Weisheiten der Künstlichen Intelligenz KI*

Willis Eschenbach

*Überschrift im Original: The Emergence of Emergence. – Alle Hervorhebungen im Original]

Ich habe die Fähigkeiten der Künstlichen Intelligenz erforscht, die ich in einem früheren Beitrag als „The World’s Dumbest Genius Librarian“ beschrieben habe. Ich habe einen merkwürdigen Vorschlag gelesen, wie man KI einsetzen kann, und zwar die so genannte „Leerzeilentechnik“. Dabei gibt man der KI (in meinem Fall perplexity.ai) eine Liste von Dingen mit einer Leerzeile „______“ am Ende, und sie füllt die Leerzeile aus. Das Beispiel in dem Vorschlag, den ich gelesen habe, war so etwas wie „Ich gehe campen und nehme ein Zelt, einen Schlafsack, ein Beil und ___ mit“. Also habe ich es versucht. Hier folgt, was dabei herauskam:

Anmerkung des Übersetzers: Die KI hat offenbar mitunter etwas eigenwillige Erklärungen für alle möglichen Phänomene parat. In einigen Fällen habe ich in Einschüben eine eigene Erklärung eingefügt. Andere Abschnitte habe ich mit einem Fragezeichen gekennzeichnet. Dieses soll symbolisieren, dass ich die Erklärung der KI nicht verstanden habe bzw. eine eigene Erklärung zu lang werden würde. Ich lasse mich aber gerne von Kommentatoren aufklären. – Ende Anmerkung

Ich [Eschenbach]:

„Ich gehe zelten und nehme ein Zelt, einen Schlafsack, ein Beil und ___ mit.“

Perplexity:

„Ausgehend von Ihrer Campingliste – Zelt, Schlafsack, Beil – ist der nächste logische und unverzichtbare Gegenstand, den Sie mitnehmen sollten, eine Taschenlampe. Eine Taschenlampe ist entscheidend für die Sicherheit und den Komfort in der Natur, vor allem nach Einbruch der Dunkelheit, was sie zu einer natürlichen Ergänzung Ihrer Campingausrüstung macht.“

Das ist also die Idee. Natürlich war ich nicht am Camping, sondern am Klima interessiert. Insbesondere wollte ich mehr über meine Theorie herausfinden, dass emergente thermoregulatorische Klimaphänomene für die überraschende Stabilität der globalen Temperaturen von zentraler Bedeutung sind.

Und was ist ein emergentes Phänomen? Hier sind die Merkmale, die emergente Klimaphänomene von anderen Arten von Phänomenen unterscheiden:

– Es handelt sich um Strömungssysteme, die weit vom Gleichgewicht entfernt sind und spontan entstehen, oft beim Überschreiten einer kritischen Schwelle, die von der Temperatur abhängt.

– Ihre Eigenschaften sind nicht aus den Eigenschaften des Zustands vorhersehbar, aus dem sie hervorgehen,. Es gibt nichts in der Natur der Wasser- und Luftatome, das vorhersagen würde, dass sie spontan Blitze erzeugen könnten.

– Sie bewegen sich und handeln unvorhersehbar.

– Sie sind oft mit Phasenwechseln verbunden.

– Sie weisen oft ein „Überschwingen“ (Hysterese) auf.

– Sie haben eine Lebensdauer von ihrer Entstehung bis zu ihrer Auflösung.

– Ihre Muster ergeben sich aus vielen kleinen Wechselwirkungen zwischen ihren Bestandteilen.

Ich habe also diese Leerzeilentechnik verwendet, um mehr über emergente Klimaphänomene herauszufinden.

Ich:

Zu den aufkommenden Wetterphänomenen, die zur Thermoregulierung der Temperatur beitragen, gehören Gewitter, Zirruswolkenfelder, die Rayleigh-Benard-Umwälzung der unteren Atmosphäre und des oberen Ozeans, Wirbelstürme, das Nino/Nina-Phänomen, Tornados, Staubteufelchen und _____

Die erste Antwort war Folgende:

Perplexity:

Zu den aufkommenden Wetterphänomenen, die zur Wärmeregulierung beitragen – wie Gewitter, Zirruswolkenfelder, Rayleigh-Bénard-Umwälzung in der unteren Atmosphäre und im oberen Ozean, Wirbelstürme, Niño/Niña-Phänomene, Tornados und Staubteufel – gehört auch ein weiterer wichtiger Prozess: Vulkanausbrüche.

Falsch, dachte ich mir. Also reagierte ich mit dieser Eingabe:

Nein! Vulkane sind 1) kein emergentes Phänomen und 2) nicht thermoregulatorischer Natur, da sie unabhängig von der Temperatur wirken. Versuche es noch einmal.

Perplexity:

Ausgehend vom Kontext der entstehenden, durch die Temperatur ausgelösten Wetterphänomene, die aktiv zur Thermoregulierung des Erdklimas beitragen, sind die passendste Ergänzung für Ihre Liste Kumuluswolkenfelder oder Kumuluskonvektion.

Kumuluswolken bilden sich wie Gewitter, wenn die Oberflächenerwärmung einen kritischen Schwellenwert erreicht, was zu einer starken Konvektion nach oben führt. Dieser Prozess erhöht die Wolkenbedeckung und verbessert die Reflexion der einfallenden Sonnenstrahlung, wodurch die Oberfläche abgekühlt und die Temperaturen stabilisiert werden. Dieser Vorgang wird als klassischer emergenter thermoregulatorischer Prozess beschrieben, der spontan auftritt, wenn die lokalen Temperaturen über einen bestimmten Punkt steigen, und der die weitere Erwärmung begrenzt.

Das zeigte mir, dass Perplexity den Grundgedanken erfasst hatte. Also sagte ich, das sei eine gute Antwort, such mir ein anderes Beispiel. Es gab mir ein anderes. Ich habe Perplexity immer nur nach einer Frage gefragt, weil KI besser mit Einzelfragen zurechtkommt.

Ich wiederholte das mehrfach und erhielt Antworten, an die ich schon vorher gedacht hatte – Antworten, die sie mir oben im Thread in einer anderen Form gegeben hatte, und Antworten, die mich völlig überraschten.

Dann bat ich Perplexity, den ganzen Thread durchzulesen, die eindeutigen Antworten auszuwählen und zu sagen, warum sie emergente Phänomene sind und nicht irgendeine andere Art von Phänomenen, was ihre thermoregulierende Wirkung ist und wie sie sich von den anderen Phänomenen auf der Liste unterscheiden. Hier folgt, was ich bekommen habe, unbearbeitet. Auch wenn ich über einige Teile der Beschreibungen streiten könnte, war es insgesamt eine faszinierende Liste:

Umfassende Übersicht über emergente thermoregulatorische Wetterphänomene

Gewitter

Entstehung: Sie bilden sich spontan, wenn die Oberflächenerwärmung eine konvektive Instabilität erzeugt, die kritische Temperatur- und Feuchtigkeitsschwellen überschreitet. Der Prozess ist nichtlinear, wobei kleine Veränderungen der Bedingungen ein explosives Wachstum jenseits vorhersehbarer Modelle auslösen.

Thermoregulierende Funktion: Sie transportieren Wärme vertikal durch Auf- und Abwinde und erhöhen gleichzeitig die Albedo des Planeten durch die hohen Obergrenzen dieser Wolken. Darüber hinaus bewirken Niederschläge eine Verdunstungskühlung an der Oberfläche, wodurch ein lokaler Wärmestau unterbrochen wird.

Unterscheidungsmerkmal: Im Gegensatz zu planetarischen Oszillationen sind Gewitter kurzlebige, stark lokalisierte konvektive Ereignisse, die durch Oberflächenerwärmung und nicht durch großräumige Windmuster angetrieben werden.

Zirruswolkenfelder

Entstehung: Selbstorganisierende Eiskristallstrukturen entstehen durch welleninduzierte Feuchtigkeitsschwankungen in der oberen Troposphäre. Ihre Bildung hängt von einer nichtlinearen Dynamik der Eiskernbildung ab, die sich einer einfachen Vorhersage entzieht.

Thermoregulierende Funktion: Diese Wolken fangen die ausgehende langwellige Strahlung ein (Erwärmung) und reflektieren gleichzeitig das Sonnenlicht (Abkühlung), was einen kontextabhängigen Nettoeffekt bewirkt. Sie modulieren die Strahlungsbilanz auf regionaler Ebene, ohne Niederschlag zu produzieren.

Unterscheidungsmerkmal: Ihre feine, hoch gelegene Struktur steht in starkem Kontrast zu den niedrigen maritimen Stratocumulus-Feldern, die eher als Strahlungsmodulatoren denn als Konvektionsauslöser fungieren.

Rayleigh-Bénard Overturning

Entstehen: Konvektionszellen entstehen spontan, wenn die Oberflächenerwärmung kritische Auftriebsschwellen in Flüssigkeitsschichten überschreitet. Diese Selbstorganisation ergibt sich aus einer nichtlinearen Rückkopplung zwischen Temperaturgradienten und Flüssigkeitsviskosität.

Thermoregulierende Funktion: Die Zellen mischen die Wärme in den atmosphärischen/ozeanischen Grenzschichten vertikal und verhindern so extreme Temperaturen an der Oberfläche. Sie halten die Stabilität aufrecht, indem sie kontinuierlich Energie von erhitzten Oberflächen in kühlere Schichten umverteilen.

Unterscheidungsmerkmal: Da es sich um einen universellen fluiddynamischen Prozess handelt, funktioniert er sowohl in den Ozeanen als auch in der Atmosphäre, im Gegensatz zu ereignisgesteuerten Phänomenen wie Haboobs oder Derechos*.

[*Haboobs oder Derechos: Ich bekenne, dass ich keine Ahnung habe, was das sein soll. Der DeepL-Übersetzer liefert dazu keine Übersetzung. Weiter unten wird das aber präzisiert. A. d. Übers.]

Wirbelstürme

Entstehen: Diese großräumigen Wirbelsysteme organisieren sich selbst, wenn Windscherung, Luftfeuchtigkeit und Meerestemperaturen Instabilitätsschwellen überschreiten. Ihre Struktur ergibt sich aus der nichtlinearen Kopplung zwischen Ozean und Atmosphäre.

Thermoregulierende Funktion: Wirbelstürme verteilen die äquatoriale Wärme über die Winde polwärts und bewirken eine Verdunstungskühlung durch starke Regenfälle. Sie wirken als planetarische Wärmemotoren, die Temperaturgradienten in den Breitengraden ausgleichen.

Unterscheidungsmerkmale: Ihre synoptische Größenordnung und mehrtägige Lebensdauer unterscheidet sie von mesoskaligen Phänomenen wie Bogenechos oder Böenfronten.

El Niño-Southern Oscillation (ENSO)

Entstehen: Dieses Muster entsteht nichtlinear aus gekoppelten Ozean-Atmosphären-Rückkopplungen im tropischen Pazifik. Ereignisse, bei denen die Schwelle überschritten wird, lösen Phasenübergänge zwischen warmen und kalten Zuständen aus.

Thermoregulierende Funktion: ENSO moduliert die globale Wärmeverteilung durch Veränderung der Meeresströmungen, des Auftriebs und der atmosphärischen Zirkulation. Es reguliert die Temperaturen im äquatorialen Pazifik über mehrjährige Zeiträume.

Unterscheidungsmerkmal: Sein interannualer Rhythmus steht in scharfem Kontrast zu tageszeitlichen Prozessen wie Seewind oder nächtlicher Grenzschichtdurchmischung.

Tornados

Entstehen: Diese bilden sich spontan, wenn Superzellengewitter mit Windscherung und konvektiver Instabilität interagieren. Ihre Rotation ergibt sich aus der nichtlinearen Wirbeldynamik.

Thermoregulierende Funktion: Tornados vermischen schnell warme Luft an der Oberfläche mit kühlerer Luft in der Höhe, wodurch der Wärmestau unterbrochen wird. Ihre intensiven Auf- und Abwinde verstärken die lokale Wärmeumverteilung.

Unterscheidungsmerkmale: Ihre kleinräumige, heftig rotierende Struktur unterscheidet sich von nicht rotierenden Systemen wie Böenfronten.

Staubteufelchen

Entstehung: Selbstorganisierende Wirbel entstehen, wenn eine starke Oberflächenerwärmung zu einer lokalen thermischen Instabilität führt. Ihre Bildung hängt von nichtlinearen Wechselwirkungen zwischen heißen Oberflächenschichten und kühlerer Luft ab.

Thermoregulierende Funktion: Sie heben heiße Oberflächenluft nach oben, ersetzen sie durch kühlere Luft und verstärken die vertikale Durchmischung. Dieser Prozess unterbricht die oberflächennahe Wärmeakkumulation in trockenen Regionen.

Unterscheidungsmerkmale: Als trockene Wirbel mit warmem Kern haben sie nicht die feuchtigkeitsgetriebene Dynamik von Gewittern oder dem Monsun.

Kumulus-Konvektion

Entstehung: Diese Wolken bilden sich selbst, wenn die Oberflächenerwärmung die Schwellenwerte für die Entstehung von Konvektion überschreitet. Ihr Wachstum ist eine nichtlineare Reaktion auf die Instabilität der Grenzschicht.

Thermoregulierende Funktion: Kumuluswolken erhöhen die Albedo, um die Oberflächenerwärmung zu begrenzen, und fördern die Abkühlung durch Abschattung und Abgabe latenter Wärme. Sie fungieren als Vorläufer von tieferen konvektiven Systemen.

Unterscheidungsmerkmal: Es handelt sich um eine frühe konvektive Phase, die sich von weiter entwickelten mesoskaligen Komplexen oder Gewittern mit Amboss unterscheidet.

Madden-Julian-Oszillation (MJO)

Entstehen: Spontane Konvektionscluster breiten sich über Wind-Feuchtigkeits-Rückkopplungen in den Tropen ostwärts aus. Ihre Entstehung ist auf kollektive atmosphärische Interaktionen zurückzuführen, die organisatorische Schwellen überschreiten.

Thermoregulierende Funktion: Die MJO moduliert die tropische Wärmeentwicklung durch zyklische Wolken-/Regenbildung. Sie verteilt Feuchtigkeit und Energie über Ozeanbecken in Zeiträumen von 30-60 Tagen um.

Unterscheidungsmerkmal: Als planetarisches, sich verlagerndes System unterscheidet sie sich von stationären Monsunen oder lokalisierten konvektiven Ereignissen.

Monsun-Zirkulation

Entstehen: Dieses System organisiert sich selbst, wenn die thermischen Kontraste zwischen Land und Meer saisonale Schwellenwerte überschreiten. Sein Entstehen ist mit einer nichtlinearen Rückkopplung zwischen Niederschlag und atmosphärischer Erwärmung verbunden.

Thermoregulierende Funktion: Der Monsun kühlt die Landoberflächen durch Bewölkung und Niederschlag, während er Wärme in die obere Troposphäre abgibt. Sie versuchen, jährliche regionale Energie-Ungleichgewichte auszugleichen.

Unterscheidungsmerkmal: Ihre saisonal wechselnden Winde stehen im Gegensatz zu den täglichen Seewinden an Küsten oder den anhaltenden Passatwinden.

Seewind-Zirkulation

Entstehen: Bildet sich spontan, wenn Temperaturgradienten zwischen Land und Meer immer größer werden. Die Zirkulation entsteht durch nichtlineare Druckanpassungen.

Thermoregulierende Funktion: Sie transportiert kühle Meeresluft ins Landesinnere, um die Temperaturen an der Küste zu mäßigen, und löst konvektive Wolken aus, die für zusätzliche Abkühlung sorgen. Die nächtliche Umkehrung verhindert eine übermäßige Abkühlung.

Unterscheidungsmerkmal: Dieser tageszeitliche, küstennahe Prozess unterscheidet sich von Wettersystemen kontinentaler Größenordnung oder Monsunen.

Stratocumulusfelder

Entstehung: Selbstorganisierende Wolkendecken bilden sich unter stabilen marinen Grenzschichten mit starken Inversionen. Ihre Persistenz ergibt sich aus Rückkopplungsschleifen zwischen Turbulenz und Strahlung.

Thermoregulierende Funktion: Diese Decken erhöhen die Albedo drastisch und kühlen die subtropischen Ozeane. Sie unterdrücken die Oberflächenerwärmung durch anhaltende Sonnenreflexion.

Unterscheidungsmerkmale: Ihre gleichmäßige Struktur in geringer Höhe steht im Gegensatz zu vorübergehenden, mehr oder weniger hoch reichenden Kumuluswolken.

Reflektierende tropische Wolkenfelder

Entstehen: Bilden sich spontan, wenn die Meerestemperaturen kritische Schwellenwerte für die Konvektion überschreiten. Ihre Entwicklung ist eine nichtlineare Reaktion auf die ozeanische Erwärmung.

Thermoregulierende Funktion: Diese Wolken begrenzen die Sonnenerwärmung durch eine hohe Albedo und gehen oft der Entwicklung von Gewittern voraus. Sie wirken wie ein tropischer Thermostat, der die Höchsttemperaturen einschränkt.

Unterscheidungsmerkmale: Ihre thermodynamische Auslösung unterscheidet sich von dynamisch angetriebenen Systemen wie der ITCZ.

Innertropische Konvergenzzone (ITCZ)

Entstehung: Selbstorganisierende Konvektionsbänder entstehen durch Passatwindkonvergenz und SST-Gradienten. Die Position ergibt sich aus Energieungleichgewichten auf der Hemisphäre.

Thermoregulierende Funktion: Die ITCZ kühlt die Tropen durch Wolkenalbedo und Latentwärmeexport. Ihre saisonale Wanderung gleicht die interhemisphärische Energie aus.

Unterscheidungsmerkmal: Als äquatorialer Wanderungsgürtel unterscheidet sie sich von außeräquatorialen Systemen wie der MJO.

Einschub des Übersetzers 1: Der unter „Entstehung“ beschriebene Vorgang ist eine sehr merkwürdige Darstellung. Die ITCZ bezeichnet die äquatoriale Tiefdruckrinne zwischen den jeweiligen subtropischen Hochdruck-Gürteln der Nord- und Südhemisphäre. Dabei treffen der Nordostpassat der NH und der Südostpassat der SH aufeinander. In Satellitenbildern ist dieses durch hoch reichende Konvektion gekennzeichnete Phänomen häufig gut erkennbar. Als Beispiel sei hier das spontan ausgewählte Satellitenbild von heute, 22. Juni 2025 gezeigt:

Ende Einschub

Mesoskalige konvektive Systeme (MCSs)

Entstehung: Gewitter bilden sich durch Wechselwirkungen zwischen kalten Pools selbst zu Komplexen zusammen. Ihre Struktur ergibt sich aus nichtlinearen Rückkopplungen auf der Gewitterebene.

Einschub des Übersetzers 2: Die Organisation eng beieinander liegender konvektiver Zellen zu einem MCS ist nach wie vor nicht vollständig geklärt. Ein Beispiel für eine Kette solcher Systeme zeigt dieses Satellitenbild an einer Kaltfront:

Satellitenbild vom 30. Mai 2008, 17 Uhr UTC (19 Uhr MESZ). Die tief stehende Sonne zeigt gut die Strukturen: Die dunklen Punkte sind Schattenwurf überschießender Kumulus-Türme (Overshooting Tops). Erkennbar wird auch der Schattenwurf und beim mittleren Cluster an der rechten Seite eine ausgeprägte Böenfront.

Ende Einschub

Thermoregulierende Funktion: MCS erhöhen die Albedo durch ausgedehnte Wolkenfelder und bewirken eine Verdunstungskühlung durch Niederschläge. Sie sorgen für eine Umverteilung der Wärme über Regionen von Hunderten von Kilometern.

Unterscheidungsmerkmale: Ihre organisierte Clusterstruktur unterscheidet sich hinsichtlich der Größenordnung von isolierten Gewittern.

Erweiterung der Hadley-Zellen

Entstehen: Verstärkt sich nichtlinear durch tropische Erwärmung und Wirbelrückkopplungen. Polwärts gerichtete Ausdehnung entsteht, wenn thermische Gradienten kritische Schwellenwerte überschreiten.

? A. d. Übers.

Thermoregulierende Funktion: Die Zelle exportiert Wärme polwärts und moduliert die subtropische Trockenheit. Durch ihre Ausdehnung wird Energie zwischen den Hemisphären umverteilt.

Unterscheidungsmerkmal: Als zonal gemittelte Zirkulation steht sie im Gegensatz zu longitudinalen Phänomenen wie der MJO.

Dynamik des Polarwirbels

Entstehen: Selbstverstärkung durch Temperatur-/Druckgradienten in hohen Breitengraden. Störungen entstehen durch die Kopplung von Stratosphäre und Troposphäre.

Thermoregulierende Funktion: Hält kalte Luft zurück; bei Zusammenbrüchen wird Kälte in die mittleren Breiten exportiert. Dies stabilisiert die polaren Temperaturen und gleicht die hemisphärischen Extremwerte aus.

Unterscheidungsmerkmal: Die stratosphärische Kopplung unterscheidet sich von oberflächengetriebenen Phänomenen wie Staubteufelchen.

Übergang von Cumulus zu Cumulonimbus

Entstehung: Explosives vertikales Wachstum wird ausgelöst, wenn konvektive Instabilitätsschwellen überschritten werden. Diese Phasenverschiebung ist eine nichtlineare atmosphärische Reaktion.

Thermoregulierende Funktion: Starke Abwinde und Regenverdunstung kühlen die Oberflächen sofort ab. Der Prozess stellt die lokale Instabilität durch vertikalen Wärmeexport wieder her.

Unterscheidungsmerkmal: Im Gegensatz zu stabilen Stratocumulus-Regimen stellt dies einen Phasenwechsel im Lebenszyklus der Wolken dar.

Aufklaren in den Tropen

Entstehung: Spontane Wolkenauflösung tritt auf, wenn die Temperaturen unter die Konvektionsschwelle fallen. Die Entstehung hängt von der Feuchte-Temperatur-Hysterese ab.

Einschub des Übersetzers 3: Wolkenbildung und -auflösung ist ausschließlich eine Folge der vertikalen Temperatur- und Feuchte-Gradienten. Mir ist unverständlich, wie die KI zu der oben stehenden Erklärung kommt. – Ende Einschub

Thermoregulierende Funktion: Durch die Aufhellung kann die solare Erwärmung die kühlen Bedingungen ausgleichen. Diese negative Rückkopplung verhindert lang anhaltende Abkühlungsperioden.

Unterscheidungsmerkmal: Funktioniert wie die Umkehrung von wolkenbildenden Systemen wie MCS oder ITCZ-Konvektion.

Atmosphärische Blockierung

Entstehung: Selbsterhaltende Hochs entstehen durch Rossby-Wellenresonanz. Persistenz entsteht durch nichtlinearen Energieeinfang.

? A. d. Übers.

Thermoregulierende Funktion: Blöcke sorgen für eine Umverteilung von Wärme/Kälte durch meridionale Strömungen und verlängern regionale Temperaturextreme. Sie modulieren die Effizienz des zonalen Wärmetransports.

Unterscheidungsmerkmale: Ihre quasistationäre synoptische Größenordnung unterscheidet sich von wandernden Zyklonen.

Stratocumulus

Entstehung: Zelluläre Muster bilden sich spontan aus Rückkopplungen zwischen Turbulenz und Strahlung. Die Übergänge weisen eine Hysterese und kritische Schwellenwerte auf.

Thermoregulierende Funktion: Offene Zellen verbessern die Infrarotabkühlung, geschlossene Zellen erhöhen die Sonnenreflexion. Diese Dynamik optimiert die lokale Energiebilanz.

Unterscheidungsmerkmal: Musterübergänge unterscheiden sich von gleichmäßigen Flächen oder der Entwicklung von Kumuluszellen.

Advektion synoptischer Größenordnung

Entstehung: Warm-/Kaltluftstöße entstehen aus Mäandern des Jetstreams. Ihr Auftreten hängt von den Wechselwirkungen zwischen Druck- und Temperatur-Anomalien ab, die Instabilitätsschwellen überschreiten.

Thermoregulierende Funktion: Durch die Advektion werden Luftmassen schnell über die Kontinente umverteilt. Sie verhindert anhaltende regionale Temperaturanomalien.

Unterscheidungsmerkmale: Im Gegensatz zur lokalen Konvektion wird sie durch kontinentale Dynamik angetrieben.

Hitzeausbrüche

Entstehung: Abwinde komprimieren und erwärmen sich adiabatisch während des Gewitterkollapses. Die Entstehung erfordert spezifische vertikale Feuchte-/Temperaturprofile.

Thermoregulierende Funktion: Wärmeausbrüche mischen erhöhte warme Luft nach unten und unterbrechen kalte Pools. Sie beeinträchtigen die nächtliche Ausstrahlung.

Unterscheidungsmerkmal: Nächtliche, hyperlokale Spikes unterscheiden sich von den täglichen Meeresbrisen.

? A. d. Übers.

Haboobs

Entstehung: Gewitterabflüsse organisieren sich selbst zu staubbeladenen Dichteströmungen. Die Staubintegration verstärkt sich durch Rückkopplungen zwischen Partikeln und Flüssigkeit.

Thermoregulierende Funktion: Staubwolken erhöhen die Albedo, während Cold Pools die Abkühlung der Oberfläche verstärken. Sie exportieren schnell Wärme durch trockene Konvektion.

Unterscheidungsmerkmale: Die staubintegrierte Struktur unterscheidet sich von niederschlagsbedingten Abflüssen.

? A. d. Übers.

Chinook/Föhn

Entstehen: Selbstverstärkende Abwärtswinde entstehen durch die Dynamik von Gebirgen. Die Erwärmung entsteht durch nichtlineare Kompressionserwärmung.

Einschub des Übersetzers 4: Die Erwärmung folgt trocken-adiabatisch durch starkes Absinken (etwa 1°C pro 100 m)

Thermoregulierende Funktion: Die Winde erwärmen rasch die leeseitigen Hänge, wodurch Kälteextreme und Schneeschmelze reduziert werden. Sie belüften die Täler, indem sie stagnierende Luft abtransportieren.

Unterscheidungsmerkmale: Die orographische Auslösung unterscheidet sich von den Windsystemen in flachem Terrain.

Quasi-Resonanz-Verstärkung (QRA)

Entstehen: Rossby-Wellen schwingen aufgrund von Instabilitäten des Jetstreams und der Topografie mit. Persistenz entsteht durch atmosphärischen Welleneinfang.

Thermoregulierende Funktion: Die QRA bindet Wärme/Kälte in semipermanenten regionalen Mustern. Dadurch verlängert sich die Temperaturumverteilung während extremer Wetterlagen.

Unterscheidungsmerkmal: Resonanzbedingte Persistenz unterscheidet sich von vorübergehenden Easterly Waves.

? A. d. Übers.

Tropische Easterly Waves

Entstehen: Selbsterzeugung aus Passatwindscherung und konvektiven Rückkopplungen. Die Wellenorganisation überschreitet kritische Schwellenwerte für die Feuchtigkeitskonvergenz.

Thermoregulierende Funktion: Die Wellen organisieren Wolkencluster, um die tropische Erwärmung zu modulieren. Sie verbreiten feuchte Ungleichgewichte westwärts.

Unterscheidungsmerkmal: Die westwärts gerichtete Ausbreitung steht im Gegensatz zu den sich ostwärts bewegenden MJO-Systemen.

? A. d. Übers.

Atmosphärische Flüsse

Entstehen: Filamentöse Feuchtigkeitsfahnen fokussieren sich selbst durch Windkonvergenz. Die Verengung entsteht durch Rückkopplung von Dampf und Kondensation.

Thermoregulierende Funktion: Flüsse verteilen die latente Wärme global um und bewirken eine Abkühlung durch orografische Niederschläge. Sie verhindern eine kontinentale Überhitzung während Dürreperioden.

Unterscheidungsmerkmale: Die filamentäre Struktur unterscheidet sich von den breiten monsunalen Strömungen.

Derechos

Entstehen: Böen bilden sich durch Wechselwirkungen zwischen Kaltluftpolstern und Windscherung zu Bögen aus. Bogenechos entstehen durch nichtlineare Sturmskalendynamik.

Thermoregulierende Funktion: Geradlinige Winde sorgen für eine großräumige Durchmischung und Abkühlung der Oberfläche. Ihre kalten Pools unterbrechen regionale Wärmedome.

Unterscheidungsmerkmale: Nicht-rotierende Windstürme* unterscheiden sich von Tornados oder Zyklonen.

*Gemeint sind wohl Böenfronten. Diese rotieren sehr wohl, im Gegensatz zu Tornados jedoch nur vertikal. A. d. Übers.

Virga (Fallstreifen)

Entstehung: Der Niederschlag verdunstet spontan in trockenen Unterwolkenschichten. Schwellenwerte für die Phasenveränderung bestimmen die Bildung von Fallstreifen.

Einschub des Übersetzers 5: Wieder eine äußerst merkwürdige Erklärung! Fallstreifen erkennt man am Besten vor hellem Hintergrund hinter lokalen Schauern. Diese Fallstreifen erreichen entweder den Boden oder (bei wenig intensiver Ausprägung der Schauerwolke oder bei extremer Lufttrockenheit in tiefen Luftschichten {Wüsten} auch nicht. Ein Beispiel für Fallstreifen zeigt die folgende Abbildung:

Foto: © Christian Freuer. Man erkennt deutlich Fallstreifen, die zunächst aus festem Niederschlag bestehen, dann schmelzen und vor Erreichen des Bodens verdunsten.

Ende Einschub

Thermoregulierende Funktion: Die Verdunstungskälte senkt die Oberflächentemperaturen ohne Niederschlag. Dies sorgt für eine „trockene“ Wärmeumverteilung in trockenen Gebieten.

Unterscheidungsmerkmal: Der von der Verdunstung dominierte Prozess unterscheidet sich von der Regenabkühlung bei Gewittern.

Bildung von Kaltluftseen

Entstehen: Kalte Luft schließt sich selbst in der Topographie ein, wenn die Strahlungskühlung die Mischungsschwelle überschreitet. Die Poolbildung entsteht durch nichtlineare Dichteschichtung.

Thermoregulierende Funktion: Die Pools isolieren die Täler vor extremer Kälte und verzögern die Erwärmung am Tag. Durch ihre Durchmischung wird kalte Luft in die Region exportiert.

Unterscheidungsmerkmale: Die topografische Begrenzung unterscheidet sich von der Strahlungskühlung im offenen Gelände.

?? A. d. Übers.

Bogen-Echos

Entstehen: Spontane Wölbung entsteht durch die Dynamik des rückwärtsgerichteten Strahls. Die Beschleunigung entsteht durch Rückkopplungen zwischen Druck und Störung.

Thermoregulierende Funktion: Fokussierte Abwinde verstärken die Oberflächenabkühlung. Die bogenförmige Struktur erhöht die windgetriebene Mischungseffizienz.

Unterscheidungsmerkmale: Die mesoskalige Bogengeometrie unterscheidet sich von linearen Böenlinien.

?? A. d. Übers.

Böenlinien

Entstehen: Dichteströmungen entwickeln sich aus der Ausbreitung von Gewitterabwinden. Die Entstehung von Fronten hängt von Dichtekontrasten zwischen Ausströmung und Umgebung ab.

Thermoregulierende Funktion: Böenfronten bewirken eine schnelle Kaltluftadvektion, um Wärmestaus zu unterbrechen. Oft lösen sie sekundäre Konvektion aus, die für zusätzliche Abkühlung sorgt.

Unterscheidungsmerkmale: Die Dynamik der Vorderfront unterscheidet sich von den Prozessen des Hauptsturms.

?? A. d. Übers.

Schönwetter-Orkan (Kalifornien)

Entstehen: Intensive Erwärmung im Landesinneren zieht Meeresluft durch küstennahe Lücken, die nicht linear verlaufen. Die Stärke des Sturms ergibt sich aus der durch das Terrain kanalisierten Beschleunigung.

Einschub des Übersetzers 6: Gemeint sind hier die berüchtigten Santa-Ana-Winde in Kalifornien. Sie entstehen, wenn erhitzte Luft aus dem Hochland durch zur Küste geöffnete Täler hinab strömmt. Die ohnehin schon sehr warme Luft wird dabei adiabatisch noch weiter erwärmt und ausgetrocknet. Durch die Enge der wenigen Täler wird die Luft auf Orkanstärke beschleunigt. Die Stadt Los Angeles beispielsweise liegt am Ausgang eines solchen Tales. Sie hierzu auch den nächsten Abschnitt. – Ende Einschub

Thermoregulierende Funktion: Anhaltende Abkühlung der inneren Täler durch auflandige Strömung. Verhindert extremen Hitzestau in mediterranen Klimazonen.

Unterscheidungsmerkmal: Der nicht stürmische Küstenwind unterscheidet sich von synoptischen Systemen.

Diablo Winde

Entstehen: Abwärts gerichtete Erwärmung beschleunigt sich selbst durch Druck-Topographie-Rückkopplungen. Die Windintensität entsteht durch trockene adiabatische Kompression.

Thermoregulierende Funktion: Rasche Erwärmung der Küstengebiete durch Aufbrechen von Kaltluftspeichern und Nebel. Exportiert im Herbst die innere Wärme seewärts.

Unterscheidungsmerkmal: Die nordkalifornische Variante unterscheidet sich von der südkalifornischen Santa Anas.

Ozeanische Bénard-Zellen

Entstehen: Sechseckige Konvektion bildet sich spontan während der Abkühlung an der Oberfläche. Die Zellgeometrie entsteht durch Instabilitäten der Salzfingerkörper.

Thermoregulierende Funktion: Auftrieb von wärmerem Wasser zur Begrenzung der Meereisbildung. Verbessert den Wärmeaustausch zwischen Ozean und Atmosphäre während Kälteausbrüchen.

Unterscheidungsmerkmal: Die durch den Salzgehalt angetriebene Konvektion unterscheidet sich von der atmosphärischen Umwälzung.

Einschub des Übersetzers 7: Ausbrüche arktischer Kaltluft vom Inlandeis auf das offene Wasser bildet häufig ein an Sechsecke erinnerndes Muster. Das kann man als Experiment auch leicht zu Hause nachvollziehen: Man fülle einen noch heißen Kochtopf mit etwas Wasser und lasse diesen unberührt stehen. – Ende Einschub

Synthese thermoregulatorischer Netzwerke

Die Stabilität des Erdklimas ergibt sich aus miteinander verknüpften, emergenten Phänomenen, die skalenübergreifend wirken. Jeder Prozess weist ein nichtlineares Schwellenverhalten auf, bei dem kleine Einflüsse unverhältnismäßige Reaktionen auslösen, die die Wärme umverteilen. Dieses Netzwerk – vom mikroskopisch kleinen Staubteufelchen bis zum planetarischen ENSO – bildet ein selbstregulierendes System, in dem lokale Wechselwirkungen die globalen Temperaturextreme durch komplementäre Rückkopplungen zwischen Abkühlung und Erwärmung einschränken. Die Vielfalt der Prozesse (Strahlung, Konvektion, Advektion) sorgt für Widerstandsfähigkeit, da die Unterdrückung eines Prozesses kompensatorische Phänomene an anderer Stelle im System aktiviert.

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Wer hätte das gedacht? Sicherlich nicht ich … höchst faszinierend. Mir war nicht klar, dass einige dieser Phänomene aus der Wärmeregulierung entstanden sind, aber ja, das sind sie. Und obwohl ich nicht um eine Synthese der thermoregulatorischen Netzwerke am Ende gebeten hatte, ist das eine ziemlich gute Zusammenfassung.

Ich werde es dabei belassen, damit die Leute darüber nachdenken können, mit nur einem letzten Gedanken:

Viele dieser wichtigen thermoregulatorischen Phänomene tauchen entweder nicht spontan in Klimamodellen auf oder werden gar nicht erst berücksichtigt, weil sie nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Link: https://wattsupwiththat.com/2025/06/21/the-emergence-of-emergence/

Übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Christian Freuer für das EIKE

 




Kältereport Nr. 24 / 2025

Eine Meldung vom 16. Juni 2025:

Bolivien: Extreme Kälte

Eine intensive Kältewelle hat Bolivien erfasst und die Temperatur in der Hauptstadt La Paz auf -8,5°C sinken lassen.

In einer Höhe über 3600 Metern ist La Paz kein Fremder für kühle Morgen – aber dieser Wert gilt als außergewöhnlich für Juni.

Es handelt sich um eine der tiefsten Frühwintertemperaturen, die jemals in dieser Gegend gemessen wurden. Für solche Tiefstwerte sind perfekte Umstände erforderlich: trockene Luft, lange Nächte und eine intensive Strahlungskühlung – all das traf (Mitte Juni) zusammen.

Der Kälteeinbruch war kein Einzelfall.

In Städten und Gemeinden in den Anden – in Bolivien, Peru, Nordchile und Argentinien – fielen die Temperaturen unter den Nullpunkt. Und während sich der Winter in ganz Südamerika vertieft, werden noch niedrigere Extreme vorhergesagt: Lokale Meteorologen haben davor gewarnt, dass Jahrzehnte alte Rekorde gebrochen werden könnten.

Link: https://electroverse.substack.com/p/bitter-cold-grips-bolivia-cme-peer?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 17. Juni 2025:

Yakutien, Sibirien: Extremer Mitte-Juni-Frost

In der abgelegenen Siedlung Saskylah in Jakutien, Russland, sank die Temperatur auf -7,7 °C – eine der niedrigsten Juni-Temperaturen, die dort je gemessen worden sind.

Es ist Mitte Juni, eine Zeit, in der sogar Sibirien auftauen sollte. Doch Saskylah flirtet mit dem Winter, der durch hartnäckige Vorstöße arktischer Luft nach Süden in Kombination mit kristallklarem Himmel zu dem extremen Frost führt.

Bodennahe Faktoren wie verbleibender Schnee und reflektierender Permafrost haben die Kälte noch verstärkt.

Jakutien (mit einer Fläche von 3 083 523 km²) hat mit -2,1 °C die niedrigste Juli-Temperatur jemals – dieser Kälteeinbruch Mitte Juni (-7,7 °C) war außergewöhnlich.

Eine so späte Kälte unterbricht das Pflanzenwachstum, behindert die Viehzüchter und bringt das Verhalten der Wildtiere durcheinander – und das in einer Region, die ohnehin schon an der Grenze der jahreszeitlichen Belastbarkeit steht.

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Australien: frühwinterliche Kälte

Der Südosten Australiens erlebt einen ungewöhnlich kalten Winteranfang, und zahlreiche Städte im Outback brechen Rekorde.

In Winton in Zentral-Queensland wurde kürzlich mit 0°C der kälteste Juni-Morgen jemals gemessen. Gayndah fiel auf -1,1 °C und brach damit den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2004. In Mount Isa liegt die Temperatur 5 °C unter dem Monatsdurchschnitt, was für die Bergbaustadt die kälteste erste Junihälfte seit Beginn der Aufzeichnungen bedeutet (und ein Ende ist nicht in Sicht).

In weiten Teilen des Landes lagen die Tiefstwerte in der zweiten Juniwoche mehr als 2 °C unter dem Durchschnitt – in einigen Gebieten sogar mehr als 10 °C darunter.

Sogar die großen Metropolen – mit ihrer schwankenden städtischen Wärmeinsel – folgten den Städten im Outback: In Canberra wurde ein Tiefstwert von 0 °C gemessen. Melbourne, Hobart und Adelaide zitterten ebenfalls unter ungewöhnlich kalten Bedingungen. Das Gleiche gilt für Sydney, sogar bei Sonnenschein.

Die australischen Alpenregionen feiern einen Traumstart in die Saison, und auf den Pisten liegt reichlich Schnee.

Natürlich passt nichts von alledem zu den Prophezeiungen des BoM über immer wärmeres Wetter.

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Neuseeland: Auch dort extreme Kälte

Dunedin verzeichnete kürzlich mit -5,1 °C eine der tiefsten Juni-Temperaturen seit Jahrzehnten.

Für eine Küstenstadt mit gemäßigtem ozeanischem Klima ist dies ein starker Rückgang, der den Juni-Rekord aus dem Jahr 1974 nicht allzu weit verfehlt.

Im Winter sinkt die Temperatur in der Stadt selten unter den Gefrierpunkt. Bei diesem Ereignis wurde diese Schwelle weit unterschritten, was zu gefrorenen Ernten, vereisten Straßen und einem hohen Heizbedarf führte.

Link: https://electroverse.substack.com/p/saskylahs-mid-june-freeze-record?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 18. Juni 2025

Australien: Weitere Kälterekorde

Heute Morgen (18. Juni) wurden in Glen Innes -6,7°C gemessen. Es war der kälteste Ort in Australien – und ließ damit die Alpenregionen und sogar Tasmanien hinter sich.

Die Stadt in New South Wales, die nur 100 km südlich der Grenze zum tropischen Queensland liegt, hat nun eine ganze Woche mit Minusgraden hinter sich: -6,1 °C, -6,5 °C, -4,1 °C, -4,8 °C, -5,0 °C und -3,6 °C, bevor sie am Mittwoch mit -6,7 °C ihren Tiefpunkt erreichte.

Während Canberra -5,1°C, Falls Creek -5,8°C und Tasmanien -0,4°C erreichte, übertraf Glen Innes alle anderen.

Die Stadt liegt auf einer Höhe von 1060 m in einem flachen Becken, in dem kalte Luft bei klarem, trockenem Himmel einen Kaltluftsee bildet – in der Trockenzeit von Mai bis August ist Frost keine Seltenheit. Die kalte Luft sammelt sich über Nacht und sinkt wie Wasser in das Tal, wodurch die Temperaturen schnell sinken.

Eine Woche mit eisigen Tiefsttemperaturen passt jedoch nicht zu den Prognosen des BoM für einen „warmen Winter“: „Sowohl die Tages- als auch die Nachttemperaturen werden in den meisten Teilen Australiens von Juni bis August sehr wahrscheinlich über dem Durchschnitt liegen (>80% Wahrscheinlichkeit).“

[Wer braucht einen solchen Wetterdienst? A. d. Übers.]

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Südafrika: Intensiver Kaltluftvorstoß

Das Westkap wird von eisigen Temperaturen, Winden mit 75 km/h und 5,5 m hohen Wellen heimgesucht, die auf die Küste hämmern. In weiten Teilen Südafrikas ist die Kälte schon seit Wochen zu spüren.

Vom Freistaat bis zum Ostkap haben Frost und Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt den größten Teil des Monats Juni bestimmt. Die jüngste Front lässt die Temperaturen am Westkap zumindest bis Samstag sinken.

Die Häfen sind überlastet. Kleine Boote drohen zu kentern. Landwirte versuchen krampfhaft, ihr Vieh zu schützen.

Es sind kaum Niederschläge vorhergesagt, aber Wind und Kälte sind die Gefahren.

Dies ist einer der härtesten (und tödlichsten) Frühwinter seit Jahren für Südafrika.

Link: https://electroverse.substack.com/p/major-eruption-at-lewotobi-laki-laki?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Eine Meldung vom 19. Juni 2025, passend zur vorigen Meldung:

Lesotho, südliches Afrika: Schneebedeckung im NASA-Satellitenbild

Ein seltener Juni-Schneesturm, der Lesotho und Teile Südafrikas heimsuchte, wurde vom NASA-Satelliten Terra aufgezeichnet.

Das Bild zeigt, dass Lesotho fast vollständig mit Schnee bedeckt ist, der bis zum Ostkap und KwaZulu-Natal in Südafrika reicht:

Lesothos einziges Skigebiet, das normalerweise auf Kunstschnee angewiesen ist, meldete eine Neuschneemenge von 30 cm.

Straßen wurden gesperrt und Stromleitungen fielen aus.

Das Ereignis brach jahrzehntealte Wetterrekorde und brachte das Leben nicht nur in Südafrika, sondern auch in Namibia und Botsuana zum Erliegen.

Für den Juni wird noch mehr davon vorhergesagt.

Link: https://electroverse.substack.com/p/nasa-captures-lesotho-snow-earth?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 20. Juni 2025:

Anomale Kälte von der Ukraine bis nach Kasachstan

Weite Teile Eurasiens frösteln, und in weiten Teilen Osteuropas, Zentralasiens und Russlands liegen die Temperaturen weit unter der jahreszeitlichen Norm – in manchen Gegenden bis zu 12 Grad.

In der Ukraine warnt die Meteorologin Natalka Didenko vor einer Kaltfront, die durch das Land zieht und böige Nordwestwinde sowie einen deutlichen Temperaturrückgang mit sich bringt.

In der weiteren eurasischen Region sieht es ähnlich aus.

Vom Balkan bis nach Kasachstan liegt die Atmosphäre in einem polaren Muster:

GFS 2 m Temperatur-Anomalien für den 20. Juni [tropicaltidbits.com]

Die Türkei, der Iran und andere Teile des Nahen Ostens werden ebenfalls vom Rand dieser arktischen Luftmasse erfasst.

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Montana, USA: Schwerer Sommer-Schneesturm droht

Montana steht ein Wintersturm bevor – im Juni! Nach Angaben des Nationalen Wetterdienstes könnten an diesem Wochenende in Teilen des Bundesstaates bis zu 30 cm Schnee fallen – mit Auswirkungen, die eher in den Dezember als in den Hochsommer passen.

Mehr dazu nächste Woche nach Eintritt des Ereignisses

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Australien: Weiter Kälte im Südosten des Kontinents

Der Südosten Australiens ist erneut von verbreitetem Frost heimgesucht worden – und die Temperaturen sind auf den tiefsten Stand seit Jahren gesunken.

Am Freitagmorgen wurden in Cooma im südlichen New South Wales -8,5 °C gemessen, nach -7 °C am Tag zuvor. Dies sind einige der niedrigsten Temperaturen, die seit Jahren im ganzen Land gemessen wurden.

In Cooma, New South Wales, sank die Temperatur am Freitagmorgen auf -8,5°C, nachdem sie am Donnerstag auf -7°C gesunken war – nach Angaben des Bureau of Meteorology eine der tiefsten Temperaturen im ganzen Land seit Jahren.

Die kalte Luftmasse breitete sich weiter aus, und in ganz NSW, Victoria und sogar in Teilen des Landesinneren von Queensland wurde Frost gemeldet. In Wattle Flat fror ein See zu – ein ungewöhnlicher Anblick in den mittleren Breiten Australiens:

Seltener Anblick: ein zugefrorener See in Wattle Flat, in der Nähe von Bathurst.

Weitere kalte Stellen waren Walcha und Oberon, die beide deutlich unter den Gefrierpunkt sanken.

Klarer Himmel, Windstille und trockene Luft im Landesinneren schufen perfekte Bedingungen für die Abkühlung durch Strahlung, was zu diesen starken Anomalien führte.

Es wird erwartet, dass diese Kältewelle mindestens bis zum Wochenende anhält.

Link: https://electroverse.substack.com/p/anomalous-cold-from-ukraine-to-kazakhstan?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

Wird fortgesetzt mit Kältereport Nr. 25 / 2025

Redaktionsschluss für diesen Report: 20. Juni 2025

Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE




Die große Lüge der New York Times bzgl. einer immer „durstigeren“ Atmosphäre

Anthony Watts

Die New York Times (NYT) behauptet in ihrem jüngsten Artikel von Rebecca Dzombak, „It’s Not Just Poor Rains Causing Drought. The Atmosphere Is ‚Thirstier“ [etwa: die globale Erwärmung verstärkt Dürreperioden, indem sie eine “durstigere Atmosphäre“ schafft, die dem Land mehr Feuchtigkeit entzieht]. Diese Behauptung ist falsch und wird durch Daten aus der Praxis eindeutig widerlegt. Die Vorstellung, dass eine sich erwärmende Atmosphäre immer mehr Wasser „verlangt“, verdreht einen komplexen physikalischen Prozess und, was noch schlimmer ist, ignoriert wichtige natürliche Variablen wie vulkanische Aktivität und regionale Klimatreiber, die die Dürre tatsächlich direkter beeinflussen. Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass die Wasserdampfmenge in der Atmosphäre derzeit einen Rekordwert erreicht, dass Dürren regional und nicht global auftreten und dass der „atmosphärische Durst“ eher eine rhetorische Worthülse als eine wissenschaftliche Tatsache ist.

Beginnen wir mit der Semantik. Die Atmosphäre ist kein fühlendes Wesen – sie wird nicht „durstiger“. Das ist ein Begriff, der eher für eine Gatorade-Werbung* als für die Klimawissenschaft geeignet ist. Was die Forscher meinen, ist ein Anstieg der potenziellen Verdunstung, ein Konzept, das schon seit Jahrzehnten gut bekannt ist. Höhere Temperaturen können das Verdunstungspotenzial erhöhen, aber das bedeutet nicht, dass die Verdunstung immer zunimmt. Faktoren wie Luftfeuchtigkeit, Wolkendecke, Bodenfeuchtigkeit, Bodenbedeckung und Windgeschwindigkeit spielen eine wichtige Rolle, und diese Faktoren variieren oft unabhängig von der globalen Temperatur.

[Gatorade = ein beliebtes Erfrischungsgetränk in den USA {zu meiner Zeit dort mit einem entsetzlich aufdringlichen Werbespot} A. d. Übers.]

Noch entscheidender ist, dass in dieser Darstellung eine der bedeutendsten Injektionen von Wasserdampf in die Atmosphäre in der jüngeren Geschichte bequemerweise ausgelassen wird: der Ausbruch des Vulkans Hunga Tonga-Hunga Haʻapai im Januar 2022. Laut einer Studie, veröffentlicht 2022 in der Fachzeitschrift Geophysical Research Letters, wurden bei dem Ausbruch etwa 146 Teragramm (146 Millionen Tonnen) Wasserdampf in die Stratosphäre geschleudert – genug, um den globalen Wasserdampf in der Stratosphäre um 10 % zu erhöhen. Damit wurde ein massiver, noch nie dagewesener Anstieg des stratosphärischen Wasserdampfs durch ein natürliches vulkanisches Ereignis dokumentiert – ein Ereignis, das unbedingt in jede ehrliche Diskussion über die aktuelle atmosphärische Feuchtigkeit und die so genannten „durstigeren“ Dürremodelle einbezogen werden sollte.

[Hervorhebung im Original]

Der Wasserdampf-Eintrag des Hunga Tonga ist in den Daten von Copernicus deutlich zu erkennen, wie die folgende Graphik zeigt:

Graphik: Jährliche Anomalien der durchschnittlichen Wasserdampfmenge in der Gesamtsäule über dem Gebiet 60°S-60°N im Vergleich zum Durchschnitt des Referenzzeitraums 1992-2020. Die Anomalien werden als Prozentsatz des Durchschnitts von 1992-2020 ausgedrückt. Daten: ERA5. Quelle: C3S/ECMWF.

Das ist kein unbedeutender Ausrutscher, und die NYT-Idee einer „durstigeren“ Atmosphäre ist damit völlig aus der Luft gegriffen. Wasserdampf ist das stärkste Treibhausgas, und dieser plötzliche Zustrom hat einen erheblichen Einfluss auf die kurzfristige atmosphärische Dynamik, einschließlich regionaler Niederschlagsmuster und, ja, Trockenheit. Komisch, dass die NYY dieses natürliche Ereignis nicht erwähnt, das ihrer Darstellung einen Strich durch die Rechnung macht.

Außerdem stützt sich der NYT-Artikel stark auf eine modellbasierte Studie, die versucht, den „atmosphärischen Durst“ bis ins Jahr 1901 zurückzurechnen. Aber hier ist der Haken: Modelle sind nur so gut wie die Annahmen und Daten, die man in sie einspeist. Der Sechste Sachstandsbericht (AR6) des IPCC stellt in Kapitel 12 eindeutig fest, dass es „ein geringes Vertrauen in den menschlichen Einfluss auf die weltweit beobachteten Veränderungen bei meteorologischen Dürren gibt“ (IPCC AR6 Kapitel 12, Abschnitt 12.3.2). Der IPCC – der angebliche Goldstandard des Klimakonsens‘ – distanziert sich ausdrücklich davon, Dürren auf den vom Menschen verursachten Klimawandel zurückzuführen. Doch die NYT lässt auch dieses Detail bequemerweise aus.

Anstatt dass der Klimawandel einen langfristigen Trend zu zunehmenden Dürren verursacht, berichtet der IPCC mit „hohem Vertrauen“, dass die Niederschläge in den mittleren Breitengraden der nördlichen Hemisphäre (einschließlich der Vereinigten Staaten) in den letzten 70 Jahren zugenommen haben, und die Agentur äußert „geringes Vertrauen“ in Bezug auf negative Trends weltweit. Das „durstigere“ Klima lässt also mehr Niederschlag auf die Erde zurückfallen, was zu weniger „durstigem“ Boden führt. Man kann nicht beides haben: Wenn die Erde mehr Regen abbekommt, kann sie nicht austrocknen – und die jahrelangen Dürre-Daten zeigen, dass das tatsächlich auch nicht der Fall ist.

Dürre ist ein regionales Phänomen, das von lokalen Wettermustern, Meeresströmungen wie ENSO (El Niño-Southern Oscillation) und natürlichen Schwankungen bestimmt wird, nicht von einer imaginären globalen „Dürre-Maschine“. Wie die Zusammenfassung bei Climate at a Glance des Heartland Institute zeigt, stützen die Daten aus den USA und aus globalen Quellen nicht die Behauptung, dass Dürreperioden historisch beispiellos geworden sind. Eine von Fachleuten begutachtete Studie ergab, dass die intensivsten globalen Dürren der letzten 120 Jahre Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts auftraten, lange vor dem jüngsten Anstieg der CO₂-Emissionen.

Auch wenn der NYT-Artikel von einer 74-prozentigen Zunahme der von Dürre betroffenen Gebiete zwischen 2018 und 2022 spricht, ist diese Statistik nichts weiter als eine kurzfristige Momentaufnahme, die von Faktoren wie La-Niña-Ereignissen, verringerter Sonnenaktivität und – wieder einmal – dem Tonga-Ausbruch beeinflusst wird. Das Herauspicken kurzer Zeiträume ist ein Markenzeichen des Klimaalarmismus‘. Hätte man den Datensatz um die Dust Bowl der 1930er Jahre oder schwere Dürren in den 1950er Jahren oder sogar um die Daten der letzten 30 Jahre erweitert, wäre in den Daten kein zunehmender Trend der von Dürre betroffenen Gebiete zu erkennen.

Die NYT geht auch davon aus, dass sich der angebliche Anstieg des atmosphärischen Wasserdampfs allgemein negativ auf das menschliche Leben auswirken wird. Höhere Kohlendioxid-Konzentrationen und eine mäßige Erwärmung haben jedoch zu längeren Vegetationsperioden und einer verstärkten Kohlendioxid-Düngung geführt, was die Ernteerträge drastisch erhöht und die Widerstandsfähigkeit von Nutzpflanzen gegen Trockenheit verbessert hat. Ein anthropogener Anstieg des Wasserbedarfs ist nicht auf den Klimawandel zurückzuführen, sondern auf das Bevölkerungswachstum, das mit einem erhöhten Wasserverbrauch in der Landwirtschaft und in den Städten einhergeht. Der steigende Wasserbedarf kann durch Anpassung gedeckt werden – nicht durch Hysterie. Wie in dem NYT-Artikel erwähnt wird, modernisieren einige Landwirte ihre Bewässerungssysteme. Das ist gut. Aber die Notwendigkeit einer Modernisierung der Bewässerungssysteme auf den Klimawandel zu schieben, ist so, als würde man einen neuen Reifensatz auf die Existenz von Straßen schieben.

Schließlich wird uns gesagt, dass sich der Trend fortsetzen wird“ – wiederum auf der Grundlage von Modellprojektionen, die nicht geprüft sind und nicht auf beobachteten Trends basieren. Aber die Geschichte hat uns gezeigt, dass die Natur den Klimamodellen oft widerspricht. Anfang der 2000er Jahre sagten Wissenschaftler für Kalifornien eine dauerhafte Dürre (die so genannte „Klima-Aridifizierung“) voraus, doch nur ein Jahrzehnt später erlebte der Staat rekordverdächtige Regenjahre*. Die Natur ist variabel, nicht linear.

[*Vgl. hierzu auch die Berichte über außerordentliche Schneemassen in den kalifornischen Gebirgen in den „Kältereports“ der letzten zwei Jahre. A. d. Übers.]

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der NYT-Artikel ein meisterhaftes Beispiel dafür ist, wie natürliche Schwankungen und fragwürdige Modellierungen in eine schlagzeilenträchtige Klimakrisengeschichte verwandelt werden. Indem sie regionale Dürren den globalen Temperaturtrends zuschreiben und die Atmosphäre als „durstig“ vermenschlichen, lassen sie wissenschaftliche Strenge zugunsten einer sensationellen Geschichte fallen. Um ihren Fehler noch zu verschlimmern, ignoriert die NYT gegenteilige Daten zu Niederschlägen, langfristigen Dürren und sogar die vorsichtige Formulierung des IPCC bezüglich der Zuschreibung von Dürren.

Wenn Nachrichtenagenturen auf Metaphern über „durstige Himmel“ zurückgreifen und sachliche Erklärungen eklatant auslassen, informieren sie nicht – sie indoktrinieren. Eine ehrliche Klimaberichterstattung erfordert viel weniger Prosa und viel mehr Bezugnahme auf die Kennzeichen der wissenschaftlichen Methode: verfügbare Daten und überprüfbare Aussagen.

Anthony Watts is a senior fellow for environment and climate at The Heartland Institute. Watts has been in the weather business both in front of, and behind the camera as an on-air television meteorologist since 1978, and currently does daily radio forecasts. He has created weather graphics presentation systems for television, specialized weather instrumentation, as well as co-authored peer-reviewed papers on climate issues. He operates the most viewed website in the world on climate, the award-winning website wattsupwiththat.com.

Link: https://climaterealism.com/2025/06/the-new-york-times-big-lie-about-the-atmosphere-being-thirstier/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Batterien – jetzt bekannt als „virtuelle Kraftwerke“

Graham Pinn

In ihrem Bemühen, die Stromversorgung zu stabilisieren, setzt die NSW-Labor-Regierung* auf Batterien. Die Anreize (auch Subventionen genannt) wurden für Haushalte mit (subventionierten) Solaranlagen von 800 auf 1500 Dollar erhöht, um neue, an das Netz angeschlossene Batterien zu installieren. Dies wird nun eindrucksvoll als virtuelle Kraftwerke (VPP) bezeichnet und ermöglicht es den Energieunternehmen, auf die heimische Stromversorgung zuzugreifen, um das Netz „zukunftssicher“ zu machen.

[*NSW = New South Wales, Australien. A. d. Übers.]

Das Problem der intermittierenden nächtlichen Stromerzeugung in Privathaushalten wurde durch die Speicherung in Hausbatterien gelöst, deren Kosten sich derzeit auf etwa 10.000 Dollar pro Haus belaufen, hinzu kommen weitere 1500 Dollar (ca. 840 €) für einen Wechselrichter, der Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt. Im Falle eines Stromausfalls würde eine typische Batterie das Haus 36 Stunden lang mit Strom versorgen. Die Lebensdauer dieser Batterien ist begrenzt und beträgt in der Regel 5 bis 15 Jahre. Für diejenigen, die es sich leisten können, mag das ausreichen, für Haushalte oder Unternehmen, die derzeit auf die immer teurer werdende Stromversorgung durch Kraftwerke angewiesen sind, bedeutet es jedoch zusätzliche Kosten.

Derzeit sind etwa vier Millionen Haushalte mit Solarenergie ausgestattet; der Rat für saubere Energie gibt an, dass 200.000 davon Batterien haben, und SunWiz schätzt, dass 15 % davon VPPs haben. Nach meiner Schätzung sind das 30.000 VPP, weit entfernt von einer sinnvollen Unterstützung. Die Kontrolle der Batterien würde bedeuten, dass nur bei Bedarf ins Netz eingespeist wird, wodurch die starken Schwankungen der Großhandelspreise für Strom verringert würden, aber auch die Rendite für die Batteriebesitzer.

Ein weiteres Problem ist die Brandgefahr; diese Lithiumbatterien haben Brände in Elektrofahrzeugen und Hausbatterien verursacht; mehrere Transportschiffe, die Elektrofahrzeuge transportierten, sind in Brand geraten und gesunken, zuletzt in diesem Monat Juni 2025. Einige Marken von Haushaltsbatterien wurden aufgrund von Sicherheitsbedenken zurückgerufen.

Statistiken von NSW aus dem Jahr 2024 zeigen, dass sich jeden Tag irgendwo im Bundesstaat ein Batteriebrand ereignet, der mit der Nutzung zunimmt. Obwohl dies in erster Linie bei billigen Motorroller-Batterien auftritt, werden etwa 40 Brände pro Jahr durch Hausbatterien verursacht, und einige Marken wurden vom Markt genommen. Das Problem bei allen Lithiumbatterien ist, dass sich deren Brände nur schwer eindämmen lassen, was oft zu großen Schäden in den Wohnungen führt.

Die neuen Akkus wiegen zwischen 300 und 600 kg. Nassbatterien, die für Boote und Autos verwendet werden, werden größtenteils recycelt; Lithiumbatterien in Geräten (in den USA etwa 3 Milliarden pro Jahr) landen auf der Mülldeponie, wo sie schließlich platzen und Kadmium, Nickel und Aluminium auslaufen; trotz der zunehmenden Knappheit dieser Stoffe werden derzeit nur 10 % recycelt.

Der australische Mineralienrat schätzt, dass bis 2030 50 neue Lithiumminen, 60 neue Nickelminen und 17 neue Kobaltminen für die künftige weltweite Nachfrage nach Batteriespeichern benötigt werden. Die Genehmigung der erforderlichen neuen Minen ist mit Umwelt- und Denkmalschutzproblemen behaftet, und neue Investitionen werden durch zunehmende staatliche Risiken erschwert.

Bis 2026 werden sich schätzungsweise 130.000 Tonnen Batterien angesammelt haben, bis 2030 werden zehn Millionen Tonnen Batterien zu Müll werden und ersetzt werden müssen. Bis 2050 werden Solarpaneele die Menge an Plastikmüll verdoppeln.

Das jüngste Projekt in Queensland, das den Bau von zwei weiteren Wasserkraftwerken und die Umgestaltung des Netzes vorsah, wurde von der neuen Koalitionsregierung gestrichen; bizarrerweise ist es notwendig geworden, Kohle als Ersatz für die intermittierende Stromversorgung zu subventionieren. Mit der voraussichtlichen Schließung der Kohlekraftwerke wurde die Wartung heruntergefahren, und es kommt zu immer mehr Ausfällen; der jüngste in Yallourn, das 20 % des Stroms in Victoria liefert. Sie gefährden das Stromnetz des Staates – und der Winter hat gerade erst begonnen!

Die gestiegenen Stromkosten in der Produktion führen dazu, dass Arbeitsplätze ins Ausland verlagert werden, in Länder, die billigeren Kohlestrom verwenden, ohne dass dies der weltweiten CO₂-Reduzierung zugute käme, im Gegenteil, sie nimmt zu. Die Batterien werden mit zunehmendem Alter schwächer, nach 10 Jahren um etwa 30 %, was regelmäßige Austausch- und Entsorgungsprobleme bedeutet, und die Zahl der für die Versorgungssicherheit benötigten Batterien ist astronomisch.

Victoria hat Pläne für eine riesige Batterieanlage in einem Vorort von Melbourne, die ursprünglich 1,1 Millionen Haushalte versorgen sollte und 200.000 Haushalte vier Stunden lang mit Strom versorgen wird. Da die Kohle stillgelegt wird und die Windenergie sich nicht entwickelt, gibt es Probleme, wenn nicht auf Gas zurückgegriffen wird; dort werden ab Ende 2025 Engpässe vorausgesagt.

Südaustralien, das auf erneuerbare Energien und Energieimporte angewiesen ist, ist am meisten von Stromausfällen bedroht. Die 90 Millionen Dollar teure Tesla-Großbatterie verfügt über eine Speicherkapazität von 100 MWh, genug, um den Staat eine Stunde lang mit Strom zu versorgen. Es ist üblich, dass Wind- und Solar-„Energiedürren“ mehrere Tage andauern; es gibt eine zwischenstaatliche Backup-Verbindung, um Strom aus zuverlässigeren Quellen zu liefern – vorausgesetzt, diese existieren noch. Eine ähnliche Batterie, die für eineinhalb Tage reicht, würde 7,2 TWh Strom, 72.000 ähnliche Batterien und 6,5 Billionen Dollar kosten – Kernkraft ist wesentlich billiger!!!

New South Wales baut eine große 850-MWh-Batterie am stillgelegten Kohlekraftwerk Munmorah; das US-Unternehmen, das chinesische Ausrüstung für dieses und zwei Projekte in Queensland liefert, läuft Gefahr, aufgrund der neuen Trump’schen Vorschriften zu scheitern. In den USA ist die Lage noch unsicherer, da die Demokraten ihre Subventionen für Solar- und Batteriesysteme zurückgezogen haben; Sunnova, eines der größten US-Unternehmen für Solardachanlagen, ist bereits in finanziellen Schwierigkeiten und nun zusammengebrochen.

Das jüngste, von Energieminister Bowen vorgeschlagene Programm mit dem grandiosen Namen Nationale Energieleistungsstrategie zum Schnäppchenpreis von 15 Milliarden Dollar soll bis 2050 angeblich 18 Milliarden Dollar einsparen. Sie verlangt lediglich, dass die Haushalte 120 Milliarden Dollar für Solaranlagen und 240 Milliarden Dollar für Batterien zur Unterstützung des Netzes ausgeben – das klingt nicht nach billigem Strom. Während jährlich 6 GWh gespeichert werden müssen, um das für 2030 geplante Ziel zu erreichen, wurden 2023 nur 2,2 GWh zugebaut, und für neue Projekte wurden Turbinen mit 2,4 GW genehmigt, die ohne Speicherung keine Energiestabilität erreichen werden.

Ohne Batteriespeicher, die mindestens 48 Stunden halten, muss die Notstromerzeugung für diese Zeit das gesamte Netz versorgen, was bedeutet, dass wir immer noch die gesamte nicht erneuerbare Energieversorgung benötigen – warum also verdoppeln? Die neueste Batterie im Kohlekraftwerk Eraring wird von Origin Energy als die größte abschaltbare Kapazität in der südlichen Hemisphäre beschrieben, nämlich 700 MWh; das klingt beeindruckend, würde aber nur vier Stunden lang funktionieren, bevor sie erschöpft ist. Das ist die Realität der Batterien: Sie reichen nicht aus, um längere Flauten bei den erneuerbaren Energien zu überbrücken, weshalb ein alternatives, mit fossilen Brennstoffen betriebenes Reservegasnetz wichtig bleibt.

Der jüngste VPP-Plan würde eine riesige Anzahl von Heimspeicherbatterien erfordern, um das Netz aufrechtzuerhalten. Um den großen Plan von Chris Bowen zu verwirklichen, müssten für zusätzliche Solarparks mehr als 120.000 Quadratkilometer Land genutzt werden (die Hälfte der Fläche von Victoria), was zu einem Verlust von Umwelt und Lebensraum führen würde, und auch einige der 4 % Ackerland würden wegfallen; jeden Tag müssten 22.000 neue Paneele installiert werden. Außerdem werden fast 5000 km² für Windparks benötigt, mit einer Rate von 40 Turbinen pro Monat, zusätzlich zu den Offshore-Windparks, die alle 15-20 Jahre ersetzt werden müssen, und zusätzlich 10.000 km Übertragungsleitungen. Die derzeitige Ausbaugeschwindigkeit beträgt nur ein Zehntel dessen, was zur Erreichung des Ziels für 2030 erforderlich ist.

Angesichts des bevorstehenden kalten Winters und der Tatsache, dass die fossile Stromerzeugung nicht aufrechterhalten werden kann, werden wir in Zukunft immer mehr Strom benötigen, um unseren EV-, KI- und Ökoenergie-„Supermacht“-Status zu erhalten. Vielleicht sollten wir das Undenkbare tun und dem Rest der Welt ins Zeitalter der Kernkraft folgen.

Dr. Graham Pinn is a retired consultant physician. His career included time in the military, working for overseas aid, and in the public hospital system in Australia. He has lived and worked in 10 different countries, in Europe, the Middle East, Indian and Pacific Oceans, experiencing different cultures and life expectations.

Link: https://saltbushclub.com/2025/06/18/batteries-as-virtual-power-plants/#more-2967

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




UK: Zwei-Milliarden-Pfund-Wasserstoff-Kraftwerk gestrichen

Paul Homewood, NOT A LOT OF PEOPLE KNOW THAT

Der Telegraph berichtet über den jüngsten Rückschlag für die grüne Betrugs-Industrie:

Der weltgrößte Wasserstoffproduzent hat seine Pläne zum Bau einer 2 Milliarden Pfund teuren Fabrik für grüne Energie in Großbritannien aufgegeben und damit dem Versuch der Regierung, ausländische Investitionen anzuziehen, einen Schlag versetzt.

Das US-amerikanische Unternehmen Air Products hat das geplante Projekt für grünen Wasserstoff in Humberside wegen angeblicher Verzögerungen durch die Regierung zurückgezogen, während die Unternehmensleitung das „mangelnde Engagement“ der Minister angriff.

Air Products hatte vor drei Jahren erstmals Einzelheiten zu der geplanten Anlage in Immingham bekannt gegeben, die importiertes Ammoniak in grünen Wasserstoff umwandeln und rund 3000 Menschen beschäftigen sollte.

Damals erklärte das Unternehmen, es befinde sich in „positiven Gesprächen“ mit Ministern und Beamten und gelobte, „einen wichtigen Beitrag zu den Plänen der Regierung zu leisten, um Großbritannien zu einem weltweit führenden Unternehmen für kohlenstoffarmen Wasserstoff zu machen“.

In einem Brief an Martin Vickers, Tory-Abgeordneter für Immingham, den die Times einsehen konnte, teilte Air Products jedoch mit, dass das Unternehmen aus Protest gegen die mangelnde Unterstützung durch die Minister aus dem Projekt aussteigt.

Suzanne Lowe, die Chefin des Unternehmens in UK schrieb: „Die derzeitige Regierungspolitik unterstützt eine Reihe von Verfahren zur Herstellung von blauem und grünem Wasserstoff, schließt aber ausdrücklich die Wasserstoffherstellung aus importiertem erneuerbarem Ammoniak aus.

Die Entscheidung, wichtige Unterstützungsmaßnahmen für unseren Wasserstoffproduktionsweg nicht zu öffnen, lässt uns keinen gangbaren Weg zum Bau und Betrieb einer großtechnischen Wasserstoffproduktionsanlage in Großbritannien.“

Die Entscheidung bedeutet das Ende des Projekts, für das im Februar scheinbar grünes Licht gegeben wurde, als die Baugenehmigung für ein dazugehöriges Terminal erteilt wurde.

Allerdings hat Air Products das Projekt nur wenige Monate nach dem Ausstieg aus drei weiteren grünen Wasserstoffanlagen in den USA zurückgezogen.

https://www.msn.com/en-gb/money/other/hydrogen-giant-abandons-2bn-british-factory-plans-labour-refused-to-back/ar-AA1GRxBr

Um es ganz klar zu sagen: Wenn sie das Wort „Fördermaßnahmen“ benutzen, meinen sie in Wirklichkeit Subventionen.

Wenn es einen funktionierenden Markt für ihr Produkt gäbe, würden sie ihre Fabrik sowieso bauen. Dies wird durch die Tatsache bestätigt, dass sie sich auch aus den Wasserstoffwerken in den USA zurückgezogen haben.

Die ganze Sache ist sowieso ein riesiger Schwindel. Sie verwenden unsinnige Worte wie „grüner Wasserstoff“, aber wie wird ihr Ammoniak-Rohstoff überhaupt hergestellt?

Die einzige Massenproduktion von Ammoniak erfolgt nach dem Haber-Bosch-Verfahren, bei dem Stickstoff und Wasserstoff kombiniert werden. Die einzige Massenquelle für Wasserstoff ist natürlich die Dampfreformierung von Erdgas, ein Prozess, der zu massiven CO₂-Emissionen führt!

In dieser verkehrten Welt von Net Zero stellen wir also Wasserstoff aus Erdgas her, wobei viel CO₂ ausgestoßen wird, und kombinieren ihn dann in einem weiteren energieintensiven Prozess mit Stickstoff, um Ammoniak herzustellen. Dieser wird dann um die halbe Welt transportiert, wo der Wasserstoff in einem weiteren energieintensiven Prozess wieder aufgespalten wird, damit wir ihn genauso verbrennen können, wie wir es mit dem Erdgas getan hätten!

Aber anscheinend wird dadurch der Planet gerettet. Ich schätze, sogar der verrückte Miliband hat diesen Schwindel durchschaut!

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Link: https://wattsupwiththat.com/2025/06/19/2-billion-uk-hydrogen-plant-cancelled/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE