Zwei Grad Hysterie

Cap Allon

„Wo die meisten Menschen leben, schwanken die Temperaturen zwischen den warmen und den kalten Monaten um mehr als 30°C… Sagen Sie mir noch einmal, wie 2°C den Planeten unbewohnbar machen sollen. Kein ehrlicher Wissenschaftler würde das je glauben.“ – Dr. Matthew M. Wielicki

Das Argument von Dr. Wielicki ist einfach: Der menschliche Körper, die menschliche Landwirtschaft und die menschliche Infrastruktur funktionieren bereits in großen Temperaturbereichen.

Die nachstehende Karte zeigt, dass in weiten Teilen der Welt – von Nordamerika bis Zentralasien – die saisonalen Temperaturschwankungen weit über 30 °C liegen:

Dennoch wird uns gesagt, dass ein allmählicher Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur um 2 °C innerhalb eines Jahrhunderts ausreicht, um die Zivilisation zu zerstören. Diese Behauptung hält dem Kontakt mit grundlegender Logik, beobachteten Ergebnissen oder historischen Präzedenzfällen nicht stand.

Im Folgenden gehe ich auf einige gängige Einwände der Panikmacher gegen diese Behauptung ein – und darauf, warum sie nicht zutreffen:

„Mittelwertbildung ist wichtiger als saisonale Schwankungen“

Wären die globalen Systeme wirklich anfällig für kleine Änderungen des Mittelwerts, würden wir nicht erleben, dass Menschen und Ökosysteme in Regionen mit jährlichen Temperaturschwankungen von 30-50 °C gedeihen. Eine Verschiebung des globalen Durchschnitts um 2 °C – über Jahrzehnte verteilt – ist im Vergleich dazu gering. Sie überschreitet nicht die natürliche Schwankungsbreite, in der wir bereits leben, und es gibt keine Hinweise darauf, dass sie die biologischen oder gesellschaftlichen Funktionen auf globaler Ebene beeinträchtigt.

„Globale Erwärmung treibt Extreme an“

Das ist die Theorie – aber die Daten sagen etwas anderes. Die Zahl der wetterbedingten Todesfälle ist seit den 1920er Jahren um 90 % zurückgegangen. Die globalen Daten zu Überschwemmungen, Dürren, Wirbelstürmen und Hitzewellen zeigen keinen steigenden Trend. Würden die klimabedingten Katastrophen wirklich zunehmen, dann würden wir auch zunehmende Schäden in der realen Welt sehen – und nicht nur aufgeblähte Versicherungsansprüche und Schlagzeilen-Hysterie. Sehen wir aber nicht.

„Die Landwirtschaft kann nicht mithalten“

Doch, kann sie. Und hat sie auch. Die Ernteerträge sind rekordverdächtig, was nicht zuletzt auf die steigenden CO₂-Werte zurückzuführen ist, die das Pflanzenwachstum ankurbeln. Wir schreiben das Jahr 2025 – der vorhergesagte Zusammenbruch der Landwirtschaft ist nicht eingetreten.

„Der Meeresspiegel wird katastrophal steigen“

Der antarktische Eisschild, der den größten Teil des Süßwassers der Erde enthält, ist seit Beginn der modernen Aufzeichnungen stabil geblieben oder hat sich abgekühlt. Das antarktische Meereis hat sich insgesamt als langfristig widerstandsfähig erwiesen, mit Phasen der Expansion. Das Schmelzen der Arktis führt nicht zu einem Anstieg des Meeresspiegels – wie ein Eiswürfel, der in einem Glas Wasser schmilzt, ist das Volumen bereits berücksichtigt.

Schlussfolgerung

Der Planet hat sich schon immer erwärmt und abgekühlt – auf natürliche Weise.

Die jüngste Erwärmungsphase steht in engem Zusammenhang mit den Sonnenzyklen, nicht mit CO₂. Die Fixierung und die Angstmacherei sind unwissenschaftlich und überholt.

Es sieht so aus, als würde die Natur jetzt einen Schaltvorgang vorbereiten.

Die Erwärmung hatte ihre Zeit. Sie brachte Rekordernten, weniger Todesfälle durch Katastrophen und einen Anstieg der Artenvielfalt – das Leben blühte auf. Wenn dieses Kapitel zu Ende geht, wie die Zyklen der Sonne vermuten lassen, dann heißt es Abschied nehmen vom Überfluss … und Begrüßung der KALTEN ZEITEN.

Link: https://electroverse.substack.com/p/south-americas-cold-chaos-polar-blast?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke)

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE




Auf dem Weg zu einem neuen Klima-Paradigma

Willis Eschenbach

Was hat mich vor einem Vierteljahrhundert dazu gebracht, mich mit der Klimawissenschaft zu beschäftigen? Es war die erstaunliche Stabilität der mittleren globalen Temperatur der Erde (GMST). Seit dem Jahr 1900, also seit eineinviertel Jahrhunderten, ist die Temperatur der Erde um 0,46 ± 0,07 Prozent gestiegen.

Ich sage es noch einmal: In eineinhalb Jahrhunderten hat sich die Erde um weniger als ein halbes Prozent erwärmt.

[Hervorhebung im Original]

Das Klimasystem der Erde ist eine seltsame Sache. Es ist eine riesige, von der Sonne angetriebene Wärmekraftmaschine. Eine Wärmekraftmaschine ist ein Gerät, das Wärme in mechanische Bewegung umwandelt. Im Falle des Klimas ist die mechanische Bewegung die endlose, unaufhörliche Bewegung des Ozeans und der Atmosphäre. Wie alle Wärmekraftmaschinen wird auch die Klima-Wärmekraftmaschine am heißen Ende erhitzt, und dann wird die Wärme an das kalte Ende übertragen und verlässt die Maschine.

Also habe ich mich auf die Suche gemacht um herauszufinden, warum die Temperatur so stabil ist. Ja, ich weiß, dass sie aus unserer winzigen menschlichen Perspektive instabil zu sein scheint, aber für eine Wärmekraftmaschine ist eine Temperaturschwankung von weniger als einem halben Prozent über eineinviertel Jahrhunderte sehr stabil. Und Folgendes habe ich herausgefunden:

Wie alle Strömungssysteme, die nicht im Gleichgewicht sind, unterliegt das Klima dem Konstruktionsgesetz, einer der am meisten unterschätzten Entdeckungen der modernen Thermodynamik. Das Konstruktionsgesetz regelt die Entwicklung von Strömungssystemen.

Und wie es das Konstruktionsgesetz verlangt, entwickelt sich die Wärmekraftmaschine des Klimas ständig weiter, um die Strömung zu maximieren. Das Konstruktionsgesetz ist eine Art Zehn Gebote für alles, was fließt – Flüsse, Blut, Verkehr und, ja, auch das Klima selbst. Der Grundgedanke?

Alles, was sich bewegt, entwickelt sich ständig weiter und wandelt sich, um die Bewegung zu erleichtern. Das Leben, so stellt sich heraus, ist ein einziges großes Spiel mit der Frage: „Wie komme ich mit möglichst wenig Aufwand von hier nach dort?“ Das Konstruktionsgesetz ist der Grund, warum Flussdeltas wie die Äste eines Baumes aussehen, die wiederum wie die Alveolen in unserer Lunge aussehen. Sie alle werden durch das Konstruktionsgesetz gesteuert.

[Hervorhebung im Original]

Aus Sicht der Konstruktionsgesetze ist das Klima kein zerbrechliches, schwankendes System, das kurz vor dem Zusammenbruch steht, sondern eine gigantische, wärmebringende Rube-Goldberg-Maschine.

Die Sonne strahlt Energie auf die Tropen ab, die Pole sind das kalte Ende der Wärmemaschine, und die Atmosphäre und die Ozeane sind damit beschäftigt, all diese Wärme vom Äquator zu den Polen zu transportieren, wo sie viel leichter ins All entweicht als in den Tropen. Hier ist eine Karte, die zeigt, welche Gebiete durch diesen Fluss Energie verlieren oder gewinnen:

Abbildung 1. Durchschnittlicher Wärmestrom, der ständig von den Tropen zu den Polen exportiert wird, März 2000 bis Februar 2024.

Bejan zufolge maximiert das Klima nicht die Temperatur oder das CO₂ oder sogar die Anzahl der Klimakonferenzen in Paris.

Nein, was es wirklich maximiert – unerbittlich, erbarmungslos, jede Minute eines jeden Tages – ist der Fluss von Wärme von dort, wo es heiß ist, dorthin, wo es nicht heiß ist.

Stellen Sie sich die Erde als ein planetarisches HVAC-System vor, das sein Kanalsystem ständig neu anordnet, um die Arbeit schneller zu erledigen. Die Hadley-Zellen, die Jetstreams, die Meeresströmungen – all dies sind keine Zufälle oder das Ergebnis einer Ausschusssitzung. Sie sind die Art und Weise, wie das System sich selbst umgestaltet, um den polwärts gerichteten Wärmefluss zu maximieren. Die Grenzen zwischen den warmen und kalten Zonen, die Größe des tropischen Gürtels, die Geschwindigkeit der Passatwinde – all das sagt Bejans Mathematik voraus, und die Zahlen stimmen mit der realen Welt überein.

Und jetzt kommt der Clou: Wenn man das System auf maximalen Wärmetransport hin optimiert, ergeben sich eine ganze Reihe anderer Dinge von selbst. Die durchschnittliche Temperatur, der Temperaturunterschied zwischen dem Äquator und den Polen, die gesamte Wärmemenge, die nach Norden und Süden transportiert wird – Bejans Modell bringt sie alle auf den Punkt, ohne dass man sich um Ausweichfaktoren kümmern, mit der Hand herumwedeln oder an die Klimagötter appellieren muss.

Woher ich das weiß? Ich weiß es, weil ich das, wie ich glaube, erste realitätsnahe Exemplar von Bejans theoretischem Klimamodell auf meinem Computer erstellt und ausgeführt habe, und weil ich gesehen habe, wie erfolgreich es war. Der gesamte Prozess wird in diesem Beitrag beschrieben.

Was steht also unter dem Strich?

Das Klima ist keine zarte Blume, die immer kurz vor dem Verwelken steht. Es ist eine kräftige, sich selbst organisierende, Wärme bewegende Maschine, die ihre eigenen Rohrleitungen immer wieder neu anordnet, um den Fluss von heiß zu kalt zu maximieren. Sie kümmert sich nicht um unsere Politik, unsere Modelle oder unsere Kohlenstoffsteuern. Sie will einfach nur ihren Job erledigen, und sie wird sich so lange verändern, bis sie ihn erledigt hat.

Kurz gesagt: Wenn Sie das Klima verstehen wollen, sollten Sie aufhören, über das Gleichgewicht nachzudenken, und anfangen, über den Fluss in einer konstruktiv geprägten Welt nachzudenken. Das Klima der Erde ist eine Wärmemaschine mit einer Mission, und sie wird sich nicht von einer Kleinigkeit wie dem Gleichgewicht aufhalten lassen.

Link: https://wattsupwiththat.com/2025/06/30/towards-a-new-climate-paradigm/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Der Mythos der Dekarbonisierung zerbricht, während der Verbrauch von Kohlenwasserstoffen zunimmt

Vijay Jayaraj

Man kann nicht die morgendlichen Schlagzeilen lesen oder durch den digitalen Äther scrollen, ohne von der feierlichen Verkündigung der globalen Medien überrollt zu werden: Die Gesellschaft löst sich langsam, aber sicher und unaufhaltsam von der tödlichen Umarmung der fossilen Brennstoffe.

Viele in der „aufgeklärten“ Fachwelt verzichten auf eine unabhängige Prüfung des Themas und wiederholen die Erklärung mit der energischen Überzeugung frisch bekehrter Anhänger. Heute haben wir es mit einem digitalen Amphitheater zu tun, das mit Hashtags und Halbwahrheiten überflutet ist, in dem die Wahrnehmung sich als Errungenschaft ausgibt und die Fehlinformation unter dem Banner der Unvermeidlichkeit marschiert.

Nehmen wir zum Beispiel China: Online-Posts über die unbestreitbare Abhängigkeit des Landes von der Kohle werden beschönigt oder falsch dargestellt. Der populären Berichterstattung zufolge hat Peking vermeintlich großes Interesse an „Netto-Null“, was durch die Installation von Solar- und Windenergieanlagen in Rekordhöhe belegt wird. Das Auf und Ab des Verbrauchs fossiler Brennstoffe und die Investitionen in „erneuerbare“ Technologien werden herausgepickt, um zu behaupten, dass die Nutzung von Kohlenwasserstoffen in China abnimmt.

Der Energiesektor in China kümmert sich jedoch wenig um diese Phantasien. Peking hat im Jahr 2024 mit dem Bau von 94,5 Gigawatt (GW) neuer Kohlekraftwerke begonnen und zusätzlich 3,3 GW ausgesetzter Projekte wieder aufgenommen. Dies ist der höchste Stand der Bauarbeiten der letzten 10 Jahre!

Erst im Mai setzte China die weltweit größte Flotte fahrerloser Bergbau-Lkw ein, um den Betrieb zu beschleunigen und die schwierigen Bedingungen des strengen Winters in der Yimin-Kohlemine im Nordosten der Inneren Mongolei zu bewältigen.

Sowohl China als auch Indien investieren enorme Summen in Windturbinen und Solarzellen. Dennoch sollten wir diese eifrigen Aktivitäten nicht für einen Moment mit der eifrigen Ablehnung fossiler Brennstoffe verwechseln, die in einigen europäischen Ländern zu beobachten ist. Die asiatischen Länder verzichten nicht auf fossile Brennstoffe, sondern greifen nach jeder Energiequelle wie ein Hortungsunternehmen vor einer zu erwartenden Krise.

In einer Rede auf der Heartland International Conference im Jahr 2023 nannte ich dies die „Zwillingsstrategie“ – ein cleverer diplomatischer Pas de deux – bei dem Peking und Delhi fotogene „grüne“ Posen für die westliche Presse einnehmen, während sie im Stillen neue Kohlekraftwerke bauen und immer mehr Brennstoff dafür ausgraben und importieren.

Das Ergebnis? Beifall von Klimagipfeln und Megawatt aus Schornsteinen – ein brillanter Balanceakt aus Tugendhaftigkeit und strategischem Realismus. Der Westen nennt es Heuchelei, China und Indien nennen es einen weiteren Tag im Büro.

Klima-Untergangspropheten müssen das Narrativ der asiatischen Komplizenschaft in der zunehmend ausfransenden „grünen“ Agenda verbreiten, um den Mythos einer dekarbonisierenden Welt am Leben zu erhalten, der für die meisten vernünftigen Menschen ungefähr so glaubwürdig geworden ist wie der Osterhase.

Indiens Ziel, den Netto-Nullverbrauch zu erreichen, ist für das ferne Jahr 2070 angesetzt – 100 Jahre nach dem ersten Earth Day, dessen Begehung bis dahin ungefähr so relevant sein wird wie das Werfen von Jungfrauen in Vulkane. Dauerhafter ist das Engagement des Landes für wirtschaftliches Wachstum durch die Nutzung von Kohle, Erdöl und Erdgas – ein Weg, der in Zukunft die höchste Steigerungsrate bei der Energienachfrage aufweisen wird.

Ähnlich verhält es sich in Dutzenden anderer Länder in Asien, Lateinamerika, dem Nahen Osten und Afrika, wo neue Entdeckungen von Energiereserven und der Appetit auf wirtschaftlichen Fortschritt die Öl- und Gasindustrie boomen lassen.

Im Jahr 2024 wurden weltweit etwa 120 Öl- und Gasfunde gemacht, wobei bedeutende Bohrungen in Surinam, Zypern, Libyen und Südafrika erwartet werden. Etwa 85 % dieser Entdeckungen fanden in Offshore-Regionen statt, die größten davon in Kuwait und Namibia.

Rystad Energy prognostiziert, dass die Tiefseebohrungen im Jahr 2026 ein 12-Jahres-Hoch erreichen werden. Der britische Öl- und Gasmulti BP, einst das Aushängeschild der Klimabewegung, gibt seine Pläne zur Reduzierung der Produktion zugunsten von Tiefseebohrungen im Golf von Mexiko auf. Das norwegische Unternehmen Equinor kündigte Anfang des Jahres an, dass „erneuerbare Energien“ in den Hintergrund treten würden, während die Offshore-Ölfelder des Landes wieder zum Leben erwachen.

Das Klimakommentariat, das bereits atemlos von seinen kreativen Verrenkungen zur Umgestaltung der Realität war, sieht sich nun durch Präsident Trumps Mittelkürzungen verunsichert, die dem klimaindustriellen Komplex den Hahn zugedreht haben.

In der Zwischenzeit bleibt das digitale Schlachtfeld eine Arena für das andauernde Tauziehen zwischen den Realitäten von Wirtschaft und Physik einerseits und der phantasievollen Rhetorik über eine Energiewende andererseits. Der Verbrauch fossiler Brennstoffe steigt dennoch weiter.

Vijay Jayaraj is a Science and Research Associate at the CO2 Coalition, Fairfax, Virginia. He holds an M.S. in environmental sciences from the University of East Anglia and a postgraduate degree in energy management from Robert Gordon University, both in the U.K., and a bachelor’s in engineering from Anna University, India. 

This commentary was first published at BizPac Review June 20, 2025.

Link: https://cornwallalliance.org/decarbonization-myth-frays-as-hydrocarbon-use-grows/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Falsch, Washington Post, Hitze macht den „Juni nicht zum neuen Juli“

Anthony Watts

In ihrem jüngsten Artikel „June is the new July: Why intense summer heat is arriving earlier“ behauptet die Washington Post (WaPo), dass „die Hitzewellen, die in den letzten Tagen über Kanada, die USA und Nordeuropa gezogen sind, Teil eines gefährlichen neuen Klimamusters sind.“ Diese Behauptung ist falsch oder bestenfalls irreführend. Die Daten zeigen keinen signifikanten Trend zu früheren oder intensiveren Hitzewellen auf globaler Ebene. Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass ein Großteil der wahrgenommenen Zunahme der Hitze in den frühen Jahreszeiten auf den UHI-Effekt (Urban Heat Island) und Fehlinterpretationen regionaler Schwankungen zurückzuführen ist und nicht auf eine alarmierende globale Veränderung.

„Die Hitzewellen, die in den letzten Tagen über Kanada, den Nordosten der Vereinigten Staaten und Nordeuropa gezogen sind, haben eines gemeinsam: Sie treten recht früh in der Saison auf“, schreibt WaPo und fährt fort: „Dieses Timing spricht für einen umfassenderen Trend, der mit dem vom Menschen verursachten Klimawandel zusammenhängt: Die zehn wärmsten Jahre, die jemals aufgezeichnet wurden, fielen alle in das letzte Jahrzehnt.“

Eines der kritischsten Versäumnisse in dem WaPo-Artikel ist, dass er die Rolle des Urban Heat Island (UHI)-Effekts bei den aufgezeichneten Temperaturen und Trends ignoriert. Der UHI-Effekt ist ein gut dokumentiertes Phänomen, bei dem in Städten aufgrund der konzentrierten Infrastruktur, des Asphalts und der menschlichen Aktivitäten deutlich höhere Temperaturen gemessen werden als in der ländlichen Umgebung, was zu einer Verzerrung der gemessenen Temperaturwerte und Durchschnittswerte führt. Mit der Ausdehnung der Städte reflektieren die zur Temperaturmessung verwendeten lokalen Thermometer zunehmend die städtische Erwärmung und nicht die globalen Trends.

Studien haben gezeigt, dass der UHI die offensichtlichen Erwärmungstrends übertreibt, insbesondere in dicht besiedelten Gebieten. Wenn Toronto, London und Paris rekordverdächtige Frühsommerhitze melden, müssen wir uns fragen, ob diese Aufzeichnungen den globalen Klimawandel zum Ausdruck bringen oder in erster Linie Artefakte der Temperaturmessung in zunehmend urbanisierten Gebieten sind.

Die NASA-Forschung erkennt dieses Problem an und weist darauf hin, dass städtische Gebiete mehrere Grad wärmer sein können als umliegende ländliche Regionen. Auch die von Roy Spencer, Ph.D., veröffentlichte Forschung zeigt, dass der von der NOAA und anderen Behörden verwendete Homogenisierungsprozess dazu neigt, die Erwärmung in den Städten mit der Erwärmung in den umliegenden ländlichen Gebieten zu überlagern und so die scheinbaren Erwärmungstrends künstlich zu verstärken. Dennoch ignorieren die Mainstream-Medien wie die WaPo routinemäßig die Auswirkungen des UHI auf die gemeldeten Temperaturtrends.

In dem Artikel werden Hitzewellen zu Beginn der Saison wiederholt als Beweis für ein „gefährliches neues Klimamuster“ angeführt. Jeder, der ein wenig Ahnung von Meteorologie hat, kann jedoch erklären, dass Wetterschwankungen schon immer dazu geführt haben, dass sommerliche Witterung von Jahr zu Jahr früher oder später beginnt. Das ist nicht neu, das ist normal.

Aus der meteorologischen Geschichte wissen wir, dass der Beginn der sommerlichen Bedingungen seit Jahrhunderten natürlichen Schwankungen unterliegt, die von Jetstream-Mustern, Ozeanschwankungen und anderen großräumigen globalen und regionalen atmosphärischen Faktoren beeinflusst werden. In manchen Jahren scheint der Sommer früh zu kommen, in anderen Jahren kommt er zu spät. Es gibt keinen konsistenten, nachweisbaren Trend, der auf frühere globale Sommer hindeutet. Das Problem besteht darin, dass die WaPo aus einer Handvoll jüngerer Jahre einen gefährlichen Trend extrapoliert, der im Wesentlichen auf einem verrauschten Datensatz beruht und der einen kurzen Zeitraum abdeckt.

Zur weiteren Untermauerung ihrer alarmierenden These, dass die Sommerhitze früher einsetzt und länger anhält, zitiert die WaPo die Behauptung des Climate Change Institute (CCI) der University of Maine, dass die Durchschnittstemperatur der nördlichen Hemisphäre in den letzten Jahren 21°C viel früher überschritten hat als im Zeitraum von 1979 bis 2000. Was WaPo und CCI jedoch ignorieren, sind die Satellitendaten, die weit weniger von UHI beeinflusst werden und eine zuverlässigere globale Messung bieten. Die Satellitenaufzeichnungen haben eine deutlich geringere Erwärmung und kleinere Erwärmungstrends gemessen. Die Satellitendaten der UAH (University of Alabama in Huntsville) zeigen, dass die Behauptung von der „Rekordhitze“ global gesehen einfach nicht stimmt.

WaPo wiederholt auch die Behauptung der US-Umweltschutzbehörde (EPA), dass Hitzewellen in den letzten sieben Jahrzehnten „länger, häufiger und intensiver geworden sind“. Die Behauptungen der EPA werden jedoch durch die eigenen Daten der Regierung widerlegt. Die Daten des National Centers for Environmental Information zeigen, dass in den 1930er Jahren, insbesondere während der Dust Bowl, einige der schlimmsten Hitzewellen in der Geschichte der USA auftraten, die noch heftiger und extremer waren als die gegenwärtigen.

Climate at a Glance: U.S. Heatwaves (hier) präsentiert historische Daten der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), aus denen hervorgeht, dass Hitzewellen in den 1930er Jahren weitaus schlimmer waren als heute. Die Anzahl der Tage mit Temperaturen über 35°C in den 1930er Jahren übertrifft alles, was in den letzten Jahrzehnten beobachtet worden ist, wie in Abbildung 1 unten zu sehen ist:

Abbildung 1. Jährliche durchschnittliche Anzahl von Tagen mit einer Tageshöchsttemperatur ≥35°C, ≥37,8°C und ≥40°C* an 828 NOAA-USHCN-Stationen mit mindestens 100 Jahren täglicher Temperaturmessung zwischen 1895 und 2023. Grafik von Chris Martz aus NOAA-Daten von hier.

[Grad Fahrenheit: 95°, 100° und 105°. Die USA wollen sich einfach nicht umgewöhnen. A. d. Übers.]

So wurde beispielsweise der bisherige Temperaturrekord in Nordamerika – 57°C im Death Valley – im Jahr 1913 aufgestellt, also lange vor dem industriellen CO₂-Anstieg, den die WaPo für die aktuellen Hitzeperioden verantwortlich macht. Tatsächlich war die Häufigkeit von Hitzewellen in der Mitte des 20. Jahrhunderts deutlich höher als heute, wenn man nicht adjustierte, rein ländliche Temperaturaufzeichnungen betrachtet. Die Daten zeigen, dass in dem einzigen Jahrzehnt der 1930er Jahre mehr staatliche Hitzerekorde aufgestellt wurden (23) als alle Rekorde, die in den 55 Jahren seit 1970 aufgestellt oder gebrochen wurden (16), ganz zu schweigen von den sechs Rekorden, die seit dem Jahr 2000 aufgestellt oder gebrochen wurden, also während der angeblich wärmsten zweieinhalb Jahrzehnte seit Beginn der Aufzeichnungen.

Der Artikel führt unweigerlich die Waldbrände in Griechenland und die frühe Gletscherschmelze in den Schweizer Alpen an, als ob diese lokalen Ereignisse ein Beweis für eine planetarische Verschiebung wären. Wie jedoch bei Climate Realism dokumentiert werden Waldbrände stark von forstwirtschaftlichen Aktivitäten, menschlichen Zündquellen und kurzfristigen Wettermustern beeinflusst, weit mehr als von irgendwelchen bescheidenen Veränderungen der globalen Temperatur.

Auch die Gletscherschmelze ist ein komplexer Prozess, der von der Schneeansammlung, der Staubablagerung und sogar von lokalem Ruß aus Fahrzeugen und der Industrie beeinflusst wird. Die pauschale Zuschreibung an die CO₂-Emissionen als Ursache ist eine grobe Vereinfachung, die diese kritischen lokalen Variablen außer Acht lässt.

Diese Geschichte ist ein weiteres Beispiel dafür, dass die WaPo ihre Hausaufgaben nicht gemacht hat, während sie aggressiv das Klimaalarm-Narrativ vorantreibt. Anstatt den gut dokumentierten Einfluss von UHI, natürliche Wetterschwankungen und die Fehler in den Klimamodellprojektionen zu untersuchen, erweist die WaPo ihren Lesern wieder einmal einen Bärendienst, indem sie zu einer unsachgemäßen Berichterstattung übergeht, die davon ausgeht, dass alle Wärme anthropogen ist und dass jede Abweichung von einem willkürlichen Durchschnitt des 20. Jahrhunderts ein Grund zur Panik ist. Diese Art der sensationslüsternen Berichterstattung wurde bereits hier sowie hier und hier angeprangert, doch sie bleibt bestehen, vielleicht weil sich Angst gut verkauft.

Solange Medien wie die Washington Post der Klima-Panikmache Vorrang vor glaubwürdiger Wissenschaft einräumen, werden sie das Vertrauen der Öffentlichkeit weiter untergraben. Das ist der wirkliche gefährliche Trend hier.

Link: https://climaterealism.com/2025/07/false-washington-post-heat-isnt-making-june-the-new-july/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Polarlichter als Zeitmaschinen

Spaceweather.com

Der Herbst 1770 war keine gute Zeit für Kapitän James Cook und die Besatzung der HMS Endeavour. Ein Jahr zuvor hatten sie von Tahiti aus erfolgreich den Venustransit beobachtet. Viele an Bord bereuten es, dieses Paradies verlassen zu haben. Nach einem Zwischenstopp in Neuseeland kollidierte die Endeavour mit dem australischen Great Barrier Reef, welches ein großes Loch in den Rumpf riss, woraufhin das Schiff sieben Wochen lang auf Grund lag und repariert werden musste. Als das Schiff wieder in Fahrt war, litten viele Besatzungsmitglieder an tropischen Krankheiten, Unterernährung und Erschöpfung.

In diesem Moment brach der geomagnetische Sturm los.

Die Endeavour befand sich am 16. September 1770 in der Nähe der Insel Timor (9,9° geographische Breite), als rote Polarlichter am Nachthimmel erschienen. Der Naturforscher Joseph A. Banks und sein Assistent Sydney Parkinson vermerkten das Ereignis in ihren Logbüchern, obwohl sie sich nicht sicher waren, was sie gesehen hatten. Die Vorstellung, dass sich Polarlichter bis zu 10 Grad über dem Äquator ausbreiten könnten, schien abwegig.

Und doch waren es Polarlichter. Eine Studie aus dem Jahr 2017 unter der Leitung von Hisashi Hayakawa ergab, dass die Cook’schen Polarlichter Teil eines extremen 9-tägigen Spektakels in China, Japan und Südostasien waren. Einige der Lichter waren „so hell wie ein Vollmond“.

Das „Cook Event“ war zweifellos eine große Sache. Aber wie groß? Das fragen sich die Forscher schon lange. Magnetometer wurden erst im 19. Jahrhundert erfunden, so dass es keine wissenschaftlichen Messungen der geomagnetischen Aktivität vor dieser Zeit gibt. Die Bewertung alter Stürme dieser Art war bisher eine Sache von Vermutungen.

Abbildung: Joseph Banks‘ Polarlicht-Tagebucheintrag von 1770.

 

Eine in der April-Ausgabe 2025 von Space Weather veröffentlichte Studie könnte dieses Problem gelöst haben, indem sie Polarlichter in Zeitmaschinen verwandelt.

Jeffrey Love vom US Geological Survey und seine Kollegen analysierten in ihrer Arbeit 54 geomagnetische Stürme von 1859 bis 2005, wobei sie sowohl Magnetometerdaten als auch Polarlichtsichtungen verwendeten. Durch die Korrelation der beiden Daten entwickelten sie ein statistisches Modell, mit dem Forscher die Stärke historischer Stürme anhand von Augenzeugenberichten abschätzen können – ein Magnetometer ist nicht erforderlich.

Eines der wichtigsten Ergebnisse ihrer Studie ist, dass Cooks Sturm (innerhalb der Fehlermarge) die gleiche Größenordnung hatte wie das berühmte Carrington-Ereignis von 1859. Sie fanden auch einen sehr großen Sturm nur wenige Tage vor dem Carrington-Ereignis. Am 28. August 1859 waren keine Magnetometerdaten verfügbar, da es sich um einen Sonntag handelte, an dem die Mitarbeiter der Sternwarte frei hatten. Allerdings wurden in Havanna, Kuba, Polarlichter über dem Himmel gemeldet. Das Modell von Love schätzte diesen Sturm auf etwa zwei Drittel des Carrington-Ereignisses ein und machte ihn damit zu einem der größten geomagnetischen Stürme aller Zeiten.

Die gute Nachricht für Cook und seine Crew: Sie benutzten keine modernen Technologien wie Funk oder GPS, die möglicherweise versagt hätten. Cook hatte keine Probleme, den magnetischen Sturm zu navigieren. Würde so etwas heute erneut auftreten, hätten wir vielleicht nicht so viel Glück.

Die Originalstudie steht hier.

Link: https://www.spaceweather.com/ vom 23. Juni 2025. Man gebe das Datum in die Rubrik „Archives“ rechts oben auf der Website ein.

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE