Die wahre Krise in Europa ist Energie-Armut – und nicht eine Hitzewelle

Vijay Jayaraj

Wenn die Temperaturen in Europa steigen, heizt sich die politische Rhetorik noch schneller auf. Schon wenige Tage nach der Hitzewelle im Juni 2026 beeilten sich bekannte Stimmen, Schuld zuzuweisen. John Kerry bezeichnete die derzeitige US-Regierung in einem Interview mit der BBC in Bezug auf den Klimaschutz als „gefährlich und rücksichtslos“. UN-Klimachef Simon Stiell erklärte: „Die brutale Hitzewelle in Europa trägt überall die Spuren der Klimakrise; sie ist der jüngste Preis, den wir für die Verschmutzung durch fossile Brennstoffe zahlen müssen, die unseren Planeten aufheizen.“

Diese Übertreibung entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Die Dringlichkeit der Behauptungen, dass Kohlendioxid die Atmosphäre überhitzt, findet in Berichten über mindestens ebenso gefährliche Kälteeinbrüche keine Entsprechung. Dieses Ungleichgewicht reflektiert eine apokalyptische Erzählung, die Angst und Ideologie über Nuancen und Beweise stellt.

Was hat also die Hitzewelle ausgelöst? Die Ursache scheint ein natürliches meteorologisches Phänomen zu sein, das als „Omega-Blockierung“ bekannt ist. Der Jetstream bildete einen riesigen Hochdruckrücken, der zwischen zwei Tiefdruckgebieten eingeklemmt war. Der Druckunterschied, dessen Konturlinien dem griechischen Buchstaben Omega ähneln, befördert durch einen natürlichen atmosphärischen Prozess heiße Luft aus der Sahara nach Westeuropa.

Die Schuld für ein regionales Wetterphänomen benzinbetriebenen Autos zuzuschreiben führt die Öffentlichkeit bewusst in die Irre, um eine verstärkte staatliche Kontrolle über das tägliche Leben zu rechtfertigen. Diese selektive Darstellung wird bei näherer Betrachtung der Sterblichkeitsdaten bei Hitze und Kälte noch beunruhigender.

Eine in „The Lancet“ veröffentlichte Studie untersuchte temperaturbedingte Todesfälle in 43 Ländern zwischen 2000 und 2019. Die Ergebnisse sind erschreckend: Im Durchschnitt standen jährlich 4,59 Millionen Todesfälle im Zusammenhang mit Kälte, verglichen mit 489.000 durch Hitze – ein Verhältnis von fast 9 zu 1. Kälte ist der weitaus größere Killer.

Panikmache lässt oft Details außer Acht, die zwar wichtig sind, aber nicht zur gewünschten Agenda beitragen. So widerlegen beispielsweise die langfristigen Temperaturaufzeichnungen in den USA die Behauptung, der Planet „kochend“ heiß. Eine Analyse von 711 Wetterstationen im ganzen Land mit über einem Jahrhundert ununterbrochener täglicher Beobachtungen zeigt, dass die Häufigkeit von Rekord-Höchsttemperaturen zurückgegangen ist und nicht zugenommen hat.

Doch im öffentlichen Diskurs wird diese Realität ignoriert. Die Mainstream-Medien geraten wegen der Sommerhitze in Panik und verschlafen die Winterkälte. Warum geben Regierungen keine dringenden Warnungen vor unzureichender Heizung heraus? Warum halten internationale Gremien keine Pressekonferenzen zur Wintersterblichkeit ab?

Tatsächlich geht die wahre Gefahr nicht von Spurengasen in der Atmosphäre aus, sondern von drakonischen energiepolitischen Maßnahmen, die der Arbeiterklasse von realitätsfernen Politikern aufgezwungen werden. Das aggressive Vorantreiben der Netto-Null-Kohlenstoffemissionen hat in der gesamten westlichen Welt eine selbstverschuldete wirtschaftliche Katastrophe ausgelöst.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Ein Blick auf UK zeigt, wie die Zukunft unter grünen Vorgaben aussehen wird. Schon die teilweise Umsetzung des „Netto-Null“-Ziels hat seit dem Jahr 2000 zu einem steilen Rückgang des Pro-Kopf-Stromverbrauchs in UK geführt – ein Rückgang, der Großbritannien hinsichtlich der Energieverbrauchstrends auf eine Stufe mit einigen der ärmsten Nationen der Welt stellt. Britische Hersteller warnen davor, dass hohe Energiepreise die Produktion ins Ausland verlagern und ganze Branchen bedrohen. Unternehmen im Gastgewerbe berichten, dass die Energiekosten um 65% gestiegen sind.

Wenn Hitze gefährlich ist, sollte der Zugang zu Kühlung ausgeweitet statt eingeschränkt werden. Klimaanlagen gehören zu den wirksamsten Mitteln der menschlichen Anpassung. In Teilen Europas führen jedoch hohe Stromkosten und regulatorischer Druck dazu, dass Kühlung immer weniger verfügbar ist.

Die Grausamkeit dieser Agenda reicht weit über die Grenzen der westlichen Nationen hinaus. Wenn globale Institutionen die vollständige Abschaffung fossiler Brennstoffe fordern, um eine imaginäre Klimakrise zu verhindern, verurteilen sie Milliarden von Menschen in Entwicklungsländern zu dauerhafter Armut. Dort kann der Zugang zu erschwinglichen und reichlich vorhandenen fossilen Brennstoffen über Leben und Tod entscheiden.

Die jüngste Hitzewelle in Europa sollte Anlass zu einer Neubewertung geben, nicht zur Wiederholung abgedroschener Argumente. Sie sollte Fragen zur Vorsorge, zur Infrastruktur und zum Zugang zu Energie aufwerfen. Stattdessen wurde das Wetter genutzt, um eine Propaganda zu untermauern, welche die dringendsten Herausforderungen der einfachen Menschen außer Acht lässt und ihre Anpassungsfähigkeit an widrige Bedingungen beeinträchtigt.

Es ist an der Zeit, aus diesem durch Angst hervorgerufenen Koma zu erwachen. Durch die Manipulation der Öffentlichkeit sind die Kosten für Strom, Heizung und Kühlung massiv in die Höhe getrieben worden.

Originally published at Real Clear Markets, July 2, 2026.

Vijay Jayaraj is a Science and Research Associate at the CO2 Coalition, Fairfax, Virginia. He holds an M.S. in environmental sciences from the University of East Anglia and a postgraduate degree in energy management from Robert Gordon University, both in the U.K., and a bachelor’s in engineering from Anna University, India. He served as a research associate with the Changing Oceans Research Unit at University of British Columbia, Canada.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/07/06/europes-crisis-is-energy-poverty-not-a-heat-wave/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Die Hitze ist politischer Natur

Joe Bastardi

Ich blockiere niemanden, es sei denn, ich gerate in Situationen, in denen meine Absichten verdreht werden, oder wenn ich das Gefühl habe, dass die Person nicht alle Fakten berücksichtigt.

Jedenfalls hat jemand kommentiert, ich würde die Hitze politisieren. Ich hätte ihn eigentlich ignoriert, aber da er mich mit einem nicht gerade schmeichelhaften Begriff bezeichnet hat, dachte ich mir, er sei einer der vielen Hasser, von denen ich weiß, dass sie mich drangsalieren wollen. Normalerweise schaue ich gar nicht hin, aber wenn mir zufällig etwas auffällt, reagiere ich manchmal doch darauf.

Aber es ist politisch – und ich habe es nicht so gemacht. Wieder einmal dringen sie in mein Haus ein, indem sie es politisieren. Das ist so, als würde man jemanden hereinbitten, nur damit dieser dann den ganzen Müll in deinem Wohnzimmer verteilt. Dieses Haus steht für Wetter und Klima.

Es fällt mir schwer, mir so etwas anzuhören, wenn ich weiß, dass die Leute, die das sagen, nichts anderes sind als das, was der verstorbene William Gray „Klimaprofiteure“ nannte – sie nutzen Wetter und Klima aus, um ihre eigene Agenda voranzutreiben, und beuten diejenigen aus, die keine Chance haben, das Gesamtbild zu erkennen.

Das habe ich vor einiger Zeit geschrieben, weil ich meiner Seite in dieser Klimadebatte klarmachen möchte: Diese Leute werden nicht einfach verschwinden. Hier kann man mehr darüber lesen.

Aber wenden wir uns dem Ausland zu, genauer gesagt der enormen Hitze in Europa, vor der ich versucht habe zu warnen, da ich wusste, dass die dafür verantwortlichen Faktoren – allesamt natürlichen Ursprungs – zusammenkommen würden.

Die Tatsache, dass sie es versäumt haben, ihre eigene Bevölkerung darauf vorzubereiten, zeugt von einer solchen Inkompetenz, dass ich zu dem Schluss gekommen bin, dass dies absichtlich geschah. Es handelt sich um eine bewusste Strategie, um eine verzerrte politische Agenda voranzutreiben, die fälschlicherweise Dinge verantwortlich macht, die nie die eigentliche Ursache des Problems waren.

Folgende Warnung habe ich ihnen am 6. Juni übermittelt habe:

Die Gründe dafür sind rein natürlicher Art, auf die ich jetzt nicht näher eingehen werde, aber was haben sie denn nicht verstanden, als sie den Sommer mit dem Jahr 2003 verglichen haben – etwas, das ihnen doch eigentlich untrennbar im Gedächtnis verankert sein müsste?

Lassen Sie mich also erklären, wie ihre Strategie aussieht: Es ist genau das, was wir derzeit in den Bundesstaaten mit diesen linken Klimapropagandisten beobachten.

Noch einmal: Nicht ich habe die Hitze politisiert – sondern diejenigen, welche die Kraftwerke stillgelegt haben.

Das sind die Vereinigten Staaten im Jahr 2026. Wir sollten keine Stromausfälle erleben, nur weil es drei Tage lang extrem heiß ist (was übrigens Anfang nächster Woche vorbei sein wird). Tatsächlich könnten die Temperaturen in New York City am Montag Nachmittag genauso weit unter dem Normalwert liegen, wie sie derzeit im Zentrum der Hitzewelle über dem Normalwert liegen.

Aber wenn man bewusst zuverlässige Kraftwerke auf dem Altar der erneuerbaren Energien opfert – Energiequellen, die bei großen Hitzewellen aufgrund von schwachem Wind oder Dunkelheit oft unzuverlässig sind und einfach noch nicht bereit sind, die Last zu tragen –, und dann genau jene Kraftwerke stilllegt, die früher dafür sorgten, dass Klimaanlagen zuverlässig liefen – wessen Schuld ist das dann? Es ist die Schuld derjenigen, die diese Politik vorangetrieben haben.

Schauen Sie sich Florida an. Dort leben mehr Menschen und der Bedarf ist höher, doch das Stromnetz bricht nicht jeden Tag zusammen, weil man dort die Kraftwerke nicht stillgelegt hat. Hätte New York noch immer die Erzeugungskapazität, über die es vor nur zehn Jahren verfügte, könnte es diese Hitzewelle problemlos bewältigen.

Steve Goreham warnt schon seit Jahren genau davor, und was gerade passiert, ist geradezu beängstigend. Anstatt uns anzupassen, schaffen wir Probleme, die die Menschen bestrafen und allgemeines Elend verbreiten. Das Schlimmste daran ist, dass das gar nicht passieren dürfte. Die Ursache ist nicht das Wetter – es ist ein politisches, nicht wetterbedingtes Ereignis: die Stilllegung von Kraftwerken.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Dadurch sind die Schwächsten unter uns schutzlos ausgeliefert. Sie verursachen das Problem, schieben die daraus resultierende Hitze dem Klimawandel in die Schuhe und legen dann mit noch mehr Forderungen und Kontrollen nach. Gewöhnen Sie sich daran, denn die meisten Amerikaner haben keine Ahnung, in welchem Zustand sich unser Stromnetz tatsächlich befindet.

Die Bundesstaaten, die gut davonkommen werden, sind diejenigen, die gesunden Menschenverstand walten lassen, eine zuverlässige Stromversorgung aufrechterhalten und sich auf Anpassung statt auf Ideologie konzentrieren.

Die gleiche Art von politischem Wahnsinn sieht man auch in Frankreich. Und wissen Sie was? Für sie könnte es diesen Winter sogar noch schlimmer werden. Im vergangenen Winter, obwohl er überdurchschnittlich warm ausfiel, ging das Erdgas fast zur Neige. Es gibt einige El-Niño-Winter in Europa, die ziemlich kalt sind. Beispiel: 09–10

Der vergangene Winter war bei weitem nicht so kalt

Angesichts des zusätzlichen Bedarfs würden sie in ernsthafte Schwierigkeiten geraten, sollten sie einen Winter wie 2009–10 erleben.

Die gute Nachricht ist zweierlei: Erstens glaube ich nicht, dass dies derzeit passieren wird, und zweitens sind die Vereinigten Staaten – dank der unter Trump stark ausgeweiteten LNG-Exporte – in der Lage, ihnen noch mehr zu helfen.

Anstatt also den USA die Schuld für Probleme zu geben, die sie mit ihrer eigenen wahnwitzigen Klimapolitik selbst verursacht haben, sollten sie uns dafür danken, dass wir ihnen aus der Patsche helfen. Die Heuchelei dieser Leute kennt keine Grenzen.

Wenn sie wirklich wegen übermäßiger CO₂-Emissionen mit dem Finger auf jemanden zeigen wollen, sollten sie auf China schauen – nicht auf die Vereinigten Staaten –, das weitaus mehr CO₂ in die Atmosphäre pumpt.

Das sieht in Wirklichkeit nach einem gezielten Muster aus: Man schafft das Problem, zwingt den Menschen das Elend auf und gibt dann denjenigen die Schuld, die nichts damit zu tun hatten. Gleichzeitig sorgt man dafür, dass die Öffentlichkeit nie die ganze Geschichte erfährt, damit sie es stillschweigend hinnimmt.

Da Sie gerade hier lesen: Unsere Vorhersage zu den Auswirkungen von Hurrikanen enthält einen Bereich, der uns Sorgen bereitet, da dort eine überdurchschnittliche Aktivität zu erwarten ist – und das in einem Jahr, das insgesamt unterdurchschnittlich ausfallen wird.

Seit 1991 (Hurrikan Bob) hat in Neuengland kein Hurrikan mehr Land erreicht.

Der rote Faden, der sich durch die linke Klimaille zieht, ist pure Heuchelei – und der Senator von Rhode Island Sheldon Whitehouse praktiziert sie so gut wie kaum ein anderer. Er behauptet immer wieder, dass Hurrikane immer schlimmer werden, doch für Rhode Island gilt das Gegenteil: Von 1938 bis 1991 gab es in diesem Bundesstaat im Durchschnitt alle sieben Jahre einen Hurrikan, seitdem jedoch keinen mehr.

Obwohl er behauptet, sie würden schlimmer werden, setzt er sich aggressiv für Windkraftanlagen ein, die bei einem schweren Sturm zerbrechen könnten, wodurch unzählige scharfe Trümmerteile an die Strände im Süden Neuenglands gespült und der Fischerei sowie dem Tourismus Schaden zufügen würden. Hinzu kommt, dass die durchschnittliche Lebensdauer einer Windkraftanlage nur 18–22 Jahre beträgt – und niemand eine gute Antwort darauf hat, wie man sie recyceln soll.

Wenn sich also die Bedenken von WeatherBell.com hinsichtlich des aktuellen Musters als richtig erweisen, wer wird dann als Erster „Klimawandel“ schreien?

Wie kann das nicht politisch sein?

Und die Solaranlagen, die Flächen ersetzen, die zuvor naturbelassen oder begrünt waren. Eine Sache über Parkplätzen oder auf Dächern. Aber schaut euch das hier in Brüssel an:

Von @Electroversenet

Die roten Hitze-Graphiken Europas zeigen den städtischen Wärmeinseleffekt, nicht den Klimawandel. Copernicus-Satelliten verzeichneten einen Unterschied in der Landtemperatur von etwa 23 °C zwischen städtischen Gebieten und nahegelegenen Wäldern. In Belgien erreichte die Stadt Brüssel 47,4 °C, während die Temperatur im angrenzenden Sonienwald bei etwa 24,5 °C lag:

Jede einzelne dieser Solarwüsten – es handelt sich dabei nicht um Solar-Parks – treibt die lokalen Temperaturen weit über das natürliche Niveau hinaus.

Hier ist ein anschauliches Beispiel (zwar nicht mit Solarwüsten, sondern mit grüner Vegetation), das zeigt, wie echte Grünflächen dazu beitragen, einen Hitzestau zu verhindern. Über diesen Solarwüsten können die Temperaturen bis zu 60 °C erreichen – an Orten, an denen es sonst 30–40 °C kühler wäre.

Was ist der gemeinsame Nenner?

Das hier: Eine politische Ideologie, die das Problem selbst verursacht, indem sie sich weigert, sich anzupassen, den Menschen Leid zufügt und dann die Schuld dafür etwas zuschreibt, das wohl kaum oder gar keinen Einfluss darauf hat.

Hätte es während der tödlichen Hitzewelle von 1911, bei der 41.000 Menschen ums Leben kamen, den gleichen Grad an städtischer Bebauung gegeben, wäre es wahrscheinlich genauso heiß – oder sogar noch heißer – gewesen.

Diese Leute werden nicht verschwinden. Sie agieren mit Täuschung, Verzerrung und Selbsttäuschung. Und in dieser „Soundbite“-Gesellschaft, in der die Medien irgendwie nie das Gesamtbild betrachten wollen, wissen sie genau, wie sie damit weitermachen können.

Gibt es eine Lösung?

Nach all den Jahren ist mir klar geworden, dass ich das nicht einfach als „Gewinnen“ oder „Verlieren“ betrachten kann. Ich kann nur versuchen, das Gesamtbild aufzuzeigen, und mich damit trösten, dass Sie – ob Sie mir nun zustimmen oder nicht – zumindest den größeren Zusammenhang erkennen. Ich hoffe, dass Sie sich von dort aus selbst weiter mit dem Thema beschäftigen werden.

Ich bin schon lange der Überzeugung, dass der Versuch der Linken, das Klima zu kontrollieren, der endgültige Sargnagel für die Freiheit ist. Ich glaube, sie wissen das ganz genau und sehen darin den Weg zur ultimativen Kontrolle. Und wie alle Fanatiker im Laufe der Geschichte, die in ihrer unüberwindbaren Ignoranz verhaftet sind, werden sie einfach noch einen draufsetzen.

Link: https://www.cfact.org/2026/07/08/the-heat-is-political/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

Hinweis: Autor Joe Bastardi ist synoptischer Meteorologe genau wie der Übersetzer.

 




Klimaanlagen vs. Klima-Aktivismus: Gegenwind für UK/EU

Robert Bradley Jr. from MasterResource

„Falls ich zur Präsidentin gewählt werde, werde ich ein groß angelegtes Programm zur Installation von Klimaanlagen auf den Weg bringen, beginnend an Orten mit den am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen.“ – Marine Le Pen, Vorsitzende der Partei „Rassemblement National“ (Französische Nationalversammlung)

Es ist nicht leicht, „grün“ zu sein. „Grüne“ Energie ist kaum wirklich grün (man denke nur an die Industrialisierung von Wind-, Solar- und Batterietechnik), und praktisch jeder Aktivismus zur Eindämmung des Klimawandels hat negative Auswirkungen auf Verbraucher, Steuerzahler und die Freiheit. Dies ist weniger das Gesetz der unbeabsichtigten Folgen als vielmehr ein Angriff der „Deep Ecology“ auf das moderne Leben und die menschliche Weiterentwicklung.

Springen wir in den Sommer 2026. Wie schon lange vorhergesagt, erfordert eine sich erwärmende Welt (natürlich und anthropogen bedingt) Anpassungsmaßnahmen. Das bedeutet Klimaanlagen, Nebelmaschinen und die Erzeugung immer größerer Mengen an Eis, um den Höchstbedarf im Sommer zu decken. Doch die Aktivisten verachten solche grundlegenden Anpassungsmaßnahmen mit der Begründung, dass ein höherer Strombedarf mehr Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen aus bestehenden oder neuen Kapazitäten erfordern würde. Aber der Pragmatismus wird sich sicherlich durchsetzen, wenn die Anpassungsmaßnahmen die verbraucher- und komfortfeindliche Klimaschutzpolitik überholen.

Ohne Klimaanlage

„Klimaanlagen haben schädliche Auswirkungen auf unsere Gesundheit“, so eine Quelle, „obwohl das nicht das einzige Problem bei Klimaanlagen ist.“ Zu den „zahlreichen negativen Auswirkungen auf die Umwelt selbst“ zählen der Energieverbrauch, FCKW-/HFC-Emissionen sowie die Verwendung von Stahl oder nicht biologisch abbaubarem Kunststoff bei der Herstellung.

Vor fünfundfünfzig Jahren bezeichnete Paul Ehrlich die Klimaanlage als ein großes Übel der Gesellschaft. Klimaanlagen könnten „weitgehend abgeschaltet werden“, außer „dort, wo Menschen in der Nähe heiß laufender Maschinen arbeiten müssen“ oder wo wärmeempfindliche Elektronik zum Einsatz kommt. Kein Grund zur Sorge – „die Sommerhitze lässt sich von den meisten von uns auf viele andere Arten bewältigen (so wie sie noch vor zwei oder drei Jahrzehnten von uns allen bewältigt werden musste!)“. Ehrlich (und sein Co-Autor Richard Harriman) empfehlen daraufhin eine 20-Stunden-Woche, um „alle arbeitslosen Klimaanlagen-Reparateure“ wieder in Arbeit zu bringen. [1]

Der empfohlene „klimafreundliche“ Temperaturbereich von 26 °C im Sommer und 20 °C im Winter steht im Gegensatz zu den Komfortwerten, die für die meisten Menschen das ganze Jahr über bei etwa 22 °C liegen. Seien Sie in dieser Hinsicht vorsichtig mit „intelligenten Stromzählern“ – und vergessen Sie nicht Jimmy Carters „Thermostatpolizei“ aus den 1970er Jahren. Zunächst empfahl er eine Höchsttemperatur im Winter von 20°C oder weniger. Einen Monat später wies er an, dass in Bundesgebäuden die (Winter-)Temperaturen tagsüber auf höchstens 18°C und nachts auf höchstens 13°C eingestellt werden sollten. Präsident Reagan beendete Carters 22-monatiges Programm Anfang 1981.

Die Hitzewelle in EU/UK

Die aktuelle Hitzewelle in Europa sorgt für Schlagzeilen. Der Klimawandel sei dafür verantwortlich, heißt es. Aber was ist mit dem Großteil der übrigen Welt, der ganz normale Sommer erlebt? Extreme treten immer irgendwo auf.

Doch noch wichtiger: Welche Rolle spielt der Klimaalarmismus bzw. -aktivismus bei den Beschwerden der Menschen und sogar bei Todesfällen infolge von Hitzewellen? Ein aktueller AP-Artikel [Titel übersetzt] „Europas extreme Hitze wäre ohne den Klimawandel unmöglich, sagen Wissenschaftler“ – wirft genau diese Frage auf. Wo bleibt die Studie bzw. der Bericht „Europas Hitzekrise wird durch die Klimapolitik verschärft“? Wie sich herausstellt, ist der Mangel an Klimaanlagen (usw.) aufgrund hoher Strompreise und sogar staatlicher Vorschriften das Hauptproblem.

Inmitten der Hitze-Misere ist ein Ansturm auf kleine Klimaanlagen im Gange. Doch einige politische Entscheidungsträger, die sich von Klimasorgen leiten lassen, lassen solche Maßnahmen zur Selbsterhaltung nicht zu. Der Pariser Bürgermeister Emmanuel Grégoire (Parti Socialiste) will nur öffentliche Kühlung für die Schwächsten, nicht die „Plage“ privater Klimaanlagen. „Um uns gemeinsam anzupassen“, sagte er, „müssen wir unsere Lebensweise ändern.“

Das derzeitige „grüne“ Dilemma

Bill McKibben hat in einem kürzlich erschienenen, 2.150 Wörter langen Beitrag das Thema Klimaanlage kein einziges Mal erwähnt. Eine Woche später schrieb er: „Es gab viel sinnloses Hin und Her in den sozialen Medien über Klimaanlagen in Europa, die wir natürlich jetzt brauchen“, schrieb er und fügte in Klammern hinzu: „In Asien, Südamerika und Afrika brauchen wir sie sogar noch dringender.“

Vielleicht hat dieser zwischen McKibbens beiden Beiträgen erschienene Artikel in der New York Times seine Aufmerksamkeit erregt. Der Artikel von Michael D. Shear und Jeanna Smialek mit dem Titel [übersetzt] „Während Europa schwitzt, sprechen einige Politiker von Klimaanlagen statt von Klimaschutzmaßnahmen“ (26. Juni 2026) begann wie folgt:

Hitzebedingte Todesfälle und Beeinträchtigungen des Alltags zwingen Politiker dazu, sich auf unterschiedliche Weise mit der raschen Erwärmung unseres Planeten auseinanderzusetzen … Die Antwort rechter Politiker besteht zunehmend darin, sich auf eine kurzfristige Lösung zu konzentrieren, deren Notwendigkeit fast alle anerkennen – die Installation von Klimaanlagen in europäischen Haushalten, Schulen, öffentlichen Gebäuden und Krankenhäusern …

In Frankreich hoffen rechtsextreme Politiker, die sich für die Streichung von Initiativen zur Netto-Null-Emissions-Ziele ausgesprochen haben, von der Hitzewelle zu profitieren, indem sie der Regierung vorwerfen, das Land nicht widerstandsfähiger gemacht zu haben, aber auch, um dies als kulturelles Argument gegen die extreme Linke zu nutzen, die sich aus Umweltgründen oft gegen den Einsatz von Klimaanlagen ausgesprochen hat. „Wenn ich zur Präsidentin gewählt werde, werde ich ein umfangreiches Programm zur Installation von Klimaanlagen auf den Weg bringen“, versprach Marine Le Pen, die Vorsitzende der Partei „Rassemblement National“, am Freitag, „beginnend an Orten mit den am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen.“

The climate campaigners are in a difficult spot, the Times article continues.

Die Klimaschützer befinden sich in einer schwierigen Lage, heißt es in dem Artikel der „Times“ weiter.

Vor dem Hintergrund des traditionell milden, gemäßigten Klimas in Nordeuropa haben sich einige linke und grüne Parteien gegen Klimaanlagen ausgesprochen und stattdessen die Sanierung von Gebäuden mit architektonischen Maßnahmen befürwortet, um diese bei Hitze kühl zu halten. Doch die Gesundheitsrisiken, die von der Hitzewelle dieser Woche ausgehen, setzen diese Sichtweise zunehmend unter Druck – und führen zu einem Umdenken.

Als Reaktion auf den Aufruf eines Kommunalpolitikers an die Einwohner, Ventilatoren zu nutzen und einen neuen Baum zu pflanzen, antwortete ein Politiker:

Es ist absurd, dass alle Regierungen unseres Landes unter dem Druck von links-grünem Geschwätz vom Einsatz von Klimaanlagen abraten. Dabei ist das doch die effizienteste und beste Lösung. Wie viele Todesfälle hat die Regierung mit solchen absurden Ratschlägen wohl schon auf dem Gewissen?

Das ist doch ein gutes Schlusswort.

[1] Paul Ehrlich und Richard Harriman, How to Be a Survivor, Ballantine Books, 1971), pp 73–74.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/07/03/air-conditioning-vs-climate-activism-uk-eu-face-the-music/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Vatikan-Zeitung schädigt „Begegnung von Glaube und Vernunft“ mit Falschmeldungen zum Klima

Frits Byron SoepyanFrom the CO2 Coalition 

Mit der Berichterstattung über die sensationellen Behauptungen von UNICEF schließt sich die Vatikanzeitung „L’Osservatore Romano“ der Panikmache der Klimaalarmisten an, deren Glaubwürdigkeit unter einem Mangel an wissenschaftlichen Fakten leidet.

Unter Berufung auf den UNICEF-Bericht „The Children’s Climate Risk Report 2026“ behauptet der Artikel auf der Titelseite der Ausgabe vom 16. Juni mit dem Titel „Emergenze climatiche: Il cielo sopra i bam (Klimanotstände: Der Himmel über den Kindern)“, dass die Hälfte aller Kinder weltweit „täglich“ von „extremen Klimaereignissen“ bedroht sei. Der Artikel nennt die Reduzierung der Treibhausgasemissionen als eine Möglichkeit, „Klimarisiken“ zu mindern. Der UNICEF-Bericht drängt zudem auf den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zugunsten „erneuerbarer“ Energien.

Aber sind Kinder – oder überhaupt irgendjemand – wirklich durch eine Klimakrise gefährdet? Schauen wir uns einmal an, was die Daten sagen.

Die EM-DAT-Datenbank des Zentrums für Katastrophenepidemiologie der Universität Louvain bestätigt, dass Naturkatastrophen ab etwa dem Jahr 2000 nicht häufiger geworden sind. Vor dieser Zeit befand sich das System zur Katastrophenmeldung noch im Aufbau. Das bedeutet, dass der Anstieg der gemeldeten Katastrophenzahlen im 20. Jahrhundert eher auf eine verbesserte Berichterstattung durch mehr Stationen zurückzuführen ist als auf eine Zunahme der Katastrophenhäufigkeit.

So ist beispielsweise der weltweite Anteil der von Dürre betroffenen Landfläche seit 1950 rückläufig. In den Vereinigten Staaten erreichten Hitzewellen ihren Höhepunkt in den 1930er Jahren, und die Schwere sowie die Häufigkeit von Waldbränden gingen von 1926 bis 2025 deutlich zurück. Die jährlich durch Waldbrände zerstörte Fläche ist seit ihrem Höchststand im Jahr 1930 um etwa 90 % zurückgegangen.

Laut weltweiten von Dr. Ryan N. Maue zusammengestellten Daten nehmen weder die Heftigkeit noch die Häufigkeit von tropischen Stürmen und Hurrikanen zu. Seit den 1920er Jahren ist die Zahl der Todesopfer durch Naturkatastrophen pro Jahrzehnt bis in die 2010er Jahre um mehr als 90 % zurückgegangen.

Da weder die Schwere noch die Häufigkeit von Naturkatastrophen zugenommen hat und die durch Katastrophen verursachte Sterblichkeit drastisch gesunken ist, gibt es schlichtweg keine Grundlage für die Sensationsmache der Vatikanzeitung.

Zwar sind in den letzten Jahrzehnten die Konzentrationen verschiedener Treibhausgase in der Atmosphäre gestiegen, darunter Kohlendioxid (CO₂), Methan und Lachgas, doch können diese nicht für „Klimanotstände“ verantwortlich gemacht werden, weil es diese gar nicht gibt.

Tatsächlich fördert CO₂ als lebenswichtiges Gas das Pflanzenwachstum umso mehr, je höher seine Konzentration in der Atmosphäre ist. Pflanzen werden größer, produzieren mehr Nahrung und nutzen Wasser effizienter, wodurch sie Dürren besser widerstehen können. Die NASA hat bestätigt, dass die Erde seit Jahrzehnten immer grüner wird, wobei höhere CO₂-Konzentrationen für 70 % des neuen Wachstums verantwortlich sind.

Angesichts dieser Vorteile ist es töricht zu versuchen, den Kohlendioxidgehalt zu senken. Wenn überhaupt, wird mehr davon benötigt.

Es ist zudem ironisch, dass extreme Hitze zu den „extremen Klimaereignissen“ gezählt wird, da zwischen 2000 und 2019 mehr als neunmal so viele Menschen durch Kälte ums Leben kamen wie durch Hitze.

Vielleicht noch ironischer ist der Aufruf von UNICEF zu einem „gerechten Übergang zu erneuerbaren Energien“, während die Organisation behauptet, für die Rechte der Kinder zu kämpfen – vor dem Hintergrund, dass beim Abbau der für die Herstellung von Elektrofahrzeugen benötigten Metalle Kinderarbeit eingesetzt wurde und wird.

Als ob das noch nicht schlimm genug wäre, hat der Abbau der für Wind- und Solarenergieanlagen sowie Elektrofahrzeuge benötigten Metalle zu Umweltzerstörung geführt: Wildtiere wurden durch den Betrieb von Wind- und Solaranlagen getötet; der Ausfall dieser äußerst unzuverlässigen Energiesysteme in Zeiten hoher Stromnachfrage hat Menschenleben gekostet; und giftige Chemikalien wurden durch explodierende Batteriespeicheranlagen, die für „erneuerbare“ Systeme gebaut wurden, sowie durch von Unwettern beschädigte Solarmodule freigesetzt.

Die Vatikanzeitung zählt die „Begegnung zwischen Glaube und Vernunft“ zu ihrem redaktionellen Auftrag, trübt diese Begegnung jedoch mit irrationalen Übertreibungen.

Hugh Owen, Direktor des Kolbe Center for the Study of Creation sagte, dass Religion und Wissenschaft „nur dann im Widerspruch zueinander stehen, wenn falsche Informationen entweder von Seiten der Wissenschaft, von Seiten der Religion oder von beiden Seiten ins Spiel kommen“. Leider hat „L’Osservatore Romano“ falsche Informationen von Seiten der Wissenschaft in seinen redaktionellen Inhalt aufgenommen.

Originally published at American Greatness, June 25, 2026.

Link: https://climaterealism.com/2026/07/vatican-newspaper-taints-encounter-of-faith-and-reason-with-climate-falsehood/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Nukleare Sicherheit und Einsteins Wahrheiten

Kelvin Kemm

Die Wissenschaft stützt sich auf Beweise, auf echte Beweise. Wissenschaftliche Wahrheit ist keine Meinung und kein Mehrheitsbeschluss. Allerdings können Meinungen bis zu einem gewissen Grad genau zu Beginn des Prozesses eine Rolle spielen, nämlich wenn eine wissenschaftliche Hypothese aufgestellt wird.

Schauen wir uns also ein Beispiel an. Vor etwa 120 Jahren kam ein junger, unbekannter Mann namens Albert Einstein auf Ideen, die zunächst ziemlich verrückt erschienen. Eine davon war, dass die höchstmögliche Geschwindigkeit die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum sei. Eine andere war, dass die Zeit umso langsamer verläuft, je schneller man sich bewegt. Und wieder eine andere war, dass Licht durch die Schwerkraft abgelenkt wird. Diese Ideen klangen sehr weit hergeholt, und viele Leute sagten zu Einstein: „Hören Sie, Herr Einstein, wenn Sie nur Ihren gesunden Menschenverstand einsetzen, werden Sie erkennen, dass …“

Jedenfalls blieben Einsteins Ideen bloße Ideen, bis tatsächlich beobachtet wurde, dass die Schwerkraft das Licht krümmt. Als sich die Gelegenheit bot, wurde ein Experiment durchgeführt. Am 29. Mai 1919 fand eine totale Sonnenfinsternis statt. Einstein reiste zusammen mit anderen Wissenschaftlern auf einem Schiff hinaus aufs Meer, um von dort aus die Sonnenfinsternis optimal beobachten zu können. Als die Finsternis einsetzte, konnten sie das Sternenlicht des Hyaden-Sternhaufens messen und stellten fest, dass es sich beim Vorbeiziehen an der verdunkelten Sonne leicht krümmte. Über Nacht wurde Einstein von einem unbedeutenden, unbekannten Wissenschaftler zu einer internationalen Berühmtheit. Ein winziger Beweis deutete darauf hin, dass der Rest seiner Theorie wahrscheinlich richtig war.

Wie sieht es also mit der Sicherheit der Kernenergie aus?

Beginnen wir mit der bekanntesten sogenannten „Kernkraftkatastrophe“, Fukushima. Betrachten wir den Vorfall, als wäre er ein wissenschaftliches „Experiment“. Eine riesige Wasserwand, der Tsunami, prallte gegen einen Kernkraftwerkskomplex und überwand dabei die Flutwellenbarriere. Das war also die erste Phase unseres „Experiments“: ein Tsunami, der die Auslegungsspezifikationen überstieg.

Als Nächstes wurden die primären elektrischen Kühlpumpen so ungünstig positioniert, dass sie vom Wasser überflutet und außer Betrieb gesetzt wurden. Der Reaktorkomplex tat daraufhin genau das, was er sollte, und schaltete auf die Diesel-Reservepumpen um. Doch dann trat die dritte Phase des „Experiments“ in Kraft. Ein Teil des Dieselkraftstoffs war in Außentanks gelagert worden, die weggespült wurden. Den Pumpen ging der Kraftstoff aus. Es gab noch eine Reihe weiterer Phasen dieses „Experiments“, wie zum Beispiel mangelhafte Managementsysteme und andere. Alles in allem hätte man kein besseres „Experiment“ entwerfen können, um die nukleare Sicherheit von Fukushima auf eine harte Probe zu stellen.

Nun fragen wir: „Wie viele Menschen sind nach all diesem Drama, diesen Versäumnissen und Fehlentscheidungen durch radioaktive Strahlung ums Leben gekommen?“ Die Antwort lautet: null. Wie viele Menschen wurden also durch radioaktive Strahlung verletzt? Antwort: null. Und wie viel Privateigentum wurde durch radioaktive Strahlung beschädigt? Antwort: null.

Das endgültige „experimentelle“ Ergebnis lautete also, dass die radioaktive Strahlung keinen Schaden angerichtet hat.

Daraus lässt sich schließen, dass Fukushima keine Atomkatastrophe war. Es handelte sich um einen herkömmlichen Industrieunfall, der sich für den Kernkraftwerksbetreiber als finanzielles Desaster und für das Unternehmen sowie die japanische Regierung als PR-Desaster herausstellte. Aber es war keine Atomkatastrophe.

Hätte man die gesamte Fukushima-Affäre als gezieltes Experiment zur Überprüfung der nuklearen Sicherheit konzipiert, hätte man es nicht besser machen können, um zu veranschaulichen, wie sicher die Kernenergie ist, wenn eine riesige Energiemenge von einer riesigen Wasserwand getroffen wird.

Das Gleiche galt für den Atomunfall von Three Mile Island in den USA. Niemand kam ums Leben oder wurde durch radioaktive Strahlung geschädigt.

Einschub des Übersetzers: Zu diesem Unfall war es Ende der 1970er Jahre gekommen; er fiel in meine Zeit in den USA. Ich wohnte etwa 50 km vom Unfallort entfernt – und erhielt in der Folge von Bekannten hierzulande besorgte Briefe, wie es mir ginge und so weiter. Das Ganze war (schon damals!) in deutschen Medien enorm aufgebauscht worden.

Vor Ort in Pennsylvania war das Ganze jedoch nur eine Randnotiz wert. Niemand regte sich auf, niemand war zu Schaden gekommen. Also war das Ganze weder für die Anwohner noch für die lokalen oder die überregionalen Medien zwei Tage später noch ein Thema. – Ende Einschub

Okay, wie sieht es dann mit Tschernobyl aus? Ja, einige Menschen starben an den Folgen der radioaktiven Strahlung. Aber es waren weniger als 60, nicht Tausende, wie oft von einigen Anti-Atomkraft-Aktivisten behauptet wird. In Tschernobyl gab es jedoch keine Strahlenschutzhülle, das Reaktordesign war mangelhaft und es gab weitere Mängel. Dennoch starben nur wenige Menschen, darunter auch Ersthelfer, die mutig in die brennenden radioaktiven Trümmer stürmten, um die Brände zu löschen. Also ein weiteres gutes „Experiment“, das die Sicherheit der Kernenergie belegt.

Hinzu kommt, dass diese drei Reaktorkomplexe alle sehr alt waren. Die Kerntechnik hat sich weiterentwickelt, und moderne Reaktoren sind weitaus ausgefeilter und wesentlich sicherer als ihre Pioniervorläufer. Das Ergebnis ist, dass moderne Reaktoren extrem sicher sind, wie praktische technische Ergebnisse belegen. Doch die Atomkraftgegner verbreiten weiterhin wilde theoretische Spekulationen über Hunderttausende von Menschen, die ums Leben kommen könnten, wenn ein Kernreaktor außer Kontrolle gerät. Die tatsächlichen Beweise widerlegen jedoch diese theoretischen Spekulationen.

Lassen Sie uns nun unsere eigene theoretische Spekulation aufstellen. Große Boeing-Flugzeuge fliegen über New York. Stellen wir uns also eine voll beladene Boeing 747 vor, die in Richtung Johannesburg fliegt. Und eine weitere voll beladene Boeing 747 fliegt aus London heran. Die beiden stoßen über Manhattan frontal zusammen, und die beiden Feuerbälle stürzen auf den Broadway und die Wall Street. Beim Aufprall explodieren sie.

Können Sie sich das Ausmaß der Katastrophe vorstellen?

Nur weil Sie sich das vorstellen können, heißt das noch lange nicht, dass das Fliegen verboten werden sollte. Natürlich nicht.

Warum also so ein Drama um die Sicherheit der Kernenergie machen, nur weil man sich in seiner Fantasie ein abwegiges, katastrophales Szenario ausmalen kann? Die bisherigen konkreten Erkenntnisse haben eindeutig gezeigt, dass Kernenergie weitaus sicherer ist, als sich irgendjemand jemals vorgestellt hat.

Fantasievolle Spekulationen sind schön und gut – für Geschichten, wie Einstein sie gemacht hat. Aber dann braucht man Beweise aus der realen Welt, um zu zeigen, ob diese fantasievollen Spekulationen wahr oder falsch sind.

Link: https://www.cfact.org/2026/07/03/nuclear-safety-and-einsteins-truth/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE