Kältereport Nr. 18 / 2025

Vorbemerkung: In der vergangenen Woche gibt es von Cap Allon nur wenige aktuelle Meldungen über Kalt-Ereignisse. Er musste sich um seine ernsthaft erkrankte Frau kümmern, der es aber inzwischen wieder besser geht. Immerhin hat er aber diverse Meldungen ohne zeitaktuellen Bezug verbreitet, die in den „Kurzmeldungen“ in deutscher Übersetzung erscheinen.

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Eine Meldung vom 29. April 2025:

USA: Spät-saisonaler Schnee in der Sierra Nevada

Nach einem kalten, feuchten Wochenende hat es in der Sierra überraschend viel Schnee gegeben. Einige Bergregionen meldeten 30 cm Schnee zwischen Freitag und Sonntagmorgen.

Auf dem Mt. Rose Ski fielen 30 bis 35 cm, davon etwa 230 cm im Tal. Im Central Sierra Snow Lab in der Nähe von Donner wurden fast 2 cm gemessen. Auf dem Sugar Bowl Summit kamen 28 cm hinzu, und selbst in Tahoe City wurden rund 3 cm gemessen. In Reno gab es eine Spur am Flughafen und stärkere Ansammlungen in den Ausläufern.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass der Norden Nevadas so spät im Jahr noch schneit, aber diese Summen sind beeindruckend.

Link: https://electroverse.substack.com/p/late-season-snow-sweeps-sierra-iberian?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 30. April 2025:

Taiwan: ungewöhnlich kaltes Frühjahr

Taiwan hat gerade einen der kältesten Frühjahre seit Beginn der Aufzeichnungen verzeichnet, mit einer Durchschnittstemperatur von 20,4°C, wie die Zentrale Wetterbehörde (CWA) mitteilte.

Für die Klimaberichterstattung definiert Taiwan den Frühling als die Monate Februar bis April. Und während dieses Zeitraums im Jahr 2025 dominierten kalte Luftmassen aus dem Norden, welche die Temperaturen sinken ließen und längere Kälteperioden auslösten, erklärte der Direktor der CWA, Chen Yi-liang.

Im Februar gab es zwei bemerkenswerte Kältewellen, während im März und April starke Schwankungen zwischen normaler Wärme und beißender Kälte auftraten. Die Durchschnittstemperatur an 11 Tieflandstationen lag bei 20,4 °C und damit 0,4 °C unter dem langjährigen multidekadischen Durchschnitt.

Taipeh verzeichnete in diesem Frühjahr 30 Tage mit Temperaturen unter 14 °C. Das ist der dritthöchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen – der höchste Wert lag bei 39 Tagen im Jahr 2011.

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Russland: extremer spät-saisonaler Schneesturm

Am 29. April wurde der russische Ural unter einem seltenen und extremen Spätfrühlings-Schneesturm begraben. In der Region Perm wurde der stärkste Aprilschneefall des 21. Jahrhunderts registriert.

Nach Angaben des Permer Zentrums für geografische Informationssysteme fiel in nur 24 Stunden mehr als 30 cm Schnee – das entspricht etwa 88 % der üblichen monatlichen Niederschlagsmenge in der Region.

In einigen Gebieten erreichten die Schneehöhen 37 cm, eine außergewöhnliche Menge für diese Zeit des Jahres.

Meteorologen haben das Ereignis vorläufig als Allzeit-April-Rekord bezeichnet.

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USA: In höheren Lagen des Mittleren Westens immer noch Frost

Der April neigt sich dem Ende zu, und in weiten Teilen der Oberen Halbinsel von Michigan und über die Großen Seen bis nach Ontario herrschen weiterhin Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Vielerorts ist der Boden noch immer gefroren.

Für Gärtner und Landwirte bedeutet das eine frustrierende Verzögerung. Die Saat geht nicht auf, und die Bodentemperaturen sind viel zu niedrig für die Wurzelbildung. Obwohl der Kalender den Frühling verspricht, hat die Natur noch nicht aufgeholt.

Bis zum Einsetzen durchgreifenden Tauwetters muss die Aussaat noch warten.

Link: https://electroverse.substack.com/p/taiwan-shivers-through-cold-spring?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 5. Mai 2025:

Japan: Einziges Sommerskigebiet öffnet mit Rekord-hoher Schneedecke

Es ist zwar schon mitten im Frühling, aber das japanische Skigebiet Gassan hat gerade erst eröffnet – und es liegt unter einer Rekord-Schneedecke. Das Skigebiet wurde am 11. April mit einer Schneehöhe von 950 Zentimetern eröffnet.

Das auf dem Berg Gassan in der Präfektur Yamagata gelegene Skigebiet ist im Winter aufgrund der extremen Schneefälle nicht zugänglich. Schneepflüge erreichen die 11 km lange Zufahrtsstraße erst im April, wenn die massiven Schneewände selbst zu einer Touristenattraktion werden:

Der diesjährige Winter hat so viel Schnee gebracht, dass selbst drei Wochen nach der Eröffnung noch 890 Zentimeter Schnee liegen.

Das Skigebiet wird voraussichtlich bis Juli in Betrieb sein, oder solange der Schnee hält.

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Russland: Historischer Mai-Schneefall im Großraum Moskau

Am 2. Mai schneite es in der Stadt Moskau – ein historisches Ereignis, das seit 75 Jahren nicht mehr aufdgetretn war. Bäume knickten unter der Last des nass n Schnees, zermalmten Autos und führten zu Stromausfällen in der gesamten Region Moskau.

Zum ersten Mal seit Beginn der Aufzeichnungen (1950) wurde an der Moskauer Basiswetterstation VDNKh am 2. Mai offiziell eine Schneedecke registriert. An der Station wurden 7 cm gemessen, während in der umliegenden Region bis zu 15 cm fielen.

Umgestürzte Bäume brachten Stromleitungen auf Straßen, Bahngleisen und Parkplätzen zum Einsturz, so dass mindestens 26.000 Einwohner über Nacht ohne Strom dastanden. Der Gouverneur des Moskauer Gebiets Andrej Worobjow sagte, dass sich die Einsatzkräfte bemühten, die Stromversorgung wiederherzustellen und die Trümmer zu beseitigen.

Die Stadtverwaltung warnte vor Unterbrechungen der Busverbindungen und forderte die Einwohner auf, nicht in der Nähe von Bäumen oder instabilen Strukturen zu parken.

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UK: Rückkehr des Schnees

In den schottischen Cairngorms hat es am Sonntag geschneit, nur wenige Tage nachdem die Medien eine kurze Phase der Frühlingswärme angekündigt hatten. Frost, sinkende Temperaturen und sogar Schnee haben die 29°C vom Freitag ersetzt, die von einer anderen fragwürdigen Station des Met Office gemessen wurden.

Bilder aus dem Cairngorm-Nationalpark zeigten schneebedeckte Gipfel und Bergwanderer, die Reif von ihren Autoscheiben kratzten .

Im gesamten UK ist der warme erste Tag des Monats sofort von klirrender Kälte und Frost abgelöst worden.

Der Kälteeinbruch hat die Temperaturen im ganzen Land sinken lassen. Sogar das Wetteramt hat zähneknirschend zugegeben, dass es in den kommenden Tagen „für diese Jahreszeit ungewöhnlich kühl sein wird, wobei in vielen Gebieten die Temperaturen nur mühsam due 10-Grad-Marke überschreiten werden“.

In den nördlichen Regionen wird mit einstelligen Höchst- und Tiefsttemperaturen gerechnet mit verbreitetem Frost in der Frühe.

Nichts von alledem passt zu der Darstellung, die Klimaschützer und Medien in der vergangenen Woche verbreitet haben – nämlich dass ein paar warme Frühlingstage irgendwie den Zusammenbruch des Klimas bestätigen. In Wirklichkeit ist dies ein klassischer britischer Frühling: kurzlebige Wärme, gefolgt von vertrauter Kälte.

Wenn man nach Osten schaut, fröstelt nicht nur das Vereinigte Königreich. Im Laufe der Woche wird auch ein Großteil des europäischen Festlands mit einer anomalen, möglicherweise rekordverdächtigen Mai-Kälte konfrontiert sein – ein weiterer scharfer Frühlingswechsel zurück zu winterlichen Bedingungen.

GFS 2 m-Temperatur-Anomalien am 5. Mai [tropicaltidbits.com].

Link: https://electroverse.substack.com/p/japans-summer-only-ski-resort-opens?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 6. Mai 2025:

Neuseeland: Rekord-früher Schnee auf dem Mt. Hutt

Auf dem neuseeländischen Mount Hutt fielen am Wochenende 120 cm Schnee – eine noch nie dagewesene Menge für Anfang Mai.

[Mt. Hutt liegt etwa 2000 m hoch. A. d. Übers.]

Die Schneeverwehungen betrugen in einigen Gebieten mehr als 2 m, in ochlagen des Berges jetzt etwa 1,8 m und am Fuß 50 cm beträgt. Dies ist ein Rekord für die erste Maiwoche, in der normalerweise nur 5 cm Schnee fallen.

Starke Winde erschwerten das Ereignis und richteten in ganz Canterbury große Schäden an. Mehr als 1.100 Haushalte in Wainuiomata, Kelson, Belmont, Avalon und Epuni waren ohne Strom. In tiefer gelegenen Regionen wurden Überschwemmungen gemeldet.

Die Mitarbeiter von Mt. Hutt sind nun dabei, die Straßen zu räumen, die Liftstationen auszugraben und den Zustand der Pisten zu beurteilen. Obwohl die offizielle Eröffnung für den 13. Juni geplant ist, sagen die Mitarbeiter des Skigebiets, dass die Saison früher beginnen könnte, wenn das Wetter so bleibt.

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Japan: Kirschblüte im Schnee

In Okura, Präfektur Yamagata, blühen die Kirschbäume vor dem Hintergrund des noch vorhandenen Schnees. Nach einem brutalen Winter mit rekordverdächtigen Schneefällen ist die Rückkehr des Frühlings ein willkommenes Ereignis.

Am 1. Mai blühten fünfzehn Kirschbäume auf einem Park-Golfplatz in der Nähe der heißen Quelle Hijiori Onsen und zogen viele Besucher an.

Nach einem strengen Winter habe ich beim Anblick dieser Landschaft das Gefühl, dass der lang ersehnte Frühling endlich da ist“, sagte Hiroyuki Yakuwa von Ohkura Sport, dem Betreiber des Parks.

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Schneemasse der Nordhemisphäre

Ein Blick auf die Schneefalltabelle des FMI für die nördliche Hemisphäre zeigt, dass die Saison trotz der dramatischen und unerklärlichen Korrektur nach unten im letzten Monat immer noch bemerkenswert ist und die Schneemasse deutlich über dem Durchschnitt von 1982-2012 liegt:

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USA: Weitere Kältewellen

In weiten Teilen der USA, insbesondere im Südwesten, herrscht unangenehme Kälte.

In Phoenix, AZ, wurde am Sonntag mit 23,3°C der kälteste Maitag seit 2008 gemessen – 11°C unter dem Durchschnitt. In Las Vegas, NV, war es mit 20°C sogar noch kälter, ebenfalls 11°C unter dem Normalwert. In beiden Städten liegen die Höchstwerte zu dieser Jahreszeit normalerweise deutlich über 30 Grad.

Teile von Texas und dem Nordosten meldeten ebenfalls kalte, nasse Bedingungen. In San Antonio fielen die Temperaturen am Sonntagmorgen auf 12-14 °C, während sie in weiten Teilen von Connecticut bei 10-15 °C verharrten.

Diese Anomalien sind Teil eines umfassenderen atmosphärischen „Omegablocks“, eines festgefahrenen Wettermusters, in dem kühlere Luft eingeschlossen ist.

[Eine solche „Omega-Lage“ ist auch für die Trockenheit hierzulande verantwortlich. A. d. Übers.]

Link: https://electroverse.substack.com/p/mt-hutt-sees-record-early-may-snowfall?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 7. Mai 2025:

Europa: Schnee und Frost

Nach dem verheerenden Frost und den seltenen Schneefällen Ende April haben sich die Bedingungen im Mai weiter verschlechtert.

Der Temperatursturz hat in Dutzenden von Ländern zu Schneefall und Frost geführt. Die arktische Luft hat das Sagen, was zu den für diese Jahreszeit seltenen und intensiven Kälteeinbrüchen führt.

Am 6. Mai fielen die Temperaturen in vielen Gebieten weit unter den Gefrierpunkt…

In Altnaharra in UK wurden -4,7 °C gemessen. In Weißrussland erreichte Minsk -3,8 °C, während mehrere Städte in Litauen und Polen -3,2 °C erreichten. Dublin, Irland, fiel auf -0,6°C, und León, Spanien, registrierte genau 0°C.

In Skandinavien war es noch kälter. Kilpisjarvi Saana in Finnland erreichte einen Tiefstwert von -9,4 °C, und Katterjakk in Schweden verzeichnete -8,9 °C. Das sind extreme Werte für den Mai, und es wird erwartet, dass diese Tiefstwerte die aufkeimenden Kulturen hart treffen werden.

Die Schäden werden noch bewertet, aber die Fröste, die beispielsweise Ende April in der Ukraine auftraten, gehörten zu den schlimmsten, die je gemessen worden sind:

Die Höchstwerte sind auf dem gesamten Kontinent ungewöhnlich niedrig…

Am Dienstag erreichte Salzburg, Österreich, nur 8,9°C, Mende, Frankreich, kämpfte mit 7,9°C, und Zakopane, Polen, sah nur 6,8°C. Entlang der Ostsee erreichten Städte wie Tallinn und Ventspils kaum mehr als 8 °C (46 °F). Viele Tieflandregionen in Deutschland, Österreich und Osteuropa blieben den ganzen Tag über im einstelligen Bereich.

Meteorologen warnen, dass diese Kältewelle noch mindestens zwei Wochen andauern könnte.

Link: https://electroverse.substack.com/p/snows-and-sub-zero-lows-sweep-europe?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 8. Mai 2025:

Indien: Niedrigste Mai-Temperatur seit 1985 in Mumbai

Mumbai erwachte am Mittwoch mit seltener Kälte: Das Thermometer zeigte gerade einmal 20,6 °C an – der kälteste Mai-Morgen seit vier Jahrzehnten. Das letzte Mal, dass es im Mai so kalt war, war 1985 mit 20,2°C.

Ausgelöst wurde dieser für die Jahreszeit untypische Kälteeinbruch durch eine westliche Strömung – ein Wettersystem, das eher für den Winter typisch ist – die Gewitter, Bewölkung und großflächigen Regen über die Region brachte.

Es wird erwartet, dass die unterdurchschnittlich kühlen Bedingungen – etwa 3 °C unter den saisonalen Normen – in absehbarer Zukunft anhalten werden.

Die ungewöhnliche Verschiebung wurde durch ein System verursacht, das sich über Pakistan bildete und in den Westen Indiens zog und kühle Luft und Feuchtigkeit an die Konkan-Küste brachte – die Einheimischen betrachten dies als eine seltene, aber willkommene Abwechslung zur üblichen Mai-Hitze in Mumbai.

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Tasmanien, Australien: Kälteeinbruch im Südosten Australiens

Eine herbstliche Kaltfront hat schwere Schneefälle über Tasmanien gebracht, wobei eisige Luft in den Südosten Australiens gelangte. Der Schnee fiel bis auf 500 Meter hinunter, in höheren Lagen kamen mehr als 15 cm zusammen.

Mt. Field und die nahe gelegene Gemeinde Maydena erwachten am Donnerstag in einer tiefwinterlichen Umgebung. „Es ist der dritte Schneefall in diesem Jahr, aber bei weitem der stärkste“, sagte Mike Callow.

Der Schnee blieb weitgehend auf Tasmanien beschränkt, die Kälte aber nicht. Am Donnerstagmorgen sank die Temperatur an der Thredbo Top Station von 6,7 °C am Vortag auf 0 °C, während sie in Canberra von 18,9 °C auf 12,7 °C und in Melbourne von 19 °C auf 14 °C sank.

Kalte Nächte stehen bevor.

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Meldungen vom 9. Mai 2025:

Europa: Weiterer Mai-Frost

Nach den Frösten der letzten Tage ist Europa erneut von ungewöhnlich kalten Morgenstunden heimgesucht worden.

Die niedrigsten Werte wurden am 8. Mai in Schweden gemessen, wo in Tjakaape -8,8 °C gemessen wurden. Weißrussland, Litauen, Polen, Lettland, die Tschechische Republik, Österreich, Dänemark, Belgien und sogar Teile Spaniens verzeichneten nächtliche Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.

Zu den bemerkenswerten Tiefstwerten gehörten -2,8 °C in Bobruisk (Belarus), -2,7 °C in Baranovici und Ukmerge sowie -2,5 °C in Lebork und Ketrzyn (Polen). In Litauen bestätigte der litauische hydrometeorologische Dienst (LHT), dass die -5,8 °C in Varėna der kälteste 8. Mai seit Beginn der Aufzeichnungen sind und die -4,8 °C von 2019 übertreffen.

In vielen tieferen Lagen lagen die Tageshöchsttemperaturen unter 5 °C, und in einigen Gebieten wurde Schneefall gemeldet. So fiel beispielsweise in der Region Leningrad im Nordwesten Russlands Schnee – ein ungewöhnlicher Anblick für den Mai.

Es wird erwartet, dass die kalte Witterung in Kontinentaleuropa anhält, mit anhaltendem Morgenfrost zwischen 0 und -5 °C und regionalen Höchstwerten, die bis Mitte Mai mancherorts nur zwischen 5 und 10 °C liegen.

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Noch einmal Mumbai, Indien: Kältester Mai seit Beginn von Aufzeichnungen (1881)

Das Colaba-Observatorium in Mumbai, der Hauptstadt des westindischen Bundesstaates Maharashtra, hat gerade den kältesten Mai-Morgen aller Zeiten verzeichnet.

Das Observatorium registrierte am Donnerstag, dem 8. Mai, einen Tiefstwert von 22,2 °C – die niedrigste Mai-Temperatur seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881. Der bisherige Rekordhalter ist der 25. Mai 1951 mit 22,8 °C.

Das Observatorium von Colaba wurde 1826 erbaut, aber nur Daten, die ab 1881 gesammelt wurden, werden vom IMD offiziell für langfristige Klimaaufzeichnungen berücksichtigt. Die Temperatur vom Donnerstag ist nun Teil dieser rekordverdächtigen Geschichte. Viel Aufmerksamkeit wird sie allerdings nicht bekommen.

Link: https://electroverse.substack.com/p/may-frosts-persist-in-europe-mumbai?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Wird fortgesetzt mit Kältereport Nr. 19 / 2025

Redaktionsschluss für diesen Report: 9. Mai 2025

Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE




Der wenig bekannte 100-jährige solare „Gleissberg-Zyklus“ erwacht

Anthony Watts via SpaceWeather.com

Graphik 1: Die schwarze Linie zeichnet den hundertjährigen Gleissberg-Zyklus nach, der den 11-jährigen Sonnenfleckenzyklus moduliert.

Sie haben schon vom 11-jährigen Sonnenfleckenzyklus gehört. Aber was ist mit dem hundertjährigen Gleissberg-Zyklus? Der Gleissberg-Zyklus ist eine langsamere 100-jährige Modulation, welche die Sonnenfleckenzahl alle 80 bis 100 Jahre unterdrückt. In den letzten ~15 Jahren befand sich die Sonne in diesem Zyklus in der Nähe eines Minimums, aber das wird sich bald ändern.

Neue, soeben in der Zeitschrift Space Weather veröffentlichte Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass der Gleissberg-Zyklus wieder erwacht, wodurch die Sonnenzyklen in den nächsten 50 Jahren immer intensiver werden könnten.

„Wir haben uns Protonen in der Südatlantischen Anomalie angesehen“, erklärt der Hauptautor der Studie, Kalvyn Adams, Astrophysikstudent an der Universität von Colorado. „Das sind Teilchen von der Sonne, die der Erde ungewöhnlich nahe kommen, weil der magnetische Schutzschild unseres Planeten über dem Südatlantik schwach ist.“

Graphik 2:  Die Südatlantische Anomalie (blau) ist eine Schwachstelle im Magnetfeld der Erde, an der Teilchen von der Sonne relativ nahe an die Erde herankommen können [mehr]

Es hat sich herausgestellt, dass Protonen in der Südatlantik-Anomalie ein Kanarienvogel in einer Kohlenmine“ für den Gleissberg-Zyklus sind. Wenn diese Protonen abnehmen, bedeutet dies, dass der Gleissberg-Zyklus kurz vor einem Anstieg steht. „Genau das haben wir festgestellt“, sagt Adams. „Die Protonen nehmen in den Messungen, die wir von den Polar Operational Environmental Satellites der NOAA erhalten haben, deutlich ab.“

Die Protonen in der Südatlantischen Anomalie sind nur der jüngste Teil einer wachsenden Zahl von Hinweisen darauf, dass das „Gleissberg-Minimum“ vorüber ist. Die Zahl der Sonnenflecken hat zugenommen, die ultraviolette Strahlung der Sonne hat zugenommen, und die Gesamtaktivität des Sonnenzyklus 25 hat die Prognosen übertroffen. All dies deutet auf einen Aufschwung im 100-jährigen Zyklus hin.

Es bedeutet auch, dass Joan Feynman Recht hatte. Bevor sie im Jahr 2020 verstarb, war die bahnbrechende Sonnenphysikerin eine führende Forscherin des Gleissberg-Zyklus‘, und sie glaubte fest daran, dass die hundertjährige Oszillation für die bemerkenswerte Schwäche des Sonnenzyklus 24 (2012-2013) verantwortlich war. In einer bahnbrechende, im Jahre 2014 veröffentlichten Studie argumentierte sie, dass das Minimum des Gleissberg-Zyklus‘ fast genau auf den Solarzyklus 24 fiel, was ihn zum schwächsten Zyklus seit 100 Jahren machte. Das Blatt sollte sich nun wenden.

Das Wiederaufleben des Gleissberg-Zyklus‘ gibt eine klare Vorhersage für die Zukunft: Die Sonnenzyklen 26 bis 28 sollten intensiver werden. Der Solarzyklus 26, der im Jahr 2036 seinen Höhepunkt erreicht, wäre stärker als der derzeitige Solarzyklus 25, und so weiter. Das prognostizierte Maximum des Gleissberg-Zyklus‘ liegt um 2055, was mehr oder weniger mit dem Sonnenzyklus 28 übereinstimmt. Dieser Zyklus könnte also recht intensiv sein.

„Da die Zahl der Satellitenstarts stark zunehmen wird, ist es wichtig, sich auf Veränderungen in der Weltraumumgebung einzustellen, die von Tausenden von Satelliten und Raumfahrzeugen von allen Seiten durchflogen wird“, sagt Adams. „Die Sonnenaktivität und die Partikelflüsse könnten sich in den kommenden Jahrzehnten stark verändern.“

Weitere Informationen finden Sie in Adams‘ ursprünglicher Forschungsarbeit hier.

Link: https://wattsupwiththat.com/2025/05/08/the-suns-little-known-100-year-gleissberg-cycle-is-waking-up/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Die Apokalypse durchkreuzen: Curry und DeAngelo entlarven den Mythos der Klimakatastrophe

Charles Rotter

Abstract

Das apokalyptische Klimagerede ist ein ernsthaft irreführendes Propagandainstrument und ein sozial destruktiver Leitfaden für die öffentliche Politik. Das Narrativ übertreibt radikal die Risiken, die der Menschheit durch die fortgesetzte globale Erwärmung drohen, die überschaubar und nicht existenziell sind. Es schreibt eine groß angelegte, kurzfristige Unterdrückung der Nutzung fossiler Brennstoffe vor und verkennt dabei die enormen Kosten, die eine solche Unterdrückung für die Menschen mit sich bringen würde, da fossile Brennstoffe derzeit unersetzliche Ressourcen für die Herstellung von Nahrungsmitteln (über ammoniakbasierte Düngemittel), Stahl, Zement und Kunststoffen sind. In dieser Studie werden die Fehler in der apokalyptischen Vision aufgezeigt und neun Grundsätze für eine vernünftige Energie- und Klimapolitik in den USA formuliert.

In einer Zeit, in der sich Ängste schneller verkaufen als Fakten, kommt ein erfrischender Hauch von Vernunft in Form einer neuen Studie von Dr. Judith Curry und dem Wirtschaftswissenschaftler Harry DeAngelo. Unter dem Titel „A Critique of the Apocalyptic Climate Narrative“ (Eine Kritik des apokalyptischen Klima-Narrativs) demontiert diese Studie Stein für Stein den weit verbreiteten Glauben, dass die Menschheit am Rande des klimabedingten Aussterbens steht und dass die Rettung in der dringenden Abkehr von fossilen Brennstoffen liegt.

Curry und DeAngelo beginnen mit einer nüchternen Mahnung: „Alarmierende Narrative, die eine Aura der Plausibilität haben, können sehr wirksame Instrumente zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung und der öffentlichen Politik sein.“ Das ist, kurz gefasst, die Geschichte der Klimapolitik der letzten 30 Jahre. Ein Narrativ wurde gesponnen, geschliffen und als Waffe eingesetzt – nicht um die Öffentlichkeit zu informieren, sondern um sie in Richtung einer wirtschaftlich und politisch ruinösen Politik zu lenken.

Diese Studie stellt nicht nur die Dringlichkeit der Dekarbonisierung in Frage, sondern höhlt sie auch aus.

Die wahre Klimabilanz: Mehr Wohlstand, nicht Untergang

Curry und DeAngelo erteilen den Unkenrufern eine deutliche statistische Absage und betonen:

„Seit Ende des 19. Jahrhunderts ist die Durchschnittstemperatur der Erde um etwa 1,3°C gestiegen… Im gleichen Zeitraum… gab es bei den meisten Arten von extremen Wetterereignissen nur geringe oder keine nachweisbaren Veränderungen.“

In der Zwischenzeit ist die Weltbevölkerung stark gestiegen, die landwirtschaftliche Produktion hat sich vervierfacht und die Lebenserwartung hat sich mehr als verdoppelt. Die Sterblichkeitsrate bei kaltem Wetter – zehnmal tödlicher als bei Hitze – ist drastisch gesunken, während die grüne Blattfläche der Erde dank der CO₂-Düngung um 5 % zugenommen hat.

Wenn dies eine Krise ist, ist man versucht zu fragen: Können wir mehr davon haben?

Der Net-Zero-Schwindel

Dr. Currys Kritik ist besonders schwerwiegend, wenn sie sich gegen die Phantasterei des Netto-Null-Effekts richtet. Wie die Autoren anmerken:

„Heute bezieht die Welt 81 % ihrer Energie aus fossilen Brennstoffen… In absoluten Zahlen hat der weltweite Verbrauch von Öl, Erdgas und Kohle zugenommen.“

Milliarden werden in Solar- und Windenergie investiert – nicht, um fossile Brennstoffe zu ersetzen, sondern lediglich, um zusätzliche Kapazitäten zu schaffen. Die Emissionen sind nicht zurückgegangen, sie sind gestiegen. Der Grüne New Deal? Ein grüner New Damn.

Der Mythos der drohenden Katastrophe

Diese Studie befasst sich auch mit dem Lieblingsgespenst der Klimaalarmisten: Kipp-Punkte.

„Es gibt auch geringes Vertrauen in Schlussfolgerungen zu möglichen Kipppunkten, was auf die großen (Knight’schen) Unsicherheiten in unserem Verständnis des komplexen Klimasystems zurückzuführen ist.“

Im Klartext: Wir verstehen das System nicht gut genug, um mit Sicherheit katastrophale Umschwünge vorherzusagen. Doch das hat die technokratische Priesterschaft nicht davon abgehalten, Billionen an Steuergeldern zu fordern.

Rationale Energiepolitik: Am wichtigsten: keinen Schaden anrichten

Anstatt den grünen Drachen namens Netto-Null zu jagen, schlagen die Autoren gesunden Menschenverstand vor:

„Wir sollten nicht auf fossile Brennstoffe verzichten, bevor wir nicht einen technologisch machbaren und kosteneffizienten Ersatz für die kritischen Ressourcen haben, die sie für die Produktion von Lebensmitteln, Stahl, Zement, Kunststoffen und Strom liefern.“

Ihre neun Grundsätze für eine vernünftige Energiepolitik – von Investitionen in Innovationen bis hin zu einer Wiederbelebung der Kernkraft – sollten an der Bürotür jedes politischen Entscheidungsträgers ausgehängt werden, der immer noch an der Vorstellung festhält, das Klima durch Gesetze kontrollieren zu können.

Unter dem Strich

„Ist eine nicht nachweisbare Verringerung des Erwärmungstrends die enormen Einbußen an Lebensqualität wert, die durch eine sofortige Umstellung auf Netto-Null verursacht werden? … Es gibt keine glaubwürdigen Beweise für eine existenzielle Bedrohung durch die globale Erwärmung.“

Dr. Currys Arbeit liefert das dringend benötigte Gegengift zur Klimahysterie. Ihre Botschaft ist klar: Das vermeintliche Heilmittel – der sofortige Ausstieg aus fossilen Brennstoffen – ist weitaus gefährlicher als die Krankheit.

Die Studie kommt zu dem Schluss: „Versuche, die Nutzung fossiler Brennstoffe aggressiv zu unterbinden, sind sozial destruktiv und würden der Menschheit erhebliche vermeidbare Kosten aufbürden.“

In einer Welt, die von ideologischem Klimatheater überschwemmt wird, hat uns Dr. Curry einen Spielplan mit einem seltenen Gut überreicht: der Wahrheit.

Link: https://wattsupwiththat.com/2025/05/06/puncturing-the-apocalypse-curry-and-deangelo-expose-the-myth-of-climate-catastrophe/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Ist es endlich an der Zeit, die Klimamodell-Panik zu beenden?

Steve Goreham

Klimamodelle bilden seit mehr als 35 Jahren die Grundlage für die Sorge um den Klimawandel. Die US-Regierung, die Vereinten Nationen und Organisationen auf der ganzen Welt haben sich auf Modellprojektionen gestützt, um vor der globalen Erwärmung zu warnen und einen Wechsel zu erneuerbaren Energien zu fordern. Doch die Haushaltskürzungen der Trump-Regierung bei der NASA, der NOAA und anderen Bundesbehörden drohen, die Modelle und damit das Herzstück des Klimawandel-Alarmismus‘ abzuschalten.

Im Juni 1988 hielt Senator Tim Wirth, damals Vorsitzender des Ausschusses für Energie und natürliche Ressourcen, die allererste Anhörung über die Wissenschaft des Klimawandels ab. Dr. James Hansen, Leiter eines Computermodellierungsteams bei der NASA, sagte aus, dass er „… zu 99 Prozent davon überzeugt ist, dass die Welt tatsächlich wärmer wird und dass dies mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die vom Menschen verursachten Treibhausgase zurückzuführen ist.“

Seit Dr. Syukuro Manabe vom Geophysical Fluid Dynamics Laboratory in Washington D.C. in den 1960er Jahren eines der ersten Klimamodelle entwickelt hat, warnen Modellierer davor, dass der Mensch einen gefährlichen Klimawandel verursacht. Die globalen Temperaturen sind in den letzten 140 Jahren nur um etwas mehr als ein Grad Celsius gestiegen, aber die Modelle projizieren einen schnelleren zusätzlichen Anstieg von 0,5ꟷ3,5°C bis zum Jahr 2100.

Klimamodelle werden von Wissenschaftlern, Forschern und politischen Entscheidungsträgern verwendet, um mögliche zukünftige Klimaauswirkungen abzuschätzen. Globale Organisationen wie das IPCC der Vereinten Nationen und die Weltbank nutzen Modellprojektionen, um zu Klimaschutzmaßnahmen aufzurufen. Nichtregierungsorganisationen wie Greenpeace nutzen Modellprojektionen, um Gelder zu beschaffen. Doch die Trump-Regierung scheint im Begriff zu sein, die US-Klimamodelle abzustellen.

Weltweit gibt es mehr als 40 Klimamodelle, wobei 13 der führenden Modelle in den USA angesiedelt sind. Die US-Modelle werden von der National Aeronautics and Space Administration (NASA) in New York City, der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) in Princeton, New Jersey, und dem Department of Energy (DOE) in Boulder in Colorado betrieben. Jede dieser Organisationen wurde im Rahmen der Haushaltskürzungen der Trump-Regierung angewiesen, Personal abzubauen.

Das Weiße Haus könnte die NASA bald auffordern, sich auf Weltraumprogramme zu konzentrieren und nicht auf den Klimawandel. Im Februar verweigerte die Regierung NASA-Beamten die Erlaubnis, zu einem internationalen Klimatreffen in China zu reisen. Gleichzeitig strich die NASA-Leitung die Mittel für einen Unterstützungsvertrag für den 7. IPCC-Zustandsbericht. Die NASA war einer der Hauptverfasser früherer IPCC-Bewertungsberichte. Die vorläufigen Ausgabenpläne der Regierung für das Haushaltsjahr 2026 würden das Wissenschaftsbudget der NASA um fast die Hälfte auf 3,9 Milliarden Dollar kürzen.

Die Regierung will auch die Klimawandelprogramme der NOAA beenden. Die Pläne sehen eine Kürzung des NOAA-Budgets um 27 % auf 4,5 Milliarden Dollar vor. Die endgültigen Haushaltsbeträge für die NASA und die NOAA müssen vom Kongress genehmigt werden, wobei sich die um das Klima besorgten Abgeordneten sicher wehren werden.

Klimamodelle laufen auf Supercomputern und sind teuer. Supercomputer kosten etwa 50 Millionen Dollar im Voraus und 20 Millionen Dollar pro Jahr zur Unterstützung jedes Klimamodellierungsteams. Die Modellierungsteams der NASA, der NOAA und des DOE könnten die geplanten umfangreichen Kürzungen nicht verkraften.

Neben den Klimamodellen werden auch die Budgets für andere Klimaprojekte gekürzt. Die Sea Level Research Group an der University of Colorado untersucht seit etwa zwei Jahrzehnten den Anstieg des Meeresspiegels. Diese Gruppe erhält einen Großteil ihrer Mittel von der NASA und anderen Bundesbehörden. Das Mauna Loa Laboratory auf Hawaii misst seit den 1950er Jahren den Anstieg der CO₂-Konzentration in der Atmosphäre, könnte aber aufgrund von NOAA-Finanzierungskürzungen geschlossen werden. Drei NASA-Satelliten, die für die Sammlung von Klimadaten verwendet werden, müssen ebenfalls ersetzt werden, aber es gibt keine Pläne dafür.

Die Trump-Regierung kürzt die Mittel für die Klimaforschung in allen Bundesministerien, was erhebliche Auswirkungen auf die Bemühungen der USA und der ganzen Welt hat, Maßnahmen gegen den Klimawandel zu ergreifen. Vielleicht ist es wirklich an der Zeit, dass sich die NASA auf die Erforschung des Weltraums und die NOAA auf die Wettervorhersage konzentriert und die Klimamodelle abgeschaltet werden.

This article originally appeared at Master Resource

Link: https://www.cfact.org/2025/05/02/time-to-end-climate-model-panic/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Die Falle der erneuerbaren Energien: Eine Warnung an Nationen, die blind nach Nachhaltigkeit streben

Terry L. Headley

Während sich die Welt zunehmend auf erneuerbare Energien umstellt, wächst die Gefahr, dass die Nationen in die „Erneuerbare-Energien-Falle“ tappen. Diese Falle entsteht, wenn man sich auf eine Energiewende einlässt, ohne die wirtschaftlichen, ökologischen und geopolitischen Folgen zu verstehen. Während erneuerbare Energiequellen wie Wind-, Sonnen- und Wasserkraft als die Zukunft der globalen Energieversorgung gepriesen werden, könnten Nationen, die sich ohne strategischen Plan auf diese Technologien stürzen, vor ernsten wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Herausforderungen stehen. Die Wahrheit ist, dass das blinde Festhalten an den erneuerbaren Energien, zumindest in ihrer derzeitigen Form, nicht das Allheilmittel ist, für das viele sie halten. Vielmehr könnte es sich für Industrie- und Entwicklungsländer gleichermaßen als kurzer, grüner Weg in den wirtschaftlichen Ruin erweisen.

Die falschen Verheißungen der erneuerbaren Energien: Versteckte Kosten und Risiken

Das Versprechen der erneuerbaren Energien wird oft mit einer Aura der Unfehlbarkeit verbunden – sauber, grün und grenzenlos. Dabei werden jedoch die versteckten Kosten des Übergangs zu erneuerbaren Energiesystemen übersehen, von denen viele durch irreführende Behauptungen und unvollständige Buchführung verschleiert werden. Die deutsche Energiewende beispielsweise ist ein warnendes Beispiel dafür, wie gut gemeinte Maßnahmen zu unbeabsichtigten Folgen führen können.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Deutschland, einst als Vorreiter bei der Revolution der erneuerbaren Energien gepriesen, hat über ein Jahrzehnt lang massiv in Wind- und Solarenergie investiert. Trotz der Ausgaben in Höhe von mehreren Milliarden Euro hat Deutschland seine Treibhausgas-Emissionen kaum reduziert, und die finanzielle Belastung für die Verbraucher war erheblich. Im Jahr 2020 hatte Deutschland die höchsten Strompreise in Europa, was größtenteils auf die Subventionen und die Unterstützung der Unternehmen für erneuerbare Energien zurückzuführen ist. Die Energierechnungen für die Verbraucher sind in die Höhe geschnellt, was zum Teil auf die Kosten für die Aufrechterhaltung von Reservekraftwerken für fossile Brennstoffe zurückzuführen ist, um die Netzstabilität zu gewährleisten, wenn die Wind- und Sonnenenergie nicht ausreicht.

Außerdem hat der deutsche Vorstoß für erneuerbare Energien zu einer paradoxen Abhängigkeit von der Kohle geführt. Wie schon so oft gesagt: Wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint, ist Deutschland gezwungen, auf Kohlekraftwerke zurückzugreifen, um den Bedarf zu decken. Ironischerweise hat dies genau die Umweltziele untergraben, die das Land erreichen wollte. Trotz der hohen Investitionen in erneuerbare Energien ist der Kohleverbrauch in Deutschland gestiegen, da die erneuerbaren Energiequellen nur sporadisch zur Verfügung stehen, was eine der größten Schwächen eines von erneuerbaren Energien dominierten Netzes verdeutlicht: die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, um die Lücken zu schließen.

Und warum?

Weil Deutschland mindestens so viel Grundlast-Kohlekraftwerke in Reserve halten muss, wie es an erneuerbaren Energiequellen hat, um sicherzustellen, dass es jederzeit Strom zur Verfügung hat. Die Realität ist, dass die Deutschen für den gleichen Strom zwei- oder dreimal zahlen.

Steigende Energiekosten und die Bedrohung durch Energiearmut

Die finanzielle Belastung durch die Politik der erneuerbaren Energien geht über Deutschland hinaus und betrifft Millionen von Haushalten auf der ganzen Welt. Eine der wichtigsten, aber oft übersehenen Folgen der Energiewende sind die steigenden Stromkosten. Die Umstellung auf erneuerbare Energien hat die Strompreise so weit in die Höhe getrieben, dass Energiearmut in vielen Ländern zu einem echten Problem wird.

Unter Energiearmut versteht man die Unfähigkeit von Haushalten, sich ausreichend Energie zum Heizen, Kühlen und Betreiben ihrer Häuser leisten zu können. Die Internationale Energieagentur (IEA) definiert Energiearmut als den fehlenden Zugang zu bezahlbarer und zuverlässiger Energie. Da die Kosten für Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien weiter steigen, laufen immer mehr Haushalte Gefahr, in Energiearmut zu geraten.

Im UK zum Beispiel hat der Vorstoß der Regierung für erneuerbare Energien zu einem erheblichen Anstieg der Strompreise geführt. Einem Bericht des britischen Netzbetreibers National Grid zufolge ist die durchschnittliche jährliche Stromrechnung für einen britischen Haushalt zwischen 2008 und 2020 um 30 % gestiegen, wobei ein erheblicher Teil des Anstiegs auf die Investitionen des Landes in erneuerbare Energien zurückzuführen ist. Die britische Regierung hat Wind- und Solarenergieprojekte stark subventioniert, aber diese Subventionen werden von den Verbrauchern durch höhere Stromrechnungen bezahlt. Dies hat dazu geführt, dass Millionen britischer Haushalte Mühe haben, mit den steigenden Energiekosten zurecht zu kommen.

Auch in Kalifornien ist die Energiearmut auf dem Vormarsch, verfolgt doch der Staat aggressiv die Ziele für erneuerbare Energien. Kalifornien hat zwar stark in die Solarenergie investiert, ist aber nicht in der Lage, die Schwankungen der erneuerbaren Energien auszugleichen. In Zeiten des Spitzenbedarfs, wenn Solar- und Windenergie nicht ausreichen, ist der Staat gezwungen, auf Erdgas und importierten Strom zurückzugreifen, was die Kosten in die Höhe treibt. Kalifornien hat mit die höchsten Strompreise in den Vereinigten Staaten, und viele einkommensschwache Familien bekommen die Auswirkungen zu spüren. Nach Angaben der California Public Utilities Commission waren im Jahr 2020 mehr als 1,3 Millionen Haushalte in diesem Bundesstaat von Energiearmut bedroht. Trotz der Bemühungen des Staates um saubere Energie können sich viele Einwohner ihre Stromrechnungen nicht leisten und müssen sich entscheiden, ob sie für Energie oder ihr Geld für andere lebenswichtige Dinge wie Lebensmittel und Medikamente ausgeben.

Südaustralien ist ein weiteres Beispiel für die Falle der erneuerbaren Energien. Dort hat man eine aggressive Politik im Bereich der erneuerbaren Energien verfolgt und ist zu einem der weltweit führenden Länder bei der Nutzung von Wind- und Sonnenenergie geworden. Diese Entwicklung hat jedoch zu erheblichen Strompreisspitzen geführt. Der Bundesstaat war mit Preisschwankungen und Stromausfällen konfrontiert, die auf die Schwankungen der erneuerbaren Energien zurückzuführen waren. Im Jahr 2017 kam es in Südaustralien zu einem großflächigen Stromausfall, nachdem ein Sturm das Übertragungsnetz beschädigt hatte, und der Bundesstaat kämpft seitdem um die Aufrechterhaltung der Netzstabilität. Die zunehmende Abhängigkeit von erneuerbaren Energien hat zu einem sprunghaften Anstieg der Strompreise geführt, so dass viele Haushalte ihren Grundbedarf an Energie nicht mehr decken können. Nach Angaben der australischen Energieregulierungsbehörde sind die Strompreise in Südaustralien in den letzten zehn Jahren um 50 % gestiegen, und viele einkommensschwache Familien sind davon betroffen.

Die geopolitische Falle: Energieabhängigkeit, Rohstoffe und nationale Sicherheit

Der Übergang zu erneuerbaren Energien wirft auch wichtige geopolitische Fragen auf, insbesondere im Bereich der Rohstoffe. Die Technologien für erneuerbare Energien sind in hohem Maße von Metallen der Seltenen Erden, Lithium, Kobalt und Nickel für die Herstellung von Batterien, Solarzellen und Windturbinen abhängig. Diese Rohstoffe stammen überwiegend aus Ländern mit einem weniger stabilen politischen Umfeld oder werden von einigen wenigen Ländern wie China monopolisiert.

Dies schafft eine neue Form der Energieabhängigkeit. So wird beispielsweise die globale Lieferkette für Lithium und Kobalt weitgehend von China kontrolliert, was Fragen zur nationalen Sicherheit und das Potenzial für Preismanipulationen oder Handelsunterbrechungen aufwirft. Länder, die sich auf erneuerbare Energien stürzen, ohne diversifizierte Versorgungsketten zu entwickeln, könnten bei kritischen Materialien von einer Handvoll ausländischer Staaten abhängig werden – ein Echo der geopolitischen Verwundbarkeit, mit der ölabhängige Länder seit Jahrzehnten zu kämpfen haben. Diese neue Energieabhängigkeit könnte das Ziel der Energieunabhängigkeit untergraben, das viele Länder anstreben.

Außerdem ist der Abbau dieser Materialien alles andere als sauber oder umweltfreundlich. In Ländern wie der Demokratischen Republik Kongo, wo ein Großteil des weltweit geförderten Kobalts herkommt, ist der Bergbau mit schweren Umweltschäden und Menschenrechtsverletzungen verbunden. Die Umweltschäden, die mit dem Abbau von Lithium, Kobalt und Seltenerdmetallen verbunden sind, werden in der „grünen“ Berichterstattung über erneuerbare Energien oft nicht erwähnt. In vielen Fällen führt die Gewinnung dieser Materialien zu erheblicher Wasserverschmutzung, Abholzung von Wäldern und schädlichen Luftemissionen.

Die versteckten Kosten: Wirtschaftliche Belastungen und soziale Ungleichheit

Ein weiteres großes Problem bei der Förderung erneuerbarer Energien ist die Art und Weise, wie die tatsächlichen Kosten vor der Öffentlichkeit verborgen werden. Die Regierungen werben oft mit den wirtschaftlichen Vorteilen der erneuerbaren Energien, ohne die finanzielle Belastung der Verbraucher zu berücksichtigen. Die Umstellung auf erneuerbare Energietechnologien erfordert oft erhebliche staatliche Subventionen, die in der Regel von den Steuerzahlern finanziert oder über höhere Stromtarife an die Verbraucher weitergegeben werden. Im Falle der Europäischen Union werden die Kosten der Subventionen für erneuerbare Energien häufig durch irreführende Buchführungspraktiken verschleiert, welche die wahren Kosten für die Aufrechterhaltung der Netzstabilität nicht erfassen.

Nehmen Sie Kalifornien, einen Bundesstaat, der aggressiv Initiativen für erneuerbare Energien verfolgt hat. Während Solar- und Windenergie an Popularität gewonnen haben, hat die Abhängigkeit Kaliforniens von intermittierenden erneuerbaren Energien zu explodierenden Energiepreisen und Stromausfällen geführt. Der Staat war gezwungen, sich auf Erdgaskraftwerke als Reservestromquellen zu verlassen, was zu einem widersprüchlichen Energiesystem führte, das immer noch von fossilen Brennstoffen abhängig ist. Darüber hinaus haben die hohen Kosten für die Implementierung der Infrastruktur für erneuerbare Energien unverhältnismäßig stark Familien mit niedrigem Einkommen getroffen, die sich die höheren Stromrechnungen nicht leisten können.

Die entscheidende Rolle der mit Kohle befeuerten Grundlast-Stromerzeugung

Während sich die Nationen darum bemühen, die ehrgeizigen Ziele für erneuerbare Energien zu erreichen, darf die Rolle der Kohleverstromung für die Grundlast-Versorgung nicht übersehen werden. Entgegen der weit verbreiteten Meinung, Kohle sei ein Relikt der Vergangenheit, ist Kohle nach wie vor die zuverlässigste, erschwinglichste und am besten skalierbare Option für die Bereitstellung stabiler Elektrizität in einer Welt mit steigendem Energiebedarf.

Grundlaststrom bezieht sich auf die Mindestnachfrage in einem Stromnetz über einen bestimmten Zeitraum hinweg. Kohlekraftwerke sind in einzigartiger Weise in der Lage, diesen Grundlaststrom zuverlässig zu liefern. Im Gegensatz zu Wind- und Solarkraftwerken, die unstetig und wetterabhängig sind, können Kohlekraftwerke rund um die Uhr Strom erzeugen, unabhängig von den äußeren Bedingungen. Dies gewährleistet eine stabile und vorhersehbare Energieversorgung, die sowohl für den industriellen Bedarf als auch für den privaten Verbrauch von entscheidender Bedeutung ist.

Kohle ist auch eine der günstigsten Stromquellen. Die Stromgestehungskosten (LCOE) – die Kosten für die Stromerzeugung pro Megawattstunde – sind bei Kohlekraftwerken niedriger als bei vielen erneuerbaren Energien, insbesondere wenn man die Kosten für die gesamte Infrastruktur und die Netzintegration von Wind- und Solarenergie mit einbezieht. In den USA beispielsweise ist Kohle nach wie vor kosteneffizienter als Erdgas und viele erneuerbare Energien, insbesondere in Regionen wie dem Mittleren Westen, wo das Energienetz stärker auf Kohlekraftwerke angewiesen ist.

Außerdem ist Kohle in vielen Ländern reichlich vorhanden und im Inland verfügbar, was die Abhängigkeit von ausländischen Energiequellen verringert. Dies erhöht die Energiesicherheit, insbesondere für Länder, die versuchen, die geopolitischen Risiken zu vermeiden, die mit Energieimporten verbunden sind, einschließlich Öl, Erdgas und Seltenerdmetallen, die für erneuerbare Technologien benötigt werden.

Schlussfolgerung: Ein ausgewogener, in der Realität verankerter Ansatz ist unerlässlich

Die erneuerbaren Energien versprechen zwar eine nachhaltige Zukunft, doch muss die Welt mit Vorsicht vorgehen. Die Staaten können es sich nicht leisten, in die Erneuerbare-Energien-Falle zu tappen, indem sie sich diese Technologien zu eigen machen, ohne das gesamte Spektrum ihrer Auswirkungen zu berücksichtigen. Die Erfahrungen Deutschlands mit der Energiewende zeigen, dass ein zu starkes Engagement für erneuerbare Energien neue Umweltprobleme, wirtschaftliche Belastungen und politische Risiken mit sich bringen kann. Eine ausgewogene Energiestrategie, die Energiesicherheit, wirtschaftliche Nachhaltigkeit und ökologische Verantwortung miteinander verbindet, ist von entscheidender Bedeutung.

Kohlebefeuerter Grundlaststrom bleibt ein wesentlicher und zuverlässiger Bestandteil eines ausgewogenen Energie-Portfolios. Sie liefert erschwinglichen, stabilen und sicheren Strom und sorgt dafür, dass die Länder beim Übergang zu umweltfreundlicheren Energiequellen keine Energiearmut oder Netzinstabilität riskieren. Die Revolution der erneuerbaren Energien muss ein Schritt nach vorn sein, kein Sprung ins Ungewisse. Wenn wir die wahren Kosten der erneuerbaren Energien und die unersetzliche Rolle der Kohle anerkennen, können wir eine zuverlässigere und nachhaltigere Energiezukunft für alle schaffen.

Terry L. Headley is President, The Headley Company. 

This article was originally published by RealClearEnergy and made available via RealClearWire.

Link: https://wattsupwiththat.com/2025/05/06/the-renewable-energy-trap-a-warning-to-nations-pursuing-blind-sustainability/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

Anmerkung des Übersetzers: Ein ganz entscheidender Vorteil der Kohleverstromung ist in diesem Beitrag mit keinem Wort erwähnt, nämlich die Emission des von der Natur dringend benötigten zusätzlichen Kohlendioxids!