Neubewertung des Endangerment Finding von Obama

Paul Driessen

Der vermeintliche Konsens über die Klimakatastrophe zerbricht unter dem wachsenden Druck der Realität. Subventionen, Vorschriften für grüne Energie bröckeln. Greenpeace wurde mit einem Urteil in Höhe von 667 Millionen Dollar wegen Verschwörung, Verleumdung, Hausfriedensbruch und Förderung von Brandstiftung und Sachbeschädigung belegt.

Die „Buy a Tesla – save the planet“-Plakate vom letzten Jahr wurden gegen „meist friedliche“ Proteste mit der Aufschrift „Torch a Tesla – save our democracy“ [Verbannt einen Tesla – rettet unsere Demokratie] und Infernos aus giftiger Verschmutzung und „Kohlenstoff“-Emissionen ausgetauscht.

Noch größere Angst bereitet den Klimaaktivisten die Überprüfung des „Endangerment Finding“ (EF) der EPA aus dem Jahr 2009 durch Lee Zeldin – die Grundlage und Rechtfertigung für die restriktiven Normen und Vorschriften der Ära Obama und Biden für die zulässige Stromerzeugung, Autos, Öfen, Haushaltsgeräte und vieles mehr.

Menschen und Tiere stoßen beim Atmen Kohlendioxid aus, Verbrennungsprozesse emittieren ebenfalls CO₂, und während der Photosynthese nehmen Pflanzen CO₂ auf und geben Sauerstoff ab. Mehr CO₂ in der Atmosphäre hilft den Pflanzen, besser, schneller und mit weniger Wasser zu wachsen. Nahezu alles Leben auf der Erde hängt von diesem Prozess ab. Das ist grundlegende Wissenschaft.

Deshalb wird Kohlendioxid im Clean Air Act nicht in die Liste der gefährlichen Schadstoffe aufgenommen, zusammen mit Kohlenmonoxid, Blei, Stickstoffdioxid, bodennahem Ozon, Feinstaub und Schwefeldioxid.

Aber fossile Brennstoffe hassende Aktivisten machen CO₂ für die angebliche „Klimakrise“ verantwortlich – und im Rechtsstreit Massachusetts vs. EPA erklärte der Oberste Gerichtshof der USA, dass die EPA CO₂-Emissionen regulieren kann, wenn die Behörde feststellt, dass sie „eine Luftverschmutzung verursachen oder dazu beitragen“, von der „vernünftigerweise erwartet werden kann“, dass sie „die öffentliche Gesundheit oder das Wohlbefinden gefährdet“.

Die EPA unter Obama stellte schnell fest, dass dies der Fall ist, und erließ ein Endangerment Finding, das der Behörde eine wirksame Kontrolle über Amerikas Energie, Verkehr, Industrie, Öfen und Herde – ja, über fast alle Bereiche unseres Lebens und Lebensstandards – gab, um die Nation „grundlegend zu verändern“.

Bei der Formulierung ihrer Entscheidung hat die EPA keine eigenen Nachforschungen angestellt, sich in hohem Maße auf GIGO-Computermodelle und veraltete technische Studien gestützt, die eindeutigen Vorteile steigender CO₂-Werte in der Atmosphäre außer Acht gelassen und Studien ignoriert, die ihre Entscheidung nicht stützten. Die EPA teilte sogar einem ihrer eigenen Experten (der Beweise und Analysen vorgelegt hatte, die den offiziellen Behauptungen widersprachen) mit, dass „die Verwaltung beschlossen hat, [bei der Umsetzung der EF] voranzukommen, und Ihre Kommentare nicht dazu beitragen, die rechtlichen oder politischen Argumente für diese Entscheidung zu stützen.“

Dies allein ist ein zwingender Grund für die Aufhebung des Endangerment Findings. Doch auch andere Fakten sprechen überzeugend dafür, dass die Entscheidung der EPA aus dem Jahr 2009 aufgehoben werden sollte.

Erstens wurde das Verfahren Massachusetts gegen die EPA beiseite gelegt, für irrelevant erklärt oder faktisch aufgehoben.

West Virginia vs. EPA (2022) entschied, dass Bundesbehörden nicht gegen die „Major Questions Doctrine“ verstoßen dürfen. Diese besagt, dass Behörden ohne klare Anweisung oder Ermächtigung des Kongresses keine Entscheidungen treffen oder Vorschriften „von erheblicher wirtschaftlicher und politischer Bedeutung“ erlassen dürfen.

Die EPA unter Obama verfügte weder über eine klare Formulierung des Kongresses noch über die Ermächtigung, Kohlendioxid als Schadstoff zu bezeichnen, der wahrscheinlich „die öffentliche Gesundheit oder das Wohlergehen gefährden“ würde. Die minimale Orientierungshilfe des Obersten Gerichtshofs in Massachusetts unterstreicht das Fehlen einer Absicht oder Anweisung des Kongresses. Das Verfahren, mit dem die EPA ihre vorgefasste Meinung fällte zeigt, wie wenig wissenschaftliche Erkenntnisse eine Rolle spielten. Und die enorme Bedeutung und Wirkung der EF-Entscheidung und der nachfolgenden Verordnungen lässt sich kaum bestreiten.

In ähnlicher Weise hob das Urteil des Obersten Gerichtshofs von 2024 im Fall Loper Bright vs. Raimondo die Entscheidung des Gerichts aus dem Jahr 1984 im Fall Chevron vs. NRDC auf und beendete die richterliche Zurückhaltung gegenüber Regierungsbehörden (die „Chevron-Doktrin“). Bürokraten dürfen keine „vernünftigen Auslegungen“ unklarer Gesetzestexte mehr erarbeiten, wenn diese Auslegungen die Regulierungsbefugnisse erheblich erweitern oder die Kosten des privaten Sektors in die Höhe treiben würden.

Diese beiden Entscheidungen bedeuten, dass die EPA nicht befugt war, Pflanzen düngendes, Leben spendendes Kohlendioxid in einen gefährlichen, die Gesundheit schädigenden Schadstoff umzuwandeln.
Zweitens zeigen zahlreiche Studien und Analysen nach 2009, dass CO₂ für Wälder, Grasland und Ackerland äußerst vorteilhaft ist – und dass CO₂ und andere Treibhausgase (THG) die mächtigen, komplexen, miteinander verbundenen Naturkräfte, die seit jeher die globale Erwärmung, den Klimawandel, Eiszeiten, Kleine Eiszeiten und extreme Wetterereignisse vorangetrieben haben, nicht ersetzt haben. Die EPA ignorierte dies 2009.

Andere zeigen, dass es keine Klimakrise gibt, nichts Beispielloses im heutigen Klima und Wetter und nichts, womit moderne Industriegesellschaften nicht viel leichter fertig werden können als unsere Vorfahren.

(Siehe Climate Change Reconsidered II, CO₂ Coalition studies, NOAA hurricane history, US tornado records sowie Studien, welche die Trump-EPA bei ihrer EF-Neubeurteilung zweifellos konsultieren wird.)

Drittens hängen unsere Energie und Arbeitsplätze, unser Lebensstandard, unsere Gesundheit, unser Wohlstand, unsere nationale Sicherheit und vieles mehr von fossilen Brennstoffen ab – für Energie ebenso wie für Arzneimittel, Kunststoffe und Tausende anderer wichtiger Produkte, die aus petrochemischen Rohstoffen hergestellt werden.

Viertens sind auch China, Indien und andere sich schnell entwickelnde Länder auf fossile Brennstoffe angewiesen – und steigern ihren Kohle- und Erdölverbrauch sogar jährlich –, um ihre Industrie und Wirtschaft auszubauen und die Gesundheit und den Lebensstandard ihrer Bevölkerung zu verbessern. Sie werden nicht damit aufhören, um diejenigen zu beschwichtigen, die darauf bestehen, dass die Welt vor einer Klimakrise steht. Das bedeutet, dass selbst ein Verzicht auf die Nutzung von Kohle, Öl, Gas und Petrochemie in den USA keine Auswirkungen auf die globalen Treibhausgasemissionen hätte.

Und schließlich gehen die größten Bedrohungen für die Gesundheit und das Wohlergehen von Mensch und Planet nicht von der Nutzung fossiler Brennstoffe aus, sondern von deren Verzicht, dem Versuch, auf „saubere, grüne, erneuerbare“ Energie umzusteigen, und dem Verlust lebenswichtiger petrochemischer Produkte.

Wie Großbritannien und Deutschland gezeigt haben, treibt die Umstellung auf intermittierende, wetterabhängige Wind- und Solarenergie mit Notstromversorgung die Strompreise auf das Drei- bis Vierfache dessen, was ein durchschnittlicher Amerikaner derzeit zahlt. Industrien sind international nicht mehr wettbewerbsfähig, Millionen verlieren ihre Arbeitsplätze, die Lebenshaltungskosten steigen rasant, und Familien können es sich nicht leisten, ihre Häuser im Winter zu heizen oder im Sommer zu kühlen.

Tausende sterben jedes Jahr unnötig an Hitzschlag, Unterkühlung und Krankheiten, die sie überleben würden, wenn ihnen nicht so heiß, kalt oder sie nicht so unterernährt wären.

In armen Ländern sterben jährlich Millionen Menschen an der Luftverschmutzung in Innenräumen durch Holz- und Dungfeuer, an verdorbenen Lebensmitteln aufgrund fehlender Kühlung, an verunreinigtem Trinkwasser aufgrund fehlender sanitärer Einrichtungen und aufbereiteten Wassers sowie an Krankheiten, die in modernen Gesundheitssystemen heilbar wären.

All diesen Todesfällen ist der Mangel an zuverlässiger und bezahlbarer Energie gemeinsam, der größtenteils von Klima-besessenen Bürokraten verursacht wird, die ausschließlich Wind- und Solarprojekte in armen Ländern finanzieren.

Wind- und Solarenergie, Batterien für Elektrofahrzeuge und das Netz sowie die dazugehörigen Übertragungsleitungen erfordern den Abbau und die Verarbeitung von Metallen und Mineralien in beispiellosem Ausmaß, Stromerzeugungsanlagen, die Millionen Hektar Ackerland und Wildtier-Habitate bedecken, sowie die Entsorgung gigantischer Geräte, die schnell verschleißen und nicht recycelt werden können.

Die Abhängigkeit von Wind-, Solar- und Batterieenergie führt zudem zu Stromausfällen bei Hitze- und Kältewellen, liegen gebliebenen Autos bei Schneestürmen und Evakuierungen bei Hurrikanen – und damit zu noch mehr Todesfällen.

Ein etwas wärmerer Planet mit mehr CO₂ in der Atmosphäre wäre für Pflanzen, Wildtiere und die Menschheit von großem Nutzen. Ein kälterer Planet mit weniger Kohlendioxid würde Ackerland, Vegetationsperioden, Lebensräume für Wildtiere und unsere Fähigkeit, die Menschheit zu ernähren, deutlich reduzieren.

Die EPA-Entscheidung zur Gefährdungslage von 2009 ignorierte praktisch all diese Realitäten. Die Überprüfung dieser Entscheidung durch EPA-Administrator Lee Zeldin darf diesen Fehler nicht wiederholen.

Link: https://www.cfact.org/2025/03/31/reexamining-the-obama-endangerment-finding/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Öl und Gas bescheren armen Ländern ein ökonomisches Wunder

Vijay Jayaraj

Nationen, die einst an den Rand der wirtschaftlichen Entwicklung gedrängt worden waren, stürmen nun in Richtung Wohlstand, angetrieben von einer einzigen, verbindenden Kraft: Energie.

Energie ist unverzichtbar. Von den riesigen KI-Rechenzentren in den USA bis hin zu den Megafabriken in China – eine erschwingliche und zuverlässige Energieversorgung macht den Unterschied zwischen Leben und Wohlstand aus.

Der Zugang zu heimischen Energieressourcen – oder die Möglichkeit, Importe zu sichern – setzt eine Kaskade von Möglichkeiten in Gang: Die Zahl der Arbeitsplätze steigt, die Infrastruktur wird ausgebaut, und die Regierungen erhalten die finanziellen Mittel, um in ihre Bürger zu investieren.

Öl und Gas, die von den Klimaeliten als Relikte einer vergangenen Ära verspottet werden, erweisen sich stattdessen als Motoren eines neuen Aufbruchs. Eine Reihe von Nationen schlägt einen radikal anderen Kurs ein, der durch den unbeirrbaren Pragmatismus der Ausnutzung von Kohlenwasserstoffen vorangetrieben wird.

Guyana: Von der Unbekanntheit zum Ölmagnaten

Das an der Nordküste Südamerikas gelegene Guyana war einst ein Nachzügler im globalen Wirtschaftsgeschehen. Heute ist es die am schnellsten wachsende Volkswirtschaft der Welt, mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um schwindelerregende 63 % im Jahr 2022 und 38 % im Jahr 2023. Für dieses Jahr wird ein weiteres Wachstum von 27 % prognostiziert.

Guyanas Wachstum lässt sogar die gepriesenen „asiatischen Tiger“ – Hongkong, Singapur, Südkorea und Taiwan – hinter sich. Bis 2025 prognostizieren Analysten ein immer noch robustes Wachstum von mehr als 14 %, angetrieben durch die unermüdliche Förderung des Stabroek-Blocks, der 6,6 Millionen Hektar Ölreserven vor der Atlantikküste des Landes umfasst. Die Entdeckung von Liza im Jahr 2015, ein 10-Milliarden-Fass-Bonanza, hat dieses Land mit 810.000 Einwohnern in ein Energiekraftwerk verwandelt.

Mit den Steuereinnahmen – 2,57 Milliarden Dollar allein im Jahr 2024 – wurden die Modernisierung der Infrastruktur, der Ausbau des Gesundheitswesens und Bildungsreformen finanziert. Wie Upstream Online berichtet, hat sich das Pro-Kopf-Einkommen in Guyana seit 2019 vervierfacht – eine Leistung, die ohne Öl unvorstellbar wäre.

Niger: Afrikas Pipeline in den Wohlstand

Eine halbe Welt entfernt, in den trockenen Weiten Westafrikas, spielt sich in Niger eine ähnliche Geschichte ab. Das Land, das lange Zeit für Uran und Subsistenzlandwirtschaft bekannt war, steht kurz vor einem Ölboom, der die Zukunft des Landes neu definieren könnte.

Der Schlüssel dazu? Die Niger-Benin-Pipeline, eine fast b2000 km lange Leitung, die Rohöl aus Nigers Agadem-Grabenbecken an die Atlantikküste zu transportieren verspricht. Nachdem die diplomatischen Probleme mit Benin im August 2024 gelöst worden waren, wurde erwartet, dass die Produktion in den kommenden Jahren über 110.000 Barrel pro Tag (bpd) steigen würde. Das BIP dürfte infolgedessen ebenfalls stark steigen.

Senegal: Gas beleuchtet den Weg nach vorn

Weiter westlich schließt sich der Senegal der Energie-Renaissance an. Das Sangomar-Ölfeld, das im Juni 2024 die Produktion aufnahm, und das Erdgasprojekt Greater Tortue Ahmeyim (GTA) an der Grenze zwischen Senegal und Mauretanien schreiben die wirtschaftlichen Spielregeln des Landes neu.

Im Jahr 2024 übertraf das Sangomar-Feld sein ursprüngliches Ziel und produzierte 16,9 Millionen Barrel Rohöl gegenüber den geplanten 11,7 Millionen. Mit einer Ölproduktion von über 100.000 Barrel pro Tag und der Bereitschaft von GTA, Flüssigerdgas (LNG) an die Weltmärkte zu liefern, wird das senegalesische BIP-Wachstum im Jahr 2025 voraussichtlich zweistellig ausfallen und damit zu den höchsten in Afrika gehören.

Das senegalesische BIP-Wachstum lag 2024 bei rund 10 %, und die Energieexporte werden 2025 voraussichtlich 30 % der Staatseinnahmen ausmachen. Entscheidend ist, dass mit Gas betriebene Kraftwerke die Stromkosten senken und der Industrie einen Aufschwung ermöglichen.

Elfenbeinküste: Diversifizierung mittels Kohlenwasserstoffen

Elfenbeinküste, lange Zeit von Kakao und Kaffee abhängig, entwickelt sich zum stillen Energieriesen Westafrikas. Das Land hat die anfänglichen Schätzungen für die Produktion aus seinem Öl- und Gasfeld Baleine übertroffen.

Die Ölproduktion hat sich seit 2020 auf 60.000 bpd verdoppelt, während Erdgas, das 72 % der Elektrizität des Landes liefert, Industrien aus der ganzen Region angelockt hat. Das Land plant, bis 2028 täglich 200.000 Barrel Öl und 450 Millionen Kubikfuß Gas zu fördern.

Dank der rasanten Entwicklung der Öl- und Gasvorkommen ist es der Elfenbeinküste gelungen, die Armutsquote von 55 % im Jahr 2011 auf 37 % im Jahr 2021 zu senken (die neuesten verfügbaren Daten). Da sich die Ölförderung in den nächsten vier Jahren voraussichtlich mehr als verdreifachen wird, könnte die Armutsquote in den einstelligen Bereich sinken.

Nicht der Klimawandel, sondern die Energiearmut ist die unmittelbare Bedrohung für diese Regionen und wird auch weiterhin die Zukunft von Millionen von Afrikanern und Südamerikanern beeinträchtigen. Solarpaneele und Windmühlen können keine Stahlwerke, Fabriken oder Städte mit Energie versorgen.

Die Regierungen von Guyana, Niger, Senegal und der Elfenbeinküste haben das verstanden. Sie geben dem Lebensunterhalt ihrer Bürger den Vorrang vor den von den so genannten Eliten in Brüssel oder New York aufgestellten Zielen zur „Verringerung des Kohlenstoffausstoßes“.
Ihr Erfolg entlarvt die Sinnlosigkeit des Netto-Null-Dogmas und bekräftigt eine zeitlose Wahrheit: Reichlich verfügnare Energie ist die Grundlage des menschlichen Fortschritts.

This commentary was first published at RealClearEnergy on April 1, 2025.

Vijay Jayaraj is a Science and Research Associate at the CO2 Coalition, Arlington, Virginia. He holds an M.S. in environmental sciences from the University of East Anglia and a postgraduate degree in energy management from Robert Gordon University, both in the U.K., and a bachelor’s in engineering from Anna University, India.

Link: https://wattsupwiththat.com/2025/04/03/oil-and-gas-turning-poor-countries-into-economic-miracles/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Mann’s DC Trick – Die Statistik der Zuwendungen an ihn

Stephen McIntyre

[Alle Hervorhebungen im Original]

Vor einem Jahr war ich Zeuge in dem Verleumdungsprozess Mann gegen Steyn-Simberg. Es war eine äußerst frustrierende Erfahrung. Die Anwälte von Mann versuchten, McKitrick und mich daran zu hindern, gegen Mann auszusagen. Der Richter entschied gegen sie und sagte, dass unsere Beweise für die Verteidigung relevant seien. Allerdings hinderte der Richter dann einen von uns daran, Beweise für Manns Verschweigen der fehlgeschlagenen Verifikationsstatistiken oder sogar für das Versagen der Verifikation von Manns statistischem Modell vorzulegen. Der Richter erlaubte nicht einmal die Vorlage einer in Geophysical Research Letters veröffentlichten Tabelle. In der Mitte der Verhandlung reduzierte der Richter auch die für die Verteidigung zur Verfügung stehende Zeit um etwa 40 % gegenüber der ursprünglichen Zuteilung; die für McKitrick und mich verfügbare Zeit wurde durch die Einwände der Verteidigung fast aufgefressen.

Weil Steyn so schwach war, wurde fast die gesamte Verteidigung von Simbergs Anwälten übernommen. Sie waren hochprofessionell, aber ihre Strategie konzentrierte sich fast ausschließlich auf den fehlenden Schadenersatz für Mann und insbesondere auf Manns Behauptungen über entgangene Zuschüsse. Meiner Meinung nach hätten die Fragen, z. B. zu Manns Verheimlichung negativer Verifizierungsstatistiken, im Kreuzverhör von Mann aufgeworfen werden müssen (und nicht zu einem späten Zeitpunkt im direkten Verhör von McKitrick oder mir), aber nichts davon fand statt. Stattdessen ging es im Kreuzverhör immer wieder um Manns Zuschüsse – ein Thema, das mir weitaus weniger wichtig erschien als die Frage, wie man Mann bzgl. der Verheimlichung negativer Verifizierungs-Statistiken in die Schranken weist.

Der Fokus der Verteidigung auf Manns Zuschüsse wurde jedoch durch die vernichtenden Kommentare des Richters in seiner jüngsten Sanktionsverfügung gegen Mann und seine Anwälte (Link und Link) bestätigt, einschließlich der folgenden:

„Die Behauptung von Dr. Mann, dass seine Aussage oder das Verhalten seines Anwalts keine Falschaussage oder falsche Darstellung enthielt, grenzt an Leichtfertigkeit“.

„Die Aufzeichnungen zeigen eindeutig das vorsätzliche und wissentliche Fehlverhalten von Dr. Manns Anwalt, der Dr. Mann falsche Aussagen entlockte und seine Fördergelder falsch darstellte.“

„Das böswillige Fehlverhalten des Anwalts von Dr. Mann ist ein Affront gegen die Autorität des Gerichts und ein Angriff auf die Integrität des Verfahrens, der Sanktionen rechtfertigt.“

Der Richter konzentrierte sich auf zwei Komponenten von Manns Aussage zu den angeblich verlorenen Zuschüssen nach den Blog-Artikeln: die Übertreibung der nicht finanzierten Zuschüsse und die Untertreibung der finanzierten Zuschüsse.

Doch weder der Richter noch die Anwälte der Verteidigung verfügten über fundierte Kenntnisse von Manns „statistischen“ Verfahren, so dass die Verunglimpfung des Verhaltens von Mann und seinen Anwälten durch den Richter, so vernichtend sie auch war, nur an der Oberfläche kratzte. Für den heutigen Artikel habe ich eine erneute Analyse von Manns Präsentation vorgenommen und gezeigt, dass hinter „Manns DC-Trick“ viel mehr steckt als in der Sanktionsverfügung erörtert. (Ich werde in einem separaten Artikel die Sanktionsanordnung erläutern, aber in diesem Artikel werde ich mich auf Punkte konzentrieren, die in der Verhandlung und der Anordnung übersehen worden sind).

Das Kernstück von Manns Forderung nach entgangenem Schadenersatz war seine Behauptung, dass seine Förderungserfolge von „knapp einer Million pro Jahr“ in den vier Jahren (insgesamt 3,3 Millionen Dollar) vor den Simberg-Steyn-Blogs auf „etwas mehr als 100.000 pro Jahr“ in den vier Jahren danach (insgesamt 500.000 Dollar) zurückgingen. Sie veranschaulichten diese Behauptung mit der unten rechts abgebildeten „Demonstration“. Diese Behauptung wurde in der Eröffnungsrede, in Manns direkter Beweisführung und in der Abschlussrede aufgestellt. Ein Auszug aus Manns direkter Aussage ist unten links zu sehen. In der Sanktionsverfügung stellte J. Irving eine erhebliche Übertreibung in den Erklärungen und im Demonstrationsmaterial fest: Nach Manns eigenen Angaben belief sich der Gesamtwert der Zuschüsse nach den Blogs auf 895.000 $ und nicht auf 500.000 $; und er reduzierte die „Disparität“ zwischen vorher und nachher von 2,8 Mio. $ auf 2,4 Mio. $. Der Richter war sehr beunruhigt ob dieser Übertreibung.

Aber es gab noch mehrere andere Probleme, die viel tiefer gehen – Probleme, welche die Existenz des von Mann und seinen Anwälten behaupteten Wendepunkts Mitte 2012 in Frage stellen und die stark darauf hindeuten, dass Manns Zuschussanträge das Ergebnis von Datenmanipulation waren – genau das Thema der zugrunde liegenden wissenschaftlichen Kontroverse.

Bei der statistischen Analyse ist es fast immer eine gute Idee, die Daten zunächst grafisch darzustellen.

In der nachstehenden Abbildung habe ich Manns jährliche Zuschüsse von 1996 bis 2021 nach US-Steuerjahren (Ende September¹) aufgetragen, wobei ich Informationen aus Manns Lebenslauf (ca. 2022) und seinen geänderten Antworten auf Befragungen (März 2023) verwendet habe. In der nachstehenden Abbildung ist der Zeitraum 2008-2016 gelb hinterlegt, der für Manns Demonstration ausgewählt wurde. Die Stufenfunktion im hervorgehobenen Bereich veranschaulicht Manns Beweis: 1 Million Dollar pro Jahr in den vier Jahren davor und 100.000 Dollar in den vier Jahren danach. Ein Realitätscheck: Passt diese Stufenfunktion zu den Daten? Offensichtlich nicht. Sie ist nicht einmal nahe dran.

Einige Kommentare:

– Es gibt KEINEN – ich wiederhole KEINEN – Beweis für einen Bruchpunkt im Juli 2012 in den Daten. Jede derartige Behauptung ist völlig falsch. Dies ist in der obigen Abbildung sofort sichtbar.

– Der behauptete Betrag von Manns Zuschüssen im Jahr 2009 war einmalig hoch. Er war mehr als zehnmal so hoch wie der Medianwert von Manns jährlichen Zuschüssen. Ohne das Jahr 2009 unterschieden sich die Werte für die drei vorangegangenen Steuerjahre (2010-2012) nicht statistisch signifikant von den Werten für die drei folgenden Steuerjahre (2013-2016). Dies ist in der obigen Abbildung sofort ersichtlich.

– Da der Wert von 2009 so anomal hoch ist, hängt der Zeitpunkt des Schritts in Manns Stufenfunktion von der willkürlich gewählten Länge des Schritts ab. Wenn ein Vergleichszeitraum von zwei Jahren gewählt wird, der mit 2008,5 beginnt, ist der Schritt 2010,5; bei drei Jahren ist der Schritt 2011,5; bei vier Jahren ist der Schritt 2012,5; bei fünf Jahren ist der Schritt 2013,5. Man kann davon ausgehen, dass Mann die vier Jahre als Vergleichszeitraum gewählt hat, um den „Schritt“ auf das Zieldatum 2012,5 zu legen,

– als allgemeine Anmerkung zu den Finanzhilfen als statistische Verteilung waren die Finanzhilfen in etwa 40 % der Zeit in den 26 Jahren gleich Null und in etwa 54 % der Zeit zwischen 100 000 und 500 000 Dollar, mit zwei Ausreißern (2006, 2009)². Die Verteilung weist ein merkwürdiges „Schwanz“-Verhalten auf: Fast 50 % der gesamten Finanzhilfen von Mann über 26 Jahre wurden in diesen beiden Ausreißerjahren erhalten.

Der Ausreißer des Jahres 2009

Da der Zuschussantrag für 2009 im Vergleich zu den anderen Zuschüssen einen so extremen Ausreißer darstellt und Manns „Verlust“-Behauptung so sehr von diesem Ausreißer abhängt, muss der Ausreißer speziell untersucht werden³. Es gibt drei große Probleme.

ARRA Manns Zuschussantrag für 2009 bestand aus zwei Zuschüssen, die im Rahmen des Obama-„Konjunktur“-Gesetzes von 2009 – dem sogenannten American Recovery and Reinvestment Act (ARRA) – finanziert worden waren: ein Zuschuss (541.000 $), bei dem er der Hauptforscher war, und ein viel größerer Zuschuss im Zusammenhang mit durch Viren übertragenen Krankheiten (1.885.000 $), bei dem er als Co-PI aufgeführt ist. Die Abbildung zeigt die Zuschusszahlen für den Zeitraum 1996-2021, wobei die ARRA-Zuschüsse in Rot und Magenta farblich nach Sponsortyp gekennzeichnet sind. Der andere anomal große Zuschuss war ein USAID-Zuschuss im Jahr 2006, an dem Mann als Co-PI beteiligt war.

Der American Recovery and Reinvestment Act (ARRA) wurde am 17. Februar 2009 verabschiedet, also im ersten Monat der Präsidentschaft Obamas, und verfügte über ein Gesamtbudget von 831 Milliarden Dollar – inflationsbereinigt etwa so viel wie das 893-Milliarden-Dollar-Budget von Bidens sogenanntem Inflation Reduction Act im Jahr 2022. Ungefähr 3,1 Milliarden Dollar der ARRA-Mittel wurden der National Science Foundation (NSF) zugewiesen.

In einem interessanten Podcast von Jon Stewart (Link bei 44 Minuten) stellte Ezra Klein fest, dass das ARRA-Programm völlig versagt hat, seine Versprechen einzulösen: Hochgeschwindigkeitszüge, „intelligente“ Stromnetze oder interoperable elektronische Gesundheitsakten, obwohl andere fairerweise darauf hingewiesen haben (Link), dass es gelungen ist, Tausende von „ADA-Ecküberwegen zu bauen, die nicht wirklich mit irgendetwas verbunden waren“. Sie finanzierte auch Forschungen von Michael Mann (Link), die vielleicht oder vielleicht auch nicht „mit irgendetwas verbunden sind“. Im Nachhinein (und wahrscheinlich in Echtzeit) hätte man denken können, dass der Zweck des Stimulus anderswo besser aufgehoben wäre als bei akademischen Forschern⁴.

Auf jeden Fall war die ARRA-Finanzierung 2012 fast vollständig ausgelaufen. Manns Behauptung, dass „2,8 Millionen Dollar“ fehlten impliziert, dass Mann während der zweiten Amtszeit Obamas Anspruch auf eine zweite Portion ARRA-Förderung hatte, obwohl das Programm ausgelaufen war – eine Vorstellung, die so unangenehm ist, dass weder Mann noch seine Anwälte sie in dieser Form formulierten.

In seinem Kreuzverhör fragte Steyn Mann wiederholt, ob es neben den Simberg-Steyn-Blogartikeln noch andere Faktoren gebe, die zu den reduzierten Fördermitteln beigetragen haben könnten. Offensichtlich ist mit dem Auslaufen des ARRA-Programms genau die Finanzierungsquelle weggefallen, aus der Manns Ausreißer-Stipendien von 2009 finanziert worden waren. Aber Mann hat ARRA natürlich nicht erwähnt.

Vertrag oder Untervertrag?

Die Forderung aus dem Jahr 2009 im Zusammenhang mit der durch Viren übertragenen Krankheit (1.884.991 $) war viel höher als andere Zuschüsse in Manns Lebenslauf (von denen die meisten anscheinend ein paar Doktoranden finanziert haben). Manns Forderung in den Fragebögen entsprach dem vollen Betrag des Zuschusses, wie er im zusammenfassenden Bericht der NSF angegeben ist (Link). Der zusammenfassende NSF-Bericht listet 29 Artikel auf, die diesem Zuschuss zuzuordnen sind, aber nur in einem ist Mann als Mitautor aufgeführt. Dies deutet stark darauf hin, dass Mann ein Unterauftragnehmer für dieses Projekt war.

In anderen Fällen mit Mann als Unterauftragnehmer wurde in der geänderten Anfrage von Mann nur der Betrag des Unterauftrags angegeben, der – wie in einem wichtigen Beispiel in J. Irvings Sanktionsbeschluss angeführt – nur einen winzigen Bruchteil des gesamten Auftrags ausmachte.

In Manns Antworten auf die Befragung vom Juni 2020 hatte er einen Betrag von 9.713.924 $ an nicht finanzierten Zuschüssen in Bezug auf einen Zuschussantrag mit dem Titel „WAter VariabilitiEs Stressors and Sensitivities (WAVESS)“ vom 1.9.2014 angegeben. (Diesen Betrag hatte er damals in seinem Lebenslauf aufgeführt.) In seiner geänderten Antwort vom März 2023 reduzierte Mann die Forderung auf 112.000 $! Der geringere Betrag war der Betrag, der seiner Gruppe an der Penn State zuzurechnen war; der höhere Betrag war der Betrag, der dem gesamten Projekt zuzurechnen war.

Dies wurde in der Verhandlung zu einem Problem, weil Manns Team den Geschworenen in einem Beweisstück die falschen Angaben für Juni 2020 vorlegte. Als die Verteidigung Einspruch gegen das Beweisstück erhob, versicherte Manns Team dem Richter fälschlicherweise, dass es keine wesentlichen Unterschiede zwischen dem Beweisstück und den endgültigen Zahlen gebe. In der Sanktionsverfügung rügte J. Irving Mann und sein Team sowohl dafür, dass sie den Geschworenen die falschen Zahlen vorgelegt hatten, als auch dafür, dass sie den Richter fälschlicherweise über die Gültigkeit der Zahlen beruhigt hatten.

Anhand dieses Beispiels soll der Unterschied zwischen dem Wert des Gesamtauftrags und dem einem Unterauftragnehmer zuzurechnenden Wert aufgezeigt werden. Die Frage ist nun, ob Mann in seiner Berechnung den vollen Wert des Zuschusses (der größtenteils an eine andere Abteilung ging) oder den Betrag, der auf den vermeintlichen Unterauftrag von Mann entfällt, hätte angeben sollen. Wenn letzteres der Fall ist, dann liegt der angemessene Betrag wahrscheinlich eher bei 125.000-150.000 $ und nicht bei 1.885.000 $.

Mann scheint auch ein Unterauftragnehmer für den USAID-Zuschuss von 2006 gewesen zu sein, der den größten Teil des Ausreißers von 2006 ausmachte. In seinem Lebenslauf wurde der Gesamtwert des Zuschusses angegeben und nicht der Wert von Manns Untervertrag.

Climategate, November 2009

Der dritte gegen die Einbeziehung des Jahres 2009 als Vergleichswert sprechende Faktor ist natürlich, dass die Climategate-E-Mails im November 2009 veröffentlicht worden sind, etwa sechs Monate nach den extravaganten ARRA-„Stimulus“-Zuschüssen von 2009.

Am 20. Januar 2010, inmitten der Climategate-Kontroverse wurde Manns Erhalt von Fördergeldern aus dem Jahr 2009 zum Thema eines Leitartikels des Wall Street Journal (Archiv; Link) mit dem Titel [übersetzt] „Michael Mann’s Climate Stimulus: Eine Fallstudie über einen ‚geretteten‘ Arbeitsplatz“.

In dem Leitartikel heißt es, man habe sich wegen der Auszeichnungen für Mann an die NSF gewandt, aber von einer Vertreterin die Auskunft erhalten, dass sie „nichts von einer Diskussion über die Aussetzung oder Änderung der Auszeichnungen für Michael Mann wisse“. Die Stellungnahme schloss mit der Feststellung, dass „Ihre Steuergelder weiterhin einen Klimawissenschaftler finanzieren werden, dessen Hauptbeitrag zur Wissenschaft darin besteht, die Klimawissenschaft zu diskreditieren“.

Die NSF hat diese Auszeichnungen vor dem letztjährigen Klima-E-Mail-Skandal vergeben, aber ein Mitglied des Büros für Gesetzgebung und öffentliche Angelegenheiten sagte uns, dass ihr „keine Diskussion über die Aussetzung oder Änderung der an Michael Mann vergebenen Auszeichnungen“ bekannt sei. Ihre Steuergelder werden also weiterhin einen Klimawissenschaftler finanzieren, dessen wichtigster Beitrag zur Wissenschaft darin besteht, die Klimawissenschaft zu diskreditieren.

Mann hat diesen Leitartikel nicht als einen beitragenden Faktor erwähnt, und die Verteidigung hat ihn auch nicht danach gefragt.

Schlussfolgerung

J. Irving war vernichtend hinsichtlich Manns Untertreibung bei den finanzierten Zuschüssen nach den Simberg-Steyn-Blogs, welche die angebliche „Diskrepanz“ von 2,8 Millionen Dollar auf 2,4 Millionen Dollar reduzierte. Wenn man jedoch den Ausreißer von 2009 ausschließt (aus einem der drei oben genannten Gründe), wird die sogenannte Diskrepanz zwischen den Zuschüssen von 2010-2012 und 2013-2016 beseitigt, wie unten dargestellt. (In der nachstehenden Abbildung ist der geschätzte Wert der Unterverträge von 2006 und 2009 angegeben, aber diese liegen ohnehin außerhalb des hervorgehobenen Zeitraums). Leser, die mit Manns „wissenschaftlicher“ Arbeit vertraut sind, werden von Manns „Nachforschungen“ über seine Zuschüsse nicht überrascht sein.

1. In den Fragebögen stellte Mann die Finanzhilfen nach dem Kalenderjahr des Beginns der Finanzhilfe zusammen. In seinen Nachweisen stellte er fest, dass das Entscheidungsdatum für eine Finanzhilfe mit dem Startdatum 1. September 2012 vor dem 31. Juli lag. Das Datum der Blogs war der 31. Juli 2012. In der Praxis wird die Einstufung nach dem 30. September des Geschäftsjahres der Startdaten der Einstufung nach dem 31. Juli des Geschäftsjahres der Entscheidungsdaten sehr nahe kommen. Im Lebenslauf werden die Finanzhilfen nach dem Kalenderjahr des Startdatums aufgeführt; für die Zwecke dieses Schaubilds sind die Summen für das Steuerjahr und das Kalenderjahr identisch. Etwaige Diskrepanzen ändern nichts an den Schlussfolgerungen.

2. Hier das Histogramm:

3. Das einzige andere Jahr, in dem Manns Zuschüsse 500.000 $ überstiegen, war 2006, in dem Mann als Unterauftragnehmer für einen USAID-Zuschuss mit dem Titel „Climate Change Collective Learning and Observatory Network in Ghana“ tätig war. Siehe hier für ein Profil dieses Programms.

4. Scientific American (Link) stellte am 17. Februar 2010 genau diese Frage: Stimuliert der Recovery Act die Wissenschaft und die Wirtschaft? Sie stellten fest, dass das meiste Geld auf den Bankkonten der Universitäten lag und es nicht gelungen war, die Wirtschaft schnell anzukurbeln, was der vorgebliche Zweck der Gesetzgebung gewesen war.

Link: https://wattsupwiththat.com/2025/04/06/manns-dc-trick/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Über Emissionen und CO₂

Willis Eschenbach

Die hervorragende Riff- und Meeresforscherin Jennifer Marohazy veröffentlichte kürzlich einen Facebook-Beitrag über die fehlenden Auswirkungen der CO₂-Emissionssenkung für 2020 auf die CO₂-Werte in der Atmosphäre. Sie sagt, dies zeige, dass die menschlichen CO₂-Emissionen nur sehr geringe Auswirkungen auf die atmosphärischen CO₂-Werte haben. Ich fürchte jedoch, dass ihre Grafik sehr irreführend ist:

Das Problem ist, dass sie die gesamte Bandbreite von zwei verwandten, aber sehr unterschiedlichen Variablen aufzeigt. Lassen Sie mich versuchen, die Verwirrung zu klären.

Zunächst einmal müssen wir die CO₂-Emissionen in Teile pro Million Volumen (ppmv) CO₂ umrechnen. Dazu müssen wir die Gigatonnen (Milliarden Tonnen) CO₂ durch 8,71 Gigatonnen CO₂-Emissionen pro 1 ppmv Anstieg teilen.

Als nächstes müssen wir die Tatsache berücksichtigen, dass die Erde ständig CO₂ aufnimmt und bindet. Ich finde, dass das folgende Verfahren eine hervorragende Lösung darstellt: Die zugrunde liegende Annahme ist, dass jedes Jahr ein bestimmter kleiner Prozentsatz des „überschüssigen“ CO₂ in der Luft durch natürliche Prozesse gebunden wird, während der Rest der früheren Emissionen in der Luft verbleibt. Was ist „überschüssiges CO₂“? Nun, es ist die Menge, die über einen unbestimmten Ausgangswert hinausgeht, von dem wir annehmen, dass er in der Größenordnung des historischen Wertes von etwa 285 ppmv liegt.

Also habe ich eine Excel-Tabelle erstellt, um mit Solver den Wert des unbekannten Prozentsatzes, der nach der laufenden Sequestrierung verbleibt, sowie den Wert der unbekannten Basislinie zu ermitteln, welche die beste Übereinstimmung mit dem tatsächlichen CO₂ in der Luft ergeben. Man kann meine Tabelle herunterladen, sie ist nur 23 KByte groß. Ich erhalte die folgenden Werte:

Unbekannte Basislinie: beste Lösung = 286.8 ppmv

Da der Anpassungsprozess zu einer sehr großen Bandbreite von Werten hätte führen können, ist dies ein sehr guter Hinweis darauf, dass die atmosphärischen CO₂-Werte tatsächlich mit den menschlichen Emissionen zusammenhängen.

Unbekannter Prozentsatz, der nach der Sequestrierung eines jeden Jahres verbleibt: beste Lösung = 98.1%

Und hier ist das Ergebnis dieser Werte. Zur Erinnerung: Ich berechne die beste Anpassung der menschlichen Emissionen an die tatsächlichen CO₂-Werte in der Luft, indem ich nur zwei angepasste Variablen verwende – die Menge, die nach der jährlichen Sequestrierung verbleibt, und die vorindustrielle Basislinie:.

Zumindest auf meinem Planeten ist das eine sehr gute Anpassung. An allen Punkten liegt sie innerhalb von 1,5 ppmv der Beobachtungen, und das R² der Schätzung und der Beobachtungen beträgt 0,997.

Dazu ein paar Anmerkungen. Erstens ist eine Anpassung von zwei Parametern zwischen Emissionen und CO₂-Konzentration, bei der einer der angepassten Parameter sehr nahe am erwarteten Wert liegt, ein klarer Beweis dafür, dass der Anstieg der CO₂-Konzentration in erster Linie auf menschliche Emissionen zurückzuführen ist.

Ich sage „hauptsächlich“, weil der beobachtete CO₂-Wert sowohl über als auch unter der Schätzung liegt. Ich nehme an, dass dies auf Veränderungen sowohl bei den Emissionen als auch bei den Sequestrationsraten zurückzuführen ist.

Wie man sieht, hat Jennifer Recht, dass die Schätzung für den Zeitpunkt des Einbruchs aufgrund von COVID leicht unter den tatsächlichen Werten liegt. Um wie viel? Der größte Unterschied besteht im Jahr nach COVID, als die Beobachtungen um 0,7 ppmv über dem aus den Emissionen geschätzten Wert liegen.

Das Gleiche gilt jedoch auch für eine Reihe von Zeiträumen in den Aufzeichnungen. Warum macht der COVID-Rückgang keinen großen Unterschied? Aus vier Gründen.

Erstens beträgt die E-Faltungszeit „tau“ für den langsamen Zerfall eines CO₂-Impulses etwa 50 Jahre, so dass jedes Jahr stark von den Vorjahren beeinflusst wird.

Zweitens war der Rückgang der Emissionen gering, nur etwa 5 %. Solche kleinen Veränderungen treten in der gesamten Emissionsgeschichte auf und werden durch den natürlichen Prozess der Sequestrierung geglättet.

Drittens war der Einbruch der Emissionen nur kurz, nur ein Jahr lang, und im darauffolgenden Jahr kehrten die Emissionen wieder auf das normale Niveau zurück.

Viertens sind noch andere Faktoren im Spiel, nämlich Veränderungen bei den natürlichen Emissionen und der Bindung.

Abschließend möchte ich noch die Frage nach der Zeitkonstante „tau“ stellen, die nur 50 Jahre beträgt, während die Wissenschaftler behaupten, dass überschüssiges CO₂ Hunderte von Jahren in der Luft bleibt. Haben sie also recht? Nun … ja … und nein. Überschüssiges CO₂ bleibt, nur nicht sehr viel. Wenn man die oben berechnete jährliche Zerfallsrate von 0,981 zugrunde legt, ergibt sich folgendes Bild für den überschüssigen Kohlenstoff:

Meine besten Wünsche an Jennifer Marohazy, trotz ihrer Behauptungen in diesem einen Fall – sie ist eine äußerst wertvolle und aufschlussreiche Wissenschaftlerin.

Ich befinde mich nicht nur auf den sehr abgelegenen Salomonen in der Nähe des Äquators, nördlich von Australien, wo ich acht wunderbare Jahre lang gearbeitet habe. Ich bin auch in der noch abgelegeneren Westprovinz der Salomonen, kaue Betelnuss mit Limette und Blatt und habe eine tolle Zeit. Außerdem habe ich zum ersten Mal seit drei Wochen wieder vernünftiges Internet. Und warum?

Mein Freund, bei dem ich wohne, hat Starlink. Also für alle Elon-Hasser da draußen: Er hat der Menschheit einen großen Dienst erwiesen.

Link: https://wattsupwiththat.com/2025/04/04/of-emissions-and-CO₂/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Kurzbeiträge zu neuen Forschungsergebnissen – Ausgabe 10 / 2025

Meldung vom 1. April 2025:

Neue Studie unterminiert die Überschwemmungs-Hysterie

Eine neue Studie hat soeben eine zentrale Behauptung des Klimakatastrophen-Narrativs widerlegt: nämlich dass die menschlichen CO₂-Emissionen zu extremeren Überschwemmungen führen.

Anhand von Tausenden Jahren europäischer Hochwasseraufzeichnungen – weit über das begrenzte Zeitfenster moderner Messgeräte hinaus – fanden die Forscher heraus, dass die größten und zerstörerischsten Überschwemmungen vor dem Industriezeitalter stattfanden, als die menschlichen Treibhausgas-Emissionen vernachlässigbar waren.

Die Autoren schreiben: „Wir zeigen, dass das Ausmaß der Überschwemmungen vor dem 20. Jahrhundert deutlich höher war, obwohl der Beitrag des Menschen zu den Treibhausgasen vernachlässigbar ist, was bedeutet, dass die natürliche Variabilität deutlich höher sein könnte als von den Klimamodellierern angenommen“.

In der Studie wurden Hochwasseraufzeichnungen des Rheins, des Severn und der spanischen Flüsse analysiert, wobei von Sedimentschichten bis hin zu historischen Dokumenten alles berücksichtigt wurde. Ergebnis: Höchstwasserstände im 14. Jahrhundert und sogar um 250 v. Chr. waren bis 50 % höher als alles, was in den modernen Aufzeichnungen gemessen worden ist. Mit anderen Worten: Natürliche Klimaschwankungen – und nicht Kohlendioxid-Emissionen – haben in der Vergangenheit die schlimmsten Hochwasserereignisse verursacht.

Dies wirft ein schlechtes Licht auf die von Klimaaktivisten propagierten, von den Medien verbreiteten und von Politikern wiederholten Studien zur Zuordnung von Überschwemmungen. Diese modernen Studien stützen sich auf begrenzte Daten, meist aus den letzten 50 bis 100 Jahren, und gehen von einem direkten Zusammenhang zwischen Niederschlägen und Überschwemmungen aus. Die Realität ist jedoch viel komplexer, wie immer. Das Ausmaß der Überschwemmungen hängt von der Schneeschmelze, der Landnutzung, der Form der Flüsse und anderen Faktoren ab.

Die Forscher fanden auch heraus, dass allgemeine Klimazyklen – wie die nordatlantische Oszillation und langfristige solare Zyklen – die Hauptursachen für extreme Überschwemmungen in Europa sind. Diese Kräfte werden in den Klimamodellen natürlich ignoriert (oder bestenfalls heruntergespielt).

Das ist wichtig. Wenn die Klimamodelle die natürlichen Schwankungen unterschätzen, dann werden die Hochwasserrisiken falsch dargestellt. Der Öffentlichkeit wird erzählt, dass die aktuellen Ereignisse ohne Präzedenzfall sind, obwohl die Geschichte zeigt, dass dies nicht der Fall ist. Das führt zu schlechter Politik, verschwendeten Ressourcen und unnötiger Angst.

Wenn wir eine ehrliche Wissenschaft und einen effektiven Weg in die Zukunft wollen, müssen wir aufhören so zu tun, als hätte das Klima 1980 begonnen. Die Daten sind eindeutig – die schwersten Überschwemmungen fanden lange vor den modernen CO₂-Emissionen statt und wurden ausschließlich durch natürliche Einflüsse verursacht.

Die ganze Studie steht hier [frei zugänglich].

Link: https://electroverse.substack.com/p/ice-storm-cuts-power-to-400000-in?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

—————————–

Meldung vom 2. April 2025:

Temperatur-Historie des Monats April

Das Narrativ von der Klimakrise fällt in sich zusammen, wenn man sich die Daten ansieht – etwa historische Temperaturaufzeichnungen.

Nehmen wir zum Beispiel die hohen Temperaturen im April in den Vereinigten Staaten…

Nach Angaben der NOAA haben 38 US-Bundesstaaten ihre April-Höchsttemperaturen in oder vor 1980 gemessen, 24 dieser Rekorde wurden vor 1950 aufgestellt, 20 vor 1930.

Warum stammt die überwältigende Mehrheit der extremen Hitzerekorde aus dem frühen 20. Jahrhundert – oder sogar aus den 1800er Jahren? Es lohnt sich auch zu fragen: Könnte es sein, dass Trends – stark angepasst, geglättet und modelliert – leichter zu „beeinflussen“ sind als rohe Thermometerwerte? Trends können durch Verfahren der Bildung von Mittelwerten, die Auswahl der Datenstationen oder die Verschiebung der Basislinien beeinflusst werden. Allzeit-Rekorde hingegen sind hartnäckige Fakten – einzelne Punkte in der Zeit, die unangetastet bleiben.

Wenn wir uns wirklich in einem Klimanotstand befänden, würden wir dann nicht erwarten, dass wir in den letzten Jahren eine überwältigende Anzahl von Rekordwerten erleben?

Ich schließe mit einer weiteren unbequemen Realität:

Perverserweise wird diese gute Nachricht nicht gefeiert.

Link: https://electroverse.substack.com/p/vostok-at-73c-heavy-snow-pounds-hits?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

—————————–

Meldungen vom 4. April 2025:

Meeresspiegel lag in der Vergangenheit höher

Eine neue Studie in Global Change Biology zeigt, dass der Meeresspiegel vor 7000 bis 5000 Jahren 2 bis 3 Meter höher lag als heute.

Während dieses natürlichen Hochstands blühten die Korallenriffe im Roten Meer. Doch als der Meeresspiegel allmählich sank, hörte das Riffwachstum an Orten wie Eilat für fast 4000 Jahre vollständig auf. Das lag nicht an Hitzestress oder Kohlenstoffemissionen, sondern daran, dass die Riffe einfach nicht mehr tief genug waren, um sich auszubreiten oder nach oben zu wachsen. Es handelte sich um eine natürliche Begrenzung, verursacht durch die natürliche Verschiebung des Meeresspiegels.

Dies war kein isoliertes Ereignis. Die Studie fand übereinstimmende Muster von Korallenabbrüchen rund um den Globus – vom Great Barrier Reef bis Mexiko – die alle mit einem natürlichen Rückgang des Meeresspiegels vor etwa 4000 bis 2300 Jahren zusammenhängen. An vielen Orten gibt es praktisch keine Korallenfossilien aus dieser Zeit.

Dann, vor etwa 700 Jahren, senkte sich die Küstenlinie durch eine tektonische Verschiebung leicht ab und machte Platz für das erneute Wachstum der Riffe. Die Korallenvielfalt nahm wieder zu, und nach Jahrtausenden tauchten die gleichen Arten wieder auf.

Der Meeresspiegel lag viel höher als heute, so die Erkenntnis. Und die Korallenriffe haben diese Veränderungen überstanden und sich an sie angepasst. Der heutige geringfügige Anstieg des Meeresspiegels könnte den derzeit „gestrandeten“ Riffen sogar helfen, indem er ihnen den nötigen vertikalen Raum verschafft.

Die Vergangenheit erzählt wie immer eine Geschichte der natürlichen Variabilität und der Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen.

[Hervorhebung im Original]

—————————–

Und auch noch dieses Schmankerl:

Unsicher!

Die CAGW-Kabale ist ein unsicherer Haufen – ein wissenschaftlicher Bereich, der das Bedürfnis hat, die Leute zu verfolgen, die ihn in Frage stellen…

Inschrift: Klima-skeptische Tweets: Monatliche Anzahl der Tweets, welche starke Formulierungen bzgl. Klima-Skeptizismus enthalten.

Link: https://electroverse.substack.com/p/stellar-snow-year-at-mt-bachelor?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE