Lügen, verdammte Lügen – und Klima-Statistiken Teil 1

Robert Vislocky, Ph.D.

Anmerkung des Übersetzers: Der Titel kommt einem bekannt vor – taucht doch der Terminus „Lügen, verdammte Lügen…“ schon in den Überschriften früherer Beiträge auf diesem Blog auf, u. A. hier (2010) und hier (2012). – Ende Anmerkung

In den letzten Jahren habe ich mir verschiedene Diskussionsbeiträge zum Thema Klimawandel in den sozialen Medien genauer angesehen. Leider stoße ich nur allzu oft auf die gleichen verwendeten (aber populären) Kennzahlen, um die These zu untermauern, dass bestimmte Formen von Extremwetterereignissen aufgrund der globalen Erwärmung deutlich schlimmer werden. In dieser Serie werde ich einige dieser irreführenden oder trügerischen Kennzahlen unter die Lupe nehmen und kritisieren, warum sie fehlerhaft sind.

Da die Hurrikansaison nun offiziell begonnen hat, möchte ich diese Reihe mit einer Analyse einer Kennzahl einleiten, die als Anteil der starken tropischen Wirbelstürme (TCs) an der Gesamtzahl der TCs bekannt ist (im Folgenden als „das Verhältnis“ bezeichnet). Mehrere Autoren haben in der Vergangenheit ähnliche Kennzahlen verwendet, um den Trend beim Anteil starker TCs an der Gesamtzahl der TCs zu bewerten. Siehe beispielsweise die folgenden Artikel-Links von Webster, Holland, Curry und Chang (2005; hier) sowie Klotzbach und Landsea (2015; hier):

Am häufigsten wird in letzter Zeit jedoch ein PNAS-Artikel von Kossin et al. aus dem Jahr 2020 mit dem Titel „Global increase in major tropical cyclone exceedance probability over the past four decades“ [etwa: Weltweiter Anstieg der Wahrscheinlichkeit für schwere tropische Wirbelstürme in den letzten vier Jahrzehnten] als Beleg für ein anthropogenes Signal in der Intensität von Hurrikanen angeführt. Daher wird dieser Artikel im Mittelpunkt stehen.

In dem Artikel aus dem Jahr 2020 zeigten die Autoren, dass das Verhältnis von 1980 bis 2017 um einen statistisch signifikanten Wert gestiegen ist, was die Autoren später so interpretieren, dass ein steigender Trend bei der Intensität tropischer Wirbelstürme vorliegt. Abbildung 1 unten ist eine Grafik des Verhältnisses bis zum Jahr 2025, die ich anhand von Zusammenfassungsdaten zu tropischen Wirbelstürmen aus dem Echtzeit-Projekt zur tropischen Meteorologie der Colorado State University erstellt habe. Obwohl die Autoren des PNAS-Artikels einen anderen Datensatz verwendeten (nämlich aus einem speziellen Satellitendatensatz abgeleitete 6-Stunden-Windgeschwindigkeitsmessungen), sind die prozentualen Veränderungen des Verhältnisses von 1980 bis 2017 in der PNAS-Studie und in Abbildung 1 unten ähnlich:

Abbildung 1. Datenquelle: Fachbereich für Atmosphärenwissenschaften der Colorado State University.

Natürlich springen die Medien nach der Veröffentlichung der PNAS-Studie wie immer auf den Klimazug auf. So heißt es beispielsweise in dem untenstehenden Artikel der New York Times, dass „der Klimawandel Hurrikane stärker macht“, und es werden Details aus dem PNAS-Artikel zitiert:

Die NOAA behauptete aufgrund der PNAS-Studie zudem einen „signifikanten globalen Anstieg der Hurrikanintensität über einen Zeitraum von vier Jahrzehnten“.

Wo liegt also das Problem? Einfach ausgedrückt: Der Anteil der schweren tropischen Wirbelstürme an der Gesamtzahl derselben ist KEIN gültiger Maßstab für die absolute Hurrikanintensität. Es handelt sich um einen relativen Maßstab mit einem variablen Nenner. Das wäre so, als würde man versuchen, eine hohe relative Luftfeuchtigkeit mit einem hohen Taupunkt gleichzusetzen – beides geht nicht unbedingt Hand in Hand. Um diesen Fehler anhand eines extrem vereinfachten Beispiels zu veranschaulichen, betrachten wir eine Saison, in der es nur einen schweren Hurrikan und insgesamt nur einen einzigen Hurrikan gab. Die Kennzahl „Verhältnis“ würde einen Wert von 1 ergeben, was der höchstmögliche Wert ist und angeblich auf eine sehr intensive Hurrikansaison hindeuten würde. Nach jedem vernünftigen Maßstab wäre eine Saison mit nur einem einzigen Hurrikan jedoch eine äußerst harmlose Hurrikansaison.

Dies ist auch kein rein hypothetisches Beispiel, da sich anhand tatsächlicher Daten über ein gesamtes Jahr hinweg auf globaler Ebene eklatante Diskrepanzen nachweisen lassen (siehe Tabelle unten). So gab es beispielsweise im Jahr 2018 43 % mehr Tropenstürme und 43 % mehr schwere Tropenstürme als im Jahr 2024. Außerdem war der ACE-Wert um 75 % höher. Doch laut der fehlerhaften Ratio-Statistik waren beide Jahre identisch!! Ein weiteres Beispiel: Im Jahr 1990 gab es 53 % mehr Tropische Wirbelstürme insgesamt und genauso viele schwere Tropische Wirbelstürme wie im Jahr 2009. Zudem wies 1990 einen um 53 % höheren ACE-Wert auf als 2009. Dennoch war der Ratio-Wert im Jahr 2009 um 53 % höher als 1990, was ein absoluter Witz ist. Es gibt zahlreiche weitere Diskrepanzen wie diese, die in den jährlichen Daten zu Tropischen Wirbelstürmen deutlich werden. Unter dem Strich ist das Verhältnis kein geeigneter Maßstab zur Messung der absoluten Intensität von Tropenstürmen oder zur Berechnung deren Trends, da es bei sinkender Gesamtzahl der Tropenstürme steigen kann. Trotz dieses Mangels wird das Verhältnis häufig herangezogen, wenn ein Klimawissenschaftler oder Aktivist einen Trend anführen muss, der zeigt, dass Hurrikane an Intensität zunehmen (vor allem, weil andere Indikatoren wie der globale ACE-Wert in der Post-Satelliten-Ära oder die Zahl der Hurrikane keinen signifikanten Trend aufweisen, die im letzten Jahrhundert in den USA auf Land trafen).

Datenquelle: Colorado State University Department of Atmospheric Sciences.

Eine weitere interessante Beobachtung ist, dass die Autoren des PNAS-Artikels zwar einen statistisch signifikanten Trend bei der Ratio-Statistik im Zeitraum von 1980 bis 2017 nachweisen konnten, in den letzten 31 Jahren von 1994 bis 2025 jedoch kein signifikanter Trend zu verzeichnen war (siehe Abbildung 2 unten).

Abbildung 2. Gleiche Datenquelle

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/06/24/lies-damn-lies-and-climate-stats/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Die Klimapanik lässt rasch nach, geben doch jetzt die Demokraten still und leise ihre grünen Träume auf

Francis Menton

Endlich! In den USA scheint es auch außerhalb des Trump’schen Umfeldes voranzugehen. A. d. Übers.

Angesichts der bevorstehenden Zwischenwahlen liefert die NYTimes den Demokraten ein Drehbuch für den Rückzug vom Klima-Katastrophismus.

Ich habe oft darauf hingewiesen, dass der Klimaschwindel und die damit verbundene erzwungene Energiewende zwangsläufig irgendwann verschwinden würden, weil die Vorschläge unmöglich funktionieren könnten, die zur „Rettung des Planeten“ befürwortet werden. Die offene Frage war jedoch immer: Wenn es soweit ist, wie wird das dann aussehen? [Hervorhebungen und Links hinzugefügt {vom Autor}]

Würden all die großen Umweltverbände wie der Environmental Defense Fund, der Natural Resources Defense Council und der Sierra Club eines Abends im nationalen Fernsehen auftreten und zugeben, dass das Ganze von Anfang an eine vorgetäuschte Panikmache war?

In der realen Welt laufen solche Dinge nicht so ab. Menschen, die absurde Positionen vertreten haben, müssen irgendwie ihr Gesicht wahren. Es müsste also eine Art schrittweiser Rückzug stattfinden.

Und damit kommen wir zur Schlüsselrolle der „New York Times“ für die Linke, nämlich die offiziellen Standpunkte zu formulieren und an die Kandidaten und Einflussnehmer des Teams weiterzugeben. Wie wäre es mit ein paar Anweisungen, wie man sich still und leise vom „Green New Deal“ distanzieren kann?

Heute erscheint auf Seite A-12 der Printausgabe ein Artikel mit der Überschrift [übersetzt] „Die Demokraten hatten einst geschworen, Öl und Gas zu stoppen. Jetzt sind sie sich nicht mehr so sicher.“ Die Unterüberschrift lautet: „Angesichts der bevorstehenden Zwischenwahlen überdenken viele führende Demokraten ihre Herangehensweise an den Klimawandel.“

Aus der Online-Version geht hervor, dass der Artikel dort bereits am 11. Juni erstmals erschienen ist. Man hat ihn bis heute für die Printausgabe zurückgehalten und ihn dann tief auf Seite A-12 versteckt. Der flüchtige Leser kommt vielleicht gar nicht so weit, aber derjenige, der ihn sehen wird, ist der Parteifunktionär, der Anweisungen aus der Parteizentrale benötigt.

Auszug:

„Angesichts der Besorgnis der Wähler über die steigenden Benzinpreise und die Inflation argumentieren einige führende Politiker der Demokratischen Partei, man solle aufhören, die Öl- und Gasindustrie einzuschränken, deren Verbrennung zur Erderwärmung beiträgt. Dies ist eine Abkehr von dem Kurs der Biden-Regierung, die den Klimawandel als existenzielle Bedrohung betrachtete und versuchte, neue Bohrungen und Pipelines zu verhindern. … Das Ergebnis könnte eine weniger ehrgeizige Klimapolitik sein, sollte die Partei in Washington wieder an die Macht kommen. … Nun argumentieren viele Demokraten, dass der Weg zurück an die Macht bedeutet, einige ihrer aggressivsten Positionen zum Klimawandel aufzugeben.“

Der Artikel steckt voller nützlicher Hinweise, wie man den Katastrophismus abmildern kann. Das meiste davon scheint darauf hinauszulaufen, dass man aufhört, Öl und Gas zu verteufeln, während man weiterhin Wind- und Solarenergie als die „günstigsten“ Möglichkeiten der Stromerzeugung anpreist. (Sie haben immer noch nicht begriffen, dass diese Energieformen – wenn man die Kosten für die Einspeisung von Wind- und Solarstrom ins Netz mit einberechnet – eine weitaus teurere Art der Stromerzeugung sind als fossile Brennstoffe.)

Hier sind einige der Hinweise:

• „Anstatt ausschließlich auf grüne Lösungen zu setzen, sagen viele Demokraten, sie hätten einen besseren Weg, um die Kluft zu überbrücken: die Partei zu sein, die zu allen Energieformen ‚Ja‘ sagt. Schließlich, so argumentieren sie, seien Wind- und Solarenergie oft die günstigsten Formen der Stromerzeugung und am schnellsten einsetzbar. Unter gleichen Wettbewerbsbedingungen, so sagen sie, würden erneuerbare Energien fossile Brennstoffe schlagen.“

• „Wir sollten nicht gegen die heimische Öl- und Gasindustrie sein, aber wir müssen für die Energiewende eintreten“, sagte Simon Rosenberg, ein demokratischer Stratege. „Die Demokraten sollten darauf zusteuern, anstatt davor zurückzuschrecken.“

• Rahm Emanuel, ehemaliger Kongressabgeordneter, Stabschef von Präsident Barack Obama und Bürgermeister von Chicago, der eine Kandidatur für das Weiße Haus im Jahr 2028 in Erwägung zieht sagte, die Demokraten müssten sich auf die Haushaltsbudgets konzentrieren, insbesondere auf die Strom- und Gasrechnungen. „Ich bin nicht dagegen, über Klimapolitik zu sprechen, aber man muss darüber im Zusammenhang mit Energie und Energiepreisen sprechen“, sagte Emanuel, „und man muss darüber sprechen, wie sie sich auf den Schutz der Verbraucher auswirkt.“

Und wenn Sie aufhören, die Öl- und Gasindustrie zu verteufeln, können Sie sogar anfangen, deren Geld anzunehmen!

„Vor kurzem in Kalifornien … wurde Tom Steyer, ein Verfechter des Kampfes gegen die globale Erwärmung, bei der Gouverneursvorwahl dieses Monats von Xavier Becerra ausgestochen. Herr Becerra, ein gemäßigter Demokrat, stellte die strengsten Klimaziele des Bundesstaates in Frage – wie beispielsweise das Verbot des Verkaufs neuer benzinbetriebener Autos bis 2035 – und erhielt Spenden von Öl- und Gasunternehmen.“

Wenn die demokratischen Kandidaten diese Botschaft verstehen, könnte es sein, dass die Klimapanik bei den bevorstehenden Zwischenwahlen plötzlich und weitgehend verschwindet. Wäre das nicht eine unglaubliche Wende!?

Andererseits geht es bisher lediglich um die Botschaft. Selbst wenn sich die Botschaft ändert, bedeutet das nicht, dass sich das Ziel der Demokraten ändern wird, die Macht zu übernehmen.

Sicherlich argumentieren im Rechtsstreit um das „Endangerment Finding“ Dutzende von Umweltverbänden und alle „blauen“ [= demokratisch regierten] US-Bundesstaaten weiterhin, dass atmosphärisches CO₂ (das Produkt der Nutzung fossiler Brennstoffe) eine „Gefahr“ für die menschliche Gesundheit und das Wohlergehen darstellt.

Dort, wo die Demokraten regieren, wird die destruktive Politik so lange fortgesetzt, bis es entweder zu einem katastrophalen Stromnetzausfall kommt oder die Kosten so exorbitant hoch werden, dass man sie nicht mehr glaubhaft einem Schreckgespenst zuschreiben kann.

Mehr beimManhattan Contrarian

Link: https://climatechangedispatch.com/climate-scare-dems-ditch-green-dreams/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Kew Gardens ist nichts als ein weiterer wertloser, Datenmüll liefernde Messpunkt

Paul Homewood, NOT A LOT OF PEOPLE KNOW THAT

Hervorragende Arbeit von Ray Sanders, der aktuelle Fotos der Wetterstation in Kew bereitgestellt hat, die auf Tallbloke veröffentlicht worden sind:

Der Blogger beschreibt das hier genauer.

Laut dem Met Office gehört Kew zur Klasse 2:

Das Foto zeigt deutlich, dass Kew ganz sicher NICHT der Klasse 2 entspricht.

Zunächst einmal müsste das Gelände mit niedriger Vegetation bedeckt sein, die weniger als 10 cm hoch ist. Das hohe Gras ist jedoch etwa 1 m hoch. Selbst Klasse 3 setzt eine Vegetation von weniger als 25 cm voraus, was bedeutet, dass Kew bestenfalls der Klasse 4 entspricht.

Zweitens steht die Wetterhütte nur etwa 10 cm von diesem Holzzaun entfernt. Auch dies steht im Widerspruch zur Regel der Klasse 2 bezüglich „offener Fläche“. Diese Regel ist besonders wichtig, da Zäune einen Sonnenfalleffekt erzeugen und die Luftzirkulation verringern.

Bei Standorten der Klasse 4 besteht eine Unsicherheit bis 2 °C, was bedeutet, dass die Temperatur von 35,1 °C in Kew statistisch gesehen auch nur 33,1 °C betragen könnte:

Laut dem Met Office waren die fünf Standorte mit den nächsthöchsten Temperaturen nach Kew an diesem Tag allesamt unzuverlässige Messstationen. Heathrow gehört technisch gesehen zur Klasse 3, was absurd ist, und die anderen vier gehören alle zu den Klassen 4 und 5:

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/06/20/kew-gardens-is-just-another-worthless-junk-site/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

Anmerkung: Hierzu gab es jüngst schon weitere Beiträge, zuletzt hier.

 




Nein, Medien, der bevorstehende El Niño führt nicht zu einer drohenden Klimakatastrophe

Anthony Watts

Medien wie „The Independent und „Reuters“ berichten bereits im Vorfeld, dass ein mit Spannung erwartetes starkes El-Niño-Phänomen Rekordtemperaturen und Unwetter verursachen wird. Reuters behauptet, die Auswirkungen des El Niño würden besonders gravierend sein, da er zusätzlich zum vom Menschen verursachten Klimawandel auftrete und durch diesen noch verschärft werde.* Diese Darstellung ist höchst irreführend. Sie vermischt einen natürlich wiederkehrenden Ozeanzyklus mit dem langfristigen Klimawandel, übertreibt Spekulationen auf der Grundlage von Klimamodellen und behandelt – entgegen wissenschaftlichen Erkenntnissen – kurzfristige Schwankungen als Beweis für eine sich beschleunigende langfristige Klimakrise.

*Auch die Medien hierzulande stoßen weit verbreitet in dieses Horn. A. d. Übers.

Als Reaktion auf einen aktuellen Bericht der Weltorganisation für Meteorologie schreibt Reuters in einem Artikel mit dem Titel [übersetzt] „Ein starkes El-Niño-Phänomen könnte unmittelbar bevorstehen. Der Klimawandel wird dessen Auswirkungen noch verschlimmern“, dass das sich entwickelnde El-Niño-Phänomen in Verbindung mit der vom Menschen verursachten Erwärmung zu einer Verschärfung extremer Wetterereignisse führen und das Jahr 2027 möglicherweise zum heißesten Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen machen wird.

El Niño ist kein neues Phänomen. Er wird nicht durch einen Anstieg des Kohlendioxidgehalts in der Atmosphäre verursacht. Es handelt sich um eine natürlich auftretende Ozean-Atmosphäre-Oszillation, die sich alle zwei bis sieben Jahre entwickelt, wenn die Passatwinde im Pazifik nachlassen und dadurch wärmere Oberflächengewässer nach Osten wandern können. Das Phänomen ist seit Jahrhunderten dokumentiert. Es führt zu einem vorübergehenden Anstieg der globalen Durchschnittstemperaturen und verändert weltweit die Niederschlagsmuster. Das ist es, was El Niño bewirkt.

Die Weltorganisation für Meteorologie projiziert eine Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent für die Entstehung eines El-Niño-Ereignisses und warnt vor einem möglicherweise starken Ereignis, das durch pazifische Meerestemperaturen von mindestens 1,5 °C über dem Durchschnitt definiert ist. Auf der gleichen Seite wird jedoch auch auf Unsicherheiten hingewiesen, da einige Modelle ein starkes Ereignis vorhersagen, andere hingegen nicht. Das ist keine Vorhersagesicherheit. Es handelt sich um probabilistische Modellierung, denn Klimamodelle sind keine Daten.

Reuters räumt ein, dass El Niño naturgemäß in diesem Zyklus auftritt, doch der Artikel zieht schnell den ungerechtfertigten Schluss, dass der Klimawandel dessen Auswirkungen „verstärken“ werde.

Der Artikel stützt sich stark auf Projektionen, wonach 2027 aufgrund des kombinierten Effekts von El Niño und steigenden Treibhausgas-Emissionen das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen werden könnte. Doch kurzfristige Temperaturspitzen in El-Niño-Jahren sind seit Beginn der instrumentellen Aufzeichnungen immer wieder aufgetreten. Der starke El Niño von 1997–98 führte zu einem vorübergehenden Anstieg der globalen Temperaturen. Gleiches galt für 2015–16. Diese Spitzen waren größtenteils auf eine Umverteilung der Wärme im Ozean zurückzuführen, nicht auf einen abrupten neuen Einflussfaktor.

Die Zeitung „The Independent“ hat diese Darstellung bereits aufgegriffen und vor einer drohenden, durch El Niño verursachten „Sommerhitzewelle“ gewarnt – eine Behauptung, die auch von Reuters aufgegriffen worden ist. Der rote Faden dabei ist eine fehlerhafte Ursachenzuordnung.

Die als Grundlage für diese Berichterstattung dienende WMO-Mitteilung projiziert Wahrscheinlichkeiten auf der Basis von Modellensembles. Doch wie „Climate at a Glance“ in seiner Erörterung der Modellleistung dokumentiert, liefern Klimamodelle seit jeher höhere Werte als Temperaturmessungen von Satelliten und Wetterballonen, wobei letztere tatsächlich beobachtete Daten erfassen. Die Behandlung von Ensemble-Ergebnissen als kurzfristige Gewissheiten ignoriert den Unterschied zwischen Modelldaten und realen Daten. In der Wissenschaft sollte man sich an den Daten orientieren und nicht daran, was laut einem Modell oder einer Theorie passieren sollte.

Ebenso zeigt die Auswertung von Hitzewellen in den USA durch „Climate at a Glance“, dass extreme Hitze in den Vereinigten Staaten in den 1930er Jahren häufiger auftrat als in den letzten Jahrzehnten. Das sind Daten der National Oceanic and Atmospheric Administration, keine Spekulationen von Computermodellen. Die Hitzewellen während des „Dust Bowl“ traten vor den heutigen CO₂-Konzentrationen auf. Hitzeextreme sind nichts Neues; sie sind Teil der normalen klimatischen Schwankungen.

Reuters zitiert Wissenschaftler, die behaupten, der Klimawandel „verstärke die Auswirkungen von El Niño“ und führe zu intensiveren Hitzewellen, Dürren und Starkregenereignissen. Diese Behauptung ist als Hypothese wissenschaftlich nicht plausibel. Es gibt keinen empirischen Nachweis dafür, dass ein langfristiger Klimawandel mit einer Verschärfung von El-Niño-Ereignissen oder einer Verschärfung von Hitzewellen, Dürren oder Starkregenereignissen in Zusammenhang steht, die zu Überschwemmungen führen. Die Zuordnung einer bestimmten Katastrophe zu einem globalen Signal erfolgt mithilfe kontrafaktischer Modellierung, wie es in diesem fehlerhaften Bericht geschehen ist: Die Überschwemmungen in Rio Grande do Sul im Jahr 2024 werden als durch den Klimawandel und El Niño verstärkt angeführt. Wetter ist nicht gleich Klima, wie bereits wiederholt bei „Climate Realism“ erörtert worden ist. Attributionsstudien sind Beispiele für Zirkelschlüsse, die sowohl logisch als auch wissenschaftlich fehlerhaft sind.

Wetterereignisse entstehen aufgrund von atmosphärischen Blockierungen, Jetstream-Konfigurationen, Rückkopplungen mit der Bodenfeuchte und ozeanischen Schwankungen. Diese Prozesse laufen unabhängig von menschlichen Emissionen ab. El Niño verändert die globale Ozean- und Atmosphärenzirkulation auf nachweisbare Weise und wird durch gekoppelte Wechselwirkungen zwischen Ozean und Atmosphäre im tropischen Pazifik angetrieben. Er bedurfte zur Entstehung von Wetterextremen weder eine Verstärkung durch Treibhausgase noch war er davon abhängig.

Der Reuters-Artikel räumt sogar ein, dass „jedes El-Niño-Phänomen anders ist“ und dass seine regionalen Auswirkungen schwer vorherzusagen sind. Allein diese Variabilität sollte alarmistische Prognosen dämpfen. Stattdessen wird uns gesagt, dass dieses El-Niño-Phänomen einen „Einblick in die Zukunft“ bieten könnte. Das ist Rhetorik, aber keine nüchterne wissenschaftliche Einschätzung auf der Grundlage realer Daten.

Die globale Temperatur unterliegt auf interannueller Ebene starken Schwankungen. Vulkanausbrüche können zu einer Abkühlung des Planeten führen. Auch Schwankungen der Sonnenaktivität spielen eine Rolle. ENSO-Zyklen sorgen für eine Umverteilung der Wärme innerhalb des Ozean-Atmosphäre-Systems. Ein vorübergehender Anstieg der globalen Temperatur während eines El-Niño-Ereignisses ist kein Beweis für einen sich beschleunigenden Klimawandel. Er verdeutlicht vielmehr die interne Variabilität, die sich einem allmählichen Hintergrundtrend überlagert. Die nachstehende Grafik veranschaulicht dies:

Abbildung: UAH-Satellitenmessung der globalen durchschnittlichen Temperaturanomalie, wobei El-Niño-Phasen rot und La-Niña-Phasen blau dargestellt sind. Aus Kapitel 7 von „Introduction to Modern Climate Change“

In den Medien gibt es zudem eine implizite Täuschung, wenn Rekordwärme in El-Niño-Jahren hervorgehoben wird. Wenn natürliche Schwankungen die Temperaturen in die Höhe treiben, wird dies als Beweis für eine Verschärfung des Klimawandels dargestellt. Wenn La Niña die globalen Durchschnittswerte vorübergehend drückt, wird diese Schwankung selten als Argument dafür herangezogen, dass sich die Erwärmung verlangsamt hat. Diese Asymmetrie offenbart die Sinnlosigkeit der zugrunde liegende Erzählung.

Der bevorstehende El Niño könnte die globalen Temperaturen tatsächlich für ein oder zwei Jahre steigen lassen. Das würde mit jedem bisherigen starken El Niño übereinstimmen. Es würde kein neues physikalisches Regime darstellen. Es wäre kein Beweis dafür, dass der Klimawandel jede Auswirkung über historische Maßstäbe hinaus verstärkt.

El Niño ist ein natürliches Phänomen, Hitzewellen sind natürlich, und die daraus resultierenden Überschwemmungen und Dürren sind unter ihrem Einfluss schon immer aufgetreten. Der Pazifik oszilliert. Die globale Temperatur fluktuiert nach oben, und die Schlagzeilen in den Medien schießen vorhersehbar im Gleichklang in die Höhe. Die Vermischung natürlicher Schwankungen mit modellbasierten Projektionen sowie die Darstellung dieser Kombination als sich beschleunigende Katastrophe ist eine bedauerlich irreführende „Berichterstattung“. Die Leser von Reuters, The Independent und anderen Medien verdienen Besseres, die El-Niño-Ereignisse mit dem Klimawandel in Verbindung bringen; sie verdienen zumindest einen Anschein von Wahrheit, der auf physikalischen Erkenntnissen basiert anstatt auf den Ergebnissen von Klimamodellen.

Link: https://climaterealism.com/2026/06/no-media-the-coming-el-nino-isnt-creating-a-looming-climate-catastrophe/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Das Interesse der Medien am Klimawandel lässt nach!

H. Sterling Burnett

Die Anzeichen überall deuten darauf hin, dass das Interesse der Medien am Klimawandel dramatisch und rasch nachlässt. Anstatt die Erkenntnis zur Kenntnis zu nehmen, dass eine realistische Bewertung der Klimafakten zeigt, dass keine Klimakrise bevorsteht, scheint die rückläufige Berichterstattung der Medien über das Thema eine Anpassung an die wirtschaftliche Realität zu sein: Der Klimawandel verkauft sich einfach nicht. Die nachlassende Berichterstattung der Medien über den Klimawandel ist ein nachlaufender Indikator, der einem Trend folgt, anstatt ihn anzuführen. Umfragen haben immer wieder gezeigt, dass der Klimawandel für die überwiegende Mehrheit der Öffentlichkeit nicht zu den wichtigsten politischen Themen gehört, und die globale Finanzwelt, die Wirtschaft sowie die Politik haben ihren Fokus von der Reduzierung der CO₂-Emissionen darauf verlagert, so schnell wie möglich erschwinglichere und zuverlässigere Energie – also fossile Brennstoffe – auf den Markt zu bringen.

Ein erstes Anzeichen dafür, dass die Medien von ihren alarmierenden, rund um die Uhr und an sieben Tagen in der Woche verbreiteten Meldungen über die sogenannte Klimakrise Abstand nehmen, zeigte sich Anfang Februar, etwas mehr als ein Jahr nachdem Donald Trump zum zweiten Mal sein Amt als Präsident der Vereinigten Staaten angetreten hatte. Die „Washington Post“ (WaPo) entließ 13 ihrer Reporter aus der Klimaredaktion – etwa zwei Drittel des Personals, das sich ausschließlich mit der Berichterstattung über den Klimawandel befasste. Die WaPo hatte lange Zeit eine Vorreiterrolle dabei gespielt, Klimapanikmache und schädliche Energiepolitik voranzutreiben, die angeblich notwendig seien, um eine Klimakatastrophe zu verhindern.

Ende Mai gab dann National Public Radio (NPR) bekannt, dass es seine zehnköpfige Klimaredaktion auflösen werde – die Abteilung, die sich ausschließlich der Berichterstattung über Klimakatastrophen widmete. Im Rahmen einer umfassenderen Umstrukturierung entließ NPR seine Chefredakteurin für Klimafragen Neela Banerjee und integrierte einen Teil der verbleibenden Mitarbeiter in andere Abteilungen des nationalen Redaktionsbereichs.

Anfang Juni folgte Politico und kündigte an, seine wichtigsten Publikationen zu Klima und Umwelt einzustellen: E&E News Daily, Greenwire, Climatewire, Energywire und E&E News PM. Diese Publikationen waren fast drei Jahrzehnte lang führende unabhängige Medien für Nachrichten zu Klima, Energie und Umwelt. Noch vor wenigen Jahren hatte Politico diese Publikationsgruppe übernommen, angeblich um „die Präsenz von POLITICO in den Bereichen Energie, Klima und Umwelt erheblich auszubauen“. Nun stellt das Unternehmen sie ein. Ähnlich wie bei der Maßnahme von NPR wird die Einstellung dieser Klimapublikationen als Umstrukturierung dargestellt: „E&E News wird nicht mehr als eigenständige Marke agieren. Der Journalismus und das Fachwissen von E&E News werden vollständig in das Energie- und Umweltportfolio von POLITICO integriert, das aus Artikeln, Kurzmeldungen, Analysen und Newslettern besteht.“

Die Gewerkschaft, welche die unter der Marke „E&E News“ erscheinenden Fachzeitschriften vertritt, betrachtet das Vorgehen von Politico weniger als Umstrukturierung, sondern vielmehr als Verrat.

„Gewerkschaft von der Schließung von E&E News überrascht“ lautet der Titel eines Artikels über die Schließung von E&E News durch Politico in TalkingBizNews. „Am 29. Januar, als wir über Abfindungsangebote für die Energie- und Umweltteams sprachen, sagte Joe Schatz den Gewerkschaftsführern der PEN Guild: ‚Die Marken und Publikationen werden nicht verschwinden. Wir wollen ihre Ausrichtung schärfen.‘“

„Dies ist das zweite Mal innerhalb von sechs Monaten, dass die Geschäftsführung die Mitarbeiter belogen hat – das erste Mal war, als John Harris im Dezember sagte, es werde keine Entlassungen im Unternehmen geben, nur um einen Monat später einige Führungskräfte zu entlassen“, heißt es in dem Artikel weiter.

Es ist wahrscheinlich, dass die Entscheidung der Trump-Regierung, in verschiedenen Ministerien und Behörden Abonnements für externe Publikationen um mehrere zehn Millionen Dollar zu kürzen, die bisher von den Steuerzahlern finanziert worden waren – darunter mehr als 8 Millionen Dollar an Politico – eine Rolle bei der Entscheidung des Unternehmens gespielt hat, genauso wie das Auslaufen der öffentlichen Mittel für NPR sicherlich zum Rückgang der Klimaberichterstattung bei NPR beigetragen hat. Weil die Regierung die Finanzierung von Klimapropaganda eingestellt hat, sind deren Verbreiter gezwungen, sich zurückzuziehen und Einsparungen vorzunehmen.

Das sind nur drei Medien, zweifellos wichtige, aber dennoch nur ein kleiner Teil des gesamten Komplexes des Klimajournalismus‘. Doch was dort geschieht, scheint symptomatisch für den allgemeinen Rückgang der Berichterstattung über den Klimawandel zu sein.

In diesem Jahr haben sich weniger Journalisten für die Teilnahme an den von den Vereinten Nationen geförderten jährlichen Klimaverhandlungen in Bonn angemeldet als jemals zuvor seit Beginn der COVID-Pandemie. Die Zahl liegt sogar unter dem Stand von vor einem Jahrzehnt, nämlich im Jahre 2016. „Climate Home News“ berichtet:

Die Zahl der Journalisten, die sich für die Teilnahme an den jährlichen Klimaverhandlungen in Bonn angemeldet haben, ist in diesem Jahr zurückgegangen, weil Klimareporter entlassen wurden und die Medienberichterstattung über Klimathemen weltweit nachlässt.

Daten von UN Climate Change, dem Veranstalter der zweiwöchigen Gespräche zeigen, dass sich lediglich 135 Medienvertreter zur Teilnahme angemeldet haben. Eine Analyse früherer Daten durch Climate Home News ergibt, dass dies die niedrigste Zahl seit 2021 ist, als COVID-19-Beschränkungen das Reisen einschränkten und die Bonner Gespräche in einem hybriden Format stattfanden, um eine Online-Teilnahme zu ermöglichen.

Die Zahl der Journalisten, die tatsächlich an den Verhandlungen teilnehmen, wird erst im Laufe dieses Monats bekannt sein, liegt jedoch in der Regel deutlich unter der Zahl der angemeldeten.

Zu den Medien, die weniger Journalisten als in den Vorjahren oder gar keine Journalisten angemeldet haben, gehören globale Schwergewichte wie Reuters, Bloomberg und die BBC sowie deutsche Medien wie die Deutsche Welle und das ZDF … .

Im gleichen Artikel wird darauf hingewiesen, dass die Gesamtzahl der Beiträge zum Thema Klima im vergangenen Jahr stark zurückgegangen ist: „Die Berichterstattung zum Thema Klima war in den ersten fünf Monaten des Jahres 2025 um 35 Prozent geringer als im gleichen Zeitraum des Jahres 2025 und um 41 Prozent geringer als im Jahr 2021. Im Jahr 2026 ist die Berichterstattung sogar noch weiter zurückgegangen: Von Januar bis Mai 2026 wurden etwas mehr als 17.000 Beiträge veröffentlicht, was einem Rückgang von 48 Prozent gegenüber dem Höchststand von mehr als 34.500 veröffentlichten Beiträgen im Jahr 2021 entspricht.

„Eine neue Analyse des Yale-Programms zur Kommunikation über den Klimawandel ergab einen ähnlichen Rückgang der Klimaberichterstattung im Jahr 2026.“ (Siehe die folgende Grafik:)

Wie auch immer man es misst: Es gibt einen starken Rückgang der Berichterstattung über den Klimawandel. Das sind gute Nachrichten für die Öffentlichkeit, die von den Medien jahrzehntelang über die Ursachen und Folgen des Klimawandels in die Irre geführt worden war, indem man ihr Vorwürfe wegen ihrer Ess-, Einkaufs-, Reise- und Wahlgewohnheiten machte und behauptete, ihr Verbrauch fossiler Brennstoffe würde sie, ihre Kinder und den Planeten töten. Das war schon immer falsch.

Quelle: Climate Home News

Link: https://heartland.org/opinion/climate-change-weekly-582-medias-interest-in-climate-change-is-flagging/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE