Kurzmeldungen aus Klima und Energie – Ausgabe 12 /2026

Meldung vom 15. April 2026:

Gletscher-Rückzug in der Antarktis ist nicht linear

Eine neue Studie, die den Gletscherschwund in Marian Cove auf King-George-Insel nahe der Nordspitze der Antarktischen Halbinsel untersucht, zeigt keine konsistente Reaktion auf steigende CO₂-Werte.

Anhand von Daten aus den Jahren 1956 bis 2022 stellten die Forscher fest, dass der Gletscher in Zyklen vorrückte, zum Stillstand kam und sich zurückzog. Die Geschwindigkeiten reichten von einem leichten Vorrücken bis zu 178 m pro Jahr. Das Muster ist eindeutig nicht-linear.

Der zeitliche Verlauf folgt den Schwankungen des südlichen ringförmigen Modus und der Meerestemperaturen, nicht einer gleichmäßigen externen Antriebskraft. Der Rückzug beschleunigte sich in wärmeren Phasen und verlangsamte sich in kühleren, wobei eine deutliche Verlangsamung von den 2000er Jahren bis Mitte der 2010er Jahre zu verzeichnen war.

Lokale Einflussfaktoren dominieren.

Der Gletscher blieb jahrzehntelang stabil, solange er auf einer flachen Schwelle auflag. Sobald diese Stütze wegfiel, beschleunigte sich der Rückgang. In den tieferen Bereichen des Fjords schritt der Rückgang schneller voran, da diese stärker dem Wasser ausgesetzt waren.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass das Gletscherverhalten hier durch das Zusammenspiel von Ozean, Atmosphäre und der Geometrie des Fjords bestimmt wird. Marian Cove ist ein kleines, lokal begrenztes System auf der Antarktischen Halbinsel. Es ist nicht der gesamte Kontinent.

Auf kontinentaler Ebene ist das Bild gemischt. Viele Studien berichten von einem Netto-Eiszuwachs, der zum Teil auf vermehrte Schneefälle über der Ostantarktis zurückzuführen ist, während andere auf Verluste hinweisen, die sich auf die Westantarktis konzentrieren.

Was nicht zu beobachten ist, ist eine einfache, einheitliche Reaktion. Die Gletscherveränderungen in der Antarktis sind ungleichmäßig, regional begrenzt und werden von interagierenden Systemen bestimmt – nicht von einer geraden Linie, die an CO₂ gekoppelt ist.

Link: https://electroverse.substack.com/p/cold-front-to-slam-eastern-us-antarctic?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Eine Meldung vom 17. April 2026:

China verbreitet Energie in alle Richtungen

China dekarbonisiert sein Energiesystem nicht. Es baut es vielmehr aus.

Die Ölförderung hat gerade einen Rekordwert von über 4,6 Millionen Barrel pro Tag erreicht und setzt damit den stetigen Anstieg fort, der nach Pekings Bemühungen zur Steigerung der heimischen Versorgung in den Jahren 2019–2020 eingesetzt hatte.

Die Fördermenge befindet sich nun auf einem Allzeithoch und versorgt einen durch Störungen im Persischen Golf unter Druck stehenden Markt mit zusätzlichen Barrel.

Bei der Kohle sieht es ähnlich aus.

Die Stromerzeugung aus thermischen Kraftwerken stieg im März 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 4,4 % und erreichte damit den höchsten jemals im März verzeichneten Wert.

Peking setzt verstärkt auf Kohle und baut seinen Sektor für die Umwandlung von Kohle in Chemikalien aus – dabei werden heimische Ressourcen in Brennstoffe und industrielle Vorprodukte umgewandelt. Dies schützt die Wirtschaft vor externen Schocks und verringert, wo möglich, die Abhängigkeit von Importen.

Dies ist eine bewusste Entscheidung.

China baut seine gesamte Energiebasis aus: Kohle, Öl, Wasserkraft, Kernkraft und sogar erneuerbare Energien. Anstatt sich für eine Option zu entscheiden, setzt das Land auf alle.

China weiß, dass billige, zuverlässige und reichlich vorhandene Energie die Grundlage für Industrieproduktion, militärische Stärke und Wirtschaftswachstum bildet. Engpässe sind ein Nachteil. Überschüsse sind ein Vorteil.

Während andere ihre Systeme einschränken, erweitert China seine eigenen.

Link: https://electroverse.substack.com/p/kashmir-snow-shuts-key-routes-japans?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldung vom 20. April 2026:

Neue Studie: auf Fuerteventura war es im Holozän feuchter und wärmer

Eine neue Studie von Fuerteventura zeigt, dass die Insel einst ganz anders aussah als heute.

Forscher analysierten Vogelknochen aus einer Höhle, die auf einen Zeitraum von vor etwa 9.000 bis 5.500 Jahren datiert wurden. Bei den gefundenen Arten handelt es sich nicht um Wüstenvögel. Sie sind mit Wäldern, Flüssen, Lagunen und dichter Vegetation verbunden.

Solche Lebensräume gibt es heute auf Fuerteventura nicht mehr.

Die Insel ist mittlerweile trocken, weitgehend karg und verzeichnet weniger als 150 mm Niederschlag pro Jahr. Die Fossilienfunde deuten jedoch darauf hin, dass es in der Vergangenheit stehendes Wasser, Ufervegetation und bewaldete Gebiete gab.

Die Studie stellt fest, dass das Klima einst „wesentlich feuchter war als heute“, und ordnet es in eine umfassendere Phase des frühen Holozäns ein, die als 3–7 °C wärmer als heute gilt.

Mehrere der identifizierten Arten leben heute nicht mehr auf der Insel. Einige kommen auf den Kanarischen Inseln überhaupt nicht mehr vor. Dabei handelt es sich um Vögel, die Baumbedeckung und zuverlässige Wasserstellen benötigen.

Die meisten Knochen stammen von Raubtieren, sodass sie Aufschluss darüber geben, was gejagt wurde, und keine vollständige Bestandsaufnahme des Ökosystems darstellen. Doch das Bild ist eindeutig: Wasserabhängige und mit dem Wald verbundene Arten waren in großer Zahl vertreten.

Vergangenheit: wärmer, feuchter, biologisch vielfältiger.

Gegenwart: kühler, trockener, karge Umwelt.

Diese physischen Beweise widersprechen 1) der Vorstellung, dass die heutigen Bedingungen eine Art optimale oder stabile Ausgangsbasis darstellen, deren Erhaltung große Opfer erfordert, und 2) der Annahme, dass CO₂ der entscheidende Klimafaktor ist, dessen Konzentration sich über das gesamte Holozän (~11.700 Jahre bis zum vorindustriellen Niveau) nur um ~10–20 ppm verändert hat.

Link: https://electroverse.substack.com/p/record-april-cold-australia-koreas?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 21. April 2026:

El Niño – kommt er, oder kommt er nicht? Würfeln…

Die Vorhersagemodelle messen derzeit einem sehr starken, starken, mäßigen oder schwachen bis neutralen El Niño in etwa die gleiche Wahrscheinlichkeit bei.

El Niño ist eines der am intensivsten beobachteten Systeme auf unserem Planeten. Der Wärmegehalt der Ozeane, die Temperaturen, die Passatwinde und die Reaktionen der Atmosphäre werden alle kontinuierlich gemessen.

Dennoch tun sich die Modelle schwer, die verschiedenen Szenarien voneinander abzugrenzen.

Wenn sie die Stärke des nächsten Zyklus‘ nicht vorhersagen können, zieht sich diese Einschränkung auch auf die Zukunft fort.

Javier Vinós betont: „Modellen kann man nicht trauen. Alles, was wir nicht wissen, ist nicht berücksichtigt, und vieles, was wir wissen, ist falsch berücksichtigt. Nur ein Narr würde einem Modell vertrauen, das nicht ordnungsgemäß validiert worden ist.

Die Ergebnisse hier reflektieren dies. Gleichmäßige Wahrscheinlichkeiten über weite Teile des Spektrums. Man kann grob davon ausgehen, dass ein El Niño kommt, aber was seine Stärke angeht – da rät die NOAA nur.

Vielleicht kommt es auch gar nicht dazu! A. d. Übers.

Link: https://bap.navigator.web.de/mail?sid=fa3eba9af76e7313a25d8562b7c8a506939af7782d409313d4fdccb8447763cb73ff11f8a2450c288fe18a31925f766c

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Eine Meldung vom 22. April 2026:

Ozean-„Versauerungist eine Frage des Blickwinkels

Uns wird gesagt, die Ozeane seien mittlerweile „um 30 % saurer“, doch der pH-Wert an der Oberfläche hat sich seit der vorindustriellen Zeit lediglich von etwa 8,2 auf etwa 8,1 verschoben und ist damit nach wie vor deutlich alkalisch (der neutrale Wert liegt bei 7,0).

Der Wert von 30 % ergibt sich aus dem Aufbau der pH-Skala. Da es sich um eine logarithmische Skala handelt, entspricht ein Rückgang um 0,1 einem prozentual größeren Anstieg der Wasserstoffionen-Konzentration. Das ist mathematisch korrekt, bedeutet aber nicht, dass der Ozean sich in Richtung Versauerung bewegt.

In absoluten Zahlen ist die Veränderung gering.

Zudem zeigen paläoklimatische Rekonstruktionen anhand von Bor-Isotopen in maritimen Karbonaten, dass der pH-Wert des Ozeans in der Vergangenheit in Zeiten mit höherem CO₂-Gehalt in der Atmosphäre niedriger war, während die marinen Ökosysteme florierten.

Die Ozeane enthalten etwa 1,3 Milliarden km³ Wasser mit einer durchschnittlichen Tiefe von etwa 3,8 km. Veränderungen an der Oberfläche mischen sich nur langsam in die Tiefsee ein, und die Karbonatchemie wird über lange Zeiträume hinweg gepuffert. Die biologischen Reaktionen sind nicht einheitlich. Einige Arten reagieren empfindlich auf Veränderungen der Karbonatchemie, andere vertragen ein breites Spektrum an Bedingungen, und manche zeigen unter kontrollierten Bedingungen bei erhöhtem CO₂-Gehalt eine verstärkte Kalzifizierung.

Die Daten beschreiben eine moderate Verschiebung innerhalb eines alkalischen Systems. Die Formulierung „30 % saurer“ reflektiert die Mathematik einer logarithmischen Skala, nicht einen Übergang zu sauren Bedingungen.

Darüber hinaus argumentieren einige Forscher, dass der pH-Wert eine intensive Eigenschaft ist, was bedeutet, dass er in einem derart komplexen, nicht im Gleichgewicht befindlichen System nicht gemittelt werden kann. Nach dieser Denkweise ist der viel zitierte „globale Ozean-pH-Wert“ daher eine konstruierte Kennzahl, die für allgemeine Zusammenfassungen nützlich ist, aber sonst wenig Aussagekraft hat.

Link: https://electroverse.substack.com/p/greenlands-rare-late-april-ice-gains?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE




Neue Studie: Die Temperaturextreme in den USA haben seit 1899 abgenommen …

was die Annahmen über eine Zunahme von Hitzewellen in Frage stellt

Anthony Watts

Es gibt Studien, die die Erwartungen bestätigen, und dann gibt es Studien, die einen stillschweigend dazu zwingen, die Annahmen zu hinterfragen, die seit einem Jahrzehnt von allen wiederholt werden. Diese neue Studie von John Christy fällt eindeutig in die letztere Kategorie.

Die Arbeit mit dem Titel [übersetzt] „Rückgang der täglichen Hitze- und Kälteextreme in den kontinentalen Vereinigten Staaten, 1899–2025“ befasst sich mit einem Thema, das im öffentlichen Diskurs fast schon zum Ritual geworden ist: Temperaturextreme. Die Darstellung, der die meisten Menschen begegnen, ist einfach und wird selten hinterfragt: Hitzewellen nehmen rapide zu, Kälteeinbrüche verschwinden, und beide Trends stehen in engem Zusammenhang mit den Treibhausgasemissionen.

Was Christy hier getan hat, ist, einen Schritt zurückzutreten und eine grundlegendere Frage zu stellen: Was sagen die tatsächlichen Messdaten der Wetterstationen, die so weit wie möglich zurückreichen und ohne grobe Anpassungen untersucht wurden, über Extremwerte über den gesamten historischen Zeitraum aus?

Die Antwort entspricht nicht ganz dem, was die Schlagzeilen vermuten lassen.

Zunächst ein Wort zum Datensatz, denn darin liegt ein Großteil des Wertes dieser Arbeit. Christy befasst sich erneut mit dem U.S. Historical Climate Network (USHCN), das ursprünglich in den 1980er Jahren als hochwertiger Teilbestand an Stationen mit relativ stabilen Beobachtungsbedingungen zusammengestellt worden war. Wie meine beiden Studien zu Messstationen gezeigt haben, wurde dieses Netzwerk in den letzten Jahrzehnten nicht besonders streng gepflegt, wobei seit 2000 fast die Hälfte der Stationen geschlossen wurde. Anstatt diese Verschlechterung hinzunehmen, rekonstruiert und erweitert die Studie die Datensätze, indem sie benachbarte Stationen mit hoher Korrelation und minimaler Verzerrung „verknüpft“, um Lücken zu füllen.

Das Ergebnis ist ein Datensatz mit 1.211 Stationen, der zu mindestens 92 % vollständig ist, den Zeitraum von 1899 bis 2025 abdeckt und mehr als 40 Millionen tägliche Beobachtungen umfasst. Wichtig ist, dass es sich hierbei um tatsächliche Beobachtungen handelt, nicht um homogenisierte Monatsprodukte. In der Studie heißt es: „Alle verwendeten Werte sind tatsächliche, beobachtete Temperaturen … ohne räumliche oder zeitliche Interpolation oder andere Arten von Homogenisierungs-Verfahren, die auf die Stationsbeobachtungen angewendet worden sind.“

Das allein sollte die Aufmerksamkeit all jener wecken, welche die langwierigen Debatten über Anpassungen und den Umgang mit Daten verfolgt haben. Nun zu den zentralen Ergebnissen.

Das wichtigste Ergebnis ist fast schon verblüffend einfach: Sowohl Hitze- als auch Kälteextreme haben über den gesamten Erfassungszeitraum hinweg abgenommen.

[Hervorhebung im Original]

Die Zusammenfassung bringt es auf den Punkt: „Kennzahlen für extreme Sommerhitze … zeigen seit 1899 einen leichten negativen Trend … Auch Kennzahlen für extreme Kältetemperaturen deuten auf einen Rückgang hin … Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sowohl Hitze- als auch Kälteextreme seit 1899 zurückgegangen sind.“

Das ist kein Tippfehler und auch keine selektive Statistik. Die Studie untersucht verschiedene Definitionen von Extremereignissen, darunter Einzelrekorde, die Häufigkeit von Tagesrekorden, das Ausmaß von Abweichungen sowie mehrtägige Hitze- und Kältewellen. Über all diese Messgrößen hinweg zeichnet sich ein einheitliches Muster ab.

Beginnen wir mit der einfachsten Frage: Wann traten die extremsten Ereignisse auf?

Den Ergebnissen zufolge liegen die herausragenden Jahre in Bezug auf Hitze nicht in der jüngeren Vergangenheit. Das Jahr 1936 dominiert die Aufzeichnungen und macht etwa 22 % der Stationen aus, an denen der heißeste Tag aller Zeiten gemessen wurde. Die nächstprominentesten Jahre konzentrieren sich auf die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts, wobei die Jahre 1934, 1930 und 1954 alle vor den meisten modernen Einträgen liegen.

Einschub des Übersetzers: Auf dem Bezahl-Blog von Cap Allon findet sich dazu diese Graphik, die hier merkwürdigerweise nicht dargestellt wird. Sie ist jedoch sehr aufschlussreich, weshalb sie hier eingefügt wird:

Durchschnittliche Anzahl der täglichen Tmax– (rot) und Tmin– Werte (blau), die in jedem Jahr erreicht worden waren. Die Linien stellen den auf 11 Jahre zentrierten Durchschnitt dar. Quelle (Zahlschranke)

Ende Einschub

Kälteextreme zeichnen ein ähnliches Bild in umgekehrter Richtung, wobei das Jahr 1899 aufgrund des bekannten arktischen Kälteeinbruchs besonders hervorsticht, der noch immer zahlreiche Rekorde hält,.

Dies allein sollte bereits Anlass geben, die Vorstellung zu hinterfragen, dass die heutigen Extreme beispiellos seien. Die Beobachtungsdaten deuten darauf hin, dass die extremsten Ereignisse, zumindest in den USA, kein modernes Phänomen sind.

Um auf eine robustere Messgröße zurückzugreifen, untersucht die Studie die Häufigkeit täglicher Höchst- und Tiefstwerte. Auch hier dominieren die 1930er Jahre in Bezug auf Hitze, wobei 1936 durchschnittlich 6,7 tägliche Höchstwerte pro Messstation verzeichnete, was weit über der erwarteten Zufallsrate liegt. Was nach diesem Höhepunkt geschieht, ist interessanter als der Höhepunkt selbst. Von den 1950er bis zu den 1970er Jahren ist ein starker Rückgang der Rekordhöchstwerte zu verzeichnen, gefolgt von einer teilweisen Erholung in den letzten Jahrzehnten. Doch selbst diese Erholung erreicht nicht das Niveau der früheren Periode.

In der Studie heißt es:

„Der jüngste 15-Jahres-Zeitraum … lag leicht über dem erwarteten Wert … jedoch deutlich unter dem Höchstwert von 35,1 aus den Jahren 1925–1939.“

Mit anderen Worten: Es gibt zwar jüngste Anstiege, diese sind jedoch im historischen Vergleich moderat.

Die Kälterekorde zeigen ein anderes Muster, mit einem deutlichen Rückgang seit den 1990er Jahren. Dieser Teil deckt sich stärker mit den Erwartungen einer Klimaerwärmung, obwohl die Studie vorsichtig darauf hinweist, dass nicht-klimatische Einflüsse wie die Urbanisierung eine Rolle spielen könnten.

Eines der aussagekräftigsten Ergebnisse ergibt sich aus der Untersuchung des Ausmaßes von Extremereignissen. Vergleicht man die heißesten und kältesten Tage jedes Jahres, so hat sich der Unterschied zwischen ihnen im Laufe des letzten Jahrhunderts um etwa 3,3°C verringert.

Das ist eine Verringerung der Schwankungsbreite, keine Verstärkung. Das System scheint sich, zumindest gemessen an diesen Kennzahlen, eher zu mäßigen anstatt extremer zu werden.

Hitze- und Kältewellen bieten eine weitere Perspektive. Die Studie definiert diese als Zeiträume von mindestens sechs aufeinanderfolgenden Tagen, an denen die Temperaturen über dem 90. Perzentil oder unter dem 10. Perzentil liegen. Im Laufe der Zeit ist die Gesamtzahl solcher Extremtage seit Beginn des 20. Jahrhunderts um etwa 30 % zurückgegangen.

Die Hochphase für Hitzewellen lag zwischen 1930 und 1944. Das Minimum wurde in den 1960er und 1970er Jahren erreicht. In den letzten Jahrzehnten ist ein gewisser Anstieg zu verzeichnen, insbesondere im Westen der USA, jedoch wiederum nicht bis zu historischen Höchstwerten.

Bei den Kältewellen ist die Sache einfacher: ein stetiger Rückgang in den meisten Regionen. Insgesamt deuten diese Ergebnisse auf einen langfristigen Rückgang extremer Temperaturereignisse in den USA hin, wobei es regionale Unterschiede und in einigen Gebieten in jüngster Zeit gewisse Anstiege gibt.

Bevor nun jemand voreilige Schlüsse zieht: Die Studie widmet sich ausführlich auch den Vorbehalten, und hier wird die Sache differenzierter.

Nicht-klimatische Einflüsse sind ein wiederkehrendes Thema. Standortwechsel von Messstationen, Änderungen bei der Instrumentierung und insbesondere Fragen der Urbanisierung und Standortwahl können zu Verzerrungen führen. Die Fallstudie aus Fresno ist besonders anschaulich. Dort stiegen die Tiefsttemperaturen im Vergleich zu nahegelegenen ländlichen Stationen um über 2,8°C, was größtenteils auf die lokale Bebauung zurückzuführen ist.

Das ist von Bedeutung, da viele Extremwert-Kennzahlen auf Tiefsttemperaturen basieren, insbesondere bei Kälteereignissen. Wenn die Nachttemperaturen durch die Urbanisierung künstlich erhöht werden, scheinen Kälteextreme abzunehmen, selbst wenn sich die allgemeinen atmosphärischen Bedingungen nicht wesentlich verändert haben.

Christy räumt dies ausdrücklich ein und weist darauf hin, dass die Auswirkungen der Urbanisierung „gut dokumentiert“ sind und sich überproportional auf die Tiefsttemperaturen auswirken.

Gleichzeitig reagieren die für Hitzeextreme ausschlaggebenden Höchsttemperaturen weniger empfindlich auf diese lokalen Einflüsse. Dadurch lässt sich das Fehlen eines deutlichen Aufwärtstrends bei Hitzeextremen nur schwer auf Messartefakte zurückführen.

Ein weiterer erwähnenswerter Punkt ist die Rolle der natürlichen Variabilität. In der Studie wird wiederholt das Ausmaß der Extremereignisse zu Beginn des 20. Jahrhunderts hervorgehoben, insbesondere die Hitzewellen der 1930er Jahre. Diese Ereignisse setzen hohe Maßstäbe für Vergleiche und erschweren Versuche, die jüngsten Veränderungen bestimmten Einflussfaktoren zuzuschreiben.

Der Autor formuliert es so: „Das Ausmaß der lokalen und regionalen kurzfristigen natürlichen Variabilität … ist größer als das Ausmaß der Erwärmung durch Treibhausgase“ in diesen Messgrößen.

Das ist eine Aussage über das Signal-Rausch-Verhältnis. Selbst wenn Treibhausgase zur Erwärmung beitragen, ist ihr Einfluss auf Extremereignisse in den USA im Vergleich zur inhärenten Variabilität des Systems möglicherweise gering.

Die Studie unternimmt zudem den ungewöhnlichen Schritt, ihre Ergebnisse direkt mit den Aussagen des Fünften Nationalen Klimaberichts (NCA5) zu vergleichen. An dieser Stelle wird es für die gängige Darstellung etwas unangenehm. Der NCA5 behauptet, dass der Klimawandel die Häufigkeit und Schwere von Hitzewellen zunimmt. Christy verfolgt diese Behauptung durch den Bericht und stellt fest, dass sie, bei genauerer Betrachtung, nur für bestimmte Regionen und Zeiträume gilt, insbesondere seit 1960.

Bei einer Auswertung anhand des Datensatzes ist der Trend bei den Hitzewellentagen seit 1960 für das gesamte CONUS-Gebiet zwar positiv, aber gering – in der Größenordnung von 3 % – und statistisch nicht signifikant. Regional konzentriert sich die Zunahme auf den Südwesten, während andere Gebiete kaum Veränderungen oder sogar Rückgänge aufweisen.

Das bedeutet nicht, dass der NCA5 völlig falsch ist, aber es deutet darauf hin, dass pauschale, verallgemeinernde Aussagen eine komplexere Realität verschleiern können.

Ein besonders interessantes Beispiel betrifft die Verwendung von Schwellenwert-Kennzahlen, wie beispielsweise die Anzahl der Tage mit Temperaturen über 35 °C. Diese neigen dazu, Regionen hervorzuheben, in denen solche Temperaturen häufig vorkommen, wodurch das Gesamtbild verzerrt wird. Werden stattdessen auf Perzentilen basierende Kennzahlen verwendet, werden die räumlichen Muster kohärenter und weniger von einigen wenigen heißen Regionen dominiert.

Dies macht deutlich, dass die Art und Weise, wie man ein „Extrem“ definiert, die Schlussfolgerungen, die man zieht, erheblich beeinflussen kann.

Was bedeutet das nun für uns? Die wichtigste Erkenntnis aus dieser Studie ist nicht, dass sich nichts ändert, sondern dass die Entwicklung der Temperaturextreme in den USA komplexer ist, als oft dargestellt wird.

[Hervorhebung im Original]

Betrachtet man den gesamten 127-jährigen Datensatz, so sind Rückgänge bei Kälteextremen, einige regionale Zunahmen bei Hitzeextremen sowie eine allgemeine Abnahme der Häufigkeit und Stärke der extremsten Ereignisse zu verzeichnen.

Zudem bestehen erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich der Messverfahren, der Standortbedingungen und der Vollständigkeit der Daten, die alle die Ergebnisse beeinflussen können. Und vielleicht am wichtigsten ist der anhaltende Einfluss natürlicher Schwankungen, die zu Schwankungen bei den Extremen führen können, die denen der langfristigen Trends in nichts nachstehen oder diese sogar übertreffen.

Für alle, die sich für die Schnittstelle zwischen Klimawissenschaft und Politik interessieren, ist dies von Bedeutung. Entscheidungen werden oft mit Behauptungen über zunehmende Extreme begründet, doch diese Behauptungen werden selten im Kontext der gesamten Beobachtungsdaten untersucht.

Christys Arbeit bringt die Debatte nicht zum Abschluss, liefert jedoch eine detaillierte, datengestützte Perspektive, die sich nur schwer abtun lässt. Sie wirft Fragen zur Ursachenzuordnung auf, zur Rolle lokaler gegenüber globalen Einflüssen und zur Zuverlässigkeit häufig zitierter Messgrößen.

Kurz gesagt: Es ist die Art von Arbeit, die eher zu genauerer Betrachtung als zu voreiligen Schlussfolgerungen einlädt.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/04/21/new-paper-finds-u-s-temperature-extremes-have-declined-since-1899-challenging-assumptions-about-increasing-heatwaves/
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Kältereport Nr. 17 /2026

Meldungen vom 20. April 2026:

Australien: Rekord-Aprilkälte

Im Südosten Australiens herrschte am Wochenende weitverbreitete Kälte, wobei in mehreren Bundesstaaten Tiefsttemperaturen unter dem Gefrierpunkt gemessen wurden. Eine Reihe von Wetterstationen verzeichnete die niedrigsten April-Temperaturen seit Beginn der Aufzeichnungen.

New South Wales führte den Temperaturrückgang an: In Perisher Valley sank die Temperatur auf -5,5 °C, in Goulburn auf -4,1 °C und in Orange auf -2,3 °C. In Canberra wurden -1,8 °C gemessen.

Auch in Victoria kühlte es sich stark ab, wobei die Temperatur in Melbourne am 19. April auf 5,3 °C sank.

Die Kälte breitete sich weit über den Südosten aus, wobei im Landesinneren von NSW, VIC, SA und Tasmanien Frost gemeldet wurde.

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Korea: Seltene Kälte-Warnungen für April

Südkorea hat innerhalb von weniger als 24 Stunden einen Wechsel von Rekordwärme zu einem plötzlichen Kälteeinbruch erlebt – was die saisonal spätesten Kältewellenwarnungen seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2005 ausgelöst hat.

Am Sonntag wurden in Seoul noch 29,4 °C gemessen. Am Montag gaben die Behörden Kältewellenwarnungen für die Provinzen Gangwon, Süd-Chungcheong und Nord-Jeolla heraus, als die Temperaturen zu sinken begannen.

Die Tiefstwerte am Morgen fielen in Teilen des Landesinneren und in höher gelegenen Gebieten auf Werte zwischen 2 und 11 °C. Dies entspricht den Kriterien des Landes für eine Kältewelle: ein Temperaturrückgang von mindestens 10 °C innerhalb eines Tages, kombiniert mit unterdurchschnittlichen Temperaturen.

Ein kurzer Anstieg warmer Südostströmungen unter Hochdruck hatte die Temperaturen auf Rekordwerte (für Mitte April) getrieben. Diese Wetterlage änderte sich abrupt, so dass kältere Nordluft nach Süden strömen und das Wetter im ganzen Land kippen konnte.

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Kanada, Teile der USA: Weiterhin Schnee und Kälte

Ende April fällt in ganz Kanada und in den Rocky Mountains weiterhin Schnee, wobei die Modelle eine weitere Erhöhung der Schneedecke bis Anfang Mai simulieren.

Ein blockierendes Hochdruckgebiet in hohen Breitengraden ist die Folge eines stark mäandrierenden Jetstreams. Eingelagerte Tiefdruckgebiete ziehen kalte Luft aus einem troposphärischen Polarwirbel nach Süden, der über dem arktischen Kanada weiterhin Temperaturen um die -40 °C hält.

In diesen Tagen (um den 25. April löst er sich auf, und zwar relativ schnell. A. d. Übers.

Über den Großen Seen und dem Nordosten schneit es, wobei es in höheren Lagen zu beträchtlichen Schneemengen kommt. In Kanada hält der weit verbreitete Schneefall im Zusammenhang mit einem Tiefdruckgebiet an.

Aktuelle Vorhersagen deuten auf anhaltenden Schneefall in ganz Kanada in den nächsten 10 bis 15 Tagen hin. Diese Verteilung ähnelt der in der Mitte des Winters, was auch die Temperaturen bestätigen.

Im Zentrum der USA hat es hinter einer Kaltfront stark abgekühlt, mit erheblichen Temperaturstürzen innerhalb von 24 Stunden. Etwa ein Drittel der 48 kontinentalen US-Bundesstaaten (rund 55 Millionen Menschen) lag am frühen Montag deutlich unter dem Gefrierpunkt, wobei für Dienstag ähnliche Bedingungen erwartet werden.

Natürlich alles in Grad Fahrenheit. 0°C = 32 Fahrenheit.

Das Muster verstärkt sich: kurzzeitige Erwärmung unter Hochdruckgebieten, gefolgt von einem Zusammenbruch, wenn sich wieder Tiefdruckgebiete ausbreiten. Jeder Zyklus zieht mehr kalte Luft nach Süden. Im Ursprungsgebiet liegt weiterhin Schnee. Für viele sieht es nach Schneefällen bis in den Mai hinein aus.

Dies gilt auch für den Westen, wo es ebenfalls zu späten Schneefällen kommen wird.

In einer seltenen Aktion hat das kalifornische Skigebiet Heavenly, das Anfang dieses Monats für diese Saison schon geschlossen hatte, am Wochenende nach starken Schneefällen Mitte April eine Reihe von Pisten wieder geöffnet.

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Nordhemisphäre: Schneemasse 400 GT höher als normal

Die Schneemasse auf der Nordhalbkugel steigt bis Ende April stark, Satellitendaten zeigen einen Überschuss von rund 400 Gigatonnen gegenüber dem Normalwert der Jahre 1982–2012.

Der FMI-Datensatz erfasst die gesamte Schneemasse (ohne Gebirgsregionen). Die aktuellen Werte liegen deutlich über dem langjährigen Mittelwert und deutlich außerhalb des Bereichs von +1 Standardabweichung.

Zu diesem Zeitpunkt im April verläuft die Kurve normalerweise stark abwärts. Nicht so in diesem Jahr:

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Am 21. April bringt Cap Allon lediglich zwei Kurzmeldungen, aber keine Meldung zu expliziten Kalt-Ereignissen. Weiter geht es also mit

Meldungen vom 22. April 2026:

Grönland: Seltener Schneezuwachs für Ende April

Grönland nimmt bis Ende April weiterhin an Masse zu.

Die tägliche Oberflächen-Massenbilanz lag in den letzten Tagen deutlich über dem Durchschnitt der Jahre 1981–2010, wobei allein am 21. April rund 7 Gigatonnen verzeichnet worden waren:

Der Schneefall hat die Eisdecke weiter aufgefüllt und zu einem breiten, anhaltenden Zuwachs geführt. Die Verluste beschränken sich nach wie vor auf schmale Küstenstreifen, was zwar typisch ist – das Ausmaß und die Dauerhaftigkeit der Zunahme zu dieser späten Jahreszeit sind es jedoch nicht.

Diese Zuwächse liegen am Rande des Rekords:

Und sie haben eine bisher wechselhafte Saison wieder auf den Durchschnitt gebracht:

Anmerkung des Übersetzers: Das derzeit immer noch vorhandene Defizit der Gesamt-Massenbilanz des Grönlandeises (im Vergleich mit April 2002), die nicht identisch ist mit der hier beschriebenen Oberflächen-Massenbilanz, dürfte sich damit weiter verringern.

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USA: Spät-saisonaler Schnee von Kalifornien bis Vermont

Am 22. April schneit es an beiden Küsten immer noch.

In Kalifornien prognostiziert das UC Berkeley Central Sierra Snow Lab für den aktuellen Sturm 30 bis 60 cm Neuschnee, wobei mäßige bis starke Schneefälle und zunehmender Wind erwartet werden.

Gleichzeitig fällt im Nordosten immer mehr Schnee.

In Vermont verzeichnete das Jay Peak Resort in den 24 Stunden vor dem 22. April weitere 15 cm Neuschnee. Das Resort hat nun in der Saison 2025–26 die 10-m-Marke überschritten und liegt damit vor den meisten Skigebieten im Westen der USA.

Auch im größeren Maßstab bestätigt sich dieser Trend.

Die Schneemasse der nördlichen Hemisphäre liegt derzeit bei beeindruckenden 450 Gigatonnen über dem Durchschnitt der Jahre 1982–2012 (basierend auf den neuesten Daten vom 20. April):

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Eine Meldung vom 23. April 2026:

China: Schneefall Ende April

Am 21. April fiel im gesamten zentralen Shaanxi Schnee.

Im Kreis Yijun wurden in den letzten 24 Stunden starke Schneefälle verzeichnet.

Yijun liegt auf dem Lössplateau im nördlichen Zentralchina, wo die Höhenlage für kältere Bedingungen sorgt, doch Schneefälle dieses Ausmaßes sind Ende April untypisch.

Regionalen Berichten zufolge war der Schneefall im gesamten zentralen Shaanxi weit verbreitet.

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Eine Meldung volm 24. April 2026:

Osteuropa: „Comeback“-Winter

Nachdem letzte Woche in den Weinbergen Frankreichs die Frostkerzen angezündet worden waren, ist nun Osteuropa an der Reihe zu frieren.

Von Finnland bis hinunter zur Türkei (und darüber hinaus) ist die östliche Hälfte Europas in letzter Zeit blau eingefärbt, wobei Bosnien auf dem Balkan späten Schneefall verzeichnet.

Bis zum 23. April fielen auf dem Berg Jahorina rund 15 cm Neuschnee, und es schneit immer noch.

Auf fast 1.900 m Höhe ist Schnee für Jahorina nichts Ungewöhnliches. Doch Schneemengen dieser Größenordnung so spät, nachdem die Skisaison bereits zu Ende ist, sind nicht typisch. Das Olympische Zentrum erwägt nun, die Skisaison bis in den Mai hinein zu verlängern.

Es wird erwartet, dass der Schnee nicht nur in Bosnien, sondern auch in vielen anderen Ländern zurückkehrt, darunter Finnland an diesem Wochenende: „Takatalvi“ nennen sie es hier, oder „Comeback-Winter“.

Link: https://electroverse.substack.com/p/comeback-winter-for-eastern-europe?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

Wird fortgesetzt mit Kältereport Nr. 18 / 2026

Redaktionsschluss für diesen Report: 24. April 2026

Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Wirtschaftswissenschaftler in UK sagt, hohe Energiepreise seien „gut für das Klima“

Tilak Doshi
Ein britischer Ökonom sprach kürzlich das Unausgesprochene laut aus: Hohe Energiepreise seien „gut für das Klima“. Das ist kein Ausrutscher, sondern symptomatisch für moderne Ökonomen. „Die Barbaren haben die Tore nicht gestürmt. Die westlichen Eliten haben sie hereingebeten, ihnen Stühle angeboten und sie gebeten, den Lehrplan neu zu gestalten.“

Wenn die Benzinpreise aufgrund von Versorgungsschocks – wie der Sperrung der Straße von Hormus und der Umleitung von Öltankern – in die Höhe schnellen, hätte man eine Diskussion über Geopolitik, Marktsignale und die offensichtlichen angebotsseitigen Abhilfemaßnahmen erwarten können. Davon gab es reichlich, einige kompetent und sogar meisterhaft, andere weniger kompetent von „Sofort-Experten“ in den sozialen und Massenmedien. Doch ein kürzlich in The Conversation erschienener Artikel eines Ökonomen bot eine Lösung, die so pervers realitätsfern war, dass sie aus einem satirischen Drehbuch von Babylon Bee stammen könnte.

Unter Berufung auf Untersuchungen, wonach ein Anstieg der Benzinpreise in UK um 10 Prozent die Nachfrage um 5 Prozent senken kann, erklärte der Artikel feierlich, dass „hohe Preise ein Mittel sind, den Verbrauch anzupassen, um mit dem geringeren Angebot fertig zu werden“. Die Botschaft war unmissverständlich: Angesichts der plötzlichen Verknappung von Raffinerieprodukten besteht die richtige Reaktion nicht darin, mehr Kraftstoff zu produzieren, wenn das Land über eigene fossile Brennstoffressourcen verfügt (wie Großbritannien), oder mehr aus Quellen außerhalb der Straße von Hormus zu importieren – oder beides. Stattdessen lautet der Rat von Christoph Siemroth, Dozent für Wirtschaftswissenschaften an der University of Essex, das Wenige, das noch übrig ist, noch teurer zu machen – damit die breite Masse weniger Auto fährt, den Bus nimmt und den glorreichen Übergang zur Netto-Null beschleunigt.

Ahnungslos und heimtückisch

Man fühlt sich an Marie Antoinettes berühmte Bemerkung über den Kuchen erinnert, welche die Ahnungslosigkeit des Adels offenbart. Doch der Artikel in „The Conversation“ ist etwas weitaus Heimtückischeres: die Vereinnahmung der Wirtschaftswissenschaften selbst durch die grüne Ideologie, die mittlerweile unsere Institutionen beherrscht – von der BBC bis zum Finanzministerium, von den Aufenthaltsräumen in Oxbridge bis zum britischen Wetterdienst. Die Disziplin, die einst als letzte Bastion gegen den langen Marsch der Frankfurter Schule durch die Sozialwissenschaften stand, ist gefallen. Frank Knight, Gary Becker, George Stigler, Milton Friedman und andere hielten eine Generation lang die Tore gegen postmodernes Geschwätz verschlossen. Das ist vorbei. Die Barbaren sind in der Festung, tragen Schals mit dem Widerspruch in sich tragenden Namen „Department for Energy Security and Net Zero“ und skandieren „Nachhaltigkeit“ wie einen säkularen Rosenkranz.

Man bedenke die elementare Logik, die jeder Wirtschaftsstudent im ersten Jahr einst verinnerlicht hat, bevor die PPE-Studenten in Oxford und Cambridge ihre Hochschulausbildung in Gaia-Verehrung begannen. Wenn der Preis einer Ware aufgrund von Knappheit steigt – sei es durch eine Blockade im Persischen Golf oder eine Produktionskürzung der OPEC –, ist das Signal eindeutig: mehr produzieren, mehr explorieren, mehr innovieren. Großbritannien sitzt auf einigen der reichsten Kohlenwasserstoff-Vorkommen Europas. Die Öl- und Gasreserven in der Nordsee sind physisch nicht erschöpft; sie werden nur angesichts der strafenden Steuersätze von [Energieminister Ed] Miliband wirtschaftlich unrentabel gemacht.

Onshore-Schiefergas, das nach einem Jahrzehnt regulatorischer Willkür kaum angezapft worden ist, könnte unsere Energiesicherheit grundlegend verändern, wenn das „Vorsorgeprinzip“ nicht als unumstößliche Regel behandelt würde. Höhere Preise sollten in einer vernünftigen Welt genau diese Reaktion auslösen: mehr Bohrungen, mehr Fracking, mehr Investitionen in Raffineriekapazitäten, mehr Öl- und Gasimporte von verschiedenen Lieferanten. Stattdessen verschreiben unsere grünen Ökonomen das wirtschaftliche Äquivalent dazu, einen Fieberpatienten in die Sauna zu stecken. Die Nachfrage muss sinken. Die Preise müssen unerträglich hoch bleiben. Das Leiden ist der Sinn der Sache.

Steuern

Der Beitrag in „The Conversation“ ist beispielhaft für sein Genre. Preisobergrenzen werden zu Recht als wettbewerbsverzerrend abgetan, da sie zu physischen Engpässen und Warteschlangen als Mittel der Rationierung führen. Man muss sich nur an die langen Schlangen an den Tankstellen in den USA unter Jimmy Carters Preiskontrollen nach dem Ölpreisschock von 1979 erinnern.

Etwa 50–55 % des britischen Verkaufspreises für Benzin und Diesel fließen derzeit als Steuern an den Staat. Doch Senkungen der Kraftstoffsteuer werden abgelehnt, da sie nicht zielgerichtet sind und dem Fiskus Einnahmen kosten – schließlich macht die Kraftstoffsteuer fast 2 Prozent der Staatseinnahmen aus, eine nette kleine Einnahmequelle für den Netto-Null-Industriekomplex.

Die bevorzugte Lösung? Einmalige Barzahlungen an einkommensschwache Autobesitzer, nach dem Vorbild der deutschen Benzinrabattaktion von 2022, bei der es 2022 zu einer vorübergehenden Senkung der Mineralölsteuer kam, um die explodierenden Benzin- und Dieselpreise während der durch den russischen Einmarsch in der Ukraine ausgelösten Energiekrise abzufedern.

Das Schöne daran sei, so wird uns gesagt, dass dadurch das „Preissignal“ erhalten bleibt, während die Haushalte davon „profitieren“, wenn sie das Auto zu Hause stehen lassen. Übersetzung: Wir bestechen euch, damit ihr arm und unmobil bleibt – alles im Namen [der Rettung] des Planeten. Unterdessen spüren die Urheber solcher Weisheiten nie die Auswirkungen. Sie belehren den Klempner, Zimmermann oder Elektriker in seinem weißen Lieferwagen, der seiner Arbeit nachgeht, und die finanziell angeschlagene Mutter, die ihre Kinder zur Schule fährt, dass ihre höheren Kraftstoffkosten ein Vorzug und kein Makel sind.

Luxusvorstellungen und geistige Korruption

Es handelt sich um luxuriöse, von Weltanschauungen geprägte energiepolitische Maßnahmen, die „der Oberschicht zu geringen Kosten Status verleihen, während sie den unteren Schichten oft Kosten aufbürden“. Wie Victor Davis Hanson schon so oft betont hat, leiden die linken politischen Eliten in den von den Demokraten regierten Bundesstaaten kaum unter den Folgen ihrer eigenen Politik. Die Begeisterung der Großstadt-Elite für offene Grenzen endet abrupt an den hohen Mauern ihrer eigenen Villen (man denke nur an Nancy Pelosi).

Gleiches gilt für den Energiesektor. Die Bewohner der liberalen Großstadtblase können sich den Parkplatz in Covent Garden für 12 Pfund pro Stunde leisten, das sanierte viktorianische Reihenhaus mit einer Luftwärmepumpe von der Größe eines Kleinwagens und den Tesla, dessen wahre Umweltkosten in chinesischen Lithiumseen und in handwerklichen Kobaltminen verborgen liegen, in denen kongolesische Kinder als Arbeitskräfte eingesetzt werden. Für sie ist „Nachhaltigkeit“ eine Lifestyle-Marke. Für den Rest des Landes – Rentner, die sich zwischen Heizen und Essen entscheiden müssen, Spediteure, denen der Bankrott droht, Landwirte, die ihre Traktoren nicht mehr betreiben können – ist es wirtschaftlicher Sadismus, der sich als Tugend tarnt.

Buddhistischer Ökonom

Die historische Parallele ist aufschlussreich. E.F. Schumacher – der „buddhistische Ökonom“ – sagte uns: „Klein ist schön“ und dass riesige Kraftwerke in gewisser Weise geistig zerstörerisch seien. Man fragt sich, was er wohl davon halten würde, dass ein modernes Gas-Kombikraftwerk eine Leistung von mindestens 200 MW haben muss, um auch nur annähernd effizient zu sein, oder dass die industrielle Zivilisation auf Skaleneffekten basiert und nicht auf Stahlöfen im Hinterhof.

Doch das heutige „grüne Establishment“ wiederholt den maoistischen Wahnsinn in westlicher Verkleidung: dezentrale „Gemeinschaftsenergie“, schwankende Wind- und Solarenergie, die massive Subventionen und Gasreservewerke erfordern, sowie das ideologische Beharren darauf, dass die optimale Größe einer Wirtschaft genau der CO₂-Bilanz entspricht, die von „Klimamodellierern“ in Exeter oder East Anglia verordnet wurde. Die Sowjetunion versuchte, den „neuen sowjetischen Menschen“ zu schaffen – selbstlos, kollektivistisch, befreit von niederen materiellen Begierden. Das Projekt scheiterte spektakulär. Sein Nachfolger ist der „neue grüne Mensch“, der seinen CO₂-Fußabdruck misst, mit dem Fahrrad zum veganen Restaurant fährt und jubelt, wenn Ed Miliband ein weiteres Nordsee-Feld stilllegt. Der totalitäre Impuls bleibt bestehen; nur das Orwellsche Vokabular hat sich von „proletarischem Internationalismus“ zu „gerechtem Übergang“ und „Klimagerechtigkeit“ gewandelt.

Die intellektuelle Korruption sitzt tief. Paul Krugman, Nobelpreisträger für Handelstheorie, verfasst mittlerweile Kolumnen, die sich wie Pressemitteilungen der „Klimakirche“ lesen. Grenzkosten für Erdgas? Nicht sonderlich relevant, wenn politische Kosten – CO₂-Steuern, Verpflichtungen zur Nutzung erneuerbarer Energien, Netzentgelte, Zahlungen im Kapazitätsmarkt – etwa 60 % Ihrer Rechnung ausmachen. Wie Kathryn Porter, David Turver und andere mit forensischer Klarheit dokumentiert haben, ist die „Energiepreiskrise“ größtenteils eine durch die Netto-Null-Politik ausgelöste Krise. Die Großhandelskosten für Strom sind nur ein Teil der Geschichte; der Rest ist die gezielte Überlagerung durch grüne Abgaben und Steuern, die kein klassischer Ökonom als marktbasiert anerkennen würde. Dennoch wird uns mit ernster Miene erzählt, dass der 97-Prozent-Konsens von uns verlangt, dies als gesicherte Wissenschaft zu akzeptieren. Der gleiche Konsens, wie man feststellt, der uns einst versicherte, dass eine Pause beim globalen Temperaturanstieg unmöglich sei, dass die Eisbären dem Untergang geweiht seien und dass die Gletscher im Himalaya bis 2035 verschwunden sein würden.

Tyrannei

Rupert Darwalls „Green Tyranny“ bietet einen aufschlussreichen Einblick in die Ursprünge des „Klima-Industriekomplexes“. Die Wurzeln der grünen Bewegung liegen nicht in der empirischen Ökologie, sondern in einer malthusianischen Abneigung gegen die industrielle Moderne und einer quasi-religiösen Sehnsucht nach Kontrolle. Was man isst (weniger Fleisch), wie weit man reist (weniger Flüge), welche Temperatur der Thermostat erreichen darf (nicht mehr als 19 °C, wenn es nach Whitehall geht) – das sind keine technischen, sondern moralische Fragen, die von der neuen Priesterschaft der Ökonomen überwacht werden, welche die Sparsamkeit von Ockhams Rasiermesser gegen den missbräuchlichen Einsatz des Vorsorgeprinzips („sicher ist sicher“) eingetauscht haben. Unsicherheit wird asymmetrisch als Waffe eingesetzt, so dass geringfügige oder hypothetische Risiken (z. B. induzierte Seismizität durch Fracking) eine regulatorische Lähmung auslösen, während die weitaus größeren Risiken von Alternativen heruntergespielt werden. Das Vorsorgeprinzip wird zu einem de facto Veto-Instrument für ideologischen Widerstand gegen Kohlenwasserstoffe, nicht zu echtem Risikomanagement.

Der Homo oeconomicus, jener rationale Nutzenmaximierer, der in kulturellen Normen verankert ist und den Adam Smith sowohl in „Der Wohlstand der Nationen“ als auch in „Die Theorie der moralischen Empfindungen“ beschrieben hat, ist durch den Homo Climaticus ersetzt worden: ein Wesen, dessen Entscheidung grundsätzlich der CO₂-Bilanz untergeordnet werden muss.

Die Folgen sind nicht abstrakt. Die Energiepreise in Großbritannien gehören zu den höchsten in der entwickelten Welt, gerade weil wir Ideologie über Geologie gestellt haben. Während China alle paar Jahre Kohlekraftwerkskapazitäten hinzufügt, die dem gesamten britischen Stromnetz entsprechen, und Indien seine fossile Infrastruktur ohne Reue ausbaut, belehrt der Westen den Globalen Süden über Netto-Null und wundert sich, warum die BRICS+-Staaten ihre „politischen Verpflichtungen“ gegenüber UN-Foren wie der COP30-Konferenz in Brasilien im letzten Jahr absichern. Die multipolare Neuordnung ist nicht nur geopolitischer Natur, sondern betrifft auch den Energiesektor. Die übrigen Länder haben erkannt, dass das Netto-Null-Experiment des Westens wirtschaftlicher Selbstmord ist. Sie beabsichtigen keine solche Torheit.

Ein Funken Hoffnung oder Barbaren vor den Toren?

Dennoch gibt es Hoffnungsschimmer. Das Blatt wendet sich, wie Matt Ridley in seinem jüngsten Clintel-Vortrag „The Climate Parrot is almost dead“ erläutert. Ridley argumentiert, dass die öffentliche und politische Dynamik hinter der Erzählung vom „Klimanotstand“ nachlässt. Tatsächlich stößt die Toleranz der Öffentlichkeit gegenüber grünem „Virtue Signalling“ an Grenzen, sobald die Rechnungen ins Haus flattern. Die anhaltenden Proteste in Irland gegen die Kraftstoffkosten, an denen Landwirte, Bauunternehmer und andere beteiligt sind, haben massive Ausmaße angenommen und die Regierung dazu veranlasst, die Armee in „Bereitschaft“ zu versetzen, da die landesweiten Kraftstoffproteste weiterhin erhebliche Störungen verursachen und die Versorgungssicherheit im ganzen Land gefährden. Die mögliche Einbeziehung des Militärs erfolgt vor dem Hintergrund, dass sich die Blockaden vor großen Kraftstoffdepots verschärfen, was die Regierung dazu veranlasst, als Reaktion auf die eskalierende Krise einen gefährlichen Kurswechsel hin zu einer „Durchsetzungsphase“ einzuleiten. Es gibt Anzeichen dafür, dass sich diese Proteste auf Norwegen und Frankreich ausweiten, wo Landwirte und Lkw-Fahrer dort Hauptverkehrsstraßen mit Traktoren und Lastwagen blockieren.

Inhalt aus blockierter Einbettung:

AUFRUF AN ALLE NATIONEN 🌍

Jetzt ist es soweit! Frankreich 🇫🇷 schließt sich nun dem #Fuelprotest #ireland #française an. Die Europäische 🇪🇺 Union muss unverzüglich aufgelöst werden, ebenso wie ihre korrupte Führung und die verräterischen Politiker, die sich gegen ihr eigenes Volk stellen. pic.twitter.com/FVJk4BIlav — IRISH PATRIOT (@irishpatriot91) 11. April 2026

Populistische Bewegungen in ganz Europa und den Vereinigten Staaten fordern einen realistischen Umgang mit der Energiepolitik: eine Strategie, die alle Optionen umfasst – einschließlich Kernkraft, Gas und ja, sogar die schöne, schwarze Kohle, wo es geologische und wirtschaftliche Gegebenheiten diktieren. Die Chicagoer Schule mag zwar Risse bekommen haben, doch ist sie noch nicht vollständig zerstört. Strenge Ökonomen – jene, die immer noch bereit sind, den Daten statt den Fördergeldern zu folgen – weisen weiterhin darauf hin, dass Anpassung und technologischer Fortschritt apokalyptische Prognosen stets überholt haben. Der „Klimanotstand“, der eine sowjetische Rationierung durch Preise rechtfertigt, ist bei genauerer Betrachtung eine politische Entscheidung, kein wissenschaftliches Gebot.

Barbaren

Die Wirtschaftswissenschaft war einst die sparsamste aller Sozialwissenschaften, die mit Grenzwertanalyse und offenbarten Präferenzen banale Ansichten durchschaute. Wenn sie diese Disziplin zugunsten der höheren Berufung der Gaia-Verehrung aufgibt, hört sie auf, Wirtschaftswissenschaft zu sein, und wird zu Propaganda. Der Artikel in „The Conversation“ ist keine Ausnahmeerscheinung; er ist ein Symptom einer Disziplin, die Wahrheit gegen eine Festanstellung und Strenge gegen Selbstgerechtigkeit eingetauscht hat. Die Barbaren haben die Tore nicht gestürmt. Die westlichen Eliten haben sie hereingebeten, ihnen Stühle angeboten und sie gebeten, den Lehrplan neu zu gestalten.

Die Korrektur wird nicht durch weitere Weißbücher oder verhaltensorientierte Anstöße kommen. Sie wird kommen, wenn die Wähler – jene, deren gelebte Erfahrung mit grüner Politik höhere Rechnungen, kältere Wohnungen und langsamere Wege ist – ein Ende des Experiments fordern. Irland befindet sich gerade in Aufruhr. Energie im Überfluss ist kein Luxus; sie ist das Fundament der modernen Zivilisation. Etwas anderes vorzutäuschen ist keine Weltgewandtheit. Es ist zivilisatorische Selbstzerstörung. Und die Rechnung landet, wie immer, bei den Menschen, die sich das Öko-Kreuz am wenigsten leisten können.

A version of this article was first published in The Daily Sceptic on 14 April 2026.

Dr Tilak K. Doshi

Dr Tilak K. Doshi is the Daily Sceptic‘s Energy Editor. He is an economist, a member of the CO2 Coalition and a former contributor to Forbes. Follow him on Substack and X.

Link: https://clintel.org/uk-economist-says-high-energy-prices-are-good-for-the-climate/

Übersetzt von Christian Freuer

 




Warum Windenergie an seine Grenzen stößt

Cap Allon

Das Stromnetz benötigt eine feste Strommenge. Es spielt keine Rolle, wie viele Windparks man baut – der Bedarf bleibt gleich.

Anfangs funktioniert der Ausbau der Windenergie recht gut. Wenn der Wind weht, wird nützlicher Strom erzeugt und Gas ersetzt. Nichts Kompliziertes. Doch wenn man immer mehr Windenergie hinzufügt, taucht ein Problem auf.

Windparks wechseln sich nicht ab. Wenn es windig ist, produzieren sie alle gleichzeitig. Anstatt also die Lücke nahtlos zu füllen, überlasten sie das Netz.

An sehr windigen Tagen gibt es mehr Strom, als das Land benötigt. Man kann ihn weder nutzen noch in großem Maßstab speichern, also schaltet man die Turbinen ab. Die zusätzliche Kapazität, die man aufgebaut hat, ist verschwendet.

Dann lässt der Wind nach. Nun hat man das gegenteilige Problem. Es gibt nirgendwo genug Wind, und das System benötigt weiterhin Strom. Also wird sofort wieder auf Gas umgeschaltet, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Dieser Zyklus – Phasen von Überschuss und Mangel – wird umso unausgewogener, je mehr Windkraft man hinzufügt: Die Überschüsse wachsen schnell, während die Engpässe nur geringfügig abnehmen.

Frühe Windparks könnten also sogar als nützlich eingestuft werden. Spätere Anlagen produzieren jedoch zunehmend Strom zur falschen Zeit, wenn er nicht genutzt werden kann. Man baut zwar mehr Kapazitäten auf, erhält aber nicht die gleiche Menge an nutzbarer Energie daraus. Und da der Wind jederzeit komplett abflauen kann, muss weiterhin Gas bereitstehen, um einzuspringen.

Es handelt sich nicht um einen sauberen Ersatz, wie behauptet wird. Es ist eine Überschneidung – mit wachsender Verschwendung auf der einen Seite und anhaltender Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen auf der anderen. Die Strompreise sind in Volkswirtschaften mit hohem Anteil an „erneuerbaren Energien“ am höchsten, da sie effektiv für zwei Systeme bezahlen müssen: unzuverlässige erneuerbare Energien + fossile Brennstoffe als Reserve.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

So funktioniert das System theoretisch. Ein Sturmwirbel im April 2026 hat gezeigt, wie es in der Praxis aussieht.

During the storm, some turbines in Scotland had to shut down because the wind was too strong. That is a hard limit of wind power. In extreme conditions, even at gusts around 50–60 mph, it switches off.

Doch damit waren die Probleme noch nicht vorbei.

Es stand immer noch reichlich Windenergie zur Verfügung – viele Windräder drehten sich während des Sturms weiterhin. Schottland erzeugte tatsächlich mehr Strom, als es verbrauchen konnte, was zunächst großartig klingt, doch es wurde auch mehr Strom erzeugt, als das Netz nach Süden transportieren konnte – dorthin, wo er gebraucht wurde. Dieser überschüssige Strom war nutzlos.

Daher wurden sogar die Windkraftanlagen, die noch laufen konnten, wo die Windböen nicht zu stark waren, trotzdem abgeschaltet. Gleichzeitig benötigte Südengland natürlich weiterhin Strom. Da nicht genügend Kapazität vorhanden war, um Strom aus Schottland nach Süden zu leiten, wurden vor Ort Gaskraftwerke in Betrieb genommen.

Dies ist auf der Karte unten deutlich zu sehen, wo gelbe Kreise die abgeschalteten Windparks und rote Kreise die in Betrieb genommenen Gaskraftwerke zeigen:

Wir zahlen doppelt für Strom – für unbeständige Windenergie plus eine vollständige fossile Reserve – und ignorieren dabei weitgehend das System, das am besten funktioniert: Kernkraft.

[Hervorhebung im Original]

Link: https://electroverse.substack.com/p/kashmir-snow-shuts-key-routes-japans?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke)

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE