Drei neue Rekonstruktionen von Dürre und Temperatur stützen nicht das Narrativ des Klima-Alarms

Kenneth Richard

Studien aus Zentralchina, Russland und Mitteleuropa zeigen, dass es vor dem Jahr 1900, oder als die CO₂-Konzentration unter 300 ppm lag, genauso viel (oder mehr) Erwärmung und Dürre gab als derzeit.

Eine neue Rekonstruktion der (winterlichen) Tiefsttemperaturen in Zentralchina von 1606 bis 2016 (Jiang et al., 2024) zeigt, dass es im 16. Jahrhundert nur in 9 Jahren (1663-1672) zu Kälteperioden kam, während es im 20. Jahrhundert 71 Jahre mit Kälteperioden gab (1900-1942, 1959-1979, 1985-1994).

Bemerkenswert ist, dass der CO₂-Gehalt während des 16. und 17. Jahrhunderts bei 278 ppm lag, während er in den 1900er Jahren von 290 ppm auf 370 ppm gestiegen ist.

Von 1650 bis 1750 lagen die Wintertemperaturen in Zentralchina um 0,44 °C höher als im 20. Jahrhundert. Die Autoren waren von diesem Temperaturergebnis überrascht, da 1650-1750 in die Zeit der Kleinen Eiszeit fällt.

„Überraschenderweise lag die niedrigste Wintertemperatur im Untersuchungsgebiet zwischen 1650 und 1750 um etwa 0,44 °C höher als im 20. Jahrhundert, was deutlich von der Vorstellung einer „kühleren“ Kleinen Eiszeit in diesem Zeitraum abweicht. Dieses Ergebnis wird durch die Temperaturergebnisse bestätigt, die aus anderen Baumringdaten aus nahe gelegenen Gebieten rekonstruiert wurden, was die Glaubwürdigkeit der Rekonstruktion bestätigt.“

Schließlich ist anzumerken, dass das Jahr 1719 um 1,4°C wärmer war (-3,17°C) als der Durchschnitt von 1961-2016 (-4,57°C).

Eine neue Rekonstruktion der Niederschläge in Mitteleuropa für den Zeitraum 1803-2020 (Nagavciuc et al., 2025) zeigt, dass Dürren in den 1800er Jahren länger und ausgeprägter waren als in den 1900er Jahren, waren doch die 1900er Jahre relativ nass. Nur in einem der jüngsten Zeiträume (2007-2020) herrschte eine extreme Dürre, die jedoch nicht die Schwere der Dürrejahre 1818-1835, 1845-1854 und 1882-1890 übertraf.

„Interessanterweise traten die extremsten Regenperioden im 20. Jahrhundert auf, während die extremsten Trockenperioden im 19. und 21. Jahrhundert verzeichnet worden sind.“

Schließlich deutet eine weitere neue Niederschlags- und Temperatur-Rekonstruktion (Kirdyanov et al., 2024) aus dem russischen Altai-Gebirge auf „stabile sommerliche Temperatursignale“ seit den 1500er Jahren hin, ohne offensichtliche Trendänderungen, die außerhalb des langfristigen Durchschnitts liegen.

Image Source: Kirdyanov et al., 2024

Link: https://notrickszone.com/2025/01/13/3-more-new-drought-and-temperature-reconstructions-do-not-support-the-climate-alarm-narrative/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Auch die Federal Reserve (Fed) zieht sich aus der globalen Klima-Koalition zurück!

Charles Rotter

In den letzten Wochen hat sich die klimapolitische Landschaft deutlich verändert. Institutionen, Regierungen und Unternehmen beginnen, von den ehrgeizigen, aber wirtschaftlich fragwürdigen Klimaverpflichtungen Abstand zu nehmen, die sie im letzten Jahrzehnt eingegangen sind. Zwei wichtige Entwicklungen unterstreichen diesen Rückzug: der Austritt der US-Notenbank aus dem Network of Central Banks and Supervisors for Greening the Financial System (NGFS) und der Rückzug von BlackRock aus der Net Zero Asset Managers-Initiative (NZAM) und die anschließende Aussetzung der Aktivitäten. Diese öffentlichkeitswirksamen Entscheidungen und ähnliche Schritte auf der ganzen Welt deuten auf eine wachsende Einsicht in die wirtschaftlichen Schäden hin, die durch eine kostspielige, unwirksame und überzogene Klimapolitik verursacht werden.

Die Federal Reserve: Kein Klima-Polizist

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat ihren Austritt aus der NGFS bekannt gegeben – einer Koalition von Zentralbanken, die 2017 gegründet wurde, um klimabedingte Risiken in Finanzsystemen zu bekämpfen – und damit einen Schock ausgelöst. Unter Berufung auf ihr begrenztes gesetzliches Mandat stellte die Fed klar, dass sie nicht für die Gestaltung der Klimapolitik zuständig sei. Der Fed-Vorsitzende Jerome Powell hat diesen Punkt wiederholt betont und erklärt, dass Klimafragen in die Zuständigkeit des Kongresses und nicht der Zentralbank fallen.

Die NGFS, die sich das hehre Ziel gesetzt hat, Klimarisiken in die Geldpolitik zu integrieren, hat sich zunehmend politisiert. Seine Verlagerung auf breitere Mandate – im Wesentlichen die Förderung grüner Agenden gegenüber soliden wirtschaftlichen Grundsätzen – kollidiert mit der Verantwortung der Fed für die Wahrung der Geldstabilität. Der Ausstieg erfolgt inmitten einer allgemeinen Skepsis der USA gegenüber klimabezogenen Vorschriften, insbesondere im Finanzsektor, wo deren Potenzial gut dokumentiert ist, Branchen zu stören und Kosten in die Höhe zu treiben.

BlackRock, der Finanz-Superriese, verlässt die Klima-Bühne

BlackRock, der größte Vermögensverwalter der Welt, hat sich kürzlich aus der NZAM zurückgezogen, die daraufhin zusammenbrach. Diese Koalition zielte darauf ab, Finanzinvestitionen auf das nebulöse Ziel auszurichten, Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Der Ausstieg von BlackRock spiegelt jedoch eine umfassendere Realität wider: Diese Klimainitiativen sind nicht nur politisch heikel, sondern auch in keiner Weise mit der finanziellen Leistung und den Kundeninteressen in Einklang zu bringen.

BlackRock sah sich zunehmender Kritik ausgesetzt, insbesondere von republikanisch geführten Bundesstaaten in den USA, weil das Unternehmen ökologischen, sozialen und Governance-Initiativen (ESG) Vorrang vor treuhänderischen Aufgaben einräumte. Florida, Texas und andere Bundesstaaten warfen BlackRock vor, die traditionelle Energiewirtschaft zu untergraben und Ressourcen von wirtschaftlich rentablen Unternehmungen abzuziehen. Tennessee hat BlackRock kürzlich vor Gericht verklagt. Dieser Druck hat einen Dominoeffekt ausgelöst, da auch andere Institutionen ihr Engagement für Netto-Null-Koalitionen überdacht haben.

Konzerne geben ehrgeizige Klima-Versprechen auf

Der Rückzug ist nicht auf die Finanzinstitute beschränkt. In der Unternehmenswelt haben Unternehmen wie BP und Shell ihre grünen Initiativen stillschweigend zurückgeschraubt und der kurzfristigen Rentabilität den Vorrang vor unrealistischen Kohlenstoff-Reduktionszielen eingeräumt. BP hat vor kurzem seine Offshore-Windprojekte aufgegeben, während Shell seine Investitionen in erneuerbare Energien drastisch gekürzt hat. Beide Unternehmen haben eine Rückkehr zu traditionellen Energiequellen signalisiert, da Energiesicherheit und Rentabilität Vorrang vor der Klimapolitik haben, was auf einen grundlegenden Fehler in der Klimapolitik zurückzuführen ist: die Nichtanerkennung wirtschaftlicher Realitäten. Erneuerbare Energien sind nach wie vor stark von Subventionen abhängig, während Öl und Gas – trotz jahrzehntelanger Verteufelung – nach wie vor die Weltwirtschaft antreiben. Der Versuch, fossile Brennstoffe vorzeitig auslaufen zu lassen, ohne sie zu ersetzen, hat sich als katastrophal erwiesen, wofür die Energiekrise in Europa ein krasses Beispiel ist.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Die Kosten eines ehrgeizigen Klimaschutzes: Eine Abrechnung für Regierungen

Die weltweite Abkehr von den Klimaverpflichtungen ist ein Zeichen für die längst überfällige Anerkennung der tatsächlichen Kosten dieser Politik. Länder, die enthusiastisch Netto-Null-Ziele verfolgten, haben nun mit steigenden Energiepreisen, schwächelnden Volkswirtschaften und öffentlicher Unzufriedenheit zu kämpfen. Deutschland, das einst als Vorreiter in Sachen grüner Energie gepriesen wurde, sieht sich mit explodierenden Stromkosten und Industrieflucht konfrontiert, da energieintensive Industrien in günstigere Regionen abwandern. In ähnlicher Weise hat die Klimapolitik der britischen Regierung den Zorn sowohl von Unternehmen als auch von Haushalten auf sich gezogen, die durch steigende Lebenshaltungskosten belastet sind.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Die USA sind gegen diese Auswirkungen nicht immun. Ein Bericht des Congressional Budget Office schätzt, dass die im Rahmen des Inflation Reduction Act beschlossenen Subventionen für saubere Energie in den nächsten zehn Jahren 825 Milliarden Dollar kosten werden – ein schwindelerregendes Preisschild für Maßnahmen, die wahrscheinlich keine nennenswerte Senkung der globalen Temperaturen bewirken werden. Diese Kosten wirken sich unverhältnismäßig stark auf Haushalte der Arbeiterklasse aus, muss diese doch die Hauptlast der höheren Energierechnungen und der Inflation tragen.

Im Mittelpunkt dieses Wandels steht die Erkenntnis, dass die Klimapolitik zu einer kostspieligen Übung in Tugendhaftigkeit verkommen ist. Sie verlangen enorme wirtschaftliche Opfer, ohne dass die Auswirkungen auf die globalen Temperaturen messbar sind. Schlimmer noch, diese Maßnahmen verschärfen oft bestehende Probleme wie Energieunsicherheit, Unterbrechungen der Versorgungskette und Inflation.

Darüber hinaus hat die Politisierung der Klimawissenschaft und -politik den Widerstand angeheizt. Institutionen und Regierungen stellen zunehmend in Frage, ob es sinnvoll ist, sich mit Initiativen zu verbünden, die ideologischen Zielen Vorrang vor wirtschaftlichen und praktischen Erwägungen einräumen. Wie der Ausstieg der US-Notenbank aus dem NGFS zeigt, können es sich mit spezifischen Aufgaben betraute Organisationen nicht leisten, sich von klimabezogenen Bestrebungen außerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs ablenken zu lassen.

Der richtige Weg nach vorn: Ein pragmatischer Ansatz für Energie und Politik

Das Zerbrechen dieser großen Klimakoalitionen bietet die Gelegenheit, die Prioritäten neu zu bewerten. Die Weltwirtschaft braucht eine Energiepolitik, die sich an der Realität orientiert – und nicht an utopischen Idealen. Die politischen Entscheidungsträger sollten auf weitreichende Vorschriften verzichten und sich stattdessen auf die Gewährleistung von Energiezuverlässigkeit, Erschwinglichkeit und Innovation konzentrieren.

Letztlich unterstreicht der Rückzug aus der Klimapolitik eine unbequeme Wahrheit: Die entsprechenden Initiativen sind teuer, ineffektiv und zunehmend nicht nachhaltig. Die Finanz- und Unternehmenswelt wird sich dieser Realität bewusst, und die breite Öffentlichkeit ist nicht weit davon entfernt. Es ist zu hoffen, dass immer mehr Institutionen vom Klimazug abspringen und dies den Beginn eines rationaleren, wirtschaftlich vernünftigen Ansatzes für Energie- und Umweltprobleme markiert.

Link: https://wattsupwiththat.com/2025/01/19/federal-reserve-withdraws-from-global-climate-coalition/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Ist die Panik bzgl. Anstiegs des Meeresspiegels abgesagt?

Kip Hansen

Die Eisschmelze in der Antarktis ist seit mehr als einem Jahrzehnt ein ständiger wissenschaftlicher Streitpunkt. Seltsamerweise sind die streitenden Parteien alle in der gleichen US-Bundesbehörde angesiedelt. Ein Krieg, bei dem es um Papiersalven zwischen dem GRACE-Eismassenteam der NASA und H. Jay Zwally und seinem Team ging.

Hintergrund:

Auf der aktuellen NASA-Webseite „Vital Signs of the Planet“ [NASA-Propagandaseite zur Klimakrise] für die Eisschilde steht diese Nachricht fettgedruckt im oberen Drittel der Seite:

Im Jahr 2021 schrieb ich über dieses Thema in Antarctic Ice Mass – Alternate Sources (Antarktische Eismasse – alternative Quellen), in dem diese beiden kontrastierenden Bilder gezeigt wurden (allerdings nicht zusammen):

Hier ist die heutige Grafik der Vital Signs Antarctic Ice Sheets:

Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass sowohl das GRACE-Eismassenteam der NASA als auch Zwally et al. die gleichen Datensätze verwenden, um ihre Schätzungen der Verluste und Gewinne zu ermitteln. Die unterschiedlichen Ergebnisse sind dann ein Hinweis auf die unterschiedlichen Ansätze zur Interpretation dieser Daten, die auch Verzerrungen enthalten können.

Climate.gov der NASA stimmt mit Zwally et al. noch nicht ganz überein. Aber die Vital Signs-Grafik bezieht sich auf die „Antarktische Eismasse in Gts“ … und diese Gesamteismasse ist seit der Jahrhundertwende gleichbleibend, mit großen Schwankungen.

Vergleichen Sie Zwallys Schätzung für 2021 von -12 GT pro Jahr mit der GRACE-Zahl von -137 GT pro Jahr (in der Grafik mit zwei Feldern, rechts). Zwallys Schätzung läuft bis Ende 2016.

Denken Sie nicht einen Moment lang, dass Jay Zwally ein Spinner am Rande der NASA ist – er ist einer ihrer besten Flugwissenschaftler und leitete 2003 die ICESat-Mission. Er hielt einen der berühmten MANIAC-Vorträge der NASA im Jahr 2019. Und er hat nachdrücklich erklärt, dass seine Arbeit über die antarktische Eismasse keine Ablehnung der Klimawissenschaft darstellt – sie ist lediglich ein solider Beweis dafür, dass die antarktische Eismasse nicht so stark abnimmt, wie das Klimakrisenteam behauptet. (Man könnte zu Recht fragen, warum die Macher der Seite Vital Signs Ice Sheets seine Ergebnisse nicht neben denen des GRACE-Teams präsentieren).

Was ist also neu?

Die Neuigkeit ist, dass einige clevere Wissenschaftler – Collin M. Schohn, Neal R. Iverson, Lucas K. Zoe , Jacob R. Fowler und Natasha Morgan-Witts – beschlossen hatten, dass sie, anstatt blind den seit langem bestehenden Formeln für den Gletschereisfluss zu folgen, vielleicht anhand echter Experimente herausfinden sollten, ob diese Formeln tatsächlich das reflektieren, was im physikalischen Universum passiert, wo Gletscher, Eis unter Druck, fließen und schmelzen. Dafür haben sie zehn Jahre gebraucht.

Die Geschichte wird in diesem Artikel von SciTechDaily behandelt: Gletscherexperten entdecken entscheidenden Fehler in Vorhersagen zum Anstieg des Meeresspiegels.

Offenlegung: Ich bin kein Glaziologe. Ich weiß so gut wie nichts über die Physik des unter Druck schmelzenden Eises. Daher berichte ich nur, was SciTechDaily sagt.

Bei dem Artikel handelt es sich um eine Pressemitteilung der Iowa State University (die Nebenzeile ist von ihr). Darin steht:

„Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass das Eis der Gletscher der gemäßigten Breiten gleichmäßiger fließt als bisher angenommen, was zu niedrigeren Prognosen für den Anstieg des Meeresspiegels führt.

Neal Iverson begann mit zwei Lektionen in Eisphysik, als er gebeten wurde, eine Forschungsarbeit über den Eisfluss von Gletschern zu beschreiben, die gerade in der Zeitschrift Science veröffentlicht worden ist.

Erstens, so der emeritierte Professor der Abteilung für Erde, Atmosphäre und Klima der Iowa State University, gibt es verschiedene Arten von Eis in Gletschern. Teile von Gletschern haben ihre Druckschmelztemperatur und sind weich und wässrig.

Dieses moderate Eis ist wie ein Eiswürfel, der auf einem Küchentisch liegt, wobei sich das Schmelzwasser zwischen dem Eis und der Arbeitsplatte sammelt, sagte er. Moderates Eis ist schwer zu untersuchen und zu charakterisieren.

Zweitens haben andere Teile der Gletscher kaltes, hartes Eis, wie ein Eiswürfel, der noch im Gefrierschrank liegt. Dies ist die Art von Eis, die normalerweise untersucht und als Grundlage für Gletscherströmungsmodelle und -vorhersagen verwendet wird.

Die neue Forschungsarbeit befasst sich mit ersterem“, so Iverson, Mitautor der Arbeit und Projektleiter.

In der Pressemitteilung geht es um Iverson’s neue Arbeit „Linear-viscous flow of temperate ice“ (Schohn et al. 2025). (mit Bezahlschranke).

„Die Studie beschreibt Laborexperimente und die daraus resultierenden Daten, die darauf hindeuten, dass ein Standardwert innerhalb der „empirischen Grundlage der Gletscherflussmodellierung“ – eine Gleichung, die als Glen’s flow law bekannt ist, benannt nach dem verstorbenen John W. Glen, einem britischen Eisphysiker – für moderates Eis geändert werden sollte. … Der neue Wert, der im Fließgesetz verwendet wird, „wird tendenziell eine Zunahme der Fließgeschwindigkeit vorhersagen, die als Reaktion auf die erhöhten Belastungen, die durch die Schrumpfung des Eisschildes im Zuge der Klimaerwärmung verursacht werden, viel geringer ist“, so Iverson. Das würde bedeuten, dass die Modelle weniger Gletscherfluss in die Ozeane zeigen und einen geringeren Anstieg des Meeresspiegels vorhersagen.

Wie viel weniger? Ich kann die Studie nicht lesen, also weiß ich es nicht. [Wenn jemand Zugang zu der Studie hat, hätte ich gerne eine Kopie].

Aber hier ist Iversons Skizze der Versuchsausrüstung, die sich alle in einem temperaturgeregelten Gefrierschrank befanden:

In der Presseerklärung heißt es weiter:

„Zurücksetzen von ↑n auf 1,0

Das Glen’sche Fließgesetz wird wie folgt geschrieben: ε ̇ = Aτ↑n.

Die Gleichung setzt die Eisspannung τ in Beziehung zur Verformungsgeschwindigkeit ε ̇, wobei A eine Konstante für eine bestimmte Eistemperatur ist. Die Ergebnisse der neuen Experimente zeigen, dass der Wert des Spannungsexponenten ↑n bei 1,0 liegt und nicht bei dem üblicherweise angenommenen Wert von 3 oder 4.

Die Autoren schrieben: „Für Generationen, basierend auf Glens ursprünglichen Experimenten und vielen nachfolgenden Experimenten, meist auf kaltem Eis (-2 Grad C und kälter), wurde der Wert des Spannungsexponenten ↑n in Modellen auf 3,0 festgelegt.“ (Sie schrieben auch, dass andere Studien über das „kalte Eis der Eisschilde“ ↑n noch höher angesetzt haben, nämlich bei 4,0.)“

Die meisten von uns möchten vielleicht im Wiki nach einer Erklärung des Glen’schen Strömungsgesetzes suchen. Der Schlüssel ist, dass der Exponent ↑n genau das ist: ein Exponent und nicht einfach ein Multiplikator. Daher macht die Aufforderung, den Exponenten auf „1“ zu setzen, einen ziemlich großen Unterschied.

Unter dem Strich:

Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass das Eis der moderaten Gletscher im Gegensatz zu unseren bisherigen Erkenntnissen gleichmäßiger, linearer und nicht exponentiell fließt, was zu weitaus niedrigeren Prognosen für den künftigen Meeresspiegelanstieg aufgrund der Gletscherschmelze in Grönland und der Antarktis führt.

# # # # #

Kommentar des Autors:

Man muss eine Gruppe bewundern, die zehn Jahre lang an allen Fehlschlägen und Entwicklungen arbeitet, um etwas herauszufinden, das der realen Wahrheit über etwas so schwer zu Messendes wie den „Gletschereisfluss“ – das Fließen von Eis unter enormem Druck – und die stattfindende Schmelze näher kommt.

Hoffentlich werden die Ergebnisse in bessere, vernünftigere und weniger hysterische Prognosen über den künftigen Anstieg des Meeresspiegels einfließen, der sich aus dem Abschmelzen des Gletschereises von Grönland und der Antarktis ergeben könnte.

Links: https://wattsupwiththat.com/2025/01/16/sea-level-rise-panic-cancelled/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




„Unbequeme Wahrheiten” über Wasserkraft

Dr. Lars Schernikau

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Inhalt

  1. Wasserkraft: Eine Geschichte

  2. Stromerzeugung aus Wasserkraft, Zuverlässigkeit und die „Energiewende“

  3. Klima?… Rohstoffe, Landnutzung, Biodiversität und mehr

  4. Zusammenfassung

Quellenangaben (hier finden Sie alle im Artikel genannten Links und Quellen)

Während sich die nördliche Hemisphäre Ende 2024 abgekühlt und verdunkelt hat und die Schneehöhen in vielen Teilen Russlands, Kanadas, Koreas [1], der USA und anderen Teilen der Welt neue Höchstwerte erreichten, stellten sich mehr und mehr Menschen die Frage nach einer zuverlässigen Stromversorgung.

Die berühmte deutsche „Dunkelflaute“ im November und Dezember 2024 hat den Menschen vor Augen geführt, dass Wind- und Sonnenenergie vielleicht nicht die beste Idee sind, um uns durch den Winter zu bringen… aber sind „saubere“ Wasserkraft und Pumpspeicher die Lösung?

Wasserkraft, ist elektrische Energie erzeugt aus natürlichem, fließendem Flusswasser, wird seit Jahrhunderten genutzt und ist eine der ältesten und größten Formen „erneuerbarer“ Energie. Wasserkraft ist natürlich, verschmutzt die Luft nicht und hinterlässt keine besorgniserregenden Abfälle.

In einer von Experten begutachteten Studie [2] über Wasserkraft heißt es jedoch: „Die Wasserkraft ist derzeit die größte erneuerbare Stromquelle, aber ihr Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels ist noch nicht vollständig bekannt.“

„Erneuerbare“ Energie aus Wasser scheint somit nicht so ‚grün‘ zu sein, wie uns gesagt wird, warum?

Lassen wir uns die Ursprünge und die derzeitige Nutzung der Wasserkraft, ihre Bedeutung für unser globales Stromsystem und die Auswirkungen auf die Umwelt genauer betrachten.

Wie immer sind die Umstände nicht so einfach und „sauber“, wie sie scheinen. Hinweis: Im Gegensatz zu Wind- und Solarenergie unterstütze ich die Entwicklung und Nutzung der Wasserkraft trotz der damit verbundenen Herausforderungen voll und ganz.

Ich fasse für diejenigen zusammen, die es auf den Punkt bringen wollen:

  1. Die Wasserkraft ist mit einem Anteil von fast 15 % an der weltweiten Stromerzeugung wichtig, aber ihr künftiger Ausbau ist begrenzt, da die geeigneten Flüsse weitgehend aufgebraucht sind und Wasserknappheit eine Herausforderung bleibt.
  2. Die Wasserkraft ist wetterabhängig und daher NICHT zuverlässig, da sich Wasserstand und Verfügbarkeit je nach Wetterlage ändern. Aber die Zuverlässigkeit der Wasserkraft ist viel höher und ihre Leistung ist besser vorhersehbar als die von Wind- oder Solarenergie… Ich würde Wasserkraft nicht als „intermittierend“ bezeichnen.
  3. Die Wasserkraft hat schwerwiegende Auswirkungen auf die Umwelt, sie ist NICHT „Netto-Null“ oder „grün“, sie hat Auswirkungen auf die Landnutzung, die Flora und Fauna und damit auf die biologische Diversität. Für ihren Bau werden große Mengen an Rohstoffen und Energie benötigt.
    • In Bezug auf das „Klima“ scheint Wasserkraft etwa „halb so schädlich“ wie Kohle oder Gas zu sein, wenn man das Erderwärmungspotenzial über 20 Jahre betrachtet.

1. Wasserkraft: Eine Geschichte

Seit Jahrtausenden nutzt der Mensch Wasser in vielen Formen. Vor mehr als 2.000 Jahren setzten die Griechen Wasserräder ein, um Weizen zu Mehl zu mahlen, während die Ägypter im dritten Jahrhundert v. Chr. archimedische Wasserschrauben zur Bewässerung einsetzten. Innovationen in der Nutzung der Wasserkraft kamen auch in China während der Han-Dynastie zwischen 202 v. Chr. und 9 n. Chr. auf [3].

Die Entwicklung der modernen Wasserkraftturbinen begann Mitte des 17. Jahrhunderts mit dem französischen Wasserbau- und Militäringenieur Bernard Forest de Bélidor, der die bahnbrechende Architecture Hydraulique verfasste. Im Jahr 1849 entwickelte der britisch-amerikanische Ingenieur James Francis die erste moderne Wasserturbine, die so genannte Francis-Turbine, die bis heute die weltweit am häufigsten eingesetzte Wasserturbine ist. Das weltweit erste hydroelektrische Projekt wurde 1878 für den Betrieb einer einzigen Lampe im Landhaus Cragside in Northumberland, England, genutzt [3].

Weltweit gibt es geschätzt 60.000 bis 70.000 Wasserkraftwerke (HPPs), wobei es sich nur um Anlagen mit einer Leistung von über 75 MW handelt [4]. Allein in Europa sind etwa 21.000 Wasserkraftwerke in Betrieb und weitere 8.500 geplant, von denen viele kleinere Anlagen sind.

Die Wasserkraft ist heute die größte Quelle für „erneuerbare“ Elektrizität, direkt gefolgt von der Solarenergie. 1,4 TW der weltweit installierten Wasserkapazität im Jahr 2023 erzeugten im vergangenen Jahr etwa 4.400 TWh oder 16 % des weltweiten Stroms. Zum Vergleich: 2 TW an Kohlekapazität erzeugten über 10.000 TWh oder etwa 36 % des weltweiten Stroms. Zur Erinnerung: Strom ist nur ein Bruchteil der Gesamtenergie, die wir verbrauchen und die 40 % der Primärenergie ausmacht; wir sprechen hier wirklich nur von Elektrizität = Strom.

Abbildung 2 verdeutlicht die Erzeugungskapazität der Wasserkraft im Vergleich zur geplanten Wind- und Solarstromerzeugung. Der Anteil der Pumpspeicherkraft an der gesamten installierten Wasserkraftkapazität beträgt etwa 1/7 (13 %), der Großteil entfällt auf konventionelle Wasserkraftwerke wie Staudämme oder Flussturbinen.

Neue Kapazitäten werden durch die verfügbare Flussmenge und Umweltbelange begrenzt, so dass die Welt nicht damit rechnet, dass noch viel mehr neue Wasserkraftwerke ans Netz gehen werden.

Einige Länder sind reicher an Wasserkraft als andere. Norwegen (85+% des Stroms), Island (~75%), Brasilien (~65%) und Kanada (~60%) sind einige der bekanntesten Länder, die durch natürliche Wasserströme bereichert sind und im Vergleich zu ihrer Landmasse relativ kleine Bevölkerungen und Industrien bedienen.

Abbildung 1: Francis Turbine (basierend auf kostenlosen Bildern von Shutterstock)

Abbildung 2: Globale Stromerzeugungskapazität aus Sonnen-, Wind-, Wasser- und Bioenergie auf dem „Netto-Null“-Pfad der IEA; Quelle IEA [5]

Abbildung 3: Der Schweizer Stausee Grande Dixence

2. Stromerzeugung aus Wasserkraft, Zuverlässigkeit und die „Energiewende“

Wasserkraft schwankt stark und ist – für viele Europäer überraschend – unzuverlässig. Zur Darstellung der Schwankungen und der Wetterabhängigkeit der Wasserkrafterzeugung hat BloombergNEF kürzlich bestätigt, dass die Wasserkraft im Jahr 2022 135 TWh mehr als im Vorjahr und im Jahr 2023 über 50 TWh weniger erzeugen wird. Diese Zahlen erscheinen gering im Vergleich zur globalen Wasserkrafterzeugung von 4.400 TWh, aber man sollte die Auswirkungen nicht unterschätzen (Abbildung 3). Diese Veränderungen werden durch unterschiedliche Flussläufe, Niederschläge und Temperaturen verursacht.

  • Zu Information, über sich ändernde Niederschläge und ihre Ursachen: Kapitel 12 des IPCC AR6 stützt sich auf den konventionellen Ansatz des IPCC zur Erkennung und Zuordnung von Wetterereignissen zum „menschlich verursachten Klimawandel“ und scheint Studien zur Zuordnung [attribution] von Ereignissen in einem Satz abzulehnen bzw. wenigstens in Frage zu stellen:
  • „Die Nützlichkeit oder Anwendbarkeit der verfügbaren Methoden zur Zuordnung [attribution] von Extremereignissen für die Bewertung von klimabezogenen Risiken bleibt umstritten.“ [5]

Ein weiteres Beispiel: In den ersten fünf Monaten des Jahres 2024 war die Stromerzeugung aus Wasserkraft in Vietnam um mehr als 20 % niedriger als im Vorjahr. Solche Schwankungen sind weltweit bekannt, wie Sie der nachstehenden Abbildung entnehmen können, und bedeuten eindeutig, dass man die Zuverlässigkeit der Wasserkraft niemals mit der eines Wärme- oder Kernkraftwerks vergleichen kann. Der natürliche Kapazitätsfaktor der meisten Wasserkraftwerke liegt unter 80 %, während derjenige von Wärmekraftwerken bei nahezu 100 % liegt. Die Auslastung von Wasserkraftwerken kann sehr hoch sein, aber Auslastung ist nicht gleich natürlicher Kapazitätsfaktor. Weitere Einzelheiten zu diesem Thema finden Sie in meinem Blogbeitrag über den natürlichen Kapazitätsfaktor.

Wasserkraft gilt als „erneuerbar“, weil der „Brennstoff“ natürlich vorkommendes Wasser ist. Wenn es um die „Klimadiskussion“ geht, wird Wasserkraft in allen großen „Dekarbonisierungsstudien“ als „Netto-Null“ betrachtet, genau wie Wind, Sonne und sogar Biomasse. Dies ist eindeutig ein Fehler, wie im nächsten Abschnitt erläutert wird.

Über Wasserkraft und Pumpspeicherung als Backup: Bei der Pumpspeicherung wird mit Hilfe von Elektrizität Wasser in einen Stausee gepumpt und später bei Bedarf zur Stromerzeugung wieder freigegeben. Natürlich erfordert die Pumpspeicherung den Zugang zu Bergregionen, die weit von großen Städten wie New York, Washington, Chicago, Peking, Moskau, London, Paris, Warschau oder Berlin entfernt sind

Das norwegische Wasserkraftsystem wird weithin als Backup für die deutschen und europäischen „erneuerbaren“ Energiesysteme diskutiert. Norwegens „Wasserkraftwerk“ ist eines der besten der Welt mit einer Energiespeicherkapazität von fast 90 TWh, verglichen mit einer jährlichen Gesamtstromproduktion von fast 140 TWh, was fast dem gesamten Stromverbrauch Norwegens entspricht (NVE-Bericht 2021). Diese Zahlen zeigen, dass die Niederschläge jährlich etwa 50 TWh auffüllen müssen. Die Wasserkraftreserve selbst schwankt von Jahr zu Jahr um 60 TWh, so dass die Nettoexportkapazität Norwegens leicht auf Null sinken kann.

Weder Deutschland noch Europa könnten sich auf Norwegen als Backup verlassen, selbst wenn das gesamte Wasserkraftsystem für das deutsche oder europäische Backup bestimmt wäre und nichts nach Norwegen selbst gehen würde. Wann werden deutsche Politiker und Energieplaner das verstehen?

Würde Norwegen oder ein anderes wasserreiches Land seinen wertvollen Strom freiwillig an die Nachbarländer verschenken? Die Financial Times [7] hatte die Antwort bereits parat und schrieb Anfang des Monats über Norwegens Energieminister Terje Aasland: Norway campaigns to cut energy links to Europe as power prices soar…country’s energy minister describes ‚shit situation‘ as domestic prices hit highest level since 2009“.

(frei übersetzt: Norwegen kämpft für eine Kürzung der Stromverbindungen zu Europa, da die Strompreise in die Höhe schießen … Der norwegische Energieminister spricht von einer „beschissenen Situation“, da die Inlandspreise den höchsten Stand seit 2009 erreicht haben)

Letztes Jahr hat Herr Aasland bereits vorsorglich klargestellt: “We are looking at how to limit exports in situations where reservoir filling becomes critically low. Then we must secure enough power for our national consumption” and Norway Will Curb Power Exports If Home Supplies Are at Risk [7]

(frei übersetzt „Wir prüfen, wie wir die Exporte in Situationen begrenzen können, in denen die Füllung der Reservoirs kritisch niedrig wird. Dann müssen wir genügend Strom für unseren nationalen Verbrauch sichern“ und Norwegen wird Stromexporte drosseln, wenn die heimische Versorgung gefährdet ist” [7]

Abbildung 4: Quelle: IEA Electricity Report, Jul 2024, basierend auf dem National Bureau of Statistics of China [8]

3. Klima?… Rohstoffe, Landnutzung, Biodiversität und mehr

Kommen wir nun zum Kern der Sache: Wie gut oder schlecht ist die Wasserkraft wirklich für die Umwelt? Nun, ich persönlich würde sagen, sie ist eine erstaunliche Energiequelle mit begrenzten Auswirkungen auf die Umwelt, wenn und nur wenn sie vernünftig und nur dort eingesetzt wird, wo sie wirklich geeignet ist. Es liegt auf der Hand, dass ein „blindes Drängen“ auf möglichst viel Wasserkraft zur „Rettung des Klimas“ mehr Schaden als Nutzen bringt.

Ein positives Beispiel für die Wasserkraft. Wir untersuchen die Möglichkeit, in ungenutzten, völlig menschenleeren Gebieten im südlichen Afrika mit Flussläufen kleine Wasserturbinen einzusetzen, die eine netzunabhängige Stromversorgung für die Datenverarbeitung (KI oder sogar Bitcoin-Mining) sicherstellen können. Hier wird niemand geschädigt, es ist netzunabhängig, d. h. wir nehmen niemandem die „grüne Energie“ weg, und es ist einfach, wirtschaftlich effizient und sicher, ohne den natürlichen Lebensraum zu verändern

Um einen Eindruck von den „unbestrittenen“ Problemen im Zusammenhang mit der Wasserkraft zu vermitteln, wollen wir uns kurz mit den Rohstoffen, dem „Klima“, den Ökosystemen, dem Fischsterben und den Energieunfällen befassen.

Rohstoffe: Es wird Sie vermutlich nicht überraschen, dass für den Bau großer Staudämme enorme Mengen an Zement benötigt werden … aber wie sieht es im Vergleich zu anderen Quellen für zuverlässige und weniger zuverlässige Elektrizität aus? Das Amerikanische Energieministerium hat dies untersucht und ist zu dem folgenden Vergleich gekommen, der viele überraschen dürfte.

Abbildung 5: Rohstoffverbrauch für Wasserkraft und andere Formen der Stromerzeugung

Quelle: Ministerium für Energie, Einzelheiten unter www.unpopular-truth.com/graphs

“Klima“: Interessanterweise ist die tatsächliche „Klimawirkung“ eines Stausees der Unterschied zwischen den Treibhausgasemissionen vor und nach der Flutung [9].

Die Emissionen von Wasserkraftwerksstauseen entstehen durch die Zersetzung von organischem Material, das entweder beim Bau des Stausees geflutet wurde, durch Flussabflüsse in den Stausee gelangt ist, im Stausee gewachsen ist, z. B. durch Algenproduktion, Stämme von abgestorbenen Bäumen, die aus dem Wasser ragen, oder in neu angelegten Sümpfen im Absenkungsbereich gewachsen ist.

Neben den Stauseen gibt es noch andere Ökosysteme, die den Fluss von Treibhausgasen (THG) beeinflussen. Während Flüsse und Seen Treibhausgase emittieren, binden Wälder, Torfmoore und Feuchtgebiete diese eher [10].

Der IPCC (Abbildung unten) schätzt die Lebenszyklusemissionen der Wasserkraft am oberen Ende bis auf das Doppelte der Kohleemissionen!

Abbildung 6: Der IPCC gibt für die Wasserkraft einen sehr großen Lebenszyklus-Emissionsbereich an… am oberen Ende mehr als doppelt so hoch wie bei Kohle [10]

Logischerweise setzen Wasserkraftwerke mit Speicheranlagen tendenziell mehr „Emissionen“ frei als Laufwasserkraftwerke. Es gibt keine „Netto-Null“-Auswirkungen von Pumpspeicherkraftwerken zur Unterstützung von intermittierendem Wind- und Sonnenstrom.

Eine weitere Studie von Fearnside 2016 [15] führte aus: „Die Berechnungen wurden für 18 geplante oder im Bau befindliche Staudämme im brasilianischen Amazonasgebiet durchgeführt und zeigen, dass die Emissionen von Staudämmen mit Speicherkraftwerken die Emissionen der Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen übersteigen würden.“ 

Ökosysteme: Wasserkraft in großem Maßstab hat schwerwiegende Auswirkungen auf Süßwasserökosysteme und verändert die Ökosystemleistungen natürlicher Flüsse. In Europa betrifft sie eines der am stärksten geschädigten Ökosysteme, denn nur 40 % der Oberflächengewässer befinden sich in einem gesunden ökologischen Zustand. Über 80 „grüne“ Umweltorganisationen schrieben an die EU: „Auf neue Wasserkraft zu setzen, um den Ausbau der erneuerbaren Energien in Europa zu beschleunigen, ist unverantwortlich.“ [11]

Fischsterblichkeit: Eine der wenigen umfassenden Studien zur Fischsterblichkeit wurde von Radinger et al. 2021 [13] durchgeführt. Sie fanden heraus, dass im Durchschnitt über 20 % der vorbeiziehenden Fische an den Turbinen der Wasserkraftwerke sterben. Für den wissenschaftlich interessierten Leser liegt der gemessene Durchschnitt bei 22,3 % mit einem 95%-igen Konfidenzintervall von 17,5-26,7 %.

Die Autoren kommen in ihrer Studie zu dem Schluss: „Wir argumentieren, dass es bei derartigen Interessenkonflikten schwierig ist, sich auf tolerierbare [Fisch-]Sterblichkeitsraten zu einigen, und dass die Beteiligten Aspekte des Tierschutzes, der Populationsökologie und der Erhaltung der biologischen Diversität, aber auch die Wirtschaftlichkeit der Wasserkraft, die Umweltpolitik und die gesellschaftliche Akzeptanz berücksichtigen müssen.“

Energieunfälle: Kim et al. 2021 [12] untersuchten die weltweiten Energieunfälle und stellten fest, dass Wind- und Wasserkraftwerke bei einer Normalisierung der erzeugten Elektrizität eindeutig die meisten Todesopfer pro erzeugter Energieeinheit verursachen.

Wenn ich über diese Todesstatistik mit Energiefachleuten spreche, dann können sie es oft nicht glauben. Ich bitte nur folgendes zu beachten

  • Grosse Dämme dürfen eigentlich nie kaputtgehen, denn wenn sie es tun, dann gibt es ein Unglück. Die grossen bekannten Unglücke sind z.b. 2023 Derna Dam Failure in Libyien mit 20.000 Toten, oder das 1979 Banqiao Dam Failure in China mit bis zu 200.000 Toten
  • Dämme halten oft für tausende von Jahren und können eigentlich nie zurückgebaut werden wie ein Kernkraftwerk, das wird beim Bau oft vergessen. Grosse Dammbauten sind wie die Pyramiden, sie halten fast ewig
  • Bryan Layland aus Neuseeland und das normale Internet sind gute Quellen zum Nachlesen [Mehr Details unter 16]

Abbildung 7: Todesopfer normalisiert nach Stromerzeugung (MTOE) Quelle: Kim et al 2021, [9]

Das grüne Image der Wasserkraft als gutartige Alternative zu fossilen Brennstoffen ist falsch, sagt Éric Duchemin, Berater des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC) “Everyone thinks hydro is very clean, but this is not the case”  [10]

(„Jeder denkt, Wasserkraft sei sehr sauber, aber das ist nicht der Fall“ [10].)

Abbildung 8: Ausgewählte Fischsterblichkeit durch Wasserturbinen (Radinger et al 2021) [13]

4. Zusammenfassung

Wenn sie verantwortungsvoll entwickelt wird, ist die Wasserkraft von Vorteil, aber sowohl die Wasserkraft aus Flüssen als auch Dammlanlagen haben viele wirtschaftliche und ökologische Probleme. Wasserkraft ist NICHT zuverlässig, und in weiten Teilen der Welt gibt es erhebliche Schwankungen bei den Flussläufen, was die Wasserkraft saisonal und von Jahr zu Jahr unberechenbar macht. Diese Unvorhersehbarkeit ist jedoch nur ein Bruchteil der Schwankungen, die bei Wind- und Solarenergie innerhalb eines Tages auftreten. Aus diesem Grund ist die Wasserkraft meiner Meinung nach wirtschaftlich wünschenswert.

Die Wasserkraft hat einen großen Rohstoff-Fußabdruck, eine erhebliche Auswirkung auf die Treibhausgase und vor allem negative Auswirkungen auf die biologische Diversität und die Fische.

Auch die menschliche Sterblichkeit im Verhältnis zur erzeugten Elektrizität scheint sehr hoch zu sein.

Ich bin immer noch der Meinung, dass Wasserkraft ökologisch „akzeptabel“ ist, solange sie bewusst und nicht „blind“ entwickelt und betrieben wird.

Die Behauptung, dass Wasserkraft „netto null“ ist, ist jedoch nicht nur unrealistisch, sondern schlichtweg falsch. Die meisten großen Studien gehen fälschlicherweise davon aus, dass die Auswirkungen der Wasserkraft auf die Treibhausgase gleich Null sind (wie auch bei Wind- und Sonnenenergie). Sollten wir nicht ehrlich zu uns selbst sein?

Das Klimaportal des MIT [14] schreibt zutreffend:Große Staudämme sind mit einer Reihe sozialer und ökologischer Bedenken verbunden und fährt fort: “There’s still room for hydro to grow, but most countries will not build out as much hydropower as they theoretically could—and that may be for the best.

(frei übersetzt „Es gibt immer noch Raum für ein Wachstum der Wasserkraft, aber die meisten Länder werden nicht so viel Wasserkraft ausbauen, wie sie theoretisch könnten – und das ist vielleicht auch gut so.“)

Quellenangaben

[1] Kältereport (“cold report”) No 46, Dec 2024, with all sources, link

[2] Scherer Pfister 2016: Hydropower’s Biogenic Carbon Footprint, PloS Onelink

[3] Energy.gov and hydropower.org, link and link

[4] Hydropower Tracker, link

[5] IEA on hydro power capacity, Dec 2024, link [6] IPCC AR6 Chapter 12, summarized by Prof. Pielke Oct 2024, link

[6] Financial Times, Dec 2024, link

[7] Montel 2022 and Bloomberg 2023 on Norways Power exports, link and link

[8] IEA Electricity Mid-Year Update, Jul 2024, link

[9] Hydroelectric Power’s Dirty Secret Revealed, resilience, Feb 2005, link

[10] IPCC: WG3 AR5 Annex 3 – Technology-Specific Cost and Performance Parameters, 2018, link

[11] Open Letter to EU: Counting on New Hydropower to Accelerate Renewable Energy Deployment in Europe Is Irresponsible, Feb 2023, link

[12] Kim et al 2021, Critically Assessing and Projecting the Frequency, Severity, and Cost of Major Energy Accidents, Jul 2021, link

[13] Radinger et al 2021: Evident but Context-Dependent Mortality of Fish Passing Hydroelectric Turbines.” Conservation Biologylink

[14] MIT Climate Portal, Why Aren’t We Looking at More Hydropower?, Mar 2021, link

[15] Fearnside 2016: Greenhouse Gas Emissions from Brazil’s Amazonian Hydroelectric Dams, Environmental Research Letters, Jan 2016, link

[16] Bryan Layland about Hydro dams link, and world largest known dam failures, Wikipedia, BigDitch, Asterra

 




Drei neue Rekonstruktionen von Dürre und Temperatur stützen nicht das Narrativ des Klima-Alarms

Kenneth Richard

Studien aus Zentralchina, Russland und Mitteleuropa zeigen, dass es vor dem Jahr 1900, oder als die CO₂-Konzentration unter 300 ppm lag, genauso viel (oder mehr) Erwärmung und Dürre gab als derzeit.

Eine neue Rekonstruktion der (winterlichen) Tiefsttemperaturen in Zentralchina von 1606 bis 2016 (Jiang et al., 2024) zeigt, dass es im 16. Jahrhundert nur in 9 Jahren (1663-1672) zu Kälteperioden kam, während es im 20. Jahrhundert 71 Jahre mit Kälteperioden gab (1900-1942, 1959-1979, 1985-1994).

Bemerkenswert ist, dass der CO₂-Gehalt während des 16. und 17. Jahrhunderts bei 278 ppm lag, während er in den 1900er Jahren von 290 ppm auf 370 ppm gestiegen ist.

Von 1650 bis 1750 lagen die Wintertemperaturen in Zentralchina um 0,44 °C höher als im 20. Jahrhundert. Die Autoren waren von diesem Temperaturergebnis überrascht, da 1650-1750 in die Zeit der Kleinen Eiszeit fällt.

„Überraschenderweise lag die niedrigste Wintertemperatur im Untersuchungsgebiet zwischen 1650 und 1750 um etwa 0,44 °C höher als im 20. Jahrhundert, was deutlich von der Vorstellung einer „kühleren“ Kleinen Eiszeit in diesem Zeitraum abweicht. Dieses Ergebnis wird durch die Temperaturergebnisse bestätigt, die aus anderen Baumringdaten aus nahe gelegenen Gebieten rekonstruiert wurden, was die Glaubwürdigkeit der Rekonstruktion bestätigt.“

Schließlich ist anzumerken, dass das Jahr 1719 um 1,4°C wärmer war (-3,17°C) als der Durchschnitt von 1961-2016 (-4,57°C).

Image Source: Jiang et al., 2024

Eine neue Rekonstruktion der Niederschläge in Mitteleuropa für den Zeitraum 1803-2020 (Nagavciuc et al., 2025) zeigt, dass Dürren in den 1800er Jahren länger und ausgeprägter waren als in den 1900er Jahren, waren doch die 1900er Jahre relativ nass. Nur in einem der jüngsten Zeiträume (2007-2020) herrschte eine extreme Dürre, die jedoch nicht die Schwere der Dürrejahre 1818-1835, 1845-1854 und 1882-1890 übertraf.

„Interessanterweise traten die extremsten Regenperioden im 20. Jahrhundert auf, während die extremsten Trockenperioden im 19. und 21. Jahrhundert verzeichnet worden sind.“

Schließlich deutet eine weitere neue Niederschlags- und Temperatur-Rekonstruktion (Kirdyanov et al., 2024) aus dem russischen Altai-Gebirge auf „stabile sommerliche Temperatursignale“ seit den 1500er Jahren hin, ohne offensichtliche Trendänderungen, die außerhalb des langfristigen Durchschnitts liegen.

Link: https://notrickszone.com/2025/01/13/3-more-new-drought-and-temperature-reconstructions-do-not-support-the-climate-alarm-narrative/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE