Britische Politiker und grünes Energieunternehmen werden beschuldigt, eine Stadt in Mississippi zu verschmutzen

Eric Worrall

Ein heilloses Durcheinander aus verarmten Arbeitern, angeblicher Umweltverschmutzung, staatlichen Subventionen und einer großen Portion Greenwashing.

Energieminister in neuen Greenwashing-Streit um Drax verwickelt

Von CALUM MUIRHEAD

Aktualisiert: 27. April 2025

Energieminister Ed Miliband wurde von US-Aktivisten beschuldigt, an der Verschmutzung einer Stadt in Mississippi mitschuldig zu sein, indem er Milliarden an Steuergeldern an ein britisches Energieunternehmen verteilte, das ihrer Meinung nach die Gesundheit der Einwohner schädigt.

Die Drax-Gruppe betreibt in Selby, North Yorkshire, ein Kraftwerk, das Strom durch die Verbrennung von Holzpellets erzeugt. Viele dieser Pellets werden aus Wäldern in den USA bezogen und nach Großbritannien geliefert.

Aktivisten aus Gloster in Mississippi, wo Drax eine Holzpelletfabrik betreibt sagen, dass die von der Anlage ausgehende Verschmutzung bei den Anwohnern zu Gesundheitsproblemen wie Herzkrankheiten, Krebs und Atemproblemen geführt hat.

Nichtsdestotrotz hat das Unternehmen von der Regierung Milliarden an Subventionen für grüne Energie erhalten. Im Februar stimmte Miliband zu, dem Konzern über vier Jahre hinweg weitere 2 Milliarden Pfund an Steuergeldern zukommen zu lassen.

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Da gibt es einiges zu entpacken.

Dem Artikel zufolge hat Drax in den letzten Jahren Geldstrafen in Millionenhöhe gezahlt. Lokale US-Behörden verweigerten Drax vor kurzem auch die Genehmigung, die Emissionen zu erhöhen.

Die Stadt Gloster in Mississippi ist eine einkommensschwache, überwiegend schwarze Gemeinde mit 897 Einwohnern. Drax beschäftigt rund 49 Personen.

Wenn Drax gezwungen ist, sich zurückzuziehen, werden etwa 49 Arbeitsplätze in einer Gemeinde verloren gehen, in der Arbeitsplätze Mangelware sind. Aber die von der britischen Regierung bereitgestellten grünen Finanzmittel tragen dazu bei, die Umweltverschmutzung in einer gefährdeten Gemeinde zu verbreiten, und sind Teil des grünen Wahnsinns, der die britische Bevölkerung verarmen lässt.

Verursacht die Verschmutzung durch die Drax-Holzschnitzelanlage in Gloster wirklich Probleme? Wer weiß das schon – heutzutage ist es schwierig, den Unterschied zu erkennen zwischen gefälschten aktivistischen Verschmutzungsstandards und Verschmutzung, die ein echtes Problem verursacht. Aber es ist durchaus möglich, dass jemand unachtsam mit dem Abfall umgegangen ist, und bei der Holzhackschnitzelproduktion in diesem Umfang fällt eine Menge Abfall an.

Was für ein Durcheinander! Ich bin froh, dass es nicht meine Aufgabe ist, das in Ordnung zu bringen.

Link: https://wattsupwiththat.com/2025/04/27/british-politicians-green-energy-company-accused-of-polluting-mississippi-town/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Wie „grün“ macht Biomasse die Welt?

(im Original in Englisch hier veröffentlicht)

Dr. Lars Schernikau

Autor „Unbequeme Wahrheiten… über Strom und die Energie der Zukunftwww.unpopular-truth.com

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[Alle Hervorhebungen im Original]

Vor 300 Jahren wanderten amerikanische Siedler in Nordamerika ein, „entdeckten“ und „eroberten“ nach und nach das Land der amerikanischen Ureinwohner oder besetzten Niemandsland. In Europa verstarb Zar Peter der Große, und Johann Sebastian Bach komponierte seine Meisterwerke.

In China brachte die Qing-Dynastie eine Welle des Fortschritts in Literatur, Kunst und Philosophie. In Indien, wo das Mogulreich zerfiel und die regionalen Maharadschas und Scheichs an Popularität gewannen, wuchs der Einfluss der Britischen Ostindien-Kompanie auf den Subkontinent… und das alles, während hölzerne Segelschiffe die Meere für Handel, Piraterie und Kolonisierung durchkreuzten.

Ein Aspekt, den alle Teile der Welt in dieser Zeit gemeinsam hatten ist, dass praktisch alle ihre Energie und Baumaterialien aus Biomasse stammten. Holz, Bretter, Futtermittel, Nahrungsmittel… alles kam von Mutter Natur… von Bäumen und Pflanzen.

Heute wird Biomasse als „grüne“, erneuerbare Energiequelle betrachtet, die angeblich nur geringe oder gar keine „Treibhausgas-“ oder „Klimaauswirkungen“ hat. Es spielt keine Rolle, welchen „Netto-Null“-Pfad der Regierung man betrachtet, Biomasse wird meist als 100% sauber und „grün“ im wörtlichen Sinne dargestellt. Werfen wir einen kritischen Blick auf diese interessante, tausend Jahre alte Energiequelle.

1. Biomasse, die Energie der Sonne und unserer Atmosphäre

Lassen Sie uns zunächst einen Schritt zurück gehen. Es mag in der 5. Klasse gewesen sein, als ich mit dem Gedanken konfrontiert wurde, dass Kohlenstoff, aus Kohlendioxid, die Grundlage für alles Leben auf der Erde ist… denn CO₂ ist das, was Pflanzen einatmen. Und wir haben auch gelernt, dass Pflanzen (bzw. Biomasse) die Lebensgrundlage für praktisch alle Lebewesen auf der Erde sind.

Offensichtlich ist Kohlendioxid (CO₂) die Basis für das Leben auf der Erde, denn es treibt den entscheidenden Prozess der Photosynthese an. Natürlich ist CO₂ auch ein „Treibhausgas“, während Wasserdampf unbestreitbar das wichtigste und am häufigsten vorkommende Treibhausgas ist, das für über 90 % des gesamten „Treibhauseffekts“ verantwortlich ist (Simpson et al 2024 [1] und Coe et al 2022 [2]).

Die Energie der Sonne, ob sie nun durch Biomasse oder Solarenergie genutzt wird, hat den Traum von einer „Energiewende“ hin zu einer unendlichen „erneuerbaren“ Energiequelle geweckt, die unser modernes Leben versorgen kann. Ich habe bereits über Wind- und Solarenergie geschrieben, Titel „Are Wind and Solar up for the challenge?“ (in deutscher Übersetzung hier) und dabei eine Systembetrachtung vorgenommen, die aufzeigt, wie „nicht erneuerbar“ Wind- und Solarenergie auf nationaler Ebene wirklich sind. Über Biomasse hatte ich bisher noch nicht geschrieben, also lassen Sie uns diese Gelegenheit nutzen und einen Blick darauf werfen.

2. Wie wichtig ist Biomasse für unsere Energiesysteme?

Biomasse macht etwa 9 % (>15.000 TWh) unserer gesamten Primär-Energieversorgung aus (Abbildung 1). Dieser Prozentsatz ist zwar eher gering, aber in absoluten Zahlen nutzen wir heute mehr Biomasse als vor 200 Jahren, als die industrielle Revolution ihren Anfang nahm.
Damals war Biomasse, hauptsächlich Holz, die wichtigste Energiequelle. Heute ist sie nur noch eine von vielen, aber mit dem Anstieg unseres Gesamtenergiebedarfs ist auch der Einsatz von Biomasse gestiegen.

In Tonnagen ausgedrückt, würden die über 15.000 TWh der weltweiten Biomasse etwa 4 Milliarden Tonnen pro Jahr entsprechen, wenn wir 15 GJ/Tonne als realistische durchschnittliche Energiedichte annehmen. Um dies in die richtige Perspektive zu rücken, kann man dies mit etwa 9 Milliarden Tonnen Kohle pro Jahr vergleichen, die über 25 % der weltweiten Primärenergie liefern. All dies sind jedoch nur sehr grobe Schätzungen, um einen Eindruck zu vermitteln.

Die folgende Tabelle fasst einige der wichtigsten Statistiken über den heutigen Energieverbrauch zusammen. Unglaublich, dass immer noch 60 % der Biomasse zum Heizen und 15 % zum Kochen in den Küchen der Welt verwendet werden. Quellen: [10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18]

Bei der Stromerzeugung haben die nordischen Länder Finnland (33 %), Schweden (29 %) und sogar die Niederlande (21 %) den höchsten Biomasseanteil, da sie Holzschnitzel, Pellets, Biogas und auch Biomasseabfälle verbrennen… Die größten und wichtigsten Biomasseverbraucher in absoluten Zahlen sind natürlich China mit 200 TWh (2,5 % ihres gesamten Stromverbrauchs), die Vereinigten Staaten mit 60 TWh (1,5 %), Brasilien mit 55 % TWh (8,5 %), Japan mit 50 TWh (4,5 %) und Deutschland mit 45 TWh (7,5 %).

Abbildung 1: Schätzungen für die globale Biomasseenergie und die sektorale Aufteilung, Schernikau basierend auf verschiedenen Quellen: [10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18

  • Wärme und Industrie (~40% der gesamten Primärenergie): Biomasse wird in erster Linie für die Beheizung von Wohngebäuden und in der Industrie verwendet und macht ¾ der gesamten Biomassenutzung aus. Weltweit stammen über 10 % der Energie für Wärme und Industrie aus Biomasse. Bis zu 80 % stammen aus Kohle und Gas. Bei allen Zahlen handelt es sich um Schätzungen, da die globalen Statistiken nicht einheitlich sind.

  • Kochen: Vor allem in weiten Teilen Afrikas ist Biomasse nach wie vor eine wichtige Energiequelle zum Kochen; weltweit kochen immer noch etwa 2 Milliarden Menschen mit Biomasse mit problematischen Auswirkungen auf die Gesundheit.

  • Elektrizität (~40% der gesamten Primärenergie): Biomasse trägt nur einen kleinen Teil zur Elektrizität bei (700 TWh oder ~2,3% der insgesamt 30.000 TWh). Dennoch, ist der globale Biomasseverbrauch für die Verstromung grösser als der gesamte Stromverbrauch Deutschlands.

  • Verkehr (~20% der gesamten Primärenergie): Biomasse oder Biokraftstoffe spielen im Verkehr nur eine sehr geringe Rolle, etwa 2% oder 600 TWh der gesamten für den Verkehr verwendeten Energie (etwa 33.000 TWh oder 20% der gesamten Primärenergie). 90 % der Transportenergie stammt aus raffinierten Erdölprodukten. Brasilien ist weltweit führend in der Produktion von „Bioethanol“, das hauptsächlich aus Zuckerrohr gewonnen wird. Bis zu 40 % der Transportenergie wird in Brasilien aus „Bioethanol“ gewonnen.

 

Abbildung 2: Weltenergieverbrauch, Quelle: Autor auf der Grundlage von [10, 11, 13]

In verschiedenen Regionen der Welt wird Biomasse in unterschiedlichen Formen und aus unterschiedlichen Quellen genutzt. Nutzpflanzen und Abfälle sind die wichtigsten Quellen. Hier ist eine Zusammenfassung [3]:

Ernten

  • Energiepflanzen: Spezielle Pflanzen wie Switchgrass, Miscanthus und schnell wachsende Bäume wie Pappeln und Weiden werden speziell für die Bioenergiegewinnung angebaut.

  • Holz: Dazu gehören Brennholz, Holzhackschnitzel und Holzpellets von Bäumen, die speziell für diesen Zweck angepflanzt werden. Diese werden häufig zum Heizen, zur Stromerzeugung und für industrielle Prozesse verwendet.

Abfall

  • Organische Abfälle: Dazu gehören feste Siedlungsabfälle (z. B. Essensreste, Gartenabfälle), organische Industrieabfälle und tierische Abfälle, die in Biogas oder andere Energieformen umgewandelt werden können.

  • Biogene Materialien im Abfall: Papierprodukte, Baumwolle und andere biologisch abbaubare Materialien tragen zur Energiegewinnung aus Biomasse bei.

  • Holzreste: Dazu gehören Holzspäne, Sägemehl und Holzpellets aus der Restholzverarbeitung.

  • Landwirtschaftliche Rückstände: Materialien wie Stroh, Maisstängel, Zuckerrohrbagasse und andere Ernterückstände werden für die Energieerzeugung genutzt.

Sonstige:

  • Algen: Bestimmte Arten von Algen werden zur Herstellung von Biokraftstoffen wie Biodiesel und Bioethanol verwendet.

Der Schwerpunkt sollte eindeutig auf Biomasse aus Abfällen oder Reststoffen liegen, was oft – aber nicht immer – der Fall ist, wenn Gemeinden Biomasse „verbrennen“.

Eurostat-Daten zufolge [4] macht die energetische Nutzung von Holz, auch für die Beheizung von Wohngebäuden, jedoch etwa 50 % der gesamten Holznutzung aus.

 

Der Film „Planet of the Humans“ von Michael Moore (auf YouTube) hat 15 Millionen Zuschauer angelockt und eignet sich hervorragend für einen Einstieg in die Biomasse-Industrie.

3. Globale Ergrünung

Bevor wir uns mit den Umweltauswirkungen der großtechnischen Erzeugung von Biomasse für Energiezwecke befassen, sollten wir uns ansehen, wie es um den Pflanzen- und Holzbestand der Welt bestellt ist.

Beim Blick auf Geschichtsbücher und Landkarten wird man feststellen, dass es in Europa, China und später in Teilen Nordamerikas kaum noch Bäume gab, da die wachsende Bevölkerung praktisch jeden Baum abholzte, der in der Nähe zu finden war, verbrannte und damit baute. Das lag daran, dass es noch keine zusätzlichen Energiequellen gab. Heute werden natürlich bestimmte Pflanzen als Quelle für Biomasse angebaut, und die Wiederaufforstung von Bäumen und Wäldern steht im Vordergrund des Umweltschutzes. Irgendwie haben wir Menschen es geschafft, einen großen Teil der Wälder wieder aufzuforsten, die in den vergangenen Jahrhunderten verloren gegangen sind.

Ich komme gerade von einem mehrtägigen Aufenthalt im schweizerischen Appenzell zurück, wo ich 200 und 300 Jahre alte Gemälde gesehen habe, auf denen das Tal der Stadt Speicher bei St. Gallen völlig baumlos dargestellt ist, da alles für Baumaterial und Energie „geerntet“ wurde. Heute hat sich das Land weitgehend erholt und Bäume und Wälder bedecken die Hügel um die Stadt Speicher.
Es ist interessant, dass die Welt heute grüner ist als beim Beginn der Satellitenaufzeichnungen und wahrscheinlich auch grüner als vor 200 Jahren . Dies verdanken wir (Abbildung 2),

  • (a) steigenden CO₂-Konzentrationen,

  • (b) etwas höheren Temperaturen, und

  • (c) menschliche Düngung und Bepflanzung,

und das, obwohl die energetische Nutzung von Biomasse weiter zugenommen hat.

Diese vier Jahrzehnte andauernde Ergrünung, zurückzuführen auf eine Zunahme der Blätter an Pflanzen und Bäumen, erstreckt sich über eine Fläche, die etwa doppelt so groß ist wie das Festland der Vereinigten Staaten. Die Ergebnisse zeigen, dass die erhöhten Kohlendioxid-Konzentrationen 70 Prozent des Ergrünungseffekts durch „CO₂-Düngung“ erklären [NASA 5]. Ranga Myneni, Professor im Fachbereich Erde und Umwelt an der Universität Boston, sagte: „Der zweitwichtigste Faktor ist Stickstoff mit 9 Prozent. Wir sehen also, welch überragende Rolle CO₂ in diesem Prozess spielt.

Die globale CO₂-Düngung und ihre positiven Auswirkungen auf die Begrünung sowie die Ernteerträge wurden in zahlreichen wissenschaftlichen, von Experten begutachteten Arbeiten aus der ganzen Welt bestätigt:

Abbildung 3: Per Satellit gemessene Ergrünung. Quelle: Nasa [5]

4. Treibhausgase und Umweltauswirkungen von Biomasse

Die Vorstellung, dass die Verbrennung von „gewachsener“ Biomasse für Energiezwecke „emissionsneutral“ ist, ist sehr umstritten. Verschiedene Studien haben klargestellt, dass „die Verbrennung von Bäumen zur Energiegewinnung keine Klimalösung ist“ [6]. Der Grund, warum es keinen Sinn macht, ist relativ einfach, wie das Institute for Governance & Sustainable Development erklärt:

  • Bei der Verbrennung von holzartiger Biomasse wird pro Energieeinheit mehr Kohlendioxid (CO₂) freigesetzt als bei fossilen Brennstoffen, einschließlich Kohle, sowie eine Reihe von Partikelemissionen.

  • Es dauert viele Jahrzehnte, bis die Bäume nachwachsen, um diese Emissionen auszugleichen.

  • Wenn man sich auf das Nachwachsen von Bäumen verlässt, ignoriert man außerdem die Schäden, die natürliche Wälder durch die Ernte erleiden – sowohl für die Kohlenstoffsenken als auch für die Artenvielfalt der Wälder.

Der amerikanische Journalist und Autor Michael Grunwald schreibt in der New York Times: „Während Amerika sich beeilt, mehr Strom aus erneuerbaren Energien zu erzeugen, ist es in Mode gekommen, sich darüber zu ärgern, dass Solar- und Windparks zu viel Land verbrauchen. Aber Amerika ist auch dabei, mehr erneuerbare Brennstoffe zu produzieren, und diese verbrauchen viel, viel mehr Land, um viel, viel weniger fossile Brennstoffe zu ersetzen.

Es ist hinlänglich bekannt, dass landwirtschaftlich erzeugte Kraftstoffe wie Mais-Ethanol und Soja-Biodiesel nicht nur die Lebensmittelinflation und den Hunger in der Welt anheizen, sondern auch katastrophale Auswirkungen auf das Klima und die Umwelt haben… vor allem, weil sie ineffiziente Flächenfresser sind.

Man braucht etwa 100 Hektar Biokraftstoffe, um die gleiche Energiemenge zu erzeugen wie ein einziger Hektar Solarpaneele weltweit (nicht dass man intermittierenden Strom mit planbarem Strom vergleichen könnte). In den USA wurde eine Landfläche größer als Kalifornien für den Anbau von weniger als 4 % der Kraftstoffe für den Verkehr im Jahr 2020 verwendet. Das bedeutet eine enorme Verschwendung von wertvollem Land, das die Welt braucht, um Pflanzen anzubauen, die zur Ernährung der wachsenden Bevölkerung beitragen können.

Die US-Umweltschutzbehörde (EPA) könnte der Verschwendung Einhalt gebieten, wenn sie Amerikas weitreichende Vorschriften zur Förderung der Biokraftstoffproduktion aktualisieren würde. Das wird sie aber wahrscheinlich nicht tun, denn in Washington, wo der Mais-Ethanolismus eine der letzten wirklich überparteilichen Ideologien ist, tut fast jeder gern so, als seien Biokraftstoffe „grün“.

  • Auf der EPA-Website heißt es [7]: „Die Herstellung und Verwendung von Biokraftstoffen hat auch Nachteile, darunter der Bedarf an Land- und Wasserressourcen sowie die Verschmutzung von Luft und Grundwasser. Je nach Rohstoff und Produktionsverfahren können Biokraftstoffe sogar mehr Treibhausgase ausstoßen als einige fossile Kraftstoffe auf einer Energie-Äquivalenzbasis.“

Was Ethanol auf Maisbasis von den meisten anderen verschwenderischen landwirtschaftlichen Erzeugnissen unterscheidet, ist die Tatsache, dass es die Ernte von den Bäuchen in die Kraftstofftanks verlagert und fast genauso viel fossile Brennstoffe verbraucht, von Düngemitteln aus Erdgas bis hin zu Diesel-Traktoren, industriellen Raffinerien und anderen Quellen, wie das Ethanol ersetzt.

Die interessantere negative Auswirkung von Biokraftstoffen, erstmals im Jahre 2008 in der Zeitschrift Science beschrieben, besteht jedoch darin, dass sie die Treibhausgasemissionen durch die Umwandlung von kohlenstoffreichen Wäldern, Feuchtgebieten und Grasland in Ackerland erhöhen, wodurch unser landwirtschaftlicher Fußabdruck vergrößert und der der Natur verkleinert wird.

Bis 2050 muss die Welt jedes Jahr zusätzlich 7,4 Billiarden Kalorien anbauen, um fast 10 Milliarden Bäuche zu füllen, und gleichzeitig die Abholzung und andere Zerstörungen der Wildnis reduzieren, um die Umweltziele zu erreichen. Die Nutzung von Biomasse für Energiezwecke erschwert beide Aufgaben erheblich.

Desweiteren bedenken sie mal, dass jeder Waldbrand (Holz) als eine „Klimakatastrophe“ bezeichnet wird, aber die Verbrennung von Holz in Kraftwerken natürlich „gar kein Problem“ darstellen soll.

Meine Meinung: Die grüne Klima-Lobby hat in den USA und weltweit schon seit einiger Zeit das Sagen, und sie hat auffallend wenig für ihre Bemühungen vorzuweisen. Ein Grund dafür ist das Eintreten für Nichtlösungen wie die Nutzung von Biomasse (außer Abfallprodukten) für Energiezwecke. Solange unsere Entscheidungsträger nicht den Mut haben, der Wahrheit ins Auge zu sehen, werden wir weiterhin den Weg der Verschwendung und der geringen Fortschritte bei der Verringerung unseres ökologischen Fußabdrucks gehen.

Ein Beispiel: das Biomassekraftwerk Drax in UK [8 and 4]

  • Das 1986 fertiggestellte Kraftwerk war bis zu seiner Schließung das jüngste kohlebefeuerte Kraftwerk in UK und wurde 2021 auf Biomasse umgestellt. Bereits 2010 begann es mit der Mitverbrennung von Biomasse.

  • Der FTSE-100-Eigentümer des Drax-Kraftwerks erzielte in der ersten Hälfte des Jahres 2024 einen Gewinn von 500 Mio. £, der durch Biomasse-Subventionen in Höhe von fast 400 Mio. £ in diesem Zeitraum unterstützt worden ist.

  • Das Kraftwerk Drax ist immer noch der größte „CO₂-Emittent“ in UK… im Jahr 2023, als Ratcliffe noch Kohle verbrannte (2GW), stieß das „grüne“ Biomassekraftwerk Drax (2,6GW) 4 mal mehr CO₂ aus als Ratcliffe

  • Die Gesamtsubventionen seit der Umstellung von Kohle auf Biomasse belaufen sich auf über 6 Mrd. £, was Drax zu einem der am stärksten subventionierten Energieerzeuger in UK macht.

  • Drax bezieht 9 Mio. Tonnen Biomasse pro Jahr, 8 Mio. Tonnen kommen per Schiff aus den USA und Kanada. Natürlich muss die Biomasse erst zu Holzpellets verarbeitet werden, bevor sie nach UK transportiert werden kann, was zusätzliche Energie erfordert, die normalerweise nicht berücksichtigt wird.

Die Erklärung, dass Biokraftstoffe CO2-neutral sind, wie es die EU und andere getan haben, geht fälschlicherweise davon aus, dass die Emissionen aus der Biokraftstoffproduktion und -verbrennung durch das Nachwachsen der Wälder schnell und vollständig ausgeglichen werden. Die Annahme der Neutralität ist nicht stichhaltig, da sie den vorübergehenden, aber Jahrzehnte bis Jahrhunderte dauernden Anstieg der CO₂-Emissionen durch Biokraftstoffe außer Acht lässt. [siehe Sterman et al, 9]

Abbildung 4: Senkt der Ersatz von Kohle durch Holz die CO₂-Emissionen? Quelle: IOP Science

 

5. Zusammenfassung

Biomasse ist seit Tausenden von Jahren Teil der Energie-Historie der Menschheit. Auch heute noch spielt sie eine Rolle und macht etwa 9 % der weltweiten Primär-Energieversorgung aus. Das klingt wenig, aber in absoluten Zahlen nutzen wir heute mehr Biomasse als in der frühen industriellen Ära vor Hunderten von Jahren.

Die Befürworter der Biomasse bezeichnen sie als „grün“ und „erneuerbar“, weil das bei der Verbrennung freigesetzte Kohlendioxid als Teil eines natürlichen Kreislaufs betrachtet wird… daher wird erwartet, dass sie zur „Rettung des Klimas“ beiträgt.

Aber wenn man tiefer gräbt, wird das Bild komplizierter. Biomasse ist nicht unbedingt nachhaltig. Pflanzen, die zur Energiegewinnung angebaut werden, wie z. B. Mais für Ethanol oder Soja für Biodiesel, beanspruchen sehr grosse Landflächen, oft auf Kosten von Wäldern oder der Nahrungsmittelproduktion. Und die Energieerträge können gering sein, wenn man alles berücksichtigt, vom Dünger bis zum Kraftstoff für Maschinen, Verarbeitung und Transport. Die Verbrennung von Bäumen zur Stromerzeugung stößt nachweislich mehr CO₂ pro Energieeinheit aus als die Verbrennung von Kohle… was über Jahrzehnte nicht ausgeglichen wird, wenn überhaupt.

Ich unterstütze ausdrücklich die Verwendung von biogenen oder biomassebasierten Abfallprodukten zur „Energiegewinnung“, die sonst auf Deponien landen würden. Allerdings unterstütze ich die Nutzung von Abfällen nur dann, wenn die aus diesen Abfällen gewonnene Nutzenergie um ein Vielfaches höher ist als die Energie, die für die „Energiegewinnung“ aus den Abfällen benötigt wird, wenn man eine vollständige Lebenszyklus-Analyse durchführt (siehe EROI-Konzept). Denn wir müssen nicht nur die Energie berücksichtigen, die nötig ist, um den Abfall zu verwerten, sondern auch die Rohstoffe, Maschinen und menschlichen sowie finanziellen Ressourcen.

Die Geschichte hat auch eine Wendung… der Planet ist in den letzten Jahrzehnten tatsächlich grüner geworden. Dank höherer CO₂-Werte, höherer Temperaturen und der Neubepflanzung durch den Menschen zeigen Satellitendaten einen weltweiten Anstieg des Pflanzenwachstums, der hauptsächlich auf einen „CO₂-Düngeeffekt“ zurückzuführen ist. Also ja, mehr Blätter, mehr Grün.

Mein Blogbeitrag stellt die Behauptung in Frage, dass Biokraftstoffe eine intelligente Lösung für die Umwelt sind. Ich argumentiere, dass Land verschwendet wird, was die Lebensmittelinflation vorantreibt, und am Ende oft genauso viel (oder mehr) Kohlendioxid ausstößt, als es einspart. Die Nettoenergieeffizienz von Biomass zu Strom ist extreme gering (siehe hier).

Meine Schlussfolgerung: Wenn es den politischen Entscheidungsträgern mit der Verringerung der Umweltauswirkungen unserer Energiesysteme ernst ist, müssen sie die starke Förderung von Biokraftstoffen überdenken und sich den harten Wahrheiten über Land-, Energie- und Umweltkonflikte stellen.

 

Links and Resources

[1] Simpson et al 2024: Observed Humidity Trends in Dry Regions Contradict Climate Models.” Proceedings of the National Academy of Sciences 121, no. 1 (January 2024): e2302480120. link

[2] Coe et al 2021: The Impact of CO₂, H2O and Other ‘Greenhouse Gases’ on Equilibrium Earth Temperatures.” International Journal of Atmospheric and Oceanic Sciences 5, no. 2 (August 2021): 29. link

[3] World Bioenergy Association WBA, link

[4] PFPI 2020 link and ClimateEarth link

[5] NASA on Greening link

[6] Bloomer et al 2022: Call to Stop Burning Trees in the Name of Climate Mitigation.” VERMONT JOURNAL OF ENVIRONMENTAL LAW 23 (n.d.) link

[7] EPA Environmental Protection Agency, USA link

[8] Ember The largest emitters in the UK: annual review | Ember link  and Gardian on DRAX, Aug 2024, Biomass power station produced four times emissions of UK coal plant- the Guardian link

[9] Sterman et al 2018: Does Replacing Coal with Wood Lower CO₂ Emissions? Dynamic Lifecycle Analysis of Wood Bioenergy,  Environmental Research Letters 13, no. 1 (January 2018): 015007. link

[10] Our World in Data link

[11] BP Energy Outlook link

[12] IEA, link and link

[13] Eurostat – Renewable Energy Statistics link

[14] Ember’s Global Electricity Review link

[15] Statista link

[16] World Energy Council link

[17] McKinsey Global Energy Perspective link

[18] European Biogas Association’s Gasification Report (2024), link

Link: https://unpopular-truth.com/2025/04/27/how-green-does-biomass-make-the-world/?utm_source=brevo&utm_campaign=2025-04-27%20Biomass&utm_medium=email

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

Anmerkung: Diese Übersetzung ist vom Autor begutachtet worden.

 




Wie lange wird der Stillstand bzgl. des arktischen Eises noch dauern?

Dr. David Whitehouse

BBC News vor 20 Jahren

Vor zwanzig Jahren hätte es eines kühnen Wissenschaftlers bedurft, um gegen den Konsens zu verstoßen und vorherzusagen, dass ein anhaltender Rückgang des arktischen Eises unmittelbar bevorstehe. Noch vor zehn Jahren gab es Vorhersagen über eisfreie Sommer innerhalb eines Jahrzehnts oder so. Und doch ist es passiert. Obwohl sich die Ausdehnung des arktischen Eises seit Beginn der ersten Satellitenaufzeichnungen im Jahr 1979 halbiert hat, hat sich der arktische Meereisverlust in den letzten zwei Jahrzehnten erheblich verlangsamt, ohne dass die Ausdehnung im September – dem jährlichen Minimum – statistisch signifikant zurückgegangen wäre. Aber manchmal kann man selbst aus solch eindeutigen (wenn auch verrauschten) Daten etwas anderes herauslesen. Insbesondere kann man bestreiten, dass der Eisrückgang signifikant ist, weil er sich fortsetzen könnte – oder auch nicht!

Viele Wissenschaftler umschiffen die Unannehmlichkeiten der jüngsten Pause beim Verlust des arktischen Meereises, indem sie auf einen langfristigen Rückgang verweisen. Aber die Pause ist definitiv real – sie ist über mehrere Beobachtungsdatensätze, Messgrößen und Jahreszeiten hinweg stabil. Sie taucht sogar in Klimamodellen wie CMIP5 und CMIP6 auf. Diese deuten darauf hin, dass solche Perioden, in denen das Meereis bei steigenden Treibhausgas-Emissionen nicht zurückgeht, nicht ungewöhnlich sind.

Einige Modelle deuten darauf hin, dass die derzeitige Pause noch fünf bis zehn Jahre, möglicherweise auch länger, andauern könnte, obwohl diese Schlussfolgerung mit erheblichen Unsicherheiten behaftet ist. Dies wirft die Frage auf, welches Merkmal der arktischen Eisvariabilität das bedeutendere ist: der Rückgang nach 1979 oder der Stillstand der letzten 20 Jahre?

Die Ungewissheit wird von Wissenschaftlern der Universität Exeter und der Columbia University in New York veranschaulicht, die in einem in der Zeitschrift Geophysical Research Letters veröffentlichten Artikel schreiben, dass sie sich nicht einmal sicher sind, welche menschlichen Einflüsse auf den Eisstillstand ausgeübt worden sein könnten.

Wenn überhaupt, dann lehrt uns dies, dass wir bei Vorhersagen von Klimaparametern über mehrere Dekaden zurückhaltend sein sollten. Wenn wir auf die Vorhersagen zur arktischen Meereisausdehnung zurückblicken, stellen wir fest, dass sie – wie viele andere Klimaprognosen auch – übertrieben alarmistisch waren.

David Whitehouse has a Ph.D in Astrophysics, and has carried out research at Jodrell Bank and the Mullard Space Science Laboratory. He is a former BBC Science Correspondent and BBC News Science Editor.

Link: https://www.netzerowatch.com/all-news/how-long-will-the-arctic-ice-pause-last?

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Fossile Treibstoffe und Dünger: Eine Paarung, welche die Welt ernährt

Vijay Jayaraj

Inmitten der leidenschaftlichen Aufrufe des Earth Day, den Planeten für künftige Generationen zu retten, tritt eine beunruhigende Ironie zutage: Die Bemühungen um die Abschaffung fossiler Brennstoffe – ein Dreh- und Angelpunkt moderner agroindustrieller Systeme – bergen die Gefahr, dass genau die Versorgungsketten unterbrochen werden, welche die globale Ernährungssicherheit überhaupt erst ermöglichen.

Von der Hungersnot zum Überfluss: die grüne Revolution

Die heutige Lebensmittelproduktion versorgt eine Weltbevölkerung von etwa 8 Milliarden Menschen – Tendenz steigend – wobei ein großer Teil der Menschen in den wohlhabenderen Ländern deutlich über ihren Bedarf hinaus konsumiert. Um diese Nachfrage zu befriedigen, ist die weltweite Produktion von Grundnahrungsmitteln nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zwischen 2000 und 2022 um beachtliche 56 % gestiegen. Doch wie kam es zu dieser Entwicklung?

Es gibt mehrere Gründe, warum die Menschheit einen so segensreichen Anstieg der Pflanzenproduktivität erlebt. Die wichtigsten sind der steigende Kohlendioxidgehalt in der Atmosphäre, der Anstieg der Temperaturen und der zunehmende Einsatz von Düngemitteln.

Einige schlagen vor – oder fordern sogar – diese Pestizide und Düngemittel abzuschaffen. Die Ernährung von 8 Milliarden Menschen mit Nahrungsmitteln und tierischem Eiweiß, deren Produktion von Pflanzen abhängt, ist jedoch ohne solche Hilfsmittel zur Sicherung der Ernten unmöglich. Mit anderen Worten: Milliarden von Menschen würden ohne sie sterben.

Obwohl Wasser, Sonnenlicht und die NPK-Trias (Stickstoff, Phosphor, Kalium) die chemische Grundlage für das Pflanzenwachstum bilden, gibt es ein entscheidendes Paradoxon: Obwohl die Erdatmosphäre zu 78 % aus Stickstoff (molekular als N₂) besteht, ist dieses Element biologisch träge, so dass Pflanzenwurzeln es nicht aufnehmen können. Hier kommen Düngemittel auf Stickstoffbasis ins Spiel: die agrarwissenschaftliche Alchemie der Menschheit

Die Magie der Stickstoffdünger

Der Einsatz von Düngemitteln korreliert eng mit der Produktion. In den letzten Jahren lagen China, Indien und die USA beim Wert der landwirtschaftlichen Produktion und beim Einsatz von Stickstoffdüngern an erster, zweiter bzw. dritter Stelle. Im Jahr 2022 wurden in China fast 25 Millionen Tonnen, in Indien mehr als 20 Millionen und in den USA fast 12 Millionen Tonnen eingesetzt.

In „Our World in Data“ schreibt Dr. Hannah Ritchie, dass Stickstoffdünger „im letzten Jahrhundert 42 % der weltweiten Geburten unterstützt hat“. Die Daten deuten darauf hin, dass selbst bei einer vorsichtigen Schätzung mehr als 3 Milliarden Menschen von Pflanzen ernährt werden, die mit Stickstoffdünger angepflanzt wurden.

„Es gibt eine Reihe wissenschaftlicher und technologischer Innovationen, die vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen raschen Anstieg der Pflanzenproduktivität ermöglicht haben“, sagt Dr. Ritchie. „Keine davon hatte so dramatische Auswirkungen wie die Möglichkeit, synthetischen Stickstoffdünger herzustellen.“

Fossile Treibstoffe und Dünger: Eine Paarung, welche die Welt ernährt

Was viele Analysten und Klimaaktivisten jedoch nicht anerkennen ist, dass diese lebensrettenden Düngemittel mit Hilfe fossiler Brennstoffe hergestellt werden. Ja, dieselben fossilen Brennstoffe, die sie für die Zerstörung unseres Planeten verantwortlich machen und die sie als „anti-grün“ brandmarken.

Zu den Stickstoffdüngern gehören Nitrat (NO₃), Ammoniak (NH₃), Ammonium (NH₄) oder Harnstoff (CH₄N₂O). Das Haber-Verfahren ist die wichtigste industrielle Methode zur Herstellung von Ammoniak. Dabei wird atmosphärischer Stickstoff (N₂) durch eine Reaktion mit Wasserstoff (H₂) in Ammoniak (NH₃) umgewandelt, wobei fein verteiltes Eisenmetall als Katalysator eingesetzt wird.

Die gängigste Methode zur Gewinnung von Wasserstoff ist die Methandampfreformierung, bei der Erdgas (Methan) als Ausgangsstoff verwendet wird und Kohlendioxid freigesetzt wird. Außerdem erfordert das Verfahren bei hohen Temperaturen und Drücken erhebliche Energie, die in der Regel aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Erdöl und Erdgas gewonnen wird.

Einige Düngemittel benötigen die doppelte Intensität an fossilen Brennstoffen. Harnstoff zum Beispiel wird durch Reaktion von Ammoniak mit Kohlendioxid (CO₂) hergestellt. Das CO₂ stammt oft aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe oder aus Nebenprodukten der Ammoniakproduktion, was die Harnstoffproduktion doppelt abhängig von Kohlenwasserstoffen macht. Indien, der weltweit größte Hersteller von Harnstoff, hat 32 Produktionsanlagen, die mit Kohlenwasserstoffen betrieben werden.

Die Stilllegung dieser Düngemittelanlagen, für die es keine brauchbaren Ersatzstoffe gibt, ist kein verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt, sondern ein Leichtsinn, der die biophysikalischen Grundlagen der Nahrungsmittelproduktion in einem Akt des Massenmords zerstören würde. Feiern Sie an diesem Tag der Erde die fossilen Brennstoffe und ihre entscheidende Rolle bei der Umwandlung einer einst von Armut geplagten Zivilisation in eine blühende Zivilisation, die über reichlich Nahrung und hocheffiziente Energiesysteme verfügt.

This article was first published by the CO2 Coalition and is reprinted here by permission.

Link: https://cornwallalliance.org/fossil-fuels-and-fertilizers-a-pairing-that-feeds-the-world/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Blackout – Nacht über Fred F. Mueller

Der Blackout in Spanien, Portugal und einigen benachbarten Gebieten Frankreichs ist nichts wirklich Neues. Er weist deutliche Parallelen zum großen europaweiten Blackout vom 4. November 2006 auf. Nur bezüglich des Auslösers gibt es eine Variation, denn damals war es nicht ein Zuviel an Solarstrom wie jetzt in Spanien. Damals war es ein Zuviel an Windstrom 1), der aus dem Norden Deutschlands in die Niederlande geleitet werden sollte (bzw. musste). Primärfehler war eine Fehlberechnung der Belastbarkeit einer 380.000 Volt-Leitung. Dies war der Auslöser einer Kettenreaktion, durch die letztlich 15 Millionen Menschen teils stundenlang ohne Strom auskommen mussten. Diese Fehlberechnung addierte sich zu einer Kette weiterer Fehler, Schlampereien und Pannen2), die erst in ihrem Zusammenwirken zur Katastrophe führten. Das charakteristische an solchen Ereignissen ist der sekundenschnelle Zusammenbruch. Dies zeigt sich am Verlauf der Netzfrequenz im Bereich mit Unterversorgung, Bild 1.

Bild 1. Aufzeichnung des Frequenzverlaufs des Stromnetzes im unterversorgten Ruhrgebiet am 4.11.2006 zwischen 22:08 und 22:30 MEZ (Grafik: Wikipedia, Creative Commons 3)

Beim Blackout im Jahr 2006 dauerte es nur 14 Sekunden, bis der Zusammenbruch besiegelt war und das europäische Stromnetz in drei getrennte Netzzonen zerfallen war, Bild 2.

Bild 2. Die 2006 nach dem Zusammenbruch entstandenen Teilnetze. Im grünen Netzbereich führte die überschüssige Leistung von 10 GW Windstrom zu einer Überfrequenz, in den beiden anderen Netzen traten aufgrund der Unterversorgung dagegen Unterfrequenzen auf (Grafik: Webseite „Outdoor Chiemgau“ 4)

Ein Problem ist die chaotische Zwangseinspeisung von „Erneuerbaren“

Die von CO2-Klimawandel-Ängsten getriebene Politik der EU hat die Organisation der gesamten Stromerzeugung grundlegend umgekrempelt. Kohle und Gas werden geächtet, und auch Kernkraftwerke werden in wichtigen Industrieländern wie Deutschland, Italien, Österreich, Norwegen, Dänemark und der Schweiz verpönt bzw. sind im Sinne des Wortes Auslaufmodelle. Vorrang haben Solar- und Winderzeugung, die aus politischen Gründen Vorrang bei der Einspeisung haben. Die Netzgesellschaften sind gesetzlich verpflichtet, diese Produktion ohne Rücksicht auf den tatsächlichen Bedarf abzunehmen, wohingegen die konventionellen Erzeuger ihre Produktion anpassen müssen. Die Situation im spanischen Netz kurz vor dem Zusammenbruch zeigt Bild 3.

Bild 3. Verlauf der Stromproduktion und der Last im spanischen Netz am Tag des Zusammenbruchs (Grafik: Webseite „Outdoor Chiemgau“ 4)

Bereits lange vor dem Zusammenbruch war nach Sonnenaufgang die chaotische Produktion aus „erneuerbarer“ Stromerzeugung hochgeschossen und danach immer weiter angestiegen, so dass die Gesamt-Stromproduktion den Bedarf (schwarze Linie mit der Bezeichnung „Last“) immer weiter überstieg. Schließlich lag der Anteil von Solar und Wind bei rund 60 %. Statt dies zu begrenzen, wurden die konventionellen Gas- und später auch die Kernkraftwerke heruntergefahren, während zugleich versucht wurde, den immer weiter zunehmenden Überschuss über drei Verbindungsleitungen nach Frankreich zu entsorgen. Diese Leitungen zeigt Bild 4.

Bild 4. Die drei Leitungen, über die Strom zwischen Spanien und Frankreich ausgetauscht wird (Grafik: Webseite „Outdoor Chiemgau“ 4)

Diese Leitungen – die mittlere hat 220 kV, die beiden äußeren 380 kV – standen zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs nicht uneingeschränkt zur Verfügung. Die rechte Leitung übertrug bereits zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs nur noch 10 MW. Zudem waren die drei Leitungen aufgrund eines rasanten Zubaus an „erneuerbarer“ Stromerzeugung in Spanien bereits im Jahr 2024 chronisch überlastet (im Jahr 2024 lag der Überlastungsgrad bei 67,6 %). Die weiter erheblich steigende „Grünstrom“-Produktion bedingte dann aller Wahrscheinlichkeit nach die Überlastung der restlichen Leitungen und als Folge dann den Zusammenbruch des Netzes. Die abgeschalteten Kernkraftwerke konnten die Situation nicht mehr retten.

Ein weiteres Problem ist die chaotische Überproduktion von Solar- und Windstrom

Schon bei der Untersuchung des Blackouts von 2006 wurde darauf hingewiesen, dass die Transportnetzbetreiber (TSO, Transport Systemoperator) die Verantwortung für die Netzstabilität tragen müssen. Sie sind gesetzlich verpflichtet, den von Millionen PV-Anlagen und Windrädern erzeugten Strom ohne Rücksicht auf den aktuellen Bedarf zu transportieren und irgendwohin loszuwerden, egal ob er sinnvoll verwendet werden kann oder nicht. So kam der Energieexperte Prof. Fritz Vahrenholt in einem Youtube-Interview 5) unter anderem darauf zu sprechen, wie der mit deutschen „Vernichtungsprämien“ nach Österreich gelieferte Überschussstrom eingesetzt wird: Mit diesem Strom wird Wasser auch dann in die Oberseen von Pumpspeicherkraftwerken gepumpt, wenn diese bereits randvoll sind. Das am Überlauf austretende Wasser läuft anschließend ungenutzt wieder den Berg hinunter. Das ist energetisch zwar idiotisch, lohnt sich jedoch finanziell. Die cleveren Österreicher verdienen Geld, und der Deutsche erwirbt dafür das gute Gewissen, die Welt vor dem Untergang gerettet zu haben.

Dieser geradezu kriminelle Unsinn wird mit jeder subventionierten Solaranlage und Windmaschine, die in Deutschland in den nächsten Jahren wider jede energetische und finanzielle Vernunft errichtet werden wird, weiter zunehmen.

Normalerweise würde eine Firma so etwas nicht machen. Der Gesetzgeber hat jedoch festgelegt, dass die Stromnetzbetreiber diesen Strom nehmen müssen, auch wenn sie dessen Erzeugung nicht kontrollieren, ja nicht einmal überwachen können. „Erneuerbarer“ Strom wird nämlich weitgehend auf der Ebene der Verteilnetzbetreiber (DSO, Distribution System Operator) eingespeist. In Deutschland sind dies mittlerweile mehrere Millionen Erzeuger. Was sich dort tut, merkt der TSO-Betreiber erst, wenn in das Verteilnetz ganz andere Strommengen hinein- oder herausfließen, als er aufgrund seiner Planungen und Verträge kalkuliert hat. Das gilt insbesondere auch bei Stabilitätsproblemen wie starken Frequenzschwankungen, da diese Einheiten bei voreingestellten Frequenzpegeln urplötzlich vom Netz gehen oder alternativ sich wieder zuschalten können.

Gewollter Kontrollverlust

Zu diesen Vorgängen haben die TSO-Betreiber keine Informationen und keine wirksamen Einflussmöglichkeiten. Schon im bereits zitierten Bericht über den Blackout von 2006 wurde vor entsprechenden Risiken gewarnt. Wie soll denn der TSO-Betreiber erkennen, ob die Dachanlage eines Hauses in Hintertupfingen gerade die Waschmaschine betreibt oder voll ins Netz einspeist? Der auffällig sägezahnförmige Verlauf der „erneuerbaren“ Erzeugung in Spanien in den Stunden vor dem Netzzusammenbruch zeigt, dass sich hier die nach einer Stilllegungs-Orgie der Kohlekraft 6) im Lande noch verbliebenen regelbaren Kraftwerke – Gas- und Dampfkraftwerke, Kernkraftwerke und Wasserkraftwerke – nach Kräften bemüht haben, die von Solar- und Windstrom verursachten Bocksprünge auszugleichen, Bild 5.

Bild 5. Mit dem ab Sonnenaufgang wachsenden Anteil an schwankendem Wind- und Solarstrom wurden die Ausgleichsmöglichkeiten der regelbaren konventionellen Kraftwerke zunehmend überfordert, bis sie kurz nach 12 Uhr den Kampf verloren (Grafik: Webseite „Outdoor Chiemgau“ 4)

Diesen Kampf haben sie letztlich auch deshalb verloren, weil es noch weitere Schwachstellen wie die offenkundig unterdimensionierten „Not-Auslässe“ nach Frankreich gab, die dann vermutlich irgendwann dem ganzen instabilen Geschehen sozusagen den Stecker gezogen haben. Bei 60 % „Erneuerbaren“ im Netz wurde in Spanien offenkundig der Punkt erreicht, wo die Systemstabilität nicht mehr abgesichert werden konnte. In unseren Medien und seitens politischer Funktionäre wie dem Grünen Klaus Müller von der Bundesnetzagentur wird natürlich derzeit alles versucht, um dieses Ereignis zu verharmlosen und so zu tun, als ob so etwas bei uns nicht passieren könne.

Warum es wichtig ist, die Hintergründe zu verstehen

Eines der größten Probleme unserer Zivilisation ist, dass wir existenziell von Technologien abhängen, für die viele Mitbürger kein ausreichendes Verständnis haben. Deshalb können uns ideologisch verpolte und zugleich oft erbärmlich unkundige Schwätzer in Klima-NGO´s, grünlinken Parteien, Medien und Regierungen unsinnige Dinge wie „100 % Erneuerbare Energie“ aufzwingen, obwohl es schon bei etwas Nachdenken einleuchtet, dass dies so nicht gehen kann. Um dem entgegenzuwirken, haben Michael Limburg und ich vor einigen Jahren ein kleines Sachbuch herausgebracht, in dem die wichtigsten Punkte und Zusammenhänge der Stromerzeugung besprochen werden. Die Erläuterungen darin sind so einfach gehalten und mit vielen Grafiken bebildert, dass auch Laien verstehen können, wie Stromerzeugung und das Netz funktionieren und worauf es dabei ankommt. Da unsere Regierungsparteien sich geschworen haben, uns den Unsinn von der „Klimaneutralität bis 2045“ sogar per Grundgesetzänderung und mit einem Extrageschenk von 100 Milliarden € an die Grünen aufzuzwingen, ist es umso wichtiger, dass sich jeder, der von den Konsequenzen aus dieser Politik betroffen ist, dazu sachkundig macht. Unser Buch „Strom ist nicht gleich Strom – warum die Energiewende nicht gelingen kann“ ist in Buchhandlungen und auch bei Amazon erhältlich.

Quellen:

  1. https://www.deutschlandfunk.de/energiemanagement-blackout-wie-sicher-ist-die-deutsche-100.html
  2. https://www.bing.com/search?pc=MOZI&form=MOZLBR&q=ergeg+Final+Report+The+lessons+to+be+learned+from+the+large+disturbance
  3. https://de.wikipedia.org/wiki/Stromausfall_in_Europa_im_November_2006#mediaviewer/File:Netzfrequenz_20061104_Area_1.jpg
  4. https://www.youtube.com/watch?v=ssQEYX_JS_4
  5. https://www.youtube.com/watch?v=bR9OgczOtLw
  6. https://www.handelsblatt.com/unternehmen/energie/klimawandel-spanien-schliesst-heute-die-haelfte-seiner-kohlekraftwerke/25962338.html