisten Schlagzeilen über den „Kipppunkt“.

Seit 2012 ist diese Verlustrate jedoch auf -124 Gigatonnen pro Jahr gesunken, was einer Verlangsamung um etwa 60 % entspricht.

Die Studie führt dies auf kühlere Meeresbedingungen rund um Grönland und vermehrte Schneefälle zurück – eine „positive Oberflächen-Massenbilanz“. Kurz gesagt: An der Oberfläche kommt mehr Eis hinzu, während an den Rändern weniger verloren geht, was zu einer deutlichen Verlangsamung des Nettoverlusts führt.

Zum Vergleich: Selbst in den 2000er Jahren, als der Verlust am schnellsten voranschritt, belief sich der Beitrag Grönlands zum Anstieg des Meeresspiegels lediglich auf wenige Millimeter pro Jahr.

Die Daten zeigen zudem starke, wetterbedingte Schwankungen von Jahr zu Jahr. Eine Korrelation mit CO₂ ist nicht erkennbar.

Link: https://electroverse.substack.com/p/glasgow-wakes-to-april-snow-monthly?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 13. April 2026:

Das „grüne“ Netz Dänemarks basiert auf der Verbrennung von Bäumen

Dänemark wird als Beweis dafür angeführt, dass ein auf fossilen Brennstoffen basierendes Stromnetz durch erneuerbare Energien ersetzt werden kann:

Allerdings haben sich die Strompreise für Privathaushalte seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt, von etwa 0,15 €/kWh auf rund 0,35 €/kWh. Dänemark zählt mittlerweile zu den teuersten Strommärkten der Welt.

Noch schlimmer ist jedoch, was dort als „erneuerbar“ gewertet wird.

Im Jahr 2024 stammten etwa 64 % der erneuerbaren Energie Dänemarks aus Biomasse, hauptsächlich aus Holzpellets. Bäume werden gefällt, ein Großteil davon im Ausland, herangeschafft und in Kraftwerken verbrannt.

Dies wird offiziell als „grüne“ Energie eingestuft.

Bei der Verbrennung stößt dieser Prozess mehr CO₂ pro Energieeinheit aus als Erdgas. Die Emissionen werden auf dem Papier in forstwirtschaftliche Annahmen über zukünftiges Nachwachsen umgewandelt.

Die Bilanzierung funktioniert so: Bäume fällen, verbrennen, mehr CO₂ als bei Gas ausstoßen, es als sauber bezeichnen.

Entfernt man die Biomasse, bricht der Anteil erneuerbarer Energien zusammen. Wind- und Solarenergie liefern vergleichsweise nichts, wobei Dänemark auf Verbindungsleitungen und Reserveerzeugung angewiesen ist, um die Versorgung stabil zu halten.

Dies ist kein Ersatz für fossile Brennstoffe.

Es ist ein teures System, das auf Importen, Umklassifizierungen und direkten Lügen basiert.

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Hitzetote: Modell, aber nicht Realität

Nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörde (UK Health Security Agency) starben im vergangenen Sommer in England 1.504 Menschen an den Folgen der Hitze. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine erfasste Zahl der Todesfälle, sondern um eine modellierte Schätzung.

In keiner Sterbeurkunde wird „Hitze“ 1.504 Mal als Todesursache angegeben. Die Zahl ergibt sich aus einem Vergleich der Todesfälle während kurzer „Hitzeperioden“ mit den Tagen davor und danach, wobei die Differenz dann der Temperatur zugeschrieben wird.

Dieser Ansatz geht davon aus, dass jeder Anstieg während warmer Perioden durch Hitze verursacht wird. Er beweist dies jedoch nicht.

Außerdem ignoriert er die saisonale Basislinie. Die Zahl der Todesfälle sinkt jedes Jahr vom Winter bis zum Sommer. Der Sommer ist die Zeit mit der niedrigsten Sterblichkeit. Eine Hitzewelle innerhalb dieses allgemeinen Rückgangs isoliert zu betrachten, bedeutet also, dass man nicht vor einem neutralen Hintergrund misst.

Das Amt für nationale Statistik hat dies bereits untersucht. Seine Analyse der Hitzewelle von 2022 ergab, dass ein Großteil des scheinbaren Überschusses auf eine kurzfristige Verschiebung zurückzuführen war – gebrechliche Menschen starben etwas früher, als es sonst der Fall gewesen wäre. Die zugrunde liegenden Ursachen blieben Krankheiten, nicht Hitze.

Das Verfahren der UKHSA führt wahrscheinlich zu einer weiteren Überbewertung der Zahlen, da es die Tage nach der Hitzewelle in die Basislinie einbezieht. Werden Todesfälle vorverlegt, sinkt die Zahl in der Folgezeit, wodurch sich die Differenz vergrößert und die Schätzung überhöht wird.

Fazit: Die Sterblichkeit ist im Sommer am niedrigsten, während der eigentliche saisonale Anstieg im Winter zu verzeichnen ist, wo die Zahl der überzähligen Todesfälle in die Zehntausende geht – denn Kälte tötet.

Link: https://electroverse.substack.com/p/blizzards-hit-scotlands-peaks-shimlas?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Eine Meldung vom 14. April 2026:

Rekordwärme in den USA, ereignisloses Wetter auf der Nordhalbkugel

Der März 2026 brachte Rekordwärme in den kontinentalen Vereinigten Staaten.

Diese Schlagzeile wird als Beweis für die „globale“ Erwärmung herangezogen werden. Aber betrachten wir das Ganze einmal aus einer größeren Perspektive.

Daten der NOAA zeigen, dass die Wärme nicht flächendeckend war. Während es in den USA sehr warm war, herrschte in weiten Teilen Kanadas und Alaskas extreme Kälte. In großen Teilen des nördlichen Nordamerikas lagen die Temperaturen unter dem Durchschnitt der Jahre 1991–2020:

Abweichungen der Lufttemperatur vom NOAA-CDAS-Durchschnitt der Jahre 1991–2020 für März 2026 [WeatherBell.com].

Und hier nun das Gesamtbild der Landgebiete der nördlichen Hemisphäre anhand von Satellitendaten:

Der März 2026 war unauffällig. Er war kühler als in vielen der letzten Jahre, einschließlich 2024 und 2025, und entspricht in etwa dem langfristigen Trend.

Die Wärme in den USA war auf einen lokalen Hochdruckkeil innerhalb eines wellenförmigen Jetstream-Musters in einer gemischten hemisphärischen Konfiguration zurückzuführen. Im Durchschnitt der gesamten nördlichen Hemisphäre entspricht der März genau den Erwartungen.

Link: https://electroverse.substack.com/p/late-season-surge-hits-sierra-spring?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE




Eine Warnung bezüglich Elektrofahrzeugen für unabhängige Kfz-Werkstätten

Eric Worrall

[Alle Hervorhebungen im Original. A. d. Übers.]

Im Bereich der Reparatur von Elektrofahrzeugen könnte sich etwas Unschönes anbahnen.

Ich habe heute mit einem alten Freund gesprochen, der früher eine kleine Karosseriewerkstatt auf dem Land betrieben hat. Auch wenn ihm die Werkstatt nicht mehr gehört, interessiert er sich nach wie vor für das von ihm gegründete Unternehmen und schaut regelmäßig vorbei, um zu sehen, wie es dort läuft.

Mein Freund schwärmte davon, wie viel Geld sein ehemaliges Unternehmen mit der Reparatur von Elektrofahrzeugen verdient und wie viele Aufträge seine alte Werkstatt von Versicherungsgesellschaften erhält. Seine alte Werkstatt ist eine der wenigen, die alle Mitarbeiter entsprechend geschult hat, und jetzt reparieren sie jede Menge Blechschäden an Elektrofahrzeugen und verdienen damit viel Geld.

Also fragte ich: „Wie gehen sie mit dem Risiko von Batteriebränden um?“

Mein Freund antwortete: „Was für eine Brandgefahr bei der Batterie?

Mein Freund hat den Kurs nicht absolviert, vielleicht hat er dieses Risiko deshalb einfach nicht mitbekommen.

Aber dann kam mir ein Gedanke: Wer haftet, wenn ein Elektroauto repariert wird, die Werkstatt aber einen schwer erkennbaren Batteriefehler übersieht, der zu schweren Verletzungen oder Todesfällen führt? Schließlich sollen Werkstätten ihre Arbeit ordnungsgemäß ausführen.

(Siehe auch hier)

Viele Karosseriewerkstätten nehmen Elektrofahrzeuge wegen der Brandgefahr bei den Batterien nicht an, wie wir bereits mehrfach berichtet haben.

Was aber, wenn einige skrupellose Versicherer einen Weg gefunden haben, diese teuren Totalschäden zu vermeiden? Was, wenn einige von ihnen kleine, unabhängige Karosseriewerkstätten ausnutzen, die auf Aufträge angewiesen sind, indem sie diese dazu ermutigen, ihre Mitarbeiter ein paar Schulungen absolvieren zu lassen, damit sie Reparaturarbeiten übernehmen können, an die sich die großen Anbieter nicht heranwagen? Arbeiten, die die großen Anbieter nicht annehmen, selbst wenn ihre Mitarbeiter über die richtigen Qualifikationen verfügen?

Warum werden kleinen Karosseriewerkstätten auf dem Land so viele wertvolle Reparaturaufträge für Elektroautos angeboten? Arbeiten, die viel näher am Wohnort, in Werkstätten in den Großstädten, erledigt werden könnten? Ich bezweifle irgendwie, dass die Erklärung darin liegt, dass die großen Anbieter das Geld nicht wollen.

Ich weiß, dass Autowerkstätten vielleicht nicht gerade die Unternehmen sind, für die man am ehesten Mitgefühl empfindet – viele von uns haben schon mindestens einmal schlechte Erfahrungen mit einem Kfz-Betrieb gemacht, der die Reparaturrechnung in die Höhe getrieben oder seine Arbeit nicht ordnungsgemäß erledigt hat. Es ist leicht zu sagen, dass Geschäftsführer und Inhaber sich selbst informieren sollten, und wenn etwas zu gut erscheint, um wahr zu sein, ist es das vielleicht auch. Aber wenn man ein kleines Unternehmen führt, das ums Überleben kämpft, und plötzlich die Versicherungsgesellschaften, mit denen man bereits zusammenarbeitet, einem viel Geld in Aussicht stellen, um in ein lukratives neues Nebengeschäft einzusteigen, ist es leicht nachvollziehbar, dass zeitlich stark eingeschränkte Kleinunternehmer vielleicht ein paar wichtige Details übersehen, während sie nach diesem Rettungsanker in Form eines EV-Reparaturauftrags greifen, damit sie den Menschen, die sie seit Jahren kennen, nicht sagen müssen, dass sie keinen Job mehr haben.

Ich habe zwar keine Beweise dafür, aber meiner Meinung nach ist die Situation verdächtig. Ich habe meinem Freund vorgeschlagen, dem neuen Geschäftsinhaber zu raten, sich an einen Anwalt zu wenden und alle Versicherungsverträge und Geschäftsbedingungen durchzugehen, einschließlich des Haftpflichtversicherungsvertrags für die Werkstatt.

Wenn du einen Freund hast, der eine kleine Karosseriewerkstatt betreibt, frag doch mal nach, ob ihm ein lukratives neues Geschäftsfeld angeboten wurde. Denn wenn meine Theorie stimmt, könnte einigen Kleinunternehmern bald das Leben ruiniert werden.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/04/07/a-warning-about-evs-to-small-vehicle-smash-repair-shops/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Auf der Heartland-Klimakonferenz: „Welche Beweise?“ – Ausgabe Energie-Ungleichgewicht

Francis Menton, THE MANHATTAN CONTRARIAN

In seiner Rede auf der Heartland Climate Conference am 9. April widmete der Physiker John Clauser das erste Viertel seiner Redezeit dem Thema extreme Wetterereignisse und den Rest dem sogenannten „Earth’s Energy Imbalance“ (EEI). Am 10. April habe ich den Teil des Vortrags, der sich auf extreme Wetterereignisse bezog, in meinem vorherigen Beitrag hier zusammengefasst [in deutscher Übersetzung hier]. Heute werde ich auf Clausers Vortrag zum EEI eingehen.

Bevor ich Clausers Vortrag hörte, hatte ich zwar schon von der EEI-Kennzahl gehört, mich aber noch nicht eingehend damit befasst. Mir war auch nicht bewusst, in welchem Maße der IPCC und die Klima-Clique diese Kennzahl als bevorzugten Beweis für eine bevorstehende gefährliche globale Erwärmung herangezogen haben.

Die Kennzahl, die bisher am häufigsten als angeblicher Beweis für eine gefährliche Erwärmung der Atmosphäre herangezogen worden ist, ist allgemein unter dem Namen „Global Average Surface Temperature“ (GAST) bekannt. Mehrere Institutionen veröffentlichen unterschiedliche Versionen von GAST. Die drei großen Institutionen, die GAST-Daten melden, sind die NOAA und die NASA in den USA sowie das Hadley Centre in UK. Um eine Version der GAST zu berechnen, ermitteln diese Organisationen eine Reihe von Messstationen mit Thermometern auf der ganzen Welt und erfassen täglich die Messwerte jeder dieser Stationen. In der Regel bilden sie den Durchschnitt aus den Höchst- und Tiefsttemperaturen jeder Station, um einen Tagesdurchschnitt für diese Station zu erhalten, und mitteln dann alle Tagesdurchschnitte, um einen Monatsdurchschnitt für jede Station zu erhalten. Anschließend mitteln sie die Monatsdurchschnitte aller Stationen, um einen weltweiten Durchschnitt für jeden Monat zu erhalten. Der Wert wird in der Regel nicht als absolute Temperatur angegeben, sondern als „Anomalie“, d. h. als Abweichung von einer bestimmten Basislinie. Jede der berichtenden Stellen verfügt über eine andere Auswahl an Stationen und ein anderes Verfahren zur Berechnung der Basislinie.

Die GAST-Methode ist die Grundlage, auf der die NASA und die NOAA ihre monatlichen Diagramme erstellen, die einen stark ansteigenden globalen Temperaturtrend zeigen. Dies ist das Verfahren, das Mann et al. verwendeten, um den steil ansteigenden „Ausläufer“ ihres berühmten Hockeystick-Diagramms zu erstellen. Und es ist eine der drei „Beweislinien“, anhand derer die EPA in ihrem „Endangerment Finding“ von 2009 (das kürzlich von der Trump-Regierung aufgehoben worden ist) behauptete, CO2 und andere „Treibhausgase“ stellten eine „Gefahr für die menschliche Gesundheit und das Wohlergehen“ dar.

Aber beweisen die GAST-Diagramme wirklich, dass eine Art „Durchschnittstemperatur“ der Erde steigt, geschweige denn, dass sie auch in Zukunft weiter steigen wird? Die Verwendung von GAST als Maß für die globale Durchschnittstemperatur wirft große Probleme auf, von denen Clauser viele aufgezeigt hat:

• Die Temperatur ist ein sogenannter „intensiver“ Parameter, der nicht sinnvoll addiert werden kann und daher nicht gemittelt werden darf.

• Viele der Boden-Thermometer in den GAST-Netzwerken befinden sich in der Nähe von Gebäuden, Parkplätzen, Flughäfen und ähnlichen Orten, was ihre Messwerte durch den „städtischen Wärmeinseleffekt“ verfälschen kann.

• Viele Standorte in den GAST-Netzwerken wurden im Laufe der Jahre aufgegeben, was dazu geführt hat, dass fehlende Daten durch Algorithmen ergänzt werden.

• Es gibt bei weitem nicht genug Thermometer in den GAST-Netzwerken, um eine für statistische Zwecke ausreichende Stichprobe zu bilden.

• Für weite Teile der Welt liegen für große Abschnitte der Aufzeichnungen keine oder fast keine Daten vor, z. B. für die Ozeane der südlichen Hemisphäre, und auch hier wurden Daten (anstatt gemessen) erstellt und durch Algorithmen ergänzt.

• Die Methoden zur Bestimmung der Basiswerte für die „Anomalien“ sind schlecht definiert und zwischen den berichtenden Stellen uneinheitlich.

Die Mängel in den GAST-Daten und insbesondere die Ergänzung (Erfindung) fehlender Daten bildeten eine wesentliche Grundlage für den Antrag auf Überprüfung der Gefährdungsfeststellung, den ich gemeinsam mit Kollegen während der Amtszeiten von Trump und Biden vorgebracht habe.

Clauser beschrieb einen Prozess, durch den sich der IPCC allmählich davon entfernt hat, sich auf GAST als Beweis für die globale Erwärmung zu stützen. Die Veränderung erfolgte zwischen dem Fünften Sachstandsbericht (2013) und dem Sechsten Sachstandsbericht (2021) des IPCC. Aus Clausers Folien:

Der Fünfte Sachstandsbericht (AR5) des IPCC (2013) enthält eine zeitliche Darstellung der „Temperaturanomalie“. Der Sechste Sachstandsbericht (AR6) des IPCC (2021) stützt sich nun auf Werte für das Energieungleichgewicht der Erde (EEI).

Zuletzt, am 23. März 2026, erklärte UN-Generalsekretär Antonio Guterres einen „weltweiten Klimanotstand“. Als angebliche Grundlage für den „Notstand“ wurde die EEI genannt, wie sie in einem Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) dargestellt wird:

Der [WMO]-Bericht bestätigt, dass das Energieungleichgewicht der Erde – die Differenz zwischen aufgenommener und abgegebener Wärme – so hoch ist wie nie zuvor. Mit anderen Worten: Unser Planet speichert Wärme schneller, als er sie abgeben kann.

Zugegeben, die EEI-Kennzahl bietet, sofern sie mit ausreichender Genauigkeit gemessen werden kann, als Indikator für die globale Erwärmung (sofern diese tatsächlich stattfindet) enorme Vorteile gegenüber GAST. Sie umgeht das Problem der Mittelwertbildung bei Daten, die sich nicht mitteln lassen; sie vermeidet die Kosten für Tausende von Messstationen (und Bojen im Ozean) rund um den Globus; sie vermeidet Probleme hinsichtlich der Kontinuität der Messstationen, des Wechsels von Messgeräten und der Standortverlagerung. Theoretisch könnte sie einfach durch einige Satelliten gemessen werden. Und wenn Satellitenmessungen eine Wärmeansammlung in der Atmosphäre nachweisen können, könnte dies eine Grundlage für die Vorhersage der fortschreitenden Erwärmung bieten.

Es schien eine so großartige Idee zu sein. Leider zeigt Clauser sehr detailliert auf, warum das gesamte Projekt ein Reinfall war. Die Satelliten wurden unter erheblichem finanziellen Aufwand ins All gebracht, ursprünglich im Jahr 1985. Eine zweite Generation, bekannt als die Terra- und Aqua-Satelliten, wurde 1999 und 2002 gestartet. Leider hat sich herausgestellt, dass die Satelliten eine unzureichende Genauigkeit und Lücken in ihren Messfähigkeiten aufweisen, die es unmöglich machen festzustellen, ob überhaupt ein „Energieungleichgewicht“ vorliegt und wenn ja, in welchem Umfang.

Das grundlegende Problem besteht darin, dass die Energiemengen, die von der Sonne einströmen und dann wieder ins All zurückfließen, groß sind; die Differenz (falls vorhanden) zwischen beiden, die eine mögliche Energieansammlung in der Atmosphäre oder den Ozeanen darstellt, ist jedoch gering. Der IPCC gibt für die von der Sonne einfallende Strahlung einen Wert von 340 Watt/Quadratmeter an. Der angegebene EEI beträgt 0,7 Watt/Quadratmeter, was nur etwa 0,2 % des gesamten Energieflusses entspricht. Diese Zahl, die auf Clausers Folie 27 erscheint, stammt aus dem Sechsten Sachstandsbericht des IPCC:

Die Zahlen oben zeigen die einfallende Sonnenstrahlung von 340 W/m² sowie die ausgehende Strahlung von 100 W/m² kurzwelliger reflektierter Sonnenstrahlung und 239 W/m² Infrarotstrahlung. Die Summe dieser beiden Werte beträgt 339. Wenn Sie in die untere linke Ecke schauen, sehen Sie einen Wert von 0,7 W/m² als „Ungleichgewicht“. Das ist nicht genau die Differenz zwischen 340 und 339, aber anscheinend hält man es für in Ordnung, einige Zahlen willkürlich zu runden, andere jedoch nicht.

Aus Clausers Folie 34:

Eingangs- und Ausgangsleistung sind beides sehr große Zahlen, und … der Unterschied zwischen ihnen ist winzig – etwa 0,2 % der Eingangsleistung. Dieser winzige Unterschied ist das Netto-Ungleichgewicht, das sowohl experimentell als auch theoretisch angestrebt wird. Eine zweite Schwierigkeit tritt auf, wenn sowohl die Eingangsleistung als auch die Ausgangsleistung sowohl zeitlich als auch räumlich in scheinbar zufälliger und völlig nicht reproduzierbarer Weise stark schwanken. Mess- und Rechenfehler (einschließlich Rundungsfehler) bei einer der drei großen Leistungskomponenten überlagern leicht den resultierenden Fehler der sehr geringen Leistungsdifferenz. Daher ist eine extrem hohe absolute Messgenauigkeit erforderlich.

Aber sind die Satelliten tatsächlich in der Lage, die ein- und ausgehende Strahlung an der Obergrenze der Atmosphäre (TOA) mit ausreichender Genauigkeit zu messen, um sicher sein zu können, dass dieser geringe Unterschied von 0,7 W/m² tatsächlich besteht? Clauser führt mehrere Zitate aus der Fachliteratur an, in denen eingeräumt wird, dass die Messgenauigkeit bei weitem nicht ausreicht. Hier sind zwei Zitate aus Clausers Folie 33:

Loeb et al. (2012, S. 111) geben zu: „… Eine Einschränkung der Satellitendaten besteht darin, dass sie keine absolute Messung des Netto-Strahlungsungleichgewichts an der TOA mit der erforderlichen Genauigkeit liefern können. …“ Stephens et al. (2012) geben zu: „… Die kombinierte Unsicherheit des aus CERES bestimmten Netto-TOA-Flusses beträgt ± 4 W/m² (95 % Konfidenz), was größtenteils auf Kalibrierungsfehler der Instrumente zurückzuführen ist. …“

Wenn Ihre Fehlermarge bei +/- 4 W/m² liegt und Sie eine „Abweichung“ von 0,7 W/m² gemessen haben, dann unterscheidet sich diese Abweichung offensichtlich nicht wesentlich von Null. Ehrliche Wissenschaftler würden das zugeben. Leider ist das nicht die Vorgehensweise der „Klimawissenschaft“.

Clausers Folien gehen sehr detailliert auf die Natur des Problems ein. Offenbar wird der aus reflektierter Sonnenstrahlung bestehende Teil der ausgehenden Strahlung stark gestreut und kommt aus vielen zufälligen Richtungen; und die Satelliteninstrumente reichen nicht aus, um all dies zu erfassen. Aus Clausers Folie 37:

Das Sichtfeld [der Satelliteninstrumente] ist keineswegs panoramisch. Infolgedessen wird gestreute und/oder reflektierte [ausgehende] Energie, die aus Winkelrichtungen oberhalb und unterhalb des schmalen Winkelempfangsstreifens eintraf, nicht erfasst. . . . Das Ergebnis war ein zu niedriger gemeldeter Wert [für die ausgehende reflektierte Sonnenenergie] und ein entsprechend viel zu hoher gemeldeter EEI-Wert (6,5 W/m²).

Der tatsächlich von den Satelliten gemessene EEI betrug also 6,5 W/m², doch alle waren sich bewusst, dass dieser Wert unmöglich war und eine weitaus stärkere Erwärmung implizieren würde, als beobachtet wurde. Wie sollte man mit diesem Problem umgehen? Clauser zitiert eine Veröffentlichung aus dem Jahr 2011 des berühmten James Hansen von der NASA:

Da dieses Ergebnis unplausibel ist, wurden Kalibrierungsfaktoren für die Messgeräte eingeführt, um die Diskrepanz auf den von Klimamodellen nahegelegten Wert von 0,85 W/m² zu reduzieren (Loeb et al. 2009). …

Wenn die Daten eindeutig falsch sind, verwendet man einfach sein Lieblingsmodell, um die Daten so lange zu modifizieren, bis sie zur bevorzugten Theorie passen. Und damit bin ich erst bei Folie 39 von Clausers 124 Folien angelangt.

Die Geschichte geht von da an weiter und weiter. Die „klimawissenschaftliche“ Gemeinschaft war nicht bereit zuzugeben, dass sie über keine Mittel verfügte, den EEI zu messen, um eine Wärmeansammlung in der Atmosphäre und den Ozeanen nachzuweisen. Hansen und andere schlugen vor, separat gemessene Veränderungen des Ozeanwärmeinhalts (OHC) zu nutzen, um die Lücken in den Satellitendaten zu schließen, und es wurden umfangreiche Anstrengungen unternommen, dies zu tun. Doch die OHC-Messungen sind mit eigenen Problemen behaftet, von denen viele mit den Problemen bei der Messung der durchschnittlichen Lufttemperatur mittels GAST vergleichbar sind: Die Messung erfolgt durch Bojen im Ozean und nicht durch Satelliten an der TOA; es gibt bei weitem nicht genug Bojen; sie messen keine Wärme an der TOA und sind daher nicht mit den Satellitenmessungen des Energieflusses vergleichbar; die Bojen sinken ab und steigen wieder auf, aber ihr Standort ist nur bekannt, wenn sie an die Oberfläche kommen; der Prozess der Umwandlung von Temperaturmessungen in Wärmeinhalt ist zweifelhaft; es gibt überhaupt keine Abdeckung der Polarregionen; und so weiter und so fort.

Clauser geht ausführlich darauf ein, wie eine Kombination aus äußerst fehlerhaften Satellitendaten und äußerst fehlerhaften OHC-Daten rückentwickelt wird, um zu einem vorab festgelegten Wert von etwa 0,7 oder 0,8 W/m² als EEI zu gelangen. Er bringt mehrere Vorwürfe wissenschaftlichen Fehlverhaltens vor und verwendet den Begriff „Betrug“ großzügig.

Der Kernpunkt ist jedoch, dass die Genauigkeit der Messungen nicht ausreicht, um einen EEI zu behaupten, der sich signifikant von Null unterscheidet. Was den EEI betrifft, lautet die Antwort auf die Frage „Was ist der Beweis?“: Es gibt keinen Beweis!

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/04/13/at-the-heartland-climate-conference-what-is-the-proof-earths-energy-imbalance-edition/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE