Das Ende der grünen Panikmache

Jeff Reynolds

Die Angstmache über die vom Menschen verursachte globale Erwärmung ist gescheitert, und die Bewegung stirbt.

Sie ist unplausibel, unpraktisch und das Gegenteil von dringend. Die Theorie der anthropogenen globalen Erwärmung (AGW) hat sich für die Bürger der Welt als wenig wichtig erwiesen, und jetzt, da Donald Trump wieder ins Weiße Haus eingezogen ist und die Abschaffung grüner Energieträger ins Visier genommen hat, hat die Welt begonnen, seinem Beispiel zu folgen. Vielleicht hat die UNO das noch nicht bemerkt, aber der Trump-Effekt ist real und hat den Staats- und Regierungschefs auf der ganzen Welt den Rücken gestärkt, damit sie sich von den irrsinnigen Ausgaben zurückziehen, die erforderlich sind, um grüne Energie auch nur im Entferntesten mit der konventionellen Energieerzeugung auf Verbrennungsbasis vergleichbar zu machen.

Dieser Prozess hat auch eine Wahrheit ans Licht gebracht, während die Flut zurückgeht: Trotz der jahrzehntelangen Panik, die von Globalisten, Totalitaristen und Trickbetrügern in der Hoffnung auf Geld geschürt wurde, glaubt ohnehin niemand an die grundlegende Prämisse der globalen Erwärmung.*

*Anmerkung des Übersetzers hierzu: Da habe ich einen ganz anderen Eindruck, wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis umhöre… – Ende Anmerkung

Wir können sehr wohl den Tod der grünen Panik als sinnvolle gesellschaftliche und politische Bewegung erleben.

Die Menschen haben die Theorie nie geglaubt

In The Sun Also Rises beschreibt Ernest Hemingway den Prozess des Bankrotts: Allmählich, und dann plötzlich. Diese Beschreibung gilt auch für den Tod der Klimageschichten. Seit der damalige Senator Al Gore das Konzept der globalen Erwärmung 1988 bei einer Anhörung im US-Senat zur Sprache brachte, ist es mehr von Mythenbildung als von Wissenschaft geprägt. Zum Gedenken an diesen „Geburtstag“ – die Anhörung fand am 23. Juli 1988 statt – hat die CO₂ Coalition die Entstehungsgeschichte nachgezeichnet:

Diese erste Anhörung wurde vom ehemaligen Senator Timothy E. Wirth einberufen, zusammen mit einem jungen Senator aus Tennessee namens Al Gore. Es war kein Zufall, dass die Anhörung an diesem Datum stattfand.

„Wir haben das Wetteramt angerufen und herausgefunden, welcher Tag in der Vergangenheit der heißeste Tag des Sommers war“, erklärte Senator Wirth. „Also haben wir die Anhörung an diesem Tag angesetzt, und siehe da, es war der heißeste Tag, der jemals in Washington verzeichnet wurde, oder nahe daran. Wir gingen in der Nacht davor hinein und öffneten alle Fenster, ich gebe zu, dass die Klimaanlage im Raum nicht funktionierte.“

Mit dieser Anhörung begann eine fast 40 Jahre andauernde ungehinderte Fehlinformation, die Kohlendioxid mit einer ungewöhnlichen und noch nie dagewesenen Erwärmung in Verbindung brachte.

– Die Konsenswissenschaft ersetzte die wissenschaftliche Methode.

– Die Zensur von gegenteiligen Beweisen war fast vollständig.

– Eine Debatte wurde nicht zugelassen, weil die Wissenschaft „settled“ war.

Die aus einem PR-Gag entstandene und von einigen wenigen Randwissenschaftlern unterstützte Theorie entwickelte sich dann zu einem treibenden Prinzip der professionellen Linken. Massive pseudowissenschaftliche Kampagnen wurden ins Leben gerufen, um die falschen Behauptungen über den drohenden Weltuntergang in den Medien zu untermauern, was die Politiker dazu veranlasste, strafende und konfiskatorische Maßnahmen zu ergreifen. Die Wähler stuften den Klimawandel in Meinungsumfragen regelmäßig auf einen der hinteren Plätze ihrer Prioritäten ein, aber das war den macht- und geldgierigen Politikern und Bürokraten egal.

Die Geschichte der öffentlichen Klimapolitik besteht seither aus immer höheren Ausgaben der [US-]Bundes- und den US-Staats-Regierungen, immer strengeren Vorschriften für die Industrie und „Investitionen“ in finanziell waghalsige Projekte – erinnern Sie sich noch an Obamas Scheitern mit Solyndra?

Wir schreiben das Jahr 2019, ein Paradejahr für Klimahysterie. Im Februar brachten die Abgeordnete Alexandria Ocasio Cortez und Senator Ed Markey den „Green New Deal“ auf den Weg, ein bewusster Rückgriff auf ein weiteres massives staatliches Ausgabenproblem. Und im September hielt die schwedische Teenager-Aktivistin Greta Thunberg eine Rede auf dem UN-Klimaaktionsgipfel, in der sie die Staats- und Regierungschefs beschuldigte, ihr die Zukunft zu stehlen, und sagte, dass wir nur noch 420 Gigatonnen CO₂ in die Atmosphäre einbringen könnten, bevor wir „Kettenreaktionen jenseits der menschlichen Kontrolle“ erleben würden. Sie gab uns 8 ½ Jahre ab diesem Zeitpunkt.

Die Wandbilder der Heiligen Greta tauchten fast sofort in den blauen [= von den Demokraten regierten] Städten auf und stellten den Höhepunkt der Bewegung dar.

Medien, Unternehmensvorstände und Big Philanthropy haben ihre Kampagnen auf Hochtouren gebracht. ZeroHedge meldete, dass die Medienberichte über den Klimawandel im Jahr 2019 und darüber hinaus sprunghaft steigen.

Grüne Energie und Klimaprozesse erweitern den Betrug

Die Politiker haben die Pseudowissenschaft und Fehlinformationskampagnen genutzt, um ihre „grüne Energie“ mit dem Versprechen der Erschwinglichkeit und der Schaffung von Arbeitsplätzen zu verkaufen. Wenn kohlenstoffbasierte Energien wie Benzin oder Erdgas auf dem Markt nicht mehr konkurrenzfähig sind, greifen sie auf die alte Ausrede zurück, dass Big Oil zu viele staatliche Subventionen erhält, als dass „grüne Energie“ konkurrenzfähig wäre. In der Zwischenzeit nutzen aktivistische Rechtsgruppen das Gerichtssystem, um Big Oil und Stromerzeuger wegen allerlei neuartiger rechtlicher Haftungstheorien strafrechtlich zu verfolgen, was sich in der Social-Media-Kampagne #ExxonKnew und anderen aktivistischen Strategien widerspiegelt, um große Unternehmen für das Klima verantwortlich zu machen.

Keine dieser Grundannahmen ist stichhaltig. Aber sie haben ein gemeinsames Merkmal: Umfangreiche Finanzierung durch linkes Schwarzgeld. Von den Stiftungen, welche die pseudowissenschaftlichen und medialen Kampagnen finanzieren, bis hin zu den linken juristischen Megafirmen, die Klagen anstrengen, kennen die dafür aufgewendeten Ressourcen keine Grenzen. Der Milliardär Tom Steyer ging so weit, sich in das Nationale Komitee der Demokraten einzukaufen und seine Position zu nutzen, um das Parteiprogramm 2016 um das Thema Klimawandel zu erweitern.

Diese Kampagnen nutzen ihre umfangreichen Ressourcen, um den Fortschritt in jedem Aspekt des Energiesektors zu verhindern. Von Protesten gegen die Schließung von Pipelines über Klagen gegen Fracking bis hin zur Überregulierung des Ausbaus des amerikanischen Stromnetzes wurden enorme Mittel für laute, aber unpopuläre Kampagnen aufgewendet, um unseren Energiesektor zu behindern, der für das Leben im modernen Amerika lebenswichtig ist und den selbst die meisten Umweltschützer nicht aufgeben wollen. Denn wie könnten sie all diese Proteste ohne die seltenen Erden schüren, die ihre Social-Media-Konten auf ihren Handys betreiben?

Die Amerikaner haben von all dem zunehmend die Nase voll.

Panik funktioniert nicht unendlich

Egal, wie viel Geld die professionelle Linke ausgibt, um sich Zugang zu den Medien, zur Unternehmenspolitik und zu den Parteiprogrammen zu verschaffen, sie hat es nicht geschafft, einen ausreichenden Teil der Wahlbevölkerung zu beeinflussen. Je mehr sie versagt haben, desto haarsträubender werden ihre Behauptungen über den Untergang. UN-Generalsekretär Antonio Guterres brachte diese Frustration zum Ausdruck, als er in einer Rede im Jahr 2023 erklärte, die Welt habe die globale Erwärmung hinter sich gelassen und sei offiziell (aus seiner Sicht) in die Ära des „globalen Kochens eingetreten.

Die Nadel bewegte sich hartnäckig weiter nicht.

Wahrscheinlich bemerkte die Nadel all die gescheiterten Erzählungen über die globale Erwärmung, als sie beschloss, im Leerlauf zu verharren. Ich habe die zusammenbrechenden Narrative über Bienenpopulationen dokumentiert, die nicht abgenommen haben, über Polkappen, die sich hartnäckig weigern zu schrumpfen, über die Vorstellung, dass natürliche Quellen keinen Einfluss auf die atmosphärische CO₂-Konzentration haben, über den Mythos der zunehmenden Zahl intensiverer Wetterereignisse und vieles mehr.

Während die Erzählungen in sich zusammenfallen, weigert sich die Öffentlichkeit weiterhin, in Panik zu verfallen. In der Zwischenzeit steigt die Nachfrage nach immer mehr Elektrizität im privaten und gewerblichen Bereich weiter. Vor allem in Anbetracht des rasanten Wachstums und der Entwicklung des Sektors der künstlichen Intelligenz ist der Strombedarf zu Beginn des zweiten Quartals des 21. Jahrhunderts signifikant nach oben geschnellt.

Und während dieser Bedarf wächst, wird es von Tag zu Tag deutlicher: Grüne Energie kann die derzeitige Nachfrage nicht decken, ganz zu schweigen von einer nahen Zukunft mit riesigen Serverfarmen, einer erneuten Konzentration auf die heimische Produktion und einer wachsenden Einwohnerzahl.

Der iberische Albtraum – der landesweite Stromausfall in Spanien und Portugal – bewies dies am 28. April. Weniger als zwei Wochen nach der Ankündigung, dass das spanische Stromnetz zu 100 % aus erneuerbaren Energien besteht, kam es in Spanien zu einem 100-prozentigen Stromausfall, der auch in Portugal einen Kaskadeneffekt auslöste. Der Rest Europas wurde nur dadurch vor einem ähnlichen Schicksal bewahrt, dass automatische Systeme zum Schutz Frankreichs vor dem Stromausfall in Gang gesetzt worden waren.

Die „erneuerbaren“ Energien scheitern, weil sie nicht die Grundlast des Strombedarfs von Privathaushalten und Industrie liefern können. Die Abhängigkeit von Wind- und Sonnenenergie kann niemals eine konsistente, gleichmäßige Produktion mit einer stabilen Frequenz gewährleisten. Die Batteriespeicherung bringt eine Reihe von Problemen mit sich, für die es keine Lösungen zu geben scheint. Und da Staudämme bei Fischbiologen in Ungnade gefallen sind, können wir die Wasserkraft nicht in unser Angebot an erneuerbaren Optionen aufnehmen. (Ornithologen und Meeresbiologen haben aber offenbar nichts gegen Wind.) Wie auch immer, die Wähler durchschauen die kognitive Dissonanz und die widersprüchlichen Botschaften der Umweltschützer über die angeblich umweltfreundlichen Stromquellen und haben diese unsinnige Prämisse weitgehend abgelehnt.

Einem Branchenbericht zufolge drohen in den nächsten zehn Jahren in mehr als der Hälfte der nordamerikanischen Länder Stromausfälle, weil die Nachfrage in die Höhe schießt und Gas- und Kohlekraftwerke stillgelegt werden. Unabhängig von den Finanzierungsproblemen der neuen Regierung haben sich die staatlichen Stromregulierungsbehörden von ihrem Eifer, Netto-Null-Ziele (Netto-Null-Kohlenstoffemissionen) zu erreichen, zugunsten einer zuverlässigen Stromversorgung zurückgezogen.

Dies und eine Reihe anderer Misserfolge im Bereich der grünen Energie und Unkenrufe, die sich nie bewahrheitet haben, haben sogar einige Demokraten gezwungen, von ihren Netto-Null-Plänen abzurücken. Ruy Teixeira, Senior Fellow am American Enterprise Institute, hat dies kürzlich zur Kenntnis genommen und den Grund dafür genannt:

Wenn es um Energie geht, sind den Wählern vor allem Kosten und Zuverlässigkeit wichtig. Bei einer YouGov-Umfrage zu Klimathemen im Jahr 2024 gaben 37 % der Wähler an, dass die Kosten für die von ihnen verbrauchte Energie für sie am wichtigsten seien. Weitere 36 % gaben an, dass die Verfügbarkeit von Strom bei Bedarf am wichtigsten sei. Nur 19 % waren der Meinung, dass die Auswirkungen ihres Energieverbrauchs auf das Klima am wichtigsten sind.

Sie durchschauen auch die Versprechen, dass Wind- und Solarenergie kostenlos oder zumindest billig sind. Der Flächenbedarf von Wind- und Solarparks ist weitaus größer als der eines Kern- oder Kohlekraftwerks; die für Turbinen, Rotorblätter und Paneele verwendeten Materialien können oft nicht recycelt oder sicher entsorgt werden; und die Infrastruktur – insbesondere die Menge an Stahlbeton in den Fundamenten von Windturbinen – kann einen sogenannten Kohlenstoff-Fußabdruck verursachen, der größer ist als der von herkömmlichen Kraftwerken.

Aus vielen Gründen hat die Trump-Regierung das Engagement der Regierung für die grüne Bewegung zurückgefahren. Anstelle massiver Subventionen für fehlgeschlagene grüne Energieprojekte haben Trump und sein Team die Regierung auf Zuverlässigkeit und Energieunabhängigkeit ausgerichtet. Diese Themen kommen bei den Wählern des 21. Jahrhunderts gut an, die die derzeit stattfindende KI-Revolution sehen und erkennen, dass Amerikas alterndes Energienetz massiv modernisiert werden muss – eine Modernisierung, die jahrzehntelang durch die Überregulierung durch Bürokraten behindert wurde.

Mit dem Fortschreiten dieser neuen Konzentration auf die Energieunabhängigkeit sind die staatlichen Zuschüsse versiegt, so dass die grünen Aktien in den Keller gingen. Der Rest der amerikanischen Unternehmen hat schnell nachgezogen. Das Wall Street Journal berichtete kürzlich, dass in den jährlichen Aktionärsberichten nicht mehr auf Klimafragen eingegangen wird:

American Airlines betonte in einem Bericht im letzten Jahr seine Konzentration auf „ehrgeizige Klimaziele“.

In einem ähnlichen Bericht vor ein paar Wochen war diese Formulierung nicht mehr enthalten.

Die Fluggesellschaft gehört zu einer Reihe von Unternehmen aus allen Branchen, die ihre Angaben zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz in den Proxy Statements, den jährlich vor der jährlichen Aktionärsversammlung veröffentlichten Unterlagen für Investoren, überarbeiten – und manchmal sogar überholen.

Die Zeichen stehen auf Sturm. Die Regierungen der US-Bundesstaaten, die Unternehmen und die Aktienmärkte folgen dem rationalen „America First“-Ansatz der Trump-Regierung in Sachen Energie. Die Verfechter der Klimapanik haben es noch nicht bemerkt, aber die Milliarden, die Big Philanthropy in diese Bewegung gesteckt hat, haben in der öffentlichen Meinung keine Spuren hinterlassen. Die öffentliche Politik steht vor einer Kehrtwende, die von einer Mehrheit der Wähler bejubelt wird. Die Menschen glauben einfach nicht an die fehlerhaften Prämissen des vermeintlichen Problems oder an die angeblichen Lösungen für dieses Problem.

Kurz gesagt, wir erleben gerade das Ende der grünen Panik und den Beginn eines neuen Zeitalters des Energie- und Umweltrationalismus.

This article originally appeared at RealClear Energy

Link: https://www.cfact.org/2025/07/14/the-end-of-the-green-panic/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

Anmerkung des Übersetzers: Hoffentlich ist das hier Gesagte nicht zu optimistisch… Aber manchmal schwappt ja aus den USA was bis zu uns herüber…

 




Mathematik und Logik widerlegen die Hysterie der vom Menschen verursachten Überschwemmungen*

Joe Bastardi

[*Gemeint sind hier natürlich Überschwemmungen durch Wetter – nicht durch bauliche Veränderungen wie Fluss-Begradigungen usw. A. d. Übers.]

Was mich an der Darstellung extremer Wetterereignisse am meisten stört ist wohl, dass sich die üblichen Verdächtigen wie Schlangen im Gras verstecken, bis das Ereignis eintritt. Und wenn es dann eintritt, beziehen sie sich nicht einmal auf das gesamte Bild. Sie benutzen es einfach, um ihre Agenda voranzutreiben, auch wenn es nichts mit der Lösung des Hauptproblems eines Landes zu tun hat, dessen Infrastruktur und Bevölkerung wächst. Normale Ereignisse (normal ist etwas anderes als der Durchschnitt, der ein Produkt aller Ereignisse ist, einschließlich der Extreme) oder Dinge, die irgendwann erwartet werden, werden dann als Rechtfertigung für ihre Agenda dargestellt. Es ist wie beim Bowling, nur dass es statt 10 Kegeln auf der Bahn 30 gibt. Es werden also mehr umgeworfen, wenn man einfach die gleiche Kugel wirft. Es ist mehr im Weg, also wird auch mehr Schaden angerichtet. Aber das ist ihre Strategie, wie sie diese Veranstaltungen vorantreiben. Besonders ungeheuerlich ist in diesem Zusammenhang, dass der Regen in diesem Sommer in den USA auftritt, während die globalen Temperaturen auf das Niveau vor dem Tonga und dem Niño zurückkehren, und es gibt keinen Hinweis auf das große Ganze.

Ich habe bereits vor 2 Jahren geschrieben, um zu zeigen, warum der Temperaturanstieg nicht von Menschen verursacht werden kann.

Das ist auch nicht der Grund für den Rückgang.

Die Kombination aus den Auswirkungen des Tonga-Ausbruchs, einem starken El Niño und dessen nachlassender Wasserdampfzufuhr, zusammen mit dem raschen Rückgang der geothermischen Aktivität und der daraus resultierenden Abkühlung des Atlantiks und der südlichen Hemisphäre auf Temperaturen, wie sie seit 2004 nicht mehr in der Mitte des Winters beobachtet wurden, ist aus globaler Klimaperspektive eine weitaus größere Sache als die Überschwemmungen.

Was genau das Gegenteil von Jahresmittelwerten ist:

Bedenken Sie dies: Wenn man die Landmasse der Erde in 5-Meilen-mal-5-Meilen-Gebiete unterteilt, gibt es 2.280.000 25-Quadratmeilen-Land-„Boxen“ auf dem Planeten. In einem durchschnittlichen Jahr könnte man in diesen 5-mal-5-Gebieten mit etwa 1.000 bis 3.000 1-mal-100-jährigen Überschwemmungen und 100 bis 300 1-mal-1000-jährigen Überschwemmungen rechnen.

Was aber, wenn Ihr 5 x 5-Gebiet in einem bestimmten Muster hochwassergefährdet ist? Mit anderen Worten, was wäre, wenn das globale Muster starke Regenfälle in einem Gebiet begünstigt? In diesem Gebiet würde es natürlich mehr Überschwemmungen geben, während andere Gebiete dies durch weniger Überschwemmungen ausgleichen. Das Muster in den USA (wie ich bereits beschrieben habe) hat mich in Texas getäuscht, aber sicherlich nicht östlich von dort, wo ein überdurchschnittlich feuchter Sommer vorhergesagt wurde. Aber wenn es nasser als im Durchschnitt sein wird, dann muss die Wahrscheinlichkeit, dass jemand eine 1:100- bis 300-jährige Überschwemmung und auch eine 1:1000-jährige Überschwemmung bekommt, höher sein. Da wir wissen, dass solche Überschwemmungen in jedem normalen Jahr vorkommen müssen – in manchen Fällen sind es nur 100 pro Jahr, in anderen bis zu 300 pro Jahr – ist es völliger Unsinn zu behaupten, dass es sich um einen vom Menschen verursachten Klimawandel handelt, denn es ist ganz normal, dass es irgendwo zu schweren Überschwemmungen kommt. Es wird Jahre geben, in denen diese Gebiete trocken sind. Wie in den Tropen gilt auch hier: Wenn in einem Gebiet die Aktivität abnimmt, nimmt sie in anderen zu.

Wir haben große meteorologische Medien, die alle nur versuchen, die gleichen Geschichten wiederzugeben. Wie kommt es, dass sich keiner von ihnen mit dem großen Ganzen befasst? Wenn alle einfach nur das Gleiche sagen, warum sollte man sich dann überhaupt damit befassen? Angesichts der Fortschritte der künstlichen Intelligenz, welche die Wettermedien überflüssig machen wird (sie wissen nicht einmal, dass sie die Straßen bauen, auf denen sie sich durch die ständige Betonung des vom Menschen verursachten Klimawandels zu Tode reiten), haben sie die Chance, sich zu profilieren, indem sie tatsächlich hinter die Kulissen blicken. Denn, um den Apostel Paulus zu paraphrasieren, diejenigen, die wissen, was sie wissen, wissen noch nicht, was sie wissen sollten.

Die Überschwemmungen sind verheerend. Aber wenn man sich in einem dafür anfälligen Gebiet befindet, einfach um den gesamten Planeten auszugleichen und was erwartet wird, sind solche Dinge zu erwarten. Und der Versuch, sie, so schlimm sie auch sein mögen, zu mehr zu machen, als sie sind, um eine Botschaft zu verbreiten, die sich als falsch erweist, wenn man sich nur ansieht, was das tatsächliche Wetter weltweit tut, zeigt entweder Unkenntnis des Gesamtbildes oder Täuschung, um es zu verbergen. Das ist es, was wir hier bei Leuten mit ruchlosen Motiven sehen.

Link: https://www.cfact.org/2025/07/13/math-and-logic-debunk-the-man-made-flood-hysteria/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Nein, CBS Boston, Klimawandel macht „extreme Hitze nicht zum neuen Normal!“*

Anthony Watts

[Was hier für die Stadt Boston beispielhaft steht, gilt natürlich für alle Weltgegenden! – 102°F ≅ 39°C. A. d. Übers.]

In dem Artikel von CBS Boston (CBS-B) mit dem Titel „Is extreme heat the new normal in Boston? What hitting 102 degrees tells us about climate change“ behauptet Jacob Wycoff, dass die jüngste Hitzewelle in Boston ein Symptom des Klimawandels und der „neuen Normalität“ sei. Dies ist irreführend. Langfristige Temperaturaufzeichnungen belegen nämlich nicht, dass Hitzewellen in Boston oder in den gesamten Vereinigten Staaten immer intensiver oder häufiger werden. Historische Wetterdaten zeigen, dass extreme Hitzeereignisse in Boston weder beispiellos noch ein Beweis für einen Klimanotstand sind. Die Vorstellung, dass ein paar heiße Tage im Juni ein Beweis für eine systemische Klimaveränderung sind, wird durch die breiteren Klimaaufzeichnungen einfach nicht unterstützt.

„Was früher ‚ungewöhnlich‘ war, wird schnell zu unserer neuen Normalität“, schreibt Wycoff. „Und wenn wir nicht handeln, um die Erwärmung zu verlangsamen, wird diese Art von Hitze nicht die Ausnahme, sondern die Regel sein. Wenn die Treibhausgasemissionen ungebremst bleiben, könnten die durchschnittlichen Sommerhöchsttemperaturen in Boston bis 2100 um 5 Grad steigen“, so Wycoff.

Wycoffs Geschichte fördert spekulative Modellprojektionen, wie in den Mainstream-Medien zum Thema Klimawandel üblich, während er reale Daten und gegenteilige Trends ignoriert.

Es ist eine bekannte Taktik: Man wählt das aggressivste, schlimmste Emissionsszenario und stellt es als Schicksal dar. Climate Central, die Quelle für einen Großteil der CBS-B-Geschichte, verwendet beispielsweise Computer-Modellprojektionen auf der Grundlage des RCP 8.5. Doch wie auf Climate Realism erwähnt, hat sogar der IPCC davon Abstand genommen, RCP 8,5 als wahrscheinlichen Pfad zu betonen, da er anerkennt, dass dies unwahrscheinlich, wenn nicht gar unmöglich ist.

Dieser Klimaalarmismus blendet wesentliche Zusammenhänge aus: Hitzewellen wie diejenige, die Boston gerade erlebt hat, hat es schon früher gegeben, lange vor dem jüngsten Anstieg der Kohlendioxid-Emissionen, und sie sind oft das Ergebnis lokaler Urbanisierungseffekte – und nicht globaler Klimatrends.

Beginnen wir mit der grundlegenden Tatsache, dass die jüngste Hitze in Boston zwar extrem, aber keineswegs beispiellos ist. Nach den Daten des Nationalen Wetterdienstes wurde in Boston am 24. Juni 2025 ein Rekordwert von 39 Grad für Juni erreicht. Historische Daten zeigen jedoch, dass in Boston schon lange vor dem Aufkommen der modernen Klimapanik sehr hohe Temperaturen gemessen wurden. Bostons bisheriger Temperaturrekord im Juni von 38°C wurde am 6. Juni aufgestellt – 1925, also 100 Jahre vor der globalen Erwärmung. Die höchste jemals in Boston gemessene Temperatur war 40°C im Juli 1911, gefolgt von 39°C im Juli 1926. Auch in den Jahren 1911, 1975 und 1977 wurden in der Stadt Temperaturen von 39°C gemessen. Sie können diese Höchstwerte in der unten stehenden Grafik sehen, wobei der jüngste ganz rechts in der Abbildung zu sehen ist:

Graphik: Die höchsten jährlichen Temperaturen, die in Boston in Massachusetts für jedes Jahr zwischen 1893 und 2025 gemessen worden sind.

Graphik: Die höchsten jährlichen Temperaturen, die in Boston in Massachusetts für jedes Jahr zwischen 1893 und 2025 gemessen worden sind.

Wenn also der jüngste Anstieg des atmosphärischen Kohlendioxids für diese „neue Normalität“ verantwortlich ist, wie Wycoff behauptet, wie konnte es dann in der Vergangenheit zu diesen noch heißeren Ereignissen kommen, als der Kohlendioxidgehalt niedriger war? In diesem Zusammenhang fällt seine Darstellung in sich zusammen.

Extreme Hitze ist also nicht die neue Normalität in Boston. Sie ist Teil eines langjährigen, unregelmäßigen Musters extremer Wetterereignisse. Tatsächlich brach die Hitze im Juni 2025 nicht einmal den bisherigen Rekord in Boston. Es war lediglich der heißeste Junitag seit 1872, nicht der heißeste Tag überhaupt.

Auch ausgedehnte Hitzewellen sind für Boston nichts Neues. Im Juni 1872 erlebte Boston acht Tage mit Temperaturen über 32 Grad. Auch im Juli 1911 gab es in Boston eine mehrtägige Hitzewelle mit Temperaturen über 38 Grad, die tödlicher und extremer war als die, welche die Stadt im Juni 2025 erlebte. Dieses Ereignis von 1911 hatte zahlreiche Todesopfer im gesamten Nordosten zur Folge, eine Tatsache, die dokumentiert wurde, lange bevor der Klimawandel zur Standarderklärung für jede sommerliche Hitzewelle wurde.

Der CBS-B-Artikel zitiert die Behauptung von Climate Central, dass die nächtlichen Sommertemperaturen in Boston in den letzten 50 Jahren um 1 Grad Celsius gestiegen sind. Dieser Trend wird jedoch mit ziemlicher Sicherheit durch den bekannten Urban Heat Island (UHI)-Effekt beeinflusst, der bewirkt, dass Städte aufgrund von Wärme absorbierender Infrastruktur wie Asphalt, Beton und Gebäuden vor allem nachts mehr Wärme zurückhalten. Dies ist keine Klimakrise, sondern ein lokaler Effekt.

Der UHI-Effekt ist gut dokumentiert und für einen Großteil der lokalen Erwärmung in städtischen Zentren verantwortlich. Die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) räumt ein, dass „Städte tendenziell wärmer sind als ländliche Gebiete, vor allem nachts, weil Gebäude, Straßen und andere Infrastrukturen tagsüber Wärme absorbieren und sie nach Sonnenuntergang langsamer wieder abgeben.“

Boston hat wie die meisten großen Ballungsräume im letzten Jahrhundert ein erhebliches Wachstum verzeichnet. Die Bevölkerung der Stadt hat in den letzten 70 Jahren erheblich zugenommen. Mehr Menschen bringen mehr Häuser, Gebäude, Straßen, Brücken, Beton, Schwarzdecke, Maschinen und eine dichtere Bebauung mit sich, die allesamt zu einer Erwärmung beitragen. Der Temperaturanstieg ist kein globales Phänomen, das sich an einer Straßenecke in Boston abspielt, sondern ein lokales, urbanes Phänomen.

Außerdem basiert die Vorstellung, dass der Klimawandel allein dafür verantwortlich ist, dass heiße Tage in Boston „sechsmal häufiger“ auftreten, auf Computermodellvorhersagen und nicht auf gemessenen Trends. CBS-B stützt sich stark auf den Climate Shift Index von Climate Central, bei dem es sich um eine modellierte Schätzung und nicht um eine direkte Messung des Klimaeinflusses handelt. Diese Art von Zuschreibungen stützt sich auf Klimamodelle, die, wie bei Climate Realism und anderswo wiederholt gezeigt, die zukünftige Erwärmung im Vergleich zur beobachteten Realität durchweg zu hoch ansetzen. Forschungen von Roy Spencer, Ph.D., haben gezeigt, dass die meisten Klimamodelle die Erwärmung im Vergleich zu den Satellitendaten bis zu 50 Prozent überbewerten.

Was CBS-B ebenfalls nicht erwähnt ist, dass die Zahl der hitzebedingten Todesfälle in den USA zurückgegangen ist und nicht zugenommen hat. Dank moderner Klimaanlagen, einer verbesserten Gesundheitsversorgung und des öffentlichen Bewusstseins ist die Gesellschaft heute viel widerstandsfähiger gegen Hitze als noch vor einem Jahrhundert. Laut einer Studie aus dem Jahr 2022, veröffentlicht in der Fachzeitschrift The Lancet, sterben immer noch deutlich mehr Menschen an Kälte als an Hitze.

Der Bericht von CBS-B ist ein Paradebeispiel für eine unseriöse Klimaberichterstattung. Sie pickt sich die jüngsten Temperaturen heraus, ignoriert mehr als ein Jahrhundert Wettergeschichte und wiederholt unhinterfragt die Argumente von Aktivisten. Das Versäumnis von CBS-B, grundlegende Fakten zu überprüfen, führte zu einem Artikel, der alarmierend irreführend war. Die Geschichte ist ein Beispiel für die Art von „Journalismus“, die das Vertrauen der Öffentlichkeit in Journalisten und die Mainstream-Medien untergräbt, für die sie berichten.

Link: https://climaterealism.com/2025/07/no-cbs-boston-climate-isnt-making-extreme-heat-the-new-normal/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Stahl 2050: Überprüfung

Neuer Bericht stellt die Machbarkeit von Net Zero für die Stahlindustrie in Frage

Die Global Warming Policy Foundation (GWPF) ist stolz auf die Veröffentlichung von „Steel 2050: Revisited“ des verstorbenen Dr. Rod Beddows zu veröffentlichen.

Der Bericht beschreibt die enormen logistischen Hindernisse für den Sektor, um Net Zero zu erreichen, und bietet stattdessen einen pragmatischeren Ansatz zur Dekarbonisierung.

Mit mehr Verstand und einer besseren Einschätzung der realen Welt und ihrer Komplexität kann die Dekarbonisierung erreicht werden“, schließt Dr. Beddows in dem Bericht. „Aber nicht auf die Art und Weise, wie wir es jetzt versuchen.“

Dr. Beddows hatte eine lange Karriere als Strategie- und Unternehmensberater für CEOs und Vorstände in der Metall- und Bergbauindustrie, vor allem im Eisensektor. Diese Erfahrung erstreckte sich auf Unternehmen in über 30 Ländern, und viele Kollegen erinnern sich gerne an ihn.

In dem Bericht wird ein gangbarer Weg zur Verringerung der Emissionen bei der Stahlerzeugung aufgezeigt, einschließlich eines schrittweisen Übergangs von herkömmlichen Hochöfen zu direkt reduzierten Eisenmodulen (DRI) unter Verwendung von Erdgas und schließlich zu grünem Wasserstoff, falls dieser irgendwann einmal rentabel werden sollte. Er unterstreicht jedoch, dass dieser Übergang Jahrzehnte dauern und weltweite Investitionen in Billionenhöhe erfordern wird, die weit über die Finanzierungskapazität der Industrie allein hinausgehen.

Dr. Beddows warnt auch vor der verfrühten Verschrottung lebensfähiger Industrieanlagen und kritisiert das übermäßige Vertrauen in intermittierende erneuerbare Energien. Er schlägt stattdessen vor, dass Kernenergie und Erdgas eine zentrale Rolle bei der Versorgung mit grünem Stahl in den kommenden Jahrzehnten spielen.

Die wichtigsten Schlussfolgerungen von „Steel 2050: Revisited“ sind unter anderem:

Stahl kann dekarbonisiert werden, aber nicht innerhalb des derzeitigen Zeitrahmens von Net Zero, ohne die industrielle Stabilität und das Wirtschaftswachstum zu beeinträchtigen.

Grüner Wasserstoff bleibt eine weit entfernte Lösung, die derzeit unwirtschaftlich und nur begrenzt skalierbar ist, um kurzfristig eingesetzt zu werden.

Mega-Hubs, die von Staatsfonds und kostengünstiger Energie unterstützt werden, könnten bei der Herstellung von emissionsarmem Stahl in großem Maßstab den Weg weisen.

Die verfrühte Durchsetzung von Netto-Null-Anforderungen birgt die Gefahr, dass produktive Industrien und der soziale Zusammenhalt geschädigt werden, wobei der Nutzen für das Klima fraglich ist.

Der Bericht untersucht die Auswirkungen von grünem Stahl auf verwandte Sektoren wie die Automobilherstellung und die Stromerzeugung und weist auf Ungereimtheiten bei der Emissionsbilanzierung und die unterbewerteten Kosten für groß angelegte erneuerbare Infrastrukturen hin.

Der Leiter der Abteilung Politik Harry Wilkinson sagte:

Wir hatten das große Glück, dass Dr. Beddows vor seinem Tod noch die Möglichkeit hatte, uns seine nachdenklichen Überlegungen mitzuteilen. Er verfügte über einen enormen Erfahrungsschatz im Eisensektor, und seine Botschaft des Pragmatismus‘ und Realismus‘ ist eine, die sich die politischen Entscheidungsträger dringend zu Herzen nehmen müssen“.

Der ganze Report steht hier: Steel 2050: Revisited (pdf)

Link: https://mailchi.mp/06feeda0e0ef/steel-2050-revisited?e=08ba9a1dfb

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Die wahren Kosten unseres Energie-Wahns

Maurice Cousins

In seinem jüngsten Bericht über fiskalische Risiken und Nachhaltigkeit bestätigt das Office for Budget Responsibility (OBR) die Folgen von fast zwei Jahrzehnten verfehlter Energiepolitik. Nicht absichtlich, versteht sich. Das Dokument ist in der passiven, datenlastigen Sprache der technokratischen Prognostiker verfasst. Aber wenn man es aufmerksam liest, wird eines überdeutlich: Großbritannien hat ein Energiesystem aufgebaut, das seine Wirtschaft nicht tragen kann – und nun knickt die gesamte Finanzarchitektur unter der Belastung ein.

Jahrelang hat sich die politische Klasse selbst eingeredet, dass Energie eine zweitrangige Angelegenheit sei. Was zählte, war, Ziele zu erreichen, Ankündigungen zu machen und sich dem globalen Klimakonsens anzuschließen. In der Zwischenzeit wurden grundlegende Fragen wie die der Unterbrechung der Energieversorgung als bloße Nebengedanken behandelt. Die Erschwinglichkeit wurde zum Problem von jemand anderem. Und die feste, disponible Energie – das, was die Wirtschaft tatsächlich am Laufen hält – wurde stillschweigend beiseite geschoben. Auch wenn sich die Lebenshaltungskosten in den letzten Jahren als das bestimmende politische Thema herauskristallisiert haben – und damit Klimawandel, Migration und sogar den NHS übertreffen – bleibt Westminster bestehen.

Jetzt ist die Rechnung eingetroffen.

Das OBR macht kein Aufhebens darum, aber die Fakten liegen auf dem Tisch. Großbritanniens Wirtschaftswachstum ist blutleer. Die Inflation hat sich als hartnäckiger erwiesen als erwartet. Die Zinszahlungen für die Staatsverschuldung sind höher und schwankungsanfälliger als in vergleichbaren Volkswirtschaften. Und die Regierung hat Dutzende von Milliarden ausgegeben, um auf Krisen zu reagieren, wobei der Handlungsspielraum jedes Mal kleiner wurde. Man muss nicht die Augen zusammenkneifen, um den Zusammenhang zwischen diesen Trends zu erkennen: Die kurzsichtige Energiepolitik hat jeden dieser Trends verschlimmert.

Als die globale Energiekrise im Jahr 2022 ausbrach, war UK in besonderem Maße gefährdet. Die Regierung war gezwungen, 40 Milliarden Pfund auszugeben, nur um den Zusammenbruch von Haushalten und Unternehmen zu verhindern. Nicht weil die Märkte versagten, sondern weil Großbritannien das vorangegangene Jahrzehnt damit verbracht hatte, seine eigene Widerstandsfähigkeit zu demontieren. Es sprengte Kohlekraftwerke in die Luft. Es schloss die Gasspeicher. Es blockierte die heimische Produktion, einschließlich des Verbots von Onshore-Gas. Sie ließ die Kernkraftkapazitäten verkümmern. All dies führte zu einer immer stärkeren Abhängigkeit von wetterabhängigen Technologien mit geringer Dichte, ohne dass ein ernsthafter Plan für ein Backup vorlag.

Die 40 Milliarden Pfund, die ausgegeben wurden, um Haushalte und Unternehmen vor der Energiekrise zu schützen, waren die fiskalische Konsequenz eines Systems, das auf Fragilität aufgebaut war und uns geopolitischen Schocks wie dem Einmarsch Russlands in der Ukraine und dem daraus resultierenden Anstieg der Gaspreise in gefährlicher Weise aussetzte.

Doch anstatt die Lehren daraus zu ziehen – einschließlich der Notwendigkeit, in feste Grundlast, Großspeicher und einheimische Kohlenwasserstoffversorgung zu investieren – verschärft die Regierung das Problem. Milibands Mission „sauberer Strom bis 2030“ wird das Netz noch abhängiger von der intermittierenden Erzeugung machen und gleichzeitig Investitionen in wichtige feste Erzeugungskapazitäten verhindern. Der angesehene Energiewissenschaftler Professor Dieter Helm hat gewarnt, dass diese überstürzte Strategie wahrscheinlich die System- und Netzkosten in die Höhe treiben und die Verbraucher zwingen wird, mehr für ein Energiesystem zu zahlen, das weniger zuverlässig und sicher ist.

Das OBR beziffert die Kosten des Zentralstaates für die Abmilderung der Netto-Null-Problematik auf 803 Milliarden Pfund über 25 Jahre – etwa 0,8 % des BIP pro Jahr. Das mag viel klingen, aber es ist eine vorsichtige Zahl, die auf sehr unsicheren Annahmen beruht. Die Kosten der Haushalte und des privaten Sektors, die zehnmal so hoch sein könnten, sind darin nicht berücksichtigt. Sie geht von einer reibungslosen Umsetzung und keinen Überschreitungen aus. Und er basiert zum Teil auf Daten des Climate Change Committee, das seine eigenen Schätzungen bereits um 65 % nach unten korrigiert hat – nicht, weil die Umstellung billiger geworden wäre, sondern weil sich die Modellierung geändert hat.

Kurz gesagt, die Zahl ist nicht zu hoch, sondern wahrscheinlich zu niedrig. Eine Best-Case-Prognose in einer Worst-Case-Welt.

Großbritannien hat ein Energiemodell verfolgt, das physikalisch anfällig und wirtschaftlich ineffizient ist – aber politisch unantastbar. Zu Recht wird dieses Modell jetzt entlarvt.

Leider wird es noch sehr viel schlimmer werden. Jede strukturelle Schwäche, die das OBR feststellt – geringes Wachstum, hartnäckige Inflation, steigende Verschuldung, anhaltende Defizite – wird durch ein Energiesystem, das immer mehr Subventionen und immer mehr Eingriffe erfordert und immer weniger zuverlässig ist, noch schwerer zu beheben sein.

Die politische Klasse hat diese Realität über Jahre hinweg ignoriert. Das OBR kann das nicht, das muss man ihm lassen. Seine Tabellen mögen blutleer sein, aber die Botschaft ist unmissverständlich: Großbritannien steckt in Schwierigkeiten und die Energiepolitik ist einer der Hauptgründe dafür.

Die Frage ist jetzt nicht, ob das Modell gescheitert ist. Das ist es. Die Frage ist, ob irgendjemand an der Macht bereit ist, dies zuzugeben und etwas Besseres aufzubauen, bevor die nächste Krise dies unmöglich macht.

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Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE