CFACT ist Mitveranstalter einer EIKE-Veranstaltung, bei der Wissenschaft gegenüber Alarmismus im Vordergrund steht

Craig Rucker

Hier kommt die erste Einschätzung bzgl. der Tagung des EIKE aus US-amerikanischer Sicht. A. d. Übers.

Halle (Saale) — Die 17. Internationale EIKE-Klima- und Energiekonferenz (IKEK-17) brachte am 26. und 27. Juni im Messezentrum Halle (Saale) führende Klimarealisten aus Europa und den Vereinigten Staaten zu einer zweitägigen, faktenbasierten Diskussion zusammen. Die vom Europäischen Institut für Klima und Energie (EIKE) ausgerichtete und von CFACT sowie dem Heartland Institute mitgetragene Veranstaltung bot eine klare Alternative zu dem politisierten Alarmismus, der einen Großteil der Klimadebatte dominiert.

Die Konferenz zeichnete sich durch eine starke amerikanische Delegation und ein umfangreiches Programm mit Vorträgen aus, welche die vorherrschenden Narrative zu Temperaturdaten, CO₂, erneuerbaren Energien und Netto-Null-Strategien hinterfragten und gleichzeitig natürliche Klimafaktoren, die Realitäten der Messung sowie praktische Energielösungen wie die Kernenergie in den Vordergrund stellten.

Referenten aus den USA geben direkte Einschätzungen ab

Marc Morano, Kommunikationsdirektor von CFACT, eröffnete das Programm am Freitag mit einem Vortrag unter dem Titel „The Great Reject: Triumphant Trump Dismantles the Climate Agenda with Nary a Pushback [etwa: Die große Zurückweisung: Der triumphierende Trump demontiert die Klimaagenda, ohne dass es nennenswerten Widerstand gibt]. Er erklärte: „Diese Regierung hat so gut wie alles zunichte gemacht, was die Grünen in Sachen Klima bisher unternommen haben – und von ihren Anführern und Freunden in den Medien war kaum ein Wort des Widerstands zu hören.“

Am Samstag betraten mehrere prominente US-amerikanische Stimmen die Bühne. Der Astrophysiker Dr. Willie Soon sprach zum Thema „Vom Dämon zum Abendessen: Die wissenschaftliche Rehabilitierung von CO₂ und fossilen Brennstoffen“. Der mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Physiker Dr. John Clauser beleuchtete das Thema „Wissenschaft vs. Pseudowissenschaft – Warum es keine Klimakrise gibt“. Der Princeton-Physiker Prof. Dr. William Happer diskutierte das Thema „Versauerung des Wassers durch CO₂?“ James Taylor, Präsident des Heartland Institute, skizzierte in seinem Vortrag „Die Netto-Null-Agenda führt zu explodierenden Strompreisen“ die wirtschaftlichen Folgen der Netto-Null-Politik. Der ehemalige Klimatologe des Bundesstaates Delaware, Prof. em. Dr. David Legates, ging in seinem Vortrag über Lufttemperatur- und Niederschlagsmessungen auf Bedenken hinsichtlich der Datenqualität ein.

CFACT-Präsident Craig Rucker hielt einen Vortrag zum Thema „Warum die Bewegung der Klimarealisten in den Vereinigten Staaten auf dem Vormarsch ist“. Er erklärte den Teilnehmern: „Die Bewegung der Klimarealisten in den USA hat über die Jahrzehnte hinweg große Erfolge dabei erzielt, die aggressive Klimaagenda zurückzudrängen. Doch nirgendwo hat sie mehr erreicht als gerade jetzt unter Donald Trump. Es ist fast schon ein K.o.-Schlag, zumindest auf Bundesebene.“

Europäische Perspektiven stärken das Programm

Europäische Experten lieferten zusätzliche Einblicke. Prof. Dr. Nicola Scafetta analysierte die Sonnenvariabilität, natürliche Zyklen und die Unsicherheit von Klimamodellen. Prof. Dr. Henrik Svensmark stellte aktuelle Erkenntnisse zu kosmischer Strahlung und Wolken vor. Der Paläoklimatologe Dr. Stefan Kröpelin teilte Erkenntnisse aus 45 Jahren Sahara-Forschung. Weitere Vorträge kamen von Dr. Ronan Connolly zu Problemen bei der Temperatur-Homogenisierung, von Dr. Dominique Görlitz zu historischen kulturellen Perspektiven auf das Klima, von Theo Wolters zur Überprüfung der CAGW-Hypothese, von Dr. Paul Schmidt, der sich für Kernenergie anstelle eines Ausbaus der Windenergie aussprach, sowie von Michael Limburg zur dominierenden Rolle von Wasserdampf in Klima und Wetter. Jonathan Cohler nahm per Zoom teil, um eine Gleichung vorzustellen, die zentrale Elemente der CO₂-Propaganda des IPCC in Frage stellt.

Weitere Beiträge kamen von der deutschen Europaabgeordneten Anja Arndt zu den energiepolitischen Herausforderungen Europas im Rahmen der Methanverordnung 2027 sowie vom Physiker Dr. Lutz Niemann zu den Realitäten der Strahlung. Jack Kelley untersuchte Zusammenhänge zwischen der Grünen Sahara und historischen Fragen, während Karl Iver Dahl-Madsen sich mit der langfristigen Ernährungssicherheit befasste.

Das Programm umfasste eine simultane Übersetzung Deutsch-Englisch, ganztägige Vorträge, Kaffeepausen, Mittagessen, ein Abendessen am Freitag und einen Empfang am Samstag.

Fazit: Der Realismus gewinnt an Boden

Die Konferenz unterstrich die wachsende internationale Dynamik hinter dem Klimarealismus. In den Vorträgen wurde immer wieder auf den erheblichen Einfluss von Wasserdampf und natürlichen Einflussfaktoren wie Sonnenaktivität und kosmischer Strahlung hingewiesen, Probleme bei der Anpassung von Temperaturdaten und Klimamodellen hervorgehoben sowie die Mängel bzgl. Wirtschaft und Zuverlässigkeit aggressiver Vorgaben für erneuerbare Energien aufgezeigt. Die Redner betonten zudem die anhaltende Bedeutung der Kernenergie und konventioneller Energiequellen für den Wohlstand der Menschheit.

Aus Sicht von CFACT verdeutlichte die Veranstaltung, wie weit die realistische Bewegung vorangekommen ist, insbesondere durch politische Kurswechsel auf Bundesebene in den Vereinigten Staaten. Die starke transatlantische Beteiligung – bei der CFACT und das Heartland Institute gemeinsam mit dem EIKE auftraten – ist Ausdruck einer effektiven Zusammenarbeit bei der Förderung evidenzbasierter Ansätze gegenüber ideologisch geprägten.

Link: https://www.cfact.org/2026/06/30/cfact-co-sponsors-eike-event-highlighting-science-over-alarmism/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Der grüne Krieg der EU gegen Landwirte hört niemals auf

Tilak Doshi, From Tilak’s Substack

Ein Beitrag des niederländischen Kommentators Armand van Westen, der am Dienstag auf X veröffentlicht worden ist und seitdem die Runde macht, greift die Stickstoffdebatte in der niederländischen Landwirtschaft erneut auf. Als Reaktion auf ein Video des Physikers und Wissenschaftsjournalisten Arnout Jaspers – Autor von „De Stikstoffuik (Die Stickstoff-Falle), dem 2023 erschienenen Buch, das in den Niederlanden zum Nummer-1-Bestseller wurde – bringt van Westen einen ebenso einfachen wie brisanten Aspekt auf den Punkt: Es gibt keine echte Stickstoffkrise!

„Stikstof“ ist zum Schlagwort für diese gesamte hitzige Debatte über Stickstoffbelastung durch die Landwirtschaft, EU-Naturschutzvorschriften und den Konflikt zwischen Umweltschutz sowie landwirtschaftlichen und wirtschaftlichen Interessen geworden. Die niederländische Regierung strebt an, die Stickstoffablagerung in „stickstoffempfindlichen“ Natura-2000-Schutzgebieten (Teil des EU-weiten Netzwerks von Naturschutzgebieten) so zu reduzieren, dass sie unter die „kritischen Belastungsgrenzen“ fällt, wobei die Ziele im nationalen Recht entsprechend den EU-Verpflichtungen festgelegt sind. Der Untertitel von Jaspers’ Buch trifft den Nagel auf den Kopf: „Politiker im Bann der Öko-Lobby.“

Wie Jaspers akribisch dokumentiert, ist „stikstof“ (wörtlich: „erstickende Substanz“) eine Krise, die auf mangelhafte Regulierung und ausufernde Rechtsstreitigkeiten zurückzuführen ist und sich als ökologischer Notstand tarnt. Der ehemalige Minister Ronald Plasterk – ein Biologe – lobte Jaspers’ Werk als „ein vernünftiges Buch voller nüchterner Fakten, das die Absurdität der Politik aufzeigt“. Die niederländische Regierung ihrerseits war so verunsichert, dass die Ministerin für Natur und Stickstoff Christianne van der Wal-Zeggelink vom Parlament offiziell dazu gedrängt worden ist, eine schriftliche Gegendarstellung zu einem weiteren kritischen Werk zum gleichen Thema zu verfassen.

Bei dieser anderen Arbeit handelte es sich um „Niemand in de Cockpit“, eine Fallstudie zum Thema Stickstoff von Thierry Baudet, dem Juristen und Vorsitzenden des „Forum for Democracy“, die er gemeinsam mit der Biochemikerin Lidewij de Vos verfasst hatte. Ihre Schlussfolgerung anhand öffentlich zugänglicher Messungen und überprüfbarer Daten lautet, dass die Artenvielfalt in den niederländischen Natura-2000-Gebieten weitgehend stabil ist: Die Bäume sind gesund, die Vogelpopulationen sind in Ordnung, die Luftqualität ist gut, und von 521 Arten, die mit den betreffenden Ökosystemen in Verbindung stehen, sind in den letzten zwei Jahrzehnten nur sieben in einer Weise zurückgegangen, die plausibel mit der Stickstoffdeposition in Verbindung gebracht werden kann. Diese sieben Arten, so stellen die Autoren fest, „spielen in den betreffenden Ökosystemen keine entscheidende Rolle und kommen an anderen Orten in den Niederlanden und Europa nach wie vor in großer Zahl vor“.

Die zentrale These des Buches lautet, dass aufeinander folgende niederländische Regierungen – geblendet von Modellen und Laborexperimenten statt von empirischen Feldmessungen und unter dem Einfluss von Umweltlobbys, die Beweise durch Rechtsstreitigkeiten ersetzen – ihr Land in eine gänzlich selbstverschuldete Katastrophe getrieben haben. Niemand sitzt am Steuer des Flugzeugs. Das Cockpit ist leer.

Van Westens Beitrag, der Jaspers’ Video aufgreift, ist ein kleiner, aber symbolträchtiger Moment: Ein niederländischer Bürger verweist auf zwei buchdicke Sammlungen dokumentierter, von Fachkollegen geprüfter und öffentlich zugänglicher Beweise und sagt schlicht und einfach: Der Kaiser hat keine Kleider an. Bemerkenswert ist nicht die Feststellung an sich – sie wird seit Jahren von Wissenschaftlern, Ökonomen und Vertretern der Landwirte getroffen. Bemerkenswert ist vielmehr der institutionelle Apparat, der weiterhin dagegen vorgeht, unbeeindruckt von politischer Revolte, Wahlniederlagen oder dem verspäteten Eingeständnis des IPCC selbst, dass das Katastrophenszenario, auf dem zwei Jahrzehnte grüner Politik beruhten, wissenschaftlich nie plausibel war. Die Inquisition, so scheint es, benötigt keine faktische Grundlage. Sie benötigt lediglich institutionelle Dynamik.

Der Wissenschaft folgen“

Beginnen wir mit der Wissenschaft, weil die Anhänger der „Netto-Null“-Ideologie stets darauf bestehen, sie als ihre unanfechtbare Autorität heranzuziehen. Fast zwei Jahrzehnte lang diente das extremste von Klimamodellierern entworfene Emissionsszenario – RCP8.5 und sein Nachfolger SSP5-8.5 – als Leitvorlage für praktisch jede restriktive Klima- und Energiepolitik, die in der EU und in UK umgesetzt worden war. Regierungen legten Kohlekraftwerke still, drosselten die Förderung in der Nordsee, verordneten ruinös teure Offshore-Windparks und unterwarfen Landwirte auf dem gesamten Kontinent so drakonischen Stickstoffauflagen, dass eine rentable Landwirtschaft unmöglich wurde.

All dies beruhte – direkt oder indirekt – auf den apokalyptischen Prognosen, die aus einem Szenario hervorgegangen waren, wonach sich der weltweite Kohleverbrauch bis zum Ende des Jahrhunderts verfünffachen würde – eine Entwicklung, die so weit von der physikalischen Realität entfernt ist, dass, wie die Zeitschrift „Eos“ kürzlich bestätigte, die Modellierer des IPCC nun offiziell beschlossen haben, SSP5-8.5 aus dem kommenden AR7-Bericht zu streichen und es als „unplausibel“ zu bezeichnen. Es war, wie GB News es treffend formulierte, ein Eingeständnis der Klimawissenschaftler selbst, dass „das Weltuntergangsszenario nicht mehr glaubwürdig ist“.

Dies ist keine unbedeutende organisatorische Maßnahme. RCP8.5 wurde in der wissenschaftlichen Literatur mehr als 45.000 Mal zitiert und routinemäßig vom Weltwirtschaftsforum, der Europäischen Kommission und jedem europäischen Klimaminister von Stockholm bis Madrid herangezogen. Das Szenario war nie als „Business-as-usual“-Prognose konzipiert – es war stets ein extremer Ausreißer, der Ergebnisse darstellte, die mehr als 90 % der Literatur zu Basisszenarien selbst ohne Klimapolitik als unmöglich erachteten. Dennoch, wie Carbon Brief einräumt, „wurde es in Hunderten verschiedener Veröffentlichungen weithin als das ‚Business-as-usual‘-Ergebnis bezeichnet“. Die politischen Maßnahmen, welche die europäische Industrie zerschlugen, Rentner durch Energiearmut in die Not trieben und Landwirte von ihrem Land vertrieben, wurden alle im Schatten einer Phantom-Apokalypse ergriffen.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Der bedrängte niederländische Landwirt

Vor dem Hintergrund dieser anerkannten wissenschaftlichen Neubewertung steht das Schicksal der niederländischen Landwirte. Die Niederlande – der Welt zweitgrößter Agrarexporteur, ein Land, das durch Einfallsreichtum, Kapital und über Generationen hinweg erworbenes Fachwissen eine bescheidene Landfläche in einen erstaunlichen Motor der Nahrungsmittelproduktion verwandelt hat – werden systematisch demontiert. Schuld daran ist die Stickstoffpolitik, genauer gesagt die EU-Habitatrichtlinie in der Auslegung durch niederländische Gerichte, die 2019 feststellten, dass Ammoniak- und Stickoxidemissionen aus der Tierhaltung mit den Verpflichtungen zum Schutz ausgewiesener Naturschutzgebiete unvereinbar seien.

Die Regierung reagierte darauf mit der Forderung nach einer Senkung der Stickstoffemissionen aus der Landwirtschaft um 70 % – einem Sektor, der zwar 46 % der Stickstoffemissionen des Landes verursacht, aber einen unverhältnismäßig hohen Anteil der Last tragen sollte, während Industrie und Luftfahrt deutlich nachsichtiger behandelt wurden.

Bis zu 3.000 landwirtschaftliche Betriebe waren von einem Zwangsaufkauf bedroht. Der niederländische Milchviehbestand stand bis 2030 vor einem Rückgang um 167.000 bis 450.000 Tiere – bis zu 30 % des Gesamtbestands. Wie Jaspers anmerkt, ist die Schwelle für das Eintreten dieser existenziellen Folgen so empfindlich, dass bereits der Kot eines einzigen Vogels pro Hektar und Jahr formal den zulässigen Grenzwert überschreiten kann. Die Absurdität ist nicht rhetorischer Natur. Sie ist regulatorisch bedingt.

Die politische Folge war der explosive Aufstieg der BoerBurgerBeweging – BBB, der Bauern-Bürger-Bewegung –, die 2019 von der Agrarjournalistin Caroline van der Plas als direkte Reaktion auf die Proteste niederländischer Landwirte gegen drückende regulatorische Belastungen gegründet worden war. Im März 2023 sorgte die BBB in einer der einschneidendsten Überraschungen der modernen niederländischen Politikgeschichte für einen Erdrutschsieg bei den Provinzwahlen und erzielte in allen 12 Provinzen den höchsten Stimmenanteil aller Parteien. Van der Plas bezeichnete die Stickstoffvorschriften unverblümt als „von Den Haag diktiertes Dogma“.

Bis 2024 war die BBB als Koalitionspartner in die Regierung eingetreten und hatte eine Umstellung von obligatorischen auf freiwillige Auszahlungsregelungen für landwirtschaftliche Betriebe sowie eine Verschiebung des Stickstoffziels von 2030 auf 2035 durchgesetzt – kleine Zugeständnisse, die einer Maschinerie abgerungen worden sind, die anderenfalls keinen Millimeter nachgegeben hätte. Als das Kabinett Schoof im Juni 2025 zusammenbrach, nachdem sich die PVV wegen der Asylpolitik zurückgezogen hatte, wurde die BBB auf den Status einer Übergangsregierung reduziert. Greenpeace legte dann im Januar 2025 den juristischen Knockout ein: Das Bezirksgericht Den Haag verurteilte den niederländischen Staat unter Androhung einer Geldstrafe von 10 Millionen Euro dazu, die Stickstoffreduktionsziele bis 2030 zu erreichen. Der Druck lässt nie nach.

Die große europäische Bauern-Revolte

Die parallele Entwicklung auf dem europäischen Kontinent war ebenso aufschlussreich. In Deutschland wurde die einst dominierende Partei der Grünen – deren in Jeans und Turnschuhen auftretender Aushängeschild Joschka Fischer seit den 1980er Jahren die Umweltpolitik zu einer quasi-religiösen Bewegung gemacht hatte und deren Robert Habeck noch bis vor kurzem von der Kanzlerschaft im Jahr 2024 träumte – an den Wahlurnen von einer Wählerschaft vernichtend geschlagen, die genug von der strafenden Umweltpolitik hat. Die Alternative für Deutschland AfD ist zur zweitgrößten Partei im Bundestag aufgestiegen, nicht zuletzt beflügelt durch das wirtschaftliche Chaos, das Habecks Energiepolitik angerichtet hat.

In Frankreich gewann Marine Le Pens „Rassemblement National“ die Europawahlen 2024 mit einem Wahlprogramm, das eine ausdrückliche Ablehnung der „Net Zero“-Agenda der EU enthalten hat. In Großbritannien hat „Reform UK“ unter Nigel Farage die Skepsis gegenüber „Net Zero“ in den Mainstream der politischen Debatte gebracht – mit einer Wählerkraft, welche die Konservative Partei vier Jahre lang vergeblich zu mobilisieren versuchte.

Kurz gesagt: Die Bauern revoltieren – wie ich bereits in meinem Forbes-Artikel vom Februar 2024 feststellte, in dem ich die ersten Anzeichen der großen Unruhen unter den europäischen Landwirten beleuchtete. In ganz Frankreich, Deutschland, Belgien, Polen und den Niederlanden blockierten Traktoren Autobahnen, Brüssel wurde mit Gülle überschüttet, und die politische Klasse war schließlich gezwungen anzuerkennen, dass echte Menschen, die echte Lebensmittel anbauen, nicht ohne Konsequenzen als Hindernisse für eine bürokratische grüne Utopie behandelt werden können.

Der „Net Zero“-Moloch lässt sich nicht beirren

All dies hat jedoch bei den Verfechtern dieser Ideologie nicht einmal ansatzweise einen Anflug von Selbstreflexion ausgelöst. Das „Net-Zero“-Establishment hat auf den politischen Kurswechsel nicht mit einer Neuausrichtung, sondern mit einer Eskalation reagiert – und mit dem zunehmend unverhüllten Einsatz aller verfügbaren institutionellen Hebel gegen diejenigen, die auf unbequeme empirische Realitäten hinweisen.

Die niederländische Kommentatorin Eva Vlaardingerbroek, die durch Auftritte bei Fox News und ihre beeindruckende Präsenz in den sozialen Medien die Anliegen der Landwirte international ins Bewusstsein rückte, musste im März 2023 erleben, dass ihr X-Konto plötzlich und ohne Erklärung dauerhaft gesperrt wurde – nur um nach einem öffentlichen Aufschrei wieder freigeschaltet zu werden. Im Januar 2026 entzog ihr das britische Innenministerium die elektronische Reisegenehmigung und verhängte ein Einreiseverbot für UK mit der Begründung, ihre Anwesenheit sei nicht „dem öffentlichen Wohl dienlich“ – eine Entscheidung, die mit verdächtiger Pünktlichkeit drei Tage nach der Veröffentlichung ihrer Kritik an Premierminister Keir Starmer auf X getroffen worden war.

Ein von Fachkollegen begutachteter Artikel im „European Journal on Criminal Policy and Research“ – einer Zeitschrift für Kriminologie, wohlgemerkt – stufte die Skepsis gegenüber der Stickstoffreduktionspolitik als eine Form der „Desinformation“ ein, die „Themen aus dem Bereich des Klimawandel-Leugnens“ aufweise. Das ist das offizielle akademische Urteil: Die Frage, ob die erzwungene Schließung niederländischer landwirtschaftlicher Betriebe wissenschaftlich notwendig oder verhältnismäßig ist, stellt eine Handlung dar, die einem Verbrechen gleichkommt.

Dies ist das orwellsche intellektuelle Klima, in dem die Europäer heute agieren. Ein Szenario, das von der Modellierungsgemeinschaft des IPCC selbst offiziell abgelehnt worden ist, bildete die Grundlage für zwei Jahrzehnte zivilisationsweiter wirtschaftlicher Verwerfungen. Die Wissenschaftler, die dieses Szenario entwickelt hatten, haben nun eingeräumt, dass es nicht plausibel ist. Doch die daraus resultierenden politischen Maßnahmen – die stillgelegten landwirtschaftlichen Betriebe, die gedrosselten Industriezweige, die unerschwinglichen Energiekosten, die zum Schweigen gebrachten Stimmen – bleiben fest verankert und werden durch ein Bündnis aus aktivistischen Gerichten, gekauften Regulierungsbehörden und einer politischen Klasse durchgesetzt, deren gesamte Identität auf das „Netto-Null“-Projekt gesetzt wurde, neben Gender- und ethnischer Identitätspolitik sowie der Akzeptanz von Masseneinwanderung. Die „Netto-Null“-Ideologen setzen weiterhin auf diese Linie, selbst während sich die wirtschaftliche Krise um sie herum immer weiter verschärft.

Die IEA – jener einstige Tempel grüner Ambitionen, deren Bericht „Net Zero by 2050“ aus dem Jahr 2021 verkündet hatte, dass niemals neue Öl- und Gasfelder erschlossen werden sollten – hat unter dem Druck veränderter politischer Realitäten still und leise ihr „Current Policies Scenario“ wieder eingeführt, das sie 2019 auf Geheiß Brüssels aufgegeben hatte. Ihr „World Energy Outlook 2025“ räumt nun ein, dass die weltweite Ölnachfrage nicht vor 2050 ihren Höchststand erreichen wird. Selbst diese bescheidene Rückkehr zum Realismus wurde nicht durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse vorangetrieben, sondern durch die nackte geopolitische Tatsache der Rückkehr Donald Trumps ins Weiße Haus und die drohende Streichung der US-Finanzmittel. Der Anschein von Energierealismus ist zur IEA zurückgekehrt, nicht weil sich die Fakten geändert haben, sondern weil sich Machtverhältnisse und Finanzierungsquellen geändert haben.

Unterdessen zeigt die Europäische Kommission unter Ursula von der Leyen – jene Institution, deren „Europäischer Green Deal auf Brüsseler Ebene das Gerüst für die Stickstoff-Apokalypse bildete, die über die niederländische Landwirtschaft hereinbrach – keinerlei Anzeichen eines Erwachens. Greenpeace klagt. Gerichte erlassen Urteile. Geldstrafen drohen. Betriebe schließen. Baudet und De Vos haben anhand akribischer Daten nachgewiesen, dass die niederländische Natur nicht in einer Krise steckt. Jaspers hat ebenso rigoros nachgewiesen, dass die Vorschriften eine selbst geschaffene Falle sind, die weder auf EU-Recht noch auf ökologischen Beobachtungen beruht. Und jeder niederländische Kommentator, der diese Erkenntnisse in den sozialen Medien verbreitet, wird als „Misinfluencer“ abgestempelt – eine Bezeichnung, die von aktivistischen Forschern vergeben wird, die dafür finanziert werden, die „Desinformationslandschaft“ der Bauernproteste zu untersuchen.

Der niederländische Landwirt als Licht am Ende des Tunnels

Was wir derzeit erleben ist die verzweifelte Verteidigung eines politisch-wissenschaftlichen Paradigmas, das zwar keine empirische Grundlage hat, aber weiterhin institutionellen Einfluss ausübt. Die rechtsgerichteten Parteien, die in ganz Europa wie Pilze aus dem Boden geschossen sind – BBB, AfD, RN, Reform –, haben die Voraussetzungen für ihren eigenen Aufstieg nicht selbst geschaffen. Sie sind Symptome, nicht Ursachen eines politischen Regimes, das so weit von der gelebten Realität der einfachen Europäer entfernt ist, dass diesen nichts anderes übrig blieb, als sich politisch dagegen zu organisieren. Die Reaktion des Establishments bestand darin, diese demokratische Revolte nicht als Signal für eine politische Kurskorrektur zu betrachten, sondern als Beweis für Desinformation, die unterdrückt werden muss.

Die Niederlande haben ihre landwirtschaftliche Stärke nicht durch Subventionen und behördliche Genehmigungen aufgebaut, sondern durch jahrhundertelangen disziplinierten Einfallsreichtum in einem Land, das kaum über dem Meeresspiegel liegt – ein Viertel davon befindet sich sogar unterhalb des Meeresspiegels. Das Land wurde zum zweitgrößten Lebensmittelexporteur der Welt. Und nun wird die niederländische Landwirtschaft durch Verwaltungsbeschlüsse, gestützt durch aktivistische Rechtsprechung und einen angeblichen „wissenschaftlichen Konsens“, systematisch stranguliert.

Wer Einwände erhebt – sei es in einem Bestseller, einer Parlamentsrede oder einem Beitrag auf X –, sieht sich mit strafrechtlichen Fachzeitschriften, Grenzentscheidungen des Innenministeriums und ministeriellen Gegendarstellungen konfrontiert, verfasst von Beamten, die wenig Zeit für Daten und fundierte Analysen haben. Die Notlage der niederländischen Landwirte steht heute nicht nur symbolisch für die ideologische Unnachgiebigkeit der politischen Klasse, sondern auch für einen umfassenderen zivilisatorischen Niedergang.

This article was first published in the Daily Sceptic https://dailysceptic.org/2026/06/25/the-green-war-on-farmers-never-ends/

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/06/28/the-eus-green-war-on-farmers-never-ends/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Der zweigeteilte Juni in Europa

Cap Allon

Die Hitzewelle in Westeuropa war echt. Die CO₂-Geschichte ist der Schwindel.

Man vergisst es leicht, aber die erste Junihälfte war für viele ungewöhnlich kühl:

Temperaturanomalien vom 1. bis zum 15. Juni 2026 [CPD/JMA]

In der zweiten Junihälfte färbten sich die westlichen Länder (vor allem Frankreich) rot, weil sich die Zirkulation festgefahren hatte. Über dem Westen bildete sich ein starker Höhenrücken, der Jetstream wurde nach Norden abgelenkt, die Luft sank ab, der Himmel klarte auf und unter dem Hochdruckgebiet staute sich die Hitze.

Temperaturanomalien 16. – 30. Juni 2026 [CPD/JMA]

Laut der gleichen Karte blieben Osteuropa und Westrussland zur gleichen Zeit jedoch kalt.

Der Westen lag unter dem Hochrücken; der Osten lag unter der kühleren Seite der Jetstream-Welle.

CO₂ verursacht so etwas nicht.

Auch die Innere Arktis widerspricht dieser Darstellung. Die Zone nördlich von 80° N hat sich im Mai und Juni auf Rekordtiefstwerten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1958 bewegt, und die Temperatur schaffte es selbst im Juli nicht, über den Gefrierpunkt zu steigen:

CO₂ sorgt nicht selektiv dafür, dass es in Frankreich brütend heiß wird, in Russland eiskalt ist und die Schmelzsaison in der Hocharktis ins Stocken gerät.

Wohl aber tut das die Zirkulation.

Die Hitzewelle in Frankreich Ende Juni war ungewöhnlich, das war sie wirklich, aber das gilt auch für die anhaltende Rekordkälte in der Hocharktis.

Wahrscheinlich gibt es einen Zusammenhang zwischen beiden. Aber wir sind immer noch Höhlenmenschen bzgl. Satelliten.

Link: https://electroverse.substack.com/p/chile-freezes-under-extreme-cold?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke)

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Rechtsgutachten: Klima-Klagen vor Gericht sind unzulässig

H. Sterling Burnett

Ob die DUH hierzulande diesen Beitrag liest? A. d. Übers.

Rechtswissenschaftler stehen den rechtlichen Grundlagen des „Climate Lawfare“ zunehmend skeptisch gegenüber: Dabei handelt es sich um Klagen von Städten, Bundesstaaten und Einzelpersonen, die darauf abzielen, die Klimapolitik nicht auf dem legitimen demokratischen Weg, sondern durch die Hintertür der Gerichte zu ändern. Diese Klagen nutzen die Gerichte, um Unternehmen der fossilen Brennstoffindustrie für vermeintliche Klimaschäden zu bestrafen, die der Gesetzgeber nicht regulieren will.

Wir bei Heartland haben den „Climate Lawfare“ von Anfang an bekämpft und in einem von San Francisco und Oakland vor einem Bundesgericht angestrengten Verfahren einen Amicus-Curiae-Schriftsatz eingereicht, in dem wir argumentierten, dass weder die Wissenschaft noch das Recht auf der Seite der Kläger stünden. Wenn die Klimapolitik eine Angelegenheit sei, mit der sich ein staatlicher Zweig befassen müsse, dann gehöre sie in den Zuständigkeitsbereich des US-Kongresses, argumentierten wir. Nur wenige Monate später, als die Klage vom Gericht als unzulässig abgewiesen worden war, erklärte ich in einer Pressemitteilung:

Die Entscheidung von Richter Alsup war richtig. Diese Klimaklagen werden von Städten mit schmutzigen Händen eingereicht – wenn man davon ausgeht, dass der Mensch den Klimawandel verursacht –, da deren Polizei-, Feuerwehr-, Rettungs- und Müllfahrzeuge alle mit fossilen Brennstoffen betrieben werden. Darüber hinaus wird damit versucht, den zwischenstaatlichen Handel zu diktieren – indem die Nation als Ganzes gezwungen wird, Kaliforniens Energiepolitik zu folgen –, eine Befugnis, die in der Verfassung ausdrücklich dem US-Kongress übertragen worden ist. Alsup durchschaute die Klimafiktion der Städte.

Oakland und San Francisco lagen sowohl in wissenschaftlicher als auch in politischer Hinsicht falsch. Man kann nur hoffen, dass die Richter in Klagen anderer Städte, Bundesstaaten und Interessengruppen gegen die Industrie dem Beispiel von Alsup folgen.

In der Folge wurden zwar einige in verschiedenen Gerichtsbezirken eingereichte ähnliche Klagen abgewiesen, doch wurden noch viel mehr Klagen eingereicht, was die Energiesicherheit gefährdet, die Energiekosten in die Höhe treibt und die Arbeitsbelastung der Gerichte erhöht.

Vor kurzem veranstaltete das Law & Economics Center der George Mason University ein Online-Symposium mit dem Titel [übersetzt] „Klimawandel, Deliktsrecht, Landesrecht und Kongress: Eine Diskussion über das Urteil des Zweiten Bundesberufungsgerichts vom 1. April 2021 in der Rechtssache City of New York gegen Chevron Corp.“ Obwohl sich die Podiumsdiskussion auf einen einzelnen Fall konzentrierte, hatten die Erörterungen eine breitere Relevanz für den sogenannten „Climate Lawfare“ im Allgemeinen. Die Podiumsteilnehmer wiesen detailliert auf zahlreiche Mängel in den Klagen hin, die von verschiedenen Städten und Gruppen gegen die Ölindustrie eingereicht worden waren. Der allgemeine Konsens der Podiumsteilnehmer, wie er in einem Artikel von „Energy in Depth“ über die Diskussion dargelegt wurde, lautete erstens: „Der Klimawandel erfordert eine politische, keine juristische Lösung“; zweitens: „Der globale Klimawandel [liegt] außerhalb der Zuständigkeit der einzelstaatlichen Gerichte“; und drittens, womit man wieder auf den ersten Punkt zurückkommt: „Der Klimawandel gehört nicht in die Justiz.“

Der Diskussionsteilnehmer Mark W. DeLaquil, Partner der Anwaltskanzlei BakerHostetler erklärte, das Urteil des Berufungsgerichts des Zweiten Bezirks folge der Argumentation anderer Bundesgerichte, die zuvor ähnliche Klagen abgewiesen hatten.

„Meiner Ansicht nach fügt sich die Entscheidung des Zweiten Bezirks, mit der die Abweisung der New Yorker Klage wegen öffentlicher Belästigung durch den Klimawandel bestätigt wurde, nahtlos in die Behandlung dieser Art von Klagen durch Bundesgerichte im letzten Jahrzehnt ein“, sagte DeLaquil. „Ich denke, das gemeinsame Merkmal dieser Fälle ist, dass die aufgeworfenen Fragen schlichtweg nicht für eine gerichtliche Klärung geeignet sind.“

Ein weiterer wesentlicher Mangel, den die Podiumsteilnehmer in den Bemühungen identifizierten, den Energieverbrauch auf nationaler Ebene durch kommunale und bundesstaatliche Klimaklagen in unterschiedlichen Gerichtsbezirken zu regulieren, sind die potenziellen Schäden und das wirtschaftliche Chaos. Lokalen Gerichten zu gestatten, die Energiepolitik zu diktieren, wäre schlecht für die nationale Energiesicherheit und -einheitlichkeit, den wirtschaftlichen Fortschritt und die geopolitische Sicherheit.

„Wir können zwar darauf hinweisen, dass es fünfzig verschiedene Bundesstaaten mit potenziell unterschiedlichen Vorschriften gibt, doch gleichzeitig stellen Hersteller ihre Produkte landesweit her“, erklärte Catherine Sharkey, Professorin an der New York University School of Law.

Abgesehen davon, dass der Klimawandel ein globales und kein lokales oder gar nationales Problem ist, haben diejenigen, die Ölkonzerne verklagen, in hohem Maße von den Produkten der fossilen Brennstoffindustrie profitiert und nutzen diese auch heute noch täglich – was es unlogisch und heuchlerisch macht, die Schuld für die Auswirkungen des Klimawandels einer kleinen Gruppe von Energieunternehmen zuzuschreiben, sagte Walter Olson, Senior Fellow am Cato Institute.

„Das Problem liegt darin, dass es sich um allgemeine gesellschaftliche Probleme handelt, die nicht nur jeden in New York, sondern jeden auf der Welt betreffen und zu denen fast jeder auf der Welt beiträgt“, sagte Olson. „Wenn alle daran beteiligt sind, wenn alle davon profitieren, ist es weniger wahrscheinlich, dass Richter dem ein Ende setzen.“

„Jeder in all diesen klagenden Städten lebt in einer Stadt, die durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe erst möglich wurde“, stellte Olson treffend fest. „So ist es nun einmal.“

Um die Botschaft zu untermauern, dass Klimaklagen auf staatlicher und lokaler Ebene töricht, gefährlich und rechtlich unzulässig sind, haben zahlreiche Parteien in einem Verfahren in Boulder, Colorado – Suncor Energy (U.S.A.) Inc. gegen County Commissioners of Boulder County – einen Antrag auf Beitritt zum Verfahren gestellt oder Amicus-Schriftsätze zur Unterstützung der Kläger eingereicht. Dazu gehören das US-Justizministerium (DOJ), 78 Kongressabgeordnete, 27 Generalstaatsanwälte, energieproduzierende Bezirke in Colorado, ehemalige hochrangige Beamte der nationalen Sicherheit sowie bedeutende Wirtschafts-, Rechts- und Politikorganisationen.

„Dieser Fall wirft eine grundlegende Frage auf: Kann eine Stadt das Recht eines einzelnen Bundesstaates heranziehen, um dem Rest der Welt vorzuschreiben, wie ein globales Problem mit globalen Auswirkungen zu lösen ist? Die Verfassung liefert die Antwort: Auf keinen Fall“, heißt es in der Stellungnahme des Justizministeriums zu diesem Fall. „Unser föderales System würde zerfallen, wenn jeder Bundesstaat von Natur aus nationale oder internationale Probleme angehen könnte, indem er den anderen 49 Bundesstaaten seine regulatorischen Vorgaben aufzwingt.

Dieses Durcheinander würde zu einem Gewirr konkurrierender Regulierungsansätze und zu Spannungen führen, die die Republik gefährden“, schrieb das DOJ.

In einem weiteren Amicus-Schriftsatz erklärten die Mitglieder des US-Repräsentantenhauses unter der Führung des Mehrheitsführers Steve Scalise (R-LA), dass die Klage von Boulder nicht einfach darauf abziele, einen Schaden durch eine deliktische Klage zu beheben, sondern vielmehr versuche, die allgegenwärtigen globalen Treibhausgasemissionen zu regulieren und dabei den Kongress, die Bundesaufsichtsbehörden und den demokratischen Prozess zu umgehen.

„Die hier vorgebrachten Ansprüche regeln zwangsläufig die Treibhausgasemissionen, da sie eine Haftung auf der Grundlage der angeblichen Auswirkungen dieser Emissionen begründen würden“, heißt es in dem Schriftsatz der Abgeordneten. „Die Beklagten versuchen somit, ihre eigenen, durch Schadenersatzansprüche untermauerten Regeln darüber durchzusetzen, wann und in welchem Umfang Treibhausgasemissionen angemessen sind – unabhängig davon, ob diese Emissionen aus einem vom Kongress genehmigten Verhalten resultieren.“

Letztendlich deuten frühere Urteile von Bundesgerichten, etablierte Entscheidungen zur Vorrangstellung des Bundes sowie die in der Verfassung festgelegte ausschließliche Übertragung der Befugnis zur Regulierung des zwischenstaatlichen Handels an den Kongress und der Befugnis zur Führung der Außenpolitik an die Bundesregierung darauf hin, dass diese Klimaklagen von Bundesstaaten und Kommunen gar nicht erst vor Gericht hätten eingereicht werden dürfen. Ein fundiertes, umfassendes Urteil des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten in dieser Angelegenheit im Fall „Suncor“ könnte dem „Climate Lawfare“ als Mittel zur Festlegung der Klimapolitik ein Ende setzen. Dies würde den Verbrauchern Milliarden, wenn nicht sogar Billionen Dollar an höheren Energiekosten ersparen, die Gerichtstermine für die Verhandlung berechtigter deliktischer Ansprüche entlasten und die Energiesicherheit Amerikas stärken.

Solange der Oberste Gerichtshof keine endgültige Entscheidung trifft, die eine klare Rechtsgrundlage schafft, werden diese verschwenderischen, unzulässigen Klagen weiterhin die Gerichtstermine überlasten und knappe Ressourcen sinnlos verschwenden, da der Mensch das Klima nicht kontrolliert und es keine wissenschaftlich nachweisbare Klimakrise gibt. Hoffen wir, dass der Oberste Gerichtshof und die untergeordneten Gerichte die zahlreichen Amicus-Schriftsätze und die Argumentation der Rechtsexperten auf dem jüngsten Seminar überzeugend finden.

Quelle: Energy in Depth; George Mason University Law & Economics Center; Energy in Depth

Link: https://heartland.org/opinion/climate-change-weekly-583-climate-lawfare-is-flawed-legal-panel-finds/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Wolken stellen CO₂ in den Schatten

Cap Allon

Der echte Himmel ist kein Labor. Dort gibt es Wolken und so weiter.

In einer neuen Studie in der Fachzeitschrift „Nature“ wurden spektral aufgelöste Bodenmessungen vom Standort „Southern Great Plains“ verwendet, um die Infrarot-Signaturen von Temperatur, Wasserdampf, CO₂, Ozon und Wolken voneinander zu trennen.

Die Forscher stellten eine eng gefasste, aber wichtige Frage: Was beeinflusst die Menge der langwelligen Wärme, die zurück zur Erdoberfläche abgestrahlt wird? Ihre Antwort deutet auf eine negative langwellige Wolkenrückkopplung über Land hin.

Die Erdoberfläche strahlt Infrarotwärme nach oben ab. Tieffliegende Wolken absorbieren einen Teil dieser Wärme und strahlen einen Teil davon wieder nach unten. In diesem Sinne wirken sie wie eine Infrarotdecke. Liu et al. stellten jedoch fest, dass mit zunehmender Erwärmung der Atmosphäre die Bewölkung in den unteren Schichten abnahm. Dadurch wurde die Decke dünner. Es wurde weniger Infrarotwärme an die Oberfläche zurückgestrahlt, und mehr konnte nach oben entweichen.

Am Standort „Southern Great Plains“ reduzierte der Wolkeneinfluss die nach unten gerichtete langwellige Strahlung um -1,77 W/m² pro Jahrzehnt.

Die Autoren berichten außerdem, dass es sich hierbei nicht nur um eine Besonderheit einer einzelnen Messstation handelt. Ähnliche negative langwellige Wolkeneffekte zeigen sich über Land in Satelliten- und Reanalyse-Daten, die hauptsächlich mit einer abnehmenden tiefhängenden Wolkendecke zusammenhängen.

Vergleichen Sie das nun mit der berühmten Arbeit von Feldman et al. aus dem Jahr 2015.

Feldmans Team hat den CO₂-Einfluss auf die Erdoberfläche bei klarem Himmel zwischen 2000 und 2010 direkt gemessen, während der CO₂-Gehalt in der Atmosphäre um 22 ppm gestiegen ist. Das Ergebnis: +0,2 W/m² pro Jahrzehnt sowohl am Standort „Southern Great Plains“ als auch am Standort „North Slope of Alaska“.

In den beobachteten Langwellen-Oberflächenmessungen trug CO₂ also etwa +0,2 W/m² pro Jahrzehnt bei. Wolken reduzierten den Effekt am gleichen Standort in den Great Plains um −1,77 W/m² pro Jahrzehnt. Das ist fast neunmal so viel und in die entgegengesetzte Richtung.

Das bedeutet nicht, dass CO₂ keinen Infraroteffekt hat. Feldman hat diesen Effekt gemessen. Es bedeutet auch nicht, dass Wolken insgesamt eine Nettoabkühlung verursacht haben. Veränderungen in der Bewölkung gleichen das langwellige Treibhaussignal an der Oberfläche stark aus.

Liu et al. befassen sich mit dem langwelligen Oberflächen-Energiehaushalt, nicht mit dem gesamten planetarischen Energiehaushalt. Natürlich beeinflussen Wolken auch das einfallende Sonnenlicht. Weniger tiefe Wolken lassen die Infrarotschicht dünner werden, wodurch weniger langwellige Wärme zur Oberfläche zurückkehrt. Aber weniger tiefe Wolken bedeuten auch, dass mehr Sonnenstrahlung den Boden erreicht, was diesen erwärmen kann.

Die Studie ist kein endgültiges Urteil über den Nettoeffekt von Wolken. Sie ist eine direkte Beobachtung, die daran erinnert, dass das Klima der Erde – in diesem Fall die Wolken – in beide Richtungen wirkt und danach strebt, ein natürliches Gleichgewicht zu finden. Das Klimasystem wird nicht von CO₂ gesteuert. Es ist voller konkurrierender Faktoren, Ausgleichseffekte und Rückkopplungen. Betätigt man einen Hebel, bewegt sich ein anderer, um das Gleichgewicht wiederherzustellen. Das ist der springende Punkt.

Link: https://electroverse.substack.com/p/greenlands-gains-threaten-records?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke)

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE