Ein Artikel im „Guardian“ deutet darauf hin, dass der Klimahype in Großbritannien seinen Höhepunkt möglicherweise überschritten hat

Anthony Watts

In dem Artikel [Titel übersetzt] „Die meisten britischen Medienberichte über die Hitzewelle im Juni ließen die Klimakrise unerwähnt“ im Guardian bedauert die Zeitung, dass fast drei Viertel der britischen Medienberichterstattung über die Hitzewelle im Juni den Klimawandel nicht erwähnten, und bemängelt, dass Journalisten eine Gelegenheit verpasst hätten, die Öffentlichkeit über die „Klimakrise“ aufzuklären. Es kommt selten vor, dass Climate Realism einen Artikel zum Klimawandel im Guardian als lesenswert empfiehlt, aber heute ist einer dieser Tage. „The Guardian“ hat jedoch einen Fehler begangen, indem die Zeitung den Rückgang der Nachrichtenmedien, die auf den „Klima-Clickbait“ eingingen, eher beklagte als lobte – und stattdessen eine sachliche, faktenbasierte Berichterstattung über die Hitzewelle lieferte.

Laut „The Guardian“ untersuchten Forscher fast 2.500 Zeitungsartikel über die Hitzewelle im Juni und stellten fest, dass in rund 72 Prozent davon der Klimawandel überhaupt nicht erwähnt wurde. Noch auffälliger ist, dass weniger als jeder zwanzigste Artikel die britischen Netto-Null-Maßnahmen im Zusammenhang mit der Hitzewelle thematisierte.

„The Guardian“ betrachtet dies eindeutig als Misserfolg, wir sehen darin jedoch einen Fortschritt. Seit fast zwei Jahrzehnten wird praktisch jeder Hurrikan, jedes Waldbrand, jede Überschwemmung, jede Dürre, jede Hitzewelle, jeder Kälteeinbruch, jedes Starkregenereignis oder jedes ungewöhnliche Wetterphänomen von weiten Teilen der Medien, darunter auch „The Guardian“, reflexartig mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht. „Climate Realism“ hat fast 200 Gegendarstellungen zu den Klimaberichten von „The Guardian“ veröffentlicht und Hunderte weitere, in denen andere Medien wegen ihrer Voreingenommenheit, Inkompetenz und vorsätzlichen Blindheit in Bezug auf den Klimawandel kritisiert werden.

Hitzewellen wurden zu einem der einfachsten Mittel, um diese Propaganda von der „Klimakrise“ zu untermauern. Jeder ungewöhnlich heiße Tag oder jede Reihe von heißen Tagen wurde als Beweis dafür dargestellt, dass der Klimawandel bereits eingetreten sei. Historische Perspektiven und Daten zu langfristigen Trends wurden oft gänzlich ignoriert, wenn nicht gleich ganz verworfen, und natürliche Schwankungen wurden, wenn nicht gleich vollständig ausgeschlossen, so doch zumindest als Nebensache abgetan. In letzter Zeit wurden sofortige auf den Ergebnissen von Klimamodellen basierende Studien zur Wetterursachenanalyse so dargestellt, als handele es sich um direkte Beobachtungen und Beweise für die nicht existierende „Klimakrise“.

Viele Journalisten haben einfach aufgehört zu fragen, ob jedes Wetterereignis eine klimabedingte Erklärung erfordert. Vielleicht beginnt sich das nun zu ändern, ist doch die Berichterstattung über den Klimawandel deutlich zurückgegangen, wie in einem kürzlich erschienenen Beitrag von „Climate Change Weekly“ erörtert worden ist. Die Berichterstattung über die jüngste Hitzewelle in Großbritannien entspricht diesem Trend – sehr zum Leidwesen von „The Guardian“.

„The Guardian“ zitiert Klimawissenschaftler, die beklagen, dass der Öffentlichkeit nicht oft genug vermittelt werde, dass die Treibhausgasemissionen die jüngsten Hitzewellen noch intensiver gemacht hätten. Der Artikel stützt sich zudem stark auf die mittlerweile bekannte Gruppe „World Weather Attribution“, die behauptet, solche Ereignisse wären ohne menschlichen Einfluss unmöglich gewesen.

All das ist nichts Neues. Neu ist jedoch, dass Redakteure in weiten Teilen der britischen Presse offenbar zu dem Schluss gekommen sind, dass ihre Leser nicht bei jedem Bericht über eine Hitzewelle mit Schuldgefühlen wegen des Klimawandels konfrontiert werden müssen.

Nachdem den Lesern jahrelang eingetrichtert worden ist, dass jedes Wetterereignis auf den Klimawandel zurückzuführen sei, schalten sie möglicherweise einfach ab. Redakteure haben die Aufgabe, ihre Leserschaft zu verstehen, und wenn sich die meisten Zeitungen dafür entscheiden, über das Wetter zu berichten, ohne automatisch einen Klimabezug herzustellen, sind sie vielleicht zu dem Schluss gekommen, dass die Leser eine genaue und ausgewogene Wetterberichterstattung wünschen – und keine weitere Klimapredigt.

Selbst die eigenen Daten von „The Guardian“ deuten auf diesen Wandel hin. Die Zeitung weist stolz darauf hin, dass sie in diesem Bereich führend war, indem sie in etwa der Hälfte ihrer Berichte über Hitzewellen Klimabezug nahm, während Zeitungen wie „The Sun“, „Daily Mail“, „Daily Mirror“ und „Daily Express“ dies nur gelegentlich taten.

„The Guardian“ wertet dies als journalistisches Versagen. Das ist es jedoch nicht, sondern es stellt eine Rückkehr zum faktenbasierten Journalismus dar – im Gegensatz zu getarnter Meinungsmache unter dem Deckmantel der Berichterstattung.

Hoffen wir, dass diese jüngste Wende darauf hindeutet, dass die Redakteure ein altbewährtes Prinzip der Berichterstattung wiederentdecken: sich an die überprüfbaren Fakten zu halten – in diesem Fall, dass eine Hitzewelle manchmal einfach nur eine Hitzewelle ist.

Ironischerweise könnte die Kritik von „The Guardian“ der bislang stärkste Beweis dafür sein, dass die langjährige Kampagne der Medien unter dem Motto „Der Klimawandel steckt in allem“ allmählich an Einfluss verliert. Wenn dem so ist, ist das eine willkommene Nachricht.

Wenn „The Guardian“ nun nur noch dem Beispiel der anderen Zeitungen folgen würde, die er in diesem Artikel kritisiert.

Link: https://climaterealism.com/2026/07/a-guardian-article-indicates-the-uks-climate-hype-may-have-peaked/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Der verzweifelte Versuch, die Klimapanik-Propaganda zu retten

Tilak Doshi, Tilak’s Substack

Aaron Regunbergs Artikel „Why Climate Politics Can’t Wait“ letzte Woche in der Boston Review liest sich wie eine besorgte Predigt, die sich angesichts der bevorstehenden Zwischenwahlen an schwankende demokratische Strategen richtet. Im Visier steht das, was die Berater der Partei mittlerweile als „Climate Hushing“ bezeichnen – den stillen Rückzug von apokalyptischen Botschaften.

Matt Huber schrieb kürzlich in der New York Times: „Die Demokratische Partei ist nach wie vor äußerst unbeliebt. Der Ausweg besteht darin, nicht länger eine Litanei von Einzelthemen in den Vordergrund zu stellen, die nur die bereits Überzeugten ansprechen. Was den Klimawandel angeht, wäre es vorerst vielleicht besser, gar nichts zu sagen.“ Huber argumentiert ebenso wie seine Mitstreiter auf der Linken, dass das Engagement der Demokraten für den Klimaschutz die arbeitende Bevölkerung von der Partei entfernt habe und dass der Wiederaufbau einer Basis in der Arbeiterklasse erfordere, den Kampf für Klimaschutzmaßnahmen aufzugeben. Kathy Hochul aus New York, Gavin Newsom aus Kalifornien und eine wachsende Zahl weiterer Demokraten – die bislang führenden Ideologen der Partei in Sachen Klimawandel – sind zu dem Schluss gekommen, dass das unaufhörliche Reden über Dekarbonisierung für die Partei bzgl. der Wahlen eher ein Nachteil als ein Vorteil ist.

Die „Boston Review“ ist kein unbedeutendes Aktivistenblatt. Die 1975 gegründete und in Zusammenarbeit mit dem MIT herausgegebene Zeitschrift ist seit fünf Jahrzehnten eine der seriösesten intellektuellen Adressen der amerikanischen Linken – ein Forum, in dem Persönlichkeiten wie Martha Nussbaum, Amartya Sen und Cornel West veröffentlicht haben und in dem das Format des „Boston Review Forum“ die Art und Weise geprägt hat, wie progressive politische Eliten miteinander diskutieren. Wenn dort etwas erscheint, richtet es sich nicht an Wechselwähler, sondern an die Strategen, Wissenschaftler und Mitarbeiter, welche die intellektuelle Agenda für den aktivistischen Flügel der Demokratischen Partei festlegen. Genau deswegen muss man Aaron Regunbergs Beitrag so ernst nehmen. Es handelt sich nicht um eine Beschwerde aus dem Randbereich. Es ist der Versuch der progressiven Intelligenz selbst, ihre gewählten Vertreter davon abzubringen, sich aus der Klimapolitik zurückzuziehen – ein Rückzug, den die Wähler an der Wahlurne belohnt haben.

Regunbergs Beitrag stützt sich stark auf den Gedanken, dass der diesjährige Krieg um die Straße von Hormus den Klimaschützern endlich das perfekte Argument geliefert hat: „Sonnenlicht muss nicht durch die Straße von Hormus fließen, und niemand hat jemals wegen Wind Krieg geführt.“ Er listet drei Argumente für ein „Schweigen“ auf und macht sich daran, jedes einzelne zu widerlegen. Bei allen drei Gegenargumenten scheitert er, und die Art und Weise seines Scheiterns ist aufschlussreich: Er räumt der Realität ein wenig Raum ein, um dann mit großer Raffinesse zu argumentieren, dass sich in Bezug auf aggressive Dekarbonisierungsmaßnahmen eigentlich nichts ändern sollte.

Gegenargument 1: „Den Amerikanern liegt das Thema mehr am Herzen als die Kritiker zugeben“

Regunberg stützt sich stark auf die Ergebnisse einer Umfrage des Yale Programme on Climate Change Communication aus dem Jahr 2026, wonach eine Mehrheit der Wähler die globale Erwärmung für steigende Lebensmittel- und Versorgungskosten verantwortlich macht und eine Mehrheit angibt, einen Kandidaten zu bevorzugen, der Klimaschutzmaßnahmen unterstützt:

Die Umfrage zeigt ferner, dass viele klimapolitische Maßnahmen in der Bevölkerung auf große Zustimmung stoßen. Rund 77 % der Wähler befürworten die Regulierung von Kohlendioxid als Schadstoff, während 65 % den Übergang der US-Wirtschaft von fossilen Brennstoffen zu 100 % sauberer Energie bis 2050 unterstützen. Mehr als die Hälfte der registrierten Wähler (58 %) ist der Meinung, dass die Entwicklung sauberer Energiequellen für den Präsidenten und den Kongress eine „hohe“ oder „sehr hohe“ Priorität haben sollte, und derselbe Prozentsatz gab an, dass sie lieber für einen Kandidaten stimmen würden, der Maßnahmen gegen die globale Erwärmung unterstützt, im Vergleich zu nur 14 %, die einen Kandidaten bevorzugen würden, der sich gegen Klimaschutzmaßnahmen ausspricht.

Das Anführen von zu allgemein gehaltenen Umfragedaten ist der älteste Trick im Repertoire der Panikmacher: Umfragen zur abstrakten Stimmung sind wertlos, sobald man die Menschen fragt, was sie tatsächlich zu zahlen bereit sind. Das Energy Policy Institute der Universität Chicago stellte in seiner jüngsten AP-NORC-Umfrage fest, dass weniger als vier von zehn Amerikanern eine auch nur symbolische CO₂-Abgabe von einem Dollar pro Monat akzeptieren würden – eine Zahl, die seit Jahren sinkt.

Die Behauptung, dass die öffentliche Sorge um das Klima tiefer sitzt und handlungsorientierter ist, als die „Verleugner“ zugeben, stützt sich stark auf Umfragen, die zeigen, dass eine Mehrheit der Meinung ist, dass sich das Klima verändert, und vage Ziele wie die Regulierung von Kohlendioxid oder den Ausbau erneuerbarer Energien unterstützt. Doch diese Zahlen verflüchtigen sich, sobald die Befragten gefragt werden, was sie zu zahlen bereit sind. Kritiker merken schon lange an, dass die abstrakte Unterstützung für Umweltziele zusammenbricht, sobald Kompromisse im Haushaltsbudget ins Spiel kommen.

Regunbergs bevorzugte Quelle, das Searchlight Institute, stellte fest, dass nur 17 % der Wähler in den umkämpften Wahlkreisen angeben, der Klimawandel habe „große Auswirkungen“ auf ihre Familie. Sich abstrakt um den Klimawandel zu sorgen, so wie man sich um den Weltfrieden sorgt, kostet nichts. Sich so sehr darum zu sorgen, dass man höhere Energiekosten in Kauf nimmt, ist eine ganz andere Sache, und nur diese Art der Sorge entscheidet darüber, ob eine politische Maßnahme den Weg durch den Gesetzgeber übersteht. Regunberg fordert seine Leser niemals auf, etwas zu bezahlen; er fordert sie lediglich auf, Politiker zu wählen, die vage versprechen, die Umweltverschmutzer zur Kasse zu bitten.

Gegenargument Nr. 2: „Klimaschutz ist mit einer Agenda für die Arbeiterklasse vereinbar“

Hier beruft sich Regunberg auf Franklin Roosevelts „Civilian Conservation Corps“ und Bernie Sanders’ Wahlkampf von 2016, um zu argumentieren, dass grüne Politik und Arbeiterpolitik schon immer natürliche Verbündete gewesen seien. Die historische Analogie geht völlig am Thema vorbei. Roosevelts Naturschutzprogramme im Rahmen des New Deal pflanzten Bäume; sie versuchten nicht, die physischen Grundlagen einer Industriegesellschaft innerhalb einer einzigen Generation neu zu gestalten. Das Hindernis, vor dem die heutige Energiewende steht, ist nicht rhetorische Positionierung, sondern Arithmetik.

Nach eigenen Schätzungen der Internationalen Energieagentur (IEA) werden erneuerbare Energien – nach Jahrzehnten von Subventionen, gesetzlichen Vorgaben und moralischen Appellen – bis 2030 kaum ein Fünftel des weltweiten Endenergieverbrauchs ausmachen, gegenüber 13 % im Jahr 2023. Die Wärmeversorgung, die laut IEA fast die Hälfte des Endenergiebedarfs ausmacht, wird nach wie vor überwiegend mit fossilen Brennstoffen gedeckt; Luft- und Seeverkehr sind nach den eigenen Worten der IEA weiterhin fast vollständig vom Öl abhängig. Etwa vier Fünftel des weltweiten Energiebedarfs lassen sich schlichtweg nicht innerhalb eines Zeitrahmens elektrifizieren, den eine demokratische Wählerschaft tolerieren würde.

Gegenargument Nr. 3: „Der Kampf gegen fossile Brennstoffe stärkt die Demokratie“

Die aufschlussreichste von Regunbergs drei Gegenargumenten ist jene, die sich gänzlich von der Wirtschaftswissenschaft abwendet und sich in Verschwörungstheorien flüchtet. Er führt das „Shadow Docket“ des Obersten Gerichtshofs, den Vertrauensverlust in die Wissenschaft und die allgemeine Krise der amerikanischen Demokratie auf eine jahrzehntelange Verschwörung der fossilen Brennstoffindustrie zurück und kommt zu dem Schluss, dass die Bekämpfung des Autoritarismus daher den Sturz der „Big Oil“-Konzerne erfordert. Dies ist ein abgedroschener Versuch, institutionelle Sündenböcke zu finden – genau die Art von Argumentation, die den Klima-Industrie-Komplex seit 30 Jahren am Leben erhält: Jede unbequeme politische Entwicklung, von populistischer Skepsis bis hin zu juristischem Konservatismus, wird nachträglich als Beweis für das Fehlverhalten der fossilen Brennstoffindustrie umgedeutet.

Dabei wird geflissentlich übersehen, dass die wissenschaftliche Grundlage für die Darstellung als „existenzielle Bedrohung“, auf die sich Regunberg nach wie vor stützt, von eben jenen Institutionen aufgegeben worden ist, die sie selbst geschaffen hatten. Die Modellierer des IPCC haben in den letzten Jahren still und leise RCP8.5 ausgemustert – jenen extremen „Business-as-usual“-Emissionspfad, der eine ganze Generation von Weltuntergangsschlagzeilen untermauerte –, mit der Begründung, dass er nie ein plausibles Szenario darstellte. Das Muster, das sich derzeit im gesamten Klima-Establishment abzeichnet, ist kein Rückzug, sondern eine „Wiederbewaffnung“: Man räumt ein, dass das Worst-Case-Szenario Fiktion war, beharrt dann aber darauf, dass der Notstand genau so dringlich bleibt wie zuvor. Regunbergs Beitrag verfolgt genau das gleiche Manöver, nur dass er anstelle der Temperatur die Demokratie ins Zentrum stellt. Er führt Überschwemmungen, Dürren, Stürme und Hitzewellen als Beweis für eine sich beschleunigende Katastrophe an, ignoriert dabei jedoch bewusst die empirischen Daten, denen zufolge die Zahl der Todesfälle durch Extremwetterereignisse seit den 1920er Jahren um mehr als 96% zurückgegangen ist – und das, obwohl sich die Weltbevölkerung vervierfacht und sich der Planet erwärmt hat. Das ist keine Welt, die auf einen „Faschismus durch Hitzewellen“ zusteuert. Es ist eine Welt, die immer besser darin wird, das Wetter zu überstehen – vor allem, weil das durch fossile Brennstoffe angetriebene Wirtschaftswachstum die Klimaanlagen, die Hochwasserschutzanlagen und die Frühwarnsysteme finanziert hat, welche die eigentliche Arbeit geleistet haben.

Das institutionelle Indiz

Was Regunbergs Beitrag so bemerkenswert macht, ist nicht seine Argumentation, sondern seine unbeabsichtigte Ehrlichkeit hinsichtlich des Zustands des Klima-Establishments selbst. Er berichtet – fast beiläufig –, dass Politico sein auf Klimafragen spezialisiertes E&E News einstellt, dass NPR seine Klimaredaktion geschlossen hat, dass das Klimateam der Washington Post entlassen wurde und dass sogar Bill Gates nun die Ansicht vertritt, die Dekarbonisierung sei nicht die größte Bedrohung für die Armen dieser Welt. Das sind nicht die Handlungen einer Institution, die von der Beständigkeit ihrer Propaganda überzeugt ist; es ist der Rückzug aus einer Geschichte, die keine Erträge mehr abwirft – sei es in finanzieller Hinsicht, beim Engagement oder bei den Stimmen. Regunbergs Antwort darauf ist die Behauptung, dass dieser Rückzug ein politischer Fehler sei und keine rationale Anpassung an die veränderten Gegebenheiten vor Ort, darunter sinkende Zahlungsbereitschaft der Öffentlichkeit, ein diskreditiertes Emissionsszenario und eine Energiewende, die nach den eigenen Zahlen der IEA Jahrzehnte hinter dem Zeitplan zurückliegt, den ihre Befürworter versprochen hatten.

Das gleiche Bild zeigt sich in Regunbergs eigener Auswahl an Belegen für die öffentliche Besorgnis. Er zitiert das Ergebnis der „World Risk Poll“ von 2026, wonach die Amerikaner dramatisch unterschätzen, wie viele ihrer Mitbürger den Klimawandel als ernsthafte Bedrohung ansehen, und interpretiert dies als unerschlossenes Reservoir latenter Unterstützung, das nur darauf wartet, durch mutigere Botschaften freigesetzt zu werden. Eine weniger wohlwollende und meiner Meinung nach zutreffendere Interpretation ist, dass die Kluft zwischen der geäußerten Besorgnis und dem wahrgenommenen gesellschaftlichen Konsens genau jenes Phänomen zum Ausdruck bringt, das Meinungsforscher als „Präferenzfälschung“ bezeichnen: Die Menschen sagen den Umfragebeauftragten, was sich gesellschaftlich verantwortungsbewusst anhört, weigern sich aber stillschweigend – an der Wahlurne und an der Kasse –, dafür irgendwelche Kosten zu tragen. Hochul, Newsom und McKee interpretieren ihre Wähler nicht falsch. Sie lesen sie genauer, als es die von Regunberg bevorzugten Meinungsforscher tun.

Wie eine vernünftige Alternative aussieht

Nichts davon ist ein Argument für Grausamkeit gegenüber den wirklich armen Gemeinschaften, die den Schwankungen des Wetters am stärksten ausgesetzt sind. Es ist ein Plädoyer für jene Art politischer Bescheidenheit, die Friedrich Hayek anerkannt hätte: die Weigerung, das in Marktpreisen und den Entscheidungen der Haushalte verankerte, verstreute Wissen durch die „verhängnisvolle Überheblichkeit“ zentraler Planer zu ersetzen – in diesem Fall einer Koalition aus Aktivisten, Redakteuren und Beratern, die davon überzeugt sind, dass sie sowohl das Energiebudget eines Haushalts als auch dessen politische Loyalitäten durch ausreichend alarmistische Klimabotschaften steuern können. Die Wähler verkennen nicht, wie Regunberg annimmt, die moralische Tragweite des Klimawandels; sie treffen vielmehr völlig rationale Abwägungen zwischen einem abstrakten, langfristig zu erwartenden Risiko und den konkreten, unmittelbaren Kosten für die Beheizung ihrer Wohnungen und das Betanken ihrer Fahrzeuge.

Demokraten, denen dies bewusst ist, sind keine Feiglinge, die vom Geld der fossilen Brennstoffindustrie gekauft wurden, wie die Verleumdung der „Klimaille“ suggeriert. Vielmehr behalten sie sich „ein Mindestmaß an Pragmatismus vor, um ihre Wählerstimmen zu sichern“ – was in einer Demokratie ja eigentlich der Sinn der Sache sein sollte. Regunberg möchte, dass die Dringlichkeit, die Martin Luther King an den Tag legte, auf Kohlendioxid übertragen wird. Was er tatsächlich braucht und was die Leser der „Boston Review“ verdienen, ist eine klare Zahlenrechnung: Wie viel Energie verbraucht die Welt tatsächlich, wie wenig davon lässt sich derzeit elektrifizieren und wie wenig ist die Öffentlichkeit – ehrlich gefragt, in Dollar statt in Sentimentalität – bereit zu zahlen, um diese Lücke zu schließen? Bis diese Abrechnung vorliegt, kann die Klimapolitik warten. Die Physik einer funktionierenden Wirtschaft kann das nicht – anders als die Politik eines Zwischenwahlzyklus‘.

A version of this article was first published in the Daily Sceptic here

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/07/20/the-desperate-attempt-to-save-the-climate-alarm-narrative/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Henrik Svensmark von seiner Universität entlassen

Karl Iver Dahl-Madsen, CLINTEL

Der dänische Wissenschaftler Henrik Svensmark, bekannt für seine umstrittenen Forschungen zu kosmischer Strahlung und Wolkenbildung, wurde nach jahrelangen internen Konflikten von seiner Universität in Kopenhagen entlassen. In einem Interview mit der dänischen Zeitung „Berlingske“ bezeichnete er die Entscheidung als „Todesstoß“ für seine Forschung.

Im dänischen Klimajournalismus ist dann aber etwas Ungewöhnliches und Ermutigendes geschehen. „Berlingske“, eine der führenden nationalen Tageszeitungen Dänemarks, hat einen hervorragenden und wirklich hinterfragenden Artikel über die Entlassung des Physikers Henrik Svensmark von der Technischen Universität Dänemarks (DTU) veröffentlicht, an der er seit Ende der 90er Jahre tätig war. Die Überschrift lässt keinen Zweifel offen: „Umstrittener dänischer Klima- und Weltraumforscher hat die Kündigung von der DTU erhalten: Es ist ‚ein Todesstoß‘ für meine Forschung“.

Dieser Artikel beginnt so:

Er ist einer der international anerkanntesten Forscher Dänemarks – und zugleich einer der umstrittensten. Doch nun wurde der Weltraum- und Klimaforscher Henrik Svensmark, wie er selbst sagt, von seinem Arbeitgeber, der Technischen Universität Dänemarks (DTU) in Lyngby, „auf altmodische Weise entlassen“. Er schließt nicht aus, dass – wie er es ausdrückt – „politische Erwägungen“ in dem jahrelangen Prozess eine Rolle gespielt haben, der zu seiner endgültigen Entlassung führte. Gleichzeitig zögert Henrik Svensmark nicht, dies als „Todesstoß“ für einen Forschungszweig zu bezeichnen, den er weitgehend im Alleingang entwickelt hat und mit dem sich Klimaforscher auf der ganzen Welt, einschließlich des UN-Klimarats (IPCC), auseinandersetzen mussten – oft widerwillig. Dies liegt vor allem daran, dass Svensmarks Forschung auf einen seiner Ansicht nach übersehenen natürlichen Faktor hinweist, der hinter einem Großteil der Klimaveränderungen steckt, welche die Erde durchlaufen hat. Schließlich schließt er nicht aus, dass die Entlassung damit zusammenhängen könnte, dass er in weiten Kreisen als umstrittener Forscher wahrgenommen wird: „An der Forschung selbst ist nichts Umstrittenes. Aber es stimmt, dass viele meine Forschung als umstritten wahrnehmen, obwohl sie das nicht sein sollte.“ Die DTU äußert sich nicht zur eigentlichen Entlassung von Svensmark und bezeichnet diese als Personalangelegenheit. Der Direktor von DTU Space, Henning Skriver, bestätigt jedoch, dass Svensmarks übergreifendes Forschungsgebiet, die Atmosphärenphysik, nun „deutlich an Priorität verlieren wird“.

Der Wissenschaftsjournalist Lars Henrik Aagaard verdient Anerkennung für den gesamten Artikel. Anstatt Svensmark lediglich als „umstritten“ abzutun, stellt er die entscheidende Frage: Schickt die DTU einen alternden Mitarbeiter in den Ruhestand oder beendet sie ein international anerkanntes, aber wissenschaftlich unbequemes Forschungsprogramm?

Die von Berlingske berichteten Fakten sind beunruhigend.

Der 68-jährige Svensmark, bekannt für seine Arbeiten zu kosmischer Strahlung und Wolken, war noch immer aktiv tätig und bereitete ein neues Experiment vor. Erst wenige Monate zuvor, so sagt er, hätten ihm seine Vorgesetzten mitgeteilt, dass seine Forschung wichtig sei und sie wünschten, dass er sie fortsetze.

Laut Svensmark war er zudem 2016 nach positiven internationalen Bewertungen für eine Professur ausgewählt worden. Ein neuer Rektor blockierte jedoch seine erwartete Beförderung zum ordentlichen Professor und stufte ihn zum leitenden Forscher herab (wobei auch sein Gehalt gekürzt wurde). Dieser Schritt erschwerte es ihm, in Dänemark regelmäßige Forschungsmittel zu erhalten.

Im Jahr 2021 versuchte die DTU erneut, ihn zu entlassen, doch er blieb im Amt – seiner Aussage nach unter anderem aufgrund von Protesten von Wissenschaftlern mit Verbindungen zum MIT und nach Princeton (Lindzen und Happer).

Die Zeitung „Berlingske“ legte diese Vorgeschichte der DTU vor. Die Universität lehnte es ab, sich dazu zu äußern. Der Direktor von DTU Space, Henning Skriver, erklärte lediglich, dass die Atmosphärenphysik im Rahmen einer strategischen Priorisierung „erheblich zurückgestuft“ werde.

Das ist keine Erklärung. Das ist Verwaltungsnebel.

Eine öffentliche Universität darf ihre Prioritäten ändern. Aber sie sollte die wissenschaftlichen Gründe dafür darlegen. Warum wurde Svensmark noch wenige Monate vor seiner Entlassung dazu ermutigt, seine Arbeit fortzusetzen? Was ist aus der positiven internationalen Bewertung geworden? Warum wurde die Professur gestrichen? Warum wird ein laufendes Experiment eingestellt?

Die Einzelheiten eines konkreten Beschäftigungsfalls mögen vertraulich sein. Die wissenschaftlichen Gründe für die Einstellung eines Forschungsprogramms sollten es jedoch nicht sein. Eine Hypothese kann nicht auf administrativem Wege verworfen werden.

Sonnenaktivität

Svensmarks Forschung befasst sich mit dem Einfluss der Sonnenaktivität und der kosmischen Strahlung auf die Aerosolbildung, die Wolken und damit auf das Klima.

Der vorgeschlagene Prozess ist im Prinzip einfach. Die Sonnenaktivität beeinflusst die Menge der die Erde erreichenden kosmischen Strahlung. Diese ionisiert die Atmosphäre. Die Ionisierung kann die Bildung und das Wachstum von Aerosolpartikeln beeinflussen, von denen einige zu Wolkenkondensationskernen werden. Wolken wiederum beeinflussen die Strahlungsbilanz der Erde stark.

Teile dieser Kette wurden experimentell nachgewiesen. Ungeklärt bleibt jedoch, wie groß der daraus resultierende Klimaeffekt unter realen atmosphärischen Bedingungen und über verschiedene Zeitskalen hinweg ist.

Svensmark behauptet nicht, dass Kohlendioxid keinerlei Auswirkungen habe. Gegenüber der Zeitung „Berlingske“ erklärte er:

„Ich sage nicht, dass der Mensch dabei keine Rolle spielt.“

Seiner Ansicht nach sind natürliche Schwankungen, Wolkenprozesse und der Einfluss der Sonne nach wie vor nicht ausreichend quantifiziert. Er bezeichnet die Ablehnung als „Todesstoß“ für das Forschungsprogramm, an dessen Entwicklung er einen Großteil seiner Karriere gewidmet hat.

Kein unbedeutender Forscher

Svensmark kann nicht ohne Weiteres als erfolgloser oder unbedeutender Wissenschaftler abgetan werden. Google Scholar verzeichnet mehr als 7.000 Zitate seiner Arbeiten und einen h-Index von 30. Im Vergleich zur gesamten Forschungsgemeinschaft der DTU reiht er sich damit etwa unter die obersten 20 Prozent der Forscher ein und liegt gemessen an der Gesamtzahl der Zitate wahrscheinlich noch höher. Das ist eine beachtliche wissenschaftliche Wirkung für ein relativ kleines und stark umstrittenes Forschungsgebiet, das weit entfernt ist von den großen Kooperationsnetzwerken, die fast automatisch viele Zitate generieren.

Der vorhersehbare, aber schwächste Beitrag in dem Artikel stammt von Jens Hesselbjerg Christensen, Professor am Niels-Bohr-Institut und einer prominenten Persönlichkeit in der IPCC-Gemeinschaft.

Hesselbjerg räumt ein, dass kosmische Strahlung eine Rolle bei der Wolkenbildung und der langfristigen Klimageschichte spielen könnte. Anschließend behauptet er, ein Großteil von Svensmarks Forschung sei offenbar darauf ausgelegt gewesen, seine Hypothese zu bestätigen, und wann immer diese nicht bestätigt wurde, habe man einfach „ein oder zwei Elemente“ hinzugefügt.

Das ist eine außergewöhnliche Anschuldigung und intellektuell ziemlich armselig.

Hesselbjerg nennt weder eine Veröffentlichung noch ein Experiment, noch eine fehlerhafte Messung, noch eine unsachgemäße Methode und auch eine fehlgeschlagene Vorhersage. Er unterstellt lediglich, dass Svensmark seine Forschung so gestaltet habe, um zu einer vorab festgelegten Schlussfolgerung zu gelangen. Wenn Hesselbjerg das glaubt, sollte er die Experimente benennen und genau erklären, was daran falsch war. Andernfalls sollte er die Anschuldigung zurückziehen.

Die Entwicklung einer Hypothese, sobald neue Erkenntnisse vorliegen, ist kein wissenschaftliches Fehlverhalten – sondern Wissenschaft! Die Aerosolbildung umfasst Keimbildung, Partikel-Lebensdauer, Wachstum, atmosphärische Chemie und schließlich die Wolkenbildung. Die Entdeckung zusätzlicher Prozesse ist kein „Hinzufügen eines Arms oder eines Beins“ – sondern der eigentliche Zweck experimenteller Forschung.

Hesselbjergs Vorgehen verdeutlicht ein umfassenderes Problem. Forscher, die dem institutionellen Konsens nahestehen, können sich auf Autorität berufen, während sie bemerkenswert wenige Argumente vorbringen. Von einem abweichenden Forscher wird erwartet, dass er jedes Glied einer komplexen physikalischen Kette nachweist, bevor seine Arbeit überhaupt als legitim angesehen wird.

Das sind keine gleichen Bedingungen für den wissenschaftlichen Wettbewerb.

Die Forschung sollte fortgesetzt werden

Das unmittelbare Ziel sollte nicht lediglich darin bestehen, die DTU in Verlegenheit zu bringen. Vielmehr sollte es darum gehen sicherzustellen, dass Svensmarks Forschung fortgeführt wird. Der wichtigste nächste Schritt ist die Entwicklung eines Klimamodells, das neben dem Treibhauseffekt und den anderen etablierten Klima-Prozessen auch explizit die vorgeschlagene Kette aus Sonnenaktivität, kosmischer Strahlung, atmosphärischer Ionisierung, Aerosolwachstum und Wolken einbezieht.

Ein solches Modell würde es ermöglichen, eine Frage von enormer wissenschaftlicher und politischer Bedeutung zu untersuchen: Inwieweit ist die beobachtete Temperaturentwicklung auf menschlichen Einfluss zurückzuführen, und inwieweit auf natürliche Schwankungen?

Diese Frage ist keineswegs rein akademischer Natur. Die Klimapolitik hängt entscheidend von der Antwort darauf ab. Sind die natürlichen Einflüsse größer als angenommen, ist der erwartete Effekt einer Reduzierung der CO₂-Emissionen geringer. Sind sie hingegen vernachlässigbar, wird die derzeitige Zuordnung des Klimawandels zu CO₂ gestärkt. Beides wäre eine wertvolle Erkenntnis.

Henrik Svensmark erklärt: „Der nächste entscheidende Schritt besteht darin, ein Klimamodell zu entwickeln, in dem der Einfluss von Sonnenaktivität, kosmischer Strahlung, Aerosolwachstum und Wolken zusammen mit Treibhausgasen berücksichtigt wird. Damit könnten wir prüfen, inwieweit der heutige Klimawandel vom Menschen verursacht ist und inwieweit er natürlichen Ursprungs ist. Dies lässt sich innerhalb weniger Jahre und mit einem Forschungsbudget bewerkstelligen, das im Vergleich zur politischen und wirtschaftlichen Bedeutung der Frage bescheiden ist.“

Die Aufgabe ist daher konkret: Wir müssen eine neue institutionelle Heimat für Svensmark finden, die Ausrüstung und das wissenschaftliche Fachwissen erhalten, ein internationales Forschungsteam zusammenstellen und die erforderlichen Finanzmittel beschaffen.

Die Zeitung „Berlingske“ hat einen wertvollen Beitrag zum öffentlichen Interesse geleistet, indem sie diesen Fall an die Öffentlichkeit gebracht hat. Die DTU hat mit Ausflüchten reagiert. Jens Hesselbjerg Christensen hat mit einem unbegründeten Angriff auf die wissenschaftliche Integrität eines Kollegen reagiert.

Keine dieser Reaktionen ist akzeptabel.

Wissenschaft schreitet durch Experimente, Beobachtungen und überprüfbare Modelle voran, nicht durch administrative Prioritäten, institutionelle Konformität oder beiläufige Unterstellungen.

Henrik Svensmarks Forschung darf nicht mit einer Entscheidung der DTU-Leitung enden. Ihr müssen nun die Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, um sich dem einzigen Urteil zu stellen, das zählt: dem Urteil der Beobachtungen.

Karl Iver Dahl-Madsen

Karl Iver Dahl-Madsen ist selbstständiger Berater (Inhaber von Dahl-Madsen ApS), Vorstandsvorsitzender des dänischen Klima-realistischen Vereins „Klimarealisme“ (Klimarealismus) und tritt in den dänischen Medien regelmäßig als Kommentator und Diskussionsteilnehmer zu den Themen Klimapolitik, Energie und Umweltfragen auf. Mehr: https://klimarealisme.dk/

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/07/21/henrik-svensmark-fired-by-his-university/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Auf den Zug des Geldes für die Kernfusion aufspringen

Duggan Flanakin

Die weltweiten Investitionen in die Fusionsenergie erreichten in den vergangenen 12 Monaten einen Rekordwert von 4,8 Milliarden US-Dollar, womit sich die Gesamtinvestitionen seit 2021 auf über 14,2 Milliarden US-Dollar beliefen. Laut Reuters lagen die Gesamtinvestitionen in 45 private Unternehmen im vergangenen Jahr um 69 % höher als in den vorangegangenen 12 Monaten. Mindestens 17 Fusionsunternehmen haben mindestens 100 Millionen US-Dollar eingeworben.

Der Investitionsanstieg signalisiert laut Reuters wachsendes Vertrauen, dass die Kernfusion das Stromnetz in den 2030er Jahren ergänzen kann. Quantencomputer und künstliche Intelligenz gehören zu den Gründen für den wachsenden Glauben, dass „der Heilige Gral“ näher ist als je zuvor.

Forscher haben kürzlich die ersten Quantencomputer-Berechnungen zu FLiBe vorgelegt, einem geschmolzenen Salz aus Fluor, Lithium und Beryllium, das als führendes Material für die Erzeugung und Gewinnung von Tritium in Fusionsreaktoren gilt.

Experten des Oak Ridge National Laboratory, der Cleveland Clinic und von IBM haben erfolgreich neun verschiedene molekulare Konfigurationen von FLiBe berechnet – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Entwicklung von Materialien, mit denen der Fusionsbrennstoff Tritium hergestellt werden kann.

Künstliche Intelligenz wird zu einem entscheidenden Faktor für die Finanzierung der Fusionsforschung, verbrauchen doch KI-Rechenzentren Strom in beispiellosen Mengen. Google, Microsoft und andere Technologiegiganten investieren massiv in die Fusionsforschung.

KI wird zudem eingesetzt, um vier große Herausforderungen zu bewältigen: die Entwicklung von Materialien, die einem extremen Neutronenfluss standhalten; die Stabilisierung von extrem heißem Plasma (100 Millionen °C); die Bewältigung extremer thermischer Belastungen (Wärmestrom) sowie die Maximierung der Energieausbeute (Optimierung des Brennstoffkreislaufs).

KI simuliert komplexe Plasmaphysik, entdeckt neuartige Materialien und Steuerungsstrategien, lässt sich in Echtzeit-Hardware integrieren, um Stabilität und Effizienz zu verbessern, und ermöglicht digitale Zwillinge sowie immersive Modellierung für Konstruktion und Fehlerbehebung – und das alles mit einer Geschwindigkeit, die zuvor undenkbar war.

In Zusammenarbeit mit Commonwealth Fusion Systems nutzt Google DeepMind tiefes verstärkendes Lernen, um die Plasmaformen in Tokamaks zu stabilisieren und TORAX zu entwickeln – einen schnellen, differenzierbaren Plasmasimulator –, um die Leistung und die Steuerungsstrategien zu optimieren. Microsoft setzt generative KI für das Moleküldesign und KI-Emulatoren für die schnelle Materialentwicklung ein – und spart so Jahre an Versuch und Irrtum.

Künstliche Intelligenz und Quantencomputing haben die Reaktion auf Präsident Trumps Aufruf verstärkt, die Vereinigten Staaten wieder zur weltweit führenden Nation im Bereich der Kernenergie zu machen. Das Energieministerium und private Investoren gehen nun davon aus, dass die Kernfusion bereits im nächsten Jahrzehnt damit beginnen kann, Strom in das nationale Stromnetz – und an eigenständige Anlagen – zu liefern.

Erst im vergangenen Monat veröffentlichte das DOE die endgültige Fassung der „Fusion Science and Technology Roadmap“ – eine nationale Strategie zur Beschleunigung der Entwicklung und Kommerzialisierung der Fusionsenergie nach dem schnellsten und verantwortungsvollsten Zeitplan in der Geschichte. Die Roadmap – an deren Erstellung mindestens 800 Wissenschaftler und Ingenieure, 15 private Unternehmen, 10 nationale Forschungslabore und 70 Universitäten mitgewirkt haben – identifiziert entscheidende wissenschaftliche und technologische Lücken, die das DOE, die Industrie, die Universitäten und die nationalen Forschungslabore schließen müssen, damit die Kernfusion dazu beitragen kann, den Energiebedarf der USA zu decken.

Die einheitliche Strategie, die über das neu eingerichtete „Office of Fusion“ des DOE umgesetzt werden soll, stützt sich auf drei Hauptsäulen: den Aufbau kritischer Infrastruktur zur Schließung von Lücken bei Fusionsmaterialien und -technologien; Innovation durch Spitzenforschung, Hochleistungsrechner und KI; sowie den Ausbau des US-amerikanischen Fusions-Ökosystems durch öffentlich-private Partnerschaften, den Ausbau der Lieferkette, den Ausbau der Fachkräftebasis und Wege zur Kommerzialisierung.

Der Geldzufluss in Fusionsunternehmen bestätigt, dass die Strategie breite Unterstützung genießt.

Ein beträchtlicher Teil davon ging an das von Google unterstützte Unternehmen TAE Technologies, das kürzlich eine Reverse-Merger-Transaktion mit der Trump Media & Technology Group unter der Leitung von Trumps Verbündetem Devin Nunez vollzogen hat. Trump Media erklärte sich bereit, TAE bei Vertragsunterzeichnung bis zu 200 Millionen US-Dollar in bar und weitere 100 Millionen US-Dollar bei der ersten Einreichung zur Verfügung zu stellen.

TAE Technologies konzentriert sich in erster Linie auf die Weiterentwicklung der aneutronischen Fusionsenergie, bei der nur minimale Mengen an radioaktivem Abfall anfallen. Die Technologie nutzt eine Feldumkehrkonfiguration, um den Plasmaeinschluss und die Stabilität zu optimieren. Das Unternehmen, das vor der Fusion 1,79 Milliarden US-Dollar eingeworben hatte plant, bis Jahresende einen Standort auszuwählen und bis 2030 einen kommerziell nutzbaren Fusionsreaktor zu entwickeln.

Das von Jeff Bezos unterstützte Unternehmen General Fusion wurde am 13. Juli als erstes börsennotiertes Fusionsenergieunternehmen und überholte damit TAE Technologies um mehrere Monate. Am ersten Handelstag verzeichnete die Aktie einen starken Kursanstieg. Eine kürzlich erfolgte Fusion mit der Spring Valley Acquisition Corp. III verschaffte dem Unternehmen dringend benötigte Finanzmittel, nachdem es seit 2002 bereits über 600 Millionen US-Dollar von privaten Investoren eingesammelt hatte.

General Fusion setzt auf die „Magnetized Target Fusion“, bei der mithilfe von Magnetfeldern magnetisiertes Plasma in einer mit flüssigem Lithium ausgekleideten Kammer erzeugt wird. Das Unternehmen hofft, sein erstes Kraftwerk „etwa bis 2035“ in Betrieb nehmen zu können.

Das aus dem MIT hervorgegangene Unternehmen Commonwealth Fusion Systems entwickelt ein Verfahren, bei dem Wasserstoffkerne mithilfe von Hochtemperatur-Supraleitungsmagneten fusioniert werden. Das Unternehmen, das von Investoren wie Google und Nvidia fast 3 Milliarden US-Dollar eingesammelt hat hofft, seine SPARC-Tokamak-Fusionsenergieanlage im Jahr 2027 in Betrieb nehmen zu können. Google hat bereits zugesagt, die Hälfte der Stromproduktion von „Arc“ abzunehmen, einem kommerziellen 400-MW-Kraftwerk, das CFS in Virginia errichten will.

Microsoft wird der erste Kunde für den Reaktor von Helion mit umgekehrter Magnetfeld-Konfiguration sein, bei dem Magnete eine sanduhrförmige Reaktionskammer umgeben. Helion, das 1,5 Milliarden US-Dollar eingeworben hat (und mit 15,5 Milliarden US-Dollar bewertet wird) plant, ab 2028 mit seinem Reaktor Strom zu erzeugen. Zu den Investoren zählen Sam Altman, Reid Hoffman und BlackRock.

Der Polaris-Reaktor von Helion ähnelt eher einer Batterie als einem herkömmlichen Kraftwerk. Es gibt keine Wärme, keinen Dampf und keine Turbine – alles Elemente, bei denen Energie verloren geht. Im Wesentlichen stoßen in einem 18 m langen Rohr zwei Plasmaringe mit einer Geschwindigkeit von einer Million Meilen pro Stunde aufeinander, und der Rückstoß wird als Strom gewonnen. Helion gibt an, bei jedem Impuls Strom mit einem Wirkungsgrad über 95 % gewinnen zu können. Wenn die Technologie funktioniert, könnte das Unternehmen im Wettlauf um die Kernfusion die Nase vorn haben.

Da die NRC im Jahr 2023 entschied, dass Fusionsanlagen mehr mit Teilchenbeschleunigern als mit Kernspaltungsreaktoren gemeinsam haben, unterliegen Fusionsreaktoren nicht den jahrzehntelangen Reaktorprüfungen auf Bundesebene. Im vergangenen Monat erhielt Helion die staatlichen Genehmigungen für radioaktive Stoffe und radioaktive Luftemissionen, womit das Unternehmen die erste Fusionskraftanlage ist, die über alle erforderlichen Genehmigungen verfügt. Polaris ist zudem die erste privat finanzierte Fusionsanlage, die mit Deuterium-Tritium-Brennstoff betrieben wird.

Nicht nur amerikanische Fusionsunternehmen scheffeln Geld.

Google hat gerade das in Deutschland ansässige Unternehmen Proxima Fusion mit 468 Millionen Dollar unterstützt. Das Unternehmen, das Europas erstes kommerzielles Fusionskraftwerk bauen will, hat eine Bewertung von 2,7 Milliarden Dollar erreicht. Proxima entwickelt die Stellarator-Technologie und hofft, seinen Fusionsdemonstrator – einen Proof-of-Concept-Vorläufer eines kommerziellen Kraftwerks – Anfang der 2030er Jahre in Betrieb nehmen zu können.

Das aus der Universität Oxford hervorgegangene Unternehmen First Light Fusion hat weniger als 45 Millionen Pfund ausgegeben, um die Kernfusion zu erreichen, indem es mit einer zweistufigen Kanone ein Projektil auf ein Ziel abgefeuert hat. First Light möchte mit bestehenden Stromerzeugern zusammenarbeiten, um in den 2030er Jahren eine Pilotanlage zu entwickeln, die etwa 150 MW Strom erzeugen und weniger als 1 Milliarde Dollar kosten würde.

Die Kernfusion sei nicht mehr „30 Jahre entfernt“, heißt es. Doch wer wird das Rennen gewinnen?

Investoren setzen heute auf sehr unterschiedliche Fusionstechnologien, doch da die Bau- und Betriebskosten potenziell stark variieren, werden die Unternehmen, die als Erste die Energieerzeugung erreichen, möglicherweise – oder auch nicht – die endgültigen Gewinner sein. Betamax war VHS voraus und bot eine überlegene Qualität, doch VHS war billiger und entsprach besser den Bedürfnissen des Kinopublikums.

Link: https://www.cfact.org/2026/07/18/riding-the-fusion-money-train/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Kurzmeldungen aus Klima und Energie – Ausgabe 20 /2026

Meldung vom 17. Juli 2026:

Die Hitze-Verzerrung

In den vergangenen VIER MONATEN waren die Temperaturen in weiten Teilen Alaskas unterdurchschnittlich, während es in einem Gebiet vergleichbarer Größe in West- und Mitteleuropa wärmer war.

Die Wärme in Europa hat die übliche Flut an Schlagzeilen zum Thema Klima ausgelöst.

Die weit verbreitete Kälte in Alaska hat hingegen keinerlei Beachtung gefunden.

Würde man die Farben vertauschen, würde sich auch die Berichterstattung entsprechend umkehren. Ein kühler europäischer Sommer würde als lokales Wetter abgetan, während ungewöhnliche Wärme in Alaska als Beweis für einen globalen Notstand dargestellt würde.

So wird die Erzählung konstruiert: Die Hitze wird hochgespielt, die Kälte ignoriert.

Link: https://electroverse.substack.com/p/polar-air-grips-brazil-could-greenlands?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Hier eine Meldung über Energiepolitik in Berlin, von der ich nirgends in den MSM etwas gelesen habe:

Berlin entnimmt dem Klimafonds 34 Milliarden Dollar zur Entlastung des Haushalts

Kevin Killough

Mit diesem Schritt werden unter Bundeskanzler Merz die öffentlichen Ausgaben konsolidiert, wobei die Fördermittel für Wärmepumpen und Elektroautos für alle außer Menschen mit geringem Einkommen gekürzt werden.

Deutschland plant, bis 2030 34,2 Milliarden Dollar aus seinem Klima- und Transformationsfonds einzusparen. Diese Mittel werden an den Bund umgeschichtet, da die Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz die öffentlichen Ausgaben konsolidieren will. [Hervorhebungen und Links hinzugefügt {vom Blog-Admin}]

Der Klima- und Transformationsfonds stellt unter anderem Fördermittel für Wärmepumpen und Elektroautos bereit. Im Zuge der Kürzungen werden diese Fördermittel laut Bloomberg nur noch für Menschen mit geringem Einkommen zur Verfügung stehen.

Die Regierung hat argumentiert, dass ein von ihr ins Leben gerufenes Förderprogramm zur Senkung der Strompreise für energieintensive Industrien Kürzungen beim Klima- und Transformationsfonds rechtfertigen werde.

Der Fonds wird aus den Einnahmen des nationalen Emissionshandelssystems finanziert. Das Programm verpflichtet die Unternehmen, die diese Fördermittel erhalten, in die klimafreundlichere Gestaltung ihrer Produktion zu investieren.

Deutschland hat bei der Bewältigung der sogenannten „Klimakrise“ eine Vorreiterrolle eingenommen, unter anderem durch aggressive Bemühungen, Kernkraftwerke stillzulegen und das Stromnetz vollständig mit intermittierenden Energiequellen zu versorgen.

Mehr: Just The News

Link: https://climatechangedispatch.com/germany-climate-fund-cuts-budget/

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Meldung vom 21. Juli 2026:

Die Erwärmung im Holozän beschränkte sich nicht auf Grönland

Wenn Hinweise auf Warmphasen in der Vergangenheit angeführt werden, lautet die Standardantwort, dass diese lediglich regional begrenzt waren – größtenteils beschränkt auf Grönland, Europa und den Nordatlantik. Die Daten aus der Makassar-Meerenge widerlegen diese Behauptung direkt.

Die Makassar-Meerenge liegt in Indonesien, rund 12.000 km von Grönland entfernt. Wissenschaftler entnahmen Sedimentkerne vom Meeresboden und rekonstruierten anhand der chemischen Zusammensetzung mikroskopisch kleiner Meeresmuscheln die Wassertemperaturen der letzten 10.000 Jahre.

Die Datensätze aus Grönland und Makassar beschreiben die gleichen Jahrtausende, gemessen an zwei Orten, die fast auf der gegenüberliegenden Seite des Planeten liegen, und entgegen der gängigen Lehrmeinung erweisen sich ihre allgemeinen Verlaufsbilder als bemerkenswert ähnlich.

Beide zeigen eine ausgeprägte Wärme während des frühen und mittleren Holozäns, gefolgt von einer langen, ungleichmäßigen Abkühlung hin zur Kleinen Eiszeit. Beide weisen zudem spätere Schwankungen auf, die mit der römischen und der mittelalterlichen Warmzeit sowie den darauf folgenden kalten Jahrhunderten korrespondieren.

Wäre die Wärme des Holozäns auf Grönland und Europa beschränkt gewesen, dürfte eine Temperaturrekonstruktion aus dem tropischen Pazifik nicht die gleiche allgemeine Abfolge aus früher Wärme, anhaltender Abkühlung und späteren Warm- und Kaltphasen zeigen.

Doch genau das ist der Fall!

Link: https://electroverse.substack.com/p/ten-straight-days-below-100f-greenland?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Zwei Meldungen vom 22. Juli 2026:

Die verbrannte Fläche am Amazonas erreicht den tiefsten Stand seit 41 Jahren

Die Brandfläche im brasilianischen Amazonasgebiet sank im Jahr 2025 auf den niedrigsten Stand seit 41 Jahren.

MapBiomas verzeichnete im gesamten Biom eine Brandfläche von 3,1 Millionen Hektar, was einen Rückgang gegenüber dem Rekordwert von 15,8 Millionen Hektar im Jahr 2024 darstellt. Das entspricht einem Rückgang von 80 % innerhalb eines einzigen Jahres.

Graphik: Jährlich abgebrannte Fläche im Amazonasgebiet, in Millionen Hektar. [MapBiomas]

In ganz Brasilien sank die abgebrannte Fläche von mehr als 30,2 Millionen Hektar im Jahr 2024 auf nur noch 12,7 Millionen im Jahr 2025, womit die nationale Gesamtfläche 31 % unter dem historischen Durchschnitt lag.

Graphik: Jährlich abgebrannte Fläche in ganz Brasilien, in Millionen Hektar. [MapBiomas]

Forscher von MapBiomas führten den Rückgang zum Teil auf die Rückkehr einer stärkeren und längeren Regenzeit zurück, die es nach zwei Jahren Dürre im Amazonasgebiet erschwerte, Brände zu entfachen und zu verbreiten. Der Einbruch um 80 % im Vergleich zum Vorjahr zeigt, wie schnell sich die abgebrannte Fläche verändern kann, wenn der Regen zurückkehrt, die Zahl der Brandausbrüche sinkt und ein Großteil des verfügbaren Brennstoffs am Boden bereits verbrannt ist.

Diese Zahlen wurden bekannt, als Präsident Trump Kanada vorwarf, seine Wälder nicht ordnungsgemäß zu pflegen, nachdem sich Waldbrandrauch, der nördlich der Grenze entstanden war, nach Süden über die Vereinigten Staaten ausgebreitet hatte. Trump sagte, Kanada würde seine Wälder „nicht ordnungsgemäß pflegen“ und forderte Ottawa auf, die Brände unter Kontrolle zu bringen.

Der Amazonas und die borealen Wälder Kanadas sind unterschiedliche Ökosysteme, und keine einzelne Bewirtschaftungsstrategie kann jeden Brand verhindern. Allerdings erkennen die kanadischen Behörden selbst an, dass angesammelte Vegetation das Brandverhalten erheblich beeinflusst.

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„Totes“ Korallenriff entpuppt sich als voll von blühendem Leben

Ein Korallen-Ökosystem vor der Küste Benins wurde in den 1960er Jahren für tot erklärt. Sechs Jahrzehnte lang hat sich niemand die Mühe gemacht, noch einmal nachzuschauen.

Bei den ursprünglichen Untersuchungen in den Jahren 1963 und 1964 wurden zwar riffartige Strukturen entdeckt, doch aufgrund von Baggergut und akustischen Messungen ging man davon aus, dass die Riffe abgestorben seien.

Nun kehrten die Forscher mit Sonar, einer Unterwasserdrohne und Tiefseekameras zurück – und fanden in 54 m Tiefe im Golf von Guinea einen lebendigen Korallengarten voller Rifffische.

Zwischen April und Dezember 2025 kartierten Wissenschaftler 11,5 km Meeresboden und identifizierten zwei Bereiche mit hartem Meeresboden. Kameras, die auf einen dieser Bereiche abgesenkt wurden, zeigten dichte Bestände lebender Korallen, die auf Felsvorsprüngen wuchsen.

[Gérard Zinzindohoué]

Das Ökosystem umfasste mindestens sechs Arten von Oktokorallen, zwei Arten von Schwarzkorallen und acht Arten von Rifffischen. Die Forscher beschrieben es als einen biologisch aktiven mesophotischen Korallengarten – das erste bestätigte lebende Ökosystem dieser Art auf dem beninischen Kontinentalschelf.

Die Korallen wurden bislang noch nicht physisch untersucht, ihre genaue Artenzugehörigkeit ist vorläufig, und die Forscher können nicht feststellen, ob das Ökosystem kontinuierlich überlebt oder sich nach den 1960er Jahren erholt hat. Was sie jedoch trotz des heute vorherrschenden ökologischen Katastrophismus‘ feststellen können ist, dass das Riff mit Sicherheit nicht tot ist.

Link: https://electroverse.substack.com/p/two-sheared-storms-zero-hurricanes?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE