Sonnenschein-Studien

Cap Allon

Drei aktuelle Studien, die sich mit Polen, Brasilien und Nigeria befassen, weisen auf denselben grundlegenden Zusammenhang hin: mehr Sonnenschein, weniger Wolkendecke, mehr die Erdoberfläche erreichende Sonneneinstrahlung und höhere Temperaturen.

In Krakau im Süden Polens stellten Forscher fest, dass die Lufttemperatur seit Ende der 1980er Jahre im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 1951–1988 um etwa 2,3 °C gestiegen ist. Im gleichen Zeitraum stieg die Sonnenscheindauer um etwa 500 Stunden – das entspricht etwa einem Drittel mehr Sonnenschein pro Jahr als im früheren Referenzzeitraum.

Die Jahrestemperatur und die Sonnenscheindauer in Krakau entwickeln sich parallel (1951–2020), wobei beide Werte seit Ende der 1980er Jahre steigen.

Die Studie ergab, dass die Sonnenscheindauer allein etwa 60 % der Schwankungen der Jahrestemperatur in Krakau im Zeitraum von 1951 bis 2020 erklärte. Der Winter-NAO-Index erklärte 7,7 %. Nach Angaben der Forscher trug der CO₂-Strahlungsantrieb zu 3,6 % bei.

Der Hauptgrund für den Temperaturanstieg war laut den Autoren die erhöhte Sonneneinstrahlung auf die Erdoberfläche und nicht der Strahlungsantrieb.

Die Krakauer Studie erklärt auch, warum es nicht ausreicht, lediglich die „Bewölkung“ zu zählen. Eine dünne Bedeckung mit Cirrus und eine dicke, graue Bedeckung mit tiefen und mittelhohen Wolken sind zwar beides Wolken, doch sie verdecken die Sonne nicht auf die gleiche Weise. Die entscheidende Veränderung lag in der Wolkenstruktur: Es gab weniger tiefe und mittelhohe Wolken und mehr Wolkentypen, die eine längere Sonnenscheindauer zulassen.

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In Brasilien zeigt sich das gleiche Phänomen auf kontinentaler Ebene.

Eine Studie aus dem Jahr 2026 untersuchte anhand von Meteosat-Satellitendaten die Sonnenscheindauer in ganz Brasilien im Zeitraum von 1983 bis 2020. Dabei wurde ein allgemeiner Anstieg der Sonnenscheindauer festgestellt, wobei die deutlichsten positiven Trends im Zentralwesten und im Nordosten zu verzeichnen waren. Die Autoren brachten dieses Muster zudem mit einem Rückgang des Tagesbewölkungsanteils in weiten Teilen des Landes in Verbindung.

Die Bewölkung tagsüber nahm im Zeitraum von 1983 bis 2020 in weiten Teilen Brasiliens ab. Blau steht für weniger Wolken, wodurch mehr Sonnenstrahlung die Erdoberfläche erreicht.

Auch hier gilt: Weniger Wolken bedeuten, dass mehr kurzwellige Sonnenstrahlung die Erdoberfläche erreicht.

Die Sonnenscheindauer nahm in Brasilien im Zeitraum von 1983 bis 2020 zu.

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Nigeria fügt dem Puzzle ein weiteres großes Puzzleteil hinzu.

Eine Studie aus dem Jahr 2026, die den Zeitraum von 1970 bis 2022 abdeckt, stellte ebenfalls einen Anstieg der Sonnenscheindauer im ganzen Land fest, der landesweit durchschnittlich 0,4 Stunden pro Jahrzehnt betrug. Im Norden Nigerias lag der Anstieg bei 0,5 bis 0,7 Stunden pro Jahrzehnt, was hauptsächlich auf abnehmende Bewölkung zurückzuführen war.

Immer wieder zeigt sich die gleiche physikalische Realität: weniger Wolken, mehr Sonnenschein, Erwärmung der Erdoberfläche.

Wolken gehören zu den wichtigsten Regulatoren des Energiehaushalts der Erdoberfläche, doch die Öffentlichkeit wurde darauf trainiert, ihnen kaum Beachtung zu schenken. Jeder Anstieg auf einem Temperaturdiagramm wird mit einer eindeutigen CO₂-Erklärung versehen. Aber das ist fiktiv – und nicht die Realität.

Die Sonne ist die Wärmequelle der Erde. Wolken sind der Sonnenschutz des Planeten, so Dr. Roy Spencer.

Noch ein Punkt: Die Sonne war während der modernen Erwärmung nicht inaktiv. Die rekonstruierten Sonnenfleckenzahlen stiegen im 20. Jahrhundert auf das „Modern Grand Maximum“ an. (Anmerkung: Die untenstehende Rekonstruktion endet im Jahr 1995, bevor die Sonnenaktivität auf die schwachen Sonnenzyklen 24 und 25 abfiel.)

Rekonstruction von [Solanki et al., aus Lüdecke 2011]

Link: https://electroverse.substack.com/p/south-pole-below-70c-again-sunshine?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke; gilt nicht für die oben verlinkten Studien)

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Wissenschaftler geben zu, dass CO₂ den Reisanbau angekurbelt hat – und unterschlagen dann die wichtigste Information

Reis, CO₂ und die Klimageschichte, welche die Medien immer wieder „übersehen“.

Anthony Watts

Dieser Artikel auf Phys.org mit dem Titel [übersetzt] „Die weltweite Reisproduktion hat sich trotz des Klimawandels in den letzten 50 Jahren fast verdoppelt“ berichtet von guten Nachrichten, die jedoch mit Ungläubigkeit untermalt sind. Die Autoren heben zu Recht diese bemerkenswerte Erfolgsgeschichte hervor, und die Daten zeigen, dass die Menschheit im letzten halben Jahrhundert ihre Ernährung dramatisch verbessert hat, obwohl die Konzentrationen von Kohlendioxid (CO₂) in der Atmosphäre gestiegen sind und sich das Klima leicht erwärmt hat. [Hervorhebungen und Links hinzugefügt {vom Autor}]

Was die Autoren jedoch übersehen, ist die offensichtliche Schlussfolgerung, die ihnen direkt ins Auge springt: Steigende CO₂-Werte und höhere Temperaturen waren wahrscheinlich ein Teil der Gründe für diesen Erfolg.

Seit Jahrzehnten wird der Öffentlichkeit erzählt, dass der Klimawandel die weltweite Nahrungsmittelproduktion bedroht. Doch diese neue Studie von Forschern der University of Illinois offenbart eine bemerkenswerte Realität: Die weltweite Reisproduktion hat sich von den 1960er- bis zu den 2010er-Jahren fast verdoppelt.

Das ist keine Geschichte vom Zusammenbruch der Landwirtschaft. Es ist eine Geschichte von außergewöhnlichem menschlichem Erfolg.

Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass verbesserte Bewirtschaftungsmethoden – darunter eine Ausweitung der Bewässerung, ein erhöhter Düngemitteleinsatz und bessere Anbaumethoden – die Haupttreiber für den Anstieg der Reisproduktion waren. Damit haben sie mit ziemlicher Sicherheit Recht.

Die moderne Landwirtschaft ist dank Fortschritten in den Bereichen Technologie, Genetik, Infrastruktur und Agronomie weitaus produktiver geworden.

Doch es gibt noch einen weiteren wichtigen Faktor, der in der Studie erwähnt wird, jedoch weitaus mehr Aufmerksamkeit verdient.

Die Forscher bestätigen, dass der Anstieg des Kohlendioxidgehalts in der Atmosphäre „der wichtigste Umweltfaktor war, der durch die Steigerung der Photosynthese und die Verbesserung der Wassernutzungseffizienz zu einer höheren Reisproduktion beitrug“.

Diese Erkenntnis sollte nicht umstritten sein. Kohlendioxid ist nicht nur ein Treibhausgas. Es ist auch der grundlegende Baustein des Pflanzenwachstums. Durch die Photosynthese verbinden Pflanzen CO₂, Wasser und Sonnenlicht, um Zucker zu bilden, der das Wachstum und die Nahrungsmittelproduktion antreibt.

Quelle: Monash University

Ohne Kohlendioxid gäbe es keine Nutzpflanzen, keine Wälder und keine Nahrungskette.

Seit Jahren dokumentieren Wissenschaftler den CO₂-Düngungseffekt. Höhere CO₂-Konzentrationen in der Atmosphäre ermöglichen es Pflanzen im Allgemeinen, schneller zu wachsen und Wasser effizienter zu nutzen.

Satellitenbeobachtungen haben in den letzten Jahrzehnten eine deutliche weltweite Begrünung gezeigt, wobei sich die Vegetation in vielen Regionen weltweit ausbreitet. Nutzpflanzen sind Teil dieser Entwicklung.

Interessanterweise schätzt die Studie einen Rückgang der Reisproduktion um sieben Prozent aufgrund klimabedingter Faktoren im Zeitraum von 2006 bis 2015, während der Tatsache, dass sich die weltweite Reisproduktion im gesamten untersuchten Zeitraum dennoch fast verdoppelt hat, vergleichsweise wenig Beachtung geschenkt wird.

Wäre der Klimawandel die überwältigende Bedrohung für die Nahrungsmittelproduktion, wie sie oft in den Medien dargestellt wird, wäre nicht zu erwarten, dass die Reisproduktion im gleichen Zeitraum um fast 100 Prozent gestiegen ist.


Stattdessen hat die Welt steigende Erträge, eine verbesserte Ernährungssicherheit und die Fähigkeit erlebt, Milliarden mehr Menschen zu ernähren als in früheren Generationen.

Die Studie zeigt, dass Umweltveränderungen nicht durchweg negativ sind. Tatsächlich weisen die Autoren ausdrücklich darauf hin, dass der Anstieg des CO₂-Gehalts in der Atmosphäre die Reisproduktion gesteigert hat, indem er die Photosynthese und die Wassernutzungseffizienz gefördert hat. Dieser Punkt verdient es, im Mittelpunkt zu stehen und nicht nur als Fußnote unter dem Vorbehalt „trotz des Klimawandels“ zu erscheinen.

Die übergeordnete Erkenntnis ist nicht, dass klimatische Herausforderungen ignoriert werden sollten. Landwirte haben sich schon immer an veränderte Bedingungen angepasst, ganz gleich, ob Dürren, Überschwemmungen, Temperaturveränderungen, Schädlinge oder Marktanforderungen diese Veränderungen ausgelöst haben.

Der Einfallsreichtum des Menschen bleibt die wichtigste landwirtschaftliche Ressource.

Diese Studie zeigt, dass Anpassung funktioniert. Verbesserte Anbaumethoden haben die Produktivität gesteigert. Bessere Bewässerung hat die Erträge erhöht. Neue Technologien haben die Landwirtschaft widerstandsfähiger gemacht.

Und der steigende CO₂-Gehalt in der Atmosphäre hat dem Pflanzenwachstum dabei messbare Vorteile gebracht.

Zusammengenommen haben diese Faktoren zu einer der größten Erfolgsgeschichten der Landwirtschaft in der Geschichte der Menschheit geführt.

Leider konzentriert sich ein Großteil der Klimadiskussion fast ausschließlich auf potenzielle zukünftige Schäden, während messbare Vorteile der Gegenwart übersehen werden. Das Ergebnis ist eine öffentliche Debatte, die oft weitaus pessimistischer klingt, als es die Fakten rechtfertigen.

Reis ernährt mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung. Laut dieser Studie hat sich die weltweite Reisproduktion in den letzten 50 Jahren fast verdoppelt, wie aus der folgenden Abbildung hervorgeht:


Das ist kein Beleg für ein im Niedergang begriffenes Ernährungssystem. Es ist vielmehr ein Beleg dafür, dass das Ernährungssystem dramatisch produktiver und widerstandsfähiger geworden ist. Den Forschern gebührt Anerkennung dafür, dass sie diese Errungenschaft dokumentiert haben.

Die übergeordnete Erkenntnis ist jedoch noch bedeutender, als sie selbst anerkennen.

Die Kombination aus menschlicher Innovationskraft, der Modernisierung der Landwirtschaft und dem Düngeeffekt des steigenden CO₂-Gehalts in der Atmosphäre hat dazu beigetragen, eine Welt zu schaffen, die weitaus mehr Nahrungsmittel produziert als noch vor einem halben Jahrhundert.

Das ist keine Geschichte über eine Klimakrise, sondern eine Erfolgsgeschichte.

Mehr bei Climate Realism

Link: https://climatechangedispatch.com/CO₂-rice-production-climate-food-supply/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Ein negativer „Al Gore-Effekt“?

Christian Freuer

Der Begriff „Al Gore-Effekt“ wurde von Klima-Realisten erfunden und bezeichnet den Umstand, dass nicht immer, aber sehr häufig während eines Klima-Zirkus’ des IPCC und von Al Gore je nach Örtlichkeit besonders kaltes/kühles Wetter herrschte.

Nun findet die EIKE-Tagung der Klima-Realisten gerade zum Höhepunkt einer Hitzewelle statt, die auch noch ziemlich extrem ausfällt. Allerdings ist das natürlich nichts Neues. Im Jahre 2010 beispielsweise gab es eine solche Hitzewelle noch ausgeprägter in Ost- und Nordeuropa, die bis nach Nordskandinavien (!) reichte. An den Nordküsten merkte man davon bei Seewind nicht viel, aber wenn – wie in Hammerfest – die Warmluft föhnig aus dem Hochland hinab wehte, gab es am Nördlichen Eismeer Höchstwerte deutlich über 30 Grad – und das bei Tag und Nacht Sonnenschein!

Näheres dazu habe ich seinerzeit hier ausführlich ausgeführt, wenige Tage später hat auch Michael Limburg hier noch etwas dazu geschrieben.

Zur derzeitigen Lage hat nun ganz aktuell Blogger Cap Allon etwas geschrieben. Dabei zieht er weiter unten auch einen roten Faden zum allgemeinen Verhalten der Medien zu Hitze- und Kältewellen. Auch das Ende der Hitzewelle mit teils schweren Unwettern zu Beginn der nächsten Woche wird angesprochen.

Die Omega-Hitzewelle in West- und Mitteleuropa

Cap Allon

In West- und Mitteleuropa ist es diese Woche im Zuge einer Omega-Blockade heiß.

In Osteuropa und Skandinavien ist es dagegen kühl geblieben. Die 500-hPa-Karte zeigt einen großen Hochdruckrücken über West- und Mitteleuropa, der im Osten und Westen von Tiefdruckgebieten eingerahmt wird. Die Strömung krümmt sich dabei in die Form des griechischen Omega:

Im Bereich dieses Hochrückens sinkt die Luft ab. Alle Wolken lösen sich auf. Die Sonne Ende Juni brennt stärker. An der Südflanke treibt eine Strömung im Uhrzeigersinn Luft aus der Sahara nach Norden in Richtung Spanien, Frankreich und Großbritannien. Wenn diese Luft unter dem Hoch absinkt, wird sie komprimiert und erwärmt sich.

Dies ist ein Zirkulationsphänomen. Kein „Klimanotstand“. Und Westeuropa ist nicht die ganze Welt. Während Frankreich und Großbritannien in der Hitze schmoren, herrschen kühle Anomalien in der hohen Arktis, in Nordamerika, Teilen Asiens und Australiens, Südamerikas, im Südlichen Ozean und in der Antarktis.

Was die Rekorde angeht, sollte man dem britischen Met Office keinen Glauben schenken.

Anfang der Woche konzentrierten sich die Medienberichte, angeheizt durch das Met Office, stark auf Werte zwischen 39 °C und 40 °C. Man stand kurz davor, rote Warnungen der Stufe „Lebensgefahr“ auszugeben. Doch die Höchsttemperatur am Mittwoch lag nach Angaben des Met Office bei 36,1 °C in Gosport Fleetlands.

Damit wurde zwar ein neuer Juni-Rekord für Großbritannien aufgestellt, doch Gosport ist kein geeigneter Ort, um eine landesweite Klimaschlagzeile zu setzen. Bei der Messstation handelt es sich um eine automatische Messstelle in Fleetlands, einem tief gelegenen Hubschrauberlandeplatz und Standort für Flugzeugwartung. Laut Unterlagen zur Stationsprüfung wurde sie 2011 installiert, so dass der Standort noch keine lange Klimadatenreihe für den Juni vorweisen kann. Außerdem wird sie als Temperaturmessstelle der CIMO-Klasse 3 des Met Office geführt und ist keine unverfälschte Referenzstation der Klasse 1. Klasse 3 ist dafür bekannt, dass sie Messfehler bis 1 °C aufweist.

Die Top-20-Liste von Netweather vom Mittwoch wird von Standorten aus dem Luftfahrtbereich dominiert. Nicht weniger als 16 der 20 höchsten Messwerte stammten von Flughäfen, Flugplätzen, RAF-Stützpunkten oder wetterdienstlichen Einrichtungen mit Bezug zur Luftfahrt: Heathrow, Hurn/Bournemouth Airport, Charlwood, Middle Wallop, Jersey Airport, Boscombe Down, Southampton Weather Centre, Gatwick, Exeter Airport, Fairford RAF Base und Farnborough.

Wenn nationale Rekorde mit einer Genauigkeit von Zehntelgrad an die Öffentlichkeit verkauft werden, verdienen die Messstationen eine genaue Überprüfung.

Die höchsten Temperaturen in Großbritannien am 24. Juni 2026 [netweather]

Mit Blick auf die Zukunft schwächt sich das Hoch ab, und der atlantische Einfluss dringt bis Anfang Juli wieder nach Europa vor.

Die Modellprognosen zeigen, dass ab dem 5. Juli kühles Temperaturen vorherrschen wird, aber die Medien werden sich nicht darum scheren.

Die Medien scheinen sich auch nicht für die außergewöhnliche, anhaltende Kälte zu interessieren, die den antarktischen Kontinent fest im Griff hat.

Ebenso wenig berichten sie über die Rekordkälte der letzten sechs Wochen (und es geht weiter) in der Hocharktis (+80° N):

Tagesdurchschnittstemperatur und Klima nördlich des 80. Breitengrades [DMI]

Anmerkung: Noch nie zuvor war es in der inneren Arktis im Mai und Juni so kalt (Aufzeichnungen reichen bis ins Jahr 1958 zurück). Die Region hat den Gefrierpunkt noch immer nicht überschritten, was Wochen später ist als es historisch gesehen üblich.

Der Planet verbrennt NICHT. Und trotz der Schlagzeilen über die Hitze in Europa sind die globalen Temperaturen am Mittwoch tatsächlich gesunken (von 0,325 °C auf 0,285 °C im Vergleich zum Zeitraum 1991–2020):

Globale Temperaturen sinken (CDAS).

Hier sollte man aber natürlich die üblichen Vorbehalte gegenüber einer solchen Statistik beachten. A. d. Übers.

Link: https://electroverse.substack.com/p/western-europes-omega-heat-western?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke)

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Kältereport Nr. 26 /2026

Meldungen vom 22. Juni 2026 – soll niemand sagen, Blogger Cap Allon ist zu einseitig:

Europas Asphalt-Sommer

Frankreich erlebt diese Woche eine Hitzewelle. Niemand tut so, als wäre es anders.

Laut Météo-France herrscht derzeit eine intensive, anhaltende Hitzewelle mit Temperaturen über 40 °C in Teilen Mittel- und Westfrankreichs sowie lokalen Höchstwerten von 41 °C bis 42 °C. Das ist extreme Hitze.

Doch der Prozess dahinter ist kein Rätsel. Das Met Office beschreibt ein starkes Hochdruckgebiet über Westeuropa, in dem absinkende Luft die Wolken unterdrückt, für anhaltenden Sonnenschein sorgt und die Temperaturen durch absinkende Luft steigen lässt. Das ist Wetter. So entstehen Hitzewellen in Europa.

Und während Westeuropa die Schlagzeilen wegen der Hitze beherrscht, werden die größeren Kalt-Anomalien im Norden und Osten ignoriert:

Darstellung im 850-hPa-Niveau

Zudem hat Europa sich selbst versiegelt.

Nach Angaben der EUA hat sich die Fläche der Städte in der EU seit Mitte der 1950er Jahre um 78 % vergrößert. Von 1990 bis 2006 nahmen die Siedlungsflächen in der EU um 9 % zu. Von 2000 bis 2018 stiegen künstliche Oberflächen wie Gebäude und Straßen um mehr als 6 %. Die EEA bezeichnet dies als „Bodenversiegelung“: Flächen, die mit Beton, Asphalt, Gebäuden, Straßen, Parkplätzen und anderen harten Oberflächen bedeckt sind.

Solche Oberflächen wandeln Sonnenenergie in gespeicherte Wärme um und geben diese nach Sonnenuntergang wieder an die Luft ab. Selbst Copernicus hebt diesen Prozess hervor: Asphalt und Beton absorbieren Wärme, Gebäude speichern sie, die Luftzirkulation nimmt ab und es bilden sich städtische Wärmeinseln.

Die Urbanisierung verursacht das Hochdruckgebiet nicht. Aber sie verstärkt die Hitze, sobald diese eintrifft. In der Meteorologie ist es allgemein anerkannt, dass Werte von über 40 °C, wie sie heute in Frankreich gemessen werden, in der Vergangenheit bei gleicher Urbanisierung erreicht oder sogar übertroffen worden wären.

Mehr versiegelte Flächen bedeuten weniger Verdunstung, weniger Bodenfeuchtigkeit, oft weniger Schatten, eine schnellere Erwärmung tagsüber und heißere Nächte.

Der unmittelbare Auslöser ist ein Hochdruckgebiet – und nicht CO₂. Der lokale Verstärker ist die Landnutzung – und nicht CO₂. Das übergreifende europäische Signal ist mit Zirkulation, Urbanisierung, Messstationsumgebung, Sonnenaktivität, Albedo, Ozeanströmungen und Geografie verflochten – und nicht mit CO₂.

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USA: Kalt-Anomalien überwiegen

Während ein Teil Westeuropas seit einigen Tagen unter der Hitze leidet, verläuft der Juni in den Vereinigten Staaten nicht nach dem üblichen Hitzeszenario.

Aktuelle Anomaliekarten zeigen ein ausgedehntes Kaltgebiet, das sich über den mittleren und östlichen Teil der Vereinigten Staaten erstreckt, wobei die stärksten Abweichungen von den nördlichen Plains über die Großen Seen, den Mittleren Westen, das Ohio-Tal und die Appalachen bis in den Südosten reichen.

Zwar tauchen hier und da rote Flecken auf, insbesondere im Westen, doch östlich der Rocky Mountains dominiert die Farbe Blau.

Die Prognose der NOAA stimmt mit dieser Konstellation überein und geht von „überdurchschnittlich kühlen Bedingungen“ von den nördlichen und zentralen Prärien bis hin zu den Großen Seen und dem Nordosten aus.

Für den Rest des Monats sieht das Bild weitgehend ähnlich aus.

Link: https://electroverse.substack.com/p/europes-asphalt-summer-cool-anomalies?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldung vom 23. Juni 2026:

Antarktis: erneut unter –70°C am Südpol

Am 22. Juni wurde an der Südpolstation eine Tiefsttemperatur von -71,3 °C gemessen. Damit gab es in diesem Monat bereits acht Tage mit einer Tiefsttemperatur unter -70 °C.

Seit mehreren Wochen liegt eine ausgeprägte, extrem kalte Luftmasse über der Antarktis, wobei die Temperaturen in Teilen des Kontinents mehr als 20 °C unter dem langjährigen Durchschnitt liegen.

Bitte beachten: dargestellt sind die  ABWEICHUNGEN der Temperatur! Das gilt auch für die nächste Graphik.

Der Großteil der Kälte ist über der Eisdecke eingeschlossen geblieben.

In den letzten Tagen sind jedoch Ausläufer dieser Kaltluft nach Norden bis nach Südamerika vorgedrungen.

Santa Catarina in Brasilien begann den Winter mit starkem Frost und Temperaturen unter Null. In Bom Jardim da Serra sank die Temperatur auf -7,3 °C – die bislang niedrigste Temperatur des Jahres in diesem Bundesstaat. In Urubici fiel die Temperatur auf -3,8 °C, in Urupema auf -5,2 °C.

Zentralchile muss sich diese Woche auf Tiefstwerte von -4 °C einstellen. In Argentinien hat der nationale Wetterdienst Kältewarnungen für Teile der Provinzen Neuquén, Mendoza, San Luis, Córdoba, San Juan, La Rioja, Catamarca, Tucumán und Jujuy herausgegeben.

Siehe hierzu auch die nächste Meldung. A. d. Übers.

Diese südliche Kaltluftmasse ist so beständig, tiefreichend und stark, dass sie bis nach Südamerika (sowie nach Australien und Neuseeland) vordringt. Sie wird zu einem ungewöhnlich kalten Juni in der Antarktis führen. Aber den „Warmisten“ wird das egal sein.

Die sind zu sehr von einem Hauch Sommerhitze in Westeuropa abgelenkt. Sie werden auch nichts von der inneren Arktis wissen, wo im Juni Rekord-Tiefsttemperaturen gemessen werden. Sie werden nicht wissen, dass die Hitze in Westeuropa keine „globale“ Erwärmung ist. Nur 1,2 % der Erde waren am Montag heißer als der heißeste Ort in Frankreich (Karte unten). Das ist ganz klar keine globale Erwärmung, sondern ein ungewöhnlich heißes Frankreich.

Leider war keine bessere Darstellung zu finden. A. d. Übers.

Link: https://electroverse.substack.com/p/south-pole-below-70c-again-sunshine?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldung vom 24. Juni 2026:

Brasilien: Intensiver Kälteeinbruch

Seit Wochen liegt eine extrem kalte Luftmasse über dem antarktischen Eisschild. Nun werden Ausläufer dieser Luftmasse nach Norden in Richtung Südamerika getrieben.

Das brasilianische nationale Wetterinstitut INMET berichtet, dass ab dem 22. Juni ein Frontensystem den Süden durchquerte und am 23. und 24. Juni die Temperaturen in Südbrasilien, im Südosten und in Teilen des Zentralwestens sinken ließ.

Am 24. Juni hatte sich die Kälte bereits festgesetzt.

INMET prognostizierte für den 24. und 25. Juni Frost in ganz Südbrasilien, mit Tiefstwerten unter dem Gefrierpunkt beispielsweise im südlichen Paraná und Höchstwerten, die in der Serra Gaúcha nur mühsam auf ungewöhnlich niedrige 10 °C stiegen.

Epagri/Ciram aus Santa Catarina gab eine noch eindringlichere Warnung heraus.

Die Warnung gilt vom 23. bis zum 25. Juni und sagt extreme Kälte, Minustemperaturen und weit verbreiteten Frost im gesamten Bundesstaat voraus, insbesondere in Höhenlagen über 700 Metern. Im Planalto Sul wurden Tiefsttemperaturen bis -8 °C vorhergesagt.

Ein Bericht von MetSul vom 23. Juni stellt fest, dass die Kälte in Rio Grande do Sul bereits spürbar ist, unter anderem in São Francisco de Paula, Canela, Vacaria, São José dos Ausentes, Canguçu und Caxias do Sul.

Climatempo beobachtet die Entwicklung hin zu neuen Rekorden: Mehrere Hauptstädte, darunter Porto Alegre, Florianópolis, Curitiba, São Paulo, Rio de Janeiro, Campo Grande und Cuiabá, könnten bis zum 25. Juni noch deutlich niedrigere Höchstwerte verzeichnen.

Link: https://electroverse.substack.com/p/brazil-shivers-natural-rhythms-dwarf?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldung vom 25. Juni 2026:

USA: Sommer-Kälte im Westen

Während Westeuropa auf der „roten Karte“ steht, wird für den Westen der Vereinigten Staaten ein Einbruch sommerlicher Kälte prognostiziert.

Bis Sonntag zeigen sowohl das ECMWF als auch das GFS einen ausgedehnten Kaltluftkörper, der sich vom pazifischen Nordwesten über Kalifornien, Nevada, Utah, Arizona, Idaho, Montana, Wyoming und die Rocky Mountains erstreckt, wobei in weiten Teilen die Temperaturen 16 °C unter den Normalwerten liegen werden.

Anmerkung 1: Der Westen der USA ist größer als das von der Hitze betroffene Gebiet in Westeuropa.

Anmerkung 2: Den Medien wird das wieder einmal egal sein.

Der Prozess ist schnell beschrieben:

Ein Hochdruckkeil über Westeuropa zieht afrikanische Luft nach Norden und komprimiert sie unter absinkender Luft. Eine Tiefrinne über dem Westen der USA zieht kältere arktische/pazifische Luft nach Süden, senkt die Höhen, hebt Luft an und sorgt für instabiles Wetter Ende Juni.

Am Wochenende werden vermutlich Rekorde gebrochen werden. Aber dieses Ereignis wird nicht so hochgespielt werden wie die Hitze in Europa.

Link: https://electroverse.substack.com/p/western-europes-omega-heat-western?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 26. Juni 2026:

Brasilien: Kälte bricht viele Juni-Rekorde

Wie erwartet bricht Südbrasilien derzeit alle Rekorde.

Laut Epagri/Ciram, der offiziellen hydrometeorologischen Behörde von Santa Catarina, fielen die Temperaturen am 25. Juni in 49 Gemeinden unter 0 °C, als eine Luftmasse antarktischen Ursprungs über dem Bundesstaat lag.

In Major Vieira – Paiol sank die Tiefsttemperatur am 25. Juni auf –1,7 °C und übertraf damit den bisherigen Juni-Rekord der Messstation von –1,2 °C vom 9. Juni 2018.

Während des gleichen Kälteeinbruchs wurden am 24. Juni in Urupema – Parque de Exposição -8,3 °C gemessen. In Alfredo Wagner – Pousada Caminho sank die Temperatur auf -1 °C. Chapadão do Lageado – Florestal verzeichnete -0,8 °C. Tubarão – Cetuba/Epagri erreichte 0,3 °C.

All dies sind neue Juni-Rekorde (die jedoch auf einer relativ kurzen Messgeschichte der Stationen beruhen).

Die allgemeine Kälte war noch ausgeprägter.

In Bom Jardim da Serra sank die Temperatur am 24. Juni auf -9,2 °C und einen Tag später, am 25. Juni, auf -8,7 °C. Ersterer Wert war wahrscheinlich ebenfalls ein Rekord, doch Epagri/Ciram verzichtete darauf, ihn offiziell als solchen zu erklären, da die Messreihe der Station noch zu kurz ist.

In Urupema wurden am Donnerstag -8,2 °C gemessen. In Urubici sank die Temperatur auf -5,9 °C.

Die Kältewelle in Südamerika beschränkt sich nicht nur auf den Süden Brasiliens.

In der Region Boquerón in Paraguay wurden -1,4 °C gemessen, was laut lokalen Berichten eine „Rekordkälte“ darstellt. In Chillán in Chile sank die Temperatur auf -2,6 °C, wobei von einem „récord histórico“ die Rede war. Auch in Santa Fe in Argentinien und anderen Gebieten im mittleren Norden kam es zu starker Kälte und Frost.

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USA: Rückkehr des Winters in den Rocky Mountains

Für die nördlichen Rocky Mountains gelten Wintersturmwarnungen.

Ein Trog aus der Westwindzone führt an diesem Wochenende kalte Luft nach Idaho, Montana und Wyoming, wobei die Schneefallgrenze auf etwa1.830 m sinkt.

Der NWS Missoula warnt vor einem Temperatursturz um 15°C, einer Unterkühlungsgefahr oberhalb von 1800 m sowie möglichen 20 cm schwerem, nassem Schnee in Teilen von Idaho und im Westen von Montana.

Der NWS Great Falls bezeichnet den Kaltluft als „beeindruckend“, wobei die Temperaturen in der oberen Atmosphäre 2 bis 3 Standardabweichungen unter dem Durchschnitt liegen.

Für den Yellowstone werden Regen- und Schneeschauer, Höchsttemperaturen von nur 8–9 °C und Tiefsttemperaturen etwas unter dem Gefrierpunkt vorhergesagt.

Schnee im Juni auf einem Pass in den Rocky Mountains ist kein Novum. Doch ein Eröffnungswochenende der Sommersaison mit Winter- und Kältewarnungen sowie frisch verschneiten Gipfeln passt kaum ins Bild.

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Grönland: sommerlicher Eiszuwachs

Eigentlich sollte in Grönland gerade die Schmelzsaison herrschen. Stattdessen nimmt die Oberflächen-Massenbilanz des Eisschildes weiterhin zu.

Die Tageskarte des DMI vom 25. Juni zeigt weitreichende Massenzuwächse im Landesinneren und im Westen:

Die kumulierte Gesamtmenge für 2025–26 liegt bei fast 600 Gt – ein hoher Wert für Ende Juni, der deutlich über dem Durchschnitt der Jahre 1981–2010 liegt:

Dies ist die Oberflächen-Massenbilanz (SMB): Schneefall und erneutes Gefrieren an der Oberfläche abzüglich Oberflächenschmelze und Abfluss. Die Gesamt-Massenbilanz (TMB) berücksichtigt den Rest: Gletscherabfluss, Eisbergkalbung, Unterwasserschmelze an Meeresfronten und Verluste an der Gletscherbasis.

Die TMB zeigt in den letzten Jahren eine Erholung, und da die SMB für 2025–26 bis in den Sommer hinein weiter zunimmt, dürfte sich dieser Trend in diesem Jahr fortsetzen.

Graphik: Jährliche Massenbilanz des grönländischen Eisschilds, ermittelt anhand der GRACE/GRACE-FO-Satelliten. Die Gesamtbilanz erholt sich.

Das Gesamtbild der Polarregionen ist für die „Klimaille“ ebenso unangenehm.

Die Temperaturreihe des DMI für die innere Arktis (+80° N) bewegt sich am unteren Ende ihres saisonalen Bereichs, wobei das Jahr 2026 zu Beginn der Schmelzsaison Rekord-Tiefwerte aufweist.

Und im Süden bleibt es in weiten Teilen der Antarktis seit Wochen kalt, wobei der Juni auf dem besten Weg ist, eine erhebliche anomale Entwicklung zu zeigen.

Link: https://electroverse.substack.com/p/brazil-freeze-breaks-june-records?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

Wird fortgesetzt mit Kältereport Nr. 27 / 2026

Redaktionsschluss für diesen Report: 26. Juni 2026

Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE




Pazifische Klima-Spiele

Michael Kile

Religion wurde einst als Opium des Volkes bezeichnet. Unsere Droge der Wahl ist heute der Klimawandel. Er verführt den Süchtigen mit dem Versprechen von Euphorie und Reichtum: einem Topf voll Gold, einer Förderung oder ein paar Emissionszertifikaten am Ende eines alarmistischen Regenbogens. Die Monetarisierung von Kohlendioxid in der Atmosphäre war noch nie so einfach und lukrativ. Es wird zu viel Geld verdient und zu viel Einfluss ausgeübt von zu vielen Leuten, die behaupten, sie könnten unser Wetter kontrollieren und das Klima „schützen“.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Viele Länder fordern ebenfalls „angemessene Wiedergutmachung“ und „Klimagerechtigkeit“, begleitet von viel bombastischer Rhetorik über die „Rettung des Planeten“. Sie sind Teil des fest verankerten internationalen Kartells, das eine neue Utopie verfolgt: „Klimastabilität“. Wir leben in einer Zeit, in der dieses Fantieziel als erstrebenswert und erreichbar angepriesen wird. Jeder muss am Altar der „Dekarbonisierung“ huldigen – jeder außer China. Der Klimawandel ist zu einem lukrativen Spielfeld für unzählige aktivistische Anwälte, Bürokraten, Computermodellierer, grüne Kreuzritter und Politiker geworden.

Mindestens einmal pro Woche erscheint in den Medien ein alarmierender Beitrag nach dem Motto „Wissenschaftler sagen“. Irgendwo „passiert etwas zu ungewöhnlichen Jahreszeiten aufgrund des Klimawandels“, von Hitzewellen im Sommer bis hin zu Haiangriffen, schmelzenden Gletschern und Meereis. Doch wie die Bloggerin Nova diesen Monat feststellte: Jeder heute gemessene Hitzerekord ist nichts im Vergleich zu dem, was bereits vor 130.000 Jahren in der Antarktis geschah. Die Vergangenheit ist der Schlüssel zur Gegenwart und Zukunft.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen Antonio Guterres warnte kürzlich davor, dass sich im Pazifik bald ein starkes El-Niño-Phänomen bilden werde. Es werde „Öl ins Feuer einer sich erwärmenden Welt gießen“ und damit die globalen Temperaturen sowie das Risiko von „Superwetter“ erhöhen. Was wäre, wenn die Ursache für jegliches meteorologische Chaos nicht, wie der Generalsekretär behauptet, die „Sucht der Welt nach fossilen Brennstoffen“ wäre, sondern ihre Sucht nach Klima-Katastrophismus?

Natürliche Schwankungen sind eine Tatsache des Lebens. Machen Sie diesen einfachen Test: Schauen Sie mindestens einmal pro Jahrzehnt in den Spiegel. Veränderung ist das Wesen der Natur – ganz ohne unser Zutun oder unseren Einfluss. George Orwell beklagte einmal: „Um zu sehen, was direkt vor der eigenen Nase liegt, bedarf es eines ständigen Kampfes.“ Angesichts des Gestanks rund um zweifelhafte Klimazusammenhänge sollten Sie sich dazu noch eine Nasenklemme zulegen. Wasserdampf in der Atmosphäre ist das am häufigsten vorkommende Treibhausgas, nicht Kohlendioxid. Und so weiter und so fort.

Karl Marx’ Metapher kam mir in den Sinn, als ich letzten Monat in der Sendung „Sunrise“ sah, wie der [australische] Minister für Klimawandel und Energie sein 150-Millionen-Dollar-Budget für die Klimapräsidentschaft verteidigte: 50 Millionen Dollar für die Vorbereitungen zur 31. jährlichen UN-Klimakonferenz (COP) im November dieses Jahres in Antalya, Türkei, und 100 Millionen Dollar für ein „umfassenderes Engagement im Pazifikraum“.

Bowen und seine „Pazifik-Familie“ sind ganz im Rausch einer edlen Sache. Über 100 Beamte sind daran beteiligt, vermutlich um unserer australischen Familie zu versichern, dass das Geld gut angelegt sein wird. Die Jagd nach einer Klima-Chimäre ist ein kostspieliges Unterfangen.

Er deutete im vergangenen November an, dass ein Treffen im Vorfeld der COP „an einem Ort stattfinden werde, der von unseren Freunden aus der pazifischen Familie festgelegt wird“. Der Premierminister fügte hinzu, dass der Vorsitz es Australien ermöglichen werde, „weltweite Führungskräfte einzuladen um sicherzustellen, dass all diese Themen im Mittelpunkt stehen werden, mit denen diese Region konfrontiert ist – die bloße Existenz pazifischer Inselstaaten wie Tuvalu und Kiribati, die Frage unserer Ozeane … .“

Ein Zyniker könnte fragen, ob die 100 Millionen Dollar eine Gegenleistung des Ministeriums für die entscheidende Unterstützung der Region bei der Abstimmung in der UN-Generalversammlung (UNGA) sind, bei der Minister Bowen zum Verhandlungsleiter für die COP31 gewählt wurde, sowie bei anderen Abstimmungen zu Umwelt- und Klimathemen.

Die COP31 stand auf der Tagesordnung, als er Ende August 2023 Fidschi besuchte, um über die „Zusammenarbeit beim Klimaschutz“ und darüber zu sprechen, wie die Region „die Chancen der Energiewende optimal nutzen könnte“.

Auch Australiens Bewerbung für eine gemeinsame Ausrichtung der COP31 mit dem Pazifikraum wird ein Diskussionsthema sein, wobei der Schwerpunkt auf der Maximierung der Chancen für die gesamte Region liegt. (Pressemitteilung des Ministeriums für Klimawandel und Energie, 21. August 2023)

Hoffentlich finanziert Australien keine unrealistischen Vorhaben, wie die Beeinflussung der Häufigkeit und Intensität von El Niño, die Senkung des Meeresspiegels in einem Ozean, der fast die Hälfte der gesamten Wasseroberfläche des Planeten ausmacht, die „Verbesserung der Kohlenstoffbindung in Ökosystemen“ oder andere zweifelhafte Vorhaben.

Wie dem auch sei, die Regierung hat derzeit im Rahmen eines ehrgeizigen internationalen Klimaschutzprogramms mehrere Vereinbarungen mit „Freunden aus der pazifischen Familie“ geschlossen.

Am 9. November 2023 unterzeichnete Tuvalu den „Australia-Tuvalu Falepili Union Treaty“. Dieser Vertrag, der als weltweit „erstes bilaterales Abkommen zur Klimamigration“ bezeichnet wird, schuf einen „besonderen Mobilitätsweg“ für Bürger Tuvalus, um dauerhaft in Australien zu leben, zu arbeiten und zu studieren. Der Vertrag trat am 28. August 2024 in Kraft. Tuvalu besteht aus vier Riffinseln und fünf Korallenatollen in Ozeanien. Es hat etwa 10.000 Einwohner.

Im November 2024 rief Minister Bowen auf der COP29 die „Australia-Pacific Partnership for Energy Transition“ (APPET) ins Leben. Diese mit 50 Millionen Dollar dotierte Förderung soll „die Pazifikstaaten beim Ausstieg aus fossilen Brennstoffen unterstützen, die Energiesicherheit verbessern, die Stromkosten senken und die Kompetenzen und Instrumente aufbauen, die für die Energiewende erforderlich sind“.

Außerdem gibt es eine Strategie für den „Blauen Pazifik-Kontinent“ bis 2050. Unsere pazifische Familie möchte eine „zukunftsfähige“ Region schaffen, indem sie „gefährliche Klimaereignisse vorhersieht, sich darauf vorbereitet und sich gleichzeitig für dringende globale Maßnahmen einsetzt“.

Der „Blaue Pazifik-Kontinent“ ist weiterhin mit den verheerenden Auswirkungen des Klimawandels konfrontiert und benötigt zeitnahen Zugang zu verstärkten, wirksamen und nachhaltigen Klimafinanzierungen.

Unser Ziel ist es, dass alle Völker des Pazifikraums widerstandsfähig gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels und von Katastrophen bleiben sowie ein sicheres, geschütztes und wohlhabendes Leben führen können. Darüber hinaus spielt die Region weiterhin eine führende Rolle im globalen Klimaschutz.

Im Jahr 2023 wurde eine „Pacific Resilience Facility“ gegründet, die als „Finanzierungsinstitution und Instrument zur Förderung von Initiativen zur Anpassung an den Klimawandel, zur Stärkung der Resilienz und zum Katastrophen-Risikomanagement im pazifischen Raum“ dient, einschließlich Zuschüssen für sogenannte „Verlust- und Schadensprojekte“. Um den Aufbau von „Resilienz“ im Klimakontext zu rechtfertigen, bedarf es zudem einer nachhaltigen alarmistischen Rhetorik.

Ein in Canberra oft zu hörendes Mantra lautet, dass Australien „über seine Gewichtsklasse hinausboxt“. Das tut es zweifellos bei den Exporten von Kohle, Gas und Eisenerz sowie bei den Importen von Solarmodulen, Windkraftanlagen und Batterien.

Laut Kurt Baker, dem CEO von Synergy, ist Westaustralien bereits „weltweit führend bei der Batteriespeicherkapazität“. Die über zwei Milliarden Dollar teuren Kwinana-Batterien in Perth können 354.000 Haushalte vier Stunden lang mit Strom versorgen. Was nach 240 Minuten passiert, ist unklar – zumindest für mich.

Roman Loosen, Chief Operating Officer bei Fluence, einem von Siemens und AES kontrollierten Unternehmen für Batterietechnologie, stimmt ihm zu: „Australien ist eindeutig weltweit führend und gilt im Grunde als Leuchtturm in Sachen Energiewende.“

Nur wenige Menschen sind jedoch bereit, darüber zu spekulieren, welche Auswirkungen die sogenannte „Wende zu erneuerbaren Energien“ genau auf unser Wetter und Klima haben wird. Könnte es sein, dass die teuren „Net Zero“-Projekte keinerlei Wirkung zeigen werden? Sicherlich nicht.

Hat Australien im Klimakampf über seine Verhältnisse gekämpft? Die Geschichte spricht eine andere Sprache. Es ist „unsere pazifische Familie“ aus 14 Inseln, zusammen mit weiteren 25 kämpferischen Ländern, welche die Allianz der kleinen Inselstaaten (AOSIS) bilden, die hier auf lange Sicht gehandelt haben.

Wie konnte die AOSIS, die weniger als ein Prozent des weltweiten BIP, der Fläche und der Bevölkerung ausmacht, so einflussreich werden? Die Antwort: Das erhebliche Stimmrecht der Allianz in der UN-Generalversammlung. Kleine Inselstaaten machen 20 Prozent der 193 UN-Mitgliedstaaten aus. Jeder Staat hat nur eine Stimme. Tuvalus Stimme zählt genausoviel wie Australien oder die USA. Die Abstimmungen in der UN-Generalversammlung erfolgen im Konsens. Als die UNO 1945 gegründet wurde, traten nur 51 Länder als Gründungsmitglieder bei. In den vergangenen 81 Jahren sind weitere 142 Länder beigetreten.

Die AOSIS wurde 1990, kurz vor der Zweiten Weltklimakonferenz in Genf, als zwischenstaatliche Gruppe gegründet. Sie ging aus einer Konferenz kleiner Staaten zum Thema Meeresspiegelanstieg im Jahr 1989 auf den Malediven hervor, auf der beschlossen worden war, die „Bedrohungen durch die globale Erwärmung und den steigenden Meeresspiegel“ zu bekämpfen. In den vergangenen 36 Jahren ist kein einziger der kleinen Inselentwicklungsstaaten im Meer versunken.

Das vorrangige Ziel der AOSIS in der globalen Klimapolitik ist es, das physische Überleben ihrer Mitgliedstaaten zu sichern, indem sie die globale Erwärmung und den daraus resultierenden Anstieg des Meeresspiegels entschlossen bekämpft. Da kleine Inselentwicklungsstaaten (SIDS) unverhältnismäßig stark von Umweltzerstörung bedroht sind, obwohl sie weniger als 1 % der weltweiten Treibhausgasemissionen verursachen, konzentriert sich ihre gemeinsame diplomatische Plattform auf zwei Hauptbereiche im Rahmen der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC):

Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 °C, der „1,5 to Stay Alive“-Standard: Die AOSIS war Vorreiterin bei den Bemühungen, den globalen Temperaturanstieg streng auf 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, und warnte davor, dass ein Anstieg um 2 °C eine existenzielle Bedrohung für tief liegende Länder darstellt; und

Ehrgeizige Klimaschutzziele: Die AOSIS fordert von den großen Industrienationen rasche und rechtlich bindende Emissionsreduktionen und argumentiert, dass diejenigen auch die größte Verantwortung übernehmen müssen, welche die Hauptverantwortung für die Umweltschäden tragen.

Am 20. Mai 2026 erreichte die AOSIS eines ihrer Ziele. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedete eine Resolution (Resolutionsentwurf A/80/L.65), die das Gutachten des Internationalen Gerichtshofs vom 23. Juli 2025 mit dem Titel „Verpflichtungen der Staaten im Hinblick auf den Klimawandel“ unterstützt.

Die Staaten sind nun völkerrechtlich verpflichtet, den „Schutz des Klimasystems und anderer Teile der Umwelt vor anthropogenen Treibhausgasemissionen“ zu gewährleisten. Einige von ihnen, darunter Australien, könnten eines Tages „Reparationszahlungen“ an angeblich klimagefährdete pazifische Gemeinschaften leisten müssen.

Die Resolution wurde von 141 Staaten unterstützt, darunter Australien, die EU und die meisten Entwicklungsländer. Acht Staaten stimmten dagegen, darunter einige der weltweit größten Öl- und Gasproduzenten: die USA, Saudi-Arabien, Russland, Weißrussland, der Iran, Israel und der Jemen. Es gab 28 Enthaltungen, darunter Indien und die Türkei.

Zwar sind die Resolution der UN-Generalversammlung und das Gutachten des Internationalen Gerichtshofs nicht rechtsverbindlich, doch sind sie von großer Bedeutung. UN-Generalsekretär António Guterres lobte die Abstimmung als „kraftvolle Bekräftigung“ der Klimagerechtigkeit und des Völkerrechts.

Ironischerweise ging der diplomatische Vorstoß hier von unserer pazifischen Familie aus, die weit über ihre Verhältnisse handelte. Der Premierminister von Vanuatu Jotham Napat bezeichnete die Resolution als Beginn eines „neuen Kapitels“ im Klimaschutz. „Die Aufgabe, die nun vor uns allen liegt, besteht darin, rechtliche Klarheit in sinnvolle Maßnahmen, stärkere Zusammenarbeit und besseren Schutz für heutige und zukünftige Generationen umzusetzen.“

Werden Klimaklagen nun nach KI und der Fußball-WM zum lukrativsten Geschäft der Welt? Die sogenannten „klimagefährdeten“ Gemeinschaften, die kleinen Inselstaaten und andere Entwicklungsländer tanzen mit neuem Elan einen Tango aus Resilienz und Wiedergutmachung.

In unserem Zeitalter der postnormalen Wissenschaft führt die Kommerzialisierung des Klimawandels offensichtlich weiterhin zur Korrumpierung von Forschung, Regierungen und internationalen Organisationen. Um es noch einmal mit Orwell zu sagen: „Wenn das Denken die Sprache korrumpiert, kann auch die Sprache das Denken korrumpieren.“ Ein Goldtopf am Ende eines alarmistischen Regenbogens korrumpiert ebenfalls Sprache und Denken.

The above essay was first published in Australia at Quadrant Online on 19 June, 2026

Michael Kile is the author of The Devil’s Dictionary of Climate Change.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/06/21/pacific-climate-games/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE