Lindzen, Happer und Koonin: entfernt das „Trojanische Pferd“ aus dem Gerichtssaal!

Angela Wheeler

Eine neue Ausgabe eines Lehrbuchs zur naturwissenschaftlichen Bildung für Richter weiche „deutlich“ von einer „langjährigen Tradition der Neutralität“ ab, schreiben drei der renommiertesten Physiker Amerikas in einem Brief an den Präsidenten des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten John Roberts.

In einem offenen Brief an Richter Roberts schrieben Dr. Richard Lindzen vom Massachusetts Institute of Technology, Dr. William Happer von der Princeton University und Dr. Steven Koonin von der Hoover Institution der Stanford University. Richter Roberts ist Vorsitzender des Federal Judicial Center, dem Herausgeber der vierten Auflage des „Reference Manual on Scientific Evidence“ [etwa: Handbuch zu wissenschaftlichen Erkenntnissen], dessen neues Kapitel zum Thema „Wie Wissenschaft funktioniert“ die Verfasser des Briefes gestrichen sehen möchten.

Seit Jahrzehnten dient das Referenzhandbuch mehr als 3.000 Bundesrichtern und unzähligen Juristen auf Landesebene als unverzichtbarer Leitfaden. In über 1.700 Gerichtsurteilen zitiert hat es den Gerichten dabei geholfen, verlässliche Wissenschaft von Spekulationen zu unterscheiden. Seine Stärke liegt in dem Bestreben, die Funktionsweise der Wissenschaft gemäß den Grundsätzen der 300 Jahre alten wissenschaftlichen Verfahren zu beschreiben und dabei politische Erwägungen sowie ein Abgleiten in die Pseudowissenschaft zu vermeiden.

Die Verfasser des Briefes, die zusammen über mehr als 600 begutachtete Publikationen verfügen, bringen beispielloses Fachwissen in diese Angelegenheit ein. Ihre Sorge gilt vor allem der Ersetzung des angesehenen Kapitels des verstorbenen David Goodstein durch eine überladene, intellektuell mangelhafte 65-seitige Fassung.

Weisberg

Der Hauptautor des neuen Kapitels ist der Philosoph Michael Weisberg, der als Diplomat bei Klimaverhandlungen der Vereinten Nationen eine herausragende Rolle spielte, wo er sich für finanzielle Zahlungen an kleine Inselstaaten einsetzte, die angeblich durch die Erderwärmung bedroht sind. Der Anschein eines Interessenkonflikts angesichts seiner Mitwirkung an einem angeblich neutralen Leitfaden zu wissenschaftlichen Erkenntnissen ist unverkennbar – insbesondere im Zusammenhang mit Klimaklagen, bei denen es um potenzielle Haftungsansprüche in Höhe von Billionen Dollar geht.

Die inhaltlichen Probleme sind noch gravierender. Während Goodstein, ehemals Physikprofessor am California Institute of Technology, die wissenschaftliche Methode – das Aufstellen von Hypothesen und deren Überprüfung anhand von Daten – betonte, wird das wissenschaftliche Verfahren im neuen Kapitel als „Mythos“ abgetan. Stattdessen werden „wissenschaftlicher Konsens“ und „breite Akzeptanz“ zur höchsten Form der Gewissheit erhoben, wodurch wissenschaftliche Forschung zu einem Beliebtheitswettbewerb verkommt.

Dies kehrt die traditionelle Vorgehensweise in der Wissenschaft um. Wie der Nobelpreisträger Richard Feynman feststellte, liegt der Schlüssel zur Wissenschaft darin, Vorhersagen direkt mit Beobachtungen zu vergleichen: „Wenn es nicht mit dem Experiment übereinstimmt, ist es falsch.“

In der Rechtssache Daubert gegen Merrell Dow Pharmaceuticals (1993) vertrat der Oberste Gerichtshof den gleichen Standpunkt: Wissenschaftliche Erkenntnisse müssen durch die Überprüfung von Hypothesen anhand der Realität gewonnen werden. In Goodsteins früherer Ausgabe hieß es: „Daten sind das A und O der Wissenschaft“, und Theorien müssen neue Vorhersagen treffen, die widerlegt oder bestätigt werden können. Konsens hingegen ist ein soziologisches Phänomen.

Händler des Zweifels

Michael Crichton warnte bekanntlich: „Wenn es Konsens ist, ist es keine Wissenschaft. Wenn es Wissenschaft ist, ist es kein Konsens.“ Die Geschichte bestätigt dies. Der weit verbreitete „Konsens“ über Plattentektonik, Krankheitsursachen und die Ängste vor einer globalen Abkühlung im 20. Jahrhundert wurde durch Beweise widerlegt, nicht durch Abstimmungen.

Die aktivistischen Tendenzen des Kapitels werden durch das einleitende Zitat aus Naomi Oreskes und Erik Conways Buch „Merchants of Doubt“ noch deutlicher, einem Werk, das behauptet, es gebe „keinerlei Meinungsverschiedenheiten unter echten Wissenschaftlern“ hinsichtlich des katastrophalen Klimawandels – eine Behauptung, der eine Fülle von Daten aus der realen Welt widerspricht.

Die Einstufung von qualifizierten Andersdenkenden als außerhalb der „echten Wissenschaft“ stehend hat in einem Lehrdokument für Richter keinen Platz. Wissenschaft schreitet voran, indem sie vorherrschende Ansichten mit Daten hinterfragt, nicht indem sie Gemeinschaftsnormen durchsetzt.

Das Federal Judicial Center hat ein Kapitel über Klimawissenschaft klugerweise aus dem Handbuch zurückgezogen, nachdem 28 Generalstaatsanwälte dessen Widersprüche und unbegründete Behauptungen dokumentiert hatten. Dennoch bleibt das Kapitel „How Science Works“ bestehen, das größtenteils zur Untermauerung dieses nun entfernten Materials verfasst wurde.

Angesichts von mehr als 1.000 anhängigen klimabezogenen Verfahren vor Bundes- und Landesgerichten verdienen Richter Leitlinien, die auf empirischer Genauigkeit beruhen. Lindzen, Happer und Koonin haben Recht. Das Center sollte das neue Kapitel umgehend zurückziehen und Goodsteins frühere Fassung wieder einfügen, die den Kern wissenschaftlicher Argumentation in einer Sprache wiedergab, die auch für Leser ohne wissenschaftlichen Hintergrund – über den die meisten Juristen nicht verfügen – verständlich ist.

Sie sollten zudem die National Academy of Sciences anweisen, beide Kapitel aus ihrer Fassung des Handbuchs zurückzuziehen. Die Wahrung der Integrität der richterlichen Leitlinien zur Wissenschaft ist keine parteipolitische Frage.

Richter Roberts und das Federal Judicial Center haben die Gelegenheit, ihr Bekenntnis zur Neutralität zu bekräftigen und das Vertrauen in das Handbuch wiederherzustellen. In einer Zeit, in der die Wissenschaft zunehmend politisiert wird, ist die Aufrechterhaltung strenger Standards dafür, was vor Gericht als wissenschaftlicher Beweis gilt, von entscheidender Bedeutung. Die Glaubwürdigkeit des amerikanischen Justizsystems verlangt nichts Geringeres.

This commentary was first published at Daily Caller on April 27.

Angela Wheeler is executive director of the CO2 Coalition in Fairfax, Virginia. She graduated cum laude from Emporia State University, Kansas, with a degree in communication and additional coursework in biology and pre-medicine.

Link: https://clintel.org/lindzen-happer-and-koonin-remove-trojan-horse-from-the-courtroom/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE




Die Kohlendioxid-Erwärmungstheorie ist falsch. Das zeigt uns der Deutsche Wetterdienst mit seinen Apriltemperaturen. Teil 2

Teil 2: Unterschiedlicher Verlauf der Tages/Nachttemperaturen

Von Matthias Baritz, Josef Kowatsch

Teil 1 hier

  • Die Schere zwischen Tag und Nachttemperaturen öffnet sich seit dem Klimawandel
  • Der Klimawandel fand in Mittel- und Westeuropa erst im Jahre 1987/88 statt
  • Keine Korrelation zwischen Temperaturen und CO₂-Zunahme
  • Nur die Tagestemperaturen am Tage sind seit 1987/88 enorm gestiegen.
  • Die Aprilnächte wurden seitdem nicht wärmer, sondern sogar kälter.

Zwei Vorbemerkungen

Den Temperatursprung 1987/88, der plötzliche Beginn der Erwärmung bei uns, haben auch andere Forscher festgestellt, so in Polen und in den Niederlanden.

Der DWD- erfasst bei seinen Wetterstationen die Maximum- und die Minimumtemperaturen mit einem Digitalthermometer, also die Tagesspitzen und die nächtlichen Tiefsttemperaturen, die in aller Regel kurz vor Sonnenaufgang gemessen werden. Bei warmen Apriltagen schaukelt sich die Temperatur aufgrund der schon hochstehenden Sonne und den südlichen Wetterlagen auf, so dass eine hohe T-Max auch zugleich einen warmen Apriltag tagsüber beschreibt. Umgekehrtes gilt für die Nacht. Deshalb reden wir verkürzt von Tages/Nachttemperaturen.

In Teil 1 hatten wir festgestellt, dass der April ab 1987/88 durch einen Temperatursprung wärmer wurde und zwar bei allen deutschen Wetterstationen, auch bei den WI-armen. Nochmals die Grafik der Apriltemperaturen dazu, ohne Aufschlüsselung in Tag/Nacht:

Abb.1: Dreißig April-Tage ergeben den Schnitt für 1 Apriljahr. In früheren Jahrzehnten wurde diese Tagesmessung nach einer anderen Methode und analog in der englischen Wetterhütte ermittelt, die auch noch an einem anderen Platz stand als die heutige Ermittlung nach DWD-Norm. Heute müssen die Temperaturfühler ganztägig in der Sonne stehen. Diese Temperatur-Zeitreihen sind ausdrücklich für Gebietsmittel nach DWD. Quelle: https://opendata.dwd.de/

Nun könnten Treibhauserwärmungsüberzeugte unter den Lesern behaupten, dieser natürliche Temperatursprung 1988 – siehe Grafik 1- wäre ein Einfluss von Treibhausgasen. Diese eventuelle Falsch-Überzeugung lässt sich leicht widerlegen, indem man den April-Temperaturverlauf seit 1988 auftrennt in Tag/Nachttemperaturen.

Wir gehen davon aus: Würde CO₂ der Haupttreiber der Temperaturen, der globale Temperaturregler sein wie die Definition=Glaube der Treibhauskirche vorgibt, dann dürfte es zwischen einzelnen Wetterstationen kaum Unterschiede in den linearen Regressionslinien geben und zwar bei allen Wetterstationen der Welt. Das ist überhaupt nicht der Fall.

Hinweis zur Übersichtlichkeit der folgenden Grafiken: Der Leser möge in den nun folgenden Grafiken vor allem den Trendverlauf der blauen unteren Nachttiefsttemperaturen mit dem Trendverlauf der oberen grauen Grafik, den Tageshöchsttemperaturen vergleichen. Vielleicht sollte man noch betonen, dass die Monats- Tmax und Tmin Durchschnittswerte aller täglichen Tmax/Tmin sind.

Unterschiedliche Entwicklung der Tag/Nachtemperaturen beim April

Der DWD bietet keinen Schnitt der Tag/Nachttemperaturen, erfasst als T-max und T-min seiner 2000 Wetterstationen an. Also auch kein Diagramm. Nur Einzelstationen. Herr Baritz hat sich die zeitaufreibende unendliche Mühe gemacht und fast 540 repräsentativ herausgegriffene DWD-Stationen zu einem Deutschland-Schnitt seit 1947 zusammengefasst. Ein zeitlich weiteres Zurückgehen war leider nicht möglich, da erst nach Kriegsende genügend Wetterstationen vorliegen, die auch heute noch alle drei Parameter messen.

Abb. 2: Aufgetragen sind 2 Zeiträume, 1947 bis 1987, dann der Temperatursprung und ab 1988 bis heute. Außerdem 3 Grafikverläufe: Die obere graue Grafik fasst die Tmax Temperaturen des Monats April, die mittlere braune Grafik die Tagesschnitte (24-Stunden) und die blaue Grafik die kältesten Nachttemperaturen, gemessen in Tmin. Quelle: https://www.wetterzentrale.de/de/weatherdata_de.php

Ergebnis: Vollkommen anderer Verlauf vor und nach dem Temperatursprung

Tmax: bis 1987 stark fallend, Temperatursprung, seitdem stark steigend

Schnitt: bis 1987 deutlich fallend, Temperatursprung, danach deutlich steigend.

Tmin: ab 1947, 40 Jahre leicht fallend, Temperatursprung, danach ausgeglichen

Wichtige Erkenntnis, nach dem Temperatursprung 1987/88 wurden beim Monat April nur die Tage tagsüber wärmer.

Wo ist der CO₂-Treibhauseffekt in der Grafik 2 erkennbar? Antwort: Nirgendwo

Durch den unterschiedlichen Verlauf der T-max/T-min Temperaturen hat der Deutsche Wetterdienst selbst den CO₂-Treibhauseffekt als Haupttreiber der Temperaturen widerlegt.

Die CO₂-Konzentration ist tagsüber und nachts gleich. Die Grafik 2 zeigt, dass die Aprilerwärmung seit 1988 aber nur tagsüber stattfand. (ähnlich wie bei allen Monaten im Sommerhalbjahr)

Dabei sollte doch laut Theorie der Treibhauskirche der Treibhauseffekt nachts stärker wirken als tagsüber, hier hat der RTL Klimaexperte Christian Häckl diese Theorie ausführlich und verständlich beschrieben.

Auch der deutsche Physiknobelpreisträger von 2021, Klaus Hasselmann hat behauptet: Der Treibhauseffekt soll nachts stärker wirken als tagsüber, was ihm und seinem Team angeblich durch Satellitenmessungen bestätigt wurde. „Sogar bestätigt“. So seine Behauptungen. Und damit habe er die CO₂-Fußabdrücke in der Atmosphäre gefunden und als erster bestätigt. Auf diese Weise wird Hasselmann im neuen Buch von Axel Bojanowski in einem ganzen Kapitel ab Seite 142 als Entdecker des nächtlichen CO₂-Signals gelobt: Titel: „Was Sie schon immer übers Klima wissen wollten“. Und wir, bzw. die DWD-Temperaturreihen haben diese Bestätigung soeben durch die Abb. 2 widerlegt.

Richtig ist: Die stärkeren nächtlichen Erwärmungsvorhersagen als angeblicher Beweis einer CO₂-Treibhauswirkung sind grottenfalsch, weil die Realität der DWD-Temperaturen das Gegenteil zeigt. Es ist aber auch zu dumm, wenn der DWD zwar die T-min/T-max erhebt, aber selbst nirgendwo eine Grafik anbietet und überzeugte und von uns bezahlte angebliche Treibhausexperten dann ohne Beweis irgendwas behaupten dürfen, auch Nobelpreisträger! Oder, so unsere Vermutung, bietet der DWD etwa nur deshalb keine eigenen Grafiken mit Nacht- und Tagestemperaturen an, um die Treibhauskirche nicht selbst ad absurdum zu führen? Um einen deutschen Nobelpreisträger nicht bloß zu stellen für seine falsche Theorie nebst angeblichem Satellitenbeweis!!!

Mit der Grafik 2 weiter oben haben wir zusammen mit dem Deutschen Wetterdienst den Beweis erbracht, dass es am Tage stark wärmer wird, nachts aber überhaupt nicht. Einen Satellitenbeweis für eine nächtlich stärkere Erwärmung kann es somit nicht geben, dieser Beweis ist erfunden.

Mehrere tatsächliche Gründe dieser Erwärmung tagsüber haben wir im Teil 1 genannt und gezeigt, es waren hauptsächlich die Sonnenstunden, die mit den Apriltemperaturen stark/signifikant korrelieren (r = 0,74 für Tmax/SSH 1988-2026, r = 0,58 für Tmax/SSH 1951-1987).

Abb. 3: Beachte, zunächst die Abnahme der Sonnenstunden bis 1987, dann die Zunahme. Die Sonnenstundenzunahme hat wesentlich zu einem Anstieg der Apriltemperaturen seit 1988 beigetragen.

Mit den Sonnenstunden hat zugleich auch die Intensität der Sonnenstrahlung zugenommen, nähere Erläuterungen hier: Martin Wild’s Übersichtsartikel „Global dimming and brightening“, A review, J. Geophys. Res., 114, D00D16, doi:10.1029/2008JD011470.1.

Es sei darauf hingewiesen, durch unsere Grafikbeweise kann eine winzige CO₂-Wirkung (erwärmend oder abkühlend) jedoch nicht ausgeschlossen werden kann. Doch wir können zeigen: Keinesfalls ist CO₂ der entscheidende Temperaturregelknopf wie die linksgrüne Treibhauskirche uns vorlügt. Keinesfalls ist CO₂ ein Temperaturregelknopf und schon gar kein Klimakiller.

Ein möglicher weiterer Grund für die Aprilerwärmung neben den in Teil 1 sonst noch genannten soll hier aufgrund von Hinweisen in Kommentaren mit erwähnt werden: das Geoengineering. Der Schweizer Dipl. Physiker Dr. rer. nat. Philipp Zeller beschäftigt sich schon über 30 Jahre mit den Methoden des Geoengineerings. In diesem Vortrag (45-Minuten) stellt er einige vor, die alle Anwendung finden.

Wer sich doppelt so lange damit beschäftigen möchte, derselbe Physiker, Vortrag nur wissenschaftlicher aufgebaut.

Halten wir für den weiteren Verlauf fest: Die DWD-Temperaturdatenreihen und damit der Deutsche Wetterdienst selbst widerlegen die starke Wirkung eines CO₂-Treibhauseffektes: CO₂ wirkt allerhöchstens in homöopathischen Dosen versteckt mit. Und die Erwärmung fand tagsüber statt und nicht nachts.

Teil B: Unterschiede bei DWD-Einzelstationen je nach Standort: in Stadtnähe, in der Stadt und ländlich.

Wir haben im folgenden DWD Stationen ausgewählt, die keine Versetzungen im Betrachtungszeitraum erfahren haben. Natürlich hat sich der WI-effekt im Betrachtungszeitraum an jedem Standort mehr oder weniger stark erhöht, die Messmethoden geändert und somit kam überall eine menschengemachte Zusatzerwärmung dazu

Bei einer alleinigen CO₂-Wirkung – CO₂ als Temperaturregelknopf – dürfte es zumindest in Mitteleuropa keine Steigungs-Unterschiede geben. Deshalb in den folgenden Grafiken auf die Scherenöffnung und die Differenzen von T-Max zu T-min achten.

Zunächst 3 Wetterstationen in Stadtnähe

Grafiken 4a bis 4c: Stadtnähe: Im April beobachten wir große Scherenöffnungen zwischen Tag/Nacht, nachts wurde der April bei Wetterstationen in Stadtnähe kälter, siehe Trendlinien mit negativer Steigungsformel. Schon nach 3 DWD-Wetterstationen erkennen wir:

Ergebnis 1: Die Aprilnächte wurden kälter seit 1988, die Tage hingegen deutlich wärmer. Die mittlere braune Grafik ist eher die Resultierende aus Tag/Nachtverlauf.

Weiter geht es mit drei eher ländlichen Stationen: Grafiken 4d – 4f

Schon jetzt sieht man, dass die Aprilnächte im ländlichen Bereich nachts deutlich kälter wurden. Ein deutlicher Beweis gegen die Treibhaustheorie, wonach CO₂ der Haupterwärmungstreiber wäre und nachts auch noch stärker wirken würde als tagsüber.

Ergebnis 2: Die Schere zwischen Tageshöchsttemperaturen und den nächtlichen Tiefsttemperaturen öffnet sich immer weiter. Der April wird vor allem auf dem Lande nachts eindeutig kälter seit 1988. Und das freie Land ist die Hauptfläche Deutschlands

Und noch 3 ausgesprochen städtische Stationen, mitten in der Wärmeinsel München

Auch in einer ausgesprochenen städtischen Wärmeinsel gibt es deutliche Unterschiede im Apriltemperaturverlauf zwischen Tag und Nacht. Allerdings ist die nächtliche T-Min Trendlinie nicht fallend, sondern eher ausgeglichen bis leicht steigend. Wir erklären es damit, dass die kalten Aprilnächte einfach aus der Stadt hinaus geheizt werden.

Ähnliches gilt auch für die Wetterstationen in Berlin, hier als Beispiel Dahlem

Bremen: hier wirkt zusätzlich die Nordseenähe mit

Abb. 4g bis i: Auch in Großstädten erwärmen sich die Tage tagsüber viel stärker, die Nächte bleiben ausgeglichen bis leicht zunehmend. Die kalten Aprilnächte werden in den Städten heraus geheizt, in Bremen zusätzlich durch die Nordsee. Die Scherenöffnung zwischen T-Max/T-Min ist in der Stadt nicht ganz so stark.

Und nicht vergessen: der Treibhauseffekt soll laut Treibhaustheorie nachts stärker wirken als tagsüber.

Ergebnis 3: Alle unsere Grafiken zeigen, die Aprilerwärmung seit 1988 fand im Gebietsmittel Deutschlands nur tagsüber statt. Die Korrelationskoeffizienten Tmax/SSH in allen Grafiken 4a – 4i sind im Bereich von 0,65 – 0,78! Selbst bei städtischen Wärmeinselwetterstationen wurden die Aprilnächte durch die Wirkungen des städtischen Wärmeinseleffektes nur leicht wärmer.

Keinesfalls wirkt ein Treibhauseffekt nachts stärker wie der Glaube des Nobelpreisträgers Klaus Hasselmann behauptet. Und sein Satellitenbeweis? Hat die CO₂-Voodoo-Wissenschaft etwas verwechselt, wirkt CO₂ etwa am Tage stärker?

Auch das ginge nicht: Bei Sonnenuntergang kann eine CO₂-Erwärmungswirkung nicht aussetzen, um dann anderntags bei Sonnenaufgang tagsüber wieder zu wirken. Derartige ominöse Gaseigenschaften gibt es nicht. Noch dubioser und suspekter wird das Ganze, wenn man sich den Temperaturverlauf vor 1988 anschaut. Wie schon in Abbildung 2 dargestellt, haben die Temperaturtrendgeraden vor 1988 einen fallenden Trend. Hier 2 weitere Beispiele für die falsche CO₂-Erwärmungsbehauptung der CO₂-Klimakirche:

Abb.5a, 5b: Die ‘Schere‘ geht vor 1988 zusammen bei fallenden Trendgeraden, nach 1987 geht die ‘Schere‘ auseinander bei steigenden Trendgeraden. Dazwischen der Temperatursprung.

Es gilt: Der völlig unterschiedliche Verlauf der Tmax und Tmin Temperaturen (auch vor 1988) sind der eindeutige Beweis, dass die CO₂-Konzentrationsänderungen überhaupt keinen oder fast keinen Einfluss auf irgendwelche erdnahen Temperaturen haben.

Man muss richtigerweise folgern: Die physikalische CO₂-Erwärmungstheorie mit den behaupteten hohen Klimasensitivitätswerten zwischen 2 und 5 Grad ist eindeutig falsch. Und CO₂ ist schon gar kein Temperaturregelknopf!!! Das sind Behauptungen der CO₂-Voodoo-Wissenschaft, eine linksgrüne politische und ideologische Meinungsmache, die unser Geld will für eine angebliche Klimarettung der Erde vor dem frei erfundenen Hitzetod.

Richtig ist vielmehr diese Aussage: CO₂ hat auf den Temperaturverlauf der Atmosphäre keine erkennbare Wirkung. Auch wenn CO₂ im Infrarotbereich absorbiert, und emittiert, – was physikalisch richtig ist – dann sollten sich Physiker endlich überlegen, weshalb diese Tatsache in der Gesamtatmosphäre keine Rolle spielt, warum es zu keinen übergroßen „Thermalisierungen“ kommt und keine CO₂-basierten Erwärmungen gemessen und bestätigt werden können.

Letztlich hat der Großversuch bei der Sprengung der Ostseepipeline gezeigt, dass selbst das 50 mal stärkere Treibhausgas Methan zu keinerlei messbaren Erwärmungen über der Ostsee geführt hat. Die behauptete Thermalisierung der Luft durch Treibhausgase findet nicht oder nur in homöopathischen nicht messbaren Dosen statt.

Außerdem: Es gibt auch keinerlei technische Anwendung des behaupteten CO₂-Erwärmungeseffektes oder sonstiger Treibhauseffekte anderer Gase, die wir Menschen uns zunutze machen könnten. Ihr Voodoo-Wissenschaftler mit dem CO₂-Regelknopf im Gehirn, weshalb beglückt ihr uns nicht mit technischen Anwendungen. Wir bräuchten diese kostenlose Wärme vor allem im Winter.

Zusammenfassung:

1) Die DWD-Aprilmitteltemperatur 2026 aller Stationen von 9,2°C ist hoch im Vergleich zu früher. Die heutigen Wetterstationen stehen im Vergleich zu früher eher in Wärmeinseln. Außerdem hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten die Messerfassung geändert. Die Wetterhütte ist abgeschafft und die neuen Digital-Einheiten müssen laut neuer DWD-Norm frei in der Sonne stehen, nur durch eine Pilzhaube geschützt.

2) Somit richtet sich der Trendlinienverlauf tagsüber hauptsächlich nach der Zunahme der Aprilsonnenstunden, die überall in Deutschland zunehmen.

3) Die Grafiken des Artikels zeigen alle: CO₂ hat keinen erkennbaren Einfluss auf das Temperaturverhalten.

4) Wärmer seit dem Temperatursprung 1987/88 wurde es aber nur am Tage. Die Nächte wurden entgegen der Treibhaustheorie nicht wärmer. Außerhalb der Städte sogar deutlich kälter. Somit ist CO₂ kein Temperaturregler.

Abb. 6a/b: Die Zunahme der CO₂-Konzentrationen sind gegensätzlich zu den nächtlichen Temperaturverläufen der ländlichen DWD-Wetterstationen. Damit scheidet CO₂ als irdischer Temperaturregler aus. CO₂ regelt gar nichts.

5) Der Monat April nimmt bereits vorweg, was die Sommermonate bis in den Herbst hinein noch deutlicher zeigen werden: Die Klimaerwärmung Deutschlands fand erst ab 1988 und nur tagsüber statt.

6) Alle teuren Maßnahmen zur CO₂-Reduzierung sind ein Geschäftsmodell und ändern am Temperaturverlauf überhaupt nichts. Sie müssen sofort eingestellt werden, weil diese Klimarettungsmaßnahmen unser Land ruinieren.

7) Es wird Zeit, dass endlich Natur- und Umweltschutz in den Mittelpunkt einer allumfassenden Politik gestellt werden. Der Erhalt einer sauberen Luft, sauberes Wasser und intakte Naturlandschaften mit genügend Bodenfeuchte sollten das gemeinsame Ziel sein und nicht die planmäßige Angstmacherei, die Klimahysterie mit einem angeblichen und nur von der Voodoo-Wissenschaft erfundenem Treibhausgas.

8) Das Leben auf der Erde ist auf dem Element Kohlenstoff aufgebaut. Kohlendioxid ist das Transportmittel für den Kohlenstoff. Die Erde braucht höhere CO₂-Konzentrationen in der Atmosphäre und nicht weniger. Der CO₂-Optimumsbereich für die Schöpfung Erde sollte endlich wissenschaftlich erforscht werden

9) Wer CO₂ verdammt als Klimakiller oder Klimagift, versündigt sich an der Schöpfung. Das gilt insbesondere für die beiden christlichen Kirchen.

10) Wir alle sind aufgerufen, diesem unheilvollen Geschäftsmodell Klimahysterie durch Kohlendioxid ein Ende zu bereiten. Jeder so wie er kann und wie er es für richtig hält. Eine Klimakatastrophe ist weit und breit nicht in Sicht. Die in den Medien ständig verkündeten Panikmeldungen sind entweder Übertreibungen oder Folgen einer bisher verfehlten Natur- und Umweltpolitik. Das Klima ist so normal wie es schon immer war.

11) Wir leben in Deutschland seit 1988 in einer klimatisch günstigen Zeit. Unsere Eltern und Großeltern hatten es schwerer, zumal nun der gestiegene CO₂-Gehalt auch die Ernteerträge hat steigen lassen. Etwas wärmer und mehr vom Schöpfungsgas CO₂, das ist segensreich für Deutschland und Europa.

12) Klimaschutz ist nicht möglich, nicht das Klima ist bedroht, sondern unsere Freiheit. Wir brauchen weiterhin einen umfassenden Natur- und Umweltschutz. Auch die weitere Industrialisierung und Modernisierung muss im Einklang mit der Natur erfolgen.

Josef Kowatsch, Naturbeobachter, aktiver Natur- und Umweltschützer

Matthias Baritz, Naturwissenschaftler und Naturschützer

 




Das Weltuntergangsszenario des IPCC ist tot, aber noch nicht beerdigt

Marcel Crok

Endlich wird das Weltuntergangsszenario des IPCC in die Tonne getreten. Die niederländische Zeitung „De Volkskrant“ hielt diese Nachricht für wichtig genug, um sie auf die Titelseite zu bringen. Ich schrieb bereits 2018, dass das Extremszenario des IPCC unhaltbar sei. Doch die Mühlen der Wissenschaft mahlen langsam, und so dauerte es mehr als acht Jahre, bis diese Erkenntnis von der wissenschaftlichen Gemeinschaft anerkannt wurde.

„UN-Klimarats verwirft Katastrophenszenario“ – so titelte die niederländische Tageszeitung „De Volkskrant am 4. Mai auf ihrer Titelseite. Auf X schreibt der Autor Maarten Keulemans in einem langen Thread: „Das ist so gewaltig. Unfassbar. Wahnsinnig. Der IPCC räumt ein, was schon lange im Umlauf ist: Das schlimmste Katastrophenszenario, 8,5, entspricht nicht mehr der Realität. WELCHE FOLGEN das hat. FAST ALLES, WAS SIE ÜBER DIE KLIMAZUKUNFT GELESEN HABEN, IST FALSCH.“

Keulemans hat recht: Es ist in der Tat gewaltig. Und nur damit Sie es wissen, hier noch einmal: Fast alles, was Sie in den letzten Jahren über die Klimazukunft gelesen haben, ist falsch.

Ebenfalls auf X schreibt Wierd Duk von einer anderen niederländischen Zeitung, und zwar De Telegraaf, als Reaktion auf den Artikel in De Volkskrant: „Und wer hat das schon vor Jahren gesagt und wurde aus jeder Debatte ausgeschlossen? Richtig, Leute wie @marcelcrok @ClintelNED und auch @Simon_Rozendaal.“

Das stimmt auch. Rob de Vos und ich veröffentlichten Anfang 2018 (!) gemeinsam mit der niederländischen Stiftung „de Groene Rekenkamer“ (die Clintel-Stiftung war damals noch gar nicht gegründet) einen Bericht mit dem Titel „Warum die KNMI-Szenarien nicht eintreten werden“. Darin schrieben wir bereits, was jetzt auf der Titelseite von De Volkskrant steht. Und das vor acht Jahren! So langsam drehen sich die Räder der Wissenschaft.

Zukunft

Für diejenigen, die die Debatte aufmerksam verfolgen, ist das nichts Neues. Für diejenigen, die sie nicht so genau verfolgen, hier eine kurze Zusammenfassung: Der UN-Klimarat, das IPCC, arbeitet mit Szenarien. Diese Szenarien skizzieren mögliche Zukunftsbilder für die Menschheit: wie die Weltbevölkerung wachsen wird, wie sich die Wirtschaft entwickeln wird und welche Energiequellen wir nutzen werden. Aus solchen Entwicklungspfaden ergeben sich Treibhausgas-Emissionen, darunter CO₂ und Methan. Klimaforscher können diese Emissionsszenarien dann in ihre Klimamodelle einspeisen, woraus sich die Klimaprognosen ergeben (das IPCC bezeichnet sie euphemistisch als „Projektionen“, da es sich nicht um echte Vorhersagen wie die Wettervorhersage für morgen handelt), die das IPCC in seinen Berichten prominent hervorhebt.

Das vom IPCC seit 2009 verwendete Szenario mit den höchsten Emissionen heißt RCP8.5. In diesem Szenario steigen die CO₂-Emissionen im 21. Jahrhundert dramatisch, von heute etwa 40 Gigatonnen pro Jahr auf bis zu 128 Gigatonnen pro Jahr im Jahr 2100. Dieser extreme Anstieg der CO₂-Emissionen führt in Klimamodellen (die übrigens auf CO₂ überreagieren, aber dazu ein anderes Mal mehr) natürlich zu einem starken Anstieg der globalen Temperaturen mit einer Erwärmung bis 5 oder 6 Grad bis zum Jahr 2100.

In den Medien lesen wir regelmäßig: Wenn wir nichts unternehmen, wird die Temperatur um 5 Grad steigen. An solchen Behauptungen waren zwei Dinge falsch. Das Szenario mit den höchsten Emissionen wurde als „Business-as-usual“-Szenario behandelt (was wäre, wenn wir unseren derzeitigen Kurs fortsetzen), was falsch war, und es wurde zudem als das wahrscheinlichste Szenario angesehen, was ebenfalls falsch war. IPCC-Szenarien beinhalten überhaupt keine Wahrscheinlichkeiten. Sie sind lediglich „Geschichten“, mögliche Wege, wie sich die Welt entwickeln könnte.

Im Jahr 2017 erschien ein wichtiger wissenschaftlicher Artikel von Energieexperten, der deutlich machte, dass RCP8.5 völlig unrealistisch ist. Zu dieser Zeit arbeiteten Rob de Vos und ich an einem umfassenden Bericht über die niederländischen KNMI-Szenarien aus dem Jahr 2014, die zahlreichen Sektoren in den Niederlanden als Leitfaden dienen (beispielsweise beim Meeresspiegelanstieg). Das KNMI, das Königlich-Niederländische Meteorologische Institut, verwendete RCP8.5 als sein Hochemissionsszenario. In der Zusammenfassung unseres Berichts „Why the KNMI Scenarios Will Not Come True“ [etwa: Warum die KNMI-Szenarien nicht eintreten werden], veröffentlicht im Januar 2018, schrieben wir Folgendes:

„Das KNMI beschreibt RCP8.5 als ein Business-as-usual-Szenario, doch seit 2017 ist dies nicht mehr haltbar. RCP8.5 ist vielmehr ein Worst-Case-Szenario. Ein Weg, um RCP8.5 bis 2100 zu erreichen, wäre beispielsweise, dass weltweit zehnmal so viel Kohle verbraucht wird wie heute. Das ist höchst unwahrscheinlich. Eine aktuelle Studie kommt daher zu dem Schluss, dass RCP8.5 ein unplausibles Szenario ist, das nicht länger als Referenz für politische Studien herangezogen werden sollte.“

Müll

Kurz gesagt: Bereits Anfang 2018 war klar, dass RCP8.5 in die Mülltonne getreten werden konnte. Der IPCC arbeitete jedoch bereits intensiv am sechsten IPCC-Bericht, und dafür war RCP8.5 einfach eines der fünf ausgewählten Szenarien. Das bedeutet, dass alle Gruppen weltweit, die Klimasimulationen für den IPCC-Bericht durchführten, dieses Szenario einbezogen und darauf basierende Ergebnisse veröffentlichten. Dieses Szenario (das stets extreme Ergebnisse wie einen extremen Anstieg des Meeresspiegels liefert) führte folglich zu Tausenden von Artikeln in der wissenschaftlichen Literatur, und ein Teil der Aufgabe des IPCC besteht schlicht darin, über das zu berichten, was in der Literatur erschienen ist.

Unterdessen startete insbesondere ein Wissenschaftler, der Amerikaner Roger Pielke Jr., einen Kreuzzug gegen die Verwendung von RCP8.5. Das machte ihn bei seinen Klimakollegen nicht gerade beliebt, doch sein Einfluss ist so groß, dass man ihn nicht ignorieren kann. Der IPCC ignorierte seine wissenschaftlich veröffentlichten Studien zu RCP8.5 im sechsten IPCC-Bericht, sah sich aber dennoch gezwungen, im Bericht etwas dazu zu sagen. Es entwickelte sich eine widersprüchliche Situation, denn einerseits stellt das IPCC fest, dass die Szenarien keine Wahrscheinlichkeiten beinhalten (was bedeutet, dass das IPCC nicht angibt, welches Szenario am wahrscheinlichsten ist), und andererseits räumte das IPCC in vager Formulierung ein, dass RCP8.5 nicht sehr wahrscheinlich sei. Es schrieb: „Die Wahrscheinlichkeit von Szenarien mit hohen Emissionen wie RCP8.5 oder SSP5-8.5 wird jedoch angesichts der jüngsten Entwicklungen im Energiesektor als gering eingeschätzt.“ Dieser Satz erschien jedoch nur in Kapitel 1 des Berichts und wurde in der Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger nicht erwähnt, was bedeutet, dass Politiker davon nichts wissen.

Der IPCC-Bericht bezieht sich in der Folge häufiger (siehe Tabelle unten) auf RCP8.5 (und dessen neuere Variante SSP5-8.5) als auf jedes andere Szenario. RCP8.5 ist gerade deshalb zu einem „Liebling“ der Klimagemeinschaft geworden, weil es solch „spektakuläre“ Ergebnisse liefert – gut für bahnbrechende Veröffentlichungen in Top-Zeitschriften wie Nature und Science, gut für den Zitationsindex und damit für die wissenschaftliche Karriere und gut für reißerische Schlagzeilen in den Medien.

Erwähnungen verschiedener Szenarien im sechsten IPCC-Bericht. Quelle: Roger Pielke Jr.

Verdienste

Der Verdienst gebührt Roger Pielke Jr. und einigen weniger bekannten Kollegen. Auch wir – mittlerweile unter dem Namen Clintel – haben darüber berichtet. Im Jahr 2023 führte Clintel in dem Buch „The Frozen Climate Views of the IPCC“ eine umfassende Analyse des sechsten IPCC-Berichts durch. Ein Kapitel trug den Titel „Extreme Szenarien“ und befasste sich mit diesem Thema. Die Zusammenfassung des Kapitels lautete wie folgt:

„Die wichtigste Neuigkeit im AR6-Bericht [Sechster IPCC-Bericht, Anm. d. Red.] ist wohl, dass extreme Szenarien wie SSP5-8.5 und SSP3-7.0 nun als unwahrscheinlich gelten. Das ist eine sehr gute Nachricht, denn es bedeutet, dass eine stärkere Erwärmung bis 2100 als weniger wahrscheinlich angesehen wird als noch vor einigen Jahren. Leider ist diese Nachricht tief im Bericht verborgen, und nur wenige politische Entscheidungsträger werden sie bemerken. Schlimmer noch: Große Teile des Berichts betonen nach wie vor diese High-End-Szenarien. Wie konnte das passieren?“

In den Niederlanden arbeitete das KNMI unterdessen an der nächsten Generation von KNMI-Szenarien, und da das IPCC nach wie vor RCP8.5 als sein höchstes Szenario verwendete, hielten es die KNMI-Forscher offenbar für eine gute Idee, einfach wieder RCP8.5 zu verwenden. Als die Szenarien 2023 veröffentlicht worden waren, schrieb ich noch am gleichen Tag einen Artikel mit der Überschrift [übersetzt] „Die Hälfte der neuen KNMI-Szenarien gehört in den Papierkorb“. Das Clintel-Buch „The Frozen Climate Views of the IPCC“ wurde von den Medien völlig ignoriert. Sogar eine Pressemitteilung, die wir gegen eine Gebühr über die ANP verbreiten wollten, wurde von unserer nationalen Presseagentur abgelehnt.

Die gute Nachricht des Tages ist, dass sich letztendlich (genau wie kürzlich bei den verschwundenen Hitzewellen des KNMI, die vom KNMI nach Kritik seitens Clintel teilweise „wiederentdeckt“ worden waren) die „Wahrheit“ durchsetzt und die Klimawissenschaft widerwillig einräumt, dass sie auf dem falschen Weg war. Die schlechte Nachricht ist, dass es viele Jahre dauern wird, bis der „Öltanker“ wieder auf Kurs gebracht werden kann. Schon jetzt sind zahlreiche wissenschaftliche Publikationen auf Basis von RCP8.5 in Vorbereitung. Werden Fachzeitschriften sich entscheiden, diese nicht zu veröffentlichen, oder werden sie zumindest einen klaren Haftungsausschluss hinzufügen?

Es war wieder einmal Roger Pielke Jr., der letzte Woche auf seiner Substack-Seite (hinter einer Zahlschranke) die Nachricht (RCP8.5 ist offiziell tot) bezüglich der international überarbeiteten Szenarien veröffentlichte. In diesem Artikel weist Pielke auch darauf hin, wie tief RCP8.5 in alle Schichten der Gesellschaft eingedrungen ist, beispielsweise in Stresstests für Banken. Er hält daher den Atem an. RCP8.5 mag offiziell tot sein, aber es wird noch lange dauern, bis es tatsächlich begraben ist.

This article first appeared in Dutch on 5 May 2026 on Indepen.eu

Marcel Crok

Marcel Crok ist ein niederländischer Wissenschaftsjournalist, der seit einem preisgekrönten Artikel über die berüchtigte „Hockeyschlägerkurve“ im Jahr 2005 hauptberuflich über die Klimadebatte und Klimapolitik schreibt. Er veröffentlichte zwei Bücher auf Niederländisch („De Staat van het Klimaat“ (Der Zustand des Klimas)) und war Mitautor des Buches Ecomodernisme (Ökomodernismus). Zusammen mit dem britischen unabhängigen Forscher Nic Lewis verfasste er einen umfassenden Bericht über die Klimasensitivität mit dem Titel „A Sensitive Matter“. Er wurde von der niederländischen Regierung gebeten, als Fachgutachter für den IPCC-AR5-Bericht zu fungieren. Gemeinsam mit den niederländischen Klimainstituten KNMI und PBL gründete Crok die internationale Diskussionsplattform „Climate Dialogue“.

Im Jahr 2019 gründeten Crok und der emeritierte Professor Guus Berkhout die Clintel Foundation. Sie veröffentlichten die World Climate Declaration, die inzwischen von über 2000 Wissenschaftlern und Experten unterzeichnet worden ist. Zusammen mit Andy May und einem Team von Wissenschaftlern aus dem Clintel-Netzwerk wirkte Crok an dem Buch „The Frozen Climate Views of the IPCC“ mit und war dessen Herausgeber.

Dieses Buch gibt es in deutscher Übersetzung hier. A. d. Übers.

Link: https://clintel.org/the-ipccs-doomsday-scenario-is-dead-but-not-yet-buried/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE




Was ist mit den bedrohten und gefährdeten MENSCHEN dieses Planeten?

Paul Driessen

Wir haben gerade unseren 57. Tag der Erde hinter uns gebracht, und die ärmsten Menschen unseres Planeten wurden wieder einmal ignoriert

Ein weiterer Tag der Erde ist gekommen und gegangen – Nummer 57. Wieder einmal haben uns die Medien, Aktivisten und internationalen Organisationen mit Plattitüden, Übertreibungen und Panikmache abgespeist.

Unsere öffentlichen Flächen, das Gesetz zum Schutz gefährdeter Arten, die Artenvielfalt und die Umweltgerechtigkeit seien bedroht, wetterten sie. Die Ozeane füllen sich mit Plastikmüll. Große umweltverschmutzende Konzerne kommen mit „Klimamord“ und „planetarischem Ökozid“ davon. Die Arktis schmilzt, und Eisbärenjunge ertrinken.

Die Vereinten Nationen legten eine kurze Pause ein, in der sie Israel wegen des Völkermords an den Palästinensern“ und die westlichen Nationen wegen des „schwersten Verbrechens“, das jemals gegen die Menschheit begangen wurde (die transatlantische Sklaverei), zu kritisieren, um den 22. April zum „Internationalen Tag der Mutter Erde“ zu erklären und ein Ende der „Verbrechen“ zu fordern, welche die Artenvielfalt zerstören.

Aktivisten veranstalteten die „erste multilaterale Konferenz“ zum Thema „Weg von fossilen Brennstoffen“. Ihr Motto „Unsere Kraft, unser Planet“ besagt, dass weitere Fortschritte erfordern, dass Gemeinschaften und Einzelpersonen Druck auf Regierungen ausüben, um die Energiewende von „schmutzigen“ fossilen Brennstoffen hin zu „sauberer“ Energie zu beschleunigen.

Verzeihen Sie mir meine Skepsis. Aber ich war als Student einer der Organisatoren des allerersten Earth Day (1970), damals, als wir echte, deutlich sichtbare Umweltprobleme hatten: Luftverschmutzung und giftiger Smog über den Städten, industrielle Wasserverschmutzung, die das Schwimmen unsicher machte, verbleites Benzin und vieles mehr. Diese Probleme haben wir weitgehend gelöst.

Seitdem haben die Grünen an finanzieller und politischer Macht sowie an Einfluss im In und Ausland gewonnen und sind in der Lage, ideologische Kampagnen und Rechtsstreitigkeiten zu Themen zu führen, die für die große Mehrheit der Amerikaner irrelevant sind, ganz zu schweigen von den Familien in den energieärmsten, ärmsten, krankheitsgeplagtesten und unterernährtesten Ländern unseres Planeten.

Und doch haben die UNO, die WHO, Umweltaktivisten, Medienkommentatoren oder Politiker, die sich so sehr um die Umwelt sorgen, in den Tagen sowohl vor dem Tag der Erde als auch danach so gut wie nichts über diese Menschen gesagt … oder gar über die Menschen in ihren eigenen Industrieländern, welche die Hauptlast der klimazentrierten, wachstumsfeindlichen, Netto-Null-, Deindustrialisierungs und Lebensstandard-senkenden Politik zu tragen haben.

Es ist, als ob diese Menschen auf unserem Planeten nicht existieren und nicht hingehören. Die menschliche Herde muss ausgedünnt werden.

In den Industrieländern haben die meisten klimabewussten Länder und Staaten die meisten Vorschriften und Subventionen für sogenannte „saubere“ Energie … die höchsten Strompreise … die höchsten Preise für Waren und Dienstleistungen. Sie zerstören ganze Industriezweige und lassen Tausende arbeitslos zurück. Sie verfügen über die Technologien, um ihre reichlich vorhandenen Kohlenstoff- und Kernenergiequellen zu nutzen, aber die herrschenden Eliten wollen nicht, dass die Bürger Arbeitsplätze und einen Lebensstandard genießen, die auf dieser Energie basieren. Jedes Jahr sterben Tausende unnötigerweise während eisiger Winter und sommerlicher Hitzewellen, weil sich Familien keine angemessene Heizung und Klimaanlage leisten oder beschaffen können.

Die „Klimakrise“ ist ein Katastrophenfilm mit Hollywood-Spezialeffekten. Die Grundlage für jede „saubere“ Energiewende ist reine Fantasie. Utopische Energie ist schlichtweg weder sauber, noch grün, erneuerbar oder nachhaltig.

Bezieht man Windkraftanlagen, Solarmodule, Transformatoren, Übertragungsleitungen und Pufferbatterien oder Kraftwerke mit ein, erfordern Wind- und Solarenergie ein Vielfaches an Rohstoffen (und damit Bergbau und Umweltverschmutzung) sowie ein Vielfaches an Landfläche, als wenn man einfach ein paar Kernkraftwerke oder Gas-Kombikraftwerke in der Nähe der Stromverbrauchsorte bauen würde – ganz zu schweigen von pseudo-erneuerbaren Systemen.

Für Familien in armen Ländern ist der Preis noch unendlich viel höher.

Weltweit haben immer noch 730 Millionen Menschen keinen Zugang zu Elektrizität. Milliarden weitere verfügen nur über einen minimalen, sporadischen Zugang. In Subsahara-Afrika haben 600 Millionen Menschen keinen Strom; Hunderte Millionen weitere verfügen über eine minimale, unzuverlässige Stromversorgung durch hier und da aufgestellte kleine Windkraftanlagen und Solarmodule. In weiten Teilen des ländlichen Asiens und Lateinamerikas ist die Lage kaum besser. Gleiches gilt für Fahrzeuge und Benzin.

Das Ergebnis ist völlig vorhersehbar. Es gibt fast keine bezahlten Arbeitsplätze oder mechanisierte Landwirtschaft, dafür aber jede Menge kräftezehrende Arbeit für Eltern und Kinder auf den Feldern – und jede Menge Unterernährung, Krankheit und Tod.

Über die Hälfte der Weltbevölkerung (mehr als vier Milliarden Menschen) lebt immer noch von 10 Dollar pro Tag.

Mehr als 260 Millionen Menschen leiden unter akuter Ernährungsunsicherheit und Unterernährung, und 35 Millionen Kinder sind ebenfalls akut unterernährt, darunter 10 Millionen, die an einer kindlichen Auszehrungskrankheit leiden – was zu einem geschwächten Immunsystem führt und sie anfällig für Entwicklungsverzögerungen, Krankheiten und den Tod macht.

Malaria infiziert nach wie vor jährlich 280.000.000 Menschen und fordert 610.000 Todesopfer. Die Luftverschmutzung in Innenräumen durch das Kochen und Heizen mit Holz, Dung, Kohle und Kerosin fordert weltweit jedes Jahr fast 3.000.000 Todesopfer. Bis zu 3,5 Millionen Menschen – vor allem Kinder – sterben jährlich aufgrund unzureichender Versorgung mit sauberem Wasser, sanitären Einrichtungen und Hygiene. Krankheiten, von denen moderne westliche Gesellschaften noch nie gehört haben, machen weitere Millionen Menschen krank, behindern oder töten sie.

Glauben Sie etwa, dass es den trauernden Familien auch nur im Geringsten etwas ausmacht, dass die Temperatur bei Ihnen vor Ort seit dem Ende der Kleinen Eiszeit um ein Grad gestiegen ist oder dass am anderen Ende der Welt ein Eisbärenjunges ertrunken ist?

Ein Hauptgrund ist die grassierende Korruption. Die Weltbank stellte fest, dass mindestens 7,5 % (und 15 % oder mehr) der gesamten Hilfe für die am stärksten auf Hilfe angewiesenen Länder auf den Auslandskonten der herrschenden Eliten landen. Und dennoch erhielt die Internationale Entwicklungsorganisation der Weltbank für den Zeitraum 2022–2025 94 Milliarden Dollar. Die Finanzmittel multilateraler Entwicklungsbanken für die größten Empfänger humanitärer Hilfe beliefen sich 2020 auf 12 Milliarden Dollar. Die weltweite öffentliche Entwicklungshilfe erreichte 2020 einen Rekordwert von 161,2 Milliarden Dollar. Rechnen Sie selbst nach.

Schlimmer noch: Diese Banken, US-amerikanische und europäische Stiftungen sowie Klima-, Landwirtschafts- und andere Aktivistengruppen setzen sich unermüdlich dafür ein, diese Länder daran zu hindern, die Strom- und Energieversorgung aufzubauen oder zu entwickeln, die sie benötigen, um Elend, Hunger und Krankheiten zu überwinden. Seit Jahrzehnten vergeben diese auf Selbstdarstellung bedachten Banken Kredite ausschließlich für Wind- und Solarprojekte – so gut wie nie für Kohle- oder Gaskraftwerke.

Das Ergebnis? Teurer, begrenzter, unzuverlässiger Strom. Keine modernen Krankenhäuser, Schulen, Wasseraufbereitungsanlagen, Fabriken oder Geschäfte. Anhaltende Umweltverschmutzung durch Holz und Dung als Brennstoffe. Keine Arbeitsplätze, kein verbesserter Lebensstandard und keine Verringerung tödlicher Krankheiten.

Die gleichen Institutionen – zusammen mit der UNO und anderen Regierungsbehörden – lehnen den Einsatz von Pestiziden zur Bekämpfung von Heuschrecken und Malariamücken ab. Sie führen Kampagnen gegen gentechnisch veränderten Mais, Sojabohnen, Raps und sogar gegen Hybridsaatgut und den lebensrettenden Goldenen Reis. Sie üben Druck auf afrikanische Regierungen aus, nicht-biologische Düngemittel und die Ernte schützende Pestizide zu verbieten, die in wohlhabenden Ländern als sicher zugelassen sind. Viele lehnen sogar Traktoren und andere mechanisierte Geräte ab.

Für sie ist die einzig akzeptable Anbaumethode die „Agrarökologie“ – la Via Campesina: der Weg der Bauern – auch bekannt als „traditionelle“, „biologische“, kräftezehrende Subsistenzwirtschaft.

Dies alles sowie Korruption, Kriege und Nahrungsmittelentzug als Kriegswaffe sind der Grund, warum wir in afrikanischen und anderen verarmten Ländern immer noch mit Unterernährung, Hunger, Krankheiten und astronomischen Todeszahlen konfrontiert sind.

Entwicklungsländer sollten vermeiden, das zu tun, was die reichen Nationen jetzt tun, da sie reich sind. Stattdessen sollten sie das tun, was die reichen Nationen getan haben, um reich zu werden. Sie sollten bedenken, dass die wohlhabenden Industrieländer keine multilateralen Entwicklungsbanken hatten, die ihnen halfen; sie schufen Institutionen, um die Stromerzeugung und Fabriken zu finanzieren, die Arbeitsplätze, eine Mittelschicht, Gesundheit, Wohlstand, neue Industrien … und Steuern schufen, um noch mehr zu finanzieren.

Sie müssen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen – und ihren rechtmäßigen Platz unter den gesunden und wohlhabenden Völkern der Erde einnehmen. Anständige, moralisch handelnde Westler müssen ihnen helfen, die Korruption zu beenden und dies zu verwirklichen.

Paul Driessen is senior policy advisor for the Committee For A Constructive Tomorrow (www.CFACT.org) and author of books, reports and articles on energy, environmental, climate and human rights issues.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/05/04/what-about-earths-threatened-and-endangered-people/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Zweimal auf Windenergie wetten: wer hat recht?

Francis Menton, MANHATTAN CONTRARIAN

Zwei Artikel der New York Times aus den letzten Tagen beschreiben die sich vergrößernde Kluft zwischen den Ansätzen der USA und Chinas in Bezug auf die Windenergie. Es tut mir leid, dass diese Artikel hinter der Paywall der Times liegen, aber denken Sie daran, dass ich dort ein Abonnement habe, damit Sie es nicht tun müssen.

Am Montag (4. Mai) ging es in dem Artikel um den Stand der Windenergieentwicklung in den USA mit der Überschrift [übersetzt] „Mehr als 150 Windprojekte stocken, da das Pentagon Prüfungen verzögert“. Der Beitrag vom Dienstag (5. Mai) behandelte das gleiche Thema in China, mit der Überschrift [übersetzt] „Chinas große Investition in Windenergie zahlt sich aus“.

Diese Artikel verdeutlichen einmal mehr, in welchem Maße die USA und ihre Bevölkerung weltweit in einzigartiger Weise gesegnet sind. Unser größter Segen besteht darin, dass uns unsere Vorfahren die freieste Wirtschaft der Welt hinterlassen haben – und zwar mit strukturellen Hindernissen, die es Politikern sehr schwer machen, dies rückgängig zu machen. Doch fast ebenso groß ist der Segen, den wir in der völligen Inkompetenz unserer geopolitischen Gegner haben.

Der Artikel vom 4. Mai über die USA berichtet über den jüngsten Schachzug der Trump-Regierung, den Ausbau der Windenergie zu stoppen. Als Begründung wird die nationale Sicherheit angeführt, insbesondere die angebliche Störung von Militärradaren und Flugwegen durch Windkraftanlagen. Auszug:

Laut einem führenden Branchenverband blockiert die Trump-Regierung mehr als 150 Onshore-Windparks in den Vereinigten Staaten, indem sie militärische Prüfungen verzögert, die einst als Routine galten. . . . Die Regierung hat eine große Anzahl von Onshore-Windprojekten, die derzeit auf privaten Grundstücken entwickelt werden, unter Berufung auf nationale Sicherheitsbedenken auf Eis gelegt. Diese Windparks müssen in der Regel vor dem Bau einer Prüfung durch das Pentagon unterzogen werden um sicherzustellen, dass ihre Turbinen keine militärischen Radarsysteme oder Flugwege stören. In der Vergangenheit verliefen diese Prüfungen relativ unkompliziert, doch in den letzten Wochen sind sie zum Stillstand gekommen, und das Pentagon hat einige Treffen mit den Entwicklern abgesagt. „Das Kriegsministerium macht es derzeit fast unmöglich, ein neues Windkraftprojekt in den Vereinigten Staaten zu realisieren“, sagte Jason Grumet, Geschäftsführer der American Clean Power Association, die Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien vertritt.

Ich weiß nicht, inwieweit die angeführten Gründe für die Einschränkung des Ausbaus der Windenergie tatsächlich stichhaltig sind oder nur als Vorwand dienen. Andererseits würde es mich überhaupt nicht überraschen, wenn Windkraftanlagen zumindest gewisse negative Auswirkungen auf militärische Radarsysteme und Flugwege hätten. Und die Beurteilung des Ausmaßes einer tatsächlichen Gefahr für die nationale Sicherheit fällt ausschließlich in den Zuständigkeitsbereich des Präsidenten, wobei die Gerichte kaum Befugnisse haben, diese Entscheidung nachträglich zu hinterfragen. Unterdessen könnten diese über 100 Windkraftanlagenprojekte, sofern sie rechtzeitig in Angriff genommen wurden, um für Steuergutschriften in Anspruch zu kommen, die nun für neuere Projekte gestrichen wurden, die Steuerzahler in den nächsten Jahrzehnten Hunderte Milliarden Dollar kosten – ohne dass sie dafür einen nennenswerten Gegenwert erhalten. Die Regierung hat uns allen einen großen Gefallen getan, indem sie die Fortsetzung dieser Projekte verhindert hat.

Es versteht sich von selbst, dass die Times und Herr Grumet von der ACPA das anders sehen:

Die ins Stocken geratenen Projekte hätten zusammen eine Stromerzeugungskapazität von etwa 30 Gigawatt, wenn sie gebaut würden, sagte Grumet. Ein Gigawatt kann mehr als 300.000 Haushalte mit Strom versorgen, auch wenn Windkraftanlagen nicht rund um die Uhr Strom produzieren können.

Irgendwie sehen die Times und Grumet es nicht als großes Problem an, dass Windkraftanlagen nur etwa 30–35 % der Zeit in Betrieb sind. Was Ihr eigenes Zuhause oder Ihr Unternehmen betrifft, sehen Sie das vielleicht anders.

Dann kommen wir zu dem gestrigen Artikel darüber, wie sich Chinas große Wette auf Windkraft angeblich „auszahlt“. Woher wissen wir das? Auszug:

Überall in China sind die Hügelkuppen mit Windkraftanlagen übersät, und in den Wüsten im Westen erstrecken sich kilometerlange Reihen davon. Ultrahochspannungsleitungen transportieren den Strom über Tausende Kilometer zu den energiehungrigen Fabriken an der chinesischen Küste. Im vergangenen Jahr hat China dreimal so viel Windkraftkapazität installiert wie der Rest der Welt zusammen, während gleichzeitig die Exporte von Windkraftanlagen sprunghaft gestiegen sind. Der Schwerpunkt der globalen Branche hat sich entscheidend verlagert: Alle sechs größten Windkraftanlagenhersteller der Welt sind chinesisch und haben die einst dominierenden europäischen Firmen und Unternehmen wie General Electric verdrängt. Der Krieg lässt Chinas Investitionen in die Windenergie als vorausschauend erscheinen. Seine asiatischen Nachbarn, die lange Zeit auf Öl und Gas aus dem Nahen Osten angewiesen waren, kämpfen um die Sicherung ihrer Brennstoffversorgung. China hingegen ist mit seinen riesigen Reserven und seinem modernen Stromnetz besser aufgestellt, um die Energiekrise zu überstehen.

OK, dort stehen überall Windkraftanlagen. Der Artikel enthält mehrere Bilder, die riesige und hässliche Windparks in China zeigen.

Aber woher weiß man, dass sich diese Windparks „lohnen“? Tut mir leid, aber so etwas wie „riesige Reserven“ an Windenergie gibt es nicht. Der Wind weht, wann er will.

Schaffen all diese Windkraftanlagen also Wohlstand oder vernichten sie ihn? In einer Marktwirtschaft wie der unseren ergibt sich die Antwort auf diese Frage aus der Rentabilität. Wenn ein Projekt nach Bezahlung der Produktionsfaktoren zu marktbestimmten Preisen einen Gewinn abwirft, dann ist das ein hervorragender Hinweis darauf, dass das Projekt Wohlstand schafft. Wenn das Projekt Geld verliert oder Subventionen benötigt, um gebaut zu werden oder weiter betrieben zu werden, dann weiß man, dass es Wohlstand vernichtet. Wie sieht es also mit den chinesischen Windkraftprojekten aus? Aus der Times:

Eine auf Subventionen und Einfuhrbeschränkungen setzende Industriepolitik legte den Grundstein dafür, dass China im Bereich Windkraftanlagen eine fast ebenso dominante Stellung einnimmt wie bei Solarmodulen. . . . Chinesische Hersteller, allen voran Envision Energy, gewinnen auch in Indien zunehmend an Boden. Beflügelt durch steuerliche Anreize und staatliche Unterstützung konkurriert das Land mit den Vereinigten Staaten um den Platz als zweitgrößter Windmarkt der Welt nach China. . . . Chinas staatliche Banken halten den Renminbi gegenüber dem Euro schwach, wodurch chinesische Windkraftanlagen im Ausland günstiger werden.

Die Branche ist also auf der Grundlage von „steuerlichen Anreizen“, „staatlicher Unterstützung“ [d. h. Subventionen], „Importbeschränkungen“ und Währungsmanipulationen massiv gewachsen. Mit anderen Worten: Es gibt keine Möglichkeit zu messen, ob sie Wohlstand schafft oder vernichtet. Da die „Anreize“ und Subventionen jedoch offenbar für das Überleben der Branche notwendig sind, ist die Wahrscheinlichkeit gleich null, dass die Branche Wohlstand schafft.

Dieser Artikel erwähnt weder Chinas parallelen und massiven Ausbau seines Kohlekraftwerkparks in den letzten zwei Jahrzehnten, noch geht er auf die Frage ein, warum all diese Kohlekraftwerke benötigt werden, obwohl bereits all diese Windkraftkapazitäten aufgebaut wurden. China baut zwei sich vollständig überschneidende und doppelte Stromerzeugungssysteme auf, von denen eines ständig in Betrieb ist und das andere nicht. Jemand muss für beide bezahlen. Man kann zwar verbergen, wer zahlt, indem man die Kosten in Subventionen und Steueranreizen versteckt, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass jemand dafür aufkommt. Wie lässt sich das also mit der Behauptung vereinbaren, dass sich die Windkraftanlagen „auszahlen“?

Der Artikel liefert die Antwort darauf, warum China Milliarden für dieses unwirtschaftliche Unterfangen ausgibt: Xi will es so!

„Energie ist ein strategisches Thema in der Entwicklung – unsere Pionierarbeit bei der Entwicklung von Windkraft und Solartechnologie hat sich als zukunftsweisend erwiesen“, sagte Chinas oberster Führer Xi Jinping Ende März. . . . In einer Rede im Juli forderte Xi China auf, „den geordneten und gut regulierten Ausbau der Offshore-Windenergie voranzutreiben“.

Es sieht so aus, als sei Xi in grundlegender Arithmetik oder Physik nicht besser als die Trottel, die hier in New York für die Klimapolitik zuständig sind. Und in China wagt es niemand, sich zu Wort zu melden und Xi zu widersprechen, egal wie offensichtlich er im Unrecht sein mag.

Wie ich bereits sagte, sind die USA durch die völlige Inkompetenz ihrer geopolitischen Gegner gesegnet.

Der Artikel weist darauf hin, dass sich in China niemand gegen den Ausbau der Windenergie wehrt, trotz offensichtlicher Nachteile:

„Das Vorhaben stößt aufgrund der starken Unterstützung durch die Regierung auf wenig Widerstand in der Bevölkerung. Auch wenn sich die Anwohner beschweren, haben sie kaum Möglichkeiten, die Projekte zu verhindern. ‚Der Lärm dieser Windräder ist ziemlich laut‘, sagte Wang Cuifen, die auf einem kleinen Bauernhof außerhalb von Yancheng lebt, in der Nähe der Sockel der hoch aufragenden Windräder in einer Gezeitenzone. ‚Sie laufen ununterbrochen von etwa 16 Uhr bis 4 Uhr morgens, und das beeinträchtigt unsere Nachtruhe.‘“

Es gibt nichts Besseres als eine Regierung, die nicht auf Beschwerden der Bevölkerung reagieren muss. Nach Ansicht der New York Times ist das eine gute Sache.

Also, liebe Leser, Sie können Ihre Wetten darauf abschließen, ob die USA oder China die richtige Wette auf die Zukunft der Windenergie eingehen. Ich wette darauf, dass China innerhalb von etwa einem Jahrzehnt Abschreibungen in Höhe von mehreren hundert Milliarden Dollar, wenn nicht sogar Billionen Dollar, auf seine Investitionen in die Windenergie vornehmen wird. Oder, da es sich um China handelt und den Führern niemals ein Gesichtsverlust zugestanden wird, wird es die Branche mit immer höheren Subventionen stützen, während seine Wirtschaft von innen heraus zerfressen wird.

Link: https://wattsupwiththat.com/two-bets-on-the-future-of-wind-energy-who-is-right/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE