ENTHÜLLT: Von Climategate zum Gerichtssaal – Wie Klimaaktivisten die Justiz zu kapern versuchen

Anthony Watts

Lassen Sie uns kein Blatt vor den Mund nehmen: Was in diesem Fox News-Exposé „Unearthed chat sheds light on cozy ties between judges, climate activists, raising ethical concerns“ [etwa: Unbekanntes Gespräch wirft Licht auf vertraute Beziehungen zwischen Richtern und Klimaaktivisten und wirft ethische Bedenken auf] ans Tageslicht gekommen ist, ist nichts weniger als eine Blaupause dafür, wie Klimaaktivisten versucht haben, die amerikanische Justiz still und leise zu „erobern“, und zwar in einem Stil, der stark an die berüchtigte Climategate-Affäre von 2009 erinnert, über die wir hier auf dieser Website zuerst berichtet hatten. Wenn Climategate die Entlarvung von isoliertem Gruppendenken, Manipulation und Daten-Gatekeeping in der wissenschaftlichen Gemeinschaft war, so ist das, was wir hier sehen, die systematische Anwendung dieser Taktiken – dieses Mal mit Blick auf die Richter, die letztlich über Klima-relevante Klagen entscheiden.

Im Mittelpunkt dieses jüngsten Skandals steht das Climate Judiciary Project (CJP), eine Initiative, die 2018 vom Environmental Law Institute (ELI) ins Leben gerufen worden ist – selbbst eine linke Non-Profit-Organisation, die mit Geldern von Aktivisten überschwemmt wird, von denen einige angeblich nach China zurückverfolgt werden können. Die Aufgabe des CJP? „Maßgebliche, objektive und vertrauenswürdige Aufklärung über die Klimawissenschaft, die Auswirkungen des Klimawandels und die Art und Weise, wie die Klimawissenschaft im Recht auftaucht“. In der Praxis bedeutet dies, dass Richter in aller Stille über das „Konsens“-Klimanarrativ unterrichtet und darauf vorbereitet werden, kreativen aktivistischen Rechtsstreitigkeiten gegenüber wohlwollend zu sein – und siehe da, die gleichen Geldgeber finanzieren dann die Klagen, die vor diesen frisch indoktrinierten Richtern landen.

Senator Ted Cruz formulierte es treffend: „Das ist so, als würde man die Spieler für das Spiel bezahlen und den Schiedsrichter dafür, dass er das Spiel so leitet, wie man es will“.

Der Artikel beschreibt die Vorgehensweise: Im September 2022 startete das CJP einen „Listserv“ – eine E-Mail-Gruppe mit direkter, kontinuierlicher Kommunikation zwischen CJP-Führern und Richtern im ganzen Land. Im Juli 2024 waren es bereits 29 Mitglieder, darunter mindestens fünf amtierende Richter. Das Forum mit dem harmlosen Namen „Judicial Leaders in Climate Science“ (Richterliche Führungskräfte in der Klimawissenschaft) beinhaltete den privaten Austausch von Klimaklagen, Glückwunschnachrichten für Siege von Aktivisten und Anleitungen für andere Richter, wie sie ähnliche Programme in ihren Staaten durchführen können.

Ein Richter aus Delaware stellte sogar einen privaten YouTube-Link zu einer Präsentation ein, in der er schwindelerregend vorhersagte, dass Klimaklagen eines Tages die Kraftstoffindustrie in den Bankrott treiben könnten, mit der ausdrücklichen Warnung: „Bitte nicht ohne Rücksprache mit mir weiterleiten oder verwenden. Ich vermute, das versteht sich von selbst, aber die Mächtigen werden glücklicher sein, dass ich es gesagt habe.“ Die kumpelhafte Dynamik hinter verschlossenen Türen ist offensichtlich – und bezeichnend.

Das ist nichts anderes als Indoktrination, die sich als Bildung tarnt. Das CJP und seine Verteidiger bestehen natürlich darauf, dass ihr Zweck rein pädagogisch und objektiv ist. Sie behaupten, ihr Lehrplan sei „faktenbasiert und wissenschaftlich fundiert, basiert auf Konsensberichten und wurde in einem soliden Peer-Review-Verfahren entwickelt“. Aber seien wir ehrlich: Was als neutrale „Klimabildung“ ausgegeben wird, ist stark darauf ausgerichtet, ein bestimmtes Weltbild zu stärken, indem die schlimmsten Klimaszenarien als anerkannte Wissenschaft dargestellt werden und jede abweichende Meinung oder Nuance als Ketzerei dargestellt wird. Das Programm ermutigte die Richter sogar, die vorgefertigten Kurse „Klimawissenschaft 101“ und „Klimaprozess 101“ von CJP zu absolvieren und Feedback zu senden, um sie noch effektiver zu machen.

[Hervorhebung im Original]

Dabei gibt es einen ausgesprochen unschönen Aspekt: Die Leute, welche die Richter ausbilden, sind oft auch an der Ausarbeitung und Argumentation der Klagen beteiligt, die vor eben diesen Richtern verhandelt werden. Zu den „Experten“ des ELI und des CJP gehören Universitätsprofessoren und Anwälte, die zahlreiche Amicus-Briefe in Klimaprozessen eingereicht haben. Das Potenzial für Voreingenommenheit ist nicht nur vorhanden – es ist der springende Punkt.

Beschönigen wir es nicht: Was wir hier erleben, ist ein Versuch, nicht nur eine günstige Berichterstattung in der Presse oder in der Wissenschaft zu kaufen, sondern auch das Regelwerk und die Schiedsrichter selbst. Im Gefolge von Climategate haben wir gesehen, wie ein enger Kreis von Aktivisten den wissenschaftlichen Prozess verzerren kann, indem er abweichende Stimmen ausschließt und einen Konsens herstellt. Jetzt werden dieselben Methoden – Gatekeeping, Erzählkontrolle, selektive Weitergabe von „Beweisen“ – in einer Kampagne durch die Hintertür angewandt, um sicherzustellen, dass die Richter nur die „richtige“ Art von Klimawissenschaft und Prozesslogik zu hören bekommen.

Diese Methode könnte man als „Kaperung der Justiz“ bezeichnen, und Senator Cruz hat völlig zu Recht die Alarmglocken läuten lassen. Das Programm des CJP ist alles andere als eine harmlose Weiterbildungsmaßnahme, sondern eine systematische Kampagne, um Richter dazu zu bringen, „die Rechtsstaatlichkeit beiseite zu lassen und stattdessen nach einem vorgegebenen politischen Narrativ zu entscheiden“.

Die Parallelen zu Climategate sind frappierend:

Verschwiegenheit: Beide Skandale stützten sich auf private Kommunikationskanäle – E-Mail-Server, Listservs oder „Chats“ unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Durchsetzung des Konsens‘: Abweichende Stimmen werden unterdrückt, und nur die Parteilinie wird bestätigt.

Manipulation des Prozesses: Bei Climategate waren es Peer-Reviews und die Vergabe von Zuschüssen; hier ist es der Prozess der juristischen Ausbildung.

Verharmlosung von Voreingenommenheit: In beiden Fällen bestehen die Organisatoren darauf, dass ihre Motive objektiv sind, aber die Ergebnisse und Anreize sind es ganz offensichtlich nicht.

In dem Artikel wird hervorgehoben, dass sogar einige Richter ihr Unbehagen über die ethischen Implikationen zum Ausdruck brachten. Im Jahr 2019 wurde ein Bundesrichter, der auf eine Einladung zu einem ELI-Klimaseminar mit „reply all“ antwortete, von seinen Kollegen gerügt, von denen einige dies als Verstoß gegen die Berufsethik betrachteten. Andere sagten vorhersehbar, dass es hier nichts zu sehen gäbe. Doch wie Zack Smith, Senior Legal Fellow der Heritage Foundation, betont, ist der Trend, Richter über brisante Themen zu informieren, über die sie später den Vorsitz führen werden, an sich schon eine Einladung zur Voreingenommenheit und eine Verletzung der Unparteilichkeit.

Und dies geschieht nicht in einem Vakuum. Die Zunahme von Klimaprozessen in den letzten Jahren – einschließlich millionenschwerer Klagen gegen Ölfirmen und Bundesbehörden – fiel mit der verstärkten Schulung und Vernetzung von Richtern durch die CJP zusammen. Der Zeitpunkt ist nicht zufällig gewählt.

Das CJP behauptet, dass sein Lehrplan mit „robuster Peer Review“ entwickelt wird und „den höchsten wissenschaftlichen Standards entspricht“. Wo haben wir das schon einmal gehört? Der gleiche Schwachsinn wurde verwendet, um die E-Mails und Manipulationen zu verteidigen, die im Rahmen von Climategate aufgedeckt worden waren – bis klar wurde, dass der Prozess alles andere als offen und objektiv war.

Die Realität ist, dass die so genannte „Konsenswissenschaft“ zum Klimawandel genau das ist, was hier als Waffe eingesetzt wird. Das Material des CJP stützt sich stark auf Regierungsberichte, in denen betont wird, dass „die Auswirkungen des Klimawandels in allen Regionen der Vereinigten Staaten zu spüren sind und dass sich diese Auswirkungen mit jedem Bruchteil eines Grades zusätzlicher Erwärmung voraussichtlich noch verschlimmern werden“ – wobei die massiven Unsicherheiten, die Rolle der natürlichen Variabilität und die wechselvolle Geschichte gescheiterter Vorhersagen ignoriert werden.

Warum ist das wichtig? Weil, genau wie bei Climategate, der Schaden weit über ein einzelnes Forum oder einen Gruppenchat hinausgeht, wenn Prozesse korrumpiert werden und die Objektivität verloren geht. Gerichtsentscheidungen, die auf aktivistischer „Ausbildung“ beruhen, können zu massiven Geldstrafen, politischer Übervorteilung und einer weiteren Erosion des öffentlichen Vertrauens in die Wissenschaft und die Justiz führen. Und immer geschieht dies unter dem Deckmantel der Rettung des Planeten – ungeachtet der wirtschaftlichen oder menschlichen Kosten.

Das von Fox News aufgedeckte geheime Netzwerk ist kein isolierter Ausrutscher; es ist ein Merkmal, kein Fehler, im Spielbuch der Aktivisten. Wenn ein und dieselbe Gruppe von Klimapartisanen die Richter ausbilden, die Klagen koordinieren und dann die ganze Zeit über Neutralität behaupten kann, haben wir den Bereich der legitimen politischen Debatte weit hinter uns gelassen. Das ist die heimliche Vereinnahmung der Justiz.

Wenn uns Climategate etwas gelehrt hat, dann, dass Sonnenlicht immer noch das beste Desinfektionsmittel ist. Nur wenn wir diese Netzwerke aufdecken und Transparenz fordern, können wir hoffen, sowohl der Klimawissenschaft als auch den Gerichten einen gewissen Anschein von Integrität zurückzugeben.

Nennen wir es, was es ist: keine Bildung, sondern Indoktrination – ein Versuch, die Justiz zu kaufen, eine „Schulung“ nach der anderen hinter verschlossenen Türen.

Link: https://wattsupwiththat.com/2025/07/18/exposed-from-climategate-to-courtroom-how-climate-activists-tip-the-scales-of-justice/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

Anmerkung des Übersetzers: Es wird spannend sein zu verfolgen, wann – und ob überhaupt – etwas davon in den hiesigen MSM erscheint.




Kalifornien macht immer weiter mit der Zerstörung seiner Wirtschaft zugunsten einer Net Zero-Phantasterei

Ronald Stein, P.E.

Der Beitrag Kaliforniens zu den weltweiten Emissionen ist als viertgrößte Volkswirtschaft der Welt nur ein kleiner Prozentsatz, etwa 0,75 %. Zum Vergleich: Wenn Kalifornien von einem „großen Erdbeben“ heimgesucht würde und der gesamte Staat in den Pazifischen Ozean stürzen würde, wäre dies ein Rückgang der weltweiten Emissionen um weniger als 1 %.

Wie von Californians for Energy Independence berichtet, wird die kalifornische Wirtschaft durch Öl und Gas gestützt. Schauen wir uns also die Nachfrage des Staates nach Produkten und Transportkraftstoffen an, die so genannte erneuerbare Energien wie Wind und Sonne NICHT für die Gesellschaft erzeugen können, da sie NUR unter günstigen Wetterbedingungen Strom erzeugen können.

Der Benzin-, Diesel- und Flugtreibstoffmarkt an der Westküste ist von anderen Angebots- und Nachfragezentren isoliert, da Kalifornien eine Energieinsel ist, von den Staaten östlich der Sierra Mountains getrennt. Die Sierra Mountains sind eine natürliche Barriere, die verhindert, dass der Staat über Pipelines Zugang zu dem überschüssigen Öl aus dem Fracking erhält. Daher ist die Westküste anfällig für unerwartete Ausfälle von Raffinerien an der Westküste, da sie nicht in der Lage ist, einen unerwarteten Lieferausfall durch die schnelle Lieferung zusätzlicher Produkte von außerhalb der Region auszugleichen.

Treibstoffbedarf

Der Bedarf an Treibstoff für Flughäfen, Schiffe, Autos und Lastwagen in Kalifornien wird von den Raffinerien des Bundesstaates in schwindelerregender Höhe gedeckt:

Flugzeugkraftstoff: Mit all seinen 145 Flughäfen, darunter 9 internationale Flughäfen und 41 Militärflughäfen, beläuft sich der Bedarf auf 13 Millionen Gallonen [ca. 50 Millionen Liter] Flugbenzin täglich. Mehrere dieser Flughäfen haben direkte Pipelines zu lokalen Raffinerien. Im Jahr 2019 verbrauchte Kalifornien 16,7 % des nationalen Gesamtverbrauchs an Flugzeugtreibstoff und ist damit der größte Verbraucher von Flugzeugtreibstoff in Amerika.

Benzin: Mit 30 Millionen Fahrzeugen ist Kalifornien der zweitgrößte Benzinverbraucher unter den 50 Bundesstaaten und verbraucht 42 Millionen Gallonen [ca. 160 Millionen Liter] Benzin pro Tag, gleich hinter Texas.

Diesel: Dieselkraftstoff ist der zweitwichtigste Kraftstoff für den Transport in Kalifornien. Täglich werden 10 Millionen Gallonen [ca. 40 Millionen Liter] Diesel verbraucht, um den Transport von Produkten aus drei der verkehrsreichsten Häfen in Amerika zu unterstützen.

Arizona und Nevada: Kalifornische Raffinerien decken 45 % des Kraftstoffbedarfs von Arizona und 88 % des Kraftstoffbedarfs von Nevada für Flughäfen, Pkw und Lkw, so dass jede Störung in Kalifornien Auswirkungen auf alle drei Staaten hat.

Die Kraftstoffversorgungssysteme der Raffinerien im Norden und Süden Kaliforniens sind nicht miteinander verbunden, so dass der Transport von Kraftstoff zwischen ihnen mit Tankern über das Meer erfolgen muss.

Steuern auf Treibstoffe

In Kalifornien zahlt man die höchsten Treibstoff-Steuern in den USA:

  • Die Verbrauchssteuer auf Benzin in Kalifornien erhöht den Preis um $0,60 pro Gallone.

  • CA’s „cap-and-trade“ Kohlenstoffsteuer fügt $0.27 pro Gallone hinzu.

  • CA’s Reformulated Gasoline Mandat fügt 10-15 Cents pro Gallone hinzu.

  • CA’s Low Carbon Fuel Standard wird in naher Zukunft $0,37 pro Gallone mehr kosten – und $1,15 bis 2046!

  • CA’s „Summer Blend“-Kraftstoffanforderungen erhöhen den Benzinpreis in den wärmeren Monaten bis zu $0,15 pro Gallone.

[1 Gallone = ca. 4 l]

Kalifornien verfügt über fast 400.000 Meilen an Straßen, die von den 30 Millionen Fahrzeugen des Staates genutzt werden. Diese Straßen sind in hohem Maße von den Steuern auf Kraftstoffe abhängig, die jährlich mehr als 8,8 Milliarden Dollar für die Planung, den Bau und die Instandhaltung der öffentlich finanzierten Straßen Kaliforniens einbringen. Mit den gleichen Benzinsteuereinnahmen werden auch viele Umweltprogramme und das Hochgeschwindigkeitsprojekt finanziert. Diese Einnahmequelle von 8,8 Milliarden Dollar aus der Kraftstoffsteuer wird in den kommenden Jahren abnehmen, da in Kalifornien schwerere Elektrofahrzeuge vorgeschrieben werden, welche die leichteren Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren ersetzen.

Da Kalifornien die höchsten Treibstoffkosten der Nation und die höchsten Stromkosten auf dem amerikanischen Festland hat, ist die Zahl der Obdachlosen in den USA mit über 187.000 Menschen am höchsten. Darunter befindet sich ein erheblicher Anteil an Obdachlosen und ein hoher Prozentsatz an obdachlosen Veteranen, Senioren und chronisch obdachlosen Personen.

Kalifornien hat in den 50 Jahren seit dem Ölembargo von 1973 offensichtlich nicht viel dazugelernt, bestehen doch die folgenden Probleme nach wie vor:

Kalifornien, die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt, war 1973 praktisch unabhängig von Ölimporten aus dem Ausland, aber aufgrund seiner unerbittlichen Vorschriften zur Verringerung der Ölförderung im eigenen Land importiert der Bundesstaat heute mehr als 70 % seines Rohölbedarfs, um die 9 internationalen Flughäfen, 41 Militärflughäfen und drei der größten Schifffahrtshäfen in Amerika zu betreiben.

In den letzten Jahrzehnten hat Kaliforniens Bestreben, von fossilen Brennstoffen wegzukommen, nur das ANGEBOT der Ölförderung und -raffination überreguliert und übermäßig belastet, nicht aber die zunehmende Nachfrage des Staates nach den mehr als 6.000 Produkten und Transportmitteln reduziert, die aus diesen fossilen Brennstoffen hergestellt werden. Daher genießt China die Zukunft mit seinen zahlreichen Raffinerien, die in Betrieb genommen werden, um den Bedarf Kaliforniens zu decken.

Erst letztes Jahr, im Oktober 2024, kündigte Phillips 66 an, seinen Raffineriekomplex in Wilmington noch in diesem Jahr zu schließen, was die Produktionskapazität des Bundesstaates für Benzin, Diesel und Flugkraftstoffe weiter verringern wird und mehr als 8 % der Rohöl-Verarbeitungskapazität des Bundesstaates zunichte macht. Der Verlust von weiteren 1,3 Mrd. Gallonen der jährlichen Benzinproduktion wird die Versorgungsprobleme des Bundesstaates noch verschärfen, um die Nachfrage zu decken.

Die jüngste Ankündigung, dass die Valero-Raffinerie Benica in Nordkalifornien bis Ende 2026 geschlossen wird, war enttäuschend, aber schockierenderweise auch ein Vorbote für weitere Schließungen in der Zukunft. Die Valero-Raffinerie in Benicia steht für fast 9 % der Rohöl-Verarbeitungskapazität des Bundesstaates, um den materiellen Bedarf der Bewohner des Bundesstaates zu decken.

Kalifornische Raffinerien können ihre Produktion nicht einfach erhöhen, um die Verluste aus Schließungen wie der von Phillips 66 Wilmington und der bevorstehenden von Valero Benicia auszugleichen. Erstens arbeiten die meisten kalifornischen Raffinerien bereits nahe an ihrer maximalen Kapazitätsauslastung, die in der Regel zwischen 85 % und 95 % liegt, so dass nur wenig Spielraum für skalierbare Steigerungen bleibt, ohne die Betriebssicherheit zu gefährden. Eine Erhöhung des Durchsatzes würde erhebliche Kapitalinvestitionen in die Aufrüstung der Anlagen, die Einstellung von Mitarbeitern und die Bereitstellung von Wartungskapazitäten erfordern – nichts davon ist in einem Bundesstaat realisierbar, der die Infrastruktur für fossile Brennstoffe durch aggressive Dekarbonisierungs-Vorschriften aktiv behindert.

Zweitens gelten in Kalifornien einige der strengsten Umwelt- und Betriebsanforderungen der Welt. Jede signifikante Steigerung der Raffinerieproduktion würde wahrscheinlich neue Überprüfungen nach dem California Environmental Quality Act (CEQA) auslösen, was zu jahrelangen Verzögerungen bei der Genehmigung führen könnte. Darüber hinaus bedeuten die Anforderungen der CARB (CARBOB) für spezielle Benzinrezepturen, dass Raffinerien ihre Produktion nicht einfach mit allgemeinen Raffinerieverfahren steigern können; stattdessen müssen sie komplexe, saisonale und sauberere Kraftstoffmischungen herstellen, die eine spezielle Infrastruktur erfordern und die Flexibilität einschränken.

Wirtschaftlich gesehen sehen sich die Raffinerien mit einer schrumpfenden Investitionsrendite konfrontiert. Angesichts des sich abzeichnenden Verbots neuer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor im Jahr 2035 und der langsam zunehmenden Verbreitung von Elektrofahrzeugen haben die kalifornischen Raffinerien kaum einen langfristigen Anreiz, in eine Ausweitung der Produktion zu investieren. Viele ziehen es vor, aus dem Markt auszusteigen oder ihre Anlagen für erneuerbare Kraftstoffe umzurüsten, anstatt die Produktion von Benzin zu verdoppeln. Infolgedessen ist es unwahrscheinlich oder nicht möglich, dass die verbleibenden Raffinerien ihre Produktion hochfahren, um das verlorene Angebot wieder aufzufüllen, so dass Kalifornien stärker auf importiertes, kalifornienkonformes Benzin aus Quellen außerhalb des Bundesstaates oder aus dem Ausland angewiesen ist, das schwieriger und teurer zu beschaffen ist.

Die Politik von Gouverneur Newsom zwingt Kalifornien, also die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt, weiterhin dazu, als einziger US-Staat den größten Teil seines Rohölbedarfs aus dem Ausland zu importieren, und zwar ausschließlich auf der Angebotsseite. Die kalifornische Rohölproduktion ist trotz reichlicher Reserven aufgrund fehlender Bohrgenehmigungen stark rückläufig. Diese Abhängigkeit von ausländischen Importen hat dazu geführt, dass der Anteil der Rohölimporte aus dem Ausland von 5 Prozent im Jahr 1992 auf heute mehr als 70 Prozent des Gesamtverbrauchs gestiegen ist.

Ein 5-minütiges Video der Prager University über die Welt ohne fossile Brennstoffe bietet visuelle Erklärungen zu den Anforderungen der amerikanischen Wirtschaft, die dazu führen werden, dass in den kommenden Jahren hergestellte Brennstoffe und Petrochemikalien aus neuen asiatischen Raffinerien importiert werden, was schon bald Realität werden könnte, wenn China zur Rettung kommt!

Kurzfristig plant China mehrere neue Raffinerien, von denen mindestens fünf bis 2028 und drei weitere bis 2030 fertiggestellt werden sollen, was zu einer breiteren Verlagerung hin zu integrierten petrochemischen Anlagen beitragen wird.

Asien ist die Region mit der größten Anzahl an zukünftigen Erdölraffinerien. Bis zum Jahr 2021 sind in Asien 88 neue Raffinerieanlagen in Planung oder im Bau, die Benzin, Diesel und Flugkraftstoffe herstellen und die von der gesamten Verkehrsinfrastruktur und dem Militär verwendet werden, sowie Erdölderivate, welche die Grundlage der meisten von der Menschheit verwendeten Produkte bilden.

Nicht nur, dass Kaliforniens La-La-Land nur einen winzigen Einfluss auf die weltweiten Emissionen hat, sondern auch, dass seine wachsende Abhängigkeit von Raffinerien in China zur Deckung des enormen Bedarfs an Transportkraftstoffen zur Versorgung der öffentlichen und militärischen Flughäfen des Staates zu einem nationalen Sicherheitsrisiko für die gesamten Vereinigten Staaten von Amerika wird.

First Published at America Out Loud News.

Link: https://heartland.org/opinion/california-continues-to-devastate-its-economy-for-a-net-zero-dream-worl/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

Anmerkung des Übersetzers: Ist das hierzulande nicht ganz genauso?

 




Auch in der Schweiz „Homogenisierung“: Die Vergangenheit muss kälter gemacht werden!

Cap Allon

Nicht nur die NOAA, die NASA oder das britische Met Office schreiben die Klimageschichte um. Behörden auf der ganzen Welt arbeiten nach dem gleichen Schema: die Vergangenheit abkühlen, die Gegenwart erwärmen und eine Krise ausrufen – so auch die Schweizer MeteoSchweiz.

Zwei Datensätze – einer als Original, der andere als homogen bezeichnet – zeigen, wie historische Temperaturen im Stillen umgeschrieben werden:

Die Grafik zeigt die Sommertage (definiert als Tage mit einer Höchsttemperatur ≥25°C) in Zürich seit 1901.

Im Originaldatensatz waren die 1940er Jahre eindeutig eine warme Zeit. Im Sommer 1947 waren fast 100 solcher Tage aufgetreten. Im „korrigierten“ homogenen Datensatz schrumpft diese Zahl jedoch auf knapp 60. Die rote Trendlinie lässt die Wärme in der Mitte des Jahrhunderts einfach verschwinden und zeichnet ein Bild der modernen Eskalation.

Die nächste Grafik zeigt einen ähnlichen Taschenspielertrick für die jährlichen Durchschnittstemperaturen in Sitten (Sion), einer Stadt im Südwesten der Schweiz (1864-2009):

Im ursprünglichen Datensatz sieht die Erwärmung im 20. Jahrhundert unauffällig aus. Nach der „Homogenisierung“ ist das 20. Jahrhundert jedoch dramatisch abgekühlt – bis zu 3°C – und lässt die Neuzeit anomal erscheinen.

Das ist keine Wissenschaft. Das ist ideologische Kalibrierung.

MeteoSchweiz versteckt diese Manipulation nicht. Sie geben offen zu, dass sie „Inhomogenitäten“ in den Daten korrigieren. Wie alle anderen staatlichen Klimabehörden behaupten sie, dass diese Änderungen notwendig sind, um Veränderungen des Stationsstandorts, der Ausrüstung oder der Umgebung zu korrigieren. Doch während die Erklärungen variieren, ist das Ergebnis IMMER dasselbe: In allen Datensätzen – von der NOAA bis zum NIWA, vom Met Office bis zum BOM – wird die Vergangenheit abgekühlt, die Gegenwart unangetastet gelassen oder erwärmt, und es entsteht ein klarer Aufwärtstrend.

[Hervorhebung im Original]

Die historische Wärme der 1910er bis 1950er Jahre wurde in weiten Teilen der westlichen Welt systematisch aus den Aufzeichnungen gestrichen. Die Anpassungen gehen immer in eine Richtung. Die Klimamodelle verlangen dies. Aber das entspricht nicht der Realität.

Link: https://electroverse.substack.com/p/united-states-36f-below-average-thwaites?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke)

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Klima-Oszillationen: Arktische und Nordatlantische Oszillation

Andy May

Die Arktische Oszillation (AO) ist eng mit der NAO (der weiter unten behandelten Nordatlantischen Oszillation) verwandt, aber sie ist nicht dasselbe. Die NAO wird in der Regel anhand der Luftdruck-Differenz zwischen den Azoren oder der Iberischen Halbinsel und Island gemessen und ist ein regionales Phänomen des Nordatlantiks, während die Arktische Oszillation die Druckdifferenz zwischen den nördlichen mittleren Breiten und der Arktis ist und in allen Längengraden auftritt (Thompson & Wallace, 2001). Die AO ist für einen größeren Teil der Schwankungen der Temperatur in der nördlichen Hemisphäre verantwortlich als die NAO und steht in engem Zusammenhang mit dem stratosphärischen Polarwirbel (Higgins, et al., 2000) und (Thompson & Wallace, 1998). Wir werden beide Oszillationen in diesem Beitrag erörtern.

Die arktische Oszillation AO

Die Arktische Oszillation (AO) wird auch als Nördlicher Annularmodus (NAM) bezeichnet. Sie entspricht der Südlichen Ringschwingung (Southern Annular Mode, SAM). Es gibt jedoch einen großen Unterschied: Während SAM eine Oszillation über einem Ozean ist, der Land umgibt, ist NAM eine Oszillation über Land, das einen polaren Ozean umgibt. Daher wirken sie unterschiedlich.

Wenn der NAM oder der AO-Index positiv ist (niedrigerer Druck in der Arktis und/oder höherer Druck in den mittleren Breiten), bewegen sich die Westwinde des polaren Jetstreams in hohen Breiten näher an den Pol heran und die Stürme (mit Warmadvektion) ziehen auf einer nördlichen Bahn. Ist er negativ (höherer Druck in der Arktis), schwächt sich der Jetstream ab, mäandriert stärker und weitet sich nach Süden aus, so dass arktische Luft in die mittleren Breiten strömt und kältere Winter in den mittleren Breiten verursacht. Der AO-Index wird nur anhand der Daten von Dezember bis Februar berechnet, hat er doch nur in den Wintermonaten einen signifikanten Einfluss (Baldwin & Dunkerton, 1999).

Die Tropopause liegt in der Arktis recht niedrig, nur etwa 8 km über der Oberfläche, so dass es nicht überrascht, dass die AO stark mit der Stratosphäre verbunden ist und von ihr beeinflusst wird (Baldwin, et al., 2019), insbesondere in den Wintermonaten, wenn die troposphärischen und unteren stratosphärischen Zirkulationen in den Polarregionen gekoppelt sind (Thompson & Wallace, 2001). Ein großer positiver AO-Index steht für einen starken, gut organisierten Polarwirbel in der Stratosphäre über dem Nordpol (Baldwin & Dunkerton, 2001) und (Thompson & Wallace, 1998), ebenso wie ein positiver SAM auf einen starken Polarwirbel über dem Südpol hinweist.

Die Veränderungen der Sonne im Laufe des 11-jährigen Schwabe-Zyklus‘ wirken sich auf die Stratosphäre stärker aus als auf die Oberfläche, da sich der Anteil der kurzwelligeren UV-Strahlung (Solar-Ultraviolett-Strahlung) im Sonnenlicht stärker verändert als das längerwellige sichtbare Licht, das an der Oberfläche ankommt. Die Menge des in der Stratosphäre absorbierten UV-Lichts kann auf dem Höhepunkt des 11-jährigen Schwabe-Zyklus‘ um 10 % oder mehr steigen. Die in der Stratosphäre absorbierte UV-Strahlung erwärmt die Stratosphäre und trägt zum stratosphärischen Ozon bei, das ebenfalls UV-Strahlung absorbiert und zur weiteren Erwärmung beiträgt. Die UV-Erwärmung wirkt sich auf die Stratosphärenzirkulation und die Stärke des Polarwirbels aus, der einen Teil der stratosphärischen Veränderungen auf die Troposphäre überträgt und die globalen Wettermuster beeinflusst (Haigh, 2011). Wir werden dies später erörtern, aber im Wesentlichen wird das meiste Ozon in den Tropen produziert, die die meiste Sonneneinstrahlung erhalten. In den Tropen gibt es einen Aufwärtstransport von Luft aus der Troposphäre in die Stratosphäre, der einen Transport von Luft aus der Stratosphäre in Richtung der Pole auslöst (die Brewer-Dobson-Zirkulation), wo die Luft über den Polarwirbel aus der Stratosphäre in die Troposphäre gelangt (Baldwin, et al., 2019). Der Prozess der El Nino/Southern Oscillation (ENSO) ist an der Modulation des tropischen Transports von Luft aus der Troposphäre in die Stratosphäre beteiligt. Die AO wurde als „dominanter Modus der Variabilität in den [nördlichen] Extratropen“ bezeichnet (Higgins, et al., 2000).

Trends der AO

Wie in Abbildung 1 dargestellt, nimmt die AO im 20. Jahrhundert stetig zu, allerdings nicht so stark wie die SAM (siehe Abbildung 3 hier). Dies sagt uns, dass sich der nördliche Polarwirbel im Durchschnitt verstärkt, was zu einer Erwärmung in den mittleren nördlichen Breiten führt:

Abbildung 1. Jahresdurchschnitt der NOAA Arctic Oscillation seit 1900. (Thompson & Wallace, Annular Modes in the Extratropical Circulation. Part I: Month-to-Month Variability, 2000), Daten vom KNMI.

Abbildung 1 zeigt einen leichten Anstieg der durchschnittlichen ganzjährigen AO und deutet auf eine (negativere) Abkühlung von den späten 1940er bis zu den 1970er Jahren hin. Sie zeigt auch eine Erwärmung von den 1970er bis Anfang der 1990er Jahre. Der Trend zu einer positiveren AO hat die Intensität des Winterwetters in den kontinentalen Regionen der mittleren und hohen Breiten der Nordhemisphäre verringert (Thompson & Wallace, 2001). Der Polarwirbel ist in der Wintersturmsaison in der Arktis viel stärker, daher zeigen wir in Abbildung 2 den Winterdurchschnitt über den gleichen Zeitraum:

Abbildung 2. Die durchschnittliche NOAA-Arktische Oszillation im Winter. Die Arktische Oszillation hat im Winter eine maximale Wirkung. Daten von KNMI.

Wie in Abbildung 2 zu sehen ist, taucht strenges Winterwetter, das in den nördlichen mittleren Breiten von den späten 1950er Jahren bis 1970 und von 1976-1985 beobachtet wurde, in der AO-Aufzeichnung auf. Ungewöhnliches Winterwetter in diesen Zeiträumen ist hier, hier, hier, hier, hier und hier dokumentiert. Mildes Winterwetter wurde in den frühen 1970er und späten 1980er bis zu den frühen 1990er Jahren beobachtet, wie hier gezeigt wird. In den 1960er Jahren war es in Asien ebenfalls sehr kalt, aber seither ist ein Erwärmungstrend zu beobachten (Kim & Choi, 2021).

Die Nordatlantische Oszillation

Die NAO oder die Nordatlantische Oszillation ist eine sehr wichtige Oszillation sowohl für die Klima- als auch für die Wettervorhersage. Wenn Forscher jedoch die NAO-Indizes mit den Ergebnissen der CMIP5- und CMIP6-Klimamodelle berechnen, sehen sie nur weißes Rauschen aus und weisen fast keine serielle Korrelation auf (Eade, et al., 2022).

Langfristige Wetterbeobachtungen aus der ganzen Welt offenbaren Muster und Zusammenhänge zwischen scheinbar zufälligen Ereignissen und unzusammenhängenden Orten. Diese Beziehungen über große Entfernungen offenbaren Veränderungen im meridionalen Energietransport von den Tropen zu den Polen. Wenn man beispielsweise die täglichen Beobachtungen des Luftdrucks auf der gesamten Nordhalbkugel zusammenfügt, sieht man große Gebiete mit hohem und niedrigem Luftdruck auf Meereshöhe (SLP), die sich von Ort zu Ort bewegen und verschieben. Diese Verschiebungen des Luftdrucks an der Oberfläche stellen Verschiebungen der atmosphärischen Masse von Ort zu Ort dar. Die Verschiebung hat ein Muster, das dem Hin- und Herschwappen von Wasser in einer Schüssel ähnelt. Entweder der Luftdruck steigt über der Arktis stärker und über den mittleren Breiten (entweder über dem Atlantik oder dem Pazifik oder über beiden) schwächer oder der Luftdruck steigt über den mittleren Breiten stärker als über der Arktis.

Nördlich des Äquators besteht die bedeutendste „Fernbeziehung“ im Atlantik zwischen einem Gebiet mit anhaltend niedrigem Druck in der Nähe von Island und einem Gebiet mit anhaltend hohem Druck über den Azoren oder dem Gebiet von Gibraltar. Wenn der Druck über Island niedriger als im Durchschnitt und über den Azoren und Gibraltar höher als im Durchschnitt ist, spricht man von einem positiven Modus der nordatlantischen Oszillation. Wenn das Gegenteil der Fall ist, wird die nordatlantische Oszillation als negativ bezeichnet.

Die arktische und die nordatlantische Oszillation stehen in Beziehung zueinander und zur AMO (siehe hier und hier). Meteorologen bezeichnen diese Beziehungen und weitreichenden Oszillationen oft als „Telekonnektionen“. Die Bezeichnung Telekonnektion ist so gut wie jede andere, denn es handelt sich um Komponenten und Indikatoren für Veränderungen des meridionalen Transports.

Sowohl die Arktische Oszillation als auch die Nordatlantische Oszillation werden durch den Luftdruck auf Meereshöhe definiert, und die Muster werden hier von Rebecca Lindsey gut dargestellt (Lindsey, 2011). Diese Muster und die daraus resultierenden NAO-Temperaturen sind in Abbildung 3 dargestellt:

Abbildung 3. Typische NAO-Temperaturmuster. Quelle: (Lindsey & Dahlman, 2009).

Vergangene, mehrere Jahrzehnte andauernde NAO-Trends (siehe Abbildung 4) lassen sich mit den aktuellen Klimamodellen nicht erklären. Die Modelle reflektieren eindeutig nicht die multidekadischen meridionalen Transportregimes. Klimamodell-Simulationen der NAO-Indizes ähneln weißem Rauschen ohne serielle Korrelation, so Rosie Eade und ihre Kollegen vom MET Office in Großbritannien (Eade et al. 2021). Die Chance, dass Klimamodelle die beobachtete NAO seit 1860 nachbilden, ist sehr gering (1 zu 20). Abbildung 3 zeigt jedoch, dass die NAO-Trends ein wichtiger Indikator für die Stärke des meridionalen Transports (MT) sind. Während der negativen Phase wird viel Wärme polwärts transportiert, wodurch die Polarregion erwärmt wird, und während der positiven Phase der NAO wird nur wenig Wärme in die Polarregion transportiert und es bleibt kalt.

Wenn die Modelle den meridionalen Transport oder die NAO nicht simulieren können, können sie auch den Klimawandel nicht erklären. Wie bereits erwähnt ist der Polarwirbel in den Wintermonaten am stärksten und wenn die AO positiv ist. Ein starker Polarwirbel im Winter hält die kalte Luft in der Arktis und verhindert, dass warme Luft zum Pol transportiert wird, wodurch sich ihr Ausstoß in den Weltraum verzögert und die mittleren Breiten, einschließlich der Vereinigten Staaten und Europas, erwärmt werden. In Abbildung 4 ist die AO im Winter als Indikator für die Stärke des Polarwirbels dargestellt, und es ist zu erkennen, dass die NAO im Allgemeinen positiv ist, wenn die AO positiv ist (Wallace, 2006), und dass kühlere Perioden in der nördlichen Hemisphäre und weltweit (1950er, 1960er und frühe 1970er Jahre) einen abnehmenden NAO-Trend und eine negative Winter-AO aufweisen.

Abbildung 4. Die Rekonstruktion der NAO von Gibraltar/Island durch das Hadley Centre bis 1821. Quelle: (Jones et al., 1997). Die Klimaverschiebungen aus diesem Beitrag sind als Referenz dargestellt.

Abbildung 5 zeigt das Gleiche wie Abbildung 4, aber nur die Winter-NAO-Werte sind gemittelt. Wie David Parker und Kollegen (Parker, et al., 2007) festgestellt haben, ist der Anstieg der Winter-NAO von 1965 bis 1995 dramatisch. Er ist im Ganzjahresdurchschnitt in Abbildung 4 zu sehen, aber in Abbildung 5 ist er noch viel deutlicher. Sie zeigt auch eine starke Korrelation mit der Winter-AO und damit mit der Stärke des winterlichen Polarwirbels.

Abbildung 5. Der NAO-Durchschnitt im Winter im Vergleich zur Arktischen Oszillation im Winter, einem Indikator für die Stärke des Winterpolarwirbels. Zur Veranschaulichung sind die Klimaverschiebungen aus diesem Beitrag dargestellt.

Die NAM und die AO sind zwei Bezeichnungen für ein und dieselbe Oszillation. Das wahre Maß für die Stärke des Polarwirbels ist die PCH oder die zusammengesetzte Anomalie der geopotentiellen Höhe („Polkappenhöhe“), gemittelt von 65°N bis zum Pol und normalisiert durch ihre Standardabweichung (Kim & Choi, 2021). Abgesehen von der PCH ist die AO der stärkste Indikator für die Stärke des Winterpolarwirbels, aber auch die Winter-NAO kann verwendet werden, wie in Abbildung 5 dargestellt. Die Datenqualität vor 1950 ist schlecht, aber seither gibt es eine gute Übereinstimmung zwischen der AO und der NAO im Winter.

James Hurrell (Hurrell, 1995) verweist auf den raschen Anstieg der NAO im Winter seit 1965 und insbesondere in den 1980er und frühen 1990er Jahren. Er fügt hinzu, dass die Jahrzehnte langen Veränderungen der NAO und die damit verbundenen Veränderungen der atmosphärischen Zirkulation wesentlich zur regionalen Erwärmung beigetragen haben, was die Interpretation der Auswirkungen der Treibhausgase auf das Klima erschwert. Er fügt hinzu, dass die Beziehung zwischen der NAO und dem Treibhausgaseinfluss untersucht werden sollte. Er bittet darum zu untersuchen, wie gut die Klimamodelle die NAO simulieren, da sie in weiten Teilen der Welt einen großen Einfluss auf das Klima hat. Später hat Rosie Eade (Eade, Stephenson, & Scaife, 2022) eine solche Studie durchgeführt und konnte die entscheidende NAO in den Modellen überhaupt nicht finden.

Schlussfolgerungen

Die arktische und die nordatlantische Oszillation sind die dominierenden Variabilitätsmodi des Klimas der nördlichen Hemisphäre. Der beobachtete positive Trend bei der AO/NAO in den letzten Jahrzehnten (siehe Abbildungen 2 und 5) wird in den CMIP5- oder CMIP6-Klimamodellen nicht wiedergegeben; der Ensemble-Mittelwert des Trends aus mehreren Modellen ist sogar gleich Null (IPCC, 2021, S. 490). AR6 fügt auf der gleichen Seite hinzu, dass der beobachtete NAO-Trend außerhalb des 5-95-Perzentilbereichs der CMIP6-Klimamodellverteilung liegt und der AO-Trend über dem 90-Perzentil liegt. Es scheint sehr unwahrscheinlich, dass die Modelle mit solchen Ergebnissen überhauopt brauchbar sind.

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Link: https://andymaypetrophysicist.com/2025/07/17/climate-oscillations-9-arctic-north-atlantic-oscillations/

Übersetzt und geringfügig modifiziert von Christian Freuer für das EIKE

 




Überkapazitäts-Katastrophe: UK zahlt an Solarparks, damit diese sich abschalten, um das Netz an sonnigen Tagen vor Überlastung zu schützen.

Willow Tohi

• Großbritannien zahlt Solarparks in diesem Jahr 102.500 £ für die Abschaltung aufgrund von Netzüberlastung an sonnigen Tagen.

• Die „Einschränkungszahlungen” für erneuerbare Energien belaufen sich 2025 auf 650 Millionen £ und werden bis 2030 voraussichtlich 8 Milliarden £ pro Jahr erreichen.

• Kritiker machen Ed Milibands Netto-Null-Politik für steigende Energiekosten und Netzinstabilität verantwortlich.

• Überkapazitäten bei Wind- und Solarenergie führen zu regionalen Versorgungsüberschüssen; veraltete Netze haben Mühe, damit fertig zu werden.

• Die Industrie fordert Netzausbauten und Speicher, steht jedoch vor politischen und logistischen Hürden.

Die Bemühungen Großbritanniens um erneuerbare Energien stießen in diesem Jahr auf ein neues Hindernis, als Solarparks – lange Zeit als stabile Alternative zu fossilen Brennstoffen angesehen – zwischen Februar und Juni 102.500 £ (139.169 $) für die Stilllegung erhielten. Der Nationale Energieversorger (NESO), der unter der Leitung von Energieminister Ed Miliband das Stromnetz überwacht, erteilte Anweisungen zur Reduzierung der Leistung von fünf Solaranlagen, da die starke Sonneneinstrahlung die lokalen Stromnetze zu überlasten drohte. Die Ausgleichszahlungen, die nun über Windparks hinaus auch auf Solarenergie ausgeweitet wurden, unterstreichen die wachsende Krise der Überkapazitäten bei erneuerbaren Energien und der Unzulänglichkeit des Stromnetzes, wobei die Kosten direkt an die Verbraucher durchgereicht werden.

Die steigenden Kosten der Übererzeugung durch „Erneuerbare“

Das Problem ist nicht neu. Windparks im Norden Schottlands und Offshore-Anlagen sind seit Jahren mit ähnlichen Abschaltverfügungen konfrontiert, da die Netzinfrastruktur zu schwach ist, um plötzliche Energiespitzen zu bewältigen. Nun hat das rasante Wachstum der Photovoltaik-Kapazitäten das Problem erneut aufgeworfen, insbesondere im Süden Englands. Aus den Aufzeichnungen der NESO geht hervor, dass sich die Ausgleichszahlungen für erneuerbare Energien allein in diesem Jahr auf über 650 Millionen Pfund (882,62 Millionen Dollar) beliefen, wobei Prognosen davon ausgehen, dass diese Zahl bis 2030 auf 8 Milliarden Pfund (10,86 Milliarden Dollar) pro Jahr steigen wird, sofern die Netzsysteme nicht grundlegend überarbeitet werden.

„Die Energiekosten in Großbritannien steigen rasant … Zwangsabgaben sind ein entscheidender und zunehmend wichtiger Faktor“, sagte John Constable, Direktor der Renewable Energy Foundation (REF), welche die Daten zur Stilllegung von Solaranlagen veröffentlicht hat. Er wies darauf hin, dass die Subventionen für erneuerbare Energien, die sich seit 2002 auf insgesamt 200 Milliarden Pfund (271,61 Milliarden Dollar) und fast 8.000 Pfund (10.863 Dollar) pro Haushalt belaufen, keinen selbsttragenden Markt geschaffen haben. „Die Entwickler sind nach wie vor auf die Unterstützung der Steuer- und Rechnungszahler angewiesen“, fügte er hinzu und machte diese Abhängigkeit für die chronisch hohen Energiepreise in Großbritannien verantwortlich.

Politische Gegenreaktionen und -Herausforderungen

Oppositionspolitiker werfen Miliband vor, dass seine Politik Klimaziele über die Bezahlbarkeit stelle. „Ed wird seine Klimaziele immer über günstige Energie stellen – und wir alle werden den Preis dafür zahlen“, sagte die Schatten-Energieministerin Claire Coutinho von der Konservativen Partei. Kritiker argumentieren, dass die Vorgabe von Wind- und Solarenergiekapazitäten unabhängig von den Netzbedingungen zu einem System geführt habe, das auf fossile Brennstoffe angewiesen sei, um Lücken im Winter und an windstillen Tagen zu schließen.

Selbst Befürworter erneuerbarer Energien räumen die Mängel ein. Chris Hewlett von Solar Energy UK räumte ein, dass das Netz bessere Speicherlösungen benötigt, obwohl seine Gruppe politische Reformen gegenüber Verzögerungen bei der Infrastruktur bevorzugt. Unterdessen setzt sich Octopus Energy für eine zonale Preisgestaltung ein – ein Marktmodell, bei dem regionale Preisunterschiede Entwickler dazu anregen, dort zu bauen, wo die Nachfrage hoch ist – und bezeichnet dies als „vernünftige“ Lösung. Skeptiker lehnen die zonale Preisgestaltung jedoch als eine Lücke für Unternehmen ab, um die Kosten zu erhöhen, anstatt strukturell fehlende Investitionen anzugehen.

Belastungen der Netzinfrastruktur und das Paradoxon der erneuerbaren Energien

Das Problem liegt in der Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage. Solar- und Windparks,häufig in Regionen mit schwachen Netzanschlüssen angesiedelt, erzeugen Energie ungleichmäßig. NESO schätzt, dass UK bis 2030 ein Drittel der erzeugten Energie in Zeiten geringer Nachfrage verschwenden wird, wenn die Speicher- oder Übertragungssysteme nicht ausgebaut werden. Allein die Modernisierung des Netzes könnte die Verbraucher Milliarden kosten, doch es kommt weiterhin zu Verzögerungen.

Historisch gesehen wurde das britische Netz für zentralisierte fossile Kraftwerke konzipiert, nicht für dezentrale erneuerbare Energien. Da sich die Wind- und Photovoltaik-Kapazitäten seit 2010 verdreifacht haben, kam es zu Engpässen. „Die wirkliche Lösung ist nicht eine zonale Preisgestaltung, sondern der Stopp des Überbaus von erneuerbaren Energien, die keine Zuverlässigkeit garantieren können“, forderte Constable.

Ein Ruf nach Energie-Realismus

UK befindet sich an einem Scheideweg. Subventionen für erneuerbare Energien und Netto-Null-Vorgaben, die einst als Lösungen für den Klimawandel gefeiert wurden, belasten nun die Stromnetze und Geldbeutel. Die Solarausfälle dieses Sommers reflektieren frühere Ausfälle der Windenergie und offenbaren systemische Probleme: Erneuerbare Energien können fossile Brennstoffe noch nicht ohne kostspielige Netzüberholungen und Fortschritte bei der Speicherung ersetzen. Während die Debatte über zonale Preisgestaltung oder fossile Brennstoffe als „Reserve“ immer intensiver wird, tragen die Stromkunden die Last.

Ohne eine Hinwendung zu einem pragmatischen Energiekonzept – integrierte Systeme, die erneuerbare Energien und zuverlässige Grundlast-Stromversorgung in Einklang bringen – riskiert Großbritannien einen Kreislauf aus unvorhersehbaren Ausfällen und untragbaren Kosten. Während Miliband die Subventionen für Solarenergie verteidigt, warnen Kritiker, dass seine Vision von grüner Energie vor dem Aus stehen könnte.

Quellen für diesen Artikel sind u. A.: WattsUpWithThat.com, Telegraph.co.uk, Express.co.uk

Link: https://climate.news/2025-07-09-uk-pays-solar-farms-to-shut-down.html

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE